Staunend reisen mit Edith
Wir sind Reisende. Nachdem wir bis vor ein paar Jahren die Welt bereist und erwandert haben, wollen wir jetzt unseren Reisefokus auf Europa von Ost nach West und von Nord nach Süd legen. Balù, unser Wohnmobil, begleitet uns dabei. Weiterlesen🇦🇹Innsbruck
  • Die Region Moldau und ihre Klöster

    19. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute in der Früh gab es im Restaurant, neben dem wir übernachteten noch ein köstliches Frühstück. Das Wetter war nicht mehr ganz so schlecht, aber doch ungeeignet zum Wandern. Also beschlossen wir weiterzufahren in die Region Moldau und uns ein paar der berühmten Moldauklöster anzuschauen.
    Die Region Moldau, die sich im Nordosten des Landes erstreckt, ist bekannt für ihre malerische Landschaft, reiche Geschichte und kulturelle Vielfalt. Die Region ist reich an traditionellen Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Allerdings sind die Dörfer trotz liebevoll restaurierter Häuser kaum bzw. nur von alten Menschen bewohnt. Die Jungen leben in den Städten und ganz viele leben und arbeiten im Ausland, vor allem in Italien und Deutschland.

    Die Moldauklöster, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet sind, sind eine Gruppe von byzantinisch-orthodoxen Klöstern, teilweise noch bewohnt, viele komplett saniert, weil die meisten von ihnen in der Ceaucescu Zeit komplett zerstört wurden. Die beeindruckenden Fresken und die Architektur dieser Klöster sind ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes der Region. Wir haben uns heute die 3 bekanntesten Klöster angesehen.
    Kloster Sucevita: Dieses Kloster ist bekannt für seine beeindruckenden Wandmalereien und seine Festungsarchitektur. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ist ein hervorragendes Beispiel für die Moldau-Malerei.

    Kloster Moldavita: Bekannt für seine wunderschönen Außenfresken, die biblische Szenen darstellen, ist dieses Kloster ein weiteres wichtiges Beispiel der moldauischen Klosterarchitektur. Es wurde im 16. Jahrhundert gegründet.

    Kloster Voronet: Wird auch die Sixtinische Kapelle des Ostens genannt. Ist das berühmteste dieser Klöster, für uns aber das am wenigsten beeindruckende.
    Da die Klöster aufgefädelt auf dem gleichen Weg im Abstand von insgesamt 150 km liegen, ist es kein Problem, diese 3 wirklich empfehlenswerten Orte an einem Tag zu besuchen.
    Eigentlich gibt es hier in Moldau mindestens 8 sehenswerte Klöster. Kann man, muss man nicht.
    Nach dem Besuch der Klöster gingen sich noch ein paar prosaischere Tätigkeiten aus, wie Auto waschen, Reifendruck professionell anpassen lassen, einkaufen, bevor wir zum tatsächkichen Höhepunkt des heutigen Tages kamen. Davon im nächsten Footprint.
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  • Schneegestöber am Prislop-Pass

    19. Mai 2025 in Rumänien ⋅ 🌧 8 °C

    Es regnet in Strömen, was uns nicht daran hindert, das hier in der Nähe gelegene Peri- Kloster zu besuchen, dessen Turm mit 78m der höchste Holzkirchenturm der Welt ist. Im Kloster ging es andächtig her, wegen der heutigen Sonntagsmesse. Die Menschen sind hier Sonntags noch richtig schön gekleidet. Frauen in trachtähnlichen knielangen Röcken, Kopftüchern und Highheels. Sehr ästhetisch.
    Danach hatten wir dann eine umfangreiche Wanderung in dieser Gegend geplant. Wurde nichts daraus. Also sind wir weitergefahren über den Prislop-Pass auf 1400m, wo uns Schneegestöber und Temperaturen um 1 Grad empfingen. Nichts wurde aus dem schönen Landschaftsbild mit Sonnenuntergang und nichts wurde aus der geplanten romantischen Übernachtung am Pass. Die Devise war eher "Nichts wie weg".
    Wieder im Tal, war es an der Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Zunächst dachten wir an etwas Abgelegeneres Romantischeres, wobei wir im aufgeweichten Boden beinahe hängen blieben. Also auch wieder weg. Jetzt stehen wir vor einem Restaurant in Mestecanis. Das Restaurant heißt wie der Ort und wir haben hier wunderbar gegessen.
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  • Maramures

    17. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 12 °C

    Drei Tage in der Region Maramures zwischen einzigartigen Holzkirchen, einem wunderschönen Kloster und dem fröhlichen Friedhof.
    Aber ich nehme es vorweg: Das Wetter ist grausam. Kalt - bestenfalls 10 Grad, meistens regnerisch. Wandern ist also nicht. Daher haben wir nach Cluj einige Kilometer heruntergespult.

    Die Region Maramureș liegt im Norden Rumäniens, nahe der Grenze zur Ukraine. Sie ist bekannt für ihre atemberaubenden Landschaften, die von den Karpaten geformt werden, sowie für ihre reiche Folklore und Traditionen. Maramureș ist berühmt für seine gut erhaltenen Holzkirchen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, und die beeindruckenden Holzskulpturen, die oft an den Eingängen zu Dörfern oder Höfen zu finden sind.
    Besonderheiten der Region sind die traditionellen Bräuche, die bis heute lebendig gehalten werden, wie die Handwerkskunst, das Färben von Wolle mit natürlichen Farbstoffen und die Herstellung von Holzschnitzereien.
    Die malerischen Dörfer in Maramures sind wirklich einzigartig und die Menschen sind sehr kontaktfreudig und herzlich, auch wenn es sprachlich hier sehr schwierig wird für uns, aber Hände und Füße und viel Lächeln haben uns auch hier weitergebracht.
    Es gibt vieles zu sehen, wie die berühmte Holzbrücke von Sighet, eine Fußgängerbrücke, die über die Theiß in die Ukraine führt (derzeit aber nicht passierbar) die Holzkirchen in den vielen kleinen Orten und das Kloster von Bârsana.
    Das Kloster Bârsana ist ein bedeutendes orthodoxes Kloster und bekannt für seine beeindruckende Holzarchitektur und spirituelle Bedeutung. Es wurde ursprünglich im Jahr 1711 gegründet, aber die heutige Anlage wurde in den 1990er Jahren neu aufgebaut, nachdem das ursprüngliche Kloster während der kommunistischen Regierung geschlossen wurde.
    Die Architektur des Klosters ist typisch für die Holzbaukunst der Region Maramureș, mit hohen, schlanken Kirchtürmen und kunstvoll geschnitzten Holzelementen. Die Gebäude sind aus lokalem Holz gefertigt und zeichnen sich durch eine harmonische Verbindung von Funktionalität und Ästhetik aus.
    Insgesamt ist das Kloster Bârsana ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes von Maramureș und ein beliebtes Ziel für Pilger und Touristen. Besonders interessant ist auch der kleine Ort Sapanta mit dem berühmten fröhlichen Friedhof.
    Dieser Friedhof, der 1935 vom Künstler Stan Ioan Pătraș ins Leben gerufen wurde, ist berühmt für seine bunten Grabsteine, die humorvolle und oft ironische Inschriften enthalten, die das Leben und die Persönlichkeit der Verstorbenen beschreiben. Die Grabsteine sind aus Holz geschnitzt und mit lebhaften Farben bemalt, was dem Friedhof eine fröhliche und festliche Atmosphäre verleiht. Absolut sehenswert

    Die Übernachtungsplätze der letzten Tage:
    16.5. Camping Greeplace in Ocna Sugatag: Ein Campingplatz im Aufbau, wie so viele in Rumänien. Irgendwie derzeit verworren erreichbar und vor allem beim Verlassen des CP wird man beinhart über der Radwanderweg geschickt. Irritierend, aber geht echt nicht anders.

    17. 5. Parkplatz neben dem fröhlichen Friedhof in Sapanta.
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  • Cluj - Napoca

    15. Mai 2025 in Rumänien ⋅ 🌧 14 °C

    Heute war wieder einmal Stadttag - ein Tag in Cluj (man sagt Clusch) Napoca.
    Wie schon erwähnt, ist Cluj eine verkehrstechnisch total chaotische, weil überlastete Stadt. Parkplätze sind absolute Mangelware. Mit dem Camper ist das dann auch nicht lustig, wenn man von einem überfüllten Parkplatz zum anderen fährt, manchmal kaum reinkommt und das Herausfahren zu fahrtechnischen Höchstleistungen anregt, dann werde ich ziemlich unrund. Aber: Wir hatten ja gestern Abend einen fragwürdigen, aber doch nicht ganz unangenehmen Platz, auf dem wir auch übernachtet haben. Der Platz ist in Zentrumsnähe und wir werden auf gar keinen Fall hier wegfahren, um dann in der Stadt orientierungslos herumzugurken.
    Also ab in die Stadt. Diese Stadt ist einfach ein echter Geheimtipp. Sie wird oft als das kulturelle Herz Transsilvaniens bezeichnet und hat eine ganz besondere Atmosphäre.Man schlendert durch die Fußgänderzonen, umgeben von beeindruckender Architektur – von gotischen Kirchen bis zu modernen Gebäuden. Die Altstadt hat einen ganz eigenen Flair, besonders der Hauptplatz mit dem beeindruckenden Matthias-Kirche und dem Nationaltheater.

