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Türkei 2026

Mehrere Wanderwege in der Türkei und zum Abschluss Istanbul Leggi altro
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    🇹🇷 Muratpaşa, Türkei

    Lykischer Weg - Tag 22: Geyikbayiri - Antalya

    Ieri, Turchia ⋅ ☀️ 27 °C

    23,5 km; 960 m aufwärts; 1.420 m abwärts
    Heute schreiben wir das erste Kapitel dieser Türkei-Reise zu Ende. Vom Bungalow laufen wie auf der Straße wieder zurück zum Trail. Endlich sehen wir die hübsche Landschaft, in die Geyikbayiri eingebettet ist. Überall erheben sich hübsche Felsriegel. Kein Wunder, dass dies hier ein Paradies für Kletterer ist. Sobald wir auf dem Trail sind, geht es entlang dieser Felsen nach oben. Der Weg ist relativ schwer zu finden, teils ist er schon richtig zugewachsen. Oben angekommen können wir in der Ferne schon Antalya und das Meer sehen.
    Der Weg zieht durch herrliche Landschaft, immer wieder kommen wir an schönen Felsen vorbei. Wir selbst laufen auf einem Felsplateau, das auf der einen Seite steil in einen Canyon abfällt. Von hier oben haben wie schon einen Blick zum Stausee, an dem wie in wenigen Kilometern vorbei laufen werden. Doch auch hier ist der Weg schlecht zu finden. Einmal falsch abgebogen, schon umqueren wir die Felsen auf der falschen Seite und müssen uns wieder den Weg zurück erkämpfen.
    Der Abstieg führt erst durch herrlichen Wald. Aber plötzlich stehen wir vor einer Fläche, die vor kurzem wohl erst gerodet wurde. Hier kommen wir nur mühsam voran. Überall liegen Äste oder Steine. Als wir dann mal gut voran kommen und denken, jetzt wird es einfacher, stehen wir kurz vor Doyran vor einem breiten Fluss. Wir entscheiden uns wieder für zwei Strategien: Hang barfuß und ich mit Schuhen durchs Wasser. Als wir uns der Stadt nähern, fällt uns ein großes Expefitionsmobil auf… mit Heidelberger Kennzeichen.
    Wir weichen kurz vom Trail ab und stärken uns am kleinen Einkaufsmarkt für den letzten Aufstieg. Dieser führt uns zwischen zwei Bergflanken entlang durch herrlichen Kiefernwald. Irgendwann ist auch dieser Anstieg zu Ende. Jetzt wird es leicht, denken wir. Getäuscht! Der Anfang führt angenehm hinab, doch plötzlich wies der Trail steil und führt senkrecht den Berg hinab von Stein zu Stein. Da ist Konzentration gefragt. Unten angekommen sehen wir die letzte Schildkröte, Nummer 21. Auf meinem GPS wird in der Entfernung angezeigt: „caution: read info Likya Yolu 14.03“. Keine Ahnung, vor was hier gewarnt wird. Als wir den Teil erreichen, ahnen wir, was der Grund gewesen sein könnte. Der Weg ist nicht markiert und es geht auf scharfkantigen Felsen und durch stacheliges Gebüsch weiter. Wenn hier einer fällt, ist der Spaß vorbei. Aber wir kommen unbeschadet durch. Auf dem Fahrweg angekommen warten Gräser auf uns, deren Grannen auch teilweise schmerzhaft durch die Schuhe in die Füße bohren. Man könnte meinen, der Trail will uns den Abschied leicht machen.
    Plötzlich stehen wir vor dem idyllischen Kapuz Canyon. Einheimische springen von oben ins Wasser und gerade paddelt jemand auf an SUP auf uns zu. Wir schauen auf die Uhr und sehen, dass der Bus um vier knapp werden könnte. Also ziehen wir die Siebenmeilenstiefel an und geben Gas. Aber was soll nicht zu einfach werden. Ein weiterer Fluss muss durchquert werden und der Originaltrail ist durch einen Zaun versperrt. Also gehen wir auf dem Fahrweg weiter. Pünktlich kommen wir an die Bushaltestelle. Aber der Bus kommt nicht. Wir rufen ein Taxi. Und was kommt gleichzeitig: der Bus und das Taxi. 😜 Zurück in Antalya lassen wir das erste Kapitel ausklingen. Wir kommen zur perfekten Zeit, morgen ist hier Feiertag zur Befreiung der Türkei durch Atatürk. Morgen Abend starten wir dann zu Kapitel 2 nach Kappadokien.
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  • Lykischer Weg - Tag 21: Hisarcandir - Geyikbayiri

    17 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 20 °C

    26,4 km; 1.390 m aufwärts; 1.980 m abwärts
    In der Nacht hatte es zwei mal leicht geregnet. Aber heute Morgen hat man davon nichts mehr gesehen. Allerdings hielten sich die Wolken noch in den umliegenden Bergen. Wir steigen von unserem idyllischen Örtchen ab nach Hisarcandir. Dort mussten wir dann mehrmals den Weg suchen, der kaum auffindbar war, sehr ärgerlich. Das verstärkt den Eindruck, dass dieser Abschnitt nur selten begangen wird. Aber die Bergkulisse ist mit ihren Felsen echt beeindruckend. Unser Abstieg geht weiter und weiter. Vorbei an der historischen Burg kommen wir hinunter zum Stauwerk des Flusses Candir.
    Da nur hinab auch langweilig wäre, beginnt hier der erste von zwei Aufstiegen heute. Und es geht gleich ordentlich nach oben. Sie müden Beine von gestern machen sich bemerkbar. Auch ne Flussüberquerung wartet gleich wieder, es besteht keine Möglichkeit, über Steine zu gehen. Wir beide entscheiden uns für verschiedene Strategien. Ich marschiere einfach durch, das habe ich ja in Neuseeland gelernt. Hang behält lieber trockene Schuhe. Es geht immer weiter aufwärts. Je höher wir kommen, desto mehr sehen wir von diesem herrlichen Tal. Aber es ziehen auch mehr Wolken auf, es könnte später noch regnen.
    Und tatsächlich zieht es bald komplett zu. Erst an den Ruinen von Tipella haben wir den vorläufig höchsten Punkt erreicht. Durch marsähnliche Landschaft wandern wir ins nächste Tal hinab. Nach einer kleinen Pause an einem Bach machen wir uns an den zweiten Aufstieg. So langsam reicht es uns mit den Höhenmetern. Doch die Steigung ist weniger steil als gestern, wir kommen gut voran. Als wir den Karabel-Pass endlich erreichen, befinden wir uns komplett in den Wolken. Die Bäume und die Wolken erzeugen im Zusammenspiel eine mystische Stimmung.
    Für uns heißt es jetzt nur noch Abstieg. Auf ungefähr der Hälfte kommen wir noch an den Ruinen von Trebenna vorbei. Leider bestehen zahlreiche Trails aus rutschigen einteiligen Steinen. Diese werden Hang zwei Mal zum Verhängnis: die Beine rutschen weg und sie landet auf dem Pops oder auf der Seite. Aber alles halb so schlimm. Kurz vor dem Ende beginnt es tatsächlich leicht zu tröpfeln. Am Fluss sitzen wieder türkische Familien und grillen. Wir hatten uns folgenden Plan zurecht gelegt: es gibt zahlreiche Campingplätze mit Restaurants. Gehen wir also dort was essen. Wir steuern den Platz unserer Wahl an: Geschlossen. Also zurück zu dem anderen. Es gibt kein Essen, Bungalows sind ausgebucht. Zelten haben wir jetzt auch keine Lust mehr. Da kommt eine hilfsbereite Türkin, die auch Englisch kann. Sie ruft für uns bei zwei Plätzen an. Der eine hat noch einen Bungalow. Ihr Mann holt sie gleich ab, sie nehmen uns gerne mit. Gesagt, getan. Sie lassen uns an der Straße raus, wir laufen zum Platz: leider vermieten sie nur ab mindestens zwei Nächten. Mist. Aber auch er ruft bei einem anderen Platz an. Bungalow für EINE Nacht und er hat ein Restaurant. Allerdings müssen wir da noch nen Kilometer marschieren. Aber jetzt mit vollem Magen ist alles wieder halb so schlimm. Sowas gehört zum Reisen einfach dazu.
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  • Lykischer Weg - Tag 20: Göynük - Hisarcandir

    16 maggio, Turchia ⋅ ☀️ 19 °C

    24,9 km; 1.750 m aufwärts; 790 m abwärts
    Was für eine entspannte Nacht. Allerdings ging einer der üblichen Wecker um 5:40, der Hahn in der Nachbarschaft. Nach dem Frühstück geht es noch kurz zum Bäcker und dann wieder zurück Richtung Canyon. Noch im Ort begegnen wir einem Igel. Die restlichen 4 Kilometer zum Canyon kennen wir ja schon von gestern und diese sind auch nicht wirklich spannend. Allerdings genießen wir die Ruhe im Vergleich zu gestern.
    Doch dann trennt sich der Weg und wir biegen ab in den Aufstieg zwischen den Bergen. Die nächsten Stunden laufen wir Meter um Meter nach oben. Viel sehen tun wir hierbei nicht. Zuerst bewegen wir uns an einem hübschen Bach entlang, doch diesen lassen wir bald hinter uns und marschieren durch hübschesten Nadelwald. Der Weg lässt sich gut gehen, es geht meist nicht zu steil aufwärts. Die Nadeln unter den Füßen federn unsere Schritte. Es riecht nach frischen Kiefern. Wir begegnen niemandem. Keine Ahnung, ob diese Etappe einfach wenig begangen wird. Am Rande können wir die Bergflanken erahnen. Nach den ersten 1.000 Höhenmetern flacht der Weg erst mal ab.
    Plötzlich steht ein fressendes Pferd vor uns. Es lässt sich nicht wirklich stören, macht kurz Platz und frisst einfach weiter. Dann ändert sich das Panorama, an den Berggipfeln vorbei können wir Antalya sehen. In zwei Tagen werden wir dort sein. Auch der Weg ändert sich. Die letzten 400 Höhenmeter zum Hidacik Pass gehen sehr steil nach oben. Je höher wir kommen, desto mehr sehen wir von Antalyas Küste und desto beeindruckender werden die Berge. Doch wir spüren die Beine vom langen Anstieg. Unsere Oberschenkel brennen bei jedem Schritt. Jetzt ist Willenskraft gefragt. Irgendwann erreichen wir den Pass. Das Panorama ist traumhaft und wir sind stolz, hier oben zu stehen.
    Es geht noch etwas weiter hinauf bis zu einer kleinen Siedlung. Ein alter Mann sitzt vor seinem Haus, welches auf meiner Karte mit Yusufs Café markiert war. Hang hat Hunger und wir schauen vorbei. Auf Türkisch begrüßt er uns, deutet an, dass wir uns setzen sollen. Ich verstehe, Ekmek (= Brot) und Cai (= Tee). Nach kurzer Zeit bringt er eine große Platte mit Orangen, Bohnensuppe, Salat und Brot. Wir freuen uns. Wir besprechen, dass wir zum Dank 1.000 Lira geben wollen. Aber Yusuf schreibt seine Rechnung auf: 1.800 Lira, fast 40€. 😳
    Gut gestärkt machen wir uns noch ein wenig auf den Weg. Jetzt geht es leicht abwärts Richtung Hisarcandir. Immer wieder erhasche ich Blicke auf die umwerfende Bergwelt um diesen Ort herum. Nach einem guten Stück kommen wir an einen schönen Bach und erblicken einen kleinen Pool. Eh ich mich versah, war Hang zur Abkühlung in diesem kleinen Becken. So motiviert geht es weiter. In ungefähr 5 km wollen wir unser Zelt aufschlagen. Der kleine Bach gräbt sich immer tiefer in eine Schlucht. In diese Schlucht steigen wir auch hinab. Und was sehen wir einen noch schöneren Pool mit hellblauem Wasser. Und der Bach plätschert so schön vor sich hin. Da können wir nicht anders und schlagen an dieser Stelle unser Zelt auf. Ratet mal, wo wir uns heute gewaschen haben!
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  • Lykischer Weg - Tag 19: Göynük Yaylasi - Göynük

