• Marvin van der Grinten
  • Marvin van der Grinten

Transafrika Westroute

335-päiväinen seikkaillu — Marvin Lue lisää
  • Tag 273, 410 Km/39363 Km

    29. toukokuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Es geht nun schrittweise in Richtung Süden und früher oder später auch raus aus Namibia. Zunächst machen wir Zwischenstopp in Outjo, es gibt Frühstück. Auf der Karte steht 'Strammer Max', der schließlich an den Tisch gebracht wird. Schinken gibt es nicht, also tut man stattdessen Hackfleisch auf das Toastbrot. Das ganze mit Käse überbacken und darauf legt man zwei Eier, dazu Pommes als Beilage. Abendessen, welches als Frühstück verkauft wird und mich den ganzen Tag lang satt macht.
    Wir fahren zur Spitzkoppe, einer schönen Felsformation im Zentrum von Namibia. Wanderwege führen rund um die Berge und die Tiefebene. Die glatten Steine formen bizarre Gebilde, in den Bergen gibt es trotz Trockenzeit Naturpools, an einer weiteren Stelle haben Wind und Regen hier über Millionen von Jahren einen Steinbogen geformt. Einer der flachen Berge kann bestiegen werden, mit kurzer Kletterpassage komme ich hoch bis zum Gipfel, der eine tolle Rundumsicht auf die Spitzkoppe und die umliegenden Täler bietet. Ich parke Heiner direkt an einem der Felsen, einer der schönsten Übernachtungsplätze seit Wochen.
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  • Tag 274, 155 Km/39518 Km

    30. toukokuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 19 °C

    Es geht schrittweise weiter in Richtung Süden. Von der Spitzkoppe geht es über den Trans-Kalahari Highway schnell nach Swakopmund. Es wird kühler, die Luft feuchter, es riecht anders. Der Staub, der Heiner und mir über die letzten Wochen zugesetzt hat, verschwindet. Swakopmund ist sehr ordentlich und aufgeräumt, das bemerke ich schon bei der Einfahrt in die Stadt. Der kalte Atlantik in Kombination mit dem Benguela-Strom sorgt hier ganzjährig für kühle und feuchte Luft. Es gibt eine sehr schöne Campsite direkt im Stadtzentrum, ruhig in einer Seitenstraße gelegen. Mit 75.000 Einwohnern ist sowieso nicht viel los, das bemerken wir spätestens als wir die toll angelegte Promenade entlanglaufen. In Swakopmund gibt es die größte Anzahl an deutschen Auswanderern in Namibia, was man an jeder Ecke spürt. Es gibt Schwarzwälder-Kirschtorte, die Straßen heißen 'Am Zoll' oder 'Strand Straße' und die Restaurants 'Stammtisch' oder 'Brauhaus'. Mit dem kühlen Klima fühlt es sich an, als würde man einen Tag an der Nordsee verbringen, was nach knappen 10 Monaten in Afrika ein komisches Gefühl von Heimat in mir auslöst.
    So entspannt wie es in Swakopmund ist, so lassen wir es am Nachmittag auch angehen. Nach einer dreistündigen Tour durch die Stadt ist es genug für heute.
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  • Tag 275, 0 Km/39518 Km

    31. toukokuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Swakopmund besteht nicht ausschließlich aus pikfeiner Strandpromenade und herausgeputzten Boulevards, es gibt einen großen Township - einen Slum - unweit vom Stadtzentrum. Um diese Ecke von Swakopmund zu besichtigen, ist es ratsam, einen der örtlichen Anwohner als Führer zu zahlen. Genauso geschieht es also, Treffpunkt: 09:00 Uhr vor der Campsite. Wir stehen bereit doch niemand erscheint. Um 20 Minuten nach 9 Uhr rufe ich den Tourguide an, wir haben erst am Vorabend miteinander gesprochen und eigentlich war alles soweit klar. "Es ist ein Fahrer auf dem Weg um euch abzuholen." Heißt es. Um halb 10 klingelt erneut das Telefon, eine Frau ruft an die uns nun durch das Township führen möchte. "Ach 09:00 Uhr? Ich dachte um 10?!?!" Heißt es. Gut, also warten wir bis 10:00 Uhr. Um 5 Minuten nach 10 klingelt erneut das Telefon. "Es dauert noch 5 Minuten, der Verkehr ist heute sehr dicht..." Wie soll es auch anders sein, in einer Stadt mit 75.000 Einwohnern. Aus den 5 Minuten werden dann 25, auch wenn es schon lange nicht mehr zu spüren war bin ich noch immer in Afrika.
    Die folgende Tour durch das Township ist entgegen der Wartezeit schließlich sehr spannend und voll von Informationen, zwei Drittel der Einwohner von Swakopmund wohnen hier, oft in einfachen Behausungen. Die Apartheid ist angeblich seit Jahrzehnten nicht mehr existent, der Anteil der Farbigen im Township jedoch auch heute noch 100%.
    Für Afrika typisch gibt es hier statt Boutiquen wie im Stadtzentrum Freiluftmärkte, statt Häuser aus Stein Wellblechhütten. Viele Einwohner schuften in den Uraniumminen rund um Swakopmund für einen Hungerlohn, können sich nicht mehr leisten als eine der kleinen Hütten. Die unzähligen Wettbüros im Township sorgen dann für den Rest, man könnte meinen es sollen möglichst wenige den Sprung ins hauptsächlich 'weiße' Stadtzentrum schaffen. Wir dürfen in eines der wenigen gemauerten Wohnhäuser, hier lebt eine der lokalen Herero-Frauen. Sie glaubt an Gott, was schon die Einrichtung beweist. Neben dem kleinen Fernseher gibt es kaum etwas von Wert in der kleinen Wohnung, im Hof wohnen zwei weitere Personen in hölzernen Bretterverschlägen, untervermietet für wenige Dollar pro Monat. Der Genozid der deutschen Kolonialherren an der lokalen Bevölkerung wird thematisiert, um die Schuld etwas geringer ausfallen zu lassen hat die deutsche Regierung hier zwei Schulen errichtet.
    Wir essen in einem der einfachen Restaurants zu Mittag, genauso wie es die lokale Bevölkerung tut. Es gibt Pap, eine Mischung aus Hirse und Wasser, dazu drei Toppings...: Bohnen, Spinat und geröstete Würmer. Bohnen und Spinat schmecken wie Bohnen und Spinat so schmecken, die Würmer sind trocken und schmecken nach Knoblauch und Gewürzen. Wir lassen etwas Geld für die Community in Form einer Spende da und fahren ins Stadtzentrum zurück.
    Am Nachmittag probieren wir eine der vier (!) Brauereien der Stadt aus, der Beigeschmack, den es nach dem Vormittag bei Bier und Burger an der Strandpromenade gibt, ist dabei kostenfrei.
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  • Tag 276, 169 Km/39687 Km

