• Friede Rike
  • Friede Rike

MeTime - gone with the Wind

Otwarta przygoda według Friede Czytaj więcej
  • End of Mountain To Sea Track

    8 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 21 °C

    Knapp 80 km ging es heute weiter am Whanganui River entlang. Seit dem Tongariro begleite ich ihn. 289 km lang ist er.
    Diesmal war es aber meist ein kleines vergessenes Sträßchen, das sich am Flusslauf auf und ab schlängelte.
    Der Fluss ist gesäumt von steil aufragenden, spitzen Bergen die das Hinterland abgrenzen. Die kleine Straße wiederum war gesäumt von Wald und Weideland.
    Heute spürte ich den Flair der Kolonialzeit deutlich. Sah mir die kleine Mühle von 1854 an. Ein britischer Müller hatte sie mit jungen 23 Jahren erbaut, nachdem er nur wenige Monate vorher mit dem Schiff in NZ angekommen war und ein Maori-Mädchen geheiratet hatte. Sein Sohn übernahm die Mühle später, bis die Arbeit 1912 eingestellt wurde. Auch das Schulhaus mit acht Schülern und das Fluss- Dampfschiff konnten mich gut in die damalige Zeit hinein versetzen. Hierher zu kommen bedeutete nicht, sich für 26 Stunden ins Flugzeug zu setzen und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit heile anzukommen!
    Diese Menschen verließen ihre Heimat, um wahrscheinlich nie wieder zurück zu kehren und hatten nur diese eine Option, im neuen Land unter ganz neuen Bedingungen etwas aus ihrem Leben zu machen!
    Auf dem lehmig braunen, breit und gemächlich fließenden Fluss sind sie von dessen Mündung im heutigen Whanganui in die tasmanische See ins Landesinnere vorgedrungen und haben letztlich so das Land für sich erobert.
    Am Freitag, 6. Februar wurde der Nationalfeiertag im ganzen Land begangen. Der Waitangi Day (Te Rā o Waitangi). Er erinnert an die Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi im Jahr 1840, das Gründungsdokument des Landes. Jedoch feiern da wohl nicht alle. Die Maori fühlen sich ungerecht behandelt, da die Übersetzung des Vertrags völlig unterschiedliche Inhalte mit sich brachte. So die Maori, die den Campingplatz betreiben. Bis heute gibt es wohl v.a. in Whanganui Brennpunkte, wenn es um Besitzverhältnisse oder Namen und deren Schreibweise geht. Einfaches Beispiel: alle paar Jahre verändern sie per Gesetz, ob Whanganui oder Wanganui- mit H oder ohne geschrieben wird.
    Und seit einiger Zeit nach Auckland Grüßen die Kiwis wieder, wenn ich vorbei fahre oder sie mit dem Auto an mir!
    Das Tal öffnet sich plötzlich, es geht nochmal steil bergauf, um einen grandiosen Ausblick über das Land mit dem majestätischen Fluss zu genießen. Von dort oben geht es nur noch bergab und dann einen nagelneuen, fein geteerten Fahrradweg nach Whangarei hinein.
    Die Stadt zeugt noch in vielen Gebäuden von der Kolonialzeit. Hat sogar ein Theater und eine Oper.
    Im Abendlicht fahre ich durch die Stadt, das Gepäck ist in der Unterkunft. Ja es ist eine kleine lebhafte Stadt, die viel für ihre Bürger tun möchte. Man erkennt es bspw. am Fahrradweg, den vielen neuen Freizeitangeboten am Fluss. Und dennoch erkenne ich bei der abendlichen Rundfahrt auch Armut und zwielichtige gestalten und bin froh, in einer gemütlichen Unterkunft sein zu dürfen!
    Czytaj więcej

  • Nach Westen zum Mt. Taranaki

    9 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich entscheide ziemlich spontan am Morgen, das Fahrrad heute für ein Auto einzutauschen.
    Nachdem ich im Radladen einige kleine Dinge reparieren lassen und eine neue Fahrradhose bestellt hatte, fuhr ich ein paar Häuser weiter und fragte, ob ich ein Auto mieten könne. Ja, er hat noch ein einziges hier stehen!
    Okay, Fahrrad dort stehen gelassen, ins Auto gesetzt und... Ups! Alles anders herum!
    Ich habe mich rasch ans Links-Fahren gewöhnt, es ging wunderbar! Das ein oder andere Mal wischte ich noch die Scheiben beim Abbiegen, weil ja auch der Blinker rechts ist, ansonsten alles prima!
    Es war wieder ein neues Freiheitsgefühl!
    Ich fuhr den Highway nach Westen und kam an einer Beerenplantage vorbei. Perfekt für ein Frühstück.
    Danach weiter mit Stopps an verschiedenen Stränden. Wunderschöne schwarze Strände!
    Ich fuhr östlich am Mt Taranaki vorbei durch Stratford und war mal wieder etwas enttäuscht von der doch so gut nach ihrem britischen Pendant klingenden Stadt.
    Um 16:45 war ich mit Roger aus Basel verabredet, um eine kleinere Runde am Berg zu machen. Der Berg war aber komplett in Wolken gehüllt!
    Nach 3,5 Stunden Wanderung am Fuß des Taranaki klarte der Gipfel mit Sonnenuntergang auf!
    Wir teilten für die Wanderung am nächsten Tag unsere Autos auf, sodass wir am nächsten Tag ein Auto an der Endstation stehen hatten, um das andere Auto von Startpunkt abzuholen.
    Ich schlief in New Playmouth in einem Air B&B. Am nächsten Morgen ging es nach Bircher Müsli und Café los zum großen Weg.
    Czytaj więcej

  • Mt. Taranaki Crossing

    10 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir fuhren um 7:00 mit einem Auto zum Taranaki Visotor Center und gingen um 8:00 los. Der Weg begann mit unzähligen Treppenstufen, sodass wir bereits morgens total durchgeschwitzt waren, aber auch rasch an Höhe gewannen. Über der Baumgrenze war der Ausblick in die Ebene bis zum Meer wunderbar!
    Was den Mt Taranaki so beeindruckend macht, ist seine absolute Symmetrie. Er ragt mit 2518m aus dem Flachland, dem Egmond Nationalpark, auf und spitzt sich wie ein Zuckerhut nach oben zu. Mit seinem knapp 10 km Radius bildet er einen nahuzu perfekt runden Kreis, sodass er leicht vom SpaceShuttle aus sichtbar ist.
    Er ist ein Stratovulkan und war 1775 das letzte Mal ausgebrochen. Für die Māori ist er heilig.
    Nach einem Picknick machten wir einen größeren Abstecher zum Wasserfall und durchquerten dann die moorige Kaltera, um auf der anderen Seite nocheinmal unzählige Treppenstufen hinauf zu gehen. Der Wanderweg war perfekt präpariert mit Laufstegen. Wenn es nicht so anstrengend gewesen wäre, hatte er beinahe auch per Rollator begangen werden können ;)
    Roger aus der Schweiz war ein guter Wander-Kamerad, wir hatten uns beim Tongario crossing kennen gelernt. Wir waren ähnlich fit.
    Es gab irgendwie immer etwas zu erzählen, sodass der Abstieg nicht so lange erschien.
    Nach langem Abstieg waren wir froh, das andere Auto dort zu haben.
    Nachdem das andere Auto wieder vom der anderen Seite geholt und wir geduscht waren, sahen wir uns New Playmouth an, aßen etwas und testeten das Night Life, bis man uns um 23:00 der Nachtruhe erinnerte.
    Wir waren ja auch total müde, die Cocktails nicht so besonders und ich wollte am nächsten Tag früh raus und zurück auf mein Radl!
    Czytaj więcej

