Staunend reisen mit Edith
Wir sind Reisende. Nachdem wir bis vor ein paar Jahren die Welt bereist und erwandert haben, wollen wir jetzt unseren Reisefokus auf Europa von Ost nach West und von Nord nach Süd legen. Balù, unser Wohnmobil, begleitet uns dabei. Leggi altro🇦🇹Innsbruck
  • Tage 25 und 26: Zwei Regentage

    10 maggio, Norvegia ⋅ ❄️ 4 °C

    Ja, gestern und heute waren Regentage. Nicht optimal für uns, aber gut für die Natur, die nach Regen lechzt. Allerdings krebsen wir bei Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt bis zu maximal 6 Grad herum. Heute hat es auf unserer Route sogar kurz aber heftig geschneit. Aufgrund des unwirtlichen Wetters haben wir unsere geplanten Outdoor- und Sportaktivitäten kurzerhand auf den Nimmerleinstag verschoben.
    Was aber haben wir wirklich getan, gestern und heute? Wir sind jetzt am Sognefjord: Er ist der längste und tiefste Fjord in ganz Norwegen und wird oft als „König der Fjorde“ bezeichnet. Er erstreckt sich von der Küste über 200 Kilometer weit in das Landesinnere bis an den Fuß hoher Gebirgsmassive. An seiner tiefsten Stelle misst er über 1.300 Meter, während die Uferberge oft fast ebenso hoch und dramatisch aufragen. Wir fuhren an einem Teil dieses Fjordes fast ganz herum. Die Strecke ist aber sehr abwechslungsreich, weil die Straße (oft sehr eng) durch viele mehr oder weniger lange Tunnels führt, aber auch Fähren sind notwendig. Die Küste ist so steil, dass gerade mal Platz für eine Straße geschaffen werden konnte. Glücklicherweise herrscht auf dieser Strecke kaum Verkehr, zumindest zu dieser Jahreszeit.
    Als erstes sind wir gestern mit der Fähre von Vagsnes nach Dragsvik gefahren, das ist eine Strecke von 30 Minuten und gilt als Straßenersatz. Von Dragsvik dann immer den Fjord entlang bis Balestad, wo es irgendwo recht versteckt im Ort, einen Platz für Ver- und Entsorgung gibt. Der Ort ist klein und eng und gestern gab es dort einen riesengroßen Jazzevent, sodass alles, was zwei Beine hat, auf dem Weg war. Daher war es sehr schwierig, den Weg aus dem Ort wieder unbeschadet zu finden. Ganz gemütlich mit ein paar Fotostopps fuhren wir dann weiter und fanden schon am frühen Nachmitteg einen ganz feinen Platz zum Verweilen und Übernachten. Das Wetter war grauslich und wir machten es uns im geheizten Balu gemütlich.
    Nachdem es dann nahezu die ganze Nacht geschüttet hat und das Wetter heute morgen auch keine Besserung verhieß, fuhren wir einfach an der Küstenstraße weiter, bis es uns zu fad wurde. Ganz zufällig entdeckten wir ein Hinweisschild Richtung Guddal. Nie gehört, nie gesehen, aber lass uns da mal hinfahren. Zunächst schlängelte sich eine sehr enge kurvenreiche Straße den Berg hinauf bis auf 400m. Ja, das ist eine Bergstraße...Regen und Schneefall wechselten einander ab, genauso wie sehr, sehr enge Strecken und 1,5- bis zweispurige. Aber die Fahrt war super und abwechslungsreich, auch wenn wir es zu wenig genießen konnten. Jetzt sind wir wieder im Tal und stehen auf einem schönen Platz neben einem lauten Fluss mit Wasserfall.
    Das Wetter soll besser werden, morgen fahren wir nach Bergen
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  • Tag 24: Keine Wasserfalltour

    8 maggio, Norvegia ⋅ ☁️ 9 °C

    Bei der Flam-Bahnfahrt haben wir festgestellt, dass der üblicherweise üppige Kjosfossen Wasserfall ein trauriges Rinnsal war. Das ist so, wenn die Schneeschmelze nicht ausreichend eingesetzt hat. Wir wollten aber die nächsten Tage mit einer Tour zu den berühmtesten Wasserfällen Norwegens machen, das können wir uns abschminken, weil die sind wahrscheinlich auch alle "tote Hose"
    Daher haben wir ab heute komplett umgestellt: zuerst auf den Aussichtpunkt "Stegastein" mit Traumblick auf den Aurlandsfjord. Der liegt auf der Trasse der bekannten "Schneestrasse", einem berüchtigten Bergübergang, der durch den fast 25 km langen Lærdalstunnel ersetzt wurde.
    Die Strasse ist im Winter gesperrt, bis sie selber ausapert, wahrscheinlich Anfang Juni. Wir fuhren aber noch die 5 km weiter bis zur Sperre, das musste einfach sehnsüchtigerweise sein
    Die Ersatzstrecke geht dann wieder zurück auf die E16 durch viele Tunnel vorbei an angepriesenen Orten (Undredal und Gudvangen),aber nicht für uns. Wir zweigten ein Stück später Richtung Norden über Myrkdalen auf eine nicht weniger spektuläre Gebirgstraße Fv13, genannt Vikafjellsvegen, das ganze Jahr schneegeräumt, über einen 1200 m hohen Pass. Hier gibt es öfters erheblichste Schneesturmschwierigkeiten. Wir haben ja wieder wunderschönes Wetter. Dennoch pfeift hier heroben auf knapp 1000m ein kalter Wind. Und hier ist definitiv noch Winter, auch, wenn die Schneeschmelze zaghaft eingesetzt hat. Wir hatten aber keinerlei Schwierigkeiten. Wir haben den Pass hinter uns und einen geschützten Übernachtungsplatz-Platz auf 700. m Höhe.
    Morgen gehts runter zur Fähre Vangsnes - Dragsvik und im Anschluss daran fast das gesamte Nordufer des 204 km langen Sognefjords(längster Fjord Norwegens) entlang bis Lavik und weiter nach Süden Richtung Bergen.
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  • Tag 23: Flåm und Flåmsbanen

    7 maggio, Norvegia ⋅ ☁️ 5 °C

    Jetzt sind wir so richtig im Fjordland. Heute haben wir in der Früh noch eine wirklich schöne und etwas herausfordernde Wanderung gemacht. Nicht sehr lang, aber durch relativ unwirtliches Gelände. Die Wanderung führte durch das Vindhellaskaret im Lærdal, ein echtes Meisterwerk historischer Straßenbaukunst, aber dann auch durch Wälder und über steile, schwach ausgetretene Pfade. Nach 2, 5 Stunden waren wir wieder zurück auf unserem Übernachtungsplatz. Es ging dann weiter nach Flåm.
    Das heißt: Von Stabkirchen zu Weltrekorden
    Unsere Reise führte uns von der historischen Stabkirche in Borgund direkt in ein modernes Weltwunder der Ingenieurskunst: den Lærdaltunnel.
    Mit über 24 Kilometern ist er der längste Straßentunnel der Welt. Doch er ist mehr als nur eine dunkle Röhre:
    Alle sechs Kilometer weitet sich der Tunnel in riesige, blau und gelb beleuchtete Hallen. Das hilft gegen die Monotonie beim Fahren.
    Eine Reinigungsanlage filtert Staub und Schadstoffe direkt unter Tage heraus – die Luftqualität ist überraschend gut und das System setzt auf hochsensible Sensoren und SOS-Stationen statt auf Videoüberwachung.

    Am Ende des Tunnels erreichten wir Flåm am Aurlandsfjord. Nachdem wir den Vormittag für eine Wanderung genutzt hatten, ließen wir es später entspannt angehen.
    Wir machten eine Tour mit der nostalgischen und sauteuren Flamsbahn und haben uns für die Fahrt hin und zurück entschieden. Sie führt von Flåm nach Myrdal und wieder zurück.
    Dass die Bahn spektakulär ist, sieht man. Aber erst die Zahlen dahinter machen die Fahrt zu einem echten Erlebnis: Gebaut wurde sie zwischen 1923 und 1940. Mit einem Höhenunterschied von 864 m auf 20 km ist sie eine der steilsten Normalspurbahnen der Welt.
    ​Auf fast der gesamten Strecke beträgt die Steigung 5,5 % – das bedeutet, auf 18 Metern Fahrt gewinnt der Zug einen Meter an Höhe. Und das ganz ohne Zahnradantrieb!
    ​Von den 20 Tunneln auf der Strecke wurden 18 von Hand gegraben. Die Arbeiter schafften damals etwa einen Meter Tunnel pro Monat. Insgesamt dauerte der Bau fast 20 Jahre.
    ​Um die enorme Höhe zu überwinden, fährt der Zug durch den Vatnahalsen-Tunnel eine komplette 180-Grad-Kurve im Inneren des Berges. Man verliert kurz die Orientierung und taucht an einer völlig anderen Stelle wieder auf.
    ​Da es so steil bergab geht, ist jeder Waggon mit fünf separaten Bremssystemen ausgestattet, die alle unabhängig voneinander den Zug stoppen können.

    ​Derzeit und überhaupt befördert die Bahn hauptsächlich Tourist*innen, für die an besonders sehenswerten Stellen Stopps eingeplant sind.
    Beim obligatorischen Halt am berühmten Wasserfall Kojsfossen zeigte sich heute die Natur pur. Da die Schneeschmelze aufgrund der Kälte noch auf sich warten lässt, präsentierte sich der sonst tosende Kjosfossen als ein fast schon schüchternes, leises Rinnsal. Ein seltener Anblick, der die Ruhe der noch winterlichen Bergwelt unterstreicht.

