• JRonTour
5月 – 8月 2025

Nord-Süd-Trail 2025

🇩🇪 Einmal durch Deutschland von Nord nach Süd…
🇺🇸 Through Germany from North to South...
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  • 旅行の開始
    2025年5月1日

    Packen ist angesagt

    4月29日, ドイツ ⋅ ☀️ 24 °C

    🇩🇪 Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. In 2 Tagen ist es soweit, am Donnerstag fahre ich mit dem Zug nach Sylt, um dann am Freitag meine Wanderung auf dem Nord-Süd-Trail zu starten. Nach dem Motto „Never change a winning team“ habe ich eine fast identische Packliste wie für den Te Araroa:

    1. Rucksack von @deuter
    2. Kurze Hose
    3. Medikamente
    4. Longsleeve aus Merino von @icebreakernz
    5. Lange Tight
    6. 2 Unterhosen Merino von @icebreakernz
    7. Der @nordsuedtrail_official Tag ist mit dabei
    8. 2 T-Shirts auch von @icebreakernz
    9. Rettungsdecke
    10. Inlet für Schlafsack +8 Grad
    11. Isomatte von @thermarest
    12. flache Wanderschuhe von @merrell
    13. Kochtopf
    14. Gasbrenner
    15. Gaskartusche
    16. Zahnbürste und Zahnputztabletten von @outdoor.freakz
    17. 2 Paar Doppelsocken von @reibungslos.de
    18. Deocreme
    19. Naturseife von @drbronner
    20. Sonnencreme 50+
    21. Mütze und Buff
    22. Wanderhose
    23. 2 1l Wasserflaschen
    24. Stativ für meine Kamera
    25. Zelt von @msr_gear
    26. Footprint für Zelt
    27. Essen für 3 Tage
    28. Stirnlampe
    29. Sonnenhut
    30. Wasserfilter @sawyerproducts squeeze
    31. GPS Navigationsgerät von @garminoutdoor
    32. Toilettenpapier
    33. Göffel
    34. Kopfkissen
    35. Handtuch
    36. Regenhülle Rucksack
    37. Regenjacke
    38. Daunenjacke
    39. Latschen
    40. Dig dig Tool zum Graben von Löchern
    41. Kopfhörer für Podcasts
    42. Wanderstöcke mit Panzertape
    43. 7 Speicherkarten 128 GB
    44. 4 Wechselakkus für Kamera
    45. Kamera @canondeutschland EOS R8
    46. Schlafsack von @deuter
    47. Powerbank
    48. eBook Reader

    🇺🇸 It's unbelievable how quickly time flies. In two days it will be time. On Thursday I'll take the train to Sylt and then start my hike on the Nord-Süd-Trail on Friday. Following the motto "Never change a winning team" I have an almost identical packing list to the one for the Te Araroa:

    1. Backpack from @deuter
    2. Shorts
    3. Medication
    4. Merino long-sleeved top from @icebreakernz
    5. Long tights
    6. 2 pairs of Merino underpants from @icebreakernz
    7. The @nordsuedtrail_official tag is included
    8. 2 T-shirts, also from @icebreakernz
    9. Emergency blanket
    10. Sleeping bag liner +8 degrees
    11. Sleeping pad from @thermarest
    12. Flat hiking boots from @merrell
    13. Cooking pot
    14. Gas burner
    15. Gas cartridge
    16. Toothbrush and toothpaste tablets from @outdoor.freakz
    17. 2 pairs of double socks from @reibungslos.de
    18. Deodorant cream
    19. Natural soap from @drbronner
    20. Sunscreen 50+
    21. Hat and Buff
    22. Hiking pants
    23. 2 1L water bottles
    24. Tripod for my camera
    25. Tent from @msr_gear
    26. Footprint for tent
    27. Food for 3 days
    28. Headlamp
    29. Sun hat
    30. Water filter @sawyerproducts squeeze
    31. GPS navigation device from @garminoutdoor
    32. Toilet paper
    33. Spork
    34. Pillow
    35. Towel
    36. Rain cover for backpack
    37. Rain jacket
    38. Down jacket
    39. Flip-flops
    40. Dig dig tool for digging holes
    41. Headphones for podcasts
    42. Hiking poles with duct tape
    43. 7 128 GB memory cards
    44. 4 spare batteries for camera
    45. Camera @canondeutschland EOS R8
    46. Sleeping bag from @deuter
    47. Power bank
    48. eBook reader
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  • Nord-Süd-Trail Tag 0

    5月1日, ドイツ ⋅ ☁️ 15 °C

    Morgen ist es nun so weit, die Wanderung beginnt. Und wieder fühle ich diese Nervosität darüber: Was wird schief gehen? Was für spannende Menschen werde ich kennen lernen? Was darf ich erleben? Welch hübsche Natur darf ich entdecken? Ich mag dieses Gefühl vor einer Reise, wie geht es dir damit?
    Heute Morgen habe ich meinen Ex-Kollegen Claus am Bahnhof getroffen. Er hat letztes Jahr seinen Ruhestand begonnen und ich hatte ihm Lust gemacht, auch mal eine lange Wanderung zu starten. Und morgen beginnen wir zusammen, schauen wir mal, ob und wann sich unsere Wege trennen…
    Von Walldorf im Südwesten Deutschlands ging es mit dem Zug ohne Umstieg nach Westerland auf Sylt: 9 1/2 Stunden vorbei an zahlreichen unterschiedlichen Landschaften. Diesen Weg (und noch ein Stück weiter) werde ich in den nächsten Monaten dann zu Fuß nach Süden gehen. Genial! 🥰
    Nach der verspäteten Ankunft auf Sylt gab es erstmal noch schnell was zu essen, bevor es mit dem Bus nach List ging. Mit vollem Magen lief ich dann noch wenige Kilometer nach Norden zu Deutschlands nördlichster Jugendherberge. Von hier startet morgen früh dann das Abenteuer Nord-Süd-Trail. Ich nehme euch gerne mit, Deutschland mit mir zu erkunden.
    Eine Bitte habe ich noch: du kennst jemanden entlang der Strecke, der einem Wanderer ein trockenes Plätzchen für eine Nacht bieten will, lass es mich wissen! Ich möchte nicht nur die Natur sondern auch zahlreiche spannende Menschen entdecken!
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  • Nord-Süd-Trail - Tag 1: List - Klanxbüll

    5月2日, ドイツ ⋅ ☀️ 13 °C

    🇩🇪 Eine steife Brise weht hier oben. 😊 Dieses Gefühl von Freiheit, wie hab ich das vermisst. Der Geschmack nach Salz in der Luft, der Duft nach Abenteuer! 🥰 Noch nicht offiziell auf dem Trail gehen wir von der Jugendherberge hinauf zum nördlichsten Punkt Deutschlands. Ehrlicherweise, wir haben unsere Rucksäcke am Mauthäuschen deponiert. 😜
    Überall tummeln sich hier die Schafe, ein Lämmchen ist süßer als das andere. Nach den Pflichtfotos am Trailhead holen wir die Rucksäcke wieder und nutzen die nächste Chance, um an den Strand zu kommen. Von hier an laufe ich für mich, jeder geht sein eigenes Tempo. Die nächsten Kilometer bis Kampen verlaufen direkt an der Wasserkante. Ganz schön meditativ, aber Zeit für mich zu realisieren, was ich gerade mache. Ich bin überwältigt von meinen Gefühlen, mir kommen Freudentränen für die kommenden Monate.
    Bei Kampen verlasse ich den Strand und wechsle in die Dünen. Von der höchsten, der 52m hohen Uwe-Düne hat man einen genialen Fernblick bis nach Westerland und zurück in den Norden. Ab und zu verläuft der Weg auf Holzplanken, aber auch abschnittsweise auf lockerem Sand, eine Plackerei. Immer wieder habe ich einen Ausblick hinab auf den ein paar Meter tiefer verlaufenden Strand.
    Der Weg führt durch Westerland (sehr schönes Rathaus!) weiter durch Tinnum bis zum Nössedeich. Die restliche Etappe teilt man sich den Damm mit sehr sehr vielen Schafen, überall hört man deren Blöken. 🐑 Vom Deich genieße ich die Ausblicke ins Wattenmeer. Vom Deich geht es dann final entlang von Weiden zum Bahnhof von Morsum, mit der Bahn setzen wir über nach Klanxbüll. Von dessen Bahnhof ist es nicht weit bis zur Unterkunft.
    Die wenigen Meter zur nahen Pizzeria sind aufgrund der fast 40 km in den Beinen alles andere als leicht. Doch morgen wird eher ein kurzer Tag.

