• Fines Reisen
Aug 2018 – Apr 2019

Süd- und Mittelamerika

228 Tage unterwegs
August 2018 - April 2019
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  • Salkantay-Trek Tag 3

    September 7, 2018 in Peru

    5:30 Uhr werden wir wieder mit Coca-Tee geweckt und 6:00 Uhr gibt es Frühstück. 6:45 Uhr starten wir das Auf und Ab für 5 1/2 Stunden durch den Dschungel. Jesus erklärt uns viel über die Menschen hier und die Natur. Zum Beispiel wächst überall die Angels Trompet - sie wird hier gekocht und als Halluzinogene Droge verkauft. Wir wandern an einem großen Wasserfall vorbei, über kleine süße Brücken, Jaime sammelt roten Beeren und malt uns Inkazeichen mit dem roten Saft davon in die Gesichter. Die Menschen hier nutzen es als Farbstoff zum Beispiel für Schminke. Unterwegs machen wir an einer Grenadia-Plantage Halt und schlagen uns die Bäuche damit voll. Überall am Rand sind auch Avocadobäume, Bananenplantagen und Kaffeebäume - ich nehme mir eine Avocado für morgen zum Frühstück mit. Lunch gibt es in Playa Sahuayaca: Leckeres Essen (gefüllte Avocados, Hühnchen, Erbsenbrei,...) - danach ernten wir Kaffeebohnen von den Büschen, lassen Sie durch die Schälmaschine, dann müssen de trocknen. Als nächstes rösten wir die Bohnen über dem Feuer in einem Topf und mahlen die schön braun gerösteten Bohnen. Und dann können wir unseren eigenen Kaffee trinken! Cool!
    Mit dem Partybus (Jesus legt auf :)) geht es das letzte Stück nach Playa Santa Teresa. Hier ist unser letztes Zeltcamp, ab morgen gibt es wieder ein Bett! :) Wir richten unsere Zelte ein, hängen die Sachen auf, machen die Wanderschuhe weit auf zum Lüften :) und ziehen uns schnell um und düsen mit dem Partybus weiter in das Thermalbad Cocalmayo. Es ist für die Peruaner wie ein Freibad - kleine Mädchen mit dicken langen schwarzen Zöpfen springen quiekend umher und die Jungs machen coole Moves im Wasser. Mehrere unterschiedlich heiße Becken in einer Reihe an einer großen Felswand. Riesige Schmetterlinge (in Vogelgröße) flattern übers Wasser und Grillen zirpen. Wir chillen uns in das heißestes Wasser an die Felswand, entspannen unsere Muskeln und genießen die Atmosphäre. Entspannt und frisch geduscht stoßen wir noch mit einem kalten Cusquena an und fahren dann zurück ins Camp. Nach Happy Hour und Dinner tanzen wir noch bis lange in die Nacht ums Feuer und tanzen! Keine andere Gruppe hatte dort jemals so viel Spaß wie wir und hat so lange gefeiert und getanzt trotz der schmerzenden Füße - sogar die Peruaner kamen dazu und feierten uns! :)

    3. Tag: 14km
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  • Salkantay-Trek Tag 4

    September 8, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute dürfen wir bis 6:30 Uhr ausschlafen :) unser Koch zaubert das beste Frühstück: es gibt Bananenkuchen mit bunten Streußeln, einen riesigen Früchteteller und meine selbst gepflückte Avocado von gestern.
    Der PartyBus fährt uns mit guter Laune nach Hidroeléctrica. Hier dürfen wir ein bisschen chillen in den Hängematten bis zum Lunch - ich gönne mir noch ein Mangoeis :)
    Immer an den Schienen entlang geht es dann um den MachuPichu herum am Rio Urubamba Richtung Aguas Calientes. Die Jungs gehen zwischendurch baden im Fluss, wir sehen viele Schmetterlinge (in Peru lebt die weltweit grüßte Zahl an Schmetterlingsarten - rund 3700) und hören die Grillen zirpsen und die Vögel zwitschern. Insgesamt fahren drei Züge an uns vorbei - ich lege drei Soles-Münzen auf die Schienen und lasse sie vom Zug zerquetschen, dass soll Glück bringen! Bei einem meiner Erkundungsgänge zum Fluss runter hab ich leider meine Sonnenbrille verloren - schade!
    15:30 Uhr erreichen wir Aguas Calientes, ein Städtchen das vom Machu-Pichu-Tourismus lebt und zwischen den Felswänden am Fluss liegt. Dann gibt es eine heiße Dusche und ein kurzes Schläfchen auf dem kuschligen Bett.
    Zum Dinner gibt es 19:30 Uhr Steak, Salat und Papas fritas, dazu einen frischen Mangosaft. Jesus gibt uns dann noch unsere Tickets für Machu Pichu morgen und erklärt uns, wie der Tag im etwa verläuft. Auf dem Weg zurück ins Hostel ist auf dem Plaza eine Wahlveranstaltung - viele schreiende Peruaner mit Fahnen und ab und zu ein paar Knaller, wir halten uns lieber fern und betrachten das Ganze von Weitem und essen einen Schokobrownie :) Neben uns spielen kleine peruanische Jungs ziemlich cool mit ihren Kreiseln. Wir lassen den Abend in Ruhe ausklingen und schlafen endlich mal wieder im Bett!

    Tag 4: 12km
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  • Salkantay-Trek Tag 5 - Machu Pichu

    September 9, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute besuche ich die berühmteste archäologische Stätte der Welt - Machu Pichu! 3:30 Uhr klingelt der Wecker, ohne Frühstück laufen wir 4:00 Uhr los zum unteren Tor (15min von Aguas Calientes), wo schon etwa 100 Menschen warten. 5:00 Uhr dann endlich der Einlass und der todesanstrengende Treppenlauf auf den Machu Pichu (ca. 2000 Treppen, 2km, 400 Höhemeter, 1h) 6:00 Uhr kommen wir komplett nassgeschwitzt am oberen Tor an, wo wir uns mit Jesus treffen (der Fauli ist mit dem Bus gefahren), um mit ihm eine Führung durch die Inka-Stadt zu machen.
    Die Inka-Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert trohnt auf 2430m Höhe - entworfen wurde sie vom Inka-Herrscher Pachacutec und in ihrer Blütezeit lebten in Machu Pichu etwa 500 Einwohner. Hier wurde innerhalb von 50 Jahren Stein auf Stein gesetzt ohne auch nur ein Gramm Mörtel zu verwenden. Die Dächer und Terassen (hier wurden Kartoffeln, Coca und Mais angebaut) sind alle Richtung Osten ausgrichtet, um die Sonne optimal auszunutzen. Man läuft vom Aussichtspunkt am Wachhäuschen vorbei, durch das Eingangstor, über den Heiligen Platz, vorbei am Sonnentempel und dem Tempel der drei Fenster - an den Ställen und dem Garten vorbei zum Wohnbereich.
    Da wir das Ticket zum Machu Pichu Mountain haben dürfen wir zweimal das obere Tor passieren. Wir machen also die Führung mit Jesus, verabschieden uns dann von ihm und gehen nocheinmal den steilen Weg zum Aussichtspunkt. Von hier aus wagen wir den Aufstieg zum Mountain und genießen von hier nochmal den Blick ins Tal des Río Urubamba und unseren weiten Salkantay-Trek. Außerdem gehen wir noch hinauf zum Sonnentor (Intipunku - dort schlafen wir vor lauter Erschöpfung erstmal ein) und zur Inka-Brücke. Danach chillen wir ein wenig in der Sonne auf den Terassen und kraulen und beobachten die grasenden Lamas. Dann gehen wir noch einmal in Ruhe durch die Stadt und lassen es nochmal auf uns wirken. Jetzt nachmittags ist auch viel weniger los, wir waren fast alleine und man konnte die Zeit wirklich gut genießen. Erst um 16 Uhr begeben wir uns auf den Heimweg, wieder die Treppen hinunter nach Aguas Calientes. Dort verabschiede ich mich von den Schweizern und Nina, die heute Abend noch den Zug und Bus wieder zurück nach Cusco nehmen.
    Abends schlendere ich noch ein wenig durch die Gassen von Aguas Calientes, lasse mir einen frischen Ananassaft von einer Mutti pressen und gönne mir noch eine leckere Spaghetti Bolognese und dann ab in die Heia! Ganz schön k.o.!
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  • Aguas Calientes - Hidroeléctrica - Cusco