    Alles in allem hatten wir einen interessanten, schönen Tag. Und ich muss es immer wieder betonen: Das Wetter ist einfach nur strahlend schön. Allerdings wäre es auf Zypern wärmer.
    Und dann hatten wir noch den perfekten Stützpunkt: Camping Flam
    Ein schöner Stellplatz ist die halbe Miete. Der Campingplatz direkt im Ort hat uns begeistert:
    Top Infrastruktur: Alles ist modern und sehr gepflegt.
    Kulinarik-Bonus: Die Küche ist hervorragend ausgestattet. Wir haben sie ausführlich genutzt, um uns ein ordentliches Abendessen zuzubereiten – nach einem Tag an der frischen Luft genau das Richtige.

    Noch ein Tipp
    Wer fit ist, sollte die Flåmsbana für eine Strecke nutzen und den Rückweg zu Fuß durch die alpine Flora antreten.
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  • Tag 21 und 22: Zwischen Oslo und Borgund

    6 maggio, Norvegia ⋅ ☁️ -1 °C

    In Oslo hat uns der Frühling endlich eingeholt. Alles grün, alles steht derzeit in Blüte. Der Frühling hat es geschafft. Jetzt aber sind wir wieder schneller.
    Gestern haben wir in Oslo noch den Skulpturenpark Vigeland besucht.
    Der Vigelandpark ist das Lebenswerk von Gustav Vigeland (1869–1943), der nicht nur die 212 Skulpturen, sondern auch die gesamte Gartenarchitektur entwarf. Das zentrale Thema ist der Zyklus des Lebens – von der Geburt bis zum Tod.
    ​Der Park ist streng symmetrisch entlang einer 850 Meter langen Achse gegliedert. Besonders beeindruckend und weithin sichtbar ist der Monolith: Der höchste Punkt des Parks. Die 14 Meter hohe Säule wurde aus einem einzigen Granitblock gehauen und zeigt 121 ineinander verschlungene Figuren, die nach oben streben (Symbol für die Sehnsucht nach Spiritualität).

    Die ganze Gegend um den Park bietet nicht die geringste Parkmöglichkeit. Wir hatten aber Glück und konnten uns auf einen kirchlichen Privatparkplatz stellen, nachdem wir im zur Kirche gehörenden Cafe gefragt haben und dort auch unser spätes Frühstück konsumiert haben.
    Der Bescuch im Park dauerte in etwa 1,5 Stunden. Dann fuhren wir weiter, weg von der Küste ca. 120 km Richtung Norden, wo wir es uns auf einem schönen Platz an einem eiskalten Fluss gemütlich machten. Das Wetter ist immer noch strahlend schön, aber auf unserem Platz hatte es in der Nacht und heute morgen 0 Grad,
    Es wurde heute dann aber schnell etwas wärmer, sodass wir eine 10 km lange, recht unspektakuläre Wanderung machen konnten, bevor wir zum eigentlichen Ziel dieser Tour weiterfuhren: Wieder 120 km nach Borgund. Diese Fahrt heute war spektakulär, weil sie uns auf eine Höhe ü.d.M. von 1100 m führte. Und hier liegt noch ordentlich Schnee und die zwei großen Seen, an denen wir vorbeifuhren, waren als solche nicht zu erkennen, weil sie erstens zugefroren und zweitens mit einer Schneedecke bedeckt sind. Natürlich ist es da oben saukalt. Es ging dann aber wieder ins Tal nach Borgund, das wegen seiner einzigartigen Stabkirche bekannt ist.

    Stabkirchen sind die architektonischen Juwelen Norwegens – eine faszinierende Verschmelzung von christlicher Symbolik und Wikinger-Tradition. Sie
    entstanden im 12. und 13. Jahrhundert, als das Christentum in Norwegen Einzug hielt. Von einst über 1.000 Kirchen sind heute nur noch 28 Originale erhalten.
    Der Name "Stabkirche" leitet sich von den vertikalen Holzpfosten (Stäben) ab, die das Skelett der Kirche bilden. Das gesamte Gebäude besteht aus Holz – ohne Metallnägel.

    Die Stabkirche von Borgund (erbaut um 1180) gilt als die authentischste aller Stabkirchen, da sie baulich seit dem Mittelalter kaum verändert wurde.
    Sie hat die klassischen sechs Stufen von Dächern und Galerien. Die Schnitzereien am Westportal zeigen kämpfende Drachen und Rankenmotive – ein Meisterwerk mittelalterlicher Kunst.

    Direkt neben der Stabkirche von Borgund befindet sich ein modernes Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Geschichte- deswegen weiß ich das alles-😃😜, ein Cafe und der obligate Souvenirladen. Der Besuch der Kirche und des Informationszenrums dauerte nicht länger als eine Stunde. Danach machten wir uns auf zu unserem heutigen Übernachtungsplatz, 5 km weiter.
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  • Tage 19 und 20: Oslo WOW!!

    3 maggio, Norvegia ⋅ ☁️ 12 °C

    So, wir sind in Oslo und für uns ist die Stadt schlicht und ergreifend ein Wahnsinn. In die Stadt kommen wir mit der Metro, Ticket macht man online mit der Ruter App. Ja, in Skandinavien geht alles online und Bargeld haben wir hier weder besessen noch gesehen. Selbst der kleinste Betrag wird mit Karte bezahlt. Und überall ist Selbstbedienung: Man bestellt und bezahlt an der Kasse, nimmt sich das Bestellte und Bezahlte mit zum Tisch und räumt dann auch wieder ab. In manchen Lokalen macht man sich auch den Kaffee selbst, holt sich die Getränke selbst aus dem Kühlschrank und wärmt Baguette, Pizzaschnitten o.ä. selber in der Mikrowelle auf. Zahlen muss man aber trotzdem reichlich. 😄

    Jetzt aber zu Oslo:
    Gegründet um 1000 n. Chr. und nach einem Großbrand 1624 als „Christiania“ neu aufgebaut, erhielt die Stadt erst 1925 ihren ursprünglichen Namen Oslo zurück. Heute ist sie mit rund 710.000 Einwohner*innen eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Europas, wobei beeindruckende 60 % des Stadtgebiets aus geschützten Wäldern und Wasser bestehen. Historisch vom Seehandel geprägt, hat sich Oslo heute zu einem globalen Vorreiter für nachhaltige Architektur und grüne Stadtplanung entwickelt.

    Vergesst alles, was ihr über verstaubte Hauptstädte wisst. Oslo ist anders. Es ist mutig, grün und wirkt fast so, als hätten die Stadtplaner*innen und Architekt*innen der Zukunft hier einen Spielplatz gefunden. Zwischen tiefblauem Fjord und dichten Wäldern hat sich die Stadt in den letzten Jahren komplett neu erfunden – und wir durften zwei Tage lang mittendrin sein.

    Das Herz des modernen Oslos schlägt in Bjørvika. Hier steht die berühmte Oper (eröffnet am 12. April 2008), die wie ein weißer Gletscher aus dem Wasser ragt. Die ganze Oper besteht aus Carrara Marmor. Das Beste? Man kann (und soll!) ihr aufs Dach steigen. Der Blick über den Fjord ist bei kühlem, klarem Wetter einfach unschlagbar. Die Oper war gestern auch unser erstes Ziel. Direkt daneben besuchten wir anschließend die Deichman Bibliothek (eröffnet am 18.Juni 2020), die wirklich neue Maßstäbe setzt: Es ist kein stiller Büchertempel, sondern ein offenes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer für die ganze Stadt.

    Den gestrigen Nachmittag haben wir dann ganz entspannt verbracht:
    Erst stöbern auf dem charmanten Künstlermarkt, dann mit allen Sinnen genießen in der Markthalle im Viertel VULKAN. Das Viertel Vulkan zeigt perfekt, wie alte Industrieareale zu lebendigen Genussorten werden.

    Oslo ist ein Eldorado für Ästheten. Im neuen, vertikalen Munch Museum begegnet man nicht nur dem "Schrei", sondern auch einer Architektur, die sich stolz über die Skyline beugt. Ein vertikales Museum beschreibt ein Architekturkonzept, bei dem die Ausstellungsräume nicht – wie klassischerweise üblich – weitläufig in der Fläche verteilt, sondern in die Höhe gestapelt werden. Das Museum ist 58 m hoch, verläuft über 13 Stockwerke und ist eines der größten Museen weltweit, das nur einem einzigen Künstler gewidmet ist und dessen Werke permanent ausstellt. Neben den Werken von Eduard Munch läuft derzeit die beeindruckende Ausstellung der feministischen Malerin Paola Rego und eine Installation des koreanischen Künstlers Kim Handkyul. Nach 2 Stunden intensiven Schauens und Lesens und Staunens im Museum, ist es für uns an der Zeit gewesen, die Dachterrasse im 13. Stock zu besuchen und hoch über den Dächern von Oslo Aperol Spritz und Campari Spritz zu genießen.

    Heute Nachmittag schlenderten wir dann auf die andere Seite des Osloer Fjords, immer am Hafen entlang nach Tjuvholmen. Das Viertel wirkt wie eine begehbare Design-Galerie direkt am Wasser. Als historischer Gegenpol dazu thront die Festung Akershus über dem Hafen – ein Ort, an dem man die Wurzeln Oslos spürt, während im Hintergrund die modernen Fähren vorbeiziehen.

    Was uns besonders fasziniert hat? Die Lebensqualität. Mitten im Stadtzentrum, direkt am Hafenbecken, rauchen die Schornsteine der schwimmenden Saunen. Es gibt kaum etwas Cooleres (oder Nordischeres), als zwischen Hightech-Büros und Opernhaus ins kalte Fjordwasser zu springen. Haben wir nicht gemacht, aber es sieht verdammt cool aus.