  • Hunterville wieder auf zwei Rädern

    11 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 13 °C

    Morgens um 6:00 stand ich auf und kletterte zum Sonnenaufgang auf den knapp 60 m hohen, freistehenden "Partitur Rock" am Strand von New Playmouth.
    Nach dem kurzen Work Out fuhr ich dann zwei Stunden nochmal fast um den Mt Taranaki herum und zurück nach Whanganui.
    Ich freute mich wieder aufs Fahrrad! Das Autofahren ist schon auch irgendwie zäh.
    Auto abgeben, Radl gesattelt, neue Randklamotten abgeholt und los ging's!
    Der Weg führte über die Victoria Brücke in einen langen Tunnel, an dessen Ende ein Aufzug aus dem Jahre 1916 bereit stand. Dieser schaukelte mich mit samt dem Fahrrad durch den Berg nach oben. Es ruckelte und schuckelte, das Eisen klapperte und quietschte. Ein bisschen war ich froh, als nach langen 3,5 Minuten sich die Türen zum Licht öffneten!
    Und schon war ich oben am Berg über der Stadt Whanganui! Dort war ein älteres Ehepaar an mir und meiner Reise interessiert. Am Ende des netten Gesprächs wollten sie noch ein Foto von mir machen.
    Um noch einen besseren Ausblick zu haben, stieg ich auch noch auf den Turm.
    Die Mündung des Whanganui River ins Meer! Seinen Lauf habe ich viele Kilometer ab dem Tongariro begleitet.
    Dann ging es endlich mittags los über ein wunderschönes kleines Sträßchen. Bergauf, bergab durchs Land über flimmernden Teer.
    Der Ausflug mit Auto war schön, aber jetzt mit dem Fahrrad ging's mir wieder so richtig gut!
    Hunterville ist wieder so ein kleines vergessenes Städtchen, wo man sich wie in einer Filmkulisse vorkommt. Ich kaufte Wasser und fuhr noch bis zur Campsite. Die war herrlich!
    Schon auf dem Weg traf ich eine kleine französische Familie auf dem Fahrrad. Mit ihnen und einem britischen Radler verbrachte ich einen wunderschönen Abend am Flussufer.
    Neun Stunden Tiefschlaf regenerierten wieder alles und ich war fit für den nächsten Tag!
    Czytaj więcej

  • Land der Aussichten

    12 lutego, Nowa Zelandia ⋅ 🌙 20 °C

    Vor allen anderen bin los gefahren. Es standen viele Höhenmeter vor mir und es sollte wieder heiß werden.
    Heute wollte ich mal ordentlich Strecke machen! Wellington scheint greifbar nahe.
    Eigentlich fuhr ich nur
    Aber es gab dennoch so vieles unterwegs zu entdecken. Faszinierend zuzuschauen war, wie vier Hunde eine riesige Schafherde präzise durch verschiedene Gatter einen Berg hinauf jagten und wie sich die Herde wie ein Schwarm als Symbiose bewegte!
    Jeder ordentliche Berg hatte atemberaubende Ausblicke zu bieten.
    Jetzt spüre ich den Hochsommer! Das Wetter ist beständig, es liegt etwas anderes in der Luft.
    Und überhaupt, die Landschaft hat sich total verändert!
    Es gibt immer noch Berge, aber sie sind nicht mehr so spitz, sondern weich. Das Land hat sich in eine Weite geöffnet, die jeden Ausblick genießen lässt.
    Die Kiwis sind immer noch total nett, quatschen mich an und winken aus den Autos und vom Motorrad.
    Auch das Übernachten wird einfacher. Es gibt viel mehr ausgewiesene, tolle Campinggrounds. Einfach freie Flächen in schöner Landschaft mit Unterstellmöglichkeit bei Regen, Toiletten und evtl. Wasser. Dort sind Einheimische in ihren Mobile Homes, Touris und Radler. Es ist meist so groß, dass man sich treffen kann, aber nicht muss.
    Die letzte Etappe heute war von Ashurst Richtung Woodville über eine total neue Straße. Erst letztes Jahr hatten sie sie eröffnet. Es fühlte sich aufregend an, durch diese wahnsinnig großen Erdverschiebungen, über die niegel-nagel neuen Straßen zu fahren. 10 km ging es steil bergauf, genauso weit ging es wieder hinunter!
    So fahre ich heute 120 km und komme nahe Woodville wieder an einem wunderschönen Campground direkt am Fluss an. Im Fluss konnte ich schwimmen und mich erfrischen.
    Ich werde immer wieder gefragt, wie ich das mit dem sitzen und dem Sattel mache.
    Ja bei solchen Abfahrten bspw. gehe ich in den Wiegeschritt und sitze möglichst nicht. Dazu habe ich noch das unsportliche Sattelpolster und die Radlerhose. Mit dieser "Doppelpolsterung" komme ich sehr gut zurecht und bin selbst überrascht,wie gut alles beim Schlafen regenerieren kann ;)
    Czytaj więcej

  • Warum eigentlich?!

    13 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 23 °C

    Morgens am Flussufer nach einer wunderschönen klaren Nacht wachte ich von Regentropfen auf. Eigentlich sehr gemütlich und zum Weiterschlafen einladend!
    Aber ich wollte heute zwei Etappen fahren und wusste nicht, wie das Wetter, der Wind und die Berge würden.
    Deshalb stand ich dann doch auf und packte das nasse Zelt ein. Jeder weiß, welche Folgen das nach sich ziehen wird!
    Vor dem Frühstück wollte ich die ersten 25 km fahren.
    In Eketahuna fand ich einen kleinen Rastplatz unter einem dicken Baum mit undurchlässigem Blätterdach. Zum Glück! Denn es regnete stark!
    Nach dem Regen war auch ich fertig und fuhr weiter. Auf der ganzen Fahrt wurde ich nicht nass.
    Bis abends fuhr ich und kam in Masterton an.
    Nachmittags fuhr ich unter einer mystischen Wolken-Dramaturgie. Der Wind wechselte häufig die Richtung und ich war voll im Geschehen! Mal schob er mich, dass ich gute 40 km/h fuhr, dann kam er wieder von vorne, sodass ich kaum spürte, vorwärts zu kommen. Besser war dann noch von der Seite. Aber das konnte ich mir leider nicht aussuchen!
    Der Tag tat so gut! Es gab irgendwie nichts anderes als Fahren! Das weite, weiche Hügel-Land um mich. Den Wind in den Ohren, die lauten Zirpen am Wegesrand und unter den Reifen das Summen auf dem Teer oder das Knirschen des Schotters. Berg auf; Berg ab.
    Die Gedanken sind überall ein wenig,und ganz ruhig.
    Was würde ich mit Marcel jetzt reden? Keine Ahnung... Wir finden immer etwas zu reden, sinnieren, philosophieren oder diskutieren.
    Ich im Jetzt und Hier alleine. Nicht einsam. Es braucht nicht viel. Ich bin mit mir und der Natur genug. Spüre die Muskeln, den Durst und den Schweiß.
    Was ist daran schön???
    Das intensive und aufmerksame Spüren der Natur, das Riechen, Hören und scheinbare Kennen der Tiere auf den Weiden. Die neugierigen Kühe schauen zu mir auf und verfolgen mich. Die Lämmer kauen vor sich hin und gucken mich keck an! Die Bullen schauen langsam und Regen sich nicht. Die Ziegen interessieren sich nur für sich! Der Sommer flimmert, das Gras wird nocheinmal gemäht. Es duftet. Das Korn ist fast reif zur Ernte.
    All das spüre, sehe, rieche ich nur, wenn ich mich drauf einlasse! Ich kann im Hier und Jetzt sein, weil ich essen und Wasser bei mir habe. Weil ich fast überall schlafen kann, wenn ich müde bin. Verantwortung nur für mich! Wirklich nur für mich?!
    Hier in NZ wird man immer und überall auf die Verantwortung für das Große und Ganze hingewiesen. Alles was wir tun, steht in Verantwortung für das Ganze!
    Solche und ähnliche Gedanken können an einem Fahrrad-Tag wie diesem durch den Kopf gehen.
    Auch über ein Phänomen musste ich länger nachdenken. Ich radel so 30 oder 60 Minuten auf einer kleinen Landstraße und kein Auto fährt an mir vorbei. Plötzlich höre ich eines von hinten ankommen und auch von vorne kommt eines. Warum treffen sich diese zwei Autos genau auf meiner Höhe, sodass ich noch enger an den Straßenrand und der hinter mir abbremsen muss???
    Ich übernachte in Masterton auf einem sehr gut ausgestatteten Campingplatz mit tollen Duschen, schöner Küche und allem, was man so brauchen könnte.
    Jetzt freue ich mich so richtig auf ein paar Tage in Wellington und dann auf die Süd-Insel!
    Czytaj więcej

  • Wellington - Zwischenziel erreicht!