    Aber Cluj ist nicht nur historisch! Die Stadt pulsiert vor Leben, vor allem wegen der vielen Studenten, die hier leben. Das bedeutet, dass man jederzeit wirklich coole Lokale findet. Die kulinarische Szene ist ebenfalls top – von traditionellen rumänischen Gerichten bis hin zu internationaler Küche ist für jeden etwas dabei.
    Also, ob man an Geschichte, Kultur oder einfach nur einem netten, gemütlichen Abend interessiert ist– Cluj-Napoca hat so viel zu bieten! Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

    Wir waren sogar richtig fleißig mit Besichtigungen und Kultur aufsaugen.
    Wir haben die Stadt ausgiebig erkundet.

    Zuerst haben wir den Unirii-Platz besucht, das Herz der Stadt. Da jede rumänische Stadt einen Unirii-Platz hat, beginnen wir inzwischen jede Stadtbesichtigung auf diesem Platz. Hier steht die beeindruckende St. Michael-Kirche, ein gotisches Meisterwerk, mit kunstvollen Glasfenstern. Die Atmosphäre auf dem Platz ist lebhaft, mit Cafés und Straßenkünstlern, die den Ort noch einladender machen.

    Ein weiteres Highlight war das Nationalmuseum für Geschichte von Transsilvanien. Wir haben viel über die Geschichte der Region gelernt, insbesondere über die römische Vergangenheit und die Entwicklung der Stadt. Die Ausstellungen sind gut kuratiert und sehr informativ.
    Außerdem haben wir noch das Kunstmuseum besucht, den botanischen Garten und den Stadtpark. Zu unserem Erstaunen tummelten sich sowohl in den Museen als auch in den Gärten und Parks lauter sehr elegant gekleidete junge Frauen und Männer und viele Fotograf:innen. Schließlich haben wir das Rätsel gelöst. Uni Absolvent:innen am Tag der Diplomverleihung.

    Ein weiteres Muss ist das Avram Iancu-Denkmal und die angrenzende Oper.
    Wie man sich vorstellen kann, war dieser heutige Tag richtig anstrengend. Belohnt haben wir uns dann mit einem feinen Abendessen in einem echten rumänischen Restaurant.
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  • Cheile turzii / Turda Schlucht

    14. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute schöne, aber doch herausfordernde Wanderung in der Turda - Schlucht.
    Die Turda Schlucht (Cheile Turzii) ist ein geologisches Wunder, das durch die Erosion des Flusses Hășdate entstanden ist. Mit steilen Kalksteinwänden und einer reichen Biodiversität beherbergt sie zahlreiche seltene Pflanzen und Vögel. Die Schlucht ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer, bietet gut markierte Wege und beeindruckende Aussichten.
    Für uns als erfahrene Bergmenschen hat die Schlucht dich einige herausfordernde Stellen. Deshalb die Empfehlung: Die Schlucht unbedingt erwandern, wenn man in der Nähe ist. Aber: Richtig gute Bergschuhe und Trittsicherheit sind unbedingt erforderlich. Zum Selbstschutz soll die Schlucht keinesfalls bei nassem Wetter erwandert werden. Der Weg durch die Schlucht ist nicht länger als 3,5 km. Idealerweise für uns stand am anderen Ende der Schlucht ein Imbisswagen, in dem frische Langos zubereitet wurden. Der Rückweg ging dann oberhalb von der Schlucht, sodass die gesamte Wanderung schließlich doch 11 km brachte.
    Danach fuhren wir noch ca. 20 km weiter nach Cluj-Napoca. Es war schon früher Abend und die Stadt erwies sich als verkehrstechnisches und parkplatzmäßiges Monster. Mit viel stressigen Aufwand und Parkplatzwechsel gelang es uns dañ doch, einen einigermaßen akzeptablen Übernachtungdplatz zu finden.
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  • Turda und Salina Turda

    13. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 11 °C

    Turda ist eine charmante Stadt, die vor allem für ihre beeindruckende Saline, die Saline Turda, bekannt ist. Diese unterirdische Attraktion haben wir heute besucht. Die Saline Turda reicht bis zu 120 Meter tief unter die Erde. Diese beeindruckende Tiefe ermöglicht es Besuchern, eine einzigartige unterirdische Welt zu erkunden, die mit faszinierenden Salzformationen und verschiedenen Freizeitmöglichkeiten ausgestattet ist.

    Sie bietet atemberaubende Landschaften mit Salzformationen, einem unterirdischen See und Freizeitmöglichkeiten wie Bootsfahrten und Minigolf. Die Saline wurde im Laufe der Zeit zu einem beliebten Ziel für Touristen und Gesundheitsbewusste, die die heilenden Eigenschaften des Salzes nutzen möchten. Neben der Saline bietet Turda auch historische Sehenswürdigkeiten, darunter die beeindruckende Kirche St. Michael. Insgesamt ist Turda ein recht spannendes Reiseziel, das Geschichte, Natur und Wellness vereint.
    Wir hatten das Turda Programm heute schon um 15.00Uhr erledigt und konnten uns einen richtig gemütlichen Resttag machen.
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  • Über Saschitz nach Turda

    12. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 11 °C

    Heute haben wir noch schnell einen Abstecher nach Saschitz gemacht, weil es dort eine wunderschön sanierte Kirchenburg geben soll. Das Dorf ist, so wie viele rumänischen Dörfer, relativ uninteressant. Wir könnten prominent am Hauptplatz parken, um dann gemütlich die 2 km zu Fuß zur Burg zu gehen. Der Weg führt wieder einmal über die Via Transilvania, die uns schon seit Beginn unserer Rumänienreise immer wieder begegnet und auf der wir auch abschnittweise immer wieder zufällig unterwegs sind. Der Weg führte uns heute wieder einmal zu einer netten Begegnung mit Hadrian. Er bewirtschaftet einen alternativen Bauernhof und betreibt parallel dazu ein kleines Café. Es gab wunderbaren Cappuccino und Rhabarberkuchen und lange interessante Gespräche. Hadrian ist als Deutschrumäne in diesem Ort aufgewachsen und nach dem Studium für einige Jahre nach England gegangen. Seit 7 Jahren ist er wieder zurück und baut sich hier gerade eine Existenz auf, natürlich mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau, die Lehrerin ist und ein geregeltes Einkommen hat
    Die Burg hier ist die siebte Kirchenburg, die wir besichtigen. Damit haben wir Siebenbürgen unseren Tribut an Burgen gezollt.
    Aber noch verlassen wir Siebenbürgen nicht, weil es gibt immer noch was zu entdecken und zu bestaunen.
    Heute sind wir aber noch 150 km weitergefahren nach Turda. Dazu morgen mehr
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  • Von Biertan nach Sighisoara

    11. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Eismänner machen sich hier aber richtig bemerkbar. Es ist einfach saukalt. Von Merino-Langarmshirt über Fleece-Pullover und Daunenjacke tragen wir alles gleichzeitig, mehr als der Tiroler Winter meistens fordert.

    Heute wieder einiges zu besichtigen und zu genießen. Zunächst fuhren wir nach Kreisch /Cris. Dorthin fuhren wir aber nur hauptsächlich wegen der Burg. Als wir dort ankamen, war noch gar nichts los und der Burgverwalter empfing uns mit großer Begeisterung und erzählte uns wirklich sehr viel über die Burg, die Schwierigkeiten der Renovierung, die bürokratischen Hürden und warum sich die Architekten, die mit der Renovierung beauftragt sind, keine EU-Gelder beantragen wollen. ( Wegen der EU Kontrollen)
    Einige Infos zur Burg:
    Die Burg Criș wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist ein hervorragendes Beispiel für die Renaissance-Architektur in Rumänien.
    Sie ist von einer beeindruckenden Mauer umgeben und beherbergt zahlreiche historische Artefakte, die die Geschichte der Region widerspiegeln. Seit 2020 wir die Burg saniert. Mittlerweile ist sie ein wirkliches Schmuckstück, aber die Renovierung wir noch einige Jahre in Anspruch nehmen.
    Auf jeden Fall waren wir begeistert, auch von all den Hintergrundinformationen, die wir vom sehr engagierten Burgverwalter bekommen haben. So z.B. erfuhren wir, dass in der Ceaucescu Zeit die Burg als Drehort für diverse Filme genutzt wurde und im Zuge dessen von einer Filmcrew nahezu komplett niederbrannt wurde. Auch wurden die Werwolf -Filme hier gedreht. Dazu musste ein Verließ gebaut werden, was in dieser Art von Burgen sonst nicht vorkam.

