Wieder festen Boden unter den Füßen
14 November 2024, Australia ⋅ ⛅ 13 °C
Nach ca. 10 Stunden auf dem Meer, sind wir froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Zwischendurch schaukelte die Fähre nämlich doch mitunter ganz schön. Aber zum Glück wurde keiner von uns beiden seekrank.
Die Zeit an Bord haben wir uns mit Lesen, etwas Computerspielen und herumlaufen vertrieben.
Nachdem wir aus der großen Fähre heraus sind, halten wir nur noch kurz neben der Ausfahrt, um unsere Gasflasche wieder abzuholen. Wie auch bei der Hinfahrt nach Tasmanien, wurde sie aus Sicherheitsgründen abgegeben und separat in einem Sammelfahrzeug transportiert.
Es ist schon spät am Abend und der Tag war heute ganz schön lang für uns. Ziemlich müde fahren wir nur noch etwa 30km nach Nordwesten und schlagen unser Nachtlager innerhalb des kleinen Ortes Maude am Bunjil‘s Lookout auf. Hier gibt es Toiletten, Barbecue-Grills, eine tolle Aussicht auf das dahinter liegende Tal und vor allem einen kostenlosen Stellplatz.
Gute Nacht 😴 💤Baca lagi
Birchip
15 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 25 °C
Die Nacht war leider nur mäßig erholsam…
Spät abends in der Dunkelheit kam noch ein britisches Pärchen an und hat sich natürlich direkt neben uns gestellt.
Kaum angekommen wird direkt der Bluetooth-Lautsprecher herausgeholt und ein Podcast über Psychoprobleme (Stimmen im Kopf…) abgespielt. Prinzipiell sehr unterhaltsam, aber nicht wenn man schlafen möchte und sich das ganze bis in die tiefe Nacht hinauszieht… Dazu muss man dann wohl alle 5 Minuten irgendwas aus dem Auto holen, was bedeutet Schiebetür auf und Schiebetür wieder zu. Im Australischen gibt es dafür übrigens ein eigenes Wort: „Whizbanger“
„Etwas“ genervt hat Aron dann irgendwann das persönliche Gespräch gesucht - naja, war wohl eher ein Monolog. Die interkulturelle Kompetenz mal wieder…
Danach war auf jeden Fall Ruhe!
Nicht wirklich ausgeschlafen fahren wir am nächsten Morgen weiter. Es geht nach Nordwesten, quer durch den Bundesstaat Victoria, etwa 300km bis in das Städtchen Birchip. Genug gefahren für heute!
Am Stadtrand gibt es ein kostenloses Camp, was wir komplett für uns alleine haben 😄
Ein Ölwechsel steht an, der hier prompt erledigt wird. Das Altöl wird in einem gefundenen Eimer aufgefangen und anschließend in eine große Proteindose umgefüllt.
Nach getaner Arbeit geht Aron noch eine schnelle Runde laufen und danach machen wir uns ein paar Burger auf dem BBQ-Grill des Platzes.
Vielleicht liegt es am Vollmond, aber wir bekommen am Abend noch Besuch von gleich mehreren Spinnen, einer Gottesanbeterin und sogar einem Skorpion, die man hier sehr selten sieht. 🦂Baca lagi
Wildniscamp am Murray River
17 November 2024, Australia ⋅ 🌬 19 °C
Mit frischem Motoröl geht es weiter auf unserer Australienumrundung. Es wird heute ein sehr heißer Tag mit knapp 37 Grad! Schon verrückt, wenn man bedenkt, dass wir noch vor wenigen Tagen auf Tasmanien Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt hatten.
Erster Stop ist in Mildura, wo wir am örtlichen Recyclinghof das Altöl vom Vortag loswerden. Bei Einfahrt auf das Gelände wird unser Auto gewogen und wir wissen jetzt, dass wir mit knapp 3,4 Tonnen auf australischen Straßen unterwegs sind. 🏋️♂️
Wir fahren etwas westlich aus der Stadt heraus und dann nördlich an den Murray River. Der Flusslauf trennt die Bundesstaaten New South Wales und Victoria.
Über eine Strecke von knapp 50km am Fluss entlang gibt es immer wieder Campmöglichkeiten und so ist es für uns nicht schwer, einen schönen Platz zu finden.
Wir sind heute rund 290km gefahren und bauen unser Zelt, nebst dem Wohnzimmeranbau direkt am Fluss auf. Was uns auf Tasmanien am besten gefiel, war, dass es keine Fliegen gab. Hier werden wir wieder von den kleinen Biestern überfallen. 🪰 Sie hängen sich an Lippen, gehen in die Augenwinkel, klettern in die Nasen- und Ohrenlöchern und sind unbelehrbar! Wir sind froh, uns im Zelt verkrümeln zu können.
Auch abends ist es noch sehr warm und so freuen wir uns über etwas Wind.
Es war nicht vorhergesagt, aber in der Nacht fängt es plötzlich kräftig an zu regnen. Auch am Morgen bleibt es nass. Der rote Sand hat so seine Tücken wenn es regnet. Die langen Trockenheitsphasen lassen ihn kaum Feuchtigkeit aufnehmen und so entstehen einerseits schnell Überflutungen. Und andererseits klebt der Sand extrem. Unsere Schuhe haben direkt eine zentimeterdicke Schicht Lehm an der Sohle.
Wir bleiben einfach noch einen Tag länger an der schönen Stelle und lassen alles trocknen.
Später scheint wieder die Sonne, wir gehen eine große Runde laufen und lassen es uns gut gehen. Auch die Angel wird endlich mal wieder in das Wasser gehalten, leider ohne Erfolg.
Am Grab von Mrs Ralton, die an dieser Stelle auf tragische Weise mit ihren beiden Kindern um die 19. Jahrhundertwende ertrunken ist, suchen wir noch einen Geocache - den wir aber leider nicht finden.Baca lagi
Grenze zu South Australia
18 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 23 °C
Wir kommen an die Grenze zu South Australia.
Aufgrund der von Staat zu Staat unterschiedlichen Quarantänebedingungen müssen wir uns vor dem Grenzübergang allen Obstes und fast allen Gemüses entledigen. Wir werfen aber natürlich nichts weg und haben somit heute einen sehr gesunden Tag 😅
An der Grenze werden wir auch tatsächlich recht genau kontrolliert, man schaut in alle Schubladen, den Kühlschrank und die Rücksitzbank. Alles in Ordnung bei uns, wir dürfen weiter ✔️
Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt jetzt nur noch +9,5 StdBaca lagi
Planung: Die nächsten Wochen…
18 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 24 °C
Wir halten uns momentan bewusst abseits der beliebtesten Touristenwege, denn 2019 sind wir bereits von Melbourne aus westlich an der Great Ocean Road entlang gefahren und kennen es bereits. Danach folgte der Weg durch Adelaide und dann durch die Nullabor Wüste hinüber bis Western Australia, immer an der Südküste orientiert.
Wir haben nun eine andere Route für die nächsten Wochen geplant. Wir wollen nordwärts durch South Australia, den langen Weg über Coober Pedy bis ins Northern Territory fahren. Dort besuchen wir das Herz Australiens, das rote Zentrum - werden zum Wattarka - und dem Uluru-Kata Tjuta Nationalpark.
Von dort aus geht es dann westlich durch die Wüste, über die Great Central Road, eine über 1.500km Gravelroad bis nach Western Australien.
Hierbei müssen wir durch verschiedene Aboriginie-Gebiete, für die wir gesonderte Permits beantragen müssen.
In den nächsten Tagen werden wir viel Planung vor uns haben. Die Gebiete sind extrem abgelegen und wir müssen uns gut vorbereiten und auch entsprechende Vorräte an Wasser und Lebensmittel einpacken. Insgesamt liegen bis zum Ende der Great Central Road nun noch etwa 2.500 vor uns. 🚗💨
Wir freuen uns auf das Abenteuer!! 🤠Baca lagi
Gulnare Oval
19 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 14 °C
Heute werden wir etwa noch etwa 350 km durch South Australia fahren. Für den Abend haben wir in der kleinen Ortschaft Gulnare ein „Donation“ Camp herausgesucht. Diese Camps sind prinzipiell kostenlos, man darf für den Aufenthalt aber gern eine Kleinigkeit spenden, jeder wie er will und kann.
Dafür gibt es oft von der Community bereitgestellte Toiletten, Mülleimer, manchmal Duschen und manchmal sogar Strom.
Auf dem großen, fast leeren Sportplatz-Oval stellen wir uns in eine hintere Ecke und freuen uns über den schönen Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen gehen wir beide gut erholt eine Runde über den Platz laufen, als wir fast über eine Brown-Snake stolpern, die sich auf dem warmen Asphalt sonnt. 🐍
Brown-Snakes sind sehr giftig und am besten mit einem anständigen Abstand zu bewundern 🥰Baca lagi
Outback
19 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 29 °C
In Port Pirie und Port Augusta nutzen wir die Gelegenheit noch einmal günstig für rund 1.65AUD vollzutanken, wobei diesmal auch der Dieselkanister auf dem Dach gefüllt wird. Darüberhinaus füllen wir alle Wasservorräte auf und gehen noch einmal einkaufen. Es stehen vor allem haltbare Lebensmittel und Wasser auf der Einkaufsliste. Ein Besuch im örtlichen Op Shop darf aber auch nicht fehlen.
