• Ralph Dreher
  • Ralph Dreher

The Grand Journey to the West

En 140-dags äventyr från Ralph Läs mer
  • Länderpunkte ohne Mandarine

    18 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 19 °C

    Obwohl San Diego ja wirklich nur einen Katzensprung von México entfernt ist, haben wir uns gegen den Grenzübertritt entschieden. Auch wenn wir hierdurch sehr wahrscheinlich einen Länderpunkt auf dieser Reise verlieren. FF ist noch nicht in dem Alter, als das er einen Hang zum Führen von Listen entwickelt hätte. Vielleicht besteht dieses Phänomen auch eher bei weissen alten Männern oder inzwischen zu solchen gewordenen Menschen. Vielleicht ist es aber auch so, dass er sich mit seinen sechs Jahren entspannt zurücklehnt und auf die zum jetzigen Zeitpunkt bereits auf 12 besuchte Länder zurückblickt und sich ausrechnet, dass er noch alle Zeit der Welt hat, um die nach der UN-Liste verbleibenden 183 unabhängigen Länder zu besuchen.

    Obwohl ich durchaus einen Hang dazu habe diese Facebook-Listen, wo warst Du schon überall durchzugehen, so habe ich mich erst mit der Idee zu diesem Blogbeitrag erstmals dazu durchgedrungen eine klassische Excel-Liste anzulegen und meine bisherigen Reisen zu rekapitulieren. Wenn ich mich also an die klassischen Definition richte (Durchfahrt reicht nicht), komme ich auf aktuell 52 Länder. Oder anders gesagt, nach unserer Reise (die mit Mittelamerika natürlich rein taktisch gewählt war, denn wer will schon nach Panama ;-) sollten wir unsere nächsten Ferien eher am Balkan verbringen.

    Oder um es mit Susan Sonntag zu sagen: „I habe not been everywhere, but it is on my list“
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  • With or Without You, Uhaaa

    19 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 25 °C

    Joshua Tree National Park - 29 Palms / Best Western Gardens Hotel 29 Palms/ CA

    An diesem Tag stand, wie eigentlich an allen folgenden bis wir am 1. Mai in Las Vegas ankommen sollten, die Natur im Vordergrund, denn mit der Küste haben wir auch die sehenswerten urbanen Gegenden verlassen und wollten uns nun wieder den Nationalparks zuwenden.

    Offiziell gibt es 63 National Parks die eine Fläche der Größe Großbritanniens abdecken. Auch wenn wir auf dieser Tour viel Zeit haben und durchaus ambitioniert sind, werden wir hiervon nur einen kleinen Teil sehen. Die Parks sind durchweg gut ausgestattet, so sind die meisten Aussichtspunkte trotz des teilweise nicht einfachen Terrains zumindest soweit inklusive ausgestattet, dass es meist einen gut zu erreichenden Aussichtspunkt gibt, von dem man die jeweilige Attraktion auch im Rollstuhl sehen kann. Der Aufwand kostet natürlich und so hatten wir uns schon im Olympic National Park damit abgefunden, die nicht ganz geringe Gebühr von 30 USD für die Einfahrt mit unserem Auto (gültig immerhin sieben Tage) zu bezahlen.

    Soll jedoch niemand sagen, dieser Reisebericht beschränke sich allein auf die Beschreibung des Erlebten. Nein, es gibt auch (gratis!!!!!) den absoluten Tipp zum Geldsparen: America The Beautiful!! Vermutlich nur die Amerikaner sind so kreativ die Jahreskarte für ihre Nationalparks nicht einfach nur Jahreskarte zu nennen. Aber Namen sind Schall und Rauch, viel wichtiger ist der Umstand, dass diese Karte 80 USD kostet und wir mit ihr in bisher allen Nationalparks freien Zugang gehabt hätten. Da wir schon drei Parks besucht hatten, war diese späte Einsicht einerseits ärgerlich aber ob der Tatsache, dass ja noch einige Parks auf unserer To-Do-Liste war das Investment dennoch naheliegend.

    Also im Joshua Tree Welcome Center gleich einen Stopp eingelegt und einen freundlichen älteren Ranger angesprochen. Die Karte gab es zwar dann erst später am Kassenhäuschen zu erwerben, aber davon schmiß sich der greise Wildhüter scham- und ruchlos an FF heran um ihn seinerseits für ein Junior Ranger Programm anzuwerben. Nein, dabei handelte es sich natürlich um eine tolle Idee bei der Sich Kinder aktiv mit dem jeweiligen Park auseinandersetzen können und so den Aufenthalt in der Natur umfassender zu genießen. Und am Ende stand die Auszeichnung mit einem Ranger-Abzeichen zur Aussicht. Na dann los….Ranger Go!

    Den Joshua Tree National Park hatten wir auf der Brüder Tour im Januar 2005 besucht, damals lag hier Schnee. Dies war diesmal nicht zu erwarten. Dafür aber die teils bizarr geformten Joshua Trees (Joshua Palmlilie), die nicht zuletzt den U2 Fans (für FF, das war eine irische Rockband aus den 80er-90er Jahren des letzten Jahrhunderts) vom gleichnamigen Studioalbum aus dem Jahr
    1987 bekannt waren.

    Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir bewusst, wie schwierig es mir fällt die Landschaften in Worte zu fassen, ohne ins kitschig-offensichtliche („spektakulär“, „unermesslich“, „absolut beeindruckend“) zu verfallen, daher will ich mich hier und in Folge bei der Beschreibung der Parks eher kurz halten und dafür einige (wenn auch aus der Vielzahl der im Überschwang der oben beschriebenen Gefühle geknipsten noch immer überschaubaren) Fotos liefern. Soweit es drum herum noch etwas zu berichten gibt, bleibt meine Chronistenpflicht natürlich ungebrochen. Wort drauf!

    Nachdem wir also fast den ganzen Tag im Park verbracht hatten (schließlich hatte FF auch einige Themen für seiner Ranger Bibel abzuarbeiten) ging es abends zu Mexican Street Taco, einer kleinen Bude neben der Kegelbahn, in der wir ob des Andrangs vierzig Minuten auf unser Essen warten mussten, dieses aber schnell und hungrig zu uns nahmen. Und dann ins Bett, denn der nächste Tag sollte früh starten!
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  • From Dawn till Dusk

    20 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 17 °C

    29 Palms - Joshua Tree NP - Kingman - Grand Canyon South Rim - Mather Point / Grand Canyon Plaza Resort, Grand Canyon AZ

    Liebe Leserin, lieber Leser,
    Bitte mach noch mal ein paar Übungen und mach Dir vielleicht einen starken Kaffee zur Begleitung der Lektüre dieses Artikels. Denn heute wird ein langer Tag!
    Und der Begann mit dem Klingeln unserer Wecker (ja zur Sicherheit hatten Miss I und ich uns beide präpariert, auch wenn dies nicht notwendige gewesen wäre) um 5 Uhr.
    Wenn wir schon nicht im Park campten und so nur bedingt in den Genuss des Sternenhimmels kamen, so hatten wir uns zumindest vorgenommen den Sonnenaufgang im Park zu erleben. Also hurtig raus aus den Betten. FF war noch mehr oder minder im Halbschlaf machte aber keine größere Mucken und liess sich ohne Gegenwehr anziehen und ins Auto verfrachten. Von Frühstück oder einem Kaffe war um diese Zeit noch keine Rede. Stolz auf unsere - gemeinhin eher faule und morgenmuffelige- Fammilienbande fuhren wir also in den Park und zum Cholla Cactus Garden, der mit zu den Top 5 der Sunrise-Spots gehört. Es dämmerte zwar schon leicht und wir kamen in diesem bläulich-grauen Übergang von der Nacht zum Tag an, aber während der Mond noch hell leuchtete, war von der Sonne tatsächlich nichts zu sehen. So suchten wir uns einen Platz in dem riesigen Kakteenfeld und warteten auf den Moment. Um 6:03 Uhr war es dann so weit und nach ca. 20 Minuten auch schon mehr oder minder vorbei. Zumindest erschien der Aufgang der Sonne wie im Zeitraffervideo und ebenso schnell verflüchtigte sich das tatsächlich magische Morgenlicht auch wieder und das Feld wirkte einfach nur noch trocken und stachelig. Aber gelohnt hat es sich.