    September 10, 2018 in Peru

    Heute kann ich bis 9 Uhr Ausschlafen!!! Auschecken, durch Aguas Calientes schlendern, auf den Markt gehen und Frühstück kaufen (Physalis, Avocado, Äpfel).
    11 Uhr starte ich in Richtung Hidroeléctrica (insgesamt wieder 14 km) - ganz entspannt auf den Schienen wandern und nochmal den Blick in Richtung Machu Pichu genießen. 13:30 Uhr Ankunft und Lunch dort (frisch gepresste Säfte) und dann in Richtung Busplatz laufen. Ich suche auf dem Platz vergeblich jemanden, der eine Liste mit meinem Namen hat. Und tatsächlich - nach einer halben Stunde Suche ruft ein kleiner dicker Peruaner laut: "Chosefina!?" na ein Glück :) 15:00 Uhr fährt der Bus dann nach Cusco los mit penetranter peruanischer Musik. 22:00 Uhr Ankunft im Hostel Resbalosa, Wäsche waschen, Sachen auspacken und 23:00 Uhr ab in die Heia.Read more

  • Bett-Tag

    September 11, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute geht es mir gar nicht gut. Habe furchtbare Hals- und Gliederschmerzen. Später muss ich mich 6mal übergeben und alles was ich an Flüssigkeit zu mir nehme kommt überall wieder raus. Ich krieche im Zimmer umher und packe meine Sachen zusammen, um 11 Uhr auszuchecken. Ich bewege mich allerdings nur 10m auf das nächste Sofa hier im Hostel und schlafe den ganzen Tag.
    19 Uhr - Mein Bauch hat sich etwas beruhigt, ich hoffe das hält an. Ich raffe mich auf, bezahle das Hostel, schnappe meine Rucksäcke und gehe mit wackligen Beinen los. Ich gönne mir noch einen leckeren frisch gepressten Möhre-Ingwer-Apfel-Jugo vom Markt, eine Banane und ein paar trockene Kekse (ich bin echt furchtbar schlapp auf den Beinen und breche fast zusammen unter der last meines riesigen Rucksackes - meine erste richtige Mahlzeit heute und es bleibt zum Glück alles drin) und nehme ein Taxi zum Terminal Terrestre de Cusco. Am Busbahnhof war wieder die Hölle los - wildes Geschreie von allen Seiten "Arequipa - Puerto ..." und wildes Getummel von Peruanern mit viel Gepäck. Ich setze mich, mache die Oropax rein, Binde meine Rucksäcke an meine Beine und mach ein wenig die Augen zu. Dann plötzlich wildes Gegröhle - ich mache meine Augen auf und sehe drei grinsende Schweizer auf mich zu rennen. Zufälliger Weise fahren sie mit dem Gleichen Bus, wollen auch nach Puerto Maldonado und sitzen im Bus direkt vor mir. Ziemlich witzig :)
    21 Uhr geht es dann los und ich nehme den Bus von Cusco nach Puerto Maldonado.
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  • Puerto Maldonado

    September 12, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 35 °C

    Die Busfahrt war diesmal zwar etwas luxuriöser (ich saß unten auf den Luxussitzen mit dem 180Grad-Sitz und der extra Beinfreiheit), aber der Busfahrer ist mal wieder mit 80 km/h irgendwelche schlängeligen Pässe hoch- und runtergefahren, das man im Sitz hin- und hergeworfen wurde. :)
    Um 7 Uhr weckt uns der Busfahrer. Wir steigen aus und mich erschlägt fast die Hitze und Luftfeuchtigkeit. Puhhhh, kleiner Klimawechsel :) Ich Schwitze schon nur vom Stehen! Also schnappe ich mir meine Rucksäcke, nehme ein TukTuk (Mototaxis sind hier DAS Verkehrsmittel) und lasse mich zum Hostel fahren. Ich habe voll das Dejavu - ist wie in Vietnam hier! Keine Regeln, viel Gehupe und nur Motorräder, Roller und Mototaxis!
    Im Tambopata Hostel ist voll schön - überall fliegen Schmetterlinge, es gibt einen Pool und die Zimmer sind echt süß. Nach einer Dusche und einem kleinen Schläfchen treffe ich mich unten mit einem Guide um meine Dschungeltour zu planen (3 Tage, S/759).
    Ich leihe mir ein Motorrad aus (S/50 für 7 Stunden) und erkunde die Stadt und Umgebung. Durch den Dschungel und auf engen Wegen düse ich entlang des Río Madre de Dios und des Río Tambopata, fahre unter über einem toten Hund kreisende Riesen-Aasgeier, halte am Hafen und schaue den Fähren und Peruanern beim Baden im Fluss zu :) und mache Halt auf dem Markt in der Stadt - zwischen den ganzen Peruanern hole ich mir Essen (für S/5 gibt es einen großen Teller Suppe und Pollo frito mit Salat) und einem frisch gepressten Möhren-Ingwer-Apfel-Saft. Dann lasse ich das Gerät noch tanken :) (S/15) und dann springt das Ding nicht mehr an! Wahrscheinlich die Batterie! Also schiebe ich den kurzen Weg zu El Gato und gebe das Ding wieder ab - der Opa da in seiner Werkstatt war gar nicht verwundert, passiert wahrscheinlich ständig!
    Im Hostel zurück springe ich in den Pool und kühle mich ab, entspanne ein wenig und schreibe was. Vor dem Bett gibt es noch einen Ananassaft und dann ab Unters Moskitonetz!
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  • Tambopata National Reserve - Jungle I

    September 13, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 35 °C

    Ganz schön warm heute Nacht, voll anderes Klima hier - ich habe trotzdem ganz gut geschlafen in meinem Moskitonetz und mit ein bisschen frischer Luft vom Ventilator. 7:30 Uhr stehe ich auf und packe meine Sachen für die nächsten drei Tage.
    Das Frühstücksbuffet ist ganz okay hier - es gibt Ei, Marmelade, Kaffee und Bananen :) nur die Brötchen hier kann ich echt nicht mehr sehen! Ich vermisse jetzt schon ein normales deutsches Körnerbrot!
    9:00 Uhr starten wir dann unsere Tour in den Dschungel. Außer mir noch ein älteres Ehepaar aus Frankreich, zwei deutsche Jungs (Leo und Hendrick) und drei Spanier. Da wir weit rein wollen, fahren wir zuerst mit einem Geländewagen über eine Stunde - vorbei an Bananen- und Mangobäumen, über Brücken aus ganzen Baumstämmen und über einen holprigen und staubigen Weg. Wir drei Deutschen dürfen hinten auf der Ladefläche auf einem Holzbrett sitzen :) ziemlich cool! Auf dem Flussweg würde die Fahrt über 7 Stunden dauern! Dann erreichen wir endlich den Fluss - hunderte verschieden bunte Schmetterlingen flattern hier am Ufer! Uns erwartet dort auch schon unser Guide Robin und ein Boot, wir steigen ein und los geht es auf dem Río Tambopata! Unterwegs sehen wir schon viele Vögel, Goldwäscher und aus dem Dschungel kommen die verschiedensten exotischen Geräusche :) Wir werden am Ufer abgesetzt und Robin führt uns mit all dem Gepäck ein ganzes Stück in den Dschungel rein. Dann erreichen wir unsere Lodge - eine wunderschöne Holzhütte mitten im Dschungel - umgeben von bunten exotischen Blüten und Bäumen. Zur Begrüßung gibt es erstmal ein erfrischendes Limettengetränk und die Zimmer werden uns gezeigt. Voll süße einfache Bambushütten mit süßen Moskitonetzbetten, einer kleinen Duschkabine und eigenem Klo. Vor den Zimmern hängen gemütliche Hängematten zum Chillen direkt im Dschungel neben Bananenbäumen :) Die Glocke läutet - Lunchtime :) Lecker Hühnchen mit Reis, Kartoffeln und Salat! Mmhhh! Danach ein Schläfchen in der Hängematte und 15:15 Uhr begeben wir uns auf unseren ersten Hike durch den dichten Regenwald. Wir versuchen leise über die Wurzeln zu steigen, beobachten und hören Vögel (Oropendicula, Tucan, Macane) essen Termiten (schmecken ein wenig nach Mint), Blätter die ein Anästhetikum enthalten und von den Zahnärzten hier verwendet werden (das hat uns Robin erst erzählt nachdem unsere Zungen taub waren :)), ich werde mal wieder geschminkt (wie ein echtes Dschungelmädchen), diesmal aber mit dem Saft von Blättern, haben einen Affen gesehen und durften auf Lianen schaukeln und sie hochklettern. 18:30 Uhr treffen wir uns für eine Nachttour auf dem Fluss, um Kaymane zu beobachten und die Milchstraße und den Sternenhimmel zu bestaunen. Danach gibt es leckeres warmes Buffet zum Abendbrot.
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  • Tambopata National Reserve - Jungle II