Beim letzten Aldi für die nächsten 5.000km legen wir fast einen Kranz nieder… Es ist schon toll von Zeit für Zeit heimische Produkte in den Regalen zu haben. 🥲
Für die nun anstehende Tour ins Northern Territory, über den Uluru und weiter nach Western Australia über die staubige Great Central Road, müssen wir gut vorbereitet sein.
Am Vortag haben wir bereits online die nötigen Permits für die Aboriginie-Gebiete beantragt. Wir telefonieren nun noch kurz mit dem Department of Planning, Lands and Heritages, um hinterher schließlich zu erfahren, dass sie nun auch genehmigt sind 😄 Kurz darauf erhalten wir auch die Email mit den ausgestellten Permits. Es steht unserem Abenteuer also nichts mehr im Wege! ✔️
Nach Norden führt im Grunde nur ein einziger befestigter Highway, der Stuart Highway. Bis zur Abzweigung zum Uluru im Northern Territory liegen nun noch genau 1.029km vor uns.
Lange Passagen geht es nur geradeaus, was sehr langweilig werden kann. Aber wir genießen die Einöde und den Wechsel der Landschaft. Alles ist nun trocken und die Sonne brennt erbarmungslos! Es wird wieder über 30 Grad heiß.
Wir werden heute insgesamt 310km fahren.
Unweit eines großen Salzsees suchen wir uns im Outback einfach eine selten benutze Dirtroad und stellen uns abseits des Highways hin.
Um uns herum sind nur Kängurus und Emus.
Sonst nichts 🤠Baca lagi
Coober Pedy
20 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 34 °C
Am Morgen fahren wir noch die 4km zum Salzsee, den wir aus der Ferne sehen konnten. Dabei scheuchen wir immer wieder Kängurus auf, die sich neben der Straße unter Bäumen im Schatten ausgeruht haben. Es ist bereits morgens wieder sehr warm.
Den ersten Tankstop machen wir am Glendambo Roadhouse und tanken für 2.06AUD den Liter Diesel nach. In Port Augusta kostete der Liter Diesel noch rund 1.70AUD. Je weiter wir ins Outback vorstoßen und je abgelegener die Gegend ist, desto teurer wird der Sprit. Bald schon werden die Preise über die 3.00AUD Marke klettern.
Die Mittagspause legen wir bei der wohlklingenden „Bon Bon“ Restarea ein. Süßigkeiten sucht man hier allerdings vergebens, dafür gibt es umso mehr Fliegen. Den Joghurt mit Erd- und Blaubeeren gibt es deshalb im Auto.
Wir fahren weiter und das Thermometer klettert über 35 Grad. Am Horizont flimmert die Luft stetig von der Hitze.
Bereits einige Kilometer vorab kündigt sich durch scheinbar völlig willkürlich und total unkoordiniert angeordnete, aus dem Boden ragende Sandhaufen, unser nächstes Ziel an: Cooper Pedy. Die Welthauptstadt für Opale.
Unzählige Glücksritter leben in dieser unwirklich wirkenden Wüstenstadt, die eher an einen Endzeitfilm a la „Mad Max“, als an eine funktionierende Gemeinde erinnert. Alle wollen sie die wertvollen Opale finden und so reiht sich Minenschacht an Minenschacht.
Da es permanent heiß ist, wohnen die Meisten unter der Erde. In praktisch jeden Sandhaufen und Hügel der Stadt gibt es Wohnungen, oft nur durch die am Berghang herausragenden Schornsteine und Lüftungsrohre zu erkennen.
Auch viele Geschäfte sind in kleinen Höhlen untergebracht und es gibt sogar einen Untergrund-Pub und eine Untergrund-Kirche.
Wir kaufen im örtlichen IGA-Supermarkt ein und
Tanken nochmal voll für mittlerweile 2.12 AUD den Liter Diesel.
Da wir 2019 bereits in Cooper Pedy waren, beschließen wir weiter zu fahren und finden
etwa 50km nördlich im Outback einen Schlafplatz.
Heute sind wir insgesamt 440km gefahren.
Unseren Footprint von 2019 findet ihr hier:
https://findpenguins.com/1sehxvcmaxpnt/footprin…Baca lagi
Wir erreichen das Northern Territory
21 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 37 °C
Als wir morgens von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden, genießen wir die Aussicht aus unserem Dachzelt. Um uns herum ist nichts außer rotem Sand und Steine, ausgedorrte Sträucher und ohrenbetäubende Stille, vereinzelt summen Fliegen am Zelt vorbei.
Noch ist es nicht zu heiß, sodass wir nach dem Kaffee schnell die Laufschuhe schnüren, bevor das Thermometer weiter nach oben klettert. Es wird anstrengend.
Wir sind völlig verschwitzt, der rote Sand klebt an den Beinen und hinterlässt eine „gesunde“ Farbe.
Die erfrischende Dusche wartet schon auf uns. Dazu haben wir den Sack unserer Solardusche mit ein paar Litern Wasser gefüllt und sie in der Sonne auf dem warmen Sand aufwärmen lassen. Das geht sehr schnell.
Es wird immer windiger, aber das stört die Fliegen überhaupt nicht. Die kleinen Biester schaffen es trotzdem auf uns zu landen und schwirren nur so um uns herum.
Wir suchen uns eine relativ windstille Stelle neben dem Auto aus, um zu duschen. Die Sonne brennt mittlerweile immer gnadenloser auf uns herab, aber aufgrund des Windes wird uns während der Dusche beinahe kalt.
Die Fliegen lassen uns einfach nicht in Ruhe und werden immer penetranter. Es ist zum Verrücktwerden!
Kurzerhand verlegen wir unser Frühstück einfach nach oben ins Dachzelt. Hier oben haben wir Ruhe von den nervigen Fliegen, eine tolle Aussicht auf das Outback und noch eine warme Brise dazu.
Wenig später sind wir wieder auf der Straße und fahren weiter nach Norden. Die Landschaft wechselt sich kaum noch ab, es ist alles trocken, staubig und flach.
Am Roadhouse in Marla tanken wir für 2.29AUD den Liter Diesel das Auto nochmal voll, billiger wird es in den nächsten Tagen nämlich nicht mehr.
Leider können wir hier kein Trinkwasser auffüllen, da die dazugehörige Zapfstelle kaputt ist. Zum Glück haben wir aber davon noch mehr als genug dabei. Es gibt nur Borewater. Das ist Wasser, was direkt ungefiltert aus dem Boden gepumpt wird und sich nicht unbedingt als Trinkwasser eignet. Aber zum Duschen, Wäsche waschen oder Geschirr abwaschen eignet es sich allemal.
So füllen wir noch schnell unsere Solardusche randvoll mit dem Borewater auf, um unsere vorhandenen Vorräte an Trinkwasser etwas zu schonen.
Wir fahren immer weiter. Es liegen immer mal wieder alte schrottige Unfallautos hier und da neben dem Highway. Es wird sich wohl nicht darum gekümmert sie nach einem Unfall zu entfernen. So machen viele sich einen Spaß daraus, die kaputten Autos auszuschlachten, weiter zu demolieren oder gar anzuzünden.
Wir entdecken einige hundert Meter neben dem Highway mitten im Busch einen alten Pajero durchblitzen (glücklicherweise nicht unser altes Auto von 2019/2020) und wir beschließen ihn uns mal aus der Nähe anzuschauen.
Wir haben vor ein paar Wochen eine Plastik-Abdeckung vorne links im Radkasten verloren und wollen mal nachschauen, ob der alte Pajero vielleicht noch etwas passendes bei sich hat, was wir vorübergehend montieren können.
Bei der Fahrt durch die Wüste in den nächsten Tagen möchten wir das Risiko, dass uns Staub und Steine in den Motorraum fliegen, so gering wie möglich halten. Im Outback sind Autopannen das letzte was man haben möchte.
Der Pajero hat aber kaum noch verwertbare Ersatzteile an sich, sodass wir uns nur ein Stück festen Filz mitnehmen. Vielleicht finden wir noch etwas besseres…
Ein paar Kilometer weiter liegt eine abgerissene LKW-Schürze auf der Straße. Die ist aus stabilem Gummi und ist besser geeignet als der Filz. Und falls die Schürze auch nach dem Zurechtschneiden nicht passen sollte, so haben wir eben ein bisschen Müll vom Highway entfernt, wovon hier leider reichlich herumliegt.
