Wie kommt man auf die Idee für ein Jahr in das Land zu reisen, das vom Heimatland am weitesten entfernt ist? Dafür gibt es viele Gründe, vor allem aber ist es der Traum mehr von dieser Welt zu entdecken und über sie zu lernen.
  • Day224

    Coromandel, 07.04.2019

    April 8, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 19 °C

    Dank der Zeitumstellung auf Winterzeit wurde uns heute Nacht eine Stunde geschenkt, sodass wir endlich mal wieder ausschlafen konnten und trotzdem noch etwas vom Tag hatten. Diesen haben wir dazu genutzt, um die Coromandel noch besser zu erkunden.
    Vormittags sind wir bis in den nördlichen Zipfel der Halbinsel gefahren, wobei wir immer wieder Fotostopps einlegen mussten, weil die Gegend einfach unglaublich schön war. Mit schroffen grünen Hügeln und schroffen Küsten erinnerte sie an Irland, das türkisblaue Wasser gab dazu noch etwas Südseeflair. Am Nordzipfel haben wir angefangen einen Weg entlang der Küste zu laufen, bis wir uns auf einem Hügel einfach ins weiche Gras fallen lassen und die warme Sonne genossen haben, die heute endlich mal wieder geschienen hat.
    So haben wir uns später auch dazu entschieden, zum New Chumps Beach zu fahren, der anscheinend zu den schönsten zwanzig Stränden weltweit gehört. Die Bucht, die wir nach einem etwa halbstündigen Fußweg erreicht haben, war tatsächlich sehr schön. Es war kaum etwas los, sodass wir den breiten weißen Sandstrand, der von Felsen umsäumt war, fast für uns hatten. Obowohl es nicht so warm war (immerhin hat die Sonne geschienen!), haben Viola und ich uns dazu entschieden, ins Meer zu gehen. Anfangs war es zwar etwas kalt, das haben wir aber recht schnell vergessen, als meterhohe Wellen an den Strand gespült wurden und wir mit viel Spaß über sie drüber gesprungen und geschwommen sind.
    Ganz in der Nähe haben wir dann später einen schönen Campingplatz gefunden, wo wir zum letzten Mal unser Zelt aufgebaut haben.
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  • Day223

    Coromandel, 06.04.2019

    April 7, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 16 °C

    Obwohl wir schon ein ganzes Stück von Whakatane entfernt waren, haben wir uns auf die Warteliste für die heutige White Island Tour setzten lassen. Dementsprechend sind wir schon wieder früh aufgestanden und schonmal ein Stück in diese Richtung gefahren. Dort haben wir bis 8 Uhr auf den Anruf der Organisation gewartet. Diese hat uns jedoch darauf vertröstet, dass sie nochmal eine Stunde warten wollte, bis sie uns sagen könnte, ob die Tour stattfinden würde. Also haben wir eine Stunde auf einen weiteren Anruf gewartet, um letztendlich eine Absage zu erhalten. Damit war White Island für uns erstmal beendet, obwohl wir die Tour wirklich gerne gemacht hätten.
    Stattdessen sind wir nun in Richtung der Coromandel-Halbinsel gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir in der Karangahake-Schlucht angehalten. Nicht nur der breite Fluss an sich war sehr schön, sondern auch ein alter Eisenbahntunnel und Ruinen von Goldminen, an denen wir auf einem historischen Wanderpfad entlanggekommen sind, waren interessant.
    Später haben wir die Coromandel erreicht. Wir sind zunächst an der Westküste entlanggefahren, von wo wir wunderschöne Ausblicke auf grüne Hügel und raue Küsten hatten, bevor wir auf die 309 Road ins Landesinnere abgebogen sind. Diese Schotterpiste führte uns direkt in einen Kauri-Wald.
    Kauri-Bäume sind die dicksten Bäume Neuseelands und teilweise bis zu 600 Jahre alt. Um diese zu schützen, gab es am Anfang und Ende des Wanderwegs eine Schuhputzmaschine, wo man die Wanderschuhe zuerst abbürsten und dann mit etwas Wasser abspritzen musste. Außerdem führte der Weg weitgehend über Holzbrücken, um die Wurzeln der Bäume zu schonen. Neben den unglaublich dicken Stämmen der Kauri-Bäumen gab es einen siamesischen Baum, bei dem zwei der Bäume aus Platzmangel zusammengewachsen waren und sich nun aus einem gemeinsamen Stamm unten teilen. Nach einem kleinen Stopp bei einem schönen Wasserfall (Waiau Falls) haben wir uns noch einen Schweinegnadenhof angeschaut, an dem wir vorbeigefahren sind. Hier wimmelte es von Schweinen, teilweise mit süßen kleinen Ferkeln, die von einem älteren Mann betreut wurden. Wir wurden direkt eingeladen über den Zaun zu klettern, um die Schweine kraulen zu können. Einige Schweine sind aber auch einfach auf der Straße entlangspaziert, sodass wir beim Weiterfahren ziemlich aufpassen mussten.
    Auf dem Weg zu unserem Campingplatz sind wir nur noch ganz kurz in der kleinen Coromandel Town angehalten, bevor wir uns dort an den Strand gesetzt haben und einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen konnten. Dabei sind Fische aller Größen aus dem Wasser gesprungen, auf die sich hungrige Möwen gestürzt haben und versucht haben, sie im Sprung zu fangen, was ziemlich spektakulär aussah.
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  • Day222

