Nicaragua
Playa Santo Domingo

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Travelers at this place
    • Day 381

      Fuego y Agua - "barfuß" 50 km laufen

      February 21, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 29 °C

      Liebe Familie & Freunde,

      ich hoffe, ich kann morgen auf eure Daumen setzen. 12 Uhr deutsche Zeit, da seid ihr sicher auch am Samstag schon auf. 😉 Es ist nichts weltbewegendes, aber wer mich kennt, der weiß, wie nerös ich bin, seit Tagen (Wochen??) schon.

      Da stehe ich nun, vor meinem ersten offiziellen Ultramarathon. Die letzten Tage wurde mir beim bloßen Gedanken schon ganz schlecht. Und dass, obwohl ich nur für mich laufe, aufhören kann wann und wo ich will und das tollste Team um mich habe, das mich jederzeit überall einsammeln würde.

      50km, +/- 3.000 hm und ich würde gerne zurück sein, bevor es dunkel wird, d.h. 13 Stunden Zeit kann ich mir lassen (nach 16 Stunden ist ohnehin Cut-Off). Das Ganze bei der Hitze, die hier herrscht, 30° und staubtrocken.

      Es wird eine Herausforderung und ich werde mir sicher oft wünschen, es wäre schon vorbei. Aber mit Sicherheit werde ich auch ziemlich viel Spaß haben!

      https://fuegoyagua.org/fuegoyagua-nicaragua
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    • Day 7

      Lagune und Sunneuntergang mitem Roller

      January 17, 2023 in Nicaragua ⋅ ⛅ 25 °C

      Gest simmer vo Granada los uf Rivas mitem Chickenbus vollgstopft mit Lüt und den mitere Fähre übere uf Isla Ometepe. Hüt hemmer den en Roller gmietet und hend üsi süässwasser Vulkaninsle erkundigt. Ufem Weg simmer no übere Flugfahrbahn gfahre und hend immer wieder Hindernis wie Küäh, Pferd und Hüäner gha. I de Lagune Ojo de Agua hemmer en Schwumm gmacht und sind den wieder zruck go de Sunneuntergang gnüsse miteme Toñia (Bier). De Strand isch unglaublich schön gsi mit Lavasand. Im See heds defür no Süässwasser Bullhaie. Die Insle hed viel z büte.Read more

    • Day 95

      Nochn Vulkan......

      March 1, 2018 in Nicaragua ⋅ ☀️ 25 °C

      Leon ist eine tolle Stadt! Sie hat genau die richtige Größe, um sich treiben zu lassen. Viele Wandmalereien erinnern an die Revolution und insgesamt merkt frau/man, dass Leon eine größere Rolle in der Geschichte Nicaraguas gespielt hat. Noch dazu haben wir ein ganz schönes Hostel erwischt, dass mit fröhlichen Niederländer*innen daher kommt und neben warmem Wasser (seit Panama das erste Mal wieder), eine gut ausgestattete Küche bietet, die Frau/man nutzen kann. Wir kaufen grosszügig ein und essen drei Tage lang köstlich. Nach langer Reisezeit kann ein frischer Salat himmlisch sein! Und die französische Bäckerei verkauft richtig guten Käse, auch nicht leicht zu bekommen bisher.
      Und von hier aus kann frau/man vier Vulkane besuchen und verrückte Dinge tun wie beispielsweise mit einem Board einen Vulkan herunterbrettern, was wir nicht tun wollen; wir melden uns für eine Sunset-Tour an.
      Um 14.00 Uhr gehts los. Mit dem Jeep werden wir zunächst eineinhalb Stunden bis an den Rand des Kraters des Vulkans Telico gefahren. Von hier ist der Blick schon atemberaubend. Nicht nur "unser" Vulkan ist zu sehen, sondern auch der höchste Nicaraguas, der San Christobal. Ein einstündiger Spaziergang führt uns hoch und oben dürfen wir das erste Mal über den Krater lugen. Es raucht und dampft! Ach ja, hatte ich vergessen zu erwähnen: Der Telico ist aktiv, wird aber natürlich seismologisch beobachtet. Viel zu sehen ist erstmal nicht, aber frau/man kann die Lava hören. Wir besichtigen eine kleine Fledermaushöhle, in der es nur so wimmelt und dann geht die Sonne auch schon unter, was wunderschön anzusehen ist. Rot und orange und dazu der Blick bis zum Pazifik. Als es dunkel ist, gehts noch einmal zurück zum Krater und nun können wir tatsächlich ein bisschen Lava erkennen - weit entfernt glimmt es leuchtend orange.
      Das war ein schöner Ausflug, wenngleich wir lieber ein bisschen mehr gelaufen und weniger gefahren wären!
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    • Day 383

      Der Tag danach - Muskelkater? Nö!

      February 23, 2020 in Nicaragua ⋅ ⛅ 25 °C

      Ich verbringe eine relativ unruhige Nacht. In der Ferne unten am Strand tönt laute Musik, um die nach und nach eintrudelnden Läufer zu begrüßen. Stündlich etwa einer oder zwei. Ich lasse das Licht die Nacht über an, für den Fall, dass Fraser zurückkommt. Um 6:30 ist er dann auch schon da. „Wie geht’s deinen Beinen?“ fragt er. Ich überlege. Ich spüre nichts. Wenn ich aufstehe und die Treppen runterlaufe, dann werd ich den Muskelkater sicher spüren. Aber nichts. Wie kann das sein? Ich flitze nach unten, einen Kaffee trinken. Luis ist schon da und sortiert Fotos. Ich hab schon wieder Hunger. Und das obwohl ich am Abend noch die Lasagne hatte. Als ich mit dem typischen Nica-Frühstück fertig bin, trudeln auch Fraser und Sean ein. 2 Stunden Schlaf, das war alles, was die beiden bekommen.