Wir nähern uns der Grenze zum Northern Territory. Wider Erwarten ist niemand dort, um Reisende auf Gemüse und Obstvorräte zu kontrollieren. In Australien hat ja jeder Staat seine eigenen Auflagen, was eingeführt werden darf und was nicht. Die Grenzen des Northern Territorys werden offenbar nicht so sehr kontrolliert und so belassen wir es dabei und werfen unser letztes bisschen frisches Gemüse nicht weg, sondern nehmen es einfach mit. Die paar Möhren und zwei Kartoffeln verbrauchen wir sowieso in den nächsten zwei Tagen. Danach müssen wir in den kommenden Tagen eben auf haltbare Lebensmittel zurückgreifen, denn einen Supermarkt gibt es hier im Outback nicht.
Ein paar Sachen lassen sich im Roadhouse teuer einkaufen, worauf wir aber gerne verzichten. Die Uhrzeit im Handy verändert sich wieder automatisch und die Zeitverschiebung nach Deutschland beträgt jetzt nur noch 8,5 Stunden.
Kurz bevor wir am Kulgera Roadhouse vorbeikommen, um für mittlerweile 2.62AUD den Liter Diesel wieder vollzutanken, werden wir von einem freundlichen Polizisten angehalten. Zuerst dachten wir, dass es ein Zollbeamter sei, der uns hinter der Grenze kontrollieren möchte. Dem war aber nicht so.
Der Polizist fragt Aron, der am Steuer sitzt, ob er vor kurzem etwas getrunken hat, was er natürlich verneint. Trotzdem muss Aron pusten (ein Dejavu: vor 5 Jahren hatten wir dieselbe Situation, als wir in Richtung Flinders Ranges Nationalpark unterwegs waren). Nach ein paar Sekunden dann das erlösende Piepen und wir dürfen schon wieder weiter.
Alkohol am Steuer ist in Australien wirklich ein gewaltiges Problem und wird sehr strikt kontrolliert.
Wir sind mittlerweile schon mehrere Stunden in der Hitze unterwegs und halten nun Ausschau nach einem versteckten Platz zum Übernachten. Glücklicherweise werden wir schnell fündig, denn nach einer Strecke von über 370km sind wir ganz schön müdeBaca lagi
The Red Centre Way
22 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 34 °C
Es soll mit 38 Grad heute wieder ein sehr heißer Tag werden. Wir stehen mit dem Sonnenaufgang auf und es sind bereits 26 Grad. Ein warmer Wind weht und die Fliegen sind natürlich auch schon wach.
Das Frühstück wird fliegenfrei in das Zelt verlagert, danach packen wir alles ein und fahren wieder los. Heute liegen (nur) knapp 300km vor uns, wir wollen noch bis kurz vor dem Watarrka Nationalpark fahren und dort dann übernachten.
Gegenüber von unserem Camp der letzten Nacht findet sich noch ein schneller Geocache zwischen an Stonehenge erinnernden Steinsäulen.
Nach einiger Zeit finden wir bei einer Pause auf einem Rastplatz einen weiteren schrottreifen Pajero auf der Seite liegend. Das kommt hier in Australien sehr oft vor, dass Schrottautos einfach stehen gelassen werden. Offenbar werden die Besitzer nicht belangt.
Wir haben am Patrol während der Fahrt eine kleine Gummischürze als Steinschutz am Radkasten verloren. Kurzerhand werden die (fast) passenden Gegenstücke vom Schrott-Pajero geplündert und noch am selben Abend zurechtgeschnitten und montiert 🔨 😄
Die gefundene LKW-Schürze vom Vortag wird entsorgt, für den Filz fällt uns noch etwas ein.
Etwa 200km vor Alice Springs müssen wir auf den Lasseter Highway östlich abbiegen. Dieser führt bis zum Uluru (Ayers Rock), wir werden aber nach knapp 100km wiederum zum Watarrka Narionalpark nördlich abbiegen und erst später zum Uluru fahren.
Nach genau 298km erreichen wir einen unauffälligen Sandweg der ab vom Highway, in die Ausläufer des Perana Hills führt. Hier verstecken wir uns für die Nacht, denn eigentlich ist das Campen hier nicht wirklich ganz legal 🤫
Am Abend freuen wir uns über eine erfrischende Dusche, denn wir kleben einfach nur vom Staub und der unerbärmlichen Hitze.
In ein paar Metern Entfernung besuchen uns ein paar Wildpferde. 🐴
Der Sonnenuntergang lässt die naheliegende Gebirgskette knallrot leuchten. Wir sind im Herzen Australiens angekommen ❤️Baca lagi
Kings Canyon
23 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 23 °C
Mitten in der Nacht werden wir wach. Es grummelt aus der Ferne und Blitze lassen den Himmel taghell erleuchten. Noch ist das Unwetter weit weg und scheint sich sogar zu verziehen. Dennoch sind wir in Alarmbereitschaft und Laras Bauchgefühl soll Recht behalten. Gegen Mitternacht vernehmen wir das Geräusch unerwartet einsetzenden Regens auf dem Zelt. Das passt uns gar nicht, denn wir wollen sehr früh los zum Wattarka Nationalpark und ein nasses Zelt können wir gar nicht gebrauchen.
Es wird nicht zweimal überlegt und innerhalb von 5 Minuten ist das Zelt eingepackt. Wir sind eben eingespieltes Team und jeder hat seine Aufgabe.
Die letzten Stunden der Nacht werden wir ein wenig unbequem auf den Vordersitzen verbringen und mal mehr, mal weniger schlafen. Blitz und Donner bleiben zum Glück aus.
Um 5 Uhr morgens klingelt der Wecker und der Kaffee ist schnell zubereitet. Nach einer solchen Nacht brauchen wir einen Wachmacher. Die Fliegen haben schon auf uns gelauert und stürzen sich buchstäblich auf uns, sodass wir zurück ins Auto flüchten, um dort den Kaffee in Ruhe und ohne zusätzliches Protein in Form von Fliegen zu trinken, gar nicht so leicht!
Der Gaskocher ist anschließend wieder schnell verstaut und wir sind mit Anbruch der Morgendämmerung unterwegs Richtung Wattarka Nationalpark.
Wir fahren selbstverständlich vorsichtig, denn gerade jetzt in der Dämmerung sind Kängurus und anderes Getier unterwegs. Wir sehen aus der Ferne dieselben Wildpferde von gestern auf der Straße ruhig umherwandern. Als wir näher kommen, verziehen sie sich.
In den insgesamt 44km bis zum Nationalpark begegnen uns keine anderen Autos.
Auch wenn die Nacht mehr als bescheiden für uns war, fühlen wir uns fit genug für die geplante Wanderung über den Bergkamm des Kings Canyon, der Hauptattraktion des Wattarka Nationalparks.
Es ist immer noch bewölkt und es hört nicht auf zu nieseln. Trotzdem ist schwülwarm.
Wir beschließen die Regencapes sofort anzuziehen. Der Wanderweg beträgt etwa 6km und führt anfangs 200m steil bergauf, bevor es recht einfach über den Bergkamm weitergeht. Klettern müssen wir dabei kaum. Hier und da nehmen wir noch ein paar Abzweige mit, einmal zum „Cotterills Lookout,“ einem Aussichtspunkt in die 200m tiefe Schlucht hinein und den Weg zum „Garden of Eden“, einem natürlichen Wasserloch mitten in der Schlucht. Zwischendurch lässt der Regen nach und wir können die Regencapes endlich ausziehen, denn die kleben mittlerweile ganz schön, von innen und außen.
Wir begegnen ein paar größeren mitunter sehr lauten Reisegruppen, die wir jedoch schnell überholen und hinter uns lassen.
Wir befinden uns die ganze Zeit auf dem Felsplateau in den bekannten australischen Rottönen. Die weite Aussicht in die bewachsenen Schluchten und auf die Steppe neben der Gebirgskette ist ein wahres Farbenspiel.
Wieder in der Nähe des Parkplatzes, machen wir noch einen Abstecher in die Schlucht hinein, die wir schon von oben bewundern konnten.
Als wir wieder am Auto angekommen sind, sehen wir auf unseren Sportuhren, dass wir insgesamt 10km gewandert sind und füllen noch unsere Wasservorräte auf.
Unser nächster Halt sind die Kathleen Springs in 22km. Es ist noch früh am Vormittag und auch wenn wir heute noch so nahe wie möglich an den Uluru/Kata-Tjuta Nationalpark fahren möchten, haben wir noch massig Zeit. Die Sonne blitzt mittlerweile sogar ab und zu durch die Wolkendecke hindurch.
Wir wandern bis zu der namensgebenden Quelle mitten durch eine kleine Schlucht und finden alte Überbleibsel einer Rinderumladestation, die zusammen mit Aborigines betrieben wurde.
Nach einer guten Dreiviertel Stunde geht es für uns weiter. Wir wollen heute noch über 270km hinter uns bringen und wir müssen einen Großteil der Strecke wieder zum Highway zurückfahren. Alice Springs lassen wir aus, dort waren wir 2015 bereits.
