Geburtstagsparty
25. juni 2022, Malaysia ⋅ ☁️ 26 °C
Marjolein. Wir sind auf einen indisch-malaysischen 70sten Geburtstag eingeladen! Und es gibt einen Dress code: Indian!👳♂️
Zum Glück bekommen wir den Sari für mich und den Kurta für Rainer ausgeliehen.
Ich bekomme von dem Geburtstagskind und ihrer Schwester Hilfe beim Anziehen des Saris, denn einfach ist etwas anderes! Der Rock, der unter dem Sari getragen wird, wird so eng geschnürt, dass die Gedärme gequetscht und samt Bauch hochgedrückt werden. Ansonsten würde mir der Sari runterrutschen - mein Magen dankt es mir😵💫
Dann lege ich - seit langem - wieder etwas Schmuck an, schlüpfe in meine farbig passenden Birkenstock und bin fertig. Rainer hat es mit dem Ankleiden wesentlich leichter und steht mit seiner weißen Kurta und blauen Leinenhose bereit.
Der Geburtstag ist sehr schön, es gibt leckeres Essen - allerdings nur eine kleine vegetarische Auswahl, da auch in Malaysia viel Fleisch gegessen wird, und es werden Reden gehalten. Einige aus der Familie tanzen oder singen sogar für das Geburtstagskind. Es ist ein tolles Fest und wir sind dankbar, daran teilhaben zu dürfen🥳Les mer
Hitchhiking KL-Penang
27. juni 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 31 °C
Marjolein. Wir verlassen die hektische Großstadt KL nun endgültig und machen uns auf in die Weltkulturerbe-Insel Penang, genauer gesagt in deren Hauptstadt George Town.
Entgegen aller Ratschläge bleiben wir bei unserer Überlegung zu Hitchhiking.
Am Abend vorher bereiten wir unsere Pappschilder vor. Da wir davon ausgehen, dass wir nicht direkt bis nach Penang mitgenommen werden, schreiben wir neben Penang auch noch die Städte „Taiping“ und „Ipoh“ auf, da diese auf dem Weg liegen.
Von unseren Gastgeberinnen werden wir morgens um halb neun an einer großen Raststätte in der Nähe von KL abgesetzt. Nachdem wir uns verabschieden und uns mit Donuts und frischem Kaffee versorgen, stehen wir mit den Schildern auf den großen Parkplatz. Keine zehn Minuten später hält das erste Auto an. Ein junger Geschäftsmann bietet uns an, uns mit nach Ipoh zu nehmen. Wir sind super glücklich und steigen ein☺️
Er lässt uns schließlich an der Raststätte in Tapah, kurz vor Ipoh, raus. Von hier sind es nur noch 238 km.
Nachdem wir endlich ein paar Donuts gegessen und den Kaffee getrunken haben, halten wir wieder die Schilder hoch. Kurz danach hält ein Auto vor uns an, es ist Azman, ein Vater mit seiner erwachsenen Tochter Salika. Sie bieten uns an, uns bis nach „Butterworth“ mit zu nehmen, das ist die letzte Stadt vor der Brücke, die nach Penang führt. Begeistert steigen wir ein und los geht die Fahrt.
Wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass seine Tochter ihn regelmäßig von KL nach Penang fährt, da er als Architekt momentan dort einen Auftrag hat. Die beiden sind total nett und hilfsbereit. Schlussendlich bieten sie uns an, wenn wir warten können, bis Azmans Termin in Sungai Petani zu Ende ist, uns bis nach Penang zu fahren. Das Angebot nehmen wir gerne an.
Und so sind wir also bereits mit dem zweiten Auto in Penang angekommen. Und das in fünf Stunden - genauso lange braucht der Bus. Bei der Verabschiedung gibt uns Azman noch seine Visitenkarte mit den Worten, dass wir ihn jederzeit anrufen können, wenn etwas ist, und uns melden sollen, wenn wir wieder in KL sind. Dann würde er uns gerne die geheimen Ecken zeigen.
Das war eine schöne Begegnung und wir haben - trotz Bedenken der Familie aus KL, dass die Malaien niemanden mitnehmen würden - unserem Gefühl vertraut und alles hat hervorragend geklappt!💪Les mer
Geburtstag in George Town🎈
28. juni 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 30 °C
Marjolein. Mein erster Geburtstag weit weg von Deutschland.
Irgendwie fühlt es sich komisch an, am Geburtstag nicht zuhause zu sein.
Ich merke, dass mir mein Geburtstag nicht mehr ganz so wichtig ist, wie er mal war. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich früher mindestens sechs Monate vorher allen erzählt habe, wann ich Geburtstag habe und auch jeden regelmäßig daran erinnert habe, wann es denn endlich soweit ist.
Jetzt ist es mehr wie „jeder andere Tag“. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm. Vielleicht heißt das jetzt auch nur, dass jeder Tag besonders ist und ich das mache, was ich will. Eben so, als sei jeden Tag Geburtstag, was viiiiil besser ist!🎉
Die UNESCO Weltkulturerbe Stadt George Town soll durch süße kleine Gassen, atemberaubende Street Art und die beste Küche Malaysias bestechen. Noch vor 500 Jahren war es ein kleines Fischerdorf - heute ist das multikulturelle George Town eines der beliebtesten Touristenziele Malaysias. Hier trifft Moderne auf charakteristische koloniale Architektur und Shopping Malls auf kleine Altstadtläden.
Ich habe mir für heute gewünscht, dass wir uns die Stadt und insbesondere die Straßenkunst in George Town anschauen. Das Straßenbild von George Town ist geschmückt durch diverse Street Art, u.a. von berühmten Künstlern wie Ernest Zacharevic oder Julia Volchkova.
Wir staunen über die vielen detailgetreuen Bilder, die überall in der Stadt versteckt sind. Wir genießen es, durch die kleinen und größeren Straßen zu schlendern, die koloniale Architektur zu bewundern und sind begeistert von der großen Auswahl an Essen. Insbesondere die indische Küche entdecken wir für uns, da diese die meiste vegetarische Auswahl bietet. Und zudem wahnsinnig lecker ist!🤤
Außerdem gibt es ein riesiges Stück Torte!🍰
Danke an alle, die trotz der Entfernung an mich gedacht haben❤️Les mer
Kotzfrucht und Teekränzchen
4. juli 2022, Malaysia ⋅ ☁️ 24 °C
Marjolein. Neben gutem Essen und der Street Art gibt es hier in George Town aber noch mehr zu erleben. Zum Beispiel den Sonnenaufgang auf dem Penang Hill. Und da jeder weiß, dass Sonnenaufgänge auf Bergen voll unser Ding ist, geht’s los auf den Berg⛰
Dieser Berg hat aber den wohl bequemsten und einfachsten Aufstieg, den wir bis dato hatten! Zuerst ging es mit dem Grab (lokales Taxi) zur Lower Hill Station, wo wir dann ein Ticket für die „schmalspurige Standseilbahn“ gekauft haben. Zugegeben, das war etwas stressig, weil wir erst eine Minute vor Abfahrt am Schalter waren und das Ticket kaufen konnten. Aber erstmal in der Bahn drin, geht es im gemütlichen Tempo die knapp 900 Meter hoch.
Oben angekommen ist es nur noch ein kurzer Fußweg zum Aussichtspunkt.
Weiteres gibt es hier oben für uns aber nicht wirklich zu erleben und so fahren wir nach zwei Stunden auch schon wieder hinunter.
Zurück in der Stadt angekommen schlendern wir wieder durch die Straßen und da wir festgestellt haben, dass es nur ziemlich wenig Fotos von uns gemeinsam gibt holen wir das nach!👩❤️👨
Weitere Verwandtschaft der Familie aus KL wohnt in George Town. Mit ihnen sind wir eines Mittags zum Tee trinken verabredet. Aus dem Nachmittagstee wird schließlich ein super schönes Treffen bis in den Abend hinein.
Durch sie haben wir auch zum ersten Mal die Durian-Frucht probiert! Besser bekannt als „Kotzfrucht“ und wegen ihres Geruches häufig in Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Nun ja, nach einem Bissen hat es mir schon gereicht. Aber das lag nicht so sehr am Geruch, den fand ich gar nicht so schlimm, sondern viel mehr an ihrer schleimigen Konsistenz.
Rainer war da schon härter und hat zumindest ein ganzes Stück gegessen. Aber seine Lieblingsfrucht wird sie definitiv nicht!Les mer
Back to the nature
5. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 32 °C
Marjolein. Nach der schönen, aber doch auch hektischen Großstadt George Town haben wir beschlossen, nach malaysisch Borneo zu fliegen, um der Natur endlich wieder etwas näher zu sein. Wir sind eben nicht so sehr Stadtmenschen.
Borneo, die drittgrößte Insel der Welt, ist aufgeteilt zwischen den drei Ländern Indonesien, Malaysia und Brunei. Malaysisch Borneo ist aufgeteilt in die zwei Bundesstaaten Sarawak und Sabah.
Wir landen in Kuching, der Hauptstadt von Sarawak.
Angekommen in Kuching fühlen wir uns direkt wohl. Es ist deutlich mehr Natur zu sehen und es ist viel ruhiger. Wir freuen uns hier zu sein und spüren schon jetzt, dass es die richtige Entscheidung war.
In Kuching besuchen wir das „Borneo Cultures Museum“, um mehr über die Geschichte der Insel zu erfahren. Leider sind in den Ausstellungsräumen des Museums keine Fotos erlaubt.
Das Museum hat fünf Etagen, von denen sich auf vier Etagen Ausstellungsräume befinden.
In der zweiten Etage befindet sich die „Childrens Gallery“, in der auf spielerische Art und Weise die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und Achtsamkeit mit der Natur und Umwelt gezeigt wird. Durch interaktive Spiele kann man selbst recyceln und Müll sammeln und nebenbei noch ganz viel wichtiges Lernen.
Die dritte Etage behandelt das Thema „In Harmony with the Nature“. Hier geht es um die Beziehung zwischen den Ureinwohnern Sarawaks und der Natur. Hier wird auch die Verbundenheit zwischen den Tieren, den Pflanzen und den Menschen gezeigt. Es geht viel um Tradition, aber auch, was wir von ihr lernen können und was wir in unser heutiges Leben adaptieren sollten.
