Tag 1: Jeepfahrt Kathmandu - Phaplu
September 27, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 27 °C
Wir waren aufgeregt. Nur mit dem Nötigsten, reduziert um jedes mögliche Gramm, ging es mit unseren gepackten Rucksäcken endlich los. Ein riesiger Jeep sammelte uns um 4 Uhr morgens in der Dunkelheit ein. Wir fuhren durch die ruhigen Strassen, die sonst vor lauter Motorollern, Fahrrädern, Taxis und Fußgängern nur so wimmelten. Ganze zwei Stunden tourten wir durch die kleinen Gassen und sammelten noch sieben weitere Nepales*innen ein. Denn hier saßen nicht drei Leute auf der Rückbank, sondern vier. Puh! Was solls, dachten wir uns und rückten immer weiter zusammen.
Sobald die Sonne rauskam verließen wir die Stadt und fuhren über staubige und löchrige Straßen hinaus in die Berge. Es schaukelte und wackelte aber je weiter wir fuhren, desto schöner wurde die Natur. Wir schlängelten uns serpentinenartig von einem Berg zum Nächsten, fuhren über Passtrassen, durch Dörfer und Flusstäler. In den Wolken und nach mittlerweile 10 Stunden fahrt hielt der Jeep plötzlich mitten auf der Straße an. Was war los? Der Fahrer stieg aus und schnell war klar: wir hatten einen Platten. Aber so entspannt wie wir die Nepales*innen bisher kennengelernt hatten, gingen sie auch mit dieser Situation um: Alle raus, Auto aufgebockt, Ersatzreifen dran und 15 min später ging es auch schon weiter. Nach rund 12 Stunden Fahrt mit gefühlt 1000 Mal Hupen, 100 Handygesprächen vom Fahrer und verzerrter Musik bis zum Anschlag, waren wir endlich da: in Phablu. Und es war ruhig. Endlich! Wir waren satt vom Lärm der letzten Tage, fühlten uns aufgewühlt von den letzten Monaten und gestresst von all der Organisation der letzten Wochen. Wir wollten raus und jetzt waren wir da. Es ging los - in das wohl größte, längste und vorallem wohl anstrengste (Wander-)Abendteuer unseres Lebens.Read more
Tag 2: Phaplu - Nunthala
September 28, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 18 °C
19km, 710m auf, 950m ab
Vor jeder Etappe haben wir ein Start- und ein Endfoto dokumentiert. Bilder bzw. unsere Gesichtsausdrücke sagen mehr als tausend Worte :)
Wir wachten auf und es regnete in Strömen. Oh no… also warteten wir noch eine Stunde und machten das erste obligatorische Startbild (mit Huhn- photobomb). Nach nur wenigen Minuten laufen riss der Himmel auf und wir sahen einen ersten richtig hohen Gipfel. Die Magie war da und wir plötzlich direkt in der Natur. Es tat gut zu laufen und endlich weg von lauten Motoren zu sein. Wir kletterten über kleine Bäche ( wow das war noch richtig aufregend am Anfang) und merkten die Last der Rucksäcke und unsere Körper schon vor der Mittagspause. Die letzten Schritte vor dem Lunchspot waren besonders schwer. Ich war schon völlig erledigt. Nach langer Pause, Schuhe aus und Kartoffelrösti mit Käse überbacken, folgte ein straffer Anstieg bis auf den ersten Pass. Mit unseren Wanderstöcken ging es aber besser als gedacht. Es folgte die gleiche Strecke den Berg hinunter. Wir mussten uns beeilen bevor es dunkel wird. Nach fast 20km und 8 Stunden laufen, kamen wir fix und fertig aber richtig glücklich an. Abends lernten wir im Essensraum zwei Spanier kennen, die wir noch lange Zeit jeden Tag treffen sollten.Read more
Tag 3: Nunthala - Karikhola
September 29, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 17 °C
9 km, 580m auf, 750m ab
Uns tut alles weh, aber wir haben Bock. Die Sonne scheint und wir laufen über Felder, sehen kleine Häuschen und machen Stop bei einer kleinen Familie, die uns lieberweise Wasser anbietet. Danach gehen wir lange bergab durch einen Tropenwald mit den lautesten Grillen, die wir je gehört haben. Wir überqueren einen großen Fluss im Tal. Mittags findet Furba einen herrlichen Lunchspot mit offenen Fenstern und im Sommerwind wehenden Gardinen. Es fühlt sich kurz wie Urlaub an. Dennoch liegen wir flach auf den Sitzbänken, weil wir so kaputt sind. Nach Vegetable Fried Rice geht es weiter. Wir treffen einen ganz lieben Bauern, der ganz viele Blutegel an den Beinen hatte. Davon gibt es viele. Sogar in Davids Wanderstockarmband hat sich einer versteckt, den er leider nicht gesehen hatte. Upsi :) Weiter geht es wieder den Berg hinauf. Als wir am Ortsrand ankommen fängt es an zu schütten. Wir laufen durch das ganze Dorf und sind klitschnass. Was solls - da hilft nur eine kalte erfrischende Dusche. Nach einem Ginger Lemon Honey Tee lassen wir den Abend mit Blick auf die Berge und einem traumhaften Sonnenuntergang über den Bergen „ausklingen“. Bedeutet: wir gehen um 20 Uhr schlafen, weil uns alles weh tut :)Read more
Tag 4: Karikhola - Chheubas
September 30, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 14 °C
12,4 km, 980m auf, 230m ab
Wir starteten heute besonders früh, damit wir während des sehr langen Anstiegs nur wenig in der Sonne bruzelten. Allerdings ging es den ganzen Tag nach oben - fast 1000 Meter ! Huii der Schweiß lief, aber wir haben alles gut gemeistert. Oben zogen wir die Schuhe aus, puderten unsere Füße und machten bei weitem Blick über die zurückgelegten Berge und Täler eine Teepause. Danach ging es weiter über einen Weg, auf dem wir erstmals mit Eseln liefen. Die Eselgruppen transportieren alles was weiter „oben“ benötigt wird, da es auf dieser Höhe keine Strassen bzw. Autos mehr gibt. Teilweise waren sie ganz schön beladen und für uns kein schönes Gefühl die Tiere so zu sehen. Mehr dazu am Ende der Reise.
