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Weltreise die Zweite

Unsere 2. Weltreise :) Læs mere
  • Muskelkater

    25. juli 2025, Peru ⋅ 🌙 8 °C

    Wir ruhen uns in Cabanaconde aus. Das Bett ist unglaublich bequem und kuschelig. Auch unsere aufbewahrten Sachen sind natürlich noch dort und es fehlt nichts. Wir fühlen uns in Peru ohnehin sehr sicher und haben das Gefühl, dass die Peruaner sehr ehrliche Menschen sind.

    Nach einen Mittagsschlaf gehen wir ins Dorf und finden abseits der Touristenrestaurants eine kleines Familienbistro, in dem wir für nur 10 Soles, also weniger als 2,50€ ein komplettes Menü mit leckerer Nudel/Mais-Suppe, Ceviche (in Limonensaft gegartem Fisch) und einem leckeren Zitronentee bekommen. Der Besitzer setzt sich noch zu uns und erklärt uns auf Spanisch die Unterschiede der in dem Dorf angebauten Maissorten. Sehr interessant. Wir essen heute Choclo Mais, der riesige Körner und ein unglaubliches Aroma hat.

    Wir freuen uns, dass wir noch einen Tag in Cabanaconde zur Erholung mit eingeplant haben. Der Muskelkater in den Waden ist enorm und wir fühlen uns hier sehr wohl.

    Auch Lara geht es trotz der anstrengenden letzten Tage nun deutlich besser und sie hat wieder Appetit. Nach dem Aufstieg geht es also bergauf 😀
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  • Cananaconde -> Chivay -> Puno

    26. juli 2025, Peru ⋅ ☀️ 8 °C

    Morgens um 9.00h steigen wir in den lokalen Bus am Central Plaza. Er wird uns zurück nach Chivay bringen. Zum Glück haben wir reservierte Sitzplätze, denn der Bus wird die gesamte 1,5 stündige Fahrt komplett überfüllt sein und viele Fahrgäste müssen im Gang stehen. Aber es wird keiner stehen gelassen 😌 Die Fahrt entlang des Canyons ist wieder sehr schön und wir genießen noch einmal den tollen Ausblick hinunter in den Abgrund. Schwer vorzustellen, dass wir gestern noch dort ganz unten waren.

    In Chivay haben wir knapp 2 Stunden Aufenthalt. Wir vertreten uns etwas die Beine um den Muskelkater entgegenzuwirken. Zum Mittagessen probiert Aron heute Meerschweinchen (Cuy). Auf dem Teller landet also ein kleines Tier noch mit Hinterlauf und kleiner Pfote. Schmeckt irgendwie nach Hühnchen oder Ente, lecker!

    Am frühen Nachmittag nehmen wir dann den Touristenbus nach Puno. Das ist die einzige Verbindung in den Ort am Titikakasee. Der Bus ist dafür aber auch sehr modern und komfortabel. Es wird eine ruhige Fahrt mit häufigen Pausen um sich zu bewegen und wir halten diesmal auch an dem Vulkanausblick auf 4.900m kurz an.

    Puno, was auf 3.900m liegt, erreichen wir nach Sonnenuntergang…
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  • Der Titikaka-See

    27. juli 2025, Peru ⋅ ☀️ 14 °C

    Die Busfahrt nach Puno endet ein wenig außerhalb am Stadtrand, sodass wir mit geschulterten Rucksäcken fast einmal quer durch die Stadt zu unserer Unterkunft gehen müssen. Draußen ist es schon dunkel und ziemlich kalt, denn Puno liegt auf 3.900m über dem Meeresspiegel. Wir sind froh um jedes dickere Kleidungsstück, was wir dabei haben.

    Nach 20 Minuten Fußmarsch beziehen wir unser Zimmer im dritten Stock im ruhigen Hinterhof eines Hauses. Es liegt in der Nähe des Titikakasees inmitten eines nicht touristischen Viertels.

    Die Bauweise der Häuser in Peru ist sehr einfach, es gibt keine Isolierung, die Wände sind sehr dünn und es gibt keine Heizung, was bedeutet, dass es im Winter nachts empfindlich kalt werden kann. Aber für dieses Problem gibt es eine gute Lösung: Alpakadecken. Diese Decken halten sehr warm und sind extrem schwer. Und davon haben wir gleich 5 Stück übereinander auf dem Bett liegen, was uns nachts kaum bewegen lässt, denn sie drücken einen regelrecht runter.
    Aber wenigstens werden wir nun wohl nicht mehr frieren😅

    Morgens auf dem Weg zur Gemeinschaftsküche werden wir von schnurrenden Katzen begrüßt, die uns um die Beine laufen und nur darauf warten gestreichelt zu werden.
    Wir sind neben den Katzen übrigens die einzigen Gäste hier, was uns sehr freut, denn es ist ruhig und wir haben die saubere Küche ganz für uns alleine.

    Gleich um die Ecke der Unterkunft stehen täglich von morgens bis spätabends Marktfrauen und verkaufen frisches Obst und Gemüse. Als wir vorbei schlendern, um die leckersten Avocados der Welt zu kaufen, werden wir mit großen Augen angeschaut und angelächelt. Die Peruanerinnen sind freundlich und winken uns schüchtern zu. Viele Touristen verirren sich wohl nicht in diese Ecke Punos, was wir ziemlich toll finden. Alles ist authentisch peruanisch.

    Auf unseren unzähligen Spaziergängen durch die Stadt, statten wir selbstverständlich dem Titikakasee einen Besuch ab. Der See ist mit 8372 Quadratkilimetern der größte schiffbare See der Welt und liegt in Peru und Bolivien.
    Schon von Weitem können wir sehen, dass der Wasserstand des riesigen Sees leider um mehrere Meter zurückgegangen ist. Überall am Ufer liegt Müll und durch die Abwässer der Gold- und Silberminen, die sich um den See verteilen, ist das Wasser stark verschmutzt. Es ankern verschieden große Ausflugsboote im grünlichen veralgten Wasser in Ufernähe.
    Traurig, was aus diesem einst schönen See mit auch dem höchstgelegensten Leuchtturm der Welt geworden ist.

    Um dennoch einen besseren Blick zu bekommen, machen wir uns auf den Weg zum „Mirador Kuntur Wasi“, einem Aussichtspunkt auf 4000 Höhenmetern. Der Weg dorthin ist sehr steil und wir kommen ganz schön aus der Puste, der dünnen Luft sei Dank. Selbst gut trainierte Menschen können nichts gegen den hohen Puls und die Kurzatmigkeit in diesen Höhenlagen machen. Aber der Aufwand lohnt sich.

    Von hier oben haben wir einen sagenhaften Blick auf die Stadt und auf einen großen Teil des Titikakasees. Selbst in weiter Entfernung können wir schon die Berge Boliviens erkennen.

    Es stehen die Feierlichkeiten zum peruanischen Unabängigkeitstag an, warum wir extra einen Tag länger in Puno bleiben. Die ganze Stadt ist mit peruanischen Flaggen und Wimpeln geschmückt. Überall in der Stadt verteilt sind kleine Stände aufgebaut, in denen handgefertigte Kleidung und Instrumente von peruanischen Marktfrauen angeboten werden. Auf dem „Plaza de Armas“ steht eine Bühne, auf der am Abend vor dem Feiertag verschiedene Bands bis spät in die Nacht spielen. Am Unabhängigkeitstag selbst passiert allerdings selbst nicht mehr viel. Wahrscheinlich hat das trinkfreudige Völkchen abends zuvor ein bisschen zu gut gefeiert.
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  • Für eine Nacht nach Cusco

    29. juli 2025, Peru ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Tage in Puno waren toll, aber nur um den Titikakasee zu sehen, hätte sich der Aufwand eigentlich nicht gelohnt. Könnte man also auslassen.

    Eines Morgens schultern wir wieder unsere kleinen Rucksäcke und steigen im 1km entfernten Busbahnhof in einen Bus von „Cruz del Sur“ ein. Sehr sauber und modern.

    Es geht für eine Nacht nach Cusco. Die Fahrt dauert 7 Stunden und führt und die ganze Zeit durch das Hochland Perus. Zwischendurch sind wir wieder auf 4.500m, Cusco selbst liegt auf „nur“ 3.400m.

    Am Nachmittag erreichen wir die neben Lima wohl bekannteste Stadt Perus. Sie ist Ausgangspunkt für viele Ausflüge in den Anden, unter anderen auch für das Weltwunder Machu Pichu.

    Für die Nacht haben wir ein Zimmer in einem Hostel gebucht, wir zahlen nur knapp 20€. Das Zimmer ist groß, sauber, hat einen riesigen Fernseher ohne Fernbedienung und kein Fenster. Auch das eigene Badezimmer ist nicht direkt im Zimmer, sondern nur über den Außenflur zu erreichen. Zumindest haben nur wir einen Schlüssel dafür.