    Bevor wir morgen Oslo den Rücken kehren, steht noch der legendäre Vigeland-Skulpturenpark auf dem Programm. Dazu morgen mehr.
    Tipp für Oslo-Reisende: Oslo lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Die Wege sind kurz, die Architektur ist Weltklasse und das Licht am Fjord macht jeden Filter überflüssig.
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  • Tag 18: Von Molkom nach Oslo

    3 maggio, Norvegia ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach einem feinen Frühstück haben wir uns heute früh von Nadja, Karim und den Kindern verabschiedet und sind nach Oslo weitergefahren. Das waren 253 km. Bevor wir nach Norwegen einreisen konnten, gab es noch zwei wichtige Sachen zu erledigen.
    1. Lebensmittel einkaufen, soviel geht. An der Grenze zu Norwegen auf der schwedischen Seite gibt es ein großes Einkaufszenztrum, das nahezu ausschließlich von Norweger*innen frequentiert wird. Warum wohl? Weil in Norwegen alles viel teurer ist. So haben auch wir unser Auto mit haltbaren Lebensmitteln aufgefüllt. Jetzt kann eine riesige Hungesnot ausbrechen. Wir verhungern garantiert nicht.
    2. Diese zweite Aktion war viel spannender. Da wir gern und reichlich Wein trinken, haben wir schon zu Hause unser Auto mit Wein vollgeladen, wissend, dass in Skandinavien im Allgemeinen und in Norwegen im Besonderen der Wein unerschwinglich teuer ist. Allerdings darf man nach Norwegen nur geringe Mengen Wein einführen, der Rest ist zu verzollen. Das wussten wir, aber man sagte uns, da gäbe es eine App, über die man das ganz easy machen kann. Ja, es gibt die App. Die rechnet genau aus, wieviel du zu bezahlen hast. Das ging alles blendend. Nur beim letzten Schritt "Bezahlen" hapert es. In Norwegen gibt es nämlich die BezahlApp Vipps und die anfallenden Zollgebühren konnten nur damit bezahlt werden. Diese BezahlApp setzt aber voraus, dass man ein norwegisches Bankkonto, eine norwegische Personen immer und eine norwegische Telefonnummer hat. Also mussten wir an der Grenze zum Zoll unseren überschüssigen Wein deklarieren. Das war schließlich eine Prozedur von fast einer Stunde, obwohl ich in die ZollApp alles eintragen und ausgerechnet hatte. Und welch ein Wunder; Die Zollbeamtin kam tatsächlich zum gleichen Ergebnis, dauerte halt länger. Dafür war die Frau aber richtig nett. So, die Formalitäten sind erledigt und wir fahren endlich nach Norwegen.
    Heute stehen wir auf einem Parkplatz bei einer Metrostation ziemlich außerhalb von Oslo (Skøyenåsen)- parken ist in Oslo nahezu unmöglich-. Hier können wir auch übernachten und morgen fahren wir dann mit der Metro in die Stadt.
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  • Tag 16 und 17: Urlaub bei Freunden

    1 maggio, Svezia ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir sind also am Mittwoch hier in Molkom angekommen, d.h. unsere Freunde wohnen ca. 15 Autominuten außerhalb von Molkom. Am Donnerstag in der Früh haben wir die Ruhe und die Wahnsinnslage dieses Hauses und der Umgebung erst so richtig wahrgenommen. Tatsächlich ein Traum und wir haben die Zeit dort so richtig genossen, quasi als Urlaub vom Reisen. Wir sind gemeinsam mit Nadja und Karim und den Kindern gewandert, sind mit dem Boot hinaus auf den See gefahren und gerieten einmal fast in Seenot, da das Boot aufgrund einer größeren Welle fast gekentert wäre. Nichts Schlimmes passiert, aber weil wir richtig durchnässt waren und die Tempereturen nasse Kleidung nicht zuließen, mussten wir halt umdrehen. Nach dem Kleiderwechsel ging es dann wieder hinaus auf den See und weiter zu einer kleinen, idyllischen Insel.

    Neben wandern und Bootfahren haben wir aber natürlich auch ausgezeichnet und reichlich gegessen, meistens von Nadja oder Karim selbst zubereitet. Nur einmal gingen wir essen. Es gibt hier in der Gegend kaum Restaurants und so mussten wir 40 Minuten zur Big Hill Lodge in Filipstad fahren. Hat sich aber gelohnt.

    In sehr interessanten Gesprächen über das Leben in Schweden haben wir viel über Land und Leute erfahren und besonders viel über das schwedische Schul- und Bildungssystem. Wie schön und einfach es doch wäre, wenn unsere Bildungsverantwortlichen bereit wären, was zu lernen. Schule, die Kindern, Lehrer*innen und Eltern Freude macht, Schule, die nicht problematisiert, sondern mit tauglichen Mitteln fördert und fordert. Ich könnte ein Buch darüber schreiben,,,,,,

    Molkom selber haben wir nicht besucht, aber einiges darüber erfahren.
    Molkom ist ein kleiner Ort in der Provinz Värmland, etwa 30 Kilometer nördlich von Karlstad. Er liegt idyllisch am See Molkomsjön und ist vor allem für zwei Dinge bekannt:
    Ängsbacka: Ein international bekanntes Kurszentrum für persönliches Wachstum, Yoga und Spiritualität. Besonders das jährliche „No Mind Festival“ zieht Besucher aus aller Welt an und ist in Nordeuropa das größte Festival dieser Art.
    Molkoms folkhögskola: Eine renommierte Volkshochschule mit Schwerpunkt auf Film, Fernsehen und Schauspiel.
    Ein interessanter Fakt: Der Dokumentarfilm „Three Miles North of Molkom“ (2008) zeigt auf humorvolle Weise das Leben während der Festivals in Ängsbacka.
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  • Tag 13,14,15: Von Stockholm nach Molkom

    29 aprile, Svezia ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir fahren jetzt wieder quer durch Schweden, mittlerweile Mittelschweden (das ist wichtig, weil die Mittelschweden mit den Südschweden nichts zu tun haben wollen). Südschweden endet also von Süden kommend auf der Linie Göteborg - Stockholm.
    Unsere Route führt also in nordwestlicher Richtung quer durchs Land Richtung Norwegen. Die Gegend lässt sich folgendermaßen beschreiben; Ein See, Wald, noch ein See, schon wieder ein See, schau ein See, dazwischen und rundherum Wälder. Naturparks links der wirklich gut ausgebauten Schnellstraße, Naturparks rechts davon. Sicher, es gibt auch kleinere und größere Orte und Städtchen. Sonst aber Natur, Natur, Natur: wunderschön, jeder See ein einziger Traum, auch weil derzeit wirklich strahlend schönes Wetter ist. Rund um die Seen gibt es überall wirklich gute Wandermöglichkeiten. Das alles sind Orte, die eigentlich zum Verweilen einladen, wenn man Ruhe und Einsamkeit sucht.
    Am Montag haben wir den kleinen Ort Sigtuna besucht.
    Sigtuna gilt als die erste Stadt Schwedens und verzaubert Besucher sofort mit ihrem charmanten, mittelalterlichen Stadtkern direkt am Mälaren-See. Beim Schlendern durch die historische Storgatan entdeckt man farbenfrohe Holzhäuser, gemütliche Cafés und das kleinste Rathaus des Landes. Geschichtsliebhaber finden hier zudem eine beeindruckende Dichte an jahrtausendealten Runensteinen, die zwischen den Ruinen alter Steinkirchen von Wikinger-Zeiten erzählen.
    Übernachtet haben wir nach einer Gesamtstrecke von 112 km auf der kleinen Insel Björnö, natürlich an einem See. Hier gibt es ganz viele Grillplätze, auf denen die Gemeinde wirklich tolle Grillstellen gebaut hat. Täglich fahren Gemeindebedienstete vorbei, um das Grillholz, das natürlich im Trockenen gestapelt ist, aufzufüllen. Toller Service, finden wir.
    Am Dienstag sind wir dann 128 km weitergefahren bis Örebro, wo wir wieder an einem wunderschönen See übernachteten. Hier stehen sogar noch ein paar andere Camper, lauter Schweden, 1 deutsches Wohnmobil und ein Dauercamper in einem nicht mehr fahrtüchtigen uralten Wohnmobil. Auch hier sind wir auf eine ähnliche Grillinfrastruktur getroffen. Noch ist ja nicht viel los, aber ein Schwede, der hier lebt, hat uns erzählt, dass die Schweden fanatische Griller seien und dass es ab Mitte Mai so richtig losgeht.
    Heute haben wir noch die Stadt Örebro besucht, die uns wirklich positiv überrascht hat.
    Die Stadt ist sowas wie Liebe auf den zweiten Blick, aber dann überzeugt sie mit einer perfekten Mischung aus urbaner Coolness und Natur. Das absolute Wahrzeichen ist der Wasserturm Swampen, das heißt "Pilz", der oben ein tolles Café hat und einen fantastischen Panoramablick auf 58m Höhe. In krassem Gegensatz dazu thront das imposante Schloss aus dem 14. Jhdt. wie eine uneinnehmbare Festung mitten im Fluss Svartån und bildet das historische Herzstück der Stadt. Direkt daneben bietet das lebendige Freilichtmuseum Wadköping mit seinen karmesinroten Holzhäusern eine idyllische Zeitreise in das alte Schweden. Für Naturfreunde sind die nahegelegenen Naturreservate Oset und Rynningeviken am Hjälmaren-See ein echter Geheimtipp, da man hier wunderbar wandern und Vögel beobachten kann, ohne die Stadt weit verlassen zu müssen.
    Nach diesem Kurzbesuch fuhren wir weiter nach Molkom zu unseren ehemaligen Nachbarn und Freunden Nadja und Karim mit Ben und Mia, die sich tatsächlich hier in Schweden angesiedelt haben.
    Nachdem wir hier ihr Anwesen gesehen haben, verstehen wir jetzt, warum. Hier haben wir heute nicht mehr viel gemacht, aber wunderbar zu Abend gegessen und reichlich Alkohol getrunken.
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  • Tag 11 und 12: Stockholm