      So langsam verlassen die meisten Läufer das Hotel. Ich helfe, zusammenzuräumen. Ansonsten ist es ein ziemlich entspannter Tag. Am Abend fahren wir zu Ben ins Café Campestre zum Abendessen. Aus 5 Leuten werden plötzlich 15, und ich verhungere fast (ich hatte kein Mittagessen). Die Küche (und auch der Service) ist hier wirklich extrem langsam.
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    • Day 93

      Ometepe - Eine Insel mit zwei Bergen….

      June 15, 2022 in Nicaragua ⋅ 🌧 25 °C

      Von unserem nächsten Ziel Ometepe hatte ich schon Berichte gehört, die von einem nahezug magischen Ort sprachen. Die größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee und vor allem nicht ein Vulkan sondern zwei miteinander verbundene Vulkane die in klassischer Kegelform in den Himmel ragen.

      Doch ehe wir diesen Blick geniessen konnten, mussten wir erstmal hin. Es galt am Hafen von San Jorge die 12 Uhr Fähre zu erreichen. Profi Tip: bei Anreisen auf Inseln zur Sicherheit immer erstmal prüfen, ob es gegebenenfalls mehrere Wege gibt, die dorthin führen und nicht blind auf eine Angabe des Navigationssystems verlassen. Andererseits gelangt man über den vermeintlich einfacheren Weg auch schon mal in den Genuss beide Häfen kennenzulernen und ein wenig Hektik hält den Adrenalinausstoss auch im Urlaub auf einem normalen Niveau. Zumal wenn man - froh es noch eben so geschafft hat- durch einen falschen Abzweig schafft - semilegal auf das Gelände zu kommen während der Guide mit den Fährtickets vor der Schranke weiter auf einen wartet. Lange Rede, wir schafften es und entgegen aller Befürchtigungen passte unser Wagen sogar in die uns zugewiesene Parklücke auf dem Fährschiff. Die Überfahrt war dann auch recht entspannt, wobei die tief hängenden Wolken zunächst nicht den herbeigesehnten Blick auf die eigentlichen Hauptakteure zuliess. Wir hatten jedoch drei Nächte auf der Insel, so dass zumindest Hoffnung bestand, dass das noch besser wird.

      Wieder auf Festland angekommen ging es über Kopfsteinpflaster, mittelmäßige Strassen als natürliche Geschwindigkeitsbegrenzung und später durch viel Grün in Richtung Hotel Paraiso, welches genau zwischen den Vulkanen Conception und Maderas auf der Nordseite des Inselstreifens liegt (an der schmalsten Stelle sind es aber auch nur weniger als 3.000 Meter bis zur Südseite).

      Das Hotel einfach aber sauber. Bemerkenswert ist vor allem der großzügige Garten mit vollreifen Mangos auf dem Boden, die wiederum Geckos und allerlei Vogelarten anlockten. Unter anderem auch einen recht lauten und in keinster Form scheuen kleinen Langschwanzhäher, der vermutlich in seiner Sprache um ein milde Gabe unseres Frühstücks bat.

      Waren wir am ersten Tag auf Ometepe noch zu erledigt um größere Erkundungen vorzunehmen, nutzten wir den zweiten Tag für einen Besuch eines Urwaldschwimmbads (Ojo de Agua) mit leider recht kalten, aber dafür kristallklarem Wasser, dass wir uns neben ein paar lokalen Touristen nur mit ein paar Fischen teilen musste. Über deren Kommentare zum Tarzan-Swing Eures Berichterstatters legen wir besser den Mantel des Schweigens. Glücklicherweise war das direkt am Pool angesiedelte Restaurant nicht in der Lage uns etwas Adequates anzubieten, so dass wir zwar ein paar weitere Kilometer fahren mussten, dafür aber auf einer Anhöhe mit sehr ordentlichem Essen und vor allem einem grandiosen Blick belohnt wurden.

