• Sonja Ertl
  • Andi E.
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Türkei ...

Lange schon ist mein Wunsch, die Türkei mal intensiv zu bereisen.
Anfänglich wollten sich noch so manche an die Reise dranhängen aus unserem Bremach Bekanntenkreis. Jetzt sind wir aber wahrscheinlich nur zwei Womos, der Sepp und wir. Moi schaung!
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  • Trip start
    March 26, 2024

    Endlich unterwegs

    March 28, 2024 in Hungary ⋅ ☁️ 17 °C

    Sechs Stunden Fahrt für rund 300 km!
    Ungarns Straßen sind der reinste Flickenteppich. Zumindest die mautfreien! Unser Plan ist es ohne Straßengebühren bis in die Türkei zu kommen. Zeit haben wir ja.
    In Österreich bei Liezen hatten wir unseren ersten Stopp, sehr idyllisch an der Enns. Am Lagerfeuer verbrannten wir erstmal den ganzen Müll, der hier zuhauf rumlag.
    Weiter gings, sollte es zumindest, bis zum Plattensee. Kaum losgefahren, piepste plötzlich eine durchdringende Warnleuchte los. Es dauerte bestimmt zwei Stunden bis wir feststellten, dass keine Störung vorlag, sondern lediglich der Schalter der Übertemperaturwarnleuchte kaputt ist.
    An diesem Tag schafften wir es nur noch bis knapp über die Grenze nach Ungarn. Dort verbrachten wir die Nacht an einem Anglersee.
    Nachdem wir heute fast ganz Südungarn durchquert haben, sind wir in Szeged auf einem provisorischen, etwas chaotischen, aber coolen Campingplatz direkt an der Theiss gelandet.
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  • Wir sind in Asien!

    April 5, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir haben's geschafft, wir sind in der Türkei angekommen! 2000 km waren es bis hierher.

    In Rumänien haben wir die meiste Zeit verbracht. Bei Temesoara, standen wir in wunderschöner Natur, sehr ruhig, inmitten grüner Wiesen, am Hochufer der Temesch. Die Fahrt dort hin war etwas holprig, da der Feldweg sehr ausgefahren war, bei längerem Regen mit Sicherheit eine wahre Matschschlacht.
    Selbstverständlich auch hier, wie an jedem "Wasserloch", versuchten Angler ihr Glück. An unserer Stelle verbrachten vier Einheimische den ganzen Nachmittag und die ganze Nacht mit angeln und Schnaps und Bier trinken. Einer von denen lebt in Hamburg und versorgte uns mit rumänischen Leckereien. Mici oder Mititei (wie Cevapcici), Schnitzel und Langos (mit würzigem Schafskäse gefüllt). Und immer wieder mit selbstgemachtem Schnaps. 65 % igem!

    In Oravita unternahmen wir eine Zugfahrt in das Bergdorf Anina. Diese Strecke wurde ursprünglich gebaut, um die Kohle, die in Anina abgebaut wurde, abzutransportieren. Heute transportiert der uralte Zug nur noch Touristen durch die schöne, ursprüngliche Natur. Über historische Viadukte, durch viele Tunnels, die nur ein paar cm breiter sind als der Zug.
    Sehr sehr langsam und mit ständigem lauten Gequietsche und Geknatter. Zwei Stunden hin, 1 1/2 Stunden Aufenthalt in dem äusserst uninteressanten Anina und zwei Stunden wieder zurück.
    Es war trotzdem schön.

    Weiter ging's, über die unglaublich breite Donau nach Bulgarien. (Übrigens, die Grenzkontrollen werden hier sehr wohl genau durchgeführt.) Wir entschlossen uns, keine Zeit in Bulgarien zu vertrödeln und waren schon bald an der Grenze zu der Türkei.

    Der Grenzübertritt war ziemlich spannend und dauerte rund eine Stunde. Wir hatten aber viel Glück. Ein Kontrolleur schaute lediglich im Wohnmobil in ein paar Schränke. Alle PKW Fahrer mussten sämtlichen Kofferrauminhalt auf einem Tisch ausbreiten. Die Koffer wurden durchsucht und hochprozentigen Alkohol mussten sie in eine Tonne gießen. Ein junges Pärchen aus Mazedonien traf es besonders hart. Damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Ebenso zwei junge Männer aus Belgien, die so einiges wegkippten.

    Eigentlich wollten wir in Edirne die tolle Moschee anschauen, brauchten aber unbedingt vorher Geld und eine Sim Karte. Also, mitten in der Stadt an einer belebten Straße mit vielen kleinen Geschäften Geld abgehoben. Der Schock war groß, über 10 % Gebühren. Aber was hilft's. Die Sim Karte war schon komplizierter, da wir kein offenes Geschäft fanden. In einem großen Einkaufscenter wurden wir schließlich fündig. Dort aßen wir auch gleich noch was, auch hier war ich überrascht über die deutschlandähnlichen Preise. Schließlich hatte ich genug von der Stadt und so suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit ausserhalb.

