• Phu Quoc 🇻🇳

    28 Şubat 2025, Vietnam ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir sind also wieder in Vietnam. 🇻🇳

    Bereits vor knapp einem Jahr waren wir im Lande, sind damals von Ho-Chi-Minh (Saigon) an der Küste entlang mit Bus und Bahn bis hinauf nach Hué gereist. Es war zu der Jahreszeit noch viel kälter als jetzt und so haben wir uns den hohen Norden mit Ha Noi für ein nächstes Mal aufgespart. Das nächste Mal ist jetzt 😉
    Von Bangkok ging es aber zunächst auf die kleine Insel Phu Quoc. Hier ist es tropisch warm 🌴

    Am späten Nachmittag landen wir auf dem kleinen Flughafen bei Dương Đông. Bereits im Flugzeug fühlen wir uns etwas fehl am Platz, denn alle um uns herum sprechen ausschließlich Russisch. Wir scheinen weit und breit die einzigen Europäer zu sein.

    Die Insel entpuppt sich in den nächsten Tagen schnell als das Top Urlaubsziel für Russen. Viele Speisekarten und Schilder an den Geschäften sind direkt auf Russisch. Tatsächlich sind etwa 90% der Besucher von dort. Daneben eine handvoll Chinesen, ein paar Koreaner und halt wir beide. 👫

    Die erste Unterkunft haben wir für 5 Tage gebucht. Für 10€ die Nacht bekommen wir ein kleines Doppelzimmer mit steinharter Matratze und Blick auf den kleinen, versifften Pool. Egal, wir sind nur zum Schlafen hier und das Meer ist laut Werbung der Unterkunft nur 2 Minuten entfernt. Die 2 Minuten (die eher 5 sind) muss man natürlich mit einem motorisierten Gefährt fahren und der Strand ist nur ein kurzer Streifen, direkt am Fischereihafen und voller Müll. Da lassen wir lieber die Finger von.

    In unmittelbarer Nähe findet sich aber fußläufig ein schöner Nightmarket und viele kleine Restaurants und Minishops. Hier und dort versteht man auch andere Sprachen als Russisch und so bekommen wir auch etwas zu essen. Neben den leckeren Phos, den vietnamesischen Suppen, können wir auch endlich wieder Banh Mis essen. Das sind kleine französische Baguettes wahlweise mit Fleisch (Tiht), Spiegelei (Op la) oder vegetarisch (chay). Immer drin ist ein langgeschnittenes Stück Gurke und Sojasauce.

    In den nächsten Tagen mieten wir uns einen Roller und erkunden die Insel außerhalb der lebhaften Stadt.

    Rollerfahren ist in Vietnam nicht ganz leicht und nicht ganz ungefährlich. Es herrscht Rechtsverkehr und die Ampeln werden relativ zuverlässig beachtet. Ansonsten fährt jeder im Grunde aber so wie er es möchte - kreuz und quer - mal links überholend, mal rechts überholend. Zum Abbiegen wird manchmal geblinkt, dann aber gern mal auf der falschen Straßenseite eigeordnet, so dass die gesamte Straße genutzt wird und alle warten oder ausweichen müssen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Anderen schon aufpassen werden. Wenn es knapp wird, hat ja jeder schließlich auch eine Hupe, die immer fleißig benutzt wird. Dazu kommt die weit verbreitete Ungeduld im Straßenverkehr. Wir haben fast täglich Unfälle zwischen Autos und Rollern gesehen. Dennoch: Im direkten Vergleich zu Indien ist Vietnam noch harmlos.
    Wir jedenfalls kommen sicher durch den Verkehr. 😅

    Im Norden der Insel sind noch einige ursprüngliche Ortschaften, die noch nicht voller Touristen sind. Die Strände sind leider aber meist total dreckig und voller Müll. Wir haben hier keinen wirklich schönen Abschnitt gefunden. Leider ist es auch so, dass Hotels und Resorts sich hier gern ihren Privatstrand absperren und „Nicht-Gästen“ den Zutritt verwehren. Sehr schade!

    Am Starfish-Beach an der Westseite machen wir einen Halt. Folgt man den Hinweisschildern, so landet man direkt in einer Touristenfalle und gelangt an eine ganz andere Stelle, an der hinter einem großen Parkplatz zig Boote warten, um einen gegen Gebühr den letzten Kilometer zum eigentlichen Strand zu bringen. Nicht mit uns. Wir suchen uns einen anderen Weg und können über eine Holperpiste bis fast an den Strand fahren. Die Seesterne (Starfish) sehen wir leider nicht, aber dafür finden wir eine relativ ruhige Stelle etwas abseits der Boots-Landeplätze, wo wir Abstand von den anderen Touristen haben. 🏖️ Das Wasser ist badewannenwarm und ruhig 😌

    Fortsetzung folgt…
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  • Coconut Prison

    3 Mart 2025, Vietnam ⋅ ☀️ 28 °C

    Bei einem unserer Ausflüge mit dem Roller fahren wir ein bisschen früher los, um der sengenden Mittagshitze zu entgehen. Unser Ziel ist das ehemalige Gefängnis von Phu Quoc.

    Es wurde 1949 von französischen Kolonialisten unter dem Namen „Coconut Prison“ erbaut, um politische Oppositionelle zu inhaftieren.
    Später im Vietnamkrieg wurde es von den Amerikanern genutzt, um Anhängern des Viet Kong und nordvietnamesische Soldaten festzuhalten. Von 1967 bis 1973 waren dort 40.000 Gefangene untergebracht, welche bestialisch gefoltert wurden und unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. 4.000 Menschen kamen hier ums Leben.

    Heute ist das Gefängnis mit seinen Barracken, dem dichten Stacheldrahtzaun und den dunklen engen Zellen, ein Museum und der Eintritt ist kostenlos.
    Anhand menschlicher Figuren (ähnlich wie letztes Jahr im Kriegsrestemuseum in Ho Chi Minh City) und einiger Folterwerkzeuge werden hier die Folterungen an den Gefangenen sehr plastisch dargestellt. Die Szenerie wirkt sehr verstörend und real.

    Wir beobachten andere Besucher des Gefängnismuseums, wie sie sich lachend neben die Figuren stellen und posieren. Wir sind sprachlos und empört über ein solches Verhalten an einem Ort, der nur Leid und Tod hervorgebracht hat.

    In einem Gebäude direkt neben dem alten Gefängnis, sind noch einige Fotografien, Artefakte und Fundstücke von Gefangenen ausgestellt, die uns ebenfalls gehörig schlucken lassen. Zum Beispiel wurde in erst 2008 entdeckten Massengräbern menschliche Überreste gefunden, die Merkmale der bestialischen Folterungen aufwiesen.
    Es ist grausam, wozu Menschen fähig sein können!

    Wir verbringen hier gut anderthalb Stunden und hatten Glück ohne Menschenmassen das Gefängnismuseum zu besichtigen. Denn je später es wird, desto voller und heißer wird es. Ganze Reisebusse laden Touristen dort ab, ein paar von ihnen sogar mit kleinen Kindern. Wir sind erstaunt. Dieser Ort ist mit der verstörenden Szenerie und dem vielen Stacheldraht auf Kinderhöhe wirklich nichts für kleine Kinder.
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  • Inselrundfahrt

    5 Mart 2025, Vietnam ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach 5 Tagen wechseln wir die Unterkunft und ziehen in Dương Đông etwa 10km weiter südlich. Nun haben wir, für immer noch knapp 10€ die Nacht, nicht nur eine viel schönere Unterkunft mit sauberen Pool, eine endlich weichere Matratze, klein Moskau weiterhin um uns herum, sondern auch einen einigermaßen schönen Strand in fußläufiger Reichweite. Dort verbringen wir die meisten Tage und legen wie immer die Füße hoch.

    In etwa einer Stunde schafft man es auf der Insel mit dem Roller von Nord nach Süd, wir sind etwa in der Mitte, also ist alles gut erreichbar. Nun schauen wir uns natürlich auch den Süden an. An der südlichen Westküste bekommen wir eine Vorahnung, was uns ganz im Süden erwarten wird: Regelrechte Bettenburgen wurden hier direkt nebeneinander hingesetzt und zu einer Planstadt zusammengesetzt. Alle natürliche Vegetation an der Küste musste dafür weichen. Vermutlich hat Phu Quoc unter der Covid-Pandemie und dem ausbleibenden Tourismus stark gelitten, denn rund 80-90% der Bauten wurden nie ganz fertiggestellt und stehen heute wie eine Westernstadt da, an der es eine pompöse Fassade gibt, dahinter aber fast nur der Rohbau. Alles wirkt verlassen und runtergekommen, obwohl es noch nie ein Tourist in die Gebäude geschafft hat. Nur ein paar vereinzelte Hotels haben eröffnet und es wirkt absolut unwirklich. Der größte Unsinn ist aber, das auf der anderen Straßenseite immer noch neue Luxushotels gebaut werden, die dann vermutlich auch wieder leer stehen und mit der Zeit verfallen werden.

    Ganz im Süden trifft uns fast der Schlag. Hier ist man so weit gegangen, eine gesamte mediterrane Stadt nachzubilden.
    Es erinnert architektonisch an eine Mischung von Neapel, Venedig und Rom. Man findet eine Nachbildung des Kolloseums, auf künstliche Hügel und in enge Gassen gebaute Luxushotels und fährt über gepflasterte Straßen, untermalt mit entspannter Musik, die aus Lautsprechern dröhnt. Über eine Seilbahn kann man zu einer kleinen Nachbarinsel fahren, auf der sich ein kompletter Freizeitpark befindet.

    Täglich gibt es abends Feuerwerk und man ist eingeladen den Sonnenuntergang auf einem Instagram-geeignetem, künstlich angelegtem Steg zu fotografieren.

    Das mag für den ein oder anderen Pauschaltourist sicherlich schön sein, aber es hat einfach so überhaupt nichts mit Vietnam zu tun.

    Wirklich schade, was hier mit einer sicherlich mal schönen Insel passiert ist. Wir fühlen uns hier einfach nur unwohl und freuen uns auf das Festland Vietnams. Folglich konzentrieren wir uns für die verbleibende Zeit auf der Insel wieder mehr auf unseren kleinen Strand vor der Haustür.

