Die fünfte E1-Tour durch Schweden führt mich von Laxå durch die waldreiche Gegend des Bergslags hoch nach Leksand
  • Das Video zur Tour

    September 1 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    wer Spaß daran hat, schaut sich mein Video an:
    https://youtu.be/ichlWGIXWg8

    Karin Kreutz

    Vielen Dank für dein tolles Video. Da bekomme ich sofort Lust auf den Berglagsleden und auf Schweden. ...Aber so viel Wasser, dass ist eine echte Herausforderung an Mensch und Material.... dass hast du hervorragend gemacht! GLÜCKWUNSCH

    Michael-wandert

    danke, Karin. Lust soll es ja machen. Es. ist ja nicht immer so matschig. Ich hatte Pech mit dem vielen Regen. Oder Glück, weil ich trainieren konnte, was weiter nördlich auf jeden Fall kommt.

     
  • Day19

    Øresundståg

    August 26 in Sweden ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Øresundståg steht am Gleis 14 bereit. Er wird mich gleich Richtung Süden, über den Öresund zurück auf das Festland, wenn man es so betrachten will, bringen. Vorbei an Varberg, wo meine Wanderung durch Schweden 2018 begann, rüber nach Dänemark, durch das ich mich 2017 mühte.
    Fünf Touren sind es in Schweden mittlerweile geworden, auf denen ich dem E1 weiter und weiter Richtung Norden folgte. Leicht war es nicht immer. Und noch immer ist der Weg weit, das Nordkap scheinbar unerreichbar. Werde ich weiter wandern auf den schönen nordischen Wanderwegen, die auf dem E1 noch vor mir liegen? Vermutlich, fast sicher sogar. Ob bis zum Nordkap? Ich weiß es nicht.
    Als Nächstes wird es für mich am südlichen Ende weiter gehen, denn dort fehlt mir auch noch ein gewaltiges Stück bis zum südlichen Terminus in Sizilien. Genua am Mittelmeer soll das nächste Tourziel sein. Vielleicht klappt es noch in diesem Jahr.

    Dies soll der letzte Footprint dieser Wanderreise sein.
    Ich danke Dir und Euch für Dein/Euer Interesse und für die aufmunternden Kommentare 😘, die in manchen Momenten mehr motivierten, als ihr vielleicht ahnt. 👋
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    M S

    Gutes Ankommen!

    Michael-wandert

    danke, Marc.

    FlowerHiker

    Danke für die schönen Berichte. Der E1 im Süden wird sicher nicht einfach. Glaube der ist nicht so gut markiert, oder?

    Michael-wandert

    Gerne, FlowerHiker. Die nächste Tour wird leicht, die übernächste geht dann so, danach wird es wohl immer heikler. Ich habe die Posts von Christine Thürmer auf Facebook verfolgt, als sie durch Italien wanderte. War es letztes oder schon vorletztes Jahr? Der italienische Süden ist wohl nicht so gut zum Wandern. Auf die Markierung der in Italien gebe ich nichts mehr, die zeigen irgendwo hin, wenn sie überhaupt vorhanden sind. Auch von der exakten Route habe ich mich gelöst. Hauptsache, die Richtung stimmt.

    FlowerHiker

    Genau, die Posts von ihr hatte ich auch gelesen und musste mich bei deinen Zeilen dran erinnern. Die hatte ganz schön zu kämpfen.

    Michael-wandert

    dann sind wir auf dem gleichen Stand. Motiviert hatte mich ihr Bericht nicht. Allerdings würde ich öfters in festen Unterkünften absteigen als sie. Und mit 'nem vino am Abend lässt sich das bestimmt alles gut ertragen. Aber noch ist es ja nicht so weit .

