November 2016 - May 2017
  • Day168

    Porto - Berlin

    May 10, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Nach dem Frühstück noch eben das Wetter gecheckt und es verhieß nichts gutes. Wir packten unsere Rucksäcke und ließen sie im Hotel an der Rezeption zur Aufbewahrung. Da unser Flug erst am Nachmittag ging, könnten wir somit nochmals eine kleine Stadttour machen. Aber eigentlich war war eher eine "wir-schauen-mal-was-es-so-in-den-Läden-gibt" Tour.

    Tatsächlich fing es nach einer Weile an zu regnen und das recht kräftig. Der Regen sollte auch bis zu unserer Anwesen auf dem Flughafen anhalten.

    So huschten wir dann durch die Straßen von Porto. Immer im Versuch, an der Wand entlang unter einen Balkon zu kommen. Zwei mal waren wir in einem Café in der Hoffnung, dass der Regen nach ließe. Leider zerplatzte unsere Hoffnung wie eine Seifenblase. Aber ich entdeckte in einen der Läden ein tolles T-Shirt für mich. Das benötigte ich auch, denn eine Möwe hatte bei all dem Regen, auch noch ihre Exkremente auf meine linke Schulter fallen lassen.

    Trotzdem hatten wir gute Laune, holten unser Gepäck von Hotel ab in gingen zur Metro "Trindade". Dort half uns ein Angestellter der Metro mit den Tickets, denn einfach war das System dort nicht zu verstehen. Dann fuhren wir mit der Metro zum Flughafen. Ich checkte schon ein. Der Flug von Edith ging 2 Stunden später. Dach einer Weile würde ich unruhiger und wollte in den Sicherheitsbereich. So verabschiedeten wir uns und ich liess mich "checken".

    Der Flug war relativ ruhig. Das automatische Sitzplatzvergabesystem verordnete mir einen Fensterplatz. Nicht gerade zu meiner Freude. Pünktlich in Berlin-Schönefeld gelandet, stürzte ich mich in das Chaos mit dem öffentlichen Verkehr. Eigentlich wollte ich mit der Bahn fahren, aber wegen Baumaßnahmen fuhr der Airport-Express nicht. Deshalb fuhr ich mit der Bahn bis Lichtenberg und von dort dann mit der S-Bahn bis Charlottenburg.

    Mein Hund erwartete mich bei seinem Gassigang an der Kirche mit meiner Schwester und ihrer Tochter. Aber er war sehr auf den Stock in der Hand meiner Schwester fixiert, als mich zu begrüßen. Es gab eine kleine Wiedersehensfreude und dann war schon der Stock wieder interessanter.

    Dann ging es nach knapp 6 Wochen endlich wieder nach Hause 😊😊😊
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  • Day167

    Porto

    May 9, 2017 in Portugal ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute war Sightseeingtour in Porto angesagt. Nach dem Frühstück im Hotel, was gut war, ging es zur Küste und zwar zu Fuß. Vor 9 Monaten sind wir das Stück mit der Straßenbahn 🚋 gefahren und von dort den Camino gegangen. Heute gehen wir das Stück. Es sind ungefähr 6 km und das Wetter war grau aber ertragbar. Wieder fiel uns der starke Verkehr und die Menge an Menschen auf. Das werden wohl, so wie wir auch, alles Touristen sein. Aber nicht nur. Denn auf dem Platz vor dem Rathaus baute man Absperrungen auf. Irgendetwas wird wohl heute noch offiziell passieren.

    Der Weg zur Küste war wegen dem Verkehr recht laut. Auch der schmale Fußweg war nicht gerade optimal. Aber interessant. Denn hin und wieder konnte und musste man auf den Gleisen der Straßenbahn gehen gehen. Auch Autos fuhren dort entlang. An der Küste angekommen, gingen wir zunächst zum Leuchtturm. Damals war der Weg dorthin wegen Sturm abgesperrt. Danach suchten wir ein Café auf und machten eine kleine Pause. Dann entschied ich mich den Weg zurück zu gehen und Edith für die Straßenbahn.

    Wir trafen uns an der Anfangs-Haltestelle und besprachen die weitere Tour. Edith wollte Boot fahren und ich zum Glockenturm. Unterwegs suchte ich nach einem schönen T-Shirt als Erinnerung an Porto und frisches Hemd für den morgigen Tag 😜. Unterwegs wurde ich 3x angesprochen, ob ich Hasch kaufen will. Gestern sprach man mich deswegen 6x an. Aber ich wollte nicht und lehnte dankend ab - hehe. Ich ging dann zu Supermarkt und kaufte mir Brot, Bohnen, Tomaten und Mais und aß dies dann auf dem Hotelzimmer. Später kam Edith von ihrer Tour zurück, duschte und nach einer Weile ging sie wieder in die Stadt. Unterwegs schrieb sie mir, dass das Festival - der Umzug - jetzt beginnen würde und es ein "Studentenumzug" sei. Ich ging zum Platz und schaute mir das Spektakel an. Dann begann es leider zu regnen und ich ging zurück. Auch ich musste noch duschen und meine Sachen zur morgigen Abreise packen.
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  • Day166

    Fisterra - Porto (Portugal)

    May 8, 2017 in Portugal ⋅ 🌙 18 °C

    Was würde Fisterra ohne die vielen Pilger machen? Hier zeigt sich deutlich, wie sehr ein ganzer Ort von einer Gemeinschaft abhängig ist und von dieser extrem geprägt wird. Nach dem üblichen Gang zum Leuchtturm und dem Nullstein, gingen wir zu unserer Pension zurück und bereiteten und für die Nacht vor.

    Es war ruhig. Nur hin und wieder in der Ferne Hundegebell. Um 07:00 Uhr klingelte mein Smartphone-Wecker. Wir standen auf, packten die restlichen Sachen zusammen, verließen das Zimmer und ließen den Schlüssel stecken. Dann gingen wir zur zentralen Bushaltestelle. Der Bus der Firma "Monbus" war schon da und da noch etwas Zeit blieb, ging Edith in das Café gegenüber und bestellte dich ein kleines Frühstück. Dann kam der Fahrer und öffnete die klappen für das Gepäck. Mittlerweile waren auch schon recht viele Menschen da, welchen diesen ersten Bus nach Santiago nehmen wollten. Als alle eingestiegen und das Gepäck verstaut war, fuhr der Fahrer los. Später stellten wir fest, dass er ohne die anderen Ortschaften abzufahren, direkt nach Santiago fährt. Dadurch erreichten wir auch noch den früheren Bus von Santiago nach Porto. Das hat alles super geklappt.

    Während der Busfahrt erinnerte sich Edith und dann auch mich daran, dass wie hier vor etwas mehr als einem Jahr den "camino portugues" gegangen sind. Da wurden wieder viele Erinnerungen wach. Aber ich war auch müde und schlief hin und wieder ein. Da in Portugal die normale Uhrzeit ist und nicht wie in anderen europäischen Ländern 2x im Jahr die Zeiger hin und her geschoben werden, mussten wir unsere Uhr eine Stunde zurück stellen oder zumindest in unseren Planungen diesen Umstand mit einbeziehen.

