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1月 – 8月 2025

Skandinavien im Winter

Eine Wohnmobilreise im Winter durch Skandinavien bis zum Nordkap ist ein Abenteuer voller eisiger Herausforderungen, atemberaubender Naturschönheiten und unvergesslicher Momente in der Stille und Magie der Polarlandschaft. もっと詳しく
  • Einfach ein Tag voller Überraschungen

    2月8日, ノルウェー ⋅ 🌙 0 °C

    Es begann so idyllisch: ein einsames Plätzchen mitten in der Wildnis, absolute Stille, perfekte Nordlicht-Kulisse. Und dann? Partycrasher! Zwei Kleinbusse, dann noch mehr, am Ende 20 Nordlichtjäger. Lagerfeuer, Zelte, Gruppenspiele – und natürlich keine Nordlichter. Um die Stimmung der Touristen zu retten, wurde stattdessen lautstark „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ gespielt.

    Kurz nach 1 Uhr war der Spuk vorbei, alle verschwanden synchron, als hätte jemand einen geheimen Fluchtbefehl erteilt. Zurück blieb absolute Stille – und wir, endlich allein. Na also, geht doch!

    Der höchste Punkt Finnlands – oder: Wo ist das verdammte Schild?

    Nach einer extra langen Mütze Schlaf machten wir uns auf zur höchsten Strasse Finnlands. Klingt beeindruckend? War es auch. Nur… es fehlte jegliche Kennzeichnung. Kein Schild, kein „Herzlichen Glückwunsch, Sie stehen am höchsten Punkt Finnlands!“, nicht mal ein gammeliger Wegweiser. Fotobeweis? Fehlanzeige. Aber wir wissen, dass wir oben waren – und das zählt!

    Das teuerste Dreiländereck der Welt

    Nächster Stopp: Kilpisjärvi. Das berühmte Dreiländereck von Norwegen, Schweden und Finnland lockte. Aber wie hinkommen?

    Mit Langlaufskiern über den vereisten See und dann mit Schneeschuhen weiter.

    Direkt mit Schneeschuhen – 22 km hin und zurück.

    Schneemobil-Tour.

    Letztere klang super – bis wir den Preis hörten: 600 Euro! Für einen Betonsockel! Ernsthaft? Also beschlossen wir: Das Dreiländereck läuft uns nicht davon, das heben wir uns für ein anderes Mal auf.

    Plan B: Tromsø – und das grosse Nordlichtdrama

    Also umdisponieren: Tromsø, 160 km entfernt, mit der einzigen wolkenfreien Nacht der nächsten Tage. Vielleicht endlich das Traumbild von Rolf: Nordlichter über der Stadt!

    Unterwegs entdeckten wir einen Wasserfall. Logisch, dass wir da stoppen. Die letzten Meter waren allerdings eine Herausforderung – ich kann nun behaupten, auf dem Hintern eine Schlucht erkundet zu haben. Der Wasserfall? Von oben nett, von unten sicher spektakulär – aber da runterkommen? Keine Chance.

    Der Aufstieg, bei dem wir kurz unser Leben hinterfragten

    In Tromsø angekommen, war klar: Wir fahren NICHT mit der Bahn hoch zur Bergstation Fjellheisen. Nein, wir wollten das Abenteuer!

    Tja, Abenteuer hatten wir dann auch. Die Sherpatreppe? Unter 40 cm Eis begraben. Unsere Steigeisen-Ausrüstung? Ein einziges Paar Schuhspikes – Rolf hatte einen, ich den anderen. Nach 30 Metern war klar: Wirklich dämlich von uns.

    Später kam ein Norweger und riet uns, umzudrehen – der Rettungsheli war heute schon zweimal hier. Super Info! Aber aufgeben? Kommt nicht in Frage!

    Also wählten wir den sicheren Umweg. Der sich ebenfalls als eisige Rutschpartie entpuppte. Mit Stirnlampen, viel Gefluche und einem gesunden Mass an Selbstüberschätzung schafften wir es irgendwann tatsächlich hoch.

    Restaurant-Traum oder Kantinen-Albtraum?

    Oben angekommen: grandiose Aussicht auf Tromsø. Und gefühlt halb Norwegen. Hunderte Touristen, alle warteten auf Nordlichter.

    Ein Blick ins Selbstbedienungsrestaurant liess uns kurz hoffen – bis wir realisierten, dass die Schlange für Essen ungefähr so lang war wie unsere gesamte Reise. Einen Sitzplatz finden? Chancenlos. Am Ende hielten wir jeder eine heisse Schokolade in der Hand, das war’s. Abendessen? Fehlanzeige.

    Also wieder raus in die Kälte, den zweitbesten Platz an der Bergkante sichern (der beste war natürlich schon weg) und warten.

    Die Ironie des Universums

    Wir warteten. Eine Stunde. Zwei Stunden. Dann, für exakt drei Minuten, ein schwacher grüner Schimmer. Und das war’s.

    Genervt gaben wir auf, stellten uns in die Warteschlange für die Bahn nach unten – und genau in dem Moment: Bämm! Die schönsten Nordlichter über der Stadt! Die ganze Gondel staunte und rief „Ooooh!“ und „Aaaah!“.

    Unten angekommen, leuchteten sie immer noch. Während des gesamten Rückwegs. Und aus Prinzip machten kein einziges Foto!

    Fazit: Abenteuer mit Hunger

    Frustriert, hungrig und komplett erledigt kamen wir bei Knutschi an. Ich zog mich wortlos aus und kroch unter die Decke.
    Aber wisst ihr was? Auch ohne das perfekte Nordlichtbild war es ein unvergesslicher Tag. Lacher, kleine Dramen und ein bisschen Abenteuer – und gefühlt 3 Kilo weniger Fett, genau das macht unsere Reise aus. Und morgen? Wird’s bestimmt wieder spannend!
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  • Eine Reise zwischen den Welten

    2月7日, フィンランド ⋅ ☁️ 4 °C

    Heute Nacht war es ruhig – abgesehen von dem gelegentlichen Blick in den Himmel, in der Hoffnung, das grüne Leuchten der Nordlichter zu erhaschen. Doch es war nur ein zartes Aufblitzen, das uns dazu brachte, uns wieder unter die warme Decke zu kuscheln. Der Versuch war es wert, aber der Schlaf war einfach zu verlockend.

    Morgens haben wir dann die Camping-Dusche in vollen Zügen genossen. Rolf schlüpfte gleich in seine Spülhose, um das Geschirr von gestern abzuwaschen, während ich mich um das Chaos im Knutschi kümmerte. Wir haben es tatsächlich geschafft, uns nach einem ausgiebigen Schwätzchen mit dem Camping-Chef zu verabschieden und ein paar Souvenirs zu ergattern: eine würzige Rentierwurst und eine handgemachte Holztasse, die uns an diesen Moment erinnern wird.

    Der Camping-Chef erzählte uns von seiner Kindheit, als er bei seinem Onkel in der Rentierzucht arbeitete. Schnell wurde klar, dass das nicht seine Welt war. Der Ruf der Ferne zog ihn nach Frankreich und Spanien, bis er vor fünf Jahren zurückkehrte und schliesslich vor vier Jahren den Campingplatz übernahm. Vor sieben Jahren waren wir das erste Mal hier – damals noch bei seiner Vorgängerin. Ich erinnere mich vor allem an die extrem kalten Nächte, als wir hier die beeindruckendsten Nordlichter sahen. Und der grosse Weltcup-Rentierwettbewerb am nächsten Tag bleibt auch unvergessen.

    Wir haben uns dann langsam auf den Weg gemacht, Richtung Finnland. Die Fahrt heute war ziemlich eintönig und holprig – das ständige Rumpeln des Knutschis auf den Strassen ist schon fast eine eigene Melodie geworden. Die Temperaturen sind übrigens enorm gestiegen – es war fast wie Frühling bei plus sechs Grad! Die Strassen verwandeln sich: Teils tauen sie auf, das Eis verfliesst, dann gibt es Abschnitte mit Schnee, dann wieder Asphalt, als ob der Winter langsam den Rückzug antritt.

    Entlang des Flusses Kiehvuopio führte unser Weg, und es war fast wie ein symbolischer Grenzgang: Auf unserer Seite Finnland, auf der anderen Seite Schweden. In Ulkuniemi hielten wir an einer Hängebrücke, von der aus man rüber nach Schweden laufen kann. Ein ruhiger, abgelegener Ort, genau das Richtige, um die Nacht zu verbringen. Das Abendrot war überwältigend und der perfekte Abschluss für einen Tag, der ein bisschen von allem hatte – Nordlichter, Geschichten, Fernweh und der Zauber der Natur.

    Der Abschied von den liebgewonnenen Orten fällt nie leicht, aber wir sind gespannt auf das, was noch kommt. Auf eine neue Etappe, auf das nächste Abenteuer. Doch für heute bleibt unser Knutschi ruhig geparkt, das Lagerfeuer in der Ferne flackert und wir sind glücklich hier.
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  • Eine Nacht, die wir nie vergessen werden

    2月6日, ノルウェー ⋅ 🌬 -2 °C

    Tanz der Lichter

    Der Himmel ist grau verhangen, Schnee rieselt leise herab. Keine Nordlichter in Sicht. Laut Wetterbericht soll es gegen Mitternacht aufklaren – ein Hoffnungsschimmer. Doch schlafen? Unmöglich. Immer wieder spähen wir nach draussen, unser Blick sucht das Firmament. Dann, kurz vor Mitternacht, passiert es: Ein erster zaghafter Schimmer. Sekunden später breiten sich grüne Bänder über den Himmel aus, als hätte jemand mit einem leuchtenden Pinsel Schwünge in die Nacht gemalt. Also warm einpacken und raus.

    Fasziniert beobachten wir das Spektakel, das immer intensiver wird. Die Lichter tanzen, wirbeln über uns hinweg, huschen mit atemberaubender Geschwindigkeit von einer Seite des Himmels zur anderen. Ich lege mich auf den Boden, den Blick direkt nach oben, um sie in ihrer vollen Pracht zu bestaunen. Rolf steht mit der Kamera daneben, flüstert immer wieder „Unfassbar. So stark. So einmalig!“ Seine Fotos fangen den Zauber ein, doch nichts kann dieses Live-Erlebnis ersetzen. Erst gegen 2 Uhr finden wir uns müde, aber glücklich, im Bett wieder.

    Durch den Schnee auf neuen Wegen

    Der Morgen überrascht uns mit einem wolkenlosen Himmel. Perfekt für ein kleines Abenteuer! Schneeschuhe an, Drohne eingepackt, und los geht’s. Keine vorgetretenen Pfade, nur wir und der knietiefe Schnee. Jeder Schritt ist mühsam, aber die Landschaft belohnt uns tausendfach: glitzernde Weiten, absolute Stille – bis auf unser eigenes Keuchen. Die Anstrengung verschwindet im Anblick der unberührten Schönheit.

    Zurück im Knutschi steuern wir Karasjok an. Ein Zwischenstopp im Sami-Spezialitätenshop bringt uns handgefertigte Schätze, dann gönnen wir uns ein gemütliches Frühstück auf einem Rastplatz. Die Stille, das frische Brot – ein perfekter Moment.