    🇺🇸 A stiff breeze blows up here. 😊 This feeling of freedom, how I've missed it. The taste of salt in the air, the scent of adventure! 🥰 Not yet officially on the trail, we walk from the youth hostel up to the northernmost point of Germany. To be honest, we left our backpacks at the toll booth. 😜
    Sheep are frolicking everywhere, each lamb cuter than the last. After the obligatory photos at the trailhead, we retrieve our backpacks and take the next opportunity to get to the beach. From here on, I walk by myself, everyone goes at his own pace. The next few kilometers to Kampen run right along the water's edge. Quite meditative, but time for me to realize what I'm doing. I'm overwhelmed by my emotions, tears of joy for the coming months well up in my eyes.
    At Kampen, I leave the beach and head into the dunes. From the highest dune, the 52m high Uwe Dune, you have a fantastic view all the way to Westerland and back to the north. Occasionally, the path runs on wooden planks, but also in sections on loose sand, a real slog. Again and again, I have a view down to the beach a few meters below.

    The path leads through Westerland (very beautiful town hall!), then through Tinnum to the Nössedeich. For the rest of the route, you share the embankment with many, many sheep; you can hear their bleating everywhere. 🐑 From the dike, I enjoy the views of the Wadden Sea. From the dike, we finally walk along pastures to Morsum train station, where we take the train to Klanxbüll. From there, it's not far to our accommodation.

    The few meters to the nearby pizzeria are anything but easy, given the almost 40 km we've covered. But tomorrow will be a shorter day.
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  • Nord-Süd-Trail - Tag 2: Klanxbüll - Trek

    5月3日, ドイツ ⋅ 🌧 11 °C

    🇩🇪 Frühstück gab es heute in der Bäckerei am Bahnhof Klanxbüll: total leckere belegte Brötchen, sogar Mettbrötchen, die geben Kraft und Antrieb für den Tag 😜 Entlang der Straßen ging es an die deutsch-dänische Grenze nach Rosenkranz. Gut, dass vor kurzem die Strecke angepasst wurde.
    Das neue Teilstück führt auf dänischer Seite am Ruttebüller See entlang. Nachdem der „Alte deutsche Grenzkrug“ noch geschlossen hatte, sind wir auf der anderen Seite auf ein Bierchen eingekehrt. Davon gestärkt ging es weiter. Der Weg führt immer entlang auf einem Deich mit schönen Ausblicken über den mit Schilf bewachsenen See. Auch die Tierwelt wusste zu begeistern: Rehe, unzählige Schwäne, Möwen…
    Als es eigentlich wieder nach Deutschland gehen sollte, hatten sie einfach mal die Brücke entfernt. Gut, dass direkt daneben ein kleiner Hafen ist. Leider konnte uns aber keiner übersetzen. Also doch die Umleitung laufen. 🥾 Diese führt weiter über den Deich bis zu einer Bahnbrücke. Diese führt uns dann wie geplant über das Wasser.
    Wir laufen nicht gleich zurück auf den NST, sondern nehmen andere Wege nach Süderlügum. Hier kaufe ich mir noch zwei Abendbierchen und ein paar Vitamine. Wieder auf dem Trail geht es durch die herrlichen Süderlügumer Binnendünen zum Ziel des Tages, das Trekkingcamp Mückenparadies. Eine kleine Holzhütte an einem wunderschönen See, den man mit einem Floß befahren kann. Ein idyllisches Plätzchen Natur und ein schönes Lager für eine Nacht. Kurz nach der Ankunft begann es dann leicht zu regnen, gut, dass wir ein trockenes Plätzchen haben.

    🇺🇸 Today we had breakfast at the bakery at Klanxbüll train station: absolutely delicious sandwiches, even Mettbrötchen (a kind of sausage roll), which give us energy and drive for the day. 😜 We followed the roads to the German-Danish border in Rosenkranz. It's a good thing the route was recently adjusted.
    The new section runs along Lake Ruttebüll on the Danish side. After the "Alte Deutsche Grenzkrug" (Old German Border Inn) was still closed, we stopped for a beer on the other side. This gave us strength, and we continued on. The path continues along a dike with beautiful views over the reed-covered lake. The wildlife was also impressive: deer, countless swans, seagulls...
    When we were supposed to be heading back to Germany, they simply removed the bridge. It's a good thing there's a small harbor right next to it. Unfortunately, no one could ferry us across. So we took the detour. 🥾 This continues over the dike to a railway bridge. This then takes us over the water as planned.
    We don't immediately return to the NST, but take other routes to Süderlügum. Here, I buy myself two evening beers and some vitamins. Back on the trail, we head through the magnificent Süderlügum inland dunes to the day's destination, the Mückenparadies trekking camp. A small wooden hut by a beautiful lake, which you can raft across. An idyllic spot of nature and a lovely place to camp for the night. Shortly after arriving, it started to rain lightly; it's a good thing we found a dry spot.
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  • Tag 3: Trekkingplatz Mückenparadies - Fl

    5月4日, ドイツ ⋅ ☁️ 9 °C

    Moin aus Flensburg! Hätte nicht gedacht, dass ich heute schon hier sein würde. Aber ich wollte unbedingt bei Trail Angel Penny vorbei, Beine fühlte sich gut an, also los.
    Aber von vorne: die Nacht wurde richtig kalt, aber es ging gerade noch. Dank der Vogelwelt waren wir aber dennoch sehr früh wach. Schnell alles zusammen räumen, Porridge kochen und los geht’s. Um 6:30 waren wir auf dem Trail. Dieser war heute sehr unspektakulär: sehr viel Asphalt, wenige sehenswerte Abschnitte. Kurz vor Westre sind wir dann den alten Markierungen gefolgt. Dies führte uns dann an einem Wohnhaus vorbei, vor dem stolz die Reichsflagge wehte. 🙈 Schnell weiter. Kurze Zeit später war dann noch ne Schaufensterpuppe an den Baum gebunden… geht man hier im Norden so mit seinen Frauen um? 😜 Auch ein kleiner Regenschauer hat uns erwischt, aber der war sofort wieder vorbei.
    Aber hey, wir haben die ersten 100 km mit Abstand hinter uns gelassen. Kurze Zeit später ging es dann ein gutes Stück an der Bundesstraße entlang, nicht ganz so gefährlich wie ein Highway in Neuseeland, aber knapp dahinter. Die ganze Zeit ruhte der Fokus auf einer kulinarischen Stärkung im Imbiss in Ellund, leider war dieser noch geschlossen, als ich dort ankam. Vor Frust habe ich dann halt meine ganze Tüte Zimtröllchen gefuttert. Claus wollte erst mal nicht weiter, deshalb bin ich dann alleine aufgebrochen.
    Das Wasser wurde langsam knapp, also nicht auf die verbleibenden Kilometer konzentrieren, sondern einer nach dem anderen. Und die wurden besser, der Weg über die wilde Heide vor Harrislee war traumhaft schön. In der Flensburger Neustadt half dann eine eiskalte Cola. Kurz später erreiche ich den Hafen, jetzt gab es viel fürs Auge. 🥰
    Vom Hafen war es dann nicht mehr weit zu Penny, dem ansässigen Trail Angel. Er ist ein super Gastgeber in einem coolen Wohnprojekt. Genau wegen solchen Begegnungen möchte ich bei Trail Angels unterkommen. Danke für euren Einsatz! 🥰
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  • Tag 4: Flensburg - Schleswig

    5月5日, ドイツ ⋅ 🌙 9 °C

    Nach einem leckeren Frühstück beim Bäcker ums Eck, musste ich verwundert feststellen, dass die Supermärkte erst um 8 Uhr aufmachen. Für mich beim Wandern zu spät, aber kein Ding, ich brauche eh erst zum Lunch neue Erdnussbutter. Die hole ich mir dann einige Kilometer später in nem kleinen Örtchen.
    Heute war der Weg sehr abwechslungsreich, immer noch viel Asphalt, aber auch wirklich hübsche Waldabschnitte. Der Weg durch Flensburg war ganz gut, direkt nach dem Bahnhof folgt ein hübsches kurzes Waldstück. Doch danach erst mal ein langer Abschnitt Asphalt mit Ausblicken über Felder und Wiesen.
    Kurz vor Oeversee kommen dann die ersten Highlights: der Arnkiel-Park mit seinen Überresten der Großsteingräber und der herrliche Sankelmarker See. Direkt nach Oeversee kommt der schönste Wald heute, das Naturschutzgebiet Fröruper Berge. Da kommt Wanderfreude auf.
    Corinna, eine frühere Thru Hikerin, hatte mir ihre Mutter Gesa als Trail Angel empfohlen. Ursprünglich hatte ich geplant, mich vom Idstedter See abholen zu lassen. Wären dann so 33 km, ist auch mal ok. Allerdings war es dann noch früh und die Beine noch ok, also umplanen auf Schleswig. Der Idstedter See ist auch eine Augenweide und der Pfad drum herum wunderschön zu gehen. Kurz vor Schleswig kreuzte dann noch eine Blindschleiche meinen Weg, die war fast schneller unterwegs als ich 😜
    Gesa und ich hatten uns am Barockpark verabredet. Was ein hübscher Park, wunderschön angelegt. Wenige Minuten später wurde ich von ihr abgeholt. Heute Abend hat sie dann für uns beide noch ne Kleinigkeit gekocht. Als Corinna dann noch anrief, entwickelte sich ein Wanderschnack. Schöner Abschluss eines gelungenen Tages.
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  • Tag 5: Schleswig - Eckernförde (55,65 km