    In Porto angekommen, gingen wir zu Fuß zu unserem Hotel. Unterwegs machten wir eine kurze Pause in einem Café und tranken etwas. Das Hotel "Vera Cruz" ist echt einfach gehalten, aber ok 👌. Nach dem Einchecken und bequemere Sachen angezogen, gingen wir in die Altstadt. Dort sahen wir uns den Bahnhof "Sao Bento" an und die vielen Fliesenbilder, dann die Brücke über den Fluss. Dann gingen wir zum Hafen und informierten uns über eventuelle Bootsfahrten. Denn dazu haben wir morgen Lust. Aber wir nutzen auch die Möglichkeit, an diesem kleinen Hafen, auch wenn es touristisch war, ein Gläschen Portwein zu uns zu nehmen. Denn schließlich verdankt das Getränk seine Namen von dieser Stadt. Es war schrecklich süß und süffig. Nichts für uns.

    Danach gingen wir wieder zurück zum Hotel und nach einer Ausruh-Phase gingen wir Pizza essen. Welche im Internet sehr gute Bewertungen erhalten hat. Wir fanden sie mich überragend, aber gut. Danach ging es kurz in den Supermarkt und wieder zum Hotel. Ich war jetzt zweimal in Porto und dieses Mal war die Stadt so voller Menschen, das es fast schon zu viel ist.
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  • Day165

    Muxía - Fisterra

    May 7, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 14 °C

    Es war schön in der Nacht beim Einschlafen das Meer rauschen zu hören.

    Gegen 07:30 Uhr aufgestanden. Heute geht jeder für sich und so wir er es möchte. Um 08:00 Uhr ging ich los. Es war klar und man sah es schon, dass es ein schöner Tag werden würde. Ich verließ "Muxía" auf der Hauptstraße und man konnte rechts die Bucht erkennen und das an deren Hang scheinbar ein Hotel gebaut werden wird. Sicherlich ein sehr gute Lage und die Nähe zur schönen Bucht, krönt die Anlage.

    In einer Rechtskurve musste ich an einer kleinen Quelle etwas bergauf. Leider war es nicht erkenntlich, ob das Wasser aus der Quelle trinkbar ist. Gestern auf dem Weg nach "Muxía" habe ich gesagt, dass ich eine von meinen beiden Wasserflaschen mit Wein auffüllen will und diesen unterwegs genießen werde. Genau an der Quelle nahm ich schon einen Schluck. Es ging vorbei an einem kleine gehört, welches durch zwei Hunde bewacht wurden. Das Gehöft und die anfängliche Strecke kenne ich noch von vor 18 Monaten. Aber da war es stockdunkel und mein Smartphone war meine Taschenlampe. Beide Hunde haben natürlich zu erkennen, wer hier in der Gegend das sagen hat. Es ging weiter leicht bergauf auf einem breiten, aber recht steinige Weg. Oben am Scheitelpunkt angekommen, saßen zwei Wanderer am Wegesrand und frühstückten. Beide waren recht jung und wir begrüßten und mit einem "Hola!" Nach einer Weile überholten beide mich um wenig später wieder von mir überholt zu werden. Ihnen kam aus der Richtung Fisterra (meinem heutigen Ziel und letzte Etappe) ein junger Mann entgegen. Alle drei kannten sich offensichtlich und ich. Erstand ihre Sprache. Es waren deutsche.

    Die Markierung ist etwas verwirrend. Zum einen zeigt sie für die aus Fisterra kommend nach Muxía und zum anderen von Muxía kommend nach Fisterra. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen, war hier richtig viel los. Die meisten gingen von Fisterra nach Muxía und kamen mir also entgegen. Anfangs zählte ich diese und versuchte die Nationalität zu erkenne. Bei 60 hörte ich auf und stellte fest, dass sehr viele deutsche unterwegs waren. Und fast alle hatten kleine neue Rucksäcke dabei und fast alle waren hübsch gestylt. Drei spanische Männer überholte ich und das aus gutem Grund. Alle drei erzählten derart laut, dass es mich störte einen ruhigen Weg durch den Wald zu gehen. Ich wollte die Umgebung und die Geräusche lauschen und nich durch "R's" aus meinen Gedanken gerissen werden. Viele Orte kamen mir natürlich bekannt vor. Aber als ich vor 18 Monaten hier lang kam war es zwar schon hell, aber der Tag war sehr trübe und es regnete ohne Ende. Umso schöner alles im Sonnenschein zu sehen. Und das lohnte sich voll und ganz. Besonders zu dieser Jahreszeit. Alles ergrünte und blühte, was eine Wonne für Augen und Seele war.

    Nach einer Weile entschied ich mich wegen den "vielen Pilgern" die markierte Route zu verlassen und ging meiner Karte auf dem Smartphone folgend zur Küste. Was für ein Anblick. Das Blaue Meer und diese herrliche Sandstrand in der Ferne. Beide zog mich magisch an und ich musste dahin. Am Strand angekommen, überwältigter mich der Moment und ich begann vor Glück zu weinen. Es war so schön, so ruhig, so friedlich und so Menschenleer. Ein unglaublich schöner Moment für mich. Und ich habe mir meinen Schatz zu mir gewünscht. Das hätte diesen Moment perfekt gemacht. Ich konnte mich nicht trennen von dem Anblick und den Moment. So liebe ich mehrmals eine Weile stehen und hatte wieder Tränen in den Augen. Am Strand ging ich dann entlang. Aus dem Wasser kamen 4 Surfer. Die sind mir wegen den Wellen nicht aufgefallen.

    Langsam entfernte ich mich von dem Strand und ging wieder Richtung Straße. Es war eine kleine Landstraße und ich stellte mir vor, dass man hier in der Gegend auch mal mit Winehouse Auto Urlaub machen könne und dann zum Strand gehen oder fahren kann. Ich folgte der kleine asphaltierten Landstraße und kam nach ca. 50 Minuten wieder auf dem markierten Weg zurück und somit auch zu den anderen Pilgern. Auch diese Strecke war damals trüb, grau und nass. Keine schöne Einkehr ins Ziel. Aber diesmal ist es sonnig und klar. Man konnte sehr weit sehen und es gefiel mir was ich sah. Zwischendurch schrieb Edith mir und ich wusste somit wo sie war. Ich teilte ihr meinen Standort mit und das ich gleich da sein werde. Die Orte vor Fisterra "verschmelzen" miteinander und es ist unklar, durch welchen Ort man gerade geht. Dann erreichte ich die Pension "Mirador Fin da Terra". Sah sehr neu aus. Ich checkte ein, duschte und wusch einen Teil meiner Kleidung und hängte sie auf der von mir mitgebrachten Wäscheleine im Bad auf. Dann legte ich mich ein wenig hin und schlief kurz ein.