    <<< Das Müllproblem: >>>
    Auch den in vielen Reiseführern als „schönsten“ Strand Vietnams gekrönten „Sao Beach“ an der Ostküste wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Tatsächlich ist der Sand sauber und das Wasser kristallblau und lädt zum Baden und Entspannen ein. Was man allerdings nicht machen sollte, ist wenige Meter über den Bereich weiterzugehen, an dem keine großen Hotels direkt am Strand sind. Denn dann steht man plötzlich mittendrin im Müll, und der stapelt sich hier tatsächlich bald meterhoch. Von Schuhen, Kinderspielzeug, Styroporverpackungen (von den Takeaway-Essensportionen) Kleidung und allem nur denkbaren Plastikteilen vermisst man eigentlich nur Plastikflaschen! Warum? Weil dort ein kleiner Pfand drauf ist. Alles andere landet am Strand, wird verbrannt oder auch nicht und geht schließlich ins Meer.
    In den Städten sieht es übrigens nicht viel besser aus. Sobald irgendwo ein Grundstück leer steht, wachsen dort die Müllberge und am Abend knistert es am Boden nur so vor lauter Kakerlaken, die sich neugierig durch die Müllmassen bewegen. Ein paar Meter weiter, dort wo zahlende Touristen unterkommen oder ein paar vietnamesische Dong ausgeben sollen, ist natürlich aufgeräumt…
    In den weitgehend touristenfreien Dörfern im Norden der Insel sah es übrigens leider nicht anders aus.
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  • Hà Nội

    11 Mart 2025, Vietnam ⋅ ☁️ 20 °C

    Hà Nội ist die Hauptstadt Vietnams und mit 8 Millionen Einwohnern alles andere als klein.

    Die Gassen sind fast zu jeder Tageszeit mit Fahrzeugen verstopft, es ist immer überall wahnsinnig hektisch und es geht für den durchschnittlichen Europäer im Straßenverkehr ungewohnt ungeregelt zu. Jeder fährt im Grunde wie er möchte und es wird unentwegt ständig gehupt.

    Wir als Fußgänger sind meist ebenfalls gezwungen auf der Straße zu gehen, da die Bürgersteige entweder von den Restaurants und Läden belegt, oder aber von wild durcheinander geparkten Motorrollern voll sind. Man muss ganz schön aufpassen, nicht angefahren zu werden. In Ho Chi Minh war alles etwas gesetzter, man hat mehr Rücksicht aufeinander genommen. Hier wirkt auf uns jeder gestresst und in ständiger Eile.

    Irgendwie ist auch alles immer ziemlich schmutzig. Die Vietnamesen kehren wie fast alle Asiaten zwar täglich vor der Haustür und den Geschäften, aber trotzdem müssen wir ganz schön aufpassen, wo wir hintreten. Auf den Bürgersteigen und Straßen scheint ein immerwährender Schmutzfilm zu liegen. Durch den starken Verkehr kommt noch Smog hinzu. Wir erinnern uns direkt an Neu-Delhi, was ebenfalls in einer ständigen Dunstwolke aus Abgasen und Feuerqualm hing. Auch hier wird täglich Müll verbrannt und oft sind Spaziergänge von einem unangenehmen Geruch nach verbrannten Plastik und sonstigem Allerlei begleitet.

    Das Wetter in Vietnams Norden ist mit nur 20 Grad recht kühl. Die Sonne lässt sich kaum blicken und so ist es den ganzen Tag bedeckt. Dennoch ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch, was dazu führt, das unsere Kleidung, einmal feucht, fast nicht trocknen will.
    Hier ist es tatsächlich schwül-kalt! Wir wussten bisher nicht, das es das überhaupt gibt.

    Unsere Unterkunft liegt recht zentral. Wir haben sie über AirBnB gefunden und bekommen für etwa 15€ die Nacht ein kleines Doppelzimmer mit eigenen Bad. Es ist eigentlich schön und modern eingerichtet, aber leider lässt die Sauberkeit stark zu wünschen übrig. Am Boden finden wir Haare der Vormieter, auf den meisten Oberflächen schmierige Reste und in den Ecken alte Schmutzränder auf den Fliesen.

    Wir beschweren uns, es wird von der Raumpflegerin noch einmal nachgewischt und sieht doch genauso schlimm aus wie vorher.
    Wir geben auf und machen es schließlich selbst. Der Rest wird halt in einer negativen Bewertung stehen. Zumindest das Bett und die Toilette waren sauber 😅

    Die Stadt erkunden wir zu Fuß und mit dem gut ausgebauten Netz an Bussen. Für knapp 0,50€ kommt man einmal quer durch die Stadt. Die Busse sind alt, einfach und werden von den Stadtbewohnern gut genutzt. Das Ein- und Aussteigen kann etwas abenteuerlich sein, denn der Busfahrer hält bei einer Haltestelle maximal 10 Sekunden lang. Da geht es dann schon mal sportlich zu.

    >>> Hoa Lo Gefängnis <<<

    Wir besuchen als erstes das Hoa Lo Gefängnis, einst von den Franzosen während der Kolonialzeit gegründet, wurden hier vor allem während des Vietnamkriegs amerikanische Kriegsgefangene untergebracht.

    >>> Mausoleum von Hồ Chí Minh <<<

    Um das Mausoleum des 1969 verstorbenen Hồ Chí Minh zu besuchen, müssen wir früh aufstehen. Hồ Chí Minh war vietnamesischer Revolutionär und marxistisch-leninistischer Politiker, Premierminister (1945–1955) und Präsident (1945–1969) der Demokratischen Republik Vietnam. 🇻🇳 Nach der Wiedervereinigung Vietnams wurde Saigon, die frühere Hauptstadt Südvietnams, 1976 ihm zu Ehren in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.

    Hồ Chí Minh ist für viele Vietnamesen ein Vorbild und Vaterfigur. Er wird auch etwas liebevoll Onkel-Ho genannt.
    Er verstarb 1969 und sein Leichnam wurde nach einer aufwendigen Balsamierung und Konservierung in einem hierfür gebauten Mausoleum aufgebahrt. Das Mausoleum ist heute öffentlich zugänglich.

    Wir müssen uns in den frühen Morgenstunden nach einem eingehenden Sicherheitsscan anstellen und etwa eine Stunde in der Schlange stehen. Um uns herum sind ausschließlich Vietnamesen. Dazu kommen etliche Busse mit unzähligen Schulkindern, für die wir als einzige Ausländer auf dem Gelände ein wahres Highlight sind. Immer wieder wird uns von den Kleinen zugewunken oder es werden mutig die paar Brocken Englisch ausprobiert, welche sie in der Schule gelernt haben.

    Die Schlange der Wartenden wird von Wärtern immer wieder strikt zur Ordnung gebracht. Neigt sich die Warteschlange zu sehr nach Links oder Rechts, so wird man recht schroff zurechtgewiesen oder auch mal etwas unsanft auf den richtigen Platz gedrückt. Für Onkel-Ho soll halt alles seine Ordnung haben. Viele Vietnamesen haben sich für diesen Anlass auch in besonders schöne Kleider gehüllt.

    Nach etwa einer Stunde sind wir dann an der Reihe. Im Mausoleum selbst darf nicht gefilmt werden und man darf bei der finalen Umrundung des gläsernen Sarkophags auch nicht stehenbleiben. Der Leichnam ist tatsächlich extrem gut konserviert und man hat den Eindruck, das er nur schläft. Nach knapp 30 Sekunden sind wir bereits wieder durch den Raum hindurch, Wärter achten aufmerksam darauf, dass jeder in Bewegung bleibt.

    <<< Old Quarter >>>
    In der Altstadt, dem „Old Quarter“ Ha Nois, lässt sich so manches altes Gebäude aus der Kolonialzeit finden. Im Grunde ist es aber heutzutage Anlaufstelle für Touristen aus aller Welt, insbesondere Rucksacktouristen, die hier in allerlei Hostels unterkommen und in Bars, Restaurants und Diskotheken Unterhaltung finden. Außer guten Angebot an leckeren Speisen können wir dem Ganzen aber nichts wirklich schönes abgewinnen. Es ist einfach zu touristisch und hat so gar nichts mit Vietnam zu tun. An jeder Ecke findet sich wieder ein Massagesalon oder eines der vielen kleinen Geschäfte, die garantiert originale Markenkleidung zu unglaublich günstigen Preisen anbieten. Eine „The North Face“ Jacke kostet hier rund 5€, muss einfach echt sein 😅. Aber die Leute kaufen sie wie wild.

    Gleich um die Ecke der Altstadt findet sich die Train-Street. Die schmale Gasse, voll von Geschäften und kleinen Cafés, führt in der Mitte Bahnschienen, wo mehrmals täglich die Bahn hindurch muss. Kommt eine Bahn, werden schell hektisch alle Markisen und Aushänger eingeklappt um dem herannahenden Zug Platz zu machen. Es ist wirklich alles knapp auf Kante genäht und der Zug passt so gerade eben durch die schmale Gasse hindurch. Er fährt natürlich langsam, aber es ist schon spektakulär anzusehen. Natürlich wollen das neben uns noch etwa 20.000 andere Touristen sehen und so ist es entsprechend voll 😅.
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  • Welt-Naturerbe: Halong Bucht

    15 Mart 2025, Vietnam ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach ein paar Tagen in Ha Noi verlassen wir die Hauptstadt Vietnams. Mit dem Bus geht es fast 150km Richtung Osten. Unser Ziel ist die Insel Cat Ba am Rande der Ha Long Bucht, einem UNSECO Weltnaturerbe.

    Die Insel ist die Größte in der gesamten Ha Long Bucht und somit ein perfekter Ausgangsort für Ausflüge.

    Der Bus bringt uns zunächst nach Hai Phong, einer Hafenstadt am Festland. Hier müssen wir umsteigen. Allerdings weder in einen anderen Bus, auf eine Fähre, noch in ein Speedboat, sondern in eine Seilbahn.
    Es ist die schnellste und schönste Möglichkeit die gerade mal nur 4km entfernte Insel Cat Ba zu erreichen und kostet 50.000 vietnamesische Dong/Person (1,80€).

    Die Aussicht bei der knapp 10 minütigen Fahrt ist atemberaubend und wäre bei klarer Sicht bestimmt noch spektakulärer. Kein Wunder, denn die Gondeln erreichen eine Höhe von 214m. Lara wird dabei schon ein bisschen mulmig und sie krallt sich an Arons Bein fest. Aber der Blick auf die dicht bewaldete Insel Cat Ba und ein paar kleinere Karst-Inseln drumherum, die im Nebel mystisch aus dem schwach smaragdgrün schimmernden Wasser ragen, ist eine unglaublich tolle Ablenkung.

    Nachdem wir mit geschulterten Rucksäcken aus der Gondel ausgestiegen sind, geht’s direkt mit einem kleinen Bus weiter. Über windende Küstenstraßen führt uns die Straße bergauf und -ab und bringt uns Cát Hải, der einzigen Stadt der Insel, näher.

    An unserer Unterkunft etwas außerhalb des Städtchens macht der Bus Halt und wir steigen aus. Wir werden freundlich von unserer Gastgeberin begrüßt. Sie spricht sehr gutes Englisch und beantwortet sehr enthusiastisch unsere Fragen. Unsere Unterkunft ist wieder sehr einfach und wir zahlen nur etwa 7,50€ die Nacht. Neben unserem kleinen Schlafzimmer ist das angrenzende Bad, was zur Hälfte aus einer natürlichen Felswand besteht. So spart man Wände 😅. Wir werden noch darauf hingewiesen, dass wir de Badezimmertür besser geschlossen halten um keinen Besuch vom „Wildlife“ zu bekommen. Tatsächlich schrecken wir in den nächsten Tagen eine fette Ratte 🐀 in unserer Nasszelle auf.