    14 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 17 °C

    Der Tag begann mit Regen. Ich wußte, es würde ein langer und anstrengender Tag werden. Aber jetzt wollte ich es schaffen und nicht nochmal unterwegs übernachten!
    Als ich so durch den trüben, Nebel verhangenen Morgen fuhr und der Regen stärker wurde, fuhr ich durch ein verlassenes Kaff. Es gab dort nichts, außer Bungalows. Aber es gab einen kleinen Bahnhof, wo ein Zug stand. Keine Tafel oder Hinweis, wohin er fuhr. Ich hatte den Bruchteil einer Minute zum Überlegen und schon fuhr ich zum anderen Ende des Zuges, wo ein Schaffner stand. Richtung Wellington? Yes.
    Und schon packte er mit an und lud das Fahrrad ein. Ich stand im Zug und er rollte los!
    Jetzt musste ich nachdenken!
    Eigentlich wollte ich nach Wellington auf zwei Rädern hinein rollen. Andererseits war es zu verlockend, bei dem kalten Regen einfach den Zug rollen zu lassen!
    Die Entscheidung kam nach einer Station: wir fuhren durch einen langen Tunnel. Das mussten die Höhenmeter nach Upper Hutt sein! Wenn ich da oben aussteige, habe ich nur noch 50 km am Fluss entlang in die Stadt!
    Das fand ich eine perfekte Lösung! Und als ich oben nach dem Tunnel ausstieg, gab es zwar Wolken, aber keinen Regen.
    Jetzt hatte ich mal wieder mehr Glück als Verstand!! Unvorbereitet hatte ich mir einen langen anstrengenden Tag erspart und konnte total entspannt in mein Zwischenziel einrollen.
    Es lagen knapp 1700 km vom Cape Reinga im Norden des Landes und so viele Eindrücke hinter mir!
    Ein wenig emotional war dieser Moment dann doch - und sehr erhaben!

    Im Hostel, das einen nicht gekannten, hohen Standard aufwies, wurde Wäsche gewaschen, geduscht, gegessen und: Leute von der Tour getroffen! Die zwei Spanier, der Schweizer, der Kanadier!
    Als alles fertig eingerichtet und ausgeruht war, gingen wir bei Sonnenschein auf den Victoria Lookout hinauf und hatten einen wunderschönen 360°Ausblick über Wellington und die Buchten. Ein Flugzeug landete quasi unter uns, eine Fähre von der Südinsel fuhr gerade ein.
    Wir bummelten an der Promenade entlang, durch die Cuba-Street, wo Samba getanzt wurde, aßen und feierten bei Live-Musik bis weit in den Morgen hinein.
    Auch das kann NZ sein!
    Und ich bin gespannt, die Stadt zu entdecken...
    Czytaj więcej

  • Sturm-Pause in Wellington

    17 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ⛅ 18 °C

    Es gab eine auferlegte Ruhepause von drei vollen Tagen. Es stürmte und regnete ordentlich! Die Fähre nach Picton wurde Sonntag und Montag abgesagt, die gebuchten Passagiere mussten Dienstag rgendwie unter und hinüber gebracht werden.
    So blieb ich bis Mittwoch früh in Wellington.
    Der Wind jagte um die Ecken, der Regen peitschte über die Straßen und ich war so froh über ein richtiges Bett, vier feste Wände um mich herum und eine abwechslungsreiche Stadt. Es wurde ein Kultur-Kontrast-Programm vom Feinsten!
    Ich besuchte die Michelangelo Ausstellung, die glücklicherweise genau jetzt verlängert wurde. Ein ganzer und ein halber Tag waren für das Te Papa Nationalmuseum mit seinen verschiedenen Bereichen, Natur, Kultur, Historie eigentlich nicht ausreichend. Und zwei Regen-Abende verbrachte ich im Kino: Englischlecionen in richtig schönen Kinosälen!
    Dienstag merkte ich dann doch, dass es langsam Zeit zur Weiterfahrt sein sollte. Der Wind hatte sich gelegt, nur vereinzelt Regen und die Möwen riefen wieder. Abends kam die Sonne raus, sodass ich noch eine Fahrrad-Runde um die Shells Bay drehte.
    Das Gepäck wurde sortiert, alle unwichtigen Dinge in Essen für die Süd-Insel eingetauscht. Das Fahrrad stand vorbereitet bereit.
    Jetzt spürte ich: es ist an der Zeit, wieder durchzustarten!
    Morgens um 6:00 aufgestanden, um pünktlich eine Stunde vor Abfahrt einzuchecken, kam die Nachricht, dass alles nochmal um zwei Stunden verschoben würde...
    Czytaj więcej

  • Queen Charlotte Drive

    18 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 21 °C

    Sehr unkonventionell durfte ich nach den unzähligen Camper Vans, Autos und LKWs auf die Fähre fahren und zwischen den LKWs mein Radl parken.
    Wir verließen das regnerische Wellington und fuhren aus der großen, schützenden Bucht hinaus auf die Cook-Street, der Sonne und dem blauen Himmel entgegen. Es gab ordentlich Wellengang. Um die Fähre herum sprangen Delphine. Bis ich jeweils die Kamera bereit hatte, waren sie wieder weg...
    Ich blieb die ganzen 3,5 Stunden an Deck, Es gab viel zu sehen- so ohne Fahrrad konnte ich den kräftigen Wind auch genießen.
    Eine gute Stunde fuhren wir durch den Queen Charlotte Sound auf die Süd-Insel.
    Es gab tatsächlich einen neuen, für mich noch unbekannten Flair hier. Aber ich kann ihn noch nicht benennen.
    Ich wendete mich nach der Fähre nach rechts und fuhr den Queen Charlotte Drive mit drei Bergen, die jeder einzelne wunderschöne Ausblicke auf den Fjord bereit hielten.
    Es war eine schöne Fahrt bis Pelorus Bridge! Dort gibt es einen kleinen Campingplatz am Fluss, den ich für mich auswählte. Endlich wieder in der Natur übernachten!
    Aber es war sehr reglementiert!
    So sollte ich mein Zelt'chen zwischen zwei weißen Mobile-Homes aufstellen, obwohl es so viele schöne andere Plätze hatte! Ich fühlte mich ziemlich klein und eingeengt dazwischen.. Auch irgendwie beobachtet.... und hatte es mir eigentlich nicht so vorgestellt!
    Aber das waren halt die Regeln.
    Also begann ich mein Zelt aufzustellen, als ich merkte, dass ich das Beutelchen mit den Heringen nicht hatte. Es musste bei der Eile im Regen in Masterton liegen geblieben sein.
    Was jetzt???
    Ich begann, Stöckchen anzuspitzen, um sie als Heringe zu verwenden.
    Dann ging die Tür des einen Campers auf. Ob ich Hilfe bräuchte.
    Nee, geht schon, danke!
    Er könne mal nachsehen, ob er noch geringe hat.
    Ja gut, gerne! Wäre ja schon irgendwie besser ...
    Während er in seiner Werkzeugkiste kruschtelte, fragte mich seine Frau, ob sie mir etwas kochen könne!
    Er kam triumphierend mit vier Heringen um seinen Wagen herum - der Zeltaufbau war gerettet!
    Wir quatschten noch eine Weile, bis ich dann alles gerichtet hatte und dann doch gerne selbst im Abendlicht meine Nudeln mit Tomatensoße kochte.
    Czytaj więcej

  • Highway to Beach

    19 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach meinem Bad im Fluss erwarteten mich meine Nachbarn bereits, um zu erfragen wie ich geschlafen habe und wie das Schwimmen war.
    Alles bestens! Nach neun Stunden Schlaf konnte kein Fluss zu kalt sein.
    John war bereits in Montur und voller Tatendrang, den Trail zu fahren, den ich besser mit Gepäck und Gravelbike meiden sollte. Seine Frau stand mit Lockenwicklern und Pyjama in der Tür ihres Mobile-Homes und freute sich, ihren Mann am Abend in Nelson einzusammeln. Johns und meine Gedanken beim Start der Tour waren fast die gleichen: er fragte sich, ob der Akku vollständig geladen sei und wie lange er halten würde und wo er ihn wieder laden könnte. Ich denke das gleiche, nur bezüglich meines Wassers!
    Er fuhr bereits los, während ich mein Zelt zusammen packte. Die Heringe wollten sie nicht mehr zurück haben. Vielleicht treffen wir uns auf der Tour nochmal.
    Eigentlich hätte mein Tag heute ordentlich Kilometer bringen können. Bin fast ausschließlich den Highway 6 gefahren. Aber die Strecke ab Nelson hat eine fahret, die nach 15:00 nicht mehr fährt.
    So habe ich eine lange Pause gemacht, ein riesiges Eis gegessen, Nelson angesehen und einen Strand-Nachmittag eingelegt. Auch nicht schlecht!
    Nelson ist auf der Südinsel wohl die älteste Stadt, gegründet 1840. Das Klima ist wohl eher mediterran und so gibt es bekannte Weinsorten von hier und die Stadt bietet wohl einen guten Lebensstandard, sodass es beliebt ist, hier zu wohnen. Das kann ich mir gut vorstellen, wenn ich hier entlang fahre. Weit bis ins Hinterland ziehen sich über die Hügel stattliche Villen mit Blick aufs Meer. In der Stadt gibt es wirklich alles und unzählige Restaurants und Kneipen, Theater. Künstlerviertel, Handwerker, Gemüse-und Obstmarkt. Es liegt wunderbar zentral zu den angrenzenden Nationalparks und wohl wunderschönen Stränden.
    Mich zieht es bald weiter, da ich die letzten Tage genug Stadt-Leben und Menschen hatte. Ich ziehe mein Zelt den Hotels und Hostels vor, obwohl allesamt sehr gut bewertet werden und die Gäste gerne dort sind.
    So finde ich einen Schlafplatz in Nähe am Strand und genau unter der Einflugschneise des Flugplatzes, der zwei km entfernt ist. So nah über mir habe ich auch noch selten die Flugzeuge gesehen :)
    Da es so schön windstill und in der Abendsonne ist, beschließe ich, am Strand zum Sonnenuntergang zu essen.
    Czytaj więcej