    15 maggio, Turchia ⋅ ☀️ 22 °C

    18,7 km; 690 m aufwärts; 1.510 m abwärts
    Heute kam es etwas anders als geplant, aber wie sagt man: the trail provides. Er bietet einen genau das, was man gerade braucht. Aber der Reihe nach. Auf das Frühstück in der Unterkunft haben wir ja verzichtet, unser Plan war, im 1,5 km entfernten Campingplatz was zu essen. Nach einem kurzen Abstieg stand die erste Flussüberquerung an. Unser Hunger ließ uns zügig voran schreiten. Im Campingplatz angekommen, sagte uns der Besitzer, es gäbe nur Gözleme, türkische Pfannkuchen. Ok, gut, ich mag die. Als ich frage nach dem Essen frage, was es kostet, grübelt er kurz und tippt den Betrag in sein Handy. 1.000 Lira, umgerechnet 19 €. In so abgelegenen Dörfern nutzen sie schamlos aus, dass es keine Alternativen gibt.
    Schon von hier oben deutet sich der Göynük Canyon tief in die Berge einschneidend an. Auf schmalen Pfaden geht es 400 m tief in die Schlucht hinab. Auf beiden Seiten erheben sich schroffe Felswände. Der Fluss umfließt mal große, mal kleine Felsen. Wir springen von einem zum anderen. Bei größeren Lücken zwischen den Felsen helfen aus Ästen gezimmerte Brücken über die Wasserpools hinweg. In manchen dieser kleinen Becken schwimmen Fische. Wir fühlen uns hier so klein und wollen eigentlich gar nicht weiter.
    Doch leider ist ein größerer Felsbrocken, auch Berg genannt, im Weg. Auf 2,5 km müssen wir ca. 500 m nach oben steigen. Immer wieder haben wir schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Oben angekommen, wissen wir, dass wir fast die komplette Höhe in den Canyon wieder hinab müssen. Auf halber Höhe spricht uns ein Ukrainer an. Er kann kein Englisch, aber wir verstehen ungefähr, dass sie gestern in diesem Unwetter sehr nass wurden, dann seitdem hier zelten, um ihr Zeug zu trocknen. Ob wir Wasser für sie hätten. Ich gebe ihm unsere 1,5 Liter.
    Wieder unten am Grund des Canyons angekommen, beginnt der touristische Teil. Hier kann man Zip Line fahren etc. Das Wasser ist aber dennoch sehr schön. Und zwischendrin laufen Pfauen. Eigentlich wollten wir den Weg direkt hier fortsetzen, bis zum nächsten Sattel sind es 1.500 Höhenmeter Aufstieg. Allerdings haben wir keine Vorräte mehr und die nächsten 2 Tage gibt es nur Wasser. Deshalb wollten wir an einer 2 km entfernten Pension mit Markt einkaufen und wieder zurück kommen. Doch diese Pension gibt es nicht mehr. Heißt für uns, doch noch 2 km weiter in die Stadt Göynük zu laufen. Und damit entscheiden wir auch, heute einen eher kurzen Tag zu machen. Morgen sind es dann nur noch drei Tage bis nach Antalya. Dem Ende blicken wir mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge entgegen.
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  • Lykischer Weg - Tag 18: Pass - Göynük Yaylasi

    14 maggio, Turchia ⋅ 🌧 19 °C

    24,7 km; 860 m aufwärts; 1.760 m abwärts
    Kurz nach unserem Lager kommen wir am Abzweig zum Gipfel des Tahtali Dagi vorbei. Aber wir entscheiden uns gegen eine Besteigung. Die Bergpanoramen sind auch hier unten schon genial und wir meinen zu sehen, dass auf der gegenüberliegenden Seite des Berges sehr viele Wolken hängen. Der Abstieg vom Pass verläuft durch atemberaubende Landschaft. Man wähnt sich in anderen Regionen der Welt. Und tatsächlich: sobald wir auf die andere Seite des Berges gelangen, sehen wir eine geschlossene Wolkendecke, die Wolken wabern durch die Bäume. Wir haben uns also richtig entschieden.
    Überall plätschern kleine Bächlein, viel mehr als wir erwartet hätten. An einem der Bäche füllen wir unser Wasser, bevor wir unseren Abstieg fortsetzen. Zurückblickend bieten sich schöne Wolkenspiele. Der Abstieg zieht sich, ganze 1.000 Meter müssen wir hinab. Wir werden meistens vom Plätschern eines Baches begleitet. Dort begegnet uns auch Schildkröte 19. Wir erreichen die ersten Häuser von Yaylakuzdere. Mit einem sich zeigenden Hungergefühl steuern wir das uns bekannte Restaurant an und sehen das Schild: Closed. Mist! Voller Hoffnung begeben wir uns zum Camping Platz und bekommen dort erfreulicherweise ein leckeres Mittagessen.
    Wir starten die nächste offizielle Etappe, die wir heute auch noch gerne beenden würden. Meistens über Forstwege wandern wir nach Gedelme. Der Wald hier oben sieht nicht ganz so gesund aus, größere Flächen sind kahl. In Gedelme kommen wir an einer alten Burgruine vorbei und sind begeistert von riesigen Platanen. Eine davon ist mehr als 2.000 Jahre alt. Im kleinen Markt gönnen wir uns eine Cola und Orangen. Kaum gehen wir weiter hören wir Gewittergrollen. Gerade rechtzeitig entscheiden wir uns zur Umkehr, um uns im Markt unterzustellen. Da kommen wir an einem Haus im Bau vorbei. Der Bauarbeiter Lütfe bittet uns zum Unterstellen in die unterste Etage. Kaum sind wir da, schüttet es für 30 Minuten richtig heftig.
    Nach dem Regen dampft die ganze Natur, wir laufen gefühlt in einem Dampfbad. Dazu passend geht es nach dem Ort gleich wieder nach oben. Als ob dies nicht genug ist, streifen wir von allen Büschen das Wasser ab. Oben angekommen bin ich patschnass. Mittlerweile laufen wir wieder in den Wolken. Doch bevor wir Göynük Yaylasi erreichen, kommt wieder die Sonne raus. Im Wald sind teilweise zahlreiche Wände abgerutscht, da wurde viel mit Maschinen gearbeitet. Sobald wir aus dem Wald treten, haben wir herrliche Panoramen. Das letzte Stück vor dem Zielort wandern wir durch eine schöne Felsenlandschaft. Nach 2 Nächten im Zelt, übernachten wir in der einzigen Herberge im Ort. Da aber das Essen in den Rezensionen zerrissen wurde, nehmen wir nur die Übernachtung und weichen auf Instant Nudeln aus.
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  • Lykischer Weg - Tag 17: Zum Tahtali Pass

    13 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 14 °C

    19,93 km; 1.874 m aufwärts; 457 m abwärts
    Gestern Abend saßen wir noch in illustrer Runde an den ewigen Flammen und unterhielten uns über den Sinn des Reisens. Vera und Thomas verbringen seit letztem Sommer ein Sabbatical und hatten so einiges zu erzählen. Am Morgen verabschieden wir uns, aber wir werden uns sicherlich nach unserer Rückkehr nochmals treffen.
    Gleich zu Beginn steigen wir fleißig ab. Von Josephine haben wir erfahren, dass wir einen Fluss queren müssen. Von Ufer zu Ufer ist ein Seil gespannt, das uns ein wenig Halt gibt. Nach 2 km kommen wir nach Ulupinar und frühstücken erst mal lecker. Ulupinar ist für seine Forellenrestaurants bekannt. So schwimmen unter unseren Tischen die Forellen, die bald von Gästen verspeist werden. Schon von hier sehen wir unser wahrscheinliches Ziel des Tages, den Pass unterhalb des Tahtali Dagi. Der Berg ist eine richtige Schönheit.
    Von Ulupinar nach Beycik passiert nicht viel, wir haben immer den Gipfel im Blick. Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird der Blick zurück ins Tal. Inzwischen haben wir unsere 18. Schildkröte gesehen. In Beycik angekommen, steuern wir den kleinen Shop ab und erfrischen uns an ner süßen Limo. Nach den 800 Höhenmetern bis hier, warten nochmal 1.000 auf uns, aber das wollen wir packen. Erstes Etappenziel ist das letzte Café vor dem finalen Aufstieg. Dort kehren wir noch mal richtig ein, damit wir was Gescheites im Magen haben. Allerdings muss ich mein Essen gegen die diebischen Katzen verteidigen.
    Gut gestärkt wartet der letzte Teil auf uns: 700 Meter auf etwas mehr als 2 Kilometer. Aber Schritt für Schritt, Meter um Meter erklimmen wir den Berg. Mittlerweile ist es etwas zugezogen, die Wolken ziehen durch die Bäume. Der Wald ist wunderschön, teilweise stehen hier mächtige Exemplare. Irgendwann nähern wir uns dem Pass und in einer Senke wartet der perfekte Spot auf uns. Als wir ankommen, rastet gerade noch eine russische Wandergruppe, die aber erfreulicherweise weiter gehen will. Wir haben den Platz alleine für uns. Morgen früh entscheiden wir, ob wir den Gipfel des Tahtali Dagi noch einbauen oder ihn liegen lassen. Er soll sehr stark kommerziell vermarktet sein und eine Seilbahn führt von der anderen Seite nach oben, was den Reiz für uns etwas reduziert.
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  • Lykischer Weg - Tag 16: Adrasan - Cirali