    1. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Aufstehen, wenn es noch stockdunkel ist, ist seit langem nichts mehr ungewohntes. Schon vor Sonnenaufgang sind wir auf dem Weg nach Walvis Bay, wo wir zwei weitere Fahrzeuge treffen. Gemeinsam geht es in die Namib Wüste. Vorbei an Pelikanen und Salinen fahren wir immer tiefer in die Wüste, immer an der Küstenlinie entlang. Der Sand ist durch das Salz ziemlich fest, es ist insgesamt relativ einfach über einen der Tracks entlang der Wasserkante zu fahren. Irgendwann erreichen wir das Tagesziel, den Sandwich Harbour, eine Lagune zwischen den steil abfallenden Dünen und dem Meer, die grünen Pflanzen sind von Meeresflüssen durchzogen, die sich durch das Dickicht ziehen. Ein einmaliger Ort auf der Welt, die Kombination aus Düne, Lagune und Meer gibt es kein zweites Mal sonst irgendwo. Wir klettern eine der steilen Dünen hoch, der Ausblick ist in alle Richtungen atemberaubend.
    Der Rückweg erfolgt direkt durch die Wüste. Der Sand ist mittlerweile warm und weich, Heiner bleibt zweimal stecken. Mit Differentialsperre und Untersetzung kann ich mich beide Male ohne Hilfe und ohne Bergematerial freifahren.
    Kurz vor Walvis Bay gibt es einen alten Leuchtturm, tausende Robben versammeln sich hier auf den Sandbänken um Fisch zu jagen und zu fressen.
    Es ist mittlerweile bereits später Nachmittag, also wird es Zeit, die Reifen nach vielen Stunden im Sand wieder aufzupumpen und zurück nach Swakopmund zu fahren, wo es am Abend Fisch nun auch für die Menschen gibt. Zum Glück müssen wir vorher nicht ins eiskalte Meer.
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  • Tag 277, 17 Km/39704 Km

    2. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 24 °C

    Der Vormittag besteht darin, wieder einmal etwas am Auto zu reparieren. Das zweite Scharnier vom Hubdach ist nun mittlerweile auch gebrochen, beide Seiten sind nun provisorisch gefixt. Der Hersteller vom Hubdach sitzt in Kapstadt, bis dahin muss das Dach noch halten.
    Um die nächsten Tage im Namib-Naukluft Nationalpark zu verbringen, muss vorab eine Genehmigung beim Tourismusministerium geholt werden. Die Behörde sitzt in Swakopmund, die Genehmigung gibt es an einem der Schalter, alles geht zügig. Im Norden der Stadt gibt es eine Reihe von Food-Trucks, einer davon macht ein gutes Eis, welches mit Nüssen und Popcorn garniert daherkommt. Ein ausgewogenes Mittagessen!
    Nach so viel Abenteuer am Vormittag gehen wir es am Nachmittag etwas ruhiger an, es geht zum Skydiven. Auch wenn dies nicht mein erster Fallschirmsprung ist, muss ich gestehen, dass ich auf dem Weg zum kleinen Flughafen in der Wüste vor der Toren der Stadt nicht frei von Nervosität bin. Formalitäten wie die Sicherheitsunterweisung und die Verzichtserklärung wird erledigt, schließlich geht es in die kleine Propellermaschine, die uns innerhalb von 10 Minuten auf rund 1000 Meter Höhe bringt. Ich werde fest an den Instruktor geschnallt, bekomme die enganliegende Schutzbrille aufgezogen. Die Nervosität ist längst dem Adrenalin gewichen, besonders dann, als die Tür vom Flugzeug geöffnet wird. Wir rutschen zu zweit im Sitzen bis an die Kante, ich nehme die vorher beschriebene Haltung ein, dann springen wir. Die 35 Sekunden freier Fall sind unglaublich, unbeschreiblich. Kein Gefühl auf der Welt ist mit diesem vergleichbar. Die Belastung auf den Körper ist schließlich am Größten, wenn der Fallschirm geöffnet wird. Das anschließende Hinabsegel bis zum Boden empfinde ich als das schlechteste Gefühl des Trips, natürlich wird mir durch das Herabsegeln sehr schnell sehr schlecht, es schaukelt durch die Seitenwinde von links nach rechts. Wenn das Adrenalin nach einigen Minuten am Boden vollkommen abgeklungen ist, kann man das Glas Bier an der Theke in der kleinen Bar dann auch wieder festhalten, ohne zu zittern.
    Es geht am Abend zurück nach Swakopmund, welches wir morgen verlassen. Die Stadt hat mich auch im zweiten Besuch in meinem Leben total begeistert. Ich bin mir sicher, irgendwann noch einmal her zu kommen.
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  • Tag 278, 259 Km/39963 Km