    Wir fuhren dann weiter nach Sighisoara, auf deutsch Schäßburg.
    Sighisoara ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Stadt ist bekannt als Geburtsort von Vlad dem Pfähler, der als Inspiration für Bram Stokers Dracula diente, und bietet zahlreiche historische Stätten, darunter den beeindruckenden Uhrturm und die berühmte Zinnenstraße. Die bunten Häuser und gepflasterten Gassen verleihen Sighisoara einen charmanten Charakter. In der Altstadt finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und Festivals statt, die das reiche Erbe der Region feiern. Ein Besuch in Sighisoara ist wie eine Reise zurück in die Zeit, die die Geschichte und den Zauber des mittelalterlichen Transsilvaniens lebendig werden lässt.

    Nach diesem Besuch fuhren wir dann noch ein paar km außerhalb von Sighisoara auf einen neuen Campingplatz, der noch im Aufbau ist. Denis, der Besitzer, ist sehr nett, sehr engagiert und macht sicher ein Schmuckstück daraus.
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  • So viele Eindrücke

    10. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute gab es soviel zu sehen und zu tun, das ich versuchen werde, nur die Highlights zu erzählen und mich kurz zu halten.
    Wir sind zeitig in der Früh weitergefahren nach Ocna Sibului. Der auch „Siebenbürgische Küste“ genannte Touristenort Ocna Sibiului liegt 17 km von Sibiu entfernt und verfügt über zahlreiche Salzseen, von denen einige zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Ocna Sibiului liegt im nördlichen Teil der Sibiu-Senke auf einer Höhe von 408 Metern, in einer Region, die von mit Eichenwäldern bedeckten Hügeln umgeben ist. Die Salzseen haben einen Salzgehalt von 40 bis zu 400 Gramm pro Liter, was schon dem Salzgehalt des Toten Meeres entspricht. Der Ort Ocna Sibului ist eine touristisch stark entwickelte Kleinstadt, derzeit allerdings ist alles zu und es wird überall gebaut und renoviert. Schade, wäre schön gewesen so ein Bad in einem Salzsee.
    Wir fuhren dann weiter nach Medias, eine wirklich malerische Stadt in Siebenbürgen, die für ihre gut erhaltene mittelalterliche Architektur bekannt ist. Die Stadt hat eine reiche Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, als sie von deutschen Siedlern gegründet wurde. Besonders bemerkenswert sind die Stadtmauern und der beeindruckende Kirchturm der evangelischen Kirche, der das Stadtbild prägt. Mediaș ist auch für seine Weinanbaugebiete berühmt, die einige der besten Weine Rumäniens produzieren.
    Heute war die Stadt gerade Zielort für einen Radmarathon. Entsprechend viel Betrieb war in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt.
    Unser nächster Stopp an diesem Tag war Biertan, wo wir eine wunderschöne Kirchenburg besichtigten.
    Die Kirchenburgen in Siebenbürgen sind beeindruckende mittelalterliche Verteidigungsanlagen, die hauptsächlich von den Sachsen erbaut wurden, um sich vor Überfällen zu schützen. Diese einzigartigen Bauwerke kombinieren Kirchen und Wohnräume und sind oft von hohen Mauern umgeben, die im Notfall Schutz boten. Die Kirchenburgen sind heute ein bedeutendes Kulturerbe und stehen auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste, was ihre historische und kulturelle Bedeutung unterstreicht.
    Hier in Biertan haben wir dann auch übernachtet, direkt an der Festungsmauer, fast mitten im Dorf.
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  • Technik trifft Natur

    9. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 10 °C

    Heute Nacht hat es wie aus Kübeln geschüttet. Der Regen prasselte so lautstark aufs Dach, dass an schlafen kaum zu denken war. In der Früh hörte der Regen auf, dafür trieben hunderte Schafe im Vorbeimarschieren ihr blökendes Unwesen. Bald darauf begann auf dem sonst ruhig scheinenden Platz reger Arbeitseifer. Es würde gemäht (trotz tropfnassen Grases), Laub gekehrt und selbst ein Minibagger begann mit undefinierbaren Aktivitäten. Noch ein schnelles Frühstück, dann verabschiedeten wir uns von Lisl und Heiko, weil wir in unterschiedliche Richtungen weiterfuhren.
    Wir machten als erstes eine Zeitreise zum Anfang der Elektrifizierung. Dazu fuhren wir in den Ort Sadu, etwas südlich von Sibiu. Dort steht das Museum "Sigmund Dachler" (Muzeul Energetic Sadu 1). Dort befindet sich das erste Wasserkraftwerk Rumäniens. Es stammt aus dem Jahr 1895 und konnte schon ein Jahr nach der Gründung die ganze Umgebung, einschließlich Sibiu, mit Strom versorgen. Die hier ausgestellten Generatoren und Turbinen sind erstaunlicherweise noch heute im Betrieb, obwohl sie teilweise über 100 Jahre alt sind.
    Nach dieser Besichtigung fuhren wir nach Cisnadoara, nur ein paar km weiter, von wo aus viele Wanderungen weggehen. Es ist wieder einmal Zeit für eine Wanderung. Eine 12 km Tour, nicht allzu anstrengend, aber etwas mühsam, weil durch den nächtlichen Regen die Wege recht schlammig sind.
    Nach der Tour beschließen wir, nochmal auf den Übernachtungsplatz von letzter Nacht zu fahren und dort zu übernachten. Und so gelang es uns auch, das Geheimnis des morgendlichen Treibens zu lüften. Ein Fest für morgen, Samstag, wir vorbereitet. Es geht um die Jahresfeier der Deutsche in Siebenbürgen. Hier in diesem Park werden Tänze aufgeführt und Spiele gemacht, es wird gesungen, gegessen und getrunken. Jetzt am Abend werden noch Zelte aufgebaut und Jugendliche proben ein letztes Mal für die morgige Tanzaufführung
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  • Sibiu\ Hermannstadt

    8. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 17 °C

    Wir sind heute wegen des Autolärms relativ früh aufgewacht und verhältnismäßig früh haben wir uns mit Lisl und Heiko auf den Weg in die Altstadt gemacht.
    Sibiu liegt im Herzen der Region Siebenbürgen und hat eine reiche Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Sie war einst ein wichtiges Zentrum der sächsischen Gemeinschaft und hat zahlreiche Einflüsse aus verschiedenen Kulturen übernommen. Die Deutschen in Sibiu, insbesondere die Siebenbürger Sachsen, haben eine bedeutende Rolle in der Geschichte und Kultur der Stadt gespielt. Im 12. Jahrhundert ließen sich deutsche Siedler, hauptsächlich aus dem Rheinland, in der Region Siebenbürgen nieder. Sie wurden eingeladen, um die Grenzgebiete des Königreichs Ungarn zu besiedeln und zu sichern.
    Die Siebenbürger Sachsen gründeten in Sibiu eine blühende Gemeinschaft, die sich durch ihre eigene Sprache, Traditionen und Bräuche auszeichnete. Sie trugen zur Entwicklung der Stadt bei, indem sie beeindruckende Kirchen, Stadtmauern und Befestigungen errichteten. Die evangelische Stadtpfarrkirche ist ein herausragendes Beispiel für ihre Architektur und religiöse Praxis.
    Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die deutsche Gemeinschaft in Sibiu Höhen und Tiefen. Besonders während des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden kommunistischen Ära nahm die Zahl der Deutschen in der Region stark ab. Heute sind die Nachkommen der Siebenbürger Sachsen eine kleine, aber stolze Minderheit, die ihre Kultur und Traditionen weiterhin pflegt. Sibiu bleibt ein Ort, an dem die Geschichte der Deutschen in Rumänien lebendig ist und gefeiert wird
    Das Stadtbild von Sibiu wird von beeindruckenden Kirchen, wie der evangelischen Stadtpfarrkirche, und den charakteristischen bunten Häusern geprägt. Der Große Platz (Piața Mare) und der Kleine Platz (Piața Mică) sind beliebte Treffpunkte, umgeben von historischen Gebäuden, Cafés und Geschäften.
    Sibiu war 2007 zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas.
    Wir sind einfach durch die Stadt gestreift, haben uns die drei Plätze, die ineinander übergehen, angeschaut: Die Piata Mare, die Piata Mica und die Piata Hueti. Erwähnenswert ist auch die Lügenbrücke, die eigentlich Liegenbrücke heißen soll und mit Lügen gar nichts zu tun hat . Dann wollten wir noch das bekannte Pharmaziemuseum anschauen. Das ist allerdings bis auf Weiteres geschlossen.
    Nach einem feinen Essen in einem netten Lokal an der Piata Mica, sind wir noch zum Freilichtmuseum etwas außerhalb gefahren, in der Hoffnung, dort auch übernachten zu können. Dort ging es nicht, dafür aber gibt es ganz in der Nähe einen Park, in dem man wunderbar stehen kann.
    Das Gelände des Freilichtmuseums ist wirklich schön, aber sonst gibt es in der Museumsgestaltung noch ziemlich Luft nach oben.
    Wir hatten dann mit Lisl und Heiko noch einen feinen Abend auf unserem Übernachtungsplatz im Park
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  • Von Alba Iulia nach Sibiu