    26 aprile, Svezia

    Gestern sind wir relativ früh nach Stockholm gefahren. Das waren gerade mal 30 km. In Stockholm Parkplätze zu finden ist extrem schwierig. Stellplätze oder Campingplätze gibt es derzeit überhaupt keine. (Erst wieder ab Mitte Mai) Dank P4N haben wir schließlich einen Parkplatz gefunden, auf dem man auch über Nacht stehen darf. Von dort sind es zu Fuß allerdings 5,5km bis ins Stadtzentrum (Gamla). Als wir dort ankamen, war gerade noch ein Parkplatz frei, den uns irgendein Wichtigtuer madig machen wollte, was wir aber schließlich ignorierten.
    Es war wirklich saukalt und windig, am Nachmittag gab es sogar kurz Schneegestöber, aber wir machten uns extrem vermummt und tapfer auf den Weg ins Zentrum. Der Weg dorthin ist wirklich schön und bei etwas angenehmeren Temperaturen wahrscheinlich ein wirklicher Wandergenuss. Die Stockholmer*innen sind allerdings unverwüstlich, sind glücklich über die hellen Tage und trotzen den eisigen Temperaturen. Gefühlt läuft, joggt, rennt ganz Stockholm.
    Wir begannen unsere Stadtbesichtigung beim Stockholmer Rathaus. Es ist mit seiner markanten Silhouette aus acht Millionen Ziegeln das architektonische Wahrzeichen der schwedischen Hauptstadt. Zwischen 1911 und 1923 erbaut, gilt es als bedeutendes Beispiel der Nationalromantik und Schauplatz des Nobelpreis-Banketts. Besonders lebendig wird die Kulisse durch die zahlreichen Paare, die sich hier beinahe am laufenden Band das Jawort geben. Ein Highlight bleibt der Goldene Saal, dessen Mosaike aus 18 Millionen Goldplättchen die schwedische Geschichte illustrieren. Heute verbindet das Haus politische Aktualität mit einem der schönsten Panoramablicke über die Stockholmer Altstadt.

    Weitere Highlights unserer Route durch die schwedische Metropole waren: Ein Besuch am Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) mit seiner markanten Jugendstil-Fassade. Von dort ging es vorbei am Rosenbad, dem imposanten Regierungssitz, direkt in das Herz der Stadt: Gamla Stan. Die engen Gassen und das historische Flair im alten Zentrum sind ein Muss für jede*n Kulturliebhaber*in
    Danach fuhren wir zum Vasa-Museum: Statt modernem Bus wählten wir die Nostalgiebahn. Die Fahrt in der historischen Straßenbahn Richtung Djurgården ist das perfekte Entschleunigungs-Erlebnis.
    Krönender Abschluss war das Vasa-Museum. Das fast vollständig erhaltene Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert ist schlichtweg atemberaubend – ein monumentales Stück Zeitgeschichte, das man gesehen haben muss.
    Die Vasa sank 1628 auf ihrer Jungfernfahrt bereits nach wenigen hundert Metern im Stockholmer Hafen, da sie aufgrund ihrer massiven Bewaffnung und einer Fehlkonstruktion instabil war. Nach über 333 Jahren im sauerstoffarmen Brackwasser der Ostsee wurde das Wrack 1961 geborgen und ist heute zu fast 98 Prozent im Originalzustand erhalten. Besucher können nun die tausenden kunstvoll geschnitzten Holzskulpturen bewundern, die das Schiff einst als schwimmenden Palast und imposantes Machtsymbol des schwedischen Königs schmückten.
    Danach aber waren wir ziemlich erschöpft, machten uns aber tapfer zu Fuß auf den Weg Richtung Übernachtungsplatz, nicht ohne einen Abstecher noch in die wunderschönen und bestens sortierten Markthallen (Saluhallen) zu machen. Dann marschierten wir die 5,5 km zurück zum Balu. Das waren gestern 18 km Fußmarsch.
    Heute gingen wir am späteren Vormittag nochmals zurück in die Gamla, genossen in einem feinen Cafe ein köstliches spätes Frühstück und besuchten noch die Katherinenkirche und einen besonderen Aussichtspunkt bei einem Restaurant gleich daneben. Am Nachmittag machten wir noch eine sehr interessante Bootsfahrt durch den Stockholmer Schärengarten.
    Am späten Nachmittag fuhren wir diesmal mit der U-Bahn zurück zu unserem Stellplatz, fuhren aber heute noch 20 km etwas außerhalb von Stockholm nach Sollentuna auf einen Parkplatz am See. Dort kochten wir uns noch ganz gemütlich Lachsnudeln mit Salat.
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  • Tag 9 und 10: Auf dem Weg nach Stockholm

    24 aprile, Svezia ⋅ ☀️ 14 °C

    Wir fahren von Göteborg nach Stockholm quer durch Südschweden, von der Nordsee zur Ostsee. Das sind 470 km, wir haben es nicht eilig und zwei Übernachtungen an Seen und Fjorden lassen das richtige Schwedenfeeling aufkommen. Gestern haben wir noch eine lange Wanderung am See von Ulicehamn gemacht. Danach war noch Einkaufen im Ica angesagt. Zurück am Parkplatz konnten wir noch Wasser tanken und Schwarz- und Grauwasser entsorgen, bevor wir weiter Richtung Nordosten weiterfuhren. Die Strecke ist typisch schwedisch, links und rechts Wälder, dazwischen kleine und große Seen. Der Winter ist hier gerade vorbei, der Frühling gibt zaghafte Lebenszeichen. Aber das Wetter ist top. Sonne und strahlend schön.
    Gestern sind wir dann noch 250 km gefahren bis nach Kolmarden. Das ist ein kleiner Ort an einem Naturpark am Bräviken Fjord. Wir fanden hier einen schönen ruhigen Übernachtungsplatz.
    Heute morgen dann eine ausführliche Wanderung durch den Nationalpark.
    Danach ganz gemütlich in der Sonne sitzen und am Nachmittag fuhren wir schließlich weiter. Jetzt stehen wir ganz in der Nähe von Stockholm in Södertälje am Hallsfjärden. Heute waren wir zum ersten Mal auf dieser Reise essen, weil gleich neben unserem Übernachtungplatz ein schönes Restaurant steht. Das Essen war köstlich, der Abend gemütlich.
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  • Tag 7 und 8: Weiter nach Göteborg

    21 aprile, Svezia ⋅ ☀️ 14 °C

    Gestern am späten Vormittag machten wir uns von unserem wunderschönen Meerplatz auf nach Göteborg. Das waren 210 km bis zum Übernachtungsplatz in Göteborg neben einer Brücke, die direkt in die Stadt führt und neben der man zwar nicht schön, aber ungestört parken und übernachten kann. Auf der Fahrt nach Göteborg haben wir festgestellt, dass der Frühling sich redlich bemüht, bemerkt zu werden und ein paar Spuren zu hinterlassen. Im Augenblick aber bleibt es noch beim Bemühen. Die Bäume beginnen ganz langsam auszutreiben. Blühen tut noch gar nichts. Und auch die Sonne tut, was sie kann. Es ist nämlich strahlend schön, aber mehr als 12 Grad schafft derzeit hier die strahlendste Sonne nicht.
    Aber zurück zu unserem Platz: Gerade mal 1 km entfernt gibt es quasi mitten im Industriegebiet der Stadt eine ganz tolle Freizeitanlage mit Schwimmbad, Sauna und Dusche (Jubiläumspark). Unglaublich: Das alles kostenlos. Ist derzeit an Wochentagen ab 17:00 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab 14:00 Uhr. Wir haben das Angebot genutzt und in vollen Zügen genossen. Mehr haben wir dann gestern von Göteborg nicht mehr gesehen. Aber dieser erste Eindruck machte uns die Stadt schon auf den ersten Blick sympathisch.

    Heute Früh sind wir dann um halb 10 auf Stadtbesichtigung aufgebrochen. Ok, Göteborg ist eine schwedische Stadt am Meer, ohne viel Schnickschnack, ohne viele pompöse Sehenswürdigkeiten, aber mit vielen kleinen netten Geheimtipps. Und Göteborg ist derzeit eine einzige Baustelle. Überall wird gebaggert, gebohrt, aufgerissen, zubetoniert. Aufgrund der vielen Umleitungen hat Google Maps alle Hände voll zu tun, einigermaßen akzeptable Wege zu finden. Wir haben aber tapfer unseren gestern geplanten Rundgang durchgezogen.

    Göteborg zu Fuß: Zwischen Zimtschnecken, Küsten-Kultur und See-Idylle
    Manchmal sind es die ungeplanten Begegnungen und der bewusste Verzicht auf Hektik, die einen Städtetrip unvergesslich machen. Unser Tag in Göteborg war genau das: Eine perfekte Balance aus hanseatischem Flair, tiefen Einblicken in die Stadtgeschichte und dem Luxus, sich einfach treiben zu lassen.

    Der perfekte Start: Brunch & Industrieromantik
    Eingeschlafen sind wir im rauen, kreativen Charme von Ringön. Wer hier parkt, spürt den Puls des modernen Göteborgs. Von dort aus hieß es: Schuhe schnüren! Unsere Stadtwanderung begann mit einem kulinarischen Paukenschlag in der Brunchoteket. Wer Qualität vor Quantität sucht, ist hier goldrichtig – ein Frühstück, das Kraft für die kommenden Kilometer gab.