    Da wir im Hotel bereits ausgecheckt waren und unsere Siebensachen oder zwei großen Koffer, einen Bordcase und die große Reisetasche schon zusammen mit der Essenstasche in den Wagen gepackt hatten, machten wir dort keinen Halt mehr, schon allein aus Sorge, dass wir uns ansonsten nochmal ins Bett legen und unseren taktischen Vorsprung verspielen würden.

    Stattdessen noch ein kurzer Stopp am Visitor Center, schließlich hatte FF sich mit seinem Ranger Buch echt viel Mühe gegeben und fleissig alles notiert und angekreuzt, was er im Park entdeckt hatte. Dafür wurde er dann auch zum Junior Ranger ernannt und die Plakette dann auch von einem echten Ranger überreicht. Da war jemandem der Stolz schon anzumerken.

    Danach ging es gleich in Richtung Grand Canyon los. Schließlich hatten wir heute mit ausgewiesenen 588 Kilometern eine unserer längsten Etappen vor uns.

    In Kingman bei Black Bear eine kurze Mittagspause mit Steak und Bärchenpfannekuchen, Kaffeepause im Roadkill Café an der Route 66 und dann via Ash Fork ins Grand Canyon Village Tusayan, einem komplett auf den Parktourismus ausgerichteten Städtchen am Südeingang des Grand Canyon National Parks. Bekannter ist wahrscheinlich Flagstaff auf der nördlichen Seite, wenigsten habe ich die Nacht, die ich 1988 dort mit Mister Sig dort im Freien unter einem bombastischen Sternenhimmel aber auch in einer Schweinekälte (um den Gefrierpunkt und danke an meine Oma für die damals lebensrettenden selbstgestrickten Socken!) verbracht hatte. Das waren andere Zeiten. Auch wenn sich daraus die Geschichten und Legenden bilden, die man immer wieder (so auch hier) erzählt, so wollte ich es FF nicht zumuten und sowieso würde mir Miss I vermutlich die Scheidungspapiere aushändigen, sollte ich auch nur mit dem Vorschlag einer Nacht in der freien Wildnis anklopfen. Zugegeben habe aber auch ich die Nacht in unserem Hotelzimmer genossen. Aber vorher mussten wir ja schon noch den Grand Canyon sehen. Und wir waren auch so rechtzeitig gekommen, dass es zwar für die letzte Vorstellung im IMAX zu spät war, aber zum Sonnenuntergang haben wir es dann gerade noch geschafft.

    Für mich war es der dritte Besuch (wenn auch der erste von der South Rim), aber der erste Blick, egal zu welcher Uhrzeit hat immer etwas erhabenes. So auch diesmal. Im Dunkeln nach Hause ins Hotel. Nach diesem langen Tag, der tatsächlich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ging, war kein großes Abendessen mehr angesagt, stattdessen noch eine Nudelsuppe aus der Packung und ab ins Bett.
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  • Grand Canyon Tour

    21 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 18 °C

    Grand Canyon / Grand Canyon Plaza Resort/ AZ

    Nachdem wir den Canyon ja am Vorabend schon gesehen hatten, ließen wir es heute etwas ruhiger angehen. Schließlich stand ab 15:30 Uhr die große Tour mit Hubschrauber-Rundflug und anschließender geführter Fahrt mit dem Touristen-Hummer entlang dem südlichen Canyon-Rand auf dem Programm. Außer völlig überteuerten Tankstellensupermärkten und ausweislich diverser Foren anonymer Online Scharfrichter lediglich mittelmäßige Restaurants. Wir gingen entschieden uns für Big L, wo dem guten Vorsatz entsprechend Salat, Steak und für FF eine Portion Nudeln mit Gemüse gab. Insgesamt eher leichte Kost, schließlich mussten wir uns für den Hubschrauber Flug noch auf die Waage stellen und es bestand zumindest Anlass zu befürchten, dass das in Deutschland bereits großzügig quotierte Personengewicht in dem einen oder anderen Fall nochmals gerissen würde. Zwar nichts gegen eine Vielzahl der Amerikaner und letztlich auch keine Gefahr die 136-Kilo-Grenze zu überschreiten ab der ein zweiter Sitzplatz fällig würde. Aber man hat ja seine Ehre……

    Hätten wir uns aber auch sparen und die Pommes ordern können, denn nach dem Essen kam der Anruf, dass unser Flug heute leider wegen zu hoher Windgeschwindigkeiten ausfallen müsse. Wir sollten es am nächsten Tag um 9:15 Uhr versuchen und und pünktlich um 8:30 Uhr zum Check-In und der Sicherheitsunterweisung am Flughafen einfinden.

    Die Rundfahrt mit dem Geländewagen fand aber sicher statt, doch bis dahin hatten wir nun noch etwas Zeit, die wir mit einem Besuch im IMAX Kino verbrachten, wo wir (rein vorsorglich, falls das Wetter auch morgen gegen uns wäre) den Grand Canyon schon mal zumindest mittelbar aus der Vogelperspektive erlebten.

    Um 17 Uhr dann über die Straße rüber und dann mit dem Hummer I, der aber mit einer großen Auflagefläche verbaut wurden, auf der wir dann zu Zehnt Platz nehmen durften, los. Die Fahrt beschränkte sich weiterhin auf den South Rim, war aber dennoch interessant, da der Guide doch einige Annektödtchen zum Besten gab.
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  • Sturmwarnung und Birds with extra Shot

    22 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 17 °C

    Grand Canyon Village - Painted Deserts - Courtyard Boy Marriott Page / AZ

    Wie hätte es anders kommen können. Nachdem wir am Vorabend schon alles zusammengepackt hatten und uns pünktlich um 8:30 Uhr an dem - dem Anschein nach ausschließlich für touristische Zwecke genutzten - Grand Canyon Airport einfanden: Ein Scout ist unterwegs um die Situation im Canyon zu prüfen, bitte noch etwas Geduld. Immerhin bestanden wir alle Drei das Wiegen! Um dann…Trommelwirbel…….die Absage des Flugs um 9:15 zu erhalten. Okay, das war als eines der Highlights unseres USA Trips geplant und entsprechend hatten wir FF auch schon scharf auf den Flug gemacht, wobei er das ganze Drama Fliegen oder Nicht relativ entspannt behandelte. Aber so schnell wollten wir dann auch nicht aufgeben. Also noch einmal auf den nächsten möglichen Slot hoffen: 11:30 Uhr. Reichlich müde und inzwischen auch hungrig nutzten wir die Wartezeit zu einem Frühstück, mag man das so nennen, bei McDonalds. Immerhin hatten wir es bis hierhin erfolgreich vermieden bei den Golden Arches oder dem Wettbewerber mit dem Grill einzukehren. Mehr aus Prinzip, da unser sonstiges Speisenangebot auch so schon kalorisch hochwertig war (die Kalorienangaben auf der Speisekarte bei McD vergällen einem per se schon jede Freude an der Bestellung, nicht dass diese bei Überwindung dieser Hürde als Belohnung ausgestanden hätte). Hier im Grand Canyon Village war das Angebot an Restaurants allerdings derart eingeschränkt und auch teuer, dass wir dem Pommes-Mogul seine Chance einräumen wollten. Vielleicht war es ja wie bei Starbucks, wo man zwar im Mittelmaß feststeckt aber zumindest preislich und auch was die Qualität anbetrifft meist wusste, was man zu erwarten hatte. Hier war dem nicht so. Zumindest preislich hatte man sich den Umständen vor Ort angepasst und bei zwei kleinen „Big Breakfast“ Portionen mit Kaffee für fast 30 Euro würde ich die Bezeichnung Familienrestaurant nicht bestätigen. Zumal alles erkennbar industriell hergestellt und nicht wirklich sättigend war. Aber das hatte meine Tante schon vor 45 Jahren gesagt und hat mich nur mauf heftigstes Drängen zu meinem allerersten Besuch bei Mc Donalds in Mannheim breit schlagen lassen. Die kindliche Begeisterung meinerseits ist schon lange verflogen und bei FF wirkt zwar die Masche mit Spielplatz an der Autobahnraststätte und den Plastik-Gimmicks als „Geschenk“ zur Junior-Tüte grundsätzlich vergleichbar, allerdings hatten wir es in der Vergangenheit stets restriktiv gehandhabt und können es heute als Erfolg verbuchen, dass er bei weitem nicht so quengelt wie andere Kinder. Mag auch an der bereits erwähnten Gastroerziehung liegen, der wir ihn immer wieder gerne unterwiesen haben.