    Tauranga, 05.04.2019

    April 6, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 16 °C

    Schon wieder wurde es ein sehr früher Morgen für uns: Um viertel vor 7 haben wir die TuiGlenFarm hinter uns gelassen und sind nach Whakatane gefahren, um rechtzeitig für unsere Tour auf die Vulkaninsel "White Island" dort zu sein. Der aktivste Vulkan Neuseelands kann nur mit einem Boot erreicht werden, um dort eine geführte Wanderung zu dem Vulkankrater zu unternehmen. Darauf hatten wir uns seit Tagen gefreut.
    Wir standen auch schon bereit mit unseren Wandersachen, gepackten Rucksäcken und unseren Tickets in der Hand mit vielen anderen Leuten am Hafen vor unserem Boot, als unser Kapitän mit zerknischtem Gesicht eine kleine Ansprache gehalten und uns erklärt hat, dass der Meeresspiegel letzte Nacht um 2,5 Meter gestiegen wäre und er uns dadurch nicht sicher auf die Insel bringen könnte.
    Total enttäuscht und erstmal ratlos, was wir jetzt machen sollten, haben wir uns entschieden nach Tauranga, eine Stadt weiter westlich, zu fahren und dort eine Radtour an der Küste entlang zu machen, die wir noch direkt vor Ort gebucht haben.
    Als wir eine Stunde später dort angekommen sind, haben wir einen Anruf von den dem Radverleih bekommen, der uns mitgeteilt hat, dass alle Fahrräder entweder für den Rest des Tages ausgeliehen oder kaputt wären. Unser Glück hat sich für diesen Tag definitiv in Grenzen gehalten!
    Also sind wir erstmal in dem Stadtteil Mount Maunganui auf den gleichnamigen Berg gewandert, von wo wir einen tollen Ausblick auf die Stadt, den Hafen, benachbarte Inseln und endlose Strände hatten. Auch der Stadtteil selbst war ziemlich schön mit sehr teuer aussehenden Strandvillas und kleineren Hochhäusern, die alle direkt an einem wunderschönen Surferstrand lagen.
    Wir sind gerade am Strand entlangschlendert, als ich auf einmal ein bekanntes Gesicht entdeckt habe: auf einer Bank saß Ross, den ich zusammen mit seiner Frau Kim während meines Au Pair-Jobs in Nelson kennengelernt habe und mit dem ich sieben Wochen lang auf derselben Farm gewohnt habe. Er hat sich ebenso sehr wie ich gefreut, dass wir uns hier so zufällig getroffen haben.
    Leider konnte auch er uns nicht viel mehr Tipps geben als weiter den Strand entlangzulaufen, sodass Viola und ich mich dazu entschieden haben, in einer Kletterhalle in der Stadt zu klettern. Das war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, wir hatten viel Spaß und waren dort, bis unsere Arme sich wie Pudding angefühlt haben.
    Gegen Abend sind wir schließlich zum McLarenFalls Park gefahren, wo wir unser Zelt aufgeschlagen haben. Als es dunkel genug war, haben wir uns noch auf eine Wanderung zu den McLaren Wasserfällen gemacht, die uns an Glühwürmchen vorbeiführen sollte. Tatsächlich leuchten am Fluss entlang und an Felswänden entlang überall helle blaue Lichtpunkte, die fast magisch wirkten.
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  • Day221