    6 more comments
     
  • Day18

    Göteborg, Barken Viking

    August 25 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    In einem Rutsch kommt man aus Mittelschweden nicht nach Deutschland zurück. So mache ich - es wird schon zur Gewohnheit - in Göteborg Station, um morgen den letzten Step zu machen. Es werden noch einmal 10 Stunden Zugfahrt sein und da sind keine langen Aufenthalte auf Bahnhöfen dabei. Über Kopenhagen, Fredericia, Flensburg, Rendsburg, Kiel geht's mit 5-maligem Umsteigen nach Hause. Wenn was schief geht, dauert es natürlich noch länger. Der DB-Streik in Deutschland ist glücklicherweise vorüber; es wird schon klappen. Die Stena-Fähre Richtung Kiel ist diese Woche leider ausgebucht.; ich hätte sie gerne genommen. Es wäre ein entschleunigteres Ankommen gewesen.
    Übernachten werde ich heute wieder in der Barken Viking, der über 100 Jahre alten 4-Mast-Bark, die in Göteborg nach ihrer Restaurierung fest vertäut als Hotelschiff dient. Dieses Mal bin ich im Heck untergebracht, das Bullauge zeigt auf den Hafen. Nichts ist im Lot in meiner kleinen Kabine, mit Ausnahme des Bettes - gottlob. Ich werde sicher gut schlafen während meiner letzten Nacht in Schweden. Zur Unterstützung habe ich mir im nahen Restaurang "Provianten" neben einem sündhaft teurem, aber oberleckeren Shrimpssandwich ein "ship full of IPA" einverleibt, einem Starkbier, das mir tatsächlich zu Kopfe steigt. Ich wollte schlau sein und meine letzten Schwedenkronen, die ich mir nach der Schlappe in Nyberget gebunkert hatte, in ein weiteres IPA investieren. Das aber hat nicht geklappt, wieder einmal hieß es: "no cash, please". Es ist übrigens das teuerste Bier der ganzen Tour. 92 SKronen, also etwa 9,20€ für 0,4l Bier! Nicht schlecht, oder? Das Preisniveau in Göteborg ist eh ein höheres als weiter nördlich im einsameren Mittelschweden.
    So lasse ich diesen letzten Abend in diesem kleinen Restaurant am Hafen mit Blick auf antike Dampfer und die stolze Viking ausklingen, während die Sonne allmählich hinter den Scheren versinkt. So mies, wie die Schlechtwetterwolken über der Viking suggerieren mochten, ist der Abend nicht geworden. Eher im Gegenteil.
    Und ganz hinten am Horizont blitzt zwischen Bäumen der Kirchturm der Masthuggskyrkan durch. Ja, Dich werde ich dieses Mal nicht besuchen. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg.
    Der Kreis dieser Tour wird sich morgen am Bahnhof von Göteborg schließen. Doch wenn ich die Route so betrachte: ein Kreis sieht anders aus🤔.
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    Glückwunsch ein Michi , wieder ein Haken mehr bei Deinem Vorhaben in Punkto E1 😌 Nett diese kuschlige Unterkunft und etwas ganz besonderes. [Volker]

    Remmi61

    Glückwunsch Michael tolle Leistung. Auf Schweden freue ich mich auch schon. Aber erstmal muss Deutschland durchwandert werden.

     
  • Day18

    Borlänge central

    August 25 in Sweden ⋅ ☁️ 15 °C

    In Borlänge steige ich aus. Tatsächlich gibt es einen Automaten in der schmucklosen Wartehalle. Ich erkenne sie wieder, ich habe mir hier schon einmal eine Stunde Wartezeit um die Ohren geschlagen. Nun also wieder, denn der Zug fährt erst in 50 Minuten. Und wohin? Örebro! Dort erst muss ich umsteigen nach Göteborg. Ich hätte auf die nette Schaffnerin hören sollen!Read more

  • Day18

    Leksand station

    August 25 in Sweden ⋅ ☁️ 13 °C

    Nun steht also die Rückreise an. Ich habe Probleme mit der SJ-App, die meine Kreditkarte nicht annehmen möchte. Kassenautomaten gibt es an den kleinen Stationen in Schweden schon lange nicht mehr. Alles läuft über die App. Glücklicherweise kann man noch im Zug bezahlen. Die nette Zugbegleiterin will mir ein Ticket bis Örebro verkaufen, doch ich bin der Meinung, mein Zug geht von Borlänge direkt nach Göteborg. Also bekomme ich ein Ticket bis Borlänge Dort soll es einen Automaten geben, an dem ich mein Ticket nach Göteborg ziehen kann.Read more