    Und heute ging,s dann mit der Fähre in rund einer halben Stunde durch die Dardanellen auf die asiatische Seite der Türkei. Das ist die Meerenge des Mittelmeeres zwischen dem ägäischen Meer und dem Marmarameer, das über den anschließenden Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden ist. Einige Kilometer später standen wir am Meer, quasi an der nordwestlichen Ecke der Türkei. Wir schauten den ganzen Nachmittag den Schiffen zu, die ununterbrochen vorbeituckerten. Richtung Istanbul, vielleicht ins Schwarze Meer?
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  • Geschichte und nochmals Geschichte

    April 9, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 21 °C

    Mit Troja begann unser Ausflug in die Zeit der Antike.

    Das Gelände mit dem Hügel, der seit mehr als 3000 Jahren besiedelt war, zeigte zehn unterschiedliche Kulturstufen. Diese Stufen hinterließen mehr oder minder säuberlich übereinandergelagerte Schichten. Die Zählung beginnt mit der frühbronzezeitlichen Siedlung Troja 0 ab 3700 Jahre vor Christus und endet mit Troja IX bis 400 v Chr. Sehr interessant alles, aber auch sehr ermüdend.

    Anschließend fuhren wir an der Küste entlang Richtung Süden. Auf dem Weg lagen noch weitere Ausgrabungsstätten, wir stoppten jedoch nur bei den Thermenruinen von Alexandria Troas.

    Und schließlich bestiegen wir noch den Hügel des Dorfes Behramkale zum Athena Tempel.
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    Von Assos nach Edremit fuhren wir zuerst auf einer sehr kleinen Küstenstraße. Ein paar Luxushotels, nette Restaurants, kleine Hotels, und winzige Campingplätze reihten sich an dem schönen naturbelassenen Strand. All dies und das Fehlen großer Hotelburgen sorgte für einen gewissen Charme. Der Massentourismus hat hier nicht Einzug gehalten. Ausserdem war alles noch im Winterschlaf, jedoch wurde schon überall mit Aufräum- und Putzarbeiten begonnen.

    Auf der großen Schnellstraße war der mediterrane Flair zwar verflogen, aber das tolle blaue bzw. türkisblaue Meer blieb.

    In der Altstadt von Edrine hatten wir tatsächlich einen Parkplatz ergattert. Wollten wir doch hier die netten Altstadtgassen mit den historischen Holzhäusern besichtigen, wovon der Reiseführer geschrieben hat. Aber es war kein einziges Holzhaus zu finden. Vielleicht liegts daran, dass unser Buch 10 Jahre alt ist?
    Jedenfalls gefiel es uns hier sehr. Zum ersten Mal sind wir so richtig ins türkische Leben eingetaucht. Chai trinken, Käse einkaufen oder einen Imbiss essen. Verständigen können wir uns nur mit Händen und Füßen. Englisch kann hier keiner.
    Die Weiterfahrt durch riesige Olivenbaumhaine war unspektakulär und wir erreichten Bergama, die Stadt neben der hellenistischen Königsstadtruine Pergamon, die wir am nächsten Tag besichtigen möchten.
    Doch vorher stoppten wir am Markt, der Montags immer stattfindet. Riesengroß, mit unzähligen Händlern, die ihr Gemüse, ihre Kleidung, Schuhe und Haushaltsgegenstände verkaufen möchten.
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    Heute beenden wir vorerst das Kulturelle mit Pergamon. Sehr sehr beeindruckend für mich war das Theater, das als das steilste der antiken Welt gilt. 10.000 Leute konnten dort Platz nehmen. Aber auch der weisse Athena Tempel faszinierte uns. Die Besichtigung des ganzen Geländes gefiel uns außerordentlich gut.

    Jetzt wollen wir aber nochmal ans Meer und haben uns dafür die Stadt Foca ausgesucht. Ein Ferienstädtchen mit einem bezaubernden Hafen, jeder Menge einladender Restaurants und zwei Pelikanen!

    Die letzten warmen Sonnenstrahlen und den tollen Sonnenuntergang genossen wir ausserhalb an der Küste auf einer Landzunge. Dort bleiben wir bis morgen.
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  • Uraltes Gestein heute mal anders

    Apr 10–11, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Einfach nur traumhaft unser heutiger Stellplatz!
    Der ganze Tag war schon super!

    Aufwachen, Blick aufs tiefblaue Meer mit tiefblauem Himmel. Was kanns Schöneres geben.

    Unser Ziel für heute geht leider weg vom Meer, aber auch weg vom Wind, hoffentlich. Die Nacht war megastürmisch. Das Wohnmobil hats recht ordentlich durchgeschüttelt. Richtung Konya, Richtung Osten soll es gehen. Da wir direkt an Sardes vorbeifuhren machten wir einen kurzen Fotostop an der ehemaligen Hauptstadt des Lydischen Reiches (ca. 685 - 546 v. Chr.).