    Nach einer seriöse kam eine Standortmeldung von Edith und ich schrieb ihr, dass ich ihr entgegen kommen würde. Sie hat es geschafft. Eine stolze Leistung von ihr. Ich nahm ihr den Rucksack ab und wir gingen zur Pension. Nach dem sie geduscht und sich frische Kleidung angezogen hatte, gingen wir nach einer kleinen Pause in den Ort. Unterwegs tragen wir Dany (Becky) aus Canada. Bisher die einzigste bekannte von der Via. Am Hafen aßen wir Pizza und gingen zum Leuchtturm. Dort steht der legendäre "Nullstein" und somit das Ende der Reise. Außerdem gingt es dort immer einen tollen Sonnenuntergang zu bewundern. Zunächst versuchte ich, gemäß eines Rituals, ein Kleidungsstück von mir zu verbrennen. Es sollte ein Kleidungsstück sein, welches man auf der Reise getragen hatte. Da kam mir mein Strohhut gerade recht. Nur leider wollte er nicht so richtig brennen. War wohl doch nicht aus reinem Stroh.

    Dann ging es wieder zurück. Am nächsten Morgen wollen wir um 08:20 Uhr mit dem Bus nach Santiago fahren.
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  • Day164

    Olveiroa - Muxía

    May 6, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 14 °C

    Es regnete gestern Abend (fast) ohne Unterlass und wir waren wirklich mehr als Geo, in einem schönen Doppelzimmer zu sein. Den Regen konnten wir beim Abendbrot aus dem Restaurant heraus zusehen. Die Akustik von Regen, ist im allgemeinen auch der beruhigend und so schliefen wir bei offenem Fenster. Nur leider störte immer wieder die Brenner von der Erdgasheizung, welcher hin und wieder anspränge und dessen Abgasrohr bei uns am Fenster vorbei ging. Nun gut. Man kann nicht alles haben und was ist schon perfekt.

    Die Nacht war dunkel und ruhig. Gegen 07:30 standen wir auf, packten die Sachen und gingen zum Frühstück in das Restaurant nebenan. Danach ging es dann los. Den Weg kannte ich zwar von 2015 ebenfalls schon, aber nur im Dunkeln. Da ich immer sehr früh losgegangen bin. Von daher auch für mich eine "neue" Erfahrung. Wir suchten noch kurz die Unterkunft auf, wo Edith 2008 genächtigt hat. Danach verließen wir recht schnell den kleinen Ort über eine Brücke und in den Wald. Nach einem Aufstieg von 10 Minuten, hatten wir wir eine schöne Aussicht in die Umgebung. Ein Stausee war nicht weit von uns und leider war es etwas bewölkt, was uns später dazu zwang, zumindest kurzzeitig unsere Regenkleidung anzuziehen. Nach einer Weile erreichten wir "Logoso", ein ebenfalls sehr sehr kleiner Ort, aber mit einer neuen Herberge. Die sah ganz gut aus und bot auch essen an. Dort entledigten wir uns wieder unserer Regenkleidung und folgten dem Weg durch den Wald etwas bergauf.

    Wir mussten kurz einem Stück der Hauptstraße folgen, um dann später in den Wald abzubiegen. Stets war man im Streckenverlauf bemüht, den Wanderer oder Pilgerer von den Autostrassen fern zu halten. Nur wenn es absolut nicht ging, musste man auf den Straßen gehen. Nach dem wir von der Straßen runter waren, folgten wir einem Waldweg über Wien kleine Steinbrücke und kamen nach einer Weile erneut auf die Selbe Autostrasse zurück. Immerhin musste man so nicht ständig mit Autos rechnen. Wieder rechts in einen Weg mit Heidekraut aber auf einer alten Asphaltstraße und dann erneut zurück - na wohin? Zur bekannten Autostrasse. An einem Restaurant vorbei, wo wir "Bekannte" aus der vorherigen Herberge sahen und wir uns zugrüßten. Diese ging rechts an einer mehr als hässlichen Eisenfabrik vorbei und kurz dahinter kam die Markierung wo man sich für den Weg nach Finesterre oder Muxía entscheiden musste. Unser Weg war klar. Wir gingen rechts auf der Autostrasse in Richtung Muxia und machten zunächst eine kleine Pause. Dann ging es auch schon in den Wald auf entspannten Wegen und herrlich duftenden Wäldern nach "Dumbria". Dort nahmen Edith in einer Bar einen Tonic und ich Café Americano zu uns. Der Wirt bot mir da um 10:00 Uhr schon zu meinem Café Schnaps an, was ich Debakels ablehnte. Es ging weiter auf herrlichen Waldwegen und durch Eukalyptuswälder, welche aromatisch dufteten. Nach ca. 2 Stunden machten wir Pause in einem Ort und ich hatte wie in "Dumbria" zuvor auch dort die Möglichkeit, einen kleinen süßen Hund zu streicheln.

    Der Weg ging wieder durch schöne, mittlerweile auch lichtdurchflutete Wälder. Der Ausblick war weit und man konnte erneut unzählige Windräder sehen. Auf dem Weg erlebten wir kaum Pilger oder Fahrradfahrer. Es war ruhig und angenehm zu gehen. Wenn da für Edith nur der Rucksack nicht gewesen wäre (😜). In "Quintáns" machten wir erneut eine kurze Pause und legten zum "Endpurt" an. Aus vergangener Erfahrung wusste ich, dass sich insbesondere dieses letzte Stück bis "Muxía" sehr zieht und auch recht hügellastig ist. Trotzdem entschieden wir uns nicht die Abkürzung zu nehmen.

    Bei "Merexo" sahen wir dann zum ersten Mal das Meer. Immer wieder schön anzusehen und eine Highlight auf vielen Wanderungen. Aber der Anblick war nur kurz, denn der Weg ging auf einer asphaltierten Straße zurück ins Landesinnere, um nach gefühlten 1000km und 1000 Höhenmeter erneut zum Meer und somit zu "Muxia" zurück zu kehren. Auf Holzplanken könnte man am Strand entlang nach "Muxia" gehen. Edith und ich hatten einen großen Abstand und ich ging zunächst zu öffentlichen Herberge, um mir dort den Stempel und die Urkunde geben zu lassen. Der Hospitaliero aber entgegnete, Stempel ja, die Urkunde aber von der Unterkunft wo ich schlafen werden. Okay. Kannte ich auch noch nicht. Bisher wurden diese Urkunden immer in einer "zentralen Stelle" ausgegeben. Meist Touristeninformation oder der öffentlichen Herberge. Kam ins Gespräch mit

    Dann ich ich in meine Lieblingsbar "Bar Jardin" und wartete dort darauf, dass Edith N mir vorbei ging. Was ich nicht wusste war, dass sie vorher den Ort in einer Nebenstraße betreten hat und "hinter" mir am Restaurant zur Albergue/Hostal "DaCosta" vorbei ging. Ich wartete und kam ins Gespräch mit Rainer aus 80km von München. Er geht oft einen Camino, meist "Stückchenweise". Er geht ungern mit seiner Frau, weil das immer Ärger bedeutet. Er ginge meist allein. Käme gerade vom "primitivo". Sei sehr toll dort. Kaum Menschen. Aber leider lange Etappen von / bis 30 km. Ich Drähte mich, ob ich ihm von den Etappenlängen der Via erzählen sollte. Aber er war glücklich wenn er von sich und seinen Erfahrungen erzählen konnte. Dann bekam ich eine SMS von Edith und das sie schon im Hostal sei. Ich war froh endlich dem Gespräch entfliehen zu können und ging zum Hostal. Edith begrüßte mich am Fenster und ließ mich herein. Ebenfalls begrüßte mich gleich die Hospitaliera und stellte mir die Urkunde von "Muxía" aus. Dann gingen edit und ich etwas einkaufen und zum Kirche an der Landzunge. Ein spektakulärer Ort für eine Kirche. Diese war 2013 vollständig abgebrannt und 2015 wieder aufgebaut worden. Ebenfalls ein ca. 10 Meter hohes Denkmals, was wie ein gesplitterter Monolith aussieht. Er steht für den Unfall mit einem Tankschiff und der damit hervorgerufenen Ölpest an der Küste von "Muxía" von 2002. Dann gingen wir essen und danach ins Hostal zurück.

