Atlantikstrasse mit Kaiserwetter☀️
8. september 2025, Norge ⋅ ⛅ 15 °C
Montag, 8.30, 15 Grad, gerade lugt die Sonne hinter etwas Bewölkung hervor aber dies sollte sich im Laufe des Vormittags noch ändern⛅️🌤️☀️
Weil wir schon so nah an Vevang sind das am Atlantik liegt und da der „südliche Zugang“ zur Atlantikstrasse ist, lassen wir es uns natürlich nicht entgehen wieder mal bei schönem Wetter die weltberühmte Brücken-Insel-Verbindungsstrasse nach Kristiansund abzufahren.
Auf dem Weg nach Vevang verlassen wir die 663 und wechseln auf die 242 eine Neben-Nebenstrasse direkt der malerischen Küste entlang.
Irgendwo machen wir da auf einem Parkplatz einen von mehreren kurzen Fotostopps.
Gerade wie wir wieder weiterfahren wollen, kommen Heidi und Hansruedi daher geruckelt.
Tja…die Welt ist mittlerweile klein geworden ☺️
Also machen wir ab, auf dem nächst besten Parkplatz wo man eventuell wieder mal die Angelrute auswerfen kann.
Auf der kleinen Insel im Atlantik „Skipsholmen Parking“ zwischen der „Myrbærholmbrücke“ und der „Storseisundbrücke“ finden wir im touristischen Gewusel zwei Parkplätze.
René geht angeln, Hansruedi lässt seine Drohne fliegen, Heidi und ich spazieren über den Felsen, beobachten Schnorchler wie sie mit Harpunen „Pollake“ abschiessen und wir schiessen Fotos.
Mein Schatz fängt tatsächlich eine Makrele und wir fahren weiter.
Nun…eine Makrele macht noch kein Abendessen aber eine Vorspeise🫣😅
Danach gehts weiter zum „Objekt der Begierde aller“…die „Storseisund-Brücke“.
Hier machen wir einen weiteren Zwischenhalt.
Bei dem super schönen Wetter muss ein Spaziergang auf der 700 Meter langen Fussgängerplattform um die felsige Insel herum sein.
Wir sind immer wieder begeistert.
Wer ein Auge und ein Herz für die Natur hat, steht hier richtig. Karge, felsige Landschaft, der weite Atlantik, die gute Meerluft und natürlich der Ausblick auf die berühmte, elegant geschwungene „Storseisund-Brücke“.
Also…Die Atlantikstrasse verläuft von Bud bis nach Kårvåg, ist total 36 Kilometer lang, davon ist die „weltberühmte Touristenattraktion“ 8‘274 Meter lang und soll „die schönste Straße der Welt“ sein…
Sie schlängelt sich über acht Brücken, von Insel zu Insel.
Momentan sind noch richtig viele Touristen unterwegs und so beschliessen wir direkt nach Kristiansund auf einen Campingplatz zu fahren.
Die Stadt erreichen wir durch den 5‘779 Meter langen Unterwassertunnel „Atlanterhavstunnel“, der am tiefsten Punkt rund 250 Meter unter dem Meeresspiegel im Fjord liegt.
Unser spontan gewähltes Tagesziel; „Atlanten Motell og Camping“, irgendwo am Stadtrand von Kristiansund.
Schluss…Aus…Ende…!🥱Læs mere
Inselreich Smøla und erstes Polarlicht 🥰
9. september 2025, Norge ⋅ 🌙 15 °C
Dienstag, 8.30 Uhr, 15 Grad, Sonnenschein pur😎☀️
Gemeinsam mit unseren Freunden haben wir das heutige Tagesziel ausgewählt. Die Insel Smøla, für uns alle: Neuland!
Ja…und irgendwie passt es.
Smøla hat auf Google Maps die Form einer Faust mit aufrechtem Daumen 👍🏻 das ist ja schon fast der berühmte „Wink mit dem Zaunpfahl“😅
Wir verlassen Kristiansund die Stadt im Atlantik und fahren schnurstracks in den ersten Fährhafen, wo uns die Fähre zuerst mal, während knapp einer halben Stunde auf die kleine vorgelagerte Insel Tustna schippert. Auch Tustna durchfahren wir in einem zug um nach wenigen Kilometern die zweite Fähre nicht zu verpassen. Nach ca. 20 Minuten landen wir auf der noch kleineren Insel Edøya.
Die Insel Smøla liegt im offenen Atlantik und der von uns avisierte Stellplatz ist nur via Ilandhopping über diverse Dämme und Brücken erreichbar.
Traumhaft😎🤩
Smøla ist von unzähligen kleineren Inseln umgeben die ebenfalls alle mit Brücken, Dämmen und schützenden Molen miteinander verbunden sind.
Die hügelige Heidelandschaft auf der Insel ist von Seen und kleinen Fjorden geprägt. Die Vegetation besteht aus Flechten, Moosen, Gräsern, Sträuchern, also fast ein prairieähnliches Archipel und durch die Lage am Golfstrom sollen die umliegenden Schärengewässer sehr fischreich sein.
Tja…was soll ich sagen…ehrlich…die Anfahrt ins Fischerdorf Veiholmen erinnert an die Atlantikstrasse und ist, wie ich finde grad so schön wie die Atlantikstrasse selber.
Wir fahren durch bis zum Stellplatz „Veiholmen bobilparkering“, platzieren unsere Perle, und satteln unsere Drahtesel.
Wir sind neugierig auf das kleinen Fischerdorf und radeln da sämtliche Gassen und Wege rauf und runter, Fotomotive gibt’s noch und nöcher 😅
Alte und neue Häuser stehen dicht beieinander. Hier gibt’s sauber aufgereiht, kleine Museen und Galerien. Ausserdem bietet Veiholmen mehrere maritime und sehr gemütliche Gasthäuser…wenn sie offen wären.
Es ist hier nüchtern und doch irgendwie romantisch, es ist hart, eintönig und auch malerisch zugleich.
Wir kommen uns vor wie am Ende der Welt.
Danach strampeln wir in die entgegengesetzte Richtung bis nach Hopen. Schauen uns die weisse Holzkirche von 1892 an (natürlich geschlossen), entdecken ein Denkmal für Oscar Emil Tybring (1847–1895). Er war der Gründer der norwegischen Seerettungsgesellschaft an der Küste.
Und auf einem Hügel, weit sichtbar ein „DENKMAL DES ÖLZEITALTERS“. Das Projekt erinnert eher an ein Mahnmal. Es besteht aus mehreren Tonnen gefundenem Plastik aus dem Meer rundum Smøla.
Ja…soviel radeln, schauen, plaudern und fotografieren macht hungrig.
Nach einem wunderschönen Tag mit neuen Eindrücken geniessen wir
heute Abend zu viert „Fondue Chinoise“.☺️😋
Während des Essens bekommen wir noch unverhofften stacheligen Besuch. Gar nicht scheu traut er sich bis zu uns. Klar…auch er bekommt etwas ab vom Fleisch🦔😅
Kaum bin ich mit dem Schreiben der letzten Zeilen fertig, zeigt sich doch tatsächlich das erste Polarlicht 🤩
Wir sind ja echte Glückskinder 🍀Læs mere
Neuer Tag - Neue Schönheiten ❣️
10. september 2025, Norge ⋅ ☀️ 19 °C
Mittwoch, 8 Uhr, 14 Grad, noch liegt etwas Nebel unter der Sonne über der faszinierenden Inselwelt…😅
Heute fahren wir wieder zurück zum Fährhafen in Edøy und lassen uns rüber auf die Insel Tustna nach Sandvika schiffen.
Wir beschliessen auf der anderen Seite der Insel Smøla in den Fährhafen zu fahren.
Zur einen Seite bietet uns die Tour wunderschöne Aussichten auf den Atlantik und die, in Buchten eingebetteten idyllischen Siedlungen.
Auf der anderen Seite sind meist Schafe, Rinder und Pferde damit beschäftigt, die weitflächige „Präriepflege“ zu übernehmen.🐑🐏🐂🐄🐴 Ja, und somit haben wir die Insel Smøla einmal ganz umrundet.
Irgendwo hab ich noch gelesen, dass angeblich die Kinder in Veiholmen, also am äussersten Zipfel von Smøla, während heftiger Stürme, die die Meereswellen an die Schutzmolen donnern lassen und dann die Salzwasser Gischt bis weit ins Dorf verweht…also eben diese Kinder, und nur die mit Zahnspangen, nur mit geschlossenen Mündern draussen unterwegs sind!!! Weil…??? Damit die Zahnspangen nicht rosten🫣😂
Nein…definitiv…diese Aussage stammt nicht von mir!😅
Nach der kurzen Fährfahrt biegen wir auf der Insel Tustna nach links ab und folgen der Strasse 680.
Ja…und somit sind wir wieder vom Flachland an den bewaldeten steil aufsteigenden Berghängen gelandet.
Auch heute ist Inselhüpfen angesagt. Ziemlich schnell fahren wir über die erste Brücke und sind auf der Insel Stabbladet. Hier kurven wir zwischen Bergen und Küste zur nächsten kleinen Insel Jørnøya und danach auf die etwas grössere Insel Ertvågsøya. In einer, ansonsten beschaulichen Bucht trinken wir einen Kaffee und beobachten eine Weile das „Löschen“ eines Frachtschiffes.
Diese entladen heissen Teer, der da vorzu von LKW‘s abgeholt wird.
Also…die ganze Bucht wird mit einem relativ lauten Geräuschpegel beschallt🥹 darum rauschen wir ziemlich schnell wieder von dannen.
Irgendwann kommen wir auf der Halbinsel an, die bereits zum Festland gehört und irgendwo zweigen wir ab auf die Nebenstrasse 364 und treffen da auf die Kirche von Stemshaug.
Die rote Holzkirche, wieder mal etwas anderes, wurde 1908 im „Drachenstil“ erbaut.
Gleich darauf führt uns die Strasse über einen fast 220 Meter hohen Pass mitten durchs Gebirge wo wir einen wunderschönen Ausblick auf den Årvågfjord geniessen.
Danach geht’s wieder kurvig und steil runter, vorbei an einigen traumhaft gelegenen Seen, durch Wälder und vorbei an Landwirtschaften und eindrucksvollen Bergen.
Am frühen Nachmittag erreichen wir den etwas grösseren Ort Kyrksæterøra mit rund 2‘600 Einwohner.
Bei der Marina, direkt am Hemnfjord finden wir ein gemütliches Plätzchen zum übernachten. René geht angeln und ich unterhalte mich derweilen mit Heidi und Hansruedi.
Zum Abendessen gibt’s keinen Fisch!🫣😅Læs mere
Vom Hemnfjord bis ins Gaudalen☁️⛅️☁️
11. september 2025, Norge ⋅ 🌧 13 °C
Donnerstag, 8 Uhr, 16 Grad, bewölkt und böiger Wind…
Heute könnte tatsächlich der definitive Abschied von Heidi und Hansruedi gewesen sein. Die Beiden zieht es wieder in südlichere Gefilde, wenn nicht zu sagen, noch weiter südwärts.
Und wir…eh Plan-und Ziellos, wissen aber, dass wir Gas brauchen, darum fahren wir jetzt erst mal nach Orkanger.
Schon kurz nach der Abfahrt, noch in Kyrksæterøra zeigt sich erneut unsere Spontanität.
Anstelle auf der E39 direkt nach Orkanger zu cruisen, kurven wir lieber irgendwo durchs „Norwegische Hinterland“ am Hemnfjord entlang.
Mit Blick auf die Fjordlandschaft, auf umliegende Berge, Wälder und ziemlich unbebaute Natur, für uns die gern in idyllischen, naturreichen und ursprünglichen Gegenden unterwegs sind, ist das ein zusätzliches Plus.
Apropos ursprünglich; trifft auch voll auf den Strassenbelag zu. Schlaglöcher die sich Loch an Loch Reihen und schon Gräben bilden. Unsere „Perle“ muss sich wiedermal als „Schüttelbecher“ beweisen.🫣
Ab Orkanger Richtung Trondheim fahren wir auf der E39. Hier ist die Landschaft hügelig, es hat grüne Wiesen und noch mehr gedroschene Getreidefelder deren Stoppel noch immer in der Sonne golden glänzen. Diese Gegend wird innerhalb Norwegens als Getreidekammer bezeichnet, weil da ein grosser Teil der heimischen Getreideproduktion herkommt.
Vor Trondheim wechseln wir auf die E6 in südlicher Richtung bis nach Støren und da stechen wir nach links Richtung Røros, immer zu unserer Seite der Fluss Gaula.
Die Landschaft hier im „Gauldalen“ ist stark von Flüssen, Seitentälern und Gebirgen geprägt. Wir passieren Landschaften mit Ackerbauflächen im unteren Tal und zunehmend karger, waldreicher und bergiger Umgebung Richtung Røros-Hochland.
In Haltdalen bei den Kirchen machen wir einen Spaziergang durch das hiesige Freilichtmuseum.
Besuchen die neue Kirche von 1881 und gleich daneben das Replikat einer Stabkirche von 1170, das 2004 hier am ursprünglichen Standort wieder aufgebaut wurde.
In den 1880er Jahren wurde sie von hier abgetragen, zuerst nach Trondheim versetzt und 1937 erfolgte der Umzug ins Freilichtmuseum Sverresborg Trøndelag Folkemuseum in Trondheim.
Sie soll etwas besonders sein, weil sie der einzig erhaltene Typ der „Ostskandinavischen Stabkirche“ ist.
In Eidet betrachten wir den Wasserfall, die Steinbrücke aus dem Jahr 1853 und die Schmelzhütte (Smeltehytte) die von 1834 bis 1887 in Betrieb war.
Die restliche Schlacke aus der Schmelzhütte hat man offensichtlich einfach über die Flussböschung gekippt. Mir ist nämlich das ungewöhnliche Gestein auf dem Wanderweg aufgefallen!
Und…wir entdecken die ersten Rentiere auf einer Wiese🥰
Nun…bevor ich noch viel sehe und darüber schreiben könnte, beenden wir den heutigen Tag in
Glåmos bei der „Diskgolfbanen“ mitten im grünen.
Während wir unseren wohlverdienten Kaffee trinken beginnt es doch tatsächlich zu regnen 🥺
Schade…hier wäre ein toller Ort um die Umgebung zu erkunden…Læs mere
Ein bunter Tag…🥰
12. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 10 °C
Freitag, 9 Uhr, 11 Grad, wenig blau neben ziemlich dunklen Wolken
Bei meinem morgendlichen Rundgang entdecke ich zwischen herbstlich geschmückten Bäumen einen „heimlichen Sammler“ 🫣
Trotz des Chaotisch wirkenden Anblickes…irgendwie trotzdem faszinierend 😅
So ein Schrottplatz erinnert mich stets an einen Friedhof aus Eisen,
wo alte Motoren ihr letztes Lied summen wenn der Wind dadurch saust.
Zwischen verbogenen Stossstangen und verrosteten Teilen liegen Erinnerungen an viele Reisen…jetzt liegt alles, teilweise in Stauden und Gras eingewachsen, zerknittert, verbeult und vergessen da.
Danach fahren wir nach Røros und schlendern die Hauptgasse Richtung Kirche hoch.
Die Gasse ist von alten, zweigeschossigen Holzhäusern gesäumt, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gebaut wurden.
Ich liebe diese Gasse, die „Bergmanngata“. Die Fassaden sind schlicht, eindrucksvoll aber bunt und fast jedes Haus erzählt von einer langen Geschichte.
Zuoberst sieht man die mächtige Røros-Kirche mit ihrem markanten weissen Turm. Sie thront über der Stadt und scheint über alles zu wachen.
Die Hauptgasse ist denn auch das Herzstück der alten Bergwerksstadt und die historischen Häuser beherbergen heute jenste kleine Läden, Kunsthandwerksbetriebe, Galerien und Cafés.
Durch die Fensterscheiben kann man da und dort Leuten bei ihrer Tätigkeit beobachten, sei es der Schneider an der Nähmaschine oder beim Töpfer der da aus einem unförmigen klumpen Ton etwas brauchbares formt.
Einfach tolles Ambiente das einem hier geboten wird.
Die Hauptgasse ist heute eine der bekanntesten historischen Strassen Norwegens und gehört zusammen mit der gesamten Altstadt von Røros zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Oben bei der Kirche von 1780 angelangt, schlendern wir rüber zum Grubenmuseum. Da waren wir tatsächlich noch nie drin.
Einmal war‘s zu heiss, ein anderes Mal waren wir zu spät dran und das letzte Mal war wegen Renovierung geschlossen.
Røros war seit 1644 ein bedeutendes Zentrum des Kupferbergbaus.
1977 wurden die Kobberverk (die Kupferwerke) stillgelegt.
Das Museum informiert ausführlich über 333 Jahre Kupfergewinnung in und um Røros.
Es ist ausserordentlich liebevoll aufgebaut und gestaltet, mit großen Modellen, die die Funktionsweise anschaulich zeigen und erklären. Alles läuft und funktioniert tatsächlich, mit grossen Modell-Einblicken auch "untertage". Ein interessantes Museum! Sehr zu empfehlen!
Auf der anderen Seite des Flusses stapeln sich noch dunkle Schlackenberge, Überreste aus der Kupferzeit, die der Stadt ihren einzigartigen Charakter geben.
Danach verlassen wir Røros und fahren auf der Strasse 28 via Drevsjø nach Norwegen, Richtung Idre in Schweden.
Vorher biegen wir irgendwo in den schwedischen Wälder ab in den Fulufjell Nationalpark.
Nach Røros wird die Landschaft allmählich karger. Die Baumgrenze verschiebt sich, Bäume werden niedriger und verstreuter, bis schließlich nur noch Zwergbirken oder Moorheide zu sehen sind.
Es gibt kleine Höfe und vereinzelte landwirtschaftliche Nutzung, dazwischen weite unberührte Natur.
15.30 Uhr überfahren wir die Grenze zu Schweden.
Es gibt Wald…unendlich viel Wald…grösstenteils Nadelwälder mit Birkenhainen, Seen, Flüsse, Moore und Sumpfgebiete.
Gegen Abend erreichen wir nach einigen Zwischenstopps und bei relativ gutem Wetter, Sonnen-Wolken-Mix den „Mörkrets Campingplats“.
Morgen, wir hoffen das Wetter spielt mit, wollen wir zum „Njupeskär Waterfall“ wandern.Læs mere
Fulufjell Nationalpark 🥾🥾
13. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 13 °C
Samstag, 8.30 Uhr, 7 Grad, gerade noch bewölkt, regnerisch und windig
Bevor wir den Stellplatz hier am Fluss verlassen, halten wir noch einen kurzen Smaltalk mit unserem Berner Nachbarn.
Er kommt seit 30 Jahren hier her, kennt scheinbar sämtliche Wander-und Schleichwege und weiss auch so noch einiges zu erzählen.
❗️Zum Beispiel; im Nationalpark darf man nicht übernachten, das ist auch wirklich alle paar Meter angeschrieben und das haben wir schon bei unserem letzten Besuch festgestellt.
Nun…das haben scheinbar rund 20 Wohnmobilisten vor etwa einem Jahr nicht ernst genommen, haben es sich da des Nachts mit den Womo’s bequem gemacht und wurden dann zu später Stunde 🌓 von der Polizei, mit Blaulicht im Konvoi 🚓🚐🚐🚐🚐🚐🚓 vom Berg runter eskortiert…und…selbstverständlich nicht Gratis!🫣
Ziemlich schnell verziehen sich die dunklen Wolken und wir fahren zum Eingang des „Fulufjell Nationalpark“.
Das Frühstück packen wir in den Rucksack, Regenjacken dazu und stiefeln auf ausgewiesenen Wegen teils auf Holzbohlenwegen und über Stock und Stein Richtung Wasserfall.
Der Fulufjället-Nationalpark ist eine Gegend der Gegensätze…weit und still, karg und zugleich voller Leben. Oben breitet sich die Fjäll-Hochebene aus, die wir wegen des unstetigen Wetters wieder nicht erklimmen.
Wir bleiben in der Schlucht wo Bäche und der Wasserfall vom Plateau herunter rauschen über Steine und durch uralte dichte und dunkle Wälder.
Irgendwann…will…muss ich auf das Plateau. Da sollen Fichten wachsen, die sind älter als jede menschliche Erinnerung, allen voran der „Old Tjikko“, der seit fast zehntausend Jahren an seinem Platz ausharrt und mehr Zeit überdauert hat, als wir uns vorstellen können.
Nach erreichen einer Anhöhe mit einer Schutzhütte und tollem Ausblick auf den Wasserfall „Njupeskär“ hat uns mittlerweile die dunkle Regenwolke eingeholt. Wir warten den Regenschauer in der Hütte ab und essen dabei unser Frühstück.
Nach dem Regen geht’s weiter. Kurz vor dem Wasserfall führen etliche Stufen in den Talkessel, unten angekommen, überqueren wir eine Brücke, um dann auf der anderen Seite des Flusses einem Holzsteg zu folgen bis fast unter Schwedens höchsten Wasserfall, den Njupeskär.
Mit donnerndem Getöse stürzt er fast hundert Meter in die Tiefe.
Der Wind weht von der Seite, wir haben Glück, die feine Gischt die der Wasserfall versprüht, fliegt zur Seite und nicht in unsere Richtung, wir werden verschont.🫣
Der Rundweg führt auf verschlungenen Wegen auf der anderen Seite des Tales wieder zurück zum Parkplatz.
Im Fulufjället ist die Natur nicht gezähmt, sondern sie zeigt sich, wie sie wirklich ist…karg und zart, still und mächtig, uralt und doch immer wieder neu. Es ist ein Ort, an dem man die Zeit vergessen kann. Wir machen viele Pausen, geniessen diese grandiose Natur und die wärmenden Sonnenstrahlen die sich durch die Wolken bemühen.
Danach Cruisen wir ab Särna mitten durch die schwedischen Wälder. Wenn streckenweise
Birkenhaine die Strasse säumen und die Sonne die goldenen Blätter anstrahlt hat man sogar ein bisschen „Indiansummer“ Feeling.
In Lillhärdal, quasi irgendwo im Nirgendwo fahren wir den „Lillhärdals Camping & Event AB“ an und finden… hier bleiben wir!🥰Læs mere
Die Hexen von Lillhärdal…
14. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 13 °C
Sonntag, 9 Uhr, 7 Grad, bewölkt
Wir bleiben heute noch im etwa 360-Seelendorf Lillhärdal, in der Provinz Jämtlands län.
Der Ort ist Umgeben von viel Natur…Wälder, Berglandschaft, zahlreichen Seen, Flüssen und…einfach nur Wildnis.
Trotz des regnerischen Wetters sind wir animiert den Ort abzuklappern, zu erkunden.
Zuerst spazieren wir zur historischen Heimathaus-(Hembygdsgård) Anlage aus dem 17. Jahrhundert. Es ist eine der wenigen vollständig erhaltenen vierseitigen Hofanlagen in der Region und wird gepflegt vom Heimatverein.
Wegen Zu geschlossen!!!
Dann geht‘s halt weiter zur abgesperrten Kirche und kurz darauf stehen wir vor der Statue von „Härjulf och Helga“.
Er soll ein Wikinger gewesen sein und Helga seine Frau.
Da haben wir ja echt Glück steht dieses Denkmal in einer öffentlichen kleinen Parkanlage🫣😅
Der Geschichte nach sollen sich die beiden 1407 hier niedergelassen haben und einen Hof gegründet haben.
Sie lebten vom Jagen, Fischen und von Viehhaltung.
Von ihren Nachkommen soll ein Grossteil der frühen Bevölkerung in der Region abstammen.
Heisst…theoretisch…könnten noch welche Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur…..-Enkel hier in der Umgebung leben?!
Gleich auf der anderen Strassenseite entdecke ich ein Haus mit einer grossen roten Tafel
„Häxornastid“.
Ja da muss ich tatsächlich Google fragen; „Häxornastid“ heisst Geisterstunde…aha…und ist ein Museum das die Hexenverfolgung-und Prozesse aus dieser Gegend erzählt…spannend…und nein das darf nicht wahr sein! Auch zu!!!
Führung momentan nur auf Anmeldung!
Im 17. Jahrhundert erfasste eine große Hexenverfolgungswelle Schweden…ja davon hab ich schon des Öfteren gelesen und auch schon geschrieben.
Zwischen 1668 und 1676 wurden vor allem in Nordschweden Menschen beschuldigt, Hexen zu sein und Kinder zum Teufel geführt zu haben. Lillhärdal wurde dabei zu einem der bekanntesten Schauplätze.
Die Prozesse in Lillhärdal waren so bedeutend, dass sie oft als der Beginn der grossen schwedischen Hexenwelle gesehen werden.
Die Hexen von Lillhärdal gehören zu den eindrucksvollsten und zugleich düstersten Geschichten des Ortes
Hier in Lillhärdal wurden insgesamt 35 Personen angeklagt, die meisten waren Frauen und ein paar Männer.
Fünf von ihnen wurden zum Tode verurteilt, enthauptet und ihre Leichen anschliessend verbrannt.
Ausserhalb des Dorfes soll irgendwo ein Gedenkstein sein. Den werden wir uns sehr wahrscheinlich morgen ansehen.
Ansonsten fotografiere ich heute was mir vor die Linse kommt 😅Læs mere
Vom Hexendenkmal bis Östersund
15. september 2025, Sverige ⋅ ⛅ 11 °C
Montag, 9 Uhr, 8 Grad, seit gestern Abend Dauerregen 💦
Der Pegel des direkt vor uns fliessenden Flusses Härjån steigt kontinuierlich an. Es ist zu hoffen, dass die Regenfälle abnehmen.🫣
Wie versprochen liefere ich die Fotos vom knapp vier Kilometer entfernten Hexendenkmal wo wir heute sowieso vorbei kommen.
Direkt an der Strasse nach Sveg steht das steinerne Denkmal mit der Inschrift:
„In Erinnerung an Stor-Märit aus Gillhärdal und die schwedischen Frauen, die während der Hexenprozesse in Schweden 1668 – 1676 aufgrund falscher Gerüchte und Aberglauben hingerichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Lillhärdal, 17. September 2005“
Marit Joensdotter auch genannt Stor Märit war eine junge Frau aus Lillhärdal, die im 17. Jahrhundert der Hexerei beschuldigt wurde.
Ein wichtiger Auslöser war vermutlich familiärer Konflikt: Die Tochter ihres Verlobten soll Stor-Märit beschuldigt haben der Hexerei.
Aha…Papakind war offensichtlich eifersüchtig 🫣 und in diesen grauenhaften Zeiten ein einfaches Mittel die zukünftige „Stiefmutter“ loszuwerden😬
Es regnet immer noch. Aber ich will sehen wohin uns der schwarze Wegweiser hin führt, was einem da im Wald noch so geboten wird, darum wandern wir etwa 500 Meter weiter in den Wald rein.
Der Weg führt uns mitten durch ein wunderbares Sumpfgebiet, über Holzstege und Brücken. Es riecht gut! Nach Moor, Birken und Pilzen. Nichts deutet hier auf die düstere Vergangenheit hin.
Erst am Ende des Weges befindet sich eine kleine Lichtung, wo angeblich die „Hinrichtungsstätte Spangmyrholmen“ gewesen sein soll.
Es ist ein etwas höheres Podest das man über eine steile Stufe erklimmen kann. Hier steht ein Holzbock mit einer tiefen Einkerbung…hm…so tief, dass da gerade ein Hals drin Platz findet.
Im Boden vor dem Holzbock ist eine Falltür eingebaut wo der Kopf nach der Enthauptung direkt runter fallen konnte😬
Danach wurden die „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Nun…wohl denen die auf dem Scheiterhaufen schon tot waren🥺
Nach diesem etwas gruseligen Ausflug in den Wald, fahren wir auf direktem Weg nach Sveg und weiter nach Östersund.
Trotz Dauerregen zeigt sich irgendwie kurz vor Östersund etwas blauer Himmel.
In Östersund fahren wir auf den Stellplatz „Storsjö Strands Husbilsplatser“ direkt am Seeufer des Storsjö.
Eigentlich wäre der Platz ideal um in die Stadt zu gehen. Aber eben 💦💦
Punkt 17 Uhr beweist die Sonne, dass sie sich doch noch durchsetzen kann 😎wenn auch nur kurzfristig 😅Læs mere
Regenfahrt bis an den Stamsjön…
16. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 12 °C
Dienstag, 8.30 Uhr, 10 Grad, bewölkt…kein Regen!
Östersund war dieses Mal definitiv nur ein „Übernachtungsplatz“.
Wir fahren weiter auf der E45, bauen in Strömsund unsere Frühstückspause ein, cruisen bis Dorotea, machen da noch einige Einkäufe und rauschen auch wieder ab. Bei Storberget wechseln wir auf die 92. sie ist Teil der Route des Konstvägen Sju Älvar (Kunststrasse der sieben Flüsse).
Die Strecke führt uns durch dünn besiedeltes Gebiet Lapplands, mit viel Wald, Hügeln und naturbelassener Landschaft.
Nun…neben der wunderschönen, gerade total verregneten Natur, begegnen wir heute zwei dieser an der Strasse installierten Kunstwerke.
Das 1. heisst Nybyggarkvinnan
und wurde von Anne-Karin Furunes (2003) gemacht.
Das Bild entstand auf einer Edelstahl Platte welche mit unterschiedlich grossen Bohrungen versehen wurde. Dahinter ist eine einfache Stahlplatte. Das Kunstwerk soll an das Wirken der vielen Frauen beim Aufbau der Gesellschaft erinnern.
Das 2. von Michael Richter, es heisst: En laddad plats (ein aufgeladener Ort)…oder…hm für mich eher Mikado im Nirvana…oder so🫣wenn man nicht weiss dass das ein Kunstwerk sein soll, könnte man es leicht übersehen, weil man es es eher mit Strommasten verwechseln kann. Also…der Spruch „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht" trifft hier voll zu.
Kurz vor Åsele finden wir mitten im Wald einen tollen Platz mit Aussicht auf den Badestrand und den See.
Zwischen zwei Regenschauern machen wir eine kurze Rundwanderung und ernten dabei noch übrig geblieben Heubeeri🫐🫐für ein Birchermüesli reicht’s allemal 🥰😋Læs mere
„Mårdseleforsens Naturreservat“
17. september 2025, Sverige ⋅ ⛅ 10 °C
Mittwoch, 8.30 Uhr, 10 Grad,
Immer noch bewölkt aber es regnet momentan nicht…🤿
Währenddessen ich meinen Kaffee genüsslich schlürfe, beobachte ich aus dem Schlafzimmerfenster was draussen geschieht.
Eigentlich nichts!
Oder doch…mal ein vorbei flatternder, zwitschernder Vogel, zwei Enten im Landeanflug auf den See und trotzdem dass es fast windstill ist, Segeln die goldenen Blätter der umliegenden Birken leise und leicht auf den Waldboden.
Ja…und ab und zu verirrt sich, wie gerade eben ein einzelner Sonnenstrahl bis zu uns herunter.
Nein…wir geben die Hoffnung nicht auf!
Ein Stückweit fahren wir heute noch auf der 92, bis wir kurz nach Åsele nach links auf die 365 wechseln.
Wir sind umzingelt von Wäldern, Seen, Flüssen, Sümpfen und Mooren…kurz: Natur, Natur und nochmals Natur😅.
Auf einem naturbelassenen total schönen Platz, direkt am Fluss Örån machen wir eine kurze Fotopause.
Ein kleines Stück Postkartenidylle: blauer Himmel, Sonnenstrahlen…perfekt für Fotos, die man später posten kann, um so zu tun, als würde man ständig durch National Geographic-Kulissen wandern.😊
Doch dann…leider entpuppt sich die vermeintliche Oase als mittelgrosse Mülldeponie.
Es liegt soooo viel Müll herum, vom 5-Liter-Wasserkanister bis zu Petflaschen, Dosen, Alugrillschalen und Verpackungen von der letzten Grillparty.
Tja…Ein echter „Lost Place“…nur halt ohne den coolen Urbex-Charme.
Wir diskutieren noch darüber, dass man sich nicht wundern muss, wenn irgendwann der Platz abgesperrt wird. Da treibt doch in diesem Moment tatsächlich eine ganze Ladung Styropor den Fluss herunter…🫣😬 meine Güte 😩
Nach Ruskträsk wechseln wir auf die 363 und folgen dem Fluss Vindeläven bis zum „Mårdseleforsens Naturreservat“.
Wir waren schon mal hier und der Ort hat uns einfach verzaubert.
Hier hocken wir jetzt definitiv das Wetter ab. Nach Wetterapp soll nämlich am Nachmittag die Sonne rauskommen.
Derweilen übt sich mein Schatz in der Kunst des Drohnen Fliegens.
Kurz vor 15 Uhr ist’s soweit!
Die Sonne verdrängt je länger je mehr die dicke Wolkendecke.
Ganz schafft sie es nicht aber uns reicht es damit wir in die Wanderschuhe hüpfen und uns auf den Weg machen.
Schon bevor wir den Fluss sehen, hören wir ihn. Dieses tiefe Rauschen, das immer lauter wird, je näher wir kommen.
Und dann stehen wir plötzlich mitten drin, auf der ersten Hängebrücke über den Mårdseleforsen.
Märdseleforsen sind die grossartigsten Stromschnellen des Flusses Vindelälven.
Wasser, das in wilder Hast über Felsen donnert.
Wir laufen weiter über jenste Holzstege, über Stock und Stein, von Insel zu Insel.
Immer wieder toben unter uns die Stromschnellen. Zwischendurch bleiben wir einfach stehen und starren ins Wasser. Irgendwie…ja es wirkt gleichzeitig bedrohlich und beruhigend.
Auf den Felsen rundherum wachsen Moose und Flechten, und zwischen den Kiefern springen uns die unendlich vielen Pilze fast an. Die kleinen Inseln weisen eine reiche Flora auf wo man jede Pflanze einzeln begutachten möchte.
Es gibt einige Rastplätze mit sauberen Grillstellen wo man sich verweilen kann. Nicht nur um Fotos zu machen, sondern auch um einfach den Moment einzufangen…zu geniessen!
Der Mårdseleforsen hat sich in mich eingeschrieben, nicht nur als Bild auf meinem Handy sondern als Erinnerung, die tönt, riecht und atmet.🥰
Um alles abzukürzen; wir landen heute Abend in Mensträsk bei meinen Lieblingsstellplatzbetreibern „Lev naturanda“ bei Nancy und Mario,Læs mere

RejsendeEine unglaublich schöne Überraschung habt Ihr uns da gestern Abend bereitet. 🥹🥰❤️🌹 So, so schön, dass Ihr wieder bei uns seid. 🫶🏻
Velotour und Schweizer Abend 🇨🇭🧀🎤😅
18. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 8 °C
Donnerstag, 9 Uhr, 5 Grad, Sonnenschein 🥰
Ja… gestern Abend wurde es mal wieder etwas später 🫣.
Aber als Nancy und Mario uns sahen war die Begrüssung, als wären wir die längst verschollenen Familienmitglieder, die endlich zurückgekehrt sind nur ohne Fanfaren und rotem Teppich.😅
Unsere völlig überraschende Spätankunft hat zwar ihren Abendplan durcheinander gewirbelt…vorstellbar…wie etwa ein Elch im Porzellanladen, zumal Marios Eltern auch gerade zu Besuch sind…aber hey, spontane Gäste sind doch die besten, oder? (zumindest für die Gäste 😉).
Am Ende sassen wir alle in Marios und Nancys heimeliger Grillhütte.
Knisterndes Lagerfeuer, Getränke in der Hand, Geschichten in der Luft, und irgendwann war’s einfach egal, dass der Zeitplan geplatzt war, wir hatten so viel Spass.
Heute fahren Nancy und Mario mit den Eltern an den Fluss Vindeläven ins „Mårdseleforsens Naturreservat“. Toll…grandios!!!!
Wir radeln derweilen durch die schwedischen Wälder.
Zuerst besuchen wir Bäckerudden, die Zwischenstation der ehemals, mit knapp 100 Kilometern, längsten Seilbahn der Welt.
2018 wurde der Betrieb nicht mehr aufgenommen, nachdem altersbedingte Schäden an den 73 Betonstützen festgestellt worden waren. Die Anlage stand Anfang 2020 zum Verkauf. Niemand wollte die Kosten auf sich nehmen und darum verlottert jetzt alles. Einerseits schade…andererseits…ich denke…für Natur und Umwelt gut! Der Tourismus hätte wahrscheinlich das schwedische Hinterland wie ein Tsunami überrollt!
Danach versuchen wir ganz umweltfreundlich, einen autofreien Weg zu finden und landen natürlich direkt auf einem Waldweg. 🚲🌲
Also strampeln wir tapfer durch die Pampas, bis die Strasse irgendwann einfach beschliesst: „Hier ist Schluss, viel Spass im Nirvana!“ ✨
Da wir dort weder eine Bar noch ein Restaurant entdecken, drehen wir wieder um. Immerhin…beim Rückweg sehen wir die Bäume mal von der anderen Seite. Richtig aufregend. 🫣
Zwischendurch machen wir Pausen und entdecken diverse tierische Hinterlassenschaften. Offenbar wohnen hier nicht nur Rentiere, sondern auch Elche und Bären. Beruhigend zu wissen, dass wir zumindest nicht alleine unterwegs sind … 🐻🫎💩🫣😊
Heute haben wir alle zu einem „Schweizer Abend“ eingeladen – und nein, niemand muss dafür auf die Alm ziehen oder Jodeln lernen.
Es gibt Käsefondue!
Das wird garantiert wieder ein gemütlicher, schmelzender und sehr, sehr käsiger Abend!🧀🫕Læs mere
Abenteuer „Lev-naturanda“
19. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 8 °C
Freitag, 9 Uhr, 9 Grad, Sonnenschein und etwas Wölkchen…
Heute stand das Tagesprogramm an…jawohl, richtig organisiert, fast wie bei einer Klassenfahrt, nur ohne nervige Lehrer. 😅
Am Vormittag hat Mario die ganze „Bande“ ins Auto verfrachtet und ab ging’s in die schwedischen Wälder. Erst schön brav auf der Hauptstrasse, dann zack…Schotterpiste! Da weiss man: Jetzt wird’s Abenteuerlich.
Auto abgestellt, Wasserflaschen in den Händen…und los ging’s über Stock und Stein.
Das war weniger Wanderweg, mehr Natur-Parcours. 🥾🌲 Aber was soll’s, wir stapften durch den lichten, aber felsigen Wald, bis plötzlich der See „Stor-Raggsjön“ auftauchte.
Eine schöne Überraschung…
Und da stand er auch schon, ein riesiger Felsen, der aussieht als wurde er irgendwann der Höhe nach in der Mitte durchgespalten.
Die Ecke hier trägt den stolzen Namen Storsten, utflyktsmål…also…ganz offiziell ein Ausflugsziel.
Direkt daneben eine Grillhütte, weil in Schweden offenbar jeder Ausflug ohne Grillstelle illegal wäre 😋!
An der Rückwand hing sogar eine Infotafel über den Felsen, für alle, die wissen wollen, warum der Felsen so aussieht, als hätte er einen Termin beim Steinmetz gehabt:
Ein Riese kam grübelnd und stampfend durch den Wald. Der Boden bebte und die Tiere flohen.
Er bückte sich und hob wütend und wild einen grossen Stein auf.
Er war von seiner Braut…seiner Liebsten verlassen worden.
Sein Herz war schwer und zerrissen, und mit knackendem Körper und wildem Gebrüll schleuderte er den Stein mit gewaltiger Wucht über Wälder und Seen.
Der Blick des Riesen folgte dem Weg des Steins der durch die Luft flog bis er aufschlug. Immer noch wütend trottete er dem großen Stein hinterher...
Der Riese nahm seine große Keule, haute damit auf den Felsen und spaltete diesen in zwei Teile und sagte dabei: „Niemand wird unverheiratet bleiben, wenn die Glücklichen Hand in Hand durch diesen gespaltenen Felsen gehen.“
Auf diese Weise soll er seinen Kummer gelindert haben.🥹
Nancy und Mario haben die Challenge sofort angenommen und sind Händchen haltend da durchgekraxelt. 💪💕
Fazit: Challenge bestanden und zwar ganz ohne dramatisches „Wir schaffen das nicht!“-Momente…Respekt!😅
Zurück im „Camp Lev-naturanda“ am See Mensträsk gab’s erstmal die wichtigste Etappe jeder Expedition: Kaffeepause. ☕️
Doch das Abenteuer war noch lange nicht vorbei: Nancy und Mario sind zwischenzeitlich zu einer kleinen Insel irgendwo im See gekommen und natürlich wollten sie uns diesen geheimen Schatz nicht vorenthalten. Also alle Mann an Bord der motorisierten Nussschale! 🚤
Nach einer kurzen Seereise erreichten wir das Eiland … oder eher das Eiländchen. 😊
Und was soll ich sagen? Hier haben die beiden ein echtes Mini-Paradies geschaffen: Grillplatz ✔️, Sauna ✔️, Schlaf- und Küchenzelt ✔️ und verlaufen kann man sich auch nicht!
Wer also jemals „reif für die Insel“ ist, sollte sich einfach hier absetzen lassen…Survival Deluxe! 🏝️🔥🏕️
Alles in allem war es wieder ein ganz besonderer, unvergesslicher und gelungener Tag.
Liebe Nancy, lieber Mario, ein riesiges Dankeschön, dass ihr trotz eurer vielen Arbeit so viel Zeit mit uns verbringt. Ihr macht aus jedem Tag ein kleines Abenteuer. ❤️Læs mere
Von Mensträsk bis Skellefteå
20. september 2025, Sverige ⋅ 🌙 10 °C
Samstag, 9 Uhr, 7 Grad, Sonnen-Wolken-Mix…ein leichtes Lüftchen weht…
In der Nacht hat’s geregnet.
Zusammen mit meinem Kaffee geniesse ich vom offenen Fenster aus die frische, saubere Luft und lass mich von der Sonne durch die Bäume hindurch anstrahlen 😊
Heute fahren wir nach Skellefteå und darum heisst es Abschied nehmen von Nancy, Mario, von allen anderen die wir kennen gelernt haben und von Mensträsk.
Bis bald…see you later…vi ses…🙋🏼♀️🙋🏼♂️
Also rollen wir weiter, ein kleines bisschen wehmütig, aber mit dem guten Gefühl; wenn man schon Freunde im Nirgendwo von Mensträsk hat, dann ist man eigentlich überall zuhause.
Wir verlassen Mensträsk das winzige Dörfchen, wo man beim Losfahren schon fast das Ortsausgangsschild sieht, bevor man den Motor richtig gestartet hat.
Kaum rollt man los, beginnt das Abenteuer…endlose Wälder, die so aussehen, als hätten die Bäume untereinander eine Abmachung; „Lasst uns alle gleich aussehen, damit die Menschen nie wissen, ob sie schon 10 Kilometer oder 100 Kilometer gefahren sind.“🫣😅
Dann tauchen plötzlich Elch-Warnschilder auf. In Schweden ist das kein Spass, das ist ein echter Hinweis: „Achtung, hier wohnt der Boss des Waldes.“
Wenn einem nämlich wirklich ein Elch begegnet, da merkt man erst, dass der grösser ist als was man denkt.
Leider haben wir auf dieser Reise noch keinen von den majestätischen Riesen entdeckt.🥹
Irgendwann kommt unterwegs ein kleiner Ort, vielleicht ein Café…vielleicht nur eine Tankstelle, und du denkst: „Ah, Zivilisation!“…aber zack, einige Minuten später bist du wieder völlig allein mit unzähligen Fichten.
Nach einer Frühstückspause irgendwo an einem See, nach einigen an uns vorbei fliegenden Betonmasten von der ehemaligen Materialseilbahn und einer Rentier Sichtung taucht endlich Skellefteå auf, die grösste „Metropole“ der Region.
Ampeln! Viele Fahrzeuge und mehr als nur ein Supermarkt!
Apropos Supermarkt, Kühlschrank und Vorratsdosen sollten unbedingt aufgefüllt werden!
Danach tuckern wir auf den Campingplatz in Skellefteå. Normalerweise kennen wir den ja nur in seiner Tiefschlaf-Variante mit Schneebergen, Skihügel und dem Wind, der einem die Nase in eine Eisskulptur verwandelt.
Aber diesmal? Überraschung…der Platz liegt plötzlich ganz ungewohnt grün und herbstlich da.
Statt Schneeschaufeln sieht man bunte Blätter, und statt Eiszapfen hängen da noch ein paar unerschrockene Sommercamper herum, die so tun, als wäre +7 Grad immer noch Badewetter.🫣😅Læs mere
Regentag in Skellefteå☔️
21. september 2025, Sverige ⋅ 🌧 12 °C
Sonntag, 9 Uhr, 5 Grad, ziemlich bewölkt, das Stückchen blauer Resthimmel verflüchtigt sich zusehends…
Tja…heute schüttet es den ganzen lieben langen Tag, als hätte Petrus vergessen den Hahn zuzudrehen.
Perfekte Bedingungen für einen Waschtag „deluxe“.
Draussen tropft es, drinnen tropft das Kondenswasser von den Wasserrohren.
Während die Socken im Trockner Samba tanzen bis sie heiss sind, lese ich gemütlich nach, was die anderen „Pingus“ so treiben. Die einen sind oder gehen gerade in heimische Gefilde, andere sind noch auf Abenteuerfahrt.
Zwischendurch philosophiere ich ein bisschen über die letzten Tage und freue mich dabei wie Bolle über mein Abschiedsgeschenk; ein Stirnband von Nancy und Mario! 🥰
Damit sehe ich jetzt offiziell aus wie eine Mischung aus Sportskanone und Survival-Experte…nur…eben gerade im Regen.☔️
Jedes Mal, wenn ich durch den Regen zum Servicehaus sprinte, also eher wie ein nasser „Pinguin“ durch die Pfützen stolpere, komme ich am ziemlich einzigen Baum vorbei, der sich gerade zwischen all den goldblättrigen Birken herbstlich rot färbt.
Schön🤩
Und ein paar sonnige Fotos der letzten Tage 😊Læs mere
Unterwegs im Regen – Abenteuer E4
22. september 2025, Sverige ⋅ 🌧 9 °C
Montag, 9 Uhr, 7 Grad, Regen…
Heute fahren wir weiter gen Süden.
Klingt romantisch, oder?
Sonne, Freiheit, offener Horizont.
In Wirklichkeit: es regnet nonstop und zwischen Skellefteå und Umeå ist die Autobahn E4 ein einziger Baustellenparcours. Manchmal sogar nur einspurig.
Und dann diese Ampeln mitten im Nirgendwo. Vorher immer ein Schild: „Bei Rot anhalten“…als ob man sonst auf die Idee käme, einfach im Slalom weiterzufahren. Manchmal stehen sogar Schranken davor. Wird’s grün, geht sie hoch, als wäre man im Freizeitpark!😂
Da es ununterbrochen regnet, flüchten wir in Umeå in den „Dollar Store“ ein Gemischtwarengeschäft mit einer breiten Palette von Produkten des täglichen Bedarfs.
Viel Drogerie, viel Haushalt, viel Deko, noch mehr Süssigkeiten und irgendwo dazwischen ein Wäscheständer, ein pinker Bademantel und Batterien im XXL-Pack.
Wir brauchen eigentlich nur Weichspüler und Kehrichtsäcke.
Ich brauche…ganz objektiv betrachtet…zusätzlich noch einen kleinen Blick ins Sortiment. 😇
Und dann passiert’s:
Mitten zwischen Halloween-Kürbissen und Duftkerzen entdecken meine mittlerweile etwas müden Augen erste Weihnachtsvorboten!
Ein knallroter Pulli, vorne drauf: ein Weihnachtsmann, kopfüber im Kamin steckend…BACK IN BUSINESS 🎅🏻😅
Nach diesem modischen Schock fahren wir nach Degernäs.
Dort geht René beim hiesigen Wohnmobilhändler shoppen.
Unsere Wasserpumpe klingt seit einiger Zeit so, als würde man jemandem den Hals zudrücken bis er röchelt. Ausserdem will die Aussendusche einfach nicht aufhören zu plätschern, sobald man den Schlauch entfernt.
Sehr dekorativ, aber eher unpraktisch, wenn man keine nassen Füsse im Wohnmobil möchte.
Trotz des Dauerregens tauscht mein Schatz beide Teile aus.
Die Wasserpumpe schnurrt nun wieder wie ein zufriedenes Kätzchen und der Anschluss der Aussendusche ist jetzt auch dicht!
Ja…definitiv…ich weiss was ich an meinem Mann habe, er ist ein Alleskönner!
Und das Beste: Zwischen all dem Können, Machen und Meistern
hat er immer noch Zeit für mich❣️🥰Læs mere

RejsendeLiebe Sonja, es ist immer wieder ein Freude, Deine Texte zu lesen. Du zauberst mir und ich denke vielen anderen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.
Fleischbällchen und weisse Kathedrale 😊
23. september 2025, Sverige ⋅ ⛅ 10 °C
Dienstag, 8 Uhr, 5 Grad, windig, aber fast wolkenlos und damit richtig schön.
Hinter uns liegt eine stürmische Nacht. Doch das Unwetter hat offenbar eine nützliche Nebenwirkung gehabt.
Die dicken Regenwolken sind verschwunden.
Stattdessen ziehen laut schnatternde Gänse in perfekter V-Formation über uns hinweg. Das Feld hinter uns ist derzeit so etwas wie ein internationaler Flughafen für Federvieh: Ankunft, Abflug, Zwischenstopp – alles dabei. Man möchte fast meinen, sie halten dort noch schnell eine Routenbesprechung ab, bevor sie weiterziehen.
Unser Ziel heute; Härnösand.
Die Fahrt dorthin führt uns über die E4 entlang der berühmten „Höga Kusten“. Die Strecke ist hügelig, teilweise felsig und…immer wieder beeindruckend.
In Docksta legen wir traditionell unseren Mittagshalt ein, im Restaurant „Docksta Baren“, unserer persönlichen „Stammbeiz“.
Punkt 12 Uhr parken wir zwischen den LKW’s, die hier ebenfalls zur Pause einkehren. Auf dem Menü steht heute: Köttbullar med potatis/Fleischbällchen mit Kartoffeln. Dazu Salatbuffet, Kaffee, Kuchen und Getränke – alles für rund 25 Franken. Preiswert, sättigend, und vor allem: lecker. 😋
Gestärkt machen wir einen kurzen Abstecher von der E4. Beim „Hotel High Coast“ geniessen wir den Ausblick auf die imposante Högakustenbron. Das Wetter meint es gut mit uns, und so haben wir freie Sicht auf den Fluss Ångermanälven, die vorgelagerten Inseln und natürlich die Brücke selbst.
Ein paar Fakten für die Statistikfreunde: eröffnet 1997, Länge 1’867 Meter, Höhe 186 Meter, Fahrbahn 40 Meter über dem Wasser und damit das zweithöchste Bauwerk Schwedens.
Am Nachmittag erreichen wir Härnösand und beziehen…natürlich traditionsgemäss…unseren Stellplatz im Nattvikenhamn, direkt am Wasser. Von dort starten wir zu einem Stadtbummel.
Aktuell wird die Hauptbrücke zur Innenstadt saniert. Die Schweden haben die Sache pragmatisch gelöst, direkt daneben wurde kurzerhand ein Provisorium gebaut.
Die Fussgängerzone lädt zum „Käfele ond Lädele“ ein und führt direkt zum zentralen „Stora Torget“. Hier säumen prachtvolle Gebäude aus der Zeit um 1900 den Platz. Besonders sehenswert: die weisse Kathedrale von 1846. Sie ist zwar die kleinste Kathedrale Schwedens, gilt aber dennoch als eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Landes. Gleich daneben steht das Rathaus von 1791, das als das schönste Rathaus Schwedens bezeichnet wird. Unser Rundgang endet am ehemaligen Gerichtsgebäude im Jugendstil von 1905, das heute als Gesundheitszentrum dient…eine ziemlich charmante Zweckänderung🫣😅.
Unser Fazit: Härnösand ist überschaubar, freundlich und gemütlich. Genau die richtige Mischung, um den Tag nach stürmischer Nacht, Baustellenautobahn und Fleischbällchenmahlzeit ausklingen zu lassen. 🥰Læs mere
Exkursion Insel Härnön…
24. september 2025, Sverige ⋅ 🌙 12 °C
Mittwoch, 9 Uhr, 8 Grad, Sonnen-Wolken-Mix…
Wir haben beschlossen: Heute erobern wir die kleine Insel Härnön! Los geht’s.
Zuerst hoch auf den Berg, 175 Meter über dem Meeresspiegel. Oben erwarten uns schon zwei hübsche Rehe – wahrscheinlich unser persönliches Begrüssungskomitee.
Am Gipfel steht der Aussichtsturm „utsiktstorn“.
Von hier aus kann man ganz Härnösand sehen, das südliche Sund, das Skigebiet und…leider eine Armee von Windrädern.
Noch was zum Turm;
Das heutige Turmgebäude wurde 2007 gebaut, es gibt nebst der Treppen sogar einen Lift nach oben…nobel nobel…
Der Turm soll in seiner Form an eine „vårdkase“ erinnern.
Das war in früheren Zeiten ein Signalfeuer, das auf Hügeln oder Bergen errichtet wurde, um bei Gefahr oder zur Warnung sichtbare Signale zu senden.
Danach kurven wir den Berg wieder runter, nochmals an den Rehen vorbei und avisieren das nächste Ziel: Das Naturreservat „Smitingen“ mit mega tollem Badestrand und jenster Wanderrouten.
Das ganze Naturreservat soll ein spannendes Gebiet sein, wo man viel entdecken kann, Höhlen, Felsvorsprünge, Findlinge und ein See, quasi der Abenteuerpark für Erwachsene.
Wir entscheiden uns für die „Grottenwanderung“.
Ein gut begehbarer Weg führt uns zwischen hohen Kiefern hindurch, der Waldboden ist bedeckt von weichem Moos und sämtlichen Beerenstauden die hier gedeihen. Irgendwann kommt eine Abzweigung, die Beschaffenheit des Weges ändert sich abrupt und es wird ein „über Stock-und Stein“-Parcours…was hier keine Redensart, sondern Wirklichkeit ist! Jeder Schritt erinnerte mich daran, dass dies kein einfacher Spaziergang werden wird.
Je höher wir steigen, desto steiniger wird der Pfad. Glatte Granitblöcke liegen wie riesige Treppen vor uns und meine Hände suchen Halt an den rauen Flächen. Manchmal muss ich mich fast hochziehen, die Knie spüren die Anstrengung, aber gleichzeitig weckt es in mir dieses prickelnde Gefühl von Abenteuer.
Ja…irgendwie hab ich’s vermutet; die Felsen werden wilder, kantiger, fast wie erstarrte Wellen aus Stein. Zwischen ihnen verbergen sich dunkle Spalten und geheimnisvolle Öffnungen.
An einigen Stellen hat man vorsichtshalber Seile oder ein kurzes Geländer montiert um einigermassen sicher über allfällige Felsspalten zu gelangen oder die glatten und steilen Felsen zu bewältigen.
Auf einem Felsenplateau öffnet sich vor uns der Blick auf die Weite der Ostsee. Sehr schön…entspannend und irgendwie beruhigend.
Nun…wir wollen ja eigentlich die Grotten besichtigen und ehrlich…hm…der Weg wird nicht einfacher.
Es geht stetig und steil runter. Manchmal setze ich mich einfach auf meinen Hosenboden und rutsche elegant auf den glatt geschliffenen Felsen abwärts. Manchmal bin ich froh steht ein Baum im Weg oder eine starke Wurzel ragt zwischen den Felsen hervor, wo ich mich einfach festhalten kann.
Unsere Wanderung ist in eine echte Kletterpartie ausgeartet!🫣
Dann…endlich…mit pochendem Herzen beuge ich mich in die erste Grotte hinein. Die Luft ist kühl, feucht, und es riecht nach uraltem Stein…oder wie in einem alten Kellergewölbe😅
Wir kraxeln weiter zur zweiten Grotte. Die Formen der Grotten wirken bizarr, ich taste über die glatte Wand und stelle mir vor, wie Wasser und Eis über Jahrtausende dieses Werk geschaffen haben.
Nun sind wir an einem Punkt…also…eigentlich…ehrlicherweise meine Wenigkeit…
Der Weg, der mit orangen Punkten immer nur nach unten führt, Richtung Meeresspiegel, wird mir zu Mühsam. Im Endeffekt…ich muss wieder alles rauf klettern…nein…ich mag nicht mehr.
Hier brechen wir das Unternehmen „Grotten“ ab und machen uns wieder auf den beschwerlichen Weg nach oben.
Irgendwann bin ich einfach froh wieder auf dem „Stock-und Stein-Weg“ zu sein. Und…jaaa…genau da passiert‘s…irgend eine dicke Wurzel hat sich mich als Opfer ausgesucht, streckt ihre alte Wurzel wie knorrige Finger nach mir, lässt mich stolpern und ich fliege in hohem Bogen, der ganzen Länge nach bäuchlings auf den verwurzelten Waldboden.
Meine Güte…Ich weiss doch dass ich nicht wirklich gut fliegen kann…aber…landen…noch weniger. Autsch!
Nun liege ich auf Augenhöhe mit Heidekraut, Heidelbeeren, Pilzen und Preiselbeerstauden und muss nun zuerst die Funktionstüchtigkeit verschiedener Gelenke überprüfen. Alles lässt sich bewegen, eine kleine Schürfwunde am linken Knie konnte ich nicht vermeiden.🩹🫣
Herzschlag: rasend!
Alles nochmal gut gelaufen!
Nach all dem über Stock-und-Stein-Abenteuer: Abendessen deluxe.
Wir übernachten im Naturreservat und gönnen uns etwas Deftiges: Gschwöuti met Chäs – oder auf gut Deutsch: Pellkartoffeln mit Käse. 🧀😋 Ein Hoch auf die kleinen Freuden nach einem Tag voller waghalsiger Kletterpartien und Abenteuer.
Fazit: Wanderung über Stock, Stein und Fels, Stolpern, Rutschen, Grotten…alles drin. Jeder Schritt wertvoll, jede Schürfwunde eine Ehrenmedaille. 🥰Læs mere
„Västanåfallets Naturreservat“🥾🥾
25. september 2025, Sverige ⋅ ⛅ 14 °C
Donnerstag, 8.30 Uhr, 6 Grad, allerfeinster Sonnenschein 😎 und…windstill!
Bevor wir losfahren, gönne ich mir noch einen Abschiedsspaziergang durch den Kiefernwald zum Strand. Dort liegt die Bucht, sonnenüberflutet, das Wasser rollt sanft plätschernd über den feinen Sand.… Romantik pur.
Einziger Haken: keine Muscheln!
Hm…Wahrscheinlich…Ich denke mal…haben die Schweden die alle ordentlich im IKEA-Regal verstaut.🫣
Dann, als letzter Gruss: Ein Auerhahn flattert uns vor die Nase. Ich deute das mal als „Gute Reise“ oder als Warnung, dass die Wanderwege heute wieder spannend werden könnten…😅
In Härnösand wird das Pflichtprogramm absolviert. Trinkwasser auffüllen, Ballast entsorgen und dann raus auf die Nebenstrassen.
Wir cruisen gemütlich durch, Wälder, Siedlungen und vorbei an ruhig daliegenden Seen.
Bei der „Stigsjö kyrka“ von 1785 machen wir Frühstückspause. Kirche? Natürlich geschlossen. Aber dafür…Geruch von trockenen Blättern und frisch gemähtem Gras. Auch nicht schlecht 🥰
Heute keine Marathon-Etappe, sondern direkt zum „Västanåfallets Naturreservat“, etwa 50 Kilometer.
Dort erwartet uns das Herzstück
in diesem Narurreservat.
Der Wasserfall Västanåfallet, ein Kaskadenwasserfall mit einer Fallhöhe von über 90 Metern.
Damit gehört er zu den höchsten Wasserfällen in Schweden.
Der Fussweg führt über das Gelände, auf dem eine nachgebaute Mühle steht. Wir kommen vorbei an verschiedenen Häusern, die während der Sommersaison ein Kaffee, eine kleine Schmiede und ein Museum beherbergen.
Von hier aus führt uns ein gemütlicher Spazierweg Richtung Wasserfall. Doch dann…wieder der Klassiker!!!…über Stock-und-Stein-Parcours.
Meine Schuhe stöhnen schon leise „nicht schon wieder“.😅
Als Erleichterung sind auch mal einige Treppen eingebaut, die uns zu verschiedenen Aussichtspunkten direkt neben dem…ja…wirklich…wunderschönen Wasserfall führen.
Das Wasser donnert spektakulär in die Tiefe, während wir klettern, als hätten wir einen Fitnessvertrag unterschrieben.
Ganz oben angekommen geht’s über eine Brücke wo wir mit einem sensationellen Ausblick auf den Wasserfall belohnt werden.
Auf der anderen Seite geht’s dann wieder steil nach unten.
Hier, direkt zwischen herunter stürzendem Wasserfall und Wald, liegt eine Wasserrutsche aus Stahlblech, wo ab 1861 bis in die 1950er Jahre gefällte Bäume nach unten in den See befördert und wo sie dann zu Sägereien geflösst wurden.
Gerade frage ich mich, ob sich da schon mal jemand getraut hat, selber runter zu rutschen???
Wäre bestimmt eine Gaudi 😅
Zwischendurch ein bisschen Geschichte;
-Früher stand hier eine Getreidemühle, dessen Mühlsteine vom herabstürzenden Wasser angetrieben wurde, heute sind nur noch Fundamente da.
-Eine nachgebaute Mühle mit Wasserrad gibt’s noch zu sehen, und…ist garantiert ungefährlicher als eine Rutschpartie in der Wasserrutsche🫣😅
Alles in allem: Eine kurze, aber knackige Wanderung in einer Kulisse, die einen dauernd zwischen „Oh wie schön!“ und „Achtung rutschig“ schwanken lässt. 🥰
Heute schlagen wir unser Nachtlager hier auf, mit Wasserfallrauschen als Einschlafmusik.Læs mere
Jackpot…„Ställplats Källskär“🥰
26. september 2025, Sverige ⋅ 🌙 12 °C
Freitag, 9 Uhr, 3 Grad, wieder Sonnen-Wolken-Mix
Heute Morgen liegt der erste Raureif dekorativ über die Landschaft drapiert. Bis ich jedoch aus meinem kuscheligen Bett raus finde, hat sich dieser grösstenteils verdünnisiert und liegt nur noch in schattigen Senken.
Heute steht die Devise: „Gen Süden…wir haben ja sonst nichts zu tun.“
In Sundsvall essen wir Frühstück mit Aussicht auf den Bottnischen Meerbusen, neben einem alten aber gut gepflegten „Dampfross“.
Nach einem kleinen Abstecher zur hiesigen Gastankstelle rollen wir weiter.
Via Hudiksvall und ein paar Schleichwegen erreichen wir am frühen Nachmittag Söderhamn. Dort lockt der „Citycamping Ställplats“…klingt grossstädtisch, ist aber schlicht voll!
Kein Wunder: 20 Grad, Sonne, Schweden im Spätsommer modus…tja…alle scheinen die gleiche Idee gehabt zu haben.🫣
Nun…es bringt nichts…ob wir wollen oder nicht…wir fahren noch ein wenig weiter und finden den „Ställplats Källskär“. Jackpot!
Direkt am Wasser, Ausblick auf die Schären, Idylle pur. Fast zu schön, um wahr zu sein.
In einer windgeschützten Bucht liegt eine ganz kleine Anlegestelle für einige Motor-und Ruderboote.
Etwas schräg vor uns erblicken wir eine etwas unwirklich erscheinende Insel.
Auf den ersten Blick: Ist es eine Geisterinsel? Ein Fleck Winter im Herbst? Oder hat ein Feuer die Insel in Asche gehüllt?
Nein…alles falsch…die bittere Wahrheit: Willkommen auf Brändskär, dem exklusivsten Vogelklo Nordschwedens.
Die Vögel, allen voran die Kormorane verwandeln Inseln, die einst grüne, beliebte Ausflugsziele waren, in ausgedörrte Eilande mit blattlosen Baumgerippen. Und…ein Kormoran frisst rund 500 Gramm kleine Fische pro Tag. Bei Kolonien von bis zu 3’000 Vögeln ergibt das mal eben…hm hm hm…1’500 Kilo Fisch am Tag!Die Fischer fühlen sich deshalb um ihren Fang gebracht. Genervte Anwohner vertreiben die Vögel mit Gaskanonen. Der Lärm verjagt die Vögel, allerdings suchen sie sich einfach die nächste Nachbarinsel, um sich dort niederzulassen und da fröhlich weiter zu fressen und zu…sorry…scheissen😬😵💫Læs mere
Stellplatz-Odyssee bis Malmön…
27. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 11 °C
Samstag, 8 Uhr, 7 Grad, gerade noch mehr Bewölkung statt Sonne!
Aber…was noch nicht ist, kann ja noch werden 🤫
Wir rollen gemütlich weiter auf der „Jungfrukustvägen“, was sich nach einer romantischen Küstenstrasse anhört, entpuppt sich allerdings eher als „Entfernungskustvägen“. Von Küste keine Spur. Aber gut, Wald, Wiesen und schwedische Ruhe haben ja auch was.😊
Unterwegs träumen wir schon von Gysinge: Herrschaftshaus, Parkanlage, Fluss, historische Gemäuer…alles klingt nach Postkartenmotiv plus Kaffee und Kuchen.
Doch kurz vor dem Ziel: Oh neiiiin…Voll belegt!
Und das Beste: Zahlen darf man nur online. Dort erfahren wir auch gleich, dass bis Sonntag alles ausgebucht ist.
Sala? Voll! Västerås? Voll!
An dieser Stelle denken wir ernsthaft über einen Namen für unsere Tour nach: „Die grosse Stellplatz-Safari! Bigler’s auf der Suche nach den letzten Quadratmetern Stellplatz“…oder so🫣
Nun…auch die Schweden geniessen nochmals die schönen Tage mit angenehmen Temperaturen 😎
Wir fahren also durch endlose Landwirtschaften, frisch gepflügte Felder, der Duft von Erde und Traktorromantik in der Nase.
Schon fast aufgegeben, da geschieht das Wunder dank der Beharrlichkeit von meinem Schatz.
Am Nachmittag taucht er auf…der leere Stellplatz. Gross. Einladend. Einsam. Fast so, als hätte er nur uns erwartet. Wir sind Happy 😅
Malmön, direkt am Galten, einem Teil des Malärensees. Ist schlicht aber ein sehr hübsches Fleckchen im Grünen. Von hier könnte man mit dem Boot direkt bis in die Ostsee tuckern, vorausgesetzt, man hat ein Boot.
Wir spazieren noch gemütlich am Ufer entlang, Füsse vertreten, tief durchatmen. Um uns herum Ferienhäuser und jede Menge Inseln, vollgebaut mit noch mehr Ferienhäuser. An den Ufern reihen sich Boote aneinander, die für den Pendelverkehr zwischen Festland und Inseln zum Einsatz kommen.
Am Ende des Tages: doch noch eine wunderschöne Ecke gefunden. 🥰
Tja…Stellplätze mögen voll sein, das Glück findet man trotzdem, manchmal sogar zwischen Ferienhäusern und Bootsstegen.Læs mere
Hajstorp am Götakanal
29. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 9 °C
Sonntag, 9 Uhr, 9 Grad…und es scheint mir, dass es momentan eher ziemlich neblig ist als bewölkt 🫣
Trotzdem…oder vielleicht gerade deswegen sind wir wieder in Hajstorp am Götakanal gestrandet. 😅 Eigentlich wollten wir ja mal was Neues ausprobieren: Töreboda oder Lyrestad standen in unseren Köpfen ganz oben auf der Wunschliste.
Die Lage? Traumhaft! Direkt am Kanal, schnell in der City, quasi perfekt.
Aber naja… kennt ihr das, wenn man irgendwo steht und denkt; hm… irgendwie hübsch, aber der Funke springt nicht über?
Mein Schatz und ich haben uns angesehen; Ja? Nein? Vielleicht? …Nein!
Tja…und wie heisst es so schön? Der Täter kehrt immer wieder an den Tatort zurück! 😅
Also haben wir den „Luxus“ links liegen lassen und uns wieder für Hajstorp entschieden. Hier gibt’s kein Grossstadt-Feeling, sondern „nur“ herbstliche Stille. Mutterseelenallein thronen wir zwischen Schleusen und der alten Ingenieursvilla direkt am Götakanal.
Das Schleusenkaffee hatte heute Saisonfinale. Letzte Chance also, noch mal von dem verlockenden Kuchen zu essen. 🍰 Drinnen wie draussen war’s rappelvoll, denn irgendwann gegen Mittag hat sich der Nebel verabschiedet, etwas Bewölkung ist geblieben, dafür hat sich die Sonne auch noch gezeigt.
Die Wirtin, wie immer herzlich und mit Dauerlächeln, kassierte gleich noch unseren Stellplatz für drei Nächte ab. Win-win: Kuchen UND Parkplatz. 😋
Danach gab’s Frühjahrsputz im Herbst: René hat draussen gewienert, ich drinnen geackert…Teamwork! Es war auch allerhöchste Zeit… sagen wir so: Unsere Perle hatte dringend eine Schönheitskur nötig! 😅Læs mere
12-Schleusen-Radtour 🚴🏼♂️🚴♀️
29. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 12 °C
Montag, 9 Uhr, 10 Grad, kein Nebel, kein Wind…durch die Bewölkung blinzelt stellenweise etwas blauer Himmel…
Nun…wir waren schon so oft hier in Hajstorp, ich hab mir schon fast die Finger wundgeschrieben ob der vielen Fakten und Geschichten über den Ort, den Göta Kanal und trotzdem fasziniert mich das schwedische Wasserstrassen-Objekt jedes Mal aufs Neue.
Egal wann und wo wir auf die historischen Schleusen-oder Hafenanlagen zwischen Ostsee und Nordsee treffen, ein Besuch sind sie allemal wert.
Wir machen heute eine Velotour von Hajstorp nach Sjötorp, ein Weg ohne Schlenker rund 15 Kilometer.
Hier, zwischen alten Schleusenhäusern, beginnt die Geschichte des Göta Kanals auf ihrer letzten Etappe zum Vänernsee.
Im Jahr 1822 wurde dieser Abschnitt feierlich eingeweiht, König Karl XIV. Johan persönlich war dabei. Es war ein Symbol der schwedischen Ingenieurskunst; über 58 Schleusen verteilt auf fast 200 Kilometer sollte der Kanal Schweden wirtschaftlich verbinden, vom Kattegat (Nordsee) bis zur Ostsee. Besonders hier in Hajstorp spürt man diese Geschichte noch.
Hajstorp war einer der Orte, an denen der Göta-Kanal sich mit besonders viel Schleusen-Power durch die Landschaft fräsen musste.
Ganze vier Schleusen gibt es hier…es sind sozusagen die „Rolltreppen“ für Boote.
Ein Highlight ist ausserdem das alte Schleusenwärterhaus, heute ein hübsches Kaffee, da wohnten damals die, die Tag und Nacht das „Tor zum Wasseraufzug“ also die Schleusen bedienten.
Während früher das Schleusen ein ernstes Stück Arbeit war, ist es heute eine Touristenattraktion. Es ist immer interessant und faszinierend zu zuschauen wie Boote Zentimeter für Zentimeter hoch- oder runtergeschleust werden.
Heute sieht das Ganze ein bisschen anders aus: Statt schwitzender Matrosen gibt’s Segler in Polohemden, die eher mit Sonnencreme als mit Schwerlasten zu kämpfen haben.😉
Also…von Hajstorp windet sich der Radweg parallel zum Kanal weiter durch stille Wälder, vorbei an Wiesen, Feldern und kleinen Orten. Früher zogen Pferde die schweren Lastkähne am „Treudelpfad“ entlang, heute sind es Radfahrer und Spaziergänger, die den Weg nutzen.
Zwischen Hajstorp und Sjötorp mit insgesamt 12 Schleusen ist die Strecke fast wie ein Freilichtmuseum. Man bewegt sich auf denselben Wegen, auf denen Händler, Bauern und Seeleute vor 200 Jahren unterwegs waren.
Darum gibts auch am Wegesrand immer mal wieder was zu entdecken; zum Beispiel: die Ruinen von drei Kalköfen von 1819, deren Reste man unterhalb der Böschung im Gebüsch entdecken kann.
Oder…der grosse Stein, der auf einer Bergkuppe weit sichtbar liegt;
Angeblich sollen die Besatzungsmitglieder der Lastkähne untereinander
„Männlichkeitsproben“ abgehalten haben. Einmal die steile Bergböschung hinauflaufen und den Stein anheben…Neiiiin…diesen Stein kann nichts und niemand bewegen, nicht mal die „harten Kerle“ von damals.🫣😅
In Norrkvarns kurven wir mal durch die momentan leerstehende Hotelanlage und in Lyrestad inspizieren wir kurz den Ort und den hiesigen Stellplatz.
Es gibt nichts Neues!
Dafür ist die Natur abwechslungsreich, die Strecke läuft stetig etwas abwärts und schliesslich erreichen wir Sjötorp, das Tor zum Vänern.
Hier mündet der Kanal in den grössten See Schwedens.
Im 19. Jahrhundert herrschte in Sjötorp reges Treiben: Werften bauten Schiffe, Händler verluden Holz und Getreide, und die Schleusenwärter sorgten dafür, dass der Verkehr reibungslos funktionierte. Heute erinnert ein Kanalmuseum an diese Zeit, und in den Häfen liegen noch historische Schiffe. Die acht Schleusen von Sjötorp sind während der Sommermonate ein lebendiges Schauspiel: Boote aus aller Welt passieren die Schleusen.
Gerade…wie wir mit den Velos in Sjötorp an die letzte Schleuse vor dem See fahren, wird die Schaluppe Oskar II in den Vänernsee geschleust.
Oskar II ist ein Segelschiff. Es ist der Nachbau einer Schaluppe von 1903. Sie wurde von einer Gruppe von Enthusiasten auf der Sjötorp-Werft gebaut und lief 2004 vom Stapel.
Zwischen Hajstorp und Sjötorp lebt also die Verbindung von Geschichte und Natur.
Man wandert auf Spuren, die einst ein nationales Grossprojekt waren, und gleichzeitig geniesst man eine stille, fast zeitlose Landschaft. Der Kanal erzählt von Mut, Ingenieurskunst, harter Arbeit und bietet zugleich Ruhe, Schönheit und Begegnungen mit der schwedischen Natur.
Die heutige Fahrradtour am Göta Kanal war wieder mal ein Highlight mit allgegenwärtiger Geschichte, Natur und jeder Menge Spass.🥰Læs mere
Polarlichter 🤩
29. september 2025, Sverige ⋅ 🌙 8 °C
Für alle „Nachtschwärmer“…
Wetterroulette am Göta-Kanal🫣
30. september 2025, Sverige ⋅ ☁️ 10 °C
Dienstag, 9 Uhr, 7 Grad…hm…
links Sonnenschein, rechts Weltuntergangsstimmung…mal sehen welche Seite heute gewinnt.
Wir marschieren trotzdem tapfer in östlicher Richtung nach Töreboda am Göta-Kanal entlang. Boote? Fehlanzeige, die sind im Winterschlaf. Touristen? Ebenfalls ausgestorben. Ab und zu huscht eine Joggerin vorbei…vermutlich auf der Flucht vor dem Regen. Und das war’s dann mit „Menschenleben am Kanal“.
Gleich neben der altehrwürdigen Ingenieurvilla lugt ein langes, rotes Holzhaus hervor. Früher die „High-Tech-Zentrale“ von Hajstorp mit Reparaturwerkstatt, Schmiede und Tischlerei.
Und…das über 150 Jahre lang, bis 1978 Schluss war.
Ein Torbau dauerte drei bis vier Wochen, ausser man brauchte ein richtig grosses, dann gleich doppelt so lange. Aber immerhin hielten die Dinger 60 bis 70 Jahre. (Doppelt so lang als die allermeisten Küchen von heute!🫣)
Der legendäre Olle Jansson schaffte es bis zu seiner Rente 1979 mindestens 32 solcher Tore zu bauen.
Währenddessen macht das Wetter, was es will: erst Niesel, dann wieder Sonne, dann beides gleichzeitig. April im September.
Ich bleibe gefühlt alle 10 Meter stehen, um Vogelhäuschen zu fotografieren. Wer weiß, vielleicht ein neues Hobby? „Laubsäge deluxe“…mit Zertifikat vom Göta-Kanal😅 Nach der 32 Version vom Holzhaus mit Loch gebe ich aber auf. Zum Glück gibt’s genug anderes zu sehen: Pilze, buntgefärbte Bäume, ein paar hartgesottene Blümchen und natürlich den Kanal selbst, der stoisch so tut, als ginge ihn das Wetterchaos nichts an.
Nach rund 6 Kilometern erreichen wir in Töreboda die älteste, kürzeste und immer noch von handbetriebene Fussgänger-Fähre von Schweden. Darf ich Vorstellen? Lina von 1919!
Hier drehen wir lieber wieder um. Man soll sein Wetterglück schließlich nicht überstrapazieren. 😅Læs mere
Herbstreise von Hajstorp nach Hjo🍁🍂
1. oktober 2025, Sverige ⋅ ⛅ 10 °C
Mittwoch, 8 Uhr, 4 Grad, überwiegend sonnig…🌤️
Es gibt hier sooo viele alte,
wunderschön herbstlich dekorierte Bäume…aber nein... ein Specht lässt es sich nicht nehmen, genau sich diesen einen Baum auszuwählen, dessen Geäste sich direkt über unserer „Perle“ ausbreiten.
Also…auf dem untersten Ast…eigentlich gerade über unseren Köpfen, beginnt der Vogel mit seinen „Locharbeiten“…tok-tok-tok…
Es tönt, als würde er unserer „Perle“ direkt ins Hirn…äh…ihr aufs Dach picken🫣😅 René klopft mit der Faust von unten an die Decke und…tatsächlich es wird wieder still.
Nicht lange! Immer wieder trippelt und trappelt es auf unserem Dach…plötzlich klappert es, eine Eichel landet hüpfend…tak…tak…tak…tak…bis sie irgendwo gegen rollt und liegen bleibt. Für den Specht vielleicht ein Zeichen weiterzumachen…im Akkord…tok-tok-tok-tok…noch schneller…noch lauter 🫣😅
Aus dem Bett heraus versuche ich den Specht durch das Dachfenster zu erspähen. Aber die alte Eiche hat noch zu viele Blätter.
Wir verlassen Hajstorp, das sich langsam in den Winterschlaf kuschelt, und rollen weiter…
Ziel: Hjo, die kleine „Holzperle“ am Vättern-See.
Knapp 10.000 Einwohner, im Sommer quirlig wie ein Festivalgelände, jetzt aber eher verträumt und ruhig.
Am frühen Nachmittag tuckern wir auf den „Hjo Camping“ direkt am See. Strom an, Stühle raus, Sonnenstrahlen ins Gesicht…Schweden kann so einfach sein☀️😊
Doch die Füsse kribbeln.
Also geht’s los, am Ufer entlang, hinein in den Stadtpark von Hjo.
Hier weht noch der Charme vergangener Zeiten.
Ab 1873 war Hjo ein angesagter Kurort, und die pastellfarbenen Holzhäuser im Schweizerstil erinnern noch an die glorreiche Badekultur. Heute steckt darin alles Mögliche, von Jugendherberge über Aquarium bis hin zum Stadtmuseum.
Kein Wunder, dass Hjo 1990 den Europa-Nostra-Preis bekam.
So viel liebevoll gepflegte „Holzgeschichte“ auf einem Fleck findet man noch selten.
Wir spazieren durch den Park, vorbei an den wunderschönen Holzhäusern, unter knorrigen Eichen, über Brücken und Stege, vorbei an Teichen, Rabatten und Springbrunnen. Und immer wieder blitzt er durch…der Vättern, der zweitgrösste See Schwedens, so weit, dass er fast wie ein Meer wirkt.
Schliesslich landen wir im Hafen.
Auch jetzt in der Nachsaison hat er etwas Lebendiges. Im Sommer tobt hier das Leben, Kaffees, Fischrestaurants, Eisstände und Ausflugsschiffe.
Heute geniessen wir einfach den Blick aufs Wasser, den Geruch von Holzhäusern und das Gefühl, dass hier die Zeit gerade ein bisschen langsamer tickt.
Insgesamt hat Hjo einen ganz besonderen Charme, eine fast nostalgische Atmosphäre…hm…wie ein Ort, der die Zeit ein wenig langsamer laufen lässt.
Einfach gemütlich 🥰Læs mere






































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Rejsende
🤩
RejsendeTraumhaft schön! Danke für die Fotos und Bericht!
RejsendeBitteschön 😊