Nicaragua
Departamento de Rivas

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152 travelers at this place
  • Day286

    ¡Hola! Nicaragua. San Juan del Sur

    November 30, 2019 in Nicaragua ⋅ ⛅ 29 °C

    Nicaragua... wo liegt das eigentlich?🇳🇮
    So ziemlich zentral in Zentralamerika. Ein Land von dem man nicht wirklich viel gehört hat und wenn dann nur schlechtes. Auf unserem Weg haben wir jedoch einige getroffen die in dem kleinen tropischen Land waren und jeder hat davon geschwärmt. Deswegen freuten wir uns auch schon darauf.

    Mit einem langen, anstrengenden und teuren Grenzübergang verließen wir Costa Rica.
    Mit alten Schulbussen - auch Chickenbusse genannt - ging es von der Grenze an die Pazifikküste. Genauer gesagt nach San Juan del Sur.

    Eine kleine Wanderung zum Christo mit einem tollen Ausblick auf die Küste/Bucht ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Und von den täglichen Sonnenuntergängen konnten wir uns nicht satt sehnen.

    Wir genossen das Flair und das Nichtstun in dem Ort.
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    Mu Va

    Wunderschön 🤩👍

    12/4/19Reply
    Mu Va

    Das sieht schon lecker aus.😋

    12/4/19Reply
    Anja Endler

    Tolle Bucht👍

    12/4/19Reply
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  • Day381

    Fuego y Agua - "barfuß" 50 km laufen

    February 21, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 29 °C

    Liebe Familie & Freunde,

    ich hoffe, ich kann morgen auf eure Daumen setzen. 12 Uhr deutsche Zeit, da seid ihr sicher auch am Samstag schon auf. 😉 Es ist nichts weltbewegendes, aber wer mich kennt, der weiß, wie nerös ich bin, seit Tagen (Wochen??) schon.

    Da stehe ich nun, vor meinem ersten offiziellen Ultramarathon. Die letzten Tage wurde mir beim bloßen Gedanken schon ganz schlecht. Und dass, obwohl ich nur für mich laufe, aufhören kann wann und wo ich will und das tollste Team um mich habe, das mich jederzeit überall einsammeln würde.

    50km, +/- 3.000 hm und ich würde gerne zurück sein, bevor es dunkel wird, d.h. 13 Stunden Zeit kann ich mir lassen (nach 16 Stunden ist ohnehin Cut-Off). Das Ganze bei der Hitze, die hier herrscht, 30° und staubtrocken.

    Es wird eine Herausforderung und ich werde mir sicher oft wünschen, es wäre schon vorbei. Aber mit Sicherheit werde ich auch ziemlich viel Spaß haben!

    https://fuegoyagua.org/fuegoyagua-nicaragua
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    Helmut Heilmann

    Vielllll Wasser trinken 😘😘😘😘😘😘😘😘😘😘

    2/21/20Reply
    Kathi.

    😂😂 Danke für den super Tipp. 2l MUSS man eh mitnehem, die Trinke ich dann ganz schnell aus, damit ich sie nicht schleppen muss 😉

    2/21/20Reply
    Helmut Heilmann

    Späßle gemacht 😘😘😘😘

    2/21/20Reply
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  • Day359

    I am sailing... Playa Blanca

    January 30, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 31 °C

    Wieder eine Nacht super geschlafen. Trotz der Hitze. Wir haben hier im Hotel Estrella keine Klimaanlage. Der Ventilator rauscht die ganze Nacht sein eintöniges Lied.

    Es ist 6:15, ich blicke von meinem Bett aus dem Fenster aufs Meer hinaus. Es hat eine superschöne Morgenstimmung. Die Luft ist noch relativ kühl, der Strand liegt im Schatten. Ich raffe mich auf zu einem Strandspaziergang, der dann natürlich in einem Strandlauf übergeht. Etwa 5 km laufe ich zur Jesusstatue – eine der Größten der Welt, die hoch oben auf dem Felsen über das Meer ragt und zurück Richtung Hotel. Überraschenderweise ist es nicht so anstrengend, wie ich gedacht hatte. Die 5 km sind schnell abgelaufen, trotz der Tatsache, dass ich seit Wochen oder sogar Monaten nicht gelaufen bin. Nach dem Lauf geht’s ins Meer zur Abkühlung und kurz nach 7 bin ich schon wieder im Hotel. 7:30 gibt es Frühstück. Da wir alle zeitig ins Bett gehen hier, sitzen auch alle vor 8 parat. Es ist schon praktisch, wenn es um 18 Uhr bereits dunkel ist, 20 Uhr fühlt sich an wie Mitternacht.

    Um 9 Uhr holen wir einen Mietwagen und Fraser macht eine kleine Tour mit uns. Er zeigt und sein Grundstück, dass er vor vielen Jahren gekauft hat und den Surfstrand Playa Maderas, an dem wir ab dem nächsten Tag sein werden. Im Hostel Clandestino holen wir Stefan ab, den Hostelinhaber, der mit uns auf den Segeltrip geht. 3 Stunden später sind wir zurück im Hotel, um nach einem kurzen Happen zu unserem Segeltörn aufzubrechen. 11 Personen sind wir plus 2 Crewmitglieder. Fraser kündigte den Tripp als 'Booze-Cruise', also eine Sauftour an, daher sind wir etwas überrascht, als drei der Teilnehmner über 70 sind.