      Für den nächsten Tag (15. Juni) stand eine Strandwanderung auf dem Programm. Miss I hatte zwar Bedenken angemeldet, da das Wetter nicht sonderlich stabil aussah und Strand hin oder her ein Marsch durch den strömenden Regen nicht unter ihren persönlichen Reisehighlights war. Da sprach aber wahrscheinlich die schiere Trägheit sich von unserer schönen Veranda wegzubewegen und come on, es ist immer noch eine Insel, will sagen die Regenwolken sind genauso schnell wieder verschwunden wie sie gekommen sind. Um sie dann auch noch restlos zu überzeugen hatte ich als Ziel unseres Spazierganges das El Pital Chocolate Paradise ausgesucht. Zumindest nach Auskunft von Tripadviser das beste Eis der Insel. Der Weg hin war dann auch nicht allzu beschwerlich, zunächst ein, zwei Kilometer am Strand entlang in Richtung Vulkan Maderas. Dass dieser zwischenzeitlich fast vollständig von recht dramatischen Wolken umgeben war hätte mir bereits zu denken geben sollen, aber Hirn und Bauch wollten nunmal Eis und zwar das beste. Also versucht die Familie zu drängeln (womit ich mich natürlich in Widerspruch zu meinen Aussagen vom Beginn des Marsches beziehungsweise dieses Absatzes begab, was wiederum dem Respekt gegenüber Alter, Weisheit etc. des vermeintlichen Familienoberhauptes einiges an Abbruch tat) und irgendwie gerade noch rechtzeitig den auf den letzten 600 Metern zugegeben sehr steilen, steinigen und teilweise matschig rutschigen Pfad zu Cafe und Strand hinuntergelangt um uns pünktlich mit Einsetzen des Sturzregens einen Platz an der Cafebar zu sichern. Der Cafe war dann sehr gut, das Schokoladeneis sah ebenfalls vielversprechend aus, war dann aber doch etwas zu vegan bzw. gesund. Ausserdem machte mir inzwischen die Wetterlage dann doch Sorgen, denn trotz einer halben Ewigkeit Wartezeit nahm der Regen eher zu als ab und die Vorstellung mit Familie den Rückweg antreten zu müssen liessen dann doch keinen Genussmoment mehr zu. Jedenfalls musste ich widerwillig zugeben, dass ich uns in die Sch…. geritten hatte und entsprechend sollte ich es auch wieder heilen. Also erstmal als Vorhut nach Hause und das Auto geholt. Nicht ohne meiner Frau zu versprechen, dass ich natürlich nicht so blöd und leichtsinnig wäre mit dem Karren den Hang zum Cafe runterzurutschen. Ja klar! Die Birkenstock Sandalen waren eigentlich schon seit Thailand durch und irgendwie war ich nur zu nostalgisch sie zu entsorgen, aber der Marsch durch den Regen zeigte dann doch, dass keine Schuhe manchmal besser sind als schlechte Schuhen in welchen man auch noch auf der Innensohle hin und her rutscht. Also Schuhe in die Hand und barfuß über Stock und Stein. Nach eineinhalb Kilometern endlich am Strand, was zumindest das Laufen einfacher machte. Überrascht, dass trotz der Sturmflut die sich immer noch aus dem Himmel ergoss weiterhin Fischer Wasser standen, die per Hand ihre Netze auswarfen. Ich für meinen Teil war heilfroh, als ich endlich im Hotel war. Doch der eigentliche Teil meiner Rescue Mission stand ja noch bevor. Also nur kurz abgetrocknet (wozu eigentlich), zwei Handtücher für Miss I und FF gegriffen und mit dem Wagen los. Natürlich wäre es vernünftiger gewesen den Toyota oben an der Strasse zu parken und die Beiden zu Fuß hochzubringen. Aber was soll es und einmal auf halber Strecke gab es auch kein zurück und keine Wendemöglichkeit mehr. Also Augen zu (nein!) und durch. In der steten Hoffnung, dass unsere Mietwagengesellschaft an der Rückgabestation nur blindes Personal einsetzte. Wider Erwarten kamen wir dann aber doch Zentimeterschritten und ohne erkennbare Dellen (gut, zwei dreimal schrammte der Unterboden über Steine und /oder Wurzelwerk, aber Hebebühnen gibt es in Nicaragua bei National hoffentlich auch keine.

      Ob der Stunt es wert war, keine Ahnung, auf jeden Fall war ich für einen kurzen Moment der Held, der seine Familie vor den Fluten gerettet hat und die vorangegangene Dummheit vergessen. Und wer würde nicht sagen, dass es das wert war!

      Anmerkung: Das Bildmaterial ist nicht zur Weitergabe an National Mietwagen Nicaragua geeignet!!
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    • Day 6

      Ometepe

      May 10, 2023 in Nicaragua ⋅ ☀️ 32 °C

      In San Juan machte ich noch einen letzten Stop. Mir wurden von allen Seiten die Donuts empfohlen und so holte ich mir noch meinen Maracuya Donut für die Fahrt nach Ometepe. Enttäuscht wurde ich definitiv nicht davon.

      Die Fähre, wenn man sie überhaupt so nennen kann, hat gerade einmal Platz für ein halbes Dutzend Autos und grob geschätzt 100 Passagiere. Lustigerweise bekamen nur Gringos (Weisse) eine Schwimmweste, alle anderen nicht 😅

      In Ometepe gefiel es mir gleich. Es ist ruhig und man spürt irgendwie, dass die Zeit auf der Insel etwas anders läuft. Es hat kaum Autos, mehrheitlich Motorräder. Für $36 Dollars insgesamt für drei Nächte habe ich mir in einem lokalen Guesthouse ein privates Zimmer gegönnt.
      Am Abend sah ich mir an der Punta Maria Jesus den Sonnenuntergang an. Eine Sandbank, die zirka 1km in den See hineinragt.

      Am nächsten Tag mietete ich mir einen Roller - das was man hier anscheinend tun muss. Ich hatte etwas Bange, da ich noch nie selbst Roller gefahren bin. ABER ich habe es heil überstanden und konnte mir in Ruhe alle Sehenswürdigkeiten anschauen. Ich bin zu den „Ojos de Augua“ Mineralquellen gefahren, habe in einem schönen Kaffee Mittag gegessen und habe mir eine hausgemachte kalte Schokolade mir Blick auf den Vulkan gegönnt. Unterwegs bin ich mehr Kühen und Hühnern als Autos begegnet - welcome to island life.