    Der Himmel verdunkelt sich langsam, der Wind nimmt zu. Die weiten Hochebenen und die karge Tundra mit ihren wenigen Bäumen lassen ihn ungehindert über die Strasse fegen – Schneeverwehungen setzen ein. Ein klares Zeichen, dass es Zeit wird, Unterschlupf zu suchen. Also steuern wir Kautokeino an – einen Ort, der mit seiner schlichten, rauen Schönheit fasziniert.

    Schon bei der Einfahrt fällt uns auf: Hier gibt es mehr Rentiere als Menschen. Kautokeino ist das Herz der samischen Kultur, und das spürt man überall.

    Während draussen der Wind heult, richten wir uns auf dem Campingplatz Duottar gemütlich ein. Knutschi steht fest verankert in der verschneiten Landschaft, während wir uns drinnen aufwärmen.

    Morgen vielleicht ein Besuch bei Juhl’s Silver Gallery? Oder ein Treffen mit Rentierzüchtern? Kautokeino fühlt sich an wie das Ende der Welt – und doch pulsiert hier eine ganz eigene, tiefe Kultur, die sich der Kälte und Einsamkeit widersetzt. Wir kuscheln uns in unsere Decken, lauschen dem Wind und freuen uns auf den nächsten Tag in dieser besonderen Ecke der Welt.
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  • Sturm und die Suche nach Sicherheit

    2月5日, ノルウェー ⋅ ❄️ -8 °C

    Die letzte Nacht war… sagen wir mal, sportlich. Der Wind tobte wie ein hungriger Wolf um Knutschi herum, rüttelte, zerrte, heulte. Ich lag wach und hoffte inständig, dass unser treues Womo nicht plötzlich abhebt und als neues skandinavisches Luftschiff in die Geschichte eingeht. Aber Knutschi hielt stand – und ich hielt durch.

    Am Morgen dann das grosse Aufräumen: Rolf kämpfte sich mit Schneeschaufel durch die Schneeberge, während ich drinnen die Winterabdeckungen sicher verstaute. Unser erster Test: Kommen wir ohne Schneeketten weg? Und tatsächlich, Knutschi meistert den Start souverän.

    Die Strassenlage bleibt spannend. Die Hochlandstrasse ist gesperrt – erst bis 12 Uhr, dann bis 14 Uhr. Und wir? Warten bringt nichts, wenn wir dann im Dunkeln durch mögliche Schneeverwehungen eiern müssen. Also nehmen wir den Rückweg über Olderfjord.

    Unterwegs gönnen wir uns einen Einkaufsstopp in Lakselv. Dringend notwendige Dinge kommen in den Wagen: Guetzli, Schokokugeln, Heidelbeeren für die Vanillesauce, Pommes Chips und Cola. Man muss schliesslich Prioritäten setzen.

    Dann werfen wir noch einmal einen Blick auf die Strasseninfos – und da steht es: Die Hochlandstrasse öffnet um 15 Uhr im Konvoi. Und genau da sind wir uns einig: Zum Glück haben wir nicht gewartet! Wären wir in Skaidi geblieben, hätten wir bis 15 Uhr herumgesessen – und dann im stockdunklen Konvoi über die verschneite Hochebene fahren müssen. Keine besonders charmante Vorstellung. Und vor allem gefährlicher als die Alternative.

    Dann endlich: Ein ruhiges Plätzchen zwischen Skoganvarri und Karasjok. Kein Wind mehr, nur Stille und das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Morgen soll es weiter oben wieder stürmischer werden – aber für heute geniessen wir einfach die Ruhe. Und natürlich unsere Schokovorräte.
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  • sieht momentan nicht so prickelnd aus, wenn man inmitten dieser Einbahntafeln steht

    Flucht vor dem Sturm

    2月4日, ノルウェー ⋅ 🌬 -13 °C

    Ein Tanz mit den Elementen in Hammerfest

    Kaum hatten wir den letzten Bissen unseres Znachts verschlungen, klopfte es an Knutschis Tür. Zwei Norweger, wettergegerbt und ernst. „Sturm kommt“, warnten sie, „heftig.“ Keine Zeit für lange Überlegungen – wir packten alles zusammen und flohen nach Hammerfest, dorthin, wo das Meer auf die Stadt trifft. Vielleicht würde es dort ruhiger sein und wir wollten morgen sowiso dorthin.

    Aber der Sturm hatte andere Pläne. Die ganze Nacht rüttelte er an Knutschi, liess es erbeben wie ein kleines Boot in rauer See. Der Wind pfiff, heulte, drückte uns in die Polster. Schlaf? Vergiss es. Und als der Morgen graute, wurde es nur noch schlimmer.

    Wir wagten uns hinaus – oder besser gesagt: Der Sturm trieb uns vor sich her. Ein Besuch in der Stadt war nötig, allein schon, um Knutschi mal von aussen zu betrachten: Stand es noch? War es noch ganz? Danach ging es ins Touristenbüro, ein kurzer Stopp beim Polar Bear Club und eine kleine Pause in der Kirche.

    Die Kirche von Hammerfest war unsere Zuflucht – ein Moment der Ruhe, während draussen der Sturm tobte. Ein schlichter, aber schöner Bau, modern und lichtdurchflutet. Drinnen eine Stille, die fast unwirklich war nach der tobenden Nacht. Wir setzten uns, atmeten durch, liessen die Kälte aus unseren Gliedern weichen. Ein Ort, um die Gedanken zu sammeln, bevor wir wieder hinaus in den Wind mussten.

    Nächster Halt: Der Royal and Ancient Polar Bear Club – ein Ort mit einer langen Tradition. Hier werden Abenteurer, Fischer und Nordland-Fans zu Ehrenmitgliedern, wenn sie sich dieser unwirtlichen Region würdig erweisen. Eine Mitgliedschaft? Sie kommt mit einer Urkunde, einer Nadel und dem Wissen, dass man offiziell zu denen gehört, die sich der Arktis nicht nur stellen, sondern sie lieben. Da wir schon seit elf Jahren Mitglied sind, sahen wir uns einfach um, tauchten in Geschichten vergangener Expeditionen ein – und liessen uns von ausgestopften Eisbären beäugen.

    Aber die wichtigste Frage blieb ungelöst: Wo gibt es einen weniger stürmischen Platz für unser Knutschi? Die Frau im Touristenbüro deutete auf eine Karte. Ein Campingplatz. Geschlossen. Aber wir dürften uns dort hinstellen.

    Gesagt, getan. Doch der Weg zurück zu Knutschi war eine Prüfung. Der Sturm schlug mir ins Gesicht, stach eisig wie Nadeln, nahm mir fast den Atem. Wir mussten uns gegenseitig festhalten, jeder Schritt ein Kampf. Endlich im Wohnmobil – losfahren, bevor wir noch weggepustet werden.

    Auf dem Campingplatz angekommen, hiess es erst einmal schaufeln. Rolf kämpfte sich durch den Schnee, bahnte uns einen Platz. Rundherum nur norwegische Wohnwagen und Mobile – alle eingesteckt, scheinbar auf Langzeit-Winterpause. Wir standen allein im Wind.

    Und nun? Der Wetterbericht prophezeite weiter Sturm. Morgen Nachmittag eine kurze Atempause, dann wieder voller Angriff. Unser Problem: Wir müssen über die Hochebene. Sennalandet liegt an der E6 und ist ein karges, windgepeitschtes Hochland, das im Winter oft von Schnee und Sturm beherrscht wird. Sie dient traditionell der Rentierzucht der Sami, deren Herden hier durch die weiten, offenen Landschaften ziehen. Heute nur im Konvoi befahrbar. Die Frage, die uns den Kopf zerbricht: Wagen wir es? Oder zurück nach Finnland?

    Warten auf Wetterbesserung

    Draussen tobt der Sturm, drinnen duftet es nach Tee und Guezli. Die Strasse über Sennalandet? Ist mittlerweile Gesperrt. Der Wind rüttelt am Knutschi, laut Wetterbericht soll es erst morgen mittag ruhiger werden. Also warten wir – mit heissem Tee und einem Plan: jetzt noch eine Runde Guezli und morgen weiterfahren.
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  • Ein Tag zwischen Glück und Respekt

    2月3日, ノルウェー ⋅ ☀️ -13 °C

    Knutschi auf Glücksreise

    Gestern Abend noch schnell die Wäsche gewaschen – eine Kleinigkeit, aber irgendwie beruhigend, wenn alles wieder frisch duftet. Dann das Highlight: Nordlichter! Direkt über dem Olderfjord, wild und wunderschön. Ein magischer Moment, der uns alles andere vergessen liess.

    Nach einer ruhigen Nacht beginnt der Tag mit knallblauem Himmel. Knutschi bekommt frisches Wasser, wir geniessen den Sonnenaufgang. Dann geht’s los – fünf Kilometer zurück, Blinker nach links. Diese Strecke hat uns im Sommer schon begeistert, also wollen wir sie jetzt im Winter noch einmal erleben.

    Die Fahrt entlang des Snefjords ist ein Traum. Die Landschaft glitzert, das Licht ist unfassbar schön, und wir? Könnten schreien vor Glück! Doch die Erinnerungen an gestern fahren mit: Eine Windböe hatte uns von der Strasse gedrängt. Kein Schaden, aber ein ordentlicher Respektmoment. Und heute? Der Wind ist immer noch da, sitzt uns im Nacken, zerrt an Knutschi.

    Vor dem kleinen Pass entscheiden wir uns um. Die Natur ist stärker, und wir haben gelernt, sie zu respektieren. Also drehen wir um, machen eine Pause und lassen das Panorama auf uns wirken.

    Dann geht es zurück Richtung Hammerfest. In Kvalsund finden wir unser perfektes Plätzchen: direkt am Hafen, ruhig und wunderschön. Knutschi kommt zur Ruhe, wir auch. Und weil wir uns das verdient haben, gibt’s noch ein Dessert – Crêpes mit Eis. Ein süsser Abschluss für einen Tag, der uns einmal mehr gezeigt hat, wie kostbar und unberechenbar diese Reise ist.

    Nordlichter, Fjordlandschaften und süsse Versuchungen – was will man mehr?
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  • Wenn der Wind das Kommando übernimmt

    2月2日, ノルウェー ⋅ ⛅ -7 °C

    Nordkap-Sturm – Ein Wimpernschlag vom Totalschaden entfernt

    Die Nacht war ein einziger Sturm, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was uns heute erwartete. Als wir am Morgen endlich losfahren können, ist uns klar, dass der Wind eine Herausforderung wird – aber was dann passiert, hätten wir uns in unseren schlimmsten Albträumen nicht ausgemalt.

    Kurz vor dem Nordkaptunnel nehmen wir die Schneeketten runter. Die Strasse ist spiegelglatt, aber wir denken, im Tunnel wird es besser sein. Ein Moment der Unachtsamkeit – und dann passiert es.

    Ein Windstoss, so brutal, dass es uns den Atem raubt. Plötzlich verliert Knutschi den Halt. Das Heck bricht aus, wir drehen uns. Es gibt keinen Halt, kein Entkommen. Wir schlittern, vollkommen ausgeliefert, mitten durch die Sturmhölle. Die Welt verschwimmt, der Verstand setzt aus – wir sind nur noch Passagiere in einem tonnenschweren Wohnmobil, das vom Sturm und dem Eis regiert wird.