    5月6日, ドイツ ⋅ ☁️ 9 °C

    Nachdem ich gestern Abend bei Gesa kulinarisch verwöhnt wurde, habe ich sie heute Morgen zum Bäcker eingeladen. Kurz vor 8 hat sie mich dann wieder am Barockgarten abgeliefert und los geht’s. Da ich gestern schon bis Schleswig gelaufen bin, sind mir heute die Hütten auf dem Weg in zu kurzer Entfernung, also versuche ich, heute Abend in Eckernförde anzukommen, mal sehen, ob das hinhaut. Gleich zu Beginn geht es am hübschen Schloss Gottorf vorbei. Sobald ich Schleswig verlasse, habe ich schöne Ausblicke über die Schlei Richtung Altstadt mit dem weit sichtbaren Kloster.
    Als ich die Schlei hinter mir lasse, betrete ich das Gebiet der Wikinger. So wie diese damals die Meere eroberten, erobere ich jeden Tag ein paar Kilometer Deutschlands. 😜 Schon von weitem hat man Aussicht auf die nachgebauten Wikingerhäuser direkt am Haddebyer Noor. Der Weg führt hier entlang zahlreicher alter Bäume. Ein paar Kilometer später überquere ich das Noor auf einer kleinen Brücke, die herrliche Ausblicke gewährt. Und was mir noch auffiel: plötzlich roch die Luft anders, so salzig… nach Meer 🥰
    Nach der Noorer Brücke komme ich an der alten Selker Mühle vorbei, ein sehr idyllischer Platz! Danach folgt erst mal das übliche Feldwege-Spiel der vergangenen Tage. Mittagspause mache ich am Friedhof von Brekendorf, Wasser auffüllen. Das ist auch gut so, es folgen die Hüttener Berge. Auf und ab in hübschem Wald, anspruchsvoller als erwartet. Etwas abseits davon steht der Aschberg, der hat sogar nen Panoramaturm. Eigentlich ist der gar nicht direkt auf dem Trail. Aber was soll’s, die paar Meter hänge ich noch dran. Er hat sogar einen Fahrstuhl: nur blöd, dass der nicht nach oben fährt, sondern nur nach unten. Also sechs Stockwerke hinauf gehen. 🙈
    Ein weiterer schöner Abschnitt führt durch das hübsche Seemoor. Hübsche Birken schmücken den Weg. Kurz vor Suhrbrook muss ich über zwei umgestürzte Bäume klettern. Fast hätte es mich hingehauen, konnte mich aber gerade noch fangen. Da merke ich, dass ich irgendwo meinen Objektivdeckel verloren habe. An der Stelle habe ich ihn aber nicht gefunden.
    Mittlerweile ruht mein ganzer Fokus auf dem Edeka in Osterby, es gibt ein Eis und Cola. Nun weiß ich, dass ich die restlichen 12 km auch noch schaffen werde. Kurz vor Eckernförde wandere ich noch mehrere Kilometer am Windebyer Noor entlang, ein schöner Ort zum Entspannen, gerade jetzt war die perfekte Lichtstimmung. Eine ältere Frau wollte gerade baden. Als sie vom NST hörte, meinte sie, dass sie sich evtl. als Trail Angel registrieren möchte.
    Zielgerade durch Eckernförde… leider war die Straße am Hafen aufgrund einer Baustelle gesperrt. Aber vom Strandweg hat man schöne Aussichten aufs Wasser. Nach 55 km komme ich erschöpft bei dem Trail Angels Christian und Silke an. Sie haben sogar eine kleine Hütte für Wanderer im Garten! 🥰
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  • Tag 6: Eckernförde - Kiel (42,97 km)

    5月7日, ドイツ ⋅ ☀️ 14 °C

    Heute Morgen beim Frühstück durfte ich noch den Bruder von Christian kennenlernen. Christian und Silke sind mit Leidenschaft Trail Angels, der Besuch bei ihnen ist ein absolutes Muss! Der Tag stand heute unter dem Motto Meer und Wald. Nach einem kurzen Stück entlang der Straße aus Eckernförde raus führt des Pfad durch einen schönen Begräbniswald. Mir zeigt es wieder, dass mein Weg, Abenteuer jetzt zu erleben, genau der richtige ist.
    Bald biegt man ab an den Strand und folgt diesem sehr lange. Leider ist er nicht ganz so trittfest wie auf Sylt, das Laufen fällt dadurch etwas schwer. An einem Abschnitt sind gewisse Bereiche gesperrt, da die Vögel hier aktuell brüten. An Stohl entscheide ich mich, nicht direkt an der Wasserkante zu gehen, sondern auf dem Wanderweg oben an der Abbruchkante der Steilküste entlang.
    Es ist schon nach Mittag und in der Ferne kann ich den Leuchtturm Bülk erspähen. Dieser steht am Eingang zur Kieler Bucht. Er zieht mich magisch an, weil ich weiß, dass dort ein Café ist. Ich bange, ob es auf hat. Als ich endlich ankomme, sehe ich mit Erleichterung, dass ich Glück habe. Nach einem Weizen mit Mango-Crunch-Torte kann es weiter gehen. Von hier wandere ich direkt an der Bucht entlang nach Strande. In der Kieler Bucht ist einiges los: Kreuzfahrtschiffe, Segelboote, Kite Surfer und einiges mehr.
    Nach dem Hafen von Strande geht es meist durch herrlichen Wald Richtung Kiel. Ich halte noch nen kurzen Schnack mit einer älteren Dame mit ihrem Hund Paula. Wenig später stehe ich am Nord-Ostsee-Kanal, den ich morgen mit der Fähre quere. Von da bin ich gleich bei Trail Angel Rebecca, die mir freundlicherweise ihren Schlüssel deponiert hat, da sie noch zu Ikea musste.
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  • Tag 7: Kiel - Wahlstorf-Hof (33,93 km)

    5月8日, ドイツ ⋅ ☀️ 15 °C

    Frei nach Christine Thuermer: „Am siebten Tage sollst du ruh‘n oder nur 34 km tun“ 😜 Ich sitze gerade über dem Fuhlensee, ein Weizen in der Hand und bin beseelt von diesem schönen Tag. Noch kurz ein paar Worte zu gestern Abend. Trail Angel Rebecca kam mit ihrem neuen italienischen Partner relativ spät vom Ikea, ich wurde aber dennoch mit Risotto bekocht und wir haben dann noch über zahlreiche Reisen und Wanderungen gequatscht, sehr herzlich 🥰
    Mit der Fußgängerfähre ging es dann direkt über den Nord-Ostsee-Kanal. Erstmal musste ich frühstücken und Wraps + Schokolade einkaufen. Hab den ultimativen Trailsnack von NZ wieder belebt: Wraps mit Erdnussbutter und Schokolade, aktuell noch Banane dazu. Von da führt der Weg bis zur Fährstation immer am Wasser entlang. Zahlreiche Quallen tummeln sich darin. Mir kommen einige schweratmende und bepackte Soldat:innen entgegen. „Warum marschiert ihr hier so?“ - „6 km Marsch!“.. komisch, die sahen gar nicht so begeistert aus wie ich! 😜
    Mit der Fähre geht es rüber nach Wellingdorf. Von da an führt der Weg fast nur noch an der Schwentine entlang, was für ein Kleinod. Wie ich später erfahren habe, wird sie auch der Amazonas des Nordens genannt. Zahlreiche Stämme liegen in ihr, grüne Pflanzen schimmern durch die Wasseroberfläche, viele Vögel genießen die Ruhe. Ich komme an die Oppendorfer Mühle, leider noch geschlossen. „Wann machen sie denn auf?“ „In 30 Minuten.“ Dank meines traurigen Blicks habe ich dann aber doch schon ein Weizen bekommen. Später treffe ich auf ne ältere Frau mit 85 Jahren mit ihrer 17 Jahre alten Hündin Lucy. Nach einem kurzen Schnack, fragt sie, ob sie mir mal drei Fragen stellen darf. „Wie viel Prozent Süßwasser haben wir auf der Erde?“ „Wie viele Zentner Nahrung nimmt ein Wal mit einem Mal Mund öffnen auf?“ „Wie schwer ist sein Stuhlgang?“ Diese Fragen hat sie schon 300 Leuten gestellt und nur eine Person wusste die Antworten.
    Später treffe ich auf ein älteres Paar, dessen Tochter in Zwingenberg, nahe meiner Heimat wohnt. Zahlreiche schöne Begegnungen.
    Preetz betrete ich durch das hübsche fürstliche Kloster. Preetz gilt auch als das Tor in die holsteinische Schweiz, eine wunderschöne Seenlandschaft. Eigentlich wollte ich heute Abend noch 4 km weiter. Aber zuerst wollte ich Bistro Wahlstorfer Mühle was essen. Meine ersten Fischbrötchen hier im Norden: Matjes und selbst gerächerte Maräne. Spontan entscheide ich mich, für 10€ hier zu übernachten. Ich komme ins Gespräch mit einem Kieler Paar, deren Sohn auch gerne lange wandert, oft in Dänemark. Als ich dann eben noch ein Weizen holen wollte, meinte die Wirtin, ist schon von dem Paar bezahlt worden. Was für nette Menschen! 🥰
    So, ich lausche jetzt noch ne Weile der Vogelwelt hier am Wasser, bevor ich noch den Mozzarella verspeise, den ich eben noch von der Wirtin geschenkt bekam. Schönen Abend!
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  • Tag 8: Wahlstorf-Hof - Eutin (40,79 km)