Auf der vierten Etage „Time changes“ geht es um die Vergangenheit Sarawaks und Borneos. Wie kommt es, dass Borneo zwischen drei Ländern aufgeteilt wurde? Wer war James Brooke? Und was hat Japan damit zu tun? All diese Fragen werden anhand eines Zeitstrahls, der die Geschichte und Hintergründe von Borneo aufzeigt, beantwortet.
Die fünfte Etage „Objects of Desire“ haben wir aus Zeitgründen leider nicht mehr geschafft.
Nach diesem Museumstag waren wir wirklich platt. Es waren ziemlich viele Informationen.
Am besten haben uns die zweite Etage und die dritte Etage gefallen.
Auch hier haben wir noch einmal gemerkt, dass das unser Ding ist. Die Natur und der Schutz dieser, die Frage, wie wir gemeinsam mit ihr leben können, ohne sie auszubeuten wollen wir beantworten. Wir wollen ein Teil der Lösung sein, nichts des Problems.Les mer
Asiens letzte Menschenaffen
7. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 32 °C
Marjolein. Rainer und ich haben uns vorher viele Informationen über Borneo eingeholt. Schließlich ist Borneo doppelt so groß wie Deutschland und die Reise muss daher sinnvoll geplant sein.
Was wir immer wieder gelesen haben ist, dass es hier (wilde) Orang Utans gibt, und sogar solche, die es nur auf Borneo gibt: die Borneo-Orang-Utans 🦧
Orang-stand gehören zu den Menschenaffen und sind uns, mit beinahe 97% derselben DNA, die am nächsten lebenden Verwandten.
Leider ist der Borneo-Orang-Utan vom Aussterben bedroht. Maßgeblich Schuld daran ist der Mensch. Durch die Rodung des Regenwaldes, um Tropenholz und Palmölplantagen zu errichten, wird der Lebensraum der einzigartigen Tiere extrem verkleinert und zerstückelt 🪵
Außerdem werden die Affen getötet und gejagt, um durch illegalen Handel verkauft und als Haustier gehalten zu werden. Diese menschengemachten Gründe in Kombination mit der langsamen Produktionsrate der Tiere (ein Weibchen bringt nur alle vier bis acht Jahre ein Jungtier auf die Welt) und einer späten Geschlechtsreife, sorgen dafür, dass es weltweit nur noch circa 15.000 bis 44.000 Tiere gibt.
Das klingt vielleicht viel, aber das ist es nicht. Der Mensch hört nämlich weder mit der Zerstörung, noch mit der Wilderei auf - im Gegenteil. Immer noch wird jeden Tag der Wald gerodet und das hat zur Folge, dass Borneo heute zu weniger als 30% von Regenwald bedeckt ist, 1985 waren es noch 57%! (Quelle: WWF)
Ein Ort, wo ehemals gefangene, verwaiste oder verletzte Orang-Utans in Ruhe leben können ist das „Semenggoh Wildlife Centre“, in der Nähe von Kuching.
Die Tiere werden in dem nahegelegenen Rehabilitationscenter „Matang Wildlife Centre“ aufgepäppelt und anschließend im Semenggoh Wildlife Centre in die Freiheit entlassen. Hier werden sie durch Fütterungen unterstützt und der Gesundheitszustand wird in der Anfangszeit stark überwacht.
Der Nationalpark ist nicht umzäunt und die Tiere haben die Möglichkeit zu den Fütterungsstellen zu kommen - oder eben nicht. Vor allem während der „Obstsaison“ im Sommer kann es vorkommen, dass kein Affe zu den Fütterungen kommt. Das bedeutet, dass sie genug Nahrung finden, um sich selbstständig zu versorgen, was ein gutes Zeichen ist.
Dass eben das passieren kann, wurde uns mehrfach gesagt, um eventuelle Enttäuschungen zu verhindern. Wir sind gemeinsam mit den anderen Besuchern zu der ersten Feedingarea gelaufen - Fehlanzeige. Auch nach Rufen durch die Parkranger kommt kein Affe. Wir laufen schließlich eine Runde durch den Regenwald und am Parkplatz angekommen wird es plötzlich ganz unruhig. Eine Orang-Utan-Mama - Selina - ist mit ihrem Kind am Parkplatz und fordert Bananen ein.
Wir halten gespannt den Atem an und wagen uns kaum zu bewegen - und den anderen Besuchern erscheint es ähnlich zu gehen. Es ist so beeindruckend diesen großen, ganz besonderen Affen so nah zu sehen. Und dann wird uns bewusst, dass sie noch ein ganz kleines Baby auf dem Bauch liegen hat! Der Ranger erzählt uns, dass es erst im Mai geboren ist, also gerade einmal zwei Monate alt ist.
Weiter unten bei den Fütterungsstellen scheint jetzt auch ein junger, männlicher Teenager zu sein und Essen zu holen.
Wir gehen also zu ihm und tatsächlich, er hängt lässig im Baum und scheint richtig für uns zu posieren! Er heißt Ganya und ist 14 Jahre alt.
Kurz darauf erleben wir noch ein Highlight! Annuar, 24 Jahre alt und das momentane Alpha-Tier, kommt ebenfalls zur Fütterung. Er ist riesig! Und er hat riesige Backenwülste - ein Zeichen, dass er das dominante Männchen ist! Es entwickeln übrigens nicht alle Männchen Backenwülste, diese wirken aber attraktiver auf die Weibchen, weswegen die dominanten Tiere mehr Nachwuchs zeugen.
Kurz darauf sehen wir zwei weitere hungrige Orang-Utans: Sem (6 Jahre alt) und Saddamiah (20 Jahre alt), die gerade auch schwanger ist.
Es ist unglaublich, wie menschenähnliche Augen sie haben. Es ist, als könnte man durch sie direkt ihre Seele erkennen. Die Augen drücken so viel aus. Und auch wie sie greifen und sich festhalten, das ist uns Menschen wirklich sehr ähnlich. Allerdings sind sie nicht so zerstörerisch wie wir..Les mer
Kulturschock Semporna
10. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 28 °C
Rainer. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kota Kinabalu, wo wir, seit unserer Abreise das erste Mal wieder echte Brötchen gegessen haben🤤, geht es mit dem Nachtbus weiter nach Semporna.
Anstelle Liegeflächen (wie wir es aus Kambodscha kennen) gibt es nur Sitze. Und so machen wir es uns auf den recht geräumigen Sitzen bequem, denn die Fahrt soll 11,5 Stunden dauern😱
In Folge eines Lecks in der Kühlwasserversorgung ist der Bus jedoch gegen Ende der Strecke ständig überhitzt und wir halten andauernd an. Nachdem der Busfahrer mit seinen Begleitern diverse Male das Kühlsystem mit Trinkwasser aufgefüllt hat, - jedoch ohne nachhaltigen Erfolg - entscheiden sie glücklicherweise endlich, dass ein anderer Bus uns abholen kommen muss. Nach über 14 Stunden Fahrt erreichen wir dann schließlich endlich unser Ziel: Semporna.
Semporna ist ein beliebtes Reiseziel unter Tauchern, da von man von hier aus eines der weltweit zehn besten Tauchparadiese erreichen kann: die Insel Sipadan.
Ebenfalls bekannt ist Semporna für diverse Piratenüberfalle in den letzten Jahren und hat ansonsten leider nicht allzu viel zu bieten. Das Städtchen ist sehr überschaubar und geschäftig, jedoch fällt uns direkt auf, dass die Armut hier spürbarer ist als in anderen Regionen. Nicht nur sind die Gebäude weniger entwickelt, auch die vielen Kinder und Erwachsene machen einen eher mittellosen Eindruck. Es ist dreckig und stinkt.
Nach kurzer Zeit werden wir bereits von den ersten Kindern angebettelt und nach Geld gefragt.
In den nächsten Tage merken wir, dass es tatsächlich Straßenkinder sein könnten. Sie treiben sich immer an den gleichen Ecken herum und wir sehen sie immer wieder.
Die Kinder sind distanzlos, stellen sich oft direkt neben uns, fordern Geld und folgen uns auf den Zentimeter genau.
Es fällt uns auch auf, dass es viele, meist männliche, Jugendliche gibt, die in Gruppen umherziehen.
Insgesamt werden wir hier noch einmal mehr angestarrt und es wird - abgesehen vom Anbetteln - nicht mit uns interagiert.
Semporna ist die erste Stadt seit unserer Reise, in der wir uns unwohl und vor allen Dingen unsicher fühlen. Hier werden wir abends nicht alleine herumlaufen.
Als ärmste und schlecht entwickeltste Region wurde Semporna bei der Unterstützung zur Entwicklung „vergessen“. Der Fokus wurde ganz klar auf’s Festland Malaysias gelegt und so erstrahlen die zum Beispiel die Städte Kuala Lumpur und Georgetown und boomen nur so als bekannte Touristenstädte.
Glücklicherweise wird dies nun nachgeholt und so sollen nun viele Gelder zur Entwicklung und Bildung in diese Region fließen.
Die Folgen dieser Entwicklung bleiben wohl abzuwarten.
Ist es, wie leider so oft, ein Hoffnungsschimmer für die dortige Bevölkerung und eine Gefahr für Natur- und Umwelt?Les mer
Scuba Junkies
13. juli 2022, Malaysia ⋅ 🌧 28 °C
Marjolein. Heute geht es weiter nach auf die Insel Mabul, wo wir für fünf Nächte mit Vollpension im Mabul Beach Resort von Scuba Junkies bleiben werden.
Hier haben wir ein Tauchpaket für vier volle Tage (je drei Tauchgänge) gebucht, um unter anderem in Sipadan, einer der zehn besten Tauchspots der Welt, die Unterwasserwelt zu erkunden🤿
Wir freuen uns schon wahnsinnig darauf und können es kaum erwarten, endlich wieder zu tauchen🥰
Vom Pier, der gleichzeitig Materialraum und Chill-Area ist, führt eine Brücke über das Wasser auf die Insel und zu den Unterkünften. Vom Steg aus kann man links und rechts das Wasser sehen. Es ist wunderschön, leuchtet in den verschiedensten Blau- und Grüntönen und ist so klar, dass man metertief den Grund erkennen kann.
Aber je näher man dem Ufer kommt, desto mehr verschwindet das Schöne und Unberührte und macht Platz für die menschengemachte Katastrophe: Plastikmüll. Es schwimmt im Wasser und bedeckt auch den Meeresboden. Der Müll befindet sich ebenfalls überall am Strand und es ist so viel und eklig, dass uns schnell klar wird, dass wir hier nicht vom Strand aus ins Wasser gehen werden.
