Deildartunguhver
7 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 16 °C
Die heiße Quelle Deildartunguhver gehört zu den ergiebigsten heißen Quellen Europas. Im Durchschnitt fördert sie etwa 180 Liter 100 °C heißes Wasser pro Sekunde. Deildartunguhver ist seit 1978 im isländischen Nationalen Kulturerberegister eingetragen.
Das Wasser aus Deildartunguhver wird seit 1925 für die Fernwärme genutzt. Eine Leitung von der heißen Quelle zu den Städten Akranes, Borgarnes und Hvanneyri wurde zwischen 1979 und 1981 verlegt und ist mit 64 km eine der längsten geothermischen Leitungen der Welt.
Die heiße Quelle liegt nur 19 Meter über dem Meeresspiegel, was bedeutet, dass das Wasser durch die Leitung gepumpt werden muss. Das Wasser benötigt dann etwa 24 Stunden, um Akranes zu erreichen. Unterwegs kühlt sich das Wasser um etwa 15 °C ab, abhängig von der Außentemperatur und Feuchtigkeit.
Die gesamte Produktionskapazität der heißen Quelle beträgt zusammen mit zwei zusätzlichen Bohrlöchern etwa 62 MW.
Ich fand es beeindruckend, so nah an die sprudelnden Quellen heran zu kommen und im warmen Dampf stehen zu können. Allerdings erschwerte dieser Dampf auch das Fotografieren nicht unerheblich.
Anschließend holte ich mir an einem Imbissstand einen echten Isländische Hot Dog und aß diesen im Gewächshaus des Besitzers. Hier gab es ein paar gemütliche Sitzecken und war herrlich warm. Im hinteren Teil züchtet er seine Bio-Tomaten. Ich unterhielt mich mit dem Besitzer noch ein bisschen über seine Heimat - die wunderbaren Westfjorde...Leer más
Hraunfossar
7 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 15 °C
Noch während ich auf den Parkplatz fuhr, fragte ich mich, ob ich wirklich schon wieder einen Wasserfall besuchen sollte. Aber ja! Diesen hier auf jeden Fall!
Hraunfossar ist der gemeinsame Name unzähliger klarer und sprudelnder Quellen, die unter dem Lavastrom Hallmundarhraun hervortreten und unbeeinflusst von der Bodentemperatur zwischen Gebüsch und Felsen in den Fluss Hvítá fallen. Hallmundarhraun entstand vermutlich um 800 v. Chr. kurz vor der Landnahme Islands aus dünnflüssiger Lava. Die Saga von Grettir dem Starken berichtet von Hallmundur, der dort hauste, woher das Feld seinen Namen hat. Niederschlag sowie Schmelzwasser der Gletscher fließen zwischen harten Lavaschichten ab, treten als Grundwasser aus und bilden die Wasserfälle Hraunfossar auf einer Breite von ca. 1 km. Der Wasserfall Barnafoss zwängt sich kurz darüber durch eine enge Felsspalte mit Bögen und Rundungen, die das Wasser ausschürfte. Die durchschnittliche Wassermenge beträgt 80 m³/sek, während bei Fluten und zu Schmelzperioden bis zu 500 m³/sek gemessen wurden. Dann ergießt sich der Fluss über die umliegenden Gebiete.
Wieder einmal ein ganz anderer und beeindruckender Wasserfall, auch durch den Kontrast zwischen den grauen Felsen, den grünen Pflanzen und dem türkisen Wasser.Leer más
Abenteuerwanderung zum Glymur
8 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌧 12 °C
Nachdem ich gestern Abend noch Wäsche wusch und ewig auf den Trockner warten musste, schlief ich heute morgen aus und frühstückte in aller Ruhe, bevor ich aufbrach.
Dann aber startete ich meine Wanderung zum Glymur Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 198m dem zweithöchsten in Island. Laut der Beschilderung ist es noch immer der höchste, allerdings wurde 2011 der Morsárfoss im Bereich des Vatnajökull-Nationalparks entdeckt, der noch ein bisschen höher ist...
Vom Parkplatz aus führte mich der Weg erst einmal einige Minuten durch relativ flaches Gelände, auf einem einfach zu begehenden Wanderpfad. Meistens zumindest - kurzzeitig führte der Weg einfach durch ein flaches Flussbett, also nicht zum Überqueren, sondern ein Stück flussaufwärts.
Ich folgte weiter dem Wanderweg - auch, als mich dieser plötzlich durch eine kleine Höhle führte! Es folgten ein paar Stufen in Richtung Flussufer.
Wenige Meter später kündigte sich das nächste Abenteuer an: eine Flussüberquerung. Glücklicherweise lag hier ein Stück Baumstamm im Wasser, am Anfang überquerte ich den Fluss auf einigen großen Steinen. Der Pfad ist mit einem stabilen Metallseil gesichert, an dem ich mich festhalten konnte.
Im Anschluss begann der wirklich anstrengende Teil der Strecke. Island machte hier auf jeden Fall Norwegen Konkurrenz bei der Art der "Wanderwege". Die Pfade führten mich über steile, mit losem Geröll bedeckte Trampelpfade waren aber freundlicherweise zumindest in besonders rutschigen Teilen mit Seilen zum Festhalten versehen.
Entlang dem Ostufer des Flusses folgte ich nun dem ziemlich steilen, schmalen Pfad.
Bald bot sich mir dann erstmals der echte richtige Blick auf den Star der Wanderung, den Glymur, der tief in einer Schlucht versteckt liegt.
Leider war der obere Teil des Wasserfalls in den Wolken verborgen. Vor mir sah ich dann, dass der Weg weiter oben durch einen Erdrutsch versperrt war.
Also machte ich von meinem Standpunkt aus ein paar Fotos und schickte die Drohne voraus - vorsichtig in der engen Felsspalte navigierend...
Die Abhänge der Schlucht waren mit grünem Moos besprenkelt und machten die Szenerie malerisch umwirklich.
Als es dann aber auch noch zu regnen begann, trat ich den Rückweg an. In der Höhle machte ich dann auch eine kurze Pause - der beste Ort dafür bei Regen!
Zurück am Auto war ich erschöpft, aber glücklich über diese spannende Wanderung.Leer más
Kurzer Stopp am Þórufoss
8 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌧 13 °C
Da meine Beine von der Wanderung noch etwas müde waren, war ich froh, dass der nächste Wasserfall sich gnädigerweise dicht an einem Parkplatz befand...
Der Þórufoss ist ein Wasserfall des 25 Kilometer langen Flusses Laxá í Kjós. Dieser Fluss, der später in den Dieser Fluss, der später in den Hvalfjörður mündet, ist auch für seine große Population von Atlantischem Lachs bekannt. Die Lachse können angeblich sogar diesen Wasserfall auf dem Weg zu ihren Laichgründen überwinden. Der Wasserfall ist 30m breit, die Höhenangaben schwanken interessanterweise zwischen 12 und 18m...
Später las ich, dass der Wasserfall auch als Drehort für Game of Thrones genutzt wurde. In Episode 6 der 4. Staffel stürzte einer der Drachen von Daenerys Targaryen herab, um eine gebratene Ziege zu genießen. Es ist jedoch überraschend, dass Island zur Darstellung einer Szene verwendet wurde, die sich in Essos abspielt, einem warmen Kontinent mit einem ganz anderen Klima als auf der Insel. Aber die isländische Natur im Sommer passt mit ihrer klassischen Vulkanlandschaften und den Moosteppichen anscheinend gut zu einer solchen Szene.
Mit der Drohne machte ich dann noch ein paar Aufnahmen dieser schönen Landschaft und fuhr dann weiter zum Nachtplatz.Leer más
Þingvellir - Historischer Ort
9 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 10 °C
Heute besuchte ich den Nationalpark. Obwohl ich früh dort ankam, waren die Parkplätze schon gut gefüllt mit Autos und Reisebussen. Irre, was für Menschenmassen sich hier tummelten!
Ich schloss mich zu Beginn einer kleinen Führung eines Parkrangers an.
Þingvellir ist eine der wichtigsten historischen Stätten Islands. Das Alþingi (Parlament) wurde hier um 930 n. Chr. gegründet und tagte jeden Sommer bis zum Ende des Alten Reiches im 13. Jahrhundert.