    5月9日, ドイツ ⋅ ☀️ 13 °C

    Trotz meines 8 Grad Inlays zusammen mit meinem Schlafsack wurde es heute Nacht am Fuhlensee richtig kalt. Nicht ganz gemütlich, aber noch ertragbar. Vielleicht wäre es mit Zelt besser gewesen, aber egal. Dennoch wollte ich dann heute Abend nicht unbedingt draußen schlafen. Also heute Morgen versucht in Tagesentfernung eine halbwegs bezahlbare Unterkunft zu finden. Auf Airbnb wurde ich dann fündig. Jetzt konnte es endlich los gehen. Kurz bevor ich gehe, sehe ich noch einen Biber schwimmen! Perfekt!
    Die ersten Sonnenstrahlen haben dann auch gleich einen guten Dienst getan und mich schön aufgewärmt. Gut gestärkt vom Porridge fühlte ich mich super! Erstmal ging es auf Straße Richtung Plön. An der 300km Marke (yes, 300 🥰) beginnt ein schöner schmaler Pfad entlang einer hübschen Moorlandschaft, sogar ein Reh steht auf dem Weg. Doch es geht nicht direkt nach Plön, sondern erst einmal um den Trammer See. Die Aussichten auf das Schloss sind von allen Richtungen super. Am Ortseingang geht es dann noch auf den Parnaß-Turm. Von dessen Plattform kann ich die weite Seenlandschaft überblicken. Absolut lohnenswert. 🥰
    Im Ort geht es gleich mal zum Bäcker, ich liebe die belegten Brötchen! Außerdem hatte ich morgens ja keinen Kaffee. Ich checke kurz meine Mails. Die Unterkunft wurde abgesagt, da der Host nicht da ist. Mist. Ich rechne die Alternativen durch: entweder nur noch 10 km zur Jugendherberge Bad Malente oder wie geplant nach Eutin auf den Campingplatz. Ich verschiebe die Entscheidung auf Bad Malente. Kaum habe ich Plön verlassen, treffe ich nochmals auf ein Rentnerpärchen, das ich kurz zuvor am Parnaß-Turm gesehen hatte. Wir kommen ins Gespräch, sie wandern den E1 von Dänemark bis in die Schweiz. Es war ein sehr netter Austausch.
    Durch hübschen Wald am Dieksee entlang geht es nach Bad Malente. Dort gibt es erst mal ein leckeres Eis, die Maschinerie muss weiter gefüttert werden. Am Kellersee angekommen, ist es nicht mehr weit zur Jugendherberge. Aber meine Entscheidung ist gefallen, es geht weiter bis nach Eutin. Der Weg führt ja „nur“ noch um den See. Immer wieder habe ich herrliche Ausblicke auf den hübschen See. Gegen Ende kann ich dann schon Blicke auf den Campingplatz auf der anderen Seite erhaschen.
    Dort angekommen fühlt sich die Entscheidung richtig an. Sogar Sauna hätten sie hier. Und als ich noch erfahre, dass gleich ein Foodtruck mit Falafeln 🧆 kommt, bin ich noch zufriedener. Der war genauso lecker wie erträumt.
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  • Tag 9: Eutin - Neustadt (48,55 km)

    5月10日, ドイツ ⋅ ☀️ 12 °C

    Gestern Abend habe ich von einer Tischnachbarin noch erfahren, dass in der Nähe des Campingplatzes der frühere Immenhof ist. Erinnerungen an meine Kindheit werden wach. Kennt ihr auch die Filme „Die Kinder vom Immenhof“?
    Die Nacht war gut, es war ne angenehme Temperatur. Allerdings war das Zelt heute Morgen von innen super nass. Für heute Abend zum Trocknen vorgemerkt.
    Ohne Frühstück geht nix, also erst mal die Altstadt von Eutin angepeilt. Bei ner Frau habe ich mich zur ersten Bäckerei durch gefragt. So konnte ich zumindest noch einen Eindruck von der Stadt bekommen. Schön liegt das alte Schloss über der Seepromenade. Aktuell ist überall Tierkinderaufzucht angesagt: die Rehe laufen mit ihren Kitzen durch den Wald, in den Nistkästen im Wald ist Geschrei und die Kaulquappen tummeln sich am Seeufer.
    Der nächste Höhepunkt ist tatsächlich ein Höhepunkt, der höchstes Schleswig-Holsteins. Mit seinen 168 m Höhe ist der Bungsberg ein wahrer Riese. Aber hey, ein weiterer der 16 deutschen Summits abgehakt. 😜 Wenig später komme ich am Biotop Bekmissen vorbei. Da sitzt ein junges Pärchen auf der Bank und wir kommen ins Gespräch. Da sagt der Mann, dass ich so aussehe, als könnte ich ein Bier vertragen und drückt mir ne Flasche alkoholfrei in die Hand. Wieder eine so nette Geste. Wir reden noch ein wenig und gehen dann unterschiedliche Wege.
    Eine Weile sieht man außer Wald nicht viel. In Gömnitz überlege ich noch kurz den Turm einzubauen. Das wären aber hin und zurück noch mal jeweils fast ein Kilometer und das machen meine Beine nicht mehr mit. Über das Gut Sierhagen wandere ich weiter Richtung Neustadt. Sierhagen wurde schon im 12. Jahrhundert erwähnt, ein wahrhaft historischer Ort.
    Das letzte Stück verläuft der Weg durch das Neustädter Binnenwasser, ein herrliches Landschaftsschutzgebiet. Eine Radlerin, die mich vor kurzem überholte, schiebt ihr Rad und ich hole sie ein. So kommen wir noch ein wenig ins Gespräch und sie lernt den Nord-Süd-Trail kennen. Von meiner Host in Neustadt hatte ich eine Pizzeria empfohlen bekommen. Also schnurstracks dahin und schnell eine Pizza inhaliert… ähem… genossen. 😜 Danach der Schock: als ich ihre Adresse ins Navi eingebe, zeigt es mir 2,8 km Entfernung an, die ich morgen dann auch noch zusätzlich laufen muss. 🙈 Auf dem Weg zu ihr, ruft ein Radfahrer nach mir: „Läufst du wirklich gerade den Nord-Süd-Trail?“ Und so tauchen wir ins Trash-Talk ab und ich erfahre, dass Philipp in diesem Jahr die Südinsel des Te Araroa durch Neuseeland gegangen ist. Zufälle gibt es 🥰
    Und ja, das Zelt ist gerade getrocknet, mission accomplished!
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  • Tag 10: Neustadt - Lübeck (50,19 km)