    September 14, 2018 in Peru ⋅ ☁️ 30 °C

    Wir gehen 5:15 Uhr im Dunkeln mit unseren Stirnlampen im Camp los und fahren mit dem Boot ca. eine Stunde flussaufwärts zur Colpa de Guacamayos Chuncho. Unterwegs sehen wir den Sonnenaufgang, viele verschiedene Vögel und eine Wasserschweinfamilie im Gras am Ufer des Flusses.
    Zur Colpa laufen wir noch ein Stück durch den Regenwald, jeder hat einen kleinen Hocker und Robin hat für uns Frühstück dabei. Man hört die vielen Aras, Papageien, Sittiche und Spechte schon weitem! Wir haben sogar Glück und können einen Tucan beobachten. Robin erklärt uns die Unterschiede zwischen den Arten - wir haben drei verschiedene Sorten Aras, mehrere Papagei- und Sitticharten gesehen. Auf der Rückfahrt sehen wir noch einen Otter und verschiedene Entenarten. Zurück im Camp gibt es Lunch (heute Fisch, rote Bohnen, Salat und zum Nachtisch Papaya). 14:45 Uhr gehen wir vier mit Robin Piranhas fischen. Wir fahren ca. 15min flussabwärts, beobachten Affen am Ufer und laufen dann mit unseren Angeln (ein langer Stock mit Garn und Haken dran :)) durch den Dschungel, vorbei an Bananen- und Sternfruchtbäumen (die wir natürlich vernaschen) zu einem Bach. An die Haken kommen leckere kleine Rindfleischstückchen und dann geht es auch schon los :) Robin zeigt uns in etwa wie und sagt, dass man sehr schnell sein muss, wenn man sie fangen will. Die meisten Besucher schaffen es nicht, einen Piranha zu angeln, erzählt er uns. Und Zack - da hat er auch schon einen Fisch an der Angel, allerdings eine dicke Sardine! Wir probieren uns auch ein wenig - schön still halten und wenn es zuckelt dann zack - schnell nach oben ziehen! Und wer hat den ersten Piranha geangelt? Ich :) voll cool! Ich hab ihn mit so einer Wucht rausgezogen, dass er hinter mir in den Busch knallt :) Robin holt ihn und zeigt mir, wie ich ihn festhalten kann ohne dass er mich beißt. In Ruhe betrachten wir das Kerlchen, lassen ihn mit seinen Beißerchen ein paar Blätter zerreißen und natürlich wird stolz ein Foto von mir gemacht. Insgesamt angeln wir 6 Fische: 3 Piranhas und 3 Sardinen. Robin ist sehr stolz auf uns und zufrieden fahren wir mit der Fischtüte heim.
    18:30 Uhr Nachtwanderung durch den Jungle: Robin holt eine Schlange vom Baum und lockt eine Tarantula aus ihrem Loch, fotografiert sie für uns aus 2cm Entfernung und liegt dabei auf dem Dschungelboden oder in irgendeinem Busch, Spinnen, Käfer und andere Insekten. 19:30 Dinner (Hühnchen, Brokkoli und Möhren, Kuchen als Dessert) und wir bekommen extra noch unsere Fische frittiert serviert. Sehr lecker!
    Wir laufen nochmal zum Fluss, versuchen Kaimane zu sehen und beobachten den Sternenhimmel. Schön hier! Dann endlich eine kalte Dusche und ab ins Moskitonetz und den Geräuschen des Dschungels lauschen.
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  • Tambopata National Reserve - Jungle III

    September 15, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 33 °C

    Ein schönes Gefühl im Dschungel von den Vögeln und dem Gezirpe aufzuwachen! Wie im Paradies! 7:30 Uhr gibt es Frühstück (Pommes, Ei, Brötchen, Marmelade und Früchte) und dann starten wir 8:30 Uhr zum Mammal-Claylake - wir wandern 3 Stunden durch den Tiefen Dschungel, lauschen Affengebrüll über uns und sehen die verschiedensten Tiere (Spinnen, Käfer, Raupen, Schmetterlinge) und Pflanzen. Wir haben sogar Glück und können einen Affen ganz nah bei seinem Frühstück beobachten!
    Mit dem Boot kehren wir gegen 11:45 Uhr zurück zum Camp, erstmal duschen - komplett nassgeschwitzt.
    12:30 Uhr gibt es Lunch (Fisch, Erbsen, Salat).
    14:45 Uhr Rückfahrt nach Puerto Maldonado, Wäsche waschen, chillen.
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  • Travelday - Flug von Puerto nach Lima

    September 16, 2018 in Peru ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute wird ein entspannter Tag! Ausschlafen, Frühstück, einen frisch gepressten eiskalten Erdbeersaft bei der süßen Frau um der Ecke holen, durch die Stadt schlappen und ein letztes Mal die 40 Grad und den Motorradverkehr hier in Puerto Maldonado genießen.
    12:45 Uhr nehme ich ein Taxi zum Aeropuerto und checke das Gepäck ein (der Flug hat inklusive Gepäck 115€ gekostet). Das Flugzeug sollte eigentlich 14:53 Uhr starten, aber ein starker Regenschauer (der erste Regen seitdem ich hier bin!) kommt dazwischen und verzögert den Start um eine halbe Stunde.
    Wir fliegen über den Regenwald, durch den sich der Río Madre de Díos schlängelt, über die Anden und schneebedeckte Gipfel die bis über die Wolkenschicht ragen und über das Meer und Lima. 17 Uhr landen wir, ich hole mein Gepäck und teile mir ein Taxi ins Zentrum (S/50). Jetzt ist noch entspannt Zeit für Abendbrot und ich laufe zur Station von Movilbus. Heute ist der Tag gekommen, an dem ich echt große Lust auf Schokolade habe - bei einer süßen Omi am Stand kaufe ich mir für S/3 eine Minitafel Vollmilchschoki mit Erdnüssen und genieße sie! 22:00 Uhr fahre ich dann mit dem Bus weiter nach Huaraz.
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  • Huaraz

    September 17, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 15 °C

    6:00 Uhr weckt mich der Busfahrer „Buenas dias y bienvenidos a Huaraz!“ Ich bin noch total verpennt und als ich aussteige erfriere ich fast - von 40 Grad im Dschungel auf 17 Grad in Lima und jetzt morgens 5 Grad in Huaraz - brrrrrr. Huaraz liegt auf 3091m, ab 2.500 Metern beginnt einfach irgendwie die Luft so dünn zu werden, dass man es körperlich merkt: Kopfschmerz, Übelkeit, Benommenheit und Trägheit. So geht es mir heute! Die Woche im Dschungel auf nur 200m hat mich wohl wieder etwas zurückgeworfen in meinem Höhentraining. Durch die dünne Luft spürte man jede Treppenstufe und gerät schnell in eine schnaufende Atmung. Auch die Anstiege auf den Straßen in der Stadt hatten es in sich. Ich schlich also langsam durch Huaraz, schaute mich ein wenig um und ließ es ruhig angehen in der Stadt mitten in den schneebedeckten Bergen.
    Ich gehe auf dem Markt einkaufen und mache mir einen leckeren Salat zum Abendbrot. Danach treffe ich mich noch mit Marlies und Dirk, wir berichten von unseren Dschungeltrips und den vergangenen Tagen und ich trinke einen 1/2 Liter heiße Schokolade :))
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  • Cordillera Blanca - Laguna 69