  • Dem Wind entgegen

    20 lutego, Nowa Zelandia ⋅ 🌬 19 °C

    Die heutige Tour hatte landschaftlich ein ordentliches Kontrastprogramm zu bieten. Auf aalglatten, perfekten Radwegen ging es raus aus den Badeorten Nelson und Richmond. Die ganze Bucht war wasserlos: Ebbe. Noch waren unendlich viele E-Bike-Rentner unterwegs, die ohne zu grüßen eilig ihr Ziel zu erreichen suchten. Die Landschaft erinnerte mich an das norddeutsche Marschland. Hölzerne Stege führten den Weg über den nassen Untergrund. Dann kam ich ans Meer. Durch Kiefernwald führte ein schmaler Pfad teils durch riefen Sand direkt am Meer entlang. Das Gefühl von Ostseeküste! Ich hatte eine Challenge mit einem E-Bike-Rentner, die er an der Mapua-Ferry-Landing knapp gewann, da ich Sorge um mein Rad auf dem Untergrund hatte.
    Die Fähre brachte uns über den Fluss in den Ferienort Mapua, den ich durch Fish and Chips, Souvenir-Shops rasch verließ. Es waren nur noch wenig Radler unterwegs. Es wurde einsamer. Als ich einen Zubringer u.ter dem Highway nahm, ordentlich auf meiner linken Seite um die Kurve fuhr, kam von oben um die Ecke mal wieder ein E-Bike-Rentner. Er war wohl ebenso überrascht wie ich, aber er war viel schneller, bremste... und fiel vor mir in drei Etappen wie in Zeitlupe um. Sein Fahrrad war zu schwer und er kippte ganz langsam zur Seite ins Gebüsch! Jetzt, wo nichts passiert ist, war es total lustig! Er war einfach vor Überraschung, dass ich kam, umgefallen! Ich half ihm hoch, sprühte seinen Kratzer am Bein mit Desinfektion ein und er versicherte, dass alles okay sei und wir fuhren weiter.
    Ich kam durch liebliches, weiches Hügelland. Plantagen von Olivenbäumen und Weinanbau, Pferdehaltung auf großen Ranchen. Gefühlt brachte jeder Berg eine andere Landschaft.
    Es änderte sich dann in freie Weidelandschaft, dahinter die hohen Berge. Kühe, Schafe und kein Ende!
    Der Wind wurde immer heftiger. Bergab war ich gefühlt genauso langsam wie bergauf! Wenn die Böen von seitlich kamen, war es so schwer, das Rad in der Spur zu halten. Die Landschaft wurde immer einsamer. Nur Wald und in der Ferne die Berge! Irgendwann, an einer Kreuzung, stand plötzlich ein altes Schulhaus. Hier kamen damals alle Kinder der umliegend verteilten Höfe zusammen.
    Durch Hopfen- und Apfelplantagen ging es die letzten 10 km entgegen dem Wind bis nach Tapawera auf einen sehr unkonventionellen Campingplatz. Hier dürfen Hühner, Schafe herumspazieren und in jedes Zelt einmal Hallo sagen! Der Abend ist international lustig und informativ in der geselligen Wohnküche!
    Czytaj więcej

  • Tapawera To Murchison

    21 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 15 °C

    Nach einem unglaublichen Sternenhimmel, der die Nacht empfindlich kalt werden ließ, war es ein wunderbar klarer Morgen.
    Ich fuhr 30 km eine kleine Landstraße entlang und hatte hohe, noch mit Schnee bedeckte Berge in der Ferne vor mir.

    Für Mit-Lesende wird es ermüdend sein. Hier im Süden gibt es weniger Begegnungen mit Einheimischen, die Distanzen sind größer, mehr Natur und auch weniger andere Touristen. Sie tummeln sich an den Hotspots.

    Die Erinnerungen sind aber vor allem für mich, da die Tage beginnen, ineinander zu verschwimmen, obwohl sich jeder Tag total vom anderen unterscheidet. Man glaubt es kaum, auch wenn der Tag nur aus Fahren besteht, gleicht keiner dem anderen!
    Natürlich kehrt eine gewisse Routine ein. Ich spüre eine Entwicklung, die mir bei 50 km schnell noch am Abend keinen Schrecken mehr einflößt und jeden Berg mit 500hm irgendwann zu Ende sein lässt. Der starke Wind wird mehr zur Herausforderung als zum übermächtigen Gegner.
    Natürlich kann man nie genug fit sein!
    Aber die Entwicklung zu spüren ist schön!
    Jeder Berg wird zur Meditation und die langen geraden Strecken oder die downhills sind der Genuss der Landschaft.

    Trotzdem verlangen die verrückten, wie auch schönen Touren der Kennett-Brüder eine ständige Konzentration ob des richtigen Weges, der tiefen Schlaglöcher, des rutschigen Untergrundes oder der rasenden Autos.
    So vergeht ein Tag so schnell!
    Die Übernachtungsplätze sind immer besser organisiert, sehr oft gibt es Wasser und alles, was man braucht. Und wenn man möchte, gibt es spätestens bei den Schlafplätzen Gesprächspartner.
    So habe ich gestern Phil kennengelernt. Wir sind heute den ganzen Tag gemeinsam gefahren und abends in Murchison in den eiskalten Fluss gesprungen.
    Phil ist auf besonderer Mission unterwegs. Er fährt jeden Kilometer für ein Fundraising, das seiner Freundin bei einer alternativen Heilungsmethode helfen soll, ihren Hirntumor zu bekämpfen.
    Czytaj więcej

  • 115 Km To Reefton - off road

    22 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 11 °C

    In strömendem Regen wurde das Zelt heute früh eingepackt. Auf den ersten Kilometern klarte der Himmel auf und es blieb den ganzen Tag richtig schön.
    Phil und ich fuhren den ganzen Tag durch. Von 9:00 bis abends um 19:00.
    Heute war es herausfordernd. Es waren so viele gravelroad Wege, über 55 km, dass es sehr ermüdend war. An der Springs Junction, wo der Lewis Pass nach Christchurch abgeht, machten wir um 16:00 nach 77 km Mittagspause und entschieden, die eine Sektion von knapp 50 km noch zu schaffen. War ja nur noch ein großer Berg! Und wir hatten Glück, es ging zum Schluss fast 30 km hinunter!
    Wir fuhren erleichtert in Reefton ein und bis wir die Zelte aufgebaut und geduscht hatten, waren alle Restaurants geschlossen. Ein Super-netter schottischer Wirt ließ uns noch ein und wir bekamen noch etwas Kleines. Von ihm bekamen wir auch gute Tipps für die morgige Tour.
    Phil hat hier schon einige Jahre gelebt und betonte immer wieder, da wo wir fahren, was wir den ganzen Tag sehen und erleben: das ist Neuseeland!
    Das habe ich sehr gerne gehört. Denn mit dem Fahrrad hat man ja manchmal das Gefühl, nur einen kleinen Teil des Landes sehen zu können. Klar gibt es die Hotspots, die wir auslassen (müssen), aber alles andere ist ja NZ.
    @Ulli, falls Du es liest: auch diese Pancakes habe ich ausgelassen. Zum Glück ward Ihr dort und habt sie gesehen :)
    Die Nacht wurde empfindlich kalt. Auch der Wind ist kalt. Winzig kleine Schritte, aber es geht wohl auf dem Südpol zu... ;)
    Czytaj więcej

