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2026.3 Nordkap Ost-Route

Entlang der Ostseite Europas machen wir uns auf den Weg zum Nordkap. Die Rückfahrt verläuft durch Schweden – 21 Wochen voller Eindrücke, Natur und Abenteuer liegen vor uns.
Kommt mit und begleitet uns.
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    🇵🇱 Wigry, Polen

    Kloster Wigry - ein perfekter Abschluss

    2 uren geleden, Polen ⋅ ☀️ 14 °C

    Heute ist unser letzter Tag in Polen – morgen geht es weiter in ein neues Land. Zum Abschluss haben wir noch einmal einen ganz besonderen Ort besucht: das Klasztor Kamedułów w Wigrach oder auf deutsch: Kloster Wigry

    Den Tipp dazu haben wir von einem aktiven Follower auf FindPenguins bekommen – danke Ro Bert! Schon bei der Anfahrt wird klar, dass uns hier etwas Besonderes erwartet: Das Kloster liegt spektakulär auf einer Halbinsel im Wigierski Park Narodowy, umgeben von Wäldern, Seen und absoluter Ruhe.

    Gegründet wurde das Kloster im Jahr 1667 vom polnischen König Jan II. Kazimierz Waza. Er holte den Orden der Kamaldulenser nach Wigry – eine sehr strenge, zurückgezogen lebende Mönchsgemeinschaft. Die Mönche lebten hier nicht gemeinsam wie in anderen Klöstern, sondern in kleinen Eremitenhäusern und trafen sich nur zu Gebeten. Diese besondere Lebensweise spürt man auch heute noch, wenn man durch die Anlage läuft.

    Im Laufe der Geschichte wurde das Kloster mehrfach schwer getroffen – unter anderem nach der Teilung Polens und während der Weltkriege. Dennoch wurde es immer wieder aufgebaut und restauriert. Heute ist es ein kultureller und touristischer Ort, teilweise auch ein Hotel und Gästehaus. Selbst Johannes Paul II. hat hier 1999 übernachtet – daran erinnert heute ein kleines Museum.

    Die Anlage kann größtenteils besichtigt werden: die Kirche, die Katakomben, die Eremitenhäuser und auch der Glockenturm stehen Besuchern offen. Wer möchte, kann sogar in einer der ehemaligen Mönchszellen übernachten – allerdings ohne klösterliche Regeln, dafür mit viel Ruhe und Abgeschiedenheit.

    Ein echtes Highlight für uns war das ehemalige Refektorium, in dem sich heute ein Restaurant befindet. Hier haben wir hervorragend zu Mittag gegessen – einfache, regionale Küche, unglaublich lecker und dazu noch sehr preiswert.

    Direkt neben dem Kloster liegt ein Campingplatz mit traumhaftem Blick auf die Anlage – genau dort verbringen wir unsere letzte Nacht in Polen. Ein perfekter Abschluss unserer Reise.

    Wir haben bereits ein Kloster des Kamaldulenser-Ordens in Ungarn besucht – dort wirkte alles etwas lebendiger.

    https://findpenguins.com/6nyvoxqfw9wk0/footprin…

    Das Kloster in Wigry hingegen beeindruckt vor allem durch seine Ruhe, seine Lage und seine besondere Atmosphäre.

    Ein Ort, den wir jedem ans Herz legen können, der in dieser Region unterwegs ist.
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  • Zwischen Seen, Wäldern und Kranichen

    Gisteren, Polen ⋅ ☀️ 12 °C

    Schon am Morgen zeigt sich wieder, dass Navigationsgeräte nicht immer die besten Reisebegleiter sind. Statt uns elegant um eine Straßensperre herumzuführen, schlagen sie beharrlich denselben gesperrten oder gestrigen Weg vor. Ein kurzer Blick auf Google Maps später wird klar: Es geht auch anders – und sogar schöner.

    Und so verlassen wir die „Standardroute“ und tauchen ein in eine Landschaft, die uns schnell vergessen lässt, dass wir eigentlich nur von A nach B wollten.

    Die Straße schlängelt sich vorbei an unzähligen Seen, durch Sumpflandschaften und kleine, stille Dörfer. Immer wieder öffnen sich weite Blicke auf Wasserflächen, die von dichten Wäldern eingerahmt sind. Die Fahrt dauert vielleicht etwas länger – aber sie schenkt uns doppelt so viel Freude.

    Seit Tagen begleitet uns ein besonderer Anblick: Kraniche. Diese großen, eleganten Vögel mit ihrem grauen Gefieder und dem markanten roten Scheitel sind hier allgegenwärtig. Kein Wunder – Polen gehört zu den wichtigsten Kranichgebieten Europas. Große Brutbestände leben hier, und viele Vögel aus Skandinavien und dem Baltikum nutzen diese Region als Zwischenstopp auf ihrem Zug.

    Es ist ein beeindruckendes Bild, wenn sie über den Seen kreisen oder in den Feuchtgebieten stehen – ruhig, aufmerksam und doch ständig in Bewegung.

    An einem besonders schönen Rastplatz direkt an einem der unzähligen Seen halten wir für eine kleine Pause.

    Die Stille hier ist fast greifbar. Nur das leise Plätschern des Wassers und das sanfte Rascheln der Bäume begleiten uns. Der See glitzert in der Sonne, als würde er von innen heraus leuchten.

    Und natürlich stellt sich die Frage: Warum ist dieses Wasser so klar und so intensiv blau?

    Die Antwort liegt in der Eiszeit. Die Masurische Seenplatte entstand, als Gletscher große Becken in die Landschaft drückten, die sich nach dem Abschmelzen mit Wasser füllten. Viele dieser Seen sind bis heute Gletscherseen – tief, klar und nährstoffarm.

    Dazu kommt die Umgebung: kaum Industrie, wenig intensive Landwirtschaft und entsprechend geringe Mengen an Nährstoffen wie Phosphaten oder Nitraten. Dadurch wachsen nur wenige Algen, die das Wasser sonst grünlich oder trüb färben würden.

    Zusätzlich verstärkt die Lichtstreuung im klaren Wasser den intensiven Blauton der Seen.

    Kurz gesagt:
    Klares Gletscherwasser + wenige Nährstoffe + wenig Algen + Licht = das typische Masuren-Blau.

    Nach dieser wunderschönen Fahrt durch die Masuren erreichen wir schließlich unseren Platz am See.

    Für heute ist nicht mehr viel geplant. Kein Programm, keine Eile – nur der Blick aufs Wasser, das Glitzern der Oberfläche und das Gefühl, genau am richtigen Ort angekommen zu sein.

    Manchmal braucht es nicht mehr als das.
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  • Wolfsschanze - Geschichte mitten im Wald

    20 april, Polen ⋅ ☀️ 9 °C

    Wir kommen etwas später an, aber trotzdem bleibt uns noch genug Zeit, die Wolfsschanze in Ruhe zu besichtigen. Direkt an der Schranke bezahlen wir den Eintritt, den Audioguide auf Deutsch sowie die Gebühr für unseren Tagesparkplatz (100 Zloty). Für die Übernachtung kommen noch einmal 95 Złoty dazu. Ehrlich gesagt: ein absolut fairer Preis – vor allem, wenn man bedenkt, dass man hier an einem der historisch bedeutendsten Orte Europas übernachten kann.

    Nach einem späten, leichten Mittagessen schnappen wir uns den Audioguide und machen uns auf den Weg durch das Gelände.

    Mitten im Wald, versteckt nahe Kętrzyn, liegt diese riesige Anlage, die während des Zweiten Weltkriegs als eines der wichtigsten Hauptquartiere von Adolf Hitler diente. Zwischen 1941 und 1944 wurde von hier aus der Krieg gegen die Sowjetunion organisiert – ein Ort, an dem Geschichte im wahrsten Sinne geschrieben wurde.

    Während wir durch die Anlage laufen, wird schnell klar, wie gigantisch das Gelände eigentlich ist: über 80 Bunker, Gebäude und Baracken, verteilt im Wald, damals perfekt getarnt vor Luftangriffen. Kaum vorstellbar, dass hier einst Minenfelder lagen und mehrere Sicherheitszonen das Areal abschirmten.

    Besonders eindrücklich ist der Ort des Attentat vom 20. Juli 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Genau hier wurde die Bombe platziert, die mehrere Menschen tötete – Hitler selbst überlebte jedoch. Die ursprüngliche Baracke existiert nicht mehr, sie wurde zerstört. Stattdessen steht heute eine Rekonstruktion in Originalgröße, die das Geschehen greifbarer macht.