    September 18, 2018 in Peru

    Eigentlich wollte ich heute den Santa Cruz Trek beginnen - das wären wieder 4 Tage im Zelt und Wandern auf über 4000 und 5000 Höhenmetern. Da sich gestern aber einige krank gemeldet haben ist die Gruppe leider zu klein und die Agentur hat mir abgesagt. Schade!Also mache ich heute die Laguna 69! Sie liegt auch in der Cordillera Blanca, der welthöchsten Gebirgskette in den Tropen, welche mit einigen der gewaltigsten Berge Südamerikas aufwartet. Die Laguna 69 ist eine Tageswanderung zum Juwel der Cordillera Blanca, einem leuchtend blauen Gletschersee auf 4.600 Metern umringt von schneebedeckten Gipfeln. 4:30 Uhr aufstehen und 5:00 Uhr geht es los mit dem Bus in die Berge. Wir fahren durch Yungay (2500m) - ein Ort der 1970 komplett zerstört wurde durch ein 45 Sekunden langes Erdbeben der Stärke 7,7! 83 Quadratkilometer wurden dadurch zerstört. Fast alle 20 000 Yungay-Einwohner kamen dabei ums Leben, insgesamt sogar 70 000 Menschen! Ein mulmiges Gefühl überkommt mich, als wir hier so durchfahren. Die gesamte Stätte wurde zum nationalen Friedhof erklärt und ist mit Blumen geschmückt. Der Ort wurde 2km südlich davon wieder aufgebaut.
    8 Uhr gibt es dann Frühstück, ich trinke nur einen Cocatee und einen frisch gepressten Bananensaft. Dann betreten wir den Parque Nacional Huascaran (Eintritt 30S). Der Huascaran ist mit 6768m der höchste Berg Perus. Traumhaft schön und entspannt begann der Weg an einem Bergfluss, der durch ein großes Tal floss, welches wir einmal durchqueren mussten. Am Ende des Tals wartet der erste Aufstieg auf mich. Im ZickZack ging es den Berg hinauf und das Tal wurde hinter mir kleiner und kleiner - umgeben von Bergen, Wasserfällen, tollen Aussichten und Felsvorsprüngen. Leider zog es sich dann zu und fing an zu regnen - zuerst nur ein bisschen, dann immer mehr und dann wurde es Schnee. Zum ersten Mal kommt meine geile Regenjacke zum Einsatz!!! Irgendwie freue ich mich kurz, weil ich sie endlich austesten kann. Aber im Schnee und Regen einen krassen Aufstieg auf über 4000 Metern zu machen ist dann doch echt anstrengend und nicht so schön. Oben angekommen sah man einen See und befand sich auf einer großen Ebene - „Hab ich es schon geschafft?“. Die Laguna 69 sollte eigentlich knallig blau sein, diese hier sah hingegen aus wie ein normaler See. Ich wanderte weiter. Zwei Stunden war ich mittlerweile unterwegs und war der festen Überzeugung, nicht mehr weit vom Ziel entfernt zu sein. Als ich dann um die nächste Ecke bog wurde mir aber klar, dass der Endgegner noch auf mich wartete. Ich stand am Rande eines Tals auf ca. 4.000 Metern Höhe, das so groß war, wie das Tal aus dem ich vor zwei Stunden startete. Auf dem großen Berg vor mir sah ich ein paar wenige kleine bunte sich bewegende Punkte – Wanderer. „Nicht ernsthaft, oder?“ Ich war echt schon am Keuchen und am Ende meiner Kräfte. Dann noch der Schnee und die Kälte - puh! Naja es hilft ja nichts - so kurz vor dem Ziel aufgeben ist keine Option! Also Coca-Blätter in den Mund, Zähne zusammen beißen und weiter geht es! Meine Regenjacke ist jedenfalls der Hammer - alles perlt an mir ab und ich bin trocken unten drunter.
    Die Anstrengung in der Höhe macht sich langsam bemerkbar - Kopfschmerzen und Übelkeit quälen mich und die Beine fühlen sich an wie Pudding. Es beruhigt mich, das andere Wanderer auch viele Pausen machen und genauso schnaufen wie ich. Nach einer weiteren Stunde hatte ich es geschafft. Am Ende des Weges sah ich sie – die Laguna 69. Sie zeigte sich trotz des Wetters in dem wunderschönen Blau wie versprochen. Die Luft war hier oben noch kühler, der Wind nahm zu und immer noch Schnee. Die Laguna ist umgeben von drei schneebedeckten Gipfeln der Cordillera Blanca - Pisco (5752m), Yanapaccha (5383m)und Chacraraju (6112m). Auf dem Rückweg klarte es dann zum Glück ein wenig auf und hörte auf zu schneien. Insgesamt waren es 18km und 1600 Höhenmeter (von 3800m auf 4600m)
    Auf der Fahrt musste ich mir jetzt noch überlegen, ob ich die nächsten 4 Tage dann den Santa Cruz Trek machen will. Aber nach dem Wetter heute fühle ich mich nicht nach 4 Tagen Zelt in 4000m Höhe. Eine schwierige Entscheidung. Aber ich denke mein Körper braucht mal Ruhe und es war eventuell auch genug Höhe und Belastung die letzten Wochen. Ich sage dem Guide noch Bescheid, gehe duschen, esse einen Haps und lege mich komplett fertig ins Bett.
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  • Huaraz

    September 19, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Gut, dass ich heute nicht den Santa Cruz Trek mache! Ich wache auf mit Kopf- und Halsschmerzen und fühle mich allgemein schlapp. Aldo macht mit einen Coca-Tee und ich esse Obst mit Yoghurt zum Frühstück. Danach fühle ich mich schon ein bisschen besser, packe meine Sachen und checke aus. Ich glaube es war genug Höhe und Trekking die letzten Wochen erstmal für meinen Körper.
    Die Sonne scheint heute, ich schlender durch Huaraz, buche einen Bus für heute Abend nach Trujillo und Wander 1 1/2 Stunden zum Mirador Rataquenua. Das ist auf jeden Fall genug Anstrengung für heute! Es geht ganz schön steil bergauf, ich frage mich bei den Einheimischen durch und finde es dann auch. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Cordilla Blanca und Huaraz und Umgebung. Ich setze mich in die Sonne und schreibe ein bisschen Tagebuch. Niemand sonst ist hier und es ist so schön ruhig! Dann ziehen dunkle Wolken auf - ich mache mich auf den Rückweg. Zurück in der Stadt fängt es stark an zu regnen und gewittern - ich rette mich in die Markthalle. Der Regen prasselt laut auf das Wellblechdach. Unten gibt es alles Mögliche zu kaufen, alles was das Herz begehrt: Karnevalsachen, alles aus Plastik, Kleidung, Schuhe, man kann sich alles nähen lassen (eine ganze Reihe an Nähmaschinen :), ich kaufe mir kleine FlaggenAufnäher) und natürlich Fleisch, Gemüse, Obst, Körner, .... Eine Etage weiter oben sind lauter kleine Restaurants, hier esse ich zwischen den ganzen peruanischen Familien - wie immer ein Menü für 5 Soles: Suppe, Arroz con Pollo und Chicha Morada dazu. Danach gehe ich zu Linea und Movilbus und Buche meine Busse für die nächsten Tage (Huaraz - Trujillo 55S und Trujillo - Chachapoya 65S).
    Abends gehe ich nochmal über einen Trödelmarkt und kaufe mir einen Hamburger für 5S auf der Straße (der musste gut sein, ganz viele Peruaner standen da Schlange :)). 21:30 Uhr steige ich in den Bus von Huaraz nach Trujillo.
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  • Trujillo, Chan Chan y Huanchaco

    September 20, 2018 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Ziemlich früh kommen wir in Trujillo an - ich nehme ein Taxi in die Stadt und gebe meinen Backpack in einem Hostel für 5S in den Storage. Ich schlender über den noch leeren Plaza de Armas - er soll einer der saubersten und auch der schönsten Plätze Südamerikas sein. Und wirklich: schon vor 6 Uhr hocken Gärtner fleißig in den Beeten und es gibt Arbeiter, die den Platz WISCHEN! :) Das hab ich ja noch nie gesehen! Hier am Plaza steht die kanariengelbe La Catedral und viele bunte Kolonialgebäude. Ich laufe weiter durch die Fußgängerzone. Alles hat noch geschlossen - doch ganz am Ende finde ich eine kleine Bäckerei, die eine süße Frau gerade öffnet. Sie macht mir einen Kaffee und ich schlemme eine süße Apfeltasche. Ein bisschen komisch so vor Tagesbeginn durch eine leere Stadt zu laufen, aber irgendwie auch ganz cool. Um 6:30 Uhr dann erste Menschen - Arbeiter, Kinder in veschiedenen Schuluniformen, Mütter mit ihren kleinen Kindern ... Ich beobachte das Treiben in der Straße und gehe dann weiter durch Trujillo. Der ovale Stadtkern ist von einer Stadtmauer umgeben, die Häuschen haben schön verzierte Fenstergitter und es gibt mehr als 10 Kirchen. Ich gehe in einige hinein und lausche den Gebeten und Gesängen auf spanisch, denn morgens sind die Kirchen hier immer geöffnet und es findet der Gottesdienst statt.
    Um 9 Uhr hatte ich dann eigentlich schon den ganzen Stadtkern besichtigt, bin alle Straßen abgelaufen und war in allen Kirchen :). In der wohl sehr bekannten Jugeria hole ich mir noch einen frisch gepressten Mangosaft (der ist wirklich besonders lecker) und einen Pollo-Sandwich (super lecker!) und gehe zurück zum Plaza um mich über eine Tour nach Chan Chan und Huanchaco zu informieren. Doch bevor ich mich kümmern konnte kam ein junger Typ auf mich zu und machte mir ein Angebot. Ich bekomme wieder mal Studentenrabatt und zahle 30S für die Fahrten, einen Guide in Englisch und die Eintritte in den Sehenswürdigkeiten. 9:45 Uhr geht es los, wir holen noch meinen Rucksack ab und fahren zuerst zum Regenbogentempel (Huaca Arco Iris/Huaca del Dragón). Die Gegend um Trujillo wurde durch die Moches und Chimús geprägt. Außerdem besichtigen wir noch die Huaca Esmeralda und ein Museum. Überall sehe ich die peruanischen Nackthunde - die Rasse entstand vor fast 3000 Jahren in den Anden und soll angeblich heilende Fähigkeiten haben. Sie haben eine Körpertemperatur von 40 Grad und wurden deshalb bspw. bei Arthritis eingesetzt. Weiter geht es nach Chan Chan. Das ist eine um 1300 errichtete und mit 26 qkm die größte präkolumbische Stadtanlage in ganz Amerika und die weltweit größte Lehmziegelstadt. Sie liegt nordwestlich von Trujillo mitten in der Wüste. Inzwischen wurde durch die Fluten und Regenfälle von El Nino ziemlich viel zerstört. Besichtigen darf man einen der zehn Königstempel mit seinen verbliebenen kunstvollen Verzierungen (vor allem Meerestiere), hohen Wänden und großen Plätzen - den Nik An Tempel. Danach fahren wir weiter nach Huanchaco. Ich verabschiede mich von der Gruppe und stapfe mit meinem schweren Gepäck zur Bamboo Lodge, wo ich herzlich von der Besitzerin und ihrem Hund Alex begrüßt werde. Später genieße ich mit einem Bier den Sonnenuntergang, esse Ceviche und einen leckeren Fischeintopf.
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  • Huanchaco