    Märkte, Handwerk und ein Hauch Geschichte
    Der Vormittag gehörte den Sinnen. In den Markthallen (Saluhallen) tauchten wir ein in die Welt regionaler Köstlichkeiten, bevor uns das Kronhuset und die Kronhusbodarna in das 17. Jahrhundert entführten. Es ist faszinierend, wie zwischen den historischen Mauern das traditionelle Handwerk überlebt hat.

    Natürlich durfte ein Abstecher zur Feskekôrka, der berühmten Fischkirche, nicht fehlen. Auch wenn wir dort nur schauten, war der maritime Vibe der Stadt hier überall greifbar.

    Das Herz von Göteborg: Haga & Skansen Kronan
    Unser persönliches Highlight war der Stadtteil Haga. In den kopfsteingepflasterten Gassen scheint die Zeit stillzustehen. In einem kleinen, urigen Laden fanden wir nicht nur extravagante Keksformen für unsere Küche zuhause, sondern auch ein wunderbares Gespräch mit der Besitzerin. Genau das sind die Momente, die man in keinem Reiseführer kaufen kann – echte Gastfreundschaft und ein kurzer Austausch über das Leben im Norden.
    Nach dem Aufstieg zur Festung Skansen Kronan wurden wir mit einem Panoramablick über die Dächer belohnt. Der Abstieg führte uns – wie sollte es anders sein – zurück nach Haga. Bei einer der legendären, riesigen Zimtschnecken im Café Husaren ließen wir die Seele baumeln.

    Vom Asphalt ans Ufer
    Bevor wir die Stadt verließen, gab es noch einen strategischen Stopp: Zurück in den Markthallen besorgten wir uns frischen Fisch für den Abend. Mit der Beute im Gepäck kehrten wie müde und zufrieden zum Camper zurück
    Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Da wir gut in der Zeit lagen, ließen wir den urbanen Trubel hinter uns und steuerten Richtung Stockholm.

    Der Ausklang: Stille am Åsunden
    Jetzt sitzen wir an einem spiegelglatten See bei Ulricehamn. Die Sonne versinkt langsam hinter den Nadelbäumen und die Hektik der Großstadt fühlt sich Lichtjahre entfernt an. Wir sitzen im Wohnmobil, bei Fisch und Gemüse und einem Gläschen Weßwein und genießen das Leben.
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  • Tag 6: Ein Tag am Meer

    20 aprile, Svezia ⋅ ☀️ 12 °C

    Oh, welch ein Wunder: Der heutige Tag war strahlend schön, kühl zwar, etwas windig, aber Sonne, Sonne, Sonne. Da kommt richtig Freude auf. So haben wir beschlossen, heute hier zu bleiben, die Gegend zu erwandern und die Ruhe und die Natur zu genießen. Durch Torekov, das ist der Ort, in dessen Nähe wir übernachten, führt der bekannte schwedische Fernwanderweg Skäneleden. Auf einem kleinen Teil davon machen wir heute eine Wanderung, in der Hoffnung, unsere Tradition fortsetzen zu können und nach einem starken Kaffee im Balu gemütlich irgendwo frühstücken zu können. Aber nichts da. Alles zu, noch keine Spur von Saison. Da müsst ihr in zwei Monaten wieder kommen, hieß es in einer Bar, die offen schien, aber geschlossen hatte. Eine private Männerpartie hatte sich dort eingefunden. Aber meine Enttäuschung war sichtbar und so bekam ich doch noch eine Tasse Kaffee.
    Der Weg führte vorbei ab einem riesengroßen Golfplatz und überall am Strand stehen Bunker herum, Zeugen einer düsteren Zeit.
    Am Nachmittag waren wir wieder zurück, planten unsere weitere Reise bzw, die nächsten Tage und genossen die Ruhe und das Nichtstun.
    Besonders schön ist es, die Nonnengäse, die hier scharenweise vorkommen, zu erleben. Früher glaubten die Menschen, dass diese Gänse aus Entenmuscheln schlüpfen, da ihre arktischen Brutplätze unentdeckt blieben – daher rührt auch ihr englischer Name „Barnacle Goose“. Spektakulär ist der Lebensstart der Küken, die sich bereits drei Tage nach dem Schlüpfen von bis zu 120 Meter hohen Klippen stürzen, um ihren Eltern zum Futterplatz zu folgen. Trotz dieses riskanten Falls überleben viele Jungtiere den Aufprall auf den Felsen dank ihrer extrem leichten Knochen und der dämpfenden Daunen.

    Am Abend erlebten wir bei Pasta all'aglio, olio e peperoncino einen herrlichen Sonnenuntergang.
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  • Tag 5: Wir sind in Schweden

    19 aprile, Svezia ⋅ ☁️ 10 °C

    Der Himmel war grau und regnerisch, als wir uns heute auf den Weg über die Oresund-Brücke nach Schweden machten. Jetzt haben wir uns doch für die Brücke entschieden und nicht für die Fähre von Helsingör in Dänemark nach Helsingborg in Schweden. Wir haben ein Kombiticket Rostock-Gedser + Öresundbrücke gekauft. Kostet 142 €, aber die Preise schwanken je nach Buchung und Saison

    Die Öresundbrücke wurde zwischen 1995 und 2000 erbaut und nach einer Bauzeit von rund fünf Jahren am 1. Juli 2000 offiziell eröffnet. Das reine Brückenbauwerk hat eine Länge von 7.845 Metern und ist damit die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Schienenverkehr. Zusammen mit der künstlichen Insel Peberholm und dem Drogdentunnel bildet sie eine insgesamt 16 Kilometer lange feste Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö.

    Direkt nach der Brücke ist man schon in Malmö. Da hieß es zunächst, die erste Tankstelle ansteuern, da wir quasi mit dem letzten Tropfen Sprit eingereist sind und der hier in Schweden bedeutend günstiger ist, als in Dänemark. Was uns hier aber auffällt: Diesel ist in etwa 30% teurer als jeder andere Sprit.

    Der Stadt Malmö haben wir wetterbedingt (Regen, kalt und grau) nur einen Kurzbesuch abgestattet und fuhren am Nachmittag weiter Richtung Göteborg. Auf der Strecke haben wir etwas nördlich von Helsingborg einen superfeinen Übernachtungsplatz in Meeresnähe an einem Weitwanderweg gefunden. Wir kamen so zeitig an, dass wir noch Zeit hatten, einen Kartoffelstrudel im Omnia zuzubereiten.
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  • Tag 4: Kopenhagen

    18 aprile, Danimarca ⋅ ☁️ 10 °C

    Relativ früh sind wir heute von unserem Übernachtungsplatz am Meer, am südlichsten Punkt Dänemarks, die 150 km nach Kopenhagen weitergefahren. Dort, bei der letzten Ausfahrt vor der Öresundbrücke nach Schweden, im Ortsteil Kastrup, haben wir einen Stellplatz gefunden. Nicht schön, nicht erbaulich, aber zweckmäßig mit Strom, Wasser, Ver- und Entsorgung und ganz in der Nähe gibt es sowohl eine Busstation (5C) und die Metrostation M2. Mit beiden Verkehrsmitteln kommt man bequem in die Stadt. Metro geht schneller und der Ticketerwerb ist unkomplizierter.
    Ein Rundgang durch Dänemarks Hauptstadt ist empfehlenswert. Da wir Dänemark auf der Durchreise nach Schweden "mitnehmen", haben wir der Stadt Kopenhagen nur den heutigen Tag gewidmet. Wer aber die Stadt näher kennenlernen möchte, sollte sich unbedingt mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Unseren Entdeckungsgeist hat heute aber auch die Kälte ziemlich beeinträchtigt. Bei trübem Himmel und 8 Grad am 18.April ist die Motivation, stundenlang durch die Stadt zu streifen, relativ gering. Aber dennoch haben wir einen schönen Rundweg durch die Stadt gemacht, auf dem wir einiges entdeckt und auch einen guten Eindruck von der Stadt bekommen haben, da wir ja zum ersten Mal hier sind.
    Mit dem Bus 5 c fuhren wir zum Rathuspladsen. Hier haben wir unsere Rundwanderung begonnen. Der Platz beeindruckt durch seine Größe und das imposante Rathaus. Von dort konnten wir in die Strøget schlendern, die berühmte Fußgängerzone. Da heute Samstag ist, ist hier wirklich gewaltig viel los. Aber etwas wirklich besonderes ist die Fußgängerzone auch nicht. Sie ist zwar sehr groß und geht auch über viele schöne Plätze. Aber es ist halt alles, wie überall. Geschäfte, die man von überall kennt, Burgerbuden und keine einladenden Lokale. Hier bestellt man sogar in Kaffeehäusern Kaffee und Kuchen an diesen Bestellsäulen. Finde ich irgendwie unsympathisch. Schön allerdings sind die diversen Demos für und gegen alles Mögliche in Dänemark und auf der ganzen Welt. Und schön finde ich auch immer die Straßenmusizierenden, ganz unabhängig von der musikalischen Qualität.

    Von der Fußgängerzone war es dann nur ein Katzensprung zum "Rundetårn". Das ist ein Turm, den man innen über eine relativ breite spiralförmige Rampe besteigen kann, Von oben hat man einen guten Blick über die Stadt. Da ich ja jeden besteigbaren Turm besteigen muss, haben wir diesen natürlich auch bestiegen. Kann man, muss man nicht.
    Interessant allerdings war die Ausstellung Ole Rømer, direkt im Turm. Sie läuft noch bis zum 3. Januar 2027 in der Bibliothekshalle des Rundetårn.
    Ole Rømer (1644–1710) war ein dänischer Astronom, der Weltruhm erlangte, weil er 1676 als Erster bewies, dass Licht eine endliche Geschwindigkeit hat. Er war Direktor der Sternwarte im Rundetårn, Bürgermeister von Kopenhagen und ein technisches Genie, das unter anderem den Vorläufer unseres heutigen Thermometers erfand.