    7. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Übernachtungsplatz an der Burgmauer war schon sehr elitär. Eigentlich mitten im Zentrum von Alba Iulia, aber dennoch ganz ruhig. Das ist das Schöne hier an und in Rumänien; Du kannst mit deinem Camper stehen, wo immer du willst. Außer es herrscht generelles Parkverbot. Sonst ist nur darauf zu achten, dass man niemandem im Weg steht. Und wir hatten bisher noch nie ein ungutes oder unsicheres Gefühl. Du wirst einfach in Ruhe gelassen.
    Genauso war es auch in Alba Iulia. Die Zeit bis zum frühen Nachmittag haben wir dafür genutzt, Alba Iulia genauer anzusehen. Fasziniert von der Altstadt mit ihren religiösen und auch weltlichen Bauten in monarchistischem Stil, mit ihren Plätzen und mit dem Burgareal, innerhalb von dem sich die Altstadt befindet, hat uns sehr beeindruckt.
    Gegen Mittag spazierten wir noch durch den modernen, "neuen" Stadtteil mit seiner überraschend großen Fußgängerzone in der von Ceaucescu extra zu seinen Ehren errichteten Prachtstraße. Um diese Prachtstraße zu ermöglichen, hatte Ceaucescu ganze Wohnblöcke samt Bewohner:innen einfach verschieben lassen und woanders aufgestellt.
    Jetzt allerdings ist die Prachtstraße eine Fußgängerzone mit Geschäften und Fastfoodbuden.
    Am Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Sibiu/Hermannstadt. Mittlerweile sind wir im tiefsten Siebenbürgen/Transilvanien.
    In Sibiu war verkehrstechnisch die Hölle los und wir hatten einiges zu tun. Als erstes mussten wir Trinkwasser tanken. Von P4N wussten wir von einem Brunnen mitten in der Stadt, den wir durch enge Gassen mit aktivem Gegenverkehr ansteuerten. Aber es funktionierte. Der Brunnen war bald gefunden und wir konnten uns so platzieren, dass wir das Chaos um uns herum nicht noch vergrößerten.
    Danach steuerten wir eine öffentliche Badeanstalt an, wo wir um 7 RON pro Person ausgiebig und luxuriös duschen konnten.
    Nachdem wir uns auf unserem Parkplatz an einer vielbefahrenen Straße eingerichtet hatten, meldete sich meine Schwester Lisl, dass sie mit ihrem Camper gerade auch in Sibiu sind. Also trafen wir uns auf auf unserem Parkplatz und gingen dann gemeinsam ganz in der Nähe Abendessen. Wir beschlossen dann alle 4 auf diesem Parkplatz, ungeachtet der vielbefahrenen Straße, zu übernachten und morgen Sibiu zu besichtigen.
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  • Rapa Rosie und Alba Iulia

    7. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute sind wir zeitig losgefahren, einen Teil der Strecke wieder zurück und dann auf die Autobahn Richtung Alba Iulia. Auf dem Weg dorthin machten wir Stopp beim Canyon Rapa Rosie. Dieser beeindruckende Canyon ist berühmt für seine markanten roten Felsen und die ungewöhnlichen geologischen Formationen, die durch Erosion entstanden sind.
    Die charakteristische rote Farbe der Felsen stammt von Eisenoxid, das in den Gesteinen enthalten ist. Der Canyon erstreckt sich über eine Länge von etwa 2,5 Kilometern und bietet eine atemberaubende Kulisse für Wanderer und Naturliebhaber.
    Dort auf dem Parkplatz begegneten wir den zu dieser Jahreszeit üblichen Schulklassen, die aber dankenswerterweise ihre Tour schon beendet hatten. Wir marschierten bei feinem Wetter und warmen Temperaturen los, um am Ende unserer Wanderung von einem Regenguss dermaßen überrascht zu werden, dass wir, bis wir wieder am Parkplatz ankamen, bis auf die Haut durchnässt waren.
    Nachdem wir uns einigermaßen getrocknet hatten, fuhren wir weiter nach Alba Iulia, wo wir direkt an der Zitadelle einen wunderbaren Parkplatz fanden.
    Die Stadt Alba Iulia hat eine bedeutende Rolle in der rumänischen Geschichte gespielt, insbesondere während der Vereinigung von Transsilvanien mit Rumänien im Jahr 1918. Die Alba Iulia Festung, ein beeindruckendes Beispiel für Militärarchitektur, wurde im 18. Jahrhundert erbaut. In der Stadt befindet sich die beeindruckende katholische Kathedrale der Wiedervereinigung, die ein bedeutendes religiöses Zentrum darstellt. Alba Iulia ist auch bekannt für ihre kulturellen Veranstaltungen und Festivals, die Besucher aus der ganzen Welt anziehen. Die Stadt bietet zahlreiche Museen, darunter das Nationalmuseum der Union, das die Geschichte der Region dokumentiert. Leider ist in all diesen Museen jegliche Beschreibung und Erklärung ausschließlich auf rumänisch. Das Übersetzungsprogramm am Smartphone ist zwar hilfreich, aber in diesem Umfang relativ mühsam.
    Heute haben wir uns nur kurz in der Stadt umgesehen und festgestellt, dass wir uns morgen unbedingt gezielter umschauen müssen.
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  • Alte Burg und Dakersiedlung

    5. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute wieder spannend. In der Früh haben wir uns eher pflichtgemäß als begeistert zur Burgruine in Deva aufgemacht. Die Burg Deva oder Diemricher Burg liegt Recht imposant auf einem Hügel über der Stadt und sieht von unten eher bescheiden aus.
    Zu Fuß erreicht man die Burg in etwa 25 Minuten. Es geht Recht steil bergauf, deshalb geht auch eine Schwebebahn nach oben. wir marschierten natürlich. Oben angekommen, waren wir wirklich überwältigt. Die Burganlage ist riesig und sie ist wunderschön restauriert. Der Blick über die Stadt und die Umgebung ist einfach atemberaubend.
    Bei der Burg Deva handelt es sich um eine Festung, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und als strategischer Punkt zur Verteidigung der Region diente. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Burg zahlreiche Belagerungen und Zerstörungen, insbesondere während der osmanischen Kriege. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung teilweise restauriert, verlor jedoch im 19. Jahrhundert ihre militärische Bedeutung. Heute ist die Burg Deva eine wichtige Touristenattraktion und ein Symbol der regionalen Geschichte.
    Wir waren jedenfalls sehr froh darüber, dass wir da hinaufgestiegen sind.
    Von Deva fuhren wir dann weiter nach Sarmizegetusa Regia, die beeindruckende Hauptstadt der Daker. Es handelt sich um einen geheimnisumwitterten und geschichtsträchtigen Ort, verborgen in den malerischen Hügeln der rumänischen Karpaten. Diese antike Stadt, die im 1. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde, war nicht nur ein strategischer Militärposten, sondern auch ein kulturelles und religiöses Zentrum. Hier ahnt man die Geschichten von vergangenen Zeiten, als die Daker unter ihrem König Decebalus kämpften und die Römer unter dem General Trajan versuchten, ihre Macht zu erweitern. Sarmizegetusa war ein Ort der Stärke und des Widerstands, wo sich die Daker gegen die Übermacht der Römer erhoben.
    Die Ruinen sind ein faszinierendes Puzzle aus Stein und Geschichte. Die Spuren von Tempeln, die dem Sonnengott Zalmoxis geweiht sind, zeugen von einem tiefen Glauben und einer reichen Spiritualität. Einige der Steine sind so präzise bearbeitet, dass sie bis heute bewundernswert sind. Die Anlage umfasst auch eine große Zirkularstruktur, die möglicherweise für astronomische Beobachtungen genutzt wurde – ein Beweis für das fortschrittliche Wissen der Daker.
    Nachdem die Römer im Jahr 106 n. Chr. die Stadt eroberten, wurde Sarmizegetusa Regia in die römische Provinz Dacia eingegliedert, und ihre Bedeutung begann zu schwinden. Doch die mystische Atmosphäre und die atemberaubende Landschaft machen diesen Ort bis heute zu einem faszinierenden Ziel für Besucher, die die Geheimnisse der Daker ergründen möchte.
    Mit dem Auto kommt man bis zu einem Parkplatz, ab dann geht man zu Fuß noch ca. 20 Minuten zur Anlage. Am Anfang des Fußweges wird vor Bären gewarnt, aber wir sind ja, wie üblich, gut ausgestattet.😀
    Nach dieser beeindruckenden Wanderung auf so geschichtsträchtigem Boden, fuhren wir wieder talauswärts, wo wir auf einem schönen Picknickplatz, umgeben von Kühen, Pferden und Schafen, übernachteten.
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  • Heute dort, wo alle sind