    Der Ausflug ist spitze. Wir segeln an der Küste Nicaraguas entlang bis zum Playa Blanca. Dort schwimmen und schnorcheln wir etwa einen Stunde, bevor es zurück geht. Als Snack gibt es fantastisches Ceviche, Bananenchips und Guacamole. Zum Sonnenuntergang sind wir zurück, hopsen nochmal ins Meer, essen Streetfood und um 21 Uhr liege ich schon wieder im Bett.
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    Helmut Heilmann

    Schön 😘

    2/1/20Reply

    Haha, daß du mal häufig vor 1 Uhr nachts ins Bett gehst - jetzt gehst ja sogar schon früher als ich Schnarchnase ins Bett 😂😂😂// Vroni

    2/1/20Reply
    Kathi.

    Ist mir im letzten Jahr ja relativ häufig passiert. Hab alles nachgeholt, was ich die letzten 20 Jahre verpasst hatte 😉

    2/1/20Reply
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  • Day289

    Ometepe

    December 3, 2019 in Nicaragua ⋅ ⛅ 29 °C

    Ometepe unser nächster Halt in Nicaragua ist eine kleine chillige Insel im größten See Zentralamerikas. Mit gleich 2 großen Vulkanen schmückt sich diese Insel. Da Ometepe auch nur 42 km lang und an der dünnsten Stelle nur 5 km breit ist, konnte man diese mit einem Motorrad sehr gut umrunden. Also liehen wir in unserem Hostel ein Motorrad aus und los ging die Spritzfahrt. Wir fuhren durch viele kleine Dörfer und von allen wurde man immer höflich gegrüsst... das ist jedes mal, auch in den anderen Ländern, so toll. Die Freundlichkeit der Menschen in Süd- und Zentraleamerika ist einfach unglaublich. :)
    Da es doch recht warm war, hielten wir am Ojo de Agua an, einem kleinen Naturbad. Wo das Wasser richtig schön blau und klar war. Wir verweilten hier ein paar Stunden bis unsere Fahrt weiterging. Anfangs hatten wir immer den Vulkan Concepcion im Rücken, aber dann fuhren wir genau am Maderas Vulkan vorbei. Es ist schon verrückt, solche Giganten neben sich zu haben und zu wissen, dass beide noch aktiv sind... 🌋aber ein Aufstieg war uns dann doch zu anstrengend 🤣
    Wir gönnten uns hier ein bisschen Pause und hatten viel Zeit um täglich Sonnenuntergänge zu bestaunen, die wirklich traumhaft waren. 🌅

    Achja und das gute Essen hier. Es gibt so kleine Restaurants, hier Sodas genannt, die wirklich tolles leckeres essen kochen, was uns sicherlich irgendwann fehlen wird.
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    Mu Va

    Also Robbys Gesichtsausdruck 😂 hast 🙈du Angst auf dem Motorrad??

    12/9/19Reply
    Mu Va

    Es sind tolle Schnappschüsse , so traumhafte Orte 👍👍🤩

    12/9/19Reply
    Mutsch Zscha

    Robby, warum machst du so ein verbissenes Gesicht ?🤔

    12/9/19Reply
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  • Day146

    Relaxing at the Pacific: SanJuan del Sur

    January 31, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 29 °C

    Alarm at 5:30am, on the bikes at 5:55am - new record in the morning. But we had to leave early as the first ferry left at 7:30am from the South side of the island. On the way to the ferry, we enjoyed some last impressions of the islands including its pigs and cows next to and on the street.
    We got to the ferry half an hour before it left which gave us some time to watch the scenes of loading it. 3 big trucks, several cars, motorbikes, our bikes, many people... We couldn't find any information about weight or people limits but are sure the ferry was overloaded. Anyways, the locals didn't seem to bother and we made it to the mainland again without any problems. Costs this time: 50 córdoba for each of us - no harbour tourist tax, no bicycle tax, no additional costs for the bikes like on the way to the island. Interesting policies they have!
    We really enjoyed Ometepe and hope that this little paradise stays as it is. Obviously, the government has granted the Chinese permission to build a second canal like the Panama Canal. According to the plans, this canal should be built right through the lake Cocibolca. However, permission was granted in 2014 and until now they haven't started building anything yet (in 2014, they said it should be finished by 2019...).
    As we made good progress over the past weeks, we decided to stay another day in Nicaragua. The Pacific Coast is only 18km away from the lake, so we went to San Juan del Sur. It's a very nice beachtown, beautiful bay, touristy but neither overcrowded nor overpriced. We spent the afternoon at the beach, had a local beer and icecream and stocked up food for Costs Rica which is supposed to be really expensive.
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  • Day382