    Aber wieder mal interessierte uns mehr die Natur, deshalb fuhren wir schnell weiter zu einem Vulkan. Die alten Lavaströme sollen bis an den Ort reichen. Schließlich erreichten wir den Eingang in den UNESCO-Global-Geopark. Wow, damit hatten wir nicht gerechnet. Es war absolut faszinierend inmitten erkalteten Lavasteinen rumzulaufen. Wir wanderten auf einem Rundkurs, hatten aber die Hitze unterschätzt. Völlig erledigt und durstig fuhren wir zu unserem ausgewählten Übernachtungsplatz und kamen wieder aus dem Staunen nicht heraus. War es eben noch schwarzes Gestein, so ragten jetzt beige "Sandnadeln" in die Höhe. Feenkamine werden sie hier genannt. Einige Kilometer fuhren wir auf Schotterweg, um letztlich an unserem Platz anzukommen. Und ständig diese unglaublich tollen Bergformationen vor Augen.
    Angekommen hat uns die versprochene Aussicht definitiv nicht enttäuscht!
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  • Pamukkale

    April 11, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 27 °C

    Von weitem sahen wir einen riesen weißen Klotz am Hügel. Sah fast aus wie ein Gletscher. In dem Ort Pamukkale angekommen waren wir erst entsetzt wegen dem Touristenrummel, wegen der Souvenierläden mit dem vielen Kitsch. Der Campingplatz, den wir ausgesucht haben verbesserte unseren ersten eher negativen Eindruck nicht gerade. Auf dem Foto sah er ziemlich luxuriös aus, in Wirklichkeit war er jedoch ziemlich heruntergekommen. Der Swimmingpool war noch dazu leer. Wir blieben trotzdem.
    Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort mit den vielen, teils internationalen Restaurants sah die Welt schon besser aus. Wirklich faszinierend war der Blick auf den weißen Klotz aus Kalk, der jetzt mit Beleuchtung noch mehr in Szene gesetzt wurde. Das absolute Highlight jedoch war der nächste Morgen, als wir direkt über dem Wohnmobil den Fesselballon durch unser Dachfenster sahen. Das war ein Schauspiel. Kaum 10 m über uns schwebten Unzählige. In allen möglichen Farben. Mit Getöse stiegen sie in die Höhe, wenn die Gasbrenner die Luft in den Ballons erhitzten.

    Die weißen Kalksteinterrassen kann man auf einem ausgewiesenen Weg begehen, baden darf man aber in den Becken mit Thermalwasser schon lange nicht mehr. Uns war der Eintrittspreis dafür zu überteuert, deswegen begnügten wir uns mit dem Anblick vom Ort aus.
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  • Karibikflair

    April 12, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 20 °C

    Laut einem Tipp unseres Reiseführers fuhren wir an einen See, den Salda-Gölü. Er liegt auf einer Höhe von 1193 Metern und ist sehr reich an Magnesium, und der Strand des Sees hat aufgrund des Magnesiums im Wasser eine weiße Farbe. Traumhaft anzuschauen!

    Hier lernten wir Gina und Werner aus der Schweiz kennen und noch andere Schweizer. Es war ordentlich was los hier. Zum ersten Mal sahen wir mehrere Camper an einem Fleck. Aber auch viele Einheimische, die hier, wie auch schon in Pamukkale, das Zuckerfest, Seker Bayrami, feiern. Dieses dreitägige Fest feiert das Fastenbrechen am Ende des Monats Ramadan.

    Mit den beiden verbrachten wir zwei tolle Tage und Abende am Lagerfeuer. Sie hatten viele lustige und spannende Abenteuer ihrer unzähligen Reisen, meist mit dem Motorrad, zu erzählen.
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  • Egirdir

    Apr 15–16, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute schlenderten wir durch das kleine Städtchen Egirdir. Im Sommer sicherlich ein Touristenhotspot. Jetzt ist allerdings nichts los. Bis auf solche Reisende wie wir. Hier trafen wir wieder Schweizer vom Saldo Gölü. Der Egirdir See strahlt durch seine Größe Meerfeeling aus und mit seinen Bergen ringsrum könnte man für nen kurzen Moment glauben, man ist am Gardasee.
    Die Altstadt mit ihren vielen kleinen Läden in den teils ururalten Häusern erinnerte mich etwas an Marokko. Sehr viele Einmann Handwerksbetriebe, wie Schneider, Schuhmacher, Barbiere oder auch Minibaumärkte reihten sich aneinander. Dazwischen Köfteimbisse und Brotverkäufer. Achja, und natürlich die Rosenöl und weiß ich was für Duftwässerchengeschäfte, die unglaublich bunt und kitschig aufgemacht sind. In dieser Gegend werden nämlich großflächig Rosen angebaut, die im Mai/Juni blühen sollen.

    Schließlich ließen wir uns von einem Bootsmann überreden uns ne halbe Stunde auf dem wunderschönen See rumschippern zu lassen. Schon wieder dieses Italienflair.

    Ein paar Kilometer weiter fanden wir direkt am Strand unser Nachtquartier. Es war wohl irgendwann mal ein Campingplatz und wir überlegten ne Weile, wieso man diesen tollen Ort der Verwucherung überlassen kann und was wohl der Grund für das "Aus" war.
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  • Beysehir

    Apr 16–17, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Beysehir am gleichnamigen See, dem größten Süsswassersee der Türkei. Wir besuchten die wunderschöne Esrefoglu Moschee. Sie stammt aus dem 13. Jh. und hat ihre ursprüngliche Innenraumgestaltung bewahrt. 46 Holzsäulen von 7 m Höhe tragen eine Holzbalkendecke. Es hat schon was ganz Besonderes einen solch großen, schönen Raum zu betreten, der so viele Jahrhunderte überstanden hat und auch noch vollends mit so einem schönen Teppich ausgelegt ist.

