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Weltreise die Zweite

Unsere 2. Weltreise :) Læs mere
  • Ab in die Werkstatt

    16. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 17 °C

    Wir füllen Kühlflüssigkeit nach, etwa 1 Gallone (3.8l), und fahren los. Wir hoffen es bis nach Rapid City zu schaffen, dort ist die nächste Werkstatt. Es sind aber noch knapp 90km!

    Wir blicken intensiv auf die Temperaturanzeige und halten alle paar Kilometer an, um den Motor zu checken. Wir überhitzen nicht, aber müssen zwischendurch Wasser nachfüllen und fragen auf dem Weg auch bei einem Farmer nach, der uns netterweise 2 Galonen Wasser wieder vollmacht. Wir verlieren konstant Kühlflüssigkeit, aber so schaffen wir es tatsächlich bis Rapid City.

    In der Werkstatt hat man zum Glück Zeit und nimmt sich unserem Problem an. Wir bekommen einen Termin für den nächsten Morgen. Für die Nacht buchen wir uns auf dem Campingplatz ein, der nur 800m entfernt ist. Die kurze Strecke schaffen wir dann auch noch.

    Ein Drucktest am nächsten Morgen zeigt nun, dass die Verbindung der Wasserpumpe undicht ist. Na toll! Das wird auf jeden Fall ein größerer Eingriff und wir können es auch nicht selbst reparieren. Man ist zuversichtlich, dass die Reparatur noch am selben Tag erledigt werden kann. Als die Teile demontiert sind, zeigt sich aber das gesamte Schlamassel. 😫

    Der Vorbesitzer oder seine Werkstatt hat richtig gepfuscht! Die Schrauben, die Timing Cover und Wasserpumpe verbinden, wurden irgendwann mal abgebrochen und die Verbundstelle versucht mit Kleber oder Silikon zu flicken. So hält da natürlich gar nichts mehr dauerhaft und das Problem war vorprogrammiert! Da wir von Privat gekauft haben, können wir da auch nichts machen… da müssen wir jetzt einfach durch.

    Die Reparatur wird jetzt am Freitag leider auch nicht fertig, denn erst einmal muss eine Lösung gefunden werden, die abgebrochenen Schrauben herauszubekommen. Zum Glück können wir das Auto heute noch zurückbekommen und zum Campground zurückfahren. Ansonsten hätten wir am Wochenende ein Hotelzimmer nehmen müssen, denn die Werkstatt hat bis Montag zu!

    Das Wochenende können wir also zumindest im Van verbringen, wir bewegen ihn aber natürlich nicht. Auch können wir selber kochen und haben unsere Kühltruhe dabei. Ein Supermarkt ist in fußläufiger Reichweite und auch so unternehmen wir zu Fuß ein paar Dinge in der Stadt, um uns die Zeit zu vertreiben. Wirklich viel zu sehen gibt es allerdings nicht. Der Dinosaurierpark ist von 1936 und seit dem
    nicht modernisiert. Im Thrift-Store, einem Gebrauchtwarenladen ähnlich wie die Op-Shops in Australien, findet Aron eine Mini-Gitarre für
    nur 1$ 🤩

    Am Montag früh bringen wir den Van dann wieder in die Werkstatt zurück, in der Hoffnung, am Abend mit einem reparierten Fahrzeug Rapid City verlassen zu können. Aber auch daraus wird leider nichts. Die Reparatur ist so aufwendig, das der Van noch über Nacht dort bleiben muss. Die abgerissenen Schrauben müssen herausgeschweißt und gebohrt werden, ohne andere Teile in Mitleidenschaft zu ziehen.

    Der Leiter der Werkstatt, Anthony, ist so nett uns von ihm privat ein Zelt und eine Luftmatratze zu leihen. Damit geht es wieder zum Campingplatz und wir harren noch eine weitere Nacht aus.

    Auch am nächsten Tag müssen wir noch bis spät in den Nachmittag warten, bis das Auto dann endlich fertig ist. Die Rechnung beträgt knapp 1.750$ und wir sind echt bedient! Jaja, das Auto hat ja nur 1.000$ gekostet 🤨 Lassen wir das mal lieber.

    Das Automatikgetriebe haben sie sich übrigens auch angeschaut, wenn auch nur kurz. Es machte bei ihnen zumindest keine Probleme und die Flüssigkeit ist in Ordnung und nicht verunreinigt. Mal sehen… hoffentlich hält es einfach durch 🤞

    Nun haben wir unseren Van zumindest endlich wieder. Da es spät ist, fahren wir aber noch für eine letzte Nacht auf den Campingplatz zurück.
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  • Mount Rushmore & Custer State Park

    17. september 2025, Forenede Stater ⋅ 🌧 16 °C

    Das Auto ist repariert und endlich können wir weiterfahren. Wir nutzen noch ein letztes Mal die Duschen auf dem Campingplatz und fahren südwestlich aus Rapid City hinaus.

    Das Auto fährt sich gut, aber wir werden ein paar Tage brauchen, um dem Van wieder zu vertrauen. Aber das Kühlsystem sollte jetzt hoffentlich einigermaßen kugelsicher sein.

    Bis zum Mount Rushmore ist es jetzt auch nicht mehr weit. Den Felsen, in dem bis 1939 die Gesichter der Vier Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt, und Abraham Lincoln eingraviert wurden, können wir bereits von der Landstraße sehen und halten auch an einem Ausguck für ein paar Fotos an. Direkt zum Felsen heran fahren wir nicht, der Blick aus etwas Entfernung reicht uns.

    Danach geht es immer weiter den Highway 16 durch die Black Hills entlang. Die Straße ist sehr eng und windet sich unentwegt in die Berge. Es geht mitunter steil bergauf und wieder hinab. Hin- und wieder müssen wir durch einen einspurigen Tunnel, durch den der Van noch gerade so hindurchpasst. Schöne Gegend!

    Direkt angeschlossen an die Black Hills ist der Custer State Park, den wir einmal von Ost nach West durchqueren und tatsächlich auch wieder Bisons sehen. Bisons werden hier übrigens gern sprachlich mit „Buffalos“, also Büffeln verwechselt. Das ist zwar falsch, hat sich in den USA aber irgendwie so eingeschlichen. Büffel gibt es hier eigentlich nicht.

    Bis zur Stadt Custer selbst sind es noch knapp 100km. Dort wimmelt es nur so von billigen Souvenir- und Ramschläden mit allerlei Firlefanz. Wir finden wirklich nichts Schönes dabei. Kurz hinter der Stadtgrenze finden wir ein Freecamp im Wald.

    Es fängt an zu regnen, das gält uns aber nicht davon ab unsere Burger halt unter dem Regenschirm zu braten.

    Die Nacht wird schön ruhig, was wir uns nach einer Woche auf dem lauten Stadtcampingplatz auch verdient
    haben. 💤
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  • Wyoming

    18. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 15 °C

    Am frühen Morgen erkunden wir etwas die Gegend im Wald. Zum Glück ist es den Rest der Nacht trocken geblieben.

    Wir fahren von unserem Waldcamp bei Custer schließlich weiter nach Westen und erreichen nach ein paar Meilen den Staat Wyoming.

    Es regnet wieder…

    Im Örtchen Sundance, wo wieder die Sonne scheint, halten wir an und rufen von einem Parkplatz aus bei der Hotline der US-Post an. Aron ist fast am verzweifeln, als die Mitarbeiterin nach mindestens 5x erklären immer noch nicht versteht, was wir eigentlich möchten. Wirklich zum Haare raufen! Wir beenden das Gespräch und fahren kurzerhand zur kleinen Postfiliale im Ort und erkundigen uns, ob man sich ein Päckchen zu einer Postfiliale senden lassen kann, um es dort später abzuholen. Es soll angeblich problemlos funktionieren 👍

    So bestellen wir das nun nötige Ersatzteil für die Seitentür, damit wir sie auch wieder anständig benutzen können. Innendrin sind ja mittlerweile sämtliche Plastikteile an den Seilzügen gerissen und wir können die Tür nur noch von der Innenseite und mit manuellem Ziehen an dem Rest Stahlseil öffnen. Etwas umständlich und fraglich wie lange das letzte Stück Seil bei dem 33 Jahre alten Van noch hält.
    Wir bestellen das Ersatzteil nach Cheyenne, ganz im Süden Wyomings. Es soll in etwa einer Woche kommen. Wir werden uns also etwas Zeit auf dem Weg lassen.