Der Himmel zieht sich mittlerweile immer mehr zu und es beginnt wieder mit starken Windböen zu regnen. Auf der Höhe unseres Schlafplatzes von letzter Nacht, grad außerhalb des Nationalparks, sehen wir ein Auto mit Warnblinker an der Straße. Der Kofferraum steht offen, das Gepäck draußen gestapelt. Drumherum stehen vier hektisch winkende Menschen, daneben der Reservereifen und wir halten selbstverständlich an.
Es ist eine chinesische Familie aus Kanada, die mit ihrem Leihwagen einen Platten hat. Sie fragen uns, ob wir Empfang haben, damit sie die Roadside-Assistance (australischer ADAC) anrufen können. Da der Empfang hier aber so eine Sache für sich ist und es eine Ewigkeit dauern kann, bis dann jemand kommt um zu helfen, parken wir unseren Patrol kurzerhand abseits der Straße und helfen den Reifen zu wechseln.
Die nächsten 15 Minuten sind irgendwie lustig. Lara unterhält sich mit dem erwachsenen Sohn und der Tochter. Die Mutter fragt zwischendurch, ob Lara nicht in ihren kurzen Klamotten kalt ist, denn es regnet immer weiter und der Wind peitscht uns allen um die Ohren. Aron kniet neben dem Auto und wechselt den Reifen, der etwas hilflose Vater daneben. Wenn Aron die Knie in der Hocke wechselt, entfernt der Vater wie selbstverständlich die eingedrückten Steine aus Arons Knie. 😅
Der neue Reifen ist schnell dran und alle bedanken sich herzlichst bei uns, bevor wir uns verabschieden.
Vor uns liegt noch ein weiter Weg, aber wir kommen trotz des unaufhörlichen Regens gut voran.
Als wir nach insgesamt 330km auf dem Schotterplatz vor den Toren des Nationalparks ankommen, lässt der Regen endlich nach und die Sonne scheint sogar noch kurz bevor sie untergeht. Aus der Ferne können wir bereits den massiven Inselberg Uluru sehen.
Hier bleiben wir, denn näher kommen wir nicht an den Nationalpark ran, ohne viel Geld für einen sehr einfachen Campingplatz mit haarsträubenden Bewertungen zu bezahlen. Das sehen wir nicht ein.
Wir sind sehr müde, denn der Tag war sehr lang und die letzte Nacht nicht sehr erholsam. Nach einem frühen Abendessen, bauen wir das Zelt im Einbruch der Dunkelheit auf und legen uns direkt schlafen.Baca lagi
Uluru - Ayers Rock
24 November 2024, Australia ⋅ ⛅ 21 °C
Wir stehen völlig ohne Wecker um kurz nach 4.00h morgens auf! Es passt einfach, wir fühlen uns fit und beschließen zum Sonnenaufgang am Uluru zu sein. In der Nacht war es bewölkt und am Vortag hat es viel geregnet, deshalb ist das Zelt von außen mal wieder nass. Aber es hält sich in Grenzen und wir packen es ein.
Neben uns sind am Abend noch 3 weitere Fahrzeuge zum Campen gekommen, scheinbar haben alle den gleichen Plan und sind am Zusammenpacken.
Die Pässe zum Uluru Kata Tjuta Nationalpark haben wir uns am Vorabend bereits online besorgt (38AUD pro Person), so können wir, als wir um kurz nach 5.00h noch in der Dunkelheit am Kassenhäuschen vorbeirollen, einfach unsere QR Codes einscannen, der Schlagbaum öffnet sich und wir kommen ohne Warteschlange rein.
Insgesamt sind es vom Camp bis zum Viewpoint etwa 30km. Dies ist eine der Ausnahmen, wenn wir in Australien im Dunkeln fahren. Normalerweise vermeiden wir es wegen der Vielzahl an Tieren auf den Straßen. (Kängurus, Rinder, Emus etc etc)
Am „Sunrise-Viewing-Point“ des Ulurus angekommen, sind wir etwas sprachlos, wie voll der Parkplatz bereits ist und wie die Menschen sich auf den Aussichtsplattformen drängen, um den besten Blick auf den riesigen Inselberg im Sonnenaufgang zu haben.
Daraus wird leider nichts, es ist komplett bewölkt und die Sonne lässt vergeblich auf sich warten 😅.
Macht uns nichts, der Ausblick auf den Giganten ist auch ohne die warmen Rottöne der Morgensonne atemberaubend!
Der Uluru ist wohl Australiens bekanntestes Wahrzeichen. Uluru ist der indigene Name der Anangu Aborigines, besser bekannt ist der Berg unter dem Kolonialnamen „Ayers Rock“ wie er auch heute noch von vielen Australiern verwendet wird. Für die Anangu hat der Berg eine hohe religiöse Bedeutung.
Der Berg ist etwa 3km lang und 2km breit. Unter der Erde ragt er geschätzt noch etwa 6km tief. Er besteht aus Arkose, ähnlich dem Sandstein.
Am höchsten Punkt ragt er 348m über die ansonsten flache Australische Steppe.
Nach dem geplatzten Sonnenaufgang fahren wir näher an den Berg heran und parken an der Westseite.
Da wir bereits 2015 hier waren, sparen wir uns die Umrundung per Wanderung, und ziehen uns diesmal die Laufschuhe an. Die Laufrunde um den Giganten beträgt fast genau 10km 🏃♀️🏃♂️ das ist wirklich einmalig.
Zwischendurch halten wir natürlich an der einen oder anderen besonderen Stelle an, denn es gibt wirklich vieles Sehenswertes. Besonders am frühen Morgen, wo noch nicht so viele Touristen unterwegs sind, genießen wir die Abgeschiedenheit, in der der Uluru noch einmal ganz anders wirkt.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, frühstücken wir in aller Ruhe am Fuße des Berges.
Kurz danach setzt leider wieder der Regen ein - was für ein Glück wir mal wieder hatten 😄
Mit dem Regenschirm besuchen wir noch das 2km entfernte Cultural Centre, wo wir viel über die Anangu Aborigines erfahren und es einfache T-Shirts für 120AUD zu kaufen gibt 🧐
Der Tag fing sehr früh für uns an und so langsam werden wir müde. Wir haben aber tatsächlich auch alles am Uluru erlaufen und erwandert. 😛
In der nahegelegenen Ortschaft Yulara tanken wir für sagenhafte 2,66.9AUD den Liter Diesel das Auto ein letztes Mal voll, bevor es dann bald auf die abgelegene „Great Central Road“ nach Western Australia gehen wird. Im kleinen Supermarkt kaufen wir noch neuen Joghurt und erstehen alle Zutaten für Känguru-Burger 🍔
Morgen werden wir noch zu den „Kata Tjuta“ Felskuppen, bzw. den „Olgas“, die etwa 50km weiter westlich liegen und Teil desselben Nationalparks sind.
Für unser Nachtlager passieren wir die Felsen bereits…Baca lagi
Kata Tjuta (Olgas)
25 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 26 °C
Auf dem Weg ins Camp machen wir Halt bei den Kata Tjuta Felskuppen. Auch hier waren wir 2015 bereits mit einer Bustour von Alice Springs aus.
Damals konnten wir leider nicht alles sehen, da die Zeit einfach nicht reichte - Bustouren sind ja immer sehr getaktet. Das ist diesmal zum Glück anders 😄.
Da wir heute schon viel unterwegs waren, machen wir jetzt nur noch die relativ kurze Wanderung in die Walpa Gorge. Der Weg geht am südwestlichen Ende über ein steiniges Felsplateau entlang durch die Schlucht zwischen zwei der imposanten Felskuppen, von derer es hier insgesamt 36 gibt.
Der Weg endet nach knapp 1.5km in der Verengung der Felsen.
Die Kata Tjuta (auch Olgas genannt) ragen wie Bienenkörbe aus der Erde, an ihrem höchsten Punkt mit knapp 564m, wobei weitere 500m unterirdisch liegen. Sie sind damit noch deutlich höher als der Uluru. Der Name Olga geht auf den englischen Entdecker zurück, der die Felsen nach der Gemahlin des württembergischen Königs Karl benannte. Kata Tjuta ist entsprechend der indigene Name der Aboriginies.
Nach der kurzen Wanderung fahren wir die letzen paar Kilometer in das Camp. Das Camp ist bereits nur mit einem Permit zu erreichen, denn es liegt auf den ersten Metern der Great Central Road, die bald vor uns liegt. Das Permit haben wir bereits!
Die Nacht im Outback wird angenehm ruhig 😌
Wir stehen am nächsten Morgen nicht ganz so früh wie am Vortag auf. Trotzdem kommen wir früh los, um noch eine größere Wanderung bei den Kata Tjuta durch das „Valley of the Winds“ zu machen.
Beim Einpacken des Dachzeltes lässt sich plötzlich eine etwa 5cm große Huntsman Spinne vom Zelt fallen 🕷️, landet auf der offenen Kofferraumtür und rennt sofort ins Autoinnere.