    5月11日, ドイツ ⋅ 🌙 12 °C

    Vorab: allen hier mitlesenden Müttern wünsche ich alles Liebe zum Muttertag! 💐 Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Tag mit euren Liebsten! ❤️ Mir ist es heute leider nicht gelungen, mich irgendwo zu Muttertagsfeierlichkeiten dazu zu mogeln. 😜
    Schon beim Bäcker habe ich heute Morgen wichtige News gar nicht vermeiden können: der HSV ist in die 1. Bundesliga aufgestiegen, das Thema schlechthin hier oben! Es gab wieder das Übliche, aber zur Feier des Tages noch eine Rumkugel enormen Ausmaßes! Sehr lecker!
    Kaum habe ich Neustadt verlassen, sehe ich erste Anzeichen des Hansa-Parks: ein Looping und einen Freefall Tower! Aktuell hole ich mir das Adrenalin lieber aus der Natur.
    In meiner ersten Pause am Taschensee checke ich kurz meine Mails und habe eine nette Einladung bekommen. Ein Pärchen, das ich auf meiner Wanderung durch Neuseeland auf dem Campingplatz kennen gelernt hatte, lädt mich zum Übernachten ein, wenn ich am Bodensee vorbei komme. Und das mit soooo lieben Worten, einfach süß!
    Wieder führt der Weg heute an mehreren schönen Seen vorbei. Mein Weizen bekomme ich in Schürsdorf, da gibt es mehrere nette Restaurants. Ein paar Kilometer später vollende ich den 400. Kilometer, ein weiterer Meilenstein. Aber der Weg bietet mir heute zu wenig, nur Wald und Felder ist mal schön, aber da braucht es mehr. Außerdem sind wieder sehr viele Asphaltstücke dabei und da fahren sehr viele Autos. In den nächsten Stunden verstehe ich, was mich so genervt hat. Ich bin gerade voll entschleunigt unterwegs, aber die ganzen Leute in ihren Autos fahren, als würden sie gerade an einem Rennen teilnehmen… alle total in ihrem Film, nicht mal grüßen können sie.
    Ich kämpfe mich auf den Pariner Berg und den dortigen Aussichtsturm. Leider hat man von oben nicht die erhoffte Aussicht auf die Lübecker Silhouette. Aber dennoch ein schöner Ort für eine Pause, Zeit für Wraps mit Erdnussbutter. In der Zwischenzeit hatte ich mit meinem Kollegen in Ratzeburg geschrieben, leider klappt die geplante Übernachtung bei ihm nicht, ich muss also nach ner Alternative schauen.
    Nach Groß Parin folgt der schönste Abschnitt heute. Ein wunderschöner Waldweg immer oberhalb der Schwartau entlang. In Ratekau gibt es mal wieder ein Eis, wir könnten bald mal Sorten raten! 😜 Ansonsten passiert bis Kücknitz nicht mehr viel, ich muss beißen. Bevor ich zur heutigen Trail Angel Inken spaziere, gönne ich mir beim Vietnamesen noch was Leckeres. Als ich ankomme, erwartet mich Inken schon an der Haustür. Und sie hat einen perfekten Vorschlag, den ich dankend annehme: bleib doch gerne einen Tag länger und schaue dir Lübeck an. Perfekte Idee! Also mache ich morgen meinen ersten Zero. 😊
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  • Lübeck

    5月12日, ドイツ ⋅ ☀️ 15 °C

    Ich sitze mit ner Tasse Kaffee im grünen Garten, die Sonne scheint mir ins Gesicht. Ich habe heute mal richtig „ausgeschlafen“. Neben mir sitzt Inken und wir tauschen uns über unsere gegenseitigen Leben aus. Ich spüre, dass es genau die richtige Entscheidung war, einen Pausentag einzulegen. Natürlich hole ich mir auch noch Tipps für die Lübeck-Erkundung ab.
    Gut gerüstet fahre ich mit dem Bus ins Zentrum bis zum Holstentor. Von dort geht es gleich mal hinauf auf den Kirchturm der Kirche St. Petri. Von Ort oben soll man die schönsten Ausblicke über die Stadt haben. Und tatsächlich, ich bin begeistert.
    Zu Mittag bin ich mit Juliane verabredet, die im letzten Winter den Te Araroa auf der Südinsel Neuseelands gewandert ist. Da gibt es viel auszutauschen. Danach schlendere ich noch weiter entlang der Trave und durch die Stadt. Natürlich darf dabei auch ein Besuch eines Niederegger Cafés nicht ausbleiben.
    Wieder zurück bei Inken durfte ich dann ihre Katze Ennis dabei beobachten, wie sie mit einer Maus spielen wollte. Keine Angst, wir haben die Maus gerettet. Inken hatte mich dann noch gebeten, einen Stein zu bemalen für ihre NST Stein Sammlung. 🥰 Ich fühle mich bereit, morgen wieder durchzustarten. 💪
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  • Tag 11: Lübeck - Ratzeburg (49,6 km)

    5月13日, ドイツ ⋅ ☁️ 12 °C

    Mit Wehmut verlasse ich heute Morgen Inkens herzliches Zuhause, aber es muss weiter gehen. Aber ich habe schon Vorfreude und heute Abend, denn da bin ich doch bei meinem Kollegen zu Besuch und es wird das erste Mal in diesem Jahr gegrillt. Das heißt aber auch, dass ich definitiv bis nach Ratzeburg kommen muss. Wie fast immer, ist der erste Stopp beim Bäcker. Leider macht der Famila erst um 8 auf.
    Gleich darauf geht es mit dem Bus-Shuttle durch den Herrentunnel. An der Haltestelle komme ich ins Gespräch mit einem Radler, der mit seiner Frau auch immer längere Auszeiten mit dem Boot macht, leider bleibt uns nicht viel Zeit zu quatschen. Das erste Stück verläuft durch herrlichen Wald. An der Schwedenschanze, einem früheren Verteidigungswall, überschreite ich die Landesgrenze Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern. Die nächsten Kilometer verlaufen auf dem früheren Kolonnenweg an der innerdeutschen Grenze! Nicht schön zu gehen, aber wichtig, sich daran zu erinnern!
    Ein weiterer genialer Abschnitt liegt zwischen Eichholz und Grönau, immer an der Wakenitz entlang. Wunderschön. Mit mehreren Leuten komme ich ins Gespräch, was ich so mache. Nette Gespräche. Ein langes Straßenstück (igitt) führt hinüber an den Elbe-Lübeck-Kanal. Die nächsten Kilometer führen am Kanal entlang. Immer wieder kann ich zahlreiche Gänsefamilien mit ihren Kleinen beobachten. Der Kanal lohnt sich, allerdings kaum Schatten, die Sonne strahlt unerbittlich auf mich herab. Das zehrt ganz schön an den Kräften.
    Auch das Stück vom Kanal zurück an den Ratzeburger See ist vernachlässigbar. Im Wald hatten sie gerade frisch Kies auf den Weg gekippt, der noch nicht verdichtet war, scheiße für die Füße. Umso mehr freue ich mich, am schönen Ratzeburger See anzukommen. Bis Ratzeburg läuft man mal mehr oder weniger nah am Wasser, schöne Stimmung am Abend. Da das Grillen wartet, ziehe ich ein wenig an. Richtig zermürbend sind dann die finalen drei Kilometer durchs Wohngebiet. Aber der Tag findet einen herrlichen Abschluss mit lieben Menschen! ❤️
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  • Tag 12: Ratzeburg - Güster (38,31 km)

    5月14日, ドイツ ⋅ ☁️ 16 °C

    Der Tag startete gemütlich mit einem Familienfrühstück mit den Freunden. Hatte mir zu ihnen auch nen neuen Objektivdeckel liefern lassen. Und da ich bisher mein Stativ nicht benutzt habe, bleibt das auch gleich da, schon Gewicht gespart! ⚖️ Gleich zu Beginn musste ich natürlich wieder die 2,5 km zurück auf den Trail. Und dann noch schnell zum Edeka, Wraps und neue Erdnussbutter kaufen. Und wenn ich eh schon da bin, gibt es noch ein Eis auf die Hand.
    Einfacher wäre es gewesen, von meinen Freunden später am Trail einzusteigen, aber für mich als EFI (Every fucking Inch) Wanderer geht das nicht. Bis Farchau führt der Weg schön am Küchensee entlang. Dort geht er dann über in einen reinen Waldweg in die Eulenspiegelstadt Mölln. Am Till Eulenspiegel Brunnen möchte ich mein Wasser auffüllen, blöd, wenn da nur ein kleines Rinnsal raus kommt, aber Geduld hat ja bekanntlich noch nie geschadet 😜
    Aus Mölln heraus geht es an einem schönen Bach entlang. Gestern haben mir die Kinder vom Wildpark Uhlenkolk vorgeschwärmt, heute laufe ich am Rand an ihm vorbei durchs Pinnautal. Da sehe ich auf meiner Karte ein Restaurant, perfekt für ein Weizen zu Mittag. Also kurz vom Weg ab. Mist geschlossen, macht erst um 17 Uhr auf. Oberhalb des Schmalsees mache ich dann Hiker Lunch: die Wraps mit Erdnussbutter und noch dazu Schokolade mit Karamelfüllung. Yummy.
    Der Schmalsee geht über in den Litauer See und dieser in den Drüsensee. Und der Weg führt immer dran entlang. Doch es wird noch besser, es geht ins herrliche Hellbachtal, ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen Seen und Mooren. All diese Seen heute sind Teil der Lauenburgischen Seenlandschaft, einfach schön. Kurz vor Güster dann der Abturner. Forstautobahn entlang von Monokultur Wald. In diesem fällt die 500 km Marke!!
    Nach Verlassen des Waldes geht es auf direktem Weg zur heutigen Trail Angel. Bevor ich da eintreffe, stoße ich nochmal kurz auf einen alten Bekannten, den Elbe-Lübeck-Kanal von gestern. Später laufe ich noch zum Griechen, ein Grillteller ist genau das, was ich brauche. Als ich zurück komme, bekomme ich noch Gebäck für morgen, was mein Host vom Fairteiler gerettet hat.
    Learning des Tages: 35-40 km ist die perfekte Tageslänge. Darüber ist es mental und physisch herausfordernd. Darunter zu kurz.
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  • Tag 13: Güster - Aumühle (40,61 km)