    Fuego y Agua - Der Lauf

    February 22, 2020 in Nicaragua ⋅ ⛅ 31 °C

    Es ist soweit. 4:00 der Wecker klingelt. Eigentlich brauche ich ihn gar nicht. Stündlich wache ich auf aus Angst, dass ich den Start versäume. Gut, dass Fraser ein zweites Handy dabeihat, dass ich für Notfälle mitnehme. Luis Escobar (wer Born to Run gelesen hat weiß, wen ich meine 😉) versorgt mich am Tag zuvor mit Wasserflaschen und Energy-Gels. Fraser besteht außerdem darauf, dass ich ein Snickers und alle meine Elektrolyte mitnehme. Ich träume, dass ich auf die Zugspitze wandern will, es aber stürmt und ich in Windeseile wieder hinunterrase (ist ja schon mal passiert, was Zugspitz-Mädels?!). Ich hopse aufgeregt aus dem Bett. Hoffentlich hab ich nichts von den Utensilien vergessen, ohne die man nicht starten darf. Am Abend zuvor hab ich die Liste nicht gefunden. 2L Wasser und eine Stirnlampe – war noch was? Egal. 4:30 ist check in. Ich laufe nach unten. Sydney, mit der ich tags zuvor den Check-in gemacht habe prüft, ob jeder Anwesende vollständig ausgerüstet ist. „Rettungsdecke“? fragt sie. Scheiße, die hab ich nicht eingepackt. Ich flitze nach oben ins Zimmer und packe meine Rettungsdecke aus meinem DAV-First-Aid-Kit. Dann erst fällt mir auf, dass mein Fuego y Agua Shirt, das ich trage aus Baumwolle ist. Nicht unbedingt vorteilhaft, wenn man viel schwitzt. Ich sause nochmal hoch und wechsel mein Shirt. Um 5 Uhr fällt dann der Startschuss. Die Truppe der 50km-Läufer saust los. Naja. Sausen wäre was anderes. Fraser und die anderen haben mir eingebläut, ich solle nicht zu schnell loslaufen. Aber so langsam wie die sich alle bewegen kann ich gar nicht laufen, da fällt man ja um. Das ist höchstens ein Drittel der Geschwindigkeit, die ich normalerweise laufen würde. Ich entscheide mich für die Hälfte meiner normalen Geschwindigkeit und ziehe an den meisten Läufern vorbei. Es geht etwa 5km den Strand entlang. Es ist noch dunkel und kühl. Warum nicht jetzt ein paar Kilometer hinter sich bringen, und dann lieber in der Mittagshitze langsam gehen? Nun ja, es ist mein erster Lauf, ich muss wohl erst mal testen, was für mich das Beste ist. Nach etwa 5 km verlassen wir den Strand und folgen der Teerstraße Richtung Balgue, von wo aus es rauf über die Finca Magdalena auf den Vulkan geht. Allison und Gabe sind dort bei der ersten Aid Station. Ich quatsche ein wenig mit ihnen, als ich mir Wasser für meine Elektrolyte hole. Ein Mädel zieht an der Gruppe der umstehenden vorbei. Das scheint wohl die Nummer 1 zu sein. Ich laufe weiter. Gut, dass ich den Weg schon kenne. Es dämmert mittlerweile aber auch, so dass ich meine Stirnlampe nicht brauche (ich hatte sie eh kaum an, ich lauf ja lieber im dunkeln). Bis zum Aussichtspunkt laufe ich hinter einem Typen her. Ich will dort Pause machen und die Aussicht genießen, die es aber leider nicht gibt. Mädel 2 zieht an mir vorbei. Ich schließe mich hinten an. Bis zum Check-Point auf dem Vulkan habe ich sie aus den Augen verloren. Auch wenn ich gerne wander, der Vulkan ist schon echt steil. Und kein Bier wartet oben am Gipfel. Nur Nebel und Kälte und Matsch. Mehr als einmal frage ich mich, ob ich mir das wirklich ein zweites Mal antun möchte, oder einfach unten aufhöre. Oder vielleicht doch die 12 km versuchen? Danach kann ich es mir immer noch überlegen.

    Im Krater des Vulkans treffe ich auf Mark, einem der Voluntäre, der uns tags zuvor beim Check-in geholfen hatte. Bei jeder Station werden unseren Nummern vermerkt, für den Fall, dass jemand verloren geht. Er und Gerhard – einer der Organisatoren – haben hier oben in der Kälte gezeltet, um vor den ersten Läufern hier zu sein. Es ist toll ein bekanntes Gesicht zu sehen und eine Umarmung zu bekommen.