Weiter ging es direkt am Berg entlang auf einem nun schmalen Weg zwischen den Steinen nach unten - von vorne und hinten Esel-Kolonnen. Sobald sie kommen muss man sich an den Berg stellen, weil sie sonst einfach gegen einen laufen. An einer schmalen Stelle waren sie genau hinter mir und ein bisschen Panik machte sich breit. Leider hab ich mir beim hektischen und vor allem steinigen Abstieg das Innenband im linken Knöchel überdehnt. Als wir beim Mittag an kamen und wir die ganze Zeit über den schmalen steinigen Weg weitergehen mussten, war ich kräftemäßig bedient. Ein paar Tränchen der Erschöpfung flossen und mein Fuß tat weh. Kacke! Es fing wieder an zu regnen. Die Pause brauchte ich dringend. David hat mir den Knöchel getaped. Als Aufmunterung bestellt David uns einen Nachtisch. Das tat der Seele gut :) Wir gingen danach im Regen ca eine Stunde weiter und beschlossen den Tag in Chheubas zu beenden. Der noch folgende Abstieg nach Surke war zu lang und vor allem zu heftig. Abends saßen wir am warmen Kamin und waren (mal wieder) geschafft. Wie soll das bloß weitergehen … dafür sprachen wir mit den Spaniern, die wir schon wieder heute zufällig treffen sollten und genauso müde waren wie wir.Read more
Tag 5: Chheubas - Phakding
October 1, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 12 °C
13,2 km, 630m auf, 710m ab
Wir gingen wieder früh los, denn heute ging es nun eine lange Etappe bergab … und auf was für einem Weg. Er bestand aus großen Steinen, war voller Schlamm und Eselkacki und richtig steil. Das ganze ging ca zwei Stunden (reine Gehzeit). Mein rechtes Knie schmerzte, es war einfach überlastet. Auf dem Weg kamen uns wieder diverse Eselgruppen entgegegen - teilweise an recht engen Stellen. An der einen Stelle drängelte sich ein Esel an dem anderen vorbei - ich dachte eigentlich ich stehe sicher aber der Henkel der Gasflasche streifte meinen Rucksack und ich hab fast einen Abgang gemacht. Was für ein Schreckmoment. Achja, ich vergaß, dass es mal wieder regnete, das machte richtig Laune. Kurz vor Mittag hatte David sein Tief, seine Schulter schmerzte so sehr. Wir schleppten uns zum Lunchspot und waren - mal wieder - am Rande der Erschöpfung. Sogar Furba machte sich Sorgen und massierte David die Schulter locker. Das half ein Bisschen. Die Pause tat wieder gut. Wieder rafften wir uns auf und gingen weiter.
Plötzlich kreuzten sich die Wege mit dem Touri-Strom aus Lukla. Hier landen die Massen per Flugzeug und laufen ebenfalls nach Phakding. Von einsamen Wegen und Ländereien waren wir plötzlich auf dem „Highway“ umgeben von etlichen Wanderern. Ein komisches Gefühl, denn nun wurde es Ernst. Wir waren zumindest für die nächsten Etappen in der Everest-Maschinerie. Wir genossen trotzdem den Weg. Kurz vor dem Ziel entdeckte ich leider auf beiden!! Seite meiner Fersen eine große Blase. Was für ein Scheiss! Das konnte doch nicht sein. Der Knöchel, das Knie und nun beide Füße… mit letzten Kräften humpelte ich noch 30min weiter, bis wir endlich im Hotel waren. So konnte es nicht weitergehen. Ich war mir nicht mehr sicher, ob es überhaupt nach Namche schaffen würde und es liefen Frustrationstränen. Ich war definitiv an einer körperlichen Grenze angekommen. Warum ließ mich mein Körper so im Stich noch bevor es eigentlich in die hohen Berge ging. Ich hatte Angst vor dem nächsten Tag. Die Etappe nach Namche ist entscheidend, denn sie geht über 800m hoch. Das musste ich irgendwie schaffen. David umarmte mich ganz fest und tapte alles was möglich war. Ich hatte festen Wandersiegeswillen in mir.Read more
Tag 6: Phakding - Namche Bazar:
October 2, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 10 °C
10 km, 840m auf, 110m ab
Wieder starten wir sehr früh und liefen erstmals an riesigen Wandergruppen vorbei. Bisher hatten wir eigentlich fast immer 2-4er Gruppen gesehen. Nun waren es 15 Leute und mehr. Schnell weg oder überholen lautete das Motto. Es ging erst auf und ab, über Hängebrücken, Treppen, durch Wälder bis zum Checkpoint - dem offiziellen Eingang es Nationalparks. Es war glücklicherweise nicht voll. Nach ca 30 min hatten wie unsere TIMS Cards und geprüft von dem Militär durften wir rein: in die große weite Welt des Himalaya. Die letzte Station bevor es dann lange bergauf ging nutzte ich noch für eine Nudelsuppe, die mir später Superkräfte verleihen sollte. Denn es ging heute gut. Mir tat das Knie bei jedem Schritt weh aber ansonsten konnte ich laufen und war einfach voller positiver Energie. Wir kreuzten mehrere Male den reißenden Fluss über schwankende Hängebrücken. Die Letzte hatte es in sich: In rund 50 Metern Höhe liefen wir von einer Klippe zur anderen über den Fluss. David freute sich und lief mit Handy los. Ich hinter her und merkte mit jedem Schritt wie sich die Höhenangst durch den Körper arbeitete. Als David dann in der Mitte stehen blieb, mich filmte und ich kaum Platz hatte an ihm vorbei zu kommen, musste ich richtig gegen die Angststarre meines Körpers arbeiten. Schritt für Schritt ging es weiter und je näher ich der anderen Seite kam, desto mehr bildete sich der Panik-Tränen-Kloß im Hals. Geschafft - pustend wartete ich auf der anderen Seite, und es musste einach raus. Die Paniktränen liefen - vielleicht war es einfach alles zu viel. Aber dennoch war es wieder eine neue Grenze, die ich gemeistert hatte. Bäm! Denn ich bin alleine rüber gelaufen und habe es geschafft. Alle Leute waren total niedlich und sprachen mir gut zu. Wir waren alle im gleichen Boot, quasi Leidensgenoss*innen - das schweißte zusammen und wir merkten den Zusammenhalt aller Wander*innen auf der Strecke. Wir motivierten uns, grüßten uns und erzählten uns wie lange es noch bergauf oder bergrab ging. Das tat gut, denn wir waren vor der Natur alle gleich gut bzw. schlecht gewappnet.
Dann kam der große Anstieg. David und ich legten unsere erste Meisterleistung hin. Bergauf konnten wir … und so schwitzen wir uns bis hoch nach Namche und waren so richtig stolz! Mit einem Schokobrownie belohnten wir uns und natürlich einer neuen Runde Tshirts auswaschen. Das gab es nach fast jeder Etappe. Was für ein gutes Gefühl als wir im Bett lagen.Read more
Tag 7: Namche Peak/ Aclimatisation:
October 3, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 7 °C
4,7 km, 380m auf, 390m ab
Wir starteten einen recht einfachen Anstieg. So langsam merkten wir die Höhe. Der Körper hatte irgendwie weniger Kraft bzw. wir wurden immer langsamer während wir hoch gingen. Ein seltsames Gefühl mehr und mehr nach Luft zu schnappen obwohl wir doch so langsam gingen. Aber irgendwie auch aufregend - the Himalaya-Struggle is real sozusagen. Zumindest war das noch der coole Struggle. Der uncoole Struggle waren meine beiden Blasen. Leider hatten wir alle unsere Blasenpflaster in Kathmandu vergessen (ahhhh) und so klebten nun zwei neue, völlig überteuerte Pflaster auf meinen Fersen. Nach rund 30 min, und wieder aua, musste ich nachschauen was los war. Alles ab, die Pflaster wollten nicht haften. Auch die normalen Pflaster waren nach 10 weiteren Gehminuten ab. Was nun? Es half nur noch ein Verband. Wow… aber was solls. Also erste Hilfe von David und weiter ging es auf den Gipfel. Fast alleine saßen wir das erste Mal in rund 4.000 Metern Höhe und der erste 8.000er zeigte sich auch: Hallo Lhotse. Wir waren überwältigt! So majestätisch, ganz in weiß, halb in den Wolken aber wir konnten ihn sehen. Wir waren erfürchtig und gleichzeitig total aus dem Häuschen. Der Blick auf den Mount Everest sollte uns auch heute noch verwährt bleiben.