    Wir sind froh nun dem hektischen Alltag in Ha Noi zu entfliehen und freuen uns umso mehr auf ein paar Tage in der Natur, auch wenn die Wettervorhersage für Cat Ba eher durchwachsen ist. Egal, wir machen eben das Beste draus. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

    In den nächsten Tagen erleben wir dennoch ein merkwürdiges Wetter hier auf der Insel. Es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit bei einer Außentemperatur von 18-23 Grad. Es ist nicht wirklich warm und dennoch fühlt es sich schwül und kalt gleichzeitig an. Es ist schwer zu beschreiben. Wirklich alles im Zimmer ist permanent klamm, es riecht modrig und die Kleidung wird einfach nicht trocken und alles scheint zu kleben. Auch die Klimaanlage hilft nicht. Hoffentlich schimmelt nichts.

    >>> Mit dem Roller zum Nationalpark <<<

    Wir mieten uns für einen Tag einen Roller direkt an unserer Unterkunft und fahren hoch in die Berge zum Nationalpark, welcher einen Großteil der Insel abdeckt. Alles ist von dichtem Dschungel umgeben.
    Die regengeschwängerten Wolken und der Nebel hängen tief in den Bergen. Auch wenn die Sonne sich ab und zu mühsam durch die Wolken kämpft, fühlt sich alles klamm an.
    Wir lassen uns trotzdem nicht davon abbringen, wandern zu gehen. Der Eintritt zum Nationalpark von 120.000 Dong pro Person ist für unseren Geschmack ungewöhnlich teuer für das, was man bekommt, es beinhaltet aber neben der kurzen Wanderung auch den Besuch einer Höhle.
    Anfangs ist der Weg recht leicht und wir kommen schnell vorwärts, auch wenn es zwischendurch ein wenig rutschig wird. Am Ende des knapp zwei Kilometer langen Weges befindet sich ein kleiner Aussichtsturm auf dem Berg, von dem man eine schöne Aussicht in die umliegenden Täler und bewaldeten Berge hat. Leider sind hier wieder einige lautstarke Touristen zur gleichen Zeit hier, sodass wir es nicht genießen können und nicht lange bleiben.

    Wir gehen noch ein paar Meter weiter und finden etwas höher gelegen sogar einen anderen, ruhigeren Aussichtspunkt mit einem noch viel besseren Blick.

    Nach ein paar Minuten machen wir kehrt und entscheiden uns für einen anderen, schwereren Weg zurück, um den Menschenmassen zu entfliehen. Dieser Pfad ist nicht so gut gepflegt und führt uns sehr steil bergab. Wir müssen vorsichtig über kleine rutschige Felsen klettern, uns an Bäumen entlang hangeln und uns gut festhalten. Für uns aber kein Problem.

    Nachdem wir wieder heil an unserem Roller angekommen sind, fahren wir die Straße einfach mal Richtung Norden hoch, bis es nicht mehr weiter geht.
    Der kleine Roller kämpft sich mit uns durch die Berge, an kleinen verschlafenen Orten vorbei. Überall verteilt liegt viel Müll, was leider kein ungewohnter Anblick mehr für uns ist. Uns steigt der unverkennbare Geruch schmorenden Plastiks in die Nase, denn hier und da wird Müll am Straßenrand verbrannt.

    Auf unserem Rückweg machen wir noch Halt an der großen Trung Trang Tropfsteinhöhle.
    Hier sind 6000 Jahre alte Spuren von menschlicher Zivilisation gefunden worden und heute beherbergt sie angeblich unzählige Fledermäuse. Allerdings ist die Höhle leider nicht sehr spektakulär. Sie besticht zwar mit ihrer Länge von fast 300m, dennoch möchte beim Besichtigen einfach kein Abenteuerfeeling aufkommen. Der Weg durch die Höhle hindurch ist mit Beton geebnet worden, überall sind Scheinwerfer angebracht und alle paar Meter steht ein Plastikmülleimer am Wegesrand. Fledermäuse suchen wir hier vergebens. Die Stalagmiten und Stalaktiten sind zwar schön anzusehen, aber bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass einige Teile der Höhlenwände mit Mörtel geglättet wurden und viele Menschen sich einen Spaß daraus gemacht haben, ihren Namen in den Fels zu ritzen.

    >>> Tour in die Ha Long Bucht <<<

    Wir haben uns für eine ganztägige Tour in die berühmte Ha Long Bucht entschieden, denn nur so lässt sich eben das Weltnaturerbe aus nächster Nähe und vom Wasser aus betrachten. Heute ist es allerdings sehr diesig und kühl bei gerade mal 20 Grad. Zwischendurch regnet es ordentlich.
    Es geht früh morgens los, da ein Bus alle Touristen, die an der Tour teilnehmen, an ihren jeweiligen Unterkünften einsammelt und dann zum Hafen bringt. Im Bus bekommen wir Armbänder, damit wir zugeordnet werden können und unsere Gruppe im völlig mit Touristen überfüllten Hafen auch wiederfinden. Manch andere Touristen müssen sich Aufkleber im Brustbereich ihrer Shirts anbringen, wie würdevoll! Mal sehen wann die Touranbieter mit Kuhglocken oder Tattoos ankommen…

    Unsere Gruppe ist mit 20 Personen zum Glück relativ klein. Kurz darauf legt das Schiff ab und bahnt sich langsam seinen Weg durch das grünliche Wasser, vorbei an dicht bewachsenen Inseln. Wir kommen an einem schwimmenden Fischerdorf vorbei, wo Fische, Austern und Krebse gezüchtet werden.
    Die künstlich angelegten kleinen Becken und die zusammengezimmerten schwimmenden Häuser stehen dicht an dicht. Dazwischen schaukelt immer wieder viel Müll auf der Wasseroberfläche. Dieser stetige Anblick von Unrat im Wasser oder direkt an den Inseln hängend wird uns leider noch den ganzen Tag begleiten.

    Wir legen einen Zwischenstopp an einer kleinen Anlegestelle ein, um von dort aus mit dem Fahrrad ins Fischerdörfchen Viet Hai zu fahren. Was zunächst trotz einsetzenden Regens ganz angenehm zu werden scheint, entpuppt sich bei der Ankunft im Örtchen als absolute Touristenfalle. Dort reiht sich eine Verkaufshalle an die Nächste, in denen ein wenig zum Ort erzählt wird, um dann die Touristen in Verkaufsgespräche zu verwickeln. Angepriesen und verköstigt werden vietnamesischer Reiswein, der sehr scharf schmeckt (Aron hat nur ein Schlückchen probiert), sowie Honig, der gekauft werden kann. Anschließend dürfen die Touristen ihre nackten Füße für ein paar Minuten in trübes Wasser stecken, damit kleine Knabberfische daran nagen können.
    Wir lassen die Anderen mal machen, haben heute kein Interesse an Fußpilz und warten bis wir mit einem Golfcart wieder zurück zum Schiff gefahren werden.

    Wieder draußen auf dem Wasser, schippern wir weiter an den unterschiedlichsten Inselformationen vorbei. Allmählich lässt der Regen nach und die Inseln hüllen sich in Nebel. Es sieht einfach mystisch aus.

    Kurz vor dem Mittagessen dürfen die Wagemutigsten vom Schiff ins Wasser springen und ein paar Meter zu einem kleinen Strand schwimmen. Aron ist mutig genug und springt direkt vom Bug ins kühle Wasser. Das Wasser scheint sehr frisch zu sein, was man gut an Arons Gesichtsausdruck erkennen kann. Lara bleibt heute lieber im Trockenen.

    Nach einem wirklich leckeren Mittagessen an Bord fahren wir zur nächsten Anlegestelle.

    Hier klettern wir jeweils zu zweit in ein Kajak und rudern als Gruppe durch verschiedene Höhlen und Tunnel. Der Regen hat mittlerweile aufgehört und die Farbe des Wassers kommt langsam besser zur Geltung. In einer kleinen versteckten Lagune machen wir Halt und harren aus, um die Natur auf uns wirken zu lassen, solange noch keine anderen Touren die Ruhe stören. Die Lagune ist nur durch einen engen Tunnel zu erreichen und ist kegelförmig komplett von dicht bewachsenen Felsen gesäumt.

    Leider schwimmt auch hier mitten im Weltnaturerbe wahnsinnig viel Müll herum und verfängt sich an den herabhängenden Pflanzen der Inseln. Was für eine Umweltverschmutzung. Während wir zurück zum Anleger rudern, versuchen wir so viel Müll wie möglich aufzusammeln. Aber leider ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Auf unserem Rückweg zum Hafen schippern wir ein letztes Mal durch das grünlich schimmernde Wasser und vorbei an den dicht bewachsenen Karst-Inseln. Kurz bevor wir anlegen, können wir noch aus der Ferne einen Blick auf Monkey-Island werfen. Dort leben ca. 20 Makaken, die ihre natürliche Scheu verloren haben und Menschen gerne sehr nahe kommen und etwas stibitzen. Wir gehen nicht an Land, können aber vom Schiff aus die Affen am Strand beim Spielen beobachten.

    Wir freuen uns, dass sich die Tour, trotz der anfänglichen Touristenfalle, für uns im Großen und Ganzen gelohnt hat und fallen nach einem kleinen Abendessen nur noch müde ins Bett.

    Die übrigen Tage auf der Insel lassen wir es etwas ruhiger angehen und versuchen unsere Sachen so gut es geht zu trocknen. Zum Glück haben wir zumindest einen kleinen Fön in unserem Zimmer, der etwas hilft.

    Zu Fuß machen wir mehrere Ausflüge in die Stadt Cát Hải und finden ein paar schöne Buchten an der Küste. Das schöne Landschaftsbild wird allerdings von unzähligen Baustellen getrübt, denn an fast jeder Ecke werden neue Hotels, Restaurants und sogar komplett neue Landstriche erstellt.

    Direkt im Meer vor der Stadt werden derzeit einige Quadratkilometer Land aufgeschüttet, soviel zum UNESCO-Weltnaturerbe.

    In der Stadt gibt es viele kleine Restaurants. Zum ersten Mal finden wir hier auch Hund & Katze auf der Speisekarte, so wie offen zur Schau gestellt beim Schlachter am Straßenrand. Ein Anblick, an den wir uns irgendwie nicht wirklich gewöhnen können.
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  • Ab in den Süden ✈️ 🌴

    17 Mart 2025, Vietnam ⋅ 🌙 16 °C

    Die Woche an der kühlen und zu dieser Jahreszeit immernassen Halong Bucht zerrt so langsam an unserem Wohlbefinden.

    Deshalb geht die Reise von der Insel nun mit dem Speedboot 🚤 wieder an das Festland, von dort aus mit dem Bus in die 2 Stunden entfernte Hauptstadt Ha Noi.