Bis zu 4000 Menschen versammelten sich hier jeden Sommer. Die hohe Felswand unterstützte dabei die Akustik, sodass alle auch die Sprecher hören konnten.
Danach fungierte der Ort bis 1798 als Gerichtshof. Viele entscheidende Ereignisse in Islands Geschichte fanden hier statt, wie zum Beispiel die Annahme des Christentums um 1000 n. Chr. und die Gründung der modernen Republik Island im Jahr 1944. Seit 1930 ist Þingvellir ein Nationalpark und wurde 2004 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Auswahl von Þingvellir als Versammlungsort beruhte wahrscheinlich auf einer Reihe von Faktoren. Die Ebenen von Þingvellir waren von allen wichtigen Überlandrouten aus erreichbar, obwohl diejenigen, die am weitesten reisen mussten, bis zu zwei Wochen von ihren Häusern aus reiten mussten. Sie mussten oft quer durch das zentrale Hochland reiten, wo die Wetterbedingungen oft miserabel waren. Der Ort bot auch reichlich Brennholz, Weideland für das Vieh und Trinkwasser. Laut der Sturlanga-Saga wurde der Fluss Öxará umgeleitet, um in die Ebenen zu fließen und so eine ausreichende Wasserversorgung für die Teilnehmer der Versammlung zu gewährleisten.
Während der Zeit des Alten Commonwealth (930-1262) waren die Exekutivbefugnisse in Island sehr begrenzt. Im Alþingi in Þingvellir wurden Gesetze erlassen und Fälle in Übereinstimmung mit diesen Gesetzen verhandelt, aber Urteile mussten von Einzelpersonen vollstreckt werden.
In geringfügigen Fällen wurden Geldstrafen verhängt, während schwerere Fälle eine Verbannung von drei Jahren oder sogar lebenslange Ächtung nach sich zogen. Wenn ein Verurteilter das Urteil missachtete und sich an einem Ort aufhielt, an dem er nicht sein durfte, konnte er von der Familie seines Opfers getötet werden: Solche Fälle von Rache sind in den Isländersagas häufig.
Nachdem sich die Isländer 1262 der Herrschaft des Königs von Norwegen unterworfen hatten, sahen die Gesetze vor, dass die Strafen von königlichen Beamten im Alþingi und in regionalen Versammlungen vollstreckt werden sollten.
Viele Ortsnamen in Þingvellir erinnern an die harten Strafen, die hier verhängt wurden. Frauen wurden im Drekkingarhylur (dem Ertränkungsbecken) ertränkt, Männer wurden auf dem Höggstokkseyri (Hinrichtungsblock), der möglicherweise eine kleine Insel im Fluss Öxará war, enthauptet. Kagahólmi (Geißel Insel) ist wahrscheinlich der Ort, an dem die Straftäter ausgepeitscht wurden, während die Brennugjá (Feuerschlucht) westlich der Flosagjá ihren Namen von der Verbrennung mutmaßlicher Zauberer und Hexen in den Hexenverfolgungen des späten 17. Jahrhunderts hat.
Hängen war die Strafe für Diebstahl. Es wird angenommen, dass der Graben Stekkjargjá der Ort der Hinrichtungen war.
Es ist mit Sicherheit bekannt, dass von 1602 bis 1750 in Þingvellir 72 Menschen hingerichtet wurden: 30 Männer wurden enthauptet, 9 auf dem Scheiterhaufen verbrannt und 18 Frauen in Drekkingarhylur ertränkt. Hier in Stekkjargjá wurden 15 weitere gehängt.
Seit 1015 n. Chr. steht auch eine Kirche in dem Tal. Die heutige Kirche wurde ungefähr auf den Grundmauern der alten erbaut, wobei sich das Land seitdem so sehr verschoben und abgesenkt hat, dass das nicht mehr klar zu sagen ist. Die Häuser neben der Kirche waren früher das Pfarrhaus. Noch bis 1996 war der Ortspfarrer hier auch gleichzeitig der Direktor des Nationalparks. Heute dienen die Häuser den Isländischen Präsidenten als Sommerresidenz und um internationale Besucher zu empfangen.
Ein rundes Gebilde sollte sowas wie ein Pantheon von Island werden, wo bedeutende Isländer begraben werden. Dieses Vorhaben ist gescheitert, aber immerhin befindet sich hier die Grabstätte von zwei isländischen Dichtern.Leer más
Þingvellir - Naturwunder
9 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 11 °C
Auch die Landschaft von Þingvellir ist weltweit einzigartig. Es bildet die Verbindungsstelle zweier tektonischer Platten auf dem Mittelatlantischen Rücken. Die Bewegung der Platten ist hier deutlicher sichtbar als irgendwo sonst auf der Welt. Die beiden Platten divergieren ständig (um etwa 2-3 cm im Jahr) und verursachen Risse und Schluchten in der gesamten Gegend. Da der mittelatlantische Rücken sonst überall auf dem Grund des Meeres verläuft, kann die Bewegung der Platten nur hier so deutlich gesehen werden.
Die Spalten sind teilweise mit Wasser gefüllt, dass so unglaublich klar ist, dass man auch die Felsen weit unter der Wasserlinie sehen kann. Das liegt daran, dass das Wasser durch seinen jahrelangen Weg durch das poröse Lavagestein viele Male gefiltert wurde.
Der Þingvallavatn ist Islands größter See (84 km²). Am tiefsten ist er bei der Insel Sandey (114 m). 90 % des Þingvallavatn werden durch Grundwasser gespeist (Temp. ca. 3 °C). Das Wasser entspringt dem Gletscher Langajökull im Nordosten und sickert durch das dazwischenliegende, poröse Lavafeld. Es ist etwa 30 Jahre unterwegs und kann bis zu 60 m unter der Oberfläche liegen. Ein Teil des Wassers fließt unter dem Seebett und tritt als geothermisches Wasser in Nesjavellir aus. Die restlichen 10 % des Wassers stammen entweder aus direktem Regenwasser (5 %) oder aus Oberflächenwasser (5 %), hauptsächlich aus dem Fluss Öxará.
Es gelang mir, die Touristenmassen hinter mir zu lassen und bei einem Spaziergang durch die Lavafelder entdeckte ich viele der Spalten und andere Anzeichen der tektonischen Plattenbewegungen.Leer más
Þingvellir - Abenteuer
9 de julio de 2025, Islandia ⋅ ⛅ 13 °C
Nachdem ich bei meinen Erkundungen gesehen hatte, wie viele Gruppen von Schnorchlern in die Silfra-Spalte eintauchten, und vor allem, wie begeistert sie anschließend zurück kamen, buchte ich mir spontan doch auch noch eine Tour.
Warm angezogen machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt, wo ich meinen Guide kennenlernte und meine Ausrüstung bekommen würde.
Andere fahren zum Schnorcheln nach Ägypten oder auf die Malediven und ich fahre eben nach Island, um einen Blick in die glasklare Weite der eiskalten Silfra-Spalte zu werfen...
Am Treffpunkt angekommen, wurde ich direkt von meinem Guide Vicky in Empfang genommen und eingekleidet. Über meine warmen Klamotten gab es noch einen dicken Overall, dann einen Trockenanzug und später Handschuhe und eine Mütze. Vicky erklärte uns die Grundlagen des Schnorchelns, wobei alle außer mir schon einmal geschnorchelt waren...
Mit Flossen, Brille und Schnorchel in der Hand ging es dann weiter zum Einstieg in die Silfra-Spalte. Erst, als ich den Kopf ins Wasser eintauchte, merkte ich, wie sich 2°C Wassertemperatur anfühlen...
Mit den ersten Blicken auf die tiefe Spalte war die Kälte aber auch schon vergessen und ich war am Staunen! Ich bemerkte, dass Vicky mit einigen anderen aus unserer 6-köpfigen Gruppe zu kämpfen hatte, die irgendwie nicht klar kamen. Einmal mussten wir anhalten, als Vicky dann einen aus dem Wasser an Land gezogen hat. Mich störte das alles nicht, ich trieb einfach weiter mit dem Kopf nach unten in diesem himmlischen Wasser und war beeindruckt von der Landschaft unter mir. Mit der Strömung trieben wir dann langsam immer weiter vorbei an den Geröllhaufen, tiefen Rissen und abgebrochenen Felsen unter Wasser. Am Ende angekommen durften wir uns noch etwas umsehen und im Wasser bleiben. Während einige direkt ausstiegen, schnorchelte ich noch weiter in die "Baby-Silfra" - eine kleinere Spalte, die sich erst 2008 aufgetan hat. Leider wurde auch ich dann irgendwann aus dem Wasser gerufen, dabei hätte ich noch ewig bleiben können...