    Sekunden, die sich anfühlen wie eine Ewigkeit. Wir schleudern zwischen zwei Strassenlampen hindurch, direkt neben den Rand der Strasse. Dass wir keine Verkehrstafel oder eine Lampe rammen, ist pures Glück. Oder ein Wunder. Ein einziger Meter anders, und unser Abenteuer wäre hier und jetzt vorbei. Totalschaden. Reise zu Ende.

    Als wir endlich zum Stehen kommen, sitzen wir da, starr vor Schock. Wir können es nicht glauben. Das hätte böse enden können – richtig böse. Kein Kratzer am Fahrzeug, keine Verletzungen. Nur unser Herzschlag rast, unsere Hände zittern. Der Adrenalinschub ist unbeschreiblich.

    Draussen tobt der Sturm. Rolf steigt aus, schaut sich die Lage an. Ich bin noch dabei, das Ganze zu begreifen, als plötzlich ein Range Rover neben uns hält. Ein Estländer steigt aus – ein Retter in der Not. „Braucht ihr Hilfe?“ – „Ja, unbedingt!“

    Während Rolf die Schneeketten wieder montiert, schraube ich den Abschlepphaken rein. Unser Helfer organisiert Kies für etwas Grip. Doch selbst als wir wieder auf der Strasse stehen – der Wind gibt keine Ruhe. Ein nächster Böe, und zack – unser Heck rutscht erneut in den Strassengraben! Ich kann es nicht fassen.

    Rolf reagiert blitzschnell und bringt Knutschi zur nächstgelegenen Ausweichstelle.

    Wir sind einfach nur unendlich dankbar. Dankbar, dass wir glimpflich davongekommen sind. Dankbar, dass wir jetzt nicht unser Zuhause auf vier Rädern in Trümmern sehen. Dankbar für diese zweite Chance.

    Heute haben wir nicht nur die Gewalt des Nordkap-Winters erlebt – wir haben seine Gnade gespürt. Und wir wissen: Diese Reise ist ein Geschenk, nichts ist selbstverständlich.
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  • Nordkap-Tango

    2月1日, ノルウェー ⋅ ⛅ -2 °C

    Gestern Abend haben wir uns noch einmal zur berühmten Kugel am Nordkap aufgemacht – sozusagen ein Abschiedsflirt mit dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Zwei deutsche Paare gesellen sich zu uns, und in der eisigen Luft entfacht sich ein warmer Austausch über Reisen, Abenteuer und das grosse „Warum zur Hölle tun wir uns das eigentlich an?“. Erst spät schlüpfen wir unter unsere warmen Daunendecken und lassen den Wind draussen um Knutschi pfeifen.

    Der Morgen begrüsst uns mit einem vorsichtigen Lichtspiel – mal blauer Himmel, mal Nebel, mal eine mystische Mischung aus beidem. Das ist wie ein Film mit ständig wechselnden Kulissen, und wir mittendrin. Also laufen wir kreuz und quer durchs Gelände, jagen die besten Fotomotive, lassen die Drohne aufsteigen und fühlen uns ein bisschen wie Entdecker einer Welt, die eigentlich längst entdeckt ist, aber sich jeden Tag neu erfindet.

    Dann ruft die Insel! Wir rollen ein Stück zurück, setzen den Blinker und schlängeln uns durch die atemberaubende Landschaft nach Gjesvær. Und ja, es ist wieder einmal ein Fest für die Augen: Licht und Schatten spielen Fangen, der Himmel wechselt die Stimmung schneller als ein nordischer Gott in Laune kommt. Mal strahlt die Sonne, mal hüllt Nebel alles in geheimnisvolles Schweigen – es ist, als wäre die Natur hier oben in einem ständigen kreativen Rausch.

    Wir fahren nach Honningsvåg, ein kurzer Stopp zum Einkaufen. Aber was heisst schon „kurz“? Schliesslich müssen wir die Vorräte auffüllen – wer weiss, was der Nordkap-Wettergott morgen mit uns vorhat. Dann wieder zurück zur Kugel, weil – na klar – diese Stimmung, dieses Licht, diese Magie… Wir können einfach nicht anders!

    Irgendwann meldet sich dann doch der Magen. Und was gibt’s? Einen Kaffee und einen Berliner. Klingt nach einem kulinarischen Widerspruch? Vielleicht. Aber hier oben ticken die Uhren anders. Denn: Frühstück gibt’s nicht, Mittagessen auch nicht – stattdessen ein Tagesrhythmus, der sich an der Sonne orientiert. Und die geht um 13:39 Uhr unter. Da bleibt keine Zeit für klassische Essensrituale!

    Um 14 Uhr wird es also dunkel, um 15 Uhr gibt’s Kaffee, um 16 Uhr stehen wir frierend draussen und hoffen auf Nordlichter. Denn die App hat sie uns versprochen! Doch wie so oft sind die Polarlichter wie eine Diva: Sie kommen, wenn sie Lust haben – oder eben nicht. Gegen 17 Uhr geben wir auf, trotten zurück zu Knutschi und ich bereite ein Raclette vor. Käse statt Nordlichter – man muss halt Prioritäten setzen.

    Ein Tag am Nordkap: ein bisschen stressig, ein bisschen magisch, ein bisschen chaotisch – aber vor allem unvergesslich!
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  • Ein Geburtstag am Ende der Welt

    1月31日, ノルウェー ⋅ ☁️ -4 °C

    Die Nacht war still, nur der Wind flüsterte leise Geschichten von Abenteurern, die vor uns hier waren. Doch unser Tag begann nicht nur mit eisiger Luft, sondern auch mit einer heissen Schokolade und einem Geburtstagsständchen für Rolf.

    Doch bevor es losgehen konnte, musste Rolf noch etwas erledigen: Gestern hatte er beim Einchecken seinen Fotoapparat im Souvenirladen liegen lassen. Heute Morgen marschierte er also tapfer zurück. Die Verkäuferin war sichtlich erleichtert – und wir auch. Der Gedanke, das Nordkap ohne Kamera zu erleben, war für Rolf etwa so erträglich wie kalte Füsse in nassen Socken.

    Dann aber: Aufbruch! Unser Ziel – das Nordkap bei Tageslicht erreichen. Eine sportliche Herausforderung, denn die Sonne verabschiedet sich hier bereits um 13:32 Uhr. Die Fahrt dorthin? Atemberaubend. Die verschneiten Strassen schlängelten sich durch eine Landschaft, die so schön war, dass selbst die Kamera kaum hinterherkam. Wir machten unzählige Fotos – schliesslich hatte Rolf seinen treuen Begleiter wieder.

    Kurz vor dem Ziel hiess es: Schneeketten anlegen. Knutschi bekam seine Winterstiefel, und wir rollten die letzten 25 Kilometer durch eine fast unwirkliche, weisse Welt. Am Nordkap angekommen, erwartete uns eine überraschende Einsamkeit – nur vier Busse und ein paar verstreute Autos. Perfekt!

    Warm eingepackt stapften wir zur legendären Nordkap-Kugel. Und siehe da – wir waren allein. Kein Mensch weit und breit. Das Ende der Welt gehörte für diesen Moment nur uns. Fotos, Staunen, Stille. Und dann? Zurück zum Knutschi, Stativ holen, und nochmal zur Kugel. Diesmal mit ein paar kreativen, leicht albernen Posen – warum auch nicht?

    Dann erkundeten wir die Nordkap-Halle. Der Shop? Verführerisch. Ich entdeckte wunderschöne Handarbeiten und konnte nicht widerstehen: Filzpuffins mussten mit. Im Kino sassen wir als einzige Zuschauer – private Vorstellung am nördlichsten Kino Europas, warum nicht?

    Ein besonderer Moment war das Denkmal „Kinder der Welt“ – eine Skulpturengruppe, die Frieden und Hoffnung symbolisiert. Sechs kreisförmig angeordnete Bronzereliefs, geschaffen von Kindern aus verschiedenen Ländern, erinnern daran, dass die Welt eine gemeinsame Zukunft hat – auch hier, am windgepeitschten Rand Europas.

    Zurück im Knutschi wurde es gemütlich. Geburtstagstorte, Kaffee, Tee, Kerzchen– das volle Programm. Rolf setzte sich an seinen Blog, während ich das Abendessen vorbereitete. Draussen tobte der arktische Wind, drinnen war es warm und heimelig.

    Ein Geburtstag, wie er besonderer nicht sein könnte – am Dach Europas, zwischen Schneesturm und magischer Stille. Und mit einem Fotoapparat, der nur kurz fremdgehen wollte.
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  • Eisige Weiten

    1月30日, ノルウェー ⋅ ☁️ -2 °C

    Nach einer Nacht bei knackigen -23 Grad, in der Knutschi tapfer durchgehalten hat, packen wir unsere sieben Sachen. Noch schnell entsorgen, noch einmal unsere liebe Bekanntschaft Sonja und René drücken – ein Wiedersehen ist sicher– ein kleiner Moment, der sich wie ein Versprechen anfühlt: „Wir sehen uns wieder. Irgendwann, irgendwo.“ Ihre Reise geht weiter Richtung Süden, unsere führt uns weiter gegen Norden. Das Nordkap ruft, es lockt uns noch tiefer in die ewige Dunkelheit vorzudringen.

    Finnland verabschiedet uns mit gefüllten Diesel- und Lebensmittelvorräten. Ein letzter Blick auf die verschneiten Wälder, dann – zack – Norwegen! Und wie immer: Ein anderes Land, eine andere Welt. Der Wechsel ist fast greifbar. Die Landschaft wird karger, die Bäume spärlicher. Nur noch vereinzelte Birken, und Tannen, die wie dunkle Schatten aus dem weissen Nichts ragen. Ein wildes, raues Land, das in seiner Unbarmherzigkeit atemberaubend schön ist.

    Wir fahren weiter, stoppen immer wieder für Fotos – diese Szenerie muss einfach festgehalten werden. Und schliesslich erreichen wir unseren Stellplatz: direkt am Meer, wo die Wellen leise gegen das Ufer schlagen. Ein kurzer Blick auf die Strasse gegenüber – da gibt es einen kleinen Souvenirladen.

    Rolf geht hinein, um uns einzuchecken, während ich durch den Laden schlendere. Und dann sehe ich ihn: den Daunenmantel. Perfekt geschnitten, warm, leicht – und so geräumig, dass meine selbstgestrickten Pullover nicht wie eingepferchte Sardinen aussehen. Ein Mantel, gemacht für arktische Expeditionen. Und für mich. Schliesslich will ich nicht nur frieren, sondern dabei auch gut aussehen.

    Draussen hat sich der Himmel bereits verdunkelt. Obwohl es gerade erst Nachmittag ist, umhüllt uns schon eine Dämmerung. Hier, so weit im Norden, verabschiedet sich die Sonne, wenn sie scheinen würde, bereits gegen 13:42 Uhr. Ein seltsames Gefühl – als hätte jemand den Tag einfach übersprungen. Die Dunkelheit kommt nicht schleichend, sie fällt plötzlich über uns her, legt sich über die verschneite Landschaft und verwandelt sie in eine surreale Traumwelt. Die wenigen Lichter in der Ferne flackern wie kleine Versprechen in der Finsternis.
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  • Goldene Stunden und heisse Momente

    1月29日, フィンランド ⋅ 🌙 -14 °C

    Der Morgen begrüsste uns mit einem strahlend blauen Himmel, so als wollte er sagen: "Schaut her, heute ist einer dieser Tage, die man sich in Gold rahmen sollte!" Kein Wölkchen trübte das Bild, es war perfekt. Wir tappten zur Rezeption, verlängerten spontan unseren Aufenthalt – weil, warum nicht? – und buchten uns eine private Audienz bei der Göttin der Entspannung: der Sauna um 16 Uhr.