    3. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir verlassen Swakopmund und fahren in den Namib-Naukluft Nationalpark. Die Straße wird wieder einmal schlecht, jegliche Zivilisation ist dazu verschwunden. Die Umgebung ist karg, außer der Piste auf der ich mit Heiner fahre und Steinen links und rechts davon ist nichts zu sehen. In der Ferne gibt es sporadisch Antilopen. Die roten Dünen der Namib-Wüste tauchen in der Ferne auf, ragen steil aus der flachen, kargen Ebene hervor. Die Umgebung wechselt plötzlich, Gras wächst in einem riesigen grau-grünen Teppich in der Steinwüste, die roten Dünen werden zu schwarzen Bergen. In der Ferne ziehen Wildpferde durch das Gras, gefühlte zwei Kilometer Abstand sind für die Tiere noch zu nahe. Viele Fahrzeuge kommen hier offenbar nicht vorbei, zumindest begegnen wir den ganzen Tag keinem weiteren. Im Nationalpark gibt es eine alte Schwefelmine, deren Stollen längst eingestürzt ist. Die alten Behausungen stehen noch in der kargen Gegend herum und verfallen langsam. Am Nachmittag fahren wir über den südlichen Wendekreis, was für ein großer Meilenstein. Den nördlichen Wendekreis habe ich vor über 200 Tagen in der Westsahara überquert, was für mich rückblickend unendlich lange her ist.
    Mitten in der Steinwüste gibt es einen Felsen, die dort eingeschlagenen Höhlen sind 9000 Jahre alt und dienten den Ureinwohnern als Schutz vor Wildtieren und dem Wind. Auch uns bietet der Felsen heute Nacht Schutz, wenn auch nicht in einer der Höhlen.
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  • Tag 279, 240 Km/40203 Km

    4. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Früh am Morgen verlassen wir den schönen Stellplatz im Nationalpark. Es ist noch kühl, die Sonne ist hinter den Wolken aufgegangen und die Kombination aus dem Licht, dem kühlen Wind und dem Gras ist einfach unschlagbar. Der Weg bis nach Sesriem ist nicht weit, die Straße aber sehr schlecht, also kommen wir erst am späten Nachmittag an. Eines der Highlights von Sesriem ist der Canyon, den der Fluss hier in das Gestein gegraben hat. Der Ort ist nett, aber in meinen Augen nicht spektakulärer als einen Liebesroman zu lesen. Nach 30 Minuten ist man durch den Canyon durchgelaufen, teilt sich viele Orte in der Schlucht mit anderen Touristen. Es ist schon zu spät um das eigentliche Highlight der Region, die großen Dünen des Soussousvlei zu besuchen, also übernachten wir direkt hinter dem Eingangstor des Nationalparks, um morgen früh so früh wie möglich zu den Dünen zu gelangen.Lue lisää

  • Tag 280, 262 Km/40465 Km

    5. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Weit vor Sonnenaufgang geht es los, ins angebliche Highlight Namibias, dem Soussousvlei. Das Soussousvlei ist eine Salzpfanne mitten in der roten Wüste der Namib. Das Tor soll um 06:30 öffnen, in der Hoffnung etwas eher reinzukommen stehen wir schon eine halbe Stunde vorher an. Leider erst pünktlich um genau halb 7 kommt eine Dame im Schlafanzug aus einem der Häuser und schließt das Tor auf. Warum auch immer erst jetzt, so ist nunmal die Regel. Hektik bricht aus, mittlerweile ist die Schlange von Touristenfahrzeugen rund 60 Autos lang. Die Sonne geht bald auf und man muss noch 45 Kilometer bis zur ersten Düne fahren. Jeder will jetzt der erste sein, es wird überholt und gedrängelt. An der berühmten Düne 45, die immerhin den Desktop-Hintergrund von Windows auf zig-tausenden Computern ziert, beginnt dann der Massentourismus. Ganze Busladungen von Asiaten werden vor der Düne herausgelassen um hochzulaufen. Die Karawane zieht den Dünenkamm hoch, nur der Sultan ist nicht in Sicht. Der Tag hat kaum begonnen und ich hab schon keine Lust mehr. Immerhin wird der Andrang deutlich weniger, je höher wir steigen. Der Blick vom Gipfel ist schön, mehr auch nicht, der ganze Ort absolut überbewertet.
    Ein Stück weiter liegt das Deadvlei. Auch hier leider großer Andrang, dafür die gesamte Szenerie deutlich schöner als noch am Vormittag. Der ehemalige Fluss wurde von den Dünen vor tausenden Jahren abgeschnitten, die Bäume sind in der Hitze ohne Wasser schließlich skelettiert und bieten schöne Motive, wenn man die Touristen wegschneidet.
    Am Nachmittag fahren wir noch ein Stück weiter in den Süden, durchqueren das Namib-Rand Schutzgebiet. Die Landschaft ändert sich, Berge und Sanddünen wechseln sich ab, mal in rot, mal in weiß. Ein traumhaftes Stück Fahrstrecke und im Vergleich zum Vormittag menschenleer. Wir finden einen Übernachtungsplatz am Rücken eines der Berge, Orxy-Antilopen und Giraffen durchstreifen am Abend die mit Gras bewachsene Wüste. Niemand ist weit und breit, nicht nur ein Kontrast zu Vormittag, sondern gleichzeitig auch deutlich eher mein Geschmack.
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  • Tag 281, 375 Km/40840 Km

    6. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir verlassen den Namib-Rand und fahren weiter in Richtung Lüderitz. Die Straße ist ziemlich übel, die Wellblechpiste lässt eigentlich keine Geschwindigkeiten von mehr als 40 Km/h zu. Wenn man mal anhält, muss man aufpassen, dass man noch eine Hose anhat, derart stark vibriert es. So schlecht wie die Straße ist, so schön ist die Umgebung, pastellfarbene Wiesen, hellblauer Himmel, hohe Berge, rote Dünen. Vor Lüderitz ziehen Wildpferde durch das mit hohem Gras bewachsene Tal. Namibias Natur ist überall traumhaft, eigentlich ist es egal, auf welcher Straße man sich bewegt.
    Rund 100 Kilometer vor Lüderitz beginnt der Asphalt, erst jetzt höre ist heftige mechanische Schläge vom Unterboden, die auf der Piste aus Sand und Steinen von den lauten Fahrgeräuschen übertönt wurden. Ich muss anhalten, lege mich unters Auto. Das Hitzeschutzblech der Bremse ist hinten rechts abgerissen, hat den ABS-Sensor mitgerissen und schlägt nun beim Fahren an Bremsscheibe und Achse. Das Blech ist total zerstört, keine Chance das jemals wieder zu reparieren. Ich entferne das Blech, befestige den ABS Sensor am Straßenrand notdürftig, so dass es erstmal weiter nach Lüderitz gehen kann. Die Tage in Afrika sind gezählt, ich denke bis zum Ende ohne das Blech auszukommen.
    Auf dem letzten Stück nach Lüderitz wird es extrem windig und kühl, in der Sonne kaum mehr als 15 Grad. Die kleine Stadt liegt einsam und abgeschieden am Atlantik, vor langer Zeit diente der Ort dem Diamantenabbau. Es gibt eine Bahnschiene die man zum Abtransport der Diamanten vor vielen Jahren aus dem Sperrgebiet-Nationalpark nutzte und deren Bahnhöfe auf der Strecke mitten im Nirgendwo nach und nach verfallen.
    Wir finden in Lüderitz einen Stellplatz im Hof des Hostels der kleinen Stadt, am Abend ist es zu spät um irgendetwas zu erkunden außer eines der wenigen Restaurants der Stadt.
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  • Tag 282, 79 Km/40919 Km