    Kawerau, 04.04.2019

    April 5, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 16 °C

    Ganz knapp haben wir den Ausbruch des Lady Knox Geysirs um 10:15 verpasst, für den wir extra früh aufgestanden sind. Dieser ist Teil des Wai-O-Tapu Geothermalparks, der in der Nähe der Stadt Rotorua liegt. Trotzdem gab es hier noch genug Anderes zu sehen (und zu riechen, dank des Schwefels stinkt es überall nach faulen Eiern!): Der Park besteht aus rauchenden Vulkankratern, schwefelhaltigen Seen, die von türkisblau über orange bis giftgelb in allen Farbtönen vertreten sind, blubbernden Schlammteichen und buntem Vulkangestein.
    Über zwei Stunden konnten wir uns hier ohne Probleme aufhalten, alle paar Schritte konnte mich etwas Neues faszinieren.
    In der Nähe des Parks liegt ein großen kalifornischen Redwood-Wald, durch den man verschiedene Wanderungen machen kann. Dort haben wir uns für eine kleine Tour entschieden, bei der wir einen Eindruck von den mächtigen Bäumen bekommen, die sich teilweise wunderschön in glasklaren Teichen gespiegelt haben.
    In Rotoroua selbst haben wir Mittag gegessen und haben uns an das Ufer des riesigen gleichnamigen Sees gesetzt. Auch in der Stadt selbst stinkt es immer wieder stark nach faulen Eiern, hier leben würde ich aif Dauer hier nicht wollen. Trotzdem kann man auch hier viel sehen: Wir sind eine Weile an dem Seeufer entlang gelaufen, um einen Heißwasserstrand und weitere Schwefelquellen zu sehen und sind unterwegs ein paar Pukekos (blauen größere Vögel, die nicht fliegen können und total lustig zum Beobachten sind) begegnet.
    Gegen Abend sind wir dann noch auf einem Nightmarket entlanggschlendert, wo ich Caro und Clara getroffen habe, mit denen ich meine erste Woche in Neuseeland in Auckland verbracht habe. Wir hatten nur noch ab und an Kontakt, umso schöner war es die Beiden nochmal wiederzusehen.
    Abends sind wir für eine weitere Nacht zurück auf die Farm gekehrt, wo ich als allererstes alle Pferdekoppeln entlanggelaufen bin. Viele Pferde kannte ich gar nicht mehr, ich hab mich aber total gefreut ein paar bekannte Pferde wiederzusehen. Im Übrigen waren Tom und Lucia mitsamt ihrer Helferin auf einem Turnier, sodass wir die Farm praktisch für uns hatten.
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  • Day220

    Kawerau, 03.04.2019

    April 4, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach einer sehr stürmischen Nacht sind wir ohne Regenschutz auf dem Zelt - den hatte es offenbar weggeweht - um 5:30 aufgewacht und hatten freien Blick auf einen sehr klaren Sternenhimmel. Der wolkenfreie Himmel passte uns sehr gut, schließlich wollten wir heute den ersten Sonnenaufgang der Welt (zumindest wenn man sich an den Zeitzonen orientiert) sehen.
    Dazu mussten wir zunächst im Dunkeln eine halbe Stunde eine Schotterpiste entlangfahren, bevor wir mit einer Taschenlampe 800 Stufen bis zu einem Leuchtturm hochgelaufen sind. Dort oben wehte es uns fast um, so stark blies der Wind, viel schlimmer fanden wir aber die Wolkenwand, die sich am Horizont aufgetürmt hatte.
    So haben wir von dem Anfang des Sonnenaufgangs auch nicht viel außer einigen rötlich gefärbten Wolken sehen können. Etwas Warten hat sich dann aber gelohnt, ganz langsam hat es die Sonne immer wieder geschafft zwischen den Wolkenmassen hervorzubrechen, was ziemlich spektakulär aussah.
    Auf der Rückfahrt im Tageslicht konnten wir nun sehen, wo wir vorher im Dunkeln vorbei gefahren sind: direkt an der Küste mit wunderschönen Sandstränden entlang führte uns die Straße durch eine endlos große Kuhkoppel, wo die Kühe mittlerweile auch wach waren nun auch teilweise auf dem Weg standen und ihn blockierten.
    Danach haben wir uns auf den Weg von der Ostküste weg in Richtung der Region "Bay of Plenty" gemacht.
    Unterwegs haben wir an zahlreichen Buchten angehalten und haben uns in dem sonnigen Wetter auch eine Weile an den Strand gelegt, haben ein zerfallenes Pier entdeckt und haben eine Wanderung durch den Onekawa Regionalpark gemacht, die uns durch typischen neuseeländischen Dschungelwald und an einem wunderschönen Strand entlang geführt hat.
    Abends haben wir dann schließlich erst Whakatane und dann Kawerau erreicht. Obwohl ich meinen ersten Arbeitsplatz in Neuseeland, die TuiGlen-Farm in Kawerau, vor fast sechs Monaten verlassen habe, haben sich die beiden Städte und ebenso wie die Farm so vertraut angefühlt, als hätte ich erst vor hier gearbeitet.
    Die Eigentümer Lucia und Tom hatten uns netterweise erlaubt, zwei Nächte hier zu campen. Als wir ankamen meinte Lucia direkt, dass wir nicht im Zelt schlafen müssten, wir dürften gerne in freien Zimmern schlafen und uns hier gerne ausbreiten dürften. Es war total schön mal wieder hier zu sein, es hat sich kaum was verändert (sogar meine alte Zimmertür klemmte noch genauso sehr wie in der Zeit als ich darin gewohnt habe). Allerdings waren nur noch zwei Zimmer von Helfern belegt, die Farm wirkte dadurch etwas verlassen und auch Küche und Bad wirkten ziemlich vernachlässigt. Nach dem Camping in den letzten zwei Wochen hat uns das aber auch nicht mehr gestört und ich habe es nun endlich mal nach einem halben Jahr geschafft, der Farm nochmal einen Besuch abzustatten!
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  • Day219