    Doch vorher rief das Abenteuer! Schneeschuhe angeschnallt und ab auf den nächsten Hügel. „Hügel“ ist vielleicht untertrieben, denn oben angekommen fühlte es sich an, als hätten wir die Welt bestiegen. Und was für eine Welt! Die Sonne stand tief, tauchte die Landschaft in flüssiges Gold, jeder Schritt knirschte im Schnee, und unser Lächeln fror fast ein – aber nur fast. Es war einer dieser Momente, in denen man weiss: Wir sind einfach Glückskinder.

    Fotos wurden geschossen, in Mengen, die unsere Handys fast zum Überhitzen brachten. Dieses Licht! Diese Farben! Hätte man einen Filter darübergelegt, niemand hätte es geglaubt. „Bearbeitet!“ hätten sie geschrien, aber nein, das hier war Natur pur, das Leben in seiner schönsten, strahlendsten Form.

    Als die goldene Stunde langsam in die blaue überging, war es Zeit für den krönenden Abschluss: die Sauna. Dampf, Hitze, wohltuende Erschöpfung – das Kontrastprogramm zu unserer frostigen Winterwelt. Ein bisschen wie im Leben: Erst durch die Extreme merkt man, wie schön alles sein kann.

    Nordlicht und Rentier – Ein Fest für die Sinne

    Nach der Sauna fühlten wir uns wie zwei frischgeborene Polarbewohner: entspannt, durchgewärmt und bereit für neue Genüsse. Perfektes Timing, denn unsere Nachbarn Sonja und René hatten die gleiche Idee – ein festliches Abendessen im Camping-Restaurant.

    Die Speisekarte? Ein Traum aus nordischer Kulinarik. Unsere Wahl? Rentierfilet. Und was für eins! Butterzart, aromatisch, einfach wow. Falls ein Rentier je den Wunsch gehabt hätte, in kulinarischer Perfektion zu enden – dieses hier hatte es geschafft. Wir genossen jeden Bissen, lachten, erzählten Geschichten, als wären wir eine alteingesessene Expeditionscrew auf grosser Reise.

    Dann ging es zurück zu Knutschi. Dachten wir zumindest. Doch kaum hatten wir uns dem Wohnmobil genähert, passierte es: Der Himmel explodierte!

    Grün, Lila, Blau – die Nordlichter tanzten, wir standen da, den Kopf in den Nacken gelegt, die Münder offen, völlig hypnotisiert. Erst zaghaft, dann immer kräftiger, bis der ganze Himmel in einem irrealen Lichtmeer leuchtete. Es war, als hätte das Universum beschlossen, für uns eine persönliche Lichtshow aufzuführen.

    -23 Grad? Geschenkt! Solche Momente wärmen von innen. Doch irgendwann meldeten sich unsere Zehen, die Nase, die Finger – sie alle waren anderer Meinung. Also, schweren Herzens, zurück in Knutschi. Die Heizung lief, wir tauten langsam wieder auf, während draussen das Polarlicht tanzte.

    Ein Tag wie ein Gedicht

    Erst die Schneeschuhtour durch ein Winterwunderland, das schöner nicht hätte gemalt sein können – goldene Stunde den ganzen Tag, kristallklarer Schnee, eine Stille, die nur von unserem glücklichen Staunen unterbrochen wurde. Dann die heisse Sauna, die uns wohltuend durchwärmte, gefolgt von einem Festmahl, das in die Kategorie „unvergesslich“ fiel. Und schliesslich diese Nacht, in der der Himmel für uns brannte. Nordlichter, die den gesamten Horizont in Bewegung versetzten, ein Schauspiel, das uns den Atem raubte.

    Ein Tag, der sich anfühlte wie Poesie – und wir waren mittendrin.
    Glückskinder? Absolut.
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  • Magische Nacht

    1月29日, フィンランド ⋅ ☁️ -6 °C

    Nach Mitternacht, alles ruhig im Knutschi. Nur das leise Knistern der Heizung und unser gleichmässiger Atem. Doch dann – ein grüner Schein durch das Dachfenster. Ein Traum? Nein! Ein Blick nach draussen bestätigt es: Die Nacht tanzt in leuchtenden Schleiern.

    Raus aus den warmen Decken, rein in Jacken und Stiefel. Die kalte Luft schnappt nach uns, doch das Adrenalin hält uns wach. Über uns: die Aurora Borealis in voller Pracht. Erst ein zarter grüner Schimmer, dann kräftige Bögen, die sich über den Himmel spannen. Plötzlich flackern violette und rote Streifen auf – als würde das Universum mit Farben malen.

    Die Zeit verliert sich zwischen den Wellen aus Licht. Minuten? Stunden? Es spielt keine Rolle. Wir stehen einfach nur da, staunen, vergessen die Kälte. Irgendwann geben wir uns geschlagen, kriechen zurück ins Bett, noch immer benommen von diesem Naturspektakel. Doch selbst mit geschlossenen Augen tanzen die Polarlichter weiter – in unseren Träumen.
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  • Zauber der weissen Wildnis

    1月28日, フィンランド ⋅ ☁️ -8 °C

    Nach einer wunderbar ruhigen Nacht machen wir uns auf den Weg. Alles draussen wirkt, als hätte ein Zauberer mit eisigem Atem das Land in einen stillen Winterschlaf gehüllt. Schnee und Eis haben sich an jede Ecke geklammert, als wollten sie sicherstellen, dass auch der letzte Zweig und Stein den Winter in all seiner Pracht spürt.

    Die Fahrt durch die verschneite Landschaft gleicht einer Reise in einem alten Schwarz-Weiss-Film, in dem jeder Baum, jede Kurve und jeder Hügel Teil eines stillen Meisterwerks ist. Die Welt scheint langsamer zu sein, ruhiger, fast mystisch. Selbst Knutschi schnurrt leiser als sonst, als wolle er die Stille nicht stören.

    Unser erster Halt: Inarijärventie, Inari, wo wir uns einer kleinen Herausforderung stellen. Eine Bärenhöhle lockt uns an – doch alles ist verlassen, kein einziges Lebenszeichen ausser den Spuren, die der Wind im Schnee hinterlässt. Gut, denken wir, das wird unser Abenteuer des Tages. Dick eingepackt, mit Mützen bis über die Ohren und Handschuhen, die eher wie Boxhandschuhe aussehen, machen wir uns an den Aufstieg.

    Der Weg führt über zugeschneite Treppen und schmale Pfade, die wir mehr erahnen als sehen. Wir kraxeln, rutschen und kichern – immer höher, bis wir schliesslich die Bärenhöhle erreichen. Natürlich kriechen wir hinein – wer weiss, vielleicht wohnt da ja doch noch ein Bär?

    Doch der wahre Höhepunkt wartet noch ein Stück höher. Ein Aussichtspunkt, der uns den Atem raubt – und das nicht nur wegen der Kälte. Der Blick schweift über ein Meer aus Weiss, unterbrochen von schwarzen Tupfern der Bäume und dem glitzernden Eis des Sees. Hier oben fühlen wir uns klein und gross zugleich, dankbar für diesen Moment, der sich in unsere Erinnerung brennt.

    Der Abstieg? Nun ja, nennen wir es „dynamisch“. Es ist erstaunlich, wie schnell man unten sein kann, wenn man ein paar unfreiwillige Rutschpartien einlegt. Lachend und mit Schnee in den Stiefeln erreichen wir Knutschi, der uns schon mit offenen Armen erwartet – oder zumindest so, wie ein Wohnmobil das eben kann.

    Weiter geht’s, unser Ziel: Ein Campingplatz, den wir in einem Blog von Sonja und René entdeckt haben. Es fühlt sich fast an, als würden wir auf ihrer Spur reisen, inspiriert von ihren Geschichten, während wir unsere eigenen schreiben.

    Sauna, Rentiere und Eisbad

    Am Campingplatz angekommen, werden wir herzlich empfangen – wenn auch eher vom knirschenden Schnee unter den Reifen als von Menschen. Der Empfang hier scheint so still und friedlich wie die Landschaft selbst. Nach dem Einchecken buchen wir direkt die Sauna für heute Abend, sie soll ein echtes Highlight sein. Na, das lassen wir uns doch nicht entgehen!

    Knutschi findet seinen Platz auf dem schneebedeckten Stellplatz, und wir richten uns häuslich ein. Gerade als wir uns umschauen, trotten gemütlich ein paar Rentiere an uns vorbei, als würden sie sagen: "Willkommen, viel Spass hier, aber wir sind die eigentlichen Stars!" Und ja, das sind sie. Majestätisch und doch irgendwie putzig stapfen sie durch den Schnee, als wäre das ihre Bühne.

    Natürlich erkunden wir sofort die Umgebung. Ein Spaziergang führt uns über einen zugefrorenen Fluss, wo uns weitere Rentiere begegnen. Dieses Land ist wie ein Märchen, in dem die Natur die Hauptrolle spielt. Als wir zurückkehren, treffen wir Sonja und René, die gerade von einer Wanderung zurückkommen. Es fühlt sich an, als würden wir alte Freunde begrüssen, obwohl wir uns gerade erst kennenlernen.

    Doch der wahre Höhepunkt des Tages kommt um 18 Uhr: die Sauna. Allein das kleine Holzhaus, aus dem der Rauch wie eine Einladung emporsteigt, ist schon ein Anblick für die Seele. Innen empfängt uns wohlige Wärme, die sich wie eine Umarmung anfühlt – genau das Richtige nach all der Kälte draussen. Der erste Saunagang ist herrlich, doch das Beste kommt danach: das Eisloch im Fluss.

    Ja, richtig gelesen. Nach jedem Saunagang wagen wir uns hinaus in die eiskalte Nacht, nur mit Handtuch und einer gehörigen Portion Mut bewaffnet, und tauchen in das glasklare, eiskalte Wasser. Es raubt uns den Atem, aber es ist wunderschön. Dieser Moment – die Kälte, das Knacken des Eises – fühlt sich an wie purer Luxus.

    Frisch durchgefroren und gleichzeitig aufgeheizt geht es zurück zu Knutschi, wo schon der Grill wartet. Gemeinsam mit Sonja und René lassen wir den Abend ausklingen. Der Duft von Grillgut mischt sich mit der klaren, kalten Luft, und unsere Gespräche sind so warm wie das Feuer.

    Ein perfekter Tag geht zu Ende, und wir fallen glücklich und erschöpft in unsere Betten – bereit für neue Abenteuer morgen. Skandinavien, du übertriffst dich immer wieder!
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  • Die französische Schnee-Affäre

    1月27日, フィンランド ⋅ ⛅ -11 °C

    Es war eine dieser magischen skandinavischen Nächte, in denen der Himmel vor Stolz fast platzt und grüne Schleier über die verschneite Landschaft wirft. Polarlichter – das ultimative Kino der Natur. Rolf, unser selbsternannter Polarlichtjäger, konnte natürlich nicht widerstehen und zog am Abend nochmals los, während ich mich mit einer Tasse Tee und dem leisen Knarzen von Knutschi’s Innenleben zufriedengab.