    Danach machten wir uns auf den Weg zu den Markthallen (TorrevehallerneKBH). Hier steht eine Theke mit Köstlichkeiten neben der anderen. Fisch, Fleisch, Geflügel, Feinkost jeder Art und das berühmte Smørrebrød werden dort angeboten. Es bedarf großer Disziplin, nicht Unmengen einzukaufen.

    Und schon ging es weiter zum Schloss Rosenborg.
    Rosenborg war das protzige „Sommerhaus“ von König Christian IV., der Kopenhagen mit unendlich viel rotem Backstein und Türmchen bebaut hat.
    Im gut bewachten Keller funkeln angeblich die dänischen Kronjuwelen um die Wette (haben wir nicht gesehen, sondern uns erzählen lassen)
    Das Schloss liegt mitten im *Kongens Have*, dem ältesten königlichen Garten des Landes, wo man heute ganz entspannt zwischen Rosenbeeten picknicken kann, während man die Märchenfassade bewundert.

    Weiter spazierten wir vom Park dann zum berühmten Nyhaven. Hier erlebt man das klassische Kopenhagen-Panorama mit den bunten Häusern am Wasser.

    Gleich danach beginnt die "Freistadt Christiania", die 1971 in einer verlassenen Kaserne gegründet wurde und heute ein gemeinsam mit Upezis in Vilnius eine weltweit einzigartiges Experiment für alternatives Leben mitten in der Stadt ist
    In dem Viertel liegt auch die berühmte Pusher-Street, die über 50 Jahre lang das berüchtigte Herzstück von Christiania war. Berüchtigt wegen der Marktstände, an denen Cannabis ganz offen verkauft wurde, aber später hat sich auch der Handel von harten Drogen und Straßenprostitution dazugesellt. Doch das hat sich radikal geändert: Im April 2024 haben die Bewohner die Straße buchstäblich umgegraben, um die organisierten Gangs zu vertreiben und ihr Viertel zurückzuerobern.
    Abseits der mittlerweile strenger reglementierten Pusher Street konnten wir ein autofreies Dorf entdecken voller bunter, selbst gezimmerter Häuser, die eher nach gemütlichem Hobbingen als nach Großstadt aussehen.

    Nach diesem Rundgang waren wir doch ziemlich erschöpft. In einem netten Kaffee in Christiania haben wir uns noch gestärkt, bevor wir uns am Abend auf den Weg zur nächsten Metro-Station machten und zur Station Kastrup fuhren, von wo es noch 10 Minuten zu unserem Stellplatz waren.
    Zum Abenessen gab es heute Köstlichkeiten von den Markthallen.
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  • Tag 3: Von Potsdam nach Dänemark

    17 aprile, Danimarca ⋅ ⛅ 7 °C

    Wir haben in Potsdam bei Michael übernachtet und gefrühstückt. Danach machten wir gemeinsam mit Michael einen kurzen Morgenspaziergang in den Park von Sanssouci, bevor wir nach Rostock weiterfuhren, von wo aus unsere Fähre nach Gedser in Dänemark ging. Da wir schon um 14.00 Uhr in Rostock waren und wir uns erst um 17.30 am Hafen einfinden mussten, nutzten wir die Zeit um uns in Rostock umzusehen. Waren wir noch nie, kennen wir überhaupt nicht, deshalb war es ganz interessant, einen zumindest flüchtigen Eindruck von der Stadt zu bekommen.
    Rostock ist eine Hansestadt mit einem herben, maritimen Charme. Überall in der Altstadt spürt man den einstigen Reichtum der Kaufleute, besonders wenn man vor der monumentalen St.-Marien-Kirche steht oder die sieben Türme des Rathauses am Neuen Markt zählt.
    Besonders lebendig wirkte der Neue Markt mit dem sprudelnden Brunnen der Lebensfreude, umrahmt von geschichtsträchtigen Giebelhäusern. Wir passierten das wuchtige Steintor und das fast schon versteckte Kuhtor, zwei steinerne Zeugen der alten Stadtbefestigung, die uns tief in die Vergangenheit führten.
    Ein echtes Highlight ist das majestätische Hauptgebäude der Universität und die ehrwürdige alte Universitätsbibliothek, die der Stadt eine ganz besondere akademische Aura verleihen. Doch so faszinierend die Altstadt war: Dass wir die Fähre nach Dänemark erreichen mussten, ohne einen Fuß in das berühmte Warnemünde gesetzt zu haben, bedauern wir sehr.
    Schade, dass wir den markanten Leuchtturm und den „Teepott“ nur aus der Ferne oder von Fotos zu kennen, statt selbst am „Alten Strom“ ein Fischbrötchen zu genießen.
    Aber jetzt hieß es "Auf nach Dänemark". So standen wir schon um 16.30 am Hafen, zwar eine Stunde zu früh. Aber ich kann gar nicht zu früh am Hafen sein. Immer wieder und immer noch bin ich von jedem Hafen unendlich fasziniert. Obwohl, ganz ehrlich: Der Fährhafen in Rostock ist wirklich langweilig.
    Aber dann ging alles reibungslos, Die Fähre startete pünkltlich um 18.00 Uhr, um 20:00 Uhr kamen wir in Gedser an. Dann fuhren wir noch weiter nach Gedesby, das sind nur 5 km südlich von Gedser und das ist der südlichste Punkt Dänemarks. Hier stehen wie jetzt am Meer.
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  • Tag 2: Von Bad Berneck nach Potsdam

    16 aprile, Germania ⋅ ☁️ 16 °C

    In der Früh sind haben wir noch eine 2 stündige Wanderung um Bad Berneck herum gemacht. Zu Bad Berneck hab ich mir ein paar Infos angelesen, weil ich ja vorher noch nie was von diesem Ort gehört habe:
    Bad Berneck ist ein verstecktes Juwel des Fichtelgebirges, das sich in das enge Tal der Ölschnitz schmiegt und von gleich drei Burgruinen majestätisch überragt wird. Einst florierte hier der Bergbau, bis der Ort im 19. Jahrhundert als mondänes Moor- und Mineralheilbad neu erfunden wurde und sogar den Adel zur Sommerfrische anzog.
    Optisch wirkt das Städtchen so, als ob der historische Marktplatz fast nahtlos in steile, bewaldete Felsen übergänge, auf denen der markante Schlossturm als Wahrzeichen thront. Besonders lebendig wird es im Kurpark, wo Architektur aus der Belle Époque auf moderne Kneipp-Anlagen trifft und Wanderer direkt in die wildromantische Natur starten können. Als nördliches Tor zum Fichtelgebirge verbindet Bad Berneck irgendwie nostalgisch-morbides Kur-Flair mit der Schroffheit der oberfränkischen Berge.

    Was wir heute gesehen haben verdient einerseits ein ganz großes Kompliment: Die Wanderwege sind sehr gur markiert. Auf den Wegen sind immer wieder markante, sehenswerte Stellen ausgewiesen und alles ist ganz liebevoll gepflegt.
    Andererseits aber wollten wir nach der Wanderung irgendwo im Städtchen einkehren auf ein ausgiebiges Frühstück. Das war dann allerdings nicht machbar. Es gibt zwar theoretisch einige Cafes, Bars, Konditoreien und Restaurants. Aber die sind entweder ganz geschlossen oder öffnen erst am Nachmittag oder Abend. Bei mir also Krisenalarm.😱
    Also zurück auf den Stellplatz, auf dem die Entsorgung einwandfrei funktionierte. Wasser tanken kostet zwei Euro und geht super.
    Nachdem wir alles erledigt hatten fuhren wir also weiter Richtung Potsdam, wo wir gegen 16.00 Uhr Michael treffen sollten. Allerdings gerieten wir in einen unfallbedingten zweistündigen Stau. So kamen wir erst um 18.00 Uhr hungrig und durstig und genervt in Potsdam an. Aber ganz großer Lichtblick. "Unser" Parkplatz in Potsdam, der spitzenmäßig liegt und den wir schon bei unseren früheren Besuchen bei Michael und Birgit genutzt haben, war auch diesmal frei.
    Michael wartete schon mit Abendessen auf uns und wir verbrachten heute noch einen wunderbar gemütlichen Abend.
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  • Tag 5: Noch ein interessanter Regentag

    15 aprile, Austria ⋅ 🌙 11 °C

    Auch heute gab es Regen.
    Frühstück gab es wieder im Cafè Palermo. Um halb 12 hatten wir unseren Slot im Normannenpalast. Leider konnten wir heute nur die Palatinische Kapelle, den schönen Innenhof und die Ausstellung "Tesori impressionisti: Monet e la Normandia" besichtigen. Die königlichen Gemächer sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nicht zugänglich, weil an diesen Tagen im Palazzo Reale das Regionalparlament von Sizilien tagt. Das ist sehr schade, weil ich von einer früheren Sizilienreise weiß, wie sehenswert diese Gemächer sind. So dauerte der Besuch nicht allzu lange.
    Also nutzten wir den heutigen Regentag um noch einen Besuch im Teatro massimo zu machen, was eine großartige Entscheidung war. Auch das Teatro Massimo kann man nur mit Führung besuchen und das ist sehr gut.
    Es handelt sich um das größte Opernhaus Italiens und eines der größten Europas. Es wurde von Giovan Battista Filippo Basile im neoklassizistischen Stil entworfen und im Jahr 1897 eröffnet. Das Bauwerk an der Piazza Verdi zeichnet sich durch seine imposante Architektur und eine hervorragende Akustik aus. Weltweite Bekanntheit erlangte die monumentale Freitreppe des Theaters als Drehort für die Schlussszenen des Films „Der Pate III“. Der klassische, in Hufeisenform angelegte Zuschauerraum fasst heute rund 1.300 Plätze auf mehreren Logenrängen.