    Heute legen wir insgesamt nur etwa 140km zurück. Kurz hinter Sundance fahren wir in den angrenzenden Wald hoch und übernachten dort auf einem schönen abgelegenen Platz auf dem Hügel.
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  • Devils Tower

    19. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 17 °C

    Morgens ist es mit nur 5 Grad wirklich eiskalt aber zumindest trocken. Wir hatten eine tolle, ruhige Nacht auf dem Berg.

    Es geht weiter zum Devils Tower (Teufelsberg) im nördlichen Teil Wyomings. Der mit 265m hochragende, riesige Felsen ist magmatischen, also vulkanischen Ursprungs. Seit jeher ist der Berg bei verschiedenen Indianerstämmen ein heiliger Ort, aber auch für die neueren Siedler der USA sollen sich hier schon so manche Aliensichtung und Entführung ereignet haben. 👽 💫

    Wir unternehmen zunächst die längere Wanderung drumherum und treffen erwartungsgemäß kaum auf andere Leute. Die Amerikaner scheuen i.d.R. Orte, die sie nicht direkt mit dem Auto anfahren können.

    Im Anschluss gehen wir dann noch den kurzen Rundweg direkt am Felsen entlang, hier ist es schon voller. Insgesamt kommen wir auf 7km.
    Im Felsen entdecken wir einige Kletterer, die hier heute Rettungseinsätze üben. Als Nicht-Kletterer kaum vorzustellen, wie man an solch einer steilen Felswand hochkommen soll…

    Nach einem Besuch im Trading Post, eigentlich einem reinen Souvenirshop, fahren wir tanken. Unsere Tanknadel spinnt nun seit ein paar Tagen - aber das Auto hat ja nur 2.750$ gekostet…

    Im Örtchen Gillette kaufen wir ein und fahren weiter nach Süden durch den Staat Wyoming.
    Auf dieser Seite des Staats ist viel Farmland und überall tauchen Ölfelder auf.

    Wir finden etwas abseits vom Highway ein Stück „Public Grassland“. Hier darf man kostenlos campen, was wir auch direkt für 2 Nächte ausnutzen. Es ist zwar nur ein offenes Feld und ohne Privatsphäre, dafür sind wir aber allein.
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  • Wheatland

    21. september 2025, Forenede Stater ⋅ 🌙 22 °C

    Nach 2 Tagen Feldcampen fahren wir weiter durch Wyoming immer nach Süden. Im Städtchen Douglas kaufen wir ein und füllen Eis in der Kühlbox auf. Die Investition in die „bessere“ Kühltruhe hat sich übrigens absolut gelohnt. Das Eis hält auch bei hohen Temperaturen tagelang! 😀

    In Douglas gibt es in der Stadt auch ein kostenloses Camp, aber es ist uns viel zu laut und zu belebt. Wir fühlen uns überhaupt nicht wohl. Bevor wir weiterfahren, nutzen wir allerdings noch die ebenfalls kostenlose Dusche und füllen unsere Trinkwasservorräte auf.

    Für uns geht es noch weiter bis Wheatland, wo wir am Wasserreservoir für 2 Tage die Zeit überbrücken, bis hoffentlich bald das Ersatzteil für die Seitentür geliefert wird.

    Noch am ersten Abend zieht in der Ferne ein Sturm auf, der kurz darauf auf uns niederprasselt und den Van inklusive uns ordentlich durchschüttelt. Glücklicherweise hatten wir früh genug unser Abendessen zubereitet und abgewaschen, sodass wir den Sturm einfach im Van aussitzen können.

    Am folgenden Tag scheint die Sonne und der Himmel ist strahlend blau.

    Wir nutzen den Tag zum Laufen, Lesen und legen die Füße hoch.

    Am späten Nachmittag bekommen wir eine Benachrichtigung vom Absender, dass unser Ersatzteil schon zur Post geliefert worden ist. Wir freuen uns, dass es so schnell ging und es früher als erwartet angekommen ist. Da die Post sonntags aber nicht geöffnet hat, werden wir und eben am nächsten Morgen auf den Weg nach Cheyenne machen, um es abzuholen.
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  • Die Misere mit der Post 🏤 😫

    23. september 2025, Forenede Stater ⋅ 🌧 11 °C

    Wir wachen am nächsten Morgen für unsere Verhältnisse recht spät auf. Regen prasselt gegen die Fensterscheiben und draußen ist es grau und düster, denn die regengeschwängerten Wolken hängen tief.
    Damit wir nicht nass werden, kochen wir unseren Kaffee im Van einfach auf dem Boden. Alle Fenster sind offen, sodass genug Luft zirkulieren kann, ansonsten wäre diese Aktion ein wenig gefährlich.
    Die Wettervorhersage für heute sieht ziemlich bescheiden aus: Dauerregen bis in den späten Abend. Nicht gerade das beste Campingwetter.

    Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Cheyenne
    Bevor wir das Ersatzteil für die Seitentür bei der Post abholen, stocken wir noch unsere Vorräte auf und waschen unseren Wäscheberg in einem modernen Waschsalon.

    Als wir unser Paket abholen möchten, bekommen wir vom Postbeamten nur kurz und knapp gesagt, dass unser Paket nicht da sei. Es wurde zu einer anderen Postfiliale weitergeleitet, da nicht jede Filiale Paketsendungen mit „General Delivery“ annimmt.
    „General Delivery“ bedeutet in etwa Postlagernd, was für uns sehr praktisch ist, da wir uns auf dem Roadtrip ja kaum etwas an eine Privatadresse schicken lassen können.

    Zähneknirschend machen wir also auf dem Absatz kehrt und fahren einmal quer durch die Stadt zur besagten Postfiliale. Aron geht alleine hinein und steht erstmal über eine halbe Stunde in der Warteschlange. Als er endlich an der Reihe ist, um das Paket abzuholen, kann er kaum glauben, was ihm am Schalter gesagt wird: Unser Paket wurde gar nicht von der Post angenommen, da der Absender es nicht über die Post selbst versandt hat. Es wurde über „Amazon Delivery“ verschickt, was hier in den USA auch recht gängig ist. „General Delivery“ ist also nur möglich, wenn kein anderer Lieferservice involviert ist. Auf die Frage, wo das Paket denn nun ist, bekommt Aron von einem schulterzuckenden Postbeamten gesagt, dass es zurückgeschickt wurde. Er kann kaum glauben, was er da zu hören bekommt und muss sich zusammenreißen.

    Er kommt also mit leeren Händen zurück. Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Onlineshop zu kontaktieren und um eine Gutschrift zu bitten. Die Frage, ob sie noch ganz dicht sind, brennt uns zwar auf der Zunge, stellen wir wohl aber besser nicht.
    Leider war alles für die Katz und die Tür bleibt dann eben so wie sie ist, in der Hoffnung, dass sie nicht völlig kaputt geht. Im Moment können wir sie ja noch zumindest mit dem Seilzug von Innen öffnen.

    Es ist mittlerweile schon Nachmittag und es regnet immer noch in Strömen. Wir machen uns auf den Weg Richtung Süden und lassen Wyoming hinter uns. Wir erreichen den Bundesstaat Colorado.

    Hier machen wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz, was sich als ziemlich schwierig gestaltet. In Colorado gibt es Freecamps hauptsächlich nur in den Bergen. Da wir aber unseren alten Van und unsere ebenso alte Automatikschaltung nicht über mehrere hundert Höhenmeter die Berge hinaufprügeln wollen, bleibt uns eben nur ein normaler Campingplatz übrig. Nach fast ergebnisloser Suche mit komplett überteuerten Preisen von bis zu 76 Dollar für den einfachsten Platz, werden wir oberhalb von Denver dann doch fündig.
    Wir sichern uns für 35 Dollar einen Platz auf einem Fairground (Jahrmarktplatz) mitten in Longmont mit sauberen Toiletten und Duschen. Zur Zeit ist hier keine Veranstaltung 🎡

    Es regnet leider immer noch während wir in der Dämmerung unser Abendessen halb im Van und halb draußen unter einem Regenschirm kochen. Anders ist es heute leider nicht möglich.