    Natürlich schlenderten wir auch durch die Gassen der Stadt, die ein bisschen etwas von einem Basar hatten. Hungrig geworden setzten wir uns in ein typisches, sehr sehr einfaches Restaurant. Da die Verständigung wieder einmal äusserst schwierig war, deuteten wir einfach auf ein paar verschiedene Gerichte. Sehr zufrieden mit unserer Auswahl und mehr als satt traten wir die Weiterfahrt Richtung Konya an.

    An einem Quellheiligtum, Eflatun Pinar, verbrachten wir die Nacht umgeben von grünen Wiesen, an einem kleinen, sehr idyllischen Bach.
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  • Endlich sind sie da

    Apr 18–19, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 27 °C

    Endlich Treffen mit Sepp und Erich!

    Vereinbart hatten wir den Salzsee Toz Gölü. Ohne Erwartungen sind wir dort hin gefahren. Lediglich ein paar Fotos haben wir gesehen. Bereits auf dem Weg dorthin waren wir etwas entsetzt über die Eintönigkeit der Landschaft. Absolut eben, kein Baum, kein Strauch, staubtrocken. Wir beide schauten uns an und fragten uns was sich der Sepp dabei gedacht hat 😅.

    Am sogenannten Flamingoturm parkten wir und erkundeten die unwirkliche Gegend. Das bisschen Wasser ist extrem salzhaltig und man kann richtige Brocken abbrechen. Flamingos gibt es hier keine zu sehen, da der See immer mehr austrocknet und wir rund 10 km vom eigentlichen See entfernt sind.

    Ein paar Stunden später kamen sie und sogleich schmiedeten wir Pläne für die nächsten Tage.
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  • Derwische, Museen und Basar

    Apr 19–21, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach der Blinkerreparatur am Auto von Sepp brachen wir auf zu zwei Karawansereien aus der Seldschukenzeit um 1300. Die festungsartige Anlage des Sultan Han mit seinem reich verzierten Hofportal aus Marmor zählt zu den Meisterwerken seldschukischer Steinmetzkunst in Anatolien. Im Innenhof in den Räumen wurden damals die Reisenden, Kamele und Waren untergebracht.

    Die zweite Karawanserei, Obruk Han war nicht zugänglich, vermutlich wegen Bau- bzw. Restaurierungsarbeiten. Direkt dahinter liegt eine große, 145 Tiefe Einsturzdoline von ca. 120 m Durchmesser.

    Schließlich erreichten wir unser heutiges Endziel, Konya. Kurz nach 1200 erlebte sie ihre Blütezeit, mit dem Einfall der Mongolen wurde diese jedoch beendet.
    Konya ist heute eine sehr sittenstrenge Stadt und man nimmt es mit den Geboten des Islam sehr genau. Weshalb es in der ganzen Stadt keinen Alkohol zu kaufen gibt. 🫣

    Die zwei nächsten Nächte verbrachten wir auf einem für uns sehr zentral gelegenen Parkplatz. Dort trafen wir auch wieder bekannte Gleichgesinnte.

    Die Hauptattraktion ist das Mevlana Kloster. Obwohl dies schon sehr lange als Museum dient, wird die darin befindliche Grabstätte des "Mevlana" (dem Gründer des Derwisch Ordens) von Pilgern immer noch als sakraler Ort empfunden. Die zentrale Lehre des Ordens ist die mystische Vereinigung mit der Liebe Gottes und der Weltseele. Dies geschieht u.a. durch meditative Versenkung in einem Trance erzeugenden Tanz. So eine Vorstellung besuchten wir und waren sehr beeindruckt!

    Ebenso beeindruckte uns das große Basarviertel mit seinen unzähligen kleinen Läden. Hier gab's wirklich alles! zu kaufen und zu konsumieren und wir schlugen auch ordentlich zu. 😁
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  • Uralte Siedlungsgeschichte

    Apr 21–22, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 13 °C

    Catal Höyük ist ein Siedlungshügel, der ca. 9 - 10.000 Jahre! alt ist. Es wurde ein komplettes prähistorischen Stadtgebiet hier entdeckt. Rechteckige Wohnhäuser ohne Fenster aus luftgetrockneten Lehmziegeln und Holzfachwerk. Interessanterweise war der Eingang über eine Dachluke. Unter den Fußböden waren sehr häufig Menschen, vermutlich Vorfahren, bestattet worden. In manchen Häusern waren die Wände mit schönen Malereien versehen. Das wurde in einem nachgebildeten Haus gezeigt. Aber die Ausgrabungen sind sicher noch lange nicht beendet und immer wieder gibt es andere Erkenntnisse durch neueste gentechnische Untersuchungen.

    Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns das Museum, die die Kultur erklärte und Fundstücke zeigte.

    Unser Ziel für heute ist ein ca. 2200 m hoher Berg, der Karadag. Bis ganz oben sind wir gefahren. Bzw. fast, denn auf dem Gipfel befand sich ein TV Sender. Und auf dem direkt daneben liegenden das Militär.

    Auf der Suche nach einem passenden Platz mußte zuerst ein Felsklotz umfahren werden, den wir (eigentlich nur Sepp) mit Spitzhacke bearbeiteten und den schrägen Hang begradigten. Bis dann unsere beiden Wohnmobile einigermaßen gerade standen, hatten wir auch noch einiges zu tun.
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  • Jede Menge Vulkane

    Apr 22–23, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 23 °C

    Leider ist der See leer. Ob nur derzeitig oder für immer wissen wir nicht.