    Da es nur für eine Nacht ist, stören wir uns nicht weiter daran.

    Am Abend gehen wir noch in die Stadt, probieren Alpaka 😍, was wie tolles Rindfleisch schmeckt und schlendern über den Plaza Mayor mit der schönen Kathedrale.

    Heute scheint eine Autoausstellung stattzufinden, denn es stehen toll restaurierte VW-Käfer blitzblank geputzt in Reih und Glied. Auch ein T3 Camper mit original Westfalia-Ausbau aus Deutschland ist dabei.
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  • Touristenfalle: Aguas Calientes

    31. juli 2025, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Die Nacht in Cusco endet morgens um 2 Uhr. Ohne Kaffee geht es aus unserem fenster- und fernbedienungslosem Kellerloch zu Fuß zum Bahnhof. Die Stadt ist auch nachts gut beleuchtet und wir fühlen uns sehr sicher. Die letzten Nachtschwärmer kommen uns entgegen.

    Am Bahnhof müssen wir warten. Man solle 30 Minuten vor Abfahrt dort sein hieß es, aber nichts passiert. Zu dieser Uhrzeit ist das sehr frustrierend, wir hätten gerne etwas länger geschlafen. Deutlich verspätet gegen 3.30 steigen wir zunächst in einen Bus, der uns in das noch 2 Stunden entfernte Ollantaytambo bringt, dort geht es dann mit der Bahn weiter.

    Es ist immer noch dunkel, als wir aus dem engen Bus aussteigen. Nun wird es richtig chaotisch! Die Fahrttickets, die Kombi aus Bus- und Bahnfahrt wird als Gesamtpaket verkauft. Da sollte man eigentlich erwarten, das man zumindest ein wenig an die Hand genommen wird, um vom Busbahnhof zum Zugbahnhof zu gelangen. Aber Fehlanzeige! Es gibt keinen Guide oder eine Info in welche Richtung es nun zum eigentlichen Bahnhof weitergeht. Es sind sehr viele Menschen unterwegs und die Straßen sind regelrecht verstopft. Keinerlei Übersicht. Wir behelfen uns selbst…

    Es fühlt sich an wie eine Massenabfertigung und die Touristen werden wie Rindviecher umhergetrieben. Die Gassen sind gesäumt von Verkaufsständen und Touristenrestaurants die allerlei Kram zu völlig überhöhten Preisen anbieten.

    Wir finden schließlich den Bahnhof von Perurail.
    Nun geht es jeweils vor dem Waggon in eine Warteschlange, erneut werden Tickets und Reisepässe kontrolliert. Im Zug selbst haben wir fest zugeordnete Sitzplätze.

    Mit fast einer halben Stunde Verspätung setzt sich der Zug endlich in Bewegung. Sehr frustrierend für uns, haben wir extra den ersten Zug gebucht um möglichst früh in Aguas Calientes anzukommen. Dort müssen wir uns nämlich morgens, so früh es eben geht, für Eintrittskarten für Machu Pichu anstellen.

    Hat man sich nicht bereits Monate im Voraus für ein festes Besuchsdatum für das Weltwunder entschieden, bleibt einem nur diese Möglichkeit um noch an Karten zu kommen. Täglich werden für jeweils den nächsten oder auch übernächsten Tag noch genau 1.000 Eintrittskarten ausgegeben. Insgesamt werden in der Hauptsaison etwa 5.500 täglich Besucher zur Zitadelle gelassen.

    Die 1,5 Stunden Bahnfahrt ist an sich recht angenehm. Der Schmalspurzug schaukelt kräftig in den Schienen und fährt langsam durch den Canyon des heiligen Inka Tals. Das Dach hat große Panoramafenster, so dass man auch nach oben hinausschauen kann. Wir hätten uns über einen anständigen Kaffee gefreut, aber es gibt nur Instantkaffee für 2,50€. Für peruanische Verhältnisse unglaublich teuer! Wir verzichten.

    Wir zahlen für den Einweg-Transport von Cusco bis Aguas Caliente heute 93 US-Dollar pro Kopf. Das ist für manch einen hier fast ein halber Monatslohn. Der Ort Aguas Calientes ist nur mit dem Zug zu erreichen. Einzige Alternative ist eine Wanderung von Hidroeléctrica, was wiederum nur über eine einspurige Schotterstraße an einem Berghang erreichbar ist. Die Fahrer bekreuzigen sich bevor sie diese Fahrt antreten. Bei der allgemeinen Fahrweise hier in Peru war das für uns keine Option. Dieser Weg ist außerdem in vielen Top 10 Listen der gefährlichsten Straßen der Welt zu finden.

    In Aguas Calientes angekommen trifft uns der Schlag, obwohl wir es eigentlich schon vorher wussten. Das kleine Städtchen wurde einzig und allein für die Besucher von Machu Pichu errichtet und ist somit ein kompletter Touristenort. Restaurants, Cafés, kleine Läden und Hotels reihen sich aneinander und in die Höhe. Qualität und Preise bleiben dabei komplett auf der Strecke. Alles ist überteuert und wird auf das Nötigste begrenzt. Man hat das Gefühl, es wird schamlos ausgenutzt, dass fast jeder Besucher hier nur ein einziges Mal im Leben hinkommt. Man hat ja auch keine andere Wahl, man kommt um Aguas Calientes nicht herum.

    Wir stellen uns noch mit Gepäck direkt in die Warteschlange beim Ministerio de Cultura. Die Menschen stehen bereits um die Ecke herum und die lange Gasse entlang. Vor uns stehen sicherlich an die 500 Leute. Hinter uns werden später noch viele viele mehr stehen. Nach etwa 2 Stunden erfahren wir, dass die Tickets für den nächsten Tag bereits ausgegeben sind. Unseren Platz in der Schlange geben wir aber nicht auf - dann eben für den übernächsten Tag. Wir kommen derweil mit Céline, einer Französin hinter uns ins Gespräch und verstehen uns auf Anhieb. Bonjour!

    Nach etwa 4 Stunden haben wir es in der sich endlos langsam vorankommenden Schlange bis zum Eingang geschafft und erhalten kurz danach unsere Vor-Tickets. Diese berechtigen uns am nächsten Tag wiederzukommen und diese Vor-Tickets schließlich in richtige Tickets umzutauschen. Warum das so ist, kann keiner erklären. Das ist einfach die peruanische Bürokratie. Wir sind jedenfalls froh, dass wir keine Vor-Vor-Tickets bekommen haben, das gab es nämlich auch mal und bedeutet ein weiteres Mal Schlangestehen. Ein verrücktes System.

    Nun geht es endlich ins Hotel, wir sind sehr müde. 😴

    Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, treffen wir uns wieder mit Céline zum Abendessen und erkunden den Ort. Tatsächlich finden sich hier auch ein paar schöne Ecken, aber alles ist halt künstlich erschaffen und für Touristen gemacht.

    Nach etwas Suchen finden wir in einer versteckten Nebengasse Restaurants, wo wir ein komplettes Menu für 12 Soles bekommen, anstelle von 40 Soles, was die anderen Touristenrestaurants nehmen. Wir sind die einzigen Ausländer hier 😅

    Am nächsten Tag können wir nun wieder zum Ministerio und unsere Tickets für Machu Pichu abholen. Céline ist mit uns in der gleichen Zeit-Gruppe und wir sind froh, dass sie so gut Spanisch spricht. Es hilft uns enorm, dass wir dank ihr nun alles verstehen, was die peruanischen Behördenmitarbeiter über ein Megaphon in den Raum brüllen. Der Ablauf war nicht ganz klar für uns. Aber alles klappt! 😀
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  • Machu Pichu

    1. august 2025, Peru ⋅ ☁️ 21 °C

    Gestern Nachmittag haben wir nun endlich unser richtiges Ticket für Machu Picchu erhalten. Wir mussten uns auch direkt für ein Zeitfenster zum Eintritt und für eine der 4 festgelegten Routen durch die Ruinen entscheiden. Die UNESCO und das peruanische Ministerium für Touristendrangsalierung (Ministerio de Acoso Touristico / Achtung Satire!) haben das so geregelt, um die Besucherströme durch das Weltwunder zu regulieren und die historische Stätte zu schonen. Wir haben uns für einen Eintritt um 8 Uhr mit der klassischen Route 2b entschieden, dort kommt man nämlich auch zu dem klassischen Postkarten-Fotopunkt.

    Heute Morgen sind wir also mal wieder sehr früh auf den Beinen, um uns um 6:30 Uhr mit Céline auf dem zentralen Plaza de Armas zu treffen und gemeinsam hoch zur Zitadelle Machu Picchu zu wandern. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und beschlossen uns zusammen ins Abenteuer zu stürzen.

    Uns stehen nun knapp 3km Fußmarsch und insgesamt 580 Höhenmeter bevor. Alternativ kann man übrigens auch einen Bus hoch zu den Ruinen nehmen. Dafür muss man sich noch einmal in die lange Schlange für die Bustickets anstellen und dann in die noch längere Warteschlange für den Bus 😂 Nein Danke, wir wandern lieber! 