Auf dem Weg nach unten gingen wir einen anderen Weg und da trafen wir sie: die Wandermenschenschlange. Sie schlängelte sich die Treppen hinunter und wir waren bergab laufend in ihr gefangen. Was für ein Downgrade. Namche war Knotenpunkt aller Wander*innen. Der Ort war auf Nepal-Kommerz, Bakeries und Hotels ausgelegt. Sogar einen Irishpub gab es. Irgendwie tat die Zivilisation trotzdem gut, irgendwie verstörte sie uns in unserem Natur-Modus. Zum Glück blieben wir nur zwei Tage. Denn morgen sollte die nächste große Etappe kommen.
Wir deckten uns noch mal mit neuen Verbänden ein, denn meine Beine/Füße sahen aus… nun ja… richtig lädiert. Aber ich war optimistisch und voller Vorfreude auf den nächsten Ort namens Dole. Die Energie der Berge war da und wir wollten sie alle sehen.Read more
Tag 8: Namche - Dole:
October 4, 2023 in Nepal ⋅ 🌫 8 °C
11,6 km, 980m auf, 400m ab
Heute sollte es mal wieder regnen - juhu. Eingepackt in dicken, wasserrdichten Klamotten ging es los. Wir stapften bergauf im Nebelregen - Stunde für Stunde - denn es ging wieder 600 Meter am Stück direkt am Berg entlang. Der Weg war wieder frei von Touri-Gruppen, denn die Ameisenstrasse folgte dem Weg zum (aktuell leeren) Everest Base Camp. Die Everestbesteigungen werden nämlich erst ab März durchgeführt. Vorher ist das Wetter zu instabil und die Lawinengefahr zu groß. Entsprechend gibt es am Base Camp nur einen beschriebenen Stein und viele für ein Foto wartenden Menschen.
An unserem Ziel Dole angekommen war es bitterkalt. Wir waren nass und müde vom langen Aufstieg. Ich hatte mal wieder Hunger wie eine nepalesische Bärin. Was man hier an Kohlenhydraten vertilgt, nahm zumindest für meine (Körper-)Verhältnisse neue Dimensionen an. Entscheiden konnte man sich jeden Tag zwischen Kartoffeln, Reis oder Nudeln - gebraten, mit oder ohne Ei oder mit Käse. Ab und an gab es dazu noch Kohl, Zwiebeln oder Karotten (mehr wächst nicht auf dieser Höhe). Die Portionen waren amtlich. Aber was soll ich sagen, David und ich verputzten jede Mahlzeit bis zum letzten Reiskorn. Teilweise war ich nach zwei Stunden laufen schon wieder hungrig und schob mir noch ein Cliffbar rein. Was muss das muss um den Berg hoch zu kommen :)
Ebenfalls ein Nepal-Klassiker ist Dhal Bat. Neben Reis, verschiedenen Gemüsekomponenten und einer Art Linsensuppe ist das Besondere an diesem Nationalgericht, dass der Teller so oft nachgefüllt wird, bis man papp satt ist. Gerade beim Bergsteigen also einfach genial. Furba aß Dhal Bat jeden Tag.
Abends saßen wir wieder am Kamin, wärmten uns auf und trockneten all unsere nassen Klamotten. Gegen 20 Uhr schliefen wir schon ein - wie jeden Tag und, wie kleine Wandermäuse, tief und fest. Eigentlich machten wir nichts anderes ausser essen, schlafen und lange laufen - aber es fühlte sich verdammt gut an jeden Morgen los zu gehen und abends voller neuer Erlebnisse ins Bett zu fallen.Read more
Tag 9: Dole - Machhermo:
October 5, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 9 °C
5,3 km, 420m auf, 60m ab
Die Gardinen aufgezogen und die Nase Richtung Himmel: ab dieser Etappe sollte man endlich die richtig hohen Berge sehen. Wir hofften so sehr, dass die Sonne scheinen würde und das tat sie! Endlich war sie da und mit ihr ein klarer, blauer Himmel sowie traumhafte, schneebedeckte Gipfel. Voller Freude starteten wir wie immer sehr früh am Morgen ins Hochgebirge. Auf mittlerweile über 4.000 Meter gab es immer noch viel zu sehen: Die wunderschönen, teils tropischen Wälder hatten wir zwar hinter uns gelassen, aber Wasserfälle, Schmetterlinge, kleine Blumen, volles Gras und natürlich Steine soweit das Auge reichte, prägten die Landschaft. Die Stars aber waren die massiven Berge. Sie ragten aus der Tiefe bis hoch nach oben. Solche Dimensionen hatten wir bisher noch nie gesehen. Alles war größer … viel viel größer und markanter. Die Täler waren tiefer, die Wasserfälle höher und die Höhen unvorstellbar hoch. Wir können die Schönheit der Natur bis heute kaum in Worte fassen.
Bis Machermo hüpften wir teilweise über den Weg, machten lange Pause, fotografierten jeden Winkel und bewunderten die neue Weite. Wir waren da und die Berge mit uns.
Im kleinen Örtchen Machermo angekommen, mussten wir völlig erschöpft nach dem Mittag direkt ein Schläfchen machen. Wir merkten nun die Höhe und ruhten uns den Rest des Tages aus.
In Teehaus lernten wir Melli und Paul kennen. Wir unterhielten uns den ganzen Abend, tauschten Tipps und Erlebnisse aus. Nachts (19:30 Uhr) schauten wir den Sternenhimmel an und sahen eine lange, helle Sternschnuppe. Sie ist bis heute besonders und in tief in unserer Erinnerung.Read more
Tag 10: Machhermo - Gokyo
October 6, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 7 °C
7,3 km, 360m auf, 50m ab
Die Nacht war für uns beide unruhig. Ständig wachten wir auf und mussten auf Toilette. Zwar war dies ein gutes Zeichen der Aklimatisierung aber der leichte Schlaf und die wirren Träume, ließen uns nicht wirklich fit in den Tag starten. Die Etappe war heute nicht lang und die Sonne ging hinter den Bergen auf - juhu! Heute musste wir zum Glück nur wenige Höhenmeter erreichen. Wir gingen ohne großen Anstieg durch die traumhafte Landschaft. Hinter jeder Ecke kam ein neuer Riesengipfel zum Vorschein und wir hörten gar nicht auf unseren Guide Furba zu fragen wie jeder Berg heissen würde und wir hoch er wäre. Furba beantwortete alles ohne mit der Wimper zu zucken. Wir waren total glücklich mit ihm. Er war wahnsinnig hilfsbereit, blieb beim Wandern immer an unserer Seite, kümmerte sich um uns in den Teehäusern und hatte einfach ein richtig großes Herz. Es passte einfach bei uns dreien und wir schwiegen und lachten miteinander.
Die Höhe spürten wir auch heute weiter. Unsere Schritte waren nun kürzer, die Atmung schneller. Schon der kleinste Anstieg brachte uns direkt aus der Puste. Also lautete die Devise: noch langsamer gehen. Das Geheimnis beim Wandern in der Höhe war die Geduld. So schlichen wir langsam, wie zwei Schnecken, den Weg entlang.