Links vom Pier sehen wir kleine, zusammengezimmerte, schiefe Häuser der Inselbewohner. Sie schwimmen im Müll (wortwörtlich) und werfen es ohne Nachzudenken in das Wasser. So haben wir uns das „Inselparadies“ wirklich nicht vorgestellt. Es ist erschreckend, wie wenig realitätsfern die Bilder, oftmals aus dem Internet, doch sind. Wir sind enttäuscht, denn das Tauchresort bietet sogar den Kurs zu einem “Eco Dive Master” an, aber “eco” scheint hier ziemlich wenig zu sein😞
Da wir am Anreisetag noch kein Tauchprogramm haben, beschließen wir, die Insel zu erkunden. In gut 45 Minuten ist es möglich, die Insel komplett zu umrunden.
Neben unserem Resort gibt es hier noch weitere, die von einfach bis super-exklusiv reichen. Für ein ziemlich bekanntes Resort verlangt man von uns sogar eine „Eintrittsgebühr“, damit wir es uns anschauen dürfen. Nein, danke.
Abgesehen von den Resorts gibt es hier auf er Insel auch noch ein Dorf. Und das steht im kompletten Gegensatz zu den Resorts! Zum Einen ist es von dem Rest der Insel abgeschirmt und zum Anderen wirkt es deutlich heruntergekommener als der Rest der Insel.
Die vielen Häuser sind mit Hilfe der verschiedensten Materialien zusammengezimmert, haben oft keine richtigen Fenster und Türen und wirken instabil und sehr provisorisch. Es gibt sehr viele kleine Gassen und überall liegt Müll herum. Stellenweise stinkt es ziemlich. Was uns ebenfalls auffällt ist, dass es hier unendlich viele Kinder gibt. An jeder Ecke sehen wir kleine bis größere Ansammlungen von Kinder, die mit altem (Plastik)Müll spielen oder auf dem Boden sitzen und im Sand und den Pfützen spielen.
Im Dorf werden wir mit großen Augen beobachtet und freundlich begrüßt. Man freut sich Fremde zu sehen. Viele Kinder fragen uns allerdings auch immer wieder nach Geld und laufen uns bettelnd hinterher.
Es ist eine absurde Situation, als wir schließlich zurück in unser luxuriöses Resort gehen und das Dorf hinter uns lassen. Auf der einen Seite tummeln sich die teuren Resorts und dahinter, abgetrennt durch hohe Steinmauer, leben die armen, aber eigentlichen Inselbewohner.
Dann steht der erste Tauchtag an und es geht nach South Mabul - Stingray City, Artificial Reef und Nudinud. Leider ist die Sicht aufgrund des schlechten Wetters nicht richtig gut, aber trotzdem ist es wunderschön wieder im Wasser zu sein. In South Mabul liegt der Fokus auf „Makro Diving“, das bedeutet, dass man hier hauptsächlich kleine Lebewesen sieht🔎 Und so ist es auch. Wir sehen viele Shrimps, natürlich marine Nacktschnecken in allen Formen und Farben und andere kleine Tiere, deren Namen wir nicht mehr wissen.
Wir sehen aber auch eine schlafende Schildkröte, einen echten Tintenfisch, knotige Walzenseesterne (im englischen klingt es viel besser: Chocolate Chip Sea Star), Nemo, Blaupunktstachelrochen, Moränen, Krokodilfische und und und…
❗️→ Wer findet den Krododilfisch in den Fotos? 🧐
Am zweiten Tauchtage geht es nach Kapalai. Im wesentlichen ist auch Kapalai eher für Makro-Tauchgänge geeignet. Es ist schön, aber wir freuen uns definitiv auch auf die großen Fische!☺️Les mer
Sipadan Experience
16. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 27 °C
Marjolein. Heute ist es endlich so weit! Um 5.45 Uhr treffen wir uns am Steg mit den anderen Tauchern um nach Sipadan aufzubrechen. Heute haben wir mit dem Wetter riesiges Glück! Im Gegensatz zu den anderen Tag scheint die Sonne jetzt schon warm vom Himmel und es scheint ein heißer Tag zu werden☺️
Nach circa 40 Minuten Bootsfahrt kommen wir auf der Insel an. Da jeden Tag nur circa 180 Genehmigungen zum Tauchen verteilt werden und diese vorab auch angemeldet werden müssen, müssen wir uns zuerst in die Tauch-Liste eintragen.
Bevor es wirklich los geht, gibt es noch eine kurze Einweisung in die Regeln. So darf man zum Beispiel die Korallen weder absichtlich noch unabsichtlich berühren. Sollte man dabei von der Unterwasserpolizei, die regelmäßig kontrolliert, erwischt werden, bekommt man eine lebenslange Sperre für Sipadan und muss obendrein noch eine hohe Strafe zahlen👆
Mit einer schnellen Rückwärtsrolle vom Bootsrand, sind wir dann auch schon im Wasser und sinken langsam nach unten. Ich muss jedoch wieder etwas aufsteigen, denn es will heute nicht so gut funktionieren mit meinem Druckausgleich. Ich brauche ganze 17 Minuten(!), bis ich endlich weiter abtauchen kann. Aber kurz danach werden wir auch schon mit unserem ersten Hai belohnt: Einem Leopardenhai, der direkt unter uns schwimmt!
Da man hier bei Sipadan gute Chancen hat auch Hammerhaie zu sehen,, machen wir einen “Blue Dive”. Das bedeutet, dass wir von dem Riff, das wie eine Wand abfällt, direkt ins blaue Nichts schwimmen. Dort verbringen wir dann einige Zeit, warten, hoffen große Fische zu sehen - Haie- und schwimmen wieder zurück zum Riff.
Aber leider sehen wir keinen Hammerhai, eigentlich nicht besonders viel - außer viel blau. Oben, unten, rechts, links - alles blau🔵 Naja nicht ganz, etwas leuchtendes Plankton und drollige Fische, die sich in den aufsteigen Blasen amüsieren.
Dafür werden wir zurück am Riff mit Schwarz- und Weißspitzenriffhaien belohnt!🦈
Außerdem sehen wir Schildkröten, viele Schildkröten, Barrakudas und etliche andere Fische.
Es ist ein großer Unterschied mit Sonne zu tauchen, das Wasser um uns glitzert und funkelt wunderschön und lässt seine Meeresbewohner nur so erstrahlen. Das Tauchen macht unendlich viel Spaß und wir sind glücklich🥰
Zurück am Resort merke ich, dass etwas nicht stimmt. Ich fühle mich kränklich, meine Nase läuft und mir ist kalt🤧
Auch am nächsten Tag ist es nicht besser und was mir am meisten Sorgen macht ist, dass ich nur ganz dumpf höre. Ich entscheide also den letzten Tag auf Sipadan ausfallen zu lassen und so geht Rainer ohne mich tauchen. Glücklicherweise habe ich den besseren von beiden Sipadan Tagen tauchen können, denn die Sicht war am zweiten Tag wesentlich schlechter.Les mer
River Tour & Nachtwanderung
19. juli 2022, Malaysia ⋅ ☁️ 29 °C
Marjolein. Zurück in Semporna geht es zum Arzt, da es mit meinem Ohren immer noch nicht besser ist. Diagnose: Baro-Trauma. Alles zum Glück halb so wild.
Mit dem Bus geht es dann weiter nach Kinabantangan, hier haben wir nämlich eine 3-tägige Bootstour. Hier auf Borneo scheint alles nur über gebuchte Touren machbar zu sein, was ziemlich schade und dann auch noch recht teuer ist🙄
Wir haben entsprechend viel recherchiert und schließlich eine Tour mit Mr. A. gebucht.
Mr. A. setzt sich sehr für den Schutz der heimischen Tiere und den Erhalt des Regenwaldes ein. Leider gefällt das nicht allen, was dazu führte, dass er diverse Hausverbote, kleine Haftaufenthalte und letztendlich keine Tourismuslizenz mehr hat. Da er mit Herz und Seele für die Tiere im Regenwald kämpft lässt er sich dadurch nicht aufhalten und bietet gemeinsam mit seinem Sohn, der die Vision zukünftig weiter verfolgen wird, weiterhin Touren an. Um weitere Probleme zu vermeiden möchte er aber nicht namentlich genannt werden.
Während einer Flusssafari kann man sehr viel sehen, denn hier gibt es Krokodile, wilde Orang-Utans, Zwergelefanten, etliche Vogelarten, Nasenaffen, Makaken, Lemuren, Gibbons und und und…
Während der vierstündigen Fahrt von Semporna nach Kinabantangan sehen wir aber kein 'Wildlife', sondern nur Palmölplantagen - so weit das Auge reicht. Es ist grauenvoll😭
Borneo muss früher mal wunderschön natürlich, ursprünglich und vielfältig gewesen sein. Jetzt ist davon leider nur ein Bruchteil von übrig. Und wir tragen eine Mitschuld daran!
Angekommen am Treffpunkt, geht es mit Mr. A. im Jeep weiter zu der Unterkunft, von wo aus wir die Bootstouren starten werden.
Nach einer kurzen Entspannungspause geht es auch schon los auf’s Boot: Mr. A., sein Sohn Jerry, Rainer und ich.
Es ist ein langes, schmales, wackliges Boot. Als wir einsteigen neigt es sich ganz schön doll nach links und ich habe Sorgen, dass wir alle ins Wasser stürzen - und dann vom Krokodil gefressen werden!🐊 - Aber es passiert natürlich gar nichts.
Langsam tuckert das Boot schließlich über den trüben, brauen Fluss. Verschiedene Vögel zwitschern und singen leise in den Wäldern und ab und zu kreischt irgendwo ein Affe.
Ansonsten ist es ganz ruhig. Wir sind die einzigen auf dem Fluss - noch ein Grund, weshalb wir Mr. A. gewählt haben - er startet seine Touren zu anderen Zeiten, weswegen man dem Bootsstau aus dem Weg gehen kann.
Auf dieser ersten Fahrt sehen wir bereits eine große Anzahl verschiedener Tiere!
So beobachten wir unter anderem den, nur auf Borneo lebenden, Proboscis Monkey, (dt. Nasenaffe - wegen seiner auffälligen Nase🤥), der ganz schüchtern ist und sich schnell wieder im dichten Geäst versteckt. Dieses Tier ist das Lieblingstier von Mr. A. Und irgendwie kann ich es auch verstehen - die Geräusche, die sie machen, sind total harmonisch und es sind wirklich außergewöhnlich aussehende Tiere!