    12 maggio, Turchia ⋅ ☀️ 21 °C

    21,3 km; 1.260 m aufwärts; 930 m abwärts
    Das Frühstück war heute Morgen überraschend gut. Es wurde in Büffetform serviert, so konnten wir uns richtig satt essen. Dementsprechend gut gelaunt starten wir auf den Weg. Gleich zu Beginn wartet die erste Herausforderung: wir müssen einen Fluss furten. Auf großen Steinen sollten wir trocken drüber kommen. Hang kommt bis zu Stein 4 und zack rutscht sie aus und landet im Wasser. Ungewollte Erfrischung.
    Der Weg beginnt flach und wir haben immer wieder Ausblicke über das grüne Tal mit den Bergen im Hintergrund. Wir wechseln an einen Bach und folgen seinem Plätschern ein gutes Stück. Plötzlich stehen wir vor einem Felsen, durch den nur ein kleiner Durchgang hindurch führt. Gut, dass wir die letzten Wochen angenommen haben. Durch hübschen Wald geht es leicht bergauf weiter. Als der Weg eine 90 Grad Biegung Richtung Berg. Auf der Karte sehe ich: jetzt wird es ernst. Wir wandern ein schönes Tal hinein, immer gut bergan. Aber es geht besser voran als gedacht, der Weg lässt sich einfach gehen. Oben angekommen, haben wir mehrere geniale Panoramen hinab in die Ebene.
    Am Pass auf knapp 700 Metern machen wir kurz Pause und anschließend an den Abstieg. Der schmale, holprige Pfad schlägt Haken wie ein Kaninchen auf der Flucht. Rechts, links, rechts, links. Das geht immer so weiter. Wir haben nicht das Gefühl, voran zu kommen. Aber der Wald ist ein Traum. Scheinbar hat es hier vor einiger Zeit mal gebrannt, mittlerweile ist aber alles dicht zugewuchert. Kurz vor dem Ende des Abstiegs kommen immer mehr hübsche Bergflanken in den Blick. Sie kündigen das Tal an. Wenig später stehen wir vor den Ruinen von Olympos. Die ursprüngliche Wegführung ist nicht mehr möglich. Somit erkundigen wir zuerst die Ruinen auf unserer Seite des Flusses. An geeigneter Stelle queren wir den Fluss und stehen mitten in den Ruinen. Wir nehmen uns die Zeit, in Ruhe die Ruinen zu erkunden. Der Name Olympos leitet sich von dem Berg ab, an dessen Fuß die Stadt einst lag. Heute heißt der Berg Tahtali Dagi, den wir evtl. in den kommenden Tagen spontan besteigen werden.
    Die Ruinen grenzen direkt an den langen Strand von Cirali. Wir nutzen die Chance und verwöhnen unsere Mägen mit einem reichlichen Mittagessen. Heute war Markt in Cirali. Als wir so darüber schlendern, können wir bei den Wassermelonen nicht widerstehen und kaufen uns noch ein großes Stück. Andere beenden hier die Etappe, wir haben aber ein anderes Ziel: die ewigen Flammen in 5 km Entfernung. Hier tritt ein Gasgemisch aus dem Berg aus, welches an der Luft Feuer fängt. Am Tag ist dieses Naturgeschehen schon schön. Wir wollen sie aber heute Abend bei Dunkelheit sehen. Deswegen steigen wir auf den dahinter liegenden Grat auf und errichten dort unser Lager. Beim Anstieg begegnen wir einer Wanderführerin, die sich freut, dass wir den kompletten Weg gehen wollen. Sie besteht auf einen Selfie mit uns. Als wir oben ankommen, wartet schon eine andere deutsche Wandererin. Sie spricht uns an und kennt meine Wanderberichte von Komoot. So schließt sich ein Kreis.
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  • Lykischer Weg - Tag 15: Karaöz - Adrasan

    11 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 20 °C

    22,9 km; 1.090 m aufwärts; 1.100 m abwärts
    Wir haben uns sehr gefreut, als gestern dann unsere Grillnachbarn endlich gegangen sind. Doch wenige Minuten später kamen dann plötzlich aus dem Nichts fünf Autos und haben laut Musik gehört und geraucht. Doch eine halbe Stunde später war auch das überstanden. Am Morgen war die Stille über dem Meer einfach genial. Hang hat gleich mal die Chance genutzt, ein wenig Yoga zu machen.
    Der Weg führt zu Beginn durch den herrlichen Kiefernwald weiter. Die Ausblicke zurück nach Karaöz sind wunderschön. Wir kommen an einem kleinen Campingplatz vorbei und gelangen schließlich zur idyllischen Pirate Bay. Gut, dass wir gestern nicht bis hierher gewandert sind, es stehen schon einige Zelte da. Hang lässt es sich nicht nehmen, im klaren Wasser eine kleine Erfrischung zu nehmen. Außerdem beobachten wir ein Eichhörnchen beim Essen. Am Strand kommt kurz ein wild streunender Hund zu uns, der uns dann erstmal ein paar Meter begleitet.
    An der Pirate Bay gibt es zahlreiche Campingplätze. Unvorstellbar, wie es hier ist, wenn die im Sommer voll sind. An einem kehren wir zum Frühstück ein, Toast und Menemen… wer das nicht kennt, muss es mal testen, genial. Plötzlich steht Rohan wieder vor uns, haben ihn schon einige Tage nicht mehr gesehen. Kaum verlassen wir den Platz, begleitet uns der Hund. Wir denken, nach ein paar Metern ist der wieder weg. Wir sollten uns täuschen. An zahlreichen Buchten vorbei steigen wir langsam auf zum Gelidonya Leuchtturm.
    Danach zieht der Weg an, es geht in der Hitze steil bergauf und wer kommt mit? Der Hund. Machmal ist er nicht mehr zu sehen, liegt aber plötzlich nach einer halben Stunde wieder an einer Stelle vor uns. Der Blick von oben über Leuchtturm und die vorgelagerten kleinen Inseln ist ein beliebtes Motiv. Oben angekommen reicht der Blick weit die Küste entlang. Der Weg fällt wieder hinab gen Küste, bevor es später noch einmal steil hinauf geht. Ich schwitze wie ein 🐷.
    Beim Aufstieg dringt super laute Musik zu uns. Woher sie kommt? Von einem Partyschiff, welches eine Bucht unter uns ansteuert. Genau unser Ding. Irgendwann kommen wir oben am Pass an und wer liegt da? Unser Hund. Allerdings bleibt er da erst mal bei anderen Wanderern, die ihn mit Wasser versorgen. Wir müssen jetzt nur noch nach Adrasan absteigen. Am Ortseingang machen wir unsere Unterkunft klar. Der Ort wirkt irgendwie noch nicht bereit, überall wird gebaut und renoviert für die Touristen im Sommer. Am Strand stehen mindestens 20 Boote, die die Touristen dann zu irgendwelchen Inseln fahren.
    Wir freuen uns auf die warme Dusche. Später im Restaurant stellen wir fest, dass wir nur noch schwer satt zu bekommen sind. Deshalb steuern wir danach noch den Supermarkt an, um unser Kaloriendefizit zu reduzieren. Ob wir den Hund morgen noch mal sehen?
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  • Lykischer Weg - Tag 14: Finike - Karaöz

    10 maggio, Turchia ⋅ 🌙 19 °C

    31,7 km; 520 m aufwärts; 490 m abwärts
    Gestern Nachmittag haben wir uns noch gemütlich Finike angesehen. Ein schöner Ort. Als wir auf dem Weg zum Abendessen waren, sind wir von Muammer in perfektem Englisch angesprochen worden. Es wurde ein spannendes Gespräch und er lud uns zu Tee in seinem Shop ein. Aus einem wurden mehrere Tee, es kam noch sein deutscher Freund Roland dazu und am Ende haben wir für Hang noch ein schönes Armband gekauft. Außerdem haben wir gelernt, dass die gelben Früchte, die wir immer essen, Mispeln sind, auf Türkisch Mushmula. Zum Abschied haben wir dann von Roland noch ein Mohnbrot geschenkt bekommen, verdammt lecker. Spät abends war dann Party in der Stadt, da Galatasaray die Meisterschaft gewonnen hat.
    Der heutige Tag wird scheinbar von vielen übersprungen, da es die meiste Zeit am Strand und auf Straße entlang geht. Für mich waren die Kilometer am Strand eine Erinnerung an Neuseeland. Dort bin ich nicht nur einmal ein großes Stück am Strand entlang gelaufen. Leider gab es keine Muscheln zu entdecken. Wir bevorzugten das Laufen auf dem Strand gegenüber der Straße, später mussten wir aber ein langes Stück direkt an der zweispurigen Straße gehen, das war zermürbend.
    Bei Kumluca verlassen wir diese Straße und wandern dann wieder entlang von riesigen Gewächshäusern. Wir kommen an Melonen, Auberginen, Paprika und Tomaten vorbei. An einen kleinen Markt machen wir Pause und essen das Mohnbrot. Der Nachbar kommt mit dem Roller und lädt uns in sein Gewächshaus ein und schenkt uns mehrere Paprika. Kurz darauf wechseln wir in einen schönen Kiefernwald. Wir erinnern uns, dass Sonntag ist, hier treffen sich und grillen viele türkische Familien. Vom Wald geht es noch mal ein Stück an den Strand. Jetzt sind wir den Bergen, die heute Morgen noch in weiter Ferne waren, ziemlich nah.
    Den restlichen Weg wandern wir zwar wieder auf Straße, aber die Ausblicke auf das türkisblaue Meer und die hübschen Felsen b sind genial und wir freuen uns auf die kommenden Tage. Kurz vor unserem Ziel führt der Weg noch an zwei Buchten entlang. Hier ist zwar einiges los, aber an einen kleinen Teil sind wir alleine und springen kurz zur Erfrischung ins Wasser. Leider sehen wir dabei auch, dass ganz viele minikleine Plastikstücke im Wasser schwimmen. In den Waldstücken am Strand ist kein Platz unbelegt, hier wird überall gegrillt. Am Zielort angekommen stärken wir uns noch im Restaurant. Anschließend wandern wir dann aber noch in einen Kiefernwald weiter, wo wie das Zelt aufschlagen. Leider müssen wir uns den Platz zu Beginn auch mit grillenden Einheimischen teilen. Aber dennoch einer der schönsten Spots bisher.
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  • Lykischer Weg - Tag 13: nach Finike