    Beim Rückzug im Jahr 1945 wurde ein Großteil der Anlage von deutschen Truppen gesprengt. Trotzdem stehen heute noch viele der massiven Bunker – teilweise offen, teilweise begehbar. Diese gewaltigen Betonreste wirken fast surreal zwischen den Bäumen.

    Was uns besonders überrascht: Trotz der schweren Geschichte ist die Anlage heute sehr gepflegt und ruhig. Die Wege sind gut angelegt, und der Rundgang führt entspannt durch das Gelände. Es ist ein Ort voller Kontraste – idyllische Natur und gleichzeitig ein Platz, der zum Nachdenken zwingt.

    Unser Fazit: Die Wolfsschanze ist definitiv einen Besuch wert. Nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre. Ein Ort, der nachwirkt.
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  • Mikołajki - Weiterreise

    20 april, Polen ⋅ ☀️ 11 °C

    Den eigentlich für gestern geplanten Besuch im nahegelegenen, eher touristischen Ort Mikołajki holen wir heute nach. Kein Fehler – denn schnell wird klar, warum dieser Ort zu den bekanntesten und beliebtesten Reisezielen der Masurischen Seenplatte gehört.

    Direkt am Wasser gelegen, empfängt uns Mikołajki mit einer entspannten Urlaubsatmosphäre.

    Für Wassersportfans ist der Ort ein echtes Paradies:
    • Segeln, Kajak oder Motorboot – hier ist alles möglich
    • Zahlreiche Bootsverleihe und Marinas
    • Perfekter Ausgangspunkt für Touren durch die Masurischen Seen

    In der Saison ist Mikołajki außerdem bekannt für seine vielen Restaurants. Besonders beliebt: frisch zubereiteter Fisch wie Zander oder Hecht – direkt aus den umliegenden Gewässern.

    Nach einer kleinen Erkundungstour und einem entspannten Spaziergang am Wasser geht es für uns weiter zu unserem eigentlichen Ziel: der Wolfsschanze in Gierłoż.

    Doch die Weiterfahrt entwickelt sich schnell zu einem kleinen Abenteuer.

    Zuerst werden wir von einer Umleitung gestoppt – also heißt es: umdrehen und ein gutes Stück zurückfahren. Nicht ideal, aber noch zu verkraften.

    Wenig später folgt die nächste Geduldsprobe:
    Wir hängen fast 30 Minuten hinter einem Straßenbau-Gespann fest. Überholen? Für unsere Fahrzeugbreite schlicht unmöglich. Also heißt es: langsam hinterherrollen und hoffen, dass es irgendwann weitergeht.

    Und während wir so dahin „dümpeln“, stellt sich unweigerlich die Frage:

    👉 Schaffen wir es heute noch zur Wolfsschanze – und bleibt dann überhaupt genug Zeit für die Besichtigung?
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  • Es kommt manchmals anders als man denkt!

    19 april, Polen ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Tag beginnt heute ganz anders als erwartet. Statt des angekündigten Sonnenscheins zeigt sich der Himmel in eintönigem Grau, und es sieht nicht danach aus, als würde sich das bald ändern. Unsere geplante Fahrradtour in die nähere Umgebung fällt damit sprichwörtlich ins Wasser.

    Nach dem Mittag fassen wir dennoch den Entschluss, wenigstens einen Spaziergang zu unternehmen. Doch kaum ist die Entscheidung getroffen, setzt Regen ein – also wird auch daraus nichts.

    So ziehen wir uns in unser Wohnmobil zurück, machen es uns gemütlich, planen die nächsten Etappen unserer Reise und kümmern uns um ein paar liegengebliebene Haushaltsarbeiten.

    Dabei kommt uns eine interessante Frage in den Sinn: Warum gehen in Polen eigentlich so viele Kirchturmuhren ein paar Minuten vor?

    Diese oft erwähnte „3-Minuten-Vorlaufzeit“ ist kein offizielles Gesetz, sondern vielmehr eine Mischung aus Tradition und praktischer Überlegung. Früher – und mancherorts auch heute noch – wurden Kirchenuhren bewusst etwas vorgestellt, damit die Menschen rechtzeitig zum Gottesdienst erscheinen und sich nicht verspäten, wenn sie sich an der Turmuhr orientieren.

    Bis heute hat sich diese Gewohnheit in einigen Orten gehalten. Allerdings ist sie keineswegs einheitlich: Manche Uhren gehen ein paar Minuten vor, andere zeigen die genaue Zeit an. Häufig sind es zwei bis fünf Minuten – und oft eben die sprichwörtlichen drei.
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  • Masuren - Land der tausend Seen

    18 april, Polen ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute führt uns unsere Reise weiter Richtung Nordwesten. Wir lassen die stille Weite von Podlachien hinter uns und tauchen ein in die traumhafte Seenlandschaft der Masuren.

    Schon die Ankunft fühlt sich besonders an: Wasser, soweit das Auge reicht, dichte Wälder und diese angenehme Ruhe, die einen sofort entschleunigt. Die Masuren, auch bekannt als „Land der tausend Seen“, halten genau das, was ihr Name verspricht – eine Landschaft wie gemacht zum Durchatmen und Innehalten.

    Für die nächsten zwei Tage haben wir uns ganz bewusst eine kleine Auszeit genommen. Unser Ziel: ein ruhiger Campingplatz an einem privaten See. Kein Trubel, keine Termine – nur wir, die Natur und das sanfte Plätschern des Wassers.

    Die Vorräte sind aufgefüllt, der Grill steht bereit, und das Wetter meint es gut mit uns. Milde Temperaturen laden dazu ein, den Abend draußen zu verbringen, den Sonnenuntergang zu beobachten und einfach den Moment zu genießen.

    Vielleicht schwingen wir uns morgen aufs Fahrrad und erkunden die Umgebung – vielleicht auch nicht. Gerade das macht diesen Abschnitt unserer Reise so besonders: kein Plan, kein Muss. Einfach treiben lassen.

    Bevor es ab Montag wieder etwas aktiver wird und wir unsere Reise fortsetzen – mit einem neuen Land, neuen Eindrücken und weiteren Geschichten im Gepäck.
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  • Wassersuche & Säuberungsaktion

    17 april, Polen ⋅ ☁️ 12 °C

    Die vergangene Nacht hatte es in sich – klirrend kalt, aber dafür mit einem Sternenhimmel, der uns sofort wieder nach draußen gelockt hat und ein paar Fotos mehr auf unserem Handy sind.

    Heute Morgen wartet erst einmal eine weniger romantische, aber umso wichtigere Aufgabe auf uns: Wasser finden. In dieser Region gar nicht so einfach. Öffentliche Wasserstellen sind sehr rar und selbst Tankstellen helfen oft nicht weiter – selbst dann nicht, wenn man dort tankt.

    Heute jedoch haben wir Glück: Eine nahegelegene Tankstelle bietet sowohl Ver- als auch Entsorgung an. Zwar müssen wir dafür 5 Euro bezahlen, aber das ist absolut fair. Gerade weil viele Campingplätze hier in dieser Region diesen Service gar nicht anbieten.

    Nach unseren üblichen rund 80 Kilometern Tagesstrecke finden wir schließlich einen kleinen See – und mit ihm einen perfekten Übernachtungsplatz. Ruhig gelegen, mit freiem Blick aufs Wasser. Später kommen noch ein paar Fischer vorbei, doch ansonsten bleibt es wunderbar still.

    Was uns allerdings auffällt: In dieser Gegend liegt immer wieder Müll herum. Für uns kaum nachvollziehbar, denn es gibt ausreichend Mülleimer. Also macht Yvonne kurzerhand das Beste daraus und startet eine kleine Aufräumaktion. Nach nur zehn Minuten ist unser Platz sauber – ein gutes Gefühl.

    Am Nachmittag zieht es Yvonne noch einmal los – einmal um den See herum. Der Weg führt zunächst durch dichtes Schilf direkt am Ufer entlang, später vorbei an Bauernhöfen und schließlich über ruhige Feldwege zurück zum Wohnmobil. Zwei neugierige Hofhunde schliessen sich ihr an und begleiten sie ein gutes Stück – eine unerwartete, aber schöne Gesellschaft.