    7. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 19 °C

    Um die größte Sehenswürdigkeit in der Nähe von Lüderitz zu besichtigen, müssen wir nicht weit fahren. Kolmannskuppe liegt direkt vor den Toren der Stadt. Die Schwierigkeit ist, den Ort für sich alleine zu haben. Kolmannskuppe ist eine ehemalige Siedlung, die früher einmal dem Diamantenabbau diente und vor über 100 Jahren aufgegeben wurde. Mittlerweile ist Kolmannskuppe nur noch eine Geisterstadt, die mitten in der Wüste nach und nach vom Sand verschluckt wird. Um das Ambiente der Geisterstadt nun also zu erleben, starten wir mal wieder vor Sonnenaufgang, haben den Ort dafür vollkommen für uns alleine. Viele Gebäude sind mittlerweile voll mit Sand, an manchen Stellen steht der Sand meterhoch in den Zimmern. Würde es hier Rauchmelder geben, könnte man die Batterien wechseln ohne die Leiter aus dem Keller zu holen.
    Über einen Umweg am Meer entlang geht es zurück nach Lüderitz. Das Flair der Stadt liegt irgendwo zwischen verruchter Hafenatmosphäre und Geisterstadt, fast schon mehr als in Kolmannskuppe am Morgen. Alle Geschäfte schließen um 13 Uhr, viele Restaurants haben am Wochenende geschlossen, nach 17 Uhr sind die Straßen wie leergefegt. Jedes Mal wenn man aus dem Auto aussteigt, vollkommen egal ob an der Tankstelle oder am Supermarkt, wird man sofort angebettelt. Bis zum Ende kann ich nicht einschätzen, ob die Stadt sicher oder unsicher ist.
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  • Tag 283, 410 Km/41329 Km

    8. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ 🌙 9 °C

    Lüderitz ist eine der trockensten Städte Afrikas, es regnet eigentlich fast nie. Der Regen, der in der Nacht und am Morgen fällt, ist also etwas ganz besonderes. Es ist kalt, so kalt dass man eigentlich gar nicht aufstehen möchte. Als wir Lüderitz verlassen, ist es dazu windig, auch am Mittag ist es nicht wärmer als 5 Grad. Es fühlt sich an wie ein verregneter Tag Ende November, der Winter ist nun final da. Da es schon Monate keinen Regen mehr gab, läuft das Regenwasser kurze Zeit später wieder überall ins Fahrzeug. Die Dichtung der Frontscheibe ist zum zweiten Mal gerissen, Wasser tropft in den Fußraum. Die Fahrertür ist undicht, Wasser läuft an der Innenseite des Fahrerfensters runter bis auf meinen Oberschenkel, die Dichtung liegt durch die Kälte nicht mehr richtig an. Wasser läuft die Hecktür runter in den Innenraum, das Schloss ist mittlerweile gebrochen und lässt einen winzigen Spalt an der Tür. Tausend Baustellen an einem Fahrzeug, welchem 40.000 Kilometer Piste, Staub, Vibrationen und Hitze unfassbar viel abverlangt haben und welches mittlerweile in all den kaputten Fahrzeugen auf den Straßen Afrikas eigentlich gar nicht mehr auffällt.
    Wir machen Strecke, fahren jetzt relativ zügig in Richtung Südafrika, kommen gleichzeitig gut voran.
    Der letzte Stopp in Namibia wird der Fishriver Canyon sein, dessen Fluss wir kurz vor Tagesende überqueren. Kurz vor Ankunft gibt es ein Roadhouse am Straßenrand, eine Tankstelle mit Hamburger-Restaurant und kleinem Campingplatz im Hof. Wind, Graupel und Regen verschwinden am Abend, es bleibt eisig mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Um Namibia abzuschließen und den zweitgrößten Canyon der Welt zu besichtigen, bleiben wir drei Nächte.
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  • Tag 284, 105 Km/41434 Km

    9. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 15 °C

    Die Nacht ist eisig, Temperaturen um den Gefrierpunkt. Es ist auch am Morgen nicht wärmer, also dauert alles etwas länger und wir starten später als üblich zum Fish River Canyon. Keine 500 Meter gefahren, geht plötzlich die Warnblinkanlage vom Auto an, ohne dass ich selbige eingeschaltet habe. Ich denke zuerst, dass der Schalter vielleicht kaputt ist, doch der Schalter funktioniert. Motor aus, Warnblinkanlage bleibt an. Auch funktioniert die Zentralverriegelung nicht mehr. Also ist das Problem recht schnell klar, die Wegfahrsperre hat eine Störung. Die Wegfahrsperre kann das ganze Fahrzeug lahmlegen, in dem Fall würde nur noch abschleppen helfen. Ich habe ein Diagnosegerät für die Wegfahrsperre dabei, kann nach einigem hin und her das Modul zurücksetzen, der Fehler ist erstmal weg. Ein Beigeschmack bleibt, das Risiko irgendwo in der Pampa zu stehen und den Motor nicht mehr starten zu können ist real. Vielleicht lag es auch an der Feuchtigkeit oder den kalten Temperaturen oder Heiner wollte nicht so früh los, schließlich ist er auch nur ein Mensch.
    Wir fahren in den Canyon, es gibt erstklassige Aussichtspukte, kurze Wanderwege und eine Offroad-Strecke an der Canyon-Kante entlang. Man kann am Eingang entweder den normalen Eintrittspreis zahlen oder die Hälfte, dann aber bitte in Bar und ohne Quittung.
    Um den Nachmittag noch mit Reparaturen verbringen zu können geht es etwas früher zurück, alles was jetzt noch nicht kaputt ist, hält vermutlich für die Ewigkeit. Ich nehme mir zwei Stunden Zeit um das Gröbste zu fixen, tausche gebrochene Griffe im Innenraum, wechsle Dieselfilter und erneuere die Dichtung der Tankklappe, über die mittlerweile Staub in den Tank gelangt. Ein paar Tausend Kilometer muss Heiner noch schaffen, bevor er endlich wieder auf europäischen Asphalt zurück darf.
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  • Tag 285, 47 Km/41481 Km