Auch wenn ich erst unentschlossen war, hat sich dieses Erlebnis auf jeden Fall gelohnt!
Anschließend ließ ich noch einmal die Drohne über dem Nationalpark kreisen - ein Ranger sagte mir, dass ich das nach 18 Uhr ruhig machen dürfe...Leer más
Perlan - Wonders of Iceland
10 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌧 12 °C
Heute Morgen fuhr ich weiter in die Hauptstadt Reykjavík. Hier hatte ich plötzlich mit mehrspurigen Straßen zu kämpfen - das war ich ja nun gar nicht mehr gewohnt!
Da es in der Stadt noch immer ziemlich regnete, begann ich mit meinem Besuch im Museum Perlan, dass sich mit der Entstehungsgeschichte und den Naturwundern auf Island befasst. Es begann mit einer Ausstellung in Form eines Zeitstrahls.
Vor 54 Millionen Jahren öffnete das Auseinanderbrechen der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten den nordöstlichen Atlantik. Grönland und Skandinavien drifteten auseinander, während intensive vulkanische Aktivität eine Landbrücke zwischen ihnen schaffte.
Das Gebiet, das zu Island wurde, war vor 30 Millionen Jahren Teil einer Landbrücke, die Grönland mit Europa verband. Diese Landbrücke, bekannt als Grönland-Färöer-Querrücken, ermöglichte es Landtieren und -pflanzen, zwischen den Kontinenten zu wandern. Vor 24 Millionen Jahren wurde die nordatlantische Landschaft durch vulkanische Aktivitäten und "Rift Jumps" umgestaltet. Island war ein besonderer Teil der Landbrücke, ein Stadium, das Wissenschaftler Proto-Island nennen. Vor 10 Millionen Jahren lagen die Westfjorde und Ostfjorde 200 Kilometer näher beieinander als heute. Das Land weitete sich langsam aus, da sich Riftsysteme öffneten. Die Landbrücke, die Island mit Europa verband, versank im Meer. Island blieb aber noch mit Grönland verbunden. Vor 6 Millionen Jahren wurde Island dann zur Insel. Der Ozean weitete sich und die Brücke konnte nicht mehr überleben.
Nur Island hielt durch, eine Insel, die von denselben Kräften lebt, die das Land um sie herum zerstört haben. Vulkane, Erdbeben und Gletscher erneuerten und formten das isolierte Land ständig neu und füllten Felsen und Gletscher so schnell wieder auf, wie sie abgetragen wurden.
Viele Menschen glauben, dass der nordische Wikinger Naddod aus dem 9. Jahrhundert der erste Mensch war, der Island betrat. Andere führen die Menschheitsgeschichte Islands jedoch auf das Jahr 325 v. Chr. und den griechischen Entdecker Pytheas zurück. Pytheas kehrte von seiner Erkundung Nordwesteuropas mit einem Bericht über einen Ort zurück, der "sechs Tage Segelfahrt nördlich von Britannien, jenseits der Grenzen der bekannten Welt" und "in der Nähe eines gefrorenen Meeres" liegt. Er beschreibt, wie "die Sonne die ganze Nacht über über dem Horizont blieb". Er nennt diesen Ort Thule und bis heute diskutieren Historiker, ob sich sein Bericht auf Island bezieht.
Naddodd segelte von Norwegen zu den Färöer-Inseln. Sein Schiff wurde vom Kurs abgetrieben und trug ihn an die Ostküste Islands. Er landete in der Nähe des heutigen Reyðarfjörður. Er suchte nach Spuren menschlichen Lebens, fand aber keine. Als er zu seinem Boot zurückkehrte, begann es zu schneien, was ihn dazu inspirierte, den Ort Snæland (Schneeland) zu nennen.
Erst der Vikinger Flóki Vilgerðarson segelte absichtlich nach Island. Er und seine Männer versuchten jedoch erfolglos, die Westfjorde zu besiedeln. Ein strenger Winter tötete Flókis gesamtes Vieh. Er verfluchte das kalte Land, das er Ísland nannte, in Anlehnung an das in den Westfjorden sichtbare Polareis.
Schließlich schaffte es 874 n. Chr. Ingólfur Arnarson, ein Norweger, mit seiner Frau, seinen Kindern, irischen Sklaven und einer kleinen Gruppe von Menschen, sich in Island dauerhaft niederzulassen. Die neuen Siedler begannen, die Insel zu bewohnen und veränderten Islands Ökosystem drastisch. Sie führten Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Hunde, Mäuse und Pferde ein, wo zuvor keine Pflanzenfresser umherstreiften. Innerhalb weniger Jahrhunderte rodeten die Siedler fast 80 % der Bäume auf der Insel. Auch heute noch, während moderne landwirtschaftliche Praktiken die lokalen Ökosysteme weiterhin gefährden, arbeiten die Isländer daran, diese verlorenen Wälder wiederzubeleben.
Die geothermale Energie wurde im letzten Jahrhundert zunehmend genutzt, um Häuser zu wärmen und Strom zu produzieren. 1940 begannen die Isländer mit dem Anbau von Bananen im Gewächshaus und sind damit seitdem das nördlichste Land der Welt, das dieses Obst produziert.
Leider musste ich im Anschluss an die Ausstellung fast eine Stunde auf die weiterführende Vulkanshow warten, weil die Reisegruppen, die pünktlich weiter mussten, Vorrang hatten... Der Filmraum roch schon so herrlich nach Feuer und verbranntem Stein - ich mag das ja 😉
Wir sahen spektakuläre Bilder des Vulkanausbruchs auf der Rejkjanes Halbinsel 2021, der die ganze Vulkankette reaktivierte, die über 1000 Jahre schlief und jetzt bis heute aktiv ist.
Es folgte dann überraschend eine brandneue Tour. Mit 3D-Effekten und Bildschirmen rundum erlebte ich eine immersive Tour tief in den Vulkan hinein.
Anschließend folgte eine Tour in einen künstlich, aber mit echtem Eis angelegten Eistunnel. Vorab informierten ein paar Schilder über den Ok-Gletscher. Der Ok ist ein 1170 m hoher Berg, der vor etwa 300.000 Jahren als Schildvulkan mit einem kreisförmigen Krater auf dem Gipfel entstand. Im Laufe der Jahrhunderte bedeckte eine Eiskappe den Norden des Berges, aber jetzt ist sie verschwunden. Der Ok-Gletscher war wohl wunderschön - eine regelmäßige Kuppel an der Nordflanke des Berges. Um 1900 bedeckte er eine Fläche von etwa 15 km². Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war er auf etwa die Hälfte seiner Größe geschrumpft, und zu Beginn dieses Jahrhunderts war er weniger als 4 km² groß. Im Jahr 2012 war er auf 0,7 km² geschrumpft. Das führte dazu, dass sich der Ok-Gletscher nicht mehr unter seinem eigenen Gewicht bewegen konnte und somit die Kriterien für einen Gletscher nicht mehr erfüllte. Das Verschwinden des Ok-Gletschers wurde im Herbst 2014 bekannt gegeben, als dort, wo der Gletscher einst stand, nur noch dünne, fragmentierte Eisschichten übrig waren. Der Ok wird heute als Totes Eis eingestuft. Am 18. August 2019 versammelte sich eine Gruppe von etwa 100 Menschen auf dem Ok in Kaldidalur, um eine Gedenktafel an der Stelle zu enthüllen, an der einst der Gletscher stand. Die Tafel ist das weltweit erste Denkmal für einen Gletscher, der durch den Klimawandel verloren gegangen ist. Sie soll eine Warnung und ein Aufruf zum Handeln gegen den Klimawandel sein. Der Autor Andri Snær Magnasun wurde beauftragt, die Gedenkworte zu verfassen:
"Ok ist der erste isländische Gletscher, der seinen Status als Gletscher verliert. In den nächsten 200 Jahren werden unsere Gletscher voraussichtlich demselben Beispiel folgen. Dieses Denkmal soll anerkennen, dass wir wissen, was geschieht und was getan werden muss. Nur ihr wisst, ob wir es getan haben."