    Den Tag lassen wir entspannt mit Blick auf den See ausklingen. Wieder einmal wird uns bewusst, wie viele besondere Orte es gibt – und wie privilegiert wir sind, sie entdecken und dort stehen zu dürfen.
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  • Zwischen Kloster, Wind und weitem Land

    16 april, Polen ⋅ ⛅ 11 °C

    Wir haben auf unserem Übernachtungsplatz einfach himmlisch geschlafen – so gut, dass wir tatsächlich früher wach sind als sonst. Also nichts wie raus zu einem kleinen Morgenspaziergang. Und der hat es direkt in sich: Wir begegnen einem Pferd… und einem Mann, der auf einem alten Pneu sitzt und sich vom Pferd ziehen lässt. Was für ein Anblick! Wir müssen ziemlich schmunzeln – so beginnt der Tag doch perfekt.

    Bei der Abfahrt entscheiden wir uns spontan, noch einen Abstecher zum Kloster in Supraśl zu machen. Früher war dieser Ort eines der wichtigsten Zentren der orthodoxen Kultur, mit einer großen Bibliothek und sogar einer eigenen Druckerei. Heute gibt es dazu auch ein Museum, und außerdem beherbergt das Kloster eines der bedeutendsten Ikonenmuseen Polens.

    Leider bleibt es für uns bei einem Blick von außen. Die Führungen finden nur auf Polnisch statt, starten immer zur vollen Stunde und dauern bis zu eineinhalb Stunden – und ehrlich gesagt: So motiviert sind wir dann doch nicht, uns das komplett in einer Sprache anzuhören, die wir nicht verstehen.

    Also geht’s weiter – durch kleine Dörfer, dichte Wälder und weite Landschaften. Und die verändern sich langsam: Die Felder werden größer, die Höfe weitläufiger. Unser Ziel für heute: ein Übernachtungsplatz direkt an einem Freilichtmuseum. Dumm nur, dass es noch geschlossen ist – die Saison startet erst am 1. Mai.

    Trotzdem lohnt sich der Stopp. Schon von außen wirkt die Anlage richtig beeindruckend, fast ein bisschen wie eine Mischung aus Burg und Pfahlbauten. In der Saison wird hier traditionelles Handwerk gezeigt, man kann alte Bräuche erleben und es wird das Leben vergangener Zeiten lebendig gemacht. Besonders praktisch: Direkt am Parkplatz gibt es zwei kostenlose Stellplätze für Wohnmobile. Mit Strom und Toiletten – zumindest, wenn geöffnet ist.

    Das Wetter meint es heute richtig gut mit uns: sonnig, frisch, ein bisschen windig – genau richtig für einen Spaziergang. Also schnüren wir nochmal die Schuhe und erkunden die Umgebung. Es geht durch einen kleinen Weiler, vorbei an einer alten Mühle, bis hin zu einem See – und schließlich wieder zurück.

    Unterwegs entdecken wir sogar ein Feld mit roten Johannisbeeren, die schon ersten Fruchtansätze tragen. Ein kleines Highlight am Wegesrand.

    Am Ende stehen knapp 9 Kilometer und rund 13.000 Schritte auf der Uhr. Zurück am Wohnmobil genießen wir die Sonne – allerdings lieber von drinnen. Draußen ist es dann doch etwas zu windig. Aber mit Blick nach draußen und der Wärme im Gesicht lässt es sich auch so wunderbar entspannen.
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  • Polnisches Versailles

    15–16 apr., Polen ⋅ ☁️ 14 °C

    Der heutige Morgen hat es in sich. Irgendwie kommen wir einfach nicht so richtig vom Fleck. Andreas’ Laptop braucht dringend die Hilfe unseres EDV-Spezialisten Thomas. Dieser ist gerade selbst unterwegs – als Beifahrer im Auto auf dem Weg nach Ungarn. Trotzdem schaffen wir es irgendwie, dass er uns unterstützt.

    Da sich die Sache etwas hinzieht, beschliessen wir, trotz bestehender Verbindung weiterzufahren. Mit unserer Starlink Mini auf dem Dach ist das kein Problem: Wir haben auch unterwegs Internet, und so kann Thomas direkt aus dem Auto heraus auf Andreas’ Laptop zugreifen.

    Unser Kühlschrank ist inzwischen ziemlich leer, also steht Einkaufen an. In einem fremden Land ist das jedes Mal spannend – man weiss nie genau, was einen erwartet. Heute führt uns der Weg zu Biedronka, einer der bekanntesten Supermarktketten in Polen. Gefühlt gibt es sie an jeder Ecke. Vom Konzept her ähnlich wie Aldi oder Lidl, aber mit deutlich mehr lokalen Produkten. Besonders begeistert sind wir vom Gemüse: frisch, farbenfroh und wirklich ansprechend präsentiert. Beim Fleisch hingegen werden wir nicht fündig – also steht schnell fest: Ein weiterer Stopp muss her. Unser Ziel: ein Lidl in der nächstgrösseren Stadt.

    Nach den Einkäufen wollen wir noch in die Stadt Bialystok rein. Dort gestaltet sich die Parkplatzsuche mit unserem Wohnmobil als echte Herausforderung. Alles ist komplett zugeparkt. Erst beim dritten grösseren Parkplatz haben wir Glück und finden endlich einen geeigneten Parkplatz. Wir stellen uns auf einen Busparkplatz, bezahlen – und schon geht es los auf Erkundungstour.

    Die Stadt ist nicht riesig, hat aber einige wirklich schöne Ecken. Der Marktplatz mit dem Rathaus ist eher klein, aber sehr gepflegt und charmant. Als absolute Top-Sehenswürdigkeit gilt der Branicki-Palast. Er wird oft als „polnisches Versailles“ bezeichnet und verfügt über einen grossen Barockgarten – perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang.

    Der Palast wurde im 17. und 18. Jahrhundert von Jan Klemens Branicki, einem sehr mächtigen Adligen, im barocken Stil erbaut. Er hatte vor, ihn als königlichen Hof zu nutzen – dazu kam es jedoch nie. Heute gehört das Gebäude zur medizinischen Fakultät, und nur ein kleiner Teil ist als Museum zugänglich.

    Wir entscheiden uns gegen den Museumsbesuch und schlendern stattdessen gemütlich durch den französischen Barockgarten. Immer wieder bleiben wir stehen und staunen über die Schönheit der Anlage: alles ist wunderbar symmetrisch angelegt, prachtvoll gestaltet und voller eleganter Details. Wirklich ein lohnenswertes Ziel in Białystok.

    Nach unserem Stadtbummel machen wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz im Umkreis von etwa 20 Kilometern. In einem nahegelegenen Dorf werden wir schliesslich fündig – und entdecken dort sogar ein Kloster, das wir uns vielleicht morgen noch anschauen werden.
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  • Unterwegs in Podlachien

    14 april, Polen ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach zwei Reisepausentagen ohne Footprint und Videodreh sind wir wieder bereit, weiter Polen zu entdecken. In einem ausliegenden Ordner auf dem Campingplatz haben wir gelesen, dass es in dieser Region viel Sehenswertes gibt. Wir haben uns bewusst für zwei Ziele entschieden: einen Grabhügel mit einem orthodoxen Kloster und die bunt bemalten Häuser Podlachiens.

    Der Grabhügel mit dem Kloster ist nicht weit von unserem Campingplatz entfernt. Man nennt ihn auch den heiligen Berg Grabarka – er gilt als das wichtigste Heiligtum der polnisch-orthodoxen Kirche. Schon bei der Ankunft spürt man, dass dies kein gewöhnliches Reiseziel ist, sondern ein spiritueller Rückzugsort voller Geschichte und Glauben. Als wir ankommen, ertönt lautes Glockengeläut, und kurz darauf beginnt eine Predigt oder ein Gottesdienst bei geöffneten Türen.

    Der Weg hinauf zum Kloster führt durch einen Wald – ruhig, fast ehrfürchtig. Je näher man kommt, desto mehr Holzkreuze säumen den Pfad. Weit über 7.000 sollen es sein, jedes einzelne von Pilgern hierhergetragen, oft als Zeichen der Hoffnung, Dankbarkeit oder Bitte. Dieses Meer aus Kreuzen ist ein eindrucksvolles Bild, das wir nicht so schnell vergessen werden. Hinter jedem Kreuz steht ein Mensch und seine Geschichte.

    Oben angekommen befindet sich das Kloster Grabarka mit seiner Kirche. Die schlichte Architektur fügen sich harmonisch in die Natur ein. Alles wirkt ruhig, fast zeitlos. Wir haben sogar Glück: Die Messe ist gerade zu Ende, und die Kirche ist noch geöffnet, sodass wir einen kurzen Blick ins Innere werfen können. Kurz darauf wird sie wieder geschlossen. Sogar ein Pilger hat ein neues Kreuz dabei und lässt es von einem orthodoxen Priester segnen. Dabei darf weder fotografiert noch gefilmt werden – woran wir uns selbstverständlich halten.