  • Greymouth

    23 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute war der absolut perfekte Tag zum Radeln!
    Bei blauem Himmel ging es los, nachdem die Kette gereinigt und geölt, das Zelt vom tau getrocknet und das letzte Wrap gegessen war.
    Knapp 30 km Highway, Mittagspause mit Coke und Brownie und dann eine wunderschöne Nebenstraße durch das sich öffnende Tal!
    Zu beiden Seiten gab ab es Berge: rechts die Bergkette, die die Küste räumt, links die Berge, die das Landesinnere begrenzen. Der Fluss wurde mit jedem Kilometer voller, das Flussbett war von Winter noch breit und trocken. Die Kiesel leuchteten weiß im Sonnenschein.
    Wenig Höhenmeter ließen uns dahin rauschen. An Kühen vorbei, an Schafen. Hier wurde Mitte des 19. Jhd. nach Gold gegraben. Pause in Blackball. Dort gab es wohl den ersten Arbeiteraufstand des Landes, der die Arbeitsverhältnisse im ganzen Land, geprägt durch Marx, Engels und Lenin, veränderte. Ein Freilichtmuseum hat die Geschichte beeindruckend aufbereitet.
    Die letzten 25 km ging es am nun großen Fluss, Grey River, über die Brücke nach Graymouth hinein.
    Dort verabschiedeten wir uns und jeder ging in seine Unterkunft.
    Vorher fuhr ich noch durch die Stadt, am Fluss weiter bis zu seiner Mündung ins Meer. Wo über der Stadt noch blauer Himmel war, waren hier Gischt, Wolken und eine raue See. Steinstrend. Wellen brandeten an die Hafenmauern.
    Und ich sah zum ersten Mal Pinguine!
    Sie ruhten genüsslich auf den großen Steinen vor der Mündung. Ließen sich von mir nicht stören. Wollte nicht zu dicht an sie heran gehen, um nicht zu stören. Es war eine friedliche Stimmung bei der rauhen See auf der anderen Seite der Mauer.
    Ich fuhr zu meiner Unterkunft, wurde herzlich empfangen. Trocknete und wusch alles notwendige und traf mich anschließend mit Phil zum Abendessen: lecker Burger!
    Czytaj więcej

  • Hokitika- 116 km Funpark pur!

    24 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 20 °C

    Von Graymouth nach Hojitika sind es an der Küste entlang nur knapp 40 km. Da überkam mich heute Morgen doch echt fast der innere Schweinehund, die paar km auf dem Highway weg zu fahren. Es war kalt und regnete.
    Aber wegen des Windes habe ich mich dann doch an den TA gehalten und bin nach Plan gefahren.
    Zum Glück!
    Phil war wieder mit von der Partie. Es ist nett, mit ihm zu fahren. Jeder für sich, aber bei kurzen Pausen oder schönen Aussichten treffen wir wieder zusammen.

    Statt der vierzig Kilometer waren es am Ende 116 durch wunderschöne Natur. Die Sonne kam heraus, es fühlte sich wie Hochsommer an und wir hatten einen riesen Spaß, den Wilderness West Coast Trail zu fahren. Unterwegs sprangen wir in den Gebirgsfluss, erfrischten uns und weiter ging es den meist engen Trail !
    Eigentlich fuhren wir quasi die letzten drei Tage schon durch das Alpenvorland. Die Landschaft ist dem sehr ähnlich mit den hohen Gebirgen im Hintergrund, den Seen und Pflanzen.
    Man trifft nur noch wenig Menschen.

    Ich fühlte mich abends nicht sehr müde, erkundete noch das Städtchen und fand vor allem die Strandpromenade als Deich in der Abendsonne reizvoll. Genau an diesen Strand wird unendlich viel Treibgut, fast ausschließlich Holz, gespült. Aus diesem Holz werden Skulpturen gebaut, schön anzusehende Holzer aufgestellt, zusammengestellt, übereinander gelegt und was den Leuten halt so einfällt! Der Strand sieht total unordentlich und überfüllt aus, und gleichzeitig total kreativ und hübsch!
    Phil ging ins Hotel, ich aß in der Abendsonne am Strand und genoss den Sonnenuntergang.
    Czytaj więcej

  • Along Alps Edge- crazy evening

    25 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 20 °C

    Es war ein wunderbar klarer Morgen, an dem ich den Wilderness West Coast Trail am Meer entlang beendete.
    Phil war noch auf der Suche nach einem "Grand Ma- Sitzkissen" für seinen Sattel wie ich es habe. Er spürt wohl einige seiner Körperteile, da er auch nach Magnesium fragte.
    Bis er soweit war, fuhr ich schon mal los. Es war schön, alleine zu fahren. Wir würden uns sowieso irgendwo wieder treffen!
    So konnte ich meinen Gedanken nach hängen. Nach dem Trail war es lange Zeit ein schnur-gerader Feldweg und dann viele Kilometer Highway 6.
    Das erste Mal nach vielen Wochen und vielen Zweigesprächen mit mir selbst und meinen Eltern wollte ich mal wieder berufliche Gedanken schweifen lassen.

    Was macht eigentlich eine gute Hebamme aus?
    Wann ist sie gut für die Frauen und Familien?
    Bedeutet "gut" Sicherheit, Ruhe, Respekt, Kunst, Erfahrung, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, ...?
    Sind wir da vergleichsweise seit hundert Jahren mit den vielen Veränderungen durch offizielle Reglementierung besser geworden?
    Oder einfach anders?
    Wann ist die Hebamme gut für die Kolleginnen?
    Wann ist sie gesellschaftlich/ wirtschaftlich und zukunftsweisend gut?
    Und wann ist sie gut zu sich selbst?
    Muss die Hebamme sich entscheiden, ob sie die originäre, grundlegende, forschende, lehrende oder organisatorische Arbeit tun will? Oder kann es die eierlegenden Wollmilchsau in dieser Hinsicht geben?

    Ich badete in einem wunderbar erfrischenden Gebirgsfluss mit türkiser Farbe. Es war Hochsommer-feeling pur! In der Ferne leuchteten bereits die schneebedeckten Gipfel.
    Ich traf Phil am Lake Ianthe wieder. Er fuhr weiter, ich blieb noch ein Weilchen und erfrischte mich. Wir trafen uns zur Pause in Harihari wieder, wo er für die Nacht blieb und ich noch 30 km weiter fuhr, da das Abendlicht so schön war und ich dadurch vielleicht mehr Zeit am Fox Gletscher haben würde.
    In Whataroa gibt es ein verrücktes, ursprüngliches Hotel. Es ist absolut chaotisch geführt von Madeleine. Eigentlich ist es so, als wenn die Zeit seit 1900 stehen geblieben ist, aber messi-artig tausende von Dingen ohne Struktur und Sinn dort abgestellt wurden. Dazwischen Spinnen, Dreck und löchrige Teppiche und Vorhänge von Anno dazumal. Man kann es nicht anders beschreiben, als eine Kulisse eines Alfred Hitchcock Movies. Genau passend sieht auch die gute Madeleine aus, die das Ganze irgendwie zu führen scheint. Sie erzählte sofort, alles gehöre der Bank.
    Sie hat lange, weit nach vorne herausragende Zähne, eng zusammen stehende Augen, eine überdimensionierte Brille und große abstehende Ohren. Die grauen dünnen Haare wuseln zwischen Ohren und Zähnen umeinander.
    Aber: sie betonte mehrfach, ihr Mann sei der "Nightmare" ...!
    Jetzt verstand ich irgendwie den Blick und die zweimalige Nachfrage des Mannes im Shop, wo ich nach dem Hotel fragte und er wirklich nochmal meinen Reiseführer selbst lesen wollte, ob er mich richtig verstanden habe.
    Und wenn Madeleine nicht so herzensgut zu mir gewesen wäre, hätte ich mich gruselnd auf die nächsten 80 km radeln eingelassen!
    Madeleine hat mich sofort in ihr Herz geschlossen, fand meinen Namen so schön und ist los gefahren, um von ihrem Bauernhof (frische??) Eier, Milch und Käse zu holen: ich sollte mich unbedingt wohl fühlen!
    In der gleichen Zeit zog ich es trotz Regenwarnung vor, doch lieber mein geliebtes Zelt'chen aufzubauen und darin zu schlagen. Zwischen zwei riesig wirkenden Schafen mit ungeheuerlich langer Wolle und einem Kalb, die ganz lieb miteinander kuschelten!
    Nun dachte ich, in Ruhe zu essen und bald schlafen zu gehen.
    Doch Madeleine wollte alles ganz genau wissen. Dabei rührte sie emsig mein Essen um und wollte irgendwie nicht zu ihrem Mann nach Hause fahren. Dann kam heraus, dass dieser Nightmare Pizza zum Abendessen gemacht habe, die sie hassen würde. Okay, das war also der Grund dafür, dass ich mit Unterhaltung essen durfte!
    Zum Glück kam noch ein Gast, der mehrfach versicherte, gebucht zu haben. Woraufhin Madeleine glücklich war, dass sie ja noch hier sei, aber seit zwei Tagen nicht mehr die Buchungen gecheckt habe. Jetzt musste sie Zimmer aufräumen und Bett beziehen, während ich still und leise nach draußen verschwand.
    Czytaj więcej

  • Kam, wie es kommen musste

    26 lutego, Nowa Zelandia ⋅ 🌧 16 °C

    Es regnete die ganze Nacht durch. Das Wasser kam von unten ins Zelt. Die Zeltplane hielt noch einigermaßen, es prasselte laut.
    Was hieß das für mich???
    So lange habe ich auf diesen Moment gewartet, hier diese Strecke zwischen Tasmanischer See und Mt. Cook und Fox Glacier zu radeln!
    Jetzt würde ich genau diese Strecke ganz sicher nicht bei strömendem Regen und Nebel fahren!
    Egal, wie viel Zeit mir noch bleibt: das geht nur bei Sonnenschein und guter Sicht.
    Ja, das hieß in der Früh:
    " Liebe Madeleine, hast Du eventuell noch einen Raum für mich frei...?"
    Natürlich, ich bin ja die einzige hier... Der Gast von gestern Abend war längst abgefahren.
    Was sollte ich nun hier den ganzen lieben langen Tag tun?
    Ganz vorsichtig fragte ich Madeleine, ob ich ein wenig die Küche richten dürfe. Für die vielen weiteren Gäste!
    Denn heute beginnt ja die offizielle Tour Aotearoa Challenge am Cape Reinga!

