Königspinguine und Porvenir
17 Februari, Argentina ⋅ ☁️ 9 °C
Auf dem Weg nach Chile machen wir einen Abstecher zum Schiffswrack La Desdemona, das etwas 80 km von Tolhuin entfernt liegt. Das Wrack ist nichts Besonderes, aber der Weg dahin ist mit den für Feuerland typischen flechtenüberzogenen Wäldern ein schöner Abschluss unseres Aufenthaltes in dieser Region. Auch der Wind gibt zum Abschluss noch mal alles und so suchen wir dort einen windgeschütztes Übernachtungsplätzchen, was wir dann bei einer indigenen Familie im Vorgarten finden.
Am nächsten Tag geht es wieder über die Grenze nach Chile, wo wir zwar wieder typisch "deutsch akkurat" dafür gesorgt haben, keinerlei Gemüse, Obst und Fleisch dabei zu haben, aber die Kontrolle dann nur lapidar stattfindet.
Kurz hinter der Grenze führt eine Schotterpiste zur einzigen Königspinguin-Kolonie, die es außerhalb der Antarktis gibt. Eigentlich haben wir nun schon genug Pinguine gesehen, aber die Tickets dafür hatten wir schon vor unserer Antarktis-Reise gebucht und so statten wir dieser Kolonie also einen Besuch ab. Außerdem sind die Königspinguine auch doch nochmal ein ganzes Stück größer als die, die wir schon gesehen haben. Hier kommt man ihnen aber nicht sehr nah, da die meisten auf der gegenüberliegenden Seite eines Flusses sitzen.
Beim Verlassen der Kolonie überlegen wir, welche Route wir nun nach Punta Arenas einschlagen. Es gibt die gut ausgebaute Straße über Punta Delgada, die wir auf dem Hinweg schon gefahren sind oder über Porvenir die Schotterpiste, über die wir im Internet gelesen haben, dass einer den ganzen Tag dafür gebraucht hat und wo es eine Fähre über die Magellanstraße gibt, die je nach Wetterbedingungen nicht immer fährt. Wir entscheiden uns für die riskantere Strecke, denn im Reiseführer gibt es ein hübsches Bild von Porvenir. Am Ende stellt sich die Straße als gar nicht so schlecht heraus, denn die erste Hälfte ist gerade asphaltiert worden. Unterwegs nehmen wir noch einen Chilenen mit, dessen Fahrrad gerade kaputt gegangen ist und der sonst 40 km hätte zu Fuß gehen müssen.
Porvenir ist dann aber doch nicht so hübsch, wie wir von dem Foto erwartet hatten, sondern entpuppt sich als schnuddeliger Wellblech- Ort am Ende der Welt. Aber wir können ein Ticket für die Fähre am nächsten Morgen kaufen.Baca lagi
Gemischte Gefühle in Punta Arenas
18 Februari, Chile ⋅ 🌬 9 °C
In Punta Arenas soll es alles geben, was das Overlander -Herz begehrt, wird uns Wochen vorher schon von allen erzählt. Stimmt auch! Da gibt es eine Zona Franca, in der es Hunderte von Geschäften für einfach alles gibt. Und es ist auch eine unerwartet hübsche und große Stadt hier so am Ende des südamerikanischen Kontinents. Wir machen einen Stadtbummel, besuchen das völlig durcheinander gewürfelte, aber interessante Museo Salesiano und essen im Mercado Municipal ein sehr leckeres Ceviche.
Die Stadt gefällt uns wirklich gut, aber wir sind auch etwas traurig, denn hier endete für unsere Kinder vor ein paar Jahren ihre eben begonnene Reise wegen der ausgebrochenen Corona - Pandemie. Alles war so toll geplant, viel Geld hatten sie investiert und verzweifelt ließen sie ihren eben erworbenen Camper mit kompletter Ausrüstung stehen, in der Annahme, in ein paar Wochen wieder zurück zu sein und nahmen den letzten möglichen von der deutschen Regierung organisierten Flug nach Hause. Der Camper verrottete und die beiden konnten nicht wieder hierher zurück kommen.
Am nächsten Tag fahren wir zum befahrbaren Ende des südamerikanischen Festlandes. Unterwegs besuchen wir die Fuerte Bulnes, eine hölzerne Befestigungsanlage, die 1843 erbaut wurde, jedoch schon 5 Jahre später verlassen wurde, weil es an Nahrung und Trinkwasser fehlte.
Wir fahren bis zum Ende der Straße, lassen dort das Wohnmobil stehen und laufen 4 Kilometer zum südlichsten kontinentalen Leuchtturm der Welt, den Faro San Isidro. Für die Wanderung dahin soll man hin- und zurück zusammen 3 Stunden einplanen (häh? Für 4 Kilometer)..Da denken wir: "Pah, wir sind eh viel schneller!' Haste dir gedacht!! Der Weg dahin führt an einem Kiesstrand entlang und das Gehen im Kies erweist sich als sehr mühselig. Der Weg wird aber belohnt, denn immer wieder tauchen gleich in Strandnähe Delfine aus dem Wasser. Endlich, nach genau 1,5 Stunden am Leuchtturm angekommen, wäre nun eine Besichtigung von diesem möglich, aber da wir gerade für die Fuerte Bulnes schon einen unverhältnismäßigen Eintrittspreis bezahlt haben, sparen wir uns das.
Genau 1, 5 Stunden später sind wir erschöpft zurück am Wohnmobil und suchen uns für die Übernachtung ein nettes Plätzchen an einem Fluss.Baca lagi
Torres del Paine und schlechte Laune
23 Februari, Chile ⋅ 🌬 9 °C
Ausgangspunkt für die Fahrt in den Torres del Paine N.P.ist Puerto Natales. Dort wollen wir eigentlich zwei Nächte auf einem Campingplatz bleiben, aber zum einen ist der Platz teuer und zum anderen nicht schön. Außerdem hat Puerto Natales rein gar nichts zu bieten. Wir nutzen den Zwischenstop nur zum Wäsche waschen und Vorräte auffüllen und fahren dann weiter zum Lago Sarmiento, wo wir wieder mal ziemlich einsam, aber wunderschön mit Blick auf den See stehen. Dann geht es in den Nationalpark. Die erste Nacht wollen wir am Lago Azul auf dem Campingplatz stehen. Da in der Gegend sind die Chancen am höchsten, einen Puma zu sehen. Aber wir haben kein Glück weder mit einer Pumasichtung noch mit dem Wetter und irgendwie entsprechen die ersten zwei Tage im N.P. gar nicht unseren Erwartungen. Wir machen eine kleine Wanderung auf den Sierra del Masle, aber der eisige Wind lässt keine große Freude aufkommen. Auch der Campingplatz, für den man etwa 20€ bezahlt , bietet eigentlich nichts außer einem Parkplatz (Duschen kosten nochmal 6 € für 5 Minuten). Auf dem kommen noch spät in der Nacht Autos an, Schiebetüren werden durchgehend auf und zu gemacht und morgens 6 Uhr fahren die ersten schon wieder los. Wenig Schlaf und mieses Wetter sind wahrlich eine schlechte Kombo für unsere Laune! Sie bessert sich etwas, als wir vormittags zur wunderschönen Cascada del Paine fahren, wo sich gewaltige Wassermassen den Abhang hinunterstürzen. Im Gebüsch sitzt ein Fuchsbaby, das sich überhaupt nicht daran stört, dass es als Fotomodell herhalten muss. Am Kontrollposten Porteria Laguna Amarga wollen wir die erste Wanderung machen und zwar zur Porteria Sarmiento. Wollen... Dabei bleibt es auch, denn von den Guardas werden wir gleich darauf hingewiesen, dass man diesen Wanderweg nur in eine Richtung machen darf und auch nur mit einem Guide. Ach und den hätten wir schon in Puerto Natales buchen müssen oder vielleicht im Internet. Überhaupt sind die Guardas sehr unfreundlich. Bei einer Frage nach einer Wanderkarte werden wir auf eine Karte an der Wand hingewiesen, die schon so verblichen ist, dass ein Foto davon quasi nicht mehr möglich ist. Unsere Laune sinkt auf den absoluten Tiefpunkt. Wir fragen uns, was wir hier eigentlich wollen und unser Plan, vier oder fünf Tage hier zu sein schrumpft wohl auf zwei Tage. Nun ja, wir geben nicht so schnell auf und fahren die überaus schlechten Schotterpisten weiter zum Salto Grande. Das ist ja wirklich mal ein großer Wasserfall! Und es sieht toll aus, wie das türkisfarbene Wasser hinab stürzt. Der schrecklich kalte Wind hat aufgehört und die Sonne kommt auch raus. Vom Salto laufen wir zum Mirador Cuernos, wo man einen fantastischen Blick auf das blaue Farbenspiel des Lago Nordenskjöld hat. Auf dem Rückweg werden wir noch ein Stück von einem kleinen Gürteltier begleitet.