    5月15日, ドイツ ⋅ ☀️ 15 °C

    Am 02. Mai bekam ich auf Instagram auf meinen Aufruf hin eine Nachricht von Susanne, dass sie in Escheburg bei Hamburg wohnt und für mich bei Bedarf einen Schlafplatz hat. Damals noch zu weit weg für mich, heute sollte es aber wahr werden. Mit Zwischenstopp in Aumühle könnte ich die 80 km bis zur Fähre in Hamburg genau halbieren.
    Aber der Reihe nach: ich hatte nicht viele Erwartungen an den heutigen Tag. Nach der wundervollen Natur gestern sah es heute nach einer Etappe aus, die das Stück nach Hamburg überbrückt. So begann es auch. Wald und Felder haben sich abgewechselt, meist auf breiten Wegen. Der Wind war sehr heftig und kalt. Wenn er frei blasen konnte, war es sehr unangenehm. Da freute ich mich, wenn am Wegesrand Hecken standen, die den Wind von mir abhielten.
    Den Tag hatte ich mir grob in 4 Stücke aufgeteilt: erste Pause am Friedhof Talkau, zweite längere Pause am Friedhof Basthorst, Besuch in der Konditorei in Kuddewörde und dann Ende in Aumühle. Der Vorteil mit den Pausen an den Friedhöfen: man kann ohne Ende trinken und sich gleich das Wasser wieder auffüllen. In der Bäckerei gab es eine Rumkugel (geht immer) und ein Stück Apfel-Rhabarberkuchen. Nach einem Plausch über die schwierige Lage der kleinen Bäckereien mit der Chefin ging es gut gestärkt weiter.
    Die letzten Kilometer des Tages gehen durch das Billetal. Und wow, wie schön ist dieses Naturschutzgebiet. Der Weg verläuft durch genialen Wald immer entlang der Bille, entweder direkt am Wasser oder einige Meter darüber mit schönen Blicken auf den Fluss. Hier darf die Natur noch Natur sein. Passenderweise läuft parallel ein Podcast über Wildnis im Balkan. Könnte auch hier sein. Doch kurz vor Aumühle geht es wieder über die von Forstfahrzeugen geschlagenen Trassen, traurig. Die Gegensätze liegen so nah beieinander.
    Mit Susanne bin ich um 16:30 in Aumühle verabredet, sie holt mich ab und shuttled mich nach Escheburg. Schon nach den ersten Worten merken wir, dass es einfach passt. Ich erfahre, dass ich ihr erster Besuch bin! Was für ein Glück ich habe. 🥰 Sogar Lasagne hat sie vorbereitet, ein Traum! Morgen nach dem Frühstück fährt sie mich wieder an den Trail.
    Ein weiterer Podcast regt heute zum Nachdenken an: wie viel Leistungsgedanke ist bei Outdoor-Aktivitäten sinnvoll? Bei mir schwingt beides mit: Ich bin absoluter Wanderjunkie, aber ich habe auch einen Teil Leistung mit drin, ich glaube in einem vernünftigen Verhältnis, wie ist es bei dir? Ich bin gespannt!
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  • Tag 14: Aumühle - Hamburg (44,77 km)

    5月16日, ドイツ ⋅ 🌙 12 °C

    Mich erwartet ein voll gedeckter Frühstückstisch. Wie mit meiner Familie am Wochenende! Genau so wohl fühle ich mich auch. Doch leider muss ich wieder los, Susanne fährt mich zurück an den Trail nach Aumühle. Wir verabschieden uns herzlich. 🥰
    Heute geht es mit riesigen Schritten nach Hamburg. Durch herrliche Waldabschnitte geht es Richtung Bergedorf, ein steter Wechsel von Stadt und Wald. Die Bille ist zu Beginn wieder ein treuer Begleiter. Ich überschreite die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg. Obwohl ich schon jetzt in den Hamburger Vororten unterwegs bin, bleibt es erstaunlich naturnah.
    Die Boberger Niederung gibt einen Vorgeschmack auf die Heidelandschaft der kommenden Tage. Ich komme sogar an Dünen vorbei. Als ich ein Schild „Schafherde mit Hütehunden“ kommen Erinnerungen an Begegnungen mit Herdehunden im Balkan hoch. Ich bekomme kurz Schiss. Und tatsächlich kreuzt eine Schafherde später meinen Weg. Aber von aggressiven Hütehunden keine Spur, puh, Glück gehabt.
    Es wird städtischer, aber der Weg führt meist in einem Grünstreifen Richtung Außenalster. Als ich mal einen freien Blick nach Norden habe, entdecke ich den dunklen Gewitterhimmel. Und tatsächlich, als ich die Außenalster erreiche, beginnen dicke Tropfen auf mich zu fallen. Ich flüchte schnell ins nächste Café. Aber nach ein paar Tropfen ist schon wieder Schluss.
    Ich wandere vorbei an bekannten Sehenswürdigkeiten wie Binnenalster und die Parkanlagen von Planten in Blomen. Bald habe ich die trubeligen Landungsbrücken erreicht. Ich bekomme Lust auf ein Fischbrötchen, das ich mir in einer kleinen Kneipe am Fischmarkt gönne. Krabbenbrötchen wäre auch fein, aber das kostet 13 €. 😳
    Nach dem Fischmarkt wird der Weg wieder ruhiger, es geht durch Parks mit Aussichten auf die Elbe und den Containerhafen dahinter. Ich gehe heute bis zum Fährhafen Teufelsbrück. Das letzte Stück des Wegs führt direkt an der Elbe entlang. Als ich den Fährhafen erreiche, ist dort die Hölle los. Zahlreiche Rettungswagen, Feuerwehr und Helikopter. Scheinbar gab es einen Unfall mit einem Segelboot. Wenige Minuten später werde ich von einem alten Freund aus Mannheim abgeholt. Wir haben uns schon Jahre nicht mehr gesehen, aber er hat mir direkt ein Zimmer für die Nacht angeboten, ich freue mich, ihn und seine Freundin nach so langer Zeit mal wieder zu treffen. Morgen früh geht es dann mit der Fähre rüber nach Finkenwerde.
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  • Tag 15: Hamburg - Dibbersen (38,24 km)

    5月17日, ドイツ ⋅ ☁️ 14 °C

    Es war schön, gestern mal wieder auf den aktuellsten Stand bzgl alter Bekanntschaften gebracht zu werden. 😊 Mit einem gemeinsamen Frühstück beim Bäcker starten wir in den Tag! Rico und Doreen bringen mich wieder zurück an die Fähre. ⛴️ Über Hamburg ist bewölkt, aber auf der anderen Seite der Elbe sieht es sehr freundlich aus. Mit der Fähre ist es nur ein Katzensprung hinüber.
    Den Flugplatz Finkenwerder umgeht man durch ein schönes Naturschutzgebiet. Plötzlich fliegt ein Beluga über mir! Seit wann können die fliegen? Bei Airbus schon! 😜 In Neuenfelde hängt eine Erklärung, dass der E1 wegen Autobahnbau (lasst das!!) aktuell ein Stück mit dem Bus überbrückt werden muss. Spaziergänger sagen mir aber, dass ich da zu Fuß durch komme. Einige Kilometer später komme ich an die Baustelle. Und tatsächlich, wenn man ein paar Meter daran entlang geht, gibt es irgendwo nen Durchgang. Perfekt!
    Ein Schild bei Wulmstorf weist mich darauf hin, dass hier Wolfsgebiet ist. Ja endlich, es wird aber wahrscheinlich sehr schwer einen zu sehen. Am Bahnübergang in Fischbek komme ich mit einer Frau ins Gespräch, die bald den Weserberglandweg gehen möchte. Mein Ziel in Fischbek ist der Supermarkt. Ich setze mich in die Sonne und inhaliere nen ganzen Becher Eis. 🙈 Als ich aufbreche, wundere ich mich über den dunklen Himmel! Tatsächlich fängt es an zu regnen, als bei Kilometer 600 der Heidschnuckenweg beginnt. Ich gehe einige Meter zurück und stelle mich unter einem Carport unter. Dann kann ich auch gleich noch was essen.
    Wenig später hört es auf und ich freue mich! Hab ich dem Regen mal wieder ein Schnippchen geschlagen! Denkste! 5 Minuten später stehe ich mitten im Gewitter und kein Unterschlupf in der Nähe! Bis ich alles eingepackt habe, bin ich klatschnass! Auf den schmalen Pfaden bilden sich Bäche, die mir entgegen fließen. 🙈 20 Minuten später ist alles vorbei und ich nass bis auf die Haut. Aber der Wald duftet jetzt nach Sommerregen und die Sonne kommt raus. Ich genieße die ersten Kilometer auf dem Heidschnuckenweg. Er geht unerwartet ganz schön hoch und runter! In Langenrehm wartet am Waldrand Trail Magic. In einem Bauwagen bekommt man gegen eine Spende Nussecken, Kaffee, Wasser und Riegel! Danke 🙏
    Ich muss noch einige Kilometer weiter nach Dibbersen. Kurz bevor ich im Hotel ankomme, fängt es tatsächlich noch mal an zu regnen. Im Hotelzimmer wird dann erst mal alles ausgebreitet, damit morgen hoffentlich wieder alles trocken ist.
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  • Tag 16: Dibbersen - Undeloh (39,81 km)