    4. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 23 °C

    Sonntag: Präsidentenwahlen in Rumänien. Irgendwo auf unserer Reise haben wir das eine oder andere Wahlplakat in DIN A4 Größe gesehen. Die Menschen, mit denen wir geredet haben, sind augenscheinlich politisch komplett desinteressiert und wir werden uns auf keinen Fall in irgendein Fettnäpfchen setzen.
    Aber teilweise sind Straßen und Häuser mit rumänischen Flaggen, teilweise mit EU Flaggen und teilweise mit beiden Flaggen geschmückt. Sonntags sind in Rumänien die Supermärkte wie Lidl, Profi und Kaufhaus geöffnet. Aber am heutigen Wahltag gibt es weder in Geschäften, noch in Bars und Restaurants irgendeine Form von alkoholischen Getränken zu kaufen. Erst ab 18:00 Uhr wieder. Ab dann sind die Wahllokale geschlossen.
    Wir sind heute voll auf touristische Destinationen eingestellt und kommen genau dorthin, wo alle anderen auch schon sind. Ist auf dieser Reise eine ganz neue Erfahrung.
    Zunächst das Kloster Prislop, gelegen in den malerischen Hügeln der Region Hunedoara in Rumänien, ist eines der bedeutendsten orthodoxen Klöster des Landes. Es wurde im 14. Jahrhundert gegründet und ist berühmt für seine schöne Architektur und die beeindruckenden Fresken, die die Innenwände schmücken. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Grab des heiligen Calinic von Cernica, eines wichtigen Heiligen der rumänischen Orthodoxie. Das Kloster zieht viele PilgerInnen und TouristInnen an und ist umgeben von einer wunderschönen Naturlandschaft.
    Am 4. Mai wird im Kloster Prislop das Fest des heiligen Calinic von Cernica gefeiert, der als einer der bedeutendsten Heiligen der rumänischen Orthodoxie gilt. An diesem Tag versammeln sich viele Gläubige, um zu beten, Kerzen anzuzünden und Ikonen zu kaufen. Die Feierlichkeiten beinhalten oft gemeinsame Gottesdienste, Prozessionen und besondere Segnungen. Diese Tradition zieht viele Menschen an, was zu der hohen Besucherzahl und der lebhaften Atmosphäre im Kloster führt.
    Wir Unwissenden und Ungläubigen sind also relativ verwundert mitten im Geschehen und bald wieder auf der Flucht.
    Weiter in das Zimvri Naturreservat, wo wir einerseits einen netten Spaziergang machen können, andererseits angeblich jede Menge wilder Wisents bestaunen sollen. Beides ist einfach nicht der Fall. Der Spaziergang ist maximal 2 km lang und Tiere gibt es 2-3 hinter einem Zaun. Da muss man auf jeden Fall nicht hin.
    Wir fahren also weiter nach Huneadora-Eisenmarkt, um die dortige Burg zu besichtigen. Auch hier war viel los, aber der Besuch dieser Burg lohnt sich auf jeden Fall.
    Die Burg Hunedoara, auch bekannt als Castelul Corvinilor, ist ein beeindruckendes gotisches Bauwerk im Herzen Rumäniens. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und gilt als eine der größten Burgen in Europa. Mit ihren hohen Türmen, massiven Mauern und malerischen Gräben erzählt sie Geschichten von Rittern, Legenden und historischen Kämpfen. Die Burg diente einst als Residenz des berühmten Vlad Dracula und ist heute eine beliebte Touristenattraktion, die BesucherInnen mit ihren beeindruckenden Räumen und faszinierenden Ausstellungen in die Vergangenheit entführt. Ein wahres Juwel der rumänischen Geschichte. Kein Wunder also, dass so ein Andrang war.
    Für die Besichtigung der Burg brauchten wir ca. 2 Stunden und dann fuhren wir noch weiter nach Deva/Diemrich, weil wir gehört haben, dass es sich um einen ausnehmend netten Ort mit vielen schönen Gebäuden und einer einladenden Fußgängerzone handeln soll. Der Ort ist wirklich schön und heute besonders festlich geschmückt, weil gerade das Jazz- und Food Festival stattfindet. Heute landen wir also wirklich immer dort, wo was ganz Besonderes los ist. Wir parken den Balû auf einem Parkplatz neben dem Stadtpark unterhalb der Burgruine. Ja, auch Deba hat eine Burg. Vielleicht besichtigen wir sie morgen. Scheint eine Ruine zu sein, aber auf dem Hügel gibt es vermutlich einen wunderbaren Rundum-Blick.
    Heute machten wir noch einen Spaziergang in die Fußgängerzone. Da es nach 18.00 Uhr ist, gibt es sogar Aperol Spritz. Dann gehen wir wieder einmal essen im Restaurant "La Perla", direkt über unserem Parkplatz, auf dem wir heute auch übernachten.
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  • Am Westrand von Siebenbürgen

    2. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 19 °C

    In der Früh gab es heute natürlich Riesenhallo auf unserem Übernachtungsplatz im Garten der rumänischen Familie. Nachdem wir noch gemeinsam Kaffee getrunken haben und ein paar Foto machen mussten, wurden wir total herzlich verabschiedet.
    Wir fuhren dann zunächst nur 2-3 km zu Pestera Bolii, bei der wir gestern ursprünglich übernachten wollten. Auch auf Empfehlung der rumänischen Familie, beschlossen wir, heute diese Höhle zu besichtigen. Als wir gegen 10 Uhr dort ankamen, war schon ziemlich viel los, hauptsächlich Schulklassen und eine kleine Reisegruppe.
    Die Pestera Bolii, ist auch bekannt als die "Höhle der Krankheit", weil der Name auf die zahlreichen Legenden und Überlieferungen zurückgeht, die mit der Höhle verbunden sind. Diese Geschichten berichten oft von den heilenden Eigenschaften der Höhle, die in der Vergangenheit von Einheimischen aufgesucht wurde, um Krankheiten zu heilen oder um spirituelle Reinigung zu erfahren.
    Die Höhle wurde 1955 entdeckt und ist seitdem ein beliebtes Ziel für Höhlenforscher und Touristen. Sie ist Teil eines größeren Karstsystems, das zahlreiche Höhlen und unterirdische Flüsse umfasst. Die Höhle selbst hat auch mehrere unterirdische Seen und Flüsse. Es gibt spezielle Beleuchtungssysteme, die die Schönheit der Formationen hervorheben.