    10. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 16 °C

    Es ist erneut eisig kalt, als wir am Morgen starten wollen. Eigentlich ist alles fertig und wir könnten los, doch Heiner hat andere Pläne. Ich sitze am Steuer, drehe den Schlüssel doch er springt nicht an. In der Eiseskälte prüfe ich die Dieselpumpe, soweit alles in Ordnung. Ich lasse zig mal Vorglühen, vielleicht ist es einfach zu kalt. Doch er möchte nicht anspringen. Ich versuche mit durchgetretenem Gaspedal zu starten und spüre, dass er anspringen will, was dann im fünften Versuch auch gelingt. Mit kleiner Verzögerung geht es nun also wieder in Richtung Fish River Canyon, eine Runde zu fahren kann auch aktuell nicht schaden.
    Nicht weit weg vom Canyon gibt es ein weiters Highlight, zwei Hochplateaus der Canyon-Ausläufer schieben sich hier aufeinander und erzeugen in der Mitte durch Erosion ein Loch, das 'Hole in the Wall'. Um das Loch zu sehen muss man einen recht anspruchsvollen Wanderweg zum Plateau nehmen, über den steilen Bergrücken geht es schließlich zum Startpunkt zurück. Die Wanderung ist spektakulär und für mich fast noch schöner als der Canyon selbst.
    Mittlerweile steht das Auto in der Sonne, eigentlich sollte er jetzt, am Nachmittag, gut anspringen...tut er aber nicht. Die Problematik ist die Gleiche wie am Morgen. Den Nachmittag verbringe ich nun also damit, alles was ich kann zu tun um die Probleme in den Griff zu bekommen. Die Dieselpumpe hört sich komisch an, möglicherweise gibt es hier einen Lagerschaden. Ich habe noch eine neue Pumpe dabei, tausche außerdem eine undichte Schlauchverbindung am Filterflansch, vielleicht kommt hierüber Luft ins System. Immer wieder lasse ich das Fahrzeug an, mal springt er gut an, mal überhaupt nicht. Der letzte Motorstart kurz vor Sonnenuntergang mit neuer Dieselpumpe ist schließlich einwandfrei, somit kann es sein, dass morgen alles in Ordnung ist.
    Sollte Heiner morgen anspringen und auch an bleiben, wird dies der letzte Tag in Namibia sein. Wenn es morgen über die Grenze nach Südafrika gehen sollte, ist damit das letzte Land der Westroute von Afrika erreicht. Das Ziel Kapstadt rückt immer näher und viel kommt nicht mehr, bevor das Endziel der Reise in nicht einmal mehr 1000 Kilometern erreicht wird.
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  • Tag 286, 718 Km/42199 Km

    11. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 21 °C

    Es geht mal wieder sehr früh los, die Sonne ist noch mindestens eine Stunde nicht zu sehen. Nachdem alles gepackt ist, setze ich mich hinter das Steuer, drehe den Schlüssel. Der Anlasser dreht, Heiner springt nicht an. Das Problem ist also nicht beseitigt. Im zweiten Versuch kommt er dann, wenn auch mit Ach und Krach. Es ist jetzt wichtig, über die Grenze zu kommen, würde ich liegen bleiben wäre es deutlich einfacher, wenn dies in Südafrika geschehen würde.
    Die Grenze erreichen wir nach zwei Stunden, es ist trotz mittlerweile aufgegangener Sonne noch immer eiskalt. An der Grenze geht es auf beiden Seiten schnell, keine 30 Minuten später ist es vollbracht. Ich kann es kaum glauben, aber ich bin in Südafrika. Es wird den ganzen Tag dauern, bis ich realisiere, dass ich es tatsächlich mit dem Auto von Deutschland bis hierher geschafft habe, trotz allen Umständen, trotz allen Schwierigkeiten, trotz der mittlerweile unzähligen Breakdowns vom Fahrzeug.
    Wir wollen Strecke machen, es soll bald nach Kapstadt gehen. Die Straße bietet sich dafür an, stellenweise vierspurig geht es zügig nach Süden. Die Berge nehmen zu, flache Einöde ist überhaupt nicht mehr zu sehen. Über Stunden geht es durch Weingüter, die links und rechts von der Straße stehen. Am späten Nachmittag ist es genug, wir fahren von der Straße in die Cederberge, keine 300 Kilometer vor Kapstadt. Schon von weitem sind die hohen Berge der Region von der Straße aus zu sehen. Es wäre zu schade, diese Gegend zu überspringen und auszulassen, also bleiben wir vor Kapstadt ein letztes Mal stehen, finden einen unglaublichen Stellplatz in den Bergen, übernachten drei Nächte in dieser Region und besichtigen einen letzten Punkt auf der Reise, die mich von Düsseldorf bis vor die Türschwelle von Kapstadt geführt hat.
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  • Tag 287, 67 Km/42266 Km