    9 maggio, Turchia ⋅ ☀️ 25 °C

    18,4 km; 240 m aufwärts; 1.830 m abwärts

    Es gibt nichts Schöneres, als morgens in der frischen Luft vor dem Zelt zu sitzen und in Ruhe das Müsli mit Wasser zu löffeln. Da macht es auch nichts, wenn es keine Milch gibt. Von den 8 Litern gestern, sind heute Morgen noch knapp 3 Liter übrig, das muss reichen. Aber der Weg führt ja auch fast nur abwärts.
    Gleich zu Beginn haben wir perfekte Aussicht auf Finike, leider liegt ein wenig Dunst über der Stadt. Das Waldstück ist wunderschön. Schon gestern ist uns aufgefallen, dass hier vor einiger Zeit scheinbar ein Bike oder Motocross-Rennen stattgefunden hat. Der Weg ist teilweise sehr kaputt und tief eingefurcht. Nach einiger Zeit erreichen wir eine Siedlung von einfachen selbstgebauten Hirtenhütten. Allerdings sind diese aktuell scheinbar noch nicht bewohnt. Ein sehr einfaches, zurückgezogenes Leben in den Bergen.
    Sobald wir das Dorf verlassen, begegnen wir einem Wanderer. Ich vermute, der gehört zur Ankara-Wandergruppe von gestern. Der Wald wechselt wieder, wir stehen in einem Kiefernwald mit imposanten Bäumen, die allerdings aktuell auch gerade teilweise umgemacht werden. Zusätzlich befindet sich hier ein Parcours zum Motocrossen direkt im Wald. Wenig später wird meine Vermutung bestätigt, wir holen wieder die Wandergruppe aus Ankara ein. Keine Ahnung, wo die heute Nacht geschlafen haben, bei uns kamen sie nicht vorbei.
    An einem Hügel kommen wir an Überresten von Belos vorbei. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick zurück auf Demre und das Tal, von dem aus wir vor drei Tagen unseren Aufstieg begonnen haben. Langsam geht unser Wasser zu Ende, wir hoffen, dass die erste bekannte Quelle Wasser führt. Leider ist dies mal wieder eine gemauerte Quelle, in die man einen Eimer hinab lässt. Die lassen wir aus. Ein gutes Stück wandern wir auf Straße. Da können wir ein wenig Tempo machen. Rund 2 km vor Finike zweigt der Weg noch mal ab und führt Richtung Meer. Es geht wieder unwegsamer durch die Macchia. Plötzlich stehen wir in einem trockenen Bachbett. So weit richtig. Hier war der Weg aber unsauber markiert. Ich führe uns aus dem Bachbett wieder empor und stelle kurz darauf fest, dass der Weg ein wenig unter uns verlaufen würde. Wir suchen ein wenig nach Orientierung, bevor wir uns entscheiden, dass wir dahin zurück gehen, wo wir den Bach verlassen haben. Aber wir fanden dann glücklicherweise einen anderen Zugang. Wieder auf dem Pfad kommen wir gut voran. Plötzlich endet der Trail und führt auf eine relativ neue Schotterpiste, die in den Felsen gehauen wurde. Scheinbar wurde dabei auch die Fortsetzung des Trampelpfads verdeckt, wir übersehen ihn. Wir entscheiden uns dann einfach auf dem Schotterweg zu bleiben. Von oben haben wir eine perfekte Aussicht über Finike und den langen Strand davor, den wir morgen komplett entlang laufen. Nun folgen wir der Straße nur noch bergab in die Stadt in das ausgesuchte Hotel. Perfekt zur Mittagszeit kommen wir an einem Restaurant vorbei und schlagen uns erstmal die Wampe voll. Ich habe euch mal auf eine Bitte hin ein aktuelles Bild meines Schienbeins angefügt, dass ich mir kurz nach Kas ordentlich am Felsen angeschlagen habe.
    Eigentlich wollten wir dann heute Nachmittag unsere geschundenen Körper im Hamam verwöhnen lassen, aber samstags nehmen die nur Frauen. Ich hätte da kein Problem mit. 😜
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  • Lykischer Weg - Tag 12: hinauf

    8 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 15 °C

    17,1 km; 1.510 m aufwärts; 600 m abwärts

    Die Nacht auf unserer einsamen Lichtung war traumhaft. Je mehr Nächte wir draußen verbringen, desto mehr schätzen wir diese Einsamkeit. Am Morgen begegnen uns mehrere Hirten mit ihren Ziegen. Wir wandern zurück in die Dorfmitte und essen erst mal Müsli mit Wasser. Hier bringen sich auch Brunnen, wo wir das letzte Mal bis morgen Wasser auffüllen können. Mit 8 Litern wandern wir los. Der Weg kennt heute fast nur eine Richtung: nach oben.
    Schon am ersten Anstieg merken wir, dass unsere Beine erst warm werden müssen, gut, dass wir gestern etwas auf die Bremse gestiegen sind. Nach den ersten 200 Höhenmetern sehen wir in der Ferne schon unser heutiges Ziel. Aber jetzt geht es erst mal in eine kleine Senke. Unten angekommen hören wir Stimmen. Wenig später beim Gegenanstieg erfahren wir, woher sie kamen. Eine Wandergruppe aus Ankara mit 12-14 Männern ist gerade auch auf dem Weg. Sie sind ganz erstaunt, dass wir sie überholen. Noch einmal geht es ins Tal. Mitten auf ner Wiese stehen Ruinen von Alakilise, einer historischen Kirche.
    Von hier geht es erst mal nur bergauf. Im flacheren Teil kommen wir noch an mehreren Stallungen mit Ziegen und Schafen vorbei. Dann wird der Weg steiler und steiler, meist auf Geröll. Die Wegfindung ist schwierig, Markierungen manchmal schlecht zu finden. Wir sehen immer mehr von der Küste, an der wir vor zwei Tagen entlang gekommen sind. Unterwegs schlüpfen wir noch an einem weiteren Wanderpaar vorbei. Wir machen oft Pause und trinken was. Irgendwann haben wir das steile Stück hinter uns gebracht. Auch die Vegetation hat sich geändert, wir gehen zwischen hohen Nadelbäumen weiter. Vor einer Felswand wechselt der Weg auf einen Fahrweg, eine willkommene Abwechslung. Der Wald ist herrlich, auf dem ganzen Boden blüht es weiß. Bevor es an den Schlussanstieg geht, fällt der Weg noch ein wenig. Auf einer herrlichen Wiese zwischen imposanten Bäumen verweilen wir und genießen.
    Der letzte Anstieg wird noch mal knackig. Auf einmal wird alles kahl und weiß. Das ganze Gestein ist sehr hell und der Bewuchs sehr dürftig, es sieht aus als hätte hier vor nicht allzu ferner Zeit eine Apokalypse stattgefunden. Wir freuen uns, als der Weg leicht fallend nur noch zwei Kilometer ins Ziel führt. Wir finden auch gleich einen Zeltplatz für die Nacht und sind bis jetzt die einzigen. Morgen geht es dann die ganzen Höhenmeter wieder hinab nach Finike. Sobald das Zelt steht, fällt Hang in Sekundenschnelle in komagleichen Schlaf, Kraft für morgen sammeln.
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  • Lykischer Weg - Tag 11: Demre - Belören

    7 maggio, Turchia ⋅ ⛅ 18 °C

    12,1 km; 790 m aufwärts; 100 m abwärts

    Heute wird ein kurzer Tag. Die nächsten drei Tage verbringen wir abseits der großen Zivilisation und wollen das auskosten. Außerdem stand heute auch ein wenig Historie auf dem Programm. Beim genialen Frühstück werden wir von einer Katze belästigt, die sich am liebsten was vom Teller geholt hätte. Direkt am großen Platz in Demre steht die historische St.-Nikolaus-Kirche. „Bekannt ist sie vor allem durch die erste Grablege des Heiligen Nikolaus von Myra. Nikolaus war ein orthodoxer Bischof im antiken Myra im 4. Jahrhundert und ist eine der populärsten religiösen Figuren im Christentum, sowohl in der Ost- als auch in der Westkirche.“ (Quelle: Wikipedia)
    Im Anschluss laufen wir Richtung Stadtrand und besuchen die Ruinen von Myra. Bekannte sind diese Ruinen für die zahlreichen in den Felsen gehauenen Gräber und das römische Theater, welches damals Platz für 10-12.000 Zuschauer bot. Nun noch schnell in den Supermarkt und einen Becher Eis und ne Cola vernichten. Jetzt sind weiter startklar.
    Wir wandern weiter stadtauswärts und folgen dem Demre Kanal, der etwas wenig Wasser führt. Wir nähern uns der Mittagszeit und müssen nun noch 700 m aufsteigen. Als wir so die Bergflanke nach oben blicken, können wir kaum glauben, dass es hier für uns nen Weg gibt. Der Aufstieg wird schweißtreibend. Je höher wie kommen, desto schöner wird die Aussicht über die Küste. Obwohl wir Durst haben, sparen wir an Wasser, da wir die drei Tage auf Quellen angewiesen sind. Doch irgendwann kommen wir oben an, fürs erste. Belören ist nur eine kleine Sammlung von Bauernhäusern. Wir gehen kurz in den Ort, super, hier gibt es Wasserhähne. Perfekt. Genüsslich trinken wir und füllen unsere Vorräte. Morgen früh kommen wir hier nochmals vorbei. Wir gehen wieder ein paar Meter zurück und suchen uns einen Lagerplatz für die Nacht. Nach etwas längerer Suche werden wir fündig. Kaum setzen wir uns, kommt Hirte Ibrahim mit seiner Ziegenherde durch. Er teilt mit uns einen Apfel und lässt uns etwas Brot da. Er hatte sich gleich bei Hang vergewissert, ob wir ein Paar sind. Tut mir leid, Ibrahim!
    Den restlichen Nachmittag genießen wir die Ruhe, morgen wird es anstrengend. Fast vergessen: nach einigen Tagen Pause haben wie heute mal wieder den Schildkröten Count auf 14 erhöht.
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  • Lykischer Weg - Tag 10: Aperlae - Demre