    Vor dem Theater steht die höchst interessante temporäre Kunstinstallation „Extinction – Zwergen Dämmerung“ des Künstlers Max Papeschi, die im Februar 2026 in den Gärten des Teatro Massimo aufgestellt wurde.
    Die Installation besteht aus 47 Statuen, welche die Körper der chinesischen Terrakotta-Armee mit den Köpfen von Gartenzwergen kombinieren. Das Werk dient als satirische Reflexion über permanente Kriegsführung, kulturelle Verarmung und gesellschaftliche Selbstzerstörung, indem es ganz bewusst einen starken Kontrast zwischen dem Heroischen und dem Grotesken zieht.
    Nach dem Besuch des Theaters gab es wieder heiße Schokolade und sizilianische Süßigkeiten.
    Auf dem Weg zurück in unser Viertel stießen wir dann nochb ganz zufällig auf eine äußert interessante Ausstellung "No Mafia", die die Geschichte der Mafia seit Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den Morden an den Staatsanwälten Falcone und Borsellino in den 1990-er Jahren anschaulich darstellt. Sehr, sehr empafehlenswerte Ausstellung.
    Den heutigen Tag und damit auch unsere Palermo-Reise ließen wir im Restaurant Vucia in der Via Maqueda bei köstlichem Essen und gutem Wein ausklingen.
    Morgen gehts nach Hause
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  • Tag 1: Anreise über Deutschland

    15 aprile, Germania ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute Mittag gestartet. Ab auf die Inntallautobahn und dann immer direkt gegen Norden, Heute übernachten wir in Bad Berneck im Fichtelgebirge, das ist etwas nördlich von Bayreuth. Nach 5 monatiger WoMo-Abstinenz müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen, in begrenztem Raum OnTour zu sein.
    Auf jeden Fall haben wir hier in diesem Ort einen schönen offiziellen Stellplatz, der wirklich liebevoll hergerichtet ist und dazu noch kostenlos. Das Abendessen haben wir schon von zuhause mitgebracht, musste nur noch zubereitet werden. Spargel mit Schinken und Kartoffeln
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  • Vorgeschichte

    14 aprile, Austria ⋅ ☁️ 9 °C

    Seit heute sind wir unterwegs nach Skandinavien. Das war aber keineswegs unsere erste Wahl. Wir hatten nämlich schon einen sehr detailliereten Reiseplan für Zypern und Ostanatolien. Dann kamen Netanjahu und Trump, machten sich im Iran wichtig und sowohl das österreichische als auch das italienische Außenamt sprachen Reisewarnungen aus. Also haben wir nach reiflicher Überlegung umdisponiert und sind jetzt auf dem Weg nach Skandinavien,
    Thomas musste heute noch einen ungeplanten Zahnarzttermin wahrnehmen, aber jetzt ist alles gut.
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  • Tag 4: Regentag

    31 marzo, Austria ⋅ ☁️ 3 °C

    Leider musste Birgit heute abreisen, was wir sehr bedauern. Der heutige Tag war von anhaltendem Regen geprägt, der von morgens bis zum späten Nachmittag in Strömen fiel. Dies führte dazu, dass wir den Tag der Entspannung und des Museumsbesuchs widmeten.

    Nachdem Evelin Birgit zum Flughafenbus begleitet hatte, widmeten wir uns bei einer Tasse Tee der weiteren Planung. Das ausgiebige Frühstück nahmen wir im äußerst empfehlenswerten Café Palermo direkt an den Quattro Canti ein. Dort erwartete uns eine große Auswahl an Frühstücksvarianten sowie entspanntes und freundliches Personal, trotz des hohen Besucheraufkommens.

    Nach dem Frühstück beabsichtigten wir, den Normannen- oder Königspalast zu besichtigen. Angesichts der langen Warteschlange an der Kasse haben wir diesen Besuch jedoch kurzfristig auf morgen verschoben. Anschließend begaben wir uns trotz des strömenden Regens zum Botanischen Garten.
    .Dennoch bot die Anlage einige markante Anlaufpunkte.
    Zu den wesentlichen Merkmalen des Gartens gehören:
    * Der Ficus macrophylla: Ein massiver, 1845 gepflanzter Baum mit weitläufigen Luftwurzeln, der das Wahrzeichen der Anlage darstellt.
    * Das Klassizistische Gymnasium: Das zentrale Hauptgebäude mit seiner markanten Architektur.
    * Die Gewächshäuser: Insbesondere das von Maria Carolina von Österreich gestiftete Calidarium, das Schutz vor der Witterung bietet.
    * Wassersysteme: Das Aquarium, ein kreisrundes Becken mit verschiedenen Wasserpflanzen.
    Trotz der widrigen Bedingungen am besagten Tag bleibt der Garten aufgrund seiner historischen Struktur und der botanischen Vielfalt ein prägender Teil Palermos.

    Von dort war es dann nicht weit zum Palazzo Chiaramonte-Steri, der das Alte Inquisitionsgefägnis beherbergt. Dieser Palazzo kann nur mit Guide besucht werden, was sehr gut ist,weil man viele spannende Infos
    Der im 14. Jahrhundert errichtete Palazzo Steri war über Jahrhunderte das Machtzentrum Palermos – erst als Residenz der Adelsfamilie Chiaramonte, später als Sitz der spanischen Vizekönige und schließlich der Inquisition (1601–1782).
    Die Gefängnisse der Inquisition
    Das düstere Herzstück des Palazzos sind die erhaltenen Kerkerzellen im Erdgeschoss. Sie gelten als einzigartiges historisches Zeugnis:
    * Wandmalereien der Gefangenen: Die Wände sind fast lückenlos mit Zeichnungen und Texten bedeckt. Gefangene nutzten Ruß, Blut und Urin, um religiöse Szenen, Karten, Gedichte und bittere Klagen über ihre Folter zu verewigen.
    * Dokumentation des Leids: Die Inschriften in verschiedenen Sprachen (Latein, Sizilianisch, Englisch) dokumentieren die Schicksale von Ketzern, Hexen und politischen Gefangenen.
    * Psychologisches Zeugnis: Die detaillierten Graffitis dienten den Insassen als Mittel, in der Isolation der "Secreti" (Geheimgefängnisse) den Verstand nicht zu verlieren.
    Ein architektonisches Highlight
    Im Obergeschoss befindet sich der Sala Magna. Seine hölzerne Decke aus dem 14. Jahrhundert ist mit ritterlichen und biblischen Motiven bemalt und gilt als eines der bedeutendsten profanen Kunstwerke des italienischen Mittelalters.
    Heute beherbergt der Palazzo zudem das berühmte Gemälde "La Vucciria" von Renato Guttuso, das die lebhafte Atmosphäre des gleichnamigen Marktes in Palermo einfängt.

    Nach diesem beeindruckenden Erlebnis hatten wir das Bedürfnis, uns der profanen Tätigkeit des Shoppens zu widmen. Vorher aber fanden wir noch ein nettes Cafè für heiße Schokolade und sizilianische Dolcetti.
    Die anschließende Shoppingtour weckte Träume und Begehrlichkeiten, aber schließlich konnten wir uns sehr gut beherrschen.

    Den Abend verbrachten wir wieder bei tollem Essen und wunderbarem Rotwein im 100% empfehlenwerten Restaurant "Il Pipino Rosso", in der Salita San Antonio 7.
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  • Tag 3: Monreale und Mafia Tour

    30 marzo, Austria ⋅ 🌧 6 °C

    Heute Frühstück im Café Costa in der Via Maqueda. Plastikbecher, Plastikteller, Selbstbedienung🤦. Dann ging es zur Piazza dell'indipendenza, von wo der Bus 359 nach Monreale fährt. An der Haltestelle wollte uns ein Taxler unbedingt überreden, mit ihm nach Monreale zu fahren für 30 €. Wir lehnten ab, was ich später kurz bereut habe. Der Bus war nämlich sowas von voll und als auf der Strecke immer noch Leute einstiegen, bekam ich eine Panikattacke, sadass wir aussteigen mussten und einen Teil der Strecke zu Fuß bewältigten, bis wir in den nächsten, etwas weniger vollen Bus stiegen. In Monreale war viel los, aber nicht störend.
    Monreale thront mit einem spektakulären Blick über Palermo, auch wenn sich die Küste unter einer dichten, grauen Wolkendecke versteckte. Im Inneren des Doms funkeln die über 6.000 Quadratmeter Goldmosaike so intensiv, dass man das kühle und regnerische Wetter draußen sofort vergisst. Während Regentropfen auf das alte Gemäuer trommelten, bot der berühmte Kreuzgang mit seinen kunstvoll verzierten Säulen einen fast mystischen Rückzugsort. In den nassen Gassen rund um die Kathedrale duftete es besonders intensiv nach frischem Gebäck, das perfekt gegen die sizilianische Kälte half. Trotz der nahezu winterlichen Temperaturen blieb der Besuch durch die architektonische Wucht und das goldene Leuchten ein absolut prägendes Erlebnis. Und nicht zu vergessen: Die köstliche Pizza in einer kleinen Pizzeria in einer kleinen Seitengasse.
    Gegen 15.00 Uhr verließen wir Monreale, fuhren mit dem Bus wieder zurück nach Palermo, wo jetzt sogar ein bisschen die Sonne schien. Die Gelegenheit nutzten wir, um auf der Dachterrasse des Rinascente Gebäudes einen Cocktail zu nehmen, bevor es zur Mafia-Tour mit Elena von EPIC SICILY ging.
    Diese Tour startete um 18.00 Uhr und war äußerst spannend. Wir erfuhren soviel über die Cosa Nostra auf Sizilien, Geschichte, Auswirkungen und wo sie heute noch ihre Finger drin hat. Nur soviel: Bauunternehmen, Märkte, Behörden und Politik in Sizilien, Italien und teilweise auch in der EU und in den USA sind von der Mafia unterwandert. Egal ob Cosa Nostra (Sizilien) Ndrangheta (Calabrien), Camorra (Neapel und ganz Kampanien) oder Sacra Corona unita (Apulien), jede dieser Organisation ist auf ihre Weise nicht nur in Süditalien, sonder teilweise weltweit aktiv. Ihre großen "Arbeitsbereiche" sind Baukorruption, Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel.
    Elena, Tochter einer Staatsanwätin und eines Richters aus Palermo, ist mit Leibwächtern aufgewachsen und ihre Eltern sind immer noch 24-7 von Leibwächtern geschützt. Elena ist auch Juristin und politisch in der Antimafia-Bewegung aktiv. Entsprechend interessant und spannend gestaltete sie die dreistündige Führung, während der wir auch immer wieder sizilianische Spezialitäten verkosten durften.
    Am Ende dieser Tour waren wir dann doch so erschöpft, dass wir bald in Bett gingen.
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  • Tag 2: Stadtführung und noch mehr Kultur