In der Eishöhle waren angenehme -10°C. Ich entdeckte sie Schichten aus Vulkanasche, die auch in den Gletschern hier im Land häufig das Alter des Eises beziehungsweise die Zeitpunkte verschiedener Ausbrüche angeben können.
Anschließend folgte eine Ausstellung über die Gletscher und das Wasser Islands. Während der Meeresspiegel steigt, hebt sich auch das Land, da die schweren Eiskappen und Eisschilde abschmelzen. Im Westen und Südwesten Islands sinkt das Land um 4 mm pro Jahr, im Südosten steigt es jedoch aufgrund der schmelzenden Gletscher und des Gewichtsverlusts um 6 mm pro Jahr.
In einer kleinen Kunstinstallation hatte ich dann auch noch alle Wasserfälle des Landes auf einmal im Blick 😉
Island ist wirklich reich an Wasserfällen. Schätzungsweise 1.600 Wasserfälle sind höher als 2 m, und 20 stehen unter Naturschutz. Viele Wasserfälle haben keinen Namen, und manche Namen sind häufiger als andere. Beispielsweise gibt es im Land sieben Gullfoss-Wasserfälle. Selfoss ist mit 13 Wasserfällen der häufigste Name.
Anschließend genoss ich noch etwas die Aussicht auf dem Dach des Museums.
Bevor ich dann weiter in die Stadt ging, besuchte ich noch das Planetarium des Museums, in dem eine Show zu den Polarlichtern gezeigt wurde.Leer más
Reykjavík Stadtrundgang I
10 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 12 °C
Meinen Rundgang durch die Stadt begann ich, nachdem ich an einigen tollen Wandgemälden vorbei kam, an der berühmten Hallgrimskirche. Die Kirche ist die größte in Island und auch das zweithöchste Gebäude im ganzen Land. Interessant ist, dass ihr Altarraum nicht ganz nach Osten ausgerichtet ist. Auffallend ist auch die Ähnlichkeit der Betonpfeiler, die sich in großer Zahl um den Turm der Hallgrímskirkja aneinanderreihen, mit Basaltsäulen, einem typischen Motiv der isländischen Landschaft. Die weiße Farbe der Kirche soll an die Gletscher erinnern.
Die Stadt ist sehr schön - und vor allem sehr bunt und freundlich gestaltet. Ich kam noch an dem ehemaligen Sitz des Regierungschefs vorbei und nutzte die Stadt, um ein paar Souvenirs zu shoppen (aber den Riesen-Puffin habe ich dort gelassen...).
Ich kam zum Parlamentsgebäude, dass außer durch Kameraüberwachung gar nicht gesichert ist. So stand ich plötzlich in dem (sehr schönen) Garten hinter dem Gebäude.
Zwischen dem Parlament und dem Rathaus fand ich die Statue "der unbekannte Bürokrat".Leer más
Reykjavík Stadtrundgang II
10 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 11 °C
Ich ging weiter durch die älteste - und anfangs auch einzige - Straße Reykjavíks und kam an dem ältesten noch stehenden Haus vorbei. Anschließend sah ich das rote Falknerhaus - hier wurden früher die isländischen Falken aufbewahrt, die damals an europäische Aristokraten verkauft wurden.
Meine Füße trugen mich weiter zum Wasser, wo ich das Konzerthaus Harpa ansah - ein interessanter Glasbau, in dessen Fenster sich die Sonne spiegelte.
Entlang der Küste kam ich, vorbei an einigen Skulpturen und einem Mini-Leuchtturm, zu einem historisch bedeutendem Gebäude. In Reykjavík gibt es nur recht wenige sehr alte Gebäude, daher zählt das Höfði Haus zu den architektonischen Schätzen der Stadt, den die Bewohner immer bewundert haben. Das markante weiße Gebäude wurde 1909 errichtet. Es kam als Baupaket aus Norwegen und besteht aus einer Mischung verschiedener Bau- und Dekorationsstile. Zur damaligen Zeit war es eines der größten und elegantesten Häuser. Das Höfði-Haus wurde für den französischen Konsul Jean-Paul Brillouin errichtet. Der befand sich in Reykjavík, um den Fischern der französischen Flotte beizustehen. Der Konsul hielt es allerdings nicht allzu lange in dem unwirtlichen Land aus und so wurde das Haus weiterverkauft.
In den 1940er Jahren war Höfði der Sitz des britischen Botschafters. Winston Churchill und Marlene Dietrich waren in dieser Zeit zu Gast hier. Der letzte britische Botschafter riet seiner Regierung das Haus zu verkaufen, denn er war der Meinung, dass ein Geist, den er die Weiße Lady nannte, im Haus sein Unwesen trieb. Er fand ihre Anwesenheit wohl zu nervenaufreibend, was ihn dazu verleitet hat, den einzigen bekannten diplomatischen Brief zu schreiben, bei dem es um einen Hausgeist geht. Offiziell hieß es, das Haus sei in einem schlechten Zustand. Die Stadt Reykjavík kaufte das Haus 1958 und in den folgenden Jahren wurde es restauriert und in seinen früheren Glanz zurückversetzt. Seit 1967 wird Höfði als Veranstaltungsort für städtische Empfänge genutzt. Weltbekannt wurde das Haus, als hier im Oktober 1986 die ersten Gespräche zu den Abrüstungsverhandlungen zwischen Gorbatschow und Reagan geführt wurden.
Das berühmte Gipfeltreffen in Höfði gilt als Beginn des Endes des Kalten Krieges. Die Isländer waren die ersten, die die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der baltischen Staaten anerkannten, und im August 1991 wurde in Höfði eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Die meisten ausländischen Staatsoberhäupter, die Island besuchen, kommen hierher.
Nach diesem interessanten Rundgang durch die Stadt taten mir die Füße langsam wirklich weh und ich war froh, wieder im Auto zu sitzen. Ich fuhr noch bis an die Spitze der Reykjanes Halbinsel und fand einen Nachtplatz direkt am Meer neben einem Leuchtturm, wo ich dann auch noch einen wunderbaren Sonnenuntergang sah.Leer más
Entlang der Reykjanes Halbinsel
11 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌬 11 °C
Ich fuhr um die Spitze der Halbinsel herum, wobei ich nur sehr langsam voran kam, weil ich immer wieder kurze Zwischenstops machte.
Zunächst sah ich mir die kleine Hvalneskirkja an, die durch ihren bunten Turm auffällt. Auf dem Friedhof davor fand ich ein Grabmal für die auf See Verstorbenen mit kleinen Gedenksteinen mit Namen darunter.
Mein nächster Halt brachte mich zur "Brücke zwischen den Kontinenten" hier konnte ich wieder einmal eindrucksvoll den Riss zwischen den Kontinentalplatten sehen.
Schließlich hielt ich an der Stanpar-Kraterreihe. Zwei vulkanische Spalten erstrecken sich vom Meer bis zum Land auf der Westseite von Reykjanes und bilden eine Reihe von Kratern. Diese Kraterreihen wurden Stampar genannt und stammen aus zwei Perioden. Die jüngere Stampar-Kraterreihe, an der ich nun stand, entstand in den Reykjanes-Bränden in den Jahren 1210–1240. Sie ist etwa 4 km lang, und die Fläche des von ihnen produzierten Lavafeldes beträgt etwa 4,6 km². Die beiden der Straße am nächsten gelegenen Krater befinden sich am nördlichen Ende der Kraterreihe. Fischer nutzten früher all diese Krater als Orientierungspunkte auf See. Die meisten Krater sind jedoch tiefliegende Schlackenkegel und nicht sehr markant.
Es gibt hier in Island wohl einen Hundert-Krater-Pfad, einen ausgeschilderter Wanderweg, der teilweise auch durch das Stampar-Lavafeld führt. Der Weg beginnt in Valahnúkur in Reykjanes und ist 13 km lang.
Das Betreten des Kraters, der der Straße am nächsten liegt, war erlaubt, also machte ich mich direkt auf den Weg.Leer más
Kalte Klippen und heiße Quellen
11 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌬 12 °C
Als nächstes hielt ich an der Felsküste Valahnúamöl. Ich hatte starken auflandigen Wind und so schepperten die Wellen regelmäßig mit voller Wucht an die Felsen - ein Traum!