    6 maggio, Turchia ⋅ 🌙 16 °C

    28,6 km; 760 m aufwärts; 760 m abwärts

    Heute Morgen sind wir bei einer herrlichen Stimmung in unserer Bucht aufgewacht. Allerdings hatten wir einen Bärendurst, den wir mit den spärlichen Wasserresten von gestern „stillten“. Gut, dass wir nur die Landzunge überqueren müssen, um im Boat House Wasser nachkaufen zu können. Unseren Weg kreuzen ganz kleine Frösche, die zum benachbarten Tümpel wollen. Plötzlich steht Joe wieder vor uns. Er hatte einen Teil wegen Knieproblemen übersprungen. Dann folgt die nächsten Kilometer das übliche Spiel: auf Ziegenpfaden (= steinig und zahlreiche Kürvchen) geht es Richtung Kaleücagiz. Schon von weitem haben wir eine geniale Sicht auf die Bucht. Hang fühlt sich ein wenig an Vietnam erinnert. Von dort starten die Boote zu den Kekova Ruinen.
    Deshalb liegen unzählige Boote in der Bucht. Traumhaft. Wir steuern ein geniales Restaurant am Hafen an und lassen uns kulinarisch verwöhnen. Ein anderer Wanderer kommt und erzählt, dass er schon einen Tag von einem Hund auf seiner Wanderung begleitet wird. Hang hätte diesen am liebsten auch mitgenommen. Und auch Joe kommt wieder. Hang ist begeistert von diesem schönen Örtchen. Dennoch entscheiden wir uns, noch bis Demre weiterzuwandern. Ein Stück außerhalb des Ortes zweigt ein Weg ab hinauf zum Simena Burg, die auf einem Berg über dem hellblauen Wasser thront.
    Hang spart sich den Abstecher, ich will aber zumindest kurz nach oben wandern. In den engen Gässchen tummeln sich zahlreiche Touristen. Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick über die Bucht. Immer wieder stehen am Wegesrand kleiner Ruinen. So wechseln sich verträumte Buchten mit Ruinen ab, sehr abwechslungsreich. So kommen wir auch an den Überresten der lykischen Siedlung Istlada vorbei, deren Felsgräber und Sarkophage sich am Hang erstrecken.
    Durch Olivenhaine nehmen wir Kurs auf den Cakil Strand. Diesen Teil müssen wir uns wieder regelrecht erarbeiten. Es geht kaum vorwärts. Aber mit seinen weißen Kieseln ist er ein absoluter Hingucker. Den letzten Ziegenpfad teilen wir uns tatsächlich mit Ziegen, die vor uns her laufen. Wir blicken zurück auf die Buchten und Berge, die wir heute schon abgewandert sind. Schließlich erreichen wir den herrlichen Cayagzi Strand. Von hier sind es nur noch 4 Kilometer in die Stadt, allerdings an einer vielbefahrenen Straße kerzengerade entlang. An dieser treffen sich sehr viele türkische Familien und grillen. Sehr schön, so ins hiesige Leben einzutauchen. Direkt an der Straße liegen die Ruinen von Andriake, der historisch bedeutende Außenhafen der Stadt Myra, deren Überreste wir uns morgen früh anschauen werden.
    Den Abend lassen wir nun gemütlich beim Champions League Spiel FCB gegen PSG ausklingen, ein Vorteil, dass es im öffentlichen türkischen TV ausgestrahlt wird. Die nächsten drei Tage erwartet uns die höchste Bergpassage. Wir sind gespannt.
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  • Lykischer Weg - Tag 9: Kas - Aperlae

    5 maggio, Turchia ⋅ 🌙 14 °C

    28,7 km; 1.310 m aufwärts; 1.330 m abwärts
    Kas ist die Stadt der Katzen, es gibt nur wenige Hunde, dafür viel zu viele Katzen. Am Hafen entlang verlassen wir die Stadt. Und schon direkt am Ortsausgang ein perfekter Blick über eine Bucht mit dieser schön blauen Farbe. Wir hatten in der Wohnung keinen gescheiten Kaffee, kommen an einer Strandbar vorbei und bestellen uns einen. Und was kosten beide? 500 türkische Lira. 😳 Das sind umgerechnet 10€. Naja zu spät.
    Auf hübschen Pfaden geht es am Wasser entlang. Und schon wieder eine umwerfende Bucht. Aktuell noch komplett leer, aber schon wie Sardinen mit Liegestühlen bestuhlt. Die Farben das Wassers hammer. Um an diese Bucht zu kommen, dürfen wir mal wieder über Steine kraxeln. Unweit der Bucht stoßen wir auf zwei Herdenhunde, diese sind aber ruhig. Beim nächsten Ausblick denke ich schon an das Fotomotiv, rutsche aus und knalle mit dem Schienbein an den Felsen. Bis abends ist es ganz schön geschwollen, wird schon wieder.
    Wir kommen an den Coban Strand und nehmen ein kleines Bad. Irgendwann kommt eine Wandergruppe vorbei. Eine Bucht jagt die andere. In der Ufakdere Bucht liegt idyllisch ein Segelschiff. Und diese Farben! Als wir den höchsten Punkt nach der Bucht erreichen, sitzt ein junger Mann da und verkauft kühle Getränke. 🥰 Ein paar Minuten später huscht etwas über den Weg und verschwindet im nächsten Busch. Eine Schlange. Ich kann euch aber nicht sagen, was für eine es war. Die nächsten Kilometer geht es mir schönen Blicken immer an der Küste entlang, rechts, links, hoch, runter. Die Minuten vergehen und wir kommen kaum voran, aber bei dieser Natur stört uns das nicht.
    Irgendwann zeigt der Weg ab und steigt nun stetig. Wir kommen an zahlreichen Ziegenherden und deren Stallungen vorbei. So steigen wir auf bis zum Etappenende in Sahil Barak. Doch es ist erst vier und wir hatten uns mal wieder einen schönes Camp ausgesucht. Es geht noch ein Stück weiter hoch. Wir bauen noch einen kleinen Abstecher zur Apollonia Zitadelle ein. Dieser liegt auf einem kleinen Berg abseits des Wegs.
    Als wir danach am höchsten Punkt ankommen, müssen wir nur noch 400 m wieder hinab zum Meer absteigen. Es geht vorbei an gelb blühenden Büschen und hübschen Felsen. So langsam werden wir müde und hungrig. Doch dann kommt endlich das Ziel in Sicht. Wir erreichen unsere Bucht bei der Ruine Aperlae. Hier lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Leider entdecken wir am Strand auch zwei verendete Rochen.
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  • Lykischer Weg - Tag 8: Gökceören - Kas

    4 maggio, Turchia ⋅ 🌙 11 °C

    29,6 km; 900 m aufwärts; 1.750 m abwärts
    Gestern Abend saß in der Pension eine internationale Mischung beim Abendessen: ein Inder, der in den Niederlanden wohnt, zwei Niederländer, zwei Russen und zwei Deutsche, eine davon mit vietnamesischen Wurzeln. Wir saßen auf der überdachten Terrasse und es hat bis spät in den Abend geregnet. Bei 5-7 Grad wurde es uns ganz schön kalt.
    Stolz über seine Pension verabschiedet uns Hüseyin bei Sonne. Die Luft ist so klar und rein, es scheint ein herrlicher Tag zu werden. Die Blicke über das Tal machen uns gute Laune. Nach 2 Kilometern fällt mir auf, dass meine Kopfhörer noch auf dem Bett in der Pension liegen. Schade, aber ok, am Abend gibt es für knapp 8€ bessere. Nach dem Tal wechseln wir auf einen Fahrweg immer noch leicht bergab, es läuft. Wir kommen an einen Brunnen und treffen Wolfgang wieder, der das Stück über Gelemis ausgelassen hat und somit vor uns war. Er hat zusammen mit zwei anderen Wanderern gezeltet, sie wurden ordentlich nass.
    Als wir am Tiefpunkt ankommen, queren wir einen kleinen Fluss. Von hier geht es gut machbar 500 m nach oben. Von oben gibt es geniale Weitblicke in die Ferne. Am Horizont hängen noch dunkle Wolken in den immer noch schneebedeckten Bergen, da werden wir wohl in einigen Tagen bei den höchsten Etappen evtl noch Schnee haben. Mal abwarten. Als wir so über die Wiesen wandern, sind wir immer wieder erstaunt über die Farben und Intensität der Blümchen.
    Es geht wieder ein Stück runter und im Gegenanstieg wieder nach oben. Auf dem Kamm befinden sich noch wenige Ruinen der früheren Stadt Phellos. Im 5. Jahrhundert v. Chr. war dies eine der bedeutendsten Städte Lykiens. Das heutige Kas und damalige Antiphellos diente damals nur als Hafen für Phellos. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick über die Hochebene rund um den Ort Cukurbag und schon erste Vorboten der Inseln vor der Küste von Kas. Steil geht es hinab nach Cukurbag. Hier machen wir Mittagspause im süßen Restaurant Kecibas. Die Wirte sind super nett und wir bekommen sogar hausgemachte Limo geschenkt. Auf Schafweiden durchschreiten wir die Hochebene bis an die Steilkante oberhalb von Kas. Der Blick von hier oben über die Stadt und die zahlreichen umliegenden Inseln ist traumhaft. Eine der bisher genialsten Motive, was meint ihr?
    Jetzt geht es in Kurven die letzten 500 m nach unten. Wir haben uns sehr auf die Stadt gefreut. Beim abendlichen Rundgang faszinieren uns die kleinen Gässchen mit ihren bunten Balkonen in der Altstadt. Wir kehren lecker Türkisch ein. Leider schaffen wir es erst nach Sonnenuntergang ins antike Amphitheater. Auch nachts ist dies ein sehr schöner Ort, aber bei Sonnenuntergang soll der Ausblick genial sein. Kleiner Funfact zum Abschied: die direkt Kas vorgelagerte Insel Meis gehört nicht mehr zur Türkei, sondern zu Griechenland.
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  • Lykischer Weg - Tag 7