    29 marzo, Germania ⋅ 🌧 3 °C

    In der Früh ging es wieder ins Cafe Ruvolo auf Cafe und Cornetto. Danach machten wir uns auf den Weg zur Tourismusagentur Epic Sicily in der Via dell'Argenteria, wo wir eine Stadtführung zu geheimen Ecken und Gärten Palermos gebucht hatten. Epic Sicily ist ein kleines, feines Reisebüro, das sich auf nachhaltigen Tourismus für die Stadt Palermo spezialisiert hat. Geleitet wird es von Elene, einer 30 jährigen Palermitanerin, die eine Wucht ist. Wir durften dann noch 2 Mitarbeiterinnen kennenlernen, Anna und Alex, beide aus Deutschland mit Wohnsitz in Palermo. Beide sorechen perfektes Italienisch und beide sind in die Stadt Palermo verliebt. Aber jetzt greife ich vor.
    Wir starteten also heute um halb zehn mit der Stadtführung mit Alex. Begonnen haben wir am Flohmarkt auf der Piazza Marina, der dort jeden Sonntag stattfindet. Dieser Markt bietet alles an Wunderbarem, Sonderbarem, Schönem und Hässlichem. Die Auswahl reicht von Antiquitäten über Kleidung, Schmuck und Haushaltswaren zu Möbeln, Lampen und Ähnlichem.
    Hinter dem sonntäglichen Flohmarkt befindet sich der Giardino Garibaldi, zu dessen Hauptattraktion ein riesiger Ficus macrrophylla gehört, der zu den größten und ältesten Europas zähl und dessen Luftwurzeln ein dichtes, schattiges Geflecht bilden. Außerdem steht in diesem Park eine Gedenktafel an Joe Petrosino. Kurz die Geschichte dazu: Der New Yorker Polizist reiste 1909 auf einer Geheimmission nach Palermo, um Beweise gegen die Mafia zu sammeln. Aber offenbar war die Mission doch nicht so geheim, denn er war gerade mal 2 Stunden in Palermo, als er auf der Piazza Marina erschossen wurde.

    Gleich dahinter ging es dann weiter zur Chiesa San Giovanni degli Eremiti mit den zwei schönen roten Kuppeln auf der Piazza Bellini und dann besuchten wir noch den Klostergarten vom Monastero di Santa Caterina D'Alessandria. Dieser Klostergarten mit schönem Kreuzgang, Springbrunnen und eineigen lauschigen Plätzchen ist öffentlich zugänglich. Im Kloster befindet sich die traditionelle Klosterbäckerei, die sizilianische Süßwaren nach alten Rezepten herstellt.

    Weiter ging es dann zur Kirche Santissimo Salvatore. Dort stiegen wir über eine mörderische Wendeltreppe bis zur Kuppel hinau. Auch hier hatten wir natürlich einen wunderbaren 360 Grad Blick über ganz Palermo.

    Und dann noch eine Kirche: Die Chiesa di Gesú, eine Jesuitenkirche, die schlicht und einfach als fürchterlich zu bezeichnen ist. Soviel Barock auf einem Haufen habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Daher wird diese Kirche im Volksmund auch Chiesa zuccherata genannt, also Zuckerkirche oder gezuckerte Kirche.

    Danach ging es weiter ins etwas andere Palermo: Das Palermo der kleinen Leute, der armen Leute, das Palermo der Drogenabhängigen, der Prostituierten, der kleinen Ganoven und großen Verbrecher, das Palermo der sichtbaren Baukorruption und des sichtbaren und unsichtbaren Schwarzhandels. Das alles spielt sich hauptsächlich im Stadtviertel Albergheria ab. Besonders beeindruckend dort ist der Markt. Dort gibt es alles, was der Mensch braucht und nicht braucht, alles außer Lebensmittel. Taschen und Uhren und Kochtöpfe und Fahräder und Teller und Schmuck und Gürtel und Jeans und Louis Vitton Taschen und Sonnenbrillen usw. Alles Second Hand und angeblich alles geklaut. Angeblich haben schon einige Palermitaner*innen das Fahrrad, das ihnen geklaut wurde, auf diesem Markt wieder zurückgekauft. Diesen Markt haben wir relativ schnell hinter uns gelassen, Tourist*innen gibt es dort keine mehr, und kamen dann am Kinderspital vorbei, das durchaus einer Renovierung bedürfte. Angeblich ist für diese Renovierung einiges Geld vom Staat Italien und von der EU geflossen, man weiß aber nicht genau, in wessen Hände. Interessant aber und wunderschön sind drei Murales an den Häusern rund um das Kinderkrankenhaus.

    Nach diesen beklemmenden Eindrücken gig es dann zurück Richtung Kathedrale, in deren Nähe wir eine Kleinigkeit essen konnten. Hier war danndie geführte Tour mit Alex quasi zu Ende. Viele, viele Eindrücke, viele spannende Informationen, viel Neues über Palermo. Das muss erst einmal verdaut werden. Also war Siesta angesagt, bevor wir uns ins Abendvergnügen stürzten. Das fand dann in Form von tollem Abendessen im Restaurant Buatta Cucina Popolana in der Via Vittorio Emanuele.
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  • Tag 1: Ballarò und Kulinarik

    28 marzo, Italia ⋅ 🌬 14 °C

    Frisch und munter und voller Tatendrang machten wir uns heute bei sonnigem,aber kühlem Wetter auf Entdeckungstour. Zunächst typisch italienisches Frühstück mit Cornettl und Cafè oder Americano oder Cappuccino im Cafè Ruvolo ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Danach weiter zu den Quattro Canti (sind auch gleich in der Nähe), wo die beiden Straßenmusiker sich schon bemühten für Stimmung zu sorgen. Gleich dahinter steht schon die Fontana Pretoria oder Fontana della vergogna (Brunnen der Scham),wie sie im Volksmund heißt. Sie heißt deshalb so, weil lauter nacktr Menschen dargestellt sind, die den Nonnen im angrenzenden Kloster die Schamesröte ins Gesicht getrieben hat.
    Die Fontana Pretoria wurde von dem florentinischen Bildhauer Francesco Camilliani erbaut (ursprünglich 1554 für einen Garten in Florenz).
    Nach dem Verkauf an die Stadt Palermo im Jahr 1573 überwachte sein Sohn Camillo Camilliani ab 1574 gemeinsam mit dem Bildhauer Michelangelo Naccherino den Wiederaufbau und die Anpassung in Palermo.
    Gegenüber der Piazza Pretoria befindet sich die Chiiesa San Giuseppe dei Teatini. Interessant ist die Kirche deswegen, weil man auf die Kuppel steigen kann und von dort einen ganz tollen Blick über die ganze Stadt hat.
    Danach stürzten wir uns in den buntesten und lautesten Markt von ganz Sizilien, den Mercato del Ballarò. Dieser traditionsreiche Markt pulsiert als ältester Straßenmarkt Palermos voller Energie mitten im Viertel Albergheria. In den engen Gassen preisen die Händler ihre frischen Waren von sonnengereiftem Obst bis zu fangfrischem Fisch lautstark im lokalen Dialekt an. Dazwischen verströmen kleine Stände den Duft von authentischem Streetfood wie knusprigen Panelle und herzhaftem Sfincione. Das chaotisch-bunte Treiben spiegelt die irgendwie auch Seele der Stadt wider.
    Aber ich glaube, unter uns Mädels bin ich die Einzige, die dieses Treiben uneingeschränkt genießt.🤩😂. Am Ballarò haben wir dann auch was gegessen, um gleich mal in die sizilianische Küche einzutauchen.
    Danach spazierten wir noch zur Kathedrale, wo wir uns an der überlebensgroßen Statue der Santa Rosalia erfreuten und warfen später noch einen Blick auf den Normannenpalast. Da Elena von EPIC SICILY die für heute geplante Mafia -Tour verschoben hat, hatten wir alle Zeit der Welt. Das war gut, so konnten wir uns etwas ausruhen, um uns danach umso heftiger ins Geschehen zu stürzen. Geschäfte schauen (Ohrringe🤩), dann Abendessen in einem netten Lokal in der Vucciria und Abssacker bzw. Abstürzer in der Cocktailbar Max Mixology in der Via Maqueda. Tolle Bar mit Live Jazz, tollen Cocktails und köstlichen taglieri.
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