    12. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 17 °C

    Ich habe am Morgen etwas Zeit, versuche die Startprobleme etwas einzugrenzen. Der Crash-Schalter im Motorraum, der dafür sorgt, dass der Motor bei einem Auffahrunfall abgeschaltet wird, ist gebrochen. Außerdem wechsle ich das Relais der Glühkerzen. Heiner springt in der Folge wieder an, als sei nichts gewesen. Als es dann irgendwann losgeht... Trommelwirbel ...er springt nicht an. Das Problem ist also nicht beseitigt. Es kann mit kleiner Verzögerung dann trotzdem tiefer in die Cederberge gehen, nachdem die Hoheit dann irgendwann doch anspringen möchte. Die Passstraße, die uns auf fast 1500 Meter Höhe führt, ist schier unglaublich. Die Straße windet sich serpentinartig durch das Gebirge, fällt seitlich der Straße direkt tief nach unten. Bäume mit braunem Laub stehen links und rechts der Straße, immer wieder sind kleine Flüsse zu queren, es gibt eine Hochebene, die mit grünem Gras bewachsen ist.
    Um zu einem der Highlights der Cederberge, dem 'Malteser Cross' zu gelangen, muss man zunächst eine schriftliche Genehmigung vom Eigentümer des Landes haben. Die holen wir am Vormittag. Anschließend führt ein steiler und anspruchsvoller Weg hoch ins Gebirge. Riesige Felsbrocken liegen links und rechts vom Weg, es ergibt sich der Eindruck als hätte ein Riese die Steine aufeinandergestapelt. Eine vergleichbare Gegen habe ich in Afrika noch nie gesehen. Nach zwei Stunden erreichen wir das Malteser Cross. Aus der flachen Ebene entspringt das hohe Steinkreuz, was ein toller Ort in der ohnehin schon wahnsinnigen Landschaft.
    Nicht weit weg vom Endpunkt steht eines der vielen Weingüter der Gegend, tief eingebettet in die hohen Berge, die rund um diesen Ort in alle Richtungen liegen. Zwei Nächte werden wir hier bleiben, die preisgekrönten Weine probieren und morgen, falls Heiner denn möchte, die Königsetappe der Cederberge bis zum Wolfberg Arch laufen.
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  • Tag 288, 27 Km/42293 Km

    13. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 18 °C

    In eisiger Kälte geht es früh am Morgen los. Das Außenthermometer zeigt rund eine Stunde nach Sonnenaufgang noch immer -3 Grad Celsius an, ich trage 5 Schichten als wir den Aufstieg zum Wolfsberg Arch beginnen. Die Wanderung ist die anspruchsvollste der ganzen Region und um zu den 'Wolfberg Cracks' zwei tiefe Einschnitte in den Felsen zu gelangen, muss zunächst zwei Stunden mit einer Steigung von 50% den Berg heraufgelaufen werden. Dann beginnt der eigentliche Akt, eine der beiden Felsspalten muss erklettert werden. Die schwerere der beiden Felsspalten bringt mich schnell an meine Grenzen und nach 20 Minuten müssen wir umdrehen. Das Risiko ohne Bergsteigerausrüstung nicht mehr zurück zu kommen ist zu hoch. Auch die zweite der beiden Felsspalten hat es in sich, ist aber ohne Seil und Sicherung zu schaffen. Die Hochebene, welche am Ende der Felsspalten wartet, ist einfach unglaublich. Das Steinmeer ist kilometerweit zu überblicken, es gibt Pflanzen die ich noch nie im Leben gesehen habe. Es ist trotz Sonnenschein weiterhin kalt, dazu stürmt es fast, weit in der Ferne ist das riesige Steintor, der Wolfberg Arch zu sehen. Was ein unglaublicher Ort diese Gegend doch ist. Wir laufen noch fast zwei Stunden weiter über das unwegsame Gelände bis kurz vor das Tor, müssen ohne lange Pause schnell zurück, um noch vor Sonnenuntergang wieder im Tal zu sein.
    Leider ist dies schon der letzte Tag in dieser wunderschönen Region von Südafrika. Ich könnte noch tagelang hierbleiben aber Südafrika ist zu groß und zu vielseitig um die letzten Wochen hier zu verbringen. Also wird es morgen so weit sein, es geht auf das allerletzte Stück der Westroute bis nach Kapstadt.
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  • Tag 289, 297 Km/42590 Km

    14. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Tag ist gekommen. Es geht nach Kapstadt, auf zum allerletzten Stück der Westroute durch Afrika. Das es eisig ist und Heiner nicht anspringt gehört mittlerweile ja schon zum Tagesprogramm, alles also wie immer. Wir verlassen die Cederberge, ich bin weniger emotional als ich befürchtet hatte. Es geht vorbei an riesigen Plantagen voll von Citrusfrüchten, bis irgendwann am Horizont der Tafelberg auftaucht. Jetzt spüre ich schon, was ich hier geleistet habe. Der eine oder andere Meilenstein der Reise geht mir durch den Kopf, plötzlich fällt mir auch ein, dass ich noch gar keine Versicherung für das Auto habe. Ist aber eigentlich auch egal, ist ja noch immer irgendwie Afrika, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Wir fahren ins Stadtzentrum, welches ohne weiteres auch die Innenstadt von Mailand oder Barcelona sein könnte. So weit entwickelt war noch keine Stadt in Afrika, nicht einmal Luanda, Angola.
    Wir fahren direkt zum Tafelberg, fahren mit der Seilbahn nach oben, der Blick von oben ist atemberaubend, besonders jetzt bei wolkenfreiem Himmel. Es geht zurück ins Stadtzentrum, wo es für mich nach 82 Tagen Non-Stop im Auto in einem Appartement endlich wieder ein richtiges Bett gibt. Es ist Samstag und einen passenderen Tag könnte es nicht geben, um die Ankunft am Ziel der Reise nach 42590 Kilometern im Stadtzentrum zu feiern.
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  • Tag 290, 0 Km/42590 Km

    15. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ⛅ 22 °C

    Heiner hat sich heute eine Pause verdient, keinen Meter möchte ich das Auto heute bewegen, also machen wir etwas, was ich seit gefühlten 20 Jahren nicht mehr gemacht habe: wir nehmen den roten Hop-On Hop-Off Bus. So richtig wie ein echter Tourist. Mit der roten Linie geht es einmal quer durch die Stadt, zweimal steigen wir aus, eigentlich immer da wo es etwas zu essen gibt. Was Konsum, Varianz und Entwicklung angeht, kommt keine Stadt in Afrika auch nur annähernd an Kapstadt heran. Die Shopping-Mall im Hafen ist derart riesig, dass ich total erschlagen werde. An jeder Ecke gibt es unzählige Restaurants, Fast-Food Ketten und Geschäfte. Der Trubel ist schon eine spezielle Abwechslung zu den letzten 10 Monaten, wird mir aber bald zu viel. Es wird ein paar Tage dauern, bis ich mich wieder an eine solche Gesellschaft gewöhnt haben werde.
    Trotz der Überforderung ist Kapstadt der absolute Wahnsinn, fühlt sich stellenweise wie New York oder Buenos Aires an, ist eine der tollen Großstädte die es auf der Welt so gibt. Südafrika investiert viel in die Sicherheit der Stadt, es gibt unendlich viel Security und Polizei, eigentlich ist jede Straßenecke abgesichert. Auch nachts ist es kein Problem im Zentrum umher zu laufen, was für mich ebenfalls total ungewohnt ist. Nach Einbruch der Dunkelheit noch durch Yaounde, Luanda oder gar Lagos zu laufen, das wäre undenkbar gewesen.
    Für die kurze Bustour mit den zwei Stopps brauchen wir den ganzen Tag, ich bin am Abend total am Ende. Städtetrips sind in Afrika genauso anstrengend wie in Europa.
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  • Tag 291, 120 Km/42710 Km