    Zunächst geht es 2km bergab aus Aguas Calientes hinaus am Urubamba Fluss entlang, bis wir zur Brücke und dem Checkpoint für die Eintrittstickets kommen. Nun geht es direkt bergauf. Wir erklimmen unzählige Stufen, welche ab und zu mal von einem kleinen Stück Straße unterbrochen werden. Dort fahren beinahe im Minutentakt die Touristenbusse nach Machu Picchu auf und ab. Um uns herum ist nun alles subtropisch und dichtbewachsen mit Schlingpflanzen und Farnen.

    Mit jedem Schritt wird es anstrengender und wärmer. Auch wenn die Luft noch sehr kühl ist, kommen wir gehörig ins Schwitzen, denn die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Die Kleidung klebt nur noch an uns, sodass wir nach kurzer Zeit uns aus unseren Jacken und Hemden pellen müssen. Machu Picchu liegt übrigens gerade noch am Rande des Amazonas Regenwaldes, der einen Großteil Südamerikas bedeckt.

    Nach fast insgesamt anderthalb Stunden erreichen wir den Eingang zu Machu Picchu.
    Wir sind nun wieder auf knapp 2.500 Höhenmetern.

    Es ist ziemlich voll, aber durch die Einschränkung der Besucherzahlen mit jeweils festem Zeitfenster, hält es sich in Grenzen.

    Glücklicherweise müssen wir nicht lange anstehen, denn die Besucherschlange setzt sich pünktlich um 8.00 Uhr in Bewegung. Wir zeigen nochmals das Ticket und unseren Reisepass vor und wir sind drin. Endlich!

    Nach ein paar Metern öffnet sich der bewaldete Teil des Berges und wir stehen plötzlich direkt vor den Ruinen Machu Picchus. Sprachlos stehen wir da und können unsere Augen kaum von diesem imposanten Anblick losreißen.

    Wir sehen die Ruinen, dahinter der majestätische Berg Huayna Picchu und können es kaum glauben hier zu sein. Wir bekommen Gänsehaut. Jeder von euch kennt sicherlich dieses Postkartenbild - genau das haben wir nun vor Augen.

    Die vielen Touristen verteilen sich nach dem beliebtesten Fotopunkt etwas und es lockert sich auf. Da unsere Freundin Céline vorab bereits einen Rundgang mit einem Guide gebucht hatte, trennen wir uns hier von ihr, um sie am Ausgang wiederzutreffen.

    Auf unserem Weg einmal komplett um Machu Picchu herum und durch die Ruinen hindurch lassen wir uns Zeit. Wir kommen den alten Tempeln sehr nahe. Die Kulisse ist phänomenal und hinter jeder Ecke bietet sich ein neuer wunderschöner Anblick. Das Wetter ist perfekt! Wir verbringen hier über 3 Stunden und genießen jede Sekunde.

    Am Ausgang treffen wir auch Céline wieder. Nach einer kurzen Verschnaufpause schultern wir die Rucksäcke und machen uns auf den Rückweg nach Aguas Calientes.

    Wir kommen komplett verschwitzt an unserer Unterkunft an und freuen uns auf eine Dusche. Da Céline heute Abend bereits nach Cusco weiterreist und kein Zimmer mehr hat, schmuggeln wir sie einfach mit in unsere Unterkunft, damit sie unsere Dusche nutzen kann.

    Bevor wir sie am Abend zur Bahn bringen, lassen wir den wunderbaren Tag mit einem schönen gemeinsamen Abendessen ausklingen.
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  • Zurück nach Cusco

    3. august 2025, Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Wegen des etwas unübersichtlichen und komplizierten Ticketsystem für Machu Pichu haben wir vorab schon einmal eine Nacht in Agua Calientes verlängert. Auch die Bahntickets für die Rückfahrt nach Cusco waren für Samstag mit 70 USD deutlich günstiger. Passt also alles!

    Nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg nach Machu Pichu genießen wir noch einen Abend in dem Touristendörfchen.

    Am nächsten Morgen geht es wieder mit Perurail 🚂 bis Ollantaytambo und dort mit dem Bus weiter bis Cusco. Diesmal läuft es etwas koordinierter ab und wir werden Touri-klassisch mit einem hochgehaltenen Schild vom Bahn- zum Busbahnhof geführt.

    In Cusco treffen wir auch Céline wieder. Wir schlendern noch gemeinsam durch die Gassen Cuscos, in denen immer wieder deutlich wird, dass dies einst eine große Inka-Stadt war. Viele der heutigen Gebäude stehen tatsächlich auf Inkaruinen, von denen die Grundsteine noch heute stehen. Präzise sind die Steine aufeinander angepasst worden, in reiner Handarbeit.

    Am Abend probieren wir peruanisches Bier und einen Pisco-Sour, einen Likör aus Weintrauben, sowie Maracuja-Sour.

    Später bringen wir Céline noch zum Busbahnhof, denn ihr Reise geht weiter nach Bolivien. Wir werden sie sicherlich einmal in Frankreich besuchen 😀

    In den nächsten Tagen kümmern wir uns nun um die Vorbereitung unseres nächsten Abenteuers. Wir wollen nach Choquequirao!

    Choquequirao ist eine Inkastadt etwa 40km südwestlich von Machu Pichu gelegen. Sie wird auch als Schwesterstadt Machu Pichus bezeichnet. Im Gegensatz zu Machu Pichu ist Choquequirao jedoch nicht von den spanischen Kolonialmächten entdeckt worden und außergewöhnlich gut erhalten. Die Stätte ist aber so abgelegen, dass man sie nur über eine mehrtägige Wanderung erreichen kann, die über extreme Höhenunterschiede zwischen 3.000m und 1.500m geht. Auch touristisch ist der Ort noch nicht erschlossen, so dass selbst jetzt in der Hochsaison etwa nur 20-50 Leute pro Tag dort zu erwarten sind.

    Da wir keinen Guide wollen, organisieren wir uns alles auf eigene Faust. In einem kleinen Outdoorgeschäft können wir uns die nötige Ausrüstung ausleihen. Wir brauchen ein Zelt, Schlafsäcke, Isomatten und für Aron noch einen größeren Rucksack. Wir sind ja schließlich nur mit Handgepäck nach Peru gereist!

    Nach etwas Durchfragen wissen wir nun auch, wie wir kostengünstig an den Trailhead kommen. Wir werden mal wieder früh aufstehen müssen! 🥱💤
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  • Wilde Fahrt mit dem Collectivo

    5. august 2025, Peru ⋅ ☁️ 7 °C

    Der Wecker klingelt heute wiedermal sehr früh um 2 Uhr. Ein wenig neben der Spur und mit einem Gefühl kaum geschlafen zu haben, packen wir die letzten Sachen zusammen, die wir für die mehrtägige Wanderung brauchen.

    Wir dürfen ein paar Dinge hier in der Unterkunft lassen, worauf aufgepasst wird, denn alles können und wollen wir nicht mitnehmen. Das wird einfach zu schwer. Mit einer Portion Smacks™️ im Bauch machen wir uns um 3 Uhr auf den 3,5km langen Weg quer durch die Stadt.

    Unser Ziel ist ein Collectivo, ein Sammeltaxi, was erst losfährt, wenn es voll besetzt ist. Es soll uns für umgerechnet knapp 20€ ins 125km entfernte Curahuasi bringen. Günstiger geht es kaum.

    Kurz bevor wir einsteigen rutscht Aron Laras Camelbak Trinkflasche aus der Hand und fällt auf das harte Kopfsteinpflaster herunter. Sie platzt sofort auf. Naja, blöd, aber passiert. Schnell ist eine Einwegwasserflasche nachgekauft, denn wir brauchen jeden Tropfen.

    Wir sitzen im Collectivo und warten, denn eigentlich soll es gegen 4 Uhr losfahren. Die Zeit verstreicht. Es ist 4:15 Uhr, dann 4:30 Uhr dann 5 Uhr und nichts passiert.

    Zwischendurch steigen andere Fahrgäste ein und wieder aus, weil es zu lange dauert.
    Dann endlich gegen 5:30 Uhr ist das Collectivo voll besetzt und es kann losgehen. Hätten wir das gewusst, hätten wir länger schlafen können…

    Die nächsten 2 Stunden bis Curahuasi werden alles andere als angenehm. Wir sitzen total übermüdet und eingepfercht im Collectivo und versuchen uns krampfhaft irgendwie festzuhalten. Der Fahrer meint wohl er wäre Rennfahrer, schneidet beinahe jede Kurve und überholt todesmutig jedes angeblich noch so langsame Fahrzeug in unübersichtlichen Straßenabschnitten in überhöhter Geschwindigkeit.

