Tag 23: Öffentlicher Raum
25. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ⛅ 28 °C
Heute gefahren: 75km
Bisher gefahren gesamt: 1.252km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 681
Höhenmeter im Anstieg bisher: 7.036hm
Pausentage gesamt: 6
Fahrtage gesamt: 17
Platte Reifen bisher: 0
Am Ende des Tages sind wir ca. 20km von der nächsten Stadt entfernt. Wir sind mitten im Wald und fahren eine einsame Bergstraße. Irgendwann kommen wir an einer bulgarischen Berghütte vorbei und beschließen dort im Garten unser Zelt aufzubauen. Für die Betreiberin und ihr drei Hunde kein Problem. Ansonsten ist niemand da. Top.
Wir sind den ganzen Tag im öffentlichen Raum unterwegs. Wir haben immer jemanden um uns herum. Autos auf der Straße. Menschen, wenn wir Mal wieder eine Mittagspause in einem netten Örtchen machen. Da ist es am Ende des Tages toll, wenn wir alleine sind. Ein bisschen Ruhe sind bei all dem Lärm untertags (Straßenverkehr) und nachts (Hunde bellen) ganz nett. Daher war auch der Start heute morgen, mitten im Wald am Jägerstand sehr schön. Ruhe.
Zurück zur bulgarischen Berghütte: Zwei Stunden nach unserer Ankunft sitzen wir da und wollen Abendessen. Da fahren zwei Autos vor. Fünf Kinder und vier Erwachsene springen raus. Die Erwachsenen rauchen und quatschen, die Autotüren sind offen und der Motor läuft. Natürlich. Die Kinder, kreischen, spielen Fußball, fahren mit ihren mitgebrachten Fahrrädern und sind munter aufgedreht. Abendliche Sonnencreme-Schmiere-Katzenwäsche fällt da nicht so leicht wenn man angeguckt wird wie im Zoo. Gerade Kinder haben da keine Hemmungen. Irgendwann spielen die Erwachsenen auch Fußball. Heitere munter laute Stimmung auf einem abgeschiedenen Waldparkplatz einer Berghütte in Bulgarien. Der Spuk geht etwas mehr als eine Stunde und wird von einem Pärchen abgelöst die dann noch das Grillen anfangen. Irritierend.
Am Ende sind wir alleine und es beginnt ein kleines Gewitter. Wir liegen im Zelt und wollen schlafen. Klar, die Hunde der Betreiberin bellen nach jedem Donnerschlag. Wuff.
Ansonsten: super schöne Wege und Landschaften heute mal wieder inkl. Rettung einer Schildkröte. Wir fühlen uns gut und wohl. Schön.Weiterlesen
Tag 24: Trainingslager in Bulgarien
26. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ☁️ 19 °C
Heute gefahren: 41km
Bisher gefahren gesamt: 1.293km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.342hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 8.380hm
Pausentage gesamt: 6
Fahrtage gesamt: 18
Platte Reifen bisher: 0
In der Nacht gab es in unserer Nähe ein Gewitter - ich war richtig Schisser und musste mich einlesen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, im Zelt vom Blitz getroffen zu werden und die Formel, wie nah oder fern das Gewitter ist (Sekunden zwischen Blitz und Donner geteilt durch 3). Alles halb so wild, wenn wir nicht gerade auf einem Kamm oder Grat stehen, zudem ist es eher an uns vorbei gezogen.
Trotzdem: Wissen beruhigt.
Inspiriert von der Tour de France, haben wir uns heute für ein Bergtrainingslager in den bulgarischen Rodopen entschieden.
Der Tag beginnt mit 12km bergauf. Zum Einfahren ganz schön hart, ab km3 war es dann ok. Wir brauchen gut zwei Stunden. Die Strecke ist allerdings super, schönste Natur. Teilweise erinnert uns die Landschaft an Kanada oder auch bewaldete Berggebiete bei uns. Der Himmel etwas bedeckt, sodass es nicht zu heiß ist. Wir schwitzen trotzdem so, dass wir die T-Shirts ausziehen: Vincent in Borat-Style und ich im cropped-Style. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte gibt es keine Bilder.
Dann kommen wir in St. Konstantin an - eine Siedlung von schicken Ferien- und Berghäusern: das erklärt auch die großen SUVs, die an uns vorbei gezogen sind.
Danach geht es erstmal schön bergab zum Batak-Staudamm und finden uns in einer tollen Landschaft wieder: Ein bisschen Kanada, ein bisschen österreichischer Bergsee oder Skandinavien. Jede Ecke sieht anders aus und wir müssen uns erstmal wieder daran gewöhnen in höheren Gängen zu fahren. Wieder viele Ferienhäuser, teilweise auch Wohnwägen oder ganze Bauernhöfe. Ein schönes Fleckchen Erde.
Wir hätten Lust hier Stopp zu machen, haben allerdings kaum noch essen und fahren nach Batak. Dort ist Markt, wir decken uns mit frischem Obst, Gemüse und Schafskäse ein und sind das Highlight des Tages für die Leute auf dem Markt und Marktplatz. Jeder probiert es in unterschiedlichen Sprachen mit uns: Deutsch, Italienisch und spanisch - viele haben lange im Ausland gearbeitet.
Warum die Besitzerin des Restaurants, wo wir noch essen gehen, immer „Oui“ sagt - für das französische „Ja“ - ist uns unklar. Sonst sagt sie nichts auf Französisch. Eine andere Frau im Restaurant verabschiedet sich bei uns mit “Arrivederci” (Italienisch). Alles sehr international und in Batak ist das bulgarische Zustimmungs-Kopfschütteln sehr ausgeprägt aber wir kommen klar 🙃
Nach einem sehr leckeren Nachmittags-Cappuccino (schwarz-fahren-Strafe hin oder her) geht’s zum zweiten Bergfahren des Tages: 14km bergauf bis auf 1.640m. Das fällt uns viel leichter - wir fühlen uns wie Jonas Vingegaard (nur schwerer in jeglicher Hinsicht). Über uns grollt der Donner, ab und an ein Blitz und es beginnt leicht zu regnen, sodass wir uns am höchsten Punkt angekommen, uns für einen Unterstand an der Straße zum Zelten entscheiden - inkl. kleinem Vorgarten.
Es gibt Tomaten-Gurken-Salat, dazu Schafskäse und als Hauptgang rote Linsen mit Zwiebeln und Zucchini.
Es fehlt nur der Physio, der uns massiert - wie bei der Tour de France 😄
Morgen geht’s weiter im Trainingslager!Weiterlesen
Tag 25: Trainingslager Bulgarien ll
27. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ⛅ 23 °C
Heute gefahren: 100km
Bisher gefahren gesamt: 1.393km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.191hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 9.571hm
Pausentage gesamt: 6
Fahrtage gesamt: 19
Platte Reifen bisher: 0
Ein Tag wie er auf einer TdF (Tour de France)-Etappe im Buche steht: steile Abfahrten, Bergpässe , enge Kurven, diverse Begleitfahrzeuge, tolle Aussichten und brennende Beine.
Wir sind allerdings noch etwas unter dem Niveau, bergauf geht’s mit 8km/h (maximal!) und bergab mit 40km/h und keine 97km/h wie bei der TdF.
Kein Wunder also, dass bei meiner rasanten Abfahrt eine Wespe gegen meine Schulter geknallt ist und mich gestochen hat - diverse Stiche von diversen Mücken sind aber bisher unsere einzigen Blessuren.
Die Tour war wieder herrlich, wenig Verkehr, kleine Dörfchen, Wahnsinns-Ausblicke auf den Pass- und Bergstraßen, an tiefen Schluchten entlang, die alle in Stauseen und Staudämmen enden. Wir werden Borislav (der die tolle Rad-Internetseite für Bulgarien gemacht hat) sehr vermissen.
In Dospat haben wir in einem sehr urigen Restaurant Mittag gegessen und hätten gerne noch mehr aus der Karte bestellt.
Am Ende des Tages haben wir uns noch für einen Bergpass entschieden, da wir motiviert waren, der LKW Verkehr wenig und die Temperaturen angenehm waren.
Auf die 6km bergauf folgten 10km bergab - nur die 2km leicht bergauf zu unserem Zeltplatz hätten wir nicht mehr gebraucht.
Neben der einzigen Mineralquelle Bulgariens zelten wir - gerade rechtzeitig huschen wir ins Zelt bevor der Regen auf uns herab prasselt.Weiterlesen
Tag 26: Bling, Bling
28. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ☁️ 28 °C
Heute gefahren: 69km
Bisher gefahren gesamt: 1.462km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 829hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 10.400hm
Pausentage gesamt: 6
Fahrtage gesamt: 20
Platte Reifen bisher: 0
Wir wachen auf und um uns herum ist es matschig, nass und der Himmel mit Wolken bedeckt. Allerdings sehr mystisch. In der Nacht hat es mehrfach stark geregnet. Unser Zelt blieb innen trocken. Wir tragen unsere Sachen zur nahegelegenen "Mineral Spring" und breiten uns aus. Wir wollen das von außen nasse und dreckige Zelt nicht sofort einpacken. Daher erstmal lüften und Kaffee trinken. Löslicher Kaffee mit leicht salzigem, prickelndem Heilwasser ist speziell. Der Kaffee bekommt beim aufgießen eine Créma. Lustig und nicht lecker. Der Ingwer-Tee und der Haferbrei gewinnen keinen Preis für guten Geschmack. Der Hunger treibt es rein.