    Es geht weiter an der kleinen Lagune im Krater vorbei – mann ist das matschig – und nach einem kurzen Aufstieg auf der anderen Seite des Vulkans hinab. Als ich durch den Matsch laufe, hole ich das Mädel Nummer 2 ein. „Ich hasse Matsch. Ich mag lieber die Hitze.“ „Dann sehen wir uns, wenn du mich auf den 12km entlang des Vulkans in der Mittagshitze überholst“ sage ich mit einem Zwinkern, als ich an ihr vorbeilaufe und meinen Beinen freien Lauf lasse. Es ist wie beim wildesten Spartanrace: Matsch bis zum Knie. Meine Schuhe bleiben aber an den Füßen. Als es dann endlich wieder trocken wird, geht’s noch schneller den Berg hinunter. Wie von der Wespe gestochen flitze ich den Abhang hinunter. Das ist genau mein Ding hier, technisches Bergablaufen, zwischen Steinen und Wurzeln. Ich überhole ein paar Männer, die mit Stöcken den Berg hinuntertraben und freue mich über die nächste Aid-Station. Ich trinke Cola, esse Bananen, Kartoffeln, Melone und Ananas, bevor ich mich an die 12 km wage. Es ist 9:20, d.h. ich bin etwas über eine halbe Stunde früher dran, als geplant. Gut gelaunt mache ich mich nach etwa 10 Minuten Pause auf dem Weg. Es ist jetzt schon unglaublich heiß und staubtrocken. Ich versuche zu laufen, meine Füße wollen aber gar nicht so recht. Gott sei Dank sind überall fröhliche Kinder, die winken und sich freuen, ich grüße und winke in alle Richtungen. Einen weiteren Läufer kann ich in der Ferne erkennen. Bergauf gehe ich, bergab laufe ich und auf der Geraden laufe ich in der Sonne und gehe im Schatten. Nach einer halben Stunde flitzt plötzlich Nummer 2 an mir vorbei: „Das ist genau meine Temperatur“ sagt sie und kann mich sogar motivieren, ein bißchen mitzuhalten, bis ich bei der nächsten Steigung aufgebe und sie langsam aber stetig mit einem anderen Läufer in der Ferne verschwindet. Nach einer Stunde bin ich so geschafft und ausgelaugt, dass ich an einer kleinen Tienda Halt mache. Eine kühle Cola aus der Glasflasche. Toll! In einem Zug trinke ich die Flasche leer, bedanke mich und mache mich wieder auf den Weg. Der andere Läufer, den ich in der Zwischenzeit überholt hatte, hat fast wieder aufgeholt. Als ich kurz darauf noch ein paar Affen beobachte ist er fast wieder gleichauf. Die Straße scheint kein Ende nehmen zu wollen. Ich überlege, ob ich hier einfach aufgebe. Wie weit kann es wohl noch sein? Wieso ist nirgendwo ein Schild, wie weit es noch bis zur Finka Mistika, der nächsten Aid-Station ist? Bin ich noch richtig? Wann war die letzte Markierung? Wie weit ist wohl Nummer 2 mittlerweile? Oh, da hinten ist der See. Ich glaub, ich spring einfach rein und trink ihn aus. Nein, ich schaff es noch bis zur Finca. Und plötzlich, nach einer Ewigkeit sehe ich sie: Carlos und Yuriel vor einem Tisch mit Essen und Getränken. Dort macht sich auch Nummer 2 gerade an den Aufstieg. Mir Wurst, ich mach Pause. Yuriel nimmt mir meine Laufweste ab und füllt meine Wasserflaschen, während ich in voller Montur in den See renne. Meine Schuhe sind noch voll Schlamm, ganz zu schweigen von mir. Ich wasche mich so gut es geht, quatsche mit Robin, dem schwedischen Guide, der leider wg. Rückenproblemen hier aufhört und den anderen Nica Guides. Etwas über die Hälfte sollte ich jetzt hinter mir haben. Nach etwa 15-20 Minuten mache ich mich um 11:25 wieder auf den Weg. Vielleicht schaffe ich es sogar etwas früher ins Ziel? Hm. Erst mal abwarten. Energiegetankt schlage ich den Weg Richtung Finca ein. Es geht leicht bergauf. Lange halte ich das Lauftempo nicht durch und wandere stattdessen zügig, bis es auch dafür zu steil wird. Gefühlt senkrecht geht es nach oben. Meine Beine wollen nicht mehr. Ich bleibe häufig stehen, um meine Waden zu dehnen, die sehr unter dem Aufstieg leiden und versuche, aus den Oberschenkeln zu arbeiten. Als mir etwas schwindlig wird, packe ich mein Snickers aus. Das ist genau das richtige und gibt mir neue Energie. Nach einer gefühlten Ewigkeit, 1,5 l Wasser mit Elektrolyten, dem Snickers und einem Powergel später komme ich an eine Passage, die nur mit Hilfe der Arme zu meistern ist. Ich glaube, ich bin falsch abgebogen und mache grad den Survival Run und nicht den Ultratrailrun. Zu gerne würde ich aufgeben, aber wo soll ich hin? Nach unten ist es jetzt sicher weiter als nach oben. Weit kann es jetzt ja nun nicht mehr sein.