    3 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 7 °C

    13,1 km; 630 m aufwärts; 530 m abwärts
    Heute wird nur ein kurzer Tag werden. Die Landschaft ist herrlich und bietet so viele geniale Übernachtungsplätze, allerdings sind für den Nachmittag Unwetter angekündigt, deswegen planen wir, in der einzigen Pension zu übernachten. Gestern Abend konnten wir unsere Klamotten in der Pension noch in die Waschmaschine werfen. Beim genialen Abendessen haben wir noch Rohan, einen indischen Wanderer kennen gelernt.
    Da uns nur ein kurzer Tag erwartet, starten wir recht spät. Obwohl wir auf Regen vorbereitet waren, haben wir den Regenschutz nie gebraucht. 🙏 Gleich am Anfang zieht der Weg an und es geht ein gutes Stock nach oben. Irgendwann tauchen wir mal wieder in eine neue Landschaft ein. Überall stechen große weiße Felsen aus der Landschaft hervor. Ein wunderbares Stück Natur. In leichtem Auf und Ab geht es unter diesen Felsen entlang.
    Irgendwann kommen wie auf einen Fahrweg und haben einen schönen Blick zurück ins Tal von Saribelen. Der Weg bringt uns an der Bergflanke zurück an die Küste und steigt immer weiter an, wir kratzen an der 1.000 m Linie. Mehrmals ergibt sich ein traumhafter Blick hinunter auf die Küste vor Kalkan und zu unseren Übernachtungsplatz vor 2 Tagen. Wir steigen wieder ein paar Meter an und kommen wieder auf saftige, blühende Wiesen. Unterhalb eines schönen Felsens wohnt Hüseyin mit seinen Ziegen. Er wurde schon im Wanderführer angekündigt. Die Ziegen sind im Stall, daher sind die vier Hunde ganz entspannt. Seine Frau Seyme lädt uns auf einen Tee ein. Auf den Tischen liegen Alben mit vielen Fotos der Wanderer, die schon bei ihnen übernachtet haben. Für uns ist es noch etwas früh. Wir lassen einen kleinen Obolus da und gehen weiter.
    Es ist unglaublich, wie weiß und gelb die Wiesen hier sind, alle paar Meter würden wir gerne unser Zelt aufschlagen. Von weitem sehen wir eine Ziehenherde. Zu unserer Erleichterung ist nur ein Hirte, aber kein Hund dabei. Ein paar Minuten darauf, sehen wir schon die ersten Häuser unseres Zielortes. Immer wieder taucht die Sonne auf und wir können gar nicht glauben, dass es noch ein Unwetter geben soll. Als wir ins Dorf absteigen, versperrt plötzlich ein Pferd den Weg. Es wurde zum Grasen hier angebunden und steht wohl am liebsten auf dem Pfad. Aber besser als auf dem Flur. 😜 (für alle, die das Lied noch kennen)
    Kurz darauf kommen wir an der Unterkunft an. Und tatsächlich, später gibt es Hagel und Starkregen. Also alles richtig gemacht.
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  • Lykischer Weg - Tag 6: nach Saribelen

    2 maggio, Turchia ⋅ ☁️ 12 °C

    25,9 km; 1.530 m aufwärts; 790 m abwärts
    Heute Nacht hat es angefangen zu regnen, also schnell raus und die draußen liegenden Klamotten in Sicherheit gebracht. Allerdings hat es nur drei Tropfen gegeben. Das Frühstück war genial, wir hatten uns fürs Müsli extra Milch gekauft, lecker. Es ging mit geilen Aussichten weiter die Küste entlang. In der Ferne können wir schon Kalkan erblicken.
    Doch es sollte noch ne Weile dauern, bis wir die Stadt erreichen. Ein Highlight ist definitiv der Firnaz Strand. Stellt euch eine Bucht vor, darin ankert ein Segelboot und am Ufer entlang ist das Wasser hellblau. Im Hintergrund sieht man die kleinen Inseln. Habt ihr‘s im Kopf? Dann gleicht es mit meinem Bild ab. Wir umrunden diese Bucht auf anspruchsvollen Pfaden durch die Macchia. Auch Schildkröte #12 sehen wir. Wir kommen noch mal am Aquädukt von gestern vorbei.
    Danach wird es richtig spannend. Der Abstieg wird steil und führt über Felsen kerzengerade oberhalb der Küste nach unten. Nicht mehr ganz wandern, aber so kleine Kraxeleien sind unser Ding. So geht es weiter die Küste entlang, bis wir am Stadtrand von Kalkan das Villenviertel erreichen. Dort wartet der letzte Anstieg eine megasteile Straße hoch. Als wir so durch die Stadt laufen, gehen wir in ein sympathisch aussehendes Restaurant: Pide und Adana Dürüm waren der Hammer. Zum Abschied schenkt uns der Chef noch zwei Flaschen Wasser. 🥰
    Im Supermarkt decken wir uns wieder mit Müsli und Instant Nudeln ein (ok, zusätzlich auch noch unnötige Kalorien in Form von Süßigkeiten). Wir haben entschieden, dass wir auch noch Etappe 8 gehen, um 12 wollen wir noch nicht aufhören. Leider fängt es ziemlich bald an zu tröpfeln. Später wechselt es dann auch noch in stärkeren Regen. Von Meereshöhe steigen wir bis auf 800 m am Stück. Aber der Weg ist gut zu gehen und wir kommen gut voran. Nur der Regen kühlt uns ein wenig aus. Oben angekommen, steigen wir ins idyllische Dorf Bezirgan ab. Hier herrscht noch traditionelles Landleben, sehr schön. Nun müssen wir final noch 150 Meter über einen Hügel, um nach Saribelen zu gelangen. Dort gönnen wir uns in der Mozaik Pension nach drei Tagen mal wieder ne warme Dusche. Wie geil sich das anfühlt.
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  • Lykischer Weg - Tag 5: Akbel - am Meer

    1 maggio, Turchia ⋅ 🌙 18 °C

    28 km; 870 m aufwärts; 1.160 m abwärts
    Wir legen uns gestern Abend schlafen, plötzlich höre ich Steine rutschen und neben dem Zelt schnüffelt es im Wechsel mit Knurren. Schon vorher habe ich ein Rudel Hunde über den Berg laufen sehen. Hab das einfach nur „die machen nix“ und schläft ein. Ihre Ruhe hätte ich mal gerne.
    Wir erleben den nächsten Morgen! Nach dem Müsli laufen wir die restlichen 2 Kilometer nach Akbel und gönnen uns noch ein kleines Frühstück. Dann nehmen weiter die Etappe nach Gelemis in Angriff. Noch in Akbel begegnet uns ein aggressiver Köter. Fängt ja gut an. Außerhalb der Stadt geht der Weg in schöne Macchia über. Von hier oben haben wir Fernblicke über die gesamte Ebene bis zurück in das Gebirge, wo wir vor zwei Tagen abgestiegen sind.
    Wir erreichen das riesige Delikkemer Aquädukt. Hier gibt es wieder den ersten genialen Blick auf die Küste und ziemlich viele Camp Spots, leider zu früh. Nach einem herrlichen Gebiet voller Olivenbäume entdecken wir unseren ersten Skorpion, leider tot. Aber immerhin. Wenig später höre ich eine Schafherde. Als ich die ersten Schafe sehe, sage ich Hang, dass wir stehen bleiben, bis die Herde komplett weg ist. Da springt aber schon der Herdenschutzhund vor uns und fletscht die Zähne. Aber der Hirte kommt bald und nimmt ihn zu sich.
    Der restliche Weg nach Gelemis verläuft weiter durch Macchia. Hier endet die offizielle 6. Etappe. Es ist aber erst 13 Uhr. Zuvor habe ich an einen Strand einen schönen Camp Spot gesehen. Also essen wie üppig zu Mittag, kaufen uns noch nen Ring Sucuk für abends und marschieren weiter. Ein kleines Stück später passieren wir eine Zahlstation. Der Grund: die Ruinen von Patara und der gleichnamige Strand. Aktuellen Eintritt: 15€ pro Person. Das ist ein Wort.
    Patara war eine der wichtigsten Städte und der bedeutendste Hafen Lykiens. Von den drei Ruinenstädten bisher ist sie die größte und uns hat sie auch am besten gefallen. Kurz vor dem langen Sandstrand geht es für uns immer höher. Wir können von oben den kompletten Strand einsehen bis zu den Pydnai Ruinen und haben auch einen guten Blick auf Patara. Aber sobald wir den Pass überschreiten sehen wir das geile Meer auf der anderen Seite, da bleibt einem die Spucke weg. Vor der Küste liegen zwei kleine Inseln und ich weiß, dass wie genau gegenüber einer dieser Inseln schlafen werden. Aber dafür müssen wir noch einmal hinab zur Küste und dann über einen weiteren Berg.
    An unserem Camp Spot angekommen, sehe ich schon ein Auto stehen. Alles wir ankommen, lernen wir Serkan kennen, der hier mit seiner russischen Freundin eine romantische Nacht verbringen will. Per Übersetzer weist er uns darauf hin, dass sie lieber ungestört wären und zeigt uns näher am Strand einen schönen Spot zum Schlafen. Hang springt noch ne Runde ins Meer, während ich das Zelt aufbaue. Beim Abendessen entsteht sogar noch ein Regenbogen, kann es schöner sein?
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  • Lykischer Weg - Tag 4: Kumluova - Akbel

    30 aprile, Turchia ⋅ 🌙 17 °C

    25,2 km; 1.070 m aufwärts; 740 m abwärts
    Wir waren die einzigen Gäste im Hotel, der Laden brummt. Nach dem leckeren Frühstück sind wir noch kurz beim Bäcker vorbei, Gebäck für zwischendurch holen.
    Der heutige Treff fing genauso an, wie der gestrige aufgehört hat: Kilometer auf Asphalt durch Gewächshaus-Siedlungen und zahlreiche Hunde. Wir kommen an einem privaten Haus vorbei, vor dem eine rote Maulbeere wächst. Hang liebt sie und will sie pflücken. Der Bewohner sieht das und ermuntert sie dazu. Gleichzeitig gibt er uns noch Früchte von einem anderen Baum. So lieb.
    Wir überschreiten den Fluss Esen Cayi und kommen nach Kinik. Oberhalb liegen die Ruinen von Xanthos, die zusammen mit den Letoon Ruinen ein Unesco Weltkulturerbe bilden. Uns persönlich haben die Ruinen gestern aber besser gefallen. Aber wir erhöhen den Schildkröten Count auf 11. Leider geht es auf Straßen weiter bis nach Cavdir. Außerhalb der Stadt am Friedhof machen wir Mittagspause. Ab da wird der Weg genial.
    Meist wandern wir durch Macchia. Immer wieder haben wir freie Blicke auf die Ebene mit den abertausenden Gewächshäusern. Zuerst folgen wir lange Zeit einem römischen Aquädukt. In einem Olivenhain treffen wir einen alten Herrn. Er fragt, ob wir Deutsche sind und gibt uns beiden dann die Hand. Aus dem Aquädukt wird ein kanalisierter Bewässerungskanal. Wunderschön. Weiter oben ist er über den Kanal getreten und das Weiterkommen wird abenteuerlich. Dort lernen wir Wolfgang aus München kennen, der auch den Weg läuft. Wir trennen uns aber gleich wieder.
    Nach Üzümlü geht der Weg noch zwei Mal steil bergauf. In der Ferne können wir schon das Ziel sehen. Doch davor fällt der Weg noch einmal in ein Flusstal. Als wir unten ankommen, ist dieser so hoch, dass wir trockenen Fußes nicht auf die andere Seite kommen, also Schuhe und Socken aus und durch. Mittlerweile haben wir uns entschieden, heute wild zu zelten. Passend dazu liegt am Ende des Anstiegs ein schöner Spot. Perfekte Aussicht garantiert. Wir sind zufrieden, schlagen das Zelt auf und gehen dann noch mal zurück zum Fluss zum Waschen und Wasser filtern. Die Instant Nudeln schmecken zur Abwechslung mal richtig gut!
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  • Lykischer Weg - Tag 3: Bel - Kumluova