Sollten wir nun doch noch den Torres del Paine Park schön finden??Baca lagi
Versöhnung mit Torres del Paine
25 Februari, Chile ⋅ ☁️ 14 °C
Nach den ersten schlechten Eindrücken vom Nationalpark versöhnen wir uns immer mehr mit ihm und uns gefällt es so gut, dass wir ganze fünf Tage bleiben und eigentlich noch länger geblieben wären, wenn nicht unsere Vorräte aufgebracht wären und die Heckgarage nicht mit immer mehr Müll vollgestopft wäre (denn es gibt hier keine Mülltonnen und man muss seinen Müll mitnehmen).
Zwei Mal übernachten wir an der Administration des Parkes, wo wir spät zu Wanderungen aufbrechen, weil wir so angenehme Gespräche mit zwei netten Chilenen und dem Chef der Administration haben. Es scheint also doch freundliche Chilenen zu geben!
Von dort starten wir an einem Tag zum Mirador Condor und am nächsten zum Miscelandaneous. Dort stehen plötzlich direkt neben uns viele Guanakos, die genauso erschrocken sind wie wir, dass der jeweils andere hinterm Gebüsch auftaucht. Die beiden Tage sind mit keinen so anspruchsvollen Wanderungen gefüllt, aber mit tollen Ausblicken auf die verschiedenfarbenen Seen und die Berge. Wenn man sich dann die Fotos anschaut, sieht es oft wie gemalt aus und wenig glaubwürdig, dass es ungeschönte Bilder sind. Bei dieser wundervollen Landschaft kann man schon nachvollziehen, warum es definitiv eines der Hauptattraktionen Chiles ist.
Eine Nacht stehen wir noch am Lago Grey, am Restaurant, auch einer kostenlosen Stellmöglichkeit. Von dort aus führt eine natürliche Landbrücke über den Lago Grey zum Ende einer kleinen Insel, von wo man auf den Gletscher Grey blicken kann. Allerdings ist es an diesem Tag so windig, dass sich der Weg dahin als wahnsinnig anstrengend erweist, weil wir uns über einen Kiesstrand mit Gegenwind kämpfen und auf der Insel überall festhalten müssen, um nicht vom Wind weggeweht zu werden. Die geplante Wanderung auf den Cerro Ferrier müssen wir auch auf den nächsten Tag verschieben, da man dort bis spätestens 14 Uhr starten darf und es wegen des Windes sowieso heute gesperrt ist. Also klettern wir am nächsten Tag hinauf. Und Mann oh Mann, wirklich anstrengend ist der Weg! Nach 700 Höhenmetern und zwei Stunden eines steilen Anstiegs werden wir mit einem bombastischen Rundblick auf Gletscher und mehrere Seen des Parkes belohnt. Als wir am späten Nachmittag wieder unten ankommen,sind wir echt stolz auf uns. Und mir scheint, dass Flachlandliebhaber Micha, der eigentlich gar nicht gern wandert, hier noch zum richtigen Bergfreund wird!
Dann fahren wir wieder den schotterpistigen Umweg auf mein Drängen hin zur Laguna Azul, in der Hoffnung, doch noch einen Puma zu sehen. Aber das einzige, was wir davon sehen, sind ein paar Guides, die mit ihrer Touristegruppe gerade ihre Kamera-und Fernglas-Ausrüstung abbauen. Wir sind zu spät gekommen, der Puma ist schon weg. Scheint aber sowieso in einer großen Entfernung gewesen zu sein. Nun, es sollte nicht sein! Aber wir sind nicht so traurig darüber, denn nach diesen fünf Tagen im Torres del Paine Nationalpark sind wir der Meinung, dass er neben der Antarktis eines der Highlights unserer bisherigen Reise war.Baca lagi
El Calafate und Perito Moreno
1 Mac, Argentina ⋅ ☁️ 12 °C
Geplant war eine Übernachtung in El Calafate als Ausgangspunkt für den Perito Moreno Gletscher. Aber Planungen sind dafür da, verworfen zu werden 😃!
Drei Nächte bleiben wir auf einem Campingplatz, auf dem ich bei der Ankunft keinen Cent bezahlen und gleich wieder umkehren wollte. Aber am Ende stellt sich der Campingplatz als super gut gelegen, weil es hier sehr ruhig ist und man trotzdem 5 Minuten zu Fuß vom Zentrum El Calafates entfernt ist und es außerdem Duschen und Waschbecken mit richtig schön heißem Wasser gibt. So legen wir Putz- und Wäsche wasch-Tage ein, gehen Pizza essen und genehmigen uns das erste Mal in Argentinien Rodizio in einer Parrillada (nach 2(!) Monaten-kaum zu glauben!) Außerdem probieren wir hier Calafate - Eis. Der Ort El Calafate heißt so, weil es hier in der Gegend überall Calafate - Beeren gibt. Sehen aus wie Heidelbeeren, die Pflanze hat aber Stachel dran. Uns persönlich schmecken aber Heidelbeeren besser. Ich finde, die Calafate-Beere schmeckt ein bisschen nach Holunderbeeren.
Auf dem Campingplatz stehen wir mit einer brasilianischen Reisegruppe, die wahnsinnig tolle Wohnmobile haben. Da könnten sich die deutschen Womo - Hersteller mal eine Scheibe abschneiden!
Nach drei Tagen fahren wir dann endlich zum Perito Moreno Gletscher. Ein Highlight hier in Patagonien, worauf ich mich schon sehr gefreut habe. Und enttäuscht werde ich auch nicht! Es ist zwar windig, aber dafür gibt es strahlend blauen Himmel und die Sonne lässt den Gletscher im schönsten Blau erstrahlen. Der Gletscher ist etwa 70m hoch und 5 km breit und schiebt sich ständig weiter auf die davor liegende Halbinsel hin. Mit ohrenbetäubendem Dröhnen brechen ständig große Eisstücke ab und fallen in den Lago Argentino, wodurch große Wellen entstehen. Mehrere Stunden verbringen wir damit, die beeindruckende Aussicht zu genießen und laufen die gut ausgebauten Holzstege am Ufer des Sees entlang.
18 Uhr schließt der Nationalpark und so müssen wir uns dann doch noch losreißen.
Auf dem Rückweg gehen wir in El Calafate nochmal einkaufen, denn unser nächstes Ziel ist El Chalten und da soll es noch teurer als hier sein, obwohl ich mir das bei den hiesigen Preisen gar nicht richtig vorstellen kann 😅.Baca lagi
Wandertage am Fitz Roy
5 Mac, Argentina ⋅ ☀️ 6 °C
So viel, wie wir in den letzten Wochen gewandert sind, haben wir wohl in unserem ganzen Leben noch nicht gemacht 😅.
In El Chalten, einer kleinen Ortschaft, die zu Füßen des Fitz Roy Massivs liegt, bleiben wir 3 Nächte. Es gibt dort nur einen Stellplatz am Beginn des Ortes. Ansonsten ist es verboten, irgendwo in der Stadt mit dem Wohnmobil frei zu stehen. Aber vom Stellplatz hat man einen wunderschönen Blick auf die Berge und der Morgen nach unserer Ankunft begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und völlig ungewohnt: ohne Wind. Für unsere Verhältnisse stehen wir sehr früh auf: 7 Uhr. Aber heute haben wir viel vor. Wir wollen zur Laguna Torre wandern und dafür benötigt man 7 Stunden hin- und zurück. Trotz des schönen Wetters macht wir das Wandern am Anfang keinen Spaß. Wir sind verwöhnt mit unseren einsamen Wanderungen im Torres del Paine Park und hier wälzen sich Menschenmengen die Berge nach oben. Vielleicht haben wir auch eine ungünstige Zeit erwischt, aber es macht mir keinen richtigen Spaß, immer wieder von hektischen "ich bin schneller als ihr anderen, also lass mich vor vorbei" jugendlich dynamischen Menschen gedrängelt zu werden. Nach einiger Zeit verläuft sich zwar alles etwas, aber da es hier auch keine Rundwege gibt, muss man auch immer wieder anhalten und entgegen kommende Leute vorbeilassen, die wohl ihre Wanderung schon in der Nacht begonnen haben und nun auf dem Rückweg sind.