    Also: Früh aufgestanden, Flug abgesagt, schlechtes Frühstück, Plörren-Kaffee, was konnte noch passieren. Überhaupt kein Flug! Und das Wind war bereits im Village so stürmisch, dass wir die Hoffnung bereits aufgaben ehe der Anruf kam und uns schon vorab in Richtung unseres nächsten Ziels: Page machten. Auf dem Weg war uns vom Reiseveranstalter ein Abstecher in die Painted Deserts emfpfohlen worden („Bis Sie durch das Wüstengebiet der Painted Desert fahren. Die runden Kuppen aus vielfach geschichtetem Gestein sind durch ihre vielfältige Farbgebung in Rot- und Geldtönen sehr beeindruckend.“). Hierbei handelte es sich nicht um einen Nationalpark, aber Google Maps wies uns ein Ziel aus. Und darauf steuerten wir über 16 Kilometer Sand- und Schotterpiste zu. Tatsächlich führte der Weg bereits an den beschriebenen farbigen Kuppeln vorbei, die auch tatsächlich beeindruckend war. Nur war der Zielpunkt dann ein Fleck right in the middle of nowhere und gänzlich ohne farbige Steine. Hier war wohl tatsächlich der Weg das Ziel und selbst wenn es wackelig war, mochten wir es nicht missen, Zumal der Wind hier auf dem Hochplatteau inzwischen derart an Fahrt aufgenommen hatte, dass man sich zum Aussteigen heftig gegen die Tüt stemmen musste um sich im nächsten Moment an sie zu klammern, dass sie nicht aus dem Scharnier gerissen wird. Die Rückfahrt wurde dann auch von dramatischen Wolkenformationen begleitet die uns schon fast zu Hurricane Huntern machten, wobei wir uns eher beeilten von der Beinahe-Windhose wegzukommen.

    Unser Mittagessen nahmen wir dann an der Navajo Bridge in der Nähe des Marble Canyons ein. Eine interessante Zwillingsbrücke deren älterer Teil bereits 1927 erbaut wurde und die launige Bemerkung des Kochs in der Marble Canyon Lodge, keine Ahnung ob auf die deutsch ausgesprochen Bestellung des Reuben Sandwiches anstelle von „Ruben“: How do you call an angry German? Sauerkraut“. Selten so gelacht. Aber der Sandwich war tatsächlich gut.

    In Page nach dem Einchecken eines der besten Hühnchen bisher. Wieder mal in einem Verschlag mit Selbstbedienung und auf den ersten und zweiten Blick wenig einladendem Ambiente: The Bird House! Aber auf Trip Adviser die beste Bewertung der Umgebung. Inwieweit das sonderliche Angebot hierauf einen Einfluss hatte, dass man mit der Quittung als Nachweis über den Besuch bei der ortseigenen Schießrampe (Shoot a Machine Gun!) eine Gratis-Runde Munition bekam, kann ich nicht sagen. Jedenfalls war das Essen einfach aber saftig. Wieder einmal die Bestätigung, dass ein Laden der sich nur auf das beschränkt (hier Hähnchen mit vier verschiedenen Beilagen, das war es) meist eine deutlich bessere Qualität abliefert als die Anbieter mit deutscher, internationaler und kroatischer Küche oder ähnlichem.
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  • Antilopen an der Dauerschleife

    23 april 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 10 °C

    Page / AZ - Hidden Antilope and Horseshoe Bend - Lake Powell Lunch - Monument Valley / The View Hotel Monument Valley / UT

    Am Morgen inzwischen ein routiniert früher Aufbruch zum Einchecken für die Secret Antilope and Horseshoe Bend Tour. Neben dem Laden des Tourveranstalters dann auch die bereits erwähnte Shooting Range. Da wir etwas Zeit zu vertrödeln hatten kurze Besichtigung des Angebots, was sich von historischen Waffen, Kalaschnikows und mindestens 20 verschiedenen Pistolen und Revolvern (Dirty Harry) bis zu großkalibrigen Waffen inklusive eines Maschinengewehrs erstreckte. Anders als im Tourshop tatsächlich auch sehr freundliches Personal, das sogar Verständnis dafür zeigte, dass FF mit seinen 6 Jahren vielleicht noch etwas zu jung für seine ersten eigenen Schießerfahrungen sei. „Obwohl, falls er unbedingt will, könnten wir ihm etwas leichtes raussuchen….!“ Wir haben das freundliche Angebot dann doch nicht in Anspruch genommen. Noch erfreut er sich an Zwillen und Holzpistolen und das kann auch gerne noch eine Weile so bleiben. Zudem begann dann auch unsere Tour.

    Der Antelope Canyon, der Name entstand aus dem Missverständnis heraus, dass es sich bei den hier verbreiteten Pronghorns (Gabelbockhirschen) um Antilopen handelte, gehört zu den bekanntesten Slot Canyons der USA. Die durch Wind und Wasser entstandenen Einklüftungen sind hier teils so eng, dass man sich dazwischen nur mit Mühe bewegen kann (Slots oder Schlitze halt). Bei Regenwetter kann das extrem gefährlich sein, da die Canyons sich innerhalb von Minuten von Rinnsalen in Sturzfluten mit 80 Meilen/Stunde verwandeln können. Das stand heute nicht zu befürchten, denn wie die allermeisten Tage schien die Sonne und die größere Gefahr drohte wohl von Sonnenbränden und -Stichen.

    Anders als der Grand Canyon ist die Gegend hier kein Nationalpark sondern vielmehr noch oder wieder im Besitz und Eigentum der Navajo Indianer. Die heutige Tour wurde auch von einem Navaho geführt, dessen Großeltern das jeweilige Land gehörte. Die Fahrt mit dem offenen Jeep ging dann auch nur ein kurzes Stück auf öffentlichen Straßen und danach durch eine Gate hindurch auf Privatland. Dies hatte für uns den Vorteil, dass wir den ca. 2 Kilometer langen Canyon ganz für uns als Reisegruppe hatten, was ausreichend Gelegenheit gab die geschliffenen und gewundenen Steinformationen zu fotografieren. Einschließlich eines kurzen Tutorials unseres Führers zur Handhabung der IPhone Kamera. Der Weg durch den Canyon war, ich nutze diese Formulierung in Kenntnis der sich anschließenden 5 großen Nationalparks Utahs, spektakulär und magisch. Zwar hatte ich vorher schon Bilder gesehen, aber die Licht- und Schattenwirbel auf die Kunst des Fotografen oder eine extensive Bildbearbeitung zurückgeführt. Dem war mitnichten so. Alles genauso wie auf den Bildern und in Realtität sogar noch schöner, da die Bilder ja leider eindimensional bleiben müssen.

    Einen weiteren aber in keiner Weise weniger beeindruckenden Blick gewährte die zweite Station der insgesamt drei Stunden dauernden Tour: die Horsshoe Bend. Ja, ich weiss, Deutschland hat die Saar Schleife und obwohl Miss I und ich im letzten Jahr noch auf einer dreitägigen Tour im schönen Saarland waren, hatten wir uns diese wegen Regenwetters auf der Rückfahrt nicht angesehen. Also vielleicht besteht tatsächlich kein Anlass in die Ferne zu schweifen, wobei der Blick in den Glen Canyon (kein Tippfehler) auf den Colorado River von dem ca. 300 Meter hohen Felsplateau herab, der war schon atemberaubend. Und zwar im wahrsten Sinne, da wir uns für unsere Verhältnisse nahe an die Felskante wagten um Bilder zu machen. Nichts allerdings im Vergleich zu unserem Guide, der locker am Abgrund herumtänzelte. Auch hier war der Vorteil der privat geführten Tour, dass wir uns den Anblick nicht hundert anderen Menschen teilen mussten, die ein Stück weiter (allerdings für uns nicht sichtbar) den öffentlichen Aussichtspunkt besuchten.

    Toller Ausflug und viele schöne Bilder!