    Besonders berührend ist die Atmosphäre: kein lauter Tourismus, kein Gedränge – nur leises Murmeln von Gebeten, das Rascheln der Bäume und das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort zu sein.

    Nach so viel Spiritualität fahren wir tiefer in die Region Podlachien. Diese Gegend ist ruhig, ursprünglich und kulturell sehr vielfältig. Sie ist ein echter Schmelztiegel verschiedener Religionen (katholisch, orthodox, muslimisch) und Einflüsse aus Polen, Belarus und Litauen. Bunt bemalte Holzhäuser mit kunstvoll verzierten Fensterläden säumen die Straßen der traditionellen Dörfer. Auch eine nahezu unberührte Natur begegnet uns hier – in der Region liegt der berühmte Białowieża-Nationalpark, einer der letzten Urwälder Europas mit wilden Bisons. Alles wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen.

    Wir machen einen kurzen Stopp bei einer weiteren orthodoxen Kirche – leider verschlossen – und spazieren durch ein traditionelles Dorf mit den bunten Häusern. Diese zeichnen sich durch aufwendig geschnitzte Giebel, farbenfrohe Fensterrahmen und dekorative Läden aus. Typische Farben sind Grün, Blau und Rot, oft kombiniert mit floralen oder geometrischen Mustern. Die Gestaltung hatte nicht nur ästhetische, sondern auch symbolische Bedeutung – etwa als Schutz- oder Glückssymbole aus der orthodoxen Tradition.

    Nach einem wunderbaren Frühlingstag steuern wir unseren heutigen Übernachtungsplatz an einem Fluss an und gönnen uns bei milden Temperaturen erst einmal ein wohlverdientes Zielbier.
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  • Ohne grosse Worte…

    12 april, Polen ⋅ ☁️ 10 °C

    Wir verabschieden uns für die nächsten zwei Tage in eine kleine Reisepause – einfach die Seele baumeln lassen, die Ruhe genießen und ein lauschiges Plätzchen entdecken.

  • Wallfahrtsort und Grenze zu Belarus

    11 april, Polen ⋅ ☁️ 9 °C

    Heute zieht es uns noch weiter nach Osten – dorthin, wo Polen langsam ausläuft und die Grenze zu Belarus den Rhythmus vorgibt. Wir folgen einer gut ausgebauten Straße, die sich durch unzählige kleine Dörfer schlängelt.

    Unser Ziel ist eher zufällig gewählt: Kodeń. Ein kleiner Ort, unscheinbar auf der Karte – und doch mit großer Bedeutung.

    Direkt neben einer imposanten Kirche finden wir einen großzügigen Parkplatz, der offenbar für Busse und PKW gleichermaßen gedacht ist. Perfekt für uns. Es ist Mittagszeit, der Hunger meldet sich, und so beschließen wir, erst einmal zu bleiben.

    Nach dem Essen lassen wir uns einfach treiben. Ein Spaziergang durch den Ort offenbart schnell: Kodeń ist kein gewöhnliches Dorf. Mehrere prachtvolle Kirchen, gepflegte Anlagen – und eine spürbare Ruhe, die fast ehrfürchtig wirkt.

    Wir erfahren, dass Kodeń seit dem 17. Jahrhundert ein bedeutender Wallfahrtsort ist. Zentrum ist die Basilika der Heiligen Anna. Dort befindet sich ein Marienbild mit einer bemerkenswerten Geschichte: Der polnische Adelige Mikołaj Sapieha soll es einst aus Rom nach Kodeń gebracht haben – nicht ganz offiziell, versteht sich.

    Gleich hinter der Kirche liegt ein Kloster der Oblatenmissionare, samt kleinem Museum und Pilgerunterkunft.

    Besonders einladend ist der Kalvarienberg – hier eher ein weitläufiger Park als ein steiler Hügel. Die Wege führen an verschiedenen Stationen vorbei, die das Leiden Jesu darstellen. Es ist ruhig, fast meditativ.

    Und dann ist da immer dieser Blick: hinüber Richtung Belarus. Keine Zäune, keine sichtbaren Kontrollen – nur der Fluss, der die Grenze markiert. Wir gehen bis zum Ufer, bis zum Grenzstein. Ein seltsames Gefühl, so nah an einer politischen Grenze zu stehen, die gleichzeitig so unspektakulär wirkt.

    Den Abschluss bildet unser Besuch in der Basilika. Die Messe ist gerade zu Ende, doch viele Gläubige verweilen noch. Einige bewegen sich auf den Knien langsam Richtung Altar.

    Wir bleiben stehen und beobachten. Es ist ein ungewohnter Anblick, fast irritierend. Diese Form der Hingabe wirkt auf uns fremd, vielleicht sogar ein wenig erschreckend. Und doch ist spürbar, dass dahinter etwas sehr Persönliches steckt – Dankbarkeit, Bitte, Demut, Busse, Glaube. Später lesen wir, dass solche Gesten an Wallfahrtsorten nicht unüblich sind.

    Mit vielen Eindrücken im Kopf kehren wir zu unserem Wohnmobil zurück. Erst einmal ein heißer Tee. Durchatmen. Sortieren.

    Wir beschließen, hier zu bleiben. Der Parkplatz ist ruhig, die Atmosphäre besonders. Ein guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
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  • Naturpfad Perehod

    10 april, Polen ⋅ ☁️ 7 °C

    Heute legen wir nur eine kurze Strecke zurück – keine 20 Kilometer – und finden einen kleinen Stellplatz mit Frischwasser. Doch kaum angekommen, ist klar: Hier bleiben wir. Die Ruhe, die Umgebung, das Gefühl – alles passt einfach.

    Während wir am Nachmittag unser neues Video vertonen und Andreas sich noch um einige Aufgaben kümmert, zieht es mich nach draußen. Die Natur ruft – und sie ist ganz nah.

    Nur wenige Schritte vom Stellplatz entfernt beginnt eine ganz besondere Welt: der Poleski Nationalpark. Eine Landschaft, die so ganz anders ist als das, was man oft erwartet. Statt Berge oder dichter Wälder dominieren hier Moore, Sümpfe und stille Seen. Eine fast unberührte Gegend, die von Leben steckt und gleichzeitig eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt.

    Ich folge dem Naturpfad „Perehod“, der direkt im Dorf startet. Der Weg führt über Holzstege, durch lichte Wälder und vorbei an kleinen Wasserflächen. Immer wieder halte ich inne, lausche und beobachte. Mit etwas Glück lassen sich hier Adler, Reiher oder Kormorane entdecken – heute begleitet mich vor allem ein besonders aktiver Specht, der den Wald mit seinem Klopfen erfüllt.

    Ansonsten: Stille. Eine tiefe, angenehme Stille.

    Die Luft riecht frisch, fast ein wenig feucht vom Moor, und mit jedem Atemzug fühlt es sich an, als würde man neue Energie tanken. Es sind diese Momente, in denen man einfach nur geht, schaut und ganz im Augenblick ist.

    Aus einem kurzen Spaziergang wird schließlich eine ausgedehnte Runde. Nach etwa zwei Stunden kehre ich zurück zum Wohnmobil – 8,4 Kilometer und rund 13.000 Schritte später.

    Zufrieden, angenehm müde und mit einem Kopf voller Eindrücke heißt es jetzt: Füße hochlegen und den heutigen Footprint festhalten.
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  • Ein Spaziergang zwischen Geschichte und Natur

    9 april, Polen ⋅ ☀️ 4 °C

    Nach einem emotionalen Vortag sehnen wir uns heute nach Ruhe – und finden sie auf dem Land, inmitten von Natur, Geschichte und einem leisen Hauch von Winter. Unser Ziel: ein Picknickplatz direkt am Ufer eines stillen Sees, umgeben von einem Naturpark.

    Das Wetter will uns jedoch nicht verwöhnen: Schneidender Wind und beißende Kälte begleiten jeden Schritt. Der Wetterbericht sagt Schnee voraus. Wir sind gespannt, ob es auch wirklich zu schneien beginnt.