Wir kommen spät los und der Weg ist traumhaft. Ein leichtes Auf und Ab durch tiefe Schluchten. Auf einer gut ausgebauten Bergstraße geht es vorbei an verlassen Dörfern, unter uns der Fluss, der irgendwann von einem riesigen Staudamm aufgehalten wird.
Die Berge enden, Wein- und Sonnenblumenfelder tauchen wieder auf und wir nähern uns Plovdiv. Die leicht hügelige Landschaft erinnert uns an Andalusien.
Es beginnen wieder diese Vororte, in denen es echt arm aussieht. Der Müll am Straßenrand nimmt zu. In einem Kaff stehen ausschließlich Häuser, die nicht verputzt sind. Das Dorf eine Baustelle. Gebaut wird nicht und dennoch leben in den Rohbauten Menschen. Die Prioritäten sind klar verteilt: In der Einfahrt steht gerne mal ein SUV von BMW oder Mercedes. Das Haus dazu, hat keine Fenster und keine Fassade.
Wir erreichen Plovdiv und kommen an zwei Villen vorbei, die es locker mit Anwesen in München (Grünwald, Pullach oder Bogenhausen) aufnehmen können. In der Einfahrt steht der Maybach und gleich mehrere Porsche. Dazu noch ein BMW. Siehe Video. In Deutschland gäbe es eine große Hecke. Hier wird der Reichtum präsentiert. Wie gesagt: siehe Video.
Unser Apartment ist neu, sauber und wir nutzen den Nachmittag um unser Zeug zu reinigen. Der Abend wird abgerundet mit Couch, Netflix und leckeren Ofenkartoffeln. Plovdiv, die zweitgrößte Stadt Bulgariens, wird ab morgen entdeckt.Weiterlesen
Tag 27: Pause
29. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ⛅ 31 °C
Heute gefahren: 0km
Bisher gefahren gesamt: 1.462km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 0hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 10.400hm
Pausentage gesamt: 7
Fahrtage gesamt: 20
Platte Reifen bisher: 0
In Plovdiv legen wir einen Pausentag ein. Es sind gefühlte 45° Grad und wir lassen uns durch die Stadt treiben. Wir haben etwas schlechtes gegessen oder getrunken - so genau wissen wir das nicht - jedenfalls hüpft ein kleiner Springball durch unseren Margen-Darm-Trakt. Die Hitze, gepaart mit ein bisschen Unwohlsein lässt uns lethargisch werden. Hier sitzen, da sitzen, von Parkbank zu Parkbank, von Café zu Café. Am Ende spazieren wir, außerhalb vom Stadtzentrum und durch Wohngegenden und Parks in ein Gewerbegebiet. Es wird gebaut ohne Ende. Alles sieht aus wie München Freiham.
Wir brauchen neues Gas zum kochen. Im Decathlon finden wir die richtigen Kartuschen. Gaskartuschen mit Schraubgewinde sind hier nicht wirklich verbreitet. Danke Kapitalismus, danke Globalisierung - wir können jetzt wieder kochen.
Wir nehmen den Bus zurück und lernen eine junge Frau kennen, mit der wir uns dann noch sehr nett unterhalten. Wir kommen in Bulgarien nicht so oft mit Menschen ins Gespräch. Daher freuen wir uns sehr über den kurzen Plausch.
Achja und wir kaufen fleißig Tickets. Das Öffis-System ist hier allerdings nur von Bussen geprägt, die nur anhalten, wenn man vor ihnen auf die Straße springt und auch nicht zu den Zeiten fahren, die Google anzeigt bzw. es fahren ganz andere Linien.
Unsere Frage „Centre?“ kann jeder beantworten und wir kommen durch.
Hier gönnt man sich im Bus auch einen extra Ticket-Verkäufer neben dem Busfahrer!Weiterlesen
Tag 28: Prof. Dr. Google
30. Juni 2024 in Bulgarien ⋅ ☀️ 31 °C
Heute gefahren: 0km
Bisher gefahren gesamt: 1.462km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 0hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 10.400hm
Pausentage gesamt: 8
Fahrtage gesamt: 20
Platte Reifen bisher: 0
Kristina geht es besser. Super! Mir noch nicht so wirklich. Ich verbringe den Tag im Apartment und ruhe mich aus. Ich fühle mich gut, habe kein Unwohlsein, sogar Hunger habe ich. Einzig: ich kann kein Essen bei mir behalten. Also so etwas hatte ich auch noch nicht. Prof. Dr. Google sagt mir was ich Essen und tun soll. Naja gut, dann hängen wir einfach einen weiteren Pausentag, an den Pausentag und ab Dienstag geht es weiter.
Kristina organisiert uns eine weitere Nacht. 40€ pro Nacht in der Ferienwohnung ist fair. In den anderen Städten lagen wir immer irgendwo zwischen 47€ und 60€ pro Nacht. Ich bin ein großer Freund vom Konzept Ferienwohnung. Wir haben eine Küche, eine Waschmaschine und können uns und unser Zeug ausreichend für die nächsten Tage in der Natur vorbereiten. Ich stehe gerne in der Küche und vor Sabbatical-Start hatte ich bedenken wie sehr mir das Kochen fehlen wird. Durch die Ferienwohnungen gleicht sich das aus und mir fehlt absolut nichts. Auch das ausgiebige Frühstück - für Kristina und mich ein fast schon heiliges Ritual - können wir in einem Appartment zelebrieren. Und hier in Plovdiv sitzen wir auf einem, der zwei vorhandenem Balkone und frühstücken ausgiebig. Auf dem anderen Balkon stehen unsere Räder.
Das Gebäude in dem wir sind ist neu und die Ansprechperson die uns die Schlüssel ausgehändigt hat, hatte uns erst nach der ersten Nacht (und viel gutem Zureden von Kristina) genehmigt die Räder mit in die Wohnung zu nehmen. Vielleicht lag es auch daran, das wir nach der ersten Nacht geduscht waren. Sie hatte bei dem ersten Treffen doch sehr offensichtlich die Luft angehalten. Sagen wir wie es ist: Wenn uns die Natur ausspuckt und wir vom Zelten wieder zurückkommen, dann stinken wir. Ist so. Die Katzenwäsche am Abend beim Zelten reicht dann offenbar doch nicht aus um frisch zu bleiben. Egal. Es zählen andere Dinge. Und da wir noch ganz viel andere Dinge erleben wollen, müssen unsere Räder gut geschützt sein.Weiterlesen
Unser Gepäck
1. Juli 2024 in Bulgarien ⋅ ☀️ 33 °C
Um den organisatorischen Fragen unserer Follower nachzukommen - heute das Thema Gepäck🧳 🛄. Die guten Nachrichten zuerst, wir haben schon allerhand Ballast abgeworfen:
1.
1,2kg Sonnecreme dabei - nur noch 500g übrig.
2.
Mehr als 2kg haben wir mit einem Paket aus Plovdiv nach Hause geschickt: 2x ältere Powerbanks, Vincents Crocs, 3x lange Kleidungsstücke von Kristina und weiterer Kleinkram
3.
Wir haben die Lebensmittelreste (ca 4kg), die wir von zu Hause noch mitgenommen haben, aufgebraucht (Reis, Linsen, Süßkram)
4.
Vincents Motivations-Paranuss-Vorrat nimmt ab (von ca 2kg nur noch 400g übrig)
5.
Wir haben 2x große Gaskartuschen à 450g Inhalt dabei, davon sind 1,5x leer. Wir haben nun bei Decathlon 2x neue gekauft, d.h. wieder etwas mehr als das Anfangsgewicht.
6.
Entgegen der Bilder von zu Hause haben wir unsere Packstruktur verändert, d.h. Inhalte so verteilt, dass sie nicht ausgepackt werden müssen, wenn sie nicht jeden Tag benutzt werden.
VINCENTS SET UP:
- 2x Fahrradtaschen, hinten, je 20l;
- 2x Fahrradtaschen, vorne, je 12l;
- 1x Rahmentasche, 6l;
- 1x Lenkertasche, 6l;
- 4x Flaschenhalter: 2x am Rahmen + 2x an der Lenkertasche = 4,1l Wasser
In der Tasche hinten rechts befindet sich die Essenstasche - die ist je nach Einkauf mehr oder weniger gefüllt. Wir haben immer Kohlenhydrate für abends dabei in Form von Couscous, Linsen, Kartoffeln, dazu meist Salat aus Gurken und Tomaten.
Morgens gibt’s Porridge mit Obst.
Meist versuchen wir möglichst nur für den nächsten Tag einzukaufen, da wir fast jeden Tag an Einkaufsmöglichkeiten vorbei kommen, um nicht zusätzliches Gewicht zu schleppen.
Zudem sind die Gaskartuschen, Gewürze, Besteck, 1x Teller, 2x Tasseund 1x Tupper in der Essenstasche.
Hinten links befindet sich die aufblasbare Luftmatratze, Schlafkleidung und alles für die Nacht.
Vorne links (bleibt grundsätzlich zu) sind Daunenjacke, Regenjacke und saubere Kleidung für die Stadt untergebracht. Vorne rechts (bleibt grundsätzlich zu) befinden Medikamente, Ersatzteile, Werkzeug.
In der Rahmentasche finden sich eine Windjacke, Powerbanks, Kabel, Snacks und Nüsse. Meine Laune kann sehr schnell, sehr schlecht werden wenn ich beim Radfahren hungrig werde. Daher habe ich immer Nüsse griffbereit.
In der Lenkertasche liegt mein Geldbeutel, Warnweste, Trillerpfeife und weiteres Kleinzeugs.