Auch sah ich hier ein (ziemlich verwahrlostes) Keyboard stehen. Ein Schild verriet, dass es sich um genau die Stelle handelt, an der Will Ferrell und Rachel McAdams standen und den Song Volcano Man für den Hollywood-Film "Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga" sangen.
Nur ein paar hundert Meter weiter liegt Gunnuhver - die Schlammquelle Gunnuhver im Südwesten der Halbinsel Reykjanes ist nach der Figur Gunna aus einer Volkssage benannt und ist aktuell die größte in Island.
Teilweise schleudert Gunnuhver heißes Wasser und Schlamm in bis zu 4 Meter Höhe. Das vorhandene Wasser ist ausschließlich Grundwasser und Oberflächenwasser von Niederschlägen. Die Temperaturen unter der Erdoberfläche erreichen über 300°C. Somit ist hier Islands heißester Ort. Als es zu regnen begann, konnte ich sehen, wie der ganze Boden um den Holzsteg herum anfing zu dampfen. Neben Wasser und Schlamm kommt hier auch Schwefel vor, was an der gelben Färbung und vor allem auch am Geruch deutlich zu erkennen ist. Zum Glück kam der Wind aus meinem Rücken und ich stand weit abseits der Dampfwolke. Benannt ist die Quelle nach einer Sage:
Vor über 400 Jahren lebte Guðrun Önundardóttir, genannt Gunna, auf einer Farm auf der Halbinsel Reykjanes. Sie führte ein Leben in bitterer Armut. Als sie ihrem Vermieter, einem reichen Anwalt, die Schulden nicht mehr bezahlen konnte, wurde ihr der einzige verbliebene Besitz, ein Kochtopf, genommen. Sie sagte, sie würde solange hungern, bis sie den Topf zurück bekomme. Aber keine der beiden Seiten gab nach, Gunna wurde wahnsinnig und starb.
Als man sie im Sarg zum Friedhof trug, bemerkten die Sargträger, dass der Sarg immer leichter wurde. Auch hörten sie eine Stimme, die sagte, dass sie nicht tief eingegraben werden solle. Sie bliebe nicht lange.
Schon in der Nacht ihres Begräbnisses begann ihr Geist, Krankheit und Tod über die Gegend zu bringen. Die Leiche des Anwalts wurde verstümmelt aufgefunden. Aber auch das beendete den Rachefeldzug nicht, die Frau des Anwalts wurde ebenfalls brutal getötet. Sie trieb viele Bewohner der Gegend in den Wahnsinn.
Schließlich hatte Pastor Eiríkur aus Vogsósar, der bei den Einheimischen den Ruf als Zauberer hatte, den rettenden Einfall. Man solle ihr ein Wollknäuel geben, das sie an einem Ende festpacken solle, und das andere Ende rollte man dann an einen Ort, an dem sie kein Leid mehr anrichten kann. Das waren die Schlammtöpfe der heißen Quelle. Ihre Schreie, als sie in eines der blubbernden Schlammlöcher fiel, wurden von vielen gehört und noch immer soll man sie durch den Dampf beim Kampf, den Quellen zu entkommen, sehen können.
Ich konnte Gunna zwar nicht sehen, aber wenn man genau in den weißen Dampf schaut, kann man darin das hoch spritzende Wasser erkennen.Leer más
Lava-Pool und Geisterstadt
11 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌬 12 °C
Ich hielt anschließend wieder an der Küste. Hier besuchte ich den Brimketill (Brandungskessel), einen kleinen "Pool" am Meer. An einem sonnigen Tag soll die Felsformation einem Whirlpool ähneln. Nun, ich hatte leider das isländische 5-Minuten-Wetter ("Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte einfach 5 Minuten") und es war sehr bewölkt mit Schauern.
Brimketill und die umliegenden Felsen entstanden durch das ständige Schlagen der Wellen gegen die Lavafelsenküste. Das endlose Tosen der Brandung hat im Laufe der Zeit zahlreiche Tümpel und Senken in der Basaltlava geschaffen. Man kann die enorme Kraft des Nordatlantiks am Werk sehen, wenn man die Wellen beobachtet, die auf die Felsen in der Nähe von Brimketill schlagen. Die Wellen erodieren das Gestein, indem sie den Luftdruck in Spalten und Rissen erhöhen. Beim Zurückweichen nimmt das Meer die Luft mit und erzeugt so Unterdruck. Dieser Prozess erodiert das Gestein mit der Zeit. Darüber hinaus tritt Erosion auf, wenn die Wellen Felsen und Kies an die Küste schlagen, ebenso wie Winterfröste, wenn Wasser in Rissen gefriert und sich ausdehnt.
Die Lava um Brimketill ist extrem rau, rissig und hat hohe, scharfe Kanten und Oberflächen. Das Feld entstand wahrscheinlich bei den Reykjanes-Bränden in den Jahren 1210-1240.
Legenden erzählen von dem Nachttroll Oddný, die mit ihrem Mann Hróar und ihrem Sohn Sölvi in Háleyjabunga (einem nahegelegenen kleinen Pikrit-Lavaschild), westlich von Brimketill, lebte. Eines Nachts ging sie zum Ræningjasker (einem nahegelegenen Riff), östlich von Brimketill, um einen Walkadaver zu holen, der an Land gespült worden war. Auf dem Rückweg ruhte sie sich aus und nahm ein Bad in Brimketill. Als sie sich schließlich auf den Rückweg machte, kam sie nicht weit, da die Sonne aufging, bevor sie zu Hause ankam. Infolgedessen wurde sie zu Stein und war lange Zeit als hoher Lavagipfel zu sehen, bis das Meer ihn langsam abtrug. Brimketill wurde daher auch Oddnýjarlaug oder Oddnýs Teich genannt.
Anschließend fuhr ich durch den Ort Grindavik, der in den letzten Jahren häufig wegen des Vulkans evakuiert werden musste. Auch jetzt gibt es wieder einen Voralarm - eine erneute Evakuierung könnte jederzeit kommen. Ich fühlte mich in diesem Ort vollkommen fehl am Platz. Bis an die errichteten Schutzwälle um den Ort herum reichte ein frisches Lavafeld. Die Häuser waren größtenteils verlassen, keine Menschenseele in Sicht und der Supermarkt war mit Holzbrettern verriegelt. Ich sah abgesackte Parkplätze und im Nichts endende Straßen. Und überall war die nächste Fluchtrichtung ausgeschildert...Leer más
Lavafeld
11 de julio de 2025, Islandia ⋅ 🌬 12 °C
Wie gesagt, ist der letzte Vulkanausbruch hier noch nicht so lange her. Vor etwa einem Jahr war hier die letzte Eruption. Die äußere Lava ist vollständig abgekühlt, sodass man über eine relativ kurze Wanderung durch das Ödland das Lavafeld erreichen kann. Mit Kamera und Drohne machte ich mich also auf den Weg.
Schilder wiesen darauf hin, dass die weißen Felder in der Gesteinsmasse noch immer extrem heiß sind. Und tatsächlich entdeckte ich viele davon und einige Stellen tiefer im Feld qualmten noch immer.
Auch wenn die Landschaft ziemlich trist ist, fand ich es beeindruckend, diese noch von Wind und Wasser ungeschliffene Gesteinsmasse zu sehen. Teilweise rissig, teilweise ganz glatt und immer wieder mit sich kräuselnden Wellenmustern. Beim Daraufklopfen war ich erstaunt, wie hohl sich die erkaltete Lava anhört - und wie scharfkantig sie ist...Leer más
Brúarfoss
12 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 13 °C
Wasserfälle zu besuchen ist einfach Pflicht. Also machte ich auch den kurzen Abstecher zum Brúarfoss noch - ohne vorher zu wissen, wie der eigentlich aussieht. Ich war von der Form sehr überrascht und musste dann auch gleich wieder zum Auto zurück laufen und die Drohne holen, um den ganzen Wasserfall sehen zu können.