    September 21, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Ich schlafe aus, gehe duschen und mache lecker Frühstück auf der Dachterasse mit Meerblick. Sehr entspannt und ruhig hier, das habe ich gebraucht. Danach mache ich einen langen Spaziergang am Strand, suche ein paar Muscheln, lausche den Wellen und genieße die Sonne und das Salz auf der Haut. Auf dem Rückweg kaufe ich mir noch eine neue Sonnenbrille, hab meine ja beim Machu Pichu verloren. Bekannt ist Huanchaco für seine Fischer und deren Boote, auch Caballitos de Totora genannt -" Schilfpferdchen". Sie paddeln und gleiten über die Wellen und lassen beide Beine zur Seite runterhängen - schön anzusehen :)
    Für 20S geht es dann nachmittags wieder nach Trujillo. Da mein Claro-Guthaben aufgebraucht ist (ich bin echt schon länger als einen Monat unterwegs, krass) gehe ich noch in den Hauptstore und kaufe mir mobiles Internet für 30S für einen weiteren Monat. Abends fahre ich von Trujillo mit dem Bus los nach Chachapoya.
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  • Chachapoyas y Cocachimba

    September 22, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute hat der Bus zwei Stunden Verspätung - wir kommen erst 8 Uhr in Chachapoyas an. Ich lasse meinen großen Backpack bei Moviltours stehen und laufe in die City. Auf dem Markt kaufe ich mir frisches leckeres Obst im Gedränge und mache Frühstück in einer süßen Bäckerei - Café con leche, un jugo de piña y un sandwich con huevo, tomate y palta. Ein kleiner süßer Junge bietet mit noch leckere Mürbeteigkekse mit Schokofüllung an. Mhmm!
    Der Plaza de Armas ist leider eine große Baustelle und die Stadt an sich ist auch nicht sehr sehenswert. Ich hole also meinen Backpack ab und laufe in Richtung Terminal Terrestre. Dort nehme ich 11:20 Uhr ein Collectivo (Minibusse auf die das Gepäck oben geschnallt wird und in die so viele Menschen wie möglich gequetscht werden :)) nach Cocahuayco (5S) und von dort ein Mototaxi nach Cocachimba (5S). Cocachimba (1800m) ist ein kleines Dorf, kleiner als Herbartswind :). In der Mitte eine große grüne Wiese, auf der Jungs Fußball spielen und Pferde grasen, eine kleine Schule, ein paar Wohnhäuser und zwei Restaurantes. Umgeben von Bergen. Ein ganz anderes Leben hier, am anderen Ende der Welt. So ruhig und friedlich. Ich habe hier eine wundervolle Unterkunft mit direktem Blick (1. Reihe sozusagen) auf den Gocta-Wasserfall. Ganz idyllisch liegt die Casa von Raphael (Albergue Sachapuyo, 30$ pro Nacht)- ruhig und abgelegen. Der Wasserfall ist mit einer Fallhöhe von 771 Metern einer der höchsten der Welt! Stefan Ziemendorff, ein deutscher Entwicklungshelfer, erblickte den imposanten Wasserfall erstmals 2002 während einer Expedition in dem unwegsamen Naturreservat. 2006 kehrte er mit einem peruanischen Forschungsteam zurück, um die Vermessung vorzunehmen.
    Ich komme erstmal an, trinke mit Rafael einen Kaffee und essen Schokokekse in den Schaukelstühlen mit wunderschöner Aussicht auf die fallenden Wassermassen. Bevor er dunkel wird schlender ich nochmal durch den kleinen Ort und mache mich auf die Suche nach einem kleinen Laden. Gar nicht so einfach hier :) letztendlich werde ich auf einen kleinen Hof geschickt, wo mir eine nette Frau die Fensterläden öffnet und mich in ihren kleinen Laden reinlässt.
    Abends koche ich mir Spaghetti mit einer leckeren Tomatensoße - die Tomaten sind hier so aromatisch und der Knoblauch echt lecker! Die Küche von Rafael ist top ausgestattet und super sauber, da hat es sich angeboten mal selbst zu kochen :) auch mal schön! Als ich esse stoßen zwei Deutsche Frauen hinzu, sie leben beide schon seit über 20 Jahren in Peru (Lima), haben hier und in Deutschland Kinder und machen hier grad einen Ausflug rund um Cocachimba. Wir quatschen noch nett und gehen dann auch bald schlafen.
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  • Catarata Gocta

    September 23, 2018 in Peru

    Um 7:00 Uhr haben Rafael und Maria super süß Frühstück für uns gemacht - natürlich draußen mit Blick auf mein heutiges Ziel: der Catarata Gocta!
    8 Uhr wartet schon mein Mototaxi auf mich. Wir düsen den Berg runter ins Tal zum Río Utcubamba und auf der anderen Seite wieder hoch nach San Pablo (1934m). Hier kaufe ich mein Ticket für die komplette Route (20S) und starte meine Wanderung um 9 Uhr. Man muss hier sogar seinen Fingerabdruck abgeben und unterschreiben, dass die Route lebensgefährlich ist - vor einem Jahr ist wohl ein Koreaner hier gestorben erzählt man sich. Ich bin gespannt auf den Weg. Erstmal geht es 6km (2 Stunden) bergauf zur Catarata Gocta Primera Caida, also dem oberen Teil des Wasserfalls. Der Weg führt idyllisch durch die Nebelwälder der Chachapoyas-Region. Man hat wunderschöne Ausblicke über das Utcubamba-Tal und weit und breit sind keine Menschen. Das letzte Stück muss man eine steile Holztreppe hochklettern - ich befinde mich nun auf 2400m Höhe. Die Wassermassen stürzen nur ein paar Meter neben mir ca. 150-200m in die Tiefe - ganz schön windig und nass hier :) Dann geht es 2km wieder zurück zur Abzweigung und ich mache eine kleine Mittagspause mit Äpfelchen, Banane und Keksen auf einem großen Stein mit Blick auf den Gocta. Gestärkt mache ich mich auf den Weg zum Catarata Gocta Segunda Caida - also dem höheren unteren Teil des Gocta. Es geht lange sehr steil bergab, dann über eine Hängebrücke über den Fluss und dann auf der anderen Seite weiter bis zum unteren Becken. Wow! Beeindruckend wie das Wasser 550-600m in die Tiefe zu mir herab stürzt. Ein Peruaner ist Baden - huhhhh, eisiger Wind und dann noch ins Wasser? Ich bin stark, ziehe meine verschwitzen Sachen und die Wanderschuhe aus und hüpfe für einen kleinen Moment in das eisige Wasser. Einmal duschen und Baden in einem der höchsten Wasserfälle der Welt! Cool! :) Schnell wieder in die warmen Klamotten und in der Sonne aufwärmen. Der Rückweg war beschwerlicher als gedacht - es ging ganz schön auf und ab! Um 16 Uhr erreichte ich wieder Cocachimba - dunkle Wolken saßen mir im Nacken. Und genau als ich das Tor zu Rafaels Haus öffnete, begann es zu regnen und gewittern. Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich auf die Schaukelstühle auf der Terrasse und beobachtete den Regen und den Wasserfall - viel größere Massen Wasser stürzten nun in die Tiefe - krass! Insgesamt war meine Wanderung heute 17km lang und ich war 7 Stunden unterwegs mit längeren Pausen. Ich darf noch warm duschen und mache mir einen heißen Tee für die Fahrt. Im Dorf gehe ich noch eine Kürbis-Möhren-Suppe und Gemüse-Spieße essen - niemand sonst im Restaurant und die Frauen kochen frisch und nur für mich! Lecker! 21:30 fährt mein Bus in Pedro Ruiz nach Chiclayo.Read more