    Wir überlegten dort und wir wir am nächsten Tag die Steecke von "Muxía" nach "Finesterre" angehen wollen. Fakt ist, wir gehen getrennt und leider fährt sonntags der Bus nicht, so dass Edith entweder das Taxi nehmen oder auch gehen muss. Sie wird gehen und weiß noch nicht bis zu welchem Ort, um dann zu entscheiden, ob weiter gehen oder Taxi. Ich werde gehen.
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  • Day163

    Negreira - Olveiroa

    May 5, 2017 in Spain ⋅ 🌧 11 °C

    Also Negreira biete nicht wirklich viel. Als ich im September 2015 hier war, gab es ein kleines Stadtfest. Das war ganz nett anzusehen. Aber gestern bot es dann doch nicht mehr viel. Wir waren nur 2 Bier trinken, kurz Wasser und Mangosaft kaufen. Dann sind wir auch schon wieder zurück zum "Hotel Millan" und haben dort "Menü de Peregrino" für 8,95€ gegessen. Dann ab ins Bett.

    Am Morgen sahen wir es schon. Es würde ein regnerischer tag werden. Im Speisesaal von dem Hotel, nahmen wir das Frühstück ein. Und oh Wunder: es gab Wurst und Käse. Nicht das ich das Essen wollte. Es war nur sehr ungewöhnlich Weil sonst gab es nur Toast, Butter, Marmelade und abgepackten Kuchen. Aber hier eben noch Käse und Wurst. Aber auch Äpfel und Orangen. Dazu frischen Kaffee.

    Nach dem Frühstück wollten wir nicht so recht in den grauen Morgen starten. In der Nacht hatte es wohl auch offensichtlich geregnet. So einige Pilger waren schon unterwegs. Aus der Stadt raus, kamen auch wieder einige Erinnerungen hoch. Negreira verließen wir am Friedhof und es ging leicht aber beständig bergauf. Hin und wieder etwas Nieselregen. Das war so noch zu ertragen.

    Landschaftlich war es sehr grün und wenn wir durch den Wald gegangen sind, erschienen die Bäume mit Moos und Flechten bewachsen. Und wenn das nicht schon genug an natürlicher Schönheit gewesen wäre, nein auch frischer Efeu schlängelte ich in den Baum herum, um in die Höhe zu wachsen. Ein herrlicher Anblick. Zwischendurch gingen wir auch wieder durch Eukalyptuswälder und der aromatische Duft, gepaart mit der durch den Regen gesäuberten frischen klären Luft, war eine Wonne. Wenn da nicht hin und wieder stärkerer regen eingesetzt hätte, wäre das auch von der Temperatur her ein toller Wandertag gewesen.

    Zwischendurch hielten wir kurze Pausen und eine größere mussten wir einlegen, weil es einen starken Regenschauer hab. Edith ihre Regenkleidung und mein Regenponcho hielten dicht. Aber trotzdem war es unangenehm. Zusätzlich kam dann noch kälter, zum Teil kräftiger Wind dazu.

    Der Weg schlängelte sich meist durch sehr kleiner Ortschaften, welche sich sanft in die Hügellandschaft schmiegten. Meist Ackerbau, aber auch etwas Tierhaltung. Und natürlich Hunde.

    Edith war es noch nicht gewöhnt, solch eine längere Strecke zu gehen und so gingen wir etwas langsamer bzw. gemächlicher. Dadurch zog sich die insgesamt 33km Etappe aber zeitlich etwas in die Länge. Immer mal wieder überholten wir andere und andere uns. Die Bars sind relativ gut verteilt, so dass man auch gut Pausen machen konnte.

    Natürlich stand die Natur in voller Frühlingskraft, aber durch den Regen und das graue Wetter, kam die Pracht nicht voll zur Geltung. Zum Ende der Etappe hin, klärte es erst nach einem sehr kräftigen Hagelschauer auf und die Sonne kam zum Teil heraus. Dann leuchtete das Grün der Pflanzen sehr kräftig.

    Endlich erreichte wir doch recht erschöpft "Olveiroa" und wir freuten uns auf das Doppelzimmer und keine anderen Menschen im Zimmer. Eingecheckt, geduscht und gegessen. Dann ging es ins super. Bis auf ein paar Schmerzen in der Schulter und Edith zusätzlich noch an den Füssen. Der Morgen wird zeigen, wie belastend diese Tour war.
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  • Day162

    Santiago de Compostela - Negreira

    May 4, 2017 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    In der Albergue Roots&Boots in Santiago, habe ich mir etwas zu Abend gekocht. Es gab gekochte spanische helle Kartoffeln mit weißen Bohnen, Champions und Tomaten. Und was soll ich sagen?! Es war "verdammt" lecker. Meine Wäsche war auch trocken geworden und so nahm ich sie ab und legte sie zusammen. Vor dem Essen war ich noch meinen Credentia und zum erstem Mal meine Distancia abholen. Die Distancia kostet ca. 3€ und sie gibt den amtlichen Wert der angelegten Kilometer an. Bei mir waren es offiziell somit 1007km von Sevilla nach Santiago de Compostela. Insgesamt zeigte mir mein Pedometer jedoch 1117km. Eigentlich egal wieviel man gegangen ist und hat auch weiter keine große Bedeutung für mich. Gesättigt und wohl ging ich zu Bett

    Ich schlief in einem 4-Bett Zimmer. Allerdings war nur noch ein Amerikaner anwesend. Er stünde morgens um 06:15 auf. Für mich weiter nicht störend, da ich eh länger bleiben und sogar noch in der Albergue frühstücken wollte, bevor ich mich mit Edith meiner Pilgerfreundin treffe, war das kein Problem. Also morgens aufgestanden, der Amerikaner war weg, aber seine Sachen noch da - komisch. Er tauchte auch sie ganze Zeit nich auf. Im Frühstücksraum waren viele junge Engländer, die Müsli essen wollten. Nach meinem Frühstück ging ich los. Zuerst einen Geldautomaten suchen, denn laut meinem Wanderführer gibt es diesbezüglich Schwierigkeiten bis ans "Ende der Welt" und selbst dort verlangen sie noch Geld.