    Danach ging es ca 200 Kilometer ins Monument Valley. Unser Hotel dort war ebenfalls im Navajo Reservat gelegen. Das heißt um ins Hotel zu kommen mussten wir erstmal 20 Dollar Eintrittsgebühr zahlen. Die wurden aber schon durch die Aussicht aus unserem Hotelzimmer auf die Tafelberger und die Wildwestlandschaft des Monument Valley belohnt. Inzwischen befinden wir uns in Utah, und damit - um die geringere Befremdlichkeit des Bundesstaates zu nennen, in der Daylight Saving Zone. Diese Zeitverschiebung kostete uns eine Stunde, die zwar keinen Einfluss auf den bevorstehenden Sonnenuntergang hatte, aber unsere Abendessenpläne über den Haufen warf, da das dem Hotel angeschlossene Restaurant nur bis 18 Uhr Bestellungen annahm und wir kamen an um: 18:30 Uhr. Klar. Dafür dann aber Zeit für den Sunset-Drink auf dem Balkon with a View. Umständliche Bemühungen den Lampenschirmständer zum Stativ umzurüsten um den Moment auch für die Nachwelt in einem völlig natürlichen Bild festzuhalten.

    Zum Abendbrot gab es dann Reste. War auch gut!
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  • John Waynes Wohnzimmer

    24 april 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 13 °C

    Nachdem wir am Vorabend schon den Sonnenuntergang im Monument Valley erleben durften, kamen wir heute dann auch gezwungenermaßen in den Genuss des Sonnenaufgang. Denn auch heute gab es eine geführte Tour durch das Navajo Reservat und hierzu mussten wir mal wieder sehr zeitig aus den Federn und unser Hab und Gut im Wagen verstauen. Immerhin war der Blick aus dem Frühstücksraum auf die aufgehende Sonne toll.

    Aufgegangen war sie dann zwar, aber ausreichend Kraft hatte sie bei weitem noch nicht, zumal wir uns auf einem zugigen Hochplateau befanden und die diesmal dreieinhalbstündige Tour wiederum im offenen Jeep stattfand. Da war die erste Station in einem Navajo Lehmhütte in der wir etwas über das tägliche Leben der Native Americans erfuhren nicht nur aus soziokultureller Sicht herzlich willkommen. Sich die überschaubare Hütte aus rohen Holzstämmen gebaut und mit Lehm nach aussen abgedichtet als Mittelpunkt des Lebens von bis zu 10 - 12 Menschen vorzustellen fiel schwer, wobei unser Führer meinte, dass diese Wohnform immer noch von ca. 30 Prozent der (meist älteren) Navajos genutzt würde. Unterwegs sahen wir dann auch noch weitere Beispiele, wobei auch da nicht ganz klar war, ob es sich dabei um Demonstrationsbauten wie die uns gezeigte Hütte handelte oder ob die Bauten tatsächlich zu Wohnzwecken genutzt wurden.

    Danach ging es dann ins Valley. Leider war unser Guide nicht ganz so enthusiastisch wie der Tags zuvor. Was vielleicht auch an der schieren Menge der angefahrenen Stationen lag, da bei Aufenthalten von exakt sieben Minuten bis zur Weiterfahrt wenig Zeit für Smalltalk blieb. Und die Familie mümmelte sich auch lieber in ihre Jacken ein um das bisschen Körperwärme nicht nach aussen abzugeben.

    Fazit zum Monument Valley: sicherlich spannend und als Landschaft mit den herausragenden Felsen beeindruckend, doch vielleicht fehlte es uns an Fantasie oder der Bereitschaft das Bewusstsein morgens schon durch entsprechende Beigaben zu erweitern, um die beschriebenen Adler, Könige etc. In den Gesteinsformationen wiederzuerkennen.

    So waren wir nach den dreieinhalb Stunden dann auch nicht traurig wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen zu sein und nach einer kurzen aber vergeblichen Suche nach einem durch das Internet empfohlenen Foodtruck ging es dann mit leicht knurrendem Magen weiter nach MOAB, unserer nächsten Station für drei (!!) Nächte. Also fast schon neuer ständiger Wohnsitz auf unserer Tour.

    Das Hotel lag etwas ausserhalb, wirkte aber entspannt und freundlich. Schon bei der Betrachtung der übrigen Hotelgäste war klar, dass es in diesem Örtchen sportlicher zugeht, viele Hiker aber auch Mountainbiker und Rennradfahrer. Auch das Örtchen selbst, zeigte sich ganz hübsch mit einem breiten Angebot an Foodtrucks, Restaurants und Cafés.

    Da vor dem ins Auge gefassten Mexikanischen Restaurant eine lange Schlange anstand, verschoben wir den Besuch hier auf den nächsten Tag und gingen in eine Taverne mit Dachterasse von der aus wir unser Mahl genossen (nach dem Erlebnis am Morgen sehr froh um den Heizpilz).
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  • Arches National Park

    25 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 14 °C

    Mit dem Hotel in Moab (ich bin regelmäßig versucht die Stadt komplett in Großbuchstaben zu schreiben, wie Mother Of All Bombs oder deutlich angenehmer der Slogan unseres abendlichen mexikanischen Restaurants Mother Of All Burritos….) hatten wir eine gute Wahl getroffen, wobei dies ja CANUSA für uns erledigt hat. Zwar etwas ausserhalb vom Ort aber dafür sehr entspannt und laid back und das inkludierte Frühstück verdiente seinen Namen.

    Doch genug über`s Essen geschrieben, heute also der erste der UtaH Big Five Nationalparks: Arches NP. Wie der Name keck verrät gibt es hier neben staubigen Wegen und rotem Sandstein vor allem natürliche Steinbögen, die Wind und Wetter über Jahrmillionen geformt haben. Würde man in Deutschland vermutlich schon wegen eines solchen Bogens einen Park darum herum bauen, so stehen hier laut Wikipedia über 2.000 (!!). Entsprechend beliebt ist diese Destination auch bei Wanderern und anderen Touristen. Arches ist der einzige Park für den wir uns im Vorhinein anmelden mussten, da zur Begrenzung des Ansturms nur eine limitierte Anzahl an Besuchern eingelassen wird. Die Anmeldung ging allerdings recht unproblematisch am Vorabend. Zu Zeitfenstern von jeweils einer Stunde waren hier ca. 100 Fahrzeuge zugelassen. Andererseits gab es aber keine Beschränkung der Aufenthaltsdauer, so dass es vielleicht auch mehr darum ging den Rückstau vor dem Tickethäuschen zu regulieren. Wir waren jedenfalls zu früh da, wurden aber auch 15 Minuten vor unserem Zeitfenster von einem freundlichen Ranger eingelassen und fuhren erstmal zielstrebig in das wie immer sehr gut aufgemachte Visitor Welcome Center wo Fritz auf der Jagd nach der nächsten Badge ein weiteres Junior Ranger Buck mit Aufgaben abholte.

    Da wir uns morgens etwas Ruhe gegönnt hatten und zudem mit zwei weiteren Übernachtungen auch keinen allzu großen Zeitdruck hatten, ließen wir es dann auch im Park etwas langsamer angehen. Kurze Stops und Wanderungen am Double Arch, am Balanced Rock und und und . Den für Utah vermutlich wichtigsten Steinbogen, den frei stehenden Delicate Arch, der auch auf dem Nummernschild des Bundesstaates verewigt ist, schauten wir uns lediglich aus der Ferne von einem View Point an. Den eigentlichen Aufstieg für eine nähere Betrachtung und die Komplettierung des Scenic Drives hoben wir uns für den Folgetag auf.

    Lieber etwas früher nach Hause und zu dem Mexikaner den wir am Vorabend wegen der Schlange vor dem Einlass nicht besucht hatten.

    Ein schöner und entspannter Tag, der auch durch den Umstand, dass wir kein weiteres Feierabendbier mehr bekamen nicht sonderlich getrübt wurde. Dazu aber ein gesondertes Kapitel.
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  • Über sieben Brücken musst Du gehn……

    26 april 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 19 °C

    Auch am nächsten Tag ging es nochmal in den Arches National Park. Inzwischen schon Profis, hielten wir nicht mehr für jedes Loch in einem Stein an sondern beschränkten uns diesmal auf die echten Höhepunkte, wozu der ca. 2 Kilometer lange Anstieg zum Delicate Arch * gehörte, den wir am vorangegangenen Nachmittag schon aus einem anderen Blickwinkel und der Ferne gesehen hatten. Der Weg war teilweise in den Stein gehauen, so dass insbesondere Miss I sich zusammenreißen musste um dann aber doch bis zum Finale zu gelangen. Die Aussicht auf diesen imposanten Bogen war die Anstrengung wert, zumal sich die Besucher noch in Grenzen hielten, und man durchaus deinen Moment der Ruhe genießen konnte (oder die obligatorischen Fotos ohne Massen an fremden Gesichtern aufnehmen konnte).