    Der Meke Gölü ist ein Ringkratersee, der ganz in vulkanische Asche eingebettet liegt. In der Mitte ragt ein Vulkankegel in die Höhe, der ebenfalls einen Krater besitzt. Natürlich sind Andi und Erich da hoch, aber leider, keine Spur von Feuer, Rauch und flüssiger Lava 😅.Read more

  • Kappadokien I

    Apr 23–25, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Weiterfahrt ans nächste Ziel versetzte uns kurzfristig nach Japan 🤔. Hatten wir doch fast ständig den Fujiyama vor Augen. Aber es war natürlich der Vulkan Hasan Dag mit 3268 m Höhe, nur rund 500 m niedriger als der Fuji.

    Als nächstes wollten wir die Ilhara Schlucht besuchen, leider nur verdarb uns die Fülle an Touristen und die Abzocke jegliche Lust. Ein paar Fotos konnten trotzdem gemacht werden, ebenso von einer interessanten Kirche, ...

    Sehr gut gegessen haben wir in einem Ausflugslokal direkt am Melendiz, dem Fluss, der den Canyon Kappadokiens geschaffen hat.

    Heute leisteten wir uns einen Campingplatz oberhalb von Göreme. Das Dorf liegt in einem Talkessel mit Dutzenden von Felskegeln mit alten Höhlenwohnungen und Unmengen Touristen!

    Als fast einzige Gäste auf dem C'platz genossen wir die Stille und die grandiose Aussicht auf die Felsen. Unserer Wäsche tat es auch gut, wurde sie doch endlich mal gewaschen. 🤣
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  • Kapadokien II

    Apr 25–28, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 25 °C

    So, Kappadokien haben wir jetzt durch. Von links nach rechts, von oben nach unten. Ganz sicher haben wir nicht alles gesehen. Zum Beispiel keinen einzigen Fesselballon! Vermutlich war das Wetter schuld, die Thermik war wohl nicht optimal.

    Bevor es nun ans Meer für ein paar Tage geht, machten wir noch einen letzten Schlenker zur wunderschönen Klosteranlage von Eski Gümüş. Sie ist eine der am besten erhaltenen Anlagen in Kappadokien.

    Die Räume sind um einen etwa quadratischen Innenhof gruppiert und im Hof befindet sich der Eingang zu einer unterirdischen Stadt mit zahlreichen Wohn- und Wirtschaftsräumen. Die Räumlichkeiten setzen sich nach oben in zwei oberirdischen Stockwerken fort. Eine Grab- und eine Klosterkirche mit mit Fresken von Maria mit dem Kinde zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel ist sehr gut erhalten zu besichtigen. Die Malereien werden ins elfte Jahrhundert datiert.
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  • Über die Taurus Berge ans Meer

    Apr 27–28, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 25 °C

    Die heutige Fahrt von Kappadokien ans Meer war sehr abwechslungsreich.
    Vorbei auf recht ebener Strecke an Beton/Zementfabriken? zeigten sich plötzlich schneebedeckte Berge vor uns. Es wurde immer hügeliger bis wir nach kurvenreicher Strecke, über einen ca. 1600 m hohen Pass, wieder flaches Gebiet erreichten. Die Straße war insgesamt schlecht, an manchen Stellen jedoch grauenhaft. Die Ortschaften, durch die wir kamen, erinnerten mich an das Rifgebirge. Läden an Läden, dazwischen rauchende Grills am Straßenrand.
    An einem gigantischen Bauprojekt fuhren wir vorbei. Mehrere riesige Produktionshallen und sogar eine Autobahn? wurden hier neu gebaut.

    Mit der Ebene begann sich auch plötzlich die Vegetation zu verändern. Erntereife Getreidefelder, blühender Oleander, jede Menge Feigenbäume und Palmen.

    Dann erreichten wir unseren Stellplatz am Meer. Flacher Sandstrand, aber vermüllt. Es war unglaublich windig und wir parkten ziemlich geschützt neben Oleanderbüschen. Später zog ein Gewitter auf. Rund um uns grollte und blitzte es.
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  • Meeresrauschen

    Apr 28–30, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C

    Ein wunderschöner Platz auf den Klippen.

    Mit drei jungen Türken unterhielten wir uns, einer war stolzer Kurde, einer, der etwas englisch konnte, zeigte uns Bilder von seinem Restaurant in Adana. Wir sind jetzt "Instagram Freunde"😅. Und natürlich mussten wir mit aufs Foto!

    Später gabs gegrillten Lachs mit sehr guten Bratkartoffeln (von Andi)😋😋😋.
    Sepp ist mittags mit Erich nach Gaziantep gefahren, um Grazyna vom Flughafen abzuholen.
    Auch am nächsten Tag blieben wir noch, weil es hier so wunderschön, ruhig und entspannt ist. Eine Vogelbeobachtung machten wir, konnten ihn aber bis jetzt nicht bestimmen. Ein sehr interessanter blauer 🐦 (edit: Blauracke). Sein Gesang, naja, eher ein Gekrächze erinnerte etwas an einen Papagei. Eine weitere Beobachtung könnte der Halsbandfrankolin gewesen sein.
    Nachtrag.
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  • Gaziantep

    May 2, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach ein paar sehr geruhsamen Tagen am Mittelmeer, bzw. an einer Lagune im Yumurtalik Nationalpark mit sehr vielen schnatternden Flamingos ist mal wieder Zeit für ein bisschen Kultur! Mit einer wilden Fahrt am Strand, vorbei an Minidünen, verabschiedeten wir uns schließlich vom Meer und fuhren nach Gaziantep. Auf einen Parkplatz, mitten in der 2 Mio. Stadt, sehr unschön, aber einigermaßen ruhig und sehr zentral.