    Als wir endlich in Curahuasi ankommen, können wir es kaum erwarten aus dem Collectivo auszusteigen und wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

    Kaum draußen und nicht mal den Rucksack wieder auf dem Rücken, werden wir schon von einer Schar Taxifahrer umsäumt. Alle rufen wild durcheinander und wollen uns für eine Fahrt gewinnen.

    Aron handelt mit einem der Fahrer schnell einen guten Preis aus und keine zwei Minuten später sitzen wir in einem normalen Auto. Es geht eine weitere Stunde ins über 50km entfernte Capuliyoc, wofür wir umgerechnet insgesamt 17€ bezahlen.

    Auch wenn die Straße sich immer höher auf zwischendurch 4000 Höhenmetern durch die Anden schlängelt, so ist diese Privatfahrt doch wesentlich angenehmer, auch wenn die letzten 10km es noch ganz schön in sich haben.

    Dieser Abschnitt ist eine unbefestigte Schotterpiste, die uns einspurig direkt neben dem 1.000m tiefen Abgrund zum Startpunkt unserer Wanderung führt. Einen anderen Weg gibt es nicht.

    Aber unser Fahrer fährt langsam und sehr vorsichtig, sodass wir heil ankommen. 🙏
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  • Choquequirao Tag 1

    5. august 2025, Peru ⋅ ☁️ 19 °C

    Der Trailhead in Capuliyoc liegt sehr abgelegen. Handyempfang gab es seit dem letzten Dorf schon nicht mehr, das wird sich in den nächsten Tagen auch nicht mehr ändern. Wir haben uns mit Offline-Karten entsprechend vorbereitet.

    Wir sind nun auf 3.000 Höhenmetern.

    Ein letzter Check bevor es losgehen kann: Luftmatratze und Zelt sind am Rucksack festgeschnallt, die Wanderschuhe fest geschnürt, die Uhren startklar und alles Wichtige im Rucksack verstaut.

    Der schmale, steinige und sehr staubige Wanderweg führt uns erstmal weiter am steilen Abhang vorbei, bis wir zum Aussichtspunkt ins Tal kommen. Hier können wir einen Teil der Strecke sehen, die uns bevorsteht und selbst ein paar Siedlungen in der Ferne erkennen, an denen der Weg vorbeiführt.

    Majestätisch zieht plötzlich ein Kondor dicht über uns vorbei. Was für ein Anblick und es erscheint uns wie ein Begrüßungskomitee🙏

    Nach einer kleinen Frühstückspause wandern wir im Zickzack runter am Hang entlang. Die heutige Etappe ist die leichteste von allen, denn es geht über 1.360 Höhenmeter hauptsächlich nach unten.

    Nach 3,5km bekommt Aron plötzlich massive Kreislaufprobleme. Wir machen eine Pause an einem Aussichtspunkt. Glücklicherweise gibt es hier eine Steinbank, auf die er sich hinlegen kann. Aber es bringt nichts, es wird immer schlimmer. Alles dreht sich und ihm wird schwarz vor Augen. Zusätzlich wird ihm speiübel und heftige Bauchkrämpfe kommen hinzu. Leider bringt die Ruhe zunächst nicht viel und Lara überlegt schon wie sie einen Esel für Aron und sein Gepäck organisiert. Er legt sich mit dem Kopf auf Laras Schoß und nickt ein bisschen ein.

    Nach einer Stunde Ausruhen und einer unfreiwilligen Busch-Toilette geht es ihm etwas besser und er hat wieder Farbe im Gesicht, sodass wir uns entscheiden langsam weiterzuwandern.

    Wir machen viele Pausen.

    Gehen 14 Uhr erreichen wir in Chiquisca, einer Siedlung bei der man übernachten kann.
    Eigentlich war das nicht unser heutiges Etappenziel, aber für heute ist es genug.

    Anstatt eines Zeltplatzes für etwa 1,25€, nehmen wir uns eine kleine Hütte mit einem richtigen Bett für knapp 12€, damit Aron sich richtig ausruhen kann.

    Kaum liegt er, da schläft er schon tief und fest für glatte drei Stunden.

    Die anschließende kalte Dusche weckt die Lebensgeister und auch wenn der Appetit noch nicht richtig wieder da ist, lassen wir uns ein leckeres frisches Lomo Saltado schmecken, bevor wir uns wieder in unsere Hütte zurückziehen, um alle Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.
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  • Tag 2 bis Marampata

    6. august 2025, Peru ⋅ ☀️ 14 °C

    Wir wachen um kurz vor 5 Uhr durch lautes Gepolter in der Nachbarhütte auf. Eine peruanische Familie packt lautstark alles zusammen, sodass wir kein Auge mehr zutun können.

    Leicht genervt aber recht fit, machen wir uns auch fertig, denn so kommen wir doch sehr früh los und entkommen der brennenden Sonne wenigstens für ein paar Stunden. Auch Arons Magen scheint wieder stabil und der Einknicker vom Vortag scheint vergessen.

    So früh am Morgen haben wir noch keinen Hunger und bestellen uns nur einen Kaffee. Leider bekommen wir, anders als erwartet, kalte Kaffeeessenz vorgesetzt, die wir uns im Becher mit warmem Wasser selbst mischen können. Ein wenig überrascht „genießen“ wir unser Getränk mit Kaffeegeschmack und freuen uns, dass er mit umgerechnet knapp 1,95€ wenigstens nicht teuer war.

    Da Peru selbst eigentlich Kaffee anbaut, dachten wir, dass es hier auch eine Kaffeekultur gibt. Aber dem ist zumindest hier nicht so.

    Es wird langsam heller draußen und bevor die ersten Sonnenstrahlen sich blicken lassen, stehen wir mit geschulterten Rucksäcken startklar vor der Hütte.
    Als wir losgehen wollen, findet Aron im Gras eine kleine Tasche mit einem Handy drin, welche wir an der Unterkunft zur Verwahrung abgeben. Wahrscheinlich gehört es jemandem der lauten peruanischen Familie. Gern geschehen!! 🙄

    Wir wandern los. Der Weg bringt uns über 2km noch knapp 500m tiefer in die Schlucht bis zum Rio Apurímac. Wir werden von vielen kleinen beißenden Fliegen umzingelt. Schnell ist Insektenschutz aufgetragen, aber etliche haben uns bereits erwischt. Wir werden die Stiche noch einige Tage später spüren.

    Hier am Fluss treffen wir wieder auf die peruanische Familie und erzählen ihnen mit ein paar Brocken Spanisch, sowie Händen und Füßen, dass wir das Handy gefunden und oben abgegeben haben. Sie sind sehr dankbar und freuen sich dann auf dem Rückweg es dort wieder abzuholen.

    Was uns nun bevorsteht, ist alles andere als leicht. Wir beginnen auf der anderen Flussseite mit dem Aufstieg nach Marampata, einer kleinen Siedlung und unserem heutigen Etappenziel kurz vor den Toren Choquequiraos. Das werden nun 1470 Höhenmeter auf 6km Wanderweg. Anfangs ist der steinige Weg noch leicht zu bewältigen, aber je weiter wir kommen, desto steiler wird es. Hinzukommt dass man aufgrund des feinen Sandes und den losen Steinen nach jedem Schritt beinahe wieder einen Schritt hinunter rutscht. Mit jedem Meter wird es deutlich anstrengender.
    Wir müssen immer wieder Pausen einlegen, denn mittlerweile kommt die Sonne durch und es wird heiß.
    Überholt werden wir nur von anderen Touristen, die sich auf geführten Touren mit Pferden und Eseln hinauftragen lassen.

    Wir begegnen zwischendurch sogar Wildpferden, die sich ihren Weg durch das dicht bewachsene Gestrüpp bahnen und können beobachten, wie sie sich auf dem sandigen Boden suhlen um danach schnell wieder zu verschwinden.

    An einem Wasserfall legen wir einen Zwischenstopp ein und füllen all unsere leeren Wasserflaschen mit klarem Wasser auf. Zusätzlich kommt in jede Flasche noch eine sogenannte „Purification Tablette“, um potentielle Keime abzutöten.

    Völlig verschwitzt und verklebt vom Staub erreichen wir Marampata am frühen Nachmittag.
    Die Muskeln in unseren Beinen brennen…

    Schnell ist ein schöner Campingplatz in dieser kleinen Siedlung gefunden.

    Es kostet uns gerade mal 1,25€ das Zelt aufzubauen und ist weitaus billiger als die warme Dusche, für die wir umgerechnet 5€ bezahlen.

    Wir sitzen frischgeduscht in kurzen Klamotten und barfuß neben unserem Zelt im weichen Gras auf 2.900 Höhenmetern und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Aussicht ist atemberaubend schön. Wir haben einen ungefilterten Blick auf die steilen Berge der Anden in der weiten Ferne. Es ist sonnig und warm.