    29 aprile, Turchia ⋅ 🌙 17 °C

    25,5 km; 780 m aufwärts; 1.390 m abwärts

    Ich glaube, ich bin ein Kamel. Jetzt habe ich heute sicherlich 5 Liter Wasser getrunken und musste nicht einmal aufs Klo. Kommt alles wieder aus den Poren raus. Unseren Schildkröten-Count haben wir inzwischen auf 6 erhöht. Die Viecher laufen dir hier einfach so über den Weg.
    Am Morgen verlassen wir unser Zieglein, im Laufe des Tages haben wir uns auf den Namen Willy geeinigt. Leider müssen wir feststellen, dass hier in der Türkei kaum vor 8 Frühstück gebracht wird. So kommen wir immer relativ spät los. Die Beschreibung des Tages las sich so einfach, es geht ja fast nur runter. Na dann. Es kommt mal wieder anders als gedacht bzw. erhofft.
    Gleich zu Beginn geht es auf neuer Wegführung erstmal hinauf bis wir den Abgrund zur Küste erreichen. Ich gebe zu, der Anblick ist schon sehr stark. Aber der Pfad ist schwierig zu gehen, man muss auf jeden Schritt aufpassen. Sobald der Abstieg beginnt können wir einen Blick ins Tal erhaschen und sehen schon unser Ziel für heute. Der anschließende Wald ist mega hübsch, hier begegnet uns Schildkröte #2. Gleich danach beginnt auch der lange Abstieg bis kurz oberhalb der Küste. In ewigen Kehren über Stock und Stein geht es abwärts. Minute um Minute verstreicht, ohne dass die Kilometer weniger werden. Doch irgendwann kommen wir dann doch unten an.
    Noch ein letztes Mal geht müssen wir 200 Höhenmeter überwinden. Inzwischen brennt der Planet runter und wir steigen in der prallen Sonne auf. Das Wasser ist mittlerweile in meinen Körper geflossen. Da kommt die Quelle genau richtig. Also filtere ich gleich mal 4 Liter, das Wasser schmeckt nicht ganz so geil, aber ich vertraue auf meinen Filter. Beim folgenden Abstieg eröffnet sich der Blick über die Ebene Richtung Kumluova und den ewig langen Strand von Patara. Nach Kumluova reiht sich ein Gewächshaus ans andere, hier wachsen Millionen Tomaten.
    Und noch was fällt in unser Blickfeld: die Ruinen von Pydnai, die Überreste einer gut erhaltenen hellenistischen Festung. Die Anlage diente ursprünglich dem Schutz eines Hafens vor Piraten und sicherte die Straße von der Küste nach Xanthos ab. Unser Weg führt direkt durch das Gelände. Allerdings muss man dazu durch einen flachen Durchgang, durch den ich mit Rucksack fast krabbeln muss.
    Um zum Strand zu kommen, muss man über eine Brücke, deren Löcher mit einfachen darauf gelegten Bretter abgedeckt sind. In Deutschland wäre so eine Brücke zehn Jahre gesperrt, aber die Reparatur nie fertig gestellt werden. Wir verspüren ein kleines Hüngerlein und würden gerne was essen. Doch das Restaurant ist leider nicht mehr existent. Gut, dass kurz vor der Brücke ein Schild an einem Haus stand. Wir gehen zurück und werden von Selvan mit ihren Eltern empfangen. Ein super leckeres Essen mit einer herzlichen Begegnung.
    Der Rest des Wegs verläuft wenig spektakulär. Der Wanderführer hatte sogar empfohlen, die 10 km mit dem Bus zu überspringen. Aber nix da. Zuerst führt der Weg entlang des Sumpfgebiets. Hier können wir zahlreiche Vögel beobachten und die weiteren Schildkröten #3-6. Teilweise ist der Weg hier aber auch überschwemmt, da müssen wir aufpassen, damit wir keine nassen Füße bekommen. Die restlichen Kilometer verlaufen auf Straße entlang der Gewächshäuser. Wenig spannend. Allerdings sorgen bei mir die teilweise freilaufenden Hunde für Adrenalin. Laut bellend kommen sie auf uns zu. Hang ist meist entspannt, ich bekomme schon fast ein feuchtes Höschen.
    Zum Schluss erreichen wir die Ruinen von Letoon, das zentrale religiöse Heiligtum des Lykischen Bundes. Das Heiligtum war der Göttin Leto sowie ihren Kindern Artemis und Apollon gewidmet. Gut erhalten sind heute noch Teile der drei Tempel und ein hellenistisches Theater. Nach dem Besuch der Anlage wandern wir zum einzigen Hotel im ganzen Ort. Im aktuellen Wanderführer wurde es noch mit 54€ angepriesen. Mittlerweile zahlt man aber schon 75€. Weiterlaufen wollten wir aber auch nicht mehr.
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  • Gestern hatten wir uns auf eine entspannte Nacht gefreut. Und was machen wir die halbe Nacht? Stechmücken jagen. 😜 Aber hilft ja nichts.
    Heute Morgen haben wir dann den Tag mit einem herrlichen Frühstück mit Ausblick auf die Küste begonnen. Wir lernen Joe kennen, der auch den ganzen Weg gehen möchte. Vielleicht sehen wir uns noch mal, wer weiß. Sobald wir Kabak verlassen, zieht der Weg an. Mehrmals sind wir froh, dass wir gestern nach der Hälfte aufgehört haben. Diesen Anstieg hätten wir nicht mehr geschafft. Es ergeben sich herrliche Blicke hinein in die Schlucht und hinunter auf den Strand von Kabak. Der Weg steigt weiter und weiter. Schon um zehn ist es unglaublich warm. Ich schwitze wie ein Schwein. 😊
    Kurz vor Alinca kommen wir auf eine grüne Lichtung und was sehen wir? Eine Schildkröte. Die futtert sich gemütlich durch die Wiese. Fehlt auf unserer Liste nur noch ein Skorpion. Vielleicht sehen wir den in den kommenden Tagen auch noch. Oben in Alinca angekommen, gönnen wir uns ne kalte Cola. Dann geht es wieder mit Küstenblick hinab. Von oben haben wir geniale Blicke auf das blaue Wasser. Wie wir so dahin laufen, rutschen uns jeweils unter dem Körper die Beine weg und jeder von uns landet mal auf seinem Hintern.
    Bald kommen wir an einer osmanischen Zisterne vorbei. Über Jahrhunderte dienten diese als lebenswichtige Wasserspeicher für Hirten und Wanderer. Noch zweimal zieht der Weg heute richtig nach oben an und das in der prallen Sonne. In den zahlreichen Olivenhainen spenden die Bäume kühlenden Schatten. Direkt am Ortseingang von Yediburunlar kehren wir in ein kleines Lokal ein und stärken uns.
    Noch einmal heißt es für heute absteigen und wieder hinauf. Dieses Mal werden wir von zahlreichen Ziegen begleitet, die von den wenig nährreichen Büschen knabbern. Wir passieren ein mächtiges lykisches Grab. Am Ende des Anstiegs liegt Bel. Wir bleiben heute Nacht auf dem Campingplatz Nasuh. Nina, eine Ukrainerin, die seit 2003 in der Türkei lebt, zeigt uns alles. Aber der absolute Star ist ein 2 Wochen altes Zieglein, welches keine Mutter mehr hat und seitdem im Camp lebt und aufgezogen wird. So süß!
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  • Lykischer Weg - Tag 1: Ovacik - Kabak

    27 aprile, Turchia ⋅ 🌙 18 °C

    Der Inhaber unseres Hotels, Giovanni, hat uns heute Morgen ein köstliches Frühstück serviert. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Startpunkt des Lykischen Wegs. Weithin sichtbar erhebt sich die mächtige Moschee über die Hauptstraße. Am Start empfängt uns ein großes Tor mit der Aufschrift Likya Yolu, hier sind wir wohl richtig. Gut, dass gerade ein paar Camper in der Nähe sind, das Foto ist gesichert. An der Flanke des Babadag geht der Weg gleich ordentlich nach oben. Je weiter wir steigen desto mehr sehen wir von der herrlichen blauen Lagune von Ölüdeniz. Wir kommen aber auch gleich richtig zum Schwitzen. An einem Aussichtspunkt über der Bucht werden frische Säfte zum Verkauf angeboten. Das werden wir heute noch öfter erleben.
    Sobald wir den höchsten Punkt erreichen, stehen da schöne halbvollendete stattliche Häuser mit der besten Aussicht. Mittlerweile tummeln sich darin Ziegen. Eine größere Herde kreuzt daraufhin auch unseren Weg. Vorbei an mehreren Cafés geht es abwärts. Der Weg geht in hübschen Wald über. Leider müssen wir den Weg kurz verlassen, da ein Imker gerade seine unzähligen Bienenvölker versorgt und uns zuruft, dass es zu gefährlich sei.
    Im nächsten Ort rasten wir in einem Café, bevor der finale Abstieg nach Hisar folgt. Hier ist das Etappenziel der offiziellen ersten Etappe. Wir kehren lecker ein. Ich bin gespannt, an welchem Tag Hang keine Köfte mehr essen will. Wir sind noch fit und wollen noch ein Stück weiter gehen. Zuerst machen wir einen Abstecher ins Schmetterlingstal. Dazu müssten wir aber auf Meereshöhe absteigen. Also verstecken wir die Rucksäcke im Gebüsch und beginnen den Abstieg. Wir werden von einem Seil und einer ziemlich großen Steilstufe überrascht. Nach der ersten Kletterei entscheiden wir, dass es uns den zeitlichen Mehrbedarf nicht wert ist und wir machen uns an den Wiederaufstieg hinauf zum Likya Yolu.
    Wieder zurück auf dem Original geht es gleich weiter durch hübschen Wald bergan. Oben machen wir Bekanntschaft mit der heimischen Tierwelt. Zuerst fliegt eine riesige Heuschrecke vorbei, wenig später rollen zwei Mistkäfer ein Stück Kot durch die Gegend. Bald haben wir einen schönen Blick zurück bis zur Bucht bei Ölüdeniz, da haben wir doch schon ein gutes Stück zurück gelegt. Durch hübschen Kiefernwald steigen wir ab nach Kabak. Bevor es nun wieder steil ansteigen würde, entscheiden wir uns für das Ende des ersten Tages. Wir brauchen nur noch einen Platz für die Nacht. Zufällig bekommen wir eine neue Unterkunft mit herrlichem Blick über die Küste bei Kabak. Hier lassen wir den Abend mit leckerem Essen ausklingen. Noch abschließend zum Thema Essen: wir sind etwas überrascht über das Preisniveau in dieser ländlichen Gegend. Aber lassen die Kulinarik natürlich dennoch nicht zu kurz kommen.
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  • Auf nach Fethiye