    Die kulinarischen Spezialitäten der Stadt mussten wir natürlich probieren. Das sind Leberspieße und Baclava. Das Fleisch wird mit dem typischen dünnen Fladenbrot serviert. Dieses füllt man dann mit dem Fleisch und verschiedenen rohen Zutaten wie Petersilie, Zwiebeln, Blaukraut, scharfer Soße und isst es mit den Fingern.

    Und danach gabs natürlich Baklava, so ne Art Blätterteig gefüllt mit Pistazien in verschiedenen Formen. Gaziantep gilt als die Baklava-Hauptstadt der Türkei.
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  • Sanliurfa

    May 5–7, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 21 °C

    SANLIURFA / 41.,42. Ü., 5.,6.5.
    Wir wurden bei unserem Stellplatz am Euphrat von einem Mann, der uns Fisch geschenkt hat, den er selbst gefangen hat, zu sich nach Hause eingeladen. Seine sehr nette Frau machte türkischen Kaffee und würzte den bereits von ihr gesäuberten Karpfen mit einer Paste aus Öl, Paprikapulver, Pfeffer und Paprikapaste. Unterhalten haben wir uns mit der sehr netten Familie mit den Handyübersetzern. Sie wohnten mitten in einer Pistazienbaumplantage und gaben uns auch noch Pistazien mit, die wir allerdings bezahlten.

    Fahrt nach Sanilurfa. Den Karpfenteich, die Geburtsgrotte von Abraham und die Moschee besichtigten wir dort. Nachdem es Sonntag war, wimmelte es nur so von Ausflüglern und Pilgern, die in der Grotte, in der Abraham geboren sein soll, beteten.

    Anschließend haben wir auf dem Museumsparkplatz den Fisch gegrillt, der ausgezeichnet geschmeckt hat.

    Pflichtprogramm für den nächsten Tag war das Archäologische Museum. Dort sind Funde aus der Region ausgestellt, darunter eine Stele aus Göblekitepe, vermutlich ca. 12.000 Jahre alt. Eines der wichtigsten Objekte ist der Urfa-oder Balikli Mann, eine 9500 Jahre alte Skulptur, die älteste bekannte lebensgroße menschliche Skulptur.
    Hochinteressant aber auch sehr ermüdend besichtigten wir aber doch noch das Mosaikmuseum.
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  • Göblekitepe und Karahantepe

    May 7–8, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 23 °C

    Vorerst haben wir heute das Kulturprogramm beendet mit zwei äusserst interessanten Stätten, über 10.000 jahre alten Kultstätten:
    - Göblekitepe und Karahantepe -.
    Eines der rätselhaftesten Zeugnisse vom Ende der Altsteinzeit legten Archäologen 1995 frei: den Ruinenhügel Göbleki Tepe. Eine Kreisanlage mit tonnenschweren Säulen und verzierten Pfeilern aus der Zeit 9000 v. Chr., die derzeit ältesten bekannten Großbauten der Menschheit.
     
    Weiter ging die Fahrt durch unglaublich harmonische Landschaft. Flachere Hügel bewachsen mit (vermutlich) wildem Getreide in hellen Beigetönen und pastellblauem Himmel mit wunderschönen weissen Wolken. Zum Dahinschweben war auch die meist schnurgerade Straße, Hügel rauf, Hügel runter. Allerdings verleitete sie auch zum Geschwindigkeitsrausch.

    Die Stellplatzsuche gestaltete sich dagegen schwierig, da wir nach dieser betörenden Gegend in eine intensiv genutzte Landwirtschaft kamen, ohne Möglichkeit, einen freien abseits gelegenen Platz zu finden.

    In einer Ortschaft auf einem seltsamen Hügel leitete uns einerseits das Navi (Park4Night), andererseits Kinder. Es folgte eine bizarre Situation. Immer mehr Kinder erschienen, umringten uns und zum Schluss fühlten wir uns äusserst bedrängt. Kurz vor der Eskalation rief ein Vater die Kinder zurück und versicherte uns, dass wir hier übernachten können, was wir auch taten.
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  • Am Thron der Götter

    May 8–9, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 12 °C

    Doch nochmal Kultur!
    Ein monumentales Grabheiligtum in luftiger Höhe. Auf 2150 m Höhe ließ Antiochos I. (69 - 36 v. Chr.) den Berg zu einer Spitze aufschütten und 8-10 m große Götterstatuen und Skulpturen errichten. Obwohl seine Existenz bekannt ist, wurde das Königsgrab bis heute nicht entdeckt.