Brúarfoss bedeutet übersetzt "Brücken-Wasserfall" und er verdankt seinen Namen einer natürlichen Steinbrücke. Sie soll nördlich des Wasserfalls über den Fluß geführt haben. Nach einer Legende gab der Bischof von Skálholt im Jahr 1602 den Auftrag zur Zerstörung der Naturbrücke. Zu dieser Zeit gab es in Island eine Hungersnot. Durch die Zerstörung der Brücke sollte hungrigen Bauern und Bettlern der Zugang zu den fruchtbaren Feldern des Bischofs verwehrt werden.
Der Gletscherfluss Brúará stürzt hier 2 bis 3 Meter in die Tiefe. Was ihn speziell macht, ist die Spalte in der Mitte, in die das Wasser fächerartig hinein fällt. Diese tiefe Felsspalte verläuft mitten durch dunkle vulkanische Felsformationen, wodurch himmelblaue Stromschnellen entstehen die unglaublich schön sind!Leer más
Keruð Kratersee
12 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 13 °C
Mein erster Stopp heute führte mich zu dem Krater Keruð mit einem hübschen Kratersee.
Kerið ist ein rund 6.500 Jahre alter Krater. Das Oval misst rund 270 m mal 170 m und der Krater selbst ist 55 m tief. Die Wassertiefe des Teiches in der Mitte schwankt zwischen 7 und 14 m.
Vulkanologen gingen früher davon aus, dass es sich bei Kerið um einen Explosionskrater handele. Solche tiefen Krater entstehen bei heftigen, kurzen Ausbrüchen. Bei genauerer Untersuchung konnte jedoch keine Ascheschicht gefunden werden, die auf einen Explosionsausbruch in Kerið zurückgeführt werden könnte. Heute sind Vulkanologen daher der Ansicht, dass Kerið ursprünglich ein riesiger Schlackekrater war, und es ist erwiesen, dass mindestens die Hälfte der Lavamenge von Tjarnarhólahraun von Kerið stammt. Die heutige Erscheinungsform des Kraters entstand wahrscheinlich gegen Ende des Ausbruchs, als ein kleines Lavareservoir unter dem Krater einen Abfluss fand und damit das Einbrechen der Lavadecke verursachte. Unterhalb einer bestimmten Grenze sind Vertiefungen im Gestein mit Grundwasser gefüllt. Weil Kerið ein Teich ohne Abfluss ist, zeigt seine Oberfläche den Grundwasserspiegel an und ist den gleichen Schwankungen unterworfen wie der Grundwasserstand. Der Krater ist somit eine Art Grundwasser-Barometer.
Das Wasser glänzte in der Sonne herrlich grünlich und ich genoss das gute Wetter bei einer ersten Umrundung auf dem Kraterrand und dann auch bei einer zweiten Umrundung um den See im Inneren. In dem See entdeckte ich sogar einige kleine Fische.Leer más
Geysir
12 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 15 °C
Auch, wenn ich Touristenmassen ja eher zu meiden versuche, musste ich dieses Highlight natürlich besuchen.
Geysire sind ein äußerst seltenes geologisches Phänomen, das nur in wenigen Ländern vorkommt. Wenn sich ein großes Wasserreservoir in der Nähe von heißem Magma sammelt, wird der untere Bereich überhitzt. Der Druck des kühleren Wassers darüber verhindert vorübergehend, dass sich das heiße Wasser in Dampf verwandelt. Sobald jedoch ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird, verdampft das heiße Wasser fast augenblicklich. Die explosive Kraft dieser Verdampfung schießt das Wasser viele Meter in die Luft. Sobald der Dampfdruck nachlässt, beruhigt sich das Wasser und der Kreislauf beginnt von neuem.
Geysir ist isländisch und bedeutet "Der Spucker". Ursprünglich wurde die bekannteste der Fontänen so genannt, der Name manifestierte sich dann aber als Bezeichnung für alle diese Naturphänomene. Die maximale Höhe der Eruptionen des "echten" Geysir betrug früher 70-80 m, überschreitet heute aber selten 30-50 m. Bei der Bestimmung der Höhe einer Eruption kommt es auf die Menge des Wassers an, nicht auf den Dampf. Im Jahr 2005 brach der Geysir bis zu 10 Mal alle 24 Stunden aus oder gar nicht, im Durchschnitt ein Ausbruch alle 6 Stunden. Die Höhe der Eruptionen überschritt selten 15 m. Heute ist er ganz eingeschlafen.
Dafür befindet sich daneben der Strokkur (der Name bedeutet "ein Butterfass"). Er bricht zuverlässig alle 5-10 Minuten bis zu einer maximalen Höhe von 20-35 m aus.
Ich positionierte also mich und die Kamera und wartete. Dank des Stativs musste ich die Kamera zum Glück nicht die ganze Zeit halten, sondern konnte mit dem Finger auf dem Auslöser abwarten.
(Anmerkung: die kleinen Bilder sind Videos, die ich zum Hochladen komprimieren musste. Nach dem Antippen werden sie abgespielt.)Leer más
Gullfoss: Wasser- und Menschenmassen
12 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 16 °C
Der Gullfoss liegt entlang des Golden Circle und ist daher auch eine sehr viel besuchte Attraktion.
Im Jahr 1907 wollte ein Engländer den Gullfoss kaufen. Als Tómas, ein Bauer aus Brattholt, dem die Hälfte des Wasserfalls gehörte, ablehnte und erklärte, dass er seinen Freund nicht verkaufen würde, bot der Engländer einen viel höheren Preis für das gesamte Land. Tómas beriet sich mit seinen Töchtern und lehnte das Angebot anschließend ab. Kurz darauf gelang es jedoch einem isländischen Kaufmann, ihn dazu zu bringen, einen 150-jährigen Pachtvertrag für den Gullfoss zu unterzeichnen. Der Kaufmann verkaufte den Pachtvertrag dann an einen Ausländer. Die Tochter des Bauern aus Brattholt, Sigríður Tómasdóttir, versuchte, den Pachtvertrag für nichtig zu erklären, doch ihr Versuch scheiterte vor Gericht. Der Bau eines geplanten Kraftwerks kam jedoch nie zustande. 1928 wurde der Pachtvertrag wegen nicht bezahlter Pachtzahlungen für nichtig erklärt.
Sigríðurs Kampf für den Wasserfall war selbstlos und bemerkenswert. Sie arbeitete oft rund um die Uhr, um ihren Fall zu verfolgen, unternahm lange Reisen entlang von Bergstraßen, watete zu jeder Jahreszeit durch große Flüsse und hatte viele Treffen mit Regierungsbeamten in Reykjavik. Aufgrund ihres Kampfes wurde Sigríður oft als Islands erste Umweltschützerin bezeichnet.
Heute schieben sich hier Touristen die Pfade entlang, um den Wasserfall zu sehen. Auch dieser Wasserfall ist wieder seltsam geformt, der Fluss fließt hier quasi um die Ecke.
Über zwei gewaltige, fast im rechten Winkel aufeinanderstehende Kaskaden stürzt das Wasser des Gletscherflusses Hvítá in eine 2,5km lange und 70 m tiefe Schlucht. Die obere Stufe des Wasserfalls hat eine Höhe von 11m, die untere Stufe erreicht eine Höhe von 20m. Die Fallkante beider Stufen wird durch zwei Lavaschichten gebildet. Zwischen den beiden Lavaschichten befindet sich eine weiche Schicht aus Flußschotter. Auch unter der zweiten Basaltschicht liegt Flußschotter. Das fallende Wasser kann diese weichen Schottereinlagerungen leicht abtragen, die Basaltschichten werden unterspült und brechen regelmäßig ab. So ist in den letzten 10.000 Jahren, also seit dem Ende der Eiszeit, die Schlucht entstanden.
An diesem warmen Tag war der Sprühnebel des Wasserfalls sehr erfrischend und so hörte ich noch ein bisschen dem Getöse zu.Leer más
LAVA-Center
12 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 15 °C
Zum Abschluss des Tages besuchte ich noch das LAVA-Center - eine total spannende und interaktive Ausstellung über die vulkanische Aktivität auf Island.
Der Besuch begann mit einem beeindruckenden Film mit Bildern der letzten Ausbrüche auf Island.
Ich erfuhr hier auch, warum mir Grindavik wie eine Geisterstadt vorkam: Viele Häuser dort wurden zerstört, die Infrastruktur ist massiv beschädigt. Und weil die Ausbrüche auf der Halbinsel voraussichtlich 300-400 Jahre andauern können, bauten viele Anwohner ihre Häuser nicht wieder auf, sondern verließen die Gegend bereits dauerhaft.