Nach fast 4 Stunden kommen wir durchgeschwitzt an der Laguna an und genießen den Blick auf den Cerro Torre, der schon echt toll mit seinem Gletscher und mit den kleinen Eisbergen in der Lagune aussieht. Micha will sich nicht nehmen lassen, die letzten zwei Kilometer auf einem nicht ungefährlichen Berggrat zum Mirador Maestri zu kraxeln. Eigentlich bin schon ziemlich kaputt, aber es würde mich doch sehr wurmen, wenn Micha das alleine macht und ich geschwächelt habe 😅. Auf jeden Fall lohnen sich diese zusätzlichen 100 Höhenmeter, denn der Blick auf den Gletscher ist hier nochmal deutlich besser.
Nach einer Weile machen wir uns auf den Rückweg und entscheiden uns schon fast am Ende der Wanderung sogar nochmal für einen kleinen Umweg mit einem hübschen Aussichtspunkt. Nach einer 30 Kilometer Wanderung kommen wir erschöpft, doch zufrieden am Wohnmobil an. Aber wir sind nur noch fähig, zu Abend zu essen und einen Film anzuschauen.
Am nächsten Tag, wer hätte das gedacht, sind wir jedoch wieder fit für die nächste Wanderstrecke. Heute bewältigen wir "nur" 10 Kilometer. Wir wandern zum Mirador Fitz Roy und zur Laguna Capri. Landschaftlich sehr reizvoll, aber auch hier sind mir persönlich zu viele Menschen unterwegs. An der Laguna Capri treffen wir drei Venezuelanerinnen, die dort ins Wasser springen. 🥶 Viel zu kalt!! Ich glaube, das Wasser hat eine Temperatur von max.10 Grad!
Als wir in El Chalten zurück kommen, haben wir noch vor, zum Chorillo del Salto, einem Wasserfall zu wandern, allerdings stellen wir nach zwei Kilometern fest, dass der Rest der Strecke an einer Schotterpiste entlang führt, wo man ständig vom Staub der vorbeifahrenden Autos eingehüllt wird. Da entscheiden wir uns dafür, lieber eins dieser Autos zu sein, gehen zum Womo zurück und fahren dahin. Gute Wahl! So können wir dann noch das Abendessen draußen bei Sonnenschein mit freiem Blick auf das Fitz Roy Massiv genießen.Baca lagi
Unsere Lieblingsbeschäftigung auf Reisen
7 Mac, Argentina ⋅ ☁️ 19 °C
Nun sind wir wieder viele Kilometer auf der Ruta 40 in den Norden gefahren bis kurz vor Perito Moreno. Dabei handelt es sich keinesfalls um den Gletscher, sondern um den Ort. Und kurz davor gehen wir mal wieder eine unserer Lieblingsbeschäftigungen nach, nämlich prähistorische Malereien ansehen. Da wir ja nun fast jeden steinzeitlichen Maler in Europa kennen, wollen wir nun auch die künstlerisch begabten südamerikanischen Fred Feuerstein und Barni Gerölleimer kennenlernen. Dafür müssen wir aber 37 km heftigste Rüttelpiste zur Cueva de los manos fahren. Aber die anstrengende Fahrt lohnt sich. Zu den Felsenmalereien kommt man nur in Begleitung eines Guides. Unserer ist großartig! Er erklärt alles so ausführlich und spannend, dass es auch ohne die Malereien schon eine tolles Erlebnis wäre. Und dann kommen wir zu den Malereien. Der absolute Wahnsinn!! Die ältesten sind 10000 Jahre alt und alles ist so gut erhalten. Das ist unglaublich! Die meisten sind interessanterweise Handabdrücke, genau wie in Spanien und Portugal. Und auch hier gibt es Abdrücke von deformierten Händen, z.B mit vier oder sechs Fingern. Eine Erklärung dafür kann sein, dass sich der Genpool der damals hier lebenden Menschen durch ihre eingeschränkte Lage nicht gut vermischen konnte. Aber wirklich interessant, dass die Techniken und Motive der Steinzeit-Malereien auf der ganzen Welt sehr ähnlich sind. Es gibt auch hier Zeichnungen, die Beutetiere und jagende Menschen darstellen. Und alles ist von den Farben so gut erhalten, als ob es vor ein paar Jahren gemalt worden sei, denn hier in dem Tal herrscht ein kühles und trockenes Klima, was alles gut konserviert. Wir sind beeindruckt. Ein wahres Highlight!!
Es ist schon spät am Abend und dunkle Wolken ziehen am Himmel auf. So bleiben wir im Nationalpark, wenige Kilometer von der Cueva de los manos stehen. Schotterpiste im Dunkeln und mit Gewitter zu fahren wäre doch nochmal eine Ecke herausfordernder als es so schon ist.Baca lagi
Lago Buenos Aires oder General Carrera .
10 Mac, Argentina
Die ganze Nacht hat es geregnet und so richtig ruhig schlafen konnte ich nicht, denn wir stehen neben einer schmalen Schlucht an einem Fluss. Man weiß ja nie, inwieweit sich so ein kleiner Fluss zu einem reißenden Strom ausbreitet. Micha ist wie immer entspannt. Das beschert ihm auch ruhigere Nächte. Nach dem Frühstück kämpft sich unser Womo den Berg hoch. Hier wird schon einiges von ihm abverlangt, denn die steilen Anstiege sind durch den Starkregen teilweise abgetragen und große Wasserrinnen haben sich gebildet. Dann kommen wir in die Stadt Perito Moreno, wo wir gern nochmal unsere argentinische Gasflasche aufgefüllt hätten (auf die Füllung unseres Gastanks machen wir uns hier schon mal keine Hoffnungen), aber leider ist es nicht möglich. So fahren wir weiter zum Grenzort Los Antiguos. Dieser liegt am zweitgrößten See Südamerikas, dem Lago Buenos Aires. Da er durch Gletscher gespeist wird, ist das Wasser wundervoll klar und blau. Wir bleiben dort eine Nacht stehen, um unsere Wäsche in einer Lavanderia abzugeben und starten den Versuch, unsere Dachfenster- Verkleidung zu reparieren, die sich während der Huckelpisten gelöst hat und beinah auf unsere Köpfe gefallen wäre. Es gelingt uns jedoch nicht. Dafür können wir hier doch noch die Gasflasche füllen. Dann fahren wir zur chilenischen Grenze. Dieses Mal werden wir wie eine Weihnachtsgans ausgenommen. Bisher liefen alle Grenzkontrolle locker ab und wir achteten immer darauf, kein Gemüse und Obst dabei zu haben. Aber alles, was eingefroren war, durften wir behalten. Doch diese Grenzer sind schlimmer als in der DDR. Unser schönes argentinisches Fleisch (eingefroren), tiefgefrorene Erdbeeren, getrocknete Kräuter, Körner... einfach alles wird beschlagnahmt. Ich bin stinksauer. Jede Grenze scheint es hier anders zu handhaben!
Frustriert fahren wir nach Chile Chico. Der Ort ist niedlich, aber ich bin sauer und kann ihm nichts abgewinnen. So fahren wir weiter am See entlang, der nun aber Lago General Carrera heißt, aber mit jedem Kilometer schöner wird. Meine schlechte Laune verfliegt somit schnell. Herrliche Ausblicke eröffnen sich, so dass wir aller paar Kilometer stehen bleiben, um ein Foto nach dem anderen zu schießen. Ein absoluter Traum! Wegen der vielen Fotografiererei schaffen wir auf der Schotterpiste der übelsten Sorte es nicht, Puerto Rio Tranquilo zu erreichen. Macht nichts. So genießen wir den restlichen sonnigen Tag auf einem Parkplatz den Blick auf den See.Baca lagi
Horrorfahrt bei den Marmorkapellen
11 Mac, Chile ⋅ ☁️ 13 °C
Der Ort Puerto Rio Tranquilo wäre völlig unbekannt, wenn von dort nicht täglich Bootstouren mit Hunderten Touristen zu den Marmorkapellen, einer faszinierenden Felsformation im Lago General Carrera, starten würden. Und genau die wollen wir uns auch ansehen. Und so geht es weiter immer am See entlang, wo wir dann auf einer der weltweit schönsten Routen treffen, nämlich der Carretera Austral. Von "überbewerteter Schrottpiste" bis "die schönste Strecke meines Lebens" haben wir schon alles gehört und wir wollen uns nun selbst einen Eindruck verschaffen.