Nach vielen richtig fiesen Treppen noch kurz vor Ende der Etappe wurden wir belohnt: der erste Gletschersee von Gokyo zeigte sich. Mit wunderschöner, hellblauer Farbe verzauberte er uns und wir gingen voller Vorfreude über ausgetretene Wiesenpfade bis zum zweiten und dritten See weiter. Und plötzlich waren wir da: in Gokyo - das langersehnte und wichtige Zwischenziel. Von hier aus ging es zur Gipfelbesteigung des Gokyo Ri sowie zu verschiedenen Pässen. Nun war man ganz nah dran, an den Himalaya-Riesen, denn weitere Orte gab es auf dieser Höhe von rund 4.500 Metern nicht mehr viele. Gokyo zählt unter die am höchsten gelegenen Dörfer der Welt.
Nach dem Mittagessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf die Hügel am Ortsrand. Eigentlich dachten wir, dass auf der anderen Seite nur Steine und Geröll liegen. Doch was wir da sahen war kaum zu fassen: eine Gletschermoräne bis zum Horizont. Kilometerlang überlagerte der Schutt das schmelzende Eis. Zwischendrin blitzte das pure, blaue Eis dennoch durch. Wir hörten es knacken und arbeiten. Wieder fühlten wir uns demütig. Wie klein wir doch sind, wird uns beim Anblick des sterbenden Kolosses zu unseren Füße bewusst.
Auf dem Rückweg trafen wir zufällig mal wieder unsere Leidensgenossen, die Spanier. Wir sahen sie fast täglich an den ungewöhnlichsten Tageszeiten, zwischendurch beim Mittag auf der Hütte oder schnaufend auf dem Weg. Immer war die Freude auf beiden Seiten groß sich zu sehen. Auch wenn jeder für sich ging, waren wir doch parallel gestartet und es fühlte sich an, als würden wir die gesamte Route gemeinsam schaffen.Read more
Tag 11: Gokyo Ri
October 7, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 3 °C
3,9 km, 600m auf, 600m ab
Heute war es soweit. Das erste große Ziel, die Besteigung des Gokyo Ri, stand auf dem Wanderprogramm. Immer wieder hatten wir uns in schwierigen Situationen die Vorstellung in den Kopf gerufen, dass der Gokyo Ri das große Ziel war. Hier sind wir 10 Tage hingelaufen, um genau das zu machen was wir gerade taten: zu laufen und zwar mitten in der Nacht. Um vier Uhr morgens ging es los. Mit Stirnlampen auf dem Kopf gingen wir dicht hintereinander Schritt für Schritt den Berg hinauf. 600 Meter ging es quasi steil bergauf. Jeder Schritt war höher und die Luft immer dünner. Mittlerweile kroch ich wie eine fitte Omi den Berg hinauf und pustete doch mehr als mir lieb war. Aber wir fühlten uns beide dennoch gut. Wir hatten keine Auswirkungen der Höhenkrankheit und stapften artig immer weiter.
Langsam dämmerte es und wir hatten erst die Hälfte geschafft, also liefen wir so zügig wie möglich weiter. Das Gefühl völlig kraftlos zu sein obwohl man nach der kurzen Zwischenpause nur wenige Schritte gegangen ist, warf einen immer wieder, auch mental, zurück. Aber wir wollten es beide einfach so sehr. Zwischendurch dachten wir, dass wir einfach stehen bleiben sollten um den Sonnenaufgang von dort aus abzuwarten. Denn das Licht wurde bereits intensiver. Aber wir pushten uns immer weiter. Die Gipfel der Everest-Kette um uns herum wurden immer klarer und der Himmel immer heller. Zu diesem Zeitpunkt war jeder Schritt nur noch reine Willenskraft, denn körperlich waren wir beide einfach platt und wollten bei JEDEM Schritt am liebsten Pause machen. Doch es zog uns immer weiter keuchend hoch. So erschöpft hatte ich mich zuvor noch nie gefühlt im Leben. Aber die Füße trugen uns weiter.
David sagte plötzlich: “Da ist sie, die Sonne!” und ich drehte mich um und die warmen, hellen Strahlen trafen uns direkt im Gesicht. Hinter dem Mount Everest blickte sie hervor. Wir waren oben, fielen uns in die Arme und mussten beide vor Glück weinen. Wir waren da. Die vielen Schritte, die Blessuren, die Zeit, der innere Kampf - all das haben wir erreicht, um diesen Moment zu erleben und es es war einer der intensivsten Momente meines Lebens. Der 360° Blick auf die Everest-Range mit dem Cho Oyu, Makalu, Lothse (ebenfalls alles 8.000er), am Horizont der Gletscher, die Seen - es war Frieden auf dem Berg und wir waren für alles dankbar. Über eine Stunde blieben wir oben und genossen das tolle Gefühl, bis wir langsam wieder die 600m runter nach Gokyo liefen.
Unten angekommen schauten wir uns aufgeregt alle Bilder an und wieder flossen Tränen der Dankbarkeit sowas in seinem Leben erleben zu dürfen.Read more
Tag 11 Nachmittag: Gokyo Lake 4
October 7, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 3 °C
4,5 km, 130m auf, 110m ab
Nach einem großen Erholungsfrühstück sahen wir Melli und Paul wieder. Sie waren heute in Gokyo angekommen und gemeinsam genossen wir die Sonne und teilten die Freude. Mit neuer Energie liefen David und ich nachmittags eine kleine Runde zum vierten Gletschersee und saßen am Rande des Gletschers. Wir lauschten dem Knacken, Schmelzen und Schieben des Eises. Es war wirklich beeindruckend und ich konnte mich gar nicht satt sehen. Wir saßen ganz alleine in absoluter Ruhe. Einfach herrlich. Der Wind nahm zu, es wurde kalt und wir gingen entspannt wieder zurück.Read more
Tag 12: Gokyo - Renjo La Pass - Lungden
October 8, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 3 °C
11,4 km, 630m auf, 1020m ab
Heute war der zweite große Zieltag: wir wollten die höchste und anspruchsvollste Etappe unserer 176km langen Tour meistern - den Renjo La Pass. Als letzter Teil des Three-Passes Track ist er bekannt für einen spektakulären Blick, bevor es den gesamten Weg wieder bergab - über mehrere Tage - ins das tiefe Tal zurück geht.
Zum Sonnenaufgang ging es wieder an die Wanderstöcke und wir liefen am strahlend blauen Gletschersee und weißen Berggipfeln entlang. Die Schritte heute fielen ein bisschen schwerer. Wir merkten beide den Aufstieg auf den Gokyo Ri vom Vortag in unseren Beinen. Die Devise lautete heute also wieder: Schritt für Schritt und viele Pausen. David nahm lieberweise noch ein paar Sachen aus meinem Rucksack ab. Er war heute fitter als ich und heimlich war ich dankbar darüber. Ganze vier Stunden sollte der Anstieg bis zum Sattel auf 5420m gehen. Wir hatten also eine ordentliche Route vor uns.