    Te Araroa, 02.04.2019

    April 3, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 17 °C

    Die heutige Strecke weiter Richtung Norden an der Ostküste entlang führte uns an vielen Buchten, schönen, aber einsamen Stränden und hohen Klippen vorbei. Einen Stopp haben wir in der Tolaga Bay eingelegt, wo wir einen 660 Meter langen Pier ins Meer hinaus entlang laufen konnten. Da hier alte Bahngleise verlegt waren und am Ende des Piers mehrere Bänke standen, wirkte es wie ein verlassener Bahnhof mitten im Wasser.
    Direkt daneben startete eine Wanderung zur "Cook's Cove", einer Bucht, an der der Entdecker Neuseelands mit seiner Crew einige Tage lang geankert hatte. Diese führte uns über zahlreiche Kuhkoppeln zu einer schönen Bucht. Viel spektakulärer war jedoch eine kleine Höhle in einem Felsen, das wie ein Torbogen einen Zugang zum Meer ermöglichte.
    Angekommen ist James Cook in einer Bucht einige Kilometer nördlich, die wir allerdings verpasst haben. Auf dem weiteren Weg sind wir durch einige kleine Dörfer gekommen, die weitgehend von Maori besiedelt waren, Schilder am Straßenrand waren jetzt auch nur noch in dieser Sprache geschrieben. Viele wirkten sehr heruntergekommen und verlassen. So haben wir auch nur einen kurzen Stopp eingelegt,um eine schöne Kirche im typischen Baustil der Maori zu betrachten. Man hat definitiv gemerkt, warum dieser Teil als einer der verlassensten Teile der Nordinsel zählt.
    Schließlich haben wir unseren Campingplatz ganz im Norden der Ostküste erreicht. Auch nahe das Dorf Te Araroa wirkte sehr verschlafen, nur der stark verzweigte Pohutukawa Baum, der als ältester Baum dieser Art zählt und halb auf die Straße hing, war ein Stopp wert.
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  • Day218