Bald erreichen wir den Ort und gehen erstmal auf einen Campingplatz. Die Zufahrt dahin wird zu einer kleinen Herausforderung. Die Einfahrt ist auf der linken Seite durch das Sanitärhäuschen und auf der rechten Seite durch das Hostel auf einer Durchfahrtsbreite von etwa 2,50m begrenzt. Außerdem ist der Weg noch sehr huckelig, was dazu führt , dass das Womo hin-und her wackelt.
Mir bleibt kurz mein Herz stehen, als Micha zwischen beiden Häuschen hindurch fährt und ich bin nicht mal fähig, ihm irgendwelche Fahranweisungen zu geben.
Aber er meistert es mit Bravour und an Womo und Häusern ist noch alles dran. Auf den Schreck machen wir es uns erstmal mit einem Pisco Sour gemütlich.
Danach gehen wir beschwipst in den Ort. Sehr touristisch geht es hier zu, aber nach all der Abgeschiedenheit ist es auch schön, mal wieder viele Menschen zu sehen. Am Hafen kaufen wir, leider erst für den nächsten Tag, die Tickets für die Bootstour. Heute startet wegen des starken Windes kein Boot mehr. Man könnte auch eine geführte Kajak-Tour, aber das erscheint uns bei dem Wind zu gefährlich. Falsche Entscheidung, wie wir am nächsten Tag feststellen müssen!
Am nächsten Morgen müssen wir schon früh raus, denn die Tour beginnt 9 Uhr. Ich habe noch meine Zweifel, ob sie auch wirklich startet, denn der Wind hat zu gestern nicht nachgelassen. Ohne Frühstück gehen wir gemütlich zum Hafen, in der festen Annahme, dass die Fahrt abgesagt wird. Pustekuchen! Sie findet statt. Wir werden mit Regen-Capes und Rettungswesten ausgestattet. Mit weiteren 9 Touristen steigen wir in das Boot und werden zu den Felsenhöhlen und Formationen aus verschieden farbigen Marmor gefahren. Ein schönes Erlebnis, dieses Zusammenspiel vom Marmor und dem sehr klaren türkisfarbenen Wasser zu sehen.
Nach zweieinhalb Stunden Rundfahrt geht es wieder zurück. Wir werden schon gewarnt, dass durch den Wind die Wellen im See etwas hoch sind und die Rückfahrt nicht so gemütlich sein wird. Das war nett ausgedrückt! Es wird, glaube ich, meine bisherige schlimmste Bootsfahrt. Micha und ich sitzen in der zweiten Reihe. Das Boot knallt bei jeder Welle auf die Wasseroberfläche und wir haben Angst, dass wir eine Rückenstauung bekommen. Das junge Paar, das vor uns sitzt, wird nach anfänglichen Lachen ganz still und blass um die Nase. Das eiskalte Wasser spritzt uns völlig nass, so dass auch die Regencapes nicht mehr schützen. Nach zwanzig Minuten reinstem Horror erreichen wir den Hafen- überlebt!!😅 Wieder zurück auf dem Campingplatz erzählt mir die Besitzerin, dass man besser mit einem Kajak fahren sollte, da man von einem Ort startet, der viel näher an den Kapellen liegt und den Wellen quer über der Lagune nicht so ausgesetzt ist 😅!Baca lagi
Carretera Austral im Regen
14 Mac, Chile ⋅ 🌧 9 °C
Einige Tage fahren wir die Carretera Austral entlang und was soll ich sagen: Spektakulär!! Dichte Urwälder, riesige Nalcas (Rhabarber ähnliche Pflanzen, deren Stiel bis Ende Dezember gegessen wird, danach setzen sich Insekten ein), meterhohe Fuchsien und Farne säumen die Straße und an den Berghängen fließen unzählige Wasserfälle herab. Micha meint, dass er noch nie so viele Wasserfälle auf einmal gesehen hat wie hier. An einer Stelle zählen wir 12 nebeneinander!! Klar, ich denke, es gibt jetzt so viele Wasserfälle hier, weil es regnet und regnet. Seit wir den Lago General Carrera verlassen haben, hat der Regen nicht mehr aufgehört.
Im wunderschönen Urwald-Ort Puyuhuapi, (schon der Name hört sich hinreißend an), der an einem Fjord liegt, verbringen wir zwei Tage. Der Ort wurde erst 1935 von vier Deutschen gegründet, u.a.von Herrn Hopperdietzel, der eine Teppich-Manufaktur baute und dessen Nachfahren eine kleine Bierbrauerei gründeten. So kann man hier Hopperdietzel -Bier kaufen. Am Hafen planscht eine Robbe herum und bei unserem nur wenige Kilometer entfernten Übernachtungsplatz können wir beim Frühstück und Abendessen eine Delfin-Familie beobachten.
Trotz des anhaltenden Regens treten wir wagemutig eine Wanderung im Nationalpark Queulat an. Dort kann man zum Ventisquero Colgante, einem herabhängenden Gletscher wandern. Allerdings wird das eine absolute Schlammschlacht. Teile des Weges sind einfach weggeschwemmt. An Wurzeln und Bäumen festhaltend kämpfen wir uns den Berghang hinauf und hinunter. Der schönste Teil der Wege ist leider gesperrt, denn in der Nacht hat es einen Bergrutsch gegeben. Nach drei Stunden gehen wir völlig verdreckt zurück und waschen unsere notdürftig Schuhe und Regenkleidung in einem kleinen Fluss ab. Spaß hat es trotzdem gemacht. Nun zieht es uns jedoch in den Norden der Carretera Austral, in der Hoffnung, dass es dort weniger regnet.Baca lagi
Nur ein kleines bisschen weniger Regen
18 Mac, Chile ⋅ 🌧 12 °C
Man kann nun nicht unbedingt sagen, dass sich unsere Hoffnung auf Wetterbesserung erfüllt. Es gibt vielleicht ein kleines bisschen weniger Regen. Aber doch immer noch so viel, dass wir auf all unsere geplanten Wanderungen in den umliegenden Nationalparks verzichten. Kurz vor Chaitén verbringen wir einen weiteren Regentag in der Therme El Amarillo. Da lässt sich der Regen etwas aushalten.
Einen Zwischenstopp machen wir in der kleinen Stadt Chaitén. Diese wurde 2008 fast komplett bei einem Vulkanausbruch zerstört und kurze Zeit später auf Drängen der Bewohner wieder aufgebaut. Von weitem sieht man den Vulkan Chaitén, aus dem es überall qualmt.
Unsere Wanderung im Pumalin-Parque, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte, treten wir wegen des anhaltenden Regens auch nicht an. Dabei ist der Park ein Traum von einem Kaltregenwald. Undurchdringbare Wildnis erwartet einen hier. Die Carretera Austral führt als einzige Straße mitten hindurch. Der Park wurde von North-Face Gründer Thompkins geschaffen. Er kaufte 300.000 Hektar Urwald auf und schuf damit ein beeindruckendes Naturschutzprojekt. Die ansässige Bevölkerung war zunächst gar nicht begeistert, hat mittlerweile aber erkannt, wie viele Arbeitsplätze dadurch im Tourismus geschaffen wurden.
Wir fahren leider nur durch in hindurch und vor uns liegt das letzte Stück dieser Traumstraße. Drei Fähren muss man noch nehmen, um die Meerengen zu überqueren. Der Kauf eines zusammen gehörenden Tickets für zwei Fähren im Internet gestaltet sich schwierig und gelingt erst nach mehrmaligen Anläufen. Die erste Fähre soll 12.30 Uhr starten. Als wir 11 Uhr ankommen, sind wir die letzten, die auf die Fähre kommen. Hinter uns wird die Auffahrrampe geschlossen. 45 Minuten dauert die Fahrt und anschließend geht es durch den Pumalin-Parque ein paar Kilometer weiter auf der Straße. Dann warten wir fast zwei Stunden vor der nächsten Fähre. Jetzt wird uns klar, dass wir zwar die letzten auf der Fähre waren, aber nach uns noch eine fuhr. Die nächste Überfahrt dauert 3 Stunden. Nach der Ankunft entscheiden wir uns für die längere, aber überraschenderweise asphaltierte Küstenstraße. Dort übernachten wir noch einmal und sehen am nächsten Morgen viele Delfine, nur wenige Meter vom Strand entfernt.