Es ging in steilen und schotterigen Spitzkehren nach oben. Langsam schoben wir uns wieder, wie die Schnecken, voran. Jede Kurve ein kleiner Erfolg. Die Natur wurde immer rauer, kein Baum oder Pflanze wuchs hier mehr. Wir durchliefen riesige Steinfelder. Furba spielte nepalesische Folklore-Musik auf seinem Handy ab und gemeinsam erreichten wir den oberen, finalen Abschnitt. Denn nun lag plötzlich recht frischer Schnee am Boden. Wir fühlten uns jetzt wie richtige Bergsteiger*innen - zwischen recht steilen Passagen, den Weg nach Schneespuren absuchend und mal wieder kaum Luft, ging es langsam aber stetig nach oben. David war recht schnell und war richtig glücklich so mitten drin in der rauen Natur. Er wartete auf mich kurz vor Erreichen des höchsten Punktes. Gemeinsam und jubelnd kamen wir ganz oben an.
Es herrschte Freudenstimmung. Alle waren erleichtert, verdammt stolz und einfach überglücklich einen unvergesslichen und sogar noch besseren Blick über den Himalya zu haben. Der Mount Everest wirkte noch höher, noch majestätischer und gebannt starrten alle in die Weite. Es war der Moment, auf den wir alle hingelaufen sind. Der höchste Punkt, den wir über hunderttausende Schritte nun erreicht haben. Wir umarmten fremde Menschen, klatschten uns ab und einige verneigten sich nochmal, bevor sie Abschied nahmen und auf der anderen Seite wieder bergab liefen. Lange blieben wir oben bevor es nun auch für uns weiter ging. Es lagen noch weitere drei! Stunden Abstieg vor uns und viele Kilometer.
Die Landschaft veränderte sich auf der anderen Seite schnell. Nachdem wir einen recht steilen Treppenabschnitt genommen hatten, kreuzten wir einen wunderschönen See und waren schnell wieder auf Wiesenwegen voller kleiner bunter Blumen unterwegs. Wir liefen und liefen und die Landschaft änderte sich gefühlt nach jedem Abschnitt. Erst kamen die Flüsse, dann sogar breite, feinsandige Strandanschnitte (wo kommt denn hier der Sand her ?!) und abschließend weite Blicke auf eine afrikaartige Steppenlandschaft mit einem Flussdelta inmitten von vorbeiziehenden Wolken und herausblitzenden weißen Schneegipfeln. Es war magisch und wir glücklich. Wie in der Hobbitlandschaft legten wir uns zur Pause mit unseren Backpacks auf kleine Hügel und freuten uns wie Kinder. Die Route schloss mit einem steilen, rutschigen Schotterberg ab, den wir aufgrund der starken Winde wieder eingepackt in unseren dicken Sachen mehr schlecht als recht runterstolperten. Wir spürten die lange Wanderung und erreichten Lungden hungrig und erleichtert. Hier blieben wir und ruhten uns den Rest des Tages aus.Read more
Tag 13: Lungden - Namche Bazar
October 9, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 4 °C
16,7 km, 220m auf, 1040m ab
Getragen von unserer Energie und der mittlerweile richtig guten Wanderroutine, entschieden wir uns heute die doppelte Etappe zu gehen. Eigentlich sollte heute ein “kurzer” Tag anstehen: nur 3,5 Stunden Laufzeit in den Ort namens Thame. Aber wir bekamen mit, dass mittlerweile ein kleines Transportchaos im Touri-Wander-Wonderland die Runde machte. Seit mehr als fünf Tagen flogen keine Flugzeuge meht nach Lukla. Menschen warteten tagelang am Flughafen und mussten eine lange Jeepfahrt und eine mehrtägige Wanderung durch das Valley zwangsläufig hinnehmen. Für alle, die aus dem Himalya wieder nach Kathmandu fliegen wollten hieß es ebenfalls: Wandern und zwar +2 Tage durch das Valley. Viele mussten sogar auf den Höhen von Gokyo ihre eigentlichen Zieltouren entfallen lassen, damit sie ihren Langstreckenflug in die weite Welt bekamen. Das war wirklich schade. Obwohl wir uns von Anfang an gegen einen Flug und für die lange Tour durch das anstrengende Valley entschieden, hatte dieses Transportchaos auch Auswirkungen für uns: das Valley war voll! Wir wussten also nicht ob wir in den tieferen Lagen überhaupt die geplanten Unterkünfte bekamen, da teils große Gruppen ganze Teehäuser besetzten. Um uns einen Puffertag rauszuarbeiten wanderten wir also die doppelte Etappe direkt nach Namche Bazar zurück.
Der Weg war heute wieder wunderschön. David flog förmlich über die Wege mit weitem Blick in ein unvergleichlich schönes Tal. Die Sonne strahlte, die Berge waren nun wieder bewachsen von Bäumen und die Artenvielfalt nahm deutlich zu. Wir freuten uns über die Energie, die uns der normaler Sauerstoffgehalt in der Luft wieder gab. Sogar eine lange, hohe Hängebrücke war kein Problem mehr für mich. Mit hochgerissenen Armen und laut jubelnd lief ich über die Brücke.
In Namche Bazar angekommen gönnten wir uns auf unsere erfolgreiche Etappe ein Stück Kuchen und die erste warme Dusche! Herrlich! Nach so vielen Tagen endlich mal wieder frisch und warm fühlen. Da ist die schwierige Hygienesituation in den Gemeinschaftstoiletten nur noch halb so schlimm - aber nur fast ;)Read more
Tag 14: Namche Bazar - Nachipan
October 10, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 6 °C
13,5 km, 310m auf, 970m ab
Wir waren wieder am Drehkreuz der Wandertouren. Die Wanderschlange war wieder da - denn alle mussten diese Etappe bewältigen. David mutierte heute zu einer Gazelle und flog förmlich zwischen den Wander*innen den, doch recht steilen, Abschnitt nach unten. Furba und ich waren hingegen im entspannten Tempo unterwegs. Die Sonne immer noch im Gepäck, liefen wir bis Phakding und machten hier ausgibig Mittag.
Wir fingen an zu begreifen, dass die letzten Tage angebrochen waren und wir somit den Mammutteil der Route bereits hinter uns hatten. Sogar die fast 1000m Abstieg gingen ohne Knieprobleme und dank gezieltem Wanderstock-Einsatz gut. Also gönnten wir uns zur Feier des Tages in einer Bakery nach dem Mittag eine große Zimtschnecke und einen Schokodonut. Als ich die Bäckerei betrat war die Freude wieder groß. Die Spanier waren (mal wieder) an einem ungewöhnlichen Ort aufgetaucht und wir mussten uns kaputt lachen. Mittlerweile hatten wir uns schon einige Male verabschiedet und uns aufgrund des Transportchaos und spontan wechselnden Routenänderungen immer wieder getroffen. Gestern standen sie in Nachme Bazar in einer Nebenstraße, als wir im Ort eintrafen. Heute nun in einer zufällig ausgewählten Bäckerei. Solche Zufälle reihten sich mittlerweile häufig aneinander. Nepal war einfach ein magischer Ort und irgendwie spürten das viele. Ein schönes Gefühl immer wieder Menschen auf dem Weg zu treffen und sich gegenseitig bei dieser aufregenden Reise auf so positiver Weise zu begleiten.