Dann sehen wir noch Kurz- und Langschwanzmakaken🐒, Hornbills und - eeeeendlich das von mir langersehnte Krokodil! 🐊
Nach einer kurzen Pause geht es nach dem Abendessen auf die Nachtwanderung. Nachtwanderungen sind ja eh immer so ein Ding und ich bin froh, dass ich nicht hinten gehen muss!
Im Dschungel angekommen fängt alles an zu leuchten. Überall sieht man kleine nadelkopfgroße Augen, die durch unser Taschenlampenlicht anfangen zu glänzen. Der Dschungel lebt! 👀
Zumindest für uns, denn Rainer sieht die leuchtenden Augen nicht🤓
Außer ein paar, die zu einer besonders großen (HANDTELLERGROß!!!!) Spinne gehören🕷
Das tolle an diesen Spinnen ist, dass sie sich unter den Blättern verstecken und sie sind überall😱
Wir haben großes Glück und sehen bis auf Spinnen, Käfern und Ameisen (von denen Rainer gebissen wird) auch noch zwei Bänderroller. Das ist sehr selten, da das Tier sehr scheu ist. Schaut euch die mal im Internet an - die sehen aus wie Urzeit-Tiere!
Bevor wir ins Auto steigen machen wir einen Zecken-Check und fallen anschließend müde und noch voller Adrenalin ins Bett😴Les mer
Ruhe
20. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 23 °C
Marjolein. Am nächsten Tag startet unsere Bootstour bereits früh um 6.30 Uhr, also genau dann, wenn Fluss und Dschungel zum Leben erwachen. Am Anfang ist es noch total ruhig auf dem Fluss, alles schläft und hat sich versteckt. Der Nebel wabert noch über den Fluss und man kann zunächst keine fünf Meter weit sehen. Langsam lichtet sich der Nebel, wir biegen nach rechts ab und es scheint, als wäre hier eine unsichtbare Grenze: Die Farben des Wassers verändert sich hier ganz plötzlich von Milchkaffee hin zu schwarzem Kaffee.
Die Sonne ist aufgegangen und mit ihr ist das Leben in diesem seitlichen Flussarm. Die Vögel zwitschern und ansonsten ist es still. Wir genießen die Ruhe und das sanfte Schaukeln des Bootes - viel zu oft ist es in unserer Umgebung zu laut. Wir saugen die Stille mit jeder Faser unseres Körpers auf. Es riecht nach ätherischen Ölen, nach Eukalyptus und Menthol. Es erinnert und sofort an „Cap Kapak“, ein medizinisches Öl, das Rainer benutzt, wenn seine Nase geschwollen ist.
Mr. A. sagt, dass der Duft von den Bäumen kommt. Sie produzieren diesen Geruch. Wir saugen auch diesen Duft tief in uns auf.
Es scheint hier, in diesem Moment, auf diesem Boot einfach alles zu stimmen💕
Ganz sanft gleitet das Boot weiter und wir sehen unser erstes Tier an diesem Tag: Einen Nasenaffen. Er sitzt auf einem Ast, der über dem Wasser hängt, ganz nah bei uns. Mr. A. hält das Boot an und wir haben Zeit ihn in Ruhe zu beobachten. Normalerweise sind die Affen extrem ängstlich und ziehen sich sofort zurück. Dieser bleibt jedoch ganz ruhig sitzen und beobachtet uns ebenfalls.
Kurz darauf sehen wir den schönsten kleinen Vogel, den ich bis dato gesehen habe: einen Schwarz-roten Breitschnabel! Der Schnabel ist oben türkis und unten gelb-orange. Sein Federkleid ist schwarz, dunkelrot und weiß. Wow! Was für eine Schönheit.
Aber am allerbesten gefällt mir an dieser morgendlichen Tour die Ruhe und das Friedvolle, das dieser Teil des Flusses ausstrahlt. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist es einfach nur ruhig. Ich wusste nicht, wie sehr ich mich danach sehne und wie sehr wir das brauchen. Diese Bootstour hat uns die nötige Energie zurück gegeben, die wir so dringend brauchten🥰
Und so sind wir am Nachmittag perfekt ausgerüstet für die zweite Nachmittagstour. Gemeinsam mit einer vierköpfigen Familie aus Tschechien geht es schließlich los. Nach kurzer Zeit fängt es an, wie aus Kübeln zu regnen und innerhalb weniger Minuten sind wir komplett durchnässt. Aber all das ist schnell vergessen, denn Jerry (der Sohn von Mr. A.) entdeckt im dichten Geäst direkt am Ufer eine Orang-Utan Mama mit Kind!🦧 Keine Ahnung, wie er die gesehen hat!
Da sind also tatsächlich zwei komplett wilde Orang-Utans. Es ist der Wahnsinn. Keiner im Boot wagt sich zu bewegen, zu sprechen oder gar zu husten. Gebannt schauen wir alle nach oben in die Bäume und sind gefesselt von der Schönheit der Tiere.
Mr. A. erzählt uns, dass die Tiere extrem gefährdet sind. Aufgrund der Rodung des Regenwaldes wird ihr Lebensraum stark verkleinert und die Tiere vertrieben. Oftmals stecken dahinter große Palmölkonzerne🌴 Da die Orang-Utans nicht mehr genügend Essen auf den Bäumen finden, essen sie ebenfalls Knollen, Wurzeln und Pflanzen am Boden. Das macht die Lage der Orang-Utans jedoch nur schlimmer, da auf den Palmölplantagen Pestizide benutzt werden, die durch heftige Regenfälle eben auch in den Regenwald geschwemmt werden. Die Tiere vergiften sich somit langsam und sterben einen früheren und qualvollen Tod. Aufgrund einer langsamen Reproduktionsrate (ja, so nennt man das) gibt es also weniger Nachwuchs, als tote Orang-Utans.
Das Gute ist, dass jeder Einzelne von uns etwas dagegen tun kann und es auch noch ganz einfach ist: Vermeidet sämtlich Produkte die Palmöl (ja, auch das vermeidlich zertifizierte Palmöl!) enthalten. Und kauft keine Tropenholz-Produkte. Somit wird nach und nach die Nachfrage sinken und schließlich kein Regenwald mehr dafür gerodet💪
Eure Kinder werden es euch danken, wenn auch noch in 20 Jahren Orang-Utans in der freien Wildnis leben.
Es ist (noch) nicht zu spät!Les mer
Spontane Entscheidungen
21. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 28 °C
Marjolein. Zum Abschluss unserer Kinabantangan-Erfahrung geht es am nächsten Morgen gemeinsam mit Jerry zu Fuß durch den Dschungel. Es ist wahnsinnig heiß und die Sonne knallt vom Himmel. ☀️
Die beiden sehen ein super seltenes Dschungelhuhn. Der Körper ist blau, wie bei einem Pfau. Für ein Foto von diesem Tier bekommt man gut und gerne einige Tausende Euros. Leider war das Huhn sehr scheu und die Kamera nicht so schnell bereit. 🤧
Im Dschungel hören und sehen wir dann schließlich noch einen Gibbon, wie er von einen Ast auf den anderen springt. Außerdem sehen wir noch rote Languren. Wir sind wirklich gesegnet mit den ganzen Tiersichtungen.👀
Gegen elf Uhr bringt uns Jerry zu der Haltestelle, von der aus wir mit dem Bus zurück nach Kota Kinabalu fahren werden. Die Fahrt ist wahnsinnig anstrengend: Eine riesige Teenager-Schulklasse, die gerade auf dem Weg zu ihrem Campingausflug sind, sitzt mit im Bus. Die Vorfreude scheint riesig zu sein, denn sie sind ultra laut. Außerdem hält der Bus ständig für Stunden irgendwo an. Es ist einfach total nervig, aber vom Schlafen hat es mich nicht abgehalten. Es waren anstrengende Tage. 💤
Abends gegen 20 Uhr kommen wir dann endlich in KK an! Am Busbahnhof werden wir von Ray und May - Freunde von unseren Couchsurfing-Hosts - abgeholt. Couchsurfing ist eine große Community. Menschen bieten ihre „Couch“ kostenlos zum Schlafen an. So kommt man schnell in Kontakt mit Einheimischen, bekommt die besten Insider-Tipps und lernt einfach neue Menschen kennen. Wir übernachten bei Vivian und Michael, die in einem gehoberen Teil von KK leben, sie sind unsere erste Couchsurfing Erfahrung.
Was ganz besonders toll ist, ist, dass auch Julian, den wir in Singapur kennen gelernt haben, bei den beiden übernachtet. So gibt es nach vier Monaten ein Wiedersehen!
Wir reden bis spät in die Nacht, geben uns gegenseitig Tipps und tauschen uns aus. Am nächsten Morgen geht es für Julian leider schon weiter nach Semporna. Es war ein kurzes, aber sehr schönes Wiedersehen. Sicherlich auch nicht das letzte.
Am nächsten Tag gehen wir noch einmal zum Arzt um checken zu lassen, ob und wann wir fliegen können. Da alles in Ordnung ist, beschließen wir spontan, für Samstag einen Flug zurück nach George Town zu buchen. Borneo ist wunderschön und wir werden definitiv wieder kommen, aber es ist gerade finanziell einfach nicht mehr drin.
Am Abend gehen wir mit Vivian, Michael und ihrer Tochter auf einen Food Market. 🤤
Samstag geht es um 10.25 Uhr mit dem Flugzeug zurück nach Penang. Wir sind müde. Zum Glück kennen wir uns hier schon aus und müssen uns nicht erst ewig lange zurecht finden. Wir essen bei unserem Stamm-Inder „Woodlands“ und überlegen, wie es weiter geht.
Wir brauchen jedoch nicht lange, um zu wissen, dass wir Malaysia verlassen möchten. Es war schön, aber wir merken, dass es uns weiter zieht. Und so beschließen wir am Montag per Anhalter weiter nach Thailand zu reisen, um von dort die Landesgrenze nach Laos zu überqueren. 🇹🇭🇱🇦Les mer
Hitchhiking: Penang to Thai Border
25. juli 2022, Malaysia ⋅ ⛅ 28 °C
Marjolein. Mit Smoothie Bowls im Magen und Pappschildern in den Händen wandern wir los zur Straße, die zur Brücke nach Butterworth führt.