    Gleich neben unserem Übernachtungsplatz liegt ein kleines, stilles Kriegsdenkmal. Hier ruhen die Soldaten der Schlacht von Wytyczno im Oktober 1939 – Männer des Grenzschutzkorps, polnische Bürger unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen, die unter dem Banner des weißen Adlers gegen die Rote Armee kämpften. Anders als große Kriegsfriedhöfe ist dieser Ort eher ruhig und kaum bekannt, doch für Historiker und Besucher von tiefer symbolischer Bedeutung: Er erinnert an die letzten Gefechte vor der Kapitulation organisierter polnischer Kräfte.

    Nicht weit davon entfernt liegen die Überreste eines orthodoxen Friedhofs. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1450. Einst gab es hier auch eine Kirche, die 1938–1939 zerstört wurde. Heute gehört der Friedhof zur örtlichen orthodoxen Pfarrei und dient der kleinen orthodoxen Gemeinde, die nach der Vertreibung zwischen 1944 und 1947 zurückblieb. Wirklich aktive Nutzung ist jedoch nicht mehr zu erkennen – nur die Stille erzählt von vergangenen Zeiten.

    Trotz des kalten Schneewinds zieht es uns nach draußen. Warm eingepackt erkunden wir die Denkmäler, laufen tiefer in den Wald hinein – ein Naturreservat, in dem Wölfe, Luchse und Wildschweine leben. Vorsichtig, aber neugierig, halten wir uns an die Wege und bewundern die unberührte Schönheit der Natur. Zwei Lichtungen mit Zeltplätzen zeigen, dass hier auch Gruppen die Ruhe mitten im Wald genießen können – allerdings nur mit Voranmeldung.

    Als der Schnee schließlich fällt, führt unser Weg weiter zu einer kleinen, traditionellen hölzernen Kirche. Sie ist verschlossen, doch die Stille und der Charme des Ortes lassen uns die winterliche Atmosphäre noch intensiver spüren.

    Auf dem Rückweg entlang des Sees zeigt sich das Wetter freundlicher. Das Wasser liegt still da, es herrscht eine besondere Stimmung . Nur wenige Vögel stören die absolute Ruhe, die den Ort umgibt.

    Zurück im Wohnmobil runden wir den Tag mit einem wärmenden Tee ab, erledigen noch ein paar Pendenzen und planen die kommenden Tage. Ein Tag voller Stille, Geschichte und Natur – und ein Gefühl von Frieden, das lange nachklingt.
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  • Lublin - unterschätzte Perle im Osten

    8 april, Polen ⋅ ☁️ 4 °C

    Wer an Polen denkt, hat meist sofort Städte wie Krakau oder Warschau im Kopf. Doch im Osten des Landes liegt ein Ort, der mindestens genauso viel Charme versprüht – nur ohne die großen Touristenmassen: Lublin.

    Nach der heutigen, etwas „schwereren“ Kost am Nachmittag wollen wir den Tag entspannt ausklingen lassen und drehen noch eine kleine Runde durch die historische Altstadt.

    Schon beim Spaziergang wird klar, warum diese Stadt etwas Besonderes ist. Bunte Renaissancefassaden, enge Kopfsteinpflastergassen und kleine Cafés schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig lebendig und angenehm ruhig wirkt. Man kann sich hier einfach treiben lassen, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

    Die Geschichte der Stadt ist überall spürbar. Lublin war einst ein bedeutender Knotenpunkt zwischen Ost und West – ein Ort des Handels, des Austauschs und der Begegnung verschiedener Kulturen. Diese Vielfalt hat die Stadt geprägt und zeigt sich bis heute in ihrer Architektur, ihrer Küche und ihrem kulturellen Leben.

    Schon nach wenigen Schritten fällt unser Blick auf das Schloss, das über der Stadt thront und das gesamte Stadtbild prägt. Es wirkt fast wie ein stiller Beobachter, der seit Jahrhunderten über Lublin wacht.

    Doch Lublin ist nicht nur Geschichte – es ist auch eine junge, lebendige Stadt. Dank der vielen Universitäten prägen Studierende das Stadtbild. Das merkt man an der entspannten Atmosphäre, den kreativen Veranstaltungen und dem vielseitigen Nachtleben.

    Auch kulinarisch hat Lublin einiges zu bieten. Auf unserem Weg kommen wir an unzähligen Bars und Restaurants vorbei. Besonders spannend sind dabei oft die kleinen, unscheinbaren Lokale – genau dort macht man meist die besten Entdeckungen. Und wir entscheiden uns für einen Restaurantbesuch - unser Erster in Polen.

    Was Lublin so besonders macht, ist seine Authentizität. Die Stadt wirkt nicht geschniegelt oder auf Hochglanz poliert, sondern ehrlich, nahbar und einladend. Genau das macht ihren Reiz aus.

    Lublin ist kein Ort, den man einfach nur besucht – es ist ein Ort, den man erlebt.

    Nach diesem schönen Abschluss des Tages beschließen wir, uns etwas außerhalb der Stadt einen Übernachtungsplatz zu suchen – und wie so oft werden wir schließlich ausgerechnet an einem Friedhof fündig.
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  • Konzentrationslager Lublin

    8 april, Polen ⋅ ☁️ 5 °C

    Da wir Auschwitz-Birkenau nicht besuchen konnten aufgrund nicht mehr verfügbaren Tickets führte uns heute unser Weg zum ehemaligen Konzentrationslager Majdanek in Lublin.

    Schon beim Betreten des Geländes liegt eine bedrückende Stille in der Luft. Kaum vorstellbar, dass dieser Ort einst Schauplatz unermesslichen Leids war. Das Lager wurde 1941 errichtet und war bis 1944 in Betrieb. Was als Arbeitslager begann, wurde zu einem Ort systematischer Vernichtung. Über 78.000 Menschen wurden hier ermordet – eine Zahl, die kaum zu begreifen ist.

    Was uns besonders getroffen hat: Wie viel hier noch original erhalten ist. Die Baracken stehen noch, ebenso das Gefängnis, die Gaskammern und die Krematorien. Man läuft über Wege, auf denen einst Menschen unter Zwang gegangen sind. Man schaut in Räume, die so viel Schmerz gesehen haben. Geschichte ist hier nicht fern – sie ist unmittelbar.

    Wir konnten direkt auf dem Gelände parken, der Eintritt zur Gedenkstätte ist kostenlos. Während unseres Besuchs waren nur wenige andere Menschen da – eine Schulklasse und ein paar Paare. Es war ruhig. Fast zu ruhig. Diese Stille gibt Raum, das Gesehene wirklich auf sich wirken zu lassen.

    Die Informationstafeln sind auf Polnisch, Englisch und Hebräisch. Vieles davon liest man – und muss trotzdem immer wieder innehalten. Zusätzlich haben wir uns mit ChatGPT (KI) weiterführende Informationen geholt, um das, was wir sehen, besser einordnen zu können.

    Man verlässt diesen Ort anders, als man ihn betreten hat. Nachdenklicher. Stiller. Und mit dem Gefühl, dass Erinnern wichtig ist.
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  • Ein stiller Blick Richtung Ukraine

    7 april, Polen ⋅ ☀️ 6 °C

    Der Tag beginnt mit einer herrlichen Aussicht auf einen kleinen, stillen See. Noch liegt Ruhe über dem Wasser, als wir aufstehen – ein Moment, den man am liebsten festhalten möchte. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, noch einmal ans Ufer zu spazieren und ein Intro für unser nächstes Video zu drehen, bevor wir wenig später weiterziehen.

    Unsere Route führt uns heute dicht entlang der ukrainischen Grenze. Die Strassen schlängeln sich durch dichte Wälder und weite, sumpfige Landschaften. Mit jedem Kilometer verändert sich die Umgebung spürbar: Die Dörfer wirken ursprünglicher, einfacher – und gleichzeitig erstaunlich gepflegt und ordentlich. Hier begegnen wir auch unserer ersten „Känguru-Strasse“ – eine holprige Piste, die uns ordentlich durchschüttelt.

    In Hrebenne halten wir kurz an. Von hier aus haben wir freie Sicht auf einen Grenz-Checkpoint auf polnischer Seite und können nur erahnen, wo die Ukraine beginnt. Es ist ein eigenartiges Gefühl – still, nachdenklich, fast schwer. Gerade in einer Zeit, in der die Kriege so präsent sind, bekommt dieser Ort eine ganz besondere Bedeutung.

    Weniger emotional, aber dafür umso praktischer: Unser Kühlschrank ist mal wieder leer. Unterwegs entdecken wir einen grossen Supermarkt – doch Einkaufen im Ausland bleibt jedes Mal eine kleine Herausforderung. Heute suchen wir Saucenbinder. Fehlanzeige. Stattdessen landet kurzerhand Stärke im Wagen – wird schon funktionieren.