    Irgendwann hört es schließlich auf zu regnen und wir gehen im Dunkeln noch eine Runde außerhalb des Fairgrounds spazieren, denn Bewegung hatten wir heute so gut wie keine gehabt. 10.000 Schritte am Tag sind Pflicht! Und zwar immer! 😅

    Was für ein Tag!
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  • Rund um Denver 🍔

    24. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir werden am nächsten Morgen tatsächlich von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Wir wagen einen vorsichtigen Blick nach draußen und wir sehen strahlend blauen Himmel. Die Regenwand ist wirklich weitergezogen.
    Wir packen die Gelegenheit beim Schopf und schnüren die Laufschuhe für eine große Runde um den Fairground herum.

    Als wir wieder zum Van zurückkommen, steht der Platzwächter hinter unserem Fahrzeug und sieht es sich genauer an. Wir begrüßen ihn freundlich und er weist uns ebenfalls höflich darauf hin, dass wir hier eigentlich nicht hätten stehen dürfen, da wir keinen Wasser- und Stromanschluss am Van haben. „Carcamping“ ist nicht erlaubt. Da wir ja aber schon bezahlt haben und es eh bald Zeit zum Auschecken ist, können wir die Dusche noch nutzen.

    Selbstverständlich akzeptieren wir die Vorschriften und diskutieren nicht, sind jedoch ein wenig verdutzt, da viele andere hier offensichtlich im kleinen PKW geschlafen haben.

    Wir machen einen kurzen Stopp bei einer Outdoorgeschäft und einer Outlet Mall in Denver und bummeln ein wenig durch die Shops. Hier sind wir aber recht schnell fertig, denn das Angebot ist sehr enttäuschend. Wir waren doch vor 4 Jahren schon einmal genau hier und unsere Erinnerung an diese Mall war deutlich besser. Naja, auch so etwas ändert sich eben mal…
    Zumindest finden wir im New Balance Shop dann doch noch ein paar neue Laufschuhe. Das Outlet war so wenigstens keine komplette Zeitverschwendung.

    Unsere Laune wird gleich besser, als wir einen Abstecher zu unserem absoluten Lieblingsfastfoodladen machen: In-n-Out Burger.
    Kaum zu glauben, dass es schon mehr als 3 Jahre her ist, als wir dort zuletzt gegessen haben.
    Hier bestellen wir direkt all unsere lang ersehnten Favoriten und genießen jeden Bissen😋 (In n Out Burger war übrigens auch der Grund für unsere lange Laufrunde heute Morgen)

    Bei einem kurzer Abstecher zu Walmart, um frisches Eis für unsere Kühlbox zu besorgen, stellen wir fest, dass die Dichtung unserer 110 Dollar teuren Truhe undicht ist und der Teppich darunter großflächig nass ist. Na toll! Wir trocknen alles so gut es geht ab, legen Tücher aus und lassen die warme Sonne den Rest erledigen. Es wird aber ein wenig dauern, bis der Teppich wieder trocken ist. Jaja, Quality made in USA…

    Mittlerweile ist es schon Nachmittag und wir machen uns auf den Weg, um einen Platz zum Übernachten zu finden. Es ist immer noch schwierig Freecamps zu finden, also bleibt uns nichts anderes übrig als kurz vor Monument einen Campingplatz direkt an der Interstate zu nehmen. Wir schlucken gehörig bei dem saftigen Preis von 55 Dollar plus 6 Dollar Buchungsgebühr (wir rätseln warum eine Buchungsgebühr erhoben wird, wenn man direkt vor Ort bezahlt🤨).

    Es bleibt uns aber leider nichts anderes übrig. Zumindest haben wir einen Platz ganz am hinteren Ende des Campingplatzes bekommen und stehen so weit von der lauten Interstate weg, wie es eben geht. Dennoch wird die Nacht aufgrund des Lärmes nicht sehr erholsam.

    Bei einer Abendrunde begegnen uns noch ein paar Rehe, lustige blaue Vögel und eine Schlange 🐍
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  • Colorado Springs und Garden of the Gods

    25. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir wachen morgens ein wenig gerädert auf. Selbst der morgendliche Kaffee scheint heute seine Wirkung irgendwie zu verfehlen. Es hält uns aber nicht davon ab, eine kleine Runde über den Campingplatz zu laufen. Die teuer bezahlten Duschen müssen wir ja schließlich ausnutzen. Vielleicht macht uns das ja wieder richtig munter.

    Unsere Rechnung geht auf und wir sind wieder voller Tatendrang. Naja, vielleicht ist es aber auch der Gedanke, dass wir uns heute nochmal etwas leckeres bei In n Out Burger gönnen können. Wir müssen das ein wenig ausnutzen, denn diese Fastfoodkette gibt es hauptsächlich nur an der Westküste der USA mit ein paar Restaurants in Colorado und Texas.

    Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten bei Trader Joes ein und finden sogar eine 750ml Flasche Gerolsteiner Sprudel, welche für umgerechnet 2,14€ recht teuer ist. Da bekommen wir schon fast Heimweh…

    In einem lokalen Laufladen stöbern wir noch ein wenig durch die Regale. Lara findet endlich die langersehnte bunte Laufhose, nach der sie schon seit längerem Ausschau gehalten hat.

    Auf unserem Weg durch Colorado weiter Richtung Süden, halten wir noch am „Garden of the Gods National Monument“ an, denn es ist erst früher Nachmittag.

    Wir wandern an wunderlichen roten Gesteinsformationen vorbei und wir müssen direkt wieder an Australien denken. Durch den strahlend blauen Himmel kommen die roten Felsen richtig gut zur Geltung.

    Nach anderthalb Stunden fahren wir auch schon weiter, denn wir haben noch keinen Schlafplatz für die nächste Nacht. Nach knapp 65km werden wir fündig und biegen etwas abseits der Interstate auf eine sich den Hügel hoch windende Schotterpiste ab.
    Aron bremst kurz vor unserem Ziel, denn es krabbelt seelenruhig eine Tarantel vor uns über den Weg. Heute steigt Lara mal aus und versucht sich als mutiger Tierfotograf. Die riesige Spinne hält ganz ruhig und lässt sich entspannt ablichten. 📸

    Keine 5 Minuten später haben wir auch einen Platz gefunden, auf dem wir unser Nachtlager aufschlagen. Von hier aus haben wir einen weiten schönen Blick ins Tal und auf das Städtchen Penrose. Und das Beste ist: es ist kostenlos und komplett still. 🤫
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  • Über den Bergpass nach New Mexico

    27. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 24 °C

    Gleich am nächsten Morgen werden wir von einem schönen Sonnenaufgang begrüßt. So schmeckt der erste Kaffee doch am Besten: Sonnenaufgang, Ruhe und dabei gemütlich den Kaffee im Bett sitzend trinken. Der Van ist echt gemütlich!

    Bevor wir weiter fahren, vertreten wir uns noch die Beine. Hier oben gibt es zwei Geocaches, die wir noch mitnehmen.

    Wir fahren weiter und machen Halt in Pueblo um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.
    Anschließend weiter südwärts Richtung New Mexiko. Unser Van muss sich immer höher durch den auslaufenden Bergpass der Rocky Mountains kämpfen. Zum Glück ist es nicht mehr so hoch wie die Berge neben Denver, aber der Van hat ordentlich zu arbeiten. Aron fährt vorsichtig, denn „langsam und ausdauernd gewinnt man ein Rennen“.
    Aber unser altes Mädchen hält sich wacker, auch wenn das Getriebe schon ein wenig riecht.

    Wir fahren westwärts von der Interstate ab und finden in der Nähe von Maxwell ein abgelegenes kostenloses Camp an einem See. Es gefällt uns gleich so gut, dass wir beschließen 2 Nächte zu bleiben.

    Wir sind die Einzigen hier und weit und breit sind nur freilaufende Kühe und Vögel um uns herum.

    Wir gehen laufen und finden bei einem Spaziergang eine fast 2 Meter lange Schlangenhaut. Sie ist intakt und noch ganz geschmeidig. Die dazugehörige Schlange kann also noch nicht weit sein. Es ist zumindest keine Klapperschlange.

    Kurz darauf liegt vor uns auf dem Weg aber tatsächlich eine Baby-Klapperschlange. Sie kann noch nicht „rasseln“, dafür aber fauchen und bedroht uns bereits, obwohl wir Abstand halten.