  • Day17

    Rättvik, Långbryggan

    August 24 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Mora kommend steige ich spontan noch in Rättvik aus, denn hier gibt es eine wirklich spektakuläre Brücke. Ich habe sie bereits vor zwei Jahren besucht und war damals von ihr schwer begeistert. Wo ragt eine Brücke schon mal über 600m in einen See hinaus? Der Grund hierfür ist, dass der Siljan in Rättvik so flach ist. Erst weit draußen können Schiffe fest machen. Früher legte hier die S/S Rättvik an. Den Dampfer habe ich fest vertäut heute in Mora gesehen. Seit der Renovierung der Brücke in 1992 machen nun zwei andere Ausflugsdampfer hier fest, die quer über den See nach Mora und Leksand fahren. Einen davon, die M/S Gustaf Wasa sah ich gestern in Leksand liegen. Eine spontane Idee vorhin in Mora war, mit dem Dampfer nach Leksand zurück zu schippern. Doch einen Fahrplan konnte ich am Anleger nicht entdecken. Der Sommer ist halt rum in Schweden, erwähnte ich das bereits 😉?
    Die lange Brücke in Rättvik ist den Abstecher wert! Hätte ich vor meiner Weiterfahrt gelesen, dass die Brücke optisch bis in die Innenstadt verlängert wurde, hätte ich mich dorthin noch aufgemacht. Das habe ich aber erst im Zug gelesen, ergo zu spät. So habe ich eine Stunde am Bahnhof auf den nächsten Regionalzug zurück nach Leksand gewartet. War nicht schlimm, gibt ja immer was zu gucken.
    🔹Zur Brücke: https://www.schwedentipps.se/dalarna/raettvik-seebruecke-landungsbruecke/
    🔹mehr Bilder bei Komoot: https://www.komoot.de/tour/465435376?ref=avs&share_token=aCA6uv9bhXcUBQ3xy4C3JEdhyu1KZ2Q6Xc2W6hF2rJgBfuSOAK
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    Jonny Walker

    Haben sie dieses Solar-Sauna-Ei weggeräumt?

    Michael-wandert

    keine Ahnung. Ich fand, es sah hier aus wie vor zwei Jahren. Wann warst Du auf dieser tollen Brücke?

    Jonny Walker

    Zuletzt 2019

     
  • Day17

    Mora

    August 24 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    Was tun mit dem freien Tag? Mir ist es nicht erst seit dem Frühstück klar, sondern war es eigentlich schon vor der Tour. Ich fahre nach Mora, schaue mir den Ort heute endlich einmal genau an!
    Groß ist Mora nicht, hat lediglich 12.000 Einwohner, aber in Schweden überregionale Bekanntheit erlangt wegen des Vasaloppledens, auf dem jährlich die Vasaloppet stattfinden. Ein Skilanglaufspektakel, das 100km entfernt in Sälen beginnt und hier in Mora endet. Tausende von Menschen sind dann mitten im Winter in der Stadt. Im Sommer finden Langläufe und Fahrradrennen statt. Darüber hinaus ist es als Wanderweg ein Abschnitt des E1. Ich bin ihn vor zwei Jahren gegangen. Für mich waren diese 100km mit die Schönsten des bisher bewanderten E1. Zahlreiche Hütten und regelmäßige Wasserstationen sorgen für eine gute Infrastruktur. Ein Ultralauf durfte ich erleben mit zahlreichen Zaungästen, die die Läufer anspornten. Ich lief gegen die Laufrichtung und sah wohl jeden der Ultratonies. Es waren viele - 6.000 sollen es gewesen sein. Die Hütten waren trotzdem nicht belegt, ich hatte sie abends für mich alleine.