    Danach Lunch an Fels mit Loch oder etwas weniger despektierlich am Devils Garden Campground und dann noch weiter zum Tunnel Arch, Pine Tree Arch und zum Landscape Arch. Bei letzterem handelt es sich mit einer Spannweite von über 90 Metern um den „größten“ Bogen. Um den aber nicht zu überspannen, schließlich war „erst“ 1991 ein ca. 20 Meter langes Stück aus ihm herausgebrochen, weswegen wir uns auch gerne an den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand hielten, sollte es das dann auch gewesen sein. FF hatte sein Ranger-Book zwischenzeitlich auch fertig ausgefüllt und so ging es nochmal ins Visitor Center um die Eidesformel aufzusagen und mit Freuden eine weitere Plakette in Empfang zu nehmen.

    Die neue Ehre wurde dann auch gefeiert. Zunächst mit einem Besuch im Moab Rock Shop. Leider drängt FF allerdings (noch) nicht von sich aus auf Erweiterung seines musikalischen Horizonts. Vielmehr hat er die Liebe zu Dinsosauriern und Steinen entdeckt und sammelt bereits seit längerem Ausstellungsstücke für ein in Deutschland geplantes Museum. Eine weitere Unternehmung auf deren Umsetzung wir gespannt sein dürfen. Dies also in Verbindung mit einem Werbeflyern der den Rock Shop als seit 1960 von einem gewissen LIN Öttinger betrieben anpries, der immerhin schon vier Saurierarten entdeckt und benannt hat und der zudem als Lockgeschenk einen versteinerten Dinosaurierknochen versprach: hier mussten wir hin. Bei seiner Liebe zum Detail und in seiner Unentschlossenheit, wie er das zugesagte Einkaufsbudget von 1 USD investieren solle, schmolz das Vaterherz und so wurde das Budget auf drei Dollar mehr als verdoppelt und nach 30 Minuten ging er mit dem Grundstock seiner neuen Sammlung stolz vom Platz.

    Abschluss dann auch noch beim Thai mit einem for the old time sake Sticky Rice Mango.

    Gelungener Tag!!

    Dann hieß es auch schon wieder Bye Bye Arches National Park.

    * Der Autor versichert, dass ihm erst bei der Niederschrift dieser Zeilen auffiel, dass man nahezu alle Bögen in einer denglischen Version auch mit „s“ ausschreiben könnte. Vielleicht muss man sich auch einen Pennälerhumor behalten haben um sich an einem Delicate Arsch zu erfreuen. Gesagt werden sollte es aber im Sinne der Vollständigkeit trotzdem mal ;-)
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  • Merkwürdige Mormonen

    26 april 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir hatten ja schon auf der Fahrt ins Monument Valley das Staatsgebiet von Arizona verlassen und befanden uns in Utah. Da dieser Park sich allerdings auch auf dem Gelände der Navajo befand, nahmen wir die Besonderheiten vielleicht nicht sofort wahr. Zumindest fielen uns manche Restriktionen erst mit unserer Ankunft in Moab auf *.

    Bekanntlich ist Utah der Heimatstaat der Mormonen, die allerdings heute auch nicht mehr Mormonen sondern gerne „Kirche Jesu Christi - Heilige der letzten Tage“ genannt werden möchte. Egal. Da wir mit Ausnahme des kurzen Besuchs der Kirche in der Old Mission in Santa Barbera am Palmsonntag auf dieser Reise keine religiösen Ziele jedweder Art hatten, gab es zumindest keine auffälligen Begegnungen mit dieser Religionsgemeinschaft. Ausser auf einer Bierdose, da die lokale Wasatch-Brauerei sich hier keine spöttischen Anspielungen auf die zumindest in Teilen erlaubte Vielehe anspielt: Polygamy Porter….take some Home to the Wives…;-)

    Insofern alles im grünen Bereich, wobei. Das eigentliche Problem tat sich auf, wollte man in den Genuss des Bieres oder auch anderer Formen von Alkohol gelangen. Denn die deutlich strengeren Auflagen was den Verkauf von Alkohol anbetraf, hatten dann doch Einfluss auf unsere abendlichen Gewohnheiten.

    So gibt es Alkohol nur in staatlich betriebenen Verkaufsstellen, die dann in Moab - Gott bewahre den Sünder vor abendlichen Exzessen- auch schon pünktlich um 18 Uhr schlossen. Am ersten Abend in Moab standen wir so gegen sieben Uhr und nach einem vergeblichen Besuch im lokalen Supermarkt ** dann auch just vor verschlossener Tür und mussten unverrichteter Dinge beziehungsweise mit einem Bier im Bauch ins Hotel zurückfahren.

    Das sollte uns am nächsten Tag nicht passieren, also pünktlich um 17:40 mit dem Gefühl sich bei der Drogenberatung die wöchentliche Ration Methadon abzuholen auf den Parkplatz der Staatstränke und das Angebot begutachtet. Wider erwarten und gänzlich gegen die ja offensichtlich beabsichtigte Restriktion des Alkoholkonsums gab es eine nicht zu verachtende Auswahl an allen denkbaren Getränken und Spirituosen und selbst die Preise unterschieden sich nicht wesentlich von einem Supermarkt in anderen Bundesstaaten (inklusive Sonderangeboten). Dass ich mich würde ausweisen müssen hatte mir schon beim Betreten des Ladens gedämmert und ich war noch willens und bereit dies als Kompliment ob meines jugendlich frischen Auftretens zu werten (obwohl ich mich andererseits seit Antritt der Reise nicht mehr rasiert hatte und auch auf meinen inzwischen grau-schwarz kräuselnden Talibanmob nicht weniger stolz war).

    Also an der Kasse nonchalant meinen Personalausweis vorgelegt, noch den lustigen Spruch „I just turned legal“ auf den Lippen. Bis mir der freundliche, nein sehr sehr netter Ladenbetreiber mitteilen musste, dass er meine ID leider nicht akzeptieren könne, da er ein mit den Einreisebestimmungen konformes Dokument benötige. Pass!? Wirklich? Liegt der nicht im Hotelzimmer und wie lange ist die Fahrt dorthin….. das wird nie was mit meinem Wein heute Abend!!! Zum Glück hatte Miss I alle unsere Unterlagen doch dabei und im Auto liegen. Während sie also losstaubte, unterhielt ich mich mit Tim, dem Geschäftsführer. Wir einigten uns bald darauf, dass Utah ein Staat mit netten Menschen aber sehr sehr strengen Gesetzen sei. Eines hatte ich noch im Hinterkopf, aber er erläuterte es: So ist in Utah das Jagen von Walen verboten, wobei dies seinen Ursprung aus einer Zeit hat, als das Staatsgebiet noch bis an die Küste reichte. Macht dann vielleicht noch Sinn, aber dass ich meinen Reisepass vorzeigen muss…. Am Ende war dann aber alles gut und in glückliche Vorausschau auf einen Feierabendwein fuhren wir in unser Hotel zurück.

    Dennoch hat mich das Thema auch die folgenden Tage noch beschäftigt. Auffällig ist zum Beispiel, dass auch in Restaurants streng darauf hingewiesen wird, dass sie nicht zum Ausschank von Hochprozentigem befugt seien und man Alkohol lediglich in Verbindung mit einem Essen bestellen dürfe.