    Wir können Zugvögel beobachten, wie sie immer weiter Richtung Süden in die Wärme fliegen und hier am See Rast machen. Dabei wird uns bewusst, dass der Sommer langsam zu Ende geht, was sich auch am Wetter bemerkbar macht. Es wird immer unbeständiger und es regnet deutlich öfter.
    Wir haben das Wetter genau im Blick, da der Weg von unserem Camp bis zur Straße bei viel Regen ziemlich matschig werden kann. Zum Glück hält es sich direkt über uns in Grenzen.

    Dennoch ändert sich die Vorhersage beinahe im Halbstundentakt und so richtig Verlass ist darauf eben nicht.

    Beim Rückweg eines Spaziergangs am See entlang, sehen wir in nicht allzu weiter Ferne einen Sturm aufziehen, der sich in voller Kraft entlädt. Das war nicht vorhergesagt, aber wir bleiben glücklicherweise trocken.

    Abends haben wir durch den vielen Regen der vergangenen Tage und die Nähe zum See eine regelrechte Mückenplage um uns herum. Alles summt und surrt und versucht uns um ein paar Tropfen Blut zu erleichtern. Da hilft nur früh zu kochen, lange Kleidung und der Sprung in den Van und die Türen geschlossen halten. Ansonsten haben wir ja noch das gute BushMans aus Australien dabei, 80% DEET!
    Daran können wir uns wirklich nie gewöhnen.

    In unserer letzten Nacht am See fängt es dann doch noch an zu regnen und wir hören genau hin. Sollte es zu viel werden, müssen wir hier weg, um nicht auf dem matschigen Weg stecken zu bleiben. Das Risiko sich festzufahren ist einfach zu groß.
    Zum Glück hält sich der Regen aber in Grenzen und wir können in Ruhe einschlafen.
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  • Fort Union und Serafina

    28. september 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach den 2 Nächten am See möchten wir weiterfahren. Während wir alles wieder an seinen richtigen Platz im Van verstauen, fällt uns auf, dass der Teppich neben der Kühlbox schon wieder nass ist. Nicht schon wieder🙄
    Wir schauen uns das Ablaufventil nochmal genauer an und sehen, dass es komplett verformt ist. Jaja, made in USA…

    Wir werden uns wohl im nächsten Walmart eine neue passende Dichtung besorgen und sollte sich das Problem dadurch auch nicht lösen, werden wir die 110 Dollar Kühlbox reklamieren. Mal sehen, was da noch kommt.

    Auf unserem Weg immer weiter südwärts kommen wir an Fort Union vorbei und legen einen Zwischenstopp ein, um uns die Beine zu vertreten. Es war Mitte des 19. Jahrhunderts das Größte seiner Art zwischen Kalifornien und Kansas und setzt sich eigentlich aus 3 Forts zusammen. Fort Union war Schauplatz im amerikanisch/mexikanischen Krieg, sowie im Bürgerkrieg und im Krieg gegen die Indianer.
    Wir besichtigen die Ruinen und können uns das gesamte Ausmaß der militärischen Anlage nur vorstellen. Wieder entdecken wir eine kleine Schlange am Wegesrand 🐍

    Nach knapp einer Stunde sind wir auch schon wieder unterwegs. Allerdings sind wir heute einfach zu müde, um hunderte Kilometer weit zu fahren und suchen uns noch vor Santa Fe ein Freecamp am Rande eines Nationalforests. Wiedermal stehen wir alleine mitten im karg bewachsenen Buschland, umgeben von hohen Bergen. Nur freilaufende Kühe statten uns ab und zu einen Besuch ab und blicken uns neugierig an.

    Als wir uns abends langsam in den Van zurückziehen, hören wir in weiter Ferne das Grummeln eines vorbeiziehenden Gewitters. Der Himmel hinter den Bergen ist kohlrabenschwarz und sieht richtig bedrohlich aus. Aber außer ein paar Tropfen und ein paar Windböen bleiben wir verschont.
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  • Pecos, Santa Fe und Cochiti

    2. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 18 °C

    Nach zwei Nächten hier im Nationalforest machen wir uns auf den Weg ostwärts Richtung Santa Fe.

    Knapp 50km vor der Stadt, legen wir noch einen Zwischenstopp im Pecos National Historical Park ein.

    Dabei handelt es sich um Ruinen der Pueblo, das sind amerikanische Ureinwohner, mit wenigen Überbleibseln der Gebäude.

    Im 17. Jahrhundert nahmen die Spanier das Gebiet ein und erbauten eine Kirche und nutzten sie als Mission. Verschiedene Indianerstämme der Region verbündeten sich mit den Pueblo und zerstörten die Kirche und eroberten ihr Gebiet kurz zurück. Danach erbauten die Spanier wieder eine Kirche, sodass die Pueblo und Indianer schließlich weiterzogen.

    Wir finden es immer wieder erstaunlich, wie grausam aus religiösen Gründen in der Vergangenheit (heutzutage ebenfalls) vorangegangen wurde.

    Sehr viel gibt es hier nicht mehr zu entdecken.

    Wir fahren weiter nach Santa Fe und halten noch bei einem Laufladen an. Nach einer halben Stunde kommen wir wiedermal schwer bepackt hinaus. Man kann eben nie genug Laufschuhe haben, vor allem, wenn sie im Sale waren🙈💵

    Kurz bevor wir uns auf den Weg zu unserem Campingplatz am Cochiti Lake etwa 50km außerhalb Santa Fes machen, halten wir noch kurz bei Walmart für ein paar Kleinigkeiten an.
    Auch wenn unsere Kühlbox das Eis und die Kälte viel länger halten kann, so brauchen wir bei den langsam wärmer werdenden Temperaturen doch alle paar Tage neues Eis. Aber im Vergleich zur vorherigen Kühlbox, die uns noch mit dem GMC Safari begleitete, ist es nur weniger als die Hälfte.

    Wir sind froh endlich weiterzukommen, denn der Stadtverkehr hier ist ziemlich hektisch und nervig. Es ist auch „interessant“, was für Gestalten hier in der Stadt so herumlaufen. Nicht unbedingt die Vorzeigestadt…

    Auf dem Campingplatz angekommen, beschließen wir gleich um eine weitere Nacht zu verlängern. Hier ist es recht ruhig und für 20 Dollar/Nacht (etwa 18€) bekommen wir Wasser, Strom, Toiletten und warme Duschen.

    Die Zeit nutzen wir ausgiebig zum Laufen, Wäsche waschen, lesen und laden alle Geräte nochmal schön voll. Wenn man ja schon mal Strom zur Verfügung hat, dann muss man es auch ausnutzen.
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  • Ausflug nach Albuquerque

    2. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 28 °C

    Nach unserem morgendlichen Ritual bestehend aus Kaffee, Laufen und Frühstück, machen wir uns auf den Weg nach Albuquerque. Das das heute nur ein Ausflug werden soll, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

    Nach knapp einer Stunde Fahrt, sind wir mitten in der Großstadt Albuquerque angekommen.

    Alles ist irgendwie noch voller, hektischer und heißer als in Sante Fe. Aber das nehmen wir heute nur allzu gerne in Kauf, denn hier wollten wir schon lange mal hin.

    Hier in Albuquerque wurde ein Großteil der Serie „Breaking Bad“ und dem Spin-Off „Better Call Saul“ gedreht und man kann einige der bekannten Filmspots abfahren. Wer Breaking Bad nicht kennt, es geht um einen Familienvater, der nach einer Krebsdiagnose seine Behandlung nicht bezahlen kann und vom rechten Weg abkommt, indem er Crystal Meth herstellt. Eine düstere Serie.

    Trotz, dass der Drehschluß der Serie bereits vor über 10 Jahren war, gibt es sogar einen Laden, der ausschließlich Souvenirs aus der Serie verkauft und ein kleines Museum beherbergt.

    Als wir weiterfahren möchten, fällt uns der starke Geruch von schleifenden Bremsen auf. Ein Blick in den Rückspiegel genügt, um den Qualm zu sehen, der von der Bremse rechts hinten emporsteigt. Schnell sind wir rechts ran gefahren und halten an.

    Wir lassen die Bremse abkühlen und machen uns auf die Suche nach dem Problem.