    Aron bekommt endlich wieder Appetit und meint er hätte Lust auf Spaghetti Bolognese. Das Glück ist heute auf seiner Seite, denn das heutige Abendessen hier ist zufällig genau das, worauf er Hunger hatte.
    So lässt es sich doch gleich noch besser einschlafen und Kraft tanken für den nächsten Tag.
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  • Choquequirao - Die Ruinen ⛰️

    7. august 2025, Peru ⋅ ☁️ 10 °C

    Um 4:45 Uhr werden wir schon wieder von lauten Stimmen anderer Gäste aus dem Schlaf gerissen.

    Wir stehen also mal wieder im Dunkeln auf. Letztendlich kommt es uns zwar gelegen so früh aufzustehen, denn so können wir den ganzen Tag gut nutzen. Es will uns nur einfach nicht in den Sinn kommen, wie man so rücksichtslos sein kann.

    Der am Abend vorbestellte Kaffee war heute sogar noch schlechter, als in der vorherigen Unterkunft, sodass wir ihn kaum runterbekommen. Als wir ihn bezahlen wollen, trifft uns beinahe der Schlag: er war doppelt so teuer wie der Kaffee tags zuvor. Eine Frechheit.

    Zum Sonnenaufgang um 6 Uhr sind wir auch schon startklar. Das Zelt lassen wir erstmal hier zum Trocknen stehen, denn es ist von außen und innen aufgrund der kalten Nacht und er Höhe klatschnass.

    Wir wandern die letzten 5 Kilometer nach Choquequirao, unser Ziel immer direkt vor den Augen, denn aus der Ferne können wir die Ruinen schemenhaft erkennen. Sie thronen auf einem auslaufenden Bergkamm und sind umgeben von dicht bewachsenem Urwald.

    Vor uns liegen weitere 500 Höhenmeter, die wir zu bewältigen haben.

    Glücklicherweise schlängelt sich der Weg an den dicht bewachsenen Bergen vorbei, sodass der Anstieg nicht konstant ist. Links von uns ist ein tiefer Abgrund.

    Kurz bevor wir Choquequirao erreichen, kreuzen wir sogar einen Teil des alten Inka Trails, welcher quer durchs Land bis nach Machu Picchu führt.

    Wir stapfen die letzten Meter durch den Wald, es beginnt sich zu lichten und plötzlich stehen wir mitten auf den riesigen über 500 Jahre alten Terrassen Choquequiraos. Alles ist ruhig und man hört nur ein paar Geräusche des Waldes.

    Wir sind heute die Ersten hier und haben die gesamte Anlage erstmal für uns alleine! Wahnsinn! Wir bekommen eine Gänsehaut hier sein zu dürfen.

    Wir bahnen uns den Weg zum Plaza Principal, worauf die meisten gut erhaltenen Ruinen stehen. Auch wenn hier seit 1970 Ausgrabungen stattfinden, sind erst 40% der Anlage freigelegt. Das meiste ist tatsächlich noch tief im Dschungel verborgen und wartet darauf entdeckt zu werden. Wir fühlen uns wieder mal wie Indiana Jones auf Entdeckungstour. Es ist wie Machu Pichu, nur besser, wilder mit mehr Abenteuer und ohne die unzähligen Touristen.

    Auf beiden Seiten führen Wege auf den Berg hinauf, wo sich noch mehr Ruinen verstecken.
    Alte Wasserkanäle durchlaufen die gesamte Anlage.

    Es wird immer wärmer und langsam kommen auch ein paar andere Wanderer in Choquequirao an. Da diese Ruinen nur durch diese schwierige, mehrtägige Wanderung zu erreichen sind, hält sich der Andrang mit knapp 20-30 Besuchern täglich in Grenzen. Heute sind es sogar noch weniger. Toll!

    Die Aussicht ins umliegende Tal und die Berge der Anden ist grandios. Wir können sogar in weiter Ferne den Startpunkt unserer Wanderung von vor 2 Tagen erkennen.

    Wir machen noch einen Abstecher zu den berühmten Lamaterrassen, wofür wir über 300m auf der anderen Seite des Berges absteigen und anschließend wieder aufsteigen müssen.

    Die Terrassen sind extrem steil am Abhang entlang erbaut worden und gleich mehrere hundert Meter lang. Die Inkas haben mit hellen Steinen Lamasymbole in die dunklen steinernen Mauern gelegt, welche man am Besten von einem Aussichtspunkt erkennen kann.

    Nach einer anschließenden kleine Pause machen wir uns nach einigen Stunden schließlich wieder auf den Rückweg nach Marampata und stellen fest, dass wir heute Morgen schon über 15km gewandert sind. Choquequirao ist tatsächlich sehr weitläufig.

    Wieder in der Siedlung angekommen, bauen wir das mittlerweile trockene Zelt ab und essen erst einmal eine Kleinigkeit, bevor wir unsere Rucksäcke schultern und wieder die 1500m runter zum Fluss wandern. Der Abstieg geht uns leicht von der Hand, auch wenn unsere Beine doch schon ein wenig müde sind. Es dauert etwa 2 Stunden.

    Am Fluss werden wir wieder von unzähligen Fliegen umzingelt. Wir wissen nur nicht, ob wir Sonnencreme oder Insektenschutz zuerst auftragen sollen, da die Sonne nun gnadenlos herunter brennt.

    Wir entscheiden uns für Sonnencreme als Fundament und tragen den Insektenschutz darüber auf. Es scheint zu funktionieren, auf eine chemische Reaktion warten wir zum Glück vergebens.

    Da wir hier unser Zelt unter den ganzen Stechfliegen nicht aufbauen möchten, entscheiden wir uns noch die 2km und 500 Höhenmeter zurück bis Chiquisca wandern. Das kurze Stück hat aber es ganz schön in sich.
    Die Abstände zwischen den Pausen werden immer kleiner und jeder Schritt schmerzt zunehmend. Mit steigender Höhe wird die Atmung immer schwerer.

    Wir stellen fest, was der eigene Körper für eine Powermaschine sein kann, aber dennoch sind die letzten Meter wirklich ein Kampf für uns. Die Muskeln brennen und die Füße weigern sich auch nur noch einen einzigen Schritt vorwärts zu machen. Wir kommen tatsächlich an unsere Grenzen!

    Aber wir schaffen es! Völlig fertig kommen wir in Chiquisca an und bauen mit letzten Kräften nur noch unser Zelt auf. Selbst die eiskalte Dusche danach ist uns relativ egal, denn wir sind froh heute keinen Meter mehr wandern zu müssen.
    Wir freuen uns auf ein leckeres und günstiges Abendessen und fallen nur noch todmüde ins Zelt.

    Wir sind heute über 23km gewandert. Was für ein Tag! ⛰️ 🤠
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  • Tag IV - Rückweg…

    8. august 2025, Peru ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach ein paar Stunden werden wir um 1 Uhr nachts wiedermal unsanft aus dem Schlaf gerissen. Draußen steht eine Gruppe von Wanderern, die sich lautstark unterhalten. Nach ein paar Minuten sind sie immer noch nicht ruhig, da platzt Aron bald der Kragen, sodass er aus dem Zelt klettert und sehr deutlich darum bittet, leise zu sein, damit andere schlafen können. Die Antwort der Gruppe: „Wir möchten gleich los wandern und sind dann weg.“ Wirklich leiser waren sie danach auch nicht.
    Es ist wirklich kaum zu glauben, dass Menschen so rücksichtslos und dumm sein können. Es zieht sich bei dieser Trekkingtour leider wie ein roter Faden hindurch.

    Es dauert zwar ein bisschen bis wir wieder richtig einschlafen können, dennoch fühlen wir uns einigermaßen fit, als unser Wecker um kurz nach 5 klingelt.

    Das Frühstück ist am Vorabend schon für 5:30 Uhr vorbestellt, kommt aber erst um kurz vor 6 auf den Tisch.

    Mit Pünktlichkeit hat man es hier eben nicht so, wie eben auch in vielen Ländern der Welt. Aron nutzt die Zeit und baut in der Zwischenzeit das Zelt ab.

    Aber das Frühstück ist umso leckerer und der Kaffee ist tatsächlich der beste, den wir seit ein paar Tagen bekommen haben. Dazu werden wir von einer süßen Katze umringt 🐈

    Gut gestärkt wagen wir uns an die letzten 8km unserer Wanderung und den letzten heftigen Aufstieg von 1350 Höhenmetern.
    Die Morgendämmerung setzt gerade erst ein, da machen wir uns auf den Weg, denn wir möchten so weit wie möglich ohne die brennende Sonne vorwärts kommen.
    Glücklicherweise ist der Himmel heute wolkenverhangen und es wird nicht so heiß wie die Tage zuvor.