      An meinem letzten Tag in Ometepe habe ich eine Wanderung auf den 1610m hohen Vulkan Conception gemacht. Die Wanderung dauerte 8h und ich war k.o (und riiiichtig dreckig). Die knapp 1500 zurückgelegten Höhenmeter, die Hitze und der anspruchsvolle Weg haben mich schön ans Limit gebracht. ABER auch hier habe ich’s heil überstanden :)

      Nun geht es für mich wieder an die Küste nach El Gigante. Mal schauen, was die Wellen dort können.
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    • Day 188

      Ometepe

      April 15, 2019 in Nicaragua ⋅ ⛅ 29 °C

      Nachdem wir einen Tag an der Pazifikküste Nicaraguas verbracht haben, entscheiden wir uns dazu, die große Insel im Lago Nicaragua zu besuchen. Die Insel mit dem Namen Ometepe wird in Reiseführern als Highlight angepriesen und wir können mit einer Autofähre hinübersetzten. Da Osterferien sind, ist es schwierig ohne Reservierung ein Platz auf den kleinen Fähren zu bekommen. Wir haben Glück und können mit etwas Wartezeit die übernächste Fähre in zwei Stunden nehmen. Die Zwischenzeit nutzen wir dazu unsere Essens- und Bargeldvorräte aufzufüllen. Pünktlich geht es aufs Schiff. Die Fahrt verbringen wir auf dem Oberdeck mit einer Gruppe junger Leute, die sich ihre Stimmung mit Musik und Whisky aufhellen. Der erste Eindruck ist von zwei Vulkanbergen, schöner Natur und freundlichen Menschen geprägt. Wir steuern einen Übernachtungsplatz am Strand an. Der Weg dorthin ist so schlecht, dass niemand sonst ihn bis hinunter zum Strand gefahren ist. So gehört uns die Beach-Poleposition für heute Nacht. Am nächsten Morgen verlangt uns das Wenden auf dem schmalen, sandigen Weg einiges ab. Wir fahren zum Kitestrand, an dem zwar etwas Wind aber sonst nur tote Hose ist. Wir sind aufgrund von Bullenhai-Erzählungen verunsichert und fahren erstmal weiter, um durch Bananenpalmen zu Thermalquellen zu spazieren. Als wir dann aber sehen und hören was da los ist drehen wir wieder um. Wir wollen lieber die Natur der Insel erkunden als mit den ganzen Schreihälsen im Wasser abzuhängen.

      Wir umrunden den Vulkan Madres und spielen mit der Überlegung einen 30 Meter hohen Wasserfall zu bewandern. Den einstündigen Fußmarsch ersparen wir uns aber, als wir am Eingang des Nationalparks erfahren, dass gerade nur wenig Wasser zu Fall kommt. Wir genießen statt dessen den Blick auf den Vulkan und den See. Nach einem kurzen Nickerchen fahren wir schließlich wieder zum Kitestand. Da hier immer noch keine Surfaktivitäten zu verzeichnen sind, gehen wir etwas Baden und schmeißen anschließend den Grill an. Beim Essen kommt ein junges deutsches Reisepärchen auf Fahrrädern vorbei, welches wir schon vor der Fährfahrt am Ticketschalter kennengelernt haben. Wir plaudern etwas über das Reiseleben. Nach dem Essen machen wir uns auf die Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz und werden von Senior Cruz auf seinem unbeleuchtetem Motorrad abgefangen. Er hat uns beobachtet und bietet uns sein Grundstück als Stellplatz an. Er ist sehr freundlich und erklärt uns, dass er hier mit Manuel, seinem jungen Mitarbeiter, ein Business aufbaut. Wenn wir etwas essen wollen oder sonst etwas brauchen, sollen wir nur kurz bescheid sagen, Manuels Schwiegermutter könne gut kochen. Uns ist die Gastfreundschaft zwar nicht so geheuer, wir nehmen aber dankend den Stellplatz an und stehen nun schon den zweiten Abend hier. Der Strand am Grundstück ist sehr schön und lädt zum Verweilen ein. Leider kommt heute kein ausreichender Kitewind auf, so dass wir vor Sonnenuntergang noch etwas am Strand entlang joggen, um unseren Bewegungsdrang zu befriedigen. Morgen früh wollen wir bei einer Bäckerei frühstücken und danach wieder mit der Fähre zurück zum Festland und weiter an die Pazifikküste fahren.
      Hier ein kurzes Video: https://youtu.be/W63ahxlrDtA
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    • Day 377

      Tage 4-7 auf Ometepe - Der Umzug

      February 17, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 30 °C

      Ein paar Tage sind verstrichen, die Aufregung steigt. Nun sind wir im Hotel Villa Paraiso eingecheckt. Von hier wird in 5 Tagen Fuego y Agua starten. Sean hat uns großzügigerweise ein Zimmer hier zur Verfügung gestellt. Ich fühle mich etwas schlecht. Ich helfe nicht wirklich bei den Vorbereitungen und hab ja schon einen freien Startplatz bekommen. Beschweren will ich mich aber auch nicht und freue mich, dass ich hier sein kann.

      Wir befinden uns nun auf der größeren der beiden Vulkaninseln von Ometepe. Den heutigen Tag verbringen wir mit Besorgungen - Snacks & Getränke für die Erste-Hilfe-Stationen. Es wird Obst, Kartoffeln und isotonische Getränke geben - und natürlich Rum. Insgesamt gibt es 6 Stationen. Für die 50km heißt das 4. Fraser gibt mir eindringlich Tipps, was ich wie machen soll. Er weiß, dass ich fast nie etwas trinke. Ich komme mir manchmal vor, wie ein olympischer Athlet mit seinem Coach. Genau dewegen bin ich Einzelgänger wenn es um Sport geht. Ich habe keine Lust, mir sagen zu lassen, wie ich zu laufen habe und was ich essen und trinken soll. Und wenn ich das so ausspreche mir sagen zu lassen, dass ich dickköpfig sei. Naja, ich sage einfach "ok" und denke mir "ich mach eh was ich will". 😂 Oh Gott, ich werde jämmerlich versagen am Samstag 😱😅

      Wir sind hier direkt am Strand des Lake Nicaragua oder Lago Cocibolca (er hat viele Namen), der bis heute Haie beheimatet, nämlich den Bullenhai oder auch gemeinen Grundhai. Erst vor ein paar Tagen sollen ein paar der angriffslustigen Biester gesichtet worden sein. Vielleicht gehe ich hier doch nicht mehr baden, wenn ich so lese, dass sie in seichten Gewässern unterwegs sind. Ich konzentriere mich lieber aufs Laufen.