    Vor einigen Wochen hatten wir schon einmal mit Qualm zu kämpfen, damals aber hinten links. Die Handbremse ließ sich nicht mehr lösen und schliff leicht beim Fahren mit.

    Mit WD40 am Zugseil sprühen, und kräftig dran rütteln, gangbar machen, hatte geholfen, was Aron nun auch wieder versucht. In der Zwischenzeit haben wir uns in viel kühleren Gebieten aufgehalten, vielleicht ist die Hitze New Mexicos mit Schuld?

    Während wir der Bremse noch ein bisschen mehr Zeit geben um abzukühlen, besprechen wir die weitere Route. Der Plan, New Mexiko komplett bis zum Süden zu durchqueren, und immer weiter in die heiße Wüste zu fahren, schmeißen wir komplett über den Haufen und beschließen wieder ein stückweit zurück nach Norden zu fahren.

    Wir machen uns also langsam und vorsichtig auf den Weg zurück zum Campingplatz der letzten Nächte, die Augen immer auf den Rückspiegel gerichtet. Wir werden am nächsten Tag wohl oder übel nochmal eine Werkstatt aufsuchen müssen.

    Auch wenn die Stimmung ein wenig geknickt ist, lassen wir uns unsere selbstgemachten Burger abends gut schmecken und sagen uns: „Der Van hat uns ja nur 2.700 Dollar gekostet…“
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  • Werkstattsuche in Santa Fe

    3. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 25 °C

    Am nächsten Morgen gehts früh los nach Santa Fe, auf die Suche nach einer Werkstatt.
    Anfangs haben wir kein Glück und werden von insgesamt 3 Werkstätten weitergeschickt, weil sie völlig ausgebucht sind. Aber alle guten Dinge sind 4 und so werden wir bei der 4. Werkstatt dazwischengeschoben, mit der Bitte sich die Handbremse genauer anzuschauen und sie wenn möglich zu deaktivieren (wir benutzen sie ohnehin schon seit Wochen nicht mehr).

    Dabei werden die hinteren Trommelbremsen teilweise demontiert, um alles besser untersuchen zu können.

    Nach kurzer Zeit ist klar, dass die rechte Bremse in einem deutlich besseren Zustand ist als die linke und die Handbremse angeblich funktioniert wie sie soll. Aha…

    Es wird uns ein Austausch der kompletten hinteren Bremsen empfohlen, der Kostenvoranschlag beläuft sich auf über 1.500 Dollar. Das ist einerseits völlig überteuert und lohnt sich andererseits für unseren uralten Van nun wirklich nicht mehr. Wir wollen ihn schließlich in wenigen Wochen wieder verkaufen!

    Außerdem haben wir eigentlich das Gefühl, mit dem derzeitigen Problem der Handbremse doch umgehen zu können. Die eigentlichen Bremsen funktionieren letztlich noch tadellos! Der nächste Besitzer des Vans wird sich darum kümmern 👍

    Als wir vom Hof der Werkstatt hinunterfahren, sind wir uns beide ziemlich sicher, dass wir mit unserer Vermutung der festgesetzten Handbremse nicht ganz ernst genommen wurden und uns hauptsächlich etwas verkauft werden wollte.

    Wir beschließen von nun an unsere tägliche Fahrzeit in den nächsten Wochen zu verkürzen und die Handbremse noch engmaschiger zu kontrollieren. Vorsichtig fahren und bremsen machen wir ja sowieso schon, solange es geht. Ansonsten tun die Bremsen es definitiv noch!

    Unser Auto hat jetzt auch endlich einen Namen. „Schrotti“ finden wir mehr als passend.

    Nach diesem Tag sind wir ziemlich gerädert, sodass wir nach einem Stopp bei Walmart nur noch die kurze Strecke ostwärts zurück bis zum Nationalforest fahren, um dort unser Nachtlager aufzuschlagen. Den Platz kennen wir schon von vor ein paar Tagen. Hier ist es schön ruhig und es lässt sich gut aushalten.
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  • Mills Canyon

    7. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach einem Tag Pause im National Forest mit reichlich Überlegungen, wo wir als Nächstes hinfahren hinfahren und was wir machen sollen, sind wir zwar noch nicht wirklich schlauer, aber sicher, dass wir uns die nächsten Wochen nicht kaputtmachen lassen wollen. Tatsächlich hatten wir auf dem letzten Weg auch keine Probleme mehr mit der Bremse.

    Da wir die Gegend und jeden noch so kleinen Wanderweg mittlerweile auswendig kennen, lassen wir den Nationalforest hinter uns und fahren ein Stück zurück nach Norden.

    In Las Vegas, New Mexiko, stocken wir unsere Vorräte gut auf, packen die Kühlbox randvoll mit Eis und füllen alle leeren Gallonen mit Wasser auf.

    Unser Ziel ist der Mills Canyon Campground, ein Freecamp mit Wanderwegen. Wir brauchen noch ein bisschen Abenteuer und wollen neue schöne Gegenden erkunden.

    Wir fahren zunächst über ein riesiges, recht flaches Plateau. Grasland so weit das Auge reicht, ein Hügel hier und da. Kurz vor unserem Ziel wird es bergiger und das Plateau reißt vor uns auf. Der Highway schlängelt sich um felsige Klippen mehrere hundert Meter hinab ins Tal und auf der anderen Seite wieder hinauf. Diese Gegend ist unglaublich schön. Die Farben der Felsen, gespickt mit Büschen und dem blauen Himmel sind faszinierend.

    Dennoch werfen wir immer wieder einen nervösen Blick in den Rückspiegel, aber der Van hält sich tapfer. Nichts qualmt oder riecht. Wir atmen erleichtert auf, sind dennoch wachsam. Entspanntes Fahren ist es leider nicht mehr so ganz. Aber wir machen das Beste daraus. Auf jeden Fall ist dieser Abschnitt eine gute Gelegenheit die Bremsen zu testen.

    Am Mills Canyon Campground angekommen, finden wir sogar noch einen schönen Platz, der ein bisschen Privatsphäre bietet. Genau das Richtige für die kommenden paar Tage.

    Die Gegend ist unglaublich schön. Unser Campingplatz liegt am Rande des Plateaus mit einer tiefen Schlucht. Es gefällt uns so gut, dass wir gleich drei Tage hier verbringen. Wir wandern zweimal in die Schlucht hinein und kommen an alten Ruinen einer Obstplantage aus dem 19. Jahrhundert vorbei. Viel steht zwar nach einer kompletten Überflutung um 1910 nicht mehr, aber inmitten der massiven Felsen und neben dem malerischen Fluss sieht es einfach nur toll aus. Auf dem Weg entdecken wir so einige Schlangen und auch wieder eine Tarantel 🐍

    Bei einer unserer Wanderungen haben wir uns für einen anderen Weg entschieden und gehen nicht direkt in die Schlucht hinunter, sondern zuerst auf dem Plateau entlang, bis wir am Abgrund stehen.
    Durch mehrere Steinlawinen haben sich die treppenartigen Felsvorsprünge miteinander verbunden, sodass wir unseren Weg ins Tal hier fortsetzen können. Wir kommen sehr langsam voran, denn überall liegt viel Geröll herum, was von Kakteen und hohem Gras überwuchert ist. Zudem müssen wir auf darauf achten, nicht auf Schlangen zu treten. Aber das passiert uns heute nicht.
    Nach fast 16,5km kommen wir ziemlich platt und verschwitzt wieder an unserem Van an und freuen uns nur noch auf eine erfrischende Dusche und ein Abendessen.
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  • Reisetag/Picnicarea

    9. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ 🌙 15 °C

    Wir brechen am dritten Morgen recht früh nach Clayton auf, denn wir haben hier am Mills Canyon alles gesehen und wir brauchen langsam mal neues Eis für die Kühlbox.
    Zudem möchten wir die morgendliche Kühle nutzen, um zu fahren, da wir uns nicht sicher sind, ob das Problem mit der Bremse auch mit den heißen Temperaturen nachmittags zu tun haben kann. Jedenfalls ist die Freude am Fahren spurlos verschwunden, weil wir permanent in Alarmbereitschaft sind und auf die Bremsen achten.