    5月18日, ドイツ ⋅ ☁️ 15 °C

    Schon gestern Abend dachte ich mir, den Dialekt am Nachbartisch kenne ich doch. Heute Morgen beim Frühstück habe ich die beiden Herren dann gefragt: „Kommt ihr aus der Pfalz?“ „Ja, aus Duttweiler!“ Ihnen gehört ein Weingut und sie beliefern das Hotel.
    Meine komplette Ausrüstung wurde über Nacht wieder trocken, dafür roch das Zimmer nach Puma-Käfig. 😜 Also alles bestens um aufzubrechen. An der ersten Schutzhütte im Wald starten gerade vier schwer bepackte Wanderer. Ob diese wohl den NST gehen? Als ich sie einhole, erfahre ich, dass sie „nur“ den kompletten Heidschnuckenweg wandern. Die nächsten Kilometer tauschen wir uns aus. In Buchholz trennen wir uns aber wieder.
    Am Brunsberg habe ich heute das erste schöne Panorama über Heidelandschaft. Heute, am Sonntag, ist viel los. Deshalb komme ich auf den nächsten Kilometern mit mehreren Wanderern ins Gespräch. Im Büsenbachtal geben die Frösche an den Feenteichen ein Konzert, bei genauem Hinsehen, kann man die Frösche 🐸 entdecken.
    Nach einer kurzen Snackpause bei Handeloh geht es für mich noch ein gutes Stück weiter nach Undeloh. Der Weg entlang der Seeve ist wunderschön. Immer wieder hat man einen schönen Blick auf den hübschen Bach. Auch hier plausche ich mit einem Paar längere Zeit. Schön, wieder mehr Gespräche gehabt zu haben.
    Kurz nach Wesel kommt man zahlreichen Waldseen vorbei, den Pastorteichen. Das letzte Stück vor Undeloh über die Weseler Heide. Schade, dass die Heide erst so spät im Jahr blüht, das muss gigantisch sein! Gerade als ich in Undeloh die Unterkunft betrete, fallen einige Regentropfen. Gutes Timing!
    Ihr wünscht euch ja mehr Wander-Realität, deshalb noch ein wenig Hiker Trash am Ende. Meine Beine und Füße sind total in Ordnung, das einzige, was mir fast täglich Probleme bereitete: ich habe mir nen Wolf gelaufen. Wer den Ausdruck nicht kennt: man reibt sich bei Hitze zwischen den Beinen wund. Die letzten Stunden eines Tages hat das meist gebrannt wie Hölle. Das ging mir im wahrsten Sinne des Wortes tierisch auf den Sack! 😇😜 Heute habe ich dann Christine Thürmers Mittel dagegen befolgt: ohne Unterhose wandern! Alles bestens! Sorry, wenn ihr dieses Bild jetzt nicht mehr aus eurem Kopf bekommt. 🙈
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  • Tag 17: Undeloh - Bispingen (31,20 km)

    5月19日, ドイツ ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute Morgen habe ich mal wieder selbst Porridge gekocht, da es in Undeloh keinen Bäcker oder dergleichen gibt. Im Gegensatz zu gestern ist es heute sehr ruhig auf dem Trail, so ergeben sich dann auch wenige Gespräche. Gleich nach verlassen von Undeloh stehe ich wieder in der Heide, die morgendliche Landschaft ist noch sehr friedlich. Ab und an sehe ich ein Reh. Ich fühle, dass heute irgendwie nicht mein Tag ist, gut, dass es nur bis Bispingen geht, da kann ich es ein wenig ruhiger angehen lassen.
    Das will ich in Wilsede gleich in die Tat umsetzen. Das Gasthaus zum Heidemuseum hat zwar schon die Türen offen, aber noch nicht geöffnet. Doch der Kellner lässt mich durstige Kehle nicht einfach ziehen und bringt mir ein Weizen. 🥰 Das gibt Kraft für den kleinen Aufstieg zum Wilseder Berg, von dem man den bisher schönsten Ausblick über die gesamte Heidelandschaft hat. Ein schönes Plätzchen! ❤️ Ich kann schon sehen, wie die nächsten Kilometer verlaufen. 😜
    Niederhaverbeck besteht aus nicht viel mehr als ein paar Hotels und Restaurants. Wenige Meter außerhalb gönne ich mir die obligatorische Wraps-Pause. Gut gestärkt geht es weiter über die Heide nach Behringen. Hier mischt sich ein wenig Ginster in die Heide, schöne gelbe Farbkleckse. In Behringen gönne ich mir am Lebensmitteautomat ne Cola. Wenig später kommen 3 Wander:innen aus Bayern, die ein paar Tage auf dem Heidschnuckenweg unterwegs sind.
    Von hier sind es nur noch wenige Kilometer nach Bispingen. Davor komme ich aber noch durch die Borsteler Schweiz, hier bildet die Heide Kuhlen, daher der Name. Mit großen Schritten geht es nun Richtung Ziel. Gut, dass ich heute direkt über einer Pizzeria schlafe.
    Am Samstag gesellt sich endlich meine Freundin zu mir auf den Trail. Sie wird ein bisschen über eine Woche mit wandern. Leider hat es zeitlich nicht für den gesamten Trail gereicht. Mein Herz freut sich riesig auf die gemeinsamen Tage! 🥰
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  • Tag 18: Bispingen - Südsee-Camp (41,73 k

    5月20日, ドイツ ⋅ ☀️ 19 °C

    Gestern beim Lidl: „Wo haben Sie denn Porridge?“ - „Was ist denn das?“ 😜
    Endlich gab es heute mal wieder Frühstück beim Bäcker. Und gleich entwickelt sich ein Gespräch mit einer Exil-Münchnerin, so kann der Tag beginnen.
    Falls es euch in den letzten Tagen zu viel Heide war, keine Angst, der Tag heute war fast komplett heide-frei, sehr schade. Heute gab es dafür sehr viel Wald und Felder, die Wege mal schmal, aber auch viel breite nicht so schöne Wege. Vor Soltau gibt es nicht viel zu berichten. An der Quelle der Luhe liegt zufällig auch Kilometer 700. Kurz danach räumen sie gerade Bäume aus dem Wald, was dabei alles platt gewalzt wird. Irgendwie kommt mir der Song „Heal the world“ von Michael Jackson in den Kopf. 😳 Auf dem Kreuzberg gibt es ein klein wenig Heide. Wenig später kommt man direkt am Heide-Park vorbei, will man mich verführen? 🤔 Ich bleibe stark.
    Kurz vor Soltau laufe ich entlang der Böhme, der Weg wird schöner. Kurz vor und nach dem Zentrum Soltaus komme ich durch zwei hübsche Parks. Herrlich, wie gerade alles blüht. 🥰 Nach einem Eis und ner großen Flasche Cola kann es weiter gehen.
    Nach Soltau komme ich an die B3, eine Verbindung zur Heimat, diese führt auch direkt an meinen Wohnort vorbei. Es geht weiter mit Feld und Wald. Es wird sogar noch schlimmer, 1,5 km verlaufen direkt an einer Bundesstraße. Sehr schade. An der Auebrücke kurz vor dem Ende sitzt ein Wanderer am Rastplatz, Robert, wie ich aus Heidelberg. So klein ist die Welt. Er schläft heute Nacht im Wald, ich laufe noch wenige Kilometer zum Südsee-Camp, heute Abend wird mal wieder im Zelt geschlafen.
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  • Tag 19: Südsee-Camp - Camp Heidesee

    5月21日, ドイツ ⋅ ☁️ 16 °C

    Das einzige, was ich beim Zelten nicht mag, ist das Zusammenpacken am Morgen. Dementsprechend langsam bin ich dabei auch. Beschwingt breche ich ohne Frühstück auf, denn ich plane eine Pause in Wietzendorf beim Bäcker ein, das sind nur 4 km. Dort angekommen, treffe ich auf zwei Wanderfrauen, die ich kurz vor Bispingen das erste Mal getroffen habe. Wir quatschen ein wenig und so erfahre ich, dass sie auch mal in der Nähe von Heidelberg gewohnt haben.
    Mit vollem Magen verabschiede ich mich. Auf dem Weg zum Wietzer Berg treffe ich einen Mann, der gerade die Markierung für den Heidschnuckenweg neu bemalt. Sehr gut, verlaufen wird nicht passieren 😜 Auf dem Berg steht ein Gedenkstein zu Ehren des Dichters, Hermann Löns, der hier sehr oft die Ruhe in der Heide gesucht hat. Und natürlich gibt es hier endlich mal wieder Heide! Ansonsten bewegt man sich hier entlang militärischen Geländes, ab und zu hört man einen dumpfen Schlag.
    Der Weg von Müden nach Poitzen verläuft meist entlang des kleinen Baches Örtze, ein schmaler Pfad, der richtig Spaß macht. Tafeln vermitteln dazu noch lehrreiches Wissen. Kurz vor Faßberg mache ich im Wald Pause und genieße meine Wraps. In Faßberg lohnt sich ein Stopp im Luftbrückenmuseum. Aus Faßberg hat man unzählige Tonnen Kohle ins isolierte Berlin geflogen, sehr spannende Infos. Passend dazu verlaufen die nächsten Kilometer entlang des Fliegerhorsts. Ich höre die ganze Zeit die Rotoren von Hubschraubern, aber sehe nichts. Scheinbar eine Übung.
    Am Wacholder Park gibt es noch mal ein richtig schönes Fleckchen Heide-Landschaft. Sehr schön. Auf dem Weg dahin fliegen auch zwei Militärhubschrauber vorbei ins nächste Waldstück. Wenig später erreiche ich den Ferienpark Heidesee. Da die Restaurants hier nicht mehr in Betrieb sind, wird mal wieder selbst gekocht. Eigentlich hatte ich ja gehofft, Robert von gestern noch mal zu sehen, aber scheinbar haben wir uns irgendwo verpasst.
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  • Tag 20: Camp Heidsee - Angelbecksteich