Auf dem Gepäckträger: 2 Isomatten
Alles in allem zum heutigen Stand inkl. Essen und der Taschen aber ohne Wasser ca. 20kg
KRISTINAS SET UP
- 2x Fahrradtaschen, hinten, je 20l;
- 2x Fahrradtaschen, vorne, je 12l;
- 1x Lenkertasche, 6l;
- 3x Flaschenhalter: 2x am Rahmen + 1x am Lenker=2,5l Wasser
Vorne links: (bleibt nach Möglichkeiten zu, d.h. wird nicht täglich benötigt) Stadtkleidung=mein Jumpsuit, 1x Shorts und 1x Tshirt, Spiritus und Spirituskocher (unsere Zusatzlösung vom Trangia, falls keine Gaskartuschen mehr aufzutreiben sind), Snacks, Daunen- und Regenjacke, 1x langes Oberteil, Unterwäsche (1x BH normal und 2x Merinoslips, 1x Ersatzsocken zum Radfahren), Waschmittel, Wäscheleine, Wäscheklammern, Ersatztüten und -zipperbeutel, Ersatzsonnencreme.
Vorne rechts: Trangia Kocher, Spülschüssel und Wasserblase (10l für abends zum Waschen und Kochen), Hängematte.
Hinten rechts: Zelt komplett, Helinox Chair, Waschbeutel und kleine Handtücher, Sandalen, Bikini, Toilettenpapier, Zeckito, Solarpanel.
Hinten links: Schlafsack, Matte, Mattenüberzug, Schlafsack Inlet, aufblasbares Kopfkissen, Kleidung für abends/nachts (1x lange Hose, 1x Hemd, 1x T Shirt, 1x Merino Slip - je nach Wetter), Oropax, Stirnlampe.
Lenkertasche: Brustbeutel mit Geld, Dokumenten, Handy, Warnweste, Trillerpfeife, Fahrradhandschuhe.
Alles in allem zum heutigen Stand inkl. Essen und der Taschen aber ohne Wasser selbst ca. 18kg.Weiterlesen
Tag 29: Müßiggang und Plovdiv
1. Juli 2024 in Bulgarien ⋅ ☀️ 33 °C
Heute gefahren: 0km
Bisher gefahren gesamt: 1.462km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 0hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 10.400hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 20
Platte Reifen bisher: 0
Heute ein weiterer Pausentag, daher eine Feststellung bzw. ein Rätsel der letzten Tage:
Uns ist in Bulgarien nun schon mehrfach etwas aufgefallen: Männer, die alleine, in ihren Autos sitzen und offenbar nichts tun. Wir fahren vorbei und grüßen. Ab und an grüßen sie zurück. Warum sitzt ein einzelner Mann in seinem Auto? Einige Rauchen, wenige sind am Handy. Die sitzen einfach da und schauen sich um. Die Gegenden in denen wir sowas gesehen haben sind meist unspektakulär. Am Rande eines Feldes, einer Waldstraße, einer Unterführung. Der Wagen steht im Schatten. Gelegentlich läuft auch der Motor.
Uns fällt keine Herleitung ein, warum Männer in ihren Autos sitzen. Es gibt nichts zu bewachen. Die Standplätze sind unhabhängig jeglicher Ortschaften und/oder Verbindungsstraßen. Wir würden daher Personenbeförderungen oder Lieferdienste ausschließen. Es handelt sich auch ausnahmslos um Privatfahrzeuge, d.h. ohne Aufdrucke, Werbung etc.. Auch die Uhrzeiten geben keine Hinweise auf mögliche Pausen oder ähnliches. Da wir hier ausschliesslich im Straßenverkehr unterwegs sind, sehen wir schon aus der Ferne, wenn da mal wieder einer im Schatten sitzt. Gerade im Rhodopen-Gebirge haben wir die Männer in ihren Autos gesehen. Wir sehen so ca. 20 Fahrzeuge an einem normalen Fahrtag. Das ist schon ganz schön viel und wir können uns nicht erklären, warum die da stehen.
Unsere Theorien:
1. Sie wollen nicht nach Hause und sitzen Zeit ab.
2. Es ist Arbeitszeit, sie müssen von A nach B und sie sitzen Zeit ab.
Ansonsten streifen wir weiter durch Plovdiv - Kapane, das Ausgeh- und Restaurantviertel ist besonders am Abend sehr schön.
Plovdiv war 2019 mit Matera Kulturhauptstadt Europas und hat hierfür viele Anstrengungen unternommen, um sich aufzumöbeln: Künstler und Restaurants etablieren, ein Kulturleben auf die Beine stellen mit Oper und Konzerten und natürlich die Altstadt, die unter Denkmalschutz steht, aufzumöbeln.
Im Gegensatz zu Sofia sind die Gebäude älter und damit auch schöner anzusehen als die kommunistischen Brutalitäts-Bauten, es ist mehr Platz und alles luftiger. Vielleicht ein Grund, warum uns alle eher Plovdiv als Sofia empfohlen haben.
Bulgarien und die Gegend um Plovdiv ist bekannt für den Rosenanbau, um Rosenöl bzw. -Wasser zu exportieren. 60-70% der weltweiten Produktion finden in Bulgarien statt, hauptsächlich für die Kosmetikindustrie, insbesondere Luxusmarken. Für einen Tropfen Rosenöl werden mit 35 Rosenblüten benötigt und für 1kg Rosenöl ca 3,5-4 Tonnen Rosen. Deshalb ist Rosenöl ein absolutes Luxusgut.Weiterlesen
Tag 30: Eine Zugfahrt, die ist lustig…
2. Juli 2024 in Bulgarien ⋅ ☁️ 28 °C
Heute gefahren: 22km
Bisher gefahren gesamt: 1.484km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 311hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 10.711hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 21
Platte Reifen bisher: 0
Heute fahren wir mit dem Zug von Plovdiv nach Pernik. Warum? Zum einen, können wir nicht so gut einschätzen, wie wir in der Zeit liegen und zum anderen, wollen wir den Verkehr zwischen den beiden größten Städten des Landes meiden und ein paar km davon sind wir auch schon gefahren.
Also Zugabenteuer in Bulgarien 🥳
Wir konnten online Züge, Zeiten und sogar den Preis einsehen. Weil wir nicht drucken konnten, wollten wir kein online Ticket lösen.
Also ab zum Bahnhof, der eine rießige Baustelle ist. Ticket kaufen war kein Problem: Screenshot zeigen und im „ohne Wörter-Wörterbuch“ aufs Fahrrad zeigen, hatten wir für eine 5 stündige Zugfahrt Tickets für 33 Lev (=16,50 EUR) - für uns beide und inkl. Räder.
Vincent versucht draußen mit Werkzeug einem Typ zu helfen, dessen Fahrrad-Moped-Eigenkonstruktion ein Problem hat - selbst umgebaut. Unter dem Deckmantel eines Fahrrads fährt das Ding 60km/h.
Wo fährt der Zug ab? Keine Ahnung, der Tipp der Bulgaren: Dort hin, wo die meisten Leute stehen und nochmal nachfragen. Ja, fährt nach Sofia.
Fahrradabteil? Ne, braucht man nicht. Wir steigen ein, wo wenig Leute sind und werden komplett an das andere Zugende geschickt.
Tja und der Zustand des Zuges… es war ein Fast Train aber das einzig schelle war, dass er an weniger Stationen gehalten hat. Alles war alt und kaputt, keine Klima dafür mit frischer Luft durch offene Fenster.
ABER: Der Zug wird von einer Smartron gezogen - für die Trainspotter unter uns.
Ein klein wenig Arbeitsgedanken - ansonsten denken wir überhaupt nicht an die Arbeit. Es wäre als hätten wir nie gearbeitet 🤣
Am Bahnhof treffen wir einen Amerikaner, der mit einer Bulgarin verheiratet ist und andere Familienteile besuchen war. Er hört nicht das reden auf, unaufhörlich auch wenn wir schon dösen redet er weiter. Wir lieben den Kontakt zu anderen Menschen aber das ist gerade etwas zuviel.
Dann Umstieg in Sofia - Gleise werden nur in kyrillisch angeschrieben - ah wunderbar. Aber mit Händen und Füßen verstehen wir, dass wir auf das andere Gleis 4 müssen - an einem Subbahnhof. Alles geschafft, Zug ist voll mit Arbeitspendlern und wir brauchen in Pernik erstmal einen Cappuccino.
Dann fahren wir noch ein paar km durch bulgarische Berglandschaft, sehen in eine Dorf einen super Unterstand für die Nacht (Gewitter vorhergesagt-kam aber nicht). Die Leute in der Dorfbar sprechen englisch und sind nett, in Gottes Nähe und ruhig schlagen wir unser Lager auf.Weiterlesen
Tag 31: Königsetappe
3. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ⛅ 19 °C
Heute gefahren: 91km
Bisher gefahren gesamt: 1.575km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.591hm 💨🫣
Höhenmeter im Anstieg bisher: 12.302hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 22
Platte Reifen bisher: 0
Starke Beine, eine wunderschöne Strecke, gute Stärkungen und kühles Wetter lassen uns heute hm und km abstrampeln.
Am Tag zuvor war eine Kaltfront über Bulgarien und Nordmazedonien gezogen, sodass es untertags perfekte 23 Grad zum Fahrradfahren hat.