    In Clayton kaufen wir nur das Nötigste im einzigen Supermarkt der Stadt ein, tanken den Van voll und füllen die Wasservorräte auf. Man bekommt an jeder Tankstelle günstig Kaffee to go, was wir uns bei längeren Trips gerne mal gönnen. So auch heute. Allerdings gab es eine kleine Überraschung, als Lara die beiden Becher Kaffee bezahlen wollte. Der Kassierer grinste sie nur an und sagte: „The coffee is on me! (Der Kaffee geht auf mich!)“
    Manchmal hat man eben ein bisschen Glück…

    Wir fahren weiter nach Nordosten. An der Staatsgrenze zwischen New Mexiko und Texas halten wir kurz an und nehmen noch einen Geocache mit. Endlich haben wir auch einen in Texas gefunden. Kurz darauf erreichen wir den Staat Oklahoma und überschreiten die nächste Zeitzone. Nun sind wir wieder nur 7 Stunden von Deutschland entfernt.

    Da das Fahren im Moment wirklich sehr anstrengend ist, beschließen wir nur noch bis zum Örtchen Felt zu fahren und dort am Rande der Siedlung unser Nachtlager aufzuschlagen. Hier gibt es Toiletten und man darf für eine Nacht dort campen. Perfekt für die Durchreise.

    Außer uns ist nur ein älteres Ehepaar mit ihrem Sprinter hier. Vorerst…

    Kurz vor Einbruch der Dunkelheit hält ein Pickup und zwei junge Männer steigen aus. Sie waren wohl jagen, was an ihrer Kleidung unschwer zu erkennen ist. Sie kochen ihr Abendessen, unterhalten sich lautstark, rülpsen herum und fangen an zu kiffen. Dieser eklige süße Geruch wabert quer über den Parkplatz und direkt in den Van.

    Glücklicherweise geben die Beiden irgendwann Ruhe, sodass alle ihren wohlverdienten Schlaf finden können.
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  • Lost Places Campground Edition

    12. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ 🌬 27 °C

    Am nächsten Morgen ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit draußen alles nass. Da wir heute etwas früher losfahren wollen, drehen wir den Van um 90 Grad in die Sonne, sodass er sich von vorne richtig trocknen kann, denn die Heizung funktioniert ja irgendwie auch nicht…

    Nach dem Frühstück fahren wir weiter ostwärts durch den „Panhandle“ Oklahomas. Die Landschaft ist sehr platt und so weit das Auge reicht, sehen wir nur Landwirtschaft. Selten führt die Straße über kleine Hügel oder macht gar eine Kurve. Irgendwie ziemlich langweilig und beinahe einschläfernd.

    In Guymon stocken wir noch die Vorräte auf, bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Freecamp machen.

    In der Nähe von Hardesty und ein wenig abseits des Highways, gibt es einen alten verlassen Campingplatz auf dem man immer noch stehen darf, bzw. es niemanden stört. Es gibt nur eben keine Waschhäuser mehr. Die geteerten Wege sind noch gut zu erkennen, aber die Natur holt sich so langsam alles zurück. Viele Stellplätze sind schon komplett überwuchert und eingewachsen. Aber wir haben Glück und finden ein schönes schattiges und verstecktes Plätzchen.
    Außer uns ist niemand hier. Naja, außer neugierigen Wespen. Die können wir jedoch mithilfe des Moskitonetzes aus dem Van aussperren.

    Es gefällt uns wiedermal so gut, dass wir direkt mehrere Tage hier bleiben möchten
    Wir genießen die Ruhe und können unserem Hobby, dem Laufen, ungestört nachgehen, selbstverständlich immer den Blick auf den Weg gerichtet um nicht auf Schlangen zu treten.

    Tagsüber wird es ganz schön heiß, sodass wir unsere mit Wasser gefüllte Solardusche schön auf den heißen Asphalt legen, um warmes Duschwasser zu bekommen.

    Jedoch werden wir in der zweiten Nacht hellhörig. Wir haben uns gerade ins Bett gelegt, da hören wir komische Geräusche. Irgendwie kommen sie uns unangenehm bekannt vor. Keine 5 Sekunden später trifft es uns wie der Blitz: Irgendetwas knabbert da doch unter dem Van herum! Das kann doch nur eine Ratte sein! Nicht schon wieder! In Australien hat uns solch ein Biest den halben Motorraum umdekoriert.

    Mit Stirnlampen, Messern und Insektenspray bewaffnet (leider haben wir nichts anderes zur Hand), versuchen wir die Ratte zu verscheuchen. Aron sieht wie sie auf den vorderen Querträger springt und in den Motorraum verschwindet. Sie dreht sich um und schaut uns mit ihren Kulleraugen an. Irgendwie ist sie ja schon süß, aber sie muss da weg!

    Glücklicherweise gelingt es uns sie zu verscheuchen und wir sehen wie sie im Gebüsch verschwindet. Hier bleiben wir keine Sekunde länger und parken kurzerhand auf einen anderen Platz um, bevor die Ratte zurückkommt und richtig Schaden anrichtet.
    Die Nacht wird nun aber sehr ruhig.

    Durch die Hitze schmilzt unser Eis in der Kühlbox doch ganz schön schnell. Nach zwei Tagen müssen wir Neues besorgen. Wir fahren ein paar Kilometer nach Hardesty zu einem kleinen Imbiss und kaufen für 1 Dollar einen ganzen Eimer Eiswürfel aus der Eismaschine, da hier keine fertigen Beutel mit Eis verkauft werden. Günstiger geht es nicht.

    Als wir wieder auf dem verlassenen Campingplatz ankommen, stellen wir uns gleich wieder für die kommende Nacht um, damit die Ratte uns wirklich nicht wiederfindet.

    Hier stehen wir sogar noch etwas versteckter und können nachts außer den immer präsenten Zikaden und Grillen nichts hören.
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  • Geburtstag am See

    13. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach insgesamt drei Tagen und drei Nächten gehen unsere Wasservorräte zur Neige und wir können das ein oder andere Frische aus dem Supermarkt gebrauchen. Wir fahren am frühen Nachmittag also wieder weiter nach Osten.
    Nach 150km fahren wir an Fort Supply vorbei, unserem nächsten Camp für die kommenden zwei Nächte, was uns insgesamt 48 Dollar kostet. Strom, Dusche und Toilette inbegriffen.
    Der Check-In hier ist jedoch erst gegen 18 Uhr. Da wir noch viel zu früh dran sind, fahren wir noch ein paar Kilometer weiter bis nach Woodward und kaufen ein. Aron wollte da noch ein paar Dinge für den nächsten Tag besorgen.

    Am nächsten Morgen steht Aron sehr früh auf. Es ist noch stockfinster draußen. Er merkt, dass Lara langsam wach wird. Kurz nachdem er ihr gratuliert hat, zieht er ihr die Decke über den Kopf und sagt, dass sie nicht schauen darf. Na gut…
    Lara hört wie er klappert, raschelt und pustet.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit (es waren aber nur ein paar Minuten), zieht Aron die Decke weg und macht das Licht an. Überall im Van hängen nun Girlanden, Luftschlangen, Luftballons und Banner mit „Happy Birthday“. Noch ganz verschlafen blinzelt Lara und wird von Aron mit Ballons beworfen, bevor er ihr einen duftenden Becher Kaffee in die Hand drückt.
    Es gibt nichts schöneres, als morgens den ersten Kaffee zusammengekuschelt im Bett zum Sonnenaufgang zu trinken.

    Leider ist das Wetter heute ziemlich bescheiden. Der Himmel ist wolkenverhangen und es tröpfelt hier und da. Dennoch hält es uns nicht davon ab laufen zu gehen und anschließend im kuscheligen Van zu frühstücken.

    Nachmittags klart es kurz etwas auf und wir nutzen die Zeit um uns die Beine noch ein bisschen zu vertreten.

    Abends entdecken wir in der Dämmerung nur etwa hundert Meter von unserem Campingplatz entfernt ein Stinktier, das sich auf der Suche nach Insekten durch die hohe Wiese wühlt. Dem Geruch nach hat es seine Suche über den ganzen Campingplatz ausgeweitet.

    Wir fangen nun auch langsam an, den Verkauf des Vans vorzubereiten. Wir machen schon einmal anständige Bilder des Fahrzeugs und bereiten eine Annonce vor. In wenigen Wochen werden wir die USA schließlich verlassen.
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  • Jagdcamp

    15. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir sitzen gerade mitten in einer Schlechtwetterfront. Fast die ganze Nacht und ein Großteil des Vormittags gießt es wie aus Eimern.