    16. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☁️ 16 °C

    Es geht zeitig am Morgen los, die Kap-Halbinsel steht auf dem Programm. Leider ist es ziemlich verregnet, als wir Kapstadt verlassen und über die Chapman's Peak Road nach Süden fahren. Die Straße ist spektakulär an den Hängen der hohen Berge errichtet und bietet bei schönem Wetter tolle Ausblicke in die Buchten. Auch wenn die Sicht eingeschränkt ist, genieße ich die Küstenstraße sehr, vielleicht ist es mit dem dichten Nebel und den tief hängenden Regenwolken sogar noch etwas schöner als mit Sonnenschein.
    Die Kap-Halbinsel beherbergt eine große Pinguinkolonie, die direkt am Strand nistet und für mich die ersten Pinguine dieser Reise sind.
    Schließlich folgt das Highlight des Tages, die Fahrt bis zum Kap der guten Hoffnung. Es regnet mittlerweile ziemlich stark und eigentlich könnte es am Kap nicht passender sein. Es ist nicht nur so, dass der Regen gut zu der schroffen Gegend passt, er symbolisiert für mich auch ein Stück weit die Reise, die auch nicht jeden Tag so verlaufen ist, wie ich es mir gewünscht habe.
    Ein Stück weiter steht der Leuchtturm der Kap-Spitze, zu dem eine Gondel herauffährt. Oben ist es derart diesig, dass ich den 100 Meter von der Bergstation entfernten Leuchtturm erst gar nicht sehe. Wie gut, dass ich 5€ für die Fahrt nach oben bezahlt habe.
    Es ist schon spät, als wir uns auf den Rückweg machen. Kapstadt liegt über eine Stunde Fahrzeit vom Kap der guten Hoffnung entfernt und wir kommen nach einem sehr langen Tag erst wieder mit Einbruch der Dunkelheit im Stadtzentrum an.
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  • Tag 292, 49 Km/42759 Km

    17. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☁️ 13 °C

    Es geht am Vormittag durch Bo-Kaap, dem muslimischen Teil von Kapstadt. Charakteristisch für den Stadtteil sind die bunten Häuser, welche als Sinnbild für die Rassentrennung stehen. Früher durften farbige Menschen ihre Häuser nur in weiß streichen, nachdem dieses Gesetzt irgendwann gekippt wurde hat jeder Einwohner des früheren Townships sein Haus in der ersten Farbe angemalt, die es damals im Baumarkt zu kaufen gab - und das ist bis heute so. Wir treffen eine Street-Food Verkäuferin in einer der Straßen, die erzählt, dass sie ihr Haus jedes Jahr zum Jahreswechsel in einer anderen Farbe bemalt. Während wir Bleigießen und Raketen anzünden, wird in Bo-Kaap das Haus gestrichen. Wir probieren uns durch die lokale Küche, eine Mischung aus malaiischen und südafrikanischen Spezialitäten, wie zum Beispiel die Teigbällchen mit Kokos, Ingwer und Kardamom, die in Palmöl frittiert und dann für 30 Cent verkauft werden.
    Als es dann irgendwann Nachmittag wird, mache ich mich schließlich auf den Weg in eines der Randbezirke von Kapstadt. Im zweiten Anlauf klappt es schließlich, ich bekomme endlich neue Scharniere für das Hubdach vom Defender, die ohne zu bohren passen. Endlich kann der Spanngurt weg, der das Dach seit Wochen zuhält. Die letzten 6 Wochen bis zur Heimreise können nun also - hoffentlich - beginnen.
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  • Tag 293, 54 Km/42813 Km

    18. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ⛅ 14 °C

    Ein Stück südlich von Kapstadt liegt der Chapman's Peak, einer der Berggipfel der Kap-Halbinsel. Es ist am Vormittag trocken, also geht es rauf auf den Gipfel. Schon auf dem Weg ist der Blick in die Bucht großartig und auch wenn der Ausblick vom Gipfel unschlagbar ist, ist es zu kalt und zu windig um länger als 5 Minuten oben zu verweilen. Also schnell alles wieder zu Fuß zurück, zack zurück ins Auto und in die Stadt. Am Abend steht ein Abendessen im 'Anker', einem der bekanntesten Restaurants der Stadt an, selbst unter der Woche und in der Nebensaison geht ohne Reservierung hier nichts. Der Hafen ist, wie auch der Rest der Innenstadt, auch am Abend und in der Nacht massiv von Polizei und Sicherheitsdiensten bewacht, so dass es glücklicherweise überhaupt kein Problem ist, hier nach Einbruch der Dunkelheit vollkommen frei umher zu laufen.Lue lisää