Nach einer kleinen Nachmittagsetappe trafen wir in einem schönen Teehaus ein. Wir waren die einzigen Gäste und durften gemeinsam mit Furba und seiner Cousine (die zufällig die Nachbarin war) in der Küche sitzen. Die Gastgeberin war eine geschickte Köchin. Wir bestellen Tomatensuppe mit frischen Tomaten aus dem Garten und vegetarische Momos. Mit Leichtigkeit kochte sie unsere Gerichte über einer Feuerstelle. Wir saßen schweigend daneben und beobachteten jeden ihrer Handgriffe. Es war richtig meditativ. Ein unvergesslicher Abend.Read more
Tag 15: Nachipan - Chheubas
October 11, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 6 °C
7,8 km, 420m auf, 430 m ab
Heute sollte es wieder ins Valley gehen - und zwar über den ersten Teil des Eselwegs. Während wir frühstückten kam ein blonder Wanderer in die Tür und fragte ob er die Toilette nutzen dürfe. Was für eine Überraschung! Es war Paul. Wieder einer diesee Zufälle. Also rannten wir nach draußen und freuten uns, dass wir uns nochmal wiedersehen sollten. Melli und Paul waren leider direkt von der Flugpause betroffen und mussten auch durch das Valley absteigen. Als kurz nach unserem Aufeinandertreffen ihre Unterkunft absagte, weil eine große Gruppe eintreffen sollte, organisierte Furba kurzerhand ein weiteres Zimmer für sie in Chheubas (unserem Zielort). Zwar mussten sie am nächsten Tag um 10 Uhr den Jeep in Kharikola nehmen aber mit einem frühen Start um 5 Uhr morgens alles machbar. Wir freuten uns alle und wanderten das erste mal als Gruppe. Sonst waren David, Furba und ich immer alleine unterwegs. Heute war es richtig schön Begleitung zu haben.
Auf dem Eselweg war es wieder schlammig, voller Kacki und rutschig. Der anstrengende Teil bergab vom Hinweg musste nun leider rund zwei Stunden wieder 400m am Stück bergauf gegangen werden. Es ging besser als gedacht und wir arbeiteten uns gemeinsam hoch.
Plötzlich sahen wir neben dem Weg eine Touristin mit einem liegenden Esel. Sie gab ihm Wasser und legte Blätter hin. Wir kamen ins Gespräch und merkten schnell, dass etwas nicht stimmte. Der Esel hatte sich auf dem steilen, anspruchsvollen und vorallem nicht Esel-gerechten Weg am Bein verletzt und konnte nicht mehr weiter gehen. Statt sich um das Tier zu kümmern, wurde ihm scheinbar seine Transportware abgenommen und er zum sterben liegen gelassen. Es war furchtbar. Nach etwas hin und her blieb uns nichts Anderes übrig, als die Situation zu verlassen. Es war unfassbar traurig, schmerzhaft und man fühlte sich einfach ohnmächtig. Teilweise gingen die Eselführer nicht gut mit den Tieren um, scheuchten sie mit Stockhieben über die steilen Wege. Immerhin soll in ein bis zwei Jahren eine neue Straße fertig gestellt werden, über die fortan Vorräte und Waren in die Berge gelangen können. Denn irgendwie muss alles, was die Touris verbrauchen, hier hoch gebracht werden. Von schweren Gasflaschen, Lebensmitteln und Baumaterial - es gab neben teuren Helikoptertransporten nur diese Möglichkeit. Auch die Porter schleppten teils bis zu 80 Kilo auf ihrem Rücken den Berg hinauf. Insbesondere Gruppen, die ihre Porter mit schweren Taschen beluden, machten uns wütend. Ohne darüber nachzudenken, dass es bei solch einer Reise auch um den eigenen Verzicht ging, stopften die Leute ihre Reisetaschen voll und ließen sie tragen. Sicherlich ermöglicht der Beruf des Porters vielen Nepalesen ein Einkommen, das sie sonst so nicht hätten. Letztendlich ging es für uns um das Bewusstsein für einen würdevollen Umgang mit Mensch und Tier! Und das wurde von vielen Touris leider nicht gesehen, bzw. hingenommen. Wir fühlten uns regelmäßig schlecht wenn ein vollbepackter Porter an uns vorbei lief, der nur halb so groß war wie wir. Ein kleiner Wehmutstropfen war, dass wir unser eigenes Gepäck trugen und wir uns beim Duschen und Verbrauch von Lebensmitteln, die nicht zum absoluten Grundverbrauch zählten, sehr zurückhielten. Dennoch waren wir Teil davon. Und das war ganz klar die Schattenseite dieser Tourismusindustrie. Es ist richtig sie zu sehen und wir waren teilweise entsetzt wie ignorant oder selbstsüchtig einige Wander*innen sich gegenüber diesen wundervollen Menschen und Tieren verhielten. Die Anzahl an Eseln hat sich laut Furba auch stark erhöht. Mehr als 1000 Tiere laufen Tag für Tag diese Wege entlang. Das Bewusstsein über diese Situation sollte jedem von euch klar sein, wenn ihr in den nächsten zwei Jahren auf den Track geht. Deswegen schreibe ich es nochmal so explizit. Erst wenn die Strasse nach Lukla fertig gebaut ist, wird sich diese Situation hoffentlich verbessern.
In Chheubas angekommen saßen wir gemeinsam bei einem Tee vor dem Haus und ließen den Tag ausklingen. Das Teehaus war überbucht. Es waren schlichtweg zu viele Menschen im Valley unterwegs und so mussten viele im Gemeinschaftsraum schlafen. Wir hatten Glück und bekamen durch die telefonische Reservierung noch einen eigenen Raum. Allerdings war für Furba auch kein Platz mehr. Wir boten ihm an bei uns mit im
Zimmer zu schlafen. Aber er wollte nicht und übernachtete in der Küche auf der Bank. Was für ein Chaos.Read more
Tag 16: Chheubas - Kharikhola:
October 12, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 9 °C
14 km, 410m auf, 910m ab
Die letzte richtige Wanderetappe war endlich gekommen. Die Sonne schien, es war wieder warm und wir frühstückten auf der kleinen Terrasse mit traumhaften Blick in die Ferne. Heute sollten wir keine allzulange Etappe haben. Lediglich ein Stück über den zweiten Teil des Eselwegs inkl. Baustelle und danach der 900m lange Abstieg zurück nach Kharikula.