    So begann ich nach dem Frühstück zu räumen, putzen und umsortieren. Der Boden wurde geschrubbt, die Wände gewaschen. Die Mausefamilie ließ sich von mir nicht wirklich stören und tanzte weiter regelrecht auf den Tischen!
    Madeleine fuhr nach Hause und ich war ganz alleine in dem s.g. Hotel: cooool!
    Und die gute Madeleine ward den ganzen Tag nicht mehr gesehen! Auch kein Gast kam zur Abwechslung.
    Es regnete in Strömen, der Kochtopf in der Küche sammelt geduldig jeden Tropfen vom Dach: tropf, tropf, tropf, ...
    Nachdem die Fenster von innen geputzt waren, hörte ich nicht nur den Regen, ich sah die Bäche vom Dach hinunter strömen.

    Ich begann, aus dem s.g. living room die Mikrowellen und den Kühlschrank in die nun freiere Küche zu stellen und den nächsten Raum auf- und auszuräumen.
    Etwas Mut erforderte die ganze Aktion ja schon: könnte es auch sein, dass all die uralten, dreckigen Dinge für die gute Frau wichtig sind ich womöglich alles wieder rückgängig machen muss???
    Ich bin gespannt!
    Aber ich riskierte es und brachte alle aussortierten Sachen raus in den Schuppen, wo sich bereits sooooo viel Müll befand.
    Ich zumindest bin stolz auf meinen produktiven Regentag- die Küche kann man jetzt gut betreten!
    Ob ich Madeleine morgen noch sehen werde, weiß ich nicht. Die Sonne soll laut Wetterbericht scheinen und ich nehme mir vor, ganz früh los zu radeln!
    Wenn ich ganz ehrlich bin... Ein wenig gruselig ist es doch, hier zu schlafen...
    Czytaj więcej

  • Vom Gletscher zur See

    27 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ⛅ 16 °C

    Heute morgen habe ich Whataroa vor 8:00 verlassen. Es sollte ein sehr langer Tag werden.
    Ich verließ das sehr besondere Hotel mit einem sehr warmen Gefühl.
    Warum?
    Es kam so: Abends bin ich zum benachbarten Burger-Shop gegangen. Neben Essen habe ich noch Kleinigkeiten wie Postkarten usw gekauft. Beim Nachhauseweg dachte ich mir, alles zusammen war aber sehr günstig!
    Ohne weiter nachzudenken ging ich ins Bett. Plötzlich gegen 22:00 klopft es und die Tür geht auf: Madeleine steht in der Tür, kommt rein und setzt sich auf meine Bettkante. Sie erzählte, wie sie mit dem Hotelkauf nochmal durchstarten wollte, die Ausschanklizenz nicht bekam, gesundheitliche Probleme auftraten. Tatsächlich machen ihr die krummen Zähne große Schwierigkeiten. Ich konnte die Geschichte nachvollziehen. Hinzu kommt das Messi-Problem.
    Mir tat es leid, dass ich solch einen ersten verwirrten Eindruck von ihr hatte.
    Am nächsten Tag bin ich zum Nachbarn und wollte den Rest bezahlen. Sie mussten das Essen vergessen haben zu berechnen!
    Dort sagte man mir, Madeleine habe das übernommen!
    Da hat sie doch super vorgedacht und organisiert....!

    So fuhr ich heute früh mit diesen Eindrücken der einfachen, herzensguten Menschen los zum Franz Joseph Gletscher. Kurz hat er sich durch die Wolkendecke gezeigt. Näher heranlaufen wollte ich nicht. Er ist schon weit abgeschmolzen. Trank einen Cafe, kaufte für zwei Tage ein und fuhr rasch weiter. Zum Fox Glacier. Das waren am Stück 1000hm. Mir war warm, obwohl es ordentlich kalt war!
    Dort fuhr und lief ich soweit es ging zum Gletscher hinauf. Durch wunderbaren, alten Busch-Wald mit lauten Zirpen. Die Abwechslung nach der Straße tat gut!
    Nachmittags hatte ich noch 83 km vor mir. Ausschließlich auf meinem geliebten Highway 6. Es ging wieder auf und ab hinunter in wärmere Gefilde, bis zur tasmanischen See. Dort bin ich kurz ins Wasser gegangen und ganz schnell weiter gefahren: die Sandfliegen waren unerträglich!
    Die Fahrt war zwar lang, aber im Abendlicht immer schöner. Fünf km vor meinem Ziel habe ich noch ein Bad im eiskalten, erfrischenden Gebirgsfluss in der Abendsonne genossen- was gibt es da schöneres? ...warme Dusche wird überbewertet ;)
    Als ich an dem Campingground einfuhr und direkt auf der Wiese am See meinen Platz auserkoren hatte, kam direkt Smilla auf mich zu gelaufen: sie haben mich auf der Straße überholt und dachten, dass ich hier her kommen wolle. Ob ich mit ihnen Chili sin carne essen möchte. Wie cool und wie lieb!!!
    Ich baute ganz schnell mein Zelt auf, schützte mich mit allen erdenklichen Mitteln vor den fürchterlichen Sandfliegen und hatte noch einen richtig schönen, geselligen Abend mit Smilla und Rich. Die Nacht sollte eiskalt werden. Und war wohl laut der anderen auch sehr unruhig durch Attacken der Papageien, deren Revier das hier wohl ist. Diese haben Fahrradsattel verbissen, Essen gestohlen und Zelte angegriffen. Ich habe tief und fest geschlafen und nichts mitbekommen! Erst morgens hat mich das Geschrei der Papageien geweckt. Sie waren wirklich nicht sehr freundlich und sehr aufgeregt!
    Czytaj więcej

  • Erster Durchhänger der Reise

    28 lutego, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 15 °C

    Nach vielen Stunden Schlaf wurde ich durch Unruhe draußen geweckt. Die Sonne war noch nicht aufgegangen.
    Zelt- Nachbarn hatten mit diesen Papageien, - es waren echt und ehrlich KEA's! -, zu tun. Irgendwann kruschtelte ich mich auch aus dem Zelt. Alles war pitsch nass vom Tau. Aber es war eine mystische Nebelstimmung über dem See!
    Hier waren heute neben den Campern endlich auch viele Bikepacker! Ich hatte mich schon gefragt, wo sie auf der Südinsel alle nur sein konnten.
    Alls alles Nasse veräumt und stehend gefrühstückt war, fuhr auch ich los in Richtung Haast. Das Wetter versprach bestens zu werden
    Das Handy funktionierte nicht, es wurde wohl nass.
    Es ging den ganzen Tag den Highway 6 weiter, an der Küste und an den Südalpen entlang bis Haas.
    Dort endete die Westcoast und es ging ins Landesinnere hinein.
    Ich spürte meine Beine.
    Sie waren noch müde
    Die Wolken hingen tief über den Bergen.
    Hinter mir Sonne und blauer Himmel : wollte ich da wirklich hin?
    Ich quälte mich heute fast jeden der 90 km. Heute hatte ich keine Lust!
    Stehen bleiben ging nicht, da die Sandfliegen unerträglich waren.
    Die vielen Mobile Homes jagten an mir vorbei, als würden sie etwas im Wald verpassen.
    Ich war genervt, obwohl der Wind gut stand, der Weg schön war und alles eigentlich gut sein sollte.
    Ich hatte nicht einmal Lust oder Ideen, was ich für die nächsten zwei Tage zu essen einkaufen sollte.
    Das Tal aufwärts in die Berge hinein wurde es plötzlich wieder schön!
    Von dem riesigen Tal, das nur von Straße und Flussbett ausgefüllt ist, stiegen links und rechts steile Felswände auf. Sie waren durchzogen von Silberstreifen der üppigen Wasserfälle.
    Je enger das Tal wurde, desto näher kam die Straße dem Fluss. Und irgendwann, eine knappe Stunde vor dem Ziel, entschloss ich mich, am Fluss zu bleiben und früher zu schlafen, um morgen wieder fitter zu sein.
    Es war ein richtig schöner Ort!
    Das Rauschen eines großen Wasserfalls begleitete mich elf Stunden in das Land der Träume.
    Mit den Sandfliegen umzugehen, war nicht einfach. Sie werden mir wohl die nächsten Entscheidungen abnehmen, nicht mehr im Zelt schlafen zu wollen, obwohl ich hier in der absoluten Natur inzwischen am besten schlafe.
    Czytaj więcej