Im Foyer war außerdem eine Übersicht über alle Erdbeben in (und unter) Island in den letzten 48h zu sehen - eine Übersicht, die ich ohnehin die letzten Tage aufmerksam verfolgt habe... auf der Halbinsel Reykjanes und unter dem Kattla finden vermehrt kleinere Beben statt.
Die anschließe Ausstellung begann mit einem rötlich beleuchteten Tunnel, in dem die bekannten Vulkanausbrüche seit der Besiedlung Islands als Zeitstrahl dargestellt sind.
Eine Weltkugel stellte dann die Entstehung Islands dar - wenn man das Geländer drehte, schritt man in der Zeit voran.
Auch die verschiedenen Formen von Plattenverschiebungen, aus denen Erdbeben resultieren, konnte ich interaktiv erleben. Eine Rüttelplatte simulierte das stärkste gemessene Beben in Südisland im Jahr 2008.
Unter Islands Kruste ist der stärkste Magmastrom auf eine Mantelplume oder einen Hotspot beschränkt. Dies ist eine von mehreren Mantelplumes weltweit, die im Erdmantel entstehen und sich nach oben erstrecken.
Mantelplumes sind bestimmte Bereiche im Erdmantel und ähneln vertikalen Säulen, in denen das Gestein mindestens 200 °C heißer ist als die Umgebung. Die Plumes sind etwa 100-500 km breit und sehr tief. Während das Gestein in diesen Gebieten sehr langsam aufsteigt, schmelzen Teile davon und verwandeln sich in Magma. Eine aktive Mantelplume befindet sich seit 15 bis 20 Millionen Jahren in der Nähe von oder unter Island und fördert die Bildung des Grundgesteins.
Ihr Zentrum befindet sich im zentralen Hochland, in der Nähe des Vatnajökull. Hier im Museum gab es eine maßstabsgetreue Nachbildung davon, modelliert nach wissenschaftlichen Messungen des Magmaauftriebs unter der Inseloberfläche.
Geophysikalische Untersuchungen helfen, den heißesten Bereich des aufsteigenden Mantelgesteins in einer Tiefe von 100-700 km abzugrenzen, wo das Gestein teilweise schmilzt: Islands feuriges Herz.
Die Geräusche im Hintergrund in diesem Raum waren Aufzeichnungen von Erschütterungen aufgrund von Magmabewegungen während des Ausbruchs des Eyjafjallajökull im Jahr 2010. Die Frequenz wurde an das menschliche Ohr angepasst.
In weiteren interaktiven Modellen wurden verschiedene Arten von Vulkanausbrüchen simuliert, sodass ich eine Vorstellung davon bekam, warum manche Berge eher Lava spucken und andere eher Rauch. Auch die Gefahr von subglazialen Ausbrüchen wurde dargestellt.
Den letzten Ausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel war ein eigener Bereich der Ausstellung gewidmet.
Ich war von diesem interaktiven Museum schwer beeindruckt und bin froh, dort einen Zwischenstop eingelegt zu haben.Leer más
Gluggafoss
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 14 °C
Der Fluss Merkjá hat mehrere schöne Wasserfälle, aber der herausragendste heißt Gluggafoss (= „Fensterfall“). Ich fuhr hier zufällig vorbei und hielt spontan auf dem Parkplatz - der Wasserfall sah schon aus einiger Entfernung besonders aus.
Die obere Hälfte der Klippe besteht aus Palagonit- oder Tuffgestein und der untere Felsvorsprung aus Basaltgestein. Der Fluss hat Tunnel und Rillen durch das weiche Gestein geformt, das im Laufe der Zeit eine Reihe von „Fenstern“ in die Tunnel gegraben hat, wodurch der Name „Gluggafoss“ entstand. Ganz oben am Wasserfall fließt der Fluss unter einem Steinbogen hindurch
Da das Gestein eher weich ist, hat sich die Architektur des Wasserfalls im Laufe der Zeit verändert. Bis 1947 war die obere Hälfte des Wasserfalls kaum noch zu sehen, da das Wasser in einem vertikalen Tunnel hinter der Klippe verschwand. Sie war nur durch drei verschiedene Öffnungen sichtbar, die übereinander angeordnet waren. Das Wasser trat durch das untere Fenster aus und bildete einen schönen Bogen, außer wenn das Wasser im Fluss stieg und durch alle drei Fenster strömte. Große Veränderungen ereigneten sich im Gluggafoss, als der Vulkan Hekla 1947 ausbrach. Infolge dieses Ausbruchs fiel eine 20 cm dicke Ascheschicht herab, die der Fluss dann flussabwärts mit sich trug; die vertikale Tunnelformation verschwand fast vollständig, da sie sich mit Sediment füllte. Erst jetzt erlangt sie nach und nach wieder ihre frühere Pracht zurück.
Am Wasserfall unterhielt ich mich noch mit einem Isländer, der mir eine Pflanze zeigte, deren Blätter essbar sind und etwas nach Rhabarber schmecken. Dank Google fand ich dann heraus, dass es sich um den kleinen Sauerampfer handelt. Außerdem zeigte er mir wilden Thymian, auf Isländisch als Blóðberg bekannt. Nach seiner Anleitung zerrieb ich die Blüten zwischen den Fingern und roch daran - herrlich!Leer más
Vestmannaeyar
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 12 °C
Heute ging es für mich mit der Fähre auf die Westmännerinseln. Vestmannaeyjar ist ein Archipel von Vulkaninseln vor der Südküste, wobei Heimaey die einzige bewohnte Insel ist. Zwei historische Ereignisse haben diese Insel geprägt:
Im Jahre 1627 erreichte eine Flotte Korsaren aus Algier die Inseln und nutzte sie vorübergehend als Stützpunkt. Die Häuser der einheimischen Bewohner sowie die Kirche wurden in Brand gesetzt und viele Einwohner getötet. Die auf Heimaey und an anderen Orten der Südküste gefangen genommenen Isländer – insgesamt rund 300 Menschen – wurden danach auf den Sklavenmärkten der Barbareskenstaaten feilgeboten und verkauft. Nur ein geringer Teil der Versklavten konnte – nachdem die dänische Regierung oder andere für sie Lösegeld aufgebracht hatten oder sie selbst sich freigekauft hatten – nach Jahren in die Heimat zurückkehren. Nach Heimaey kehrten 27 Menschen zurück. Da Algier zu der Zeit zum türkischen Großreich gehörten, sprach und spricht man in dem Zusammenhang in Island immer noch vom Türkenüberfall (isl. Tyrkjaránið, wörtlich eigentlich Raub durch die Türken).
Das zweite Ereignis war der verheerende Vulkanausbruch von 1973. Ein Projekt zur Ausgrabung vergrabener Häuser wurde „Pompeji des Nordens“ genannt und ist noch immer im Gange. Ein Museum soll über den Vulkanausbruch informieren
Heute ist Heimaey eine blühende Fischergemeinde und ein beliebtes Touristenziel.
Am 14. November 1963 entdeckten Fischer etwa 20km südwestlich von Heimaey die aus dem Meer aufsteigende Rauchsäule eines Vulkanausbruchs. Im Laufe der nächsten dreieinhalb Jahre entstand die Insel Surtsey, benannt nach dem Feuerriesen Surtur. Sie erreichte eine Höhe von 188m und eine Fläche von rund 2,5 qkm. Wissenschaftlern bietet Surtsey die einmalige Gelegenheit, die Besiedelung einer Insel zu beobachten. Nur Wissenschaftler dürfen die Insel betreten. So soll verhindert werden, daß durch Besucher Sporen und Samen eingeschleppt werden. Bis heute wurden auf Surtsey rund 50 höhere Pflanzenarten registriert, alleine im Jahr 1996 wurden 5 neu eingewanderte Pflanzenarten entdeckt. Auch acht Seevogelarten brüten inzwischen regelmäßig auf Surtsey. Der Kampf zwischen Feuer und Wasser war mit dem Ende des Surtseyausbruchs im Jahr 1967 noch nicht beendet - das Meer nagt seitdem ständig an der erkalteten Lava und hat inzwischen 15% der ursprünglichen Inselfläche abgetragen. Andere Inseln, die ebenfalls in den sechziger Jahren neu entstanden, wurden bereits nach kurzer Zeit wieder vollständig abgetragen. Syrtlingur trotzte dem Meer z.B. nur 6 Monate, die "Weihnachtsinsel" Jólaey immerhin vom Dezember 1965 bis September 1966.