Wir ließen uns also Zeit und gingen gemächlich los. Schnell erreichten wir die Gabelung vor der Bausstelle. Eigentlich war der Weg gesperrt. Auf dem Hinweg pausierten allerdings die Bauarbeiten und so konnten wir ohne Probleme durchhuschen und uns den beschwerlichen Umweg von rund zwei Stunden oberhalb sparen. Allerdings kam uns niemand entgegenen. Wir hörten eine laute Sprengung. Scheinbar waren die Arbeiten in vollem Gange und so sollte es auch sein. Angekommen sahen wir von unten wie der Bagger schwere Steine und Felsteile den Abhang hinunter schob. Neben uns waren noch ca 10 weitere Nepalesen. Es hieß immer, wir sollen warten. Also warteten wir … fast eine Stunde. Die Nepalesen sagten uns, es wäre steil und schmal. Ich fühlte mich nicht wohl. Dann kam das Zeichen, dass die Arbeiten pausieren und sie kletterten los. Wir nahmen links vom Schotterabhang den Weg durch das Dickicht. Dieser Weg war aber verdammt rutschig und steil. Wir zogen uns gegenseitig nach oben und mussten uns teils mit beiden Händen festhalten. Furba bemerkte auf halber Strecke, dass wir nicht weiterkamen. Die andere Strecke am Abhang war auch zu gefährlich. Was nun? Es fing natürlich genau in dem Moment an zu regnen und ich muss sagen: ich war nach längerer Zeit mal wieder bedient. Am letzten Tag begaben wir uns in eine solch unnötige, gefährliche Situation. Langsam stiegen wir wieder ab. Den letzten Teil der Strecke rutschte ich runter, weil es zu steil und unbefestigt war. Wir standen wieder da, wo wir eine Stunde gewartet hatten. Na toll… also den ganzen Weg wieder zurück und nun auch noch die Umgehungsstrecke laufen … wir hatten viel Kraft und insbesondere Zeit verschenkt. Als wir irgendwann die ersten schlammigen Ausläufer der Umgehungsstrecke sahen, fragte ich eine mir entgegenkommende Frau wie der Weg weiter geht. Sie lachte mich aus, denn dieser Weg war der reinste Schlammhorror. Schlamm bis zur Wade und zwar ganze zwei Stunden. Wir stapften, rutschten und keuchten uns den Weg entlang. Immer wieder kamen uns Esel- oder Yakgruppen entgegen, die genauso wie wir mit dem Anstieg und den Gegebenheiten zu kämpfen hatten. Am Ende des Weges ging es nochmal steil bergab. Die letzten 10 Meter hatten es am Ende nochmal in sich. Ich wollte einen anderen Weg nehmen als David. Denn er endete mit einem Sprung von einem großen Stein. Das wollte ich nicht. Also kletterte ich zwischen lockeren Steinen nach unten. David leitete mich gut durch. Der Weg endete am Fuße der Baustelle und siehe da: Sie war für Fußläufige wieder geöffnet. Wir sahen wie die Leute problemlos durchmarschierten. Was für ein frustrierendes Gefühl. Denn wir waren einfach zur falschen Zeit an der Baustelle angekommen und mussten diesen furchtbaren und teilweise gefährlichen Weg ganz umsonst gehen.
Am Fuße der Umgehungsstrecke lag dann auch noch ein toter Esel, der ein paar Stunden zuvor von oben abgestürzt sein musste. Deswegen hatte mich David auf dem letzten Stück bewusst weggelotst, sodass ich diesen schrecklichen Anblick nicht sehen musste. Und dafür bin ich ihm mehr als dankbar. Denn David war richtig fertig. Das war einfach alles zu viel. Zwischen Schock, Trauer und Erschöpfung wollten wir einfach nur ankommen. Wir fühlten uns schlecht und gerade auf den letzten Metern unserer so besonderen Reise waren wir ermattet, dass es so Enden sollte. Die Uhr tickte, denn bald wurde es dunkel, unsere Schuhe und Beine waren voller Schlamm und wir hatten Hunger. Also machten wir eine Pause an dem Teehaus mit dem schönen Blick über das ganze Tal. Die Nudelsuppe half - zumindest mir.
Getrieben vom noch sehr langen Abstieg bildeten sich bei mir plötzlich Flügel der Leichtigkeit. Jeder Schritt ging einfach und ich fühlte mich wieder kraftvoll und sicher mit jedem Schritt. Das gab es - zumindest bei mir - bisher noch nie. David versuchte ich aufzumuntern aber der Tag war mit all den Geschehnissen einfach gelaufen - verständlich. Während ich an den vielen Touris auf der Überholspur vorbeitänzelte, machte sich das pure Gefühl der Freude breit. Egal ob bergauf oder bergab - ich hatte es nun drauf mit dem Wandern. Yes! Auf den letzten 300 Metern vor dem Ziel dann leider das Pech: ein falscher Schritt und ich knickte wieder um. Aua! Humpelnd aber dennoch so richtig beflügelt kam ich unten an. Furba hatte glücklicherweise Kontakt zum Jeep, der uns auf einer Teilstrecke einsammelte. So mussten wir nicht mehr im Dunkeln weiterlaufen bzw. humpeln. Als wir im Jeep saßen schüttete es plötzlich, wie aus Eimern, und nach einer amtlichen Offroad-Fahrt durch die mittlerweile richtig aufgeweichten Strassen, waren wir einfach nur dankbar, als wir endlich (bei Stromausfall) im Teehaus ankamen. David und ich umarmten uns - wir hatten es geschafft. Es war vorbei. Im Guten als auch im Schlechten.
Gesamtstrecke: 176 km, 8.600m auf, 8.730m abRead more
Tag 17 - Jeepfahrt Kharikhola - Khoriya
October 13, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 12 °C
Gestärkt und mit besserer Laune stiegen wir heute in den Jeep. Mit nicht mehr als 15km/h arbeitete sich der Wagen die Serpentinen entlang. Die extrem schlechten Straßenverhältnisse schüttelten uns ordentlich durch. Die Strecke verlief durch teils tiefe Schlammabschnitte, Steine aus Erdrutschen und rauschende Flüsse. Aber irgendwie war es auch witzig. Mit Furba als DJ fuhren wir erst ganz nach unten zum Fluss, um uns - Überraschung - wieder komplett bis nach oben zu fahren. An einer sehr! schmalen Durchfahrt durch einen Wasserfall, sahen wir, dass ein Auto, genau an der brenzligen Stelle, feststeckte. Alle stiegen aus. Was nun?! Bei dem besagten Jeep war der Allradantrieb kaputt und er kam den steilen Anstieg hinter dem Flussbett nicht mehr hoch. Gut, dass der Fluss direkt hinter dem Jeep zu einem weiteren Wasserfall mit tiefem Abhang wurde. Hilfe! Also alle Männer ausgestiegen, um den Jeep herum aufgestellt und hoch schieben. War das aufregend! Auf drei schoben sie mit geballter Kraft und der Jeep setzte sich in Bewegung. Meter für Meter meisterten sie den steilen Anstieg. Die Nepalesen feierten und regten sich gleichzeichtig auf, wie der Fahrer ohne Allradantrieb überhaupt diese anspruchsvolle Strecke fahren konnte! Nachdem der gleiche Jeep 20 min später wieder am Berg feststecke und der Trecker ihn abschleppen musste, lachten alle nur noch.
Weiter ging es nach einer kurzen Mittagspause. Einigen Stunden später stand plötzlich ein winkender, älterer Mann auf der Strasse. Nach kurzem hin und her stieg er ein. Scheinbar gab es einen Trauerfall und er wollte ins nächsten Dorf auf die andere Seite des Bergs. Allerdings merkten wir alle schnell, dass etwas nicht stimmte. Denn er war so richtig betrunken und fing kurz darauf laut an zu singen und wedelte mit den Armen. Er hatten irgendwann so gute Laune und animierte uns zum Mitmachen, dass Furba klar war, dass der alte Mann ihn reingelegt hatte, denn er war einfach nur betrunken und wollte nach hause. Wir lachten herzlich und wippten gemeinsam im Takt bis er irgendwann wieder ausstieg.
Abends kamen wir in Khoriya, dem ländlichen Wohnort von Furba, an. Im kleinen Dorftreff gab er uns ein Bier aus - das Erste des ganzen Treks.