Wir halten unsere Schilder mit “Alor Setar” und “Changlun - Thai Border” in die Luft und lächeln jeden Autofahrer freundlich an. Nach 15 Minuten, keiner hat angehalten, beschließen wir auch noch “Butterworth” auf ein Schild zu schreiben. 🖍
Weitere 15 Minuten passiert nichts. Doch dann hält ein junger Mann an. Er stellt sich als Arif und seine Frau als Uzma vor. Er erzählt, dass sie extra gedreht haben, als sie uns mit den Schildern gesehen haben: “And then I said to my wife ‘Why not?’”😍
Die beiden sind super nett und fahren uns zur Shell Tankstelle zum Highway Richtung Alor Setar, obwohl sie überhaupt nicht auf dem Weg dorthin waren! Einige Menschen sind wirklich einfach nur toll!
Wir verabschieden uns von den Beiden, halten optimistisch unsere Schilder in die Luft und lächeln jeden Autofahrer freundlich an.
Es ist extrem heiß. Viele Leute winken. Viele Leute hupen. Und die meisten Leute fahren einfach weiter. Die, die anhalten, fragen uns, was los ist, ob wir ein Problem haben. Aber mitnehmen können sie uns nicht - auf dem Roller wäre das aber auch schwierig.😅
Wir sind müde. Wir stehen bereits seit einer Stunde hier. Ist die Stelle doof? Wo sollen wir sonst hin und vor allen Dingen wie - schließlich sind wir mitten auf der Autobahn! 🥵
Mittlerweile steht abwechselnd nur noch einer von uns an der Straße, damit sich der Andere im Schatten ausruhen kann.
Nach zwei Stunden, wir sitzen gerade nebeneinander unter dem Dach der Tankstelle, da es angefangen hat zu regnen, hält ein Auto vor uns an. Am Steuer sitzt eine Frau, die uns erzählt, dass sie uns stehen gesehen hat und dann extra noch einmal gedreht hat um uns mitzunehmen.
Dafür muss sogar ihr Mann an der Tankstelle warten bis zwei Angestellte von ihnen ihn mitnehmen, da im Auto nicht genug Platz ist. Die Frau heißt Aida und sie entpuppt sich als unsere Rettung! Nur dank ihr erreichen wir heute noch unser Endziel: Die malaysisch-thailändische Grenze!🇹🇭
Aida hat nämlich während der Fahrt nach Alor Setar beschlossen, uns tatsächlich bis zum Grenzübergang zu fahren!🥰
Um 17 Uhr sehen wir dann endlich das “Welcome to Thailand” Schild. Kurz darauf sind wir offiziell aus Malaysia ausgereist und in Thailand eingereist. 30 Tage haben wir nun Zeit von Danok (das ist die erste Stadt hinter der Grenze) nach Laos zu reisen.
Aber erst einmal checken wir in unserer Unterkunft ein und gehen heiß duschen - das haben wir uns auch echt verdient!👏Les mer
Borneo - zerbrechliches Naturparadies
25. juli 2022, Thailand ⋅ 🌧 27 °C
Marjolein & Rainer. Malaysia. Ein Land voller Gegensätze. In der Hauptstadt riesige und moderne Gebäude. Im Westen viele alte, kleine Gebäude und Gassen.
Wir haben nicht viel Zeit auf dem Festland Malaysias verbracht. Und das ganz bewusst nicht. Wir haben einfach irgendwann während des Reisens gemerkt, was uns wichtig ist, was wir sehen möchten, wie wir reisen wollen und auch, was wir nicht wollen. Und dazu gehören eben einfach nicht die typischen “Must sees”.
Stattdessen wollen wir Natur sehen, wollen Tiere sehen, wollen etwas erleben.
Und deshalb sind wir schnell nach Borneo geflogen.
Borneo - durch die Nachrichten im Fernsehen haben wir Borneo mit Dschungel und Orang-Utans in Verbindung gebracht. Und als wir dann schließlich gelandet sind, war ich erschrocken.
Borneo ist nicht so ursprünglich wie gedacht. Es gibt eine relativ gute Infrastruktur, viele Menschen und vor allen Dingen wenig ursprünglicher Urwald.
Und noch weniger Orang-Utans.
Stattdessen gibt es kilometerlange hässliche Palmöl Plantagen. Wir schrieben das nicht zum ersten Mal und vielleicht nervt es, dass ihr es schon wieder lesen müsst. Umso besser könnt ihr vielleicht uns verstehen, wie genervt wir waren, anstelle jeden Tag anstelle von Diversität diese hässlichen Monokulturen sehen zu müssen.
Und leider ist das auch nun mal eines der Dinge, die aus Borneo hängen geblieben sind.
Abgesehen von ihrer Hässlichkeit sind diese Plantagen zudem auch noch wahnsinnig tödlich. Tödlich für etliche (seltenen) Pflanzen und Tiere, die durch die Rodungen ihren Lebensraum verlieren und keine Nahrung mehr bekommen, weil dort, wo die Plantagen sind einfach nichts lebt.
Die Plantagen waren auf unsere stundenlangen Reisen quer durch Borneo oft das Einzige, das wir gesehen haben. So weit das Auge reicht reichen diese Plantagen! Das muss man sich mal vorstellen! Das ist einfach nur krank.
Wusstet ihr, dass der Regenwald eine Hauptrolle beim Erhalt des Wasservorrats der Erde spielt? Durch Verdunstung versorgen sie die Atmosphäre mit Wasser. Der Verlust von Wald führt demnach oft zu Dürren.
Neben den ganzen Problemen an Land sind hier auch die Probleme im Wasser leider unübersehbar. Da Sipadan als eines der zehn Weltbesten Tauchplätzen gilt, hatten wir dementsprechend hohe Erwartungen. Doch auch hier wurden wir etwas enttäuscht. Das Meer ist voll mit Plastik, der von den Tieren gegessen wird. Nach und nach verhungern sie schließlich qualvoll.
Als wir getaucht sind waren unter uns etliche ausgeblichene, tote Korallen. Sie sterben, da sie mit der Erwärmung des Wassers nicht zurecht kommen.
Wusstet ihr, dass das Meer 93% der Wärme für uns absorbiert? Ohne das Wasser betrüge die Durchschnittstemperatur 50 Grad Celsius!
Wir brauchen das Meer. Wir brauchen die Wälder. Weder das Meer, noch die Wälder brauchen uns Menschen. Und wenn wir so weiter machen, wird sich die Natur noch mehr an uns rächen.
Noch ist es nicht zu spät unser (Konsum)Verhalten zu ändern. Und wenn jeder einzelner Mensch nur eine Sache verändert, dann ist schon viel erreicht!
Es bedarf nur ein bisschen Willenskraft, Mut und Wissen.
Jeder kann etwas verändern!
Und das sollten wir! Wir haben dennoch tolle Unterwasserwelten gesehen. Wahnsinnig schöne und ursprüngliche Natur. Wir haben mit Haie getaucht. Bunte Fische und auch intakte Korallen gesehen. Wir waren hautnah mit wilden Affen, auch Orang Utans, zusammen. All das ist wunderschön und eine einzigartige Erfahrung für die wir sehr dankbar sind.
Es ist jedoch zerbrechlich, teilweise zerbrochen. Aber es ist nicht zu spät.
Wir werden nicht auf unser Leben zurückschauen und eingestehen, dass wir nichts getan haben. Wir werden ein Teil der Lösung sein.
Wir werden es zum Guten wenden.Les mer
Welcome back to Thailand.
28. juli 2022, Thailand ⋅ ⛅ 28 °C
Marjolein. Nachdem wir nun vier Nächte in Danok geblieben sind, beschließen wir, dass es heute Zeit ist, weiter nach Krabi zu reisen. Weil es uns Spaß macht, wir schnell in Kontakt mit anderen Menschen kommen und nebenbei auch noch Geld sparen, entscheiden wir uns wieder fürs Hitchhiken 👍
Und so laufen wir am Morgen optimistisch los zur Straße. Leider gibt es auch hier keinen Schatten. Und so stehen wir, trotz der frühen Zeit, wieder im prallen Sonnenschein. Aus Mitleid bekommen wir von einer Restaurantbesitzerin zwei Flaschen Wasser geschenkt. Nach weiteren 15 Minuten hält ein Pick-Up an und wir dürfen hinten auf der Ladefläche Platz nehmen. Die beiden Männer wollen uns bis nach Hat Yai mitnehmen und das heißt, dass wir dann schon 1/5 der Gesamtstrecke geschafft haben.
Die Fahrt geht schnell rum. Durch den Wind merken wir gar nicht, dass die Sonne heiß vom Himmel brennt. Schon bald sind wir am Zielort angekommen: Ein riesiger Rasthof. Die beiden Männer denken mit und schreiben uns unser nächstes Ziel auf Thai auf. 🇹🇭
Wir verabschieden uns von ihnen und genießen die Pause mit leckeren Fritten und Eiskaffee. 🤤
Nach anderthalb Stunden beschließen wir, die restlichen vier Stunden Fahrt die noch vor uns liegen hinter uns zu bringen. Als wir gerade unsere Rucksäcke abstellen und das Schild mit “Krabi” hochhalten, hält auch schon der nächste Pick-Up an. Es ist ein Ehepaar mittleren Alters, die kein Englisch sprechen. Sie wollen uns mit nach Krabi nehmen. Dankbar werfen wir unsere Rucksäcke auf die Ladefläche und hüpfen hinterher. Ab geht die Fahrt!🛻 💨
Nach zwanzig Minuten Fahrt, wird es deutlich kühler und der Himmel wird dunkler. Wir packen unsere Rucksäcke in die Airporter und ziehen unsere Regenjacken an. Es ist momentan schließlich Regenzeit und ein plötzlicher Regenschauer nicht selten. Kurz bevor es anfängt zu regnen holt uns die Frau ins Auto rein - und das keine Sekunde zu spät! 🌧
Aus den ursprünglich vier Stunden Fahrt werden schließlich fünf einhalb, da wir ewig lange im Stau stehen, aber gegen 19 Uhr kommen wir endlich in Krabi an.
Mit einem Tuk Tuk geht es dann zu unserer Unterkunft nach Ao Nang, wo wir die nächste Woche bleiben werden. Hier müssen wir erstmal unsere sämtliche Kleidung inklusive Rucksäcke trocknen, denn die Airporter sind leider nicht “tropen-wasserdicht”.😱Les mer
Über eine neue Grenze
22. august 2022, Thailand ⋅ 🌧 27 °C
Marjolein. Das Wetter in Ao Nang, Krabi ist leider ziemlich schlecht, es hat viel geregnet. Und so nutzen wir die Zeit um unsere Angelegenheiten zu sortieren, zu arbeiten und gut zu essen. Aber schließlich ist es an der Zeit weiter zu reisen, denn wir haben beschlossen, jetzt doch nochmal in den Norden nach Chiang Mai zu reisen.