    Hier haben wir noch etwa 3 Stunden Freizeit, die wir in der Altstadt verbringen. Wir freuen uns über Banh-Mi op la und Chay, Döner Kebap (gibt es hier auch mit Schwein) und Aron probiert mutig einen vietnamesischen Eier-Kaffee. Hier wird ein rohes Eigelb mit Zucker zu einem Schaum verquirlt und auf einen schön starken Kaffee gegeben. Zucker-Ei mit Koffein sozusagen. Kann man trinken 😎 Lara genehmigt sich einen Salz-Kaffee, auch erstaunlich lecker 😋.
    Es wird übrigens auch Eier-Bier angeboten - da haben wir lieber die Finger von gelassen 😂

    Am Nachmittag geht es zum Flughafen und in den Flieger nach Ho Chi Minh. Dort wird es knapp 25 Grad wärmer sein ☀️
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  • Ho Chi Minh

    23 Mart 2025, Vietnam ⋅ ☀️ 31 °C

    Ho Chi Minh - ehemals Saigon; irgendwie mögen wir es einfach :)

    Die Stadt im Süden Vietnams ist riesig, quirlig, voller Mopeds und Autos und doch kommt man auch als Fußgänger erstaunlich gut voran, ohne die ganze Zeit auf der Straße laufen zu müssen. Die Stadtplaner haben hier doch tatsächlich mal Bürgersteige mit eingeplant.

    Wir kommen in der selben Unterkunft wie 2024 unter, diesmal jedoch ein anderes Zimmer. Wir hatten uns damals so wohl gefühlt, diesmal ist es leider ein Reinfall. 🥸 Die Außenwand zur Straße ist nur eine französische, seitlich faltbare Metalltür, die nicht richtig mit der Wand abschließt. Unter Schalldämmung verstehen wir zumindest etwas anders. Zum Glück ist die Nebenstraße nachts ruhig, aber einfach jedes noch so kleine Geräusch schafft es ungefiltert ins Zimmer. Wir schaffen es in der Woche nicht einmal so richtig gut zu schlafen 💤.

    Bei 35 Grad tagsüber und 27 Grad nachts, müssen wir auch die Klimaanlage im Zimmer ununterbrochen laufen lassen, denn auch die Wärmeisolierung ist einfach nicht vorhanden, wenn man seine komplette Hand unter der geschlossenen Tür durchstecken kann. Positiv ist aber, dass wir unsere Kleidung auf dem Balkon nun endlich mal wieder richtig trocken bekommen :)

    Im der Umgebung kennen wir schon so einige Restaurants und gönnen uns nochmals die eine oder andere Leckerei. Eigentlich untypisch für uns, findet sich diesmal auch traditionelle italienische Pizza auf unserem Speiseplan. Die ist hier einfach zu lecker und in Asien selten zu finden 😋

    An den Ufern des „kênh Nhiêu Lộc - Thị Nghè“, einem 9km langen Kanal, der quer durch die Stadt fließt und in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft liegt, können wir fleißig Sport treiben und abseits der belebten Straßen etwas frische Luft schnappen.

    In der Stadt schauen wir uns noch ein paar Viertel an, die wir bisher noch nicht kannten. Darunter auch ein paar Plattenbauten aus den 60ern, die die Amerikaner errichtet haben und die heute einen großen Teil des ursprünglichen Ho Chi Minhs darstellen. In einem alten Gebäude entdecken wir sogar ein verstecktes Underground Kaufhaus 🏬

    Wir planen nun auch die nächsten Wochen etwas durch, denn wir werden Vietnam nun verlassen. Wir werden noch ungewohnt kurze Abstecher in 3 weiteren, angrenzenden asiatischen Ländern machen und danach einen längeren Flug nehmen. Mal sehen wo wir landen 🧐😅
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  • Flug nach Peking 🇨🇳

    24 Mart 2025, Çin ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Wecker klingelt viel zu früh um 3.30h und bereits um 5.00h sitzen wir schon im Taxi zum Flughafen Ho Chi Minhs. Das Taxi haben wir uns sicherheitshalber schon am Vorabend vorbestellt. Online Check in bietet Xiamen-Air leider nicht an, so müssen wir am Schalter anstehen. Aber wir haben ja genug Zeit eingeplant.

    Es geht nun nach China. 🇨🇳

    Der Flug geht zunächst 3 Stunden über Xiamen an der Ostküste Chinas, dann 3 Stunden später weiter nach Beijing/Peking.

    Bei Ankunft in Xiamen geht es zunächst zur Immigration und nach Fingerabdruck-Scans und diverser Fotos haben wir recht zügig unseren Einreisestempel im Reisepass 🪪

    Eine kleine Rundreise im Terminal bringt uns schließlich zum Domesticbereich und nach einem weiteren Securitycheck an unser neues Gate für den Flug nach Peking.

    Wir wurden vorher bereits darauf hingewiesen, das unser Aufgabegepäck in Xiamen noch einmal vom Zoll gecheckt wird und es sein könnte, dass wir dann bei Unklarheiten aufgerufen werden. Kurz vor dem Boarding werden wir im Wartebereich tatsächlich von einem Mitarbeiter des Bodenpersonals angesprochen. In Arons Gepäck haben wir wohl paar kleine Batterien vergessen, die nun netterweise kostenlos entsorgt wurden 🙄

    Der zweite Flug nach Peking dauert nochmal knapp 3 Stunden und bis auf ein paar Turbulenzen verläuft auch hier alles entspannt.

    Der Peking Daixing-Airport liegt rund 50km weit außerhalb der Stadt. Trotzdem zahlen wir für ein Taxi direkt zur Unterkunft nur knapp 15€. Mit der Bahn wären es etwa 12€ gewesen, die zusätzlichen 3€ gönnen wir uns heute einfach mal 😅

    Die Unterkunft ist nach einer Stunde Autofahrt dann auch schnell gefunden und wir bekommen ein kleines, aber schönes Zimmerchen, was vor allem sauber ist :)

    Es ist bereits dunkel und wir sind hundemüde. Im „Wu-Market“ um die Ecke besorgen wir uns noch schnell jeder eine Instantsuppe und freuen uns aufs Bett. 🛌
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  • Der Himmelstempel

    25 Mart 2025, Çin ⋅ ☁️ 19 °C

    In unserem kleinem Zimmer in Pekings Stadtteil Xicheng freuen wir uns vor allem über die gute Matratze 🛏️ und schlafen nach der anstrengenden Anreise vom Vortag ziemlich gut.

    Am nächsten Morgen wagen wir uns hinaus. Das Hotel liegt in einer Seitengasse, unweit einer stark befahrenen Straße, aber wir wundern uns wie ruhig alles ist. Tatsächlich sehen (und hören) wir deutlich mehr Elektroautos und Elektroroller auf den Straßen, als Verbrenner. Erstaunlich, welch Unterschied das für den empfundenen Lärmpegel macht. Wäre nun nicht mehr das notorische Hupen der Verkehrsteilnehmer…

    Unser Frühstück besteht heute praktischerweise aus einem Supermarkt-Sandwich, was wir uns für je knapp 9 Yuan, im 7/11 Convenience-Store besorgen (etwa 1.15€).
    Bargeld braucht man hier eigentlich nicht, denn an jeder Ecke lässt sich bargeldlos bezahlen. Hier müssen wir uns die App Ali-Pay installieren, bei der einfach eine Kreditkarte hinterlegt wird. Trotzdem mögen wir Bargeld, es ist ja auch immer ein bisschen etwas von der Geschichte des Landes und gehört einfach dazu.

    Wir gehen als erstes zu dem nahegelegenen Himmelstempel im südlichen Stadtzentrum, der von einer riesigen Parkanlage umgeben ist. Am Eingang müssen wir unseren Reisepass vorzeigen. Dies wird heute noch öfters der Fall sein. In China muss man als Tourist immer seinen Reisepass dabeihaben.

    Der Himmelstempel, oder auch „Halle der Ernteopfer“ diente den Kaisern der Ming und Qing-Dynastien, um jedes Jahr für eine gute Ernte zu betet. Er wurde 1406–20 in der Ming-Dynastie unter dem Kaiser Yongle erbaut.

    Auf dem Gelände finden sich noch zahlreiche weitere historische Gebäude und Stätten, wie den Palast der Abstinenz, der den Kaisern für die Fastentage im Vorfeld, zur Vorbereitung der Erntegebete diente.

    Südlich des Himmelstempels findet sich die Halle des Himmelsgewölbes, umgebend
    von der kreisrunden Echomauer. Die Halle ist mit der 360m langen Danbi-Brücke mit dem Himmelstempel verbunden.

    Auf der gesamten Anlage finden sich immer wieder uralte Bäume, teils noch aus der Ming-Dynastie. Schilder an den Bäumen weisen auf das jeweilige Alter hin. Wir finden einen Baum, der angeblich bereits 550 Jahre alt ist.
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  • Gesperrte Apps und Passkontrollen

    25 Mart 2025, Çin ⋅ ☁️ 18 °C

    Nach dem ersten Highlight am Himmelspalast gehen wir einfach noch etwas durch die Stadt.

    Es fällt auf, dass an vielen Straßenecken Kameras hängen und die Polizei überall präsent ist. Die Stadt ist sehr aufgeräumt und sauber, es finden sich überall Mülleimer und auch kostenlose, öffentliche Toiletten sucht man nicht lang. Die Toiletten selbst sind manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, da die Privatsphäre nicht immer gegeben ist. (Siehe Video 😬)

    Bei dem Zugang zu einer touristischen Fußgängerzone müssen wir wieder den Reisepass vorzeigen, ebenso etwas später beim Zugang zu einer Straßenunterführung, die auch als Eingang einer UBahn-Station dient. China weiß offenbar immer ganz genau wo wir uns grade hinbewegen. Soll uns egal und recht sein. Wir fühlen uns hier jedenfalls sehr sicher und die Landsleute und Polizisten sind sehr freundlich.

    Englisch spricht jedoch fast keiner und auch Beschriftungen sind meist nur in chinesischen Schriftzeichen. So nutzen wir oft unsere Übersetzungstools auf dem Smartphone, die auch das aktuelle Kamerabild übersetzen können. Sehr praktisch 👍 …wäre da nicht der Umstand, das viele Apps und Websiten in China gesperrt sind.

    Dazu gehören z.B. WhatsApp, alles von Google (z.B. Emails, Suchmaschine, auch der Übersetzer) und Facebook, Instagram sowie X (Twitter). Außerdem auch alle Nachrichten-Apps und Websites wie Tagesschau.

    Macht eigentlich aber auch nichts, denn wir bleiben tatsächlich nur eine Woche in China 😬 und es gibt ja auch Alternativen für alles.

    Eigentlich wollten wir heute auch noch auf den Platz des himmlischen Friedens, der Zugang ist aber über ein Online-Reservierungssystems geregelt und wir hätten uns einen Tag zuvor darum kümmern müssen.