    Doch, es kann. Als ich schon gar nicht mehr daran glaube, dass der Berg irgendwann ein Ende nimmt, stehe ich plötzlich oben am Krater. Einsam sitzt ein Nica Guide im T-Shirt da und begrüßt mich. Ein eisiger Wind braust mir um die Ohren. „Ist alles Ok? Der Wind ist ja wahnsinnig!“ sage ich. „Ja, alles klar“ meint er nur und fügt hinzu „Den weißen Markierungen folgen, nicht den blauen“. Ich bedanke mich und freue mich auf den Abstieg. Hoffentlich wars das jetzt mit Höhenmetern. Mein Körper will nicht mehr nach oben. Als erstes muss ich nun durch das Schlammgebiet, an dem ich vor zwei Wochen umgedreht bin. Knöcheltief sinke ich in den schwarzen Schlamm. Ein Engländer watet langsam durch den Matsch. Er ist einer der 25km-Läufer und sieht nicht fröhlich aus. „Bald gibt’s ein kaltes Bier“ sage ich als ich ihn überhole. Vorsichtig balanciere ich über Äste und Steine, um nicht zu tief im Dreck einzusinken, auch wenn es ohnehin egal ist, da ich eh schon wieder komplett verschlammt bin. Ziemlich lange bleibt es sehr schlammig, so dass ich nicht rennen kann, wie ich es üblicherweise bergab tu. Das ist sehr frustrierend und zehrt an den Kräften. Ich mag nicht mehr. Vielleicht hör ich bei der nächsten Aid Station auf? Ich frag einfach, wie lange es dann noch ist. Als ich so in meine Gedanken vertieft bin, höre ich plötzlich jemanden von hinten. Ein Mädel begrüßt mich, ich lass sie vorbei. Äh, halt mal. Wieso hat die denn noch so viel Energie? Und wo kommt die überhaupt her so plötzlich? Ja, ich bin schon ziemlich lahm den Berg rauf, es ist mittlerweile ungefähr 3 Uhr. Ich laufe etwas schneller. So langsam kommen wir aus der kalten nassen Zone in die trockene. Robin hatte mir schon gesagt, dass der Weg ziemlich gut ist, wenn man technisches Bergablaufen mag. Kurz darauf hole ich die kleine Lateinamerikanerin wieder ein. Sie ist nicht gut im Bergablaufen sagt sie und lässt mich vorbei. Und nun lass ich meinen Beinen wieder freien Lauf. Ich bin selbst erstaunt, wie schnell meine Füße noch laufen können. Ich überhole 3 Läufer der 25 km-Truppe und 3 weitere von den 50km. Kurz halte ich an. Ein Herr führt seinen Hund spazieren. „Können Sie mir vielleicht mein Wasser aus der Tasche hinten geben? Ich verdurste gleich.“ Er reicht mir die Flasche, ich bedanke mich und ich fülle – während dem Laufen – Elektrolytpulver in das Wasser. Und ab geht’s. Meine Füße laufen so schnell, dass ich nicht mal sehen kann, wo ich hintrete. Ich hüpfe über Steine und Wurzeln von links nach rechts, vorbei an weiteren Läufern. Einer hat beide seiner Schuhsohlen in der Hand. „Alles klar?“ frage ich, die Bremsen reinhauend. „Naja. Meine Schuhe sind hinüber und ich hab fast kein Wasser mehr.“ sagt er. Die nächste Aid Station sollte nicht mehr weit sein, meine ich und laufe weiter. Kurz darauf sehe ich einen Haufen Leute, Essen und Trinken. „Wie weit ist es noch?“ frage ich Carlos, der zwischenzeitlich an dieser Station angekommen ist. „5km. Halbe Stunde.“ sagt er. „Super, ich hab nämlich keine Lust mehr zu laufen. Ich brauch nix, das schaffe ich noch ohne.“ Und weiter geht’s den Berg hinab. Es ist wieder verdammt heiß und ich hoffe dass der Liter Wasser tatsächlich noch reicht. Ich komme an der Straße an, die Richtung Santo Domingo führt und trabe sie entlang bis es zum Strand runtergeht. Dort angekommen, ziehe ich meine Schuhe aus und laufe barfuß (quasi barfuß barfuß) zum Wasser hinunter, um meine Füße zu kühlen. Und da sehe ich es, das Ziel, ganz da hinten am anderen Ende des Strandes. Schaffe ich das? Jetzt aufgeben ist wohl etwas albern. Ich fange an, zu joggen. Nach ein paar hundert Metern gehe ich ein paar Schritte, dann jogge ich wieder. So im Wechsel nähere ich mir dem Ziel. Ein Nica Bauer kommt mir auf seinem Pferd entgegen, zwei weitere Pferde folgen ihm. Ich nehme das als Entschuldigung, stehenzubleiben. Ich gebe mir einen Ruck. Joggen. Gehen. Joggen. Gehen. Das Ziel kommt in der Tat näher. Und dann, als die Leute anfangen zu klatschen, packe ich meine letzten Reserven aus und spurte ins Ziel, wo ich mich in den Sand fallen lasse. Meine Beine wollen nicht mehr. Allison kommt mit der Medallie auf mich zu und Sean eröffnet mir, dass ich heute, an meinem ersten Ultramarathon nach 11 Stunden und 44 Minuten als dritte Frau über die Ziellinie gekommen bin, hinter einer Deutschen (Münchnerin, die wohl ständig die Spartan Races gewinnt) und Nummer 2 aus Costa Rica. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Fraser kommt gerade herunter, sieht mich und kann es auch nicht glauben, dass ich tatsächlich Nummer 3 geworden bin. Als hätte er gerade selbst einen Marathon gewonnen, freut er sich für mich. Mein Coach halt, dem ich nie zuhöre und am Ende doch froh bin, dass ich all das Zeugs eingepackt hab, wie er es mir gesagt hat. Traditionsgemäß erhalten Plätze 1 bis 3 eine Maske, die von einem Künstler aus Managua handgefertigt werden. Dann schlürfe ich mein Bier, im Sand sitzend. Aufstehen kann ich gerade nicht mehr. Ich kann es auch noch gar nicht fassen. Es ist vorbei! Ich habs geschafft. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ob ich es nochmal machen möchte? Nein. Das soll ich erstmal abwarten, meint Allison mit einem Zwinkern (sie selbst ist Marathonläuferin).

    Ich lege mich etwas hin, esse Lasagne und nach dem Sturm, der um 18 Uhr die Insel heimsucht und uns alle um die Läufer auf den Vulkanen bangen lässt, sitze ich bis 0:30 am Strand, schaue den Sternenhimmel an und feuere die nächsten Läufer an, die nach und nach ins Ziel trotten. Am Ende kommen alle Läufer ins Ziel (also nicht alle, viele geben unterwegs auf, aber alle sind am Ende wohlbehalten zurück im Hotel Villa Paradiso), der letzte 100km-Läufer allerdings erst um 6:18, nach über 28 Stunden 18 Minuten nach der Cut-Off-Zeit. Das laufen doch nur Verrückte!! Der schnellste hat dieses Jahr übrigens den Rekord gebrochen mit 18 Stunden und 9 Minuten.

    ________________________

    Nachtrag: der Tag vor dem Lauf. Ich hatte Sean & Fraser meine Mithilfe versprochen und helfe beim Registrieren und der T-Shirt-Ausgabe. Zusammen mit Sydney aus Guatemala. Wir beide verstehen uns gleich super. Sie spricht nicht so gut Englisch und mein Spanisch ist auch mehr als nur eingerostet. Und so spricht sie Spanisch und ich Englisch - verstehen können wir nämlich jeweils die andere Sprache.

    Der Andrang ist ziemlich groß und daher kommt uns im Laufe des Tages noch Mark zu Hilfe. Immerhin sollen wir nebenher auch noch Murchandise-Artikel verkaufen. Da heute mein Geburtstag ist (wie ich einem Läufer verrate, der ebenfalls seinen Geburtstag feiert) und ich zudem so aufgeregt bin wg. dem Lauf am folgenden Tag, habe ich mir einen Cuba Libre aus meiner Cola gemacht. So merke ich auch kaum, dass ich den ganzen Tag hinter der Theke stehe. Irgendwann meint Mark, ich solle doch mal ne Pause machen und ich lege mich in der Tat etwas hin. Meine Beine sind ganz schwer vom vielen Stehen und morgen sollen sie immerhin 50 km auf und ab laufen.
    Am Abend verrät mich Fraser an ein paar Leute, so dass immer wieder jemand mit einem Schnapps zum Anstoßen vor mir steht. Jeder der mich kennt weiß, wie schwer mir nein sagen fällt. Irgendwie tut es schon gut - diese Aufregung vor dem morgigen Tag - aber oh Mann, ob das gutgehen wird morgen?? Um 20 Uhr verabschiede ich mich dann Richtung Zimmer. Na dann, gute Nacht!
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    Anja - Andi

    einfach nur wahnsinn 💪🏻!!!! da kannst richtig richtig stolz sein 😄😊😘

    2/24/20Reply
    Kathi.