      Laufen, das haben wir vor zwei Tagen das letzte Mal gemacht. Sean, Ben und ich sind 8 km der Strecke des 100 km-Laufs abgelaufen, um zu sehen, wie sie in Schuss ist. Ich wollte mich davor drücken, aus Angst, nicht mithalten zu können. Aber bis wir um 15:30 los sind, war ich so zappelig, dass ich nicht weiter im Auto sitzen konnte. Und ich konnte ganz gut mithalten. Die Strecke an sich war super schön, wenn auch sehr heiß. Belohnt werden wir am Ende. Die Strecke führt zum See hinunter und wir laufen alle drei in die Fluten. Ein paar Besprechungen mit ein paar Bewohnern, die mithelfen beim Lauf und es geht zum Essen in Ben's Café Campestre.

      Der Tag darauf wird sehr faul. Nach einem Besuch in einem Hostel das bei Fuego y Agua mitwirkt laufen wir etwas am Strand lang, trinken einen Smoothie und baden im See im Chocolate Paradise, wo leckere Schokolade hergestellt wird und essen - wie soll es auch andes sein - im Café Campestre, wo ich die neuen Speisekarten Korrektur lese (und natürlich viele Fehler finde, haha).

      Hier im Café verliebe ich mich in einen kleinen Hund, der aussieht wie Dobby aus Harry Potter. Es ist eine kleine Hundedame, voraussichtlich hat sie ein paar Junge. Sie ist total abgemagert und bettelt im Restaurant. Natürlich dürfen wir sie nicht füttern und ich verjage sie immer, auch wenn sie mich mit ihren süßen Augen und Ohren schon längst um den Finger gewickelt hat. Ich sollte eine Hundepatenschaft schließen. Aber das wäre wohl nicht richtig. Hier sind alle sehr sehr arm. Die meisten Tiere sehen aus wie Knochengerüste, die Häuser würde ich nicht Häuser nennen und die meisten der heruntergekommenen Hostels und Restaurants stehen leer. So gut wie jeden Tag gibt es mal länger mal kürzer Stromausfall, gestern Abend lag die komplette Insel für mehrere Stunden im Dunkeln.

      Wir wollen unser Geld gerne bei verschiedenen Restaurants lassen, aber viele Möglichkeiten gibt es nicht. Die politischen Unruhen haben die Insel stark mitgenommen. Fuego y Agua spendet deswegen ihren kompletten Gewinn der Insel, hauptsächlich an Schulen. Sean, Ben, Fraser und die anderen Oranisatoren arbeiten ehrenamtlich, nur die lokalen Guides werden bezahlt. Es ist wirklich schön, mitzubekommen, was über Fuego y Agua getan wird für die Insel.
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    • Day 383

      Treppchen für Kathi

      February 23, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 29 °C

      Nur mal kurz ein update: dieser Lauf war das Härteste, das ich je in meinem Leben gemacht habe! Woher ich die Energie hatte - ich hab keine Ahnung. Der Bericht folgt. Auf jeden Fall bin ich als dritte Dame ins Ziel gehopst. Wie, das weiß ich nicht.Read more

    • Day 382

      Fuego y Agua - Der Lauf

      February 22, 2020 in Nicaragua ⋅ ⛅ 31 °C

      Es ist soweit. 4:00 der Wecker klingelt. Eigentlich brauche ich ihn gar nicht. Stündlich wache ich auf aus Angst, dass ich den Start versäume. Gut, dass Fraser ein zweites Handy dabeihat, dass ich für Notfälle mitnehme. Luis Escobar (wer Born to Run gelesen hat weiß, wen ich meine 😉) versorgt mich am Tag zuvor mit Wasserflaschen und Energy-Gels. Fraser besteht außerdem darauf, dass ich ein Snickers und alle meine Elektrolyte mitnehme.

      Ich träume, dass ich auf die Zugspitze wandern will, es aber stürmt und ich in Windeseile wieder hinunterrase (ist ja schon mal passiert, was Zugspitz-Mädels?!).