  • Chiclayo

    September 24, 2018 in Peru ⋅ ☁️ 23 °C

    6 Uhr komme ich in Chiclayo an, ich schlafe noch ein wenig an denn Terminal - 8 Uhr mache ich mich dann auf den Weg, zuerst einmal von Hostel zu Hostel, bis ich eins finde, wo ich für ein paar Stunden meinen großen Backpack abgeben kann. Im Café 900 mache ich Frühstück - einen Kaffee und leckerer Joghurt mit Chiasamen, Müsli und vielen Früchten. Danach schlender ich durch die Stadt - zum Mercado moderno und Mercado central. Noch nie habe ich solche riesigen Märkte gesehen! Man verlief sich in den engen Gassen, neben Mützen, Hosen und Schuhen gibt es Hühnchen, Obst und Gemüse zu kaufen. Da meine Nike free leider langsam den Löffel abgeben, kaufe ich mir bei dem großen Angebot für 45S (11,60€) neue Nikes :) Außerdem gibt es hier viele Schamanen, bei denen man allerlei Kräuter und Öle kaufen kann. Bei El Pescado (eine Empfehlung aus dem Lonely Planet) esse ich eine echt leckere Ceviche - viele Peruaner essen hier zu Mittag, scheint also eine gute Adresse zu sein! 14 Uhr habe ich genug von der Stadt und mache mich auf den Weg nach Pimentel ans Meer. Der Taxifahrer lässt mich an meinem Hostel raus. Von außen sieht es ziemlich verlassen aus, ich klingel .... niemand öffnet. Ein wenig gruselig ... Ich warte noch ein wenig, als aber keinerlei Zeichen von Leben zu sehen war wander ich weiter mit meinem ganzen Gepäck. Zuerst zu anderen Hostels - diese sind aber um ein Vielfaches teurer als das was ich gebucht hatte. Also suche ich mir von denen das Schönste aus und schlafe direkt am Meer. Ich mache noch einen Abendspaziergang am Strand, erkunde ein wenig die Promenade und das Städtchen und gehe früh ins Bett.Read more

  • Pimentel y Santa Rosa

    September 25, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 22 °C

    Ich schlafe aus, esse spät Frühstück und mache einen langen Strandspaziergang nach Santa Rosa (4-5km südlich von Pimentel). Die Strände sind total verlassen und weitläufig! Ich sammel ein paar Muscheln und genieße das Meeresrauschen und die salzige Luft. Außer Vögeln, einer toten Robbe und Krebsen begegnet mir niemand. Santa Rosa ist noch kleiner und verlassener als Pimentel - fast ein bisschen gruselig die Stadt. Ich werde natürlich wieder mit großen Augen von allen bestaunt, wegen meiner blonden Haare und weil ich so groß bin im Gegensatz zu den kleinen Peruanern. Kleine Jungs auf Fahrrädern folgen mir kichernd. Ich stärke mich nur kurz mit Obst und Keksen und mache mich dann auch schnell wieder auf den Weg zurück zum Meer und nach Pimentel. Auf dem Weg zurück genieße ich den Sonnenuntergang an der Promenade, kaufe ein süßes Perlenarmband bei einem Opi und esse ein Omlette mit Stachelrochen, das ist wohl eine Delikatesse hier.Read more

  • Pimentel

    September 26, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute schaffe ich es endlich mal mit Mama zu telefonieren - so schön! Langsam hab ich echt schon ein bisschen Heimweh - wer weiß wie lange ich noch Reiselust habe. Denn mein Wunsch in Nicaragua im Krankenhaus zu arbeiten, kann ich mir so langsam wirklich aus dem Kopf schlagen. Die Situation ist nach wie vor kritisch und es wird nicht empfohlen einzureisen. Entweder es ergibt sich also auf meiner Reise irgendwas Neues oder ich komme doch schon früher heim.
    Ich genieße den Tag noch am Strand, schaue lange den Fischern zu wie sie an Land kommen und ihre Fische verkaufen, schlender nochmal über den Markt und esse ein leckeres Menü für 6 Soles (Nudelsuppe und Arroz con Pollo). 15:30 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Chiclayo und nehme dort den Bus um 17:00 Uhr (Civa, 50S) nach Tarapoto, um dort Sik zu treffen. Im Bus neben mir sitzt eine Frau mit einem Karton voller Gänsebabys. Die quietschen die ganze Zeit - voll süß!
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  • Yurimaguas

    September 27, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 33 °C

    Mein Bus hat über 3 Stunden Verspätung! Doof, denn ich war 7 Uhr mit Sik in Tarapoto verabredet. Jetzt musste er leider warten. Landschaftlich ist es hier aber wunderschön - grün und bergig!
    Als ich dann endlich angekommen bin begrüßt mich Sik herzlich, wir fahren mit einem Mototaxi zum Collectivo-Terminal und gehen erstmal was essen (ich hatte mich im Bus bisher nur von Bananen und Ritz-Keksen ernährt :)). Es gibt einen Piña-Saft und Chaufa con Huevo - Reis mit Ei und frittierter Banane. Gestärkt machen wir uns zu zweit auf den Weg mit einem Collectivo nach Yurimaguas. Übrigens ist es hier super heiß! Schön also zwei Stunden eine kurvige Straße zu fahren, im Collectivo (Kleinbus mit eigentlich nur 16 Sitzem) mit weiteren 24 Personen eng auf eng zu sitzen :) Neben mir ein paar Wochen altes Baby, vor mir zwei Frauen mit Kleinkindern auf dem Schoß.
    In Yurimaguas nehmen wir ein Mototaxi in die Stadt und schauen uns mehrere Hostels an. Im Hostel El Puerto können wir uns dann endlich niederlassen und kalt duschen, wir sind nämlich komplett nassgeschwitzt in unseren langen Klamotten.
    Nach einem kurzen Päuschen machen wir uns dann auf den Weg zum Flussufer und fragen uns durch nach Schiffen Richtung Iquitos. Gar nicht so einfach! Von hier aus könnten wir nur Rapidos (Schnellboote) nehmen, die über Nacht in 15 Stunden für 130 Soles bis nach Nauta fahren. Dort muss man dann ein Mototaxi oder Ähnliches nehmen nach Iquitos. Da wir aber auf der Suche nach einem Frachtschiff sind, dass uns in 2 oder 3 Tagen nach Iquitos bringt werden wir letztendlich nach Copam geschickt. Dort angekommen geht die Fragerei weiter - hier fährt heute wohl ein Boot los, allerdings um 18 Uhr - das ist schon in einer Stunde! Einer der Bootsmänner zeigt uns das Schiff, dass grad noch fleißig beladen wird. Vorbei an Männern, die Obst- und Gemüsekisten und riesige Kartons an Board tragen, geht es die Treppen hoch durch die kleine Schiffsküche auf die 2. Etage - hier hängen schon einige Hängematten von den Arbeitern hier. Wir könnten mitfahren für 100 Soles (inklusive Essen), müssten uns allerdings noch Hängematten (20 Soles auf dem Markt), Snacks, Wasser und Teller und Besteck auf dem Markt kaufen. Puhhhh und das alles in weniger als eine Stunde? Wir entscheiden uns erstmal dagegen, es war erstmal genug Fahrerei heute! Einen Plan wann das nächste Schiff fährt gibt es nicht, wir müssen also auf gut Glück wieder vorbeikommen. Wir fahren also wieder zurück in die Stadt, schlendern über den Plaza de Armas und treffen einen Australier und einen Italiener (Sik hat die beiden wohl schon in Chile getroffen). Mit den beiden gehen wir dann lecker Burger essen und ein Eis schlürfen - lecker! Dann machen wir uns auf den Heimweg und fallen müde ins Bett - gute Nacht!
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  • Eduardo VII - Yurimaguas

    September 28, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 33 °C

    Die Nacht war sehr heiß - trotz Ventilator bin ich echt oft aufgewacht, weil ich so geschwitzt habe. Aber zum Glück war der Ventilator so laut, dann hab ich Siks Geschnarche nicht gehört :) Wir schlafen aus und versuchen dann mehrere Male am Copam-Puerto anzurufen, um zu checken, ob dort heute noch ein Schiff fährt. Aber es hört keiner. Also gehen wir erstmal duschen und wollen grad aus der Tür raus zum Frühstück, da kommt ein Peruaner um die Ecke und sagt: „Beeilt euch, um 12 geht ein Schiff nach Iquitos!“ Ich war schon dabei, meine Sachen zu packen, dann kam er wieder rein und sagte „Nein doch nicht, das Schiff hat heute Morgen doch schon abgelegt, aber es fährt eins morgen - er holt uns um 13 Uhr ab und wir fahren auf den Markt und kaufen alles ein, was wir für die Fahrt brauchen würden.“ Außer uns ist auch noch ein Mädel aus der Schweiz hier, Luise, sie will auch ein Schiff nach Iquitos. Puhhh - echt anstrengend hier ein Boot zu finden. Aber gut, also gehen wir doch erst frühstücken! Luisa kommt mit uns :) wir schlendern über den Markt - ich kaufe mir Kekse, Bananen, Äpfel und Möhren. Dann gibt es endlich mal was zu Mampfen - lecker Früchte mit Jogurt, ein Ananassaft und ein Sandwich mit Avocado und Tomate.
    Zurück im Hostel haben wir noch eine Stunde zum Chillen und Packen. Dann werden wir mit dem Mototaxi von dem gleichen Peruaner wieder abgeholt. Wir düsen auf den Markt, kaufen uns jeder eine Hängematte, Seile, ein Moskitonetz und eine Tupperbox (40 Soles für alles = 10,41€) und 14 Liter Wasser für jeden. Als wir alles zusammen hatten ging es voll bepackt (3 große Backpacks, 3 kleine Daypacks, 6x 7 Liter-Wasserkanister und natürlich wir :)) zum Copam-Puerto. Hier steht wie gestern auch ein Schiff - wir werden aufs oberste Deck begleitet. Auf dem Weg dorthin ein rotes riesiges Schild “No Pasajeres“ (keine Passagiere). Oh je .... sind wir hier richtig? Bevor wir irgendwas fragen oder sagen konnten, fing der Peruaner schon an unsere Hängematten oben auf dem Deck zu befestigen. Wir legten erstmal das ganze Gepäck ab, testeten die Hamacas und gingen am Ufer Mittagessen mit all den Arbeitern. Es gibt mal wieder Nudeln mit Reis und Hühnchen, Bohnen und Kartoffel oder Banane. Ganz schön Kohlenhydratlastig immer ... ich wünschte, es gäbe mal einfach nur Gemüse!
    Dann erstmal ein Schläfchen in der Hängematte und das ganze hier realisieren. Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin und in so guter Gesellschaft mit Luisa und Sik! Geweckt werden wir von einem kräftigen Regenschauer - schnell bringen wir uns Gepäck ins Trockene, denn das ganze Deck ist überflutet :) Im Fluss sehen wir nach dem Regenschauer sogar einige Delfine! Schon echt schön hier!
    Da es hier ziemlich früh dunkel wird (18:00 Uhr), machen wir uns recht früh hängemattenfertig (Schlafsäcke reinlegen, Kissen auspacken, Zähnchen putzen), quatschen noch ein bisschen und lassen dann die Mosquitonetze runter und versuchen zu schlafen. Um uns herum gewittert und blitzt es. Das wird ein Abenteuer!
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  • Eduardo VII - Yurimaguas