    Der Weg ist anfangs sehr steil und führt uns im Zickzack nach oben, aber wir kommen gut vorwärts.
    Nach anderthalb Stunden legen wir eine Pause an dem Aussichtspunkt ein, an dem es Aron vor drei Tagen eingeknickt ist.
    Die Hälfte haben wir schon geschafft.
    Die restliche Strecke ist für eine kurze Zeit recht eben, bevor uns der Weg wieder im Zickzack steil bergauf führt. Wir sind mittlerweile sehr müde und haben immer weniger Kraft. Jeder Schritt brennt in den Beinen und selbst die Lunge schmerzt vom tagelangen permanenten schnellen Atmen. Aber es nützt nichts, da müssen wir durch, denn wir sehen ein paar hundert Meter über uns das Ziel: der Startpunkt unserer Wanderung.

    Wir kämpfen uns mit jedem Schritt weiter nach oben, bis wir es endlich nach insgesamt 4 Stunden geschafft haben.

    Auf den letzen Metern werden wir tatsächlich wieder von einem Kondor begleitet 🦅

    Wir sind über 40km in den letzten 4 Tagen gewandert und können es kaum fassen, dass wir eine der anstrengendsten Wanderungen in Peru auf eigene Faust bewältigt haben. Wir sind nur noch glücklich und müde und wollen nur noch zurück nach Cusco.
    Schnell ist eine Fahrt mit einem Collectivo organisiert, denn hier warten immer genügend dieser Minibusse auf zurückkehrende Wanderer.
    Wir sind die Letzten, die einsteigen und los geht die wilde Fahrt zurück in die Zivilisation. Nach knapp 4 Stunden haarsträubenden Überholmanövern und lauter peruanischer Musik in Endlosschleife, kommen wir heil in Cusco an.
    Mit geschulterten Rucksäcken machen wir Halt an einem großen Markt und essen ein leckeres Lomo Saltado mit Suppe zu Mittag. Wie ausgehungerte Löwen stürzen wir uns auf das frisch zubereitete Essen und lassen es uns schmecken.

    Gestärkt machen wir uns auf den Weg zu dem Outdoorgeschäft, in dem wir unsere Ausrüstung für die Wanderung gemietet hatten und geben sie zurück. Innerhalb von 10 Minuten ist alles erledigt und wir sind froh, dass wir heute nicht mehr allzu viel machen müssen, außer zurück zur vorherigen Unterkunft zu gehen, zu duschen, uns etwas Leckeres zu kochen und früh schlafen zu gehen. Wir können schon hören, wie das gemütliche Bett nach uns ruft…
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  • Erholen in Cusco

    11. august 2025, Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Die kommenden Tage verbringen wir ganz entspannt in Cusco und tanken unsere Kräfte wieder auf. Wir schlafen lange, frühstücken ausgiebig und schlendern durch die Stadt, wenn uns danach ist.

    Eines Abends finden wir ein kleines buntes Viertel in Cusco, in dem sich viele kleine Geschäfte aneinander reihen. Alles ist wuselig und voll gestopft mit allerlei Firlefanz von Ponchos bis zu kleinen Lamafiguren. Viele Touristen tummeln sich dort, um das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Ein paar Kleinigkeiten landen schließlich auch in unserer Einkaufstasche.

    Einen Tag später machen wir uns vormittags auf den Weg zum „Templo de la Luna“ einmal quer durch die Stadt und den steilen Hügel hinauf. Auch hier handelt sich wieder um alte Ruinen aus dem Inkareich.
    Der Tempel liegt auf einem 300m höheren Berg direkt am nördlichen Rande von Cusco und der Eintritt ist kostenlos.

    Von hier haben wir eine schöne Aussicht auf Cusco und die umliegenden Berge. Die Ruinen des Tempels selbst sind mit einem Zaun abgesperrt, um sie vor Vandalismus zu schützen.
    Wir merken die Muskeln in unseren Beinen noch ziemlich gut von unserer Trekkingtour, denn zwischendurch geht es steil bergauf und wieder ab.

    Nach fast 5 Tagen bei unserer peruanischen Gastfamilie, packen wir auch schon wieder unsere Rucksäcke. Bevor wir die knapp zweieinhalb Kilometer zum Flughafen gehen, werden wir noch abgefangen und herzlich verabschiedet. Wir Reiseverrückten wurden wohl fest ins Herz geschlossen.
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  • Flug Cusco - Lima

    13. august 2025, Peru ⋅ 🌙 17 °C

    Der kurze Flug von Cusco nach Lima findet in einem viel zu altem A320-200
    von LATAM statt. Alles wirkt irgendwie abgenutzt und wackelig.
    Als bei der Landung dann die Cockpittür spontan aufspringt, steht ein Steward halt schnell auf und macht sie wieder zu.

    In Lima nehmen wir uns ein Uber-Taxi und mieten uns für eine Nacht in dieselbe Unterkunft ein, wie bei unserer Anreise vor 4 Wochen.

    Der kleine Junge der Gastfamilie hat heute Geburtstag, so kommt Aron zu einem zweiten Stück Geburtstagskuchen 🎂 😅
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  • Flug Lima - Atlanta

    14. august 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 29 °C

    Von unserer Unterkunft sind es nur 15 Minuten bis zum Flughafen, die wir wieder mit einem Uber-Taxi fahren. In Lima nutzt übrigens absolut jeder Taxi-Apps, da es als sehr unsicher gilt, ein Taxi anzuhalten. Viele geben sich als offizielles Taxi aus, sind es aber nicht.

    Am Flughafen ist es unkompliziert und geht zügig bis zum Gate, wo wir nur noch etwas warten müssen.

    Der heutige Flug geht wieder mit LATAM bis Atlanta. Wir hoffen die Maschine ist diesmal in einem besseren Zustand.

    An Bord der 767 sitzen wir selbstverständlich hinter Leuten, die sofort nach dem Abheben ihre Sitze bis aufs Maximum nach hinten klappen. Toll, kaum noch Platz für uns - aber so ist es halt in der Holzklasse, ohne jegliche Extras.

    Das Bord-Entertainment funktioniert natürlich auch nicht, ständige Tonaussetzer bei allen Filmen vermiesen einem jegliches Kinovergnügen… Das Essen allerdings kann sich sehen lassen 🥘 …immerhin!

    In Atlanta landen wir pünktlich. Bei der Immigration, der Einwanderungsbehörde der USA, dauert es allerdings diesmal sehr lange - aber alles klappt. Danach müssen wir auch wieder durch die Security, wo ebenfalls eine lange Schlange wartet. Zum Glück haben wir heute nur Handgepäck, sonst hätten wir unseren Anschlußflug sicherlich verpasst! Trotz 2.5 Stunden Umsteigezeit wird es knapp… 😥
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  • Flug zurück nach Kansas City

    15. august 2025, Forenede Stater ⋅ 🌙 23 °C

    Von Atlanta geht es nun im letzten Flug wieder zurück nach Kansas City. Es ist schon sehr spät, kurz vor Mitternacht. Aus dem Terminal heraus, bekommen wir erst einmal einen Schock - so warm ist es. Bei Außentemperaturen von über 30 Grad sind die milden Anden in Südamerika schnell vergessen 😓

    Jessicas Vater ist so lieb und holt uns am Flughafen ab. Die Fahrt bis Galena dauert etwa 2.5 Stunden. Auf dem Weg halten wir noch für ein spätes Abendessen im Waffle House an.

    Um 4.00h morgens fallen wir schließlich total müde ins Bett.
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  • Neuorientierung… What’s next?

    23. august 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 30 °C

    Wieder in unserer Homebase in Galena/Kansas angekommen beziehen wir unser Quartier im Wohntrailer, im Garten unserer Freunde Jessica & Jason.

    Als wir die USA im Juli in Richtung Peru verlassen hatten, war es ungewiss, was mit unserem Van passieren wird.

    Nach dem Unfall in New York sind wir nach Kansas zurückgekehrt und haben uns wochenlang mit der gegnerischen Versicherung herumgeschlagen. Die Schuldfrage war sofort geklärt und nicht strittig, aber es gab ein wochenlanges hin- und her zwischen Gutachter, Werkstattfreigabe, Rückfragen und selbst in Peru mussten wir noch weiter hin- und herschreiben und Fotos übermitteln.

    Letzten Endes lief es nun auf einen Totalschaden hinaus. In den USA ist es so, dass das Fahrzeug bei Auszahlung einer Entschädigung aufgrund Totalschadens in den Besitz der Versicherung übergeht und nicht mehr legal auf der Straße bewegt werden darf. Man hat schon die Möglichkeit das Fahrzeug zu behalten, bekommt in dem Fall aber einen geringeren Betrag erstattet und es ist ein immenser Aufwand um das Fahrzeug wieder legal zuzulassen.

    So oder so wussten wir nun lange nicht, wieviel wir überhaupt erstattet bekommen. Dies ist nun geklärt!
    Die Versicherung war überraschend großzügig und wir haben sogar etwas mehr als den ursprünglichen Kaufpreis zurückbekommen. Unser Safari wurde in der Zwischenzeit auch bereits abgeholt 👋.