    Für den Besuch der Höhke braucht man nicht lange, aber er lohnt sich auf jeden Fall.
    Danach fuhren wir weiter nach Puj, auf den Campingplatz Baleia von Cris und Andrea. Der Platz ist erst im Aufbau begriffen, aber es funktioniert alles und die beiden wollen ein wirkliches Schmuckstück daraus machen.
    Gleich nach unserer Ankunft brachen wir auf einen Spaziergang in den nahegelegenen Naturpark auf. Allerdings wurde aus dem Spaziergang ein 16km länger Gewaltmarsch, den wir mit einem Abendessen in einem Restaurant abschließen wollten. Leider gibt es aber nirgendwo in einem akzeptablen Umkreis irgendeine Form von Restaurant. Also selber kochen, wie fast immer. Aber der Platz ist echt schön.
    Hier bleiben wir auch morgen um unsere weitere Reise zu planen.
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  • Über die Transalpina nach Transilvanien

    1. Mai 2025 in Rumänien ⋅ ☀️ 14 °C

    Das war heute tatsächlich ein ereignisreichen Tag.
    In der Früh machten wir noch eine Abstecher zum Markt in Targu Jiu, um etwas Gemüse einzukaufen. Die Weiterfahrt sollte uns Straße Nr. 67 weiterführen Richtung Bukarest. Aber Pläne sind halt so eine Sache, deren Umsetzung immer von den diversesten Umständen und Zufälligkeiten abhängig.
    Aber zunächst mussten wir nach einer Wasserstelle suchen, unser Wassertank hatte nämlich ein bedenklich niedriges Niveau erreicht. Die erste angesteuerte Wasserstelle erwies sich als unpraktikabel . Wir fuhren dann weiter auf die 67c, das ist die Transalpina Hochalpenstraße, zu dieser Jahreszeit ab Ranca gesperrt. Am Anfang dieser Straße konnten wir zufällig an einer Tankstelle unseren Trinwassertank auffüllen. Die Frau an der Tankstelle sprach bestes Englisch und bestätigte uns, dass die Transalpina tatsächlich gesperrt ist, aber wir sollen doch die 19 km bis Ranca fahren, wo man genau wissen sollte, wie lange der Pass noch zu ist. So fuhren wir also bis nach Ranca, wo an der Straße eine Gruppe ungarischer Biker stand, die offensichtlich und bestätigt über die Transalpina gekommen sind. Inzwischen hatten wir unseren Reiseplan schon adaptiert: Sollte es tatsächlich eine Chance geben, über die Transalpina zu fahren, tun wir das und sind halt dann mitten in Siebenbürgen/Transilvanien. Es ging also immer noch weiter ohne ersichtliche Sperre. Kurz nach Ranca stand die Polizei. Von denen bekamen wir dann die erhellende Auskunft: Ja, offiziell ist die Straße geschlossen. ABER: Sie ist schneefrei und auf eigene Verantwortung können wir fahren. Was wir tatsächlich taten. Warum die Transalpina?
    Die bereits im Jahre 1939 eröffnete Panoramastraße wird im Rumänischen auch Drumul Regal genannt, was übersetzt Königsstraße bedeutet. Sie ist außerdem die höchste Straße in ganz Rumänien, die mit einem Auto befahrbar ist. Sie führt als Straße 67c mit vielen Kehren über den UrdelePass auf 2240 m und verbindet die kleine Walachei mit Siebenbürgen auf einer Länge von 143km. Oben bietet sich ein spektakulärer Panoramablick. Allerdings darf man sich nicht erwarten, dass es am Pass sowas wie Parkplätze, Cafés, Restaurants oder irgendwas gibt. Nicht einmal ein entsprechendes Schild steht da. Dass man auf dem Pass ist, merkt man nur daran, dass es auf der anderen Seite wieder hinuntergeht. Die Straße war also ungehindert befahrbar mit sehr geringem Verkehrsaufkomme. Logisch, wenn sie ja gesperrt ist. Am Ende der offiziellen Sperre angekommen, fuhren wir dann nicht mehr die 67c weiter, sondern bogen nach links Richtung Petrosani, eine alte Industriestadt, ab. Petrosani interessierte uns nicht und wir fuhren 8 km weiter zur Pestera Bolii, der Bolii Höhle, einer besonderen Attraktion, weil es sich um eine der wenigen begehbaren Höhlen in Rumänien handelt. Dort gibt es auch einen Parkplatz, den wir für die Übernachtung vorgesehen hatten. Die Höhlen wollten wir dann morgen besuchen. Aber es kam anders. Der Parkplatz ist schön und gut, aber gleich daneben befindet sich ein riesiges zwingerähnliches Grundstück voller kläffender Hunde. Wir waren müde von der anstrengenden Bergfahrt und wollten uns eigentlich nicht mehr fort bewegen, doch das Gekläffe war nervenaufreibend. Also fuhren wir die unbefestigte Straße, an deren Anfang wir standen, weiter und gelangten an einen Weiler mit 3-4 Häusern. Hier fragten wir einfach, ob wie in einer Ausweiche neben der Straße übernachten dürfen. Sofort liefen sämtliche Familienmitglieder diese Hauses zusammen. Sie sprachen alle italienisch und so hatten wir keine Verständigungsprobleme. Kommt ja überhaupt nicht infrage, hier in der Ausweiche zu stehen. Kommt herein in unseren Garten!
    Sofort wurde ein Parkplatz im Garten frei gemacht. Ja, und da stehen wir nun, bei Maria, Mihai und Silvia im Garten und nach langen anregenden und aufgeregten Gesprächen wissen schon wieder viel mehr über Land und Leute in Rumänien.
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  • Zwischenstopp in Targu Jiu

    30. April 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute ging es wieder einmal in eine Stadt. Von unserem Übernachtungsplatz bei Baia de Aramà fuhren zunächst in den Ort Tismana, der relativ nichtssagend ist, und von dort weiter zum dazugehörigen Kloster.
    Das Kloster Tismana, gegründet im 14. Jahrhundert, ist eines der ältesten und bedeutendsten Klöster in Rumänien. Das Kloster ist bekannt für seine byzantinische Architektur und seine historischen Fresken. Es spielt eine wichtige Rolle in der rumänischen Orthodoxie und ist ein Zentrum für religiöse Pilgerfahrten. Tismana wurde von Erzpriester Nicodim von Tismana gegründet, der als einer der ersten rumänischen Heiligen angesehen wird.
    Derzeit wir das Kloster renoviert, sodass wir nur den Innenhof und die Kloster Kapelle mit den historischen Fresken besichtigen konnten.

    Danach fuhren wir also weiter nach Targu Jiu, wo wir wieder einmal großes Glück mit dem Parkplatz hatten, der auch als Übernachtungsplatz blendend funktionieren kann.
    Die Stadt ist schnell besichtigt.
    Eine herausragende Sehenswürdigkeit ist das Skulpturenensemble von Constantin Brancusi mit dem Tisch des Schweigens, dem Tor des Kusses und der Unendlichen Säule. Das Ensemble wurde in den Jahren 1937/1938 als Auftragswerk der Frauenliga von Gorj errichtet und soll an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges erinnern.
    In den 1950er Jahren versuchte der damalige Bürgermeister das gesamte Ensemble niederzureißen, was aber aufgrund eines zu schwachen Motors des Bulldozers nicht gelang.
    Mittlerweile führt die Stadt die Unendliche Säule im Wappen und das gesamte Ensemble ist seit 2024 UNESCO Kulturerbe.
    Die Stadt hat aber auch einen wesentlich interessanteren Teil, dort, wo sich das wirkliche Leben abspielt, dort wo die Rumänen Legales und Illegales ge- und verhandelt wird, dort, wo der Obst- und Gemüsemarkt steht und rundherum jede Menge Geschäfte mit Brot, Fleisch, Kuchen, Torten, Schrauben und anderes Werkzeug, Fisch, Käse, Second Hand Shops mit Klamotten für nicht gerade jeden Geschmack u.v.m. Auch dort haben wir uns herumgetrieben, und gewundert und gestaunt.
    Den Abend verbrachten wir dann wieder bei hausgemachten Gemüsegratin auf unserem schönen Platz am Fluss Jiu.
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  • Wandern im Domogled Nationalpark

    29. April 2025 in Rumänien ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Nacht quasi am Straßenrand war angenehm und ruhig. Kein einziges Auto haben wir gehört.
    Brrr, aber am Morgen war es saukalt. 4 Grad, obwohl wir nur auf ca. 360 m Meereshöhe sind. Aber halt in den Bergen. Heizung im Wohnmobil hat schon was. 😃
    Nachdem wir auf unserem Übernachtungsplatz auch kein Internet hatten, haben wir nicht, wie sonst üblich, beim Kaffee am Morgen alle Neuigkeiten und Skurrilitäten aus aller Welt besprochen, sondern sind relativ früh zu einer wirklich genialen, wunderschönen Wanderung im Domogled Nationalpark aufgebrochen. Der Tag entpuppte sich als wolkenlos und bei 20 Grad ideal zum Wandern.
    Obwohl es in Rumänien ja nur so von Bären wimmeln soll, lassen wir uns nicht beirren und wandern mutig, ausgestattet mit Bärenglocke und Bärenabwehrspray, drauflos. Und was soll ich sagen? Das Zeug wirkt. Keinen einzigen Bären haben wir gesehen. 😂
    Der Domogled Nationalpark ist ein beeindruckendes Schutzgebiet, das für seine vielfältige Flora und Fauna bekannt ist. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6.300 Hektar und umfasst Teile des Anina-Gebirges
    Der Domogled Nationalpark beherbergt eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, darunter viele endemische und geschützte Arten. Besonders erwähnenswert sind die alten Buchenwälder, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Außerdem bietet der Park eindrucksvolle Landschaften mit hohen Bergen, tiefen Schluchten und malerischen Wasserfällen. Die Höhepunkte sind der Domogled-Gipfel und die Schlucht von Bistra, die atemberaubende Ausblicke bieten.
    Eine Vielzahl wirklich gut markierter Wanderwege für alle Schwierigkeitslevels führen durch den Nationalpark.