      Ich hopse aufgeregt aus dem Bett. Hoffentlich hab ich nichts von den Utensilien vergessen, ohne die man nicht starten darf. Am Abend zuvor hatte ich die Liste nicht gefunden. 2L Wasser und eine Stirnlampe – war noch was? Egal. 4:30 ist check in. Ich laufe nach unten. Sydney, mit der ich tags zuvor den Check-in gemacht habe prüft, ob jeder Anwesende vollständig ausgerüstet ist. „Rettungsdecke“? fragt sie. Scheiße, die hab ich nicht eingepackt. Ich flitze nach oben ins Zimmer und packe meine Rettungsdecke aus meinem DAV-First-Aid-Kit. Dann erst fällt mir auf, dass mein Fuego y Agua Shirt, das ich trage aus Baumwolle ist. Nicht unbedingt vorteilhaft, wenn man viel schwitzt. Ich sause nochmal hoch und wechsel mein Shirt. Um 5 Uhr fällt dann der Startschuss. Die Truppe der 50km-Läufer saust los. Naja. Sausen wäre was anderes. Fraser und die anderen haben mir eingebläut, ich solle nicht zu schnell loslaufen. Aber so langsam wie die sich alle bewegen kann ich gar nicht laufen, da fällt man ja um. Das ist höchstens ein Drittel der Geschwindigkeit, die ich normalerweise laufen würde. Ich entscheide mich für die Hälfte meiner normalen Geschwindigkeit und ziehe an den meisten Läufern vorbei. Es geht etwa 5km den Strand entlang. Es ist noch dunkel und kühl. Warum nicht jetzt ein paar Kilometer hinter sich bringen, und dann lieber in der Mittagshitze langsam gehen? Nun ja, es ist mein erster Lauf, ich muss wohl erst mal testen, was für mich das Beste ist. Nach etwa 5 km verlassen wir den Strand und folgen der Teerstraße Richtung Balgue, von wo aus es rauf über die Finca Magdalena auf den Vulkan geht. Allison und Gabe sind dort bei der ersten Aid Station. Ich quatsche ein wenig mit ihnen, als ich mir Wasser für meine Elektrolyte hole. Ein Mädel zieht an der Gruppe der umstehenden vorbei. Das scheint wohl die Nummer 1 zu sein. Ich laufe weiter. Gut, dass ich den Weg schon kenne. Es dämmert mittlerweile aber auch, so dass ich meine Stirnlampe nicht brauche (ich hatte sie eh kaum an, ich lauf ja lieber im dunkeln). Bis zum Aussichtspunkt laufe ich hinter einem Typen her. Ich will dort Pause machen und die Aussicht genießen, die es aber leider nicht gibt. Mädel 2 zieht an mir vorbei. Ich schließe mich hinten an. Bis zum Check-Point auf dem Vulkan habe ich sie aus den Augen verloren. Auch wenn ich gerne wander, der Vulkan ist schon echt steil. Und kein Bier wartet oben am Gipfel. Nur Nebel und Kälte und Matsch. Mehr als einmal frage ich mich, ob ich mir das wirklich ein zweites Mal antun möchte, oder einfach unten aufhöre. Oder vielleicht doch die 12 km versuchen? Danach kann ich es mir immer noch überlegen.

      Im Krater des Vulkans treffe ich auf Mark, einem der Voluntäre, der uns tags zuvor beim Check-in geholfen hatte. Bei jeder Station werden unseren Nummern vermerkt, für den Fall, dass jemand verloren geht. Er und Gerhard – einer der Organisatoren – haben hier oben in der Kälte gezeltet, um vor den ersten Läufern hier zu sein. Es ist toll ein bekanntes Gesicht zu sehen und eine Umarmung zu bekommen.

      Es geht weiter an der kleinen Lagune im Krater vorbei – mann ist das matschig – und nach einem kurzen Aufstieg auf der anderen Seite des Vulkans hinab. Als ich durch den Matsch laufe, hole ich das Mädel Nummer 2 ein. „Ich hasse Matsch. Ich mag lieber die Hitze.“ „Dann sehen wir uns, wenn du mich auf den 12km entlang des Vulkans in der Mittagshitze überholst“ sage ich mit einem Zwinkern, als ich an ihr vorbeilaufe und meinen Beinen freien Lauf lasse. Es ist wie beim wildesten Spartanrace: Matsch bis zum Knie. Meine Schuhe bleiben aber an den Füßen. Als es dann endlich wieder trocken wird, geht’s noch schneller den Berg hinunter. Wie von der Wespe gestochen flitze ich den Abhang hinunter. Das ist genau mein Ding hier, technisches Bergablaufen, zwischen Steinen und Wurzeln. Ich überhole ein paar Männer, die mit Stöcken den Berg hinuntertraben und freue mich über die nächste Aid-Station. Ich trinke Cola, esse Bananen, Kartoffeln, Melone und Ananas, bevor ich mich an die 12 km wage. Es ist 9:20, d.h. ich bin etwas über eine halbe Stunde früher dran, als geplant. Gut gelaunt mache ich mich nach etwa 10 Minuten Pause auf dem Weg. Es ist jetzt schon unglaublich heiß und staubtrocken. Ich versuche zu laufen, meine Füße wollen aber gar nicht so recht. Gott sei Dank sind überall fröhliche Kinder, die winken und sich freuen, ich grüße und winke in alle Richtungen. Einen weiteren Läufer kann ich in der Ferne erkennen. Bergauf gehe ich, bergab laufe ich und auf der Geraden laufe ich in der Sonne und gehe im Schatten. Nach einer halben Stunde flitzt plötzlich Nummer 2 an mir vorbei: „Das ist genau meine Temperatur“ sagt sie und kann mich sogar motivieren, ein bißchen mitzuhalten, bis ich bei der nächsten Steigung aufgebe und sie langsam aber stetig mit einem anderen Läufer in der Ferne verschwindet. Nach einer Stunde bin ich so geschafft und ausgelaugt, dass ich an einer kleinen Tienda Halt mache. Eine kühle Cola aus der Glasflasche. Toll! In einem Zug trinke ich die Flasche leer, bedanke mich und mache mich wieder auf den Weg. Der andere Läufer, den ich in der Zwischenzeit überholt hatte, hat fast wieder aufgeholt. Als ich kurz darauf noch ein paar Affen beobachte ist er fast wieder gleichauf. Die Straße scheint kein Ende nehmen zu wollen. Ich überlege, ob ich hier einfach aufgebe. Wie weit kann es wohl noch sein? Wieso ist nirgendwo ein Schild, wie weit es noch bis zur Finka Mistika, der nächsten Aid-Station ist? Bin ich noch richtig? Wann war die letzte Markierung? Wie weit ist wohl Nummer 2 mittlerweile? Oh, da hinten ist der See. Ich glaub, ich spring einfach rein und trink ihn aus. Nein, ich schaff es noch bis zur Finca. Und plötzlich, nach einer Ewigkeit sehe ich sie: Carlos und Yuriel vor einem Tisch mit Essen und Getränken. Dort macht sich auch Nummer 2 gerade an den Aufstieg. Mir Wurst, ich mach Pause. Yuriel nimmt mir meine Laufweste ab und füllt meine Wasserflaschen, während ich in voller Montur in den See renne. Meine Schuhe sind noch voll Schlamm, ganz zu schweigen von mir. Ich wasche mich so gut es geht, quatsche mit Robin, dem schwedischen Guide, der leider wg. Rückenproblemen hier aufhört und den anderen Nica Guides. Etwas über die Hälfte sollte ich jetzt hinter mir haben. Nach etwa 15-20 Minuten mache ich mich um 11:25 wieder auf den Weg. Vielleicht schaffe ich es sogar etwas früher ins Ziel? Hm. Erst mal abwarten. Energiegetankt schlage ich den Weg Richtung Finca ein. Es geht leicht bergauf. Lange halte ich das Lauftempo nicht durch und wandere stattdessen zügig, bis es auch dafür zu steil wird. Gefühlt senkrecht geht es nach oben. Meine Beine wollen nicht mehr. Ich bleibe häufig stehen, um meine Waden zu dehnen, die sehr unter dem Aufstieg leiden und versuche, aus den Oberschenkeln zu arbeiten. Als mir etwas schwindlig wird, packe ich mein Snickers aus. Das ist genau das richtige und gibt mir neue Energie. Nach einer gefühlten Ewigkeit, 1,5 l Wasser mit Elektrolyten, dem Snickers und einem Powergel später komme ich an eine Passage, die nur mit Hilfe der Arme zu meistern ist. Ich glaube, ich bin falsch abgebogen und mache grad den Survival Run und nicht den Ultratrailrun. Zu gerne würde ich aufgeben, aber wo soll ich hin? Nach unten ist es jetzt sicher weiter als nach oben. Weit kann es jetzt ja nun nicht mehr sein.