Mit seiner wundervollen Familie aßen wir zu Abend. Sie zauberten in der kleinen Küche leckere Kartoffelpuffer mit scharfem Büffel-Schmand-Kräuterdip und frischer Büffelbutter für uns - alles aus Eigenproduktion. Ein Essen für die Seele. Neben seiner Schwester, ihrer kleinen Tochter und der über achtzigjährigen Mutter, lebten einige Waisenkinder und Familienangehörige auf dem Hof. Es gab Hunde, Ziegen, Hühner, Büffel, Katzen und ganz viel zu entdecken. Es war alles sehr einfach eingerichtet. Auch gab es keine Matratzen auf den selbstgebauten Holzbetten. Das waren wir ja zum Glück aus den Teehäusern schon gewohnt. Wir fühlen uns wohl und schnell fielen uns die Augen zu.Read more
Tag 18: Khoriya Dorfbesuch
October 14, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 14 °C
Nach einem ausgiebigen Frühstück und warmen Sonnenstrahlen im Gesicht, lümmelten wir mit kleinen Ziegen am Hof herum. Wir krauelten sie und schmusten mit ihnen. Danach ging es in einen anderen Dorftreff. Wieder war die Gastfreundschaft groß. Es wurde uns ein Becher schwarzer Tee angeboten und Furba berichtete seinen Freunden vom betrunkenen Mitfahrer im Jeep vom Vortag. Als der Wirt seinen Laxmi (nepalesisches weinähnliches Getränk) alleine auf der Bank stehen ließ und in die Küche ging, witterten zwei hereinschielende Ziegen ihre Chance. Schnell kippten sie das Glas um und schlabberten die Laxmi-Pfützen am Boden weg. Die Stimmung war großartig im Dorftreff.
Am Berg entlang gingen wir bergauf zur kleinen Schule. Aufgrund von Feiertagen hatten die Schüler*nnen (leider) frei. Aber die bunten und insbesondere liebevoll mit Lernmaterial geschmückten Klassenräume ließen nur erahnen, wieviel Mühe sich Lehrer*innen und die Community geben, um ihnen die bestmögliche Bildung zu geben.
Weiter ging es in ein kleines Kloster. Wir waren beeindruckt von akuraten und insbesondere detaillierten Malereien in den Innenräumen. Alles war bunt, spirituell und friedlich.
Am späten Nachmittag packten wir mal wieder unsere Rucksäcke, verabschiedeten uns von der Familie und wanderten eine letzte Stunde auf die andere Seite des Berges.
Irgendwie war es schön nochmal zu laufen. Der Wander-Abschluss vorgestern war nicht so, wie es all die vorherigen, kräftezehrenden Tage es verdienten. Die Erlebnisse, die vielen durchbrochenen Hürden, die Hochs und Tiefs, der Zusammenhalt, die unbändige Natur, die neuen Dimensionen, die Begegnungen, das viele Lächeln, die körperliche sowie mental neugewonnene Kraft, die Herausforderungen, der Mut, die Demut, die Dankbarkeit und so viel mehr ließ uns strahlen und einfach pures Glück empfinden. Die Beine trugen uns leichtfüßig den Berg hinauf und ich habe mir am Ende sogar gewünscht, dass der Weg noch nicht endet. Denn wir fühlten uns beide ausgeglichen und kraftvoll.Read more
Tag 19-20: Kathmandu & Überraschung
October 15, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 23 °C
Morgens um 4 Uhr ging es wieder in den großen Jeep. 12 Stunden Fahrt hatten wir vor uns. Die Straße war deutlich besser und wir schlängelten uns vom Gebirge bis ins Tal hinab durch die traumhafte Landschaft mit den letzten schönen Blicken in die Ferne. Als die Sonne aufging blitze uns ein letztes Mal der Schnee eines 7.000ers entgegen. Unsere Seelen-Akkus waren wieder voll und zwischen Dankbarkeit und Abschiedsschmerz rollte mir eine kleine Träne die Wange hinunter bevor der Koloss wieder in den Wolken verschwand.
Als wir am späten Nachmittag im quirligen Kathmandu eintrafen, freuten wir uns. Der Verzicht auf nahezu alles ausser Grundnahrungsmittel und -bedürfnisse sowie natürlich Bewegung ließ uns beide über so viele Kleinigkeiten, wie ich mich in der Form so nicht erinnern kann, kindliche Freude spüren: Eine Dusche, eine eigene, saubere Toilette (mit Papier), Barfuß laufen, frische Klamotten, Zugänglichkeit und vorallem Vielfalt von Lebensmitteln, Privatsphäre, keinen Verband an den Füssen (ja, ich habe ihn bis zum Ende tragen müssen), kein Frieren, leichte Kleidung, frische Handtücher, ein gemeinsames Bett, eine Bettdecke und kein Schlafsack, eine elektrische Zahnbürste, ein Sprühdeo, ein flüssiges Haarshampoo, angenehme Gerüche. Das alles sind Sachen, die wir nicht brauchen um glücklich und ausgeglichen zu sein. Darüber waren wir uns klar. Aber der langersehnte Belohnungsabend mit Biss in die Pizza und Fruchtsaft schenkte uns beiden ein breites und vorallem ein Grinsen voller Stolz und Selbstvertrauen.
Wir hatten es geschafft! Über 170 km, 8600 Meter hoch und 8730 Meter wieder runter durch das höchste Gebirge der Welt - hätte mir das jemand vorher erzählt wie anstrengend und kräftezehrend sich dieser Weg wirklich anfühlt, hätte ich es vielleicht nicht gemacht. Aber jeden leichten als auch sinnbildlich schmerzhaften Schritt zu gehen und dabei sein Gepäck, seine Träume und Visionen zu tragen - das war das alles so verdammt richtig!
Abends waren wir bei Furba und seiner Frau zum Abschiedsessen eingeladen. Es gab das leckerste Dhal Bat, der gesamten Reise. Sie gaben sich so viel Mühe und wir ließen die letzten 20 Tage Revue passieren. Wir hatten beide zuvor mit einem vorher Unbekanntem noch nie so viel Zeit von morgens bis abends verbracht. Am heutigen Abend waren wir einfach dankbar und genossen ein letztes Mal die Zeit zusammen. Zum Abschied legte uns Furbas Frau einen weißen Katha (Stoffschal) um die Schultern. Die weiße Farbe wird zur Begrüßung oder zur Verabschiedung gewählt - bei Gästen, die man sehr gerne hat und als ehrenwürdig empfindet. Wir waren seelig und berührt, als wir abends einschliefen.
Am letzen Tag in Kathmandu, nach 27 Tagen wundervollem Nepal, lagen David und ich morgens im Bett. Wir erzählten uns gegenseitig wie besonders diese Tage für uns waren und, dass auch wir als Paar eine neue Ebene der Vertrautheit, der Stärke und des Miteinanders gewonnen haben. An diesem Morgen machte mir David einen Heiratsantrag und ich habe aus vollem Herzen „ja“ gesagt.Read more




































































































































































































































