    Der Wind frischt immer stärker auf, doch wir lassen uns nicht davon abhalten, Zamość zu besuchen. Die Stadt wird nicht umsonst „Perle der Renaissance“ genannt. Ihre Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wirkt wie aus der Zeit gefallen: perfekt erhalten, klar strukturiert und voller Geschichte. Die im 16. Jahrhundert errichtete Festung mit ihren sternförmigen Bastionen, Gräben und Mauern ist bis heute beeindruckend gut sichtbar.

    Beim Spaziergang durch die Gassen fühlt sich Zamość fast wie ein ruhiges Freilichtmuseum an – kleiner und deutlich weniger überlaufen als Krakau, aber mindestens genauso faszinierend.

    Als der Wind schliesslich in einen regelrechten Sturm übergeht und das Wetter kippt, treffen wir eine pragmatische Entscheidung: Wir bleiben einfach dort, wo wir sind. Kein weiterer Stellplatz, kein Suchen im Sturm – manchmal ist es genau das Richtige, einfach stehen zu bleiben.
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  • Wir werden von Straż Graniczna kontrolliert!

    6 april, Polen ⋅ ☁️ 15 °C

    Der Tag beginnt ungemütlich: Sturm und Regen peitschen über das Land, während wir uns langsam auf den Aufbruch vorbereiten. Unser Ziel für heute ist die ukrainische Grenze – allerdings wollen wir die offiziellen Grenzübergänge bewusst meiden. Die sogenannten Checkpoints wirken auf uns etwas abschreckend, zu ungewiss ist die Situation, falls man dort nicht einfach wieder umkehren kann.

    Schon bald lässt der Regen nach, doch der Wind bleibt. Er treibt dunkle Wolken in rasendem Tempo über den Himmel – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wir fahren durch kleine Dörfer, die wie ausgestorben wirken. Erst auf den zweiten Blick wird klar warum: Die Parkplätze vor den Kirchen sind voll, Licht scheint durch die Fenster. Es ist Ostermontag – auch hier ein bedeutender Feiertag.

    Der Wind wird zwischenzeitlich so stark, dass wir einen Zwischenstopp einlegen. Eine gute Entscheidung, wie sich später zeigt. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, liegen überall Äste auf den Straßen, am Rand sogar umgestürzte Bäume. Vorsicht ist angesagt.

    Unser Übernachtungsplatz liegt schließlich nur etwa 3 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – idyllisch an einem kleinen Stausee, umgeben von Wald. Inzwischen hat sich das Wetter beruhigt, und wir genießen die Ruhe dieses abgelegenen Ortes.

    Spontan kommt uns eine Idee: Warum nicht die letzten Kilometer bis zur Grenze mit dem Fahrrad zurücklegen?

    Auf dem Weg dorthin liegt eine besondere Sehenswürdigkeit – eine alte Holzkirche. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert, gehört zum UNESCO-Welterbe der „Holzkirchen der Karpatenregion“ und zählt zu den ältesten erhaltenen Holzkirchen Polens. Leider sind Kirche und Museum heute geschlossen. Dennoch strahlt der Ort eine besondere Ruhe aus. Gleich daneben liegt ein wunderschöner Friedhof mit Grabsteinen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.

    Wir steigen wieder auf unsere Fahrräder und fahren weiter Richtung Grenze.

    Ein Schild weist uns auf die Regeln hin: Bis auf 15 Meter darf man sich der Grenze nähern. Doch so weit kommen wir gar nicht. Rund 50 Meter vorher ist Schluss. Von hinten nähert sich ein Fahrzeug der Grenzpatrouille – Straż Graniczna – und hält neben uns an.

    Freundlich werden wir kontrolliert. Wir zeigen unsere Ausweise, alles ist in Ordnung. Die Beamten erklären uns, wie streng die sogenannte „grüne Grenze“ überwacht wird – selbst in abgelegenen Waldgebieten. Kameras, Sensoren und teilweise Zäune sorgen dafür, dass hier nichts unbemerkt bleibt. Auch wir wurden längst entdeckt, wie sie uns erzählen.

    Nach einem kurzen, angenehmen Gespräch heißt es für uns: umdrehen.

    Wir fahren zurück durch den Wald zu unserem Wohnmobil. Kaum angekommen und die Fahrräder verstaut, beginnt es zu graupeln. Drinnen wärmen wir uns mit einer heißen Tasse Tee auf. Kurz darauf zeigt sich wieder die Sonne, und die Vögel stimmen ein lautes Konzert an.

    Ein Tag voller Wetterwechsel, Eindrücke und kleiner Abenteuer.

    Jetzt sind wir gespannt, ob wir am Abend auf unserem abgelegenen Stellplatz noch einmal Besuch von der Grenzpatrouille bekommen.
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  • Ostergrüsse aus Polen

    5 april, Polen ⋅ ☀️ 20 °C

    Frohe Ostern und eine wunderschöne Frühlingszeit 🌼💐🌷!

    Unser Ostersonntag beginnt genau so, wie man es sich wünscht: ruhig, gemütlich und ohne jeden Zeitdruck. Beim ausgiebigen Frühstück lassen wir es uns richtig gut gehen. Traditionell kommt geräucherter Schinken auf den Tisch, dazu unser Osterbrot, reich gefüllt mit saftigen Rosinen. Frische Eier dürfen natürlich auch nicht fehlen – nur die Wurst lassen wir heute ganz bewusst weg. Es ist einer dieser Morgen, an denen man einfach sitzen bleibt, nach draußen schaut und den Moment genießt.

    Erst am frühen Nachmittag brechen wir auf. Unser Ziel liegt rund 50 Kilometer weiter östlich: das kleine Städtchen Radymno. Die Fahrt dorthin verläuft entspannt, die Landschaft zeigt sich frühlingshaft und ruhig.

    Am Badesee angekommen, finden wir direkt einen Platz zum Übernachten. Der Parkplatz wirkt im ersten Moment etwas improvisiert – aktuell eher eine Baustelle als ein idyllischer Stellplatz. Doch mit ein wenig Geduld entdecken wir schließlich eine gute Ecke, die perfekt für die Nacht ist.

    Natürlich zieht es uns danach noch nach draußen. Ein Spaziergang entlang des Wassers gehört für uns einfach dazu. Die Szenerie könnte passender kaum sein: Familien flanieren am Ufer entlang, Gespräche und Lachen liegen in der Luft, Kinder spielen ausgelassen im Sand. Überall spürt man diese besondere Osterstimmung – lebendig, warm und voller Leichtigkeit.

    Wir bleiben stehen, schauen zu, lassen die Eindrücke auf uns wirken. Die Sonne wärmt angenehm, und für einen Moment scheint der Alltag ganz weit weg.

    Auch wenn die Wettervorhersage für die kommende Woche wieder kühlere und regnerische Tage ankündigt – heute zählt nur das Hier und Jetzt. Und genau das genießen wir in vollen Zügen.
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  • Unterwegs rund um Łańcut

    4 april, Polen ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein – genau die Art von Morgen, die Lust macht, draußen unterwegs zu sein. Nach einem kleinen Frühstück und einer schnell gestarteten Waschmaschine schwingen wir uns aufs Fahrrad. Unser Ziel: das beeindruckende Schloss Łańcut.

    Das Schloss Łańcut gehört zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen aristokratischen Residenzen in Polen und beeindruckt heute Besucher mit seiner prachtvollen Architektur, den reich ausgestatteten Innenräumen und einer weitläufigen Parkanlage. Das heutige Schloss entstand erst im 17. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, vor allem zwischen den einflussreichen Familien Lubomirski und Potocki, die das Schloss bis 1944 bewohnten. Besonders im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erhielt das Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Die Innenräume des Schlosses zählen zu den schönsten in Polen. Besucher finden hier: prächtige Ballsäle, kunstvoll dekorierte Salons im Barock- und Rokoko-Stil, eine große Kunst- und Möbelsammlung und historische Kutschen (eine der größten Sammlungen Europas). Leider ist das gesamte Schloss heute nicht geöffnet, nur die Parkanlage ist begehbar. So machen wir einen kleinen Spaziergang durch den wunderschön angelegten Park.