    Am Checkpoint müssen wir also umdrehen und werden uns noch am selben Abend durch die komplizierte und nur auf chinesisch verfügbare App hindurchkämpfen, um für den nächsten Tag ein Ticket zu bekommen. Hierfür müssen wir uns noch den Messenger „WeChat“ herunterladen, da die Buchung nur darüber funktioniert. Mit 2 Handys, eines nur zum Übersetzen, bekommen wir schließlich unsere Tickets :)

    Auf dem Rückweg zum Hotel holen wir uns in einem kleinen Restaurant noch eine leckere Portion Nudeln. Scharf bedeutet in China übrigens wirklich SCHARF 🌶️! 🥵

    Nach dem Essen besuchen wir einen großen Park südlich unserer Unterkunft. Die Anlage ist schön gepflegt und von den Einheimischen gut genutzt. Hier wird Sport getrieben, musiziert und gesungen und wäre es etwas wärmer, würden auch die vielen Tretboote in dem zentralen See bestimmt mehr genutzt. Das Thermometer fällt bei Sonnenuntergang auf 15 Grad, für uns wieder ungewohnt kalt. Im Park gibt es viele „wilde“ Katzen und Eichhörnchen. Wenn wir etwas Freizeit haben, werden wir hier sicherlich eine Runde laufen gehen.

    Da wir müde sind, gehen wir noch in ein kleines Restaurant für ein leckeres Abendessen, puhlen diesmal die zahlreichen roten Chillistückchen besser heraus und gehen danach direkt ins Bett 💤
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  • Tian'anmen-Platz

    26 Mart 2025, Çin ⋅ ☀️ 12 °C

    Am Morgen sind es bloß 12 Grad und ein eisiger Wind weht durch die Gassen Pekings. Es ist ungewohnt kalt für uns. Aber kein Wunder, der Frühling steht grad erst in China vor der Tür und wir sind gegenüber Vietnam satte 3.000km weiter nördlich.

    Es geht heute zum Platz des himmlischen Friedens, dem Tian'anmen-Platz.

    Der Anmeldeprozess über die App We-Chat und das darin gut versteckte chinesischsprachige Mini-Programm war sehr nervig, aber es hat geklappt. Wir müssen nur vor 12 Uhr auf dem Platz sein, da unsere Anmeldung ausschließlich für den Vormittag gilt.

    Der Tian'anmen-Platz ist weltweit der größte Paradeplatz und bietet über 1 Mio. Menschen Platz. Besondere Bekanntheit erlangte der Platz durch die gewaltsame Niederstreckung der Proteste vom 04. Juni 1989. Ein jeder kennt das Bild eines mutigen Studentens, der einen Panzer aufhielt. Ein schwieriges Thema…

    Um überhaupt auf den Platz zu gelangen müssen wir an mehreren Checkpoints vorbei, unseren Reisepass vorzeigen, um dann vor dem letztlichen Security-Check noch einmal knapp 1.5 Stunden anzustehen. Eine Tortur…
    Die Schlange bewegt sich sehr langsam und gefühlt will heute halb Peking auf den Platz. Wir werden komplett gefilzt, durchleuchtet und gescannt und natürlich werden auch noch einmal die Personalien geprüft - Aber wir schaffen es :) 💪🏼

    Einmal auf dem Platz, bekommt man erst eine nähere Vorstellung der Dimension. Die Fläche misst fast 40 Hektar. Die umliegenden Gebäude sind eindrucksvoll und einfach nur riesig.

    Im Norden des Platzes liegt das Südtor der Verbotenen Stadt aus dem Jahre 1417. Das Tor wurde zum Symbol der Volksrepublik, nachdem Mao deren Gründung am 1. Oktober 1949 ausgerufen hatte. Rote Fahnen und ein Mao-Portrait unterstreichen seine Bedeutung.

    An der Ostseite des Tian'anmen-Platzes steht der Monumentalbau des Nationalmuseums.

    Südlich des Tian’anmen-Platzes liegt das Mao-Mausoleum, entstanden innerhalb eines Jahres nach dem Tod von Mao Zedong. In einem Kristallsarg liegt der einbalsamierte Leichnam Maos genau auf Pekings Zentralsachse.

    Im Westen des Tian'anmen-Platzes liegt das Parlamentsgebäude Chinas. Sein Äußeres ist altägyptisch inspiriert. Im Inneren bietet es Platz für 10.000 Personen.

    Das im Jahre 1952 erbaute Denkmal für die Helden des Volkes in der Mitte des Platzes ist das Nationaldenkmal der Volksrepublik. Es ist außerdem das größte Denkmal der chinesischen Geschichte. Das Denkmal soll an die Opfer der revolutionären Kämpfe des 19. und 20. Jahrhunderts in China erinnern.
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  • Great Chinese Wall - Chinesische Mauer

    27 Mart 2025, Çin ⋅ ☀️ 8 °C

    Heute Morgen stehen wir wieder mal zeitig auf, denn für uns steht die Besichtigung eines der größten von Menschenhand geschaffenen Bauwerke an: die chinesische Mauer in Mutianyu, einem Teilabschnitt ca. 70km außerhalb von Peking.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten um dorthin zu gelangen. Entweder auf eigene Faust mit öffentlichen Verkehrsmittels oder über eine gebuchte Tour. Wir haben uns diesmal für letzteres entschieden, da es einfach günstiger und stressfreier ist.

    Mit der U-Bahn fahren wir aber zunächst einmal quer durch die Stadt, um zum Treffpunkt der Tour zu kommen. Das U-Bahnsystem in Peking ist sehr komplex, aber wir haben nach ein paar Minuten den Dreh raus. Glücklicherweise sind die Ticketautomaten von Chinesisch auf Englisch umstellbar. 🙏

    Am Treffpunkt angekommen wartet eine junge Chinesin mit Wimpel in der Hand auf uns. Es wird wohl unsere erste Tour mit einem Wimpel an der Fahnenstange🙈🚩
    Wir müssen noch ein paar Minuten im kalten Wind warten, bevor wir in einen sauberen und warmen Bus einsteigen können. Es gibt ja immer jemanden, der es nicht ganz pünktlich schafft.

    In den knapp anderthalb Stunden Fahrt verlassen wir Peking Richtung Norden. Der schier unaufhörliche Verkehr wird immer weniger.

    Wir kommen an kleineren etwas ruhigeren Orten vorbei und langsam erstreckt sich eine riesige Bergkette vor uns in die Höhe. Dieser Anblick alleine ist schon unglaublich schön. Zwischendurch können wir hoch oben auf den Bergrücken Wachtürme mit Zinnen und manchmal sogar ganze Mauerabschnitte erkennen, die sich über und um die Felsen winden.

    Unser Tourguide beschreibt das Bauwerk so: „…die chinesische Mauer ist wie ein Drache, der sich durch das Land windet…“ eine schöne Beschreibung.

    Als wir in Mutianyu ankommen, finden sich alle noch kurz für ein paar Instruktionen im Visitorcenter des Touranbieters ein, bevor es dann endlich los geht. Vor uns liegen nun über 4 Stunden Freizeit an der chinesischen Mauer. Wir können losgelöst von den Anderen in unserem eigenen Tempo die Mauer erklimmen und erkunden. Wir bekommen auch keine Tickets ausgehändigt, sondern müssen nur bei jedem Eingang unseren Reisepass scannen lassen, da das Ticket damit verknüpft ist.

    Zuerst bringt uns ein Shuttlebus bis an den Fuß des Berges unterhalb der Mauer. Hier steigen wir in eine Seilbahn, die uns fast 300m nach oben zum 14. Wachturm bringt. Die Fahrt war leider sehr unspektakulär und für die kurze Distanz mit 100¥(12,77€)/Person viel zu teuer. Wir hätten hier mehr erwartet und im Nachhinein würden wir uns nicht mehr dazu entscheiden, sondern einfach die Treppen nehmen.

    Oben angekommen bahnen wir uns etwas ungeduldig einen Weg durch enge Durchgänge, die von Menschen verstopft sind, bis wir mitten auf der chinesischen Mauer stehen. Endlich!
    Das Gefühl hoch oben in den Bergen auf dieser alten Mauer zu stehen ist unbeschreiblich.

    Wir biegen links zur Westroute, dem schwierigeren Teil des Abschnitts, ab. Unser Ziel ist der in einem Kilometer entfernte 20. Wachturm. Die Strecke windet sich über den Bergkamm auf und ab und wird immer wieder von Wachtürmen unterbrochen. Hinter jeder Ecke entdecken wir immer wieder etwas Neues.

    Wir legen insgesamt 160 Höhenmeter zurück, wovon die letzten Meter zum 20. Wachturm nur über immer steiler werdende und unterschiedlich hohe Stufen zurückgelegt werden können. Die Steigung liegt bei fast 80 Grad. Das geht ganz schön in die Knie.

    Nach nicht mal einer Stunde kommen wir oben auf der kleinen Plattform des Wachturms an und alle Anstrengungen werden belohnt. Wir sind nun auf über 700 Höhenmetern.
    Der Blick auf die Mauer mit den umliegenden Bergen und Tälern ist sagenhaft. Wir haben einen perfekten Tag erwischt. Es ist mit 10 Grad recht kalt und ein paar eisige Böhen wehen uns um die Ohren, aber dennoch sind kaum Wolken am Himmel, die Sonne scheint und die Sicht ist klar. Wir können sogar das 70km entfernte Peking sehen.

    Wir machen uns auf den Weg zurück. Wir lassen die Seilbahn links (diesmal aber eigentlich rechts :)) liegen und gehen immer weiter zur Ostroute. Die chinesische Mauer sieht hinter jeder Biegung anders aus. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

    Zwischendurch finden wir sogar noch einen Geocache direkt an der Mauer.

    Kurz bevor wir am 1. Wachturm ankommen, wird es wieder sehr steil, wenn auch nicht ganz so heftig wie auf der Westroute. Dennoch legen wir wieder über 140 Höhenmeter zurück, was wir so langsam ziemlich in den Beinen spüren.
    Auch hier ist die Aussicht grandios. In der Ferne erkennen wir den 20. Wachturm.

    Leider können wir hier nicht mehr weiter gehen, da der Durchgang nach Osten zugemauert ist, wie übrigens auch jener auf der Westseite. Eigentlich sehr schade. Wir linsen durch das Fenstergewölbe hindurch und können nur noch verfallene Ruinen der Mauer erkennen, woraus Büsche und Bäume wachsen. Es sieht sehr abenteuerlich aus.

    Wer allerdings hoch oben ist, muss ja irgendwann auch wieder runter, denn unsere Zeit an der chinesischen Mauer neigt sich langsam dem Ende entgegen. Wir machen uns auf den Rückweg. Das bekommen unsere Beine nach insgesamt 752m Auf- und Abstieg und unzähligen Treppenstufen ganz gut zu spüren.
    So kommen wir nach fast 3,5 Stunden etwas gerädert wieder am Visitorcenter an und freuen uns über die kostenlose Verpflegung. Der heiße Tee wärmt uns richtig auf, bevor ein Bus uns wieder zurück nach Peking bringt.

    Die chinesische Mauer ist mit insgesamt über 21.000km Länge das größte von Menschenhand geschaffene Bauwerk der Welt und ist ca. 2300 Jahre alt. Sie zählt zu den neuen 7 Weltwundern.

    Über 1 Million Menschen haben daran gearbeitet. Die Mauer sicherte die Grenzen des chinesischen Reiches und diente der Verteidigung. Sie durchquert mehrere Provinzen Chinas und führt über Berge, durch Wüsten und Wälder hindurch. Es wurden die Baumaterialien verwendet, die es damals vor Ort gab. Ziegelsteine wurden erst ab dem 14. Jahrhundert verwendet.