Huntsmanspinnen werden bis zu Handteller groß und sind in Australien schon für so manche Autounfälle verantwortlich. Sie wohnen gern in Autos und wandern herum, lassen sich dann auch mal während der Fahrt von der Decke fallen oder lauern hinter den Sonnenblenden. Sie sind extrem schnell und können durchaus schmerzhaft zubeissen. Prinzipiell sind sie aber nicht angriffslustig und auch nicht für den Menschen gefährlich.
Unsere Spinne sehen wir heute nicht mehr wieder. Wir haben nun vermutlich ein Haustier. Wir nennen sie „Hansi“.
Bei Start der Wanderung sind es bereits 26 Grad, es sollen heute noch etwa 32 Grad werden. Die knapp 7.5km Route führt im großer Runde um einige der riesigen Felsen herum und an sehr schönen Ausblicken vorbei. Wir müssen hier und da ein nur wenig klettern, aber es ist eine recht einfache Route. An mehreren Stellen gibt es sogar Trinkwasser und schattige Unterschlupfe.
Es sind auch einige geführte Reisegruppen unterwegs, die aber fast alle am ersten Lookout umdrehen, denn sie machen selten die ganze Wanderung.
Nachdem wir wieder am Auto sind, füllen wir noch ein letztes Mal unsere Trinkwasservorräte auf, nutzen ein letztes Mal das hier verfügbare Internet und fahren schließlich auf die Great Central Road ins tiefste Outback.Baca lagi
Great Central Road
25 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 30 °C
Es geht los ins Abenteuer. Nicht, dass wir bisher kaum etwas in Australien erlebt haben, aber über 1.000km durch das tiefste Outback abseits der Zivilisation, in das man nur mit Sondergenehmigung rein darf, ist dann doch etwas Besonderes.
Von den Kata Tjuta (Olgas) fahren wir noch zur nachgelegenen Day-Use Area und füllen dort ein letztes Mal Wasser auf. Auch die Solardusche mit etwa 10L wird gefüllt.
Zuletzt mit Diesel vollgetankt haben wir in YuLARA, das gibt uns zusammen mit dem Reservekanister auf dem Dach und unseren 2 Dieseltanks eine Reichweite von über 1.000km.
Wasser und Treibstoff gibt es unterwegs an insgesamt 3 Roadhouses. Die Preise dafür sind astronomisch! Deshalb haben wir gut vorgesorgt, um nur das Nötigste nachkaufen zu müssen.
Ansonsten gibt es nichts, wirklich nichts auf der Strecke, außer größtenteils unberührte Natur, viel Staub, rote Erde, Fliegen und die Hitze der Gibson Wüste.
Dann biegen wir schließlich auf die Great Central Road ab. Vor uns liegen nun über 1.100km durch das Zentrum Australiens. Davon sind über 1.000km unsealed, also nicht asphaltiert. An der Straße gibt es mehrere kleine Aborigines-Communities, die man aber nicht betreten darf. Unsere Permits gelten nur für die Durchreise.
Noch sind wir auf der Northern Territory Seite und die ersten 30km der Straße sind asphaltiert.
Noch…
Die Mitnahme von Alkohol (Grog) und Drogen (Dope) ist hier übrigens verboten, Hinweisschilder erinnern einen daran. Genauso darf man kein Benzin in die Communities bringen, denn es wird offenbar gern „geschnüffelt“. An den Roadhouses gibt es deshalb für die Community Mitglieder nur „Opal“ Benzin, das ist wie normales Benzin, aber es macht beim Schnüffeln nicht High… und es kostet etwas mehr. Wir haben nur Diesel dabei, keine Ahnung was das mit einem beim Schnüffeln so macht 😅 Wir sind nicht so scharf darauf es auszuprobieren. Es wird auch darauf hingewiesen, dass man seinen Treibstoff vor Langfingern „sichern“ soll!
Es fängt nach wenigen Metern wieder an zu regnen, dann geht es auf Sand und Gravel weiter, von nun an für die nächsten 1.000km! Die Straße ist in einem eher mäßigen Zustand und es sind immer wieder größere Pfützen und Washouts auf der Straße, denen man aber leicht ausweichen kann. Washouts sind vom Wasserlauf geschaffene Vertiefungen und Risse in der Straße, die bei zu hoher Geschwindigkeit durchaus gefährlich werden können.
Hinzu kommen die Corrugations, diese kleinen waschbrettartigen Wellen auf der Straße, die alles durchrütteln und rattern lassen und die Fahrt sehr unangenehm machen können.
Wir senken den Reifendruck von 38PSI auf 32PSI, das macht die Fahrt etwas angenehmer und bringt schon minimal mehr Grip auf weicherem Untergrund. Wir können momentan aber maximal 40-60km/h fahren.
Am Straßenrand finden sich auch immer wieder kaputte Autos, die hier zurückgelassen wurden.
Manchmal noch recht neu, teilweise von Plünderern schon ausgeschlachtet, auf das Dach gedreht, damit man leichter an Fahrwerk und Reifen kommt und schließlich am Ende immer angezündet. 🔥
Wir machen uns einen Spaß daraus und fangen an zu zählen. Wie viele werden es wohl am Ende sein?
Nach einer Stunde hört es endlich auf zu regnen.
An einer Stelle steht nun eine Roadtrain mitten auf der Straße, die hinter dem großen Truck einen Auflieger mit einem riesigen Minenfahrzeug geladen hat. Der Fahrer checkt ein großes Wasserloch vor ihm, was sich hier über die gesamte Breite der Straße erstreckt. Die Möglichkeit zum Drumherumfahren gibt es nicht. Schließlich fährt er mit seinem langen Gespann langsam hindurch.
Wir wechseln in den 4x4-Antrieb und auch direkt in den Low-Range, für mehr Antrieb bei geringer Geschwindigkeit. Wir schaffen vor uns eine kleine Bugwelle und kommen gut durch.
Der Fahrer der Roadtrain wartet auf der anderen Seite auf uns und wir kommen ins Gespräch. Gordon aus Irland, fährt diese Strecke regelmäßig und sagt, das dieses Wasserloch in der Vorwoche noch deutlich tiefer war. Er erzählt uns ein wenig über die 1.000km, die bis Laverton noch vor uns liegen und falls etwas sein sollte, können wir uns gern bei ihm über Funk 📻 melden. Gut zu wissen!
Nur ein paar Kilometer weiter liegt eine Höhle etwas abseits der Straße. Die Lasseter‘s-Cave, nach dem Entdecker dieser Region benannt. Wir machen kurz Halt. Viel zu sehen gibt es leider nicht.
Die Roadtrain hat uns inzwischen wieder überholt, so müssen wir Gordon halt auch nochmal überholen, denn er kommt aufgrund der Corrugations nur sehr langsam voran. Über Funk kündigen wir uns an, denn durch den Staub sieht er kaum etwas im Rückspiegel.Baca lagi
Grenze zu Western Australia
25 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 32 °C
Wir erreichen Western Australien:
Nach knapp 200km erreichen wir die Grenze zu WA (Die Abkürzung steht für: Western Australia)
Es gibt keine sonst üblichen Grenzkontrollen, insbesondere für die Einfuhr von Obst, Gemüse und Honig. Da ist WA eigentlich sehr strikt und das Missachten wird mit hohen Strafen geahndet. Es gibt überhaupt keine Kontrollen. Hier ist einfach Nichts und Niemand!
Neben vielen Warnschildern vermissen wir auch ein sonst übliches „Willkommen“ Schild, entdecken aber einen leeren Pfahl. Vermutlich konnte das Schild schon jemand für seine Privatsammlung gebrauchen.
Wir fahren einfach über die Grenze, die irgendwie nicht wie eine Grenze wirkt.
Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt jetzt nur noch +7 Std, wir haben heute also einen langen 25.5 Std Tag.
Handyempfang haben wir übrigens schon lange nicht mehr.
Der Zustand der Straße ist nun etwas besser.
Die Great Central Road führt für die nächsten 800km durch Aboriginesgebiet. Um hier durchfahren zu dürfen, braucht man gleich 2 unterschiedliche Permits von der örtlichen Behörde und den Communities. Beide haben wir genehmigt bekommen.
Ein kurzer Panoramapunkt an der Straße lässt uns aufhorchen, ist er doch tatsächlich nach einem Schweriner Adelsgeschlecht benannt, der „Schwerin Crecent“. Interessant!
Wir passieren nach ein paar Kilometern einen Grader, der hier mit seinem Planier- und Umwälzfahrzeug die Straße in Stand hält 🤠 Tatsächlich wird aber hier die Straße nun nochmals besser.
Über die Funkanlage unterhalten wir uns kurz mit ihm und erfahren, dass wir heute das erste Auto überhaupt sind, was er zu Gesicht bekommt.