    Weiter führt unsere Radtour durch unzählige kleine Dörfer in den Wald. Wie herrlich es nach frisch geschlagenem Holz riecht. Gefühlt alle 300 Meter wechselt der Wald sein Gesicht. Mal sind nur Laubbäume, dann wieder nur Nadelgehölze, dann gemischter Wald, er wechselt sich ab von licht bis dunkel und eng. Die Wege sind sehr gut befahrbar und immer wieder gelangt man an einer Lichtung an eine Waldkapelle oder Verehrungsstätten wie Kreuze oder Bilder. Auch finden wir unterwegs zwei Kirchen, die wir heute nur von Aussen anschauen, da wir die Gläubigen heute nicht stören möchten.

    Unsere Tour fällt in die Osterzeit – und damit in eine der schönsten Traditionen Polens: die Święconka.

    Am Karsamstag bringen Familien einen kunstvoll geschmückten Korb in die Kirche, um die Speisen segnen zu lassen. Jeder Inhalt hat dabei eine tiefere Bedeutung:

    🥚 Eier: Symbol für Leben und Auferstehung, oft bunt bemalt oder verziert
    🍞 Brot: steht für den Leib Christi und das tägliche Leben
    🥩 Wurst oder Schinken: Symbol für Wohlstand und Freude nach der Fastenzeit
    🧂 Salz: Zeichen für Reinheit und Schutz vor Verderben
    🌶️ Meerrettich: Symbolisiert die Bitterkeit des Leidens Jesu, aber auch Kraft
    🧈 Butter (oft als Lamm geformt): häufig als kleines Lamm - Symbol für Christus
    🍰 Kuchen (z. B. Babka): steht für Freude und Festlichkeit
    🌿 Zweige (z. B. Buchsbaum): Symbol für Leben und Hoffnung

    Der Korb wird meist mit einer weißen Serviette bedeckt und liebevoll dekoriert. Nach der Segnung werden die Speisen am Ostersonntag gemeinsam gegessen – oft als erstes Festessen nach der Fastenzeit.

    https://www.komoot.com/tour/2862482926?ref=itd&…
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  • immer östlicher - die Grenze zur Ukraine ist nah

    3 april, Polen ⋅ ☀️ 13 °C

    Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns heute auf den Weg zu einer etwas längeren Etappe unserer Reise. Unser Ziel: Łańcut, wo wir für die nächsten zwei Nächte auf einem Campingplatz bleiben wollen. Über Ostern möchten wir es etwas ruhiger angehen lassen, die Seele baumeln lassen und – wenn das Wetter so schön bleibt – vielleicht morgen eine kleine Radtour unternehmen.

    Unsere Route führt uns immer weiter nach Osten, in Richtung der ukrainischen Grenze. Es hat fast etwas Abenteuerliches, sich vorzunehmen, dieser Grenze so nah wie möglich zu kommen und ihr dann ein Stück weit nach Norden zu folgen. Die Landschaft wird dabei spürbar ruhiger, ursprünglicher und weniger touristisch.

    Eine interessante Beobachtung machen wir unterwegs: Die Spritpreise in Polen sind seit dem 31. März reguliert. An jeder Tankstelle gelten die gleichen Preise – eine ungewohnte, aber angenehme Situation für Reisende. Zwar sind die Preise höher als früher, doch durch steuerliche Anpassungen bleibt es insgesamt fair.

    Am Campingplatz angekommen, werden wir herzlich empfangen. Während Andreas unser Wohnmobil einrichtet, bietet sich mir eine besondere Gelegenheit: Gemeinsam mit dem Platzbetreiber fahre ich in ein kleines, ländliches Dorf zu einem Metzger seines Vertrauens. Dort kaufen wir traditionelle Wurstwaren und Schinken für die Osterfeiertage.

    https://markowska.pl/o-nas.html

    Direkt nebenan befindet sich eine kleine Bäckerei – untergebracht in einem Privathaus, ganz schlicht und ursprünglich.

    Hier zeigt sich Polen von seiner authentischsten Seite. Alles wirkt bodenständig, ehrlich und traditionell. Während der Fahrt und beim Einkauf erfahre ich viel über das Leben auf dem Land und die Menschen hier. Wir unterhalten uns auf Englisch, was erstaunlich gut funktioniert – denn spätestens in der Metzgerei und Bäckerei bin ich froh, meinen „Dolmetscher“ dabeizuhaben. Die polnische Sprache bleibt für mich eine echte Herausforderung.

    Mit einem gut gefüllten Einkaufskorb kehren wir schließlich zurück. Andreas darf sich gleich durch die ersten Köstlichkeiten probieren – und wir freuen uns beide auf eine kleine Pause, gutes Essen und entspannte Ostertage.
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  • Vom Königsschloss zum Aussichtsturm

    2 april, Polen ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach unserem gestrigen Stadttag stand heute wieder das Ländliche auf dem Programm. Die Nacht auf unserem Übernachtungsplatz war herrlich ruhig – wir haben tief und erholsam geschlafen. Bevor wir weiterfahren, unternehmen wir noch einen gemütlichen Spaziergang durch das Dorf.

    Niepołomice blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Besonders prägend ist das im 14. Jahrhundert erbaute Schloss, das einst unter König Kasimir dem Großen entstand. Nicht umsonst wurde es als „zweites Wawel“ bezeichnet – ein Ort, an dem polnische Könige jagten und residierten.

    Unser Rundgang führt uns zunächst durch einen gepflegten Park mit Reitanlagen, dann weiter über den Marktplatz zur Kirche und schließlich zurück zum ehemaligen Königsschloss. Heute beherbergt es ein Museum, ein Hotel und ein Restaurant. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich auf jeden Fall – die Atmosphäre dort ist besonders.

    Was uns immer wieder auffällt: die unglaubliche Sauberkeit. Kein Müll, keine Zigarettenstummel, nicht einmal ein Stück Papier liegt herum. Alles wirkt gepflegt und mit Liebe erhalten.

    Unser Tagesziel liegt heute nur etwa 50 Kilometer entfernt: ein Aussichtsturm in ländlicher Umgebung. Ob wir mit dem Wohnmobil bis dorthin fahren können? Die Antwort ist: ja! Die Anfahrt hat es mit einer Steigung von 16 % zwar in sich, aber unser Wohnmobil meistert auch diese Herausforderung problemlos. Oben angekommen, können wir direkt am Turm parken.

    Bevor wir uns an den Aufstieg machen, steht erst einmal eine Innenreinigung an. Der Matsch der letzten Tage hat sich auch im Wohnmobil bemerkbar gemacht. Also: Staubsauger raus, Lappen in die Hand – und los geht’s. Schnell ist wieder alles sauber und gemütlich.

    Dann geht es die rund 120 Stufen hinauf auf den etwa 25 Meter hohen Aussichtsturm. Oben angekommen werden wir mit einem weiten Blick über die Landschaft belohnt – auch wenn die Sicht heute etwas diesig ist.

    In der Nähe entdecken wir eine kleine Kapelle sowie eine Figur der heiligen Anna, unter der sich eine Quelle befindet, versteckt im Wald. Ihr wird eine heilende, fast wundersame Wirkung nachgesagt, und sie wird von Pilgern verehrt. Wieder einmal kreuzt sich unser Weg mit dem Jakobsweg – ein schöner Zufall.

    Auf dem Hügel selbst finden sich außerdem Reste eines alten Burgwalls. Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Burg, sondern um eine frühmittelalterliche befestigte Siedlung. Heute sind nur noch Erdwälle zu erkennen – keine Mauern, keine Türme. Und doch erzählt der Ort seine eigene Geschichte.

    Am Ende des Tages bleibt einmal mehr die Erkenntnis:
    Wer die Augen offen hält, entdeckt auch abseits der bekannten Wege wunderschöne und überraschende Orte – selbst dort, wo man es am wenigsten erwartet.
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  • Krakau - ehemalige Hauptstadt

    1 april, Polen ⋅ ☁️ 6 °C

    Der Tag beginnt mit einem kurzen Moment Sonnenschein, doch die frische Luft lässt uns schnell zur Mütze greifen. Es ist einer dieser Morgen, an denen man spürt, dass der Frühling zwar da ist, sich aber noch nicht ganz durchgesetzt hat.

    Noch bevor wir richtig in den Tag starten, bekommen wir besonderen Besuch: Zwei Alpakas und eine kleine Ziege schauen bei uns vorbei. Sie gehören zum Campingplatz und übernehmen hier ganz natürlich die Rasenpflege. Der Betreiber bringt uns sogar Karotten, sodass wir die Tiere füttern dürfen. Während die Alpakas neugierig und zutraulich sind, hält sich die Ziege lieber im Hintergrund und beobachtet das Geschehen mit vorsichtiger Distanz. Ein herrlich entschleunigter Start in den Tag.