    Gesagt getan. Geldautomat gefunden und etwas abgehoben. Dann zum Platz an der Kathedrale und auf Edith warten. Es dauerte nicht lange und da kam sie. Was hab ich mich gefreut. Schon merkwürdig sich hier in Santiago zu treffen und auch gleich loszugehen. Aber erst an einem Supermercado vorbei, denn die "Erstausstattung" mit Wasser fehlte Edith noch und ein Apfel musste auch noch sein. Dann ging es aber los. Von der Umgebung habe ich erst einmal nich viel mitbekommen, da wir uns viel unterhalten haben. Aber im September 2015 ging icc bereits diesen Weg, wenn auch sehr früh als es noch dunkel war. Insofern war es für mich spannend, das alles in Tageslicht zu sehen.

    Raus aus Santiago und ein Blick zurück auf die Stadt und die alles überragende Kathedrale. Irgendwie ein schöner Anblick. Weiter auf asphaltierter Straße und natürlich unterhielten wir uns. Was ich aber feststellte war, dass wesentlich mehr Pilger unterwegs war bzw. ich gewohnt war zu begegnen. Auch der etwas "langsamere Schritt" mit Edith war anders für mich.

    Es ging durch ländliche Gebiete und kleine Ortschaften. Teilweise auch lange bergauf gehend bis zum "Alto do Mar des Ovellas", eine lange Erhebung und ziemlich anstrengend. Schon 2015 habe ich hier deswegen geflucht. Diesmal fiel es mir aber leichter ihn zu besteigen und Edith fiel es schwerer. Wir machten einige Pausen und das Wetter war zwischen sonnig und bewölkt, aber doch recht drückend. Dann erreichten wir "Ponte Maceira", was für mich zu den schönsten Orten auf einem der Jakobswege zählt.

    Danach ging es wie bisher meist auf asphaltierter Straße entlang und nach einiger wir und kleineren Pausen, erreichten wir unser Ziel "Negreira". Schon unterwegs unterhielten wir uns darüber, wo wir den mächtigen wollten. Die öffentliche Herberge schied wegen unseres zu spätem ankommendes aus. Dann blieben nur die privaten Herbergen. Aber auch das Hotel, wo Edith 2008 zum ersten Mal übernachtet hat, kam ins Spiel und gewann. Wir wollten dann zum "Hotel Millan". In Negreira ignorierten wir jegliche Hinweise auf Unterkünfte und gingen direkt zu diesem Hotel und checkten dort ein. Es war ruhig gelegen und das DZ recht groß. Zuerst geduscht, frische Sachen angezogen und dann zum "Ankommen" raus Gehabe und in irgendeiner einer Nebenstraße ein, nein zwei Bier getrunken. Danach etwas einkaufen wie Wasser und Mangosaft und den Lieblingswein von Edith und ab zurück zu Hotel. Wo wie bis 19:00 Uhr warten mussten, bis es Abendbrot gibt.
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  • Day161

    Silleda - Santiago de Compostela

    May 3, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 22 °C

    Gegen 07:00 Uhr ging ich los. Silleda war bereits erwacht und schon recht lebhaft. Es ging zunächst an der Hauptstraße entlang. Der Verkehr war schon etwas belastend. Hin und wieder große LKW, die einen regelrechten Sog hinter sich verbreiteten. Heute muss es eine längere Etappe sein, da ich mich für Santiago entschieden habe. Gestern Abend buchte ich bei Booking.com wieder bei "Roots&Boots" in Santiago. Zwar wieder eine Herberge und etwas teurer, aber sie gefiel mir gut. Für 18,90€ in einem 4-Bett-Zimmer, einen ruhigen Garten und von dort abgehend die Küche und Speiseraum. WLAN und einen alternativen Touch - das mag ich. Es war sauber und das Klientel in Ordnung.

    Also entlang der Straße war nicht schön. Aber nach einer Dreiviertelstunde konnte ich in einem Waldweg einbiegen. Abwechselnd ging es durch Wald und offenes Gelände. Das Wetter war herrlich und schon bald konnte ich meine Jacke und das Sweatshirt ausziehen und im Rucksack verstauen. Auch wollte meine mittlerweile Ex-Freundin die Autobahn wieder unterquert werden. Ich erreichte den Ort "Bandeira" und durchquerte ihn der Länge nach. Abwechseln wieder Waldweg und Piste, zwischendurch mal was asphaltiertes und kleinere Gehöfte mit frei laufenden Tieren. Aber irgendwie merkte ich Sächsin, dass man sich im Einzugsbereich einer großen Stadt befindet. Viel Gewusel, viele verstreut liegende Häuser und weniger Einsamkeit und Ruhe. Aber es gab dann doch die Momente die ich noch gesucht habe. Denn ich wollte mein Frühstück einnehmen und das in Ruhe. Und das war eben "Bandeira". Nach dem Frühstück, was aus Brot, Banane und Schokokuchen bestand, ging ich erneut am Ende des Ortes in einen Wald. Dan kam ich am Weiler "Dornelas" vorbei und auf wiederum einen schönen Waldweg erreichte ich schon die nächste Ortschaft. So ging es weiter und weiter. Danach ging es in ein sehr großes Tal hinab und man konnte die neue und imposante und die dahinter liegende alte Eisenbahnbrücke sehen. Unten im Tal ging es über eine alte Steinbrücke über den "Río Ulla" nach "Puente Ulla". Einem Ort, welcher auch wegen der Nähe zu Santiago gerne von Pilgern heimgesucht wird, um dann am nächsten Tag nach Santiago zu gehen. Der Ort war recht groß und da er mitten in diesem Tal liegt, auch recht bergig. So ging es erst wieder bergauf und ein Stück an der Schnellstraße entlang, bevor es wieder in den Wald ging.

    Oben unterquerte ich durch einen Tunnel die alte Eisenbahnstrecke und kam an einem Weiler vorbei. Inzwischen war die Sonne erneut kräftig dabei, mir auf dem Weg tüchtig einzuheizen. So langsam tat mir wieder der Rücken weh und die Kräfte schwanden. Ich brauchte Pause und Wasser. Beides fand und machte ich an einer öffentlichen Quelle. Dann erreichte ich "Outeiro", das offizielle Ende dieser Etappe. Aber ich ging weiter und es sollten von hier ab noch 16,5km sein. Das sollte in 4 Stunden zu schaffen sein.

    Es ging so weiter wie bisher. Abwechselnd Waldwege und Ortschaften. Zu aufwändig alle aufzuzählen. Manchmal kam ich durch eine Eukalyptus-Wald und das war recht aromatisch. Obwohl der Eukalyptusbaum hier nichts zu suchen hat und vermehrt angepflanzt wurde. In einem Eichenwald war ein alte halbe Eiche zu sehen. Wie eine offene Schale, zeigte sie verschiedene Madonnafiguren, Fotos kreuze und frische Blumen. Es war im Wanderführer nicht heraus zu finden, was dieser Ort für eine Bedeutung hat.