Am „Giles Lookout“ machen wir Halt und erklettern die eindrucksvolle Erhebung aus roten Felsen. Eigentlich darf man hier nicht hinauf, denn es ist ein bedeutender Ort der Aboriginies. Wir wissen es nur von unserer Camping-App. Warnschilder sehen wir keine und schließlich lockt uns ein dort oben platzierter Geocache und der Ausblick in die Ferne und der Straße darunter. Es wird immer heißer und der Schweiß läuft uns beim Wandern nur so herunter.
Wir fahren in der Mittagshitze weiter.
Am Straßenrand plötzlich wilde Kamele 🐪 Erst etwas neugierig, sind sie doch recht scheu und suchen schnell das Weite. Eine Diskussion, wo der Unterschied zwischen Kamel und Dromedar liegt, sorgt fortan für etwas Abwechslung bei der ansonsten monotonen Fahrt.
Kamele wurden damals von den ersten weißen Siedlern mitgebracht. Sie sind hier nicht heimisch, scheinen sich aber sehr wohl zu fühlen und haben sich im Laufe der Zeit enorm in der Wildnis vermehrt. Hier in Zentralaustralien gibt es unzählige von ihnen.
Kurz vor dem Warakurna Roadhouse finden wir schließlich ein erstes Nachtlager. Wir sind heute 270km gefahren und nun mitten in der riesigen Gibson Desert.
Trotz der trockene Umgebung wachsen hier übrigens durchaus hartnäckige Pflanzen, die den lebensfeindlichen Bedingungen trotzen. Aber alles ist extrem empfindlich.
Das Fahren war heute sehr anstrengend, wir sind müde. Auch die Wärme beutelt uns und wir freuen uns über eine erfrischende Dusche.
Durch die Zeitverschiebung wird es nun ungewohnt früh dunkel. Bereits um 18.30h ist die Sonne untergegangen. Wir sind nach dem Essen ebenfalls schon früh, gegen 19.30h im Bett.
Wir hören beim Zubettgehen noch Kamele, sie können nicht weit weg sein. 🐪
Kamele klingen wie eine Mischung aus Schwein und Bär, nur halt mit Höcker.
Wir schlafen.
Plötzlich zieht sich ein Unwetter über uns zusammen, gegen 21:30 wachen wir mitten im Sturm auf. Uns fliegt fast das Zelt weg, so sehr rüttelt es und die Orkanböen scheinen mit jedem Mal stärker zu werden. Es fühlt sich an, wie mitten in einem Tornado zu stehen. Blitz und Donner gehen gefühlt direkt über uns nieder.
Wir müssen an die stürmische Nacht kurz vor dem Kings Canyon denken und überlegen nicht lang. Im Zelt ist es nicht mehr sicher.
Schnell wird das Zelt eingepackt und wir schaffen es kurz vor Einsetzen des Regens ins rettende Auto. Wir müssen eine ganze Zeit ausharren und bekommen natürlich überhaupt kein Auge mehr zu.
Erst gegen ca 2:00h beruhigt sich alles und wir trauen uns raus und bauen zuversichtlich das Zelt wieder auf. Tatsächlich finden wir nun auch noch etwas Schlaf 😴.
Zwischendurch fängt es wieder leicht an zu regnen, aber das ist uns egal.
In der Ferne hören wir nun Dingos heulen…Baca lagi
Kamele und Dingos
26 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 33 °C
Da die Sonne abends nun sehr früh untergeht, geht sie morgens auch bereits kurz nach 4 Uhr auf. Entsprechend früh sind wir wach.
Trotz der anstrengenden Nacht im Gewitter fühlen wir uns recht fit und starten gut in den Tag. Man sieht nichts mehr von Sturm und Regen.
Die Fliegen zwingen uns wieder im Zelt zu frühstücken 🥐☕️
Direkt nach der Weiterfahrt sehen wir wieder die ersten Kamele neben der Straße. Dies sind auch fast die einzigen anderen Verkehrsteilnehmer, die uns heute begegnen.
Hin und wieder werden wir aber auch von Aborigines-Communitymitgliedern überholt, in Autos komplett ohne Kennzeichen und in fragwürdigen Zustand. Auch die Polizei kommt uns einmal im Geländewagen entgegen. Insgesamt begegnen uns auf 200km aber vielleicht grad mal 5 Autos. Die meisten Autos liegen tatsächlich schrottreif am Straßenrand, wir führen Strichliste. 📝 Sie füllt sich schnell.
Nach etwa 30km erreichen wir das Warakurna Roadhouse. Der Liter Diesel kostet hier 3.20AUD.
Wir tanken aber nicht, kaufen stattdessen im Shop etwas Brot und Fleisch, was erstaunlicherweise noch bezahlbar ist.
Hier gibt es nun auch das Opal-Benzin. Dies ist auch die einzig frei zugängliche Zapfsäule, alle anderen sind im Gitterkäfig abgeschlossen und werden nur bei Bedarf aufgeschlossen. ⛽️
Wir fahren weiter…
Etwas abseits der Straße gibt es immer wieder mal sogenannte „Rockholes“. Das sind Öffnungen im Fels, bei denen Wasser an die Oberfläche kommt. Um sprudelnde Quellen handelt es sich leider nicht, denn das Wasser ist abgestanden, von Algen meist grün verfärbt und dient vor allem Fröschen zum Laichen. 🐸
Bei den von der nahegelegenen Community geführten Yarla Kutjarra Campground machen wir Halt und suchen den Geocache, der sich wieder in schönen Felsen versteckt.
Dann haben wir heute auch die ersten Kamele auf der Straße. Aus der Ferne sind sie nur sehr schwer zu erkennen und laufen wirr kreuz und quer. Ein wichtiger Grund, hier nicht nachts zu fahren, denn die störrischen Biester campen sehr gern auf der Straße.
Kurz vor Warburton, fahren wir in einen unbenutzten Seitenweg und campen hier für die Nacht. Kurz nachdem wir das Zelt aufgebaut haben, sehen wir in nicht allzu weiter Ferne einen Dingo, der uns interessiert beobachtet und schließlich langsam umkreist. Er prüft, ob es bei uns oder ob es uns zu holen gibt… Nach einer halben Stunde scheint er aber aufzugeben. Im Sonnenuntergang sehen wir ihn nicht mehr.
Nach dem Abendessen tanken wir noch mit dem 20L Dieselkanister vom Dachträger nach. Der letzte günstige Sprit, den wir noch aus Yulara haben.
Wir sind heute 226km gefahren.Baca lagi
Die alte Great Central Road
27 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 27 °C
Früh morgens, direkt nach dem Aufstehen ist es immer etwas spannend, was für neue Tierspuren man findet. Der Dingo von gestern Abend ist uns jedenfalls doch noch auf die Pelle gerückt und heimlich um das Auto herumgeschlichen.
Gehört haben wir ihn nicht.
Wir gehen kurz Laufen und entdecken auf der anderen Seite der Great Central Road ein Windrad, bei dem sich noch ein Geocache versteckt.
Nach dem Frühstück geht es weiter zum Warburton Roadhouse. Hier müssen wir Zwischentanken. Zwar haben wir eine Reichweite von knapp 1.000km, aber auf einer Gravelroad mit abgesenkten Reifendruck weiß man nie genau, wieviel Sprit man wirklich verbraucht. So haben wir lieber etwas Reserve, auch wenn es wirklich sehr teuer ist! Wir tanken 45 Liter für 3.15AUD/L.
Hier haben wir auch mal kurz Internet 🛜, das erste Mal seit 500km.
Nach einen schönen Lookout am Straßenrand entdecken wir ein Breakaway-Gebiet an einem Teil der alten Great Central Road. Eigentlich wollten wir hier nur Pause machen, beschließen hier aber nach heute nur 100km das Nachtlager aufzubauen.
Breakaways sind kleine oder größere Bergkämme, die aus recht bröckeligen Gestein bestehen und sich langsam abtragen. Es entstehen so sehr schöne Landschaften und oft auch kleine Höhlen. Bei einer großen Wanderung erkunden wir die Gegend.
Ganz in der Nähe des Camps läuft eine große Gruppe Kamele vorbei.
Wir haben kilometerweit um uns herum keine anderen Menschen. Die Nacht wird sehr ruhig bei sternenklarem Himmel.
Am frühen Morgen scheuchen wir beim Laufen noch ein Kamel auf und machen ein paar Kilometer auf der alten Great Central, die hier parallel verläuft. An manchen Stellen ist sie schon so stark beschädigt, dass sie kaum noch als Straße zu erkennen ist. Außer Schlangen und Kamelen verirrt sich keiner mehr hier hin. Im Staub finden wir ein altes WA Kennzeichen, was wir als Souvenir mitnehmen.Baca lagi
Tjukayirla Roadhouse
28 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 24 °C
Nach dem gestrigen Tag, an dem wir bloß 100km gefahren sind, wollen wir heute wieder etwas Strecke machen. Eigentlich sind die Vorgaben im Permit (Genehmigung), dass die Great Central Road in diesem Abschnitt in maximal 3 Tagen und 2 Nächten durchfahren werden muss.