    Am Bryce Canyon hatte ich, inzwischen um diese Erfahrung reicher und mit Reisepass und allem Pipapo ausgestattet an der nächsten staatlichen Ausschankstelle (die in diesem Fall zumindest mal in unserem Hotel angesiedelt und bis 21 Uhr geöffnet war) eine sehr nette Begegnung mit einem angefressenen Engländer und einer doch schon angetrunkenen Irin. Beide kauften vor mir ein. Der Engländer hatte zuvor im Restaurant eine Flasche Rotwein bestellt, musste aber nach dem Abschluss des Essens feststellen, dass er die Reste in der Flasche (Anfänger! Engländer?????) auf keinen Fall mitnehmen dürfe. Da er mit mehreren Leuten unterwegs und seine Stimmung entsprechend war, nehme ich an ein weiteres Verweilen in dem Restaurant war keine Option, jedenfalls versuchte er nun an dem Shop eine weitere Flasche Rotwein zu erstehen, Scheiterte aber zumindest im ersten Anlauf an dem ID Problem…… Die Irin hatte sich dagegen offensichtlich entschieden bei Tisch keine Reste übrig zu lassen und amüsierte sich königlich während ihr Mann zwei weitere Flaschen für den Abend kaufte. Kein Kommentar in Richtung Brexit ;-)

    Der Fairness halber sei übrigens richtig gestellt, dass die Einschränkungen sich offensichtlich nur auf Wein und stärkere Getränke beziehen, zumindest wurden im regulären Hotelshop auch Biere verkauft. Unter anderem das oben bereits erwähnte Polygamy Porter, welches ich allerdings nur für Dokumentationszwecke kaufte…. Nehmt also das, ihr ollen Kölsch-Spötter, zumindest in Utah seit ihr auch als Pils oder Alt-Trinker näher am Wasser als am Alkohol gebaut!



    * was sich nicht auf die eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Arizona und Utah bezieht, da Utah eine Daylight Saving Time hat. Übrigens ein Umstand, der uns in Europa auch bevorstehen dürfte, wenn sich die Staatengemeinschaft nicht endlich mal darauf einigt, wie sie die Entscheidung der Abkehr von Sommer- und Winterzeit umzusetzen gedenkt. Aber das ist dann auch ein ganz anderes Thema….

    ** nur um das klarzustellen, natürlich haben wir auch in dem regulären Supermarkt nicht alkoholische Dinge unter anderem auch mehrere Gallonen Wasser eingekauft!!
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  • There is an Island in the Sky

    27 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 19 °C

    MOAB - Canyonland NP - Needles Overlook - Island in the Sky - Capital Reef Resort, Torrey / UT

    Nachdem wir die drei Tage im Archway Inn Moab als kleine Auszeit von unserem Vagabundenleben, ja nach fast sechs Wochen auf Achse kommt ein Aufenthalt von drei Nächten an einem Ort der Bezeichnung fester Wohnsitz schon sehr nahe, ging es heute aber auch schon wieder weiter. Allerdings nicht ohne vorher noch der kleinen (bzw. größeren) Schwester des gemeinhin bekannteren Arches Nationalpark, nämlich dem Canyonland Nationalpark zumindest einen kurzen Besuch abgestattet zu haben.

    Vielleicht war es die schiere Größe, die uns zunächst davon abschreckte, denn der Park ist in vier Bereiche unterteilt: Island in the Sky, The Maze, The Needles und Horshoe Canyon. Und das über eine Fläche 1.366 QKM verteilt, so dass ein vollständiger Überblich von vorneherein aussichtslos erschien. Daher dann also der Blick auf die Highlights und die waren beim weitem nicht aussichtslos. So war die erste Station der Needles Overlook, eine riesige Fläche, von der es hinter der Abrißkante zunächst einen Abhang von mehreren hundert Metern hinunter auf eine Art Zwischenplateau ging, da sich darin dann nochmals ein Canyon entlangschlängelte. Und das fast soweit das Auge blickt. Nach einem zweiten Frühstück vor Ort ging es weiter auf die andere Seite in den Bereich Island in the Sky. Unterwegs dann auch unsere erste (und einzige) Begegnung mit einer Klapperschlange. Da diese allerdings zuvor schon einem anderen Fahrzeug begegnet war, blieb diese zumindest für uns harmlos.

    Danach dann die Fahrt in Richtung Capital Reef Nationalpark, die Nummer drei auf der Liste der Big 5 in Utah.

    Dinner im Resort, nichts erwähnenswertes. Die Nationalparks sind anstrengend und wir müssen aufpassen, dass wir die Ereignisse und Bilder im Kopf nicht durcheinanderbringen.
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  • Ruby's Inn Cowboy's Buffet & Steak Room

    28 april 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 13 °C

    Capital Reef Nationalpark - Fruita und Gifford Farm - Hickman Bridge - Kodachrome State Park / Best Western Ruby`s Inn, Bryce Canyon/ UT

    Zugegeben, nachdem ich ein paar Tage mit dem Blog hinterher hinke, fällt es mir - inzwischen auf einer Veranda in Belize sitzend - schwer das Hotel und die Situation vor Ort ohne Hilfsmittel im Gedächtnis aufzurufen. Erst mit etwas Abstand merkt man, wie vielfältig die Eindrücke waren und sind und wie wenig Zeit man sich gönnt, diese auch wirklich zu verarbeiten. Einerseits war dies im Gegensatz zu unseren zwei Monaten auf Koh Phangan eine bewusste Entscheidung und letztlich ist ja auch das Niederschreiben zumindest der wichtigsten Erinnerungen an dieser Stelle der Versuch Dinge für uns wie für FF festzuhalten, der schon jetzt Schwierigkeiten hat die Ereignisse von vor drei Tagen in den richtigen Kontext zu setzen. Ist halt unumwunden gesagt ein zu viel an Erlebnissen. Andererseits geht es mir und Miss I nur unwesentlich besser und so lange sich jeder und jede seine beziehungsweise ihren wichtigsten Teil im Gedächtnis bewahrt, können wir später vielleicht mal die Puzzlestücke zusammenfügen und an dieser Stelle im Blog nachschauen.

    Also Capitol Reef National Park. Letztlich eine lange Strasse, die durch einen Canyon vorbei an den ersten, von Mormonen angelegten Obstplantagen die heute im Rahmen des historischen Schutzprogramms weiterhin betrieben werden, vorbei führt. Der Tag begann daher auch nach einem sehr sehr kurzen Abstecher an den Gooseneck Overview Lookout, der ob der noch frischen Temperaturen noch nicht als aussteigenswert empfunden wurde, mit einem Stop in Fruita und der Gifford Farm. Hier hatten die ersten Siedler bis 1940 herum ohne Strom und andere technische Hilfsmittel gelebt und sich komplett selbst versorgt. Heute gibt es dort überteuerte aber deshalb nicht schlecht schmeckende Obstkuchen, von denen wir uns gleich zwei kleinere Pies (Apfel und Rhababer-Erdbeere) zum Frühstück gönnten. Um uns dann aber doch die Möglichkeit zu geben uns in das entbehrungsreiche Leben der frühen Siedler hineinzuversetzen gab es allerdings auch keinen Kaffee im Angebot!

    Danach ein Spaziergang in einen von massiven Steinwänden gestaltete Schlucht, durch die der Wind und damit auch der feiner Sand nur so hindurch pfiff. Unterwegs trafen sich verschiedene Generationen von Graffiti-Künstlern. Waren uns die Felszeichnungen der Ureinwohner bereits an anderer Stelle begegnet, so waren die „Eintragungen“ der Siedler aus dem 19. Jahrhundert inklusive mittels Pistolenkugeln gestaltete Signaturen neu. Interessant, dass sich augenscheinlich schon 1899 Menschen genötigt fühlten der Welt mittels Tag mitzuteilen, dass sie auch mal existierten.

    Der anschließende Anstieg zu einer Sehenswürdigkeit namens „Tanks“ gehörte dann jedoch eher in die Rubrik der Weg ist das Ziel. Der Weg hoch war nicht allzuanstrengend gab aber immer mal wieder Ausblick die zuvor durchschrittene Felswand hinunter, allerdings entpuppten sich die Tanks als Vertiefungen im Boden in denen sich Regenwasser gesammelt hatte, dass inzwischen brackig vor sich hin gammelte. Seinerzeit sicherlich wichtig als Wasserquelle für die Siedler, uns fehlte es jedoch offenkundig an Empathie um diesen Ort angemessen zu würdigen.