    Danke 😊 Hab mich dann am nächsten Tag schon ziemlich gefreut, als ich es realisiert hab

    2/25/20Reply
    Helena

    Wahnsinn!! Herzlichen Glückwunsch 🙂🙃

    2/24/20Reply
    Kathi.

    Danke sehr! Das muss gefeiert werden!

    2/25/20Reply
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  • Day377

    Tage 4-7 auf Ometepe - Der Umzug

    February 17, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 30 °C

    Ein paar Tage sind verstrichen, die Aufregung steigt. Nun sind wir im Hotel Villa Paraiso eingecheckt. Von hier wird in 5 Tagen Fuego y Agua starten. Sean hat uns großzügigerweise ein Zimmer hier zur Verfügung gestellt. Ich fühle mich etwas schlecht. Ich helfe nicht wirklich bei den Vorbereitungen und hab ja schon einen freien Startplatz bekommen. Beschweren will ich mich aber auch nicht und freue mich, dass ich hier sein kann.

    Wir befinden uns nun auf der größeren der beiden Vulkaninseln von Ometepe. Den heutigen Tag verbringen wir mit Besorgungen - Snacks & Getränke für die Erste-Hilfe-Stationen. Es wird Obst, Kartoffeln und isotonische Getränke geben - und natürlich Rum. Insgesamt gibt es 6 Stationen. Für die 50km heißt das 4. Fraser gibt mir eindringlich Tipps, was ich wie machen soll. Er weiß, dass ich fast nie etwas trinke. Ich komme mir manchmal vor, wie ein olympischer Athlet mit seinem Coach. Genau dewegen bin ich Einzelgänger wenn es um Sport geht. Ich habe keine Lust, mir sagen zu lassen, wie ich zu laufen habe und was ich essen und trinken soll. Und wenn ich das so ausspreche mir sagen zu lassen, dass ich dickköpfig sei. Naja, ich sage einfach "ok" und denke mir "ich mach eh was ich will". 😂 Oh Gott, ich werde jämmerlich versagen am Samstag 😱😅

    Wir sind hier direkt am Strand des Lake Nicaragua oder Lago Cocibolca (er hat viele Namen), der bis heute Haie beheimatet, nämlich den Bullenhai oder auch gemeinen Grundhai. Erst vor ein paar Tagen sollen ein paar der angriffslustigen Biester gesichtet worden sein. Vielleicht gehe ich hier doch nicht mehr baden, wenn ich so lese, dass sie in seichten Gewässern unterwegs sind. Ich konzentriere mich lieber aufs Laufen.

    Laufen, das haben wir vor zwei Tagen das letzte Mal gemacht. Sean, Ben und ich sind 8 km der Strecke des 100 km-Laufs abgelaufen, um zu sehen, wie sie in Schuss ist. Ich wollte mich davor drücken, aus Angst, nicht mithalten zu können. Aber bis wir um 15:30 los sind, war ich so zappelig, dass ich nicht weiter im Auto sitzen konnte. Und ich konnte ganz gut mithalten. Die Strecke an sich war super schön, wenn auch sehr heiß. Belohnt werden wir am Ende. Die Strecke führt zum See hinunter und wir laufen alle drei in die Fluten. Ein paar Besprechungen mit ein paar Bewohnern, die mithelfen beim Lauf und es geht zum Essen in Ben's Café Campestre.

    Der Tag darauf wird sehr faul. Nach einem Besuch in einem Hostel das bei Fuego y Agua mitwirkt laufen wir etwas am Strand lang, trinken einen Smoothie und baden im See im Chocolate Paradise, wo leckere Schokolade hergestellt wird und essen - wie soll es auch andes sein - im Café Campestre, wo ich die neuen Speisekarten Korrektur lese (und natürlich viele Fehler finde, haha).

    Hier im Café verliebe ich mich in einen kleinen Hund, der aussieht wie Dobby aus Harry Potter. Es ist eine kleine Hundedame, voraussichtlich hat sie ein paar Junge. Sie ist total abgemagert und bettelt im Restaurant. Natürlich dürfen wir sie nicht füttern und ich verjage sie immer, auch wenn sie mich mit ihren süßen Augen und Ohren schon längst um den Finger gewickelt hat. Ich sollte eine Hundepatenschaft schließen. Aber das wäre wohl nicht richtig. Hier sind alle sehr sehr arm. Die meisten Tiere sehen aus wie Knochengerüste, die Häuser würde ich nicht Häuser nennen und die meisten der heruntergekommenen Hostels und Restaurants stehen leer. So gut wie jeden Tag gibt es mal länger mal kürzer Stromausfall, gestern Abend lag die komplette Insel für mehrere Stunden im Dunkeln.

    Wir wollen unser Geld gerne bei verschiedenen Restaurants lassen, aber viele Möglichkeiten gibt es nicht. Die politischen Unruhen haben die Insel stark mitgenommen. Fuego y Agua spendet deswegen ihren kompletten Gewinn der Insel, hauptsächlich an Schulen. Sean, Ben, Fraser und die anderen Oranisatoren arbeiten ehrenamtlich, nur die lokalen Guides werden bezahlt. Es ist wirklich schön, mitzubekommen, was über Fuego y Agua getan wird für die Insel.
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    Helmut Heilmann

    Aha Dickköpfig 😂😂😂😂 Nein du doch nicht 😘 zielstrebig könnte man auch sagen 😂😂😘😘😘

    2/18/20Reply
    Kathi.