    Doch statt mit Geschichten über leuchtende Himmelsschleier kam Rolf mit Besuch zurück. Besuch? Um diese Zeit? Und dann auch noch unfreiwillig?
    Das junge französische Pärchen, nennen wir sie romantisch „Léa und Pierre“, hatte sich mit ihrem Mietwagen festgefahren. Natürlich nicht irgendwo – nein, im Tiefschnee, in einem Loch, direkt in der ersten Reihe, wo der Ausblick am besten ist. Bloss nicht zu Fuss raus in die Kälte, dachte sich wohl Pierre. Doch was der Schnee an Postkartenidylle bietet, holt er sich gnadenlos in Form von Schwerkraft zurück.

    Rolf, unser Retter der Nacht, brachte Antirutschmatten und eine Prise Hoffnung. Vergebens. Das Auto hatte sich so tief in die weisse Unendlichkeit gegraben, dass selbst die Matten nur resigniert dalagen. Also wärmten sich Léa und Pierre bei uns auf. Ihr Gesichtsausdruck? Eine Mischung aus Verzweiflung und einem Hauch von „Was zum Teufel tun wir hier oben?“

    Der Plan: Abschleppdienst. Doch halt, ganz skandinavisch pragmatisch läuft das hier: Zuerst 465 Euro per Telefon überweisen, dann macht sich der Retter in der Not auf den Weg. Knapp eine Stunde später – Trommelwirbel! – kommt der Abschleppdienst mit seiner Seilwinde. Es dauerte keine fünf Minuten, und das Auto war befreit.

    Die Erleichterung war förmlich zu spüren, als alle im sicheren Wissen auseinander gingen, dass selbst die schönste Winterlandschaft ihre Tücken hat. Und wir? Wir lächelten verschmitzt. Knutschi, unser treuer Begleiter, hat so etwas natürlich nie nötig.

    Und Léa und Pierre? Sie werden diese Geschichte wohl noch lange erzählen. Vielleicht etwas ausgeschmückt: „Weisst du noch, mon amour, wie wir fast für immer im Schnee von Lappland verschwanden?“
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  • Himmlische Aussichten

    1月27日, フィンランド ⋅ ☁️ -7 °C

    Unser Tagesziel: Saariselkä, eine magische Region in der endlosen Weite von Finnisch-Lappland. Saariselkä ist bekannt für seine beeindruckende Aussicht und liegt direkt am Urho-Kekkonen-Nationalpark – einem Ort, an dem die Natur immer noch das Sagen hat.

    Der Tag beginnt vielversprechend: Eine sternenklare Nacht verabschiedet sich in einen ebenso klaren Morgen. Alles scheint perfekt für die Fahrt Richtung Norden. Doch dann, fast wie bestellt, verwandelt sich die Welt in ein endloses Weiss. Schnee, wohin das Auge reicht – als hätten wir Finnland um einen Showeffekt gebeten.

    Unser Ziel heute: die kälteste Gegend Finnlands. Unser Leser Andreas – wir danken dir an dieser Stelle herzlich – hat uns geraten, die Kirche in Sodankylä zu besuchen und gibt uns immer wieder gute Reisetipps. „Warum nicht?“, denken wir, schliesslich sind wir nicht nur zum Frieren hier, sondern auch für ein bisschen Kultur. Die Kirche ist tatsächlich beeindruckend – ein stiller, magischer Ort, der uns für einen Moment die klirrende Kälte vergessen lässt.

    Weiter geht’s. Unser Tagesziel ist Saariselkä (auch ein Tipp von Andreas) ein Aussichtspunkt mit Rundumblick. Klingt einfach, oder? Doch erst einmal heisst es, die Vorräte auffüllen. Der kleine Supermarkt liefert alles Nötige – und das unnötige Zeug, das uns in solchen Momenten immer besonders verlockt. Gut eingedeckt starten wir den nächsten Akt: Den eisigen Anstieg auf den Berg.

    Rolf am Steuer, der Schnee unter den Rädern – es ist fast wie ein Krimi. Schneeketten? „Ach, die bleiben schön verstaut“, entscheidet unser Held. Und tatsächlich, mit Anlauf und einer Prise fahrerischem Können erklimmen wir die vereiste Strasse. Bravo, Rolf! Die Strasse selbst? Eine Mischung aus Eiskunstlaufbahn und Waschbrett. Knutschi meistert es mit Bravour, auch wenn uns beim Blick in die Weite gelegentlich der Atem stockt.

    Oben angekommen, empfängt uns eine klirrende Kälte von minus sieben Grad. Gut eingepackt stapfen wir durch die weisse Pracht, erkunden die Umgebung und wagen uns sogar auf den vereisten Aussichtsturm. Die Sicht? Nicht gerade Atemberaubend. Unter uns Skifahrer, Schlittenfahrer und mutige Winterabenteurer.

    Nach unserer kleinen Erkundungstour kehren wir für eine warme Mahlzeit ins Restaurant ein. Der Kontrast zwischen der eisigen Kälte draussen und der wohltuenden Wärme drinnen macht das Essen noch besser – es schmeckt nach Geborgenheit und Abenteuer zugleich.

    Doch dann kommt das absolute Highlight des Tages: die Nordlichter. Zuerst ein zaghafter Schimmer, dann breiten sich grüne, violette und pinkfarbene Bänder am Himmel aus, als würde jemand die Sterne tanzen lassen. Natürlich ziehen wir uns dick an und gehen hinaus. Wir stehen mitten im arktischen Winter, den Kopf in den Nacken gelegt, und staunen. Es ist, als ob der Himmel selbst ein Kunstwerk gemalt hätte, nur für uns.

    Der Fotoapparat läuft, so lange, bis er sich in eine kleine Eisstatue verwandelt – ein Beweis, dass selbst Technik hier ihre Grenzen hat. Wir jedoch bleiben, bis die Kälte uns einholt und selbst unsere Zehen rebellieren. Schliesslich kehren wir zurück ins warme Knutschi, aufgewärmt von einem heissen Kaffee und der Erinnerung an diesen magischen Moment.
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  • Sonntagstour ins Winterwunderland

    1月26日, フィンランド ⋅ ☁️ -1 °C

    Von Schnee, Schokolade und Schätzen

    Sonntag ist ja bekanntlich der Tag der Gemütlichkeit. Ausschlafen, ausgedehntes Frühstück, oder wie wir sagen: Zmörgele deluxe. Knutschi, unser treuer Fiat Ducato, stand gemütlich unter einer nun leicht schmelzenden Schneedecke, während wir uns auf die Weiterfahrt vorbereiteten. Warm war’s, zumindest für finnische Verhältnisse, und die Landschaft zeigte sich in einem Mix aus Winter und Frühling.

    Doch kaum waren wir unterwegs, hatte Frau Holle plötzlich Lust auf ein Comeback: Alles war schlagartig weisser als weiss. Schneeflocken wirbelten um uns herum, die Bäume trugen wieder ihre schwersten Schneemäntel, und die Strassen wurden zu einer rutschigen Herausforderung. Aber was wäre eine Reise ohne ein kleines Abenteuer?

    Unser Ziel: eine Edelsteinmine bei Sodankylä. Doch bevor wir zu den funkelnden Schätzen kamen, wartete eine Schneeschuhtour auf uns. Drei Kilometer durch das frisch verschneite Winterwunderland – es war wie in einem Märchen. Mit Rucksack, Thermoskanne, Stativ und Kamera starteten wir die Tour. Alles glitzerte und knirschte unter den Schuhen, die Bäume schienen vor Stolz zu strahlen, so beeindruckend sah die Natur aus.

    Oben angekommen, erwartete uns ein Blockhaus-Café, wo wir uns eine heisse Schokolade gönnten. Nicht etwa, um uns aufzuwärmen – wir waren dank der Anstrengung bestens geheizt –, sondern einfach für den Genuss. Es gibt doch nichts Besseres als heisse Schokolade inmitten dieser märchenhaften Kulisse.

    Dann begann die eigentliche Attraktion: die Führung durch die Edelsteinmine. Mit einem Schneebus wurden wir zur Mine gebracht, wo wir in die Welt der Mineralien und Edelsteine eingeführt wurden. Schliesslich durften wir selbst nach Schätzen graben. Und siehe da, wir wurden fündig! Alles, was in eine Faust passt, durften wir behalten. Wer hätte gedacht, dass Edelsteinsuche so aufregend sein kann?

    Als wir wieder ans Tageslicht traten (oder das, was davon übrig bleib), war es bereits dunkel. Die Zeit in der Mine war wie im Flug vergangen. Nach einem kurzen Abstecher in den Minenshop (ja, sie wissen, wie sie uns locken können), ging es mit Schneebus durch den nächtlichen, verschneiten Wald zurück zum Blockhaus. Der Rückweg im Dunkeln, mit den Schneeschuhen begleitet vom Knirschen des Schnees und der sanften Stille des Waldes, war pure Romantik.

    Ein kleiner Exkurs: Die Edelsteinmine in Sodankylä, Finnland
    Die Edelsteinmine ist ein Geheimtipp für Abenteurer und Naturliebhaber. Hier kann man nicht nur in die Geschichte und Geologie der Region eintauchen, sondern auch selbst zum Schatzsucher werden. Typische Funde sind Amethysten, Quarze und andere Mineralien, die von der Natur über Jahrtausende geformt wurden. Das Ganze ist perfekt organisiert, mit spannenden Führungen und einer freundlichen Atmosphäre. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst – und vielleicht geht man sogar mit einem funkelnden Andenken nach Hause!

    Zurück bei Knutschi fiel uns auf, wie wunderbar erschöpft wir waren. Ein Tag voller Schnee, Schokolade, Schätze und ganz viel Staunen. Und morgen? Mal sehen, was Finnland noch zu bieten hat.

    Schneeschuhtour deluxe

    Also, ich muss es nochmal sagen: Diese Schneeschuhtour war einfach der absolute Hammer! Einmal losgelaufen, und zack, du bist mitten in einem Wintertraum, den selbst Walt Disney nicht hätte besser inszenieren können. Frischer Schnee, der unter den Schuhen knirscht, glitzernde Bäume, die aussehen, als hätte jemand Glitzerpulver über den ganzen Wald gestreut, und diese himmlische Ruhe – nur unterbrochen vom eigenen, leicht keuchenden Atem. Aber hey, Schwitzen lohnt sich, wenn man dafür so ein Panorama bekommt!

    Jeder Schritt war ein kleines Abenteuer. Mal sackt der Schneeschuh etwas tiefer ein, mal schleicht sich ein kleiner Anstieg ins Gelände, aber das war alles nur die perfekte Ausrede für kurze Stopps, um die Aussicht zu bewundern. Und dann dieser Moment, wenn du die letzten Meter schaffst und ankommst. Wie eine Belohnung, die der Winter höchstpersönlich für dich vorbereitet hat.

    Es war nicht nur eine Tour – es war eine Liebeserklärung an den Winter. Ein Moment, der sich für immer ins Gedächtnis brennt. Schneeschuhe an, Kopf aus, und rein ins Glück!
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  • Iceroad und Polarkreiszeichen

    1月25日, フィンランド ⋅ ☁️ -1 °C

    Ein unvergesslicher Abend

    Nach einer wunderbar erholsamen Nacht – was nicht zuletzt an Knutschi und seiner wohligen Gemütlichkeit lag – begann unser Tag mit einem gemütlichen Morgenkaffee. Während ich die letzten Postkarten schrieb, die ich später feierlich ins Postbüro des Weihnachtsmannes brachte, war Rolf bereits fleissig. Unser Abwassertank-Rohr war eingefroren, und er hat es kurzerhand mit unserem Heizlüfter enteist. Ein bisschen Improvisation und voilà – es läuft wieder perfekt! So starteten wir bestens vorbereitet in den Tag.

    Bevor wir weiterzogen, schlenderten wir noch einmal durch das verschneite Dörfchen. Es schneite, wie schon die ganze Nacht, und der dicke weiße Teppich machte alles noch märchenhafter. Nach einem letzten Versorgungsstopp für Knutschi – Entsorgen, Auffüllen, das übliche Camper-Programm – ging es endlich los: zu einem weiteren Polarkreiszeichen, dieses Mal etwas östlicher gelegen.

    Warum gerade dieses Zeichen? Rolf verfolgt eine ganz besondere Mission: Er möchte irgendwann alle Wege dorthin und die verschiedenen Zeichen entdecken und sammeln. Jedes Polarkreiszeichen ist einzigartig, wie kleine Trophäen auf unserer grossen Reise. Dieses hier sollte ganz besonders schön sein – und was soll ich sagen? Es hat nicht enttäuscht!

    Doch der heutige Weg hatte schon eigene Highlights parat: eine Eisstrasse. Eine echte, glitzernde Eisstrasse, wie wir sie noch nie zuvor erlebt haben. Spektakulär! Selbst Knutschi fühlte sich auf dem glatten Untergrund wohl, und natürlich liessen wir die Drohne steigen, um diese aussergewöhnliche Erfahrung festzuhalten.

    Unser Ziel für die Nacht war ein Rastplatz – was ich erst mal für unspektakulär hielt. Doch als wir ankamen, wurde ich eines Besseren belehrt. Direkt am See, umgeben von unberührter Natur, mit einer Grillstelle als Krönung. Rolf, unser Meister der Outdoor-Gemütlichkeit, machte sich gleich ans Werk: Mit einem Besen bewaffnet fegte er den Schnee vom Grillhäuschen und richtete alles herrlich ein – mit Fellen, Feuer und einem Hauch von Wildnisromantik.

    Währenddessen bereitete ich Tee, Fleisch und eine Sauce für unsere Schnitzelbrote vor. Alles fühlte sich perfekt an. Die Temperaturen waren angenehm, etwa minus zwei Grad, und die Stimmung hätte nicht besser sein können.

    Als das Feuer noch ein wenig Zeit brauchte, unternahmen wir eine kleine Erkundungstour durch die Umgebung. Was soll ich sagen? Alles war so wunderschön, dass ich das Gefühl hatte, in einem Traum zu wandeln. Die Stille, der Schnee, der See – es war wie eine andere Welt.

    Der Abend wurde schliesslich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Knistern des Feuers, das köstliche Essen, die wohlige Wärme – all das liess uns die Zeit vergessen. Es war einer dieser Momente, die man für immer im Herzen trägt, ein weiterer magischer Tag auf unserer Reise durch Skandinavien.

    Und während ich jetzt darüber schreibe, bin ich mir sicher: Dieser Polarkreis wird nicht der letzte gewesen sein. Rolf hat seine Mission, und ich freue mich darauf, sie gemeinsam mit ihm zu erleben. Wer weiss, welches Polarkreiszeichen uns als nächstes erwartet?
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  • Genau auf dem Polarkreis

    Santa Claus Village bei Nacht

    1月24日, フィンランド ⋅ ❄️ -7 °C

    Nachtspaziergang im Village

  • Wenn der Abwasch zum Abenteuer wird

    1月24日, フィンランド ⋅ ❄️ -6 °C

    Gestern Abend, irgendwo in unserem rollenden Zuhause. Es war ein typischer Abend: der Abwasch stand an. Doch dann fiel uns auf – das Wasser lief nicht mehr ab. „Verstopft? Vereist?“, fragten wir uns. Während ich noch in Gedanken den Spülstau im Kopf stapelte, war Rolf schon mitten im Einsatzmodus.

    Mit der Präzision eines Mechanikers und der Neugier eines Entdeckers begann er, das Wohnmobil auseinanderzunehmen. Erst die Leitungen checken. Alles Geschirr aus dem Schrank, das Becken freiräumen. Der erste Schlauch wird abgeschraubt – Wasser läuft ab. Puh, alles klar! Doch dann: Ein Stück weiter unten. Noch ein Schlauch ab. Erst nichts, dann: Plötzlich Wasser. Chaos. Keine Ahnung, woher oder wohin.

    Nach ausgiebigem Nachforschen kommt Rolf zu einem glorreichen Schluss: Der Abwasserschlauch macht einen kleinen Schlenker nach draussen, bevor er in den Abwassertank führt. Klingt harmlos, aber wenn es draussen friert, wird dieser Schlenker zur Frostfalle. Diagnose: eingefroren.

    Also – Planänderung. Schlauch dran, Geschirr wieder zurück in den Schrank, Chaos beseitigen. Der neue Plan: Sobald wir eine Steckdose in die Finger bekommen, schnappen wir uns den Föhn und tauen die Leitung auf. Improvisation ist schliesslich alles, oder?

    Bis dahin spülen wir halt kreativ. Denn wenn das Leben im Wohnmobil eines ist, dann sicherlich eines: immer spannend und voller Geschichten, die man später bei einem heissen Tee erzählen kann.

    Von Kemi nach Rovaniemi: Ein Tag im Weihnachtswunderland

    Die Fahrt von Kemi nach Rovaniemi war bereits ein Erlebnis für sich – vom feurigen Sonnenaufgang über Wolken bis hin zu tanzenden Schneeflocken.

    In Rovaniemi angekommen, erledigen wir noch ein paar Besorgungen. Doch das Highlight des Tages: Rolf, der Tüftler, kämpft sich durch das frostige Problem in der Küche – und sieh da! Der Ablauf funktioniert wieder! Ein Moment des Triumphes, bei dem wir fast Champagner knallen lassen wollten. Doch stattdessen feiern wir mit einer viel stilvolleren Kombination: kleine Donuts und heissen Kaffee.

    Kaum angekommen, packt uns die Vorfreude, und wir tauchen ein in dieses märchenhafte Dorf am Polarkreis. Zuerst das Wichtigste: ein paar Erinnerungsfotos! Vor allem an der berühmten Polarkreislinie, die markiert wird durch eine leuchtende Linie, die sich durch das Dorf zieht. Man spürt förmlich die Magie, die diesen Ort umgibt.

    Natürlich darf ein Besuch im Postamt des Weihnachtsmannes nicht fehlen! Die Regale sind gefüllt mit Karten aus aller Welt, jede davon adressiert an den Weihnachtsmann höchstpersönlich. Wir kaufen ein paar Postkarten und Briefmarken – schliesslich sollen auch unsere Lieben zu Hause einen Hauch von Polarzauber spüren. Mit Sorgfalt schreiben wir Grüsse und wissen, dass sie den offiziellen Stempel des Weihnachtsmannes tragen werden.

    Ein Spaziergang führt uns weiter durch das Dorf. Wir bestaunen die Rentiere, die geduldig vor ihren Kutschen stehen, als würden sie nur darauf warten, loszuziehen und Geschenke zu liefern. Ihre sanften Augen und das Klingeln der Schellen sind wie ein Echo aus einer anderen Zeit.

    Zurück im Knutschi lassen wir den Tag gebührend ausklingen. Die Kälte bleibt draussen, während drinnen der Duft von geschmolzenem Käse den Wohnraum erfüllt. Ein Käsefondue – warm, herzhaft und genau das Richtige nach einem langen Tag voller Eindrücke. Wir tauchen Brotstücke ein, lachen über die Abenteuer des Tages und fühlen uns dankbar, diesen magischen Ort erlebt zu haben.

    Rovaniemi, du hast uns wieder einmal mehr verzaubert. Ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu laufen scheint und man wieder daran glaubt, dass es Magie wirklich gibt.
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  • das ist übrigens Rolf, mein Göttergatte zieht den Eisbrecher

    Auf Eisbrecher-Mission in Kemi

    1月23日, フィンランド ⋅ ⛅ -18 °C

    Ach, Skandinavien im Winter – was könnte es Schöneres geben, als mit einem Wohnmobil durch Schnee und Eis zu tuckern? Zugegeben, manchmal fühlt es sich eher wie eine Expedition ins Ungewisse an. Aber hey, die Belohnung ist immer ein bisschen Abenteuer, und diesmal hiess unser Ziel: Kemi.

    Nach einer Stunde Fahrt durch eine endlose, weisse Landschaft – die übrigens perfekt als Kulisse für einen Polarkrimi taugen könnte – erreichten wir unser Ziel. Kemi. Der Ort ist bekannt für seine Eisbrecher-Touren, und natürlich wollten wir uns dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Rolf, unser Online-Buchungsspezialist (ich sage nur: Multitasking beim Abendessen), hatte uns schon gestern zwei Tickets für den „Arctic Icebreaker“ gesichert.

    Am Tourismuszentrum angekommen, fühlte es sich fast ein wenig wie eine winterliche Themenwelt an. Neben der Eisbrecher-Tour hätte man auch das berühmte Eishotel besichtigen können – mit glitzernden Eiskristallen, frostigen Zimmern und allem Drum und Dran. Aber, wie Rolf so schön sagte: "Ein Eishotel reicht im Leben." Wir hatten schliesslich schon mal eines besucht, und na ja, es ist kalt. Überraschend, ich weiss.

    Trotzdem liessen wir es uns nicht nehmen, mal einen Blick ins Eishotel zu werfen. Ein bisschen herumschlendern, staunen – niemand hinderte uns daran. Es schien, als sei der Grossteil der Touristen ohnehin anderweitig beschäftigt. Manche standen für Eisskulpturen an, andere fotografierten sich mit einem Eisbären aus Plüsch.

    Auf zum Eisbrecher
    Chaos am Bus: Ein kleiner Kulturschock in Kemi

    Da standen wir nun am Tourismuszentrum, bereit, von einem Bus abgeholt zu werden, der uns zum Hafen bringen sollte. Das klang in der Theorie nach einem glatten Ablauf. In der Praxis war es – sagen wir mal – eine chaotische Lehrstunde in Geduld und Gruppendynamik.

    Der Bus war spät. Warum? Keine Ahnung. Vermutlich hatte er irgendwo zwischen Schnee, Eis und schmalen Strassen die Zeit vergessen. Als er dann endlich in Sicht kam, begann das eigentliche Spektakel: Die wartenden Touristen, eine Mischung aus Chinesen, Indern und einigen anderen Nationalitäten, stürzten sich förmlich auf die Bustür.

    Physik trifft auf Reisegruppe

    Jetzt stellt euch vor, der Bus ist rappelvoll mit Menschen, die aussteigen möchten. Kein Platz, kein Durchkommen. Aber das hinderte niemanden daran, sich so dicht wie möglich an die Türen zu quetschen – in der Erwartung, irgendwie magisch hineinzukommen. Es war, als hätten sie noch nie erlebt, dass man erst aussteigen muss, bevor man einsteigen kann.

    Die Reiseleiter hatten ihre liebe Mühe. Im Fünf-Sekunden-Takt hallte es durch die eisige Luft: „Bitte zurücktreten! Lassen Sie die Leute aussteigen!“ Doch die Botschaft schien nicht ganz anzukommen. Stattdessen drückten die Wartenden weiter nach vorne, was dazu führte, dass die Menschen im Bus regelrecht eingeklemmt waren.

    Rolf und ich standen amüsiert ein paar Schritte abseits. „Na, das kann ja dauern“, murmelte er trocken, während ich versuchte, ein Lachen zu unterdrücken. Der Kontrast zwischen skandinavischer Gelassenheit und dieser... nennen wir es mal enthusiastischen Energie hätte nicht grösser sein können.

    Wir fuhren los, Richtung Hafen, mit einer Mischung aus Vorfreude und einem Hauch von Kopfschütteln. Skandinavien ist eben nicht nur Natur und Ruhe – manchmal bietet es auch kleine kulturelle Kuriositäten. Und genau das macht eine Reise ja so besonders.

    Der Arctic Icebreaker wartete bereits auf uns, majestätisch in seiner Funktion und – na ja – irgendwie ziemlich massiv. Es ist schon beeindruckend, wie so ein Koloss durch das gefrorene Meer pflügt, als wäre es Butter.

    An Bord hiess es erst einmal: warm anziehen. Denn der eisige Wind und das kalte Eisen unter den Füssen forderten uns heraus. Ich sage es mal so: Die Thermosocken hätten gern noch ein paar Verstärkungen vertragen können.

    Ein Abenteuer auf Eis

    Nach einiger Zeit stoppte der Eisbrecher mitten auf dem gefrorenen Meer. Und jetzt wurde es richtig spannend: Wir durften das Schiff verlassen! Ja, mitten im arktischen Nirgendwo stapften wir auf dem Eis herum, als wäre es das Normalste der Welt. Ein Highlight war natürlich, dass man sich mit speziellen Anzügen ins Eiswasser legen konnte. Und nein, das war nicht so furchteinflössend, wie es klingt – die Anzüge hielten einen warm und sicher über Wasser.

    Natürlich durfte der obligatorische Fotostopp nicht fehlen. Rolf zog den Eisbrecher wie ein alter Polarforscher – ich mit einer Mütze, die mir irgendwie immer ins Gesicht rutschte.

    Irgendwann, als wir schon eine Weile draussen auf dem Eis standen, spürten wir unsere Zehen nicht mehr. Auch die Nase, eigentlich gut verpackt, fühlte sich langsam an wie ein kleiner Eiszapfen. Es war dieser Moment, in dem die kühle, frische Luft nicht mehr nach "Abenteuer" roch, sondern nach "wo ist die nächste Wärmequelle?".

    Der rettende Hafen: Das Café

    Zum Glück gibt es auf dem Eisbrecher ein kleines Café – mehr ein Unterschlupf als ein gastronomisches Highlight, aber in diesem Moment kam es uns vor wie der Himmel auf Erden. Wir drängten uns hinein, schüttelten den Schnee von den Jacken und setzten uns auf die ersten freien Stühle, die wir finden konnten.

    "Heisse Schokolade?", fragte Rolf, als er die kleine Tafel hinter der Theke las. "Unbedingt", sagte ich, während ich versuchte, meine klammen Finger aufzuwärmen.

    Die heisse Schokolade kam in dicken Keramiktassen, dampfend und unwiderstehlich duftend nach Kakao und einer Prise Winterzauber. Und ich schwöre, sie war das Beste, was wir an diesem Tag getrunken haben. Vielleicht lag es an der Kälte, vielleicht an der Atmosphäre, aber jeder Schluck war eine Wohltat.

    Wärme tanken

    Im Café herrschte eine gemütliche, etwas träge Stimmung. Andere Passagiere sassen ebenfalls mit dicken Jacken und roten Nasen da, hielten ihre Tassen wie kleine Schätze und lächelten einander wortlos zu.

    Für einen Moment fühlten wir uns wieder wie normale Menschen und nicht wie wandelnde Eisskulpturen. Die Kälte war vergessen – zumindest bis wir wieder raus auf Deck gingen. Aber bis dahin genossen wir die Wärme, die Schokolade und den kleinen Moment der Behaglichkeit mitten im frostigen Abenteuer.

    Zurück ins Wohnmobil

    Nach diesem eiskalten, aber unvergesslichen Erlebnis ging es zurück an Land und schliesslich wieder in unser warmes Wohnmobil. Dort wartete schon die warme Heizung und eine heisse Tasse Kaffee auf uns. Kemi hat uns gezeigt, wie beeindruckend und abenteuerlich der Winter in Skandinavien sein kann.
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  • Wir starten bei -22 Grad

    1月23日, フィンランド ⋅ ⛅ -22 °C

    Jetzt heißt es: warm anziehen, tief durchatmen und den Tag voller Möglichkeiten angehen. Die Welt draußen wartet – und ich freue mich darauf, sie zu erleben.

  • Ein Tag zum Vergessen – oder doch nicht?

    1月22日, フィンランド ⋅ ☁️ -8 °C

    Manchmal beginnt der Tag, bevor die Nacht richtig endet. So erging es uns heute. Unser Schlafplatz war – nun ja – ein Abenteuer für sich. Die Schräglage des Bodens machte entspanntes Schlafen praktisch unmöglich. Nach unzähligen Versuchen, doch noch Ruhe zu finden, gaben wir schließlich auf. Um 4 Uhr packten wir zusammen, starteten den Motor und fuhren los. Noch vor halb fünf rollten wir in Richtung Norden, begleitet vom monotonen Summen des Motors und der stillen Dunkelheit einer skandinavischen Winternacht.

    Doch irgendwann, gegen sechs Uhr, war die Müdigkeit stärker als unser Drang weiterzufahren. Wir fanden einen Parkplatz an der Strasse, schalteten den Motor aus und tauchten in einen tiefen, wohlverdienten Schlaf – bis um zehn Uhr. Und oh, wie göttlich das war!

    Der Morgen begann gemütlich, wie es nur im Wohnmobil möglich ist: Kaffee für die Seele, Tee für die Wärme, und der Schnee, der draussen leise vor sich hin fiel, wie ein Gruss aus einer anderen Welt. Danach ging es weiter, Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer, während der Winter uns gnadenlos begleitete. Schneeflocken wehten durch die Luft, die Temperaturen blieben konstant unter minus acht Grad, und jedes Mal, wenn wir ausstiegen, um uns die Beine zu vertreten, traf uns die eisige Realität. Unter dem luftigen Schnee lag blankes Eis, das uns fast, bei Rolf einmal ganz die Füsse unter dem Körper wegzog. Es war, als würde der Winter selbst versuchen, uns herauszufordern.

    Mittags gönnten wir uns eine kleine Pause in einer ABC-Raststätte. Ein Hamburger mit Pommes wurde unser Festmahl, ein warmes Stück Normalität, während draussen der Winter tobte. Solche kleinen Momente fühlen sich unterwegs besonders an – als würde man kurz aus der frostigen Realität ausbrechen und ins Warme gleiten.

    Am Nachmittag fuhren wir weiter, auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Unser Ziel: ein zugefrorenes Meer. Die Küste lag da, eingefroren in der Zeit, das Wasser unter einer dicken Eisschicht begraben. Keine Wellen, kein Geräusch, nur diese endlose, glatte, fast unheimliche Fläche, die sich bis zum Horizont erstreckte.

    Bevor wir uns zurückzogen, wollten wir noch die Umgebung erkunden. Trotz der beissenden Kälte entschieden wir uns für ein kleines Abenteuer: Eisfischen. Der lockere Schnee knirschte unter unseren Füssen, und jeder Schritt auf dem gefrorenen Meer fühlte sich an wie eine Gratwanderung zwischen Wagemut und Wahnsinn. Die Kälte biss uns in die Wangen, kroch in jede Ritze unserer Kleidung.

    Manche Tage beginnen schon mit einer schiefen Note und spielen dann die ganze Klaviatur der Frustrationen durch. Heute war so ein Tag. Zuerst die Sache mit dem Schlaf:

    Dann beim Eisfischen. Die Kulisse war magisch: Das zugefrorene Meer, der unendliche Schnee, die kalte, klare Luft. Und dann, wie aus einem schlechten Film, fiel mir der Kameradeckel von Rolfs Kamera aus der Hand – und zwar genau ins Eisloch. Das Meer ist riesig. Kilometerweit nichts als Eis. Und dieser blöde Deckel, von allen möglichen Orten, entscheidet sich, in diese winzigen 20 Zentimeter Durchmesser zu plumpsen. Perfekt.

    Ich stand da, starrte in das dunkle Loch, wo der Deckel für immer verschwunden war, und dachte: Natürlich. Warum nicht? Rolf hat’s mit Fassung getragen, aber ich war innerlich schon angezählt.

    Am Abend wollte ich wenigstens mit einem leckeren Essen den Tag retten. Aus den übrigen Gschwelti zauberte ich Rösti – oder besser gesagt, ich versuchte es. Doch in einem Moment der Unachtsamkeit schoss die Hälfte der Rösti von der Raffel direkt auf den Boden. Eine Sauerei vom Feinsten, Kartoffelstückchen überall. Ich hätte lachen können, hätte heulen können, aber ich war einfach nur fertig.

    Manchmal sind es nicht die großen Dramen, die einen runterziehen, sondern diese vielen kleinen Pannen, die sich aneinanderreihen wie Perlen auf einer Kette – nur, dass es keine schöne Kette ist, sondern eher eine aus Alpträumen.

    Aber, wie so oft: Morgen ist ein neuer Tag. Und wenn ich das Chaos von heute überlebe, dann kann mich morgen kaum noch etwas schocken. Hoffentlich.

    Und zu guter letzt, kann ich keine Fotos hochladen, zu wenig Netz🙈!
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  • Ein Wintertag wie ein Gedicht

    1月21日, フィンランド ⋅ ☁️ -12 °C

    Ich wache auf und bin todmüde. Wirklich, als hätte ich die ganze Nacht einen Marathon gelaufen – in meinen Träumen natürlich, mit Umwegen durch Labyrinthe und Gesprächen mit Eichhörnchen (keine Ahnung, wo die plötzlich herkamen). Aber dann, der Wendepunkt des Morgens: Mein lieber Mann bringt mir einen Kaffee ans Bett. Und in genau diesem Moment beginnt der Tag, sich von „Bitte nicht!“ zu „Vielleicht doch!“ zu wandeln.

    Kaum sind wir abfahrbereit, verabschieden wir uns von diesem wunderschönen See, der sich gestern wie eine Postkarte ins Gedächtnis gebrannt hat, und düsen los nach Kuopio. Unser Ziel? Der berühmte Puijo-Turm. Heute Abend werden wir dort dinieren, und ich schwöre, ich sehe uns schon, wie wir mit einem Glas Wein in der Hand auf die schneebedeckte Landschaft hinabblicken und uns fühlen wie König und Königin des Winters.
    Doch bis dahin haben wir noch einiges vor.

    Rolf, mein Wikinger, macht sich an die Arbeit, die Langlaufskier startklar zu machen. Er gleitet los, als hätte er in einem früheren Leben ein Rentiergespann angeführt. Ich hingegen bin eher mit der Frage beschäftigt, wie ich meine Finger vor dem sicheren Kältetod bewahren kann. Minus 12 Grad sind keine Kleinigkeit. Nach wenigen Minuten lande ich zurück im Knutschi, der wunderbar warmen Komfortzone unseres mobilen Zuhauses.

    Rolf macht noch eine weitere Runde auf der Loipe, während ich es mir im Wohnmobil gemütlich mache. Dann tauschen wir: Gemeinsam schauen wir noch beim Skispringen zu. Diese Waghalsigen, die sich von der Schanze stürzen – ich bewundere sie, während ich froh bin, mit beiden Füssen fest auf dem Boden zu stehen.

    Aber jetzt wird’s magisch: Wir fahren zu einem riesigen See. Und Leute, ich sag’s euch, mein Herz macht einen Sprung. Der See ist zugefroren, das Eis glatt wie ein Spiegel, und überall Menschen auf Schlittschuhen – so lässig, als wären sie direkt aus einem finnischen Wintermärchen geschlüpft.

    Ich spaziere mit Rolf über den See. Ja, über das Eis. Ich bin hin und weg. Das Eis wird sogar von einer Maschine geglättet – wie in einem überdimensionierten Outdoor-Traum. Es glitzert, funkelt und sieht so surreal schön aus, dass ich am liebsten eine Ode an diesen Moment schreiben würde.

    Es sind diese Tage, an denen die Welt einem zuflüstert: „Hey, so wunderschön bin ich, wenn du mal kurz innehältst.“ Und genau das mache ich. Mit kalten Fingern, einem glücklichen Herzen und einem Lächeln, das vielleicht sogar das Eis zum Schmelzen bringt – hoffentlich nicht wörtlich.
    Es ist ein Moment, den ich am liebsten in eine Schneekugel packen und für immer bewahren würde.

    Als die Sonne langsam am Horizont verschwindet, machen wir uns auf zum Puijo-Turm. Der Gedanke an ein Dinner über den Lichtern von Kuopio lässt mein Herz ein bisschen höher schlagen. Es sind Tage wie diese, die einem zeigen, wie wunderschön das Leben sein kann – mit einem treuen „Knutschi“, einem geliebten Menschen und einer Welt, die immer wieder aufs Neue verzaubert.

    Wir geniessen die Aussicht während des Essens, und ich muss zugeben: Es hat etwas Magisches, wenn man während eines leckeren Menüs ganz langsam einen 360-Grad-Blick auf die Umgebung bekommt. Ein bisschen fühlt es sich an wie in einem Film – wir, die Hauptdarsteller, auf einer drehenden Bühne. Die Lichter in der Stadt gehen an. Ein Lichtermeer, das sich im See spiegelt. Ich erwische mich dabei, wie ich einfach nur aus dem Fenster starre und fast mein Dessert vergesse.

    Rolf schaut mich schmunzelnd an und fragt, ob er mich ans Fenster kleben soll, damit ich gleich bis zum Frühstück sitzen bleiben kann. Ich lache, aber insgeheim überlege ich wirklich, ob ich einfach hier bleiben möchte. Wie gemütlich wäre es, in den weichen Polstern sitzen zu bleiben, bis der Morgen graut?

    Nach dem Essen entscheiden wir, noch einen letzten Rundgang draussen auf der Plattform zu wagen – diesmal gut eingemummelt. Der Wind pfeift uns um die Ohren, und ich fühle mich wie in einem epischen Abenteuerfilm.

    Zurück im Wohnmobil kuscheln wir uns in Decken ein, trinken einen Schluck Rotwein und lassen den Tag Revue passieren. Es fühlt sich an, als wären wir auf einer anderen Ebene unterwegs gewesen – nicht nur geografisch, sondern auch irgendwie spirituell. Der Turm, die Aussicht, das Essen, der Wind: alles hat seinen eigenen kleinen Platz in diesem wunderbaren Puzzle, das wir Reise nennen. Und ich kann es kaum erwarten, was morgen auf uns wartet.
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  • Die Lichtmaschinen-Odyssee

    1月20日, フィンランド ⋅ ☁️ -10 °C

    Manchmal beginnt ein Tag wie ein schief gestimmtes Orchester: Alles klingt irgendwie unrund, doch am Ende überrascht es mit einer harmonischen Melodie. Heute war so ein Tag. Unser treues Wohnmobil, liebevoll „Knutschi“ genannt, hatte sich kürzlich entschieden, uns auf eine kleine Abenteuerreise in die Werkstatt zu schicken. Die Lichtmaschine – Herz und Stromquelle – wollte nicht mehr. Heute früh war der grosse Moment: Übergabe bei der Werkstatt. Und was soll ich sagen, die Spannung lag in der Luft wie Nebel auf einem mystischen See.

    Mit einer Tasche voller Zeitvertreib und einer Prise Optimismus machten wir uns auf, die Stunden des Wartens zu überbrücken. Der Plan? Einfach durchhalten. Zum Glück waren wir in einem riesigen Laden, wo es alles gibt, was das Heimwerkerherz begehrt – und direkt daneben ein Kaffeeautomat. Kaffee: der Treibstoff für alle Ungewissheiten des Lebens.

    Während wir die ersten Minuten noch gemeinsam durch die Gänge schlenderten, war schnell klar: Das hier ist Rolfs Paradies. Werkzeuge, Maschinen, Zubehör – seine Augen leuchteten wie bei einem Kind im Spielwarengeschäft. Ich, die treue Mitreisende in dieser Saga, gab mir alle Mühe, ebenso begeistert auszusehen. Nach einer Weile überliess ich Rolf jedoch seiner Freude und zog mich mit einem Becher Kaffee und meinem Tablet in eine stille Ecke zurück. Puzzle spielen und die vorbeiziehenden Kunden beobachten – ein skurriler Mix aus Konzentration und Unterhaltung.

    Dieser Laden hatte seinen eigenen Rhythmus: Menschen kamen und gingen, manche suchten verzweifelt nach einem Ersatzteil, andere standen einfach nur da, liessen sich einen Kaffee raus und tauschten ein paar Worte. Es war fast wie ein Film, den man nebenbei verfolgt.

    Doch immer wieder schlich sich die bange Frage in unsere Gedanken: „Geht alles gut? Schaffen sie das heute?“ Die Zeit kroch dahin, und die Werkstatt blieb eine mystische Blackbox, aus der wir keinerlei Zeichen empfingen.

    Doch dann, Punkt 13 Uhr, der erlösende Moment: „Es ist fertig.“ Wir bekamen den Schlüssel zurück, mit strahlenden Gesichtern und einer grossen Portion Erleichterung. Es war fast feierlich. Ich glaube, wir haben uns mindestens tausend Mal bedankt, vielleicht sogar tausendundein Mal. Als wir schliesslich die Rechnung beglichen und zum Parkplatz gingen, war die Freude unbeschreiblich.

    Knutschi stand da wie neu geboren, bereit für neue Abenteuer. Und wir? Überglücklich, dankbar und ein bisschen erschöpft.

    Man sagt, wahre Heldenreisen enden nicht mit Ruhm und Ehre, sondern mit einer funktionierenden Lichtmaschine. Wir können dem nur zustimmen.

    Eisige Wunder und knisternde Abenteuer

    Nach dem triumphalen Werkstatt-Moment ging es endlich wieder los. Unser Knutschi schnurrte wie ein zufriedener Kater, und voller Vorfreude starteten wir ins nächste Kapitel unserer Reise. Ich sass diesmal am Steuer, denn Rolf war voll und ganz mit seiner Technikmission beschäftigt: Daten checken, die neuen Einstellungen beobachten, und natürlich die Navigation im Blick behalten. Ein rollendes Büro auf vier Rädern – multitasking at its finest.

    Der Himmel präsentierte sich als glasklares Blau, wolkenlos und unendlich. Es ist eine dieser besonderen Winterstimmungen im Norden, die man nie vergisst: Die Farben der Sonne – ein Spiel aus Gold, Rosa und Orange – schienen intensiver, fast surreal. Selbst die kalte Luft schien von diesem Licht erfüllt zu sein. Heute Morgen hatten wir bereits knackige minus 4 Grad, doch bei unserer Ankunft am See zeigte das Thermometer stolze minus 8. Die Kälte hatte sich wie eine unsichtbare Decke über die Landschaft gelegt, alles wirkte still, fast ehrfurchtsvoll.

    Und dann kam das Eis.

    Der See war vollständig zugefroren, eine riesige weisse Fläche, die in der Dämmerung noch beeindruckender wirkte. Natürlich konnten wir nicht widerstehen: Wir wagten uns vorsichtig hinaus, das erste Knirschen des Eises unter unseren Füssen war aufregend und ein kleines bisschen beunruhigend. Doch dann kamen die Geräusche.

    Ein tiefes, knarrendes Knacken zog sich wie eine unsichtbare Linie über das Eis. Es folgte ein Blubbern, fast wie das Summen eines unterirdischen Monsters. Plötzlich ein lauter Knall, der durch die Stille hallte, und das Eis bildete tiefe, faszinierende Risse und Spalten. Es war, als ob der See selbst lebendig wäre, als ob er uns seine Geschichten erzählen wollte – Geschichten von unbändigem Wasser, das nun in seiner frostigen Hülle gefangen war.

    Wir standen da, staunend und voller Ehrfurcht. Die Geräusche hatten etwas Mystisches, fast Bedrohliches, und doch konnten wir nicht wegsehen. Es war, als ob das Eis mit uns sprach, uns ein Teil seiner Geheimnisse anvertraute. Jeder Knall liess uns zusammenzucken, aber gleichzeitig fühlten wir uns lebendig wie selten zuvor.

    Rolf zückte natürlich sofort die Kamera und fing die Dämmerung ein: die schimmernden Farben am Horizont, die bizarren Muster der Eisrisse, und die unbeschreibliche Stimmung dieses Moments. Ich konnte kaum aufhören, einfach nur zuzusehen, das Knacken und Blubbern unter meinen Füssen zu spüren, während die Kälte in meine Handschuhe kroch.

    Es war einer dieser seltenen Momente, die man niemals vergessen wird – ein Winterwunder, das uns wieder einmal daran erinnerte, wie klein wir sind und wie grossartig die Natur sein kann.

    Als wir schliesslich zurück ins warme Knutschi stiegen, waren unsere Nasen rot und unsere Hände fast taub. Doch unsere Herzen waren erfüllt. Wir hatten das Eis tanzen hören.
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  • Tanz der Lichter

    1月19日, フィンランド ⋅ 🌙 -1 °C

    Der Abend war ruhig, fast unscheinbar, bis der Himmel plötzlich explodierte – in Farben, die sich nicht beschreiben lassen. Erst ein zartes Schimmern am Horizont, dann ein Wirbeln und Tanzen: Polarlichter.

    Wir standen da, staunend und still, während Grün und Rosa über uns wogten wie eine geheime Botschaft des Himmels. Die Kälte unter unseren Füssen war vergessen, die Welt schien für einen Moment stillzustehen.

    Rolf sagte nur: „Wow.“ Mehr brauchte es nicht. Worte reichen nicht für solche Magie.

    Manchmal schenkt einem das Leben Momente, die bleiben – und dieser war einer davon.
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