    Unsere Wanderung erstreckte sich über 15 km, allerdings mit erheblicher Steigung. Wir hatten ausreichend Wasser und Energiefutter dabei. Wasser ist nicht so wichtig, weil überall Quellen mit Trinkwasser sprudeln, Energieriegel, Bananen oder anderes Essbares sollte man nach Möglichkeit schon dabei haben.
    Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück von der Wanderung und fuhren noch ca. 30 km weiter bis in die Nähe von Baia de Aramà, wo wir heute auch übernachten.
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  • Aufbruch in die "Wildnis"

    28. April 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 16 °C

    Heute Vormittag haben wir noch eine richtig tolle Bootstour auf der Donau unternommen. Freundlicherweise hat uns die Tour der Campingplatzbesitzer organisiert. Mit dabei waren Manuela und Michael, ein Pärchen aus Judenburg in der Steiermark, die gestern am Campingplatz eingetrudelt sind. Die Bootsfahrt war schon deswegen interessant, weil wir auch ganz nahe an Serbien gekommen sind und weil die Donauenge vom Wasser aus wunderbar beeindruckend ist. Auch konnten zwei interessante Höhlen angefahren werden. In eine davon ist das Boot sogar ein Stück hineingefahren. Aber es war halt kalt auf dem Wasser. Die Bootsfahrt kostete 14€ pro Person und dauerte knapp 2 Stunden. Man munkelt allerdings, dass die Preise hier sehr variabel, aber nicht verhandelbar, sind.
    Nach der Bootsfahrt brachen wir dann auf. Vorher allerdings musste der Balù noch reisefertig gemacht werden. Und endlich gelang es uns auch, beim Besitzer das Geld für die 2 Tage und Nächte zu hinterlassen (20€ pro Nacht), nachdem er uns vorher immer zu verstehen gab, dass er gar kein Geld braucht. Also dieser Campingplatz in Eselnita ist neu und wirklich empfehlenswert. Bezahlen geht allerdings nur Cash (€ sind auch gern gesehen).
    Wir fuhren dann weiter Richtung Baile Herculane. Da fährt man auf der Straße 67 d, die derzeit über viele km eine einzige Baustelle ist und daher etwas mühsam zu befahren. Außerdem hatten wir Treibstoffsorgen, nachdem wir die erste Tankstelle übersehen hatten und auf dieser Baustellenstraße natürlich weit und breit keine Tankstelle stand. Irgendwie mit ein paar Kilometern Umweg konnten wir das Problem schließlich doch lösen.
    Baile Herculane = Herkulesbad ist der älteste Kurort Rumäniens. Schon die Römer und Daker erfreuten sich an den aus dem Boden sprudelnden warmen Quellen.
    Der Ort hat aber schon bessere Zeiten gesehen. Morbide, teils dem Verfall preisgegebene Kuranstalten wechseln sich mit stark heruntergekommenen Wohnblocks ab. Trotzdem sieht es aus, als ob man bemüht wäre, dem Ort wieder etwas Reiz zu verleihen. Mehrere neue und wirklich schöne Hotels, Pensionen und Restaurants wurden errichtet. Und hier ist auch ziemlich was los in den Cafés und auf der Straße.
    Herkulesbad profitiert aber vor allem von seiner Kulisse und als Eingangstor zum Domogled Nationalpark.
    Wir sind durch den Ort nur durchgefahren, weiter Richtung Nordosten auf der 67d zum Infocenter des Nationalparks. Das Infocenter liegt wunderschön, ist allerdings schon geschlossen, als wir dort ankamen. ( Schließt um 16.00 Uhr) Schade..
    Also weiter zum Weiler 7 Izvoare (7 Quellen). Hier gibt es tatsächlich direkt am Straßenrand 2 Schwimmbassins mit warmem Thermalwasser. Und wie sich heute die Leute hier tummeln, Parken am Straßenrand, können dann ganz gemütlich in Badekleidung zu dem Bassins gehen und schon sitzen sie verzückt im Wasser. Wir haben nur zugeschaut, weil sich doch die Frage der Hygiene stellte.
    Dann aber mussten wir uns doch so langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz machen. Schwierig: Internet geht nicht, von der Straße abweichen geht auch nicht, weil rechts Felsen, links der Bach. Schließlich fand sich doch ein kleiner Picknickplatz am Straßenrand. Da werden wir jetzt übernachten. Straßenrand ist in diesem Fall OK, weil kaum jemals ein Auto vorbeikommt.
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  • Am Eisernen Tor

    27. April 2025 in Rumänien ⋅ ⛅ 15 °C

    Gestern sind wir bei strahlendem Wetter in Eibenthal aufgebrochen wieder hinunter an die Donau. Wie gesagt, es ist auch am Wochenende bei schönem Wetter fast gar nichts los hier am schönsten Abschnitt der Donau in Rumänien. Natürlich gibt es auch hier die touristischen Hotspots und da gibt es tatsächlich auch einige BesucherInnen.
    Das ist z.B. das Kloster Mraconia oder das in Fels gemeißelte Konterfei des Draker-Königs Decebal. Die Donauenge verdankt diese beiden touristischen Anziehungspunkte dem etwas zwielichtigen ( in der Zwischenzeit verstorbenen) Geschäftsmann, Hobbyhistoriker und Nationalisten Iosif Constantin Dragan, der beides in den 90-er Jahren errichten ließ.
    Nach einer ausführlichen Fotopause an dieser Stelle fuhren wir direkt an den Staudamm. In den 1960 er Jahren beschlossen nämlich Tito (Jugoslawischer Staatschef und Diktator) und Ceaucescu ( Rumänischer Diktator), ein riesiges Wasserkraftwerk am Eisernen Tor zu bauen. Das Projekt verursachte große ökologische und soziale Schäden. So versank z.B. die Insel Ada Kaleh, die ausschließlich von TürkInnen bewohnt wurde und über einzigartige osmanische Architektur verfügte, in den aufgestaute Fluten. Die BewohnerInnen der Insel wurden z.T. in die Türkei, z.T. in das damalige Jugoslawien ausgesiedelt. Auch 11 Dörfer entlang der Donau versanken in den Fluten. 9 davon wurden am Ufer des entstandenen Stausees neu aufgebaut.
    Das alles habe ich im Museum Muzeul Hidrocentral Portile de Fier erfahren, das direkt an der Staumauer liegt und durchaus einen Besuch wert ist.
    Nach dem Museumsbesuch fuhren wir ein paar km zurück nach Eselnita, wo wir einen schönen Campingplatz direkt an der Donau ansteuerten. Auf diesem Platz verbrachten wir den ganzen heutigen Tag vor allem mit der Planung unserer Weiterreise.
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  • Wieder an der Donau

    25. April 2025 in Rumänien ⋅ ☀️ 18 °C

    Von unserem Übernachtungsplatz an die Donau war es nicht mehr weit. Über eine kurvenreiche Straße immer an der serbischen Grenze ging es relativ steil bergab und bald schon lag die Donau vor uns.
    Sie bildet den größten Teil der rumänischen Südgrenze zwischen dem rumänischen Teil des Banats und Serbien beziehungsweise der Walachei und Bulgarien. Im großen Donaudelta mündet der Fluss ins Schwarze Meer. Hier bildet ein Arm die Grenze zur Ukraine.
    Wir befinden uns jetzt am Eisernen Tor.
    Das Eiserne Tor ist das gut 100 km lange Durchbruchstal der Donau durch die Karpaten, zwischen Coronini und Drobeta Turnu Severin.
    Diese Strecke galt früher als der gefährlichste Flussabschnitt der Donau und konnte nur mit Hilfe von ortskundigen Lotsen durchquert werden.

    Erst mit dem Bau des ersten Kraftwerkes im Jahr 1972 wurde die Fluss-Durchfahrt allmählich entschärft.
    Die Straße entlang der Donau am Eisernen Tor ist sehr gut ausgebaut, die Gegend landschaftlich sehr schön.
    Überall merkt man, dass hier auch der Wille herrscht, das Donauufer touristisch zu erschließen, auch wenn für wirklich touristische Infrastruktur vielerorts einfach der Platz fehlt. Jetzt jedenfalls, in der Woche nach Ostern, wird viel an Pensionen, Cafés und Restaurants gearbeitet, renoviert, gestrichen und gebastelt. Noch allerdings ist alles zu.