Das werden wir nicht schaffen, wir beabsichtigen es auch nicht - kontrolliert wird es offenbar aber auch nicht. Wir genießen es! 😅
Am Straßenrand finden wir einen alten Van, ein weiteres Schrottauto, was allerdings noch nicht angezündet wurde und sogar noch ein Kennzeichen montiert hat. Ein seltener Fund! Schnell ist der Schraubendreher gezückt und wir haben jetzt auch ein Northern Territory Kennzeichen als Souvenir 😅
Die Strichliste der Schrottautos füllt sich immer mehr!
Verschiedene Geocaches leiten uns mal wieder zu tollen Plätzen entlang der Straße.
Wir halten am Deserts Surf, was auch ein tolles Camp an einer Feldswand wäre, sowie bei den Wahlgu Rockholes.
Am Tjukayirla Roadhouse kaufen wir wieder nur Brot, mit dem restlichen Sprit kommen wir auf jeden Fall bis Laverton durch! 3.20AUD sind halt auch wirklich teuer!
Hier gibt es leider kein Internet, macht aber auch nichts. Über den kleinen Campground des Roadhouses kommt man zudem zu einer Privatstraße, die zu entlegenen Höhlen führt. Die 5km über eine ausgewaschene Straße lohnen sich, denn wir entdecken dort sogar alte Höhlenmalereien von Aborigines.
Für das nächtliche Camp finden wir hinter einer Quarry, einem Steinbruch, an eine sichtgeschützte Stelle. Heute sind wir 265km gefahren.Baca lagi

Pengembara
Ich habe vorgestern noch ein südafrikanisches Kennzeichen im Etosha Nationalpark gefunden. Just in the middle of the road 😊
Die letzten Meter…
29 November 2024, Australia ⋅ ☀️ 26 °C
Am frühen Morgen werden wir von lauten Vogelgezwitscher geweckt. Um uns herum schwirren riesige Schwärme von winzigen Zebrafinken. Wellenartig ziehen sie ihre Bahnen, dynamisch-synchron in großen Gruppen über den Morgenhimmel.
Dann kommen noch gelbe, deutlich größere Vögel hinzu. Es sind Budgees, also Wellensittiche. Wir sind umgeben von abertausenden Vögeln.
Es ist schwer sich ihnen zu nähern, sie reagieren sofort und suchen in der Gruppe das Weite, kommen aber trotzdem immer wieder neugierig in unsere Nähe.
An einem Wasserloch schließlich können wir einige Bilder machen 📸
Wir fahren langsam die letzten 170km der Great Central Road, machen hier und dort noch einmal Halt, genießen die Landschaft und zählen weiter Schrottautos. Inzwischen hat sich zwischen uns auch der Begriff „Schrotti“ etabliert.
Am Nachmittag erreichen wir, ganz kurz bevor wir wieder Asphalt unter den Reifen bekommen, die Giles Breakaways. Entlang einer halbmondförmigen Bruchkante in rotem Fels, erstreckt sich ein riesiges Tal unter uns. Wir stellen uns oben an der Kante hin und freuen uns über dieses Camp mit der wohl schönsten Aussicht bisher. 🌅
Am Abend gehen wir noch sportlich eine Runde am Bergkamm laufen. 🏃♀️ Am nächsten Morgen erkunden wir schließlich das Tal mit seinen vielen kleinen Höhlen und Unterschlupfen.
Aus einem kurzen Spaziergangs wird schnell eine 3 Stunden Wanderung mit anschließender Erstversorgung von Arons Knie 🩹Baca lagi
Laverton
30 November 2024, Australia ⋅ ☁️ 28 °C
Wir haben es geschafft ✔️
Kurz vor Laverton lassen wir die 1.100km Gravelroad hinter uns uns freuen uns riesig über Asphalt unter den Reifen. 🛞 Tagelang wurden wir durchgeschüttelt, eingestaubt und wir mussten Kamelen und Wasserlöchern ausweichen. Dafür sind wir aber auch kaum anderen Menschen begegnet und hatten die schönsten Orte ganz für uns alleine. Herrlich!
Jetzt sind wir also wieder in der Zivilisation. Zeit sich mal kurz die Statistiken anzuschauen:
•Wir haben auf der Great Central Road im Schnitt bloß 12.5L/100km verbraucht, was uns selbst überrascht hat.
•Wir haben insgesamt 351 Schrottautos, bzw. Schrottis am Straßenrand gesehen und bei 2en die Kennzeichnen geplündert 🤫
•Uns sind auf 1.100km Strecke und 5 Reisetagen gerade einmal 34 anderen Fahrzeugen begegnet.
•Unsere Wasservorräte hätten noch gut 6 weitere Tage gereicht. Vielleicht hätten wir doch öfters duschen können 🦨
•Wir hatten keine einzige Reifenpanne 🥰
In Laverton haben wir nun auch endlich wieder bezahlbaren Treibstoff bekommen. Die Tankstelle hat auch einen kleinen Supermarkt, in dem wir uns mit frischem (aufgetautem) Brot und Gemüse bevorraten. Unsere Wasservorräte füllen wir gleich um die Ecke kostenlos auf. Da der Wasserhahn etwas skuril zur Seite ausgerichtet ist und nur einen riesigen Industrieanschluss hat, basteln wir uns aus einer alten Plastikflasche einen passenden Trichter, damit auch alles in unseren Kanistern landet.Baca lagi
Mount Morgans
30 November 2024, Australia ⋅ ☀️ 30 °C
Kurz hinter Laverton fahren wir den Abstecher nach Mount Morgans. Diese ehemalige Gemeinde ist 1896 nach einem Goldfund entstanden und irgendwann schließlich der immer größer werdenden Mine gewichen. Heute steht noch die alte Stadthalle, die man auch betreten kann und die allerlei Museumsstücke enthält.
Die eigentlichen Mine ist nicht zugänglich, dafür fahren wir, nicht weit entfernt, bei Murrin Murrin auf einen Ausguck. Es riecht nach Sulfat, was hier ebenfalls abgebaut und wie wir verstehen, auch zur Waschung/Trennung des Goldes verwendet wird.
Heute fahren wir nicht sehr weit.
Eigentlich wollten wir auch am Malcolm Dam campen, dort ist es erlaubt und in dem Wasser könnte man auch theoretisch baden gehen, aber es waren alle Flächen und Zugänge komplett überflutet. Hier hat es wohl stark geregnet.
Wir sind dann einfach den Sandweg am
See weiter entlang gefahren und nach ein paar Kilometern in den Busch abgebogen. Schnell finden wir eine versteckte Stelle, an der wir unser Camp errichten.
Aus einem gemütlichen Abend wurde leider nichts, denn wir sind komplett von Mücken überfallen worden. Wir flüchten also früh in das Zelt.
Mitten in der Nacht werden wir von einem komischen Geräusch geweckt… Eine kleine Fledermaus hat sich bei uns im Vorzelt, bzw im Überhang verirrt und fliegt ständig von Zeltwand zu Zeltwand. Schließlich schafft sie es aber alleine heraus.
Morgens werden wir wieder von den freundlichen Fliegen begrüßt und wir finden eine kleine Redback-Spinne im Zelt 🕷️.Baca lagi
Gwalia
1 Disember 2024, Australia ⋅ ☀️ 33 °C
Bei Leonora kreuzt der nun wieder etwas größere Goldfield Highway. In dem kleinen Städtchen tanken wir noch ein wenig nach und schlagen den Weg südwärts ein.
Es steht die Geisterstadt Gwalia auf unserer Liste.
Gwalia wurde 1897 nach einem Goldfund gegründet und schnell von Glücksrittern aus aller Welt besiedelt, wovon die meisten in der kurz danach eröffneten Mine arbeiteten. Zwischenzeitlich lebten knapp 1.000 Menschen hier.
Nach der Schließung der Mine 1963 verfielen viele der Gebäude und Gwalia wurde zur Geisterstadt. In den 1980er Jahren wurde die Mine allerdings wieder eröffnet und bis heute betrieben. Die Mine ist mit über 1.000m Tiefe die
tiefste Mine von Western Australia. Neben dem Untertagebau wird auch im Pit abgebaut, also einem offenen Loch, in das wir aus der Anhöhe einen guten Blick werfen konnten.
Liebevoll wurden von den umliegenden Gemeinden viele der ursprünglichen Gebäude originalgetreu wieder errichtet und können heute als Freilichtmuseum sogar auch betreten werden. Sehr interessant, unter welchen Bedingungen damals gelebt wurde.
Am ehemaligen Swimmingpool versteckt sich noch ein Geocache.