    Nun stehen wir also wieder ohne Auto da. Und das in einem Land, was so überhaupt gar nicht Pendler-, Rad-, Busfahrer- und Bahnfahrerfreundlich ist. Zumindest nicht in den abgelegenen Regionen des Landes, in die es uns zieht!

    Hätten wir das alles vorher gewusst, hätten wir einiges anders geplant. Aber der Trip nach Peru und die Rückreise in die USA waren bereits vor dem Unfall geplant. Auch ein Weiterreiseticket im November aus den USA heraus mussten wir vorab buchen, ansonsten hätten wir nicht in die USA zurückkehren dürfen. So sind halt die Einreisebestimmungen!

    Was machen wir nun also? Wir suchen uns ein neues Auto 🚎

    Erst finden wir so gar nichts im unserer Preisklasse, dann tauchen aber nach und nach interessantere Fahrzeuge auf und wir schauen uns die ersten Vans an. Leider ist aber oft totaler Schrott dabei und wir haben keine Lust noch wochenlang Reparaturen durchzuführen. Wenn die Fahrzeuge zudem so schlecht gepflegt sind, lauern oft auch noch andere böse Überraschungen.
    
Aber wir werden fündig 😀
    Nach knapp 2 wöchiger Suche kaufen wir für gerade einmal 1.000$ einen 33 Jahre alten Ford Campervan, der für sein Alter in recht gutem mechanischen Zustand ist 🔧 Bilder folgen!

    In der Zwischenzeit machen wir natürlich auch den ein oder anderen Ausflug in der Umgebung. Wir besuchen ein paar Antique-Flohmärkte, kühlen uns bei über 35 Grad im Fluss ab, backen endlich wieder frisches Brot, gehen wieder fleißig Laufen, helfen Nachbarn bei der Ladungssicherung von Heuballen, feiern den 18. Geburtstag der Nachbarin und den 2. Geburtstag von dem kleinen Waylon. 🎁
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  • Vanausbau

    4. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach bereits wenigen Tagen sind wir fündig geworden und haben für nur 1.000$ einen
    Ford E-150 von 1992 mit Camperumbau gefunden. Er hat bereits 220.000 Meilen auf der Uhr (~350.000km)

    Der V8 Motor ist für europäische Verhältnisse mit 5.8L Hubraum riesig und frisst auch ordentlich Sprit. ⛽️ Aber Benzin ist hier mit etwa 75-80 Cent pro Liter noch immer sehr günstig. Dafür klingt er auch typisch amerikanisch und blubbert ruhig und kraftvoll vor sich hin. 🇺🇸

    Mechanisch ist bereits vieles gemacht, aber zur Sicherheit checken wir alles noch einmal und machen auch direkt einen Ölwechsel und tauschen alle Filter aus.

    Eine der Heckleuchten hat einen dicken Knacks, also ersetzen wir direkt beide.

    Der Innenraum braucht tatsächlich die meiste Aufmerksamkeit von uns, denn das Auto stand die letzten 2 Jahre hauptsächlich herum und das bei einem Farmer. Entsprechend müssen wir einen Termitenstamm im Bettrahmen verscheuchen und einige Holzteile ersetzen, finden eine Schlangenhaut und ein Mäusenest und haben diverse Ameisennester unter der Motorhaube. Auch Wespen 🐝 haben sich an der Karosserie breit gemacht.

    Es hat sich unheimlich viel Staub im Innenraum abgelegt, den wir nach Tagen auch noch in den kleinsten Ecken und Staufächern finden. Wir besorgen uns im Home Depot (einem Baumarkt) kurzerhand einen professionellen Teppichreiniger und nutzen ihn ausgiebig. Unglaublich was aus dem Teppich, den Polstern und auch dem Dachhimmel an Dreck herausgespült wird.

    Auch den Hundehaaren und -geruch werden wir Herr!

    Die Matratze im Van ist etwa 10 Jahre alt, aber recht hochwertig und vom Vorbesitzer nur wenige Nächte genutzt. Wir reinigen sie ebenso mit dem Teppichreiniger und beschließen sie zu behalten. Sie ist auch etwas größer als die, die wir für den GMC Safari gekauft hatten.

    Nach ein paar Tagen kommt tatsächlich etwas vom alten Schein und der Polsterfarbe zurück und der Van sieht um einige Jahre jünger aus.

    Für das Cockpit bauen wir uns eine kleine Holzkonstruktion, um das fehlende Handschuhfach zu ersetzen. Hinter der Verkleidung kümmern wir uns um lose Kabel, um Zigarettenanzünder und Co wieder mit Strom zu versorgen.

    Für den etwa 20 Jahre alten Reservereifen besorgen wir uns noch einen neuen Reifen, die Felge ist aber noch okay.

    Im Grunde haben wir ja schon mit dem vorherigen Van alles an Campingausrüstung besorgt, was man so braucht. Trotzdem investieren wir noch einmal in eine deutlich bessere Kühltruhe, die das Eis viel länger gefroren halten soll 🤞

    Der Roadtrip kann bald starten 🚙 💨
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  • Es geht los…

    5. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 15 °C

    In den letzten Tagen haben wir noch neue Sitzbezüge auf die alten Ledersitze gestülpt und ein paar der alten Jalousien an den großen Seitenfenstern ersetzt. Nun sind wir endlich soweit, das wir starten können!

    Am Freitagmittag kommen wir los. Von Galena, der südöstlichsten Ecke Kansas, geht es nordwärts durch den Bundesstaat. Noch nicht weit gekommen, laufen uns kurz vor Pittsburgh direkt 2 Rehe vor das Auto. Eine Vollbremsung in letzter Sekunde verhindert Schlimmeres und wir kommen zum Glück mit dem Schrecken davon.

    Bei Walmart und Aldi kaufen wir nun noch frische Lebensmittel ein. Es regnet heute leider die ganze Zeit, was die Freude am Fahren etwas mildert.

    Bei Fort Scott stellen wir fest, dass wir unseren Nationalparkpass in Galena vergessen haben. 🙄
    Kurz nachgerechnet, entscheiden wir uns die 50 Meilen zurück nach Galena zu fahren, das ist immer noch günstiger als einen neuen Jahrespass zu kaufen.

    Wir tanken bei der Gelegenheit nochmal voll und starten also motiviert ein zweites Mal unseren Roadtrip. 😂

    Eigentlich wollten wir heute noch bis Nebraska fahren, aber inzwischen ist es schon so spät und wir schauen nur, dass wir noch dem Regen entkommen. Nur etwa 100 Meilen weit gekommen, finden wir in Louisburg ein Freecamp an einem See. Tatsächlich hört es hier auch endlich auf zu regnen! 😀

    Pasta muss heute als Abendessen genügen und nun freuen wir uns auf die erste Nacht im Van.
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  • Über Missouri durch Iowa nach Nebraska

    6. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 21 °C

    Die erste Nacht im Van verbringen wir am See in Kansas, unweit der Metropole Kansas City (die übrigens bereits in Missouri liegt).

    Morgens ist es neblig und angenehm kühl.
    Wir sortieren nach dem ersten Kaffee noch ein bisschen die Kisten, es wird ein paar Tage brauchen, bis alles seinen Platz gefunden hat!

    Wir bewegen uns noch eine kurze Runde, bis wir schließlich weiterfahren. Bis jetzt schlägt sich die alte Dame übrigens ganz gut 😌🚙

    Auf dem Weg besorgen wir uns in einem
    O‘Reillys noch einen kompletten Satz Radbolzen, die alten sind nämlich ganz schön angerostet und wir möchten sie lieber bei nächster Gelegenheit ersetzen.

    Wir fahren heute von Kansas nach Missouri, hoch bis in den Staat Iowa und biegen bei Omaha nach Nebraska ab - 4 Staaten also.

    Wir fahren insgesamt ca 525km und finden etwas Abseits der großen Highways bei dem Örtchen Columbus ein tolles kostenloses Camp, an einem künstlichen Stausee. Sogar ein kostenloser Stromanschluss ⚡️ wird hier für Camper gestellt.

    Für die gekauften Radbolzen brauchen wir leider noch eine neue Nuss, denn unser altes Radkreuz passt zwar, ist aber viel zu dick, um die nun etwas kürzeren (aber ausreichend langen) neuen Radbolzen in die schmaler werdenden Felgen zu schrauben. Das Projekt verschiebt sich also auf den nächsten Tag.

    Nach einer ruhigen Nacht zieht es uns am nächsten Morgen in die Laufschuhe und wir drehen eine 10km Runde um den See. 🏃‍♂️ 🏃‍♀️
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  • South Dakota

    8. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 18 °C

    Am See nehmen wir nach der Laufrunde noch schnell unseren Geocache für Nebraska mit. Dieser ist allerdings Opfer des Rasenmähers geworden und wir können nur noch Fragmente aufsammeln.

    Im nächsten Ort besorgen wir uns nun auch die passende Nuss in 13/16 Zoll für die neuen Radbolzen.