Und so stehen wir wieder mit dem Schild an der Straße und warten auf ein Auto🙂
Während wir warten, kommt ein Mann auf uns zu und erklärt uns, dass wir nicht mitgenommen werden. Nur bestimmte Thais, nämlich die Tuk Tuk- und Taxifahrer dürfen nämlich Touristen mitnehmen, da sie nur bei ihnen bei Unfällen versichert seien. Andere Fahrer haben diese Versicherung nicht. Da der Mann allerdings selber Taxifahrer ist und uns eine Fahrt dorthin verkaufen möchte, sind wir uns einig, dass wir seiner Aussage nicht allzu viel Glauben schenken werden. Also bedanken wir uns und warten weiter.
Auf der anderen Straßenseite hält schließlich ein Autofahrer an. Er spricht uns an und erklärt, dass er selber erst am nächsten Tag nach Surat Thani fährt. Da er aber mega cool findet, was wir machen, möchte er uns trotzdem helfen. Er möchte uns Surat Thani auf thailändisch auf das Schild schreiben. Leider hat er vergessen, wie man das genau schreibt. Er bittet drei Passanten um Hilfe, die wiederum sagen, dass sie jetzt dorthin fahren. Kurzerhand fragt der Autofahrer die drei Männer, ob sie uns nicht mitnehmen können. Und zack - sitzen wir hinten im Auto auf dem Weg nach Surat Thani👌 Nach zweieinhalb Stunden setzt uns der Fahrer direkt am Bahnhof ab, wo wir fünf Stunden später mit dem Nachtzug weiter nach Bangkok fahren.
Mit viel Verspätung sitzen bzw. liegen wir dann endlich im Nachtzug und los geht die unschöne und wenig erholsame Fahrt nach Bangkok. Nach 12 Stunden Fahrt sind wir endlich da und nach weiteren fünf Stunden Zeit tot schlagen, können wir endlich im Hostel einchecken😴
Ich möchte gar nicht so viel zu Bangkok schreiben, es waren zum Glück nur wenige Nächte in dem Hostel und nur wenige Tage in Bangkok. Nur so viel: Wir haben viel gearbeitet, ich habe meine erste Rechnung geschrieben (whohoo), wir waren beim Zahnarzt und haben wieder vegan essen können💪
Weil wir zu spät mit dem Buchen eines Zugtickets nach Chiang Mai waren, müssen wir auf den Nachtbus zurückgreifen. Und das war das Beste, was uns hätte passieren können! Die Busfahrt war sehr luxuriös und so viel besser als der Zug! Nach circa zehn Stunden sind wir dann endlich in Chiang Mai😍
Die letzten Tage waren anstrengend, weil wir so lange sitzen bzw. liegen mussten und wenig Schlaf bekommen haben. Aber jetzt haben wir genügend Zeit zu entspannen.
Wir arbeiten viel in Chiang Mai, aber essen noch viel mehr. Die Auswahl an veganem Essen ist riesig und wir schlemmen uns hauptsächlich durch ein Restaurant: “Reform Kafé” - ich liebe es hier!🤤 Nach zwölf Tagen verlassen wir Chiang Mai, da unser Visum demnächst abläuft und wir rechtzeitig in Laos ankommen möchten. Und so reisen wir mit dem Anhalter erst bis nach Chiang Rai und von da weiter nach Ban Don Maha. Weil der Grenzpunkt schon zu ist als wir ankommen, verbringen wir eine letzte Nacht in Thailand und reisen am nächsten Morgen weiter über die Grenze der Friendship Bridge No. 4 nach Laos ein.🇱🇦
Bye, bye, Thailand.Les mer
Land Nummer 6
24. august 2022, Laos ⋅ ⛅ 28 °C
Marjolein. Heute ist es soweit! Wir überqueren die Landesgrenze zu Laos: Land Nummer 6 auf unserer Reise🥰
Wir haben uns im Vorfeld bewusst nicht mit Laos beschäftigt und wissen somit ziemlich wenig über das Land, die Menschen und überhaupt was uns erwartet. Wir möchten ohne Erwartungen das Land und deren Einwohner kennenlernen und uns überraschen lassen.
Nachdem die ganzen Formalitäten abgeschlossen sind und wir unser Visum im Pass haben, beschließen wir, nach Houayxay zu hitchhiken. Wir werden dabei von einem anderen deutschen Reisenden, der neben uns der einzige Tourist im Bus über die Grenze war, begleitet. Er heißt Kevin und lebt seit einigen Jahren in Thailand. Um ein weiteres Visum zu bekommen, muss er kurzzeitig in ein anderes Land reisen und hier ein neues Visum beantragen.
Für ihn ist es das erste Mal Hitchhiking und er ist ziemlich aufgeregt.
Bereits das erste Auto nimmt uns mit in die kleine Stadt - das läuft ja wie am Schnürchen!😊
Hier essen wir erst einmal und besorgen uns eine SIM Karte. Was schnell deutlich wird ist, wie schlecht das Internet in Laos ist - oder wir haben den falschen Anbieter. Wir haben nicht einmal deutsches Netz - was ziemlich blöd ist, da wir keine SMS zur Verifizierung erhalten können.
Per Anhalter geht es danach weiter zu einer Kreuzung. Hier wollen wir, ebenfalls per Anhalter, bis nach Luang Namtha reisen. Nach zweieinhalb Stunden in der prallen Sonne und ohne, dass ein Auto angehalten hat, halten schließlich drei junge Männer an. Irgendwie ist das Hitchhiken hier wohl doch schwieriger als gedacht. Ob es wohl daran liegt, das wir zu dritt sind?🤔
Die Männer raten uns davon ab, nach Luang Namtha zu fahren. Dort soll es nicht besonders schön sein, sie wohnen dort. Sie raten uns stattdessen dazu, den Sleep Bus nach Luang Prabang zu nehmen. Sie sind so nett und fahren uns zur Busstation, wo wir Tickets kaufen.
Nachdem wir 30 Minuten auf unseren Sitz- beziehungsweise Schlafplatz warten müssen, geht die Fahrt in dem Bus endlich los.
An sich ist die Fahrt gut. Die Betten sind ausreichend groß und es gibt sowohl Decken als auch Kissen. Was der Bus nicht hat sind Toiletten. Und so sind wir davon abhängig dann auf Klo zu gehen, wenn der Busfahrer anhält. Und das ist leider nicht immer frauenfreundlich. Weil ich mich nicht mitten in der Dunkelheit auf eine Wiese hocken möchte - schließlich weiß ich nicht, was da im Gras herumkriecht - muss ich also warten. Die Straßen sind streckenweise ziemlich löchrig und der Bus schaukelt hin und her. Mit voller Blase ist das echt nicht cool😵 Als ich schon denke, ich platze, hält der Bus endlich an einem Guesthouse.
Danach kann ich beruhigt schlafen😮💨
Nach 14 Stunden Fahrt kommen wir am Morgen gegen 8.30 Uhr in Luang Prabang an. Wir fühlen uns schnell sehr wohl und freuen uns darauf, die Gegend hier zu erkunden🥰Les mer
Boat racing festival in Luang Prabang
26. august 2022, Laos ⋅ 🌧 27 °C
Marjolein. Luang Prabang war bis zur Abschaffung der Monarchie 1975 die Königsstadt von Laos. Heute ist die Stadt als UNESCO Welterbe anerkannt und liegt direkt am Fluss Mekong und seinem Nebenfluss Nam Khan.
Als wir in Luang Prabang ankommen, haben wir großes Glück: Am Freitag findet nämlich nach zwei Jahren auf dem Nebenfluss endlich wieder das „Boat Racing Festival“ statt! Hierzu kommen die Menschen aus allen umliegenden Städten und sogar aus Thailand rüber nach Luang Prabang.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Überall werden Stände aufgebaut, es gibt eine Hüpfburg für Kinder, ein Karussell, Schießbuden, Luftballons und ganz ganz viel Bier. Das laotische Bier „Beer Lao“ ist nämlich über die Grenzen hinaus bekannt und gilt als bestes asiatisches Bier (die Bierbräuerin hat übrigens in Deutschland gelernt)🍺
Die Straßen sind voll mit Menschen, alle genießen das Fest und feiern. Da stört der Regen auch kein bisschen!
Es gehen etliche Boote an den Start, wie viele es genau sind kann uns aber keiner sagen. In einem Boot sitzen bis zu 40 Männer, die allesamt synchron rudern und dabei ihren Schlachtruf rufen. Wer schlussendlich gewonnen hat, wissen wir nicht, aber es sah ziemlich spannend aus!🚣
Unser Highlight war aber ein kleiner Mönchs-Junge, der einen Luftballon geschenkt bekommen hat und über beide Ohren gestrahlt hat! Selten haben wir eine solche pure Freude gesehen. Das war so schön!☺️
Am nächsten Tag sind die Straßen übrigens wieder blitzeblank sauber - überhaupt ist es in Laos (bisher) ziemlich sauber und es liegt wenig Müll herum.
Jeden Abend gibt es in Luang Prabang einen Nightmarket. Hier gibt es neben Essen und Bier auch selbstgemachte Schätze zu kaufen. Die verschiedenen Artikel werden von den Einwohnern aus den umliegenden Dörfern handgefertigt. Es gibt Postkarten, Haarbänder, Kleidung, Seide, Gegenstände aus Bombenresten, Lampen, Schmuck und und und zu kaufen.