    September 29, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 32 °C

    Ich habe meine erste Nacht in der Hängematte und auf einem Frachtschiff überlebt! :) Da ich in der Nacht erst öfter aufgewacht bin, weil ich Angst um mein Gepäck unter mir hatte, hab ich meine Wertsachen alle (Laptop, Technikkram, Kamerazubehör) noch in die Hängematte geholt und die ganze Nacht damit gekuschelt :)
    Um 5:30 Uhr wache ich dann wieder auf - ein wunderschöner Himmel, die Sonne geht auf! Ich lege mich dann aber nochmal hin und wir schlafen aus bis 8:30 Uhr! Nichts macht hier den Anschein, dass wir heute den Hafen verlassen, also wohl doch erst morgen. In Ruhe wachen wir auf, machen eine Katzenwäsche mit Bebe-Frischetüchern und gehen dann wieder von Board, um in dem Zelt am Ufer Frühstück zu machen. Auch die Arbeiter machen grade Frühstück - es gibt mal wieder überall nur Fleisch, Reis, Nudeln, Kartoffeln und Kochbananen. Sik gönnt sich davon wieder eine Riesenportion. Luisa und ich verzichten lieber und lassen uns von dem Beilagensalat (Rote Beete, Kartoffel, Möhre) einen ganzen Teller auftuen, eine Tomate dazuschnippeln und ein Ei und ein Stückchen Kuchen. Die Frau amüsiert sich etwas über uns und fragt, ob wir Vegetarier sind. :) Die Peruaner essen hier einfach dreimal am Tag das Gleiche und so wenig Gemüse! Bei einer anderen Frau bekommen wir sogar einen frisch gepressten Orangensaft!
    Zufrieden gehen wir zurück an Board und beobachten die Männer, die fleißig weiter die Fracht aufladen. Bisher haben wir tausende von Eiern, 10 Kühe, tausende von Säcken mit Chips, Knoblauch, Kartoffeln und Zwiebeln, Stiegen voller grüner Mangos (die isst man hier mit Salz, sehr lecker!) und Avocados geladen. Wir treffen nun auch endlich mal den Kaptain (Juan) selbst (ein kleiner netter Peruaner mit dicken Bierbauch :) - er sagt uns, dass wir morgen sehr früh in Richtung Iquitos starten und stellt uns unsere Tickets aus (100S pro Person für die 2 oder 3 Tage Fahrt oben auf dem Deck). Außerdem sagt er uns, dass wir uns eventuell verstecken müssen bevor wir losfahren, da die Marinepolizei eventuell einen Check macht und auf dem Schiff ja nur Fracht erlaubt ist. Naja ... wir werden mal sehen was passiert.
    Später stößt noch Julian zu uns, ein netter Franzose, der auch schon länger auf Reisen ist. Er gesellt sich mit seiner Hängematte zu uns, wir quatschen ein bisschen und er schneidet für uns alle eine zuckersüße Ananas vom Markt - lecker! :) Ansonsten hat man hier nicht so viel zu tun. Ich beobachte die Delfine, lese ein bisschen im Reiseführer über Ecuador und Luisa gibt mir Tipps und wir chillen in den Hängematten. Gegen 14 Uhr beginnt es wieder heftig zu stürmen und dann auch zu regnen, das ist echt intensiv hier so ein Regenwaldgewitter! Wir organisieren unsere Sachen recht schnell und bringen alles in Sicherheit - langsam sind wir Profis und ein gut eingespieltes Team :) Leider hat nun auch das Essenszelt aufgrund des Sturms früher abgebaut, also wohl kein Essen heute mehr für uns. Aber am frühen Abend kommt der nette Peruaner von gestern und sagt uns, seine Frau hätte noch einiges an Essen übrig und er hat alle Töpfe auf sein Mototaxi geladen. Wir gehen also mit ihm, seine Frau wartet schon am Ufer mit den Töpfen im TukTuk und füllt unsere Tupperboxen mit Reis, Bohnen, Fleisch und ein bisschen Gemüse.
    Bevor es dunkel wird, gehe ich mit Luisa noch duschen (eine Düse in der Toilette), dabei huschen an uns einige Hühner vorbei - die haben wir nun also auch geladen :) 18:30 Uhr kommen im Dunkeln noch 5 Briten dazu, doch die schlafen alle in Kabinen (das kostet 150S), wir haben also zum Glück unsere Ruhe. Dafür, dass das kein Passagierschiff ist, sind wir nun doch ganz schön viele Passagiere :)
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  • Eduardo VII - Es geht los!

    September 30, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 32 °C

    Was eine Nacht! Ich bin froh, dass wir unsere Mosquitonetze haben, es gibt einem ein bisschen das Gefühl von Privatsphäre. Ich wache auf, da irgendwas auf mich tropft :) oh man, ich hab mich so erschrocken! Sik und Luisa neben mir geht es genauso :) beide sitzen in ihren Hängematten und schauen mich mit großen Augen an. Als wir aufstehen sehen wir das Problem. Es ist leider nicht so ein klarer Morgen wie gestern, sondern neblig und diesig. Deshalb hat sich auch das Wasser oben an der Decke vom Deck gesammelt und tropft nun auf uns :) Naja immerhin keine Tiere die auf uns Pipi machen oder Ähnliches :) Es stößt noch eine peruanische Familie dazu, sie wollen nach Iquitos umziehen. Noch mehr Hängematten! :) Langsam wird es voll an Deck. Das Zelt am Ufer gibt es nicht mehr, deshalb gibt es Frühstück in der Hängematte: ein Apfel, eine Banane und Kekse. Nach Abfahrt sieht das Schiff jedenfalls nicht aus - die Männer laden weiter Fracht auf. Es sind nun viel mehr Kühe, mehr Eier, Kisten mit Weintrauben, Möhren, Orangen, Salzsäcke, ... Wir schließen Wetten ab, zu welcher Uhrzeit wir wohl losfahren :) Die Stimmung ist also nach wie vor gut! Um 10 Uhr startet kurz der Motor (ich hätte zu dieser Zeit auch gewonnen :)), wir springen alle vor Freude auf - doch leider ändern wir nur die Position. Zu guter Letzt kommt noch Tomas dazu, ein Kolumbianer auf dem Fahrrad :) Er ist den ganzen Weg von Kolumbien durch Ecuador bis hierher in 10 Monaten mit dem Rad gefahren - wow! Ich quatsche ein bisschen in spanisch mit ihm, als er merkt dass ich aus Deutschland komme wechselt er auf Deutsch :) witzig! Er hat für ein Jahr in Deutschland gelebt und dort gearbeitet. Wir spielen alle Karten (Cambia) - außer die Briten (die sind irgendwie komisch) quatschen, tauschen uns aus und üben unser Spanisch :)
    11:30 Uhr kommt dann die Ansage, wir sollen das Deck räumen, da der Inspector für den Check kommt. Also lösen wir alle mühsam gesetzten Knoten und hingen alles ab, brachten unser ganzes Gepäck ans untere Deck und versteckten es zwischen der Fracht. Bis 13:00 Uhr warteten wir und bangten, dass wir mitfahren durften. Dann kam der Captain - wir sollen uns schnell auf dem kleinen Boot verstecken und schon ein Stück Vorfahren und warten, sie holen uns ab, sobald der Inspektor alles gecheckt hat. Puhhh, zum Glück bin ich nicht allein! Wir schleichen hinter der Fracht also auf das kleine Boot, dass der Captain extra für uns organisiert hat. Der Bootsfahrer sagt uns wir sollen leise sein und uns auf dem Boden verstecken. Nicht sein Ernst! Wir liegen also auf dem Boden eines kleines Bootes und fahren etwa einen Kilometer entfernt vom Hafen ans Ufer. Dort lässt er uns raus und sagt wir sollen warten. Eine Stunde sitzen wir dort verlassen und dann kommt endlich ein Boot! Ein kleines Boot holt und ab - zuerst Frauen und Kinder sagt der Fahrer :) wir lassen also unsere Männer zurück und dürfen zuerst auf das Schiff. Wir organisieren in Ruhe unsere Sachen und bauen das Hängemattenlager oben auf Deck wieder auf! Und wir fahren! Wow! Wir sind überglücklich und unterwegs nach Iquitos! Kaum zu glauben nach zwei Tagen Wartetei. Luisa und ich gehen erstmal duschen - wir waren so dreckig nachdem wir in dem Boot auf dem Boden gelegen haben und am Ufer durch das Gebüsch gekrochen sind. :) Da es aufgrund des Troubles kein Mittag gab, snacke ich eine Mango verde mit Salz (Tomas gibt mir sein Tütchen Zucker, er isst es immer so - auch lecker), Cookies und ein Möhrchen. Ansonsten chillen wir an Deck, quatschen, albern rum, lesen, schreiben Tagebuch und genießen die Abendsonne (nur die ist erträglich, tagsüber verbrennt man).
    17:30 Uhr gibt es dann endlich Dinner! :) Der Koch hat 7 Hühner in einer leckeren Reissuppe gekocht. An Board läuft es so ab, dass sich jeder an der Küche mit seiner Dose anstellt und der Koch das Gefäß voll macht bis oben hin! Man darf sich sogar zweimal holen! :) Wir genießen das Abendbrot oben auf dem Deck bei spanischer Musik, die die Peruaner machen und dem beeindruckenden Sonnenuntergang.
    Als es dann richtig dunkel ist, legen wir (wenn ich wir schreibe meine ich immer Luisa, Sik, Julian, Tomas und mich :)) uns aufs Deck und suchen Sternbilder, bestaunen die Milchstraße und sehen einige Sternschnuppen. Ein ganz schön aufregender Actiontag geht entspannt und ruhig zu Ende. Zum Glück ein gutes Ende!
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  • Eduardo VII