    Wir fahren schließlich nach Eibenthal, einem kleinen Ort oberhalb der Donau. Beinahe hätte die Fahrt dorthin in einem Desaster geendet, weil sowohl Google Maps, als auch die Wegweiser auf der Straße uns auf eine unbefestigte Bergstraße, die aussah wie ein ausgetrocknetes Flussbett, lotsten. Wir haben natürlich bei erster Gelegenheit umgekehrt, um dann festzustellen, dass ein paar km weiter östlich eine Asphaltstraße in den Ort führt, zwar sehr eng, aber mit reichlich Ausweichmöglichkeiten.
    Kurz vor dem Ort Eibenthal, auf einer Anhöhe, haben wir einen wunderschönen Park - und Übernachtungsplatz gefunden. Wir machten dann noch eine schöne 11 km lange Wanderung im Nationalpark Eisernes Tor, an dessen Rand Eibenthal liegt. Und überraschenderweise gibt es in dem kleinen, adretten Ort ein Restaurant mit guter tschechischer Küche. Tschechisch? Ja, Eibenthal ist eine Sprachinsel der kleinen Minderheit der Banater Tschechen.
    Vom Restaurant, wo wir gegessen haben, zu unserem Auto, waren es noch ca. 1,5km zu Fuß. Zum ersten Mal auf unserer Reise haben wir außerhalb von offiziellen Plätzen Nachbarn bekommen. Eine tschechische Familie mit Kind und Hund und Dachzelt.
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  • Eine Zugfahrt, die ist lustig

    24. April 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute in der Früh hat es wieder einmal in Strömen geregnet. War aber nicht sehr nachhaltig.
    Wir sind dann relativ zügig nach Oravita gefahren, zuerst beim Lidl einkaufen, dann zum Bahnhof, wo wir dann um 11:44 mit der gestern beschriebenen Nostalgiebahn nach Anina fuhren. Ticket konnten wir am Bahnhof erstehen, kosten 33 RON pro Person für eine Strecke. Karten werden nicht akzeptiert, zahlen kann man nur Cash. Inzwischen hat der Regen aufgehört und die Fahrt mit dieser Bahn ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Der Zug war übrigens voll mit lauter netten Menschen. Z.B.Klara aus Temeswar und Kristina aus Bukarest haben mit uns die ganze Zeit geredet, glücklich darüber, ihr Deutsch trainieren zu können. Nach 2,5 Stunden (33km) kamen wir in Anina an. Am Bahnhof herrschte plötzlich große Betriebsamkeit. Souvenir- und Getränkestände waren aufgebaut und das private Eisenbahnmuseum im Bahnhofsgebäude - das sich als Sammelsurium unendlich vieler Skurrilitäten entpuppte- hatte geöffnet. Außerdem standen einige Taxis herum, die Rückfahrten nach Oravita anboten. Ist eine Empfehlung. Wir hatten ja schon das Rückfahrticket, deshalb sind wir zurück auch wieder mit dem Zug gefahren. 14:40 bis 16:35. Wäre aber nicht nötig gewesen, eine Strecke genügt.
    In Oravita fuhren wir gleich weiter bis an den Fluss Nera, direkt an der serbischen Grenze, wo wir einen wunderschönen Platz zum Übernachten fanden.
    Zum Abendessen gab es Barschfilet mit Gemüsegratin.
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  • Ein Tag in Anina

    23. April 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 19 °C

    Gefahrene Strecke: 9km

    Die heutige Nacht war ziemlich turbulent. Stundenlang gab es relativ heftigen Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen. In der Früh war es dann zwar noch bewölkt, aber sehr friedlich. Von unserem Übernachtungsplatz sind wir nur ein paar km nach Anina gefahren. Am Bahnhof von Anina haben wir geparkt.
    Dieser Bahnhof ist ein historisches Denkmal und erinnert an die wirtschaftliche Blüte auf der Basis von Kohleabbau und Metallindustrie in dieser Gegend,
    Nachdem 1855 die Österreichisch-Ungarische Staatseisenbahngesellschaft (StEG) die Bauarbeiten übernahm, forcierte sie die Fertigstellung der Bahn. Die StEG hatte umfangreiche Besitzungen in der Region um Anina erworben, darunter Erz- und Kohlebergwerke, ausgedehnte Wälder sowie 72 Dörfer mit ca. 125.000 Bewohnern (1873). So musste ein Stahlwerk errichtet werden, welches Schienen für die StEG walzte. Schließlich konnte die Strecke 1863 für den Güterverkehr freigegeben werden, am 18. November 1869 wurde der Personenverkehr aufgenommen.
    Heute wird die Bahnstrecke Oravița–Anina täglich von einem Zugpaar ( Oravita – Anina und Anina – Oravița) für touristische Zwecke bedient. Es handelt sich mittlerweile um eine Nostalgiebahn, die für 33km sagenhafte 2,5 Stunden durch wunderschöne Gegend fährt. Dieses romantische Erlebnis soll man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Wir werden das jedenfalls morgen machen.
    Heute ist das Wetter noch etwas unsicher, aber wir machen eine schöne 15km lange Wanderung im Nationalpark Cheile Nerei Beusnita, die uns auch durch den Ortsteil Steierdorf brachte, wo wir auf eine große Gedenktafel von einem Grubenunglück in Jahre 1920 stießen. Daher haben wir die Geschichte dieser Gegend genauer erforscht.
    Steierdorf/Anina war im Laufe des 19. und 20. Jhd. ein wichtiges Zentrum des Steinkohlebergbaus. 1858 wurde die erste Steierdorfer Eisenhütte gebaut. Hier gab es Kohle von vorzüglicher Qualität. Damit wurden Dampfschiffe, Eisenbahnen sowie die Maschinenbauindustrie versorgt. 1856 wurde ein Koksofen und 1861 der erste Hochofen in Betrieb gesetzt. 1913 wurde das Eisenwerk jedoch nach Reschitz verlegt. Heute sind die Kohlevorkommen in Anina weitgehend erschöpft, was die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit des Ortes zur Folge hat.
    Wir bleiben heute über Nacht am Bahnhof von Anina. Die Bahnhofsvorsteherin meint, das ist überhaupt kein Problem.
    Heute essen wir selbstgemachte Gemüsesuppe mit fregola sarda
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  • Spannende Geschichten

    22. April 2025 in Rumänien ⋅ ☁️ 21 °C

    Gefahrene Strecke: 146 km
    Nach einer ruhigen Nacht am Picknickplatz fahren wir am späten Vormittag weiter Richtung Anina. Aber wir wollen nicht über die direkte Straße fahren, sondern auf der kleineren Straße, die genau zwischen die beiden Nationalparks Parcul National Semenic-Cheile Carasului im Norden und dem Parcul National Cheile Nerei-Banusnita im Süden.
    Zuerst aber gelangen wir an den Stau- und Badesee Statiunea Trei Api. Der See soll in ganz Rumänien als DER Sommerurlaubsort bekannt und beliebt sein. Jetzt allerdings wirkt er eher trostlos. Er enthält nur wenig Wasser und die Natur beginnt gerade den Winter abzuschütteln. Hier am See treffen wir Siegfried und Roxanne nebst Sohn und Hund und Schwiegervater, der am See ein Hotel betreibt. Die junge Familie stammt von hier, lebt und arbeitet in Bayern. Gerade sind Osterferien und deswegen sind sie da.
    Von ihnen erfahren wir noch mehr über die Geschichte der Banater -Schwaben. Siegfried stammt aus Wolfsberg und hat, obwohl Rumäne, Rumänisch erst durch seine Frau gelernt.
    Hier im Banat sprechen sehr viele Menschen deutsch, viele sogar als erste Sprache. Die Geschichte dazu ist äußerst spannend und komplex und ist natürlich auf die Monarchie unter Maria Theresia zurückzuführen.
    Durch das Ende der Monarchie, die Turbulenzen zweier Weltkriege, die Ceaucesu-Diktatur, den Fall des Eisernen Vorhangs, entstanden immer wieder neue Lebensbedingungen.
    Deutsche wurden im Laufe der Geschichte hier angesiedelt, weggesiedelt, zurückgesiedelt, vertrieben, zurückgeholt. Sie sind ausgewandert, zurückgekommen, weggezogen. Genaueres dazu wissen Geschichtsbücher und weiß Wikipedia.
    Derzeit sind die deutschen Banatdörfer nahezu ausgestorben. Die Leute leben und arbeiten in Deutschland oder Österreich, haben dort Familie und verdienen das Geld, mit dem sie dann in Rumänien Immobilien erwerben. Zu Weihnachten, zu Ostern und im Sommer kommen sie dann hierher und erfreuen sich an ihrem Besitz.

    Wir sind dann doch sehr viele Kilometer weitergefahren bis kurz vor Anina, wo wir auf einer Anhöhe über dem Ort übernachten wollen. Ruhig, einsam und bewacht von einem süßen, weißen, streunenden Hund.
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