    Wir haben heute gerade mal knapp 2,8km der gesamten Mauer gesehen und es lässt nur schwach erahnen, wie riesig sie wirklich ist.
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  • Verbotene Stadt

    28 Mart 2025, Çin ⋅ ☁️ 9 °C

    Heute geht es zur verbotenen Stadt. In dieser Palastanlage lebten bis zur Revolution 1912 die chinesischen Kaiser der Ming und Qing-Dynastien. Der dritte Kaiser der Ming Dynastie begann 1406 mit den Bau.

    Zeitweise sollen eine Million Sklaven und mehr als 100.000 Kunsthandwerker daran gebaut haben.

    Die Anlage hat einen rechtwinkligen Grundriss und ist den Prinzipien von Yin und Yang, sowie an der Pekinger Nord-Südachse ausgerichtet
    Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt, daher der Name „Verbotene Stadt“.

    Nach der Revolution dankte der letzte Kaiser 1912 ab. Er lebte nach seiner Abdankung mit seiner Familie noch eine Weile in den Kaiserpalästen. 1924 mussten sie schließlich die Verbotene Stadt verlassen und die Tore wurden für die Bevölkerung geöffnet.

    Wir haben leider keine Eintrittskarten mehr für die verbotene Stadt bekommen und genießen stattdessen aber den tollen Überblick über das Areal vom nördlich gelegenen Jingshan Park.

    Im Anschluss besuchen wir noch einen Hutong, eine der vielen kleinen Gassen Pekings, gefüllt mit viele kleinen Geschäften und Restaurants. Eine erste Peking-Ente „to-go“ darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Für den Beginn begnügen wir uns mit der kleinen Version in einem Wrap 🙂
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  • Peking Ente und andere Leckereien

    29 Mart 2025, Çin ⋅ ☀️ 9 °C

    Am letzten Tag in Peking wollen wir noch einmal richtig Peking-Ente essen gehen und suchen uns ein schönes Restaurant abseits der Touristengegend heraus. Wir werden nicht enttäuscht. Wir sind die einzigen Ausländer im Lokal.

    Für 190 Yuan, etwas mehr als 20€ für uns beide, ist der Tisch voll mit Tellern.

    Es werden getrennt knusprige Haut, reine Entenbrust und eine etwas fettigere Mischung aus beidem auf den Tellern angeboten. Dazu gibt es für unseren Geschmack etwas zu mehlige Brötchen, fein geschnittene Gemüsestreifen, verschiedene Sojasaucen und vor allem Weizenwraps.

    Man füllt nun die Weizenwraps mit der Ente und dem Gemüse, rollt sie zusammen und isst sie dann. So isst man Peking-Ente klassisch 🦆 🙂
    Kannten wir noch nicht.

    Nicht nur heute, sondern auch an den anderen Tagen frühstücken wir übrigens auch klassisch chinesisch. Neben diversen Suppen isst man gern „Jianbing“, das sind auf einem heißen Eisen ausgebackene Teigfladen, die nach herzenslust mit Salat, Ei und Fleisch belegt, bzw. befüllt werden und dann mit einem knusprigen Keks komplettiert, gefaltet serviert werden. (Siehe Video)

    Langsam fängt auf dieser Höhe China übrigens auch der Frühling an. Es ist immer noch kühl, aber an vielen Ecken der Stadt fangen nun die Kirschblüten an zu blühen, was die ganze Stadt in einem Rosa Farbton hüllt. 🌸

    China werden wir bald wieder verlassen, aber wir sind noch ein wenig in Asien unterwegs und es müsste eigentlich auch in den anderen Ländern bald soweit sein 😍
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  • Flug nach Seoul 🇰🇷

    31 Mart 2025, Çin ⋅ ☀️ 14 °C

    China hat uns wirklich positiv überrascht!
    Wir sind völlig ohne Erwartungen hergekommen und echt angetan von den freundlichen Menschen, sowie einer wirklich sehr modernen, sauberen und interessanten Stadt Peking. Man sieht deutlich mehr Elektroautos als Verbrenner, bei Rollern sind es sogar fast 100%, die elektrisch fahren. Dies wirkt sich vor allem beim Straßenlärm aus.

    An fast jeder Ecke kann man sich für kleines Geld an Automaten eine Powerbank für das Handy leihen.

    Der aus unserer Sicht etwas übertriebene Kontroll- und Sicherheitswahn der Regierung ist zu verschmerzen. Den Reisepass muss man halt immer dabei haben und gesperrte Apps für das Smartphone lassen sich mit einer Simkarte oder VPN recht leicht umgehen. Das wissen auch die Chinesen. Es geht ja aber auch mal ohne 🙂.

    Das Essen ist günstig und einfach nur köstlich.
    Einzig die Verständigung ist schwierig, aber mittels Übersetzungs-Apps in den Griff zu kriegen, sofern man sich nicht pantomimisch auszudrücken weiß 🤓 Die Chinesen selbst sind jedenfalls Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen und sehr hilfsbereit.

    Wir bleiben tatsächlich nur eine Woche in Peking und China 🇨🇳. Etwas ungewöhnlich für uns, aber wir sehen es diesmal als verlängerten Zwischenstopp zu unserem eigentlichen Ziel. Von diesen Zwischenstopps kommen nun übrigens noch zwei weitere 😉.

    Gelandet sind wir am südlichen Flughafen Daxing, der Weiterflug erfolgt aber morgens vom nordöstlich der Stadt gelegenen Flughafen PEK. Für die letzte Nacht suchen wir uns deshalb eine kleine Unterkunft in Flughafennähe, damit wir es frühmorgens nicht so stressig haben.

    Viel zu früh am Morgen, bei 1 Grad Außentemperatur, werden wir von einem modernen Elektrotaxi chinesischer Bauart abgeholt. Dies bestellen wir wieder über die Taxi-App „DiDi“. Auf einer kleinen Karte können wir sehen, wo das Taxi sich grad befindet. Sogar die Ampeln werden angezeigt und wie lange die aktuelle Rotphase noch in Sekunden dauern wird.

    Am Flughafen geht alles gewohnt zügig und ohne Probleme. Kurz darauf sitzen wir in einer Air China Maschine. Das nächste Ziel ist Seoul in (Süd-) Korea 🇰🇷
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  • Seoul

    31 Mart 2025, Güney Kore ⋅ ☁️ 6 °C

    Nach zwei Stunden landen wir am Gimpo International Airport in Seoul. Trotz ein paar kleinerer Turbulenzen im Landeanflug verlief alles problemlos.

    Mit geschultertem Rucksack und neuem Stempel im Reisepass machen wir uns auf den Weg zur U-Bahn, um uns Tickets zu kaufen.
    Zwar ist der Ticketautomat von Koreanisch auf Englisch umstellbar, trotzdem dauert es einige Minuten, bis wir verstanden haben, welche Linie wohin fährt.

    Das U-Bahnsystem in Seoul ist doch ein wenig komplizierter als in Peking oder Bangkok. Wir fahren nun für insgesamt 2,77€ recht günstig vom Flughafen bis in die Stadt.

    Unsere Unterkunft liegt ziemlich zentral und ist recht einfach, aber dafür sauber. Nachts kann es zur Zeit mit Temperaturen um 0 Grad noch empfindlich kalt werden, umso toller ist aber, dass wir eine Fussbodenheizung im Zimmer und eine Heizdecke im Bett haben.
    Es gibt nur eine unbemannte Rezeption. Für den Zugang ins Hotel und ins Zimmer, bekommen wir per E-Mail Zahlencodes für die Schlösser.

    Da es erst früher Nachmittag ist und wir uns noch über ein bisschen Bewegung freuen, machen wir, gleich nachdem wir unsere Rucksäcke im Zimmer abgestellt haben, eine kleine Erkundungstour durch Seoul.
    Die Stadt ist sehr sauber und aufgeräumt, wenn auch viel lauter als Peking. Das liegt daran, dass in Seoul wieder vermehrt Verbrenner, als Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.

    Die Koreaner sind allesamt unglaublich freundlich und offen. Manchmal werden wir überschwänglich auf Englisch begrüßt und manchmal nur schüchtern angelächelt.

    Wir entdecken einen großen quirligen Markt und schlendern einmal quer darüber. Hier gibt es scheinbar alles, von Schmuck, Haarspangen, Kleidung über Küchenutensilien aller Art, bis hin zu Merchandise verschiedenster K-Pop Bands (Koreanische Popmusik). Überall ist es bunt und zwischendurch riecht es lecker nach verschiedensten Speisen.

    Wir probieren als erstes Hotteok. Das sind in Öl ausgebackene koreanische Pfannkuchen, die unterschiedlich gefüllt sind. Wir probieren die klassische Füllung mit Zimt und Zucker. Sie sind noch heiß und schmecken bei der Kälte einfach nur herrlich. Aber auch Füllungen wie Käse oder Gemüse sind zu bekommen und schmecken fantastisch. Es kommt fast ein bisschen Weihnachtsmarktstimmung auf - und das Ende März!

    Auch wenn wir uns kaum vom Anblick der Kuriositäten mancher Stände losreißen können, beschließen wir uns auf den Rückweg zu machen. Es fängt langsam an zu dämmern und der Wind pfeift uns zwischendurch gehörig um die Ohren. Wir besorgen uns nur noch eine warme koreanische Nudelsuppe mit Fleisch und Gemüsetempura und einer ordentlichen Portion Kimchi zum Abendessen und freuen uns auf die kuschelige Heizdecke in unserem Bett.
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  • Palast, Stadtmauer und tolle Aussicht

    1 Nisan 2025, Güney Kore ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach einer relativ erholsamen Nacht, sind wir fit genug, um die Stadt weiter unsicher zu machen.

    Unser erstes Ziel ist der nicht weit entfernte Namsan-Park, auf dem der Seoul Tower steht.
    Er liegt mitten auf einem dieser Hügel, knapp 3km von unserer Unterkunft entfernt. In den nächsten Tagen werden wir herausfinden, dass Seoul insgesamt sehr hügelig ist und hinter jeder Straßenecke der nächste Anstieg lauert.

    Unser Weg führt uns durch Wohnviertel und durch enge immer steiler werdende Gassen hindurch. Alles ist sehr aufgeräumt und es liegt wenig Müll herum.

    Wir besorgen uns noch in einem Convinience Store ein leckeres koreanisches Frühstück: „Kimbap“ Das sind Sushi-ähnliche Rollen mit Reis und unterschiedlicher Füllung. Wir entscheiden uns für Thunfisch-Gemüse. Die Rollen sind bereits handlich vorgeschnitten und perfekt für zwischendurch. Lecker😋

    An einer Parkbank neben einem ersten Ausblick unterhalb des Parks machen wir kurz Halt. Den hier versteckten Geocache nehmen wir selbstverständlich noch mit.