Wieder auf dem Highway geraten wir in einen kurzen Sturm, der aber zum Glück schnell vorbeigeht. Am Abend, als es wieder trocken ist, suchen wir uns ein kleines Camp im Busch, abseits des Highways, noch vor Kalgoorlie.Baca lagi
Kalgoorlie
2 Disember 2024, Australia ⋅ 🌬 26 °C
Am nächsten Morgen verweilen wir nicht mehr allzu lange am Camp, denn hier in Stadtnähe ist es nicht sehr spannend. Die letzte Nacht standen wir schön versteckt mitten im australischen Busch, jedoch unweit vom Highway entfernt. Zum Glück gab es nachts nicht viel Verkehr.
Wir spazieren noch ein bisschen kreuz und quer durch den staubigen Busch, finden aber fußläufig nichts aufregendes.
Ein paar Kilometer weiter in Richtung Kalgoorlie biegen wir auf eine kleine Schotterpiste ab, auf der Suche nach einem Geocache. An einem alten Friedhof von Anfang 1900 werden wir schnell fündig.
Die meisten der 191 Gräber sind aber leider nicht mehr zu erkennen. Entweder sind die Grabsteine verfallen oder die Einzäunung verbogen oder aber alles überwachsen und abgesackt. Die Natur nimmt sich eben alles wieder zurück.
Weiter geht es nach Kalgoorlie, einer alten Goldgräberstadt, die seit 1895 existiert und immer noch aktiv ist. Die Stadt hat mittlerweile über 30.000 Einwohner und liegt an der sogenannten „Golden Mile“, einer der größten Goldadern der Welt.
Es ist aber nicht alles Gold, was hier glänzt. Kalgoorlie ist eine eher funktionale als hübsche Stadt. Es ist heiß und stickig und sehr staubig vom roten Sand.
Und was für uns das Wichtigste ist: endlich wieder günstige Supermärkte!
Liegt der Letzte doch fast 2700km und über anderthalb Wochen hinter uns, so kann es uns keiner verübeln, dass wir hier den ersten günstigen Supermarkt regelrecht „überfallen“ und unsere Vorräte gut aufstocken. Frisches Obst und Gemüse, frisches Fleisch und Brot stehen ganz weit oben auf der Einkaufsliste.
Wir freuen uns auch über endlich wieder günstigeren Sprit und tanken das Auto wieder schön voll, ohne am Ende beim Bezahlen gehörig schlucken zu müssen.
Selbstverständlich schlendern wir noch durch den einen oder anderen Op-Shop und vertreiben uns so noch ein bisschen die Zeit.
Bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Camp im 140km entfernten Cave Hill Conservation Park machen, halten wir noch kurz am KCGM Superpit Lookout an, um einen Blick in das riesige Loch der dortigen aktiven Goldmine zu werfen. Sie ist 3,5km lang, 1,5km breit und 600m tief. Die riesigen Maschinen wirken aus der Distanz wie klitzekleine Spielzeugautos.
Am Lookout selbst sind einige alte Minenfahrzeuge ausgestellt und es gibt sogar eine ausgemusterte Schaufel eines der riesigen Frontlader zu sehen. Lara stellt sich einfach mal rein und fühlt sich ganz schön klein.Baca lagi
Cave Hill
3 Disember 2024, Australia ⋅ ☀️ 26 °C
Wir verlassen Kalgoorlie südwärts über Kambalda bis nach Widgiemooltha. Vom dortigen Roadhouse führt uns eine über 40km lange Dirtroad in den abgelegenen Cave Hill Conservation Park und tief in den Wald.
Hierfür werden wir wieder den Reifendruck absenken. Beim Druckablassen fällt uns auf, das auf dem Reifen hinten rechts direkt etwas wenig Luft ist. Das müssen wir beobachten!
Anfangs ist die Straße noch in einem guten Zustand und die Corrugations halten sich in Grenzen. Der Abzweig zum Park selbst hingegen ist abenteuerlich und ein waschechter 4WD Track. Die Piste ist sehr eng, einspurig und an den Seiten dicht bewachsen, überall hängen Äste über den Weg und wir müssen viel navigieren.
Wir fahren über eine alte Bahntrasse, die mit Sand aufgeschüttet wurde. Der Boden ist zwischendurch sehr holprig und ausgewaschen. Wir kommen nur langsam voran und müssen einigen tiefen matschigen Wasserlöchern ausweichen.
Zwischendurch kontrollieren wir immer wieder mal den Reifendruck, tatsächlich verliert der eine Reifen konstant Luft…
Dann kommen immer wieder mehr oder weniger tiefe Mudholes/Schlammlöcher, denen wir aber ausweichen können. Das letzte Mudhole liegt aber so blöd, dass wir an dieser Stelle nicht weiterkommen. Es ist schwer abzuschätzen, wir tief es tatsächlich ist und ohne ein weiteres Begleitfahrzeug, was uns notfalls heraushelfen könnte, beschließen wir nicht weiterzufahren. Dazu kommt noch der defekte Reifen…
Wir kommen so nicht bis zum eigentlichen Camp und suchen uns halt knapp 1km vorher eine versteckte Stelle im Wald. Hier steht es sich auch gut.
Da es nun bald dunkel wird, machen wir heute auch nicht mehr viel, außer abends vorsorglich schon einmal den Wagenheber in korrekter Position anbringen, falls der Reifen noch weiter Luft verliert.
Am nächsten Morgen wechseln wir nun auch den Reifen, haben wir am Vorabend einen Zentimeter Platz über den Wagenheber gelassen, liegt er jetzt komplett auf. Das Wechseln klappt problemlos und nun ist halt der Reservereifen mal dran. Nach einer kurzen Untersuchung finden wir auch ein winziges Loch, was wir uns vermutlich im vorherigen Camp reingefahren haben. Der Luftverlust ist nur minimal, aber messbar! Ärgerlich! 😡
Bevor es zu warm wird, starten wir noch am Vormittag die Wanderung zu dem Cave Hill.
Der Cave Hill ist ein Berg, der ähnlich wie viele Berge hier in der Gegend aus rotem Sandstein besteht. Durch Erosionen haben sich faszinierende Formen, Höhlen und Wellenformen gebildet. Früher wurden am Fuße des Berges durch künstliche Mauern kleine Dämme geschaffen um das Regenwasser in dieser sonst sehr dürren Umgebung aufzufangen. Unter anderem wurde mit dem Wasser die Dampflok betrieben, auf deren ehemaligen Gleisen wir hergefahren sind.
Insgesamt sind wir heute 11km zu Fuß unterwegs. Da wir bei knapp 35 Grad total verschwitzt zurück am Auto ankommen, freuen wir uns über eine kühlende Dusche und beschließen noch eine Nacht zu bleiben und uns am nächsten Tag um den Reifen zu kümmern.Baca lagi
Reifen Reparieren….
4 Disember 2024, Australia ⋅ ☀️ 31 °C
Am Morgen hat Aron nun erst einmal einen Friseurtermin bei Lara. ✂️ Während er zwangsweise ohne Fliegennetz mit den australischen Bushflies 🪰 klarkommen muss, wird die lange Hippiemähne ordentlich gestutzt.
Noch am Vormittag fahren wir die insgesamt 100km nach Kalgoorlie zurück. Natürlich müssen wir dafür auch wieder über den schmalen Offroadtrack.
In der näheren Umgebung gibt es einfach keine andere Stadt, die etwas Auswahl an Reifengeschäften hat. Der Reservereifen macht aber was er er soll, fällt kaum auf, obwohl es ein leicht anderes Profil ist.
Bei dem zweiten Reifenhändler in Kalgoorlie haben wir Glück und sie haben direkt Zeit sich den defekten Reifen anzuschauen. Das kleine Loch ist innerhalb von 20 Minuten repariert und keine große Sache. Wir können direkt wieder vom Hof fahren. Es hat uns gerade einmal 30AUD gekostet, das sind etwas weniger als 20 Euro. Wechseln müssen wir den Reifen später allerdings noch selber.
Wir nutzen die Gelegenheit noch einmal um einzukaufen und holen uns an der Tankstelle noch einen leckeren 2AUD Kaffee auf die Hand ☕️
Nun geht es auf dem Highway weiter nach Westen 🚗Baca lagi


























































































































































































































































































































































































