  • Tag 294, 177 Km/42990 Km

    19. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir verlassen Kapstadt und fahren in Richtung der Südküste von Südafrika. Nachdem wir aus dem Zentrum der Stadt herausgefahren sind, ähnelt das Bild den vielen anderen Großstädten Afrikas. Kilometerlang liegen die Wellblechhütten links und rechts vom Highway. Auf jeder der einfachsten Behausungen steht eine Satellitenschüssel, häufig brennen Feuer in den Straßen, größtenteils um dem Müll direkt vor den Hütten zu verbrennen. Manche Baracken stehen keine fünf Meter neben dem stellenweise achtspurigen Highway. Was für ein krasser Kontrast zur Innenstadt, die mit Hochhäusern und sauberen Straßen wie aus dem Ei gepellt daherkommt. Schließlich erreichen wir die Küste, die Straße wird zu einer Küstenstraße welche direkt an den steil ins Meer fallenden Bergen gebaut ist. Paviane sind immer wieder an der Straße zu sehen, Pinguine laufen am Strand entlang, Kormorane nisten auf den Steinen. Die Sonne zeigt sich und die Kombination aus blauem Himmel, der kalten Luft und dem unruhigen Meer sorgt für eine ganz tolle Atmosphäre. Kurz hinter der Stadt Hermanus finden wir schließlich einen Stellplatz, der direkt an den Bergen liegt und einen Ausblick bietet, der einfach 'wow' ist. Der beinahe wolkenfreie Winterhimmel rächt sich, in der kalten Umgebung zieht am Abend ein Sturm auf, der mit der ohnehin schon kalten Luft dafür sorgt, dass es draußen maximal ungemütlich wird. Ich bin gespannt, ob das Hubdach am kommenden Morgen noch auf dem Auto oder vielleicht abgerissen daneben liegen wird.Lue lisää

  • Tag 295, 229 Km/43219 Km

    20. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ 🌬 16 °C

    Die Nacht ist super unruhig. Orkanartig stürmt es von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Das Hubdach hält, auch wenn ich einige Male denke dass es das nicht tun wird. Als es am Vormittag dann zum Cap Agulhas geht, ist es sonnig und kalt, passendes Wetter für den südlichsten Punkt in Afrika. Wir halten in einem der kleinen Dörfern auf der Strecke, besichtigen den Hafen. Schließlich erreichen wir tatsächlich den südlichsten Punkt in Afrika, ein schönes Monument ziert diesen symbolträchtigen Ort. Der Sturm peitscht die Wellen meterhoch an die Felsen, die sich rund um diesen Punkt befinden. Gleichzeitig trifft hier der Atlantik den Indischen Ozean, für mich sehen beide Meere links und rechts gleich aus...klares, türkisfarbenes Wasser durch das man meterweit hindurchsehen kann. Wäre es windstill und 30 Grad wärmer könnte man meinen, man wäre in der Karibik. In einem kleinen Café unweit von Cap Agulhas entfernt bestelle ich 'Red Cappuccino', eine Mischung aus Tee und Kaffee - noch nie habe ich irgendwo sonst so etwa getrunken. Es geht am Abend wieder zurück zum Stellplatz von letzter Nacht, auf dem Weg kurzer Stopp in einem der unzähligen Weingüter der Region. Mittlerweile ist es windstill, dafür regnet es immer wieder heftig. Immerhin wird mich heute Nacht nicht der vom Wind peitschende Stoff, sondern der auf das Dach prasselnde Regen vom Schlafen abhalten. Bislang ist das Winterwetter für mich die größte Herausforderung in Südafrika.Lue lisää

  • Tag 296, 180 Km/43399 Km

    21. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir verlassen die Bergregion rund um den südlichsten Punkt Afrikas, die uns in der ersten Nacht mit Sturm, in der zweiten Nacht mit Regen und Kälte ein gemütliches Zuhause geboten haben. Auf dem Rückweg nach Kapstadt machen wir Halt in der Stadt Hermanus, wo es immer samstags einen Wochenmarkt gibt. Die letzten 11 Monate gab es für mich auf Märkten Fischköpfe und Schweinegedärme, hier gibt es Schmuck, Bier und Live-Musik. Die Stadt ist winzig und ziemlich schön, es gibt einen Fußweg direkt am Meer der mir richtig gut gefällt. Am Nachmittag geht es dann zurück nach Kapstadt. Damit sich keiner der reichen Weißen versehentlich vom Highway in eines der Slums verirrt, warnen große rote Schilder an den Ausfahrten vor 'High Risk Area', während Kinder über viele Kilometer auf dem wenige Meter breiten Grünstreifen zwischen Slum und Highway Fußball spielen und Frauen die Wäsche an den Stacheldrahtzäunen direkt an der Fahrbahn zum trocknen aufhängen.
    Schon gestern habe ich in Sea Point, einem guten Viertel von Kapstadt ein Appartement gemietet und nach vielen vergeblichen Versuchen versicherte der Vermieter, dass Heiner in die Tiefgarage passt. "2.17 Meter Höhe? No Problem!" 11 Monate in Afrika und offenbar noch nichts dazu gelernt ist die Tiefgarage dann nur 2.10 Meter hoch. Es wäre auch zu viel verlangt, vom Pförtner die 3 Meter einmal kurz zur Tiefgarageneinfahrt zu laufen und aufs Schild zu gucken. "Passt trotzdem, no Problem!" Bevor ich mir das Dach an der No-Problem-Einfahrt abreiße, messe ich dann doch lieber einmal nach und natürlich ist es wie vermutet, das Auto passt nicht. Es ist schon zu spät um jetzt in der Millionenstadt einen Schlafplatz mit passender Tiefgarage zu suchen, also muss Heiner heute Nacht an der Straße stehen. Zum Glück stand an der Straße nicht 'High Risk Area'.
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  • Tag 297, 5 Km/43404 Km

    22. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ 🌧 15 °C

    Es regnet den ganzen Tag. Was könnte es also besseres geben als - nachdem es in ein neues Appartement mit Stellplatz für Heiner geht - den Tag in den Pubs und den Food-Hallen im Hafen zu verbringen. Nicht nur wir haben die Idee, überall ist es brechend voll, jedes Pub und jede Bar lockt Kunden mit Live-Musik. Im Hafen gibt es ein Aquarium mit den Tieren der Meere rund um Südafrika, bei Regen eine nette Abwechslung zu Bier und Fast-Food. Um mich gegen die Kälte der kommenden Wochen zu wappnen kaufe ich am Nachmittag eine neue Winterjacke. Das Wetter im Zentrum rund um den Bergstaat Lesotho ist derzeit alles andere als man von Afrika erwartet, Skipisten sind aufgrund des starken Schneefalls geöffnet, viele Passstraßen hingegen geschlossen. Ich bin jetzt bereits gespannt, ob Heiner mit den kalten Temperaturen zurecht kommen oder ob es neue Startschwierigkeiten geben wird.Lue lisää