Weil uns der Thermenbesuch so viel Spaß gemacht hat, besuchen wir hier nun gleich noch eine, nämlich las Termas del Sol. Zwar etwas teuer, aber durchaus lohnenswert. Ein Traum von einer Therme. Mitten in einem Nationalpark gelegen, gibt es hier mehrere Becken, die Temperaturen von 36-45(!)Grad haben und im dichten Urwald liegen. Und zwischendurch essen wir hier eine fantastische Pizza und einen sehr leckeren Kuchen.
Als die Therme 20 Uhr schließt, sind wir quasi die letzten, die sie verlassen und müssen nun noch einen Übernachtungsplatz finden.Baca lagi
Das deutsche Chile
22 Mac, Chile ⋅ ☁️ 12 °C
Nun fahren wir nach Puerto Varas. Hier ist die deutsche Einwanderung an jeder Ecke sichtbar. Restaurants und Cafés haben lustige deutsche Namen. Essen kann man "Kuchen", "Leberkäs" und "Spätzle". Und es gibt einen Club Aleman, in dem man sogar Rinderroulade essen kann. Leider ist das Wetter noch nicht viel besser geworden, so dass wir uns ohne Regenschirm nicht aus dem Womo trauen. Aber schon im Reiseführer steht, dass es hier an Regen nicht mangelt.😅
Wir haben einen schönen Platz am Lago Llangihue gefunden, wo man eigentlich den Blick auf den Vulkan Osorno hätte. Eigentlich... Wir sehen nur tiefe Wolken.
Am nächsten Tag treffen wir Thomas wieder, der auf seine Frau wartet, die in zwei Tagen zurück aus China kommt. Und wir lernen Alfred kennen, einen ehemaligen Tierarzt und Hobby - Ornothologe, der mit 77 Jahren hier mit seinem Wohnmobil allein in Südamerika umher reist. Da er nicht mehr so gut zu Fuß ist, trägt er ständig ein kleines faltbares Stühlchen mit sich herum, womit er sich jederzeit niederlassen kann. Eine kurze, aber lustige Zeit verbringen wir mit den beiden und wollen im Club Aleman essen gehen, aber leider schließt dieser jeden Tag schon 17 Uhr und so gehen wir im deutschen Einwanderer-Ort peruanisch essen. Auch lecker!😂
Nach zwei Tagen fahren wir beide weiter Richtung Argentinien und machen einen Abstecher in dem kleinen hübschen Ort Frutillar, der übersetzt "Erdbeerhausen" heißt. Auch dieser Ort ist von der deutschen Einwanderung geprägt, liegt auch am riesigen See Llangihue und hätte ebenfalls Blick auf den Vulkan Osorno, wäre nicht der Himmel immer noch wolkenverhangen. Aber zumindest regnet es nun nicht mehr. Erdbeerhausen müsste eigentlich Kuchenhausen heißen, denn hier reiht sich ein Café mit "Kuchen" ans nächste.
ANMERKUNG FÜR SIGGI UND HEIKE: DER ORT WÄRE FÜR EUCH DAS WAHRE PARADIES!!😅
Wir schlendern durch den Ort, in dem es eine deutsche Schule gibt, viele Gründerzeitvillen mit altdeutschen Schriftzügen und vor jedem öffentlichen Gebäude weht neben der chilenischen die deutsche Fahne. Alles sehr amüsant.Baca lagi
Argentiniens Schweiz
24 Mac, Chile ⋅ ☁️ 7 °C
Vom deutschen Chile fahren wir über die Grenze ins schweizerische Argentinien. Wir wollen nach San Carlos den Bariloche. Und wie das hier wie in der Schweiz aussieht 😄! Am Nahuel Huapi See-Ufer gelegen mit Blick auf schneebedeckte Berge und auf dem Hauptplatz steht das Centro Civico, das aussieht wie ein Schweizer Chalet. An jeder Ecke gibt es Schokoladengeschäfte und in fast jedem Restaurant kann man Schokoladen- und Käsefondue essen.
Bariloche soll nicht ungefährlich sein, zumindest lesen wir in der App, dass es immer wieder zu Einbrüchen in Fahrzeuge kommt. Somit stellen wir uns lieber auf einen bewachten Stellplatz. Dort lernen wir die deutschen Reisenden Sonja und Heinrich kennen, mit denen wir am Abend auf meinen dringlichen Wunsch hin Käsefondue essen gehen.
Einen Tag verbringen wir mit einem Stadtbummel, denn nun endlich nach zwei Wochen scheint die Sonne wieder und wir erfreuen uns einfach daran, bei herrlichsten Wetter endlich mal wieder spazieren zu gehen. Am nächsten Tag fahren wir den Circuito Chico, einen 60 km langen Rundweg im Nationalpark Nahuel Huapi. Eine traumhafte Seen-Wald-Landschaft. Alles sieht ein bisschen aus wie in den Alpen und dann kreuzt noch ein Wildschwein-Rudel die Straße.
Im Anschluss wandern wir noch auf den Cerro Otto, auf den man auch mit einer Seilbahn fahren könnte, aber dafür wollen wir kein Geld ausgeben. Fast an der Spitze des Berges gibt es ein kleines Restaurant mit dem Namen "Berghof". Den Namen hat es nicht von ungefähr😅, denn der deutsche Erbauer Otto Meiling (nach dem übrigens auch der Berg benannt ist) hatte hier immer wieder Besuch von nach 1945 geflohenen Nazis. Übrigens glauben viele Argentinier, dass Hitler sich nicht selbst getötet habe, sondern genau hier in diese Gegend geflohen ist und es sich hier mit Eva lange Zeit hat gut gehen lassen.Baca lagi
Die 7-Seen-Route
28 Mac, Argentina ⋅ ☀️ 14 °C
Von Bariloche Richtung Chile wählen wir die landschaftlich schöne Route an den sieben Seen entlang. Immer wieder fühlt man sich wie in den Alpen: traumhaft blaue Seen vor einer Bergkulisse, kleine Städtchen mit Cafés, in denen man "Kuchen" kaufen kann und sogar Fachwerkhäusern. In San Martin de los Andes, einem sehr hübschen Ort machen wir eine Ortsbegehung. In zentralen Park fliegen hunderte Papageien umher. Weil es so schön warm ist, kaufen wir im Café Mamuschka ein Eis und als Eisspezialisten, wie wir sie sind, wählen wir es in die Kategorie: weltbeste Eis(e?, was ist der Plural von Eis😅?).