    Man merkt, dass der Herbst mit voller Wucht Einzug erhält und sich mal direkt von seiner stürmischen Seite zeigt.

    Zwischendurch lässt zum Glück der Regen nach, sodass wir das Zeitfenster noch für eine schnelle Laufrunde nutzen.
    Dennoch werden wir ziemlich nass und freuen uns nur noch auf die warme Dusche, auch wenn sie nicht gerade die Sauberste ist.
    Wir lassen uns heute ein wenig mehr Zeit und fahren erst nachmittags zum nächsten Freecamp los.

    Unser Weg führt uns immer weiter Richtung Osten bis kurz vor die Stadt Enid.

    Hier biegen wir ab und fahren ein paar Kilometer weg von der Interstate.
    Umringt von Feldern gibt es dort ein kleines Gebiet, auf dem man kostenlos campen darf.
    Die Zufahrt ändert sich von einer schlecht asphaltierten Straße zunächst in eine Schotterpiste, bevor es in einen teilweise matschigen Feldweg übergeht. Kurz vor dem Ziel stehen vor einer großen langgezogenen Matschpfütze und wir beschließen nach kurzer Betrachtung, dass wir einen anderen Weg zum Freecamp fahren werden. Das Risiko stecken zu bleiben ist einfach zu groß. Wir vermissen unseren Nissan Patrol aus Australien grad sehr 😢

    Zum Glück war der Umweg nicht so weit und wir finden unser Freecamp keine 10 Minuten später. Es ist ein großes Stück Wiese, eigentlich ein Jagdcamp, von ein paar Bäumen und Feldern umsäumt. Wir stellen uns so weit es geht nach hinten und schlagen unser Nachtlager auf.

    Hier wird es schön ruhig und das Beste ist: wir sind alleine!
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  • Bear Creek Cove

    16. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 25 °C

    Die Nacht war sehr erholsam, denn außer entferntem Coyotengeheule konnten wir nichts hören.

    Am frühen Morgen machen wir noch ein paar Bilder und Videos vom Van, damit wir sie für die Verkaufsanzeige zusammenschneiden können.

    Wir vertreten uns noch ein wenig die Beine auf den nicht mehr ganz so matschigen Feldwegen, bevor wir uns auf den Weg nach Enid machen.

    Die Vorfreude ist groß, denn es gibt hier seit langem wieder einen Aldi und endlich wieder gute Schokolade! Nach Wochen, in denen wir uns jedes Stück sparsam eingeteilt hatten, können wir unseren Vorrat wieder auffüllen. Die Durststrecke hat ein Ende!

    Da es in Enid aber sonst nicht sonderlich viel zu entdecken gibt, fahren wir weiter Richtung Norden zum Bear Creek Cove Campground. Der Platz liegt am Arkansas River und sieht recht gepflegt aus. Das Einzige was wiedermal zu bemängeln ist, sind die ekligen Waschhäuser. Überall hängen Spinnweben, der Dreck liegt in jeder Ecke und selbst alte Waschlappen von vorherigen Campern hängen in der Dusche.
    Auch wenn wir das in den letzten Wochen beinahe überall so hatten, daran gewöhnen können wir uns nie.

    Am Shutdown wird das nicht liegen, denn nun in der Nebensaison kann durch die wenigen Camper einfach nicht so viel Dreck hinterlassen werden. Die meisten Besucher kommen sowieso mit riesigen RVs, ausgestattet mit einer Küche bis zum Bad, auf die Campingplätze.
    Dennoch bleiben wir hier 2 Nächte.

    Da es hier in der direkten Umgebung nicht viel zu tun gibt, außer zu angeln und mit dem Boot auf dem Wasser zu fahren, begnügen wir uns mit laufen und Wäsche waschen, denn wir möchten den Van mittlerweile nur noch bewegen wenn es nötig ist.

    Unser Highlight hier ist aber, dass wir nach Wochen endlich mal wieder ein Lagerfeuer machen können.

    In den anderen Staaten, in denen wir vorher unterwegs waren, waren Lagerfeuer aufgrund der Trockenheit einfach strikt verboten.

    Also sitzen wir abends lauschend am knisternden Feuer, mit einem Becher Wein in der einen und leckerem Abendessen in der anderen Hand.
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  • Butler Lake

    19. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 10 °C

    Leider füllt sich der Campingplatz am zweiten Abend mit anderen Campern, für die Rücksichtnahme ein Fremdwort zu sein scheint. Um nur ein paar Dinge aufzuzählen:
    Hunde werden nicht an die Leine genommen, sodass sie uns beim Laufen kläffend verfolgen oder gar anspringen; um 4:30 Uhr morgens wird das Auto angeschmissen und mit den Scheinwerfern mal über 10 Minuten schamlos auf unseren Van geleuchtet (es könnte ja jemand darin schlafen); es wird lautstark geflucht und erzählt wie blöd der eine Typ doch ist, sodass der gesamte Platz unfreiwillig über das einerseits beschränkte, aber dennoch erfinderische Schimpfwörtervokabukar in Kenntnis gesetzt wird. Das kann wirklich nur noch Australien toppen! Dort hat der Schimpfwortgebrauch aber tatsächlich etwas charmantes an sich, hier wirkt es direkt asozial.

    Wir sind langsam wirklich genervt und fragen uns, warum Menschen sich so verhalten und warum immer alles für selbstverständlich genommen wird?

    Wir sind jedenfalls froh weiterzukommen und fahren am Vormittag nach Norden in den Staat Kansas zum Cowley State Fishing Lake.
    Hier waren wir vor 4 Jahren schon einmal und haben oberhalb des Sees auf einem Plateau geschlafen. Den Platz gibt es immer noch, aber der Zustand ist leider nicht mehr derselbe.

    Überall liegt Müll herum und obwohl es keine 100 Meter entfernt ein Plumpsklo gibt, wurde ein Loch fürs Geschäft ausgehoben und nicht wieder verschlossen. Was für eine Sauerei! Wir sind vor Entsetzen sprachlos. Das Plumpsklo sieht nicht besser aus, aber das ist trotzdem kein Grund, den Platz so zu hinterlassen.

    Wir schauen uns an und denken dasselbe: „Bloß weg hier!“

    Nach knapp einer Stunde biegen wir auf die Schotterpiste zum Butler State Fishing Lake ab. Auch hier waren wir vor 4 Jahren schon einmal und es war toll. Hoffentlich ist es immer noch so. Eine eklige Begegnung am Tag reicht.
    Aber diesmal haben wir Glück. Um den großen See herum gibt es viele versteckte Stellplätze, wenig Müll und kaum Camper. Alles verteilt sich. Ein schönes Plätzchen ist schnell gefunden, an dem es sich gut aushalten lässt.
    Wir wollen hier noch ein paar Tage überbrücken, bis wir wieder zu unseren Freunden nach Galena fahren, um dort so langsam den Abschied von den USA vorzubereiten.

    Für den nächsten Tag ist nachmittags Gewitter mit viel Regen angesagt, sodass wir uns vorher ausreichend bewegen. Wir machen uns auf die Suche nach einem Geocache, den wir vor 4 Jahren aufgrund von undurchdringlichem Gestrüpp nicht finden konnten. Diesmal klappt es. Leider ist er komplett nass und wurde schon seit langem nicht mehr „gewartet“.

    Als es draußen immer dunkler und feuchter wird, kuscheln wir uns in den gemütlichen Van unter die warmen Decken und lauschen den Wassertropfen, die auf uns herunterprasseln. Abends klart es plötzlich auf und die Sonne strahlt wieder. Aber der matschige Boden wird heute nicht mehr trocken.

    Der nächste Morgen ist durch die wolkenfreie Nacht und die feuchte Luft mit 5 Grad ziemlich kalt. Nach einem leckeren Kaffee im Bett und einem aufwärmenden Spaziergang in der Morgensonne, sind wir aber mutig genug die Laufschuhe zu schnüren.
    Sport macht eben warm, genauso wie die Vorfreude auf das hinterher ausnahmsweise auf dem Gasherd erhitzte Duschwasser. Herrlich!