    Besonders beliebt ist es, den Sonnenauf- bzw. Untergang hier oben zu erleben. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, fuhren bis auf knapp 2000 m hoch und gingen die restlichen Meter auf bequem gepflasterten Weg empor. Obwohl es immer windiger und kälter wurde, harrten wir aus, bis die Sonne hinter den Bergen verschwand. In dem wunderschönen Sonnenuntergangslicht verströmten die Götterstatuen eine verzauberte Stimmung.
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  • Euphrat

    May 9–10, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Fahrt runter zum Euphrat war spannend, denn sie war sehr steil. Nicht asphaltiert, auch kein Schotter, sondern die sehr häufig verwendeten Betonpflastersteine. Als wir schließlich nach ca. 500 - 600 Hm unten angekommen sind, waren wir sehr überrascht, dort tatsächlich ein Restaurant vorzufinden. Wegen der steil abfallenden Berghänge gab es so gut wie keine Abfahrten zum Fluss, geschweige denn mit Restaurant. Sonst war hier allerdings gar nichts los. Sofort wurden wir freundlichst von zwei Männern empfangen. Dem Besitzer des Lokals und dem Fischer, dem hier unten auch Land gehört. Später aßen wir dort sehr lecker zu Abend.

    Der nächste Tag begann mit einer Bootsfahrt auf dem aufgestauten Euphrat, 550 m hochgelegen, der eingebettet zwischen den bis ca. 1300 m hohen Bergen liegt. In einem kleinen Plastikboot mit stotterndem Motor schipperte uns der Fischer zwei Stunden lang herum. Bei einem Bekannten von ihm machten wir eine Cay Pause, bevor er uns den Wasserfall zeigte, der in den Fluss plätschert. Dann passierte es. Das Seil, das vorne am Boot befestigt war, viel ins Wasser und wickelte sich im die Bootsschraube. Nichts ging mehr! Das Seil musste abgeschnitten werden, doch niemand hatte ein Messer dabei, ausser mir! 😁.

    Sepp schwärmte uns von einem Badesee vor, an dem er vor 10 Jahren war, da soll es so schön sein, dass man da durchaus zwei Tage verbringen kann. Also, ab an den Hazar Gölü. Dieser gilt als Quelle des Tigris. Nachdem wir den See fast ganz umrundet hatten, fand Sepp die Stelle wieder. Eine sehr schöne riesige Wiese mit Bäumen auf einer Landzunge. Ausser einem campierenden Paar im PKW, drei streunenden Hunden und sich ums Revier streitende Wiedehopfe waren wir völlig alleine. Nur das Wetter hätte besser sein können!
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  • Hazar Gölü

    May 10–12, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 22 °C

    Die heutige Weiterfahrt führte uns auf sehr neuer Straße (zumindest die meiste Zeit) durch wunderschöne Berglandschaften. Zwei mal wurden wir angehalten von Mulitärposten, die einmal auch unsere Ausweise kontrollierten und einmal von der sehr freundlichen Polizei. Bisher wurden wir jedoch immer durchgewunken. Überhaupt ist die Polizei- und Militärpräsenz weiter östlich höher.

    Sepp schwärmte uns von einem Badesee vor, an dem er vor 10 Jahren war, da soll es so schön sein, dass man da durchaus zwei Tage verbringen kann. Also, ab an den Hazar Gölü. Der auf 1200 m hoch gelegene See gilt als Quellsee des Tigris. Nachdem wir den See fast ganz umrundet hatten, fand Sepp die Stelle wieder. Eine sehr schöne riesige Wiese mit Bäumen auf einer Landzunge. Ausser einem campierenden Paar im PKW, drei streunenden Hunden und sich ums Revier streitende Wiedehopfe waren wir völlig alleine. Nur das Wetter hätte besser sein können!
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  • Diyarbakir-heimliche Hauptstadt d.Kurden

    May 12–13, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 25 °C

    Diyabakir, die heimliche Hauptstadt der Kurden, liegt auf einem Basaltplateau am Ufer des Tigris. Die aus dunklem Basaltgestein errichtete Stadtmauer schwingt sich fast vollständig um die Altstadt. Besonders gefallen haben uns zwei Kirchen. Die Surp Giragos, eine armenisch-katholische Kirche, die jahrzehntelang in Schutt und Asche lag. 2011 konnte sie Dank Spenden u.a. der Diaspora Gemeinde wieder eröffnet werden. Und die chaldäisch-katholische Keldani Kilisesi.

    Da es Sonntag war, ging es ordentlich zu in der Stadt. Mit viel Glück ergatterten wir noch zwei Parkplätze, und tauchten sogleich ins "Altstadtgewurle" ein. Der Basar faszinierte uns besonders, gab es dort die unterschiedlichsten Handwerke zu sehen. Der Metallbearbeiter ließ uns sogar beim Ziselieren eines Tellers mithelfen. Überall kamen wir ins Gespräch mit Einheimischen, Kurden und in einem Geschäft erzählten uns drei junge Frauen, dass sie so gerne in Deutschland leben würden.
    Wen wunderts!

    Ein UN-Bericht kritisiert die seit 2015 andauernde systematische Zerstörung von Siedlungen und Städten mit überwiegend kurdischer Bevölkerung.  Besonders dramatisch ist die Zerstörung des 4000 Jahre alten Stadtkerns von Diyarbakir. Mehr als ein Drittel der Altstadt wurde abgerissen. Bei Auseinandersetzungen starben jedes Mal Menschen, Tausende verließen fluchtartig die Stadt ...
    https://nitromagazin.com/diyarbakir-4000-jahre-…
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  • Mardin - die weisse Stadt

    May 13–15, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Das erste, was auffällt sind die hellen Häuser, erbaut aus honigfarbenem Kalkstein. Ganz im Gegensatz zu Diyarbakir, das auch "Schwarzes Amida" genannt wird (Amida ist ein früherer, arabischer Name). Die Bauten schmiegen sich verschachtelt an den Felsen und hoch oben auf dem Berg sitzt eine Festung, die heute militärisches Sperrgebiet ist. Der Name Merdin soll sich von dem aramäischen Wort für Festung ableiten.