    Oben angekommen sind wir ein wenig verschwitzt, denn wir haben mal gerade 260 Höhenmeter hinter uns gebracht. Genügend Übung haben wir ja.

    Die Aussicht von hier oben ist grandios und dank Sonnenschein sogar heute recht klar. Die Größe Seouls können wir dabei nur erahnen. Von hier oben sehen wir Hochhäuser, die von kleineren Gebäuden umsäumt sind und zwischendurch ragt immer mal wieder ein grüner Hügel heraus.

    Den Seoul Tower und auch die Seilbahn lassen wir allerdings links liegen und machen uns langsam wieder auf den Weg nach unten.
    Dabei kommen wir an Teilen der alten Stadtmauer (Hanyangdoseong) von 1396 vorbei. Erbaut wurde sie zu Beginn der Joseon Dynastie. Sie war über 18,6km lang und verband vier Berge zum Schutz der Hauptstadt. Auf dem Hügel finden sich auch noch Überreste des alten Signalfeuers, was zu Kommunikation mit den umliegenden Hügeln diente.

    Leider wurde ein Teil der Mauer durch das Japanische Kaiserreich im Jahre 1925 zerstört, um einen Tempel zu erbauen. Von ihm ist nun jedoch nur noch der Grundriss übrig. Dennoch sind heute noch insgesamt 13km der Stadtmauer erhalten und können besichtigt werden.

    Anschließend gehen wir weiter nordwärts Richtung Deoksugung Palast, einem von insgesamt vier Palästen in Seoul, die besichtigt werden können. Der Eintritt kostet gerade mal 1000 Won/Person, ca 0,62€.

    Das historische Palastgelände mit seinen restaurierten und teilweise rekonstruierten Gebäuden ist gut besucht. Die Hochhäuser der Stadt stehen direkt daneben und überragen alles. Hier umhüllt die Moderne buchstäblich die Geschichte.

    Der Deoksugung Palast wurde von 1592 bis 1897 von der Joseon Dynastie genutzt und war anschließend bis 1919 Sitz des Koreanischen Reiches. Es gibt einige Bauwerke zu sehen, jedoch sind die meisten leider nicht zugänglich. Wir haben aber die Möglichkeit einen Blick in den Thronsaal mit seinem wunderschönen Deckenverzierungen zu werfen und das Diplomatengebäude zu betreten.

    Für das Abendessen suchen wir uns wieder ein kleines Restaurant. Es gibt „Bibimbab“. Das ist allerlei Gemüse mit Reis - ein klassisches Resteessen in Korea, aber auch beliebt in Restaurants.
    Wir haben durch unsere Besuche in Vietnam und China mittlerweile schon sehr viel Übung beim Essen mit Essstäbchen. Aber die Stäbchen in Korea sind eine Hausnummer für sich!
    In Vietnam gibt es ganz normale Stäbchen aus Holz, nicht zu lang, nicht zu kurz.
    In China sind die Stäbchen aus Holz und sehr lang.
    Aber in Korea hat es wirklich in sich: die Stäbchen sind aus Metall und abgeflacht, was sich für Ungeübte schwer halten lässt und recht schnell zu verkrampften Händen führt. 😱
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  • K-Pop & Krieg

    4 Nisan 2025, Güney Kore ⋅ ⛅ 12 °C

    Es gibt in Seoul ein wichtiges Museum, was zugleich auch als Denkmal fungiert: das War Memorial of Korea.

    Es liegt nur knapp einen Kilometer von unserer Unterkunft entfernt und beinhaltet die komplette Geschichte Koreas von der Frühzeit bis heute. Das Gebäude ist unheimlich groß. Der Besuch ist kostenlos und für uns beide ein absolutes Muss.

    Im Museum sind auf drei Etagen viele Artefakte neben Kriegsmaschinerie aus dem Koreakrieg ausgestellt. Auf dem Außengelände befinden sich Flugzeuge, Panzer und Waffenabschussysteme. Sogar ein vollständiger B52-Bomber der USAF ist dort ausgestellt.

    Das Wachboot (PKM-357), welches Ende Juni 2002 im Einsatz zwischen Nord-und Südkorea in ein Gefecht kam, ist hier trocken gelegt. Damals verteidigte Südkorea seine Grenze als nordkoreanische Wachboote diese bewusst überschritten. In dem Gefecht sind auf beiden Seiten mehrere Menschen gestorben. Das südkoreanische Wachboot zeigt viele Einschusslöcher an der Flanke.

    Beim Betrachten bekommen wir schon ein beklemmendes Gefühl und alleine die Vorstellung, wofür die Maschinen genutzt werden stimmt uns mulmig. Kein Wunder, bei dem was zur Zeit alles in der Welt los ist.

    Alles ist sehr gut und detailliert beschrieben, was uns einen guten Einblick in den Koreakrieges verschafft. Uns wird bewusst, wie fragil der scheinbare Frieden wirklich ist, denn durch die immer noch anhaltenden Provokationen Nordkoreas, ist ein Krieg doch leider immer zum Greifen nahe. Die Grenze liegt nur etwa 60km nördlich von uns. Teilweise wirkt die Ausstellung im Museum aber auch etwas propagandamäßig. So werden die aktuellen Waffensysteme sehr detailliert beschrieben und viel über die geplante Aufrüstung erzählt. Dazu darf man auf an einer interaktiven Videowand in die Rolle eines Piloten schlüpfen und muss feindlichen Raketen ausweichen…

    Wir haben Schwierigkeiten mit unseren Apps wie Google Maps oder Organic Maps durch die Stadt zu navigieren, denn das GPS-Signal will nicht so richtig funktionieren. Es springt immer hin und her und es dauert gefühlt ewig, bis die Position stimmt.
    Wir finden heraus, dass hier seit November letzten Jahres vermehrt Störungen durch Nordkorea bei GPS-Signalen verursacht werden. Und das ist nur ein Beispiel der Provokationen Nordkoreas.

    Der Wunsch Südkoreas nach Frieden und Wiedervereinigung beider Länder ist deutlich spürbar. Und auch wenn dieses Land viel Leid und Tod in der Vergangenheit erfahren hat, ist das Lebensgefühl der Menschen unglaublich groß.

    Nach fast 3 Stunden im Museum ist unser Kopf ganz schön voll und wir brauchen ein wenig Abwechslung.

    Es geht mit der Bahn in den Stadtteil „Gangnam“. Den meisten ist wahrscheinlich das berühmte Lied „Gangnam Style“ von Psy aus dem Jahre 2012 ein Begriff, was hier auch mit ein paar Statuen stolz geehrt wird.

    Nach einigen Kilometern durch den quirligen Stadtteil machen wir uns auf den Weg zur nächsten Bahn, um zurückzufahren. Kurz bevor wir einsteigen, kommen wir noch an der K-Pop Street vorbei, dem koranischen Walk of Fame für die Stars der koreanischen Popmusik.

    Aber hier haben die Stars sich nicht mit Handabdruck oder einem goldenen Stern verewigt, sondern jeder Künstler hat eben seine eigene bunte lebensgroße Teddybärstatue gestaltet.

    Aber bevor ihr euch alle wundert: Nein, unser Musikgeschmack hat sich nicht verändert! Schriller und quietschig bunter K-Pop ist eben ein koreanisches Kulturgut und auch wenn wir der Musik nichts abgewinnen können, ist es dennoch ein Besuch wert.
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  • Flug nach Japan

    5 Nisan 2025, Koreastraße ⋅ 🌬 13 °C

    Nur eine Woche Korea, mehr gönnen wir uns nicht und müssen den Wecker für 2.30 Uhr morgens stellen, um den Flug um 7.00 Uhr zu erwischen. Der Airportshuttle-Bus fährt erst ab 4.30 Uhr, für uns leider zu spät, denn wir müssen zum Flughafen Incheon, der 50km außerhalb von Seoul liegt.

    So nehmen wir uns ein Taxi, welches wir über UBER bestellen. Die koreanische Taxi-App „Kakao“ will uns als Ausländer irgendwie nicht registrieren lassen - da hätten wir vermutlich ein paar Won sparen können. Schade.

    Wir sind jedenfalls rechtzeitig am Flughafen, gut so, denn es ist trotz der Frühe auch schon sehr belebt auf den Straßen.

    Unsere Maschine von Jeju Air startet pünktlich. 🛫
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  • Sprachlos in Hiroshima

    5 Nisan 2025, Japonya ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach nur 2 Stunden Flug landen wir auf dem japanischen Festland in Hiroshima. Die Einreise mit Checkpoint am Zoll geht schnell.
    Wir müssen ein paar Medikamente vorzeigen und sind schließlich im Land 🇯🇵.

    Der Flughafen liegt knapp 50km außerhalb, zur Stadt fahren aber regelmäßig Busse. Am Automaten lösen wir 2 Tickets für etwa 10€ pro Person.

    Am Bussteig werden wir direkt in ein Stückchen japanische Disziplin und Ordnung aufgenommen. Anhand der Beschriftungen am Boden erkennt man, wo die Warteschlange beginnt und in welcher Richtung man sich einzureihen hat. Jeder steht brav hinter dem Vorderen und es wird nicht gedrängelt.

    In Hiroshima steigen wir gegen 11.00h am zentralen Busbahnhof aus. Da wir erst ab 16.00h ins Hotel dürfen, nehmen wir uns für 800 Yen ein großes Schließfach, wo beide Rucksäcke gleichzeitig hineinpassen. Da wir kein Kleingeld haben, läuft Aron schnell in das nächste Geschäft und wechselt einen Schein. Man versteht Englisch in der Regel ganz gut :)

    Wir nutzen die Zeit bis zum Check-In und erkunden die Stadt zu Fuß.

    Wir haben direkt einen ersten Blick auf den Atomic Bomb Dome, ein Regierungsgebäude von 1915, welches bei dem Atombombenabwurf am 6. August 1945 zerstört und vollständig ausgebrannt ist. Die Grundstruktur ist jedoch noch vorhanden und es wird heute als Friedensdenkmal erhalten.
    Das Gebäude befindet sich nur 140m vom Bodennullpunkt, dem „Ground Zero“, also unmittelbar unterhalb des Detonationszentrums der ersten von Menschen in kriegerischer Absicht abgeworfenen Atombombe.

    Es bildet den Anfang des Friedensparks in Hiroshima. Zahlreiche Statuen, Gedenktafeln und Monumente erinnern im Friedenspark an die Katastrophe, welche auf einer der vielen Inseln gelegen sind, die das Stadtbild von Hiroshima bilden.

    Die US-amerikanische Bombe „Little boy“ detonierte damals in etwa 580m Höhe, erzeugte einen gigantischen Lichtblitz und entlud eine Sprengkraft von etwa 13 Kilotonnen TNT. Die dabei erzeugte Hitze von bis zu 4.000 Grad Celsius verbrannte Menschen und Gebäude in Sekunden. Es wurden 80 Prozent der Stadt sofort zerstört. Wer überlebte, leidete furchtbar und viele bekamen kurz darauf Symptome der Strahlenkrankheit und fanden dennoch den Tod. Es starben schätzungsweise 200.000 Menschen. Noch heute leiden Überlebende der Katastrophe.