  • Volle Belohnung

    2 marca, Nowa Zelandia ⋅ ⛅ 11 °C

    Der Tag begann ziemlich spät am Fluss. Es war zu schön warm im Schlafsack, um aufzustehen. Draußen waberten die Nebelschwaden zwischen Bergkuppen und Fluss und ich war gespannt, was mich heute erwarten würde. Ich war gewappnet, den Sandfliegen entgegenzutreten!
    Ein kurzes Bad im eiskalten Gebirgsfluss und ich war wach!
    Ich holte noch die zwei Deutschen ein, die gestern noch bis zum Zielpunkt durchgehalten hatten.
    Gemeinsam zogen wir den Haast-Pass hinauf, um auf der anderen Seite wie in eine neue Welt hinunter zu kommen!
    Es war einfach nur: Wow!!
    Das neue Tal öffnete sich wieder. Diesmal aber nicht mehr so dicht bewaldet, sondern viel weiter, offener und heller.
    Die Straße zog schnurgerade auf den Wanaka-See zu. Der Wind aus Süden blies frontal entgegen. Er sollte die nächsten acht Stunden zur Herausforderung werden. Aber die Kulisse ließ alle Anstrengung vergessen. Das Farbspiel der Wolken, des Sees, der Berge war grandios.
    Es machte wieder Spaß, einfach zu radeln!
    Lange Mittagspause bei Müsli, Browni und Coke; also pure Energie-Aufnahme.
    Und dann wurde es richtig besonders!
    Entlang des Wanaka-Sees schlängelte sich die Straße bei schönstem Nachmittagslicht hoch bis an den Isthmus zwischen Wanaka- und Hawea-See.
    Beide ziehen von Nord nach Süd.
    Ich stand zwischen beiden Seen oben am Berg. Um mich und die Seen herum die noch höheren Berge, zum Teil mit schneebedeckten Gipfeln und darüber riesige wattige Kumuluswolken. Ich radelte weiter entlang des letzteren bis nach Hawea.
    Es war mega anstrengend. Kalt durch den Süd-Wind und gleichzeitig durch die Anstrengung heiß, aber wunderschön!
    Ich kam total platt in Hawea Township an, war aber so begeistert, dass ich beschloss, zwei Nächte hier in der Region zu bleiben. Wohl in Wanea.
    Der Südwind bringt eisige Kälte. Laut Marcel ist es zu Hause schon wärmer als hier, wo der Herbst zu beginnen scheint.
    Czytaj więcej

  • Wanaka - Lavender - Relaxions

    2 marca, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 12 °C

    Heute war erstmal Waschtag.
    Danach beschloss ich, einen gaaaanz ruhigen Tag einzulegen. Mit Sightseeing, essen und trinken und Nichts-Tun.
    Es liegen nur noch etwa 300 km bis Bluff vor mir. Diese wenigen Tage möchte ich so richtig aus vollstem Herzen und ausgeruht genießen!
    Nahezu 3000km liegen hinter mir.
    Ich schaute mir Hawea Township an. Dort wird der See gestaut und als neuer Flusslauf reguliert. Der Ort selbst ist nicht besonders. Neubauten als Feriensiedlung. Könnte ich gerne auch mal zwei Wochen Urlaub machen ;)
    Ich folgte dem neuen Flusslauf und wollte einfach mal schauen, wo es hin ging. Die grobe Richtung stimmte ja.
    Der River Trail zeigte sich als einer der schönsten meiner ganzen Reise!
    Die Städte Hawea, Alberts Town und Wanea liegen wie in einem Talkessel zwischen hohen Bergen. Es ist wie eine Steppe. Trocken, wohl auch weil beide Seen aufgestaut werden. Vom Fluss durchzogen, nur wenig Bäume, kaum grün und gleichzeitig geschützt.
    Das Tal des Flusses führt nach Queenstown.
    Über diese Ebene führt der Trail mit atemberaubender Aussicht in die Ferne der Berge und in die Ebene.
    Alberts Town ist eine sehr neue Stadt. Ich stelle mir hier die Zuhause der vom Tourismus lebenden Einheimischen vor. Kleiner Supermarkt, Kindergarten, Schule.
    Weiter fuhr ich zur Lavendel-Farm. Einmal wollte ich das auch erleben, obwohl nicht mehr die echte Sommer-Saison ist.
    Aber es ist ja mein Relax-Tag, da passt Lavendel hervorragend!
    Es war ein schöner, entspannter Besuch dort. Nur der Brownie hat gefehlt...
    Von dort radelte ich nach Wanaka und erlebte einen echten Touri-Ort, wo ich einige Stunden gemütlich verbrachte. Mit zwei Jacken und langer Hose.
    Der Wanaka -Baum durfte natürlich nicht fehlen.
    Ansonsten war es ein sehr ruhiger Abend mit etwas Vor-Organisation für die nächsten Tage.
    Czytaj więcej

  • Rest-Day um Wanaka herum

    3 marca, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Tag begann mit Café und frischem Croissant am See. Wolkenloser Himmel versprach einen tollen Tag.
    Ich kaufte für die Fahrt morgen ein, verquatschte mich mit anderen Reisenden und machte mich auf für einen kurzen Ausflug per Fahrrad am See entlang.
    Es kam mir vor, als führe ich am Lago Maggiore 2.0! Es war ein wunderschöner kleiner Pfad am See entlang und ohne Gepäck fühlte es sich erst ziemlich wackelig, dann aber super -leicht und frei an!
    Ich fuhr bis zur Glandhu Bay, badete unterwegs in einer kleinen Bucht.
    Am Wanderparkplatz schloss ich das Fahrrad an und stieg die 1568 m zum Roys Peak hinauf.
    Bei dem Wetter war der 360°-Ausblick natürlich überwältigend! Aber besonders schön war, dass ich noch einen kleinen Teil des Hawea-Sees sehen konnte und den Beginn des Wanaka-Sees und den ganzen langen Teil, den ich vor zwei Tagen entlang gefahren bin. Da habe ich also die Berge gesehen, wo ich heute drauf stand!
    Glücklich stieg ich ab, fuhr zurück zur Stadt und kochte in geselliger Runde, mal wieder seit gefühlt langer Zeit, ein gesundes Abendessen!
    Czytaj więcej

  • Queenstown

    4 marca, Nowa Zelandia ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Abfahrt aus Wanaka verspätete sich etwas, da das Frühstück mit Ivan immer interessanter wurde...
    Ivan ist Brite, spricht acht Sprachen, ist Vegetarier und reist seit vielen Jahren durch die Welt. Durch NZ trampt er. Natürlich fragte er nach meinem Beruf. Daraufhin hörte ich seine eigene gesamte Geburtsgeschichte.
    Letztlich philosophieren wir darüber, ob der Start ins Leben das Leben der Person und deren Charakter beeinflussen würde. Ivan ist dieser Überzeugung, da er im Vergleich seiner drei Brüder eine komplett andere Geburt und ein komplett anderes Leben führe!
    Diese These sei zu erforschen!
    Also fuhr ich los, um den höchsten Punkt dieser Reise per Fahrrad zu erklimmen:
    1100 hm. Gestern zu Fuß waren es knapp 1600hm.
    Unterwegs kehrte ich im Cardrona Hotel ein, um mich mit Brownie und Coke für den Pass zu stärken. Ich war hellauf begeistert von dem Hotelkonzept und hätte dort bleiben mögen! Es war mit Liebe fürs Detail im Stil Mitte 19.Jhd. renoviert worden.
    Ich lernte Kevin kennen.
    Kevin kommt aus Kalifornien, hat bereits 27 Länder per Fahrrad bereist. Aber NZ per Rad sei einmalig- er würde wiederkommen mit seinem MTB!
    Wir fuhren bis fast Queenstown zusammen. Wir kamen mitten im Tal in der Natur an einem Zaun mit tausenden BH's vorbei, wo auf interessante Weise auf Brustkrebs aufmerksam gemacht wurde.
    Dann zogen wir, ich könnte fast sagen: mit Leichtigkeit, den Pass hinauf und freuten uns gemeinsam, dass wir es so easy geschafft hatten und natürlich an der atemberaubenden Aussicht.
    Wir schauten auf Queenstown hinunter. Unter uns flog ein Flugzeug zur Landung auf Queenstown zu.
    Auf dem Weg nach Queenstown rasten wir die Serpentinen hinunter. Ich bog irgendwann ab, um mir 30km mehr zu gönnen.
    Ich wollte den Highway meiden und fuhr per Trails von Westen her in die Stadt ein.
    Vorher besuchte ich die für mich schönste Kleinstadt Neuseelands: die Goldgräber-Stadt Arrowtown mit ihrem chinesischen Einwanderer-Viertel und den historischen Häuschen.
    Nach einer Erfrischung mit Ginger-Beer und Eis ging es weiter am Fluss entlang nach Queenstown. Kam am berühmten Golfplatz von Arrowtown vorbei, wo es fast spürbar knisterte vor Konzentration! Vor der coolsten Bergkulisse wurde für die Neuseeland Opens am Wochenende trainiert und aufgebaut.
    Hier geht richtig was am Wochenende!
    Durch diese Bergkulisse führte mich in der Abendsonne der Trail an gigantischen MTB-Parcours, Brücken und Flussniederungen vorbei.
    In Queenstown angekommen wimmelte es an Menschen und beginnendem Nachtleben. Ich organisierte mich für den nächsten Tag, machte mich frisch und ging mir diesen Tumult von Nahem ansehen.
    Es war ein wundervoller, perfekter Tag!
    Czytaj więcej