      Doch, es kann. Als ich schon gar nicht mehr daran glaube, dass der Berg irgendwann ein Ende nimmt, stehe ich plötzlich oben am Krater. Einsam sitzt ein Nica Guide im T-Shirt da und begrüßt mich. Ein eisiger Wind braust mir um die Ohren. „Ist alles Ok? Der Wind ist ja wahnsinnig!“ sage ich. „Ja, alles klar“ meint er nur und fügt hinzu „Den weißen Markierungen folgen, nicht den blauen“. Ich bedanke mich und freue mich auf den Abstieg. Hoffentlich wars das jetzt mit Höhenmetern. Mein Körper will nicht mehr nach oben. Als erstes muss ich nun durch das Schlammgebiet, an dem ich vor zwei Wochen umgedreht bin. Knöcheltief sinke ich in den schwarzen Schlamm. Ein Engländer watet langsam durch den Matsch. Er ist einer der 25km-Läufer und sieht nicht fröhlich aus. „Bald gibt’s ein kaltes Bier“ sage ich als ich ihn überhole. Vorsichtig balanciere ich über Äste und Steine, um nicht zu tief im Dreck einzusinken, auch wenn es ohnehin egal ist, da ich eh schon wieder komplett verschlammt bin. Ziemlich lange bleibt es sehr schlammig, so dass ich nicht rennen kann, wie ich es üblicherweise bergab tu. Das ist sehr frustrierend und zehrt an den Kräften. Ich mag nicht mehr. Vielleicht hör ich bei der nächsten Aid Station auf? Ich frag einfach, wie lange es dann noch ist. Als ich so in meine Gedanken vertieft bin, höre ich plötzlich jemanden von hinten. Ein Mädel begrüßt mich, ich lass sie vorbei. Äh, halt mal. Wieso hat die denn noch so viel Energie? Und wo kommt die überhaupt her so plötzlich? Ja, ich bin schon ziemlich lahm den Berg rauf, es ist mittlerweile ungefähr 3 Uhr. Ich laufe etwas schneller. So langsam kommen wir aus der kalten nassen Zone in die trockene. Robin hatte mir schon gesagt, dass der Weg ziemlich gut ist, wenn man technisches Bergablaufen mag. Kurz darauf hole ich die kleine Lateinamerikanerin wieder ein. Sie ist nicht gut im Bergablaufen sagt sie und lässt mich vorbei. Und nun lass ich meinen Beinen wieder freien Lauf. Ich bin selbst erstaunt, wie schnell meine Füße noch laufen können. Ich überhole 3 Läufer der 25 km-Truppe und 3 weitere von den 50km. Kurz halte ich an. Ein Herr führt seinen Hund spazieren. „Können Sie mir vielleicht mein Wasser aus der Tasche hinten geben? Ich verdurste gleich.“ Er reicht mir die Flasche, ich bedanke mich und ich fülle – während dem Laufen – Elektrolytpulver in das Wasser. Und ab geht’s. Meine Füße laufen so schnell, dass ich nicht mal sehen kann, wo ich hintrete. Ich hüpfe über Steine und Wurzeln von links nach rechts, vorbei an weiteren Läufern. Einer hat beide seiner Schuhsohlen in der Hand. „Alles klar?“ frage ich, die Bremsen reinhauend. „Naja. Meine Schuhe sind hinüber und ich hab fast kein Wasser mehr.“ sagt er. Die nächste Aid Station sollte nicht mehr weit sein, meine ich und laufe weiter. Kurz darauf sehe ich einen Haufen Leute, Essen und Trinken. „Wie weit ist es noch?“ frage ich Carlos, der zwischenzeitlich an dieser Station angekommen ist. „5km. Halbe Stunde.“ sagt er. „Super, ich hab nämlich keine Lust mehr zu laufen. Ich brauch nix, das schaffe ich noch ohne.“ Und weiter geht’s den Berg hinab. Es ist wieder verdammt heiß und ich hoffe dass der Liter Wasser tatsächlich noch reicht. Ich komme an der Straße an, die Richtung Santo Domingo führt und trabe sie entlang bis es zum Strand runtergeht. Dort angekommen, ziehe ich meine Schuhe aus und laufe barfuß (quasi barfuß barfuß) zum Wasser hinunter, um meine Füße zu kühlen. Und da sehe ich es, das Ziel, ganz da hinten am anderen Ende des Strandes. Schaffe ich das? Jetzt aufgeben ist wohl etwas albern. Ich fange an, zu joggen. Nach ein paar hundert Metern gehe ich ein paar Schritte, dann jogge ich wieder. So im Wechsel nähere ich mir dem Ziel. Ein Nica Bauer kommt mir auf seinem Pferd entgegen, zwei weitere Pferde folgen ihm. Ich nehme das als Entschuldigung, stehenzubleiben. Ich gebe mir einen Ruck. Joggen. Gehen. Joggen. Gehen. Das Ziel kommt in der Tat näher. Und dann, als die Leute anfangen zu klatschen, packe ich meine letzten Reserven aus und spurte ins Ziel, wo ich mich in den Sand fallen lasse. Meine Beine wollen nicht mehr. Allison kommt mit der Medallie auf mich zu und Sean eröffnet mir, dass ich heute, an meinem ersten Ultramarathon nach 11 Stunden und 44 Minuten als dritte Frau über die Ziellinie gekommen bin, hinter einer Deutschen (Münchnerin, die wohl ständig die Spartan Races gewinnt) und Nummer 2 aus Costa Rica. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Fraser kommt gerade herunter, sieht mich und kann es auch nicht glauben, dass ich tatsächlich Nummer 3 geworden bin. Als hätte er gerade selbst einen Marathon gewonnen, freut er sich für mich. Mein Coach halt, dem ich nie zuhöre und am Ende doch froh bin, dass ich all das Zeugs eingepackt hab, wie er es mir gesagt hat. Traditionsgemäß erhalten Plätze 1 bis 3 eine Maske, die von einem Künstler aus Managua handgefertigt werden. Dann schlürfe ich mein Bier, im Sand sitzend. Aufstehen kann ich gerade nicht mehr. Ich kann es auch noch gar nicht fassen. Es ist vorbei! Ich habs geschafft. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ob ich es nochmal machen möchte? Nein. Das soll ich erstmal abwarten, meint Allison mit einem Zwinkern (sie selbst ist Marathonläuferin).