    Nachdem wir also wieder zurück am Auto waren, kam der Moment, mit dem ich zumindest schon deutlich früher gerechnet hatte. FF trat in den Sitzstreik. Er hatte schlicht keine Lust uns nochmals auf eine Wanderung irgendeinen Berg hinauf zu begleiten. Obwohl er bisher und auch in Folge diese immer wieder genutzt hatte, um andere Wanderer durch die Geschwindigkeit und das Geschick mit dem er Berge, Abhänge hinauf- oder hinunterrannte wahlweise zu erschrecken oder zu beeindrucken. Jedenfalls teilte er uns mit ca. 1 Stunde hoch zu einer wie auch immer aussehenden Hickman Bridge könnten wir getrost alleine unternehmen. Er bliebe im Auto. Nun, es war nicht allzu heiß, er hatte Wasser, die Fenster blieben leicht geöffnet und was sollte schon groß passieren. Unser erster Hike zu zweit!!! Ja die Brücke war schön, obwohl wir natürlich im Arches NP schon einiges an Arches, Brücken etc. gesehen hatten, aber besonders in Erinnerung wird uns wohl bleiben, dass diese Wanderung relativ still von statten ging und wir nicht von mindestens jedem zweiten Wanderer auf das Energielevel unseres Sohnes (oder gerne auch mal unserer Tochter ;-) angesprochen wurden. Nach einer Dreiviertel Stunde war der Spuk dann aber auch schon wieder vorbei. Und wie man an der von der ursprünglichen Zeitangabe nach unten abweichenden Dauer unserer Wanderung ablesen kann, haben wir ihn dann auch schon wieder ein bisschen vermisst und und beeilt wieder zurück zum Auto zu kommen…..

    Das war es dann aber auch schon wieder mit dem Capitol Reef Nationalpark. Die Ranger Plakette hatte man uns freundlicherweise schon einmal vorab zugesteckt und so ging es flugs weiter in Richtung Bryce Canyon. Unterwegs führte uns der Scenic Drive Highway 12 über Passstraßen, die es in Deuschland so vermutlich auch nicht gibt. Oben auf dem Kamm in der Hogback Area ging es entlang mit links und rechts jeweils steil abfallendem Hang. Das ganze bis zu 2.700 Meter über Normalnull und mit wenigen Ausnahmen an dann aber auch extrem engen Haarnadelkurven ohne Absicherung oder Geländer. Ausweislich der Eigenwerbung des Tourismusdienstes der Region, gehört die Route mit zu den schönsten Highways der Welt. Was ich gerne bestätige.

    Ob man dagegen den Kodachrome Basin State Park unbedingt besichtigen muss, mag diskutiert werden, wobei ich der Fairness halber einschränken muss, dass wir am frühen Nachmittag dort waren und daher nicht das komplette Farbenspiel welches dem Park seinen Namen (für FF: Kodachrome war ein Farbfilm. Farbfilme benötigte man um Fotos auf Papier auszudrucken. Papier, das nutzen wir damals, ach lassen wir das. Google es einfach oder was immer ihr dann auch immer tun werdet ;-) gab zu genießen. Aber nach der Fahrt war die Wanderung auf dem Angel`s Place Trail war eine wohltuende Möglichkeit sich die Beine für eine Stunde zu vertreten.

    Danach dann aber gleich weiter zum Bryce Canyon, beziehungsweise unserem Hotel, welches von der augenscheinlich sehr geschäftstüchtigen Familie Ruby seit mehr als 100 Jahren inklusive Cowboy Erlebnis-Park, Western Music Saloon, Minimarkt, Postfiliale und last but not least staatlicher Alkoholverkaufsstelle betrieben wird.

    Riesiges Gelände und wie zu erwarten sehr umtriebig, fürs Abendessen haben wir uns aber dann doch für eine Pizzeria fünf Meilen entfernt entschieden. Das war dann komischerweise von Hähnchen geprägt: Chicken Wings, BBQ Chicken Pizza und Salat mit Hähnchen. Manchmal muss man seinen Gelüsten nachgeben……
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  • Yee-Haw am Bryce Canyon

    29 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 8 °C

    Nach einem ausgiebigen Frühstück am straff durchorganisierten Buffet unseres Hotels noch schnell das Abendessen mit Country Liedern reserviert. Kann ja nicht angehen, dass wir mit FF. Zwei Monate in den USA unterwegs sind und dieses Klischee bisher noch nicht ausgeräumt haben. Wozu haben wir denn auch unsere Lederhosen und Bierkrüge im Gepäck mitgeschleift….

    Aber vor dem Event dann doch nochmal Natur und damit in den beeindruckenden Bryce Canyon, der sich vor allem durch seine Sandsteintürme („Hoodoos“) von den bisher gesehenes Nationalparks unterscheidet. Sowieso hatte ich (rein von den Bildern her, denn hier war ich auch das erste Mal) den Eindruck, dass die Kulisse abgesehen von der schieren Weite die der Grand Canyon vorzuweisen hat, die Farben und Gesteinsformationen im Bryce NP spannender wirkten. Das fing schon mit dem Blick über die Klippe an. Zudem ist der Boden des Canyons deutlich leichter zugänglich, da es hier auch nur ca. 240 Meter hinunterging. So reihten wir uns in die Reihe ein, die den geschlängelt Weg hinunter in die Schlucht abstieg. Einmal dort angekommen verteilten sich die Massen etwas und man konnte die Natur und die Still im Canyon zumindest ansatzweise genießen*. Picknick im Canyon und beim anschließenden Aufstieg (der wider erwarten wenig anstrengend war) noch eine kurze Begegnung mit dem ortsansässigen Eichhörnchen und dem lokalen Erdmännchen. Dann zeitig nach Hause, die eigentlich anstehende Wäsche unsere Klamotten verschoben und stattdessen noch etwas ausgeruht ehe es auch schon wieder zum Cowboy Dinner ging.

    Über die Geschäftastüchtigkeit der Familie Ruby hatte ich mich ja schon ausgelassen und so war auch die Cowboy Veranstaltung gut geplant. Eine große Halle die im Entfernten an ein Bierzelt auf dem Oktoberfest erinnerte. Die Tische fast vollständig besetzt und vorne eine rustikale Bühne auf der dann nach dem Essen die Mucke losgehen sollte. Unser Tisch ziemlich weit hinten, was uns allerdings bei der Fütterung zum Vorteil gereichte, da wir mit die ersten am „Buffet“ waren, was allerdings auch nicht besonders erwähnenswert war. Nach dem Essen ging es dann auch gleich los. Kleine Kombo mit Sänger, zwei Gitarren, einem Keyborder und einer Sängerin, die zum Wohlgefallen der zumindest in weiteren Teilen textsicheren Gäste ein Medley der Counry Hits der letzten sechzig Jahre darbot. Außer dem Gitarrenriffs aus Brucy Springsteen`s I`m on Fire und The Gambler von Kenny Rogers kannte ich allerdings nichts. Was allerdings FF nicht abhielt zumindest bei den schmissigeren Stücken fleissig mit zu klatschen und seine weitergehende Begeisterung durch lautestes Jauchzen kundzutun.

    Ehe der gleichfalls anwesende (offensichtlich echte) Sheriff wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses einschreiten musste war die Veranstaltung allerdings auch schon wieder zu Ende.

    Nachdem es nun ja eh schon mal dunkel war noch einen Abstecher zurück in den Park um uns den Nachthimmel anzusehen. Ich erinnere mich noch gut an die Nacht die wir 1988 schlotternd nahe des Grand Canyons in Flagstaff im Freien verbracht haben. Neben der bereits an anderer Stelle beschriebenen tierischen Kälte aufgrund des Temperaturabfalls von der tagsüber herrschenden Gluthitze bis zu Temperaturen nahe dem Gefriepunkt in der Nacht, ist mir noch der klare Sternenhimmel damals gut in Erinnerung. Bis dahin waren wir auf unserer Tour abends immer bettschwer gewesen so dass es nicht zu einer Auffrischung gereicht hatte, aber da sich unsere Zeit in den USA langsam dem Ende zu neigte und der Bryce Canyon auch ein „zertifizierter Dark Sky Park“ war, nutzten wir die Gelegenheit. Zunächst mal waren beide Erlebnisse wieder deckungsgleich, auch diesmal war es schweinekalt und vor allem extrem windig. Der Himmel war klar, wobei die Sterne nicht so klar hervortraten, wie ich es in Erinnerung hatte. So war dann auch ich der einzige, der mit etwas Begeisterung versuchte das Ganze fotografisch festzuhalten, was aber misslang. Das erste Mal, dass das IPhone als Kameraersatz untauglich war. Ob der gemeinhin eher unüblichen notwendigen Langzeitbelichtung, sei es ihm verziehen. Ansonsten hat es uns eigentlich beim Fotografieren gute Dienste erwiesen und ich möchte die Zeiten, als wir uns mit Dia und Schwarz-Weiss-Filmen und mit schweren Objektiven abmühten nicht wirklich missen. Dann aber auch ab ins Bett, am nächsten Morgen ging es wieder weiter…..