    October 1, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 32 °C

    Die Sonne kitzelt meine Nase - ich wache auf in meinem Kokon aus Moskitonetz und Hängematte, die Vögel zwitschern. Am Ufer sehe ich ein kleines Dorf, Frauen waschen ihre Wäsche im Fluss - aber Moment mal! Wir bewegen und gar nicht mehr! Wir stehen! Oh nein, ich erahne die nächste Katastrophe. Langsam werde ich wach und genieße den Sonnenaufgang. Als die anderen Hängematten sich auch langsam bewegen, krabble ich aus der Hängematte. So viele Mosquitos hier draußen! 6:30 Uhr klingelt die Glocke unten in der Küche - wir stapfen also erstmal mit unseren Boxen zum Koch. Ein Frühstück an Board besteht aus einer süßen Milchsuppe mit Reis, in die man 2 Packungen trockene Soda-Kekse rein krümelt (das haben wir uns von dem kleinen Jungen an Board abgeschaut :)). Anfangs ganz lecker, aber man kommt schnell an den Punkt, an dem es in Übelkeit umschwenkt :). Ich esse also nicht ganz auf, sondern gönne mir aus meinem Vorrat noch eine Banane und einen Apfel. Nach dem Frühstück kommt der Kaptain zu uns und erklärt uns das Problem. Wir sind im Moment noch auf dem Río Huallaga, in der Reserva Nacional Pacaya Samiria, in der Nacht haben wir den Ort Lagunas passiert. Wir sind also kurz vor der Mündung in den Río Marañon. Es ist zu wenig Wasser im Fluss, weshalb wir hier verweilen müssen und nicht weiter können. Wir warten also auf Regen und dass das Wasser steigt! Auf die Frage, wann es weitergeht, sagt er nur „quizaz mañana“ - also vielleicht morgen! Aber in peruanischer Zeit sind das wahrscheinlich wieder Tage - ob wir jemals in Iquitos ankommen? Wir alle haben ja aber Zeit und sehen es deshalb eher gelassen. Ein paar Minuten später legt ein kleineres Frachtschiff an (das wohl weniger wiegt als wir) - der Kaptain gibt uns die Option das Boot zu wechseln. Wir sind hin- und hergerissen und beschließen, uns das andere Boot zumindest mal anzuschauen. Also gehen wir über wacklige Bretter und an Kanten ohne Railing auf das andere Boot und checken die Lage - hier ist nur unten zwischen der Fracht Platz zum Schlafen. Einige Hängematten hängen schon über Stapeln von Eiern, zwischen Kisten mit Weintrauben, Orangen und Hühnern. Puhhhh, ziemlich eng und stickig hier. Die Lage hier auf dem Boot nimmt uns schnell die Entscheidung ab. Wir bleiben auf der Eduardo VII und werden warten. Es ist auf jeden Fall um einiges komfortabler! Die Peruanische Familie entscheidet sich mit dem anderen Boot mitzugehen. Wir verabschieden uns und das Boot fährt davon.
    Das war zu viel Action am frühen Morgen, wir chillen uns erstmal aufs Deck. Die Crew wird auch langsam warm mit uns - einer von ihnen kommt zu Luisa und mir und schenkt uns eine große Tüte voll mit Orangen! Mhhhmmm! Luisa gibt mir Ihre Spanischsachen (sie war 6 Wochen in der Schule in Montanita, Ecuador) und ich lerne ein bisschen spanisch. Später irgendwann geht plötzlich der Motor an und wir fahren ein Stück weiter, dann bleiben wir allerdings stecken mitten im Fluss - na toll! Die Crew versucht mehrere Male das Boot zu bewegen, keine Chance! Pünktlich um 12 Uhr klingelt dann erstmal der Koch wieder mit dem Glöckchen - es gibt Mittagessen! Reis und Kartoffeln mit Bohnen und Hühnchen, was sonst? :) Danach gehen wir ein bisschen auf Cargosuche :) wir können zwei leckere gelbe Mangos ergattern und ein paar Weintrauben! Chips haben wir auch gesichtet, aber dafür müssen wir noch einen Plan aushecken :) Zum Nachtisch gibt es also Mango und Orangen. Mich überkommt schon wieder der Schokohunger - schlechter Zeitpunkt wenn man mit einem Schiff im Fluss im Nirgendwo feststeckt! Immer wieder probieren sie das Boot in Bewegung zu bringen, aber man sieht von hier oben sogar den Boden des Flusses. Ich weiß nicht ob wir hier jemals wegkommen!
    Dann fängt es 15:30 Uhr an zu regnen! Ein Wunder, als hätte uns die Natur erhört. Vor Freude tanzen wir auf Deck im Regen :) Und wirklich! Nach dem kräftigen Regenschauer ist das Wasser ein bisschen gestiegen und der Kaptain kann das Boot wieder in Bewegung bringen! Wir sind wieder auf Kurs - Yes! Und hinter uns ein wunderschöner Regenbogen! 17:30 Uhr Klingelingeling es gibt Abendessen. Es gibt leider wieder das Gleiche wie heute Mittag - Reis, Kartoffel und Hühnchen. Oh je ... bald kann ich es nicht mehr sehen!
    Der Sonnenuntergang ist wieder traumhaft und viele rosa Delfine (andere als in Yurimaguas) springen im Wasser umher. Ein paar mal halten wir noch am Ufer und sammeln peruanische Passagiere ein :)
    Heute ist die Nacht noch klarer als gestern, der Sternenhimmel ist der Hammer! So viele Sterne, so viele Sternschnuppen und die Milchstraße. Tomas (20), Julian (26), Sik (30), Luisa (23) und ich (25) sitzen zusammen und genießen gemeinsam die wundervolle Nacht. Tomas lernt uns ein bisschen Spanisch und kocht uns einen Kaffee (er hat ja eine ganze Campingausstattung dabei) und wir tauschen verschiedene Worte wie Milchstraße und Sternschnuppe in unseren Sprachen aus (deutsch, koreanisch, spanisch, französisch, englisch): Milchstraße, Unhazu, via láctea, voie lactée, milkyway UND Sternschnuppe, Byul dong byul, estrella fugas, étoile filante, shooting star. Vor allem bei Siks Koreanischen Wörtern und unseren Versuchen es richtig auszusprechen haben wir ziemlich viel Spaß! :) Wir sind echt eine coole Truppe, ist schon fast wie eine Familie! Gegen 21:30 Uhr gehen wir alle schlafen (wir sind grad übrigens kurz vor Maipuco).
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