    Wenn man sich umdrehte, sah man den Berg "Pico Sacro". Er gilt in Galicien als Heiliger Berg. Mit ihm ist eng die Legende um die Grablege des Jakobus verbunden. Sie erzählt, dass die beiden Jünger, nachdem Jakobus der Ältere auf Befehl Herodes Agripa im Jahr 42 n. Chr. geköpft worden war, den Leichnam im Boot von Jerusalem nach Galicien überführten. Bei Padrón am Río Sar (ein Zufluss des Ulla, rund 20km westlich von Ponte Ulla) angelangt, baten sie die heidnische Königin Lupa um Erlaubnis, den Apostel beerdigen zu dürfen. Diese schickte die beiden an das Kap Finesterre, wo sie, je nach Version, einen römischen Legaten oder einem heidnischen Priester eingesperrt wurden. Nachdem ihnen die Flucht gelungen war, hieß die hinterlistige Lupa sie am Pico Sacra zwei ochsen für den Transport des Leichnams zu holen. Die ochsen, die tatsächlich wilde Kampfstiere waren, wurden beim Auftauchen der Aposteljünger auf wundersame Weise zahm und brachten den Körper des Jakobus bis zu seiner Grabstätte im heutigen Santiago. Ob derartigen Wunder sei Königin Lupa schließlich zum Christentum übergetreten. Andere sagen auch, der Berg Sica sähe wie ein schlafender Drache aus und deshalb konnte dort Jakobus nicht begraben werden.

    In mir verstärkte sich jetzt der Wunsch endlich anzukommen und auszuruhen. Gestern hatte ich noch mit meiner Pilgerfreundin Edith geschrieben. Denn es sollte sich gestern entscheiden, ob sie heute nach Santiago fliegt und wir die restlichen 3 Etappen bis nach Finesterre gemeinsam gehen. Deshalb musste ich nach Santiago, um sie dann abzupassen. Denn es klappt und wir gehen den Rest des Weges gemeinsam.

    Von weitem waren bereits die Türme der Kathedrale zu sehen und das Kulturzentrum "Cidade da Cultura de Galicia". Eine architektonische Schönheit und niemand weiß was sie bedeutet. Auch seien die Baukosten enorm gestiegen und somit auch noch nicht komplett fertig.

    Aber zuerst musste die Bahnstrecke vom AVE über eine Brücke überquert werden. Genau an dieser Stelle kam es zu einem verheerenden Zugunglück. Am 15. Juni 2013 kamen dabei 78 Menschen ums Leben. In Gedenken der Opfer, war am Geländer der Eisenbahnbrücke Erinnerungen angebracht. Ein Ort der Trauer. Ein sehr bewegender Moment. Die Bilder von dem Unfall habe ich immer noch im Kopf.

    Im Prinzip war nach der Brücke bereits Santiago erreicht und ich ging durch die Vororte. Kaufte mir frische Nektarinen. Schön wenn man wieder etwas kaufen kann. Aber es wurde lauter und viele Menschen liefen umher und erzählten. Ich ging direkt zur Altstadt, um auf dem Platz vor der Kathedrale anzukommen. Einen ergreifenden Moment so wie bei den anderen Male hatte ich aber nicht. Zuerst schaute ich noch beim Office de Peregrinos vorbei um zu sehen, wie lang die Schlange ist, bevor man seine Credentia ins den Händen halten konnte. Sie war sehr lang. Also entschloss ich mich erst zur Herberge zu gehen und einzuchecken. Gesagt getan. Dann geduscht, Wäsche gewaschen und etwas geruht. Dann einkaufen und erneut zum Office. Immer noch eine Schlange. Ach egal. Ich stellte mich an.
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  • Day160

    Cotelas - Silleda

    May 2, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 18 °C

    Gestern ist auch bei mir nicht mehr viel passiert. Auch war der Ort zu klein, um dort flanieren gehen zu können. Also blieb ich im Zimmer, was wirklich gut war und ruhte mich aus. Die elektrische Heizung knackte immer so komisch und ich schaltete sie aus. Da groß keine Ablenkung anderweitig vorhanden war, sah ich mir Filme auf meinem Smartphone an.

    Gegen 05:30 Uhr stand ich auf und da der Weg heute zur nächsten öffentlichen Herberge gut zu schaffen war, ließ ich mir auch etwas Zeit. In der Mikrowelle machte ich mir Wasser für meinen köstlichen Instantkaffee heiß und aß dazu die kleine abgepackten Croissants und kleinen Küchlein. So leicht gestärkt, nahm ich mir noch Wasser aus dem Hahn, welches nicht nach Chlor schmeckte, und füllte damit meine Wasserflasche auf. Dann ging es los. Es dämmerte leicht, aber ich brauchte meine Stirnlampe, denn der Ort war in 20 Sekunden durchquert und es ging in den Wald. Diesen Weg konnte ich nicht mit meiner Wander-App verfolgen, da diese einen anderen Weg beschreibt. Folglich müsste ich zum ersten Mal auf diesem Weg mich voll und ganz auf die Markierungen verlassen und mich schon ein wenig konzentrieren.

    Über verschiedene Pisten und Wege, überquerte ich den Fluss "Rio Mirela" über eine kleine Steinbrücke. Nach dem ich einen kleinen, aber steilen Waldweg bergauf gegangen bin, erreichte ich "Piñor" und an dessen Ortsrand schloss sich sogleich "Albarona und Fontelo" an und nach nochmals ca. 1km erreichte ich "Arenteiro". Bis dahin hatte ich den Eindruck nicht durch viele, sondern nur durch eine weitläufige Ortschaft zu gehen. In der Ortschaft "Arenteiro" kam ich an der Firma "Ataudes Gallego" vorbei. Der Ort selbst und noch weitere 8 umliegende Dörfer seien bekannt für ihre traditionellen Sargschreinereien. Insgesamt stellen wohl 400 Mitarbeiter monatlich etwas 7000 Särge her (Ataudes Gallego=Särge Galiciens). Vorbei an der kleinen kPelle "Capilla de Peregrina" (Kapelle der Pilgerin) und ich erreichte "A Ponte". Hier müsste ich etwas wegen den verwirrenden Markierungen aufpassen und eine Brücke unterqueren. Dann ging es steil auf einer Landstraße nach oben zum Ort "O Reino". Durch den Ort und über Wald - und Feldwege ginge es zu einer Überführung eines Autobahnzubringers. Der Morgen war voll erwacht und die Sonne erleuchtete die Landschaft. Ihre wärmenden Strahlen brachten mich dazu, mich von meiner Zwiebelförmigen Kleidungsweise einige "Schalen" abzulegen. Ich erreichte "Carballeda" und danach ging es weiter auf einem Waldweg. Natürlich unterhielten mich die Vögel mit ihrem Konzert ganz fabelhaft und die Komposition mit dem sich durch das frische Grün vom Wald brechende Sonnenlicht, war ein hoher Glücksmoment. Dann öffnete sich die Landschaft zu einer weiten Heide mit lila und gelbblühenden Pflanzen, um dann erneut in einen Wald zu kommen. Es ging BergUf und bergab durch einen Hohlweg, Wald- und Wiesenweg. Mal sah ich ruhende Rinder, mal wenige Schafe. Aber erneut viele Hunde.