Einen tollen Übernachtungsplatz haben wir nach langem Suchen am Lago Huechulafquen, direkt am See mit Blick auf den Vulkan Lanin. Am nächsten Morgen frühstücken wir, seit langem (weil es immer so kalt war) mal wieder draußen und gerade beim Aufräumen und während ich unseren Pipi-Kanister auskippe, kommt der Park-Ranger angefahren.🙈 Glücklicherweise bekommt dieser nicht so ganz mit, was ich da gerade mache, weil er mit Micha spricht und ihm erklärt, dass wir hier schon im Nationalpark Lanin sind und nicht hier übernachten dürfen. Was wir natürlich nach Michas Aussage auch gar nicht getan haben, sondern nur hier gefrühstückt. Zufrieden gestellt, fährt er wieder weg und wünscht uns noch einen schönen Tag. Was wäre eigentlich passiert, wenn wir wahrheitsgemäß erzählt hätten, dass wir hier übernachtet haben?Baca lagi
Lago Calafquen und abenteuerliche Wege
1 April, Chile ⋅ ⛅ 16 °C
Zwei Tage verweilen wir bei bestem Wetter am schönen See Calafquen im niedlichen Örtchen Lican Ray. Im Sommer platzt dieser kleine Badeort aus allen Nähten, aber jetzt tummeln sich nur noch wenige Touristen herum. Einer von denen ist Felix, ein Chilene mit einem deutschen Wohnmobil (Weinsberg). Wie die meisten Chilenen ist auch er sehr redselig. Und während Micha und er quatschen, gehe ich in dem See schwimmen. Als ich zurück komme, haben die beiden Männer sich unserer ausfahrbaren Treppe, die nicht mehr auszufahren geht, angenommen. Ich habe das Gefühl, dass sich die südamerikanischen Männer mit Vorliebe irgendwelchen technischen Problemen widmen, wobei sie dann stundenlang fachsimpeln können.😅
Tatsächlich kriegen die beiden auch die Treppe wieder zum Laufen. Daraufhin wird nochmal stundenlang gequatscht und Bier getrunken. Am späten Nachmittag möchte ich dann aber doch weiter fahren und habe einen vermutlich schönen, ruhigen Übernachtungsplatz am selben See, direkt am Strand gefunden. Da wir erst etwas spät los kommen, wird es bei der Ankunft schon langsam dunkel und wir stellen fest, dass der Platz zwar wirklich schön ist, nur, um dahin zu gelangen, ein kleines Problem hat. Der sehr schmale Weg führt kurvig einen kleinen Abhang entlang und hat tiefe Furchen. Und entweder schneiden wir erstmal überhängende Äste ab oder wir kippen in den durch starken Regen gebildeten daneben liegenden Graben. Also erstmal Astschere rausholen und Gartenarbeit erledigen. Vom See haben wir nun auch nichts mehr, weil es schon dunkel ist. Die ganze Nacht schlafen wir beide unruhig, da wir uns überlegen, wie wir am nächsten Tag hier wieder rauskommen. Als wir beim Frühstück sitzen, kommt plötzlich ein Auto an uns vorbei gefahren. Und siehe da: der fährt gar nicht diesen gefährlichen Abhang entlang, sondern durch den kleinen Fluss, der neben uns fließt. Diesen Weg haben wir gar nicht in Betracht gezogen. Als wir nach dem Frühstück losfahren, stellen wir fest, dass wir uns den gestrigen Aufwand hätten völlig sparen können, denn einmal durch den Fluss gefahren, gelangt man auf einen gut zu befahrenden Sandweg.Baca lagi
Valdivia und Festungen
1 April, Chile ⋅ ⛅ 16 °C
Dann fahren wir nach Valdivia. Wiedermal eine von der deutschen Einwanderung geprägte Stadt am Meer. Dort gibt es einen hervorragenden Fischmarkt. Wir essen ein leckeres Ceviche und kaufen zwar keinen Fisch, aber dafür geräucherte Wurst und Schinken. Anschließend besuchen wir noch das deutsche Kolonialmuseum und fahren weiter nach Niebla, wo wir an der Küstenstraße übernachten. Das wird unser lautester Übernachtungsplatz, den wir auf der gesamten Reise hatten. Die Straße ist die ganze Nacht stark befahren und an jeder Ecke bellt ein Hund. Am nächsten Morgen lassen wir unser Womo stehen und fahren mit der Fähre nach Corral, das auf der anderen Seite der Bucht liegt. Dort besichtigen wir eine Festungsanlage, die gegen Piraten und feindliche Schiffe schützte. Viel zu sehen, gibt es dort nicht mehr, aber in Corral gibt es gerade Wochenmarkt und da kaufen wir 'Merken', ein Gewürz, was wir hier nun schon öfter gesehen haben, aber nicht wussten, was es sein soll. Nach Internetrecherche handelt es sich um eines der besten Gewürze weltweit. Na, da müssen wir ja zuschlagen!
Danach nehmen wir wieder die Fähre zurück nach Niebla und besuchen die dortige Festungsanlage. Überhaupt gibt es hier eine Festung neben der anderen. Scheint wohl ein kriegslustiges Gebiet gewesen zu sein. Während unser Reiseführer die Festung in Corral als sehr sehenswert betrachtet und der in Niebla wenig Beachtung schenkt, stellen wir zum wiederholten Male fest, dass der Reiseführer falsch liegt. Die Festung in Niebla ist mit Besucherwegen, Erklärungstafeln und Museum sehr sehenswert und aufwendig gestaltet und wir sind froh, nicht auf den Reiseführer gehört zu haben und sie besichtigt zu haben.Baca lagi
Araukarien und Vulkane
3 April, Chile ⋅ ⛅ 17 °C
Abenteuerliche Fahrt im Conguillio N.P
4 April, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Da wir erst am 13.4.einen Werkstatt-Termin in Santiago bekommen, müssen wir uns bis dahin noch ein bisschen die Zeit vertreiben. Micha hat deshalb den Conguillio Nationalpark heraus gesucht. Der Park liegt um dem aktivsten Vulkan Chiles herum, hat viele schöne farbige Seen und tolle Wanderwege zu Fumarolen. Das hört sich gut an. So geht es von Valdivia wieder in den Westen. Wir übernachten in dem Vulkan-Ort Melipuenco auf dem örtlichen Picknickplatz. Sehr ruhig und schön, auch wieder mit Blick auf den Vulkan, gelegen. Im Reiseführer lesen wir, dass wir die Tickets für den Nationalpark online kaufen müssen. Leider stellen wir dabei fest, dass es für die nächsten Tage keine Tickets mehr gibt. Es ist Ostern und die Chilenen machen selbst Ausflüge in die Umgebung und der Park ist ziemlich klein. Naja, auch nicht so schlimm. Wir schlendern durch den hübschen Ort. Überhaupt stellen wir fest, dass uns die chilenischen Orte sehr gut gefallen. Schöne kleine Häuser mit gepflegten Gärten, viele süße kleine Geschäfte und freundliche Menschen. Hier lässt es sich gut leben.
In der Overlander-App lesen wir, dass man, wenn man in den Ort Curacautin möchte, der auf der nördlichen Seite des Nationalpark liegt, ohne Ticket einfach durch den Park hindurch fahren kann. Da wir ja in den Norden wollen, scheint uns das eine gute Alternative, um wenigstens ein bisschen von der Vulkanlandschaft im Park zu sehen. Als wir am nächsten Tag zum Parkeingang kommen und den Wächtern von unserer Idee erzählen, sind diese etwas zurückhaltend. Ja, wir können das machen, aber der Park ist sehr voll und wir müssen mit vielen entgegen kommenden Autos rechnen und dann sollen wir immer wieder Pausen einlegen. Häh?! Naja, wir fahren hinein und können zunächst auch die Vulkanlandschaft genießen. Sehr beeindruckend die Lavafelder, in denen aber immer wieder grüne Inseln mit Baumbewuchs liegen.
Unerwartet führt die "Straße" durch einen Wald. Der Weg verengt sich immer mehr und immer wieder kommen uns Autos entgegen, die wegen der schlechten Straße nicht rückwärts fahren können. Irgendwann muss Micha im Rückwärtsgang den gewundenen Weg zurück fahren, während ich ihm Anweisungen gebe, wie er zu fahren hat, um nicht überhängende Äste abzufahren bzw.in den Graben zu kippen. Dann kommt uns ein Pickup mit Aufsatzkabine entgegen. Das dazugehörige chilenische Paar rät uns davon ab, weiter zu fahren. Die Straße soll die nächsten 8km so weiter verlaufen und noch etwas schlimmer werden. Micha ist jetzt schon durchgeschwitzt. Hier wenden können wir nicht. Alles ist viel zu eng. So muss Micha nochmal den Rückwärtsgang einlegen und etwa 200m bergab diese kurvenreiche, enge Straße zurück fahren, bis er wenden kann. Erfolglos fahren wir zurück zum Eingang und berichten den Parkwächtern von unserer gescheiterten Fahrt. Zumindest können wir noch den schönen Wasserfall am Parkeingang besuchen.Baca lagi
Kleiner Abstecher zur Klinik
5 April, Chile ⋅ ☀️ 21 °C
Nun führt uns unser Weg immer mehr Richtung Santiago. Einen schönen Halt machen wir am Salto Laja, dem größten Wasserfall Chiles. Ganz in der Nähe finden wir einen herrlichen Übernachtungsplatz an einem kleinen Wasserfall mit Badestelle im Fluss. Aber bei Micha ist gerade nicht ans Baden zu denken. Er hat wieder mal ein neues Problem. Seit er vor einer Woche im See schwimmen war, hat er gefühlt Wasser im Ohr, was nicht wieder raus läuft. In der nahegelegenen Küstenstadt Concepción, die schon mehrfach durch Erdbeben zerstört wurde, finden wir eine Klinik mit einem HNO Arzt. Alle sind sehr hilfreich, insbesondere der Security- Mann und obwohl wir eigentlich einen Termin brauchen, kann Micha beim Arzt vorstellig werden. Nach einer, wie Micha meint: ausführlichsten Ohren-Untersuchung in seinem Leben bekommt er Medikamente, weil sich etwas zwischen Nase und Ohr entzündet hat und vom Klinikpersonal werden wir mit Handschlag und besten Wünschen wieder entlassen.
Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit und fehlender Stellplatzmöglichkeit fahren wir wieder zu unserem Wasserfall zurück und bleiben noch eine Nacht da.Baca lagi
Colonia Dignidad
7 April, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Im Reiseführer lesen wir, dass man die frühere Sekte Colonia Dignidad besuchen kann und dass heute dort in bayrischem Ambiente Eisbein und Sauerkraut serviert werden und Oktoberfest gefeiert wird. Schon ziemlich schräg erscheint uns das vor dem Hintergrund der Misshandlungen und sexuellem Missbrauch an zahlreichen Opfern. Aber wir sind neugierig und so fahren wir hin. Das Gelände ist immer noch eingezäunt und man muss eine bewachte Schranke durchqueren. Blöderweise ist heute wohl alles geschlossen, aber wir können mit dem Wohnmobil gern übernachten und morgen eine geführte Tour machen und so bleiben wir da. Auf dem Gelände gibt es heute ein Hotel und Restaurant, ein Festzelt und allerlei Bespaßungen. Aber es leben auch noch etwa 120 Mitglieder der Gemeinschaft dort. Einen davon, Friedhelm, treffen wir da und er erzählt uns gleich einiges über die Colonia. Paul Schäfer, ein Prediger brachte in den 60erJahren 200 Menschen aus Deutschland dazu, mit ihm nach Chile zu kommen, um dort eine christliche Gemeinschaft aufzubauen. Keiner der Personen, die ihm folgten, wusste, dass dieser in Deutschland wegen Missbrauchs an kleinen Jungen gesucht wurde. Ebenfalls ahnten sie nicht, dass er, einem Diktator ähnlich, mit völliger Unterwerfung und Gehirnwäsche seine Gefolgsleute zu Fronarbeit zwingen würde, sie überwachen ließ, die Familien trennen Kinder mit Elektroschocks bestrafen und regelmäßig die Jungen sexuell missbrauchen würde.
Trotz dieser Misshandlungen schufen die Kolonisten in wenigen Jahren auf dem etwa 15000 ha großen Gelände eine unglaubliche Leistung, So wurde ein Krankenhaus aufgebaut, in dem die Patienten aus dem umliegenden Ortschaften kostenlos behandelt wurden, es wurde eine Molkerei, Autowerkstatt, Schuhmacherei und Schneiderei gebaut und das Land wurde fruchtbar gemacht.
Am nächsten Tag machen wir eine geführte Tour mit Erika. Sie kam als kleines Kind gleich zu Anfang von Deutschland mit. Drei Stunden berichtet sie von ihren Erfahrungen und dem Leben in der Kolonie, u.a. dass Paul Schäfer die Kinder von den Eltern trennte und sie von "Tanten" erzogen wurden, dass jeglicher Kontakt zum anderen Geschlecht untersagt war und bei den kleinsten Verstößen mit Elektroschocks bestraft wurde, aber auch, wie sich alle fügten und dieses Leben als völlig normal betrachteten, weil sie von der Außenwelt völlig isoliert waren. Als Paul Schäfer Ende der 90er Jahre nach Argentinien flieht, weil mittlerweile geflohene Mitglieder aussagten und nach ihm gefahndet wird, sind die Kolonisten plötzlich allein gestellt und es fällt ihnen schwer, nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche ein eigenes Leben aufzubauen. Als Erika ihren Mann, ebenfalls ein Mitglied der Gemeinschaft heiratet, wissen die beiden, mittlerweile über 30 Jahre alt, nicht, wie Kinder entstehen und warten darauf, dass ihnen jemand welche schenkt. Erika spricht eine schwangere Frau aus dem Dorf an und sagt ihr, dass sie doch mal etwas dagegen tun soll, weil sie immer dicker wird. Und als die beiden von einem Arzt aufgeklärt werden, müssen sie feststellen, dass sie wegen der jahrelangen Elektroschocks der Genitalien und Medikamenten-Verabreichung keine Kinder bekommen können. Tränen stehen Erika in den Augen, als sie uns davon erzählt. Es ist unfassbar, was die Menschen hier jahrzehntelang über sich ergehen lassen haben. Aber umso verständlicher ist, dass dieses Tortur sie zusammen geschweißt hat und sie dort wohnen bleiben möchten. Erika erzählt uns auch, dass sie trotz dieser dunklen Vergangenheit hier einen Touristenort geschaffen haben, um endlich Freude und Leben an diesen Ort zu bringen. Und das fühlen wir beide auch. Wir bleiben noch eine Nacht, denn es herrscht eine so friedliche Atmosphäre in einer so grünen und angenehmen Umgebung, dass man geneigt ist, sich hier häuslich niederzulassen.Baca lagi
Surferort Pichilemu
11 April, Chile ⋅ ☀️ 16 °C
Wir entscheiden uns Richtung Santiago an der Küste entlang zu fahren. Nach so viel Berglandschaft ist es auch schön, wieder mal am Meer zu sein. So machen wir einen zur Abstecher nach Pichilemu, der Hauptstadt der chilenischen Surfergemeinde. Hier werden bei bis zu 10m hohen Wellen die nationale Surfmeisterschaften ausgetragen. Die davor gelegene Landspitze Punta de Lobos gehört zu einer der schwierigsten und spannendsten Surferorte der Welt, weil man hier über Felsen klettern und einen Wildwasserkanal durchschwimmen muss, bevor man sich mit seinem Surfbrett in die Wellen stürzen kann. Dass das nicht alle schaffen, sieht man an den doch nicht wenigen Gedenktafeln.
Der Ort Pichilemu gefällt uns sehr gut, ein typischer Surfer-Ort, mit vielen Restaurants, coolen Leuten und oft Sandstraßen.Baca lagi
Santiago de Chile
13 April, Chile ⋅ ☀️ 23 °C
Drei Übernachtungen haben wir in der Hauptstadt Chiles. Wir nehmen die genialen Idee von Pia und Simon wahr, das Womo zum Service zur Werkstatt zu bringen, ein paar Tage da zu lassen und ein Hotel zu nehmen. Nach 13.000 gefahrenen Kilometern ist das auch mal notwendig. Und für uns ist es sehr entspannend, nicht zu fahren und nicht kochen und andere Camping-Aufgaben erledigen zu müssen. Leider liegt das Hotel an einer sehr befahrenen Straße, so dass wir ohne Ohrenstöpsel nicht schlafen können, aber es hat einen Dach-Pool mit Blick auf die Berge und Stadt und liegt nah an einigen Sehenswürdigkeiten. Den ersten Tag ziehen wir durch den älteren Stadtteil. Wir machen einen Rundgang über die Plaza de Armas, besichtigen die Kathedrale und das nationalhistorische Museum, gehen zum Palacio de la Moneda, dem Regierungspalast und zum Mercado Municipal, der Markthalle. Das letzte hätten wir uns sparen können. Es ist alles so verdreckt und überall hängen zugedröhnte, irre Menschen herum. Von vielen Leuten hatten wir schon gehört, dass es viel Kriminalität in der Stadt gibt und man höllisch auf seine Habseligkeiten aufpassen sollte und hier fühlen wir uns auch sehr unsicher und verlassen auf schnellstem Weg diese Gegend. Damit bin ich eigentlich schon wieder durch mit "Stadt" und Micha ist genervt mit mir, weil ich ihm die Freude an Stadtbesichtigungen nehme🙈😅. Um mich umzustimmen, gehen wir ins schmucke Viertel Barrio Bellas Artes und bei Kaffee und Kuchen in einem der gemütlichen Cafés finde ich wieder zur guten Laune zurück. Interessant ist, dass die Stadt durch die völlig verschiedenen Viertel so unterschiedliche Gesichter hat. Und das nehmen wir auch beim anschließenden Besuch des Barrios Italia wahr. Hier gibt es restaurierte Fachwerkhäuser mit schicken Geschäften und tollen Restaurants. In einem davon essen wir, wie es sich in "Little Italy" gehört, eine Pizza. Man fühlt sich überhaupt nicht wie in einer Großstadt. Am Ende war es dann doch ein schöner Tag, auch wenn wir vom vielen Umherlaufen ziemlich erschöpft sind.Baca lagi
Noch einen Tag in der Hauptstadt
15 April, Chile ⋅ ☀️ 20 °C
Den nächsten en Tag darf ich gestalten. Und so fahren wir mit dem Teleférico 🚠 auf den Cerro (Hügel) San Cristóbal, der zu Fuß nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt liegt. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge. Es ist s schon kurios, dass man unten in der Stadt über 20 Grad und Sonnenschein hat und auf teilweise schneebedeckte Berge schaut. Auf der anderen Seite des Hügels fahren wir mit dem Funicular, einem Schräg-Aufzug wieder hinunter. An der Endstation besuchen wir noch den sehr schönen Zoo, dessen Eintritt kostenlos. Von dort gehen wir ins Barrio Bellavista, einem beliebten Ausgehviertel, das mit seinen Bars und Kneipen ein bisschen an Mallorca erinnert. Am Nachmittag nehmen wir ein Uber zum Hotel zurück, weil es heute sehr warm ist und wir schon pflastermüde sind. Am Pool ruhen wir uns etwas aus und fahren kurz vor Sonnenuntergang zum neuen Viertel Sanhatten, wo ein Wolkenkratzer nach dem anderen in die Höhe schießt. In das höchste, dem Gran Torre Santiago wollen wir. Es ist mit 300m das höchste Gebäude Südamerikas und von den obersten Stockwerken, in denen ein Hochgeschwindigkeitsaufzug führt, hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Anden. Bei einem Cocktail und Apperitiv genießen wir den Sonnenuntergang mit grandioser Aussicht. Im selben Gebäude gibt es eine Shopping Mall und so essen wir dort noch zu Abend.