    Den restlichen Tag machen wir uns im Van gemütlich, denn die Beine sind nach der 13km langen Laufrunde ziemlich müde.
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  • Am Elk City Lake

    22. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 24 °C

    Unser Roadtrip neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, denn es ist nicht mehr weit bis nach Galena. Bevor wir in ein paar Tagen wieder bei unseren Freunden sind, um den Van zu verkaufen und allmählich unsere Rucksäcke zu packen, möchten wir noch ein paar ruhige Tage für uns genießen.

    Wir lassen den Butler State Fishing Lake hinter uns und fahren zum Card Creek Campground westlich vom Elk City Lake. Unserem Ziel für die nächsten 2 Nächte. Kurz bevor wir ankommen, machen sich die Bremsen wieder bemerkbar, denn es riecht wieder.
    Das Prozedere kennen wir ja schon: Wir halten an, sprühen, hämmern am Kabel der Handbremse herum und warten ein paar Minuten zum Abkühlen und weiter geht die Fahrt als ob nichts gewesen wäre. Den Kaufpreis ersparen wir uns hier… 😅

    Auf dem Campingplatz angekommen sind wir neben einem anderen Camper und dem Camphost die Einzigen dort. Alles wirkt ruhig und beinahe wie ausgestorben.

    Ein schneller Blick ins Waschhaus bestätigt wiedermal, das Putzen hier nicht so ernst genommen wird. Wir fragen uns tatsächlich, ob der zuständige Mensch überhaupt weiß wie geputzt wird.
    Aber wir sehen darüber hinweg, die Nacht ist inklusive Stromanschluss mit 16$ sehr günstig.

    Wir genießen die Ruhe hier auf dem Campingplatz, denn es ist kaum etwas los. Außerdem liegt der Platz in einer Sackgasse. Tagsüber kommt eigentlich nur der ein oder andere Tagesbesucher zum Angeln vorbei.
    Morgens ist es mit gerade mal 5 Grad ziemlich kalt, aber die Sonne scheint und wärmt noch ziemlich gut.
    Wir verbringen die Tage mit morgens gemütlich Kaffee trinken im Bett, laufen, Geocache suchen und auch den Van schon ordentlich sauber machen. Wir putzen zumindest dort, wo es schon Sinn macht.
    Der Van sieht richtig gut aus, wie aus dem Ei gepellt.

    Nach 3 Nächten machen wir uns aber dann schließlich auf den Weg nach Galena. Zwischendurch halten wir in Independence noch an einem Waschsalon an und ziehen eine große Ladung Wäsche durch, denn wir wollen nicht bei unseren Freunden ankommen und direkt die Waschmaschine vollkommen in Beschlag nehmen. Gastfreundschaft sollte auch nicht überstrapaziert werden 😅
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  • Galena - Byebye Van 🚐

    26. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 14 °C

    Das letzte Stück Weg nach Galena, ganz im Südosten Kansas, ist nicht mehr weit.

    Fast schon routiniert ziehen wir wieder in den großen RV-Trailer im Garten unserer Freunde ein.

    Am nächsten Tag kümmern wir uns noch einmal intensiv um den Van, räumen alles aus und bringen ihn so richtig auf Hochglanz 🧼. Dann geht plötzlich alles sehr schnell…

    Da wir die Anzeige im Internet schon vor ein paar Tagen veröffentlicht haben, haben sich bereits mehrere Interessenten gemeldet und die Termine sind bereits gemacht. Der Allererste kauft ihn aber direkt, ganz ohne nachzuverhandeln und zu unserem Wunschpreis von 2.000$. So haben wir zumindest einen Teil der Werkstattkosten wieder reingeholt. Wir denken besser geht es nicht und der Abschied vom Van ist somit auch kurz und schmerzlos! Wir verkaufen ihn auch mit gutem Gewissen, denn wir haben alle Mängel ehrlich mit angegeben, was so manch einen hier sehr positiv überrascht hat.

    Nun fällt aber auch eine Menge Stress von uns, denn der Van hat uns ja zwischenzeitlich ganz schön viele Kopfschmerzen bereitet. Er ist nun aber wieder in guten Händen und hat mit seinen stolzen 33 Jahren hoffentlich noch einen weiteren Lebensabschnitt vor sich.

    Bei dieser Gelegenheit ist es wahrscheinlich auch mal Zeit die Katze aus dem Sack zu lassen:
    Unsere Weltreise wird bald enden und es geht nach Deutschland zurück. Das heißt natürlich nicht, dass wir das Reisen vollständig aufgeben. Allerdings können wir ja auch nicht ewig von unserem Ersparten leben 😉
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  • Halloween und Turkey Trail 🏃‍♀️

    1. november 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 9 °C

    Das Auto ist also verkauft und nun können wir langsam auch anfangen unsere Rucksäcke zu packen.

    Als nächstes steht aber Halloween vor der Tür, was von unseren Freunden jeodch nicht gefeiert wird. Andernorts sieht man aber viel gruselige Dekoration, überall lauern Skelette, Hexen und so manch aufblasbare Comicfigur in den Vorgärten der Nachbarn.

    Normalerweise gehen die Kinder abends von Tür zu Tür und bekommen Süßigkeiten. „Trick or Treat“ nennt sich das Ganze. Da es aber mittlerweile als zu unsicher gilt, gibt es seit einigen Jahren die Variante „Trunk or Treat“. Hierbei treffe sich alle Nachbarn mit ihren Autos auf einem Parkplatz und die Kinder müssen nur noch von Kofferraum (Trunk) zu Kofferraum gehen und bekommen dort ihre Süßigkeiten.

    Offenbar ist die große Freiheit und Sicherheit, dass hier jeder Psychopath eine beliebige Anzahl Schusswaffen besitzen darf, wohl doch nicht mehr so sicher. 👍 🇺🇸 🗽

    Langer Wunsch von Aron war einmal eine amerikanische Bowlinganlage zu besuchen. 🎳 Bisher hatte es irgendwie nicht geklappt, dies holen wir nun in Carthage/Missouri nach. Ein toller Abend! Am Empfang gibt es eine große Weltkarte mit Fähnchen, wo man sehen kann, aus welchen Ländern die Besucher kommen. Wir lassen von der Mitarbeiterin das erste Fähnchen für Deutschland stecken, müssen ihr dabei aber etwas Geographieunterricht geben. Moskau ist nicht die Hauptstadt der BRD!

    Am 1. November steht nun auch wieder eine Laufveranstaltung an. Im Sinne von Thanksgiving, dem nächsten größeren amerikanischen Feiertag, geht es auf einen Turkey Trail 🦃. Wir laufen im 10km Wettkampf mit und räumen als einzige Ausländer das Feld von hinten auf. Aron wird mit knapp 44 Minuten erster und Lara kurz dahinter Dritte, aber schnellste Frau im Wettkampf. Zum Glück gibt es diesmal nur knallbunte Medaillen und keine Pokale, denn die Rucksäcke sind wirklich schon mehr als voll 😅
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  • Kansas City

    3. november 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 16 °C

    Es ist soweit… der letzte Tag in den USA 🇺🇸 und auch diese Weltreise neigt sich nun dem Ende zu.

    Früh am Morgen geht es ein letztes Mal 2,5 Stunden über die Highways von Kansas und Missouri bis zum Flughafen in Kansas City.

    Der Abschied fällt nach so langer Zeit schwer, der kleine Waylon verschläft ihn allerdings komplett 😅

    Diesmal schwer bepackt, denn einige Souvenirs sind im Gepäck, geht es zum Schalter von American Airlines und dem Check in.

    Alles klappt entspannt, es ist nicht zu voll und auch unser Flug ist nicht Opfer der Personalknappheit im Shutdown geworden.

    Es geht zunächst bis Charlotte in North Carolina ✈️
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  • Flug nach Frankfurt 🇩🇪

    3. november 2025, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 7 °C

    Der Flug von Charlotte in North Carolina startet pünktlich. Bis nach Frankfurt sind es nun knapp 8 Stunden. Wir starten gegen 18 Uhr und sollen um 9 Uhr landen. Wir werden 7 Stunden Zeit verlieren, also wird es eine kurze Nacht über dem Atlantischen Ozean.

    Es ist heute sehr turbulent und wir werden ordentlich durchgeschüttelt! Die Anschnallzeichen sind fast durchgehend an und aus Sicherheitsgründen wird die ganze Zeit kein Kaffee serviert. 🤬 Na Danke!

    Wir bekommen leider kaum ein Auge zu… 🥱
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