Es geht weiterhin ordentlich bergauf und bergab mit kaum Verkehr der nordmazedonischen Grenze entgegen. Vor Kyustendil zieht es sich nochmal ordentlich und wir steuern das erste Restaurant des Weges an und bestellen einmal die Mittagskarte durch. Es gibt Ayran, eine kalte Dill-Ayran-Gurken-Suppe, panierte und frittierte Zucchini mit Dip, mit Käse gefüllte Paprika, die mit Eipanade ausgebacken wurden, Hähnchenspieß und Hackfleischklößchen mit Kartoffelpüree und Salat. Alles sehr lecker. Die Besitzerin ist super nett und gibt uns noch Strandtipps für Griechenland.
Danach gibt's noch 6 Mini-Donuts frisch ausgebacken an einem Stand in der Stadt und einen Cappuccino, der uns motiviert die 24km bergauf Richtung nordmazedonische Grenze in Angriff zu nehmen.
Die Straße ist nicht sehr befahren und mittlerweile sind wir auch sehr entspannt, was Straße fahren betrifft. Es ist viel besser als wir es jemals gedacht hätten. Wir mögen sogar mittlerweile LKW-Fahrer lieber als Auto-Fahrer, weil sie mehr Abstand halten und wenn wir sie in einer Kurve vorbei winken, dankend hupen.
Ohne Blick in unsere Rückspiegel (Anschaffung im Decathlon Sofia - nur zu empfehlen!) können wir die unterschiedlichen Hup-Arten unterscheiden - sortiert nach der Häufigkeit des Auftretens:
1) Achtung, ich komme - bleib auf der Seite
2) Danke fürs vorbei Winken oder weiter rechts fahren
3) Eyyyyyyyy, was machst du auf meiner Straße! Mach gefälligst Platz!
4) Wow, cool, dass ihr radelt und euch hier hoch quält! (Meist in Verbindung mit Winken und Lachen in entgegenkommender Richtung)
Ich schweife ab - also bergauf und wir waren viel schneller als gedacht, schon stehen wir an der Grenze und nach kurzer Wartezeit können wir die Grenze passieren. Die Autos vor uns mussten ihren Kofferraum öffnen und ausräumen. Fahrradtaschen scheinen nicht so interessant zu sein.
Bisher waren alle Grenzbeamte recht freundlich, bis auf ein paar kleine Machtdemonstrationen (erst WhatsApp auf Handy fertig schreiben, bis unsere Pässe angenommen wurden) verlief alles ohne Probleme.
Auch ein Privileg des deutschen Passes!
Mit Schwung ging es nach der Grenze 10km bergab, did Landschaft auf der mazedonischen Seite ist tatsächlich anders und wunderschön. Beim Wasserauffüllen neben einem Restaurant werden wir schon zum Bier trinken heran gesunken - wir lehnen dankend ab und wollen einen Schlafplatz suchen, da es bereits 19 Uhr ist.
Wir treffen auf einen Mann auf einem Rad in Gummistiefeln, der uns mit "Grüß Gott" begrüßt! So offensichtlich bayrisch können wir gar nicht sein.
Er spricht sehr gutes Deutsch und lädt uns in seinen Garten zum Zelten ein.
Und was für ein Garten - Gemüse, Obst auf 2 Grundstücken, eigene Hühner, Blumen. Irazwan uns seine Frau sind 75, wohlgemerkt!
In der Gartenhütte können wir kochen und haben fließend Wasser.
Es ist ein total angenehmes Dasein, sie sind nett aber nicht aufdringlich. Wir unterhalten uns über alles Mögliche und lernen Nordmazedonien schon etwas kennen. 41 Jahre hat er in München und Augsburg als Fließenleger und Maurer für eine deutsche Firma gearbeitet. Seine Frau und drei erwachsene Kinder lebten immer in Nord Mazedonien. Vor 10 Jahren kam er zurück und er und seine Frau werkeln von früh bis spät, um Garten und Haus auf Vordermann zu halten und fit zu bleiben.
Wir schlafen nach unserer Königsetappe und dem gastfreundlichen Start in Nordmazedonien selig ein - vielleicht auch dank des 50%igen hausgemachten Traubenschnaps, den wir noch probieren müssen.Weiterlesen
Tag 32: Gastfreundschaft
4. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 24 °C
Heute gefahren: 75km
Bisher gefahren gesamt: 1.650km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.041hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 13.343hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 23
Wir haben super geschlafen, Irzwan und seine Frau sind schon wach und haben Brennessel gesammelt. Mit dem Mörtelmischer werden sie zerkleinert und mit Wasser getränkt als Futter für die Hühner vorbereitet.
Wir packen langsam zusammen - es dauert wie immer und wir unterhalten uns noch viel über Mazedoniens Politik, Land und Leute. Das wird sich während des Tages durchziehen.
Erstmal geht es nach Kriva Palanka, eine schön gemachte und sympathische Kleinstadt. Keine 5km haben wir an Weg zurück gelegt und es gibt das erste Börek Tasting in Nordmazedonien. Lecker.
Wir heben Geld ab - so schöne Scheine!!!
Danach geht's weiter, viel bergab und auf der Hauptstraße entlang.
Entgegen unserer Planung wollen wir nicht gleich nach Skopje und haben uns ein paar kleine Rundfahrt im Hinterland herausgesucht. Wie sich herausstellt, eine hervorragende Idee und Strecke. Sie könnte von Borislav sein, ist aber nur entstanden durch auf die Karte schauen und kleinen Straßen verbinden abseits der großen Straßen und Autobahnen.
Apropos Autobahn, wir passieren immer wieder Baustellen, anscheinend wird hier von einem türkischen Unternehmen eine Autobahn zur bulgarischen Grenze gebaut - wie wir später erfahren soll das 40 Jahre dauern. Ahh ja.
Die Landschaft ist bergig, hügelig, zuerst noch bewaldet dann wird sie buschig oder gelber mit nur einigen Bäumen - richtig schön. Und verändert sich nach jeden Hügel.
Uns fällt auf, dass die Leute wieder mehr (zurück) grüßen - nur Einbildung durch unseren gastfreundlichen Start bei Irzwan, oder ist es so? Wir werden es heraus finden.
An einer Straße macht uns ein Herr auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam, die wir nicht verpassen sollen: Stone Dolls - besonders formierte Steine, die während eines Vulkanausbruchs vor xxx Jahren entstanden sind.
Ein gebürtiger Engländer mit seiner nordmazedonischen Frau kümmern sich ehrenamtlich um die Instandhaltung des Geländes. Es ist nichts los - in Westeuropa wäre das schon Insta-Spot Nummer 1.
Wir unterhalten uns lange und Lachen viel mit dem Engländer über die Eigenschaften und Eigenheiten des Balkans. Auch ihm ist das Phänomen der in Auto sitzenden Männer ohne Aufgabe wohl bekannt und unerklärlich. Auch seine Frau hat keine Erklärung 😆 Er erzählt uns eine Anekdote, dass er mal Joggen war und alle danach seine Frau gefragt haben, was er da tut, warum er aus der Stadt heraus rennt. Die Blicke sind wohl so, wie wir angeschaut werden mit unseren Rädern.
Das Leben - gerade auf dem Land spielt sich sitzend und Kaffee/ Bier trinkend ab, Sport für sich macht man nicht und ansonsten spielt die Familie und das Zusammensein mit der Familie eine große Rolle.
Es war herrlich sich mit ihm auszutauschen und alle Beobachtungen zu teilen, auch nach 4 Jahren in Nordmazedonien ist er noch nicht schlauer.
Wir versuchen uns bei den Stone Dolls mit unserem Selfie Stick und müssen definitiv noch üben!
Nach der Pause tun wir uns ganz schön schwer und motivieren uns in der schönen kleinen Bergstadt Kratovo mit Cappuccino und süßen Leckereien.
Als hätten wir den Cappuccino-turbo angemacht kurbeln wir uns die Berge hoch, die Landschaft, das Licht am späten Nachmittag sind traumhaft. Bei einem Fotostopp werden wir kurzerhand über Gartenzaun von Stravko und Verka eingeladen. Wir können uns nur mit Händen und Füßen unterhalten aber es reicht. Sie servieren türkischen Kaffee und eine leckere Wassermelone nachdem wir mehrmals Bier und Schnaps ausgeschlagen haben.
Eine herzliche Begegnung und wir mögen Nordmazedonien noch mehr.
Langsam ist Wasser- und Schlafplatzsuche angesagt. Wasser bekommen wir von einem Auto-waschenden Mann aus seinem Schlauch. Und einen Schlafplatz finden wir auf einer schönen Anhöhe. Der Besitzer des Landes steht da gerade und holt Zweige!? und wir fragen ihn. Er fragt sofort zurück, ob wir denn Wasser haben wollen und er uns essen bringen soll. Wir haben ja alles dabei und wenn dann sollten wohl eher wir ihn einladen.
All diese Begegnungen würden wir mit einem Auto oder Van nicht machen, daher ist unser Rad das perfekte Vehikel, um Land uns Leute kennenzulernen und ein bisschen schneller als zu Fuß!Weiterlesen
Tag 33: Interessante Sandwiches
5. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 29 °C
Heute gefahren: 56km
Bisher gefahren gesamt: 1.706km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 927hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 14.270hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 24
Nach einer erholsamen und überraschend kühlen Nacht auf der Hochebene (hatten aber auch nur das Innenzelt aufgebaut), ging es auf ruhigen Straßen nach Sveti Nikole, wo wir Mittag eine lokale Spezialität und Kaffee genoßen haben. Die Spezialität ist ein weiches Brötchen, was mit Schinken, Käse, Krautsalat und Pommes belegt wird, Tomatenketchup und Mayo drauf und in einen Panini-Toaster warm gemacht wird. Kostet ca. 1 Euro. Interessant. Wird aber nicht mein Lieblingsgericht. Vincent findet es ganz lecker.