    *Anmerkung des Autors: das eigene Kind ist natürlich aktiv und erfreut sich und die Umgebung durch die Mitteilung seiner Wahrnehmung der Landschaft und aller Einzelheiten (wahlweise auch des Stands der aktuellen Erfindungen und Geschäftsideen) während die Studententruppe vor einem einfach nur laut und störend ist. Ja, isso ;-)
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  • Zion National Park

    30 april 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach dem Frühstück ging es dann auch gleich los, schliesslich sollten wir heute endlich alle das Fleisskärtchen für die letzten Wochen erhalten, die Vollendung der Utah Big 5 also der 5 in diesem Bundesstaat gelegenen Nationalparks. Und wir hatten sie alle gesehen. Hier noch einmal in der Reihenfolge unseres Besuchs:

    Arches Nationalpark
    Canyonland National Park
    Capitol Reefs Nationalpark
    Bryce Nationalpark und
    Zion Nationalpark

    Wobei uns vor allem Bryce und Arches am besten Gefallen haben. Wobei dies den anderen Parks wahrscheinlich aber nicht gerecht wird, hatten wir hier doch teilweise bereits eine Sättigung erreicht und sie mit zu wenig Zeit und / oder Muse besucht. Doch schließlich sind wir auch Chronisten unserer Zeit und damit wäre unser Rating auch dokumentiert, Arc douze Points, Archie twelve points….

    Zion näherten wir uns allerdings schon etwas anders an, da der Weg bereits das Ziel war, denn Scenic Drive war bereits Teil des Nationalparks. Erster Stop am Checkerboard Mesa View Point, einem über 2000 Meter hohen Monolithen der durch seine Furchen die sowohl vertikal als auch horizontal verlaufen entfernt an ein Schachbrett erinnert. Neben dem Fotostop noch schnell die Verleihung der Junior Ranger Plakette Bryce Canyon, auf dass wir hier nicht den Überblick verlieren.
    Danach ein wunderschöner Hike auf den Canyon Overlook Point, der zum Ende noch durch eine Familie relativ zutraulicher Bergziegen gekrönt wurde, die es vor allem Miss I angetan hatten, da die Connection von Muttertier zu Muttertier hier wohl seine eigenen Kräfte hatte.

    Nachdem wir also schon etwas vom Park gesehen hatten ging es zum Visitor Center. Da der eigentliche Park nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besichtigen war, verschoben wir diesen Teil zunächst auf den Folgetag und ließen es lieber etwas gemütlich angehen. Zumal unsere Unterkunft vor Ort im Zion Village eine der schönsten der gesamten Reise war. Freundlicher Empfang, aufgelockerte grüne Anlage, unser Zimmer im ersten Stock nach hinten raus sehr ruhig mit Blick auf eine nicht kleine Felsformation und vor allem ein richtig großer Pool.
    Bei schönstem Wetter wollten wir uns das nicht entgehen lassen, gingen aber zunächst erstmal die Biervorräte aufstocken und vor allem ein Familien Eis (Salted Caramel Pretzel Cookie Dough!!) holen. Keine Ahnung, ob die Kalorien im Whirlpool wirklich vollständig verbrannt wurden, aber ein gutes Abendessen mit koreanischen Rippchen, Fisch Tacos und Crumble mit Vanilleeis hatten wir uns dann doch noch verdient.
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  • Cheat Day vor der Sünde(nstadt)

    1 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einer guten Nacht in unserem Hotel hatten wir ja eigentlich vor morgens für zwei Wanderungen den Zion National Park zu besuchen, den wir Vortags ja nur gestreift hatten. Das Wetter gab auch keine Ausreden, noch etwas frisch aber frühlingshaft mit besten Aussichten für den Tag. Allerdings war mittlerweile eine gewisse Grundmüdigkeit bezüglich Wanderungen aufgekommen und der Umstand, dass wir uns innerhalb des Parks nur mittels öffentlichen Bussen fortbewegen konnten (was per se gut war, uns allerdings jeweils Wartezeit gekostet hätte) entschied der Familienrat die Ausflüge sein zu lassen. Stattdessen wollte Miss I sich um die länger schon anstehende Großwäsche kümmern und mit FF das Ranger Buch ausfüllen, klar, die Gelegenheit auf eine weitere Auszeichnung wollten wir uns dann doch nicht entgehen lassen…. Ich zog mich gleich am Morgen zurück und setzte mich in ein nahegelegenen Café um den Blog auf den aktuellen oder zumindest zeitnäheren Stand zu bringen. Wobei „Setzen“ war erstmal ein Traum, denn vor der Kaffeepause stand erstmal eine Mischung aus morgendlichem Ansturm und komplett unterbesetzter Kaffeebude an. Nach mehr als einer halben Stunde hatte ich dann endlich die Erlaubnis mir selbst an dem frei zugänglichen Kaffeespender einen großen Kaffee zu nehmen und mich endlich der Schreiberei zu widmen. Zwei Stunden später und mit einem weiteren Kaffee für Miss I in der Hand ging es zum Hotel zurück und mit einem kurzen Stop im Park zwecks Übergabe der Ranger-Insignien dann direkt auf die Strasse. VEGAS!!! Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch das Valley of Fire, wo wir nicht nur einer Reihe von Motoristen begegneten, die ihre Luxuskarossen durch die Wüste trieben sondern auch dem PS-technischen Gegenbeispiel eines einsamen Radfahrers, der sich auf seinem Gefährt langsam und mühselig durch die Hitze quälte. Sich nach dem Fotostopp wieder in den klimaanlagengekühlten Wagen zu setzen machte den eigentlichen Luxus unserer Reise deutlich.

    Relativ zügig waren wir dann in Las Vegas und entgegen der schieren Größe und dem relativen Chaos unseres Hotels war der Prozess des Parkplatzfindens uns Eincheckens effizient gestaltet. Wobei wir uns beim Check-In dann doch für das Zimmer-Upgrade entschieden, war doch die Aussicht auf zwei Tage ohne Kühlschrank etwas befremdlich. Damit hatten wir dann aber auch ein Zimmer im 11. Stock mit kleiner Aussicht (größtenteils auf ein Parkdeck) und das Zimmer war zumindest so sauber, das der Teppichboden noch feucht vom Desinfektionsmittel war. Sei’s drum, wir waren ja nicht wegen des Zimmers hier. Nach einer kurzen Rast ging es auch schon per freundlichem Uber-Fahrer auf ins am entgegengesetzten Ende des Strips liegende Luxor-Hotel, wo wir Karten für die Veranstaltung „Amerika got Talent“ hatten. Vorher noch in Eile einen Pastrami Sandwich gegessen (wir waren knapp dran). Fritz nutzte die Gelegenheit um sich semi-legaler Weise mit den vorhandenen Automaten und Spieltischen vertraut zu machen. Immerhin mussten wir nicht durch einen verdunkelten Gang zur Spielstätte, so dass wir zumindest Blicke erhaschen (und am nächsten Tag auch eine Runde an einem Geldspielautomaten, der inzwischen gar keinen Arm mehr hat, spielen) konnten. Die Show war sehr professionell durchgestylt, freundliche Platzanweiser wiesen uns relativ gute Plätze zu und kaum hatten wir uns gesetzt ging auch schon ein Stroboskop-Feuer los und die Show ging mit bombastischem Sound und einer getanzten Lichtershow los (bei der die illuminierten Tänzer im wilden Wechsel zugeschaltet wurden). Auch der Rest war eine wilde Mischung aus Trapez mit verbundenen Augen, Messerwerfern mit verbundenen Augen (eine gewisse Nähe zu SM liess sich nicht abstreiten), einer amerikanischen Cindy aus dem Trailerpark und zwei verschiedenen Mentalisten, die Miss I und mich am meisten faszinierten (was aufgrund des hohen Sprech- und Erklärