• Katrin Nassal
  • Katrin Nassal

Japan November 25

Ich reise 26 Tage alleine durch Japan: von Tokyo mit Zwischenstationen bis Hiroshima und zurück. Okumaya devam et
  • Gezinin başlangıcı
    3 Kasım 2025

    3.11. Entspannter Start

    20 Ekim 2025, Almanya ⋅ ☁️ 13 °C

    Da ich die Verspätung des Zugs von Stuttgart nach Frankfurt eingeplant hatte, kam ich trotzdem sehr frühzeitig in Frankfurt am Flughafen an - gegen 10.40 Uhr, d.h. noch immer weit mehr als 3 Stunden vor Abflug . Das Prozedere beim Checkin (Bordkarte und Gepäckabgabe) ist inzwischen voll automatengeleitet -ohne menschliches Personal. Es ging dadurch aber alles recht zügig. Außerdem war mein Abflug war von Terminal 1, so dass ich diesmal nicht erst mit der ShuttleBahn zum Terminal 2 musste. Ich hatte somit noch VIEL Zeit nach der Sicherheitskontrolle von Body und Handgepäck. Ich konnte in Ruhe Kaffee trinken und in einem der kabinenartigen Chill-Drehsessel in der Bording-Area entspannen, bevor ich ins enge Flugzeug steigen musste. Der Start am 3.11. in Frankfurt war für 14.05 Uhr geplant, tatsächlich starteten wir aber über 30 Minuten später.Okumaya devam et

  • 3./4.11. Flug von Frankfurt nach Tokyo

    4 Kasım 2025, Almanya ⋅ ☁️ 10 °C

    Den halben Erdball
    und die Zeit überwinden
    beim Flug nach Japan

    Der über 12stündige Flug mit der Lufthansa über Nacht war insgesamt recht angenehm. Ich hatte mehr Platz als erwartet: für meine Beine. Es gab gar keinen direkten Fensterplatz in meiner Sitzreihe (nur jeweils 2 statt 3 Plätze). Das heißt: Zwischen dem Fenster und meinem Mittelplatz war etwa ein halber Meter komplett frei. Schlafen konnte ich zwar nicht, hatte aber eine nette junge Französin neben mir und gutes japanisches Essen.Okumaya devam et

  • 4.11. Ankunft in Tokyo, Jetlag

    4 Kasım 2025, Almanya ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach ca 13 Stunden Flugzeit bin ich zwar komplett schlaflos, aber heil in Tokyo angekommen... Meine Energie reichte noch für Einreise- und Zollformulare, für das Eintauschen des schicken Japan Railpass-Vouchers in ein ganz kleines dünnes Pappticket (604.-€ Wert - ist bei Verlust NICHT ersetzbar!), Kauf einer SUICA- Card für die Öffi- Fahrten innerhalb Tokyos, 100 Dollars in Yen wechseln, eine physische japanische Simcard (hier ohne Telefonnummer) und unbegrenztes Datenvolumen für 30 Tage kaufen, mit der Metro 50 min Richtung Hotel fahren. So weit so gut. Ab da hatte ich leider mehr Ausfälle als Erfolg bei meinen weiteren Schritten.
    1. Panne: Ich landete ich im falschen Hotel der APA- Kette und musste mich später beim richtigen noch eine Weile draußen herumtreiben bis die Check-In- Zeit erreicht war. Nach einer Dusche bin ich dann nochmal mit zwei Metros 40 min zum Metropolitan Government Building gefahren, wo ich die in Reisebüchern beworbene angeblich großartige Gratis-Aussicht von den insgesamt ZWEI Towers des Government-Buildings hätte genießen wollen.
    2. Panne: Nur um bei der Ankunft dort feststellen zu müssen, dass die Menschenschlangen der Wartenden dreireihig und mindestens 800 m lang waren. Ausgerechnet heute war nur EIN Tower der Twins geöffnet! Ich strich also meinen heutigen ersten und einzigen Programmpunkt "Aussicht über das abendliche Tokyo im Lichtermeer".
    Schön war aber das Ende der Lightshow außen am Rathaus-Gebäude mit Musik, das ich noch ein paar letzte Minuten vor Showende in Rückenlage auf einem Kunstrasen davor genießen konnte.
    3. Panne: Die Tomatennudeln im Schnellrestaurant, die ich wegen akuter Hungerattacke dort zwar NICHT bestellt, aber leider statt den Carbonara (rechts im Bild) dann bekommen habe, waren dagegen teuer und scheußlich! Witzig dort war der Bedienungsroboter (fahrendes Regal mit sprechendem Katzengesicht im Display), der mit gefüllten Tellern aus der Küche an die Tische fuhr und mit schmeichelnder Katzenstimme seine Lieferung am Tisch anpries bzw. erklärte....
    4. Panne: Auf der Rückfahrt stieg ich zu früh aus der Metro aus, weil ich nebenbei im Handy die für morgen gebuchte Free-walking-Stadtführung bestätigen sollte. Nach weiteren unnötigen Umwegen zu Fuß bin ich nun endlich im Hotelbett und kämpfe mit zufallenden Augenlidern und Matschbirne. Zur Erbauung und Illustration ein paar erste Bilder anbei.
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  • Bilder vom 5.11. - erster Tag in Tokyo

    5 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☁️ 13 °C
  • 5.11. Der erste volle Tag in Tokio

    6–10 Kas 2025, Japonya ⋅ ☁️ 12 °C

    " VOLL" im doppelten Wortsinn: mein erster ganzer Tag in Japan war angefüllt mit vielen verschiedenen Orten, Eindrücken und Unternehmungen. Wer mich kennt, wird sich darüber wenig wundern...
    Pläne führen mich
    zum Treffpunkt, Schrein, Museum.
    Das gibt Sicherheit.

    Erstmal die Bilder, die euch, liebe " Verfolger", sowieso mehr interessieren als das penible Aufzählen von Ortsnamen und touristischen Events...
    Weil manche von euch aber schon selbst hier waren und weil ich den Blog ja auch als Erinnerungsstütze für mich selbst bestücke, gibt's natürlich auch ein paar Bildunterschriften mit Ortsangaben.
    Ganz kurz: vormittags war ich alleine im UENO- Park und wollte eigentlich ins GROSSE Nationalmuseum, aber vor lauter Schreine angucken, Schicksalssprüche ziehen (zuerst "unsicheres Glück", dann ganz üble Zukunftsaussichten und im dritten Versuch endlich perfektes Glück) und durch den "Heute mal gaaanz langsam anfangen"-Modus" kam und wollte ich auch nicht mehr ins superberühmte NATIONALMUSEUM - ein RIESIGER Komplex aus vielen Gebäuden in einem RIESIGEN Park. Irgendwo in diesem Gelände gab es eine ' Memorial Hall" für einen Maler Ende 19. /Anfang 20. Jhd. , dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe. Das hat mir für heute gereicht. Und: Nur mit Rennen und mit der Metro hab ich es dann grade noch rechtzeitig zurück zum Treffpunkt für den -vom Anbieter kurzfristig auf den Nachmittag verschobenen -sogenannten "Guruwalk" geschafft - einer gratis Führung durch das Viertel Akusa. Unsere "english- Group" hatte nur 6 TN - das war super!
    Danach ging ich alleine und diesmal lecker und megagünstig essen. Alles zusammen inklusive grüner Tee) nur 920 Yen - das sind z. Zt etwa 5 €. Und anschließend für ca 3,50 € in eine öffentliche Badeanstalt -die heißen hier Sento (Onsen offenbar nur die mit echten heißen Quellen). Mit über 40 Grad heißen Wasser- Becken. Das ist ein Erlebnis der besonderen Art - lauter nackte Frauen, die auf kleinen Plastikhockern vor fast bodentief angebrachten Wasserhähnen hocken und ihren Körper VORHER superlange und SEHR gründlich abSCHRUBBEN!!! Alles außer mir waren gut ausgerüstet mit Shampoo etc. Und natürlich war ich auch die Einzige, die geschlossene Türen im Obergeschoss geöffnet hat: Die linke führte direkt zum Ruheraum der nackten Männer (" ähhh- sorry! " ), die rechte. in eine wunderbare Sauna. Leider war letzteres AUCH verboten - weil ich nicht extra dafür bezahlt hatte! Das erklärte mir nicht etwa die Badeaufsicht, sondern eine (über)eifrige mit uns badende Frau. Über die mir stark auffallende "Regelhörigkeit" im Alltag berichte ich ein andermal...
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  • 6.11. Mori-Tower und Treffen mit Cousin

    7 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 13 °C

    Endloses Häusermeer
    Fünfzig Stockwerke tiefer
    Tokyo extrem
    Vormittags erst einmal eine mehr als halbstündige Metrofahrt nach Roppongi. Dort ist der Mori- Tower mit der berühmten Riesenspinne "Maman" von Luise Bourgeois davor, einem "Observatory-skydeck" (geschlossener Innenraum) im 53. (!) Stock und dem Mori- Art- Museum, das sich offenbar auf berühmte Architekten spezialisiert hat. Da die Räume (siehe das Foto mit dem steilen Rolltreppenzugang) unglaublich HOCH sind, war es bei der aktuellen Ausstellung über den japanischen Architekten Sou Fujimoto möglich, sein Expo 25- Bauwerk in Osaka, das über 20 Meter hoch ist/ war(?), hier mit einem kleinen Ausschnitt im Maßstab 1:5 nach zu bauen: der "große Ring"- komplett aus Holz gebaut. Faszinierend "crazy" waren die miteinander sprechenden Bauwerke von Fujimoto aus aller Welt - sie waren etwa kindergroß aus Plüsch- also weich ! -kicherten und bewegten sich beim Sprechen...
    Dass ich mir da oben anschließend einen Matchatee mit Milch gönnte, ist ebenfalls dokumentiert.
    Von einem Fenster aus entdeckte ich eine Grünfläche, die ich mir nur als Friedhof erklären konnte.
    Wieder unten angekommen, suchte ich also den "Friedhof Roppongi". Google Maps führte mich dann zu einer engen Fläche ohne Grün, umgeben von einem hohen Maschendrahtzaun. Als ich durch das Tor ging, wollte mich der Aufpasser zunächst nicht aufs Gelände lassen, aber ich hab was von "nur 5 Minuten" gestammelt und bin schnell rein gewitscht. Obwohl sich die Japaner meistens feierlich buddhistisch begraben lassen, war dieser zugebaute Platz hier bar jeder Spiritualität oder gar Romantik. Und doch hatte die Parallele zwischen den kleinen hässlichen Steinquadern in Reih und Glied für die Toten und den dahinter hoch aufragenden Wohnklötzen für die Lebenden etwas Faszinierendes....
    Was die mit Schriftzeichen bemalten hölzernen " Langlaufskier" in den metallenen "Schirmständern" (exakt SO sehen die aus) hinter den Grabsteinen bedeuten, fragte ich später am Tag Cousin Andreas. Er meinte, das seien Gebete (Mantren?) für die Verstorbenen in Sanskrit.

    Es reichte mir grade so zurück ins Hotel nach Asakusa, um dort die Tasche mit meinen Mitbringseln zu schnappen und zu dem Cafe in der Nähe zu eilen, das mein Cousin Andreas erst heute als Treffpunkt vorgeschlagen hatte. Obwohl wir uns seit über 50 Jahren nicht gesehen haben, erkannten wir uns natürlich sofort - zwei Langnasen zwischen lauter Japanern, hihi! Außerdem hatte er beim Lachen genau denselben verschmitzen Gesichtsausdruck wie seine Schwester. die ich vor etwa einem Jahr ebenfalls nach fast 30 Jahren ohne Kontakt über eine Internetrecherche wieder "gefunden" habe. Nach beinahe 2 Stunden Plaudern im Café, brachen wir dann nach Ueno auf. Nicht weit von meiner gestrigen Parktour hatte Andreas in einem kleinen Restaurant reserviert. Wir bekamen viele Gänge wunderbar köstlicher "Kleinigkeiten", nacheinander serviert. Die Dame des Hauses erklärte alles - manches kannte selbst Andreas nicht in der hier servierten Art und Kombination... So viel verschiedenes jedenfalls, dass wir hinterher beide mehr als wohlig gesättigt waren... Dazu gab es 2 verschiedene Sorten wunderbar mildfruchtigen Sake - Reiswein, der in kleinen " Schnapsgläschen" genossen wird. Sake hat zwischen 14 und 17 Prozent Alkohol. Von so einer kleinen Menge (3, 4 Minigläschen für jede/n am gesamten Abend) war nicht mal ich, die ich wirklich kaum Alkohol trinke, bedüdelt...
    Durch den nächtlich ruhigen Uenopark und die immer noch stark belebten Markt-bzw. Gatronomie-Gassen Uenos gings dann zurück zur Metro Station, wo sich unsere Wege kurz nach 22 Uhr - sehr wahrscheinlich für immer - trennten. Denn: ER lebt seit über 40 Jahren in Japan und ist fast ebenso lange hier mit Michiko verheiratet. ICH werde voraussichtlich meine nächste Fernreise nicht wieder nach Japan unternehmen. (Sofern ich überhaupt wieder eine so ferne Reise vorbereiten will und antreten kann...)
    Denn: Das Vorbereiten hat mich diesmal NOCH mehr gestresst als bei der letzten, viel längeren großen Reise nach Nordindien und Nepal im Herbst 2024. Hätten mir Nami und vor allem Andreas, aber auch Babs und Angelika nicht vor der Reise verschiedene - wirklich wertvolle - Hinweise gegeben und mir damit letztlich meine zunehmend wachsende "Japan-Panik' genommen - wer weiß, ob ich überhaupt DORTHIN gestartet wäre...??? An dieser Stelle ein großes, herzliches DOMO ARIGATOO an alle meine Unterstützerinnen und Mutmacher!
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  • 7.11. Ginza, Fischmarkt, Meji-Schrein...

    8 Kasım 2025, Japonya ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute wollte ich noch einige "wichtige" touristische Ziele abhaken. Deshalb startete ich morgens um 9 schon die zweite - von gestern hierher terminverschobene - Guru-Walking- Führung. Der Guide war wieder der mollige US- Mexikaner Giovanni, der hier studiert hat und uns beim berühmten großen Schrein von seiner Shinto- Heirat mit einer Japanerin erzählt hatte.
    Leider sahen wir nur von außen: Tor und Brücke VOR dem Kaiserpalast- Gelände . Den Palast selbst konnte man offenbar nicht einmal von außen sehen. Dann durchquerten wir das berühmte reiche Ginza-Viertel mit all den TEUREN, glänzenden Firmen- Hochhäusern mit Edelshops, Markennamen, aber auch einem Kabuki- Theater und dem ersten Kaufhaus Tokios aus den 1930er Jahren. Vor dessen Eingang wacht der Löwe, der heute- am Tag der Feuerwehrleute -passend kostümiert war.
    Danach das Tsukiji-Viertel mit dem alten Fischmarkt- m.E. völlig verkommen zur überlaufen und überschätzen "Fressmeile" für Touristen. Zumal der echte Fisch- Großmarkt für Handel und Gastrobetriebe inzwischen woanders ist.
    Dort endete die Führung und ich zog per Metro alleine weiter zum Mejii Jingu-Schrein, der 1920 für den Kaiser und seine Frau Shoken in einem Wald angelegt wurde. Die Stimmung im heutigen Yoyogi-Park mit seinen über 100 000 sehr alten, gewaltigen Bäumen, in denen laut exotische Vögel kreischen, empfand ich als sehr erholsam. Die Bäume wurden für den Schrein aus ganz Japan gespendet und der Torij am Parkeingang ist der größte in ganz Japan. Der vormalige Herrscher Meji und seine Frau haben gern WAKA- Gedichte verfasst- mit 31 Silben und 5 Zeilen fast doppelt so lange wie Haikus. Hier eines von zeitloser Aktualität verfasst vom Kaiser selbst:
    Although we live
    In a world wich is fraught
    with turbid confusion,
    Our hearts should remain filled
    with an open calmness.
    Anschließend schleppte ich mich noch nach Shibuja zur berüchtigten. weil belebtestenten Fußgängerkreuzung der Welt. Sie heißt hier "Alle gehen- Kreuzung" - siehe Video. Allerdings habe ich lange nach der fast ebenso berühmten Statue des Hundes Hatchiko gesucht. Google maps führte mich so oft im Kreis herum, dass ich mich doch wieder durchfragen fragen musste. Die Geschichte von dem treuen Hund, der auch nach dem Tod des Herrchens immer noch jahrelang zum Bahnhof kam, um ihn dort zu erwarten - die gibt's auch von einer italienischen Stadt. Als ich davon zurück nach Asakusa kam, musste ich mit Gepäck vom APA- Hotel ins Nomad-East- Hostel umziehen. Das ich erstmal gar nicht fand bis ich mehrere Nachbarn in den Häusern drum herum gefragt hatte. Dann war keiner vom Staff IM Hostel, so dass ich erst eine Nachricht über Booking.com sendete. Daraufhin tauchte aber ganz schnell eine sehr hilfsbereite und süße junge Maiko auf, die mich hier wunderbar ins Hostel einführte. Ich hab den Wechsel in das große Dreibettzimmer - ganz für mich alleine! - nicht bereut! Es gibt hier sogar ein Bügeleisen, mit dem ich nachts noch rasch die Falten aus meiner "guten Bluse" rausbügeln konnte... Apropos " NACHTS" . Es ist schon wieder 1 Tag später und in gut 5 Stunden klingelt der Wecker für den nächsten Ortswechsel...
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  • 8.11. Wassertaxi, Kunst + Essen mit Nami

    9 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☁️ 12 °C

    Nami erklärt mir
    Bilder, Läden und Speisen.
    Das freut mich und hilft.

    Morgens waren es von dem neuen Hostel auf der anderen Fluss-Seite nur wenige Minuten zu Fuß zum Asakusa- Pier. Obwohl bzw. eher WEIL der Ticketautomat nicht von mir, sondern von einem Angestellten bedient wurde, wurde das falsche Ziel eingegeben und Bezahlung mit Karte klappte auch nicht.... Also nach langem Hin un d Her doch bar. Zu Beginn der Fahrt waren wir auf der Hinfahrt fast nur im unteren, geschlossenen Bereich. Leider eher öde. Doch kurz vor MEINEM Fahrtende wurde endlich das obere Deck doch noch geöffnet und alle strömten hoch. Was für ein Unterschied - Rundumblick, Wind um die Nase - Freiheit! Da ich früher ausstieg, musste ich das Schiff für die Rückfahrt wechseln. Nun war es ein älteres Modell mit viel Holz und einem oben offenen Heckbereich, in dem ich bis Fahrtende blieb. Die Sonne schien warm auf mein Gesicht, die Fahrtluft war "benzingeschwängert" (kann man das so sagen?), aber egal! Auf-einem -Gewässer-unterwegs-sein ist einfach einer meiner liebsten Aggregatzustände ;-) Nachdem ich das rasch im Supermarkt günstig gekaufte Fertig-Reisgericht in der in der hosteleigenen Mikrowelle aufgewärmt und verzehrt hatte - dies ein weiterer Vorzug vieler "einfacherer" Unterkünfte!,, musste ich direkt wieder mit der Metro los in einen weit entfernten Stadtteil. Nami hatte mir 2 Museen zur Auswahl gegeben und ich hatte mich für das entschieden, das in Laufnähe zu ihrer neuen Wohnung liegt: das Yamatane- Kunstmuseum. Von dieser Ausstellung japanischer Bilder im "Nihonga- Stil "(in "traditioneller Malweise") habe ich durch Namis Hinweise und Ortserklärungen viel mehr profitiert als wenn ich alleine dort gewesen wäre. Ebenso ging es mir beim ziemlich zügigen "Bummel" durch die sehr schicke Wohngegend, in der sie seit September für die nächsten 3 Jahre wohnt: an der Grenze von Dahajama und Ebosi - neben der dänischen und ägyptischen Botschaft. Sie zeigte mir unter anderem ein mehrstöckiges riesiges Buchladencafe, in dem man auch entspannt remote arbeiten sowie -im Stunden-Mietpreis inbegriffen- trinken und frühstücken kann. Von dort stammt die tolle Designidee mit den Thekentischen komplett aus blockweise aufgestapelten Büchern- siehe Foto. Originelle und schlichte Recycling-Designideen begeistern mich immer! Hier eine echte Alternative zum Entsorgen alter Bücher!Leider hatten wir keine Zeit mehr für weitere interessante Läden wie z.B. "Muji" . Das sei eine moderne japanische Klamotten- und Cafè-, Essen etc- Kette, die preislich offenbar vergleichbar mit Uniqlo ist und die es jetzt in Deutschland auch in München gibt . Ich merkte mir den Namen für mein geplantes Shopping in Osaka... Danach tranken wir Kaffee in Namis und Ulis großer Wohnung mit riesiger Aussichtsfensterfront zur Stadt - grandios! Da der seit Wochen bestellte Esstisch für diese Wohnung noch nicht geliefert worden ist - ebensowenig wie ein Gästebett - wollten Nami und Uli mit mir essen gehen. Dazu liefen wir nur ein paar Schritte zu Fuß ins nächste angrenzende Viertel nach Ebosi. Das edle japanische Essen, das lokal gebraute Ebosi-Bier vom Fass und der japanische Cabernet Sauvignon waren herrlich - siehe Bilder von den einzelnen Gängen. Erst gegen 23 Uhr war ich zurück im Hostel. Durch das lange, mühselige Reingetippe hier in den Blog - Buchstabe für Buchstabe - wars wieder weit nach 1 Uhr nachts bis ich das Licht löschte. Und schon knappe 5 Std. später den Wecker stellen musste.Okumaya devam et

  • 9.11. Regen, Meditation, Kamakura

    9 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌧 10 °C

    Da mir jetzt schon fast die Augen zufallen, heute kein Haiku, sondern aus dem Folder über den Engakukuji-Tempel in Kamakura abgeschriebene Prosa:
    "The fact, that we are living here, now, in the present -
    this is the true meaning of the existence of the Buddha."
    Ich muss für morgen noch einiges recherchieren: besonders die Fahrtzeiten und -wege, die nicht ganz einfach sind. Außerdem bin ich morgen leider auch ganztags MIT Gepäck unterwegs , weil ich ja abends nach meinem Besuch in Enoura nach Hakone weiter fahren muss...
    Startzeit war am heutigen Sonntag 7:25 Uhr mit Sack und Pack im strömenden Regen! Zur Metro. Am Shingawa- Bahnhof der erste Einsatz des Japan- Rail-Passes, dieses bereits erwähnten sehr teuren, aber mickrigen kleinen Papptickets, das man in den Schlitz der Bahnschranke vorne reinschieben muss. Aber keinesfalls vergessen darf, es gleich wieder hinten heraus und an sich zu nehmen! Nach einer gut 80minütigen Hinfahrt endlich in KAMAKURA begann ich mit einer zunehmend hektischen, weil zeitlich ohnehin sehr knapp geplanten Suche meines gebuchten Bahnhof- Billighotels - immer noch im strömenden Regen! -, das gut versteckt und den Befragten unbekannt in einer winzigen Sackgasse DIREKT an den Bahngleisen (!!!) liegt. GLORIA! Dort schnell mein Gepäck untergestellt und gleich wieder mit dem Zug eine Station zurück nach Kita- Kamakura. Dort wartete Nami schon seit über 15 min auf mich, weil die von ihr gebuchte Zazen-Meditation im zweitgrößten, sehr alten berühmten Buddhatempel Engakuji um 10 Uhr los gehen sollte. Ohne sie wäre ich da nie rein gekommen - ich war die einzige Nicht- Japanerin unter mindestens 50 Personen.
    Auf dem Fußweg nach Kamakura gingen wir lecker Mittag essen - ich ein Curry, Nami eine Misosuppe mit Gemüse - siehe Bild. Dann haben wir den japanischen Zen- Haupt-Tempel Kencho-ji besichtigt und anschließend die gesamte Strecke bis zur und durch die Stadt Kamakura bis zum Hasedera-Tempelbezirk am anderen Ende der Bucht ZU FUSS zurück gelegt. Unterwegs einen großen berühmten Shinto-Schrein besichtigt und dort außerdem als Ritual "für unsere eigene Gesundheit" (so stand es dort) einen rituellen Laufweg um einen zweiten Schrein in Achterschleifen absolviert. Schließlich sind wir noch in einem Cafe eingekehrt... Als wir endlich gegen 16 uhr beim ebenfalls sehr bekannten HASEDERA- Tempelbezirk angekommen waren, dämmerte es bereits und begann leider auch kurz darauf zu tröpfeln. Das feuchte, als "unbeständig" vorhergesagte Wetter hatte immerhin den Vorteil, dass am heutigen Sonntag (!) offenbar deutlich weniger Touristen die Stadt und die berühmten Tempel überschwemmten als sonst. Dabei blieb es zwischen 11 .30 und 16.00 trocken und war manchmal sogar für kurze Zeit sonnig! Jedenfalls wollte ich unbedingt dort die lächelnden Kinder-Buddha-Statuen sehen, von denen mir auch Babs erzählt hatte! Ja, ich sah sie auch, aber mehr im Vorbeieilen, weil die Wärter ab etwa 16.30 Uhr begannen, das Gelände und die Tempel aufzuräumen und die Besucher Richtung Ausgang zu schicken - besser: zu scheuchen - mit einer bislang in Japan für mich ungewohnten, fast unhöflichen Deutlichkeit...
    Den Rückweg machten wir dann mit einer kleinen Bahn. Nami konnte hier am Bahnhof Kamakura umsteigen und sich auf den langen Heimweg machen. Und ich war ja quasi schon "zuhause" direkt hinter den Gleisen. Was gut war, da es inzwischen stark regnet. Wenn hier im Moment ein Zug durch fährt, hört und fühlt es sich an, als führe er mitten durchs Zimmer. Aber ich hab hier ein großes Bett und Ohrstöpsel (!), es ist warm (via Klimaanlage) und das winzige, kitschige rosa Frauenklo ist direkt gegenüber meiner Zimmertüre. Was will man mehr?
    Okumaya devam et

  • 10.11. Erster Teil Enoura

    10 Kasım 2025, Japonya ⋅ ⛅ 19 °C

    Der Kunst- und Naturpark ENOURA wurde offenbar auch erst vor gut 5 Jahren eröffnet für die Öffentlichkeit. Tickets gibt es allerdings nur mit online-Reservierung und gegen online-Vorkasse. ICH hatte den Tipp, dort unbedingt hinzugehen, von meinem Cousin per Mail grade noch rechtzeitig Anfang Oktober 25 - erhalten, so dass ich tatsächlich noch ein freies Zeitfenster ergattern konnte. Das Folgende ich heute Nami geschrieben, die von Enoura bisher noch nichts gehört hatte: "Ich will dir den Ort sehr ans Herz legen. Der bekannte Fotograf, Architekt und Künstler Hashimoto Sugimoto (geboren 1948 in Tokyo) hat das Gelände gekauft und zusammen mit vielen Kunsthandwerkern konzipiert und gestaltet. Es ist jetzt ein SEHR gepflegtes in altem japanischem Stil gestaltetes Naturdenkmal. Inmitten von Natur mit freiem Blick auf das Meer von oben (Steilküste) gibt es lauter besondere kleine und größere "heilige" Plätze mit Brunnen, Teichen, Statuen, einem Amphitheater, einem Teehaus, einem Bambuswald, einem Orangengarten, Tunnel usw. Auch einen wunderschönen gelegenen Shintoschrein und andere kleine Tempel - die ganze Atmosphäre ist SEHR ruhig und achtsam. Es ist sehr angenehm, weil die Besucherzahl ganz streng limitiert ist. Man kann tolle Fotos machen, spazieren, meditieren... Man braucht nicht länger als 2 -3 Stunden dort und es ist -noch? - ein " Geheimtipp", den noch nicht so viele Touristen kennen. Hier der Link zur Homepage https://www.odawara-af.com/en/ "Okumaya devam et

  • 10.11. Kamakura-Odawara- Enoura- Hakone

    10 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 12 °C

    Heute war ein Reise- und Highlight-Tag. Ich PLANTE wirklich nur einen Kurzbericht, da Kopfschmerzen - hab das aber WIEDER nicht geschafft. Es gibt bisher eben immer so viel zu berichten. (Und ich brauche mit den dicken Fingern sooo lange, um die vielen Tippfehler wieder auszumerzen!!!)
    Morgens um 9.30 Uhr vom Bahnhofs-Hostel zu Fuß zum Strand in Kamakura- dort Sonne und viele Surfer in Neopren- Anzügen. Schnell wieder zurück- je 20 min Weg. Unterwegs im "Lawsons"-Kombini (einer der 24/7-Supermärkte) rasch Kaffee plus leckeren Windbeutel als Frühstück eingeworfen. Dann direkt zum Zug nach Odawara. Dort gegen 11.20 Uhr angekommen. Ich hatte also noch 1 Stunde 20 min Zeit um: meinen Trolley in die Gepäckaufbewahrung zu bringen, zur Burg zu laufen, dort den Hauptturm zu besteigen sowie durchs gesamte Burgmuseum UND das kleine Samurai-Museum durchzuRASEN, zurück zum Bahnhof zu kommen, unterwegs (wieder bei "Lawsons") noch was zum Mittagessen holen, Gepäck auslösen, richtigen Zug und richtiges Gleis zu finden und... Dort 20 min auf den Zug nach Nebukawa WARTEN zu müssen ! Warten ist echt selten, da die Züge ständig fahren.
    Ich war froh, dass ich mein Programm bis hierher so gut geschafft hatte! Und freute mich schon riesig auf das jetzt direkt anstehende Highlight " Enoura Observatory", das mir Andreas so sehr empfohlen hatte. Diesem möchte ich einen extra Eintrag (wird hier Footprint genannt) widmen. Vor allem, weil es soooo VIELE schöne An- und Aussichten gab in der Enoura- Gartenanlage. Nachdem ich von Enoura wieder über den Nebukawa- Bahnhof per Zug zurück am Bahnhof in Odawara war, erkundigte ich mich beim dortigen Tourismusbüro. WO ich WELCHEN Bus zu welcher Station nahe meiner nächsten Unterkunft in Hakone am Bergsee (unweit des Fuji) finden könnte. Denn: Googlemaps konnte mir hier leider nur mit den Fahrzeiten, nicht aber dem Bussteig und der Zielhaltestelle dienen. Das Ziel war nämlich in der App nur auf japanisch geschrieben, so dass mir die nette Dame in der Touristen-Information den Namen von Hand "auf europäisch" aufschreiben musste. Aber auch das hat grade noch rechtzeitig geklappt. Der Bus fuhr zwar nur 1 Stunde nach Hakone, was mir aber dieses Mal ENDLOS lange vorkam. Es wurde dunkel und die Straße wand sich in immer steileren Serpentinen bergauf. Ich hatte KEINE Ahnung, wann "meine" Station kommen würde, da die Ansage auf englisch nur Nummern der Haltestellen. aber keine Namen nannte. Der Bus war brechend voll. Ich drängte mich irgendwann zum Fahrer vor und sagte dem direkt, wo ich raus wollte. Der war zwar extrem wortkarg und schien eher schlecht gelaunt. Aber er ließ mich richtig raus und akzeptierte mein Bargeld bzw. gab mir sogar Kleingeld heraus, obwohl es ein Schild gab, auf dem stand, dass man unbedingt PASSEND BEZAHLEN muss. Es fügte sich auch alles weitere wie von Zauberhand: das Moto-Hakone-Guesthouse war keine 50 m von der Bushaltestelle weg. Der junge "Manager" nahm mich ganz reizend in Empfang, zeigte mir alles und beantwortete mir auch alle Fragen zu den örtlichen Besonderheiten für meine morgige Rundtour mit Schiff, Cable Car, Seilbahn, Bergbahn ,Bus bis zur neuen wieder ein ganzes Stück entfernten Ryokan. Diesen musste ich für morgen buchen, weil die morgige Nacht im Motohakone-Hostel nicht verfügbar war. Dank der Google- Translator- App, die hier ALLE benützen (auch die ältere Generation!) verstand ich auch alles. Und das Beste: Wegen der Dunkelheit und der engen Bergstraße ohne Gehweg bot er mir an, mich die ca 2 km mit seinem Auto zum Seveneleven- Kombini zu fahren. Damit ich mir dort was zum Abendessen kaufen und das dann in der Gemeinschaftsküche hier zubereiten könne. Denn die Restaurants hier seien alle SEHR teuer. Ist ja auch eine REINE Ferien- und Thermalquellen- Gegend mit See, Fujiblick und Herbstlaub... Gesagt- getan. Alles flutschte und dafür hatte er sich nun wirklich ein Trinkgeld verdient, das ich voll etikettegemäß in einen (extra DAFÜR von daheim mitgenommen) bunten Briefumschlag steckte. Plus Karte und kleinen TWIX- Schokoriegel. Er bedankte sich auch sehr dafür und bot an, zu klären, ob man den Zimmerpreis für mich nicht nachträglich reduzieren könne-also nur ein Einzelzimmer statt ein Doppelzimmer zu berechnen. Na, da bin ich mal gespannt! Aber da die Nacht in diesem wirklich großen und schönen traditionell japanisch eingerichtetem Doppelzimmer sowieso nur 56 € kostet, wäre mir das nicht so wichtig. Ich hab hier Tatamimatten auf dem Boden, 2 Futons übereinander, Tee und Kaffee und sogar eine eigene Gasheizung. Und ich habe hier auch wieder den traditionellen Chill-Hausmantel bekommen plus Anzieh-Anleitung. Es ist nämlich KEIN KIMONO (der wäre aus Seide und nur sehr kompliziert anziehbar), sondern ein YUKATA. Ebenso wie letzte Woche im APA- Hotel in Tokyo. Im YUKATA sitze ich hier auf meinem Futon und den ziehe ich jetzt auch sofort zum Schlafen aus. Mein Kopfweh ist nämlich trotz Ibuprofen leider nicht besser geworden...
    Okumaya devam et

  • 11.11. In und um Hakone herum

    11 Kasım 2025, Japonya ⋅ ⛅ 8 °C

    Heute Gespräche
    mit Menschen aus aller Welt
    kein bisschen einsam

    Habe heute - wenig individuell oder gar originell - die absolute Touristenroute mit verschiedenen VERKEHRSMITTELN absolviert und deshalb auch MENSCHEN VON ÜBERALLHER getroffen:
    1.) Zuerst mit einem kleinem, altem Źügle von Hakone- Yumoto bis GORA im Zickzack bergauf gefahren. Auf dieser Fahrt habe ich mich mit zwei iranischen Familien (nur mit den 4 Elternteilen) unterhalten, die seit 20 Jahren in Australien leben und zu acht (!) hier Urlaub machen.
    2.) Wechsel in eine alte Standseilbahn - nur bis SOUNZAN. Dort trank ich heiße Matcha Latte draußen auf der Terrasse der Station und traf ein junges Pärchen aus München. Siehe Bild: Er nimmt auf der Aussichtsterrasse ein heißes Fußbad im heißen Wasser aus der Quelle. Dieses Fußbad befand sich direkt unter den Tischen auf der Aussichtsterrasse- frei zugänglich und nützbar für alle.
    3.) Mit dem Münchner Paar- juhu, nur zu dritt! - in der Gondel- Seilbahn über die dramatisch qualmenden Vulkanwände auf dem kurzen Teilstück bis OWAKUDANI geschwebt.
    4.) Nächste Gondel wieder bergab bis TOGENDAI am Ufer des ASHINOKO-Sees zusammen mit einem Pärchen aus Zypern - und leider SEHR vielen anderen Mitfahrern.
    5.) In TOGENDAI aufs riesige Piratenschiff, wo ich ausnahmsweise mal schweigend aufs Kielwasser und den See schaute und mit keinem quatschte, hihi! (Das war das letzte Mal, dass ich mich in meine warme Fleecejacke hüllen konnte.)
    6.) In MOTO HAKONE am Ufer des Ashinoko- Sees bin ich spontan INDISCH ESSEN gegangen: Buffet bzw. Selbstbedienung mit dem Metalltablett an allen Töpfen. Genau wie in Indien oder früher in der Tübinger Mensa - siehe Foto. Bin hier an den Chef die letzten zusammengekratzen Brocken Hindi als Lob an die Küche los geworden.
    Im Bus von Moto - Hakone zurück bis zum Startpunkt am BAHNHOF HAKONE-YUMOTO führte ich ein langes, interessantes Gespräch mit meinem sympathischen Sitznachbarn - einem jungen Lehrer aus Südkorea. Leider bin ich dadurch unaufmerksam gleichzeitig mit ihm aus ausgestiegen und... (kommt gleich )
    7.) Zurück in meinem Bahnhofs-Ryokan in HAKONE-YUMOTO: Im hauseigenem Onsen (hier wie überall im Hakone-Gebiet aus einer natürlichen Thermalquelle) saß ich mit einer sehr netten UND kontaktfreudigen (!) 40jährigen Japanerin aus Odawara im wirklich schönen Außenbecken mit natürlichem Quellwasser und künstlichem "Wasserfall" (siehe Bild davon ohne Personen). Sie kommt extra abends von ihrem Wohnort Odawara hierher in diesen Onsen, weil ihr der besonders gefällt. (Der Eintritt für externe Besucher ist mit 5,50 € allerdings nicht sooo günstig finde ich - genau gleich wie die Hallenbadeintritte in Stuttgart.) Meine nächste Mitbaderin beim 2. Durchgang war eine junge hübsche Argentinierin...
    Also: Ich hatte heute direkte Kontakte zu 12 Menschen aus 4 Kontinenten und insgesamt 8 verschiedenen Ländern. Da wir heute aufgrund des bedeckten und eher kühlen Wetters leider keine gute Fernsicht hatten, war nicht der angestrebte FUJI-BLICK und überhaupt die FERN-BLICKE in die Berge und die Natur das Highlight des Tages, sondern eben diese FERN-KONTAKTE, hihi!
    Weil der Wecker schon wieder in 7 Stunden klingelt, kopiere ich hier bloß noch die letzten beiden Whatsapp- Nachrichten an meine Schwester Dorkas hinein. Sie fragte mich gestern, ob ich auch genügend warme Sachen dabei habe..?
    1. Meine Nachricht von GESTERN ABEND [10.11., 20:47]: "Klamottentechnisch habe ich ziemlich gut gepackt: 3 lange Tshirts (1 für nachts), 1 dünne Wolljacke - statt Pulli,
    1 Fleecejacke, 1 dünne leichte Daunenweste, 1 superleichter Daunenanorak und eine dünne Regenjacke. Notfalls kann ich alles schichten. Untenrum das selbe Spiel..".
    2. Meine Nachricht von HEUTE ABEND [11.11., 22:15]: "Man sollte sich selbst und den Tag nicht vor dem folgenden Abend loben: heute Nachmittag habe ich besagte Fleecejacke tatsächlich im Bus liegen lassen... 🙈Weils da drin so warm war. Und ich im intensiven Austausch mit meinem Nebensitzer, einem jungen Lehrer aus Südkorea. Ob ich die Jacke bis morgen FRÜH wieder kriegen KÖNNTE, ist sehr ungewiss, da bisher noch niemand erreichbar war von der Bus- Company. Ich muss morgen nämlich bald mir dem Zug weiterfahren zu meiner nächsten Unterkunft in Hikone am Biwasee."
    Heute Abend hab ich im Vorbeigehen ein Yogastudio in einem früheren Geisha- Haus entdeckt. Und mich gleich für die Morning Class von 7 bis 8 Uhr angemeldet. Um 10 Uhr muss ich hier komplett ausgecheckt haben.
    Okumaya devam et

  • 12.11. Yoga- Shinkansen - Hikone

    12 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☁️ 16 °C

    Morning- Yogaclass um 7.00 Uhr. Nur 5 min zu Fuß entfernt von meinem Ryokan hinter den Gleisen in Hakone. Die junge Yogalehrerin erwartete mich schon, denn die Buchung hatten wir gestern Abend über Email gemacht. Schöner kleiner japanischer Raum mit Tatami-Matten- Boden und per Klimaanlage vorgeheizt. Es lagen nur 2 Yogamatten da - somit war ich die einzige Teilnehmerin. Die Stunde war eher sanft und langsam, tat mir aber sehr gut nach 8 Tagen ohne sportliche Betätigung. Zurück im Ryokan knipste ich noch Bilder vom Onsen, dessen Außenbecken gerade leer war. Dann umgezogen, gefrühstückt (Nescafè, Bio- Fruchtjoghurt, Rosinenbrötchen, Stück Banane), gepackt und los zum Hakone-Tozen-Bus- Informationscenter. Die 2 Personen dort telefonierten zwar für mich herum, aber " keine schwarze Fleecejacke gefunden" - das wurde mir im Google- Translator- Modus gezeigt. SCHADE, aber umso mehr Motivation und "Legitimation" für mich, mir nun eine neue Jacke von hier "gönnen zu dürfen". Was ich heute Abend gleich spontan getan habe. Hatte was im Schaufenster gesehen. Die Größe war passend. Grün- meliert, Strickjacke, warm und relativ leicht... LEIDER hab ich beim Bezahlen im Laden festgestellt, dass meine normale EC- Karte nicht mehr da war. Schock! Hab im Ryokan mein gesamtes Gepäck durchsucht, aber nix.... Wurde sicher nicht geklaut. Ist mir wohl irgendwo raus gefallen beim Zahlen. Master- Card hab ich noch. Dario hat jetzt für mich bei der Postbank "alle Karten bis auf Kreditkarten" gesperrt - ich kann ja von hier aus nur Whatsapp-Anrufe tätigen. Aber es zehrt und zerrt schon sehr an meinem Selbstvertrauen, wenn mir die DINGE so entgleiten. Bin DAVON etwas frustriert. Sonst ist aber alles gut und ich bin ja zumindest körperlich noch gesund bisher... ;-) Aber zurück zur Mittagszeit am Bf Odawara. Nicht AM, sondern bereits in der Schlange VOR dem Japan- Rail- Schalter suchte mir eine nette junge Mitarbeiterin alles an ihrem Handy heraus: Welcher Shinkansen, wann wohin, auf welchem Gleis fährt und in welche Waggons ich überhaupt einsteigen darf ohne Platzreservierung. Da ich noch eine Stunde warten musste, ging ich im OG des Bahnhofs in ein "Automaten-Restaurant" essen, weil mir Angelika diese als "billig und okay" empfohlen hatte. Man tippt sein Wunschessen am Automaten ein und bezahlt auch gleich dort. Mit dem Ticket aus dem Automaten begibt man sich an die Ausgabetheke, wo einem/r echte Personen das Bestellte SOFORT auf einem Tablett reichen. Meine heiße Soba-Suppe - mit Algen und 2 frittierten Garnelen obendrauf - war okay und tat gut. Die Shinkansenfahrt war wunderbar. Die fürs Auto angegebene Fahrzeit (weit über 4 Stunden) schaffte der superfaste HIKARI ( heißt "Licht") zwar nicht in Lichtgeschwindigkeit, aber doch in weniger als zwei Stunden!Das Allerbeste war aber der Blick aus dem Fenster gleich nach der Abfahrt: Fuji San in voller Pracht und Schönheit!!! :-) Na also, geht doch! Dazu fällt mir Wolle Kriwaneks UFO- Song ein: "Gugug I han <da Fudschi> gsäh, ganz deitlich ond au zeemlich laaaang" und hab ihn auch fotografieren können. Was mir ja weder von Aussichtspunkten in Tokio noch gestern in Hakone vergönnt war. In HIKONE angekommen musste ich 25 min mit Gepäck durch triste Vorstadtstraßen laufen und suchen bis ich in eine angenehmere Gegend kam und dort auch den Ryokan fand. Ich durfte bereits um 15 statt um 16 Uhr einchecken und bekam wieder ein wunderbar großes japanisches Doppelzimmer - wie schon in den letzten Tagen. Und: der Wirt bot mir von sich aus ein Leihfahrrad an - gratis! Im hier bei Männern und Frauen üblichen " Holland- Oma-Style" mit Tiefeinstieg und Korb. Nur per Rad schaffte ich es noch, 45 min vor Toresschluss, zum großartigen Castle. Die Hikone- Burg ist älter, schöner und VIEL besser gelegen als die Burg in Odawara: herrlich alter Baumbestand, Wassergraben außenrum und eine grandiose Aussicht auf den See! Die "Stufen", die man im Hauptturm nach oben bewältigen muss, sind eigentlich Leitersprossen - schmal und SEHR steil. In Deurschland wäre das nicht erlaubt - aus Sicherheitsgründen. So ist man zu großer Achtsamkeit gezwungen!!! Ich war ehrlich begeistert von dieser Burganlage. Und jetzt am frühen Abend in der Dämmerung kaum noch Besucher dort...Den Heimweg unterbrach ich durch Lebensmittel- Einkauf und den eben erwähnten Jackenkauf. Den Rest des Abends verbrachte ich mit Suchen, telefonischer EC- Karten- Sperre mit Hilfe von Dario, einem Videocall mit ihm mit der Liveansicht der pausbäckigen Lumi, die sich in 1 Monat von 2,8 auf mehr als 4 kg hochgenuckelt hat - unglaublich! Dann musste ich auch etwas essen und hier weitertippen.Okumaya devam et

  • 13.11. Biwako-Biennale 2025

    13–23 Kas 2025, Japonya ⋅ ☁️ 11 °C

    ZITATANFANG: "Diese Kunstveranstaltung findet hauptsächlich in der Altstadt von Omihachiman statt, die sich um den Biwa-See in der Präfektur Shiga erstreckt, und präsentiert Ausstellungen von japanischen und internationalen Künstlern. Darüber hinaus zielt die Veranstaltung darauf ab, den Charme leerstehender Häuser und traditioneller Wohnhäuser als Veranstaltungsorte wiederzuentdecken und zur „Gemeindeerneuerung“ beizutragen. Der Prozess beginnt damit, dass Anwohner und Freiwillige aus ganz Japan lange vernachlässigte traditionelle Häuser reinigen. Durch diese Ausstellungen verschmelzen Stadtgeschichte und Kunst zu einem wahrhaft immersiven Erlebnis. Das Thema der 11. BIWAKO BIENNALE 2025 lautet „流転〜FLUX“. Alles ist in ständiger Bewegung, niemals gleich. Was wir als ein einziges, unveränderliches Selbst wahrnehmen, ist in Wahrheit eine Illusion – unsere Zellen sterben und regenerieren sich fortwährend, sodass wir uns selbst von einem Moment zum nächsten verändern. Nicht nur wir Menschen, sondern alles auf dieser Welt befindet sich in einem ständigen Wandel. „Wenn Yin seinen Höhepunkt erreicht, beginnt Yang hervorzutreten; wenn Yang seinen Höhepunkt erreicht, beginnt Yin sich zu manifestieren.“ Alles fließt in den Wellen des Wandels und verändert seine Form, während es den Weg der Ewigkeit gestaltet. Spüre den Fluss der Schöpfung und Transformation in der Kunst der BIWAKO BIENNALE 2025 „流転〜FLUX“ und lass deine Gedanken in den Kosmos schweifen." ZITATENDE.
    Dass der Tag mit einem grandiosen Frühstück begann - warm mit Muschelsuppe, Lachs, Spiegelei, drei verschiedenen kleinen Gemüsen, Reis - sieht man auf den Bildern. Inklusive Tee und Kaffee - für nur 6,50 € zusätzlich zu den günstigen Übernachtungskosten von 26 € pro Nacht für ein großes Ryokan-Zimmer im Japanstyle. Allein deshalb kann ich die Unterkunft KYOTAKI RYOKAN wärmstens empfehlen. Zu Fuß, per Zug und mit dem Bus gelangte ich heute Vormittag in die Altstadt von Omihachiman. Die Biennale läuft nur noch bis Sonntag, d.h. ich hatte richtig Glück, dass das terminlich so gut in meine Route gepasst hat. Auch dieses tolle Event verdanke ich Andreas. Hier ein herzliches ARIGATO an ihn/dich: Es war ein Genuss! Ich war 5 Stunden nur in dem inneren Gebiet, das man auf dem Stadtplan sieht. Die Stationen, also die Nummern auf dem Plan in den weißen " Sprechblasen", waren nicht immer leicht zu finden. Fast überall musste man am Hauseingang die Schuhe ausziehen und die Werke strümpfig aufsuchen. Manche Ausstellungen waren im Obergeschoss, d.h. nur über enge, alte, hölzernen Leiterstufen erreichbar. Das führte zu einem Splitter in meiner linken Fußsohle... Habe heute insgesamt 10 Stationen anschauen können. Zwischendrin in einem Café - Bistro sehr lecker gegessen. Auf dem Rückweg traf ich Sarah aus Malaysia im Bus wieder. Sie und ich haben uns IN der nur durch Luft (Gebläse) in Form gehaltenen Bubble gegenseitig fotografiert. Das war das Kunstwerk mit dem größten Spaßfaktor! Wir fuhren zusammen bis Hikone und trennten uns erst ein Stück nach dem Bahnhof. Nach den wenigen kurzen gemeinsamen Fahrten mit Andreas in Tokyo und mit Nami in Kamakura, konnte ich hier wieder mal einfach neben / hinter jemandem herlaufen -ohne mich auf den Weg konzentrieren zu müssen. Sehr entlastend :-) !
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  • 14.11. Nara, Stadt der Rehe und Tempel

    14 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 11 °C

    Mit der Zeit habe ich zwar eine gewisse Routine beim Ein- und Umpacken, wenn ein Ortswechsel ansteht. Das heißt aber leider nicht, dass es deshalb inzwischen rascher ginge. Im Gegenteil: nun erst recht Doppel-Check bei JEDEM Ausweis, Beutelchen, Papier, Kleidungsstück oder Lebensmittel, ob und wann ich das heute brauche: unterwegs, erst in der Unterkunft? Davon hängt ab, wo ich es verstaue. Was ich heute anziehe? Mindestens zwei Stunden brauche ich deshalb inklusive Morgentoilette und Frühstück vom Weckerklingeln bis zum Aus-Checken aus der Unterkunft - auch ohne Morgenyoga oder sonstige Extras. Somit verließ ich heute kurz nach 10 den netten Ryokan in Hikone. Als ich nach einem Bus zum Bahnhof fragte, bot mir die Wirtin an, dass mich eine Mitarbeiterin des Teams mit dem Auto zum Bahnhof bringt - unglaublich! Bemerkenswert fand ich den Screen vorne über dem Armaturenbrett, auf dem laut und in Farbe das Fernsehprogramm lief- heute kurz nach 10 wars eine Kochsendung. Ob DAS nun eine SICHERE, achtsame FAHRWEISE begünstigt? (Was meinst du, Babs, als Fahrlehrerin? ) Ich war durch den unerwarteten Shuttle-Lift bereits um 10.20 Uhr auf dem richtigen Gleis nach Kyoto (dort Umstieg) und genau 2 Stunden später ratterte ich mit meinem Trolley durch NARA Richtung Hilo- Hostel. Wieder unweit des Bahnhofes. Die als meganett beschriebenen Hostelbetreiber (Hiro und Nagi) sind genauso freundlich und fürsorglich, wie es in den Internetbewertungen steht. Ausgestattet mit den wichtigsten Infos und einem Papier-Lageplan war ich bereits um 14.30 Uhr auf dem Weg zu meinen ersten 3 bzw 4 Nara- Tempeln: 1. Kohfuku-ji (Segen spendender Tempel), der im Jahr 720 erbaut wurde, seither aber öfter abgebrannt war. Dort besuchte ich für je 3 € Eintritt die östliche goldene und die zentrale goldene Tempelhalle. Dann den ältesten Buddha-Tempel, den Gango-ji (4,50€). Beide Tempel liegen zwar noch außerhalb des Nara- Parkgeländes, aber schon dort laufen einem überall auf der Straße die zahmen, sehr hellen Hirsche entgegen. Dass die "dears" Hirsche und keine Rehe sind, behauptet der Lonely- Planet- Führer. (Das Wort "Hirsche" war aber zu lang für die Tagesüberschrift hier!) Und dort steht auch, dass sich "das Erbgut der Hirsche verändert" habe. Ich bezeichne das als "ENTARTET" im Wortsinn). Weil sie seit weit über 1000 Jahren als "göttliche Helfer" geschützt und gehätschelt werden, nehmen die Tiere Menschen nicht als potentielle Bedrohung wahr, sondern als mögliche Nahrungsquelle. Sie bleiben tatsächlich bei oder vor den Besuchern stehen und manche VERBEUGEN sich sogar! Kein Witz- ich konnte es mehrmals beobachten... Sie sind offenbar scharf auf irgendwelche Kekse, die als Hirschfutter verkauft werden. Tatsächlich sind diese Tiere absolut zahm und unerschrocken - ebenso wie die heiligen Kühe in Indien. Deshalb achtete schon nach kurzem kaum noch auf sie. Und ich hatte auch kein Bedürfnis, sie zu streicheln. Das tun ja schon Tausende anderer Touristen... Da es bereits kurz vor Sonnenuntergang war, wollte ich zügig zur Nigatsi-Hall finden. Das ist laut Empfehlung meiner Hostel- Wirtsleute ein höher gelegener Aussichtspunkt im Park, von dem aus ich den Sonnenuntergang HÄTTE sehen können. Wenn ich bis ca 16.40 Uhr dort angekommen WÄRE. Googlemaps führte mich jedoch - wie schon so manches Mal - in die Irre bzw. kurz vor dem Ziel nur noch im Kreis herum und mitten auf ein großes Tempelgelände, für das Ticketpflicht bestand. So dass ich 10 min vor 17 Uhr = Toresschluss aus Versehen noch eine Eintrittskarte für den allerberühmtesten und überlaufensten "Todaji- Tempel" löste. Den wollte ich eigentlich morgen früh mit mehr Zeit besuchen. So hetzte ich (Sorry, Christa: heute ist wieder viel Hektik in meiner Wortwahl ;-))- also einmal clockwise rund um den größten Buddha der Welt. Dass ich im falschen Tempel gelandet war, merkte ich nämlich erst JETZT. Der Buddha heißt Daibutsu, 16 m hoch, 437 Tonnen Bronze, 130 kg Gold, 752 vom Kaiser Shomu enthüllt. Die Halle, die er brauchte, ist einer der größten Holzbauten der Welt. Die heutige ist von 1709 - das frühere Original war dreimal so groß! Sehr beeindruckend, aber mir wärs ja erst einmal nur um den SUNSET gegangen. Den ich nun leider verpasst hatte...Und aus dem Todai-ji- Tempel wurden alle Besucher rabiat um 17 Uhr rausgeworfen. (siehe Foto von den Tore schließenden blau gekleideten Mitarbeitern) Ich wollte nun doch noch den Nigatsudo-Tempelberg sehen, wenn auch fast im Halbdunkel. Nach viel Fragen kam ich auch hin. Auf den Fotos sieht es heller aus als es war, aber der Lampenschein hatte auch was. Hier fragte mich die Französin Anais (36 J), ob ich wisse, wo hier eine Toilette... ? Sie stammt aus dem Elsaß und startet gerade ein volles GAP- Jahr in Japan. Ich glaube, sie war auch ganz froh, dass wir den etwa halbstündigen Rückweg durch den nun völlig finsteren Park zu unseren Hostels in der Stadt gemeinsam machen und uns dabei unterhalten konnten. Auf der Hauptstraße kurz vor dem Hostel fand ich tatsächlich noch die lang gesuchten Kräutertees. Aus Deutschland importierte BIO- "Sonnentor"-Teebeutel kosten hier für über 8 € für 20 Stück. Günstigere d.h. japanische gab es auch hier nicht. Ich war trotzdem froh, weil ich nun abends noch was anderes als Lightbier (3,5%) oder alkfreies Bier trinken kann. Limonaden und Säfte trinke ich ja kaum und kaufe sie deshalb nicht.Okumaya devam et

  • 15.11. Nochmal Nara

    15 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 8 °C

    Hiro, der Hostelwirt, schenkte mir einen Kaffee- FILTER-AUFGUSS-BEUTEL zum Frühstück und führte ihn mir auch gleich vor. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen! Anschließend hab ich zwei Museen besichtigt: Zuerst das tolle Fotografiemuseum, das hier keiner kennt. Eintritt frei. War ein Tipp von Angelika: DANKE dafür! Ich hab sowohl den über halbstündigen Hinweg zu Fuß bei Sonnenschein genossen, als auch den Zwischenstopp in einem kleinen, kommerziellen "Kunsthandwerk-Museum" unterwegs. Und dann besonders die Fotoausstellungen in dem coolen Gebäude! Von dort aus war es nicht mehr weit zur Südseite des Tempelparks, die ich noch gar nicht kannte. Witzig war es, mit ein paar Inderinnen am Brunnen des berühmten Kasuga- Taisha- Schreins (heiliger Hirsche-Schrein) spezielle Wahrsagezettel zu "wässern" bis endlich japanische Schriftzeichen in den zuvor leeren Textfeldern (Herzen) auftauchten. Die englische Übersetzung suchte mir die nette Dame an der Kasse raus - siehe Foto. Es wälzten sich heute - natürlich!- wieder Besuchermassen durch den Wald und die diversen Tempelbezirke. Und dazwischen ÜBERALL Hirsche / Rehe! Im botanischen Man'yo-Garten, der nach einer 1200 Jahre alten japanischen Gedichtsammlung namens Man'yo-shu über Pflanzen und Bäume sowie über Liebe, Tod, Essen. benannt ist, war es dagegen angenehm leer. Da tankte ich Kraft für das Nationalmuseum, das gerade heute keinen Eintritt kostete. Es war aber auch nur die große Haupthalle mit Skulpturen geöffnet. Um 17 Uhr war es schon wieder fast dunkel und ich suchte mir via Handy ein Udon- Restaurant fürs Abendessen aus. Ich folgte nicht nur dem Weg laut Googlemaps, sondern auch einer Essensempfehlung dafür aus dem Internet: warme Udon-Nudeln zum Dippen in dicke Currysauce. Ich bestellte mir direkt eine Gabel plus Holzlöffel dazu. So schaffte ich es, die fetten, zähen, ca 30 cm langen Nudeln irgendwie aufzurollen, um sie in den Mund zu kriegen... Nach den Einkäufen fürs Frühstück war ich schließlich erst gegen halb 7 zurück im Hostel. Weil mich die Wirtsleute nach meinem heutigen Programm fragten, ergab sich eine Unterhaltung mit einem Berufsschullehrer aus Lüneburg (62 J.), der 32jährigen Chilenin Consuelo und schließlich noch einem lustigen, sehr sprachbegabten 66jährigen Amerikaner, der 4 Jahre in Deutschland gelebt hatte, 2 Jahre in Ungarn, 7 Jahre in Vietnam und nun seit 20 Jahren in Bangkok. Von allen dreien bekam ich Tipps für Kyoto - der Deutsche schenkte mir sogar seinen Reiseführer für Kyoto, Koyasan und Osaka. (Mein Gepäck wird täglich wieder schwerer!) Es wurde eine richtig lustige Runde, da der Thai-Amerikaner äußerst unterhaltsam erzählte - ebenso die chilenische Krankenschwester. die die letzten 2 Jahre komplett in Australien gearbeitet hat - teilweise in einer Baumwollfabrik unter heftigen Arbeitsbedingungen, um sich das Geld für Japan zu verdienen. Es war wirklich spannend! Dieser Abemnd war und blieb auf dieser Reise der einzige Abend / Morgen in einem Hostel, an dem ich mehr als 2 Sätze mit anderen Gästen wechselte. Umso mehr hab ich diesen Abend genossen!Okumaya devam et

  • 16.11. Ankunft in Kyoto

    16 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 11 °C

    Der Abschied vom "Hilo Hostel" war äußerst herzlich. Der Name des Betreibers "Hiro" wird im Japanischen ja wie "Hilo" gesprochen - vermutlich kam so der Name des Hostels zustande? Er bedankte sich sehr dafür, dass ich das Bett abgezogen hatte und schenkte mir nicht nur 2 weitere der genialen Einmal- Filterkaffee- Beutel, die ich gestern erwähnt hatte (Insgesamt habe ich jetzt 5 von ihm bekommen - einer kostet im Laden zwischen 1 und 2 €), sondern auch ein winziges, Origami-gefaltetes Herren- Hemd zum Abschied. Da ich nicht alleine aufbrach, sondern gleichzeitig mit der Chilenin Consuelo, ließ ich in der Eile mein kleines weißes Küchenmesser auf dem Frühstückstisch liegen... Nicht schlimm. Geschockt war ich allerdings, als ich am Bahnhof feststellte, dass ich keine Internetverbindung mehr hatte. Da war eine rote " Datenwarn"- Meldung: Ich habe bereits 2. 95 Gigabyte verbraucht. So what? Ich hatte mir doch am Flughafen extra "unlimited" Datenvolumen gekauft: Alle 3 Tage bekomme ich - angeblich! ? -10 Gigabyte neu, d.h. bei 27 Tagen wären das 10 mal 9 = 90 Gigabyte.Somit hätte ich bisher womöglich bereits 40 Gigabyte am 12 Tagen verbraucht? Nur durch meine häufige Googlemaps- Nutzung???!!! Kann ich kaum glauben....Denn die findpenguins- Einträge mache ich ja abends immer mit WLAN von der jewiligen Unterkunft. Oder hab ich etwa in den vergangenen 1 -2 Tagen volle 10 Gigabyte verschleudert und muss jetzt warten bis mein Datenvolumenmorgen oder übermorgen wieder aufgefüllt wird? Ich war wie gelähmt, da ich nicht einmal wusste, wie ich den Stadtbus zu meiner heutigen ersten Unterkunft finden UND nützen sollte: wie viele Stationen? Wo aussteigen? Wie von dort aus die Unterkunft finden? und so weiter... ALLEINE IN EINER JAPANISCHEN STADT UNTERWEGS SEIN OHNE INTERNET ist heutzutage - und ohne Sprachkenntnisse! - ECHT schwierig! Ich saß also geschockt und verunsichert im Zug. Stolperte in Kyoto auf den Bahnsteig raus und war völlig erschlagen von dem Gewusel und Gedränge in drei riesigen Bahnhofsstockwerken! Hilfe! Also Schritt für Schritt vorgehen - eins nach dem anderen:
    1. TOURISTENINFORMATION: Papier- Stadtplan und Busfahrplan holen, Fragen, wo ich Hilfe bei der Datenfrage bekommen kann.
    2. AUFLADEN meiner quasi leeren SUICA- Card zum Busfahren. Am Bezahlautomat. Dafür eine/n Helfer/ in finden.
    3. Ein MEDIENGESCHÄFT finden und aufsuchen, wo ich hoffentlich "geholfen kriege" (um Verona Feldbusch zu zitieren...).
    Nr 1 und 2 klappten irgendwie - mit viel "mich strohblond anstellen" ;-) Aber wat mutt, dat mutt!
    Nr. 3: Im riesigen Mediamarkt (lauter blinkende einzelne Handy- und ähnliche Produktstände auf mindestens 3 Ebenen) direkt hinter den Kyoto TOWER wurde ich überall abgewimmelt. Das heißt: es war wie in einem deutschen Baumarkt: die ersten "BERATER" verschwanden gleich wieder. Den Berater Nummer 3 verfolgte, beharkte und bekniete ich aber via Google-Translator. Er schaffte es NICHT, vor mir zu flüchten! Nach 3 erfolglosen Versuchen seinerseits, mich loszuwerden, guckte er irgendwann doch ganz kurz in mein Handy- Menü, klickte was an und ZACK - da war sie wieder, die Internetverbindung! WOW! Ich argwöhnte zwar, dass es nur das hauseigene WLAN war. Aber nein: es tat jetzt auch im Freien wieder. DIE FRAGE WAR NUR: WIE LANGE? (Heute ist schon der dritte Tag in Kyoto und ich hab immer noch Internet draußen: juhu!!!)
    Hier noch ein Haiku von der Ankunft in meinem Kyoto- Hostel:
    Im Flur des Hostels
    Dampfende Waschmaschinen
    Wie vertraut das riecht!

    Für 17 Uhr hatte ich eine zweistündige Führung durch das so genannte "Geisha-Viertel" gebucht. In letzter Minute kam ich verschwitzt beim Treffpunkt an. Es war sooo voll in diesem Teil der Altstadt, dass ich mich nur schrittweise mühsam durch die Touristenmassen und gegen den Strom durchdrängen konnte. Die Gruppe war klein - mit mir nur 5 Personen: Maiko, die junge Führerin, eine japanische Mutter mit amerikanischer Tochter, ein älteres Ehepaar aus Lateinamerika und ich. Hat Spaß gemacht und ich erfuhr von Maiko, dass die hölzernen bogenförmigen "Zäune" am Sockel der Hauswände, die mir bereits in der Altstatdt von Omihachiman aufgefallen waren, einfach ein Schutz gegen pinkelnde Köter sind.
    Es gab auch hier im alten Rotlichtviertel GION alte höchstens zweistöckige Stadthäuser und viele Restaurants. Die Führung endete zentral an einem großen Schrein gleich bei "meiner" Bushaltestelle. Weil ich riesigen Hunger hatte, kaufte ich mir an zwei Ständen noch etwas Kleines zum Essen auf die Hand. War gar nicht leicht, etwas SALZIGES Vegetarisches zu finden - es gelang aber, wie man an den Fotos sieht.
    Okumaya devam et

  • 17.11. Kyoto mit dem Fahrrad

    17 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☀️ 14 °C

    Morgens, fast halbzehn im 5. Stock des Hostels in Kyoto- Mitte: Ich bin tatsächlich noch gesund - will es aber nicht "beschreien"... Noch hab ich weder Zahnschmerzen, noch Erkältung oder Magen-Darm oder sonstige schlimmere Beeinträchtigungen. Dafür bin ich fast am meisten dankbar! 🙏 Der Rest ergibt sich von selbst. Weil ein paar meiner Blog-Follower gefragt haben, woher ich die Energie dazu nehme.: Sie kommt einfach daher, dass ich so viel Aufwand und Geld investiert habe, um hierher zu kommen, dass ich die kostbaren Tage nicht "ungenützt" verstreichen lassen möchte. Wobei mich Kyoto erstmal fast erschlagen hat mit der schieren Masse an Touristen, die sich durch die Straßen schieben: flanierend oder eilend - je nachdem. Und es gibt sooo viel zu sehen hier, dass allein dafür 1-2 Wochen sinnvoll wären. (Der Amerikaner von vorgestern Abend WAR 2 Wochen hier und hatte nicht das Gefühl, er habe alles Wichtige gesehen...) Es fällt mir deshalb schwerer als bisher, einen Anfang zu finden. Aber gottlob bricht die 🌞 immer wieder durch die Wolken! Bei ca 14 Grad, d.h. warme Kleidung ist trotzdem nötig. Ich werde mir also gleich ein Fahrrad ausleihen und einfach mal los fahren. // Das Fahrrad war zwar gefühlt "Kindergröße", also keines von den Hollandrädern, aber es hatte als einziges eine Gangschaltung! Als ich gegen halb 12 endlich losfuhr, war das Wetter herrlich, so dass das Radeln am Kamo-Fluss entlang eine reine Freude war - siehe Bilder! Ich traf sehr viele Menschen auf dem Rad. Eine junge Mama hatte ihr 10 Monate altes Baby auf dem Rücken festgeschnallt. Sie machte sich nicht die Mühe, das Kind in ihren wunderbaren Kinderfahrradsitz umzusetzen, sondern fuhr ohne Helm einfach los, um mir Weg zum 1. Schrein zu zeigen. Diesen großen Schrein, den der Herr im Hostel mir anzuschauen empfohlen hatte, bestand aus vielen kleineren Nebenschreinen - unter anderem den mit der Baseball- Gottheit (!)- und am Ende einem Hauptschrein. Im ersten, dem Kawai- Schrein, gab es Bijin sui - ein Getränk aus Quittenhonig und dem heiligen Wasser dieses Schreines zu kaufen. Ich nahm es heiß und es schmeckte wirklich lecker! Quitten sollen eine schöne jugendliche Haut machen (Ja, bitte gern!) Jeder Besucher kaufte und trank das hier.... Wobei im Moment nicht mehr als 10 Besucher hier waren. Laut Infotafel gibt es im Garten des Shimogamo- Schreines im Herbst besonders viele Quitten. Den zweiten Tempel, ganz weit im Nordosten der inneren Stadt, hatte ich ausgesucht, weil mir die gestrige Guide Maiko eine Internetseite genannt hatte, wo es Teezeremonien im Tempel gibt. Als ich den Namen des Tempels in Googlemaps eingegeben hab, kam dieser Enkoji- Tempel heraus. Als ich dort oben ankam, wusste dort niemand was von Teezeremonien. Gemeinsam fanden wir dann heraus, dass das im Kodaiji- Tempel nahe des Gion(Geisha)-Viertels sein muss. Davon war ich nun SEHR weit entfernt. Klar deshalb, dass ich mir das schöne Tempelgelände hier mit einem fast idyllischem Friedhof und toller Aussicht auf Kyoto trotzdem anschaute. Und auf dem Rückweg auch eine von Kyotos bekanntesten Sehenswürdigkeiten, den berühmten Gingkakuji- "SILBER"tempel "mitnahm".
    Der war auch um kurz vor 16 Uhr noch total überlaufen . Das was ich auf dem vorgeschriebenen (!) Oneway- Rundweg durchs Gelände zu sehen bekam, war aber nur ein sehr schöner Park - ebenfalls mit Aussicht und herrlich roten Herbstlaubbäumen. Ich gönnte mir am Ausgang ein herrlich grünweißes Matcha- Softeis in einem "PUFF" aus Brandteig gefüllt mit Matcha- Creme. Und dann begann es zu nieseln und wurde rasch dunkel, so dass ich zurück zum Hostel fuhr. Und im Supermarkt unterwegs schnell einen ( zu) großen Einkauf machte - siehe Bild vom Einkaufskorb. Das meiste davon werde ich in die nächste, zweite Hostelunterkunft in Kyoto mitnehmen müssen. Damit war mein heutiges Tagesprogramm aber keineswegs beendet. Nein, nach einer längeren Trink- und Umziehpause fuhr ich nochmal los. Nun zur sogenannten "Naked- Moon"- Lightshow, die hier um die Ecke im Nija-Castle offenbar allabendlich statt findet. Sagte der Herr von der Hostelrezeption. Das Castle hätte ich mir ja sowieso anschauen wollen- nun eben im Dunkeln mit Showeffekten.
    Apropos: Klar war es schön, bei Festbeleuchtung, Musik und diversen Licht- und Soundeffekten durch das parkartige Castle- Gelände zu spazieren. Aber irgendwie hab ich inzwischen diese teuren, immersiven Lightshows an und in Gebäuden auch ein bisschen satt. Es ist alles so superkitschig und effekthascherisch. (Christmasgarden in der Wilhelma, die Musiklightshow in der Stuttgarter Johanneskirche - alles beim 1. Mal beeindruckend. Aber KUNST ist das m.E. nicht. Sei's drum: Somit habe ich sowohl den Abend gefüllt als auch das schöne und berühmte Castle samt Park besichtigt. Jetzt Schluss, morgen will ich früh aus checken, um so bald wie möglich am Inari-Tempel sein zu können, der wohl NUR ganz frühmorgens überhaupt auszuhalten ist - sagte Consuelo. Schau mer mal.
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  • 18.11. Kyoto: Tempel, Wald, Teezeremonie

    18 Kasım 2025, Japonya ⋅ ⛅ 11 °C

    Ist schon nach 0 Uhr- ich schaffe höchstens noch paar Bilder und einen ganz schlichten Haiku- für gestern und heute passend
    Es herrscht Linksverkehr
    Radfahren in Kyoto ist
    Im Dunkeln schwierig.
    NACHTRAG - erst 2 Monate nach meiner Rückkehr vervollständigt:
    Ich war NICHT beim Inari-Tempel, weil zu spät aufgestanden. Bin mit "meinem" Fahrrad vom Hostel zunächst zum Heian-Schrein gefahren, zu dem eines der größten roten Torij Japans gehört. Das Hauptgebäude war in Baufolien gehüllt und der riesige kahle Schotter-Vorplatz war von diversen Schulklassen bevölkert. Ich konnte diesem Gelände leider GAR nichts abgewinnen. Außerdem hatte ich mangels Frühstück jetzt großen Kaffeedurst und kleinen Hunger- fand aber in den verschiedenen großen Läden auf dem Gelände nichts Trink- oder Essbares. Draußen gab es eine Art Straßen-Flohmarkt und dort - ganz am Ende - tatsächlich eine kleine, aber feine Kaffeequelle: eine komplette Kaffeeküche mit Bohnen verschiedener Stärke, elektrischer Mühle, Wasserkocher, Filter. Außerdem wurden zwei Sorten von kleinen selbstgebackenen Kuchen angeboten - alles untergebracht auf einem ganz normalen Lastenrad. Die junge Frau bereitete in aller Seelenruhe jede einzelne Tasse zu - mahlen, filtern, aufgießen, Becher, Milch? Zucker?... Ein wahrer SLOW-DRINK! Während der langen Zubereitungszeit kam ich mit der Rollifahrerin und ihrer Begleitung VOR mir sowie mit einer amerikanischen Touristin NACH mir in nette Gespräche. Kaffee und Minikuchen waren nicht billig, aber lecker. Die ruhige, zuvorkommende Betreiberin war so freundlich und ihre Tiny-Kaffeeküche so beeindruckend, dass alle Kundinnen die lange Wartezeit geduldig ertrugen. Danach gings per Rad weitereinem anderen, dem mir als besonders schön empfohlenen Nanzen-ji-Tempel aus dem 13. Jahrhundert gefahren, wo man mit einem Extraticket von innen auf das riesige Eingangstor hinaufsteigen konnte - nur in Strümpfen! - und eine schöne Aussicht hatte. Das sehr große Tempelgelände wurde von einem malerischen Aquädukt durchschnitten, unter dem sich alle Besucher fotografierten. Im Reiseführer hatte ich etwas von einer kurzen Wanderung direkt vom Nanzen-ji-Tempelgelände zu einem höhergelegenen Schrein gelesen. Also folgte ich den Schildern bergauf und landete schon nach wenigen Schritten ganz allein in einem sehr steilen Waldgelände, wo ich kaum noch den Weg erkennen konnte. Je weiter ich mich vom Tempelgelände entfernte, desto unheimlicher wurde es mir. Hier war KEINER - nur Bäume und recht wilde Wege in verschiedene Richtungen... Statt Wegweisern nur Schilder, die vor wilden Affen warnten. Irgendwann kam mir ein etwa gleichaltriger Engländer im Outdoor-Outfit entgegen, den ich nach dem Weg fragte. Er meinte, dass in ER in Japan noch nie Affen begegnet sei - es seien mehr Bären unterwegs... Er kam zwar von oben, hatte aber auch keine Ahnung, wo der besagte Schrein war. Wir unterhielten uns eine Weile sehr nett (er reist, lebt und jobbt immer wieder für einige Monate in verschiedenen Gegenden in Japan) bevor wir beide umdrehten - er zu seinem Auto und Freunden, ich zurück zu meinem Fahrrad. Ich wollte ja heute - letzte Gelegenheit! - endlich eine TEEZEREMONIE mitmachen. Die Elsässerin Anais, mit der ich abends durch den dunklen Nara-Park zurück zu unseren Hostels gelaufen bin, empfahl mir dafür NAGOMI, eine Ladenkette, die u.a. auch Kimono- Anproben als Touristenattraktion anbietet. Sie kannte die aus einer anderen Stadt, aber sie googelte und fand für mich den einzigen Nagomi-Laden in Kyoto: im vollsten und engsten Touristengässchen in Kyotos Altstadt. Als ich heute endlich dort ankam, war es schon fast 14.30 h und ich hatte nicht reserviert. Aber für mich als Einzelperson gab es dann doch noch ein Ticket für 16 Uhr. Neben mir saßen 4 junge Touristen, die in geliehenen Kimonos her gekommen waren. Ich hatte so die Gelegenheit mir einen echten Kimono genau anzuschauen. Besonders den auffälligen "Gurt", der so breit auf dem Rücken zusammenläuft, dass er eher wie ein flacher Rucksack wirkt. Die Brust wird dadurch vorne fast flach eingeschnürt. Ich getraute mich aber nicht, die junge Frau zu fragen, ob das nicht unangenehm ist. Die weißen "Socken" haben tatsächlich, wie ich vermutet hatte, einen Zeheneinschnitt für die traditionellen Zehen-Holzpantoffeln (siehe Bild) < Weil der Kimono auch am Knöchel noch recht eng ist und wegen der erhöhten Holz-"Flipflops" können die damit gekleideten Frauen und Mädchen nur kleine Trippelschritte machen. Genau so soll es ja sein... > Die anderen Teilnehmer waren meist Paare aus Europa. Zuerst sollte sich jeder eine Keramik-Teeschale aussuchen und vor sich hin stellen. Wir bekamen jede/r auch zwei kleine Kekse: einen extrem zuckerhaltigen in Form eines Ahornblattes und einen aus Reismehl. Eine mittelalte Japanerin leitete extrem "gut gelaunt" und deutlich artikuliert, aber mit starkem Akzent auf englisch die Veranstaltung. Nach diversen Erklärungen zur Herkunft und Bedeutung des grünen Tees und berühmten Teemeistern, demonstrierte sie Schritt für Schritt die Zubereitung von grünem Matcha-Tee. Jeder von uns 11 Teilnehmenden sollte sich nacheinander das Matchapulver nehmen, dann einzeln vor den heißen Wasserkessel knien und das heiße Wasser mit einer Holzkelle SEHR langsam und vorsichtig aus dem Kessel schöpfen und so in die Teeschale fließen lassen, dass das Plätschern deutlich hörbar war. Netterweise war die Französin neben mir bereit, mich dabei zu fotografieren. Nach jeder einzelnen Person jubelte die Leiterin begeistert und alle applaudierten. ;-) Dann musste jeder den Tee in seiner Schale mit einem Bambusbesen ebenfalls nach Vorschrift zwar locker aus dem Handgelenk, aber doch intensiv schaumig schlagen. Vor dem andächtigen Trinken wurden zunächst die beiden Kekse nacheinander achtsam und langsam verzehrt. Die an sich simple Zubereitung war so in winzige Teilschritte zerlegt und jeweils ausführlich kommentiert worden, dass die ganze Prozedur etwa eine Stunde dauerte. Somit der zweite SLOW-DRINK des Tages! Inzwischen war der Tee in der bowlartigen Teeschale lauwarm geworden und der Geschmack war eher gewöhnungsbedürftig für mich.... Trotzdem hat die ganze Aktion durchaus Spaß gemacht. Auf dem Heimweg beobachtete ich ein Fotografenteam, das ne pastos weiß geschminkte Kimonoträgerin vor einem Gartentor ablichtete - siehe Foto. Von der Haltung, Statur und von den Gesichtszügen wirkte sie auf mich sehr männlich. Ob es sich um einen Kabuki-Schauspieler handelte?
    Nun musste ich nicht nur zurück zum Hostel finden, um das Fahrrad gegen meinen Gepäcktrolley einzutauschen, sondern anschließend auch mit dem Bus und zu Fuß in eine weitere Unterkunft zu wechseln. Es kostete mich einiges Fragen und im Dunkeln Herumirren rund um und mehrfach DURCH den großen Bahnhof, um den RICHTIGEN Weg zum Piece-Hotel ausfindig zu machen - keine 400 m vom Bahnhof entfernt versteckt in einer engen Gasse. Das Hostel war modern und super ausgestattet mit einem schickem Gemeinschaftsbereich im riesigen Foyer, wo man sich kostenlos Tee und Kaffee machen konnte. Es war aber auch ziemlich teuer (91 € / Nacht) für sehr kleine Zimmer ohne Bad. Gemeinschaftstoiletten auf dem Stock und nur zwei, drei Duschkabinen für ALLE Gäste im Erdgeschoss. Der größte Vorzug war hier - einmal mehr - die unmittelbare Bahnhofsnähe. Im Kühlschrank fand ich ein paar brauchbare Leftovers "for free", die ich dankbar mit meinen bescheidenen Resten (Tütensuppe, Schmelzkäse etc.) als Abendessen annahm. Zum Einkaufen war ich heute nicht gekommen und nochmal raus wollte ich heute auf keinen Fall mehr... Das riesige Bett stellte sich aber als sehr bequem heraus und ich konnte mir ein gute Nackenstützkissen aus dem Flurregal nehmen.
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  • 19.11. MIHO- Museum von I.M.Pei - toll!!

    19 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☁️ 8 °C

    Beim Warten auf den Bus zum Museum hab ich mir im Seven- Eleven- Kombini am Bahnhof in Ishiyama (15 min von Kyoto) einen Kaffee geholt:
    Supermarkt-Musik
    DOWNTOWN von Petula Clark:
    Ich denk an Mama.
    <Für alle außerhalb unserer Familie: diesen Schlager hat meine Mutter in den 60ern gerne bei der Hausarbeit gehört. Deshalb ist dies eine ganz alte Kindheitserinnerung. > Und meiner Mutter verdanke ich letztlich auch den heutigen Besuch im MIHO- Museum, der mich sehr begeistert hat. Sie hatte mir nämlich schon im Frühjahr den Link zu einer sehr teuren ZEIT- Kulturreise Japan geschickt. Nicht, damit ich die buche (über 7000 € für 12 Tage...), sondern, damit ich sehen kann, welche kulturellen Highlights dort besucht werden. In den Teilnehmer- Bewertungen der Reise war der Besuch des MIHO- Museums für viele ein, für manche sogar DAS Highlight gewesen. Nur deshalb hab ich es für mich eingeplant. Keine/r meiner sonstigen Japan- Ratgeber/innen hatte mir dazu geraten, offenbar, weil kaum eine/r bisher dort war. Vielleicht Andreas, aber er vermutete, es liege zu weit ab für mich.
    Dabei wäre man in 1 h 10min vom Bf Kyoto aus dort. WENN man nicht - wie ich heute früh- von 2 (!) BAHNangestellten das falsche Gleis genannt bekommt. Erst nach gut 10 min Fahrt in die entgegengesetzte Richtung konnte ich aussteigen und wieder zurück fahren... Hab dadurch eine ganze Stunde verloren, weil der besagte Bus direkt zum Museum leider nur 1 x pro Stunde in Ishiyama losfährt. Die 50minütige Busfahrt übers Land, meist am Fluss entlang und am Ende nur noch bergauf durch den Wald war aber sehr schön! Laut Reiseführer gehört die etwas mühevoller Anfahrt bereits zum Konzept der Museumsphilosophie: Man geht zu Fuß durch eine Kirschbaumallee ( z.Zt. alle kahl - das hatte aber auch etwas) , dann durch einen metallisch glänzenden Tunnel und am Ende durch eine Art Strahlen-Tor aus Stahlseilen auf das flache Museumsgebäude zu. nach einem bekannten Roman von 1930 über China führt der Zugang zum fiktiven Paradies, Shangri-La, durch einen Felsspalt. Diese Idee hat der Architekt I.M.Pei hier aufgegriffen. Die meisten Ausstellungsräume sind IN den Berg gebaut, also unterirdisch bzw. am Hang. Die Aussicht aus den riesigen Glasfronten ins Tal war heute mit dem Herbstlaub besonders beeindruckend.
    Schöne. moderne, klare Kunstgebäude erfreuen einfach mein ❤️ !
    Heute meine letzte Nacht in Kyoto - noch einmal im bahnhofsnahen Piece-Hostel.
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  • 20.11. Züge und Hiroshima

    20 Kasım 2025, Japonya ⋅ ☀️ 7 °C

    Start früh - schon vor 8 Uhr war ich am knapp 5 min entfernten Bahnhof und durfte entspannt auf den Shinkansen warten. Dabei hab ich festgestellt, dass der heutige "Schnellzug" Japans der viel schnellere NOZOMI (Bedeutung: Wunsch, Hoffnung) ist - quasi unser ICE- Niveau. Er fährt häufiger und hält seltener. ES gibt noch einen schnelleren Zug - den MIZUHO - bis zu 320 km/h. Beide darf ich eigentlich nicht benützen mit dem JR- Pass. (Wobei das ja niemand kontrolliert, wenn man mal am Gleis steht ;-)) Shinkansen sind eher die Oldtimer-Variante mit geringerem Preisniveau - quasi die " Haltezüge" für Normal- Reisende. Analog zu IC- Zügen bei uns -bloß mit ICE - Tempo ( bis 300 km/ h) d.h. schneller und vor allem PÜNKTLICHER als unsere Züge! Der erste Shinkansen fuhr schon 1964.Schon 30 min nach Ankunft in Hiroshima war ich bei der Touristeninfo gewesen UND hatte live IM Okonomiyaki- Geschäft hinter dem Bahnhof einen Kochschule-Termin vor Ort vereinbart - leider bereits in gut 2 Stunden. Das war der einzige freie Termin für heute und morgen. Ich war im Nachhinein froh, unterwegs auf einen Zwischenstopp in Himeji verzichtet zu haben, d.h. NICHT dort ausgestiegen zu sein sein, um das berühmte weiße Castle zu besichtigen! Vom der Möglichkeit des Kochevents hier hatte ich gerade erst auf der Fahrt aus meinem LonelyPlanet- Reiseführer erfahren. Obwohl ich ihn bisher nur selten genützt habe - manche Infos und auch Vorschläge für Besichtigungstouren zu Fuß (z.B. in Nara und Hiroshima) waren sehr hilfreich! Ab sofort wurde das Fortbewegungstempo allerdings SEHR LANGSAM: bis die olle Straßenbahn zu meinem Hotel überhaupt losfuhr und bis sie irgendwo in der Nähe ankam - das ging soooo lahm , dass ich in dieser Zeit selbst mit Gepäck gefühlt zu Fuß schneller gewesen wäre. DANN hatte googlemaps mich noch mit dem Hotelnamen "dormy inn" in die Irre geführt: ich bin 20 min umsonst herum geirrt, bis mir im falschen dormy inn der Weg zum richtigen erklärt wurde... Aber: das GUTE daran war, dass ich auf dem Irrweg an einem Fahrradladen vorbeigekommen war. Dort kann ich mir also für morgen ein Fahrrad leihen - Freiheit von Bus und Straßenbahn: juhu! Puh - die Restzeit wurde nun recht knapp bis zu meinem Kochtermin: sobald ich wusste, welcher Bus vom richtigen dormy inn zum Bahnhof fährt, hechtete ich SEHR illegal über die vielbefahrene 6spurige Straße (siehe Foto von meinem Zimmerfenster) und sprang in den gerade heranfahrenden Bus: YES! Es könnte reichen. Tat es auch. Im Nebenraum war eine Gruppe Kochschüler- ich bekam eine EINZELstunde für meine vegetarische Variante mit Mais statt porc und auch andere Saucen. Zwei Städte sind bekannt für Okonomiyaki: Osaka, wo alle Zutaten in einen Teig gerührt werden und Hiroshima, wo noch Nudeln dabei sind und es dieses Schichtenprinzip gibt (siehe Bild!). Also sehr viele einzelne Zubereitungsschritte! Wobei HIER natürlich alles vorgeschnippelt war und mir in Schälchen angereicht wurde. Vor mir eine Edelstahlplatte mit verschiedenen Hitzezonen. Die Backzone hat 180 grad. Jedenfalls machte es Spaß und ich hatte hinterher für 13,50 € gesamt eine leckere, selbst zubereitete Mahlzeit intus. Was ich nachmittags noch gemacht habe nur kursorisch. Zuerst mit dem der Hop-on-Hop-off- Busse hier in Richtung Castle gefahren. Blöd, weil es die ungünstigste Linie war, wo ich noch mehr als 1 km Fußmarsch hatte. Das Castle war ähnlich wie alle: voller Touris wie ich, voller seltsamen historische Vitrinen und wieder sehr steile Stufen innen sowie eine gute Aussicht auf die Stadt von oben. Das ursprüngliche Castle von 1591 wurde natürlich beim Atombombenangriff am 6. August 945 zerstört. Es lag ja ganz nah beim "Epizentrum" (Einschlag) der Bombe. Das jetzige Castle wurde erst 1958 fertig. Weiter gings am Kunstmuseum vorbei zum Gate- Park, dort ein Kaffee to go, dann den Orizuru-Tower gesucht und gefunden. Ein modernes 12 Stockwerke hohes Gebäude mit großzügiger hölzerner terrassenförmiger Aussichtsplattform - besonders schön in der Abendsonne! Von oben entdeckte ich hier das erste mal den "A-bombendom" - das berühmteste, weil nahe von Ground Zero als erkennbares Gebäude übriggeblieben. Es ist 1915 von einem tschechischen Architekten schön europäisch-stabil mit Kuppeldach gebaut worden- heute Atombomben- Mahnmal. Der Eintritt in den Orizuru-Tower war genauso teuer wie mein Kochevent. Weshalb ich unbedingt auch im Stockwerk darunter wenigstens noch einen Kranich falten wollte - ohne zunächst recht zu verstehen, warum das hier angeboten wurde: Zuerst das eh schon hübsche Faltpapier mit 4 Stempeln in 4 Farben noch hübscher machen. Dann falten. Gottlob half mir ein junger Mitarbeiter, indem er mir auf meinen Wunsch hin jeden einzelnen Faltschritt zeigte. Und das sind echt viele!!!! Während die anderen sich mit Videoanleitungen abmühten, hihi! Jetzt kam das Beste: Ich wurde von einer Mitarbeiterin 4 oder5 Schritte über einen sehr schmalen Glasboden (gruseliger Blick nach unten zur Straße) quasi an der Außenseite des Gebäudes, aber innen am Fenster entlang zu einem transparenten Schacht geführt. Dort warf ich meinen rötlichen Minikranich rein, so dass er innen an der gläsernen Außenwand runtersegelte zu den 1,2 Millionen anderer (ich hab gefragt, WIE VIELE sind). Wow! Vor der Rutsche vom 11. Stock nach unten hatte ich erst etwas Angst. Die war aber ganz harmlos, weil sie nach jedem Stockwerk stoppte, so dass man jeweils hätte aussteigen und vollends die Treppe nach unten hätte nehmen können.. inzwischen war es draußen bereits dunkel . Der A-Bombendom nebenan war nun angestrahlt und sah aus wie ein Geisterschloss. Was er ja streng genommen auch IST. Ebenso wie bei den Twin-Towers in NY am 11. 9. 2001 sind auch hier drin am 6.8.1945 sehr viele Menschen gestorben. Nach ein paar Fotos davon und einem einem kleinen Einkaufsstopp in einem Kombini auf dem Heimweg gings wieder zum Hotel. Ich komme eben (22.15 Uhr) erst zurück ins Zimmer: Eineinhalb Stunden im hauseigenen Onsen plus Dampfbad - herrlich! Nur die soziale Kontrolle beim vorherigen Schrubben des Körpers im Sitzen mit Handbrause und Schüssel und Plastikhocker ist etwas stressend: jede kann dich beobachten. Sich unter 12 min reinigen, geht GAR nicht - die meisten Japanerinnen tun es doppelt solange. Dann Haare waschen - auch das mehrfach. Dann den Duschplatz reinigen (wovon?). Und erst dann ins warme Becken oder hier ins Dampfbad. --> Bei uns badet man, um sich zu reinigen - und zu entspannen.--> In Japan reinigt man sich, um sich DANN im Bad zu entspannen. Das Wasser im Onsen bzw. offenbar auch daheim, wird dann über Tage hinweg warm gehalten und abgedeckt. Der Stromverbrauch zum Wasser heizen ist zwar hoch, aber wohl niedriger als wenn jede Wanne ganz neu gefüllt würde. Durch die extreme Gründlichkeit bei der Körperreinigung hat quasi keine Hautschuppe und kein Haar eine Chance ein Wasserbecken zu verunreinigen!..😜 Und jetzt das nach dem schönen Onsen das Zweitbeste an DIESEM Dormy Inn- Hotel: Es gibt täglich von 21.30 - 23.00 Uhr umsonst heiße Nudelsuppe mit leicht gewellten Spaghetti - also Soba-Nudeln. Die späten Hausgäste kommen barfuß in Pantoffeln und alle in dem gleichen häßlichen braunen Kunstfaser -T- Shirt (Unisex) aus dem Zimmer ins Restaurant und bilden geduldig eine Warteschlange. Die Suppe wird " frisch" zubereitet: Jeder kriegt eine Bowl, in die an der Theke Brühe, eine fertig gekochte gepresste Portion Nudeln, 1/4 weiches Ei. 2 Stückle Bambus und schmale Ringe von Frühlingszwiebeln gegeben werden. Dann schlurfen alle mit ihrer heißen Schale irgendwo an einen Einzeltisch und schlürfen vor sich hin. Und zum Nachtisch hab ich mir eine kleine Eiswaffel aus der Kühltruhe mit der Aufschrift "Help yourself" vor dem Bad geholt - man kann unter 3 Sorten wählen. Kaffee gibt es hier im Foyer natürlich auch immer for free. Wie wirklich überall - selbst im Supermarkt und selbst auf dem Flohmarkt- Kaffeebyce - kann man wählen, welche STÄRKE des Kaffees: mild, mittel, stark. Ab 15 Uhr gibt es hier im Hotel auch eine besondere regionale Zitronenlimonade: mit Setouchi- Zitronen. Tatsächlich sehr lecker! :-)Okumaya devam et

  • 21.11. Die KATASTROPHE Hiroshima

    21 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 7 °C

    An meinen gestrigen Ankunftstag hab ich das Thema At0mbombenabwurf über dieser Stadt noch nicht behandelt bzw. noch kaum an mich heran gelassen. Dabei reicht ja schon der Name, um schlimme Assoziationen zu wecken. Es ist jetzt etwas über 80 Jahre her. Die Innenstadt ist eher hässlich - voll riesiger Hochhäuser und Neubauten.
    Erfreulich sind vor allem das Flussdelta bzw. die verschiedenen Flussarme im Herzen der Stadt, das Grün in den Parks und die Berge außen herum. Vor 1945 sah die Stadt auf den alten Fotos viel schöner aus und war offenbar sehr lebendig. Also: Erinnerungskultur wird hier SEHR GROSS geschrieben! Das kann man sich so in Deutschland kaum vorstellen. Es ist als Besucher dieser Stadt quasi unmöglich die KATASTROPHE ATOMBOMBE zu ignorieren. Im Friedenspark, im Friedensmuseum, in der Friedensgedächtnishalle, im Orizuru-Tower von gestern, im gesamten Peace-Park - selbst im Bahnhof oder auch auf der Aussichtsplattform vor dem MOCA- Museum (Museum Of Contemporary Art)- überall findet man Text und Bildtafeln, die auf das Vorher und Nachher hinweisen. Die Flamme des Friedens brennt lichterloh im Park und soll dort so lange weiterbrennen bis die letzte Atomwaffe vernichtet ist... Ich war über 2 Stunden im Museum, das ganz großartig gemacht ist. Sehr modern und museumspädagogisch beeindruckend. Auch ohne Audioguide bekommt man über riesige Fotowände, gemalte Bilder von Überlebenden, Videos, sehr viele Interviews mit Überlebenden in Text und Videos, durch übriggebliebene Kleidungsstücke und Alltagsgegenstände etc. HAUTNAH das Ausmaß des menschlichen Leids vermittelt. Und zwar immer mit Namen, Alter, genauem Aufenthaltsort und der Tätigkeit der jeweiligen Person/en am Morgen des 6. 8. 1945. Es werden immer kleine Geschichten erzählt von Einzelschicksalen. Ich war davon so gefangen genommen, dass mir die Hunderte von Schulkindern (heute extrem viele Grundschulklassen!) vor, neben und hinter gar nichts ausmachten. Man wurde einfach weiter geschoben durch diese Bilder des Grauens. Da gab es keine Schonung der armen Kinderseelen. Bilder von Toten, Leichen im Fluss, verkohlten Leibern, Details von Verletzungen Kinder mit schlimmen Verbrennungen in Lazaretten- Bilder und auch Stimmen tiefer Verzweiflung. Alles sehr gut auch auf Englisch und immer in sinnvollen Kontexten präsentiert. Der Eintrittspreis ist lächerlich gering - als Erwachsener zahlt man ca 1,20 € Kinder, Studenten, Gruppen, Senioren ab 65, Behinderte etc. etwa die Hälfte. Und überall Filme von Interviews - lauter O-Töne. Irgendwann war es dann aber auch genug. Die Weite des Parks mit Sonne und frischer Luft tat nach über 2 Stunden Enge in jeder Beziehung gut. Dabei ging es draußen ähnlich weiter mit den Denkmälern, Mahnmalen , Gedenkhalle etc. Japanische Reiseführerinnen erklärten deutschen Touristengruppen den Unterschied zwischen der Hiroshima- und der Nagasaki- Bombe. Erwachsene Touristen warfen selbst gefaltete Kraniche in die Schaukästen rund um das "Kinderdenkmal", das tatsächlich von Kindern für ihre verstorbenen Klassenkamerad/innen initiiert und durch Spenden ermöglicht wurde. Im Mittelpunkt steht die 1955 zwölf1ährige Schülerin Sadako, die 1945 zwei Jahre alt war. Sie war zunächst gesund und sportlich sehr ehrgeizig. Sie wollte Läuferin werden. Erst mit 12 Jahren bekam sie erste Symptome von Leukämie. Ihre Schulfreundin erzählte ihr von einer alten Sage, dass man ein Unglück abwenden kann, wenn es einem gelingt, 1000 Kraniche zu falten. An dieses Hoffnungszeichen klammerte sich das Mädchen. Sie starb aber doch bevor sie ihre 1000 Kraniche fertig hatte. Ihre Schulkamerad/innen falteten weiter, so dass sie mit 1000 Kranichen beerdigt werden konnte. Sie sammelten Geld und etablierten das Falten der Papierkraniche als Zeichen der Hoffnung auf Frieden. 3 Jahre nach Sadakos Tod wurde das Kinderdenkmal aufgestellt. Mit großer Glocke, die man läuten kann. Nachdem ich mir einen Kaffee etwas weiter im Gatepark draußen gegönnt hatte, wollte ich das tolle Fahrrad wenigstens noch etwas ausnützen. Es war schon nach halb 4, so dass ich beschloss, noch zum MOCA zu fahren. Das Museum selbst würde ich nicht mehr schaffen aber wenigstens den Skulpturengarten außerhalb des Museumsgebäudes... Ich war überrascht, dass das Museum oben auf einem Hügel liegt. Das war für mich weder über googlemaps noch auf dem Papier- Stadtplan zu erkennen gewesen. Jedenfalls wieder ein toller Platz um den Sonnenuntergang zu sehen. Die riesige Skulptur von Henry Moore ist sicher die prominenteste hier, aber mit dem Lageplan aus dem Museum konnte ich alle aufsuchen. Und der Heimweg bis zum Fahrradgeschäft war gar nicht mehr so weit, so dass ich das Rad rechtzeitig vor 18 Uhr abgeben konnte.
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  • 22.11. Insel Miyajima im Pulk und allein

    22 Kasım 2025, Japonya ⋅ 🌙 5 °C

    Heute ein Gegenprogramm zu gestern. Auch heute musste ich vormittags im Menschenstrom mit schwimmen, aber am Nachmittag dominierten Wald, Rehe, und herrliche Ausblicke aufs Meer das Geschehen. Um halb neun morgens war ich tatsächlich schon auf dem Weg zum Bus. Nach einem opulenten japanischen Frühstück vom Buffet im Hotel. Dann immer der Menge nach im stetig anschwellenden Menschenstrom: per Zug zum knapp 30 min entfernten Fähranlegerhafen. Dort ein Stückchen zu Fuß , 55 Cent "Eintrittssteuer" für die Insel am Fährschalter, rauf auf die Riesenfähre (frei mit meinem JR-Pass), 10 min Überfahrt mit Blick auf den roten Torii im Inland- Meer. Mit allen Wartezeiten dauerte die Hinfahrt etwa eine gute Stunde. In der Touristeninfo erfuhr ich, dass es hier tatsächlich einen kleinen Laden gibt, der Ebikes verleiht: Juhu, Rettung war in Sicht! Die nette Dame riet mir aber, zuerst in die Touristenhölle nach rechts zu gehen: zum BERÜHMTEN gefluteten Itsukushima-Schrein, der 593 erstmals gebaut wurde. Statt wie die meisten Inselbesucher die kleine Seilbahn auf den Berg zu nehmen, sollte ich lieber ein paar hundert meter zu Fuß bergauf zum auch schönen alten Tempel Daisho-in gehen. Und erst danach zurück kommen, um links vom Fährhafen das Fahrrad zu mieten. Und genau so machte ich es! Die EssStände für Touristen öffneten grade erst. Es gab ganz viele Austern to go und alles mögliche Fischige am Stiel, aber ich war happy, als ich beim 3. Anlauf tatsächlich einen schon geöffneten Stand fand, der schlicht nur Coffee to go bot. Die Warteschlange vor dem Ticketschalter zum "Wassertempel" Itsukushima war noch überschaubar - als ich 1,2 Stunden später zurückkam, war der Andrang viel schlimmer. Toll hier war vor allem die Entdeckung des Malwettbewerbs für Kinder bzw. die Ausstellung der schönsten Bilder direkt über unseren Köpfen und somit gemeinsam mit den Motiven - der grandiosen Aussicht auf den roten Torii im Wasser. Dort gab es kurz ein allgemeines Luftanhalten gefolgt vom erleichterten Ausatmen aller Umstehenden: als eine Mutter nach einem deutlichen PLATSCH ihre etwa 5jährige Tochter tropfnass aus dem Wasser zog und zurück auf den Tempelboden stellte. Weder Mutter noch Tochter hatten dabei einen Laut von sich gegeben: Japan halt. Der Wasserschrein war ebenso wie der Torii über 3 Jahre lang restauriert worden bis 2022, so dass beide jetzt in frischen Farben erstrahlen und NEU aussehen. Der Torii zum Schrein wurde aus 600 Jahre alten Kampher-Bäumen gebaut. Beides Weltkulturerbe seit 1996 und beide meistfotografierte Japan-Motive. Das nahegelegene Daisho-in-Kloster, eine am Berg gebaute Tempelanlage, die immer noch von Mönchen bewohnt ist. Das Kloster wurde von Kukai, dem Gründer des Shingon- Bhiuddismus erbaut und stammt aus dem 9. Jhd. Es gibt dort mehr als 500 "beautiful statues" - u.a. die "süßen" Babybhuddas auf meinen Fotos. Meine Mini-Challenge des Tages war ein stockdunkler enger Tunnel unter einer Tempeleingangsfront, durch den ich mich etwa 30 Meter mit erhöhtem Puls schrittweise voran tastete - eine Erfahrung in "Blindsein". Was der eigentliche Sinn und Zweck dieses Tunnels war, erfuhr ich nicht. Nachdem ich mich durch die entgegenkommenden Menschenmassen und vorbei an vielen zahmen Rehen (die ALLES fraßen und sogar Austernschalen ausschlürften) geschoben hatte, konnte ich mir tatsächlich hinter dem Fähranleger in einem kleinen Restaurant eines von etwa 5 Ebikes mieten. Von hier ab änderte sich alles: Die Gruppen von Rehe am Straßenrand und sogar direkt am Strand (!) vervielfachten sich, MENSCHEN gab es ab hier - den Strand rechtsherum jedoch so gut wie keine mehr. Ein netzeflickender Fischer in einem winzigen Hafen, ein, zwei Fußgänger, aber über weite Strecken keine Menschenseele. Krasser konnte der Gegensatz innerhalb von 2 Kilometern kaum sein! Ich fuhr mehr als eine Stunde weiter in diese Richtung, wobei sich die Straße auch vom Strand entfernte und teilweise auch sehr steil in Kurven etwa 200 Höhenmeter bergauf (deshalb nur Ebikes im Verleih!) durch den Wald wand. Immer wieder ging es aber auch wieder hinunter vorbei an schönen, fast menschenleeren Stränden - siehe Fotos. Der Radverleiher hatte mir schon gesagt, dass ich irgendwann umdrehen und zurückfahren müsste. Eine Inselumrundung war so offenbar gar nicht möglich. Da ich einige Fotostopps und auch am letzten Strand vor dem kleinen Schrein eine Meditationspause einlegte, musste ich mich am Ende sogar beeilen, um rechtzeitig das Rad zurückgeben zu können. Auf dieser Inselseite hab es gar keine Einkehrmöglichkeit und auch keinen Laden oder Kiosk. So stillte ich meinen Hunger und Durst erst kurz vor 17 Uhr in einem Hotelcafè in der Nähe des Fähranlegers. Der Rückweg mit Fähre und Zug zurück zum Hotel dauerte fast doppelt so lange wie der Hinweg am Morgen: alle Touristen strömten jetzt gleichzeitig von der Insel weg zurück in Richtung Hiroshima! Hier gab es außerdem doch einige längere Wartephasen auf den nächsten Zug, was ich sonst in Japan kaum erlebte. Vor allem wegen der einsamen Fahrradtour in der Nachmittagssonne war es ein wunderschöner Inselausflugstag.Okumaya devam et

  • 23.11. Nächste Insel Mukaishima

    24 Kasım 2025, Japonya ⋅ ⛅ 12 °C

    Ab heute drehe ich quasi um: von West zurück nach Ost. Bisher bin ich von Tokyo aus immer weiter westlich gefahren - insgesamt "nur" knapp 850 km, was nicht mal so weit ist wie von Kiel nach München. Mit schnellem Shinkansen am Stück wären das grade mal 3,5 Stunden Zugfahrt. Es war also dumm von mir, aus Bequemlichkeit im Voraus den Japan- Railpass für 600 € zu kaufen. Den kann man nur als Ausländer und nur online rechtzeitig! vor der Reise bestellen. Die Bewertungen dafür waren positiv, weil keine Ticketkäufe nötig sind. ABER: Vermutlich hätten mich alle Einzeltickets insgesamt höchstens die Hälfte gekostet. :-( Zumal es ja einige Strecken und Verkehrsmittel (Busse!) auf meiner Reiseroute gab, wo ich den Zugpass gar nicht nützen konnte, sprich: sowieso extra bezahlen musste. Vor allem auch die Öffis innerhalb der großen Städte. Ich war aber AUCH zu bequem gewesen, das alles vorher mit den Preisen zu recherchieren. Jetzt, wo ich weiß, WIE leicht es einem Googlemaps macht, das herauszufinden, hätte ich vielleicht anders entschieden... Die komplette Nord- Süd-Ausdehnung Japans ist 2400 km - wenn man DAS ausreizen würde, lohnt es sich natürlich! < Von der Gesamtfläche her ist Japan ähnlich groß wie Deutschland (J: 378 000qkm, D: 358 000qkm). Hat allerdings über doppelt so viele Waldflächen (J: 66 Prozent, Deutschland 30 Prozent)! Japan hat zwar VIEL (30-mal) mehr Küsten als wir, aber nur 12 Prozent Landwirtschaftsflächen (D: über 50 Prozent). Das mit den wenigen landwirtschaftlichen Nutzflächen ist für mich eine plausible Erklärung, weshalb nur so wenige Sorten von frischem Obst und Gemüse in den Supermärkten zu finden sind. > Ab heute ging es also wieder Stück für Stück zurück in den Osten. Im Unterschied zum Reisen in Europa FLUTSCHT es hier aber ganz anders!!! Ich habe außer der einen direkten Shinkansen-Verbindung von Kyoto nach Hiroshima (und auch das wäre mit Umstiegen spontan fast gleich schnell gegangen) nie irgendwo im Vorhinein eine Zug- oder Busverbindung recherchiert oder gar gebucht. Reisen klappt hier für Touristen sehr gut so: Man fährt zum Bahnhof im Minutentakt mit Bus, Tram, Metro. Dort guckt man in Googlemaps, von welchem Gleis oder Steig der nächste Zug oder Bus zum gewünschten Ziel fährt und steigt ein - fertig.
    Ohne Zugpass löst man - genau wie bei uns - Zug-Tickets am Automat oder Schalter. Im Bus zahlt man erst beim Aussteigen beim Schaffner direkt.
    ZURÜCK ZU HEUTE: Ich hatte mir also Zeit gelassen mit dem Verlassen des ach-so-bequemen Dormy inn-Hotels in Hiroshima: Checkout-Time war hier erst 11 Uhr - auch das selten entspannt (Üblich ist 10 Uhr - wie in Europa). Bereits um 11.05 Uhr saß ich im Bus zum Bahnhof, nahm dort den nächsten, langsamen Shinkansen "Kodama" bis Shin- Onomichi. Dann eine kurze Busfahrt zum Fährhafen Onomichi. Dort nur die Straße überquert und in einer unter zehnminütigen Fähr-Überfahrt rüber zur ersten der vielen kleinen Inseln im Inlandmeer vor Onomichi. Diese Inselchen sind vor allem bei Fahrradfahrern sehr beliebt: Man kann 7 Inseln über 6 Brücken ganz ohne Fähre erreichen, was mit 72 km Entfernung eine machbare Challenge für viele ist. Allerdings hat man mit einer morgendlichen Fahrradausleihe und Rückgabe vor 17 Uhr (Sonnenuntergang!) am Ziel tagsüber quasi kaum Pausen oder Zeit, sich unterwegs etwas anzuschauen. Und muss dann ja auch meistens wieder mit dem Zug zurückfahren vom Zielort Imabari bis Onomichi. Das war mir alles zu stressig.
    Ich hatte also 2 Übernachtungen in der Nähe von Onomichi gebucht. Erst heute hab ich festgestellt, dass das Hostel nicht vor, sonder n bereits AUF auf der ersten INSEL liegt.
    NACHTEIL: ich sehe nichts von der offenbar attraktiven Stadt Onomichi am Nachmittag. VORTEIL: Ich hab schon Schritt 1 der beabsichtigten Fahrradtour hinter mir.
    DENN: Im Zug hab ich gegoogelt, ob es dort einen Fahrradverleih gibt: JA, 2 min Fußweg nach dem Fähranleger. Bewertungen super. Also nichts wie hin mit meinem Trolley zum Fahrradladen. Ich kam gleich dran. Der nette Sohn der Familie (auch schon 41 Jahre alt, hihi), den die nette Mama vorschickte wegen Englisch (obwohl SIE besser Englisch versteht als ER!!!), schlug mir von sich aus vor, mir für knapp 3 Euro den Trolley per Auto zu meinem Hostel zu bringen. Was ich natürlich begeistert annahm! Denn AUF der Insel hätte ich noch über 35 Minuten öden Fußweg die Straße entlang bis zu meiner gebuchten Unterkunft gehabt - und dazu keine Lust! Auf diese Weise saß ich schon vor 14 Uhr auf dem Fahrrad und fuhr entspannt ohne Gepäck zum LIGHTHOUSE-HOSTEL mit angeblichem " Meerblick" und Balkon. Darauf war ich gespannt! Das "MEER" präsentierte sich auf dieser dem Festland zugewandten Seite eher als ein breiter Kanal / Fluss mit heftiger Hafentätigkeit: alles voller Kranen, Container bzw. überall Industriewerke und Lagerhallen. Und DAZWISCHEN dieses schlichte Appartement- Hotel mit 2 schlichten zweistöckigen Flachdach-Gebäuden. Dahinter erhob sich tatsächlich ein kleiner metallener Leuchtturm! Aber als ich im Sonnenschein das geräumige Zimmer plus Balkon, Flur und 3teiligem Bad (Waschbecken, Dusche, Klo in 3 (1) verschiedenen Räumen nur für mich) sah, war ich doch zufrieden! Und gönnte mir erstmal einen Einmal-Filterkaffee mit Keksen auf meinem Balkon zum Wasser...Toll war, dass ich einen Tipp des Fahrradladen- Sohnes tatsächlich noch umsetzen konnte: Ich fuhr mit dem Rad die Küste entlang bis zu einem Eiscafe. Das hatte grade noch offen als ich ankam und schien eher alternativ- locker. Bestellen war einfach: Es gab nur noch EINE frische Eissorte und 1 Muffin. Dazu frischgepressten Orangensaft. Ich durfte mich innen in den 1. Stock ans Fenster setzen, wo schon 4 Freundinnen nebeneinander saßen wie die Hühner auf der Stange. Sehr lecker und sehr nett wars hier! Ein bisschen unheimlich dagegen das Ende der Heimfahrt. Besonders als ich aus dem MEGAgroßen, quasi MENSCHENLEEREN Supermarkt kam. nach über einer halben Stunde Recherchezeit mit Google- Translator- Kamera vor all den fremden Plastikschüsselaufschriften in den Regalen. Ich wollte nur ein paar Kleinigkeiten zum Abendessen, aber das hier war offenbar o eine Art Großhandel. ??? Alles mit Japanischen Schriftzeichen angeschrieben . Kein einziges Produkt war für mich (Was? Welche Zutaten?? Wie zubereiten???) leicht erkennbar. Ich war komplett verloren - lost in Translation! Bis ich endlich wieder entkam, war es stockdunkel. Keine Straßenlampen. Einfach blind den Sprachangaben aus dem Handy nachfahren ( "jetzt rechts abbiegen..."). Kein Mensch war hier im Dunkeln unterwegs in diesem abgelegenen Wohn- und vor allem Industriegebiet am Hafen... Echt ein bisschen unheimlich! Aber als ich dann endlich die Fastfood-Miso-Nudelpampe in heißem Wasser aufgelöst hatte und die Klimaanlage in meinem Zimmer warme Luft produzierte, ging es auch wieder. Den Rest des Abends verbrachte ich mit Umpacken: Ich wollte morgen früh meinen vollen Trolley für eine Nacht im Tausch gegen ein Ebike im Fahrradladen deponieren. Damit ich das Theater mit dem Gepäck-Transfer zum Fährhafen schon heute hinter mir hätte. Besonders VOR meiner diesmal sehr vielschrittigen Anreise zum heiligen Berg Koyasan mit Bahnen, Gondel, Bus... Dort oben soll es auch deutlich kälter sein als hier.
    Okumaya devam et