Achja wahlweise kann man das auch mit Cevapis bestellen, dann aber ohne Panini-Toaster.
Es geht sehr geschäftig zu, die Cafés sind besetzt, jeder kauft auf dem Markt ein.
Überhaupt gibt es in allen kleinen Städten einen Markt mit Obst, Gemüse, Käse, Fleisch etc. Und auf den Landstraßen oder vor den Häusern wird selbst angebautes verkauft. Aktuell besonders Kirschen, Tomaten, Gurken und jede Menge Wassermelonen. Die sind für uns etwas schwer zu transportieren und außerdem schmecken sie gekühlt besser, sodass wir uns meist eine holen, wenn wir ein Apartment haben.
Die Landschaft zeigte sich wieder von ihrer schönsten Seite, viel Kornfelder, wo gerade gedroschen wird und hügelige Weite.
Die Temperaturen sind verhältnismäßig angenehm bis auf den Gegenwind. Windschatten fahren beherrschen wir (noch) nicht: Ich trete immer einen Tick schneller als Vincent und er regt sich bei Gegenwind so sehr auf, dass es erst recht nicht klappt :)
Wir radeln an einen See und schlagen unser Camp auf und springen noch ins Wasser. Ein schöner Platz bis um 20 Uhr am anderen Ufer eine nordmazedonische Band alles gibt - wie wir später erfahren wurde eine Hochzeit gefeiert. Mit Oropax können wir halbwegs schlafen, um 2 Uhr ist die Musik vorbei und uns ist unklar, wie bei dieser Lautstärke jemand essen bzw. sich auf einer Hochzeit unterhalten konnte. Jeder wie er mag!Weiterlesen
Tag 34: Auf nach Skopje
6. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 32 °C
Heute gefahren: 45km
Bisher gefahren gesamt: 1.751km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 659hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 14.939hm
Pausentage gesamt: 9
Fahrtage gesamt: 25
Es zieht sich durch, das wir den Eindruck haben, dass NordmazedonierInnen offner und irgendwie sympathischer sind als BulgarInnen. Wir prüfen das weiterhin aber gerade finden wir es hier wunderbar.
Heute ist es extrem heiß, wir strampeln nach Skopje, die Hauptstadt Nordmazedoniens. Auf dem Weg dorthin essen wir unser vielleicht bestes Burek bisher. Mal sehen, wann wir es nicht mehr sehen können.
Burek ist übrigens das klassische Frühstück mit einem Trinkjogurt oder Ayran dazu. Wir konnten noch nicht herausfinden, warum in der Kombi aber vermutlich, um von dem Weißmehl keine Verstopfung zu bekommen.
Das ist auch der Grund, dass man meist Mittag keines mehr in den Bäckereien bekommt.
Die Bäckereien sind übrigens darauf spezialisiert, d.h. es gibt einen Kühlschrank mit unterschiedlichsten Jogurten in allen Größen, Kaltgetränke, Brot, aufgeblasenes Gebäck und ggf noch Süßes. Aber KEINEN Kaffee, dafür muss man in ein Café.
Die meisten Bäckereien backen selbst, denn fast immer befindet sich im Hintergrund die Backstube.
Die Zufahrt nach Skopje ist überraschend ok, ja etwas Verkehr aber keine Autobahn oder komischen Manöver.
Nach Waschaktionen geht’s in die Stadt, wie touristisch! Soviel Touristen haben wir bisher nie gesehen. Und gefällt die Stadt richtig gut durch den alten und neuen Teil.
Per Zufall landen wir wieder bei einem klassischen Konzert und in einer schönen Cocktail Bar.Weiterlesen
Tag 35: Die Hauptstadt des Kitsch
7. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 27 °C
Heute gefahren: 0km
Bisher gefahren gesamt: 1.751km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 0hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 14.939hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 25
In Skopje ist es heiß, wir wechseln Straßenseiten für den Schatten und suchen noch vor unserer Free Guided Tour ein stärkendes Burek und einen Kaffee.
In Skopje sind im Vergleich zu Plovdiv und Sofia viele Touristen unterwegs, europäische und viele Türken (hier ist es auch für Türken günstig und sie brauchen kein Visa), die Stadt ist vielseitig und teilt sich durch den Fluß in den alten Bereich mit dem türkischen Basar und den neuen Stadtteil.
Auffallend ist, dass es im Gegensatz zu den anderen Städten viel männerdominierender im Stadtbild ist - wir sitzen hier in einem Café, wo ich die einzige Frau bin, allerdings senken wir auch den Altersschnitt um 30 Jahre zwischen den Tee-trinkenden und Romee-spielenden Männern. Es ist nicht störend aber der osmanische Einfluss ist spürbar und sichtbar.
Aleksander führt uns in einer Dreiergruppe mit Holly, einer Amerikanerin, in einem flotten Tempo durch Skopje - und sehr unterhaltsam. Er ist gnadenlos ehrlich, wenn er von feinsten mazedonischen Marmor spricht, der von spanischen und italienischen Firmen im Land abgebaut und verkauft wird, während ganz Skopje mit Fake-Marmor ausgestattet ist. Die Gebäude sind durch eine Initiative (das Wort hat viel zu seriös) aus dem Jahr 2014 aufgehübscht worden, indem Fake-Barock Fassaden und Säulen aus Gips angebaut wurden - die auch mal bei einem Scheesturm eingestürzt sind (Pfusch eben).
So ist alles mal schön gebaut oder angelegt worden, Grünstreifen mit Bewässerungssystemen, Plätze, Brücken, Statuen aber nichts wird in Stand gehalten.
Warum? Geld und Subventionen werden für die Errichtung eingestrichen und wandert in korrupte Taschen, danach ist im Topf nichts mehr übrig, um es auf Stand zu halten.
Das zieht sich durch die ganze Stadt und natürlich eine Statue nach der anderen. Und nicht so kleine popelige Statuen sondern 30-40m hohe heroische Springbrunnen-Statuen! Achja aber sie rosten, weil natürlich kein echtes Bronze verwendet wurde.
Der große Vorteil von Skopje?
Eine Weltreise für die Sehenswürdigkeiten kann man sich sparen. Skopje hat alles!
Einen kleinen Fake-Arc de Triomphe aus Paris, blau/weiße Häuser, die an Mykonos erinnern, ein Mini-Brandenburger Tor mit Pferden (die Kutsche war zu komplex, deshalb wurde sie weggelassen). Davor steht der erste Prometheus in ganz Europa mit Unterhose (sonst immer nackt, weil mazedonische Frauen gegen die Nacktheit protestiert haben) - das Gold blättert natürlich ab und seitlich an seiner Unterhose ist eine venezianische Maske angebracht!
Achja und dahinter auch noch eine Siegessäule natürlich in Fake-Marmor. Fake sind auch die Doppeldecker-Busse. Ich dachte erst an ausrangierte Londoner-Busse aber es sind billige chinesische Nachbauten. Dass das London-Eye in Mini nicht noch errichtet wurde, konnte wegen Geldmangel gerade noch verhindert werden.
Achja den Bullen der New Yorker gibt es auch, allerdings wurde ihm der Schwanz entfernt (von 10-jährigen, weil sie noch nicht strafmündig sind).
Achja und nicht zu vergessen, die Macho-Brücke gesäumt von mehr als 20 Männern.
Aufgrund dieser architektonischen Meisterwerke wird Skopje auch Hauptstadt des Kitsch genannt.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Skopje_2014
1963 gab es ein schweres Erdbeben mit mehr als 1.000 Toten, Skopje war komplett zerstört und wurde mit OPM (Other Personal Money) wieder aufgebaut, die Polen haben die Philharmonie, die Amerikaner den Flughafen und Italiener das Krankenhaus gesponsert. Es war eine Zeit des Aufbruchs, hielt aber leider nicht lange an, durch all die Kriege im Balkan und die verworrene Geschichte mit den Nachbar-Ländern.
Diese Konflikte halten an: Mazedonien musste sich im Streit mit Griechenland in Nord Mazedonien umbenennen, seine Flagge 🇲🇰verändern und verschiedene Straßen und Monumente umbenennen. Der Streit um den Sprachursprung des Mazedonischen bzw. Bulgarischen und der historischen Helden geht weiter und blockiert neben der Korruption und dem politischen System den EU-Beitritt Nordmazedoniens (seit 2005 Beitrittskandidat).Weiterlesen
Tag 35: Skopje & Mutter Theresa
7. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 30 °C
Auf dem fast nicht vorhandenen Fluß wurden drei Piratenschiffe installiert. Nur noch eines ist im Betrieb als Hotel, die anderen verrotten vor sich hin uns sind auch zugänglich. Für Lost Places-Freunde bietet der Balkan schier unbegrenzte Möglichkeiten (ich vermute auch ohne jegliche Sanktionen).
Übrigens wurde Mutter Theresa in Skopje geboren.
Um noch eine Anekdote von der Stadtführung zu erzählen: es wurde ein recht fancy Gedenkhaus an ihrem Geburtsort errichtet - allerdings ist das gar nicht der wahre Ort. Denn an dem sollte ein Einkaufszentrum errichtet werden, was dann zwar nicht gemacht wurde, weil das Geld ausging, daher nur eine unspektakuläre Grabplatte - zwar mal aus echtem Marmor aber nur der billige echte.Weiterlesen
Skopje = Statuen
7. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ 🌙 25 °C
In keiner Stadt haben wir soviele Statuen gesehen.