      Ich lege mich etwas hin, esse Lasagne und nach dem Sturm, der um 18 Uhr die Insel heimsucht und uns alle um die Läufer auf den Vulkanen bangen lässt, sitze ich bis 0:30 am Strand, schaue den Sternenhimmel an und feuere die nächsten Läufer an, die nach und nach ins Ziel trotten. Am Ende kommen alle Läufer ins Ziel (also nicht alle, viele geben unterwegs auf, aber alle sind am Ende wohlbehalten zurück im Hotel Villa Paradiso), der letzte 100km-Läufer allerdings erst um 6:18, nach über 28 Stunden 18 Minuten nach der Cut-Off-Zeit. Das laufen doch nur Verrückte!! Der schnellste hat dieses Jahr übrigens den Rekord gebrochen mit 18 Stunden und 9 Minuten.

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      Nachtrag: der Tag vor dem Lauf. Ich hatte Sean & Fraser meine Mithilfe versprochen und helfe beim Registrieren und der T-Shirt-Ausgabe. Zusammen mit Sydney aus Guatemala. Wir beide verstehen uns gleich super. Sie spricht nicht so gut Englisch und mein Spanisch ist auch mehr als nur eingerostet. Und so spricht sie Spanisch und ich Englisch - verstehen können wir nämlich jeweils die andere Sprache.

      Der Andrang ist ziemlich groß und daher kommt uns im Laufe des Tages noch Mark zu Hilfe. Immerhin sollen wir nebenher auch noch Murchandise-Artikel verkaufen. Da heute mein Geburtstag ist (wie ich einem Läufer verrate, der ebenfalls seinen Geburtstag feiert) und ich zudem so aufgeregt bin wg. dem Lauf am folgenden Tag, habe ich mir einen Cuba Libre aus meiner Cola gemacht. So merke ich auch kaum, dass ich den ganzen Tag hinter der Theke stehe. Irgendwann meint Mark, ich solle doch mal ne Pause machen und ich lege mich in der Tat etwas hin. Meine Beine sind ganz schwer vom vielen Stehen und morgen sollen sie immerhin 50 km auf und ab laufen.
      Am Abend verrät mich Fraser an ein paar Leute, so dass immer wieder jemand mit einem Schnapps zum Anstoßen vor mir steht. Jeder der mich kennt weiß, wie schwer mir nein sagen fällt. Irgendwie tut es schon gut - diese Aufregung vor dem morgigen Tag - aber oh Mann, ob das gutgehen wird morgen?? Um 20 Uhr verabschiede ich mich dann Richtung Zimmer. Na dann, gute Nacht!
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    You might also know this place by the following names:

    Playa Santo Domingo

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