    Gisborne, 01.04.2019

    April 2, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 17 °C

    Mit einem sehr schönen Blick auf den See bin ich heute Morgen im Zelt aufgewacht. Leider war es sehr windig und kühl, weshalb wir schnell unser Zeug zusammengepackt haben und weitergefahren sind.
    Unser Ziel war die Halbinsel Mahia, die von beeindruckenden weißlichen Klippen umgeben war.
    Hier hatten wir sogar Glück und haben ein paar Sonnenstrahlen abbekommen, als wir ein Stück zu einem Aussichtspunkt gewandert sind, der uns einen tollen Blick über grüne Hügel bis ans Meer bot. Ansonsten gab es auf der Insel nicht viel zu machen, außer Farmland und sehr schönen teilweise schwarzen Stränden wirkte sie wie ausgestorben.
    So haben wir unseren Weg zu den Rere Falls fortgesetzt. Schon der breite Wasserfall an sich war recht spektakulär, noch viel spannender war jedoch die nahegelegene Rere Rockslide, eine etwa 60 Meter lange Felsrutsche, die in ein tiefes Becken hineinführt. Erst waren wir recht skeptisch, da es zum Einen ziemlich kühl war und auch die Wassertemperatur nicht gerade einladend war und es zum Anderen eine ziemliche Strömung nach unten hin gab.
    Glücklicherweise kamen gerade ein paar andere Leute mitsamt Bodyboards an, auf denen sie sich kopfüber die Felsrutsche hinuntergestürzt haben. Jetzt konnte mich auch nichts mehr halten, ich habe mich schnell umgezogen und durfte mir dann ein Board ausleihen, mithilfe dessen ich mich ins kalte Wasser gewagt habe. Tatsächlich hat man auf der Rutsche ziemlich Tempo aufgenommen und ist einige Male über kleinere Felsbrocken geschanzt, bis man ins das Becken am Ende gesurft ist. Auf einmal war das kalte Wasser dann auch egal, ich wollte das direkt nochmal machen. Spaß hat es definitiv gemacht!
    Während die Stadt Gisborne, in der wir die heutige Nacht verbracht haben, nicht so interessant war, fand ich unseren Campingplatz umso besser.
    Unser Zelt haben wir direkt neben einer Schweinekoppel aufgebaut, das darin wohnende Schwein hat uns grunzend beim Zeltaufbau zugeschaut und sich sehr gefreut, als ich es gekrault habe. Zudem sind überall Katzen herumgelaufen, die gerne mal in den Koffer oder ins Auto geklettert sind.
    Ansonsten gab es wohl sehr viele Dauercamper, sodass sich dort eine Art heimische Atmosphäre eingestellt hat. Dank unser neu angeschafften Plane konnte uns dann nicht mal mehr der Regen etwas anhaben, der uns mittlerweile regelrecht zu verfolgen scheint.
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  • Day217