Auch Teil von Skopje 2014 und weiteren korrupten Verschleppungen
Tag 36: Nix da mit Gottes Gnaden
8. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 35 °C
Heute gefahren: 94,5km
Bisher gefahren gesamt: 1.845,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1044hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 15.983hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 26
Zweimal haben wir unsere Route in Nordmazedonien umgeplant und entdecken nun noch den Südosten und Süden, d.h. wir verlängern unseren Aufenthalt. Mittlerweile können wir die Straßen- und Verkehrsverhältnisse gut einschätzen.
Bedeutet auch, dass wir die 50km auf einer anderen Straße wieder nach Sveti Nikole fahren (inkl. Verzehr des komischen Sandwiches). Da wir erst mittags in Skopje los sind, erwischen wir die Hitze am Nachmittag. Der Peak ist meist zwischen 13 bis 15 Uhr, zuvor und danach können wir gut fahren. Gut fahren bedeutet: Wir schütten Liter um Liter in uns hinein und schwitzen wir es wieder aus. T-Shirt und Hosen mit sehr sexy und kunstvollen Salzkrusten. Das sieht in etwa so aus wie diese Wassermalfarben-Schmetterlings-Klappbilder, die man im Kindergarten angefertigt hat.
Die Landschaft ist wieder herrlich und es ist spür- und sichtbar, dass nun langsam alles austrocknet: die Wiesen, blühenden Blumen werden weniger, dafür mehr Kornfelder, Weinberge und karges Gras mit vereinzelten Bäumen, was mich wieder stark an Spanien erinnert.
Wir freuen uns nun in die Berge zu fahren, um ein bisschen kühlere Temperaturen zu bekommen. Es wird tatsächlich kühler und manchmal durch die Bäume auch schattig. Durch kleine Dörfchen auf wenig befahrenen Straßen geht es Stip. Unspektakuläre Stadt, die am Hang liegt, bedeutet nochmal ordentlich bergauf und bergab für uns.
Langsam dämmert es und wir brauchen einen Schlafplatz, schnell noch durch das obligatorische Gewerbegebiet und wir sehen ein Kloster auf einer Anhöhe. Es brennt Licht, wir wappnen uns mit unserem „ohne Wörter“-Buch und sprechen die drei Leute auf einer Bank an. Tja, Gottes Gnaden ist doch nicht so gnädig, denn unsere Anfrage auf dem sehr großen Grundstück unser Zelt aufzuschlagen, wird vom Oberbabbo, der von den anderen auf englisch gefragt wird, abgelehnt. Wir verstehen nicht warum und ziehen etwas genervt weiter. 200m danach schieben wir unsere Räder auf einen Hügel in der Pampa, noch kurz die Dornenbüsche mit dem Leatherman rausschneiden, Zelt aufbauen und Essen kochen.
Beste Aussicht auf die Gegend, sternenklare Nacht und wir schlafen so gut wie noch nie im Zelt. Nach einem Monat hat vielleicht auch unser Körper mit der Schlafsituation Frieden geschlossen 😇Weiterlesen
Tag 37: Zen
9. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ⛅ 30 °C
Heute gefahren: 84km
Bisher gefahren gesamt: 1.929,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.372hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 17.355hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 27
Gut durch die Nacht erholt starten wir wieder in die Berge. Zunehmend sehen wir Autos mit deutschen Kennzeichen - von Nürnberg über Fulda bis Vechta ist alles dabei. Vermutlich wird die Familie besucht, anders ist es nicht zu erklären. Ein bisschen Heimat.
Apropos Heimat: Heimweh haben wir gar nicht. Zum einen weil jeden Tag soviel passiert bzw. es auch anstrengend ist, zum andern ist es ja absehbar. Der erste Monat ist schon vorbei, die Zeit fliegt!
Und trotzdem gibt es noch Dinge, die sich nicht eingegroovt haben, wie z.B. unsere Pausengestaltung. Es ist sehr abhängig von Gelände, Steigung, wann kommt eine Stadt, wo wollen wir ungefähr hin, wie heiß ist es.
Tendenziell machen wir zu lange Pause, danach ist es schwer wieder anzufangen. Und manchmal machen wir auch erst nach 50km die erste Pause, besser ist so um 30/40km.
An diesem Tag machen wir etwas zu früh Mittagspause (weil eben nette Stadt) und danach fahren wir die Strecke von gut 60km mit viel Steigung durch. Das fühlte sich vor allem für Vincent nicht gut an. Der Abstand zwischen uns wächst und er liegt ca. 20 Minuten hinter mir. Während des Fahrens merkt man das gar nicht so, erst danach oder mit einer längeren Pause. Die Hitze tut natürlich ihr übriges.
Einschub Vincent: ich werde dann einfach immer langsamer beim fahren und höre Hörbücher über meine Kopfhörer. Beim Radreisen ist viel Kopfsache dabei und ich darf nicht in Schleife kommen in der ich alles ätzend finde. Hitze, Steigung, Verkehr, Müll am Straßenrand etc. Einmal da drinnen, helfen dann auch keine Nüsschen mehr, meine Stimmung zu heben. Auch wenn das manchmal nervt: Am Ende werde ich ausgeglichener, weil ich mit so Situationen umgehen kann und das ist ein befreiendes Gefühl. Ebenso befreiend wie das Essen nach der Anstrengung. Einschub Vincent Ende.
In Berovo gehen wir etwas erschöpft essen, erledigen Wasserholen und suchen uns einen Schlafplatz nach der Ortschaft. Zwar werden wir kaum Schatten haben am Morgen, aber zumindest ist es ruhig.Weiterlesen
Tag 38: Bilderarmut
10. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 36 °C
Heute gefahren: 74km
Bisher gefahren gesamt: 2.004,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.180hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 18.535hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 28
Schon wieder sehr gut geschlafen! 💤
Zuerst noch sacht bewaldet, geht es dann gut bergauf, teilweise mit 11% Steigung. Wir radeln bis auf 1.100 Meter über dem Meeresspiegel, dann fahren wir 900hm ab. Wahnsinns-Aussicht, hierfür benötigt man eine Gopro. Fotos und Videos machen mit dem Handy ist nicht, zuviel mit Bremsen beschäftigt. Am nächsten Tag lernen wir, dass in der Vergangenheit Waldbrände durch überhitzte Bremsscheiben an Fahrrädern ausgelöst wurden.
Überhaupt hält uns die Hitze etwas vom Foto machen ab. Wir sind genug mit uns selbst beschäftigt.
Während der steilen und langen Abfahrt wird es Meter für Meter wärmer und teilweise kommt ein sehr, sehr warmer Luftstrahl. Ein bisschen so als würden wir in einer Bio-Sauna Rad fahren.
Wir sehen ein Gebiet mit vielen Gewächshäusern, Strumica scheint der Obst und Gemüse-Anbau- und Umschlagsplatz zu sein. In der Stadt ist es unglaublich heiß. Wir machen uns am Busbahnhof auf einer schattigen Bank einen Salat, holen uns dann noch sehr leckere süße Teilchen und verweilen in einem Café, um die Nachmittagshitze zu umgehen.
Um 16 Uhr geht es weiter und wir kommen wieder gut ins Fahren. Der Verkehr wird stärker, viele LKWs Richtung oder von Griechenland.
Am Ortsrand sehen wir einen Mann den Rasen vor einer orthodoxen Kirche wässern, wir können dort unser Zelt aufschlagen.
Eigentlich ein schöner Ort, alle ins Dorf Fahrende winken nett, während wir auf dem Präsentierteller unser Zelt aufbauen und kochen. Hoffentlich eine dritte gute Nacht in Folge.Weiterlesen
Tag 39: Party am See
11. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 36 °C
Heute gefahren: 22km
Bisher gefahren gesamt: 2.224,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 275hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 18.810hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 29
Die Nacht an der Kirche war so lala. Geweckt durch die Sonne - was sich schön anhört aber einfach nur sehr, sehr heiß.
Wir müssen noch besser darauf achten, dass wir morgens im Schatten stehen. Zudem war die Straße doch sehr laut. Da wir nur wenige km zu einem See an der griechisch-nordmazedonischen Grenze haben, starten wir entspannt.
Unterwegs treffen wir den ersten Reiseradler seit Wochen, ein Pole, der in zwei Wochen von Athen nach Sofia radelt und von Griechenland schwärmt. Er startet um 5 Uhr früh und fährt mind. 100km eher manchmal 200km am Tag! Vermutlich verleiht im sein cooles Britney- Spears-T-Shirt, das er trägt magische Fahrradkräfte. 🪄
Einen Supermarkt-Angestellte am Tag davor hat uns ein Fisch-Restaurant empfohlen, das steuern wir zunächst an und schlemmen eine sehr leckere Fischsuppe, Forelle aus dem See, Risotto und das lokales Gericht Bujurdi (Tomaten mit verschiedenen Käsesorten überbacken).
Danach im Food Koma verbringen wir den Tag am See. Sehr ruhig, angenehm. Der See ist viel zu warm, wie eine Badewanne und hat viele Algen, daher planschen wir nur wenig und verbringen den Tag im Schatten an der Moon Bar. Wir entscheiden dann auch hier das Zelt aufzustellen, scheint sehr ruhig zu sein. Liegewiese und Café leeren sich.
Wir setzen uns auch noch ins Café und trinken einen lokalen Wein und zunehmend kommen junge Leute. Wir sind entspannt, weil die Bar ja -lt. Google- um 0 Uhr zumacht. Die Musik wird eher lauter als leiser. Natürlich ist die Party nicht um 0 Uhr vorbei, die nordmazedonische Partymusik kann auch durch Oropax nicht zurückgehalten werden. Um 2:45 Uhr schlagen die letzten Autotüren, um 6:30 wache ich durch die Sonne auf (die Sonne scheint genau durch die Äste des Baumes, den wir gewählt haben). Es sind 35°C in der Sonne.
Wieder mal schmerzhaft gelernt: nicht in der Nähe von Infrastruktur zelten. Aber trotzdem machen wir es immer wieder. Aber: Wir zeichnen mit unseren Sportuhren mittlerweile unseren Schlaf auf und gucken wie viele Stunden Tiefschlaf und "REM" wir hatten. Sehr spannend!Weiterlesen
Tag 40: Wasserrettung
12. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 37 °C
Heute gefahren: 105km
Bisher gefahren gesamt: 2.329,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 915hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 19.725hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 30
Ich möchte während der Fahrt ein Video der Landschaft machen. Es ist so heiß, mein Handy verweigert den Dienst. Mir gelingt lediglich ein kurzes Video von mir selbst. Ich sehe schon wieder so gut aus. Wirklich hübsch.
Heute fühle ich mich gut und der Tag am See hat meinem Beinen gut getan. Hitze, Steigungen und die Kilometer machen mir nichts. Wir fahren durch ein Tal. Links und rechts ziehen sich bewaldete Berge hoch. Alle paar Minuten rattert ein LKW an uns vorbei. Ansonsten sind wir allein.
Unser Pausenrhythmus heute: Abfahrt: 08:30 Uhr. Kurze Café-Pause um 10:30 Uhr. Schnelle Gurke und Tomate aus der Hand um 13:30 Uhr. Wir steuern eine Bar in Demir Kapija an. Um 14:30 Uhr sind wir da und essen ausgiebig. Die Bar, der einzig belebte Ort in der Fußgängerzone wird von Arbeitern und uns belagert. Es gibt dann noch kurz ein Gerangel und einer bekommt eine Kopfnuss. Dafür hat der andere ein zerrissenes Hemd. Alle Achtung, wer sich bei der Hitze auf die Nase hauen kann. Der Grund für den Streit bleibt unklar. Klar ist jedoch der Schnaps, den der Kopfnuss-Mann nach dem Gerangel in unserer Bar trinkt. Ein großes Glas Schnaps, zwei Zigaretten, ab auf den Motorroller und schon düst er - ohne Helm, NATÜRLICH - davon.
Grundsätzlich ist Sicherheit im Straßenverkehr hier in Mazedonien etwas für: echte LOOSER. Was wir sehr, sehr oft sehen: Kleinwagen, 4-Sitzer, BMW, Mercedes, Audi, VW (Marke eigentlich egal, wichtig ist: es muss ein deutsches Auto sein): hinten zwei Erwachsene und drei Kinder, vorne Fahrer plus Mutter mit Baby auf dem Beifahrersitz. Angeschnallt ist niemand. Niemand. Wir fahren auf einer Landstraße entlang der Autobahn. Die Autobahn heißt lt. unserem Kartenmaterial "E75 - Friendship". Kommend aus Griechenland. Fahrtrichtung Skopje. Am Wegesrand stehen Schilder die sagen: die Europäische Union und das Land Mazedonien freuen sich darüber, gemeinsam eine Autobahn errichtet zu haben. Diese Schilder sind teilweise mit Graffiti beschmiert. Die "EU" ist durchgestrichen und stattdessen wurde "Russia" drauf gekrakelt.
Auf der einen Seite: die vielen vielen Kreuze am Straßenrand, die teilweise Armut und der große Reichtum, die teilweise vorhandene EU-Ablehnung und Russlandfreundlichkeit, der viele Müll der überall umherfliegt. Die Menschen sind so nett, das Land ist schön und vielfältig, das Essen gut. Ihr habt Potential, macht was draus und dabei anschnallen nicht vergessen!
Nach der Bar geht es auf zur Schlafplatz-Suche. Diese zieht sich länger als gedacht. Kein Schatten, nur hohes Gras, laute Straßen oder Weinreben. Nach 2 Stunden suche finden wir einen Platz auf einer Anhöhe inkl. herrlichem Sonnenuntergang. Drehen wir uns nach links, sehen und riechen schwarzen Qualm in der Ferne. Auf einer Mülldeponie brennt es. Drehen wir uns nach rechts sehen wir in ca. 5km Entfernung einen Waldbrand. Nach Einbruch der Dunkelheit noch deutlicher. Es regnet tatsächlich Asche. Unsere Wetterapp hat den Waldrand auch schon erkannt und erfasst. Wir sitzen noch lange da, lesen Artikel über Waldbrände, gucken in die Ferne und genießen die langsam eintreffende Kühle der Nacht.Weiterlesen
Tag 41: Nordmazedonische Weinprobe
13. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 38 °C
Heute gefahren: 14km
Bisher gefahren gesamt: 2.344,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 210hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 19.935hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 31
Entspannt machen wir keine 20km, denn wir haben uns auf einem kleinen Familienweingut in Sopot inkl. Weinprobe eingebucht.
Zuvor noch ausführlich Kaffee trinken, Footprints erstellen, Burek essen, frisch gepressten Saft in Negotino zu uns nehmen, während wir aus der Ferne 4 Reiseradler sehen - die ersten seit Wochen.
Auf dem Weingut Arabesk begrüßt uns die ganze Familie, ihre Zimmer haben sie erst vor 4 Wochen fertiggestellt und wollen damit in den Tourismus einsteigen. Der Sohn betreibt die Zimmer und macht die Weinproben, kümmert sich um das Weingut, die Familie hilft mit aber sie haben noch Jobs in der Stadt.
Man merkt, dass sie noch etwas unsicher im Umgang mit Gästen sind, sie weichen uns nicht von der Seite - wir wollen doch nur kurz unser Zeug gruschen und nicht die ganze Zeit Small Talk betreiben :)
Die Zimmer sind klein, aber sehr schön, sehr sauber, mit neuem Bad und sehr bequemem Bett. Wir fühlen uns wohl und freuen uns sehr über die Klimaanlage - 40 EUR für das Zimmer inkl. Frühstück.
Später fahren wir mit dem Vater und Kyrill noch auf eines ihrer Weinfelder und er erklärt uns das Bewässerungssystem: Alle 2-3 Wochen bewässern sie ca. 4-5 Tage, dafür sind bei den Reben Gräben gebuddelt, die geflutet werden. Wenn eine Reihe fertig ist, wird der Zulaufgraben wieder mit Erde verschlossen und die anderen Gräben geflutet. Wir haben uns nämlich gewundert, woher das Wasser in dieser trockenen Region kommen soll.
Zuvor hat die Familie ihren Wein nur in Kanistern an Nachbarn etc. verkauft, seit einem Jahr machen sie mehr verschiedene Weine und verkaufen ihn in Flaschen - ca. 9.000-10.000 Stück.
Sie haben auch eine ungewöhnliche, weiße georgische Rebsorte „Rkaciteli“ - von einem Freund des Großvaters aus Georgien importiert. Die klassische nordmazedonische Rebe ist „Vranec“ - ein Rotwein.
Wir verkosten 5 Weine, dazu gibt es eine Wurst- und Käseplatte sowie Ajvar mit Brot. Und natürlich ein paar Geschichten zu den Weinen - von der Etikettengestaltung bis hin zu den Ursprüngen des Weinguts durch den Großvater und auch dass Tikvesh als größtes, nordmazedonisches Weingut, das es den kleinen Gütern ganz schön schwer macht (sich in Restaurants einkaufen, Preise drücken, Weinberge aufkaufen).
Wir freuen uns zum einen über den leckeren Wein und ein kleines Weingut und eine mutige Idee von Kyrill zu unterstützen. Weingut mit Übernachtung und überhaupt touristisches Weinbusiness ist noch sehr wenig ausgeprägt, hat aber viel Potenzial.
Am Ende haben wir auch unsere Favoriten - einen weißen (Riesling) und roten (Cuveé aus Vranec und Cabernet Sauvignon), die wir nach der Weinprobe noch im Hof weiter genießen.Weiterlesen
Tag 42: Zerstörung
14. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 35 °C
Heute gefahren: 85km
Bisher gefahren gesamt: 2.429,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.216hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 20.151hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 32
Am nächsten Tag gibt es das von der Oma zubereitete Frühstück - wir können aus drei Optionen wählen. Burek kennen wir schon also nehmen wir eine Art Nudelauflauf mit Brotkrümmeln in der Emailleform und zwei in Fett gebackene Fladen mit Käse und Tomaten serviert. Dazu gibts türkischen/mazedonischen Kaffee (sehr feines Pulver aufgekocht in einem kleinen speziellen Topf und in der Tasse setzt sich dann der Satz ab).
Alles sehr sättigend aber das werden wir noch brauchen…
Was dann kommt zerstört uns komplett. Da wir spät loskommen, weil wir beim Frühstück noch länger im Hof sitzen, liegt ein Anstieg von 1000hm auf 30km in der prallen Sonne vor uns.