    26 aprile, Turchia ⋅ ☁️ 21 °C

    Früh am Morgen geht es los! Der Bus wurde um eine Stunde auf 8 Uhr vorverlegt. Wir laufen wieder an die Haltestelle von gestern, Ismetpasa und nehmen eine Minute später die Straßenbahn Richtung Busbahnhof. Ein Mann hört uns beim Reden zu und spricht uns an: „Höre ich deutsch?“. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, dass er früher in Deutschland gearbeitet hat. Jetzt, in seiner Rentenzeit ist er wieder öfter für längere Zeit in seiner Heimat. Am Busbahnhof verschlingen wir das vom Hotel gerichtete Lunchpaket.
    Pünktlich geht es mit dem Kamil Koc, Kooperationspartner von FlixBus Richtung Fethiye. Sobald wir die Außenbezirke von Antalya verlassen, stiegt die Straße langsam an. Bis gut zur Hälfte der Strecke werden wir hinauf fahren, bevor es dann die zweite Hälfte abwärts geht hinunter zur Küste. Neben der Strecke erheben bis zu 2.700 m hohe Berge, einige von ihnen sind noch gut mit Schnee bedeckt. Wir schauen mal, ob wir unterwegs noch Gipfelabstecher einbauen können und wollen. Grün bewaldete Berge werden sich mit fruchtbaren Ebenen ab, in denen Tomaten und sehr viele Obstbäume angebaut werden. So langsam werden wie richtig heiß auf den Weg und wir wollen endlich in diese Natur eintauchen. Allerdings ist es auch schon recht warm, mal sehen, wie anstrengend es werden wird.
    Nach 3 1/4 Stunden Fahrzeit erreichen wir Fethiye. Vom großen Busbahnhof laufen wir weiter Richtung Zentrum, von wo wir später den Minibus nach Ovacik nehmen. Doch davor möchte ich noch eine historische Stätte besuchen. Oberhalb von Fethiye wurde ca. 350 v. Chr. das monumentale Felsengrab des Amyntas in die steile Felswand geschlagen. Überlegt euch mal, das Ding ist 2.400 Jahre alt. Eine Inschrift auf der linken Seite lautet übersetzt: „Amyntas, Sohn des Hermapias“. Er gehörte vermutlich zur Oberschicht der lykischen Gesellschaft. Außerdem hat man von hier oben eine schöne Aussicht auf Fethiye und seine Bucht mit dem Jachthafen.
    So viel Geschichte macht hungrig! Auf dem Rückweg kommen wie an dem süßen Café Köse Kahve vorbei. Hier genießen wir Ayvar, Sandwiches und türkischen Kaffee. Wer es nicht kennt, aufpassen! Türkischer Kaffee wird nicht gefiltert, das Pulver setzt sich ab. Wenn man zu gierig trinkt, bekommt man eine Ladung Kaffeesatz in den Mund! Nun sind wir bereit für den Minibus. Immer aufwärts fahren wir nach Ölüdeniz. Als wir aussteigen, beginnt es leicht zu regnen. Aber jeder versichert uns, dass es ab morgen stabiler werden soll!
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  • Ein Rundgang durch Antalyas Altstadt

    25 aprile, Turchia ⋅ 🌙 20 °C

    Um 4:30 ging es heute Morgen für uns zum Flughafen… pünktlich zum Frühstück hoben wir Richtung Antalya ab. Der Pilot meinte es extra gut mit uns und flog beim Landeanflug einmal das Gebirge entlang des Lykischen Wegs für uns ab, die Vorfreude steigt. Wir haben Glück, die Rucksäcke kommen an Band an, wir bekommen Bargeld am Automaten (obwohl die 8% Gebühr teuer sind) und auch unsere eSIM läuft. Wir sind startklar Richtung Stadtzentrum. Die nächste positive Überraschung: für die relativ neue Tram kann man einfach mit der Kreditkarte einsteigen und fertig.
    Als wir die Altstadt betreten sind wir gleich total begeistert, die kleinen Gässchen verbreiten Charme. Schnell ins Hotel eingecheckt und dann noch Besorgungen machen. Noch von zuhause hatte ich Gas für den Kocher reserviert. Wir marschieren erst mal in das gut sortierte Outdoorgeschäft. Nebenan ist auch ein Supermarkt, perfekt für letzte Besorgungen wie Müsli und Asia Nudeln.
    Bei unseren Besorgungsgang durch die Stadt fallen uns die unzähligen Katzen auf. Zu meinem Leid ist Hang absoluter Katzenfan. „Schau mal da, so ne hübsche Katze.“ „Oh die Arme da!“ Nach einer kurzen Rast im Hotel machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt. Dabei klappern wir einige historische Sehenswürdigkeiten ab. Den Eingang zur Altstadt bildet das mächtige Hadrianstor. Dieses wurde im Jahr 130 n. Chr. zu Ehren des Besuchs des römischen Kaisers errichtet.
    Ein weiteres Wahrzeichen ist der Uhrturm, der 1901 zum 25. Thronjubiläums des Sultans errichtet wurde. Durch die wuseligen Gässchen mit allerlei kleinen Shops marschieren wir hinab zum Hafen. Hier starten zahlreiche Ausflugsboote zu ihren individuellen Touren. Für uns geht es nicht aufs Boot, sondern über Treppen nach oben. Unverhofft kommen wir an einem kleinen Park vorbei, von dem wir eine herrliche Aussicht hinunter auf den Hafen haben.
    Unser eigentliches Ziel ist aber der Kaaralioglu Park, von dem wir mit der Unmenge anderer Menschen den perfekten Blick über das Meer auf die Berge gegenüber genießen. In 2-3 Wochen werden wir über diese wieder in Antalya ankommen. Den gelungenen Tag lassen wir in einer Restaurant-Empfehlung unseres Hotelchefs ausklingen. Nicht nur die Essen sind lecker, sondern zahlreiche Speisen wie Salat, Brot, Dips und der obligatorische schwarze Tee runden das Erlebnis ab.
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  • Likya Yolu, wir kommen!

    20 aprile, Germania ⋅ ⛅ 7 °C

    Wir sind schon langsam gespannt, denn unser nächstes Abenteuer wartet. Nächste Woche geht es für 5 Wochen in die Türkei. 🇹🇷 Am Sonntag sitzen wir, wenn alles gut läuft, in unserem Hotel, bevor wir dann am darauffolgenden Morgen zu unserem ersten gemeinsamen Thruhike aufbrechen. 🥰 Hauptgrund für diese Reise ist der schon ewig auf meiner Liste stehende Lykische Weg. Da wir uns keinen Stress machen wollen, haben wir keine weiteren konkreten Pläne gemacht. Sollte noch genug Zeit bleiben, haben wir noch eine mehrtägige Wanderung durch Kappadokien vor. Den Heimflug haben wir dann von Istanbul gebucht. Und falls wir noch einen weiteren „Lückenfüller“ brauchen, wollen wir noch ein paar Tage auf dem Karischen Weg wandern.

    Der Lykische Weg ist der erste und bekannteste Fernwanderweg der Türkei. Er führt auf etwas mehr als 500 km entlang der Küste von Fethiye nach Antalya. Die Route führt durch das antike Lykien und bietet nicht nur traumhafte Ausblicke, sondern man kommt immer wieder an historischen Ruinen vorbei. Mit der Mischung aus Natur und Sehenswürdigkeiten gilt der Weg als einer der schönsten Fernwanderwege der Welt. Über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang des Wegs, wie z.B. die Ruinen historischer Städte, das Schmetterlingstal oder die ewigen Flammen werde ich dann in den täglichen Berichten erzählen.

    In Kappadokien wollen wir für fünf Tage einmal durch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wandern. Hier haben wir die Route selbst geplant und uns an bekannten touristisch vermarkteten Routen orientiert. Hier durchwandern wir dann die vielbesuchten Täler wie z.B. Liebestal, Rosental und das Taubental.

    Den Karischen Weg werden wir nicht komplett gehen können, aber ein paar Tage würden uns dennoch reizen. Er zieht sich über 800 km entlang der Küste in der antiken Region Karien. Er zählt generell als etwas weniger frequentiert als sein Bruder, der Lykische Weg.

    Zum Abschluss planen wir noch mehrere Tage in Istanbul. Für mich ist es das erste Mal in dieser großen Stadt und ich freue mich schon jetzt, die zahlreichen spannenden Ecken zu entdecken.

    Aber wir freuen uns nicht nur auf das Wandern und die Natur, sondern auch auf das türkische Essen, die herzlichen Menschen und die Gastfreundschaft.
    Warst du schon mal in diesen Regionen unterwegs? Oder kennst du jemanden vor Ort? Dann kommentiere gerne diesen Beitrag oder teile privat deine Erlebnisse mit mir. Ich freue mich, dich bald auf diese Reise mitnehmen zu dürfen.

    Weitere spannende Infos wird es auch auf meinem neuen Blog geben: https://jrontour.com
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    Inizio del viaggio
    25 aprile 2026