    Te Urewera Nationalpark, 31.03.2019

    April 1, 2019 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    Sehr lieb wurden wir von dem älteren Ehepaar in Meeanee verabschiedet, bevor wir uns auf den Weg zum Farmer's Market in Hastings gemacht haben. Dieser war auf dem Turniergelände von Horse of the Year, das ich vor zwei Wochen besucht habe. Ohne die ganze Pferde und Trucks wirkte es allerdings ziemlich verlassen.
    Auf dem Markt herrschte trotzdem ein ziemlicher Trubel. Überall gab Stände mit lokalen Spezialitäten, es wurde Musik gespielt und man durfte alles probieren. Wir haben sogar einen deutschen Bäckerstand entdeckt, wo wir uns total über Brezeln und Körnerbrötchen gefreut haben.
    Nachdem wir genug von dem Markt hatten, haben wir uns auf den Weg zum Te Urewera Nationalpark gemacht. Auf dem Weg dorthin haben wir uns einen Stopp eingelegt, um zu den Tangoio Wasserfällen zu wandern, was sich als ziemlich matschige und rutschige Angelegenheit herausgestellt hat. Die Wasserfälle waren nicht so spektakulär wie erwartet, aber immerhin konnten wir uns amüsieren, wenn immer mal wieder jemand von uns ein paar Meter weit auf dem Weg geschlittert ist.
    Am frühen Nachmittag haben wir dann den Nationalpark erreicht, der zwar recht groß aber bis gestern niemandem von uns bekannt war. Viel los war dort auch nicht, dafür war die Natur wunderschön.
    Wir sind direkt zu unserem Campingplatz gefahren, um uns einen Platz dort zu reservieren, was sich als unnötig herausgestellt hat, weil dort bisher nur ein anderes deutsches Ehepaar ihr Zelt aufgeschlagen hatte. Dennoch war es der bisher schönste Campingplatz, auf dem wir gecampt haben, er lag direkt am Ufer eines riesigen Sees, in dem sich die umliegenden Berge spiegelten.
    Hier haben wir Laura abgesetzt, während Viola und ich einen nahgelegenen Höhenerkundungspfad wandern wollten. Wir hatten gerade die erste Höhle erreicht, als plötzlich ein starker Regenschauer losging. Schnell sind wir zurück zum Auto gelaufen und haben Laura aus dem Regen gerettet.
    Danach haben Viola und ich Versuch Nummer Zwei für unsere Wanderung gestartet. Ein enger Pfad führte uns durch dicht bewachsenen Regenwald vorbei an verschiedenen kleinen Höhlen, die wir wachsender Begeisterung erkundet haben. Manchmal konnte man den Ausgang schon beim Hereinlaufen erkennen, manchmal musste man ihn aber auch wirklich suchen oder ein kleines Stück klettern bis man wieder ans Tageslicht gelangte.
    Bei einer Höhle hatten wir gerade entschieden, dass die Felswand zu steil und klitschig war, um in diese hineinzuklettern. Ich hatte mich gerade zum Herausgehen umgedreht, als ich einen dumpfen Aufschlag gehört und realisiert habe, dass meine Kameratasche eben in den etwa zwei Meter tiefen Höhlenschacht gefallen war. Diese wollte ich definitiv nicht hierlassen und habe sofort entschieden, doch hineinzuklettern. Mit einem Handy als Taschenlampe ausgestattet, habe ich mich langsam an der matschigen Felswand heruntergelassen, was gar nicht so einfach war, weil ich kaum halt an dem klitschigen Gestein gefunden habe. Unten angekommen, musste ich eine Weile in den dunklen Nischen der Höhle suchen, konnte ich meine Kameratasche dann aber endlich finden.
    Glücklich habe ich meinen Rückweg aus der Höhle antreten wollen, habe es aber nicht geschafft, an der rutschigen Felswand hinaufzuklettern. Nachdem ich sämtliche Abzweigungen in der Höhle nach Alternativausgängen abgesucht hatte, stand fest, dass ich nur durch diesen Weg wieder herauskommen würde. Viola hat sich deshalb oben an den Felsvorsprung gesetzt, sodass ich mich an ihrem Bein festhalten und mich nach oben ziehen konnte, was nach ein paar Versuchen schließlich geglückt ist. So haben wir immerhin noch ein Höhlenabenteuer erlebt, die Kameratasche habe ich hinterher aber sehr sicher verstaut.
    Dann konnten wir unseren Weg endlich fortsetzten, der zwar sehr schlecht ausgeschildert war, dadurch aber wie eine Art Schnitzeljagd wirkte, da man kleine orangene Dreiecke suchen musste, die den Weg markierten. Dieser hat uns noch an wunderschönen Aussichtspunkten auf den See und über dicht bewaldete Täler vorbeigeführt. Auch kleinere Höhlen konnten wir nochmal durchqueren, bevor wir schließlich den Parkplatz, auf dem Laura schon auf uns wartete, erreichten. Nach dem Tongariro Crossing ist diese Wanderung sofort auf meinen Platz zwei gelangt, da diese nicht nur durch die vielen Höhlen total abwechslungsreich, sondern auch von der Natur her richtig schön war - wir haben sogar eine natürliche Schaukel aus hölzernen Lianen entdeckt.
    Auf unserem Campingplatz konnten wir dann unser Zelt mit Blick auf den See aufschlagen und dem exotischen Geschrei von irgendwelchen Vögeln aus dem nahen Regenwald lauschen. Bei manchen Geräuschen war man dann aber doch froh, dass es keine gefährlichen Tiere in Neuseeland gibt und dass diese definitiv nur Vögel verursachten.
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  • Day216