    😝😝 Eine Frau geht ihren Weg 😉😎

    2/18/20Reply
    Kathi.

    Also wie Marathonläufer sehen wir zwei nicht unbedingt aus, oder? 🧐

    2/18/20Reply
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  • Day145

    Ometepe - a volcanic island

    January 30, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 28 °C

    Today, we had some time to explore this beautiful island. We had a bit of a sleep in and had breakfast at our hostel. Then we headed to Punto Jesus Maria, a sand strip with some bars where you can swim and enjoy views of Volcan de Concepción.
    As the breakfast in the hostel was quite small, we had another breakfast stop at a roadside restaurant which also included yummy fresh melon and maracuya juices.
    On the way to our host, we had to go to the Northern side of the island. On the way, we saw interesting trees, monkeys, lots of birds and friendly people. There's almost no traffic on the island, so cycling is fun.
    We arrived at Rolando's at midday. He is turning an old banana farm house into a hostel and lets bike tourists stay there for free. Unfortunately, he wasn't at home so we didn't get the chance to meet, but seems to be a great guy!
    In the afternoon, we explored the Southern part of Ometepe and went to Santo Domingo beach. You really don't need to go to the Caribbean when you have this island in Nicaragua. The water is warm, there's bars, nice beaches and all for much cheaper with less tourists!
    On the way back, I jumped into a river where the locals swim. It was a bit colder than the lake, so quite refreshing after a day of cycling. Back at the farmhouse, we cooked dinner and enjoyed the seaview from the deck. Ometepe is definitely a great place to visit and relax!
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    Petra Deeg-Brockhage

    Das sieht echt verlockend aus! Manchmal beneide ich Euch wirklich.

    2/3/20Reply
     
  • Day379

    Tag 9 auf Ometepe – Concepción

    February 19, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 24 °C

    Wie immer wache ich gegen 6 Uhr Morgens auf. Ist auch nicht schwer, wenn man um zehn im Bett liegt. Ein Blick aus dem Fenster überzeugt mich nicht davon, aufzustehen. Es hat tatsächlich geregnet und ist grau da draußen. Mir liegt immer noch der Burger im Magen, den ich Abends im Café Campestre verdrückt habe. Das neue Menü ist seit gestern in Kraft – Ben hat nicht alle Änderungen übernommen. „Du warst ja nicht da für die finale Korrektur.“ sagt er, als ich ihn darauf hinweise. Ben ist etwas gestresst: Küche und Service sind noch nicht eingespielt auf die neuen Gerichte, einen 14köpfige schwedische Reisegruppe kommt zum Abendessen und das Restaurant ist ohnehin voll, da sowohl die Pizzaria als auch das argentinische Restaurant geschlossen haben. Deswegen sind auch wir hier, eigentlich wollten wir Pizzaessen.

    Ich schäle mich aus dem Bett und packe meinen kleinen Trailrunningrucksack: ein Energieriegel ist noch übrig von meinem Spartan Race in Whistler, Kokoskekse, die ich tags zuvor in einem kleinen Laden gekauft habe, meine 0,75l Wasserflasche und noch eine 300ml Colaflasche, die ich mit Leitungswasser fülle und deswegen auch noch meinen Wasserfilter einpacke (der ist wirklich extrem praktisch). Fraser meint, ich sollte noch einen Windbreaker und ein Langarmshirt einpacken, und ich packe meine dünne Merinojacke und eins der langarm Merinoshirts ein, auch wenn ich mir bei den Temperaturen grad nicht vorstellen kann zu frieren. Fraser und ich haben eine lange Diskussion über Wasser. Er kann einfach nicht verstehen, warum ich so wenig Wasser mitnehme und ich kann es ihm nicht erklären. Ich weiß auch selbst nicht, ob mir ein Liter Wasser reicht auf einer etwa 10km Wanderung mit +/- 1600hm bei um die 30°. So wie ich mich kenne, trage ich jedoch die Hälfte des Wassers wieder nach unten oder trinke sie beim Abstieg nur, damit ich sie nicht schleppen muss.

    Ich werde heute also auf den zweiten und größeren der beiden Vulkane der Insel Ometepe wandern. Die schwedische Reisegruppe, die gerade Trailrunning-Urlaub macht und allesamt bei Fuego y Agua mitlaufen (außerden Guides laufen alle die 25km) nehmen mich mit. Robin, der Guide der Truppe ist ein guter Freund von Fraser und Sean. Fraser bringt mich zum Ausgangspunkt. Untwerwegs holen wir noch die beiden Guides ab. Da die Gruppe unterschiedliches Lauftempo hat, wird sie in zwei 7er Gruppen getailt. Ich werde versuchen, bei der schnelleren mitzuhalten.

    Ich halte die Beschreibung der Wanderung kurz: steil. Schwieriger als Maderas. Und der Wind! Wahnsinn. Uns haut es fast vom Berg, geduckt watscheln wir hinter unserem Guide her, der mit seiner Machete die Traverse anlegen muss. Ich friere, auch wenn der Wind nicht wirklich kalt ist, meine Finger sind ganz weiß. Fast alle ziehen ihre warmen Windbreaker an, aber mir ist das zu umständlich - wird schon passen, 8° oder so hat es bestimmt. Ich freue mich einfach auf die 30° später.
    Wir wollen auch einen Blick in den Krater werfen, kurz bevor wir oben am Kraterrand ankommen – geduckt und an die warmen Steine gedrückt – überlegt er es sich anders. Zu gefährlich. An einer anderen Stelle dürfen wir dann doch nach oben, aber wohl ist dem Guide nicht dabei. Er scheint einen heiden Respekt vor dem Loch zu haben, was ja nicht schlecht ist bei einem aktiven Vulkan. Als ich mich aber nach oben an den Krater heranschleiche (ich komme mir vor wie in einem Gangsterfilm, als ich mich geduckt nach oben schleiche) und die Hände auf den Kraterrand lege, ruft er gleich „Alto“, Halt und meint, es wäre verboten, so nah hinzugehen. Die Informationen, die wir von ihm erhalten sind den ganzen Tag schon ganz wirr, also beachte ich ihn einfach nicht und schau mir die Nebelwand an, die im Krater jede Sicht auf das Lawa – sofern es diese geben sollte – verdeckt. Trotzdem spannend und es riegt nach Schwefel.