    Nach der Überführung der Autobahn, sah ich ein Schild von der Europäischen Union auf dem mittgeteilt wurde, dass hier 123000€ finanzielle Mittel bereit gestellt sind, damit der Jakobsweg entlang der Autobahn in den Wald verlegt bzw. Ausgebessert wird. Das Schild war ca. 5 Jahre alt und von den Ausbesserungen war nicht viel zu sehen. Wer die spanische Arbeitsweise kennt weiß, dass "Gut Ding Weile haben will". Ich erreichte den Ort "O Castro Dozón". Ich folgte weiter dem Weg und ließ die alte Kirche links liegen. Auf einer kleinen Asphaltstraße ging es etwas bergauf, nur damit es später wieder bergab gehen konnte. Auf einer verwitterten Piste ging es rechts der Schnellstraße N-525 bis zu einem rechts abbiegenden Waldweg und und nach einer kleinen Weile erreichte ich das Dörfchen "Puxallos". Mittlerweile würde es richtig warm. Keine Wolke am Himmel, nur das leuchtende kristallklare Blau des Himmels.

    Weiter auf Schotterpiste und einem beeindruckenden Hohlweg. Dort kam ich leider nicht weiter, weil ein grosser Baum umgestürzt war. Deshalb musste ich in einem weiten Bereich die Stelle auf einer Wiese ausweichen. Dann erreichte ich eine wirklich schöne Stelle mit einem plätschernden Bach und es ging kurz bergauf zum Ort "Bendoiro" weiter auf der Landstraße zum Ort "Laxe" zu meinem Ziel der öffentlichen Herberge. Mein Weg traf auf einen Nebenweg und plötzlich rief jemand hinter mir. Es war der älter weißhaarige Spanier, der mit seinem weißen Maulesel und seinem schwarzen Pudel unterwegs war. Allerdings ohne den anderen Spanier. Er rief zu mir fragend - Santiago? Ich rief zurück ja und ging weiter. Die Herbergw in Laxe sollte nicht mehr weit sein. Diese hat sogar eine Auszeichnung für Ihre Architektur und der Verbindung von altem mit modernen erhalten. Angekommen stellte ich fest, dass die Herberge verschlossen war. Bähm...

    Was nun? Ich rätselte hin und her. Immerhin war ich bereits schon ca. 35km gegangen und bis zur nächsten Herberge waren es weitere 9,5km. Und ich hatte kein Wasser mehr und nichts zu essen. Ich bat Dorothea mir im nächsten Ort nach Möglichkeit etwas zu buchen und machte mich auf den Weg nach "Sedella".

    Unterwegs traf ich ein älteres Pärchen (70), welche ebenfalls wegen der verschlossenen Herberge weiter gehen mussten. Ich ging schneller in der Hitze. War fast in Panik nun kein Bett in "Sedella" zu bekommen, weil die Pilger nun alle weiterziehen mussten. So konnte ich mich nicht auf die umliegende Landschaft einlassen, wenn doch, zeigte sich eine frühlingshafte grüne weite Landschaft mit zwitschernden Vögel. Wunderbar. Aber ich konnte nicht wirklich genießen. Erst als Dorothea mir Bescheid gab, das ich in "Sedella" ein Einzelzimmer für 10€ habe. Dann ging ich langsamer und beruhigter.

    An eine öffentlichen Quelle konnte ich mir dann frisches Wasser Zapfen und meinen Weg fortsetzen. Dabei traf ich auf eine Engländerin, welche auf mich etwas ... merkwürdig erschien. Sie ginge um zu chillen und den "Flow" zu spüren. OKAY. Ich ließ sie spürend zurück. Erneut Wald- und Feldwege entlang und wirklich Alleen aus kräftig grünen alten Eichen. Ein stolzer Anblick. Aus dem Wald heraus getreten sah ich unfern "Silleda". Sie wirkte auf mich wie eine Oase und ich sehnte mich nach einer Dusche und etwas zu essen. Mein Rücken tat weh, aber erstaunlicherweise nicht meine Füße. Da ich nicht zu öffentlichen Herberge gehen wollte, überquerte ich die Straße in Richtung der gebuchten Unterkunft "El GRAN ALBERGUE DE PEREGRINOS" - ein grossartiger Name. Auf dem Weg dorthin traf ich Dany (Becky) aus Canada und den Spanier, der ehemals mit dem braunen Pferd unterwegs war. In der Albergue stellte ich mich vor, checkte ein und Dusche ausgiebig. Dann legte ich mich etwas hin und ruhte aus. Danach ging ich essen und plötzlich trat Heinz aus Stuttgart zu mir. Er wollte Pulpo essen gehen und sah mich hier sitzen. Wir unterhielten uns kurz und er erzählte mir, dass die zwei Spanier mit den Pferden sich etwas gestritten hätten. Der mittlerweile ohne Pferd unterwegs Seiende Spnier wollte schneller gehen, da er sich am 03. Mai in Santiago mit seiner Freundin trifft. Der ältere spanier hielt von schneller gehen nichts. Heinz ging dann los. Auch ich wollte noch einmal los, etwas einkaufen. Kekse und was süßes und Bier und Bananen und Erdnüsse und Brot. Auf dem Weg zum Supermercado, sah ich Heinz mit dem Ehepaar aus Mönchengladbach in einem Straßencafé. Sie grüßten und lächelten. Dann ging ich zurück zur Herberge und ging auf mein Zimmer.
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  • Day159

    Ourense - Cotelas

    May 1, 2017 in Spain ⋅ ☀️ 13 °C

    In dem Raum wo ich schlief, waren natürlich auch noch andere. Ein Ehepaar aus Spanien, ein Vater mit seinen zwei kleine Söhnen (10-12 Jahre) und 4 Frauen möglicherweise aus Portugal. Macht insgesamt 10 mit mir. Und alle haben gegenseitig Rücksicht auf die anderen genommen. Nicht so wie in den anderen Herbergen. Ich konnte mich so sehr gut erholen. Da man frisches Bettzeug bekam, roch es auch sehr gut. Jeder kennt das, wenn man in ein frisch bezogenes Bettchen liegt 😊

    Da das Frühstück mit im Preis war und für den Nächten Tag bereits eine Unterkunft gebucht war, brauchte ich morgens eigentlich nicht so früh aufstehen. Natürlich war ich nachts öfter wach geworden. Aber das kenne ich ja nun schon. Das Frühstück wurde so wie in manch anderen Herbergen vorbereiten. Am Abend zuvor wurden Milch, Kakaopulver, Kaffeepulver (Instant), abgepackte Marmelade, Weißbrot zum toasten, abgepackte kleine Croissants und Kuchen heraus gestellt. Morgens konnte man also zu jeder Uhrzeit frühstücken. Sowohl Früh- als auch Spätaufsteher. Achtung und jetzt festhalten. Ich stand 07:23 Uhr auf, nahm meine Sachen aus dem Zimmer und zog mich im Aufenthaltsraum an. Dann nahm ich mir das Frühstück (Margarine war im Kühlschrank), machte mir eine köstlichen Instantkaffee, frühstückte und ging los.