    Mora hat für mich eine besondere Bedeutung, weil ich mit meiner E1 Wanderung hier scheiterte. Nach der ersten Etappe auf dem Vasaloppsleden wollte ich nicht weiter. Es regnete in Strömen. Ich fuhr vorzeitig zurück, wollte gar den E1 in Schweden nicht weiterwandern. Nur Monate später war ich wieder in Mora, kam von Leksand den Siljansleden hoch nach Moira und nun auch weiter Richtung Norden durch das Fjäll bis hoch nach Grövelsjön an der schwedischen/norwegischen Grenze, wo der E1 dann in Norwegen weiterführt.
    Obwohl ich also schon öfters in Mora war, hatte ich mir bislang nie die Zeit genommen, mir den Ort einmal richtig anzuschauen. Immer war ich auf das Wandern fokussiert. Heute hole ich es nach. Meinen freien Tag widme ich Mora, meiner Schicksalsstadt. Nun habe ich sie erkundet, die Stadt mit der schönen kyrka, in der ich eine mußevolle Stunde den Klängen der Orgel lauschen durfte, bis meinere innere Ruhe vollständig wiederhergestellt war. Ich habe Zorns gammelgård bewundert, die kurze, nicht so spektakuläre Einkaufsmeile, bin an der grünen Uferpromenade am Siljan spaziert und habe eine alte Dampfmaschine bewundert.
    Wenn man einmal in der Gegend ist, sollte man Mora nicht auslassen.
    Nun fahre ich mit dem SJ Zug zurück nach Leksand.

    Wenn's gut für mich läuft, werde ich im nächsten Jahr noch einmal in Mora weilen, mit dem Bus dann nach Grövelsjön fahren, um ein weiteres Stück auf dem E1 Richtung Nordkap zu wandern.

    🔹Mehr Bilder bei Komoot: https://www.komoot.de/tour/465220606?ref=avs&share_token=aiBUesOfb0pkvjNe3vGfl7T58Sv0HZp5DkIfoRsKcoZvpf3f6u

    🔹Mora: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mora_(Schweden)
    🔹Vasaloppet: https://www.vasaloppet.se/om-oss/vasaloppsarenan/
    🔹Zorn:
    https://www.visitdalarna.se/en/zorn
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  • Day16

    Leksand

    August 23 in Sweden ⋅ ⛅ 16 °C

    Ich wusste es nicht, als ich heute morgen aus dem Zelt kroch. Auch nicht, als ich während des bescheidenen Camperfrühstücks das Zelt an einem sonnigen Platz vom Kondenswasser der Nacht trocknen ließ. Noch immer nicht, als ich den E1, der hier endlich einmal die Führungsaufgabe übernahm (in Ermangelung eines lokalen Wanderwegs), auf feuchten Waldpfaden weiter entlang stapfte. Ich ahnte es, als mein linker Stiefel wieder nass war, weil ich auf den schmalen Waldpfaden den Pfützen und Schlammlöchern, die es immer noch reichlich gibt, nicht genügend ausweichen konnte. Ich wußte es, als der E1 den ersten Forstweg kreutze. Der Blick auf die Karte zeigte mir, dass es eine Abkürzung wäre, wenn ich ihm folgen würde. Das mache ich, E1 hin oder her. Während ich nun schneller vorankomme und die Sonne mich vorzüglich aufwärmt (es war eine kalte Nacht im Zelt), keint in mir der Gedanke. Und während einer kurzen Pause schließlich vollziehe ich die gereifte Planänderung: statt auf dieser Etappe zur Ljusbodarna-Schutzhütte zu wandern, die vielleicht- vielleicht aber auch nicht- als Unterkunft zur Verfügung stände, um dann morgen in Leksand anzukommen, will ich nun in einem langen Schlag das Ziel meiner Wanderung erreichen. Es würde gehen, wenn ich schnell und konzentriert auf Schotter- und Asphaltwegen direkt Richtung Leksand gehen würde und nicht weiter dem weit ostwärts gerichteten Bogen folgen würde, den der E1. nimmt. Die vor langer Zeit auf mein Handy runtergeladene <Landmatriet Schweden> Karte, die ich in Locus Pro verwenden kann, ist für die Umplanung Gold wert. Es sind Wege verzeichnet, die man auf den anderen Karten, die mir zur Verfügung stehen, nicht sieht. Mit ihrer Hilfe navigiere ich mich Richtung Djura. In Djura mache ich Pause an einer süßen roten Kirche, währenddessen ich telefonisch die Unterkunft in Leksand reserviere. Noch 16km dorthin! Ich muss mich eilen! Während ich gen Leksand hetze, freue ich mich über die weiten, grünen Weideflächen rechts und links des Weges. Wald hatte ich wahrlich genug.
    Um 17 Uhr erreiche ich Leksand, checke im Hotell Leksand ein, das ich von früheren Wanderungen schon kenne. Es ist nun schon mein dritter Aufenthalt hier. Für mich ein Schicksalsort. So ist es fast schon wie nach Hause kommen.