Zuerst geht es ganz gut, die Straße ist befahren aber meist zweispurig, aber ab der Hälfte wird es immer schwerer. Die Sonne brennt erbarmungslos, wir schütten Wasser in uns hinein und treten vor uns hin, teilweise mit 9% Steigung. Ca. 6km vor dem höchsten Punkt sind wir so fertig, dass wir alle 2km im Schatten Pause machen müssen und uns gegenseitig anfeuern. Die tolle Szenerie um uns herum können wir kaum wahrnehmen und Bilder machen geht gar nicht. Wir sind mit uns selbst beschäftigt.
Sowas sind wir ja auch schon zuvor gefahren aber vermutlich war es die Kombi aus Nachmittagshitze, Weinprobe am Tag zuvor, Verkehr, kein bisschen Schatten und Tagesform.
Warum wir uns nicht einfach an den Straßenrand gesetzt haben und im Schatten auf den späten Nachmittag gewartet haben, keine Ahnung.
Es war richtig hart. Oben haben wir uns nur selbst beglückwünscht und sind nach Prilep ins erstbeste Restaurant gerollt. Die Abfahrt hat für die Anstrengungen entschädigt, auch wenn wir immer noch sehr fertig gewesen sind.
Erstmal essen, danach Kaffee und frisch gebackene Donuts. Danach haben wir uns schon besser gefühlt und sind im schönen Abendlicht mit leichter Bewölkung (die hätten wir uns beim Aufstieg gewünscht) leicht bergab auf einer kleinen Nebenstraße gefahren und haben uns einen Schlafplatz gesucht. Der war zwischen zwei Straßen nicht optimal aber ok - ich nehme trotzdem zurück, dass sich unser Körper an das Schlafen gewöhnt hat. Jeder Tag und jede Nacht sind anders und das ist auch das schöne an der Reise - manchmal auch anstrengend aber unterm Strich immer schön.Weiterlesen
Tag 43: Wuff Wuff
15. Juli 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 23 °C
Heute gefahren: 77km
Bisher gefahren gesamt: 2.506,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.773hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 21.924hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 33
Zurückblickend, hatten wir heute gute Beine. Wir sind am Tagesende mehr als 1.700 Höhenmeter auf 77 Kilometer gefahren. Am Morgen bin ich noch ein wenig zickig. Meine Beine sind noch schwer. Das Fahrrad kommt mir schwerer vor. Der Gegenwind nervt. Der quirlige Autoverkehr in und um Bitola ist anstrengend. Wir müssen in den Stadtkern und dann weiter. Kristina baut mich mit Börek wieder auf.
Gegen 12:00 Uhr sind wir aus der Stadt raus und auf einer alten Landstraße (gut ausgebaut, kein Autoverkehr) neben der neuen Landstraße (viel Autoverkehr) unterwegs bergauf zum Prespasee. Der See liegt auf einer Hochebene. Irgendwann kommen wir an verbranntem Waldabschnitt vorbei. Die Kamera im Handy kann das glaube ich nicht wirklich einfangen. Es sieht einfach nur schlimm aus.
Meine Beine bessern sich und der Weg bietet viel Schatten. Bergauf fahren macht wieder Spaß und wir strampeln munter weiter. Irgendwann wird aus der alten Landstraße ein zugewachsener Kopfsteinpflasterweg. Um uns herum ist dann auch mittlerweile nur noch dichter grüner Wald. Die Sichtweite ins Gestrüpp hinein beiträgt ca. 2 m. Die neue Straße führt einen anderen Weg entlang. Im Umkreis von mindestens 5km sind keine Ortschaften vorhanden. Wir sind allein und strampeln im Schritttempo den Weg hoch. Das hat schon etwas meditatives, finde ich. Wenn die Beine und der Kopf mitmachen ist das herrlich.
Irgendwann taucht eine Wasserstelle am Wegesrand auf. Wir stoppen, trinken, cremen uns mit Sonnencreme nach. Kurzer check: "ah gleich haben wir den Anstieg bewältigt und sind auf der Hochebene angekommen." Während wir da also stehen und kurz rasten, mitten im Nationalpark "Pelister" (inkl. Bären-Hinweisschilder), raschelt gegenüber das Gebüsch und ein Hund purzelt aus dem Gestrüpp. Das Tier hat Schlagseite, hinkt und steuert uns wankend an. Wir sind alarmiert, da normalerweise keine Straßenhunde außerhalb von Müllquellen (Ortschaften, Vororten, befahrenen Landstraßen) unterwegs sind. Je näher der Hund kommt, je mehr erkennen wir: Das Tier, eine große braun-weiß gefleckte Dogge, sieht schrecklich aus. Der Hund kommt immer näher und steht nun laut und schwer atmend, zitternd, wankend ca. 2 Meter vor uns und guckt uns an. Das Gesicht ist linksseitig angeschwollen aus den Augen tritt Flüssigkeit. Das Fell an der linken Hüfte ist feucht-schwarz, voller Fliegen und Maden, der Bauch scheint offen zu sein, denn irgendetwas wulstiges hängt nach unten hin weg. Wir pfeifen, sind laut und versuchen das Tier zu vertreiben. Wie viel davon durchdringt ist unklar. Schnell wegfahren ist nicht möglich, da der Weg steil und noch Sachen von mir an der Wasserstelle sind. Also schieben wir. Das Wesen folgt uns einige Meter, bleibt stehen, kommt erneut hinterher und verschwindet dann im dichten Gestrüpp.
Diese Begegnung lässt mich den restlichen Tag über nicht mehr los: Ein leidendes und dahinsichenes Tier kreuzt unseren Weg. Ich vermute der Hund wurde von einem Auto angefahren und irrte anschließend im Todeswahn durch den Wald. Ich beschließe, das Konzept "Straßentiere" doof zu finden und geben der Gesellschaft und der Politik die Schuld dafür. Die Quelle der Straßentiere ist meiner Ansicht nach ausschliesslich bei Besitzertieren zu finden, die sich unkontrolliert fortpflanzen. Überflüssiger Nachwuchs gelangt, (ich unterstelle) vorsätzlich oder fahrlässig in die Straßentierpopulation. Der allseits vorhandene Zivilisationsmüll und das anfüttern der Tiere (schon oft gesehen) hält den Kreislauf am Leben.
Zurück zur Tour: Wir machen im Schatten auf einem Friedhof unsere Mittagspause. Frischer Tomaten-Gurken-Salat mit Käse. Lecker, gesund und im Anschluss fühlen wir uns so gut, dass wir kurzerhand beschließen den weiteren Berg der vor uns liegt auch noch zu erklimmen. Zwischen Prespasee (kein Tourismus) und Ohridsee (Tourismus und Grenze zwischen Albanien und Nordmazedonien) liegt ein bewaldeter Berg. Die Sonne steht tief, der Weg ist schattig bedingt durch den Wald, kein Auto ist unterwegs. D.h. unter bestens Bedingungen strampeln wir (nun zum zweiten Mal) an diesem Tag einen Berg hoch. Gegen 19:40 Uhr kommen wir oben am Berg an und erleben noch einen herrlichen Sonnenuntergang. Wir schlagen unser Nachtlager auf und müssen uns warm anziehen. Auf 1.600 Meter über dem Meer inkl. Wind ist es dann doch einigermaßen frisch.
Wenn wir doch nur jeden Tag so abgelende und großartige Schlafplätze hätten. Wir sind auch mittlerweile im nächsten Nationalpark angekommen, dem Galicica-Nationalpark. Hier haben wir keine Bären-Warnschilder gesehen und auch das Internet beruhigt uns: Keine Bären! (d.h. vermutlich alles gut).Weiterlesen
Tag 44: Dösen
16. Juli 2024 in Albanien ⋅ ☀️ 32 °C
Heute gefahren: 28km
Bisher gefahren gesamt: 2.534,5km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 89hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 22.013hm
Pausentage gesamt: 10
Fahrtage gesamt: 34
Die Nacht am Berg war windig, kühl und gut. Wir sitzen morgens etwas länger beim Frühstück und genießen die großartige Aussicht. Wir wollen heute im Ohridsee baden und da der am Fuße vom Berg liegt, müssen wir nur abfahren. Im letzten Ort auf der Nordmazedonischen-Seite gibt es ein touristisches Kloster inkl. Busparkplatz, Souvenir-Läden und schön hergerichteten Fotomotiv-Gärten. Hinter dem Kloster gibt es einen militärischen Bereich der mittlerweile auch für die Allgemeinheit geöffnet wurde. Hier ist es weniger touristisch und wir können unser letztes Bargeld im Café und Restaurant ausgeben. Wir haben Zugang zum Wasser, schwimmen gelegentlich und verbringen den Tag dösend im Schatten. Am Abend radeln wir dann ca. 5km nach Albanien und finden in der ersten Ortschaft einen Campingplatz. Der Campingplatz ist sehr gepflegt und könnte auch irgendwo in Österreich und/oder Deutschland sein. Sehr sauber und ordentlich, wir beschließen kurzerhand hier zu bleiben.Weiterlesen











































































































































































































































































Reisender
Die ist aber groß und schön!