Das war ein toller Tag in der Großstadt,Baca lagi
Valparaíso: gefährlich ??
18 April, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Weil alle uns davon abraten, mit dem Wohnmobil nach Valparaíso zu fahren (zu gefährlich), fahren wir zu einem Campingplatz, der außerhalb der Stadt in einem kleinen Tal, eingebettet von ärmlichen Häusern liegt, was alles ein bisschen wie Favela aussieht. Wir fragen uns, ob das hier wirklich sicherer ist. Alejandro, der Besitzer, ist ein netter, hilfsbereiter älterer Herr, doch der Campingplatz ist sehr verlottert und wir sind wieder mal die einzigen Gäste. Aber egal, er liegt praktisch, denn man läuft nur ein paar Minuten durch die "Favela' zu einer Bushaltestelle und von dort ist man in 50 Minuten in Valparaíso. Die Stadt hat einen Hafen, in dem auch immer wieder Kreuzfahrtschiffe anlanden und zieht sich dann am Berg entlang mit vielen Hügeln. Im Internet und im Reiseführer lesen wir, dass man in einige Viertel und auf einige Hügel nur in Gruppen gehen sollte, weil man schnell Opfer von Raubüberfällen werden kann. So buchen wir lieber eine geführte Tour und bereiten uns gut vor, in dem wir nur das Nötigste mitnehmen. Der Bus hält am zentralen Platz und unser erster Eindruck von Valparaíso ist schrecklich. Laut, viel Verkehr und schmutzig. In einem kleinen Shoppingcenter will Michael Geld vom Automaten holen. Weil er dabei so mit Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt ist, fällt ihm seine Kreditkarte durch einen Schlitz in den Sicherheitsschrank vom Geldautomaten 🙈. Und nun?! Bankkarte auf Nimmerwiedersehen?! Aber beim Hineinleuchten sehen wir sie am Boden liegen. Die Verkäuferin am nebenan liegenden Kiosk ruft einen Wachmann und wir überlegen, wie wir an die Karte gelangen können. Mit einem Lineal schaffen wir es schlussendlich die Karte wieder herauszuziehen. Unser Besuch in Valparaíso fängt ja schon mal lustig an! Dann gehen wir zum Hafen, der zwar ganz toll aussieht, aber die aufdringlichen Angestellten der umliegenden Restaurants sprechen einen aller paar Sekunden an, um einen zu überzeugen, in ihrem Restaurant zu essen Wir gehen weiter, müssen aber noch Zeit vertun, bis die Stadtführung beginnt. Das Problem ist, dass wir uns nicht auf die Hügel trauen und nun die ganze Zeit auf der hässlichen Hauptstraße herum laufen. Wir sind beide sehr genervt und können überhaupt nicht verstehen, was an Valparaíso schön sein soll. Nach einigen Metern kommen wir zu einem der vielen Aufzüge, die auf einen der Hügel fährt. Vor uns sind andere Touristen, die auch hoch wollen. OK, dann wagen wir es eben doch! Oben angekommen: siehe da... liegt das 'schöne Valparaíso". Die kleinen bunt angemalten Häuschen, fantastischer Blick aufs Meer und auf die anderen Hügel mit den farbigen Häusern und die Straßen mit tollen Cafés, Restaurants und vor allem: es wimmelt an Touristen, die alle allein (ohne Gruppen) durch die Gassen schlendern. 😂🙈
Bald treffen wir uns mit unserer Gruppe und der Stadtführerin. Ach so, die Gruppe besteht nur aus uns beiden und der Guide!😅
Die junge Frau macht die Tour ganz nett, wenn auch ein bisschen zu "sozialistisch" angehaucht, weil sie uns ausschließlich die Malereien an den Häusern erklärt, die soziale Ungerechtigkeiten anprangern. Ich hätte gern noch über einige interessante historische Ereignisse gehört, aber das gibt es nicht. Nach der Tour schlendern wir noch allein durch die Stadt, aber da es nun schon 17 Uhr ist, nehmen wir lieber den Bus zurück, um nicht ganz im Dunkeln den lustigen Favela-Hügel zu unserem Campingplatz zurück laufen zu müssen.Baca lagi

PengembaraOh weh 😟 Als wir vor knapp 20 Jahren dort waren fanden wir die Stadt einfach nur schön.
Parque Puquén
19 April, Chile ⋅ ☀️ 18 °C
Nach so viel Stadt sehne ich mich wieder nach Natur. Wir fahren die Küste entlang Richtung Norden. Bei dem kleinen Ferienort Los Molles gibt es den Parqué Puquén. Am Eingang begrüßt uns ein sehr engagierter junger Ranger, der uns ausführlich über die Fauna und Flora des Parkes informiert. Weil wir uns mit ihm so nett auf Spanisch unterhalten, müssen wir nur den Preis für Einheimische zahlen. Leider kommen wir etwas spät dahin, so dass wir nur noch zwei Stunden bis Schließung haben, um im Park zu wandern. Hier an der Felsenküste wachsen viele Kakteen und einige endemische Bäume und Sträucher und das Blau des Pazifiks im Hintergrund bildet einen wunderschönen Kontrast. Von einem Aussichtspunkt kann man Seelöwen beobachten, aber vor allem kann man sie von Weitem mit ihrem lauten Gebrüll hören. Hier gibt es auch einen Brandungsgeysir. Also eigentlich ist es kein Geysir, sondern aus eine Felsspalte schießt meterhoch bei jeder herannahenden Welle das Wasser durch den Fels heraus. Gerade sind die Wellen nicht so hoch, so dass das Wasser auch nicht ganz so hoch gedrückt wird, aber es ist trotzdem toll anzuschauen.
Kurz bevor der Park schließt, werden wir von den Rangern angerufen und darauf hingewiesen, dass wir uns nun langsam zum Ausgang begeben sollten, was sich als nicht so einfach erweist, weil wir noch eine ganze Weile überlegen, welchen der Wege wir nehmen müssen.
Als wir uns auf dem Weg zu einem Übernachtungsplatz machen, treffen wir auf Anton, einen deutschstämmigen Arzt aus Santiago, der uns auf perfektem Deutsch anspricht, als er unseren Deutschland -Aufkleber am Womo sieht. Er erzählt uns, dass er 20 Jahre in Deutschland gelebt hat, aber wieder zurück nach Chile gegangen ist, denn das Leben hier sei viel besser. Er verdiene doppelt so viel wie in Deutschland und die Freizeitgestaltung und Lebensqualität sei auch viel besser. Er gibt uns noch seine Telefonnummer im Falle, dass wir seine Hilfe benötigen. Sehr freundliche Menschen hier.Baca lagi






















































































































































































































































































































































