    Die Wanderung ist somit zu Ende, und es ist gut so. Zwei Wochen durch den Wald zu laufen ist lange genug gewesen.
    Schweden habe ich auf dem E1 nun vollständig durchwandert, die Lücke, die war, ist nun auch geschlossen.
    Einen Tag bleibe ich noch hier oben.
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    Karin Kreutz

    Super, Michael! Glückwunsch! Alles richtig gemacht!

    Jonny Walker

    Glückwunsch. Auch wenn ich hier noch nicht lange mitlese, so hat es trotz der teilweise kritischen Berichte meine Vorfreude auf den nordischen E1 erhöht. Der Umgang mit langweiligen Strecken und das man am Ende nur noch ankommen will kenne ich selbst 🙈

    Michael-wandert

    ja, und irgendwie ist es immer wieder so. Wann soll es denn bei Dir mit dem "nordischen E1" los gehen? Wie ich gerade geluschert habe, bist Du derzeit in der Schweiz unterwegs. Da habe ich morgen auf meiner Rückfahrt etwas zu lesen, vielen Dank! Das wird mir Spass bringen. Dir gutes Weiterwandern! Die Schweiz war auf dem ganzen E1 für mich bisher das schönste Wanderland. Ich bin auf Deinen Bericht und Erfahrungen gespannt!

     
  • Day16

    Svenskt levande

    August 23 in Sweden ⋅ ⛅ 17 °C

    Verlässt man in Schweden den E1, der bervorzugt durch die schwedischen Wälder mäandert, und läuft auch mal auf kleinen Strassen durch die Dörfer, kann man sehen, wie die Schweden wohnen. Hier einige Impressionen, gesammelt heute und über die Tage.Read more

    FlowerHiker

    Da kann man es wohl aushalten. Zumindest im Sommer 😀

    BarbaLarga

    Dich findet man ja überall👍

    Michael-wandert

    stimmt. Gerade jetzt ist. es super. Viele dieser Häuser werden anscheinend nur am WE genutzt.