    Heute fahren wir wieder eine längere Strecke bis South Dakota. Insgesamt knapp 460km. Zwischendurch fängt die Automatikschaltung an Probleme zu machen. Es springt immer mal wieder für ein paar Sekunden der Gang raus und es geht in den in den Leerlauf. Nicht witzig!

    Irgendwann beruhigt sich das Auto schließlich wieder und die Fahrt kann normal weitergehen. Wir können nicht so recht nachvollziehen, woher es kommt.

    Wir erreichen ein Freecamp am Byre Lake. Neben uns ist nur ein anderer Camper hier und es ist schön ruhig.

    Nun lässt sich die Seitentür nicht mehr von innen öffnen… Darum kümmern wir uns morgen 🤨

    Wir wollen uns auch nicht aufregen und beschließen ab sofort jeden Satz über das Auto mit „…aber es hat ja nur 1.000$ gekostet…! “ zu beenden. Das macht es etwas leichter 😅

    Am nächsten Morgen ist die Tür auch schnell repariert, aber (Achtung: Spoiler!) sie wird abends wieder defekt sein. Im Inneren lösen sich Plastikteile an den Zugkabeln auf, das wird nicht mehr lange gut gehen… Ducttape hilft derweil!

    Wir tauschen nun auch alle Radbolzen durch und reihen die alten auf dem Tisch auf. Total verrostet und schon aufgequollen. Die sind nur noch für die Mülltonne!

    Wir nutzen den Tag um uns in Werkstatthandbücher einzulesen, was wohl das Problem mit der Kupplung sein kann. Aber so richtig schlau werden wir daraus nicht. Die Teile, die wir selbst prüfen können, scheinen alle in Ordnung zu sein. Wir hoffen mal sie hält durch, den so viel möchten wir in dieses alte Auto eigentlich nicht mehr investieren.

    Am Nachmittag geht es noch zu einer kurzen Laufrunde mit anschließender Dusche im Seewasser 🚿. Es sind mittlerweile 35 Grad!

    Am späten Nachmittag fahren wir dann noch 160km weiter nach Westen, damit am nächsten Tag nicht mehr so weit zum Badlands Nationalpark ist.
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  • Neue Zeitzone

    8. september 2025, Forenede Stater ⋅ 🌙 25 °C

    Wir erreichen die Mountain Time und sind Deutschland nun 8 Stunden voraus.

    Gar nicht mehr weit zu den Badlands werden wir von tollen Felsformationen überrascht, ein Vorgeschmack auf den Nationalpark.

    Wir halten in der Wüste an, und beschließen die Nacht zu bleiben. Öffentliches Land, keiner wird uns vertreiben 😀.

    In der späten Nachmittagssonne wollen wir uns die Felsen etwas näher ansehen, aber wir kommen nicht weit. Es sind schier unglaublich viele Mücken unterwegs und wir flüchten uns zurück in den Van. Also heißt es abends um 19.00h bei immer noch 30 Grad lange Klamotten an und das gute australische Bushman‘s mit 80%! DEET rausholen. ☠️

    Wie vorhergesagt ist die seitliche Cargo-Tür schon wieder kaputt, lässt sich von innen nicht mehr öffnen. 😅 Wir bekommen es nun aber mit Klebeband in den Griff.

    Die Kupplung hat heute Nachmittag mal keinen Ärger gemacht. Das Problem scheint nur bei stärkeren Vibrationen aufzutreten.
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  • Badlands Nationalpark

    9. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 31 °C

    Morgens scheinen die Mückenbiester noch zu schlafen. Gut so! Nach dem Kaffee geht es für uns aber auch schon weiter.

    Bis zum Nationalpark sind es nun nur noch 20km. Bei einem Tankstopp sehen wir in der Prairie eine riesige Gruppe Prairie Dogs. Ähnlich wie Erdmännchen beobachten sie, auf den Hinterbeinen stehend, aufmerksam die Umgebung und warnen sich gegenseitig mit fiependen Geräuschen vor Bedrohungen.
    Einige sind offenbar allerdings Menschen gewohnt und wir kommen mit der Kamera dicht heran. Süß 🥰 🐹

    Der Badlands Nationalpark hat seinen Namen von den ersten französischen Siedlern/Trappern erhalten, die den Namen „Les mauvaises terres“ bzw zu deutsch „schlechtes Land“ nutzen, da es so schwierig zu überwinden war und kaum Boden für die Landwirtschaft bot.
    Auch die Lakota Indianer übernahmen die Benennung gleichbedeutend mit „Mako Sica“

    Das Gestein ist atemberaubend schön erodiert und die einzelnen Gesteinsschichten kommen so gut zur Geltung. Aber es gibt in den vielen Schluchten und Tälern kaum eine ebene Steppe, sondern man muss sich durch und um die Hügel herum seinen Weg suchen, um das Gelände zu begehen.

    Der Film „Der mit dem Wolf tanzt“ mit Kevin Costner wurde hier übrigens zum größten Teil gedreht 🎥

    Wir unternehmen im Nationalpark einige kürzere Wanderungen. Es ist heute mit 35 Grad sehr heiß.

    Im Visitor Center kann Aron nicht widerstehen und kauft sich eine Bisonhandtasche 🦬

    Kurz darauf entdecken wir tatsächlich auch einen echten am Straßenrand. Es gibt hier noch eine größere Population, einst aus 50 Tieren wieder angesiedelt. Zuvor wurden sie allerdings ausgerottet.

    Abends fahren wir ein Stück hinaus aus dem Park, wo man an einem Steilhang kostenlos campen darf. Es ist sehr voll und ein Wohnmobil reiht sich an das nächste. Wir finden trotzdem einen schönen Platz, nicht am Steilhang, aber dafür haben wir keinen direkten Nachbarn und eine ruhige Nacht.
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  • Wall Drug Store & Minutemen Raketensilo

    10. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 27 °C

    In der Nacht hören wir Koyoten heulen, die sich mit den Hunden der anderen Camper offenbar einen Bell & Heul-Wettkampf liefern. Trotzdem schlafen wir gut, denn wir stehen ja etwas abseits von allen.

    Am Morgen ist die Cargotür nun auch nicht mehr von außen zu öffnen. Die Plastikenden der Kabelzüge im Inneren der Tür haben sich nach 33 Jahren quasi aufgelöst. Aber wir sagen uns… das Auto hat ja auch nur 1.000$ gekostet 😅

    Wir fahren weiter nach Wall. Bereits seit knapp hundert Kilometer wurde an der Interstate 90
    der Wall Drug Store auf großen Werbetafeln angepriesen. Wir sind bestimmt an 30 Plakaten vorbeigefahren.
    Es ist natürlich sehr touristisch, aber interessant anzusehen. Es ist eine Mischung zwischen alter Westernstadt und Souvenirshop mit allem drum und dran. Kaffee gibt es tatsächlich für nur 5 Cent - und bestimmt verdienen die immer noch daran 😅

    Wir füllen im Ort noch unsere Vorräte auf und fahren weiter zur ehemaligen Minuteman Raketenbasis aus dem kalten Krieg. Seit den 60ern bis 1993 wurden hier mehrere mit Atomsprengköpfen besetzte Raketen zu Abschuss bereitgehalten. Es bedurfte nur einen Knopfdruck.

    Im Besucherzentrum sind einige Ausstellungsstücke aus der Zeit zu sehen und bei Delta-9 kann man heute durch eine Glaskuppel auf eine der unterirdischen Raketensilos hinabblicken 🚀
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  • Sage Wildernis

    10. september 2025, Forenede Stater ⋅ ⛅ 27 °C

    Am Nachmittag fahren wir raus in die abgelegene Sage Wildernis Area, wieder Teil des Nationalparks. Hier gibt es einen kostenlosen Campground. Wir werden direkt von einer Horde süßer Prairiehunde begrüßt und sehen auch wenig später eine große Gruppe Bisons am Horizont. 🦬 Von einer Anhöhe können wir sie gut beobachten.

    Am Abend dann eine böse Überraschung… Kühlflüssigkeit läuft unter dem Auto aus, allerdings hat das Auto ja auch nur 1.000$ gekostet… 🙄

    Wir versuchen noch am Abend mit Taschenlampen das vermeintliche Leck zu finden, können aber bei dem eng verbauten Motor kaum etwas erkennen, selbst nicht als wir einige Teile der Luftansaugung demontiert haben. Das Augenscheinliche ist soweit in Ordnung. Irgendwann hört es schließlich auf zu tropfen. Neues Coolant und Wasser haben wir dabei, aber wird das reichen um am nächsten Tag weiter zu fahren?

    Morgens kommen vereinzelte Bisons tatsächlich bis an das Camp heran und auch ein Koyote zieht vorbei. Bisher haben wir Kojoten immer nur gehört, aber noch nie gesehen.

    Wir schauen uns im Hellen noch einmal alles am Motor an, aber es hilft nichts…
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