Der Markt gefällt uns ziemlich gut. Es wird zwar deutlich, dass sich die Gegenstände, die man kaufen kann, wiederholen, aber es sieht nicht nach Massenanfertigung und Plastikzeugs aus. Das gefällt uns gut. Die Stimmung auf dem Markt ist angenehm, die Menschen sind freundlich, nicht aufdringlich und die bunten Farben sind wahnsinnig schön🥰
Insgesamt hat Luang Prabang seinen eigenen Charme und einen entspannten Vibe. Es geht hier ruhig zur Sache, wir genießen es durch die Straßen zu schlendern und vegetarisch/vegan zu essen. Unser favorisiertes Restaurant haben wir auch schnell gefunden: “Two little birds”🐦Les mer
Die Legende vom Kuang Si Waterfall
28. august 2022, Laos ⋅ ⛅ 31 °C
Marjolein. Nachdem wir uns zwei Schokocroissants zur Stärkung gekauft haben fahren wir das erste Mal seit Kambodscha wieder mit dem Roller! Wir wollen nämlich heute den Kuang Si Wasserfall besuchen, der uns von allen Menschen angeraten wurde. Wir sind bei so etwas mittlerweile ziemlich skeptisch, weil wir gemerkt haben, dass wir viele der ‚typischen‘ Touristen Attraktionen nicht mögen. Aber da es in der Natur ist, wollen wir ihn eben doch sehen.
Wie bei vielen heiligen und besonderen Orten steckt auch hier eine Geschichte hinter:
Der Legende nach, wurde das Wasser von einem alten Mann gerufen, der ein Loch in die Erde grub. Das Wasser, das aus dem Loch entsprang, war so schön, dass ein goldener Hirsch darauf aufmerksam wurde und sich sein Zuhause unter einem hervorstehenden Felsen baute. Dieser Felsen wurde 2001 bei einem Erdbeben leider zerstört und es gibt ihn nicht mehr.
„Kuang“ heißt Hirsch und „Si“ heißt graben - daher also der Name.
Der goldene Hirsch ist ein beliebtes Symbol ist südostasiatischen spirituellen Legenden. So war zum Beispiel eine frühere Inkarnation von Buddha ein goldener Hirsch, der sich tief im Wald versteckt hat🦌
Nach circa einer Stunde des gemütlichen Fahrens kommen wir schließlich am Parkplatz an, kaufen die Tickets und fahren mit einem E-Cart hoch zum Eingang.
Und dann erreichen wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Dschungel das erste Becken. Das Wasser schimmert blau-grün im Sonnenlicht und fließt mehrere Terrassen hinunter.
Je weiter wir hoch laufen, desto lauter wird das Geräusch von plätscherndem Wasser. Es tauchen immer mehr Becken und Terrassen auf, an denen das türkisfarbene Wasser hinunter fließt. Und schließlich stehen wir vor dem 60 Meter hohem Wasserfall!
Es ist schwer diese Schönheit mit Worten zu beschreiben, aber dafür haben wir ja einige Fotos gemacht.
Der Kuang Si Wasserfall ist definitiv der schönste, den wir bisher gesehen haben!😍
Nach einigen Stunden, die wir am Wasserfall verbracht haben, geht es zurück in die Stadt auf den höchsten "Berg" - Mount Phousi, um von dort einen wunderschönen Sonnenuntergang zu beobachten🥰Les mer
Local Schwimmbad
29. august 2022, Laos ⋅ ⛅ 33 °C
Marjolein. Neben dem „Kuang Si Waterfall“ gibt es hier noch einen weiteren Wasserfall, den „Tad Sae Waterfall“.
Er wird von den wenigsten Touristen besucht, für die Einheimischen hingegen ist dieser Wasserfall ein richtiger Sonntagsausflug. So wie ich früher mit meiner Familie in den Freizeitpark „De Efteling“ gefahren bin, so fahren die Einheimischen an den Wasserfall: etliche Taschen bepackt mit Essen und Getränken - hauptsächlich Bier -, Picknickdecken und die gesamte Familie ist mit dabei🧺
Nach einer Fahrt mit dem Roller sind wir auch schon an dem Parkplatz angekommen. Von hier geht es mit einem kleinen Boot ein kleines Stück den Fluss hinunter, rüber ans andere Ufer.
Nach dem Kauf der Tickets laufen wir los, wieder durch den Wald. Wir hören das Wasser rauschen und gelangen schnell an die ersten kleinen Holzhäuschen, in denen man gemütlich sitzen und essen kann. Weiter geht es über wackelige, nicht sehr vertrauenswürdig aussehende Holzbrücken, bis wir schließlich am Hauptbadeplatz ankommen. Auch dieser Wasserfall fließt mehrere Terrassen hinunter und verteilt sich so auf mehreren Ebenen. Zwischen den verschiedenen Etagen befinden sich immer wieder größere und kleinere Becken, in denen man schwimmen kann.
Das Wasser hier sieht ziemlich einladend aus und das Wetter heute ist extrem warm. Also beschließen wir es den Einheimischen gleich zu tun und auch zu schwimmen.
Die meisten Frauen baden übrigens in ihrer normalen Kleidung und bedecken so den kompletten Oberkörper und zum großen Teil die Beine.
Also schnell noch das riesige Wetshirt von Rainer drüber geworfen und los gehts!
Das Wasser ist eisig kalt und ich habe Hemmungen ins Wasser zu gehen🥶 Die laotische Frau neben mir nickt und lächelt mir aufmunternd zu und schwupps - bin ich im Wasser! Es ist sche*ße kalt im Wasser aber ich schwimme tatsächlich in einem Wasserfall - wie cool ist das denn?!😎
Später bin ich nochmal ganz mutig und mache es den Einheimischen nach und klettere auf den Terrassen herum. Na ja fast zumindest, denn im Gegensatz zu ihnen krabble ich auf all meinen Vieren😂
Am späten Abend genießen wir in Luang Prabang den Sonnenuntergang.🌅Les mer
Tak Bat - Almosengang der Mönche
30. august 2022, Laos ⋅ ⛅ 23 °C
Marjolein. Heute klingelt der Wecker ausnahmsweise echt richtig früh!
In Luang Prabang findet noch eine alte buddhistische Tradition statt und die ist nun mal morgens, beim Sonnenaufgang.
Beim „Tak Bat“, dem Almosengang der Mönche, kommen die Mönche aus ihren Klöstern und sammeln entlang der Straßen die Almosen der Einheimischen ein.
Wir haben uns vorher viel darüber informiert, worauf wir achten sollten, um diese Prozession nicht zu stören, schließlich hat es für die Menschen eine wichtige Bedeutung.
Es war deshalb sofort klar, dass wir keine Almosen geben werden, da es für uns eben keine religiöse Bedeutung hat und es - in unseren Augen - respektlos wäre. Umso erschrockener waren wir, dass es als Touristenattraktion verkauft wird: An den Straßen standen Einheimische, die ihre Almosen an Touristen verkauft haben, damit diese sie an die Mönche weitergeben können.
Es ist uns nicht ganz deutlich, warum alles Mögliche immer an Touristen verkauft wird. Es ist als Tourist ja auch einfach schön, stiller Beobachter zu sein, anstatt mitten drin zu sein.
Aber vielleicht sehen auch nur wir das so🤷♀️
Der Almosengang selbst hatte trotzdem etwas Mystisches und in den sonst so turbulenten Straßen war es passend dazu auch ganz still.
Nachdem die Prozession vorbei war, haben wir uns auf dem Weg zum „Fresh market“ gemacht.
Und dann haben wir mitten auf der Straße einen schwarzen Skorpion entdeckt!🦂 Rainer war so mutig und hat ihn mithilfe eines langen Bambusstabes weg von der Straße geholt und so gerettet. Zum Glück war es kein Parabuthus transvaalicus, sondern nur der Schwarze Laos-Skorpion, der für uns Menschen nicht giftig ist. Aufregend war es trotzdem.
Später am Tag fahren wir mit dem neuen und modernen Zug, gebaut mit Hilfe der Chinesen, nach Vang Vieng. Der Zug ermöglicht es den Menschen, wenn sie denn so viel Geld für ein Ticket haben, Strecken, die mit dem Auto mehr als 8 Stunden dauern, innerhalb von 2 Stunden zu fahren.Les mer
Schönster Viewpoint
5. september 2022, Laos ⋅ ☁️ 29 °C
Marjolein. Vang Vieng, eine kleine, aber ziemlich touristische Stadt. Ganz hoch oben im Kurs der Touristenaktivitäten stehen hier das Fliegen mit dem Paramotor und Heißluftballonfahrten🎈
Es sieht aber auch echt toll aus, wie die riesigen Luftballons vor den Bergen schweben! Ähnlich schön muss es dann ja auch von oben sein.
Trotz, dass Vang Vieng wahnsinnig touristisch ist, fühlen wir uns hier ziemlich wohl, weshalb wir auch recht lange hier bleiben.
Nachdem wir einige Tag nur gearbeitet haben, beschließen wir, mit dem Roller zu dem Aussichtspunkt „Nam Xay“ zu fahren.
Angekommen am Parkplatz müssen wir nur noch durch den Dschungel zum Aussichtspunkt. Der Weg zur Spitze des Berges ist ziemlich anstrengend. Es geht quer durch den Dschungel - aber eben den ganzen Weg nach oben. Wir müssen klettern und dabei gut aufpassen, da der Weg rutschig und matschig ist. Es ist verdammt heiß und wir schwitzen trotz des dichten Geästs🥵
Und dann sind wir endlich oben. Wir werden sofort mit einer wunderschönen Aussicht über die Berge und die sattgrünen Reisfelder belohnt! Und schnell wird uns klar: wir befinden uns genau auf der Spitze eines Berges. Höher geht es nicht mehr! Wir haben den Viewpoint ganz alleine für uns und genießen die Ruhe und den angenehmen Wind🥰
Irgendwann, während wir so da sitzen und einfach nur genießen, kommt ein Schmetterling und setzt sich abwechselnd auf unsere Hände und bleibt richtig lange bei uns.
Das bringt uns zum Nachdenken über Laos. Wir sind ziemlich positiv überrascht von der Schönheit Laos. Wir hatten das Land überhaupt nicht auf dem Schirm und wussten nichts über das Land. Vor allen Dingen nicht, dass es so wunderschöne und unberührte Natur hat. Laos gefällt uns sehr gut und wir freuen uns auf das, was noch kommt! Mitten in der Natur fühlen wir uns doch einfach am wohlsten☺️
Nach dem Abstieg, bei dem wir uns noch mehr festhalten müssen um nicht in dem brauen Matsch auszurutschen, fahren wir zurück und erwischen gerade noch die Sonne, wie sie golden über die Feldern und Wiesen strahlt.