Nach 40 Minuten Fährfahrt kam ich im Hafen an und begann meinen Stadtrundgang über das Lavafeld. Es war ein seltsames Gefühl, dort zu spazieren, wo früher Menschen lebten und wo noch immer - nun aber 10m unter meinen Füßen - Häuser und ein Schwimmbad begraben sind.
Gedenksteine und alte Straßenschilder erinnern an das ehemalige Stadtviertel hier. Ich sah auch Überbleibsel der Wasserversorgung der Insel, und einen großen Wassertank, der zur Hälfte von Lava zerstört wurde.Leer más
Eldheimar
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 12 °C
Am 1973 brach auf der Insel ein Vulkan aus und veränderte sie für immer. Sie wurde 2 Quadratkilometer größer und viele Häuser wurden zerstört und unter dem enormen Lavastrom vergraben.
Das Museum Eldheimar ist rund um ein ausgegrabenes Haus errichtet und informiert über den Ausbruch und seine Folgen.
Mit einem Audioguide ausgestattet machte ich mich auf die Erkundungstour. In den Ruinen des Hauses kann man noch einige Gegenstände erkennen, die die Bewohner zurück lassen mussten. Ganz bescheiden nennen die Isländer diesen Ort daher auch das "Pompeji des Nordens".
Am 23.01.1973 begann nachts ganz plötzlich der Ausbruch. Das war ein Montag, der danach als der schwarze Montag in die Geschichte Islands einging. Heutige Wissenschaftler sagen, dass es etwa 30 Stunden vor dem Ausbruch klare Anzeichen gegeben hätte, die damalige Messgeräte jedoch schlichtweg nicht erfassen konnten.
Am Tag vor dem Ausbruch gab es ein Unwetter, weshalb alle Schiffe der großen Fischereiflotte im Hafen lagen - nur so war eine rechtzeitige und vollständige Evakuierung möglich.
Zum Glück waren auch nur wenige Häuser direkt am Vulkan gebaut. Die Bewohner dieser Häuser spürten Erdbeben und sahen erste Feuer, woraufhin sie sofort weiter in den Ort liefen - teilweise im Schlafanzug.
Zwei Spaziergänger, die auf dem Weg zum Leuchtturm waren, trafen einen anderen Mann und verquatschten sich. Während des Gesprächs wurde der Leuchtturm dann durch den sich plötzlich öffnenden Erdboden vernichtet.
Zunächst öffnete sich eine 1700m lange Vulkanspalte, die vom Ort aus wie eine Feuerwand wirkte.
Fast alle der 5000 Einwohner eilten zur Evakuierung in den Hafen. Nur Alte und Kranke wurden mit Flugzeugen evakuiert, dabei half auch spontan die US Navy. Die Boote kamen wegen der Ausläufer des Unwetters vom Vortag erst nach 4h an Land an, dann wurden die Menschen mit Bussen weiter nach Reykjavík gebracht.
Der isländische Rundfunk brachte die Nachricht des Ausbruchs um die Welt.
200-300 Menschen blieben für Rettungsarbeiten auf der Insel. Alles, was noch aus den Häusern zu retten war, wurde so wie es war zum Hafen und auf Schiffe gebracht. Also Schränke mit dem Porzellan darin, Kaffeetassen mit restlichem Kaffee darin, Schreibtische mit Dokumenten darauf.
Die Dächer wurden von Asche befreit, damit die Häuser nicht weiter einstürzten. Als es windstill wurde, traten giftige Gase aus dem Vulkan aus - die Helfer mussten Masken tragen und einer starb. Die Helfer hatten die Idee, den kontinuierlich auf die Stadt zurollenden Lavastrom mit enormen Mengen an Wasser abzukühlen und so aufzuhalten. Also wurden riesige Pumpen herbeigeschafft und im Hafen aufgebaut und der Strom konnte tatsächlich gestoppt werden.
Bei den Rettungsarbeiten ragte immer das Friedhofstor aus der Asche heraus mit der Inschrift: "Denn ich lebe und ihr werdet auch leben".
Als alles erkaltet war, starteten die Aufräumarbeiten: etwa 1200 LKW mit Asche wurden täglich zum Hafen gebracht.
Am 03.07.1973 wurde die Eruption offiziell für beendet erklärt.
Die Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt kam aus aller Welt. 1/3 der Menschen kam jedoch nie zurück. Am schwierigsten gestalteten sich die Aufräumarbeiten am Friedhof. Da hier keine Bagger zum Einsatz kommen konnten, wurde die Asche mit Schaufeln und Schubkarren entfernt. Noch heute - so heißt es - weht besonders starker Wind restliche Asche des Vulkans auf.Leer más
Rückfahrt mit der Fähre
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 12 °C
Bevor ich den Rückweg mit der Fähre antrat, besuchte ich noch den offiziellen Trainingsplatz des Lokalsports: Klippenschwingen!
Mit einem an die Klippen geknoteten Seil schwingen sich die Einheimischen an den Klippen entlang, um die Eier der vielen Seevögel zu sammeln. Das geschieht in vielen Metern Höhe, sodass der Nachwuchs hier an einem sicheren Felsen trainieren kann.
Auch ich versuchte mein Glück - ich werde wohl niemals Seevogeleier sammeln...
Bei der Rückfahrt genoss ich die Sonne an Deck und bestaunte noch etwas die Klippen der Inseln.Leer más
Seljalandsfoss
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 15 °C
Der Seljalandsfoss, Teil des Flusses Seljalandsá, entspringt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Unter diesem Gletscher brach 2010 der Vulkan aus, der auf Flughäfen in ganz Europa Chaos anrichtete.
Auf einem Trampelpfad umrundete ich den Wasserfall, ging also hinter dem Wasser entlang. Dabei war ich froh, dass ich mir die komplette Regenausrüstung angezogen hatte, denn durch den Wind wurde ich klitschnass. Ich versuchte dennoch neben dem ganzen Staunen ein paar Fotos zu machen, wobei ich nach fast jedem Bild die Linse trocknen musste...Leer más
Rútshellir und Drangurinn
13 de julio de 2025, Islandia ⋅ ☁️ 14 °C
Auf 90 Anwesen Südislands befinden sich annähernd 200 von Menschenhand geschaffene Höhlen. Höhlen wie diese sind andernorts in Island so gut wie unbekannt. Die Höhlen von 41 Anwesen stehen unter Schutz und gelten als UNESCO-Weltkulturerbe. Rútshellir ist die erste dieser Höhlen die ich besuchte. Die geradewegs in das Gestein führende Haupthöhle misst rund 20 m und hat eine gewölbte Decke. Sie diente als Heuschober. Die kleinere Höhle, Stúkan, zweigt im rechten Winkel von der großen Höhle ab und misst 8m. Vermutlich handelt es sich um eine alte Schmiede.
Anschließend fuhr ich weiter zu Drangurinn í Drangshlíð 2. Auch hier nutzten die Bauern Höhlen im Felsen in Verbindung mit angebauten Häusern als Scheunen und Ställe.Leer más










































































































































































































































































































































































































Viajero
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Viajero👌