    Von unserem Stellplatz, ausnahmsweise mal ein Campingplatz und mit sehr freundlichem Betreiber, der kein Englisch spricht, sind wir im Nu, 10 Minuten Treppauf, in der Altstadt. Hier lebten Jahrhunderte lang Muslime, Christen unterschiedlicher Konfessionen und Jesiden zusammen.

    Auf unserem Stellplatz wurde es ziemlich voll, trudelten doch die verschiedensten Fahrzeuge und Nationalitäten hier ein. Ein junger Mann aus Berlin, mit Zelt und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, ein Schwabe mit Fiat 500 und Miniwohnwagen, ein deutsches Paar mit noblem Mercedes/Bimobil Aufbau, ein Pickup mit einem Paar aus Starnberg, die seit zwei Jahren unterwegs sind und schließlich noch eine Seabridge Gruppe aus Deutschland und der Schweiz. Sie sind am Anfang einer einjährigen Reise über Tibet bis nach Peking und wieder zurück! Achja, da war auch noch eine sechsköpfige türkische Gruppe, plus zwei kleine Kinder, in einem! PKW mit Wohnwagen. (?) Jetzt hätt ich fast die Niederländer vergessen. Unterwegs mit einem alten, riesigen Magirus mit vergitterten Fahrzeugfenstern, Blechabdeckungen vor den Fenstern der Wohnkabine und einem Rottweiler.

    Bei dem Spaziergang durch die Altstadt probierten wir den "Kurdischen" Kaffee, bzw. "Terebinth"-Kaffee. Das ist eine Art heißes Getränk, das durch Trocknen und Mahlen von Terebinthe, einer Art wilder Pistazien, und Kochen gewonnen wird.
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  • Nahe an Syrien

    May 15–17, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    Das Kloster Deir az-Zafaran am Rande der Tiefebene von Mesopotamien, eigentlicher Name Dayro d-Mor Hananyo, steht heute zur Besichtigung an. Die Ursprünge des syrisch-orthodoxen Klosters gehen in das 5. Jahrhundert n. Chr. zurück. Unter der Grabkapelle befindet sich der älteste Raum, er wurde wahrscheinlich lange Zeit vor dem Aufkommen des Christentums gebaut. Es wird vermutet, dass hier Assyrer bereits vor 2000 v. Chr. den Sonnengott Šamaš anbeteten.

    Die syrisch-orthodoxen Christen sind nicht als geschützte Minderheit in der Türkei anerkannt, und in den 1970er und 1980er Jahren verließen viele Familien das Gebiet wegen der Kurdenkonflikte und der schwierigen Beziehung zum türkischen Staat.

    Nicht weit entfernt besuchten wir
    Dara-Anastasiupolis, die eine wichtige spätantike oströmische Festuns- stadt war und vor ca. 2300 Jahren entstand. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 9 km und besteht größtenteils aus in Felsen gehauenen Strukturen. Höhlenhäuser, Überreste einer Kirche, eines Palastes, eines Basars, von Lagerstätten, eines Verlieses, einer Kanonengießerei, eines Wasserkanals und einer Nekropole in der Gräber in Kalksteinfelsen gehauen wurden.

    Eine der Hauptattraktionen von Dara sind die Überreste riesiger Wasserzisternen, von denen einige unterirdisch versteckt sind. In eine Zisterne konnten wir hinein gehen und waren überwältigt von der Größe.

    Ganz in der Nähe, in einem antiken Steinbruch verbrachten wir den restlichen Tag mit Grillen und am Lagerfeuer sitzen. Da kam eine Familie mit Auto und zwei Lämmer im Kofferraum angefahren und melkten die Schafe, die mit einem Hirten auf Esel plötzlich antrabten. Natürlich wurden wir angesprochen und durften sogar etwas frische Schafsmilch probieren.

    Am nächsten Tag fuhren wir nach Nusaybin, direkt an der Grenze zu Syrien. Schon die Fahrt hierher führte kilometerweit entlang der Grenzmauer mit Stacheldraht. In dem Städtchen merkte man jedoch gar nichts von der Nähe zu Syrien. Ganz plötzlich wurden wir zu Tee eingeladen und saßen an der Straße mit ein paar Männern und versuchten uns mittels Handy zu verständigen.

    An dieser Stelle muss unbedingt mal erwähnt werden wie gastfreundlich und hilfsbereit die Türken und die Kurden sind. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht angesprochen werden, und wenns nur ein "hello, how are you, oder whats your name" ist. Für mehr reicht meist das Englisch nicht. Oft wird uns Tee oder etwas zu essen angeboten. Es kam schon vor, dass ein Schafhirte uns frisches Brot schenkte, oder ein Bauer uns gemüse in die Hand drückte. Manchmal zeigen sie uns Fotos von ihren Kindern .... Es kann schon auch lästig sein, meistens jedoch sind solche Begegnungen sehr interessant.
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