     
  • Day15

    Mockfjärd

    August 22 in Sweden ⋅ 🌙 10 °C

    Bei meiner Vorplanung hatte ich mich nicht sehr mit dem Gyllbergens Naturreservat beschäftigt. Es gibt ja so viele Naturschutzgebiete in Schweden. Vielleicht hätte ich es tun sollen, um zu wissen, was auf mich zukommt. Vielleicht lag's nur an dem extremen Starkregen, der vor ein paar Tagen hier niederging. Oder daran, dass ich gestern schrieb, ich hätte keine Lust mehr auf die knorrigen Waldpfade...
    Wie auch immer. Es kam ganz Dicke.
    Schnell geht es von meiner schönen Stuga im Tal den Hang hinauf. Ein Schild wies zum Draberget, dem höchsten Punkt im Reservat. Nur fünf Kilometer sind es dorthin. "Ein Klacks", denke ich am Anfang. Zwei Stunden später bin ich oben und völlig fertig. Die Stiefel sind von innen feucht, dabei hatte ich mir solche Mühe gegeben, die nassen Passagen zu umgehen. Einmal habe ich mir sogar die Stiefel ausgezogen, als ich über unter Wasser stehende Planken waten musste. Es gibt viele Hochmoore in den Gyllbergen, durch die der schmale Pfad führt. Und alle sind derzeit übervoll mit Wasser. Nach einer langen Pause an der netten Stuga auf dem Plateau des Draberget geht's weiter. Irgendwann gebe ich es auf, dem Wasser auszuweichen. Es wird mir egal, wie nass die Stiefel werden. Mit der Einstellung geht's leichter und auch schneller.
    Der Weg führt einen kleinen Abgrund hinab. "Das kann nicht richtig sein", denke ich und suche nach den roten Markierungen. Doch die letzte prangt am Baum unmittelbar vor dem Abhang. Also muß ich da jetzt runter. Aber ganz vorsichtig, damit der Rucksack kein Übergewicht bekommt. Es ist erst der Anfang. Weiter geht es durch eine Schlucht. Nasse Steine, umgestürzte Bäume, Wasser von oben, ein Rinnsal unten. Und ich mittendrin, darauf bedacht, mir keine Knochen zu brechen. Definitiv kein Weg, wenn man 10kg Gepäck auf dem Rücken hat. 400m ist die Schlucht lang, gebraucht habe ich eine gefühlte Ewigkeit. Was bin ich froh, als ich endlich durch bin! Ich denke aber auch: wow, war das ein tolles Erlebnis, ein richtiges Abenteuer.
    Als die nächste Rastuga auftaucht, ist damit das Ende des Naturreservates erreicht. Erst 10km sind geschafft. Gebraucht habe ich dafür fünf Stunden. Schuhe und Shirt können eine Weilen trocknen, während ich mich ins Gras lege. Wunderbar warm scheint die Sonne auf den freien Platz vor der Stuga.
    Ich nicker ein mit dem Wunsch, den weiteren Weg auf netten Waldwegen zu marschieren. Denn es sind noch immer 16km bis Mockfjärd.
    So kommt es zwar nicht, aber die Waldpfade sind harmlos und zum größten Teil auch trocken. Um 19 Uhr laufe ich in Mockfjärd ein. Ich will noch zum Supermarkt, doch der hat dicht. Nicht nur heute, sondern für immer. Das war es mit meiner Proviantnachversorgung! Gegenüber ist 'ne Pizzeria. Da gehe ich rein und esse mich satt.
    Nun brauche ich eine Unterkunft. In diesem Ort gibt es aber nichts. Ich wusste das und will zelten. Nur wo? Am Badplads, der etwas außerhalb liegt, werde ich fündig. Auf der Wiese baue ich mein kleines Zelt auf. Ich bin froh, endlich ruhen zu können. Das war ein harter, voller Wandertag. Kalt soll's werden, etwa 6°C.
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    Gerne Unterwegs

    Im Vergleich zu einigen Wanderwegen in Deutschland würde ich sagen, dass die Wege dort traumhaft sind.

    BarbaLarga

    Es gibt eine Unzahl traumhafter Wanderwege in Deutschland. Geh raus und du wirst sie finden - oft sind sie dort wo man sie nicht vermutet.

    FlowerHiker

    Da kann ich BarbaLarga nur zustimmen. Auch in Deutschland gibt es Schweden ähnliche Wege. Sehr häufig in den nicht so bekannten C-Lagen.

    Gerne Unterwegs

    Es gibt viele schöne Wanderwege in Deutschland, natürlich. Es gibt aber auch einige vielbeworbene, die an die naturnahen Wege wie auf den aktuellen Bildern gezeigt, leider nicht herankommen. Wäre schon gut, wenn es eine Art unabhängige Datenbank geben würde, die die verschiedenen Kriterien mehr oder weniger objektiv darstellen würde.

    FlowerHiker

    Da gebe ich dir Recht. Auch bei den Wanderwegen gibt es immer häufiger sehr geschicktes Marketing. Alles eine Sache eines guten Fotografen. Die machen dann aus 5 Meter Singletrail einen Top Trail of Germany 😂 Wobei ich da das www.wanderinstitut.de empfehlen kann. Die Wegezertifizierung ist da nach ganz guten Kriterien.

    Michael-wandert

    also, ich fand's gut, s überrascht zu werden. Ich glaube, sowohl Deutschland als auch Schweden habe wunderschöne und traumhafte Wege. In Schweden ist alles so weit und die Flächen riesig, was einen ob der Entfernung manchmal klein werden lässt. Ich habe da auf jeder meiner Schwedenwanderungen immer meine Probleme bekommen. Auch die fehlende Infrastruktur auf die man sich nie verlassen sollte. Dagegen das Jedermannsrecht, die vielen freien Shelter, die sauber sind.