    Der Campingplatz selbst ist ziemlich matschig, doch wir schaffen es problemlos hinaus und machen uns auf den Weg Richtung Krakau.

    Schon bald erreichen wir die Stadt und steuern einen bewachten Parkplatz an, den wir über park4night gefunden haben. Die Lage ist ideal – nur etwa 800 Meter vom Zentrum entfernt. Kaum angekommen, beginnt es leicht zu nieseln. Dick eingepackt und mit Regenschirm ausgestattet, machen wir uns trotzdem auf den Weg.

    Krakau zeigt sich trotz des grauen Wetters von seiner schönen Seite. Die Stadt gehört zu den ältesten und beeindruckendsten in Polen und war einst sogar Hauptstadt. Die Altstadt ist hervorragend erhalten und erzählt Geschichten aus Mittelalter, Renaissance und Moderne. Überall entdecken wir prächtige Gebäude, die restauriert sind.

    Schon bald stehen wir auf dem großen Marktplatz. Passend zur Jahreszeit findet hier ein Ostermarkt statt, der dem Platz zusätzlich Leben einhaucht. Trotz des Regens schlendern wir einmal rundherum, bestaunen die Fassaden und das Rathaus in der Mitte. Eine Passage im Inneren (Krakauer Tuchhallen) bietet uns die perfekte Gelegenheit, auch im Trockenen ein wenig zu bummeln.

    Ein weiteres Highlight ist der Besuch der Marienkirche. Die Atmosphäre im Inneren ist beeindruckend, auch wenn wir den berühmten Trompetenruf zur vollen Stunde leider verpassen.

    Für den heutigen Tag haben wir uns eine KI-Stadttour zusammenstellen lassen, die uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt. So geht es weiter hinauf zum Wawel-Schloss, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige. Von dort oben genießen wir einen schönen Blick auf die Weichsel. Auch die Kathedrale beeindruckt uns sehr.

    Zum Abschluss erkunden wir noch das Viertel Kazimierz, das mit seiner jüdischen Geschichte, kleinen Cafés und Bars eine ganz besondere Stimmung versprüht. Der Rückweg führt uns entlang der Weichsel zurück zu unserem Wohnmobil, während der Regen langsam stärker wird.

    Unterwegs gönnen wir uns noch zwei Pączki – gefüllt mit Kirsch- und Himbeermarmelade. Zurück im Wohnmobil genießen wir sie mit einer heißen Tasse Tee und wärmen uns wieder auf. Ein perfekter Moment, um den Tag kurz innezuhalten.

    Zum Übernachten bleiben wir nicht in der Stadt. Stattdessen fahren wir noch ein Stück weiter ins Umland. Durch den dichten Feierabendverkehr geht es hinaus aus Krakau, bis wir schließlich einen ruhigen Platz finden, an dem wir den Abend entspannt ausklingen lassen.
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  • Pläne ändern sich!

    31 maart, Polen ⋅ ☁️ 5 °C

    Vor ein paar Tagen haben wir spontan beschlossen, auf einem Campingplatz in der Nähe von Krakau eine kleine Pause einzulegen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellt: Seit gestern Nachmittag regnet es ununterbrochen, und auch morgen früh soll es weiter regnen. Alles um uns herum ist matschig und aufgeweicht – wir hoffen nur, dass wir morgen wieder problemlos vom Platz wegkommen.

    Eigentlich hatten wir vor, diese Woche Auschwitz-Birkenau zu besuchen, das wohl berühmteste Konzentrationslager. Doch daraus wird nichts. Momentan haben wir auch einfach keine Lust, uns in die Menschenmassen zu stürzen. Seit dem 1. März werden Tickets ausschließlich online vergeben – sowohl für Führungen als auch für den freien Eintritt. Für die nächsten Wochen ist alles ausverkauft. Vor Ort gibt es keine Möglichkeit, Tickets zu kaufen, und ohne Ticket darf man gar nicht erst anreisen. In der Vergangenheit standen Besucher schon um 4 Uhr morgens an den Toren, um Einlass zu bekommen – täglich 6.000 bis 7.000 Menschen. Allein der Gedanke an diese Menschenmassen lässt uns an einem Besuch zweifeln.

    Vielleicht wird die Handhabung in Zukunft etwas gelockert, sodass nicht alle Tickets Wochen im Voraus verkauft werden. Aber im Moment genießen wir es einfach, nicht alles planen zu müssen, sondern den Moment zu nehmen, wie er kommt.

    Heute machen wir es uns gemütlich im Wohnmobil. Ein Spaziergang draußen? Fehlanzeige – zu matschig und zu nass. Stattdessen genießen wir die ruhige Zeit, lesen, schreiben und lassen den Regen einfach auf uns wirken.
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  • Weltkulturerbe oder Touristenattraktion?

    30 maart, Polen ⋅ 🌧 4 °C

    Die Nacht am Friedhof war überraschend ruhig – und fast ein wenig romantisch. Überall flackerten Lichter und Kerzen, eine ganz besondere Atmosphäre. Wir haben jedenfalls hervorragend geschlafen.

    Am heutigen Morgen heißt es schon bald wieder: weiterziehen. Unser Programm mussten wir kurzfristig anpassen, denn Tickets für die Salzmine von Wieliczka haben wir nur für heute – auf Deutsch – bekommen. Da die Mine ausschließlich im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann, ist das natürlich ein klarer Vorteil. Unser Tipp: Tickets unbedingt im Voraus online buchen! Vor Ort kann es gut sein, dass alles ausverkauft ist.

    Schon bei der Ankunft wird klar: Diese Sehenswürdigkeit ist perfekt auf Tourismus eingestellt. Es gibt jede Menge Parkplätze – für Autos, Busse und Wohnmobile. Gefühlt gibt es hier sogar mehr Busse- als PKW-Parkplätze.

    Pünktlich um 14:15 Uhr startet unsere Führung. Helm brauchen wir heute keinen, wir sind auf der sogenannten „touristischen Route“ unterwegs – dafür gibt es einen Audioguide. Gleich zu Beginn geht es ordentlich zur Sache: 320 Stufen führen uns 64 Meter in die Tiefe. Das merkt man in den Beinen!

    Danach geht es auf gut ausgebauten Wegen weiter – oft laufen wir tatsächlich über Salz. Zwischendurch immer wieder Treppen, immer weiter nach unten. Der tiefste Punkt unserer Tour liegt bei 135 Metern unter der Erde.

    Die Salzmine selbst ist beeindruckend alt: Seit dem 13. Jahrhundert wurde hier Salz abgebaut und bis 1998 aktiv gearbeitet. Heute ist sie ein Museum und seit 1978 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Insgesamt erstreckt sich die Mine über bis zu 300 Kilometer Gänge und neun Ebenen – gesehen haben wir davon allerdings nur einen Bruchteil (2% und 3 Ebenen).

    Die Mine ist nicht einfach nur ein Bergwerk – sie wirkt eher wie eine unterirdische Stadt:

    🏛️ Kapellen aus Salz, vor allem die berühmte St.-Kinga-Kapelle
    🗿 Skulpturen, komplett aus Salz gehauen (z. B. „Das letzte Abendmahl“)
    🌊 Unterirdische Seen
    🕯️ Große Hallen, Kronleuchter – ebenfalls aus Salz gefertigt

    Alles wurde über Jahrhunderte von Bergleuten geschaffen, oft in ihrer Freizeit.

    Trotz all der Eindrücke bleibt ein kleiner Wermutstropfen. Die Führung ist ziemlich straff organisiert, unser Guide eilt zügig von Station zu Station. Zeit zum Innehalten und Staunen bleibt kaum. Teilweise fühlt es sich eher nach „Durchschleusen“ an – ein bisschen wie im Freizeitpark.

    Nach etwas mehr als zwei Stunden ist alles vorbei. Ein Museumsbesuch wird uns noch empfohlen, aber wir verzichten – es reicht für heute. Stattdessen geht es bequem mit dem Stollen-Lift zurück nach oben.

    Unser Fazit: Wenn man in der Gegend ist, sollte man die Salzmine von Wieliczka auf jeden Fall gesehen haben. Ein absolutes Highlight war es für uns allerdings nicht. Ohne die beeindruckende St.-Kinga-Kapelle würden wir den Besuch vermutlich nicht unbedingt weiterempfehlen – aber genau sie macht den Ort dann doch besonders.
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