  • Milfordsound -Milford Haven

    5 marca, Nowa Zelandia ⋅ ☀️ 15 °C

    Bei wunderschöner Morgenstimmung ging es los. Auf der einen Seite der noch fast volle Mond. Auf der anderen Seite das Morgenrot mit der Berg-Silhouette um den Lake Wakatiqu.
    Heute stand der Milfordsound auf dem Programm.
    Zuerst ging es eine gute Zeitlang von Queenstown aus am Lake Wakatiqu entlang. An Mossburn vorbei nach Te Anau, dessen See noch viel länger ist.
    Hier würde ich übermorgen radeln.
    Hinein in den Nationalpark, der zum UNESCO Welterbe gehört. Durch schönen, alten Busch-Wald schlängelte sich die Straße hinauf in das sich eng zuspitzende Tal. Die Berge wurden steil und schroff.
    Mir wurde wieder der große Unterschied bewusst, wie es sich anfühlt, wenn ich selbst den Berg erzwungen habe- wie gestern! Und wenn ich aus dem Bus aussteige und hinunter sehe.
    Kevin drückte es gestern oben auf dem Crown Range so aus, dass er den Berg fühle, wenn er selbst hochgefahren ist. Ich "spürte" den Berg heute nicht!
    Durch den Tunnel gelangten wir auf die andere Seite, fuhren die Serpentinen hinunter zum Beginn des Milfordsound.
    Erhaben thronten die Berge teils mit Überhang über uns. Da konnte man nur andächtig gucken und Fotos schießen.

    Dafür, dass hier eine der größten Niederschlagsmengen und die meisten Regentage herrschen, war ich sehr dankbar für die wunderschöne Aussicht und das blau reflektierende Wasser.
    Die Seehunde sonnten sich auf den Steinen und ließen sich vom Boot und den vielen Fotos nicht stören.
    Dennoch stelle ich mir vor, wie bei Starkregen hier plötzlich überall die Wasserfälle hinunter stürzen - es muss gigantisch und mystisch sein!
    Den Abend verbrachte ich mit Michaela aus Kanada an der Promenade von Queenstown. Hier kann man definitiv lange um die Häuser und durch die Kneipen ziehen - die Stimmung ist überall bestens!
    Czytaj więcej

  • Mal wieder so viel Glück

    6 marca, Nowa Zelandia ⋅ ☁️ 13 °C

    Mit dem Frühstück im Hostel verabschiedete ich mich von Michaela, ließ nochmal meine Reifen aufpumpen und kaufte für die nächsten Tage ein. Wie das immer alles auf das Fahrrad passen soll ...!
    Der Katamaran legte um 11:00 ab, sodass ich mal wieder ganz retro Postkarten schreiben konnte.
    Das mit den Postkarten ist ja irgendwie romantisch! Aber wie kompliziert es eigentlich geworden ist, muss man sich mal klar machen: der eine Laden verkauft die Karten. Dort kommst du sozusagen auf die Idee, welche zu kaufen. Dann musst du aber eine anderes Geschäft suchen, die internationale Briefmarken verkaufen. Dann schreibst du was nettes, aber unwichtiges auf die Karte, brauchst dazu einen geeigneten Stift, der auch noch geht! Und dann??? Wo gibt es noch Briefkästen!?
    Zum Glück bin ich mit dem Rad unterwegs gewesen für all die Strecken, bis die Postkarten dann endlich verschickt waren- um irgendwann fröhlich zwischen den Rechnungen aus dem Briefkasten gezogen zu werden :)
    So fuhr ich glücklich zum Pier am Stadthafen von Queenstown. Treppen hoch, Treppen runter mit dem schweren Rad: zum Glück gibt's doch überall nette Menschen, die fragen, ob man Hilfe brauche!
    Die netten Matrosen hängten dann mein Rad samt Gepäck auf und los ging die Fahrt über den Lake Wakatipu zur Walter Peak Farm aus der anderen Seite. Dort würden wir mit wundervollem Rosengarten empfangen und während die anderen Fahrgäste vorm Lunch in der Farm einen geführten Ausritt genossen, schwang ich mich auf meinen Drahtesel!
    Auweia! Ich hatte Gegenwind, - und zwar vom Feinsten! Ich kam kaum voran.
    Aber die Landschaft war bombastisch schön! Im Hintergrund blitzte blau der lange See und im Vordergrund das goldene dürre Gras umgeben von den Bergen.
    Ich war wieder in der Natur! Um mich herum nur das Rauschen des Windes, Schafe und Bullen.
    Ich spürte die Freiheit: wenn ich nicht voran komme, ist es egal. Ich habe genug Wasser bei mir, Essen und mein Zelt... Was soll schon passieren!?
    So fuhr ich 12 km mit direktem Gegenwind, auf dem See vor mir sah ich den Regen hinunter peitschen.
    Der Weg machte eine Biegung nach links in die Berge hinein und der Wind kam...
    von hinten!!
    Welch ein Glück ich mal wieder hatte- so viel mehr Glück als Verstand, denn ich hätte die Gegebenheiten ja auch vorher studieren können...!
    Aber so freute ich mich total und zischte auch die einzigen 300 Höhenmeter des Tages hinauf und konnte mich mehr als 25 km durch wunderschöne, einzigartige Landschaft einfach schieben lassen.
    Oben am Berg bei schönster Aussicht in die Bergwelt bereiteten zwei emsige Radler über den ganzen Tisch ihr bestens durchdachtes, gesundes Essen: Elisabeth und Alexander aus Wien!
    Es wurde ein sehr nettes und fröhliches gemeinsames Lunch. Was die beiden schon alles gesehen haben auf ihrer Weltreise seit zwei Jahren: unglaublich!
    Auf jeden Fall tauschten wir mal Nummern aus und siehe da, sie erinnern ihre footsteps auch bei den Pinguinen!
    Mir wurde da oben kalt und ich fuhr dann schon mal los. Wir würden uns ja eh irgendwo wieder treffen! Und was das Wetter noch mit uns vor hatte, war auch noch nicht so klar.
    Letztlich fuhr ich weiter durch diese einerseits Tal der ganz hohen Berge und andererseits durch diese Hochebene. Ich bin noch unklar, was es ist!
    Am Mavora Lake wollte ich mein Nachtlager aufstellen, obwohl ich noch nicht sonderlich müde war. Wenn ich aber vor dem Regen alles bereitet hatte, wäre das auch von Vorteil. Also fand ich einen schönen Platz am See und stellte gemeinsam mit den Sandfliegen das Zelt auf. Sie hatten jetzt gedacht, dass sie mit mir spielen könnten. Ich habe aber alles ins Zelt genommen und drinnen gekocht!
    Der Regen kam nicht- die Abendsonne schien über den See herein.
    Weil ich ja jetzt Zeit hatte und nicht müde war, las ich einfach mal die footsteps der beiden. Und es war total witzig, wie die fast gleiche Strecke so unterschiedlich erlebt und gesehen wird und gleichzeitig wie alle Probleme, Sorgen, Freuden und Lösungen immer wieder die gleichen sind! Es war sooo coool, die Berichte im Abendlicht zu lesen :)
    Czytaj więcej