    Draußen war es kalt und grau. Aber schon hell - im Gegensatz zu meinen sonstigen Startzeiten. Ich schaute zur Orientierung auf meine Karte im Smartphone und ging quer durch die Altstadt zum markierten Weg. Die Altstadt habe ich gestern gesehen und immerhin bei Sonnenschein. Nach einer Weile durch die Altstadt gehend und der Markierung folgend, sah ich drei Pilger vor mir. Hm... wer könnte das denn sein. Ich hatte zumindest eine Vermutung. Von hinten sah man schon, dass die Rucksäcke schlaff herunter hingen. Kaum gefüllt und auch kein Wasser in den Seitentaschen. Dazu noch aufrecht und beschwingt gehen und beim näher kommen auch noch erzählend. Es war französisch was da gesprochen wurde und es waren die Männer mit dem Auto. Der vierte ich wohl mit dem (eigentlichen) Gepäck zur nächsten herber vorgefahren. So machen sie es also. Einer fährt immer mit dem Gepäck das Auto zur nächsten Herberge, währenddessen die anderen mit kaum Gepäck den Weg gehen. Sie erkannte mich und grüßten. Ich grüßte erlas gequält zurück und ging ohne sie weiter zu beachten den Weg entlang.

    Nach einer Weile kam man über eine wirklich imposante alte Römerbrücke, welche zum Ende hin höher wurde, da das andere Ufer höher lag. Insgesamt ging es ab dieser Zeit immer leicht bergauf durch die Vorstadt von Ourense. Schön ist etwas anderes und es ging auch noch direkt an der Straße entlang. Vorbei am Bahnhof und Lidl und nach 3 km rechts abgebogen. Der Verkehr ließ nach und es wurde wieder viel grüner. Eine ziemlich hohe Eisenbahntrasse unterquerte ich, um dann später eine andere Eisenbahnlinie durch eine kleinen Tunnel ebenfalls zu unterqueren. Dann ging es bergauf und das war heftig. Die umliegenden Berge waren in Nebelschwaden gehüllt und die Sonne versuchte immer wieder durchzubrechen. Das sah richtig gut aus. Schnaufend stapfte ich den Berg hoch und Dach 30 Minuten habe ich die Kuppel erreicht. Oben stand dann ein Schild, das es ein 21% Gefälle sei. Gut dass das Schild erst oben stand, sonst hätte meine Motivation den Berg herauf gehen zu müssen eine Niederlage erlitten. Beim Berg herauf gehen kam mir so der Gedanke, ob der Buchstabe "R" im spanischen Glücksrad sehr häufig vorkommt.

    Manchmal leicht ansteigend, ging es durch weitläufig verlaufende kleine Ortschaften. Einzig und allein eine weidende Kuh traf ich an, aber kam sicherlich an 1000 Hunden vorbei. Manche waren ruhig und relaxt, andere sicherlich frustriert und kläfften hinter dem Gitter sehr energisch. Die meisten Hinde lagen eher dazwischen und freilaufende habe ich keine gesehen. Zwischendurch schrieb ich mit Dorothea und so kam es, dass ich kurzzeitig den Weg verloren habe. Aber ich habe ja ein Smartphone und so fand ich sehr schnell wieder auf den richtigen Weg zurück. Dorothea berichtete mir von ihrem Erlebnis in der öffentlichen Herberge von Cea. Dort habe sie sich wohl nur 10 Minuten zur Pause aufgehalten und schon gehen, wie kleine Krabbeltiere (Bettwanzen) durch die Herberge huschten. Sie wollte dort nicht Belieben und ging ca. 3 km weiter nach Cotelas und mietete sich bei der Bar "O Refugio" ein. Es war einfach aber gut und es gab zu essen. Das hat auch sie mir empfohlen und ein Bett für mich reserviert. So langsam ist es mir etwas peinlich und sie scheint mein "guter Geist" auf dem Weg zu sein.

    Immer wieder kamen mir Radfahrer entgegen oder überholten mich. Da heute der 1. Mai ist könnte es sein, dass dies für Spanier ein freien Tag bedeutet und die Männer(!) den Tag mit ihren Drahtesel verbringen möchten, anstatt mit der Familie oder Ehefrau. Lautes Gebrabbelt war schon weit entfernt zu hören, so dass ich bequem aus den Weg gehen und sie mich überholen konnten. Die meisten wünschten einen "Buen camino". Es ging weiter durch teils sehr ruhige Ortschaften, wo scheinbar nur Hunde wohnten. Der Pfad brachte mich zum Weiler "Cima de Vila" praktisch immer gerade aus durch einen Laubmischwald. Immer wieder waren Beete mit den hochgeschossenen Grelos zu sehen. Diese Pflanze gehört wie Raps, Rüben oder auch Brokkoli zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist unentbehrlicher Bestandteil des "Caldo Gallego", dem galicischen Eintopf. Ob es auch eine vegane Variante davon gibt? Dann erreichte ich Cea und ich wollte Dorothea einen Gefallen tun. Sie meinte, dass die öffentliche Herberge womöglich wegeb tierischen Problemen geschlossen sein. Ich wollte das überprüfen, damit sie dann die aktuelle Situation im Forum bei Facebook posten kann. Dabei traf ich Dany aus Cabada wieder und die beiden Männer mit ihren Pferden. Wobei der jüngere sein braunes Pferd wegen gesundheitlichen Problemen mit einem Transport nach Hause schicken musste. Aber er will den Weg trotzdem gehen. Der älter Spanier war immer noch mit seinen fast weißen Maulesel und seinem schwarzen Pudel unterwegs und alle drei waren gut drauf. Der Pudel saß wieder auf den Pferd und ließ sich tragen - hehe. Alle gingen zur öffentlichen Herberge in Aces und unterwegs traf ich noch spanische Tourigrinos- also Touristen als Peregrinos (Pilger) verkleidet und mit kleinen Rucksäcken. Ich schaute mit die Herberge kurz an, ohne sie jedoch zu betreten. Ich hatte kein Interesse an eine tierische Begegnung. Aber sie war offen und kein Aushang von einem möglichen Befall. Möglicherweise haben sie ja das Problem in den Griff bekommen. Kurz angesehen und ich ging weiter. Quer durch Cea und nach gemütlichen 3 km traf ich auf Cotelas. Gleich am Anfang die Bar "O Refugio" und ich trat ein. Dann las ich einen übersetzten Text von in dem ich sagte, dass ich eine Übernachtung gebucht hätte. Sie verstanden mich tatsächlich und sagten ja und zeigten mir mein Zimmer. Einfach, aber durchaus sehr gut für 10€ mit eigenem Bad und WLAN (😜). Nach einer zeitlichen Vereinbarung zum Lunch, aß ich dort selbstgemachte Tortilla und Salat. Dann schenkten die Grappa in Massen und Kaffee aus. Den Grappa lehnte ich dankend ab. Ich fühlte mich sehr wohl. 👍😊
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