Abends treffen wir uns mit meiner Cousine Jasmijn, die für drei Monate durch Südostasien reist und zufällig auch einen Abstecher in Laos macht. Es ist ziemlich schön bekannte Gesichter aus der Ferne zu sehen und wir haben einen tollen gemeinsamen Abend🥳Les mer
Schlaglöcher und Reisfelder
9. september 2022, Laos ⋅ 🌧 28 °C
Marjolein. Hier in Vang Vieng gibt es 6 tolle blaue Lagunen, die wir gerne sehen wollen. Von den Lagunen selber gibt es keine Fotos, aber das eigentlich Spannende war sowieso auch der Weg dahin! Es hatte die letzten Tage ziemlich viel geregnet und die Straßen hier sind sowieso oftmals keine asphaltierten Wege, sondern eher Schotterwege. Na ja, und die sind jetzt eben überschwemmt. Was uns aber natürlich nicht hindert! Und so fahren wir mit dem Roller durch riesige und verdammt tiefe Pfützen - was für ein Abenteuer!😱
Wir sind übrigens nicht umgekippt.
Außerdem waren wir noch in zwei Höhlen. Die Höhle „Tham None“ ist bekannt dafür, dass man auf einem Reifen sitzend durch die Höhle schwimmt und am Ende eben ohne Reifen herausklettert. Wir sind am Ausgang gestartet und wollten mal schauen, wie weit wir kommen, bis wir das Wasser erreichen. In der Höhle ist es stockdunkel (zum Glück haben Handys integrierte Taschenlampen) und ich hatte die ganze Zeit Angst, mir könnte eine riesige Spinne entgegen kommen, war nicht der Fall - die haben wir nämlich erst draußen gesehen.
Wir haben ziemlich bald das Wasser erreicht und haben kehrt gemacht um uns die zweite Höhle, die „Tham NangFa“, oder auch „Angel Cave“, anzuschauen. Die hat mir direkt viel besser gefallen: Die Stalaktiten wurden mit bunten Lichtern angestrahlt und kamen so richtig toll zur Geltung. Die Felsen sind unterschiedlich geformt - es gibt Buddha, eine Schildkröte, einen Elefanten und andere Figuren. Was erkennt ihr auf den Fotos?🙂
Nach dem Ausflug kaufen wir am Bahnhof noch unsere Zugtickets für Laos’ Hauptstadt Vientiane.Les mer
Kurzer Stopover und eine Entscheidung
15. september 2022, Laos ⋅ ⛅ 30 °C
Marjolein. Von Vang Vieng geht es schließlich mit dem Zug weiter in die Hauptstadt Vientiane.
Vientiane gilt als die langweiligste Hauptstadt Asiens. Nun, was sollen wir sagen? Uns hat sie gefallen. Hier ist es lange nicht so hektisch wie in Bangkok oder KL und trotzdem findet man alles, was man braucht.
Mehr können wir zu der Stadt nicht sagen, da wir ehrlicherweise nur in der näheren Umgebung unseres Hotels waren. Wir haben die Zeit in Vientiane genutzt um Sport zu machen, endlich wieder vegan zu essen, zu arbeiten, einige Besorgungen zu machen und haben schließlich eine Entscheidung gefällt:
Wir werden dieses Jahr den Kontinenten Asien verlassen und einen neuen bereisen. Wohin es im Dezember schließlich geht, erfahrt ihr dann ☺️
Weiter geht es schließlich von hier mit dem Sleeper Bus nach Phonsavan, einer Stadt eher außerhalb der typischen Touristenbesuche. Aber eben bekannt für die „Plain of Jars“, Steinkrüge, von denen man nicht genau weiß, was sie bedeuten und daher eher geheimnisvoll und mystisch sind. Dazu aber mehr in den nächsten Posts…🤫Les mer
Plain of Jars
17. september 2022, Laos ⋅ ☁️ 23 °C
Marjolein. Die „Plain of jars“ - eine archäologische Landschaft voll mit Megalithen mitten in den grünen Bergen Laos’. Erbaut rund 1240 bis 660 v. Chr. !
Bisher sind über 90 Ansammlungen der Steinkrüge entdeckt worden, hierbei reichen die Ansammlungen von einem bis zu 400 Steinkrügen. Nicht nur, dass sich die Steinkrüge in ihrer Höhe unterscheiden, sondern auch in ihrem Material. Die fünf Steinarten, die bisher identifiziert wurden sind Sandstein, Granit, Kalkstein, Konglomerat und Brekzie🪨
Wir entscheiden uns für eine Tour der „Plain of jars 1“ bis „Plain of jars 3“.
Wir starten bei dem ersten Platz. Die Steinkrüge wurden aus dem Berg, der kilometerweit entfernt ist, gebaut. Das bedeutet, dass die Menschen damals die Felsbrocken super weit schleppen mussten - vermutlich wurden dafür Elefanten zur Hilfe genommen.
Bis heute weiß man nicht zu Hundert Prozent, welche Bedeutung oder welchen Nutzen die Steingebilde hatten. Eine Vermutung ist, dass die Asche Verstorbener dort aufbewahrt wurde, nachdem sie in einer Höhle verbrannt wurden. Rückstände menschlicher Asche wurde nämlich in einigen Krügen gefunden und die Höhle weist Rußflecken auf.
Eine weitere Annahme ist, dass in den Krügen mit Deckeln, Lebensmittel aufbewahrt wurden um sie länger haltbar zu machen.
Die Legende allerdings besagt, dass nach dem Sieg des damaligen Königs ein tagelanges Fest gefeiert wurde und in den Gefäßen Whiskey hergestellt wurde, dass bei dem Fest getrunken wurde🥃
Unser Guide erzählt uns noch eine weitere, wahre aber ziemlich furchtbare Geschichte, deren Folgen wir hier überall sehen. Über ganz Laos wurden mehr Bomben abgeworfen als während des gesamtes zweiten Weltkrieges. Die USA haben zwischen 1964 - 1973 insgesamt mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben, darunter 270 Millionen Streubomben, über Laos abgeworfen. Alle acht Minuten eine Flugzeugladung. Neun Jahre lang.
Die Spuren sind bis heute sichtbar: Einige der Steingefäße wurden unwiderruflich zerstört und auch auf dem Platz befindet sich immer noch riesige Einschlaglöcher der Bomben. Geschätzte 80 Millionen scharfe Bomben befinden sich noch unter der Erde und es es finden täglich Ausgrabungen statt, um die Bomben, Granaten und Minen aus der Erde zu holen - auch wir haben diese Einsätze mitbekommen.
„Blindgänger sind gefährlich, sei vorsichtig, fass sie nicht an, beweg sie nicht - denn wenn sie explodieren, gibt es Tote und Verletzte“ - ein Kinderlied aus Laos um sie davon abzuhalten mit den Bomben zu spielen. Denn gerade Kinder, aber auch alle anderen Menschen, werden heute immer noch durch die Bomben verstümmelt, verletzt oder sterben.
Hoch in den Bergen sieht man immer wieder riesige, rot-braune Flächen, Überbleibsel des chemischen Herbizids „Agent Orange“.
Das U.S.-Militär hat insgesamt 81 Millionen Liter chemische Kampfstoffe abgeworfen, wovon 60% „Agent Orange“ beinhalteten. Das Ziel war es, feindliche Truppen aufzudecken, sämtliche Vegetation zu zerstören und somit die Nahrungsmittelversorgung zu stören.
Der direkte Kontakt mit dem Herbizid ist für Menschen schädlich und verursacht Nerven-, und Leberschäden und Krebs. Ausschlaggebend hierfür ist eine Chemikalie namens Dioxin, die eine Halbwertszeit von mehreren Jahrzehnten hat und somit lange im Boden und Grundwasser vorhanden ist.
Noch heute haben Einheimische, die abhängig von dem kontaminierten Boden und Wasser sind, gesundheitliche Schäden. Da das Herbizid auch für Ungeborene extrem schädlich ist, werden immer noch Kinder mit Deformationen und mit körperlichen (Nerven-) Schäden geboren.
Chemische Kriegführung ist nach dem Genfer Protokoll von 1925 verboten und die USA bis heute nicht für den Gebrauch zur Verantwortung gezogen!
Aber warum wurde Laos denn überhaupt so stark bombardiert?
Hier gibt es zwei wichtige Gründe.
Es gab einen innerlaotische Konflikt, in den sich die USA bzw. die CIA (erfolgreich vor der eigenen Bevölkerung verheimlicht) eingemischt hat. Ein Ziel der CIA war dabei, den Ho-Chi-Minh-Pfad zu zerstören - was nicht geklappt hat. Weil diese „Operation“ eben so geheim war, wird dies auch als „The secret war“ bezeichnet.
Der andere Grund ist noch bescheuerter:
Während des Vietnam-USA Krieges hatten die USA ihr Lager in Thailand. Dort haben sie Flugzeuge mit etlichen Bomben vollbepackt um sie über Vietnam abzuwerfen. Die Flugzeuge waren aber zu schwer um über die Berge zu fliegen, aber mit den Bomben zu landen wäre eine Gefahr für die Piloten. Also haben sie die Bomben kurzerhand über Laos abgeworfen.
Es ist ein mulmiges Gefühl zwischen den enormen Einschlagslöchern, den Schützengraben und den Tonkrügen hindurch zu laufen. Auf der einen Seite sehen wir etwas, von Menschenhand für die Ewigkeit Erschaffenes und auf der anderen Seite etwas von Menschenhand für die Ewigkeit Zerstörtes.
Die ganze Geschichte hat jedoch auch einen Vorteil: Die Natur in Laos ist, wo sie denn wachsen kann, komplett unberührt und wird in Ruhe gelassen, sodass sie sich in ihrer vollen Pracht entfalten kann🏞Les mer































































































































































































































































































































































Reisende
<3 beauty
ReisendeDanke 🧡
Reisendeschick, steht euch gut 👍
ReisendeVielen Dank :)