    Dann geht es hinunter, der leichtere Part des ganzen. Natürlich gibt es auch einen sandigen Teil und wir machen viele hundert Höhenmeter gut, als wir dort runterrasen. Nur die Leguanos, die ohnehin schon etwas mitgenommen sind von den Vulkankraxeleien, die sehen nicht mehr so gut aus nach dieser Tour. Voraussichtlich werden diese Mittelamerika nicht mehr verlassen.

    Während unserer kurzen Mittagspause trinke ich ein paar Schluck aus meiner Cola-Flasche, nachdem meine Metallflasche leer ist. Auch esse ich brav meine Kokoskekse, obwohl ich keinen Hunger hab, während der schwedische Trupp seine Café Campestre-Wraps und Brownies verspeist. Als wir an der Bar ankommen, die etwa 20 Minuten vor dem Ende der Tour im Nirgendwo gebaut ist, gibt es Bier und ich gönne mir auch eine Cola. Kurz entspannen wir uns, bevor wir die letzten 15 Minuten zum Endpunkt der Tour laufen. Die 30° hier unten sind doch nicht so toll, wie ich mir das oben auf dem Krater vorgestellt hatte. Irgendwie wäre ich jetzt gerne wieder dort (haha)

    Da keiner der Gruppe spanisch spricht und ich mich zumindest etwas verständigen kann – verstehen ist einfach, aber sprechen? Na ja – habe ich eine sinnvolle Aufgabe auf der Tour gehabt. Die Truppe ist super-nett und ich begleite sie noch nach Ojo de Aguas, einem Thermal-Freizeitbad. Etwas touristisch, aber toll, man kann seine Bahnen ziehen, auf der Slagline über das Wasser balancieren, im Wasser schaukeln (?? naja, funktioniert nicht sooo wahnsinnig gut mit dem Wasserwiederstand) und es gibt auch ein Seil, an dem man sich waghalsig in den Pool stürzen kann. Eine Kokosnuss mit Rum gönnen wir uns auch alle – sooo lecker, ich esse die Kokosnuss ratzeputz weg danach und lasse mir auch das ganze übrige Kokoswasser in meine Flasche füllen. Getrunken hab ich also genug heute, wenn auch nicht auf der Wanderung. Trotzdem und auch ohne das Essen war die Wanderung kein Problem und jetzt bin ich fit und aufgedreht.

    Nach einem kurzen Meeting mit dem Bürgermeister von Santo Domingo fahren Sean, Fraser und ich in die Pizzaria, in der wir super-leckere Gorgonzola und Auberginenpizza mit Mozarella essen. Wow, dass es sowas hier gibt! Ein Italiener, der ausgewandert ist natürlich.

    Um kurz nach 21 Uhr liege ich im Bett. Heute werde ich mit Sicherheit gut schlafen und morgen hab mit Sicherheit einen fetzen Muskelkater.
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    Helmut Heilmann

    Ich werde auch immer geschimpft weil ich zu wenig Trinke 🤪🤪🤪🤪 Bist nicht alleine 😘😘😘😘

    2/20/20Reply
    Kathi.

    Echt? Na dann bin ich ja beruhigt. Derweil sind wir doch erwachsene Menschen, oder?? (merkt man halt vielleicht nicht so bei uns 😂😂)

    2/20/20Reply
    Helmut Heilmann

    Ich versuche mehr zu trinken 🤷🏼‍♀️fällt mir sehr schwer u ich muss dann Nachts wenn ich eigentlich schlafen möchte aufs Klo 🚽🤪🤪🤪🤪🤪🤪🤪🤪🤪

    2/20/20Reply
    Kathi.

    😂😂

    2/20/20Reply
    Kathi.

    Also ich trinke ja viel. Bier. Am Abend. Aber das meinen die irgendwie nicht. Die wollen, dass ich Wasser trinke. Tagsüber. Beim Rennen. Da verschluckt man sich doch. 🤷🏼‍♀️

    2/20/20Reply
     
  • Day383

    Treppchen für Kathi

    February 23, 2020 in Nicaragua ⋅ ☀️ 29 °C

    Nur mal kurz ein update: dieser Lauf war das Härteste, das ich je in meinem Leben gemacht habe! Woher ich die Energie hatte - ich hab keine Ahnung. Der Bericht folgt. Auf jeden Fall bin ich als dritte Dame ins Ziel gehopst. Wie, das weiß ich nicht.Read more

    Helmut Heilmann

    Gewinnerin der Herzen Kathiiiiiiiiii 😘😘😘😘😘😘

    2/23/20Reply

    Unglaublich!! Aber schön, dass dus unversehrt überstanden hast 👍//Isi

    2/23/20Reply
    Stefan Potz

    sauber Kathi 💪🏼

    2/23/20Reply
    Kathi.

    Da bin ich auch ganz froh, Isi! Ich hatte schon etwas Sorge, dass ich mich übernehme

    2/25/20Reply
    Kathi.

    Danke, Stefan 🙂

    2/25/20Reply
    4 more comments
     

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Departamento de Rivas, Rivas