    Meeanee, 30.03.2019

    March 31, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 21 °C

    Den heutigen Tag haben wir dazu genutzt, die Umgebung von Napier (Hawke's Bay) zu erkunden. Im Visitor Center wurde uns eine kurze Wanderung zu den Maraetotara Falls empfohlen, die überraschend spektakulär waren. Vor den Wasserfällen befand sich sogar ein recht großes Flussbecken, in das einige Leute von Felsvorsprüngen aus hineingesprungen sind. Ich habe definitiv bereut meinen Bikini nicht dabei zu haben!
    Auf dem Rückweg sind wir auf den Te Mata Peak, einem Gipfel eines Faltgebirges, gefahren. Auf die Frage hin, wie lange man denn bis zum Gipfel laufen müsste, wurden wir entstetzt angeschaut, sodass wir uns für die faule Variante entschieden haben. Das kam uns aber auch sehr geschickt, da es mal wieder geregnet hat, die Aussicht auf umliegendes Wein- und Farmland, kleine Städte und das Meer war aber trotz Nebel (ich habe in den letzten Tagen eine ganze Sammlung an Nebelbilder angelegt - man merkt, dass es Herbst wird) sehr schön.
    Nur eine kurze Strecke entfernt konnten wir einer Honigfarm einen Besuch abstatten, wo wir uns durch sämtliche Honigsorten probiert und eine Infoaustellung über Honigherstellung und Bienen angeschaut haben.
    In der Zwischenzeit hatte sich das Wetter wieder gebessert, sodass wir noch einen Abstecher zu den Pekapeka Wetlands gemacht haben. Auf einem Steg kann man hier durch das Sumpfgebiet laufen und zahlreiche Vögel, insbesondere schwarze Schwäne mit ihren Nachkommen beobachten.
    Am Nachmittag sind wir schließlich zurück in Napier angekommen. Hier haben wir uns in einem Museum eine Ausstellung über ein Erdbeben im Jahr 1931 amgeschaut, dass die ganze Stadt zerstört hatte und sie um zwei Meter nach oben gehoben hat. Es hat mich ein wenig an das Museum zu 9/11 in New York erinnert, auch hier haben zahlreiche Kommentare von Betroffenen, Bilder, Videos, Gedichte und vieles mehr die schreckliche Situation authentisch dargestellt.
    Abends ging es dann zurück nach Meeanee, wo wir unseren Gastgebern als Dankeschön für ihre Gastfreundschaft gekocht haben, worüber sie sich sehr freuten. Daa Ehepaar war aber auch wirklich sehr lieb zu uns, sodass wir auch gerne noch ein paar Tage länger geblieben wären.
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  • Day215

    Meeanee, 29.03.2019

    March 30, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 19 °C

    Den heutigen Tag wollten wir nutzen, um die Umgebung um Taupo mehr zu erkunden. Die Stadt selbst finde ich nicht sehr spektakulär, die Natur darum dafür umso mehr.
    Unser erster Stopp waren die Huka Falls, die ich mir vor fast fünf Monaten zwar schon einmal angeschaut habe, aber mit ihrem extrem türkisblauen Wasser und einer sehr starken Strömung trotzdem schön anzusehen waren.
    Danach ging es zum Geothermalpark "Craters of the Moon". Hierbei handelt es sich um Krater, aus denen heiße Dampffontänen ausgeströmen. Schon von Anfang an war ich begeistert von dem Park, in dem es überall dampfte und rauchte, wohin man auch schaute. Als wir die ersten Krater erreichten verstand ich auch, warum das Gelände als Mondlandschaft beschrieben wird - die mehrere Meter breite und tiefe Löcher in rötlichen Tönen, die sich immer wieder am Wegrand auftaten, wirkten in der Tat wie von einem anderen Planeten. Auch kleinere, teilweise sehr farbenfrohe Löcher, die aber ebenso dampften und Wärme verbreiteten, trugen zu diesem Bild dazu.
    Eine andere natürliche Attraktion in Taupo sind der Otumuheke Stream, eine heiße Quelle, die direkt in den sonst eiskalten Waikato River hineinfließt. Schon von Weitem haben wir einige Leute gesehen, die im seichten Wasser lagen. Viola und ich haben das natürlich auch direkt ausprobiert. Das Wasser war tatsächlich ziemlich heiß, gerade noch im Wohlfühlbereich, wärmer hätte es nicht sein dürfen. Entlang eines Wasserfalls gab es drei verschiedene Becken, in denen man heiße Bäder genießen konnte - kostenloses Wellness, was nach dem Campen definitiv schön war!
    Nach einem Picknick am Lake Taupo haben wir uns am Nachmittag auf den Weg nach Napier gemacht. In der Nähe von Napier habe ich ja schon vor zwei Wochen eine Woche lang gewohnt. Das ältere Ehepaar dort hat uns netterweise angeboten, dass wir auf ihrem großflächigen Gelände campen dürfen.
    Dort angekommen, wurden wir sehr herzlich empfangen. Uns wurde sogar angeboten im Haus zu schlafen, wozu wir natürlich nicht nein gesagt haben. Wir durften zudem unsere Wäsche waschen, duschen und die Küche benutzen, sodass wir uns direkt wie in einem Luxushotel gefühlt haben. Unserem nasses Zelt und der Campingausrüstung können wir so getrost mal eine Pause geben.
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