    Einzig dem Umstand, dass die Bombe in einiger Höhe detoniert ist, verdankt man, dass die Strahlungswerte am Boden heute auf normalen Niveau sind.

    Ein beklemmendes Gefühl, heute hier bei bester Gesundheit über die Trümmer der Vergangenheit gehen zu können. Es starben so unglaublich viele Menschen. Wir sind sprachlos.

    Trotz der beklemmenden Atmosphäre ist die Stadt momentan aber in wunderschöne Kirschblüten gehüllt. An jeder Ecke blüht es prächtig in weiss, rot und rosa. 🌸 Da Wochenende ist, machen es sich die Japaner auf großen Decken am Flussufer bequem, treffen sich mit Familie und Freunden. Jeder bringt etwas zu Essen und Trinken mit und es wird zwischen all den Farbenspiel der Kirschblüten gegrillt.

    Nach einigen Stunden holen wir unsere großen Rucksäcke aus dem Schließfach und gehen den letzen Kilometer zu Fuß zum Hotel. Hiroshima ist sehr sauber, wirklich nirgends liegt Müll herum und selbst Rauchen ist in der Öffentlichkeit nicht erlaubt 🚫.

    Unser Zimmer im 4. Stock ist klein, aber modern und fast sauber. Leider war nur noch ein Stockbett frei. Lara war dran mit Bettaussuchen (doch, das ist ein echtes Wort!) und schläft oben.

    Bereits im Hausflur muss man übrigens seine Straßenschuhe ausziehen und in Hauspantoffeln schlüpfen, das ist überall in Japan so. In unserem Zimmer haben wir dann noch separate Zimmerpantoffeln, manchmal gibt es sogar noch separate nur für das Badezimmer. Wir werden mit kostenlosen Produkten nahezu überhäuft: Es gibt Einwegwaschlappen, Zahnbürsten, Kaffee, Tee und sogar Einwegrasierer und Kimonos 👘. Die Toilette ist weitgehend vollautomatisiert, empfängt einen mit einem vorgeheizten Sitz, macht auf Knopfdruck ablenkende Geräusche und versorgt einem nach erledigten Geschäft Vorne und Hinten mit einem wahlweise warmen, kalten, stärkeren oder schwächeren Wasserstrahl zur ordentlichen Reinigung der Privatzone 😬

    Am Abend gehen wir noch in ein kleines Eckrestaurant und genießen ein japanisches Rindercurry 😋 Die Sprachbarriere wird wie immer mittels Pantomime überbrückt.
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  • Kendō im Hiroshima Castle Park

    6 Nisan 2025, Japonya ⋅ ⛅ 17 °C

    Die Burg von Hiroshima liegt unweit des Friedensgedenkparks. Sie wurde um 1590 errichtet, aber durch den Atombombenabwurf 1945 vollständig zerstört. Heute steht ein detailgetreuer Nachbau des Hauptturms an ihrer Stelle. Auch die Zwingermauer und ein kleinerer Turm wurden neu errichtet und können besichtigt werden.

    Aufgrund des Kirschblütenfests sind heute viele Essensstände aufgebaut und laden zum schlemmen ein. Wir gönnen uns frische Eierwaffeln, die hier in kleiner Kugelform gebacken werden.

    Auf dem Innengelände der Burg finden heute außerdem Stockkämpfe statt. Wir meinen es müsste sich um „Kendō“ handeln. Verschiedene Altersklassen treten untereinander an und versuchen den Gegner in voller Rüstung mit einem langen Holzstock zu treffen. Dabei gehen sie nicht zimperlich vor und die Kämpfe werden von lauten Kampfschreien begleitet.

    Der Shukkei-en Garten ist ebenso alt wie die Burg Hiroshima, auch er wurde 1945 vollständig zerstört. Nur ein einziger Gingko-Baum überlebte damals. Im Wasser des zentralen Teichs schwimmen viele Koi-Karpfen und Schildkröten.

    Am sonnigen Nachmittag gehen wir noch auf den Hügel des Hijiama-Parks und genießen aus der Höhe einen Blick auf die Stadt.
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  • Peace Memorial Museum

    7 Nisan 2025, Japonya ⋅ ☁️ 17 °C

    Am Sonntag gehen wir in das Hiroshima Peace Memorial Museum. Sehr anschaulich sind hier die Geschehnisse und Folgen des 6. August 1945 dargestellt. Entsprechende Bilder ersparen wir euch lieber. Auch einige Objekte aus der Stadt sind hier konserviert, auf denen durch die Blitzdetonation der Atombombe, menschliche Schatten in Beton gebrannt wurden. Das kann man sich kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

    Was viele auch immer vergessen: Nur 3 Tage später wurde eine zweite Atombombe auf
    Nagasaki abgeworfen.

    Überall in der Stadt finden sich übrigens kleine Kraniche, in Origami-Falttechnik aus Papier. Besonders an den Gedenkstätten, aber auch in vielen Schaufenstern sind sie teils zu tausenden in allen erdenklichen Farben in langen Ketten zusammengefügt und schmücken so in Erinnerung an die Atombombe die Stadt.

    Neben den Schauplätzen aus dem zweiten Weltkrieg findet in Hiroshima aber ein ganz normaler japanischer Alltag statt. Die Stadt ist quirlig, bunt und es gibt an jeder Ecke etwas neues und skurriles zu entdecken. In den 3 Tagen wird es uns nicht langweilig.

    Auf einem tollen Kunsthandwerkermarkt gibt es Porzellan, Dekoratives und Buntes für die Küche. Wir finden tolle Essstäbchen, die mit ins Reisegepäck kommen.

    Besonders witzig sind die vielen Geschäfte mit den Drehautomaten, an denen man kleine Figuren, Schlüsselanhänger und andere Glücksbringer kaufen kann. Von dem Miniatur Bierbrau-Set bis Super Mario ist wirklich alles dabei. Manche dieser Geschäfte haben mehrere tausend solcher Automaten. Sie heißen hier „Gacha“. Daneben gibt es noch die bösen „Krangreifermaschinen“, bei denen man mit einem kleinen Kran versucht einen bestimmten Gegenstand aufzuheben, was eigentlich nie klappt… 😅

    Japan ist sowieso ein Land der Automaten, „jidohanbaiki“ genannt. Die Bekanntesten sind sicherlich die Getränkeautomaten, die wirklich an jeder Ecke stehen. Es gibt aber auch Automaten für Pizza, Ramen-Suppen, Anime-Figuren und auf dem Land sogar für 10kg Reis-Säcke. Da es in Japan so gut wie keinen Vandalismus gibt, werden die Automaten mit ruhigem Gewissen aufgestellt. Viele Automaten sind übrigens so programmiert, dass sie im Falle einer Katastrophe, wie z.B. einem starken Erdbeben, kostenlos Getränke ausgeben.

    Auch kulinarisch probieren wir uns in Hiroshima durch. Für das Frühstück und den Snack zwischendurch begnügen wir uns, wie bereits in Korea, mit einer 7-Eleven Filiale. Hier wird man mit allem versorgt.

    Für das Abendessen wollen wir aber noch eine regionale Spezialität kennenlernen: „Okonomiyaki“

    Das Angebot in Hiroshima ist groß, die Qualitätsunterschiede ebenso. Von Touristenbude bis Spitzenrestaurant ist alles dabei. An vielen Restaurants sieht man zur Abendzeit lange Warteschlangen. Wir suchen uns den vermeintlich Besten heraus und versuchen unser Glück. Wir sind eine halbe Stunde vor Eröffnung am Abend dort und vor uns warten bereits 3 andere Gäste.
    Da haben wir wohl Glück gehabt. Nach uns werden noch viele kommen und Pech haben.

    Als wir drinnen sind, setzen wir uns an den kleinen Ecktresen. Das winzige Restaurant hat nur 7 Sitzplätze aber hervorragende Bewertungen. Wenn einer aufstehen will, müssen andere es ebenso, um Platz zu machen. So eng ist es. Der Besitzer steht vor seinem Kochfeld in der Mitte, direkt hinter dem Tresen.

    Okonomiyaki sind Teigfladen, belegt mit Kohl, Fleisch oder Fisch, Frühlingszwiebeln, verschiedenen Saucen, einem Ei und einer kleinen abschließenden Schicht Teig.
    Die Zubereitung ist eine wahre Show und zieht sich über eine volle Stunde hin. Wir können dem Koch die ganze Zeit dabei zusehen. Draußen stehen sich derweil viele Gäste die Beine in den Bauch und schauen ab und zu durch die Tür. Insgesamt schafft das Restaurant am Abend nur 3 Runden, also bloß 21 Gäste. Da haben wir wirklich Glück gehabt 😅.

    Die Okonomiyaki werden schließlich auf einer heißen Metallplatte serviert, wobei der schmale Tresen an seine Grenzen kommt - aber man arrangiert sich. Gegessen wird mit einem Mini-Spatel, der die großen Fladen in kleine Stückchen zerteilt und zum Mund führt. Ein absolutes Geschmackserlebnis und sicherlich etwas, was wir Zuhause mal ausprobieren werden. Bezahlt haben wir am Ende mit Getränken gerade mal umgerechnet 20€.
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  • Mit dem Shinkansen 🚅 nach Tokyo

    8 Nisan 2025, Japonya ⋅ ☁️ 23 °C

    Zu Fuß geht es von unserem zentralen Hotel in Hiroshima zum 1km entfernten Bahnhof.

    Mit dem Shinkansen, Japans Hochgeschwindigkeitszug, 🚄 fahren wir heute weiter nach Tokyo. Für die Strecke von über 1.000km braucht der Zug trotz 7 Zwischenhalten gerade einmal 4 Stunden. Der moderne Zug beschleunigt dabei bis auf 320 km/h. In den Kurven neigt er sich zur Seite, damit man die G-Kräfte nicht so sehr merkt.

    Die Züge werden aufgrund ihrer Form auch Bullet-Trains genannt. Seit ihrer Einführung 1964 hat es noch nicht einen einzigen Zwischenfall mit Todesfolge gegeben. Bei einem stärkeren Erdbeben führen die Züge eine automatische Notbremsung aus.

    Der Zug, der „Nozomi 20“, fährt überpünktlich in Hiroshima ab und die Fahrt ist sehr angenehm. Im Inneren ist es sehr leise.

    Schaffner und Securitymitarbeiter patrouillieren regelmäßig. Beim Betreten und Verlassen jedes Waggons verbeugen sie sich jedesmal kurz gegenüber den Fahrgästen. 🙇🏼‍♂️

    Vor Abfahrt haben wir uns am Bahnhof jeder noch eine kleine „Ekiben-Box“ gekauft, eine japanische Snackbox. Unsere sind mit Reis, Gemüse und Huhn gefüllt. Es gibt sie auch mit Sushi oder Wagyo- und Koberind. Essstäbchen sind immer dabei.

    Kurz vor Tokyo bekommen wir noch einen tollen Blick auf den Mount Fuji. Der hat sogar sein eigenes Emoticon —> 🗻 <—
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