    5月22日, ドイツ ⋅ ☀️ 11 °C

    Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glauben, heute ist April. Der Wind ändert das Wetter alle 10 Minuten: Sonne, Wolken, tröpfeln, wieder Sonne, starker Regen usw.
    Die Nacht im Zelt war auch wieder überraschend kühl, es darf jetzt gerne mal wärmer werden. 😊 Als ich den Campingplatz verlasse, sehe ich unverhofft eine Markierung des Nord-Süd-Trails, der früher scheinbar hier entlang führte. Aber nein, abgekürzt wird nicht, es geht 3 km die Straße entlang, bis ich wieder auf dem Trail bin.
    Beim Aufstieg zum Hausselberg springt ein Reh durch die Heide. Ich mache ein älteres Wanderpaar darauf aufmerksam und wir kommen kurz ins Gespräch. „Sie haben wir vorhin schon aus dem Auto gesehen, das ist mal ein richtiger Wanderer!“ 😊 Wenig später sehe ich in einiger Entfernung einen anderen Wanderer. Meter um Meter knabbere ich an der Distanz ab. Da ist Robert. Wir machen gemeinsam kurz ne Pause, bevor ich dann weiter gehe. Ich höre auf einmal ganz viele Mähs und sehe in einiger Entfernung eine ganze Herde Heidschnucken, endlich! Schön, dass es geklappt hat. 🥰
    Wenige Kilometer später komme ich an ner Hütte nochmals mit zwei Frauen ins Gespräch. Einhellig sind wir der Meinung, dass die ersten Etappen genial waren, die zweite Hälfte des Heidschnuckenwegs aber sehr nachlässt. In Lutterloh komme ich an einem kleinen Hofladen vorbei und gönne mir eine kleine Erfrischung. Direkt nebenan im Treppenspeicher gibt es eine digitale Ausstellung über die Vogelwelt der Heide. Sehr schöne Aufnahmen!
    Danach fängt es tatsächlich an zu regnen, zu stark, um ohne Regenjacke zu gehen, zu schwach, um wirklich nass zu werden. Direkt an der Misselhorner Heide mache ich perfekt getimet Pause, denn es beginnt gerade heftig zu regnen. Dann wird die Pause eben ein wenig länger. Bei strahlendem Sonnenschein laufe ich über die hübsche Heide weiter. Tatsächlich wird es nochmal schwarz am Himmel und es fängt an zu hageln. Auch hier stand passenderweise eine Hütte. Nach 10 Minuten war auch das ausgestanden und es ging trocken weiter. Der Angelbecksteich bildet den Abschluss des heutige Tages, ein idyllischer See in herrlicher Heide. Direkt am Parkplatz endet auch Kilometer 800. ✅ Hier holt mich Trail Angel Fabian ab, bei dessen Familie ich heute die Nacht verbringen darf. Es zeigt sich schnell, dass wir gerne über die Wanderwege der Welt reden. 🥰
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  • Tag 21: Angelbecksteich - Celle

    5月23日, ドイツ ⋅ ⛅ 11 °C

    Ich liege noch im Bett und checke gerade meine Mails. Ein Betreff erregt meine Aufmerksamkeit: „Deine Nord Süd Tour“. Darin wird mir ein Schlafplatz entlang des Westwegs angeboten. Und das in so lieben Worten, die mir den neuen Tag versüßen. Danke, Thomas! 🥰
    Wenig später sitze ich am Frühstückstisch mit den Trail Angels und draußen regnet es. Ich bereite mich auf einen nassen Tag vor. Doch als ich den Weg beginne, bleibt es trocken. Wenig später lichten sich die Wolken und es kommt sogar die Sonne raus. Direkt nach dem Aussteigen sehe ich in nicht dort weiter Entfernung wieder Robert! 🎉 Dieses Mal laufen wir ein gutes Stück zusammen. Robert erzählt viel über seine früheren Abenteuer, z.B. mit 19 per Anhalter nach Indien und einiges mehr. An einer Hütte machen wir Pause. Ich teile mit ihm brüderlich die Orangen, die ich von Yavanna bekommen habe. Der Abschied fällt herzlich aus, wir wissen, auf dem Weg werden wir uns nicht mehr sehen.
    Bis Scheuen verläuft der Weg nun unspektakulär an einem riesigen Truppenübungsplatz vorbei, immer wieder hört man Schüsse. In Groß Hehleb komme ich an Café 1. Sahne vorbei. Eigentlich wollte ich nur was Kleines essen. Dann wurde es doch ne riesige Currywurst mit Pommes und ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Gut gestärkt geht es auf die letzten 10 km des Heidschnuckenwegs. Auf dem Weg zur Allerniederung komme ich am Waldsee in Klein Hehlen vorbei, ein idyllisch gelegener See, in dem zahlreiche Enten gerade ihr Nest bebrüten. In der Allerniederung spricht mich von weitem schon ein Mann an: „Wohin des Wegs?“ Wir reden ein paar Minuten über seine Wanderungen auf griechischen Inseln, sehr sympathisch.
    Wenig später erreiche ich Celle. Ich bringe mein Gepäck kurz aufs Hotel, dann drehe ich noch eine Runde durch die Altstadt. Ich bin begeistert von den schönen Fachwerkhäusern und dem Schloss. Und natürlich gibt es zur Belohnung noch ein leckeres Eis. 🍨 Morgen gönne ich meinem Körper einen Tag Pause, bevor es dann am Sonntag weiter Richtung Weserbergland geht.
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  • Tag 22: Celle - Ohlenbostel (42,63 km)

    5月25日, ドイツ ⋅ ☁️ 16 °C

    Gestern am Pausentag ist nicht viel passiert. Ich habe mir die verbliebenen Haare schneiden lassen und nachmittags habe ich dann voller Freude meine Freundin Hang am Bahnhof abgeholt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch Celle gingen wir noch lecker essen. Mexikanisch, typisch für Celle! 😜
    Heute sollte der „nasseste“ Tag der ganzen kommenden Woche sein und die weiß generell etwas nasser! Es gibt schon beim Bäcker gut an, heute keine belegten Brötchen, ok, dann halt nur die nackten und dazu noch Kuchen! 🥰 Die nächsten 4 Stunden laufen wir durch stetigen, aber nicht allzu starken Regen! Meist führt der Weg durch schönen Wald, immer geradeaus, ohne Kamera verpasse ich nicht wirklich was. Am Friedhof Fuhrberg richte ich uns beiden Trail Wraps. Kommen gut an! Instinktiv richtig entscheiden wie uns noch für einen Kaffee an der Tanke. Gut so. In der Pause kommt richtig heftiger Regen runter.
    Aber irgendwann müssen auch wir weiter. Die 10 km bis nach Wennebostel regnet es weiter! Aber unsere gute Laune lassen wir uns nicht verderben. Und wir sind gespannt, Peter „Hobble“ hatte schon vor zwei Tagen die Trail Magic Box angekündigt. Zahlencode eingeben, Box öffnen, dann befindet sich ein Paket adressiert an „Machine“, meinen Trail Name aus Neuseeland. In dem Paket befinden sich Riegel, Porridge, Gummibären etc. Außerdem ein super süßer Brief und gravierte Plaketten mit unserem Namen. Danke, Hobble, du bist wirklich ein Engel. Danach kommt auch tatsächlich die Sonne raus. Beschwingt gehen wir noch die 10 km weiter bis zur Unterkunft, der schmale Pfad führt schön durch den Wald.
    Kurz vor dem Ende treffen wir eine Gassi-Runde der besonderen Art. Ein Pärchen geht mit einem Schaf, Rocky, und ihrer Katze Uschi spazieren. Sie alle gehören zum nahen Hof. 😊 Wenig später erreichen wir die Bleibe für die Nacht und freuen uns auf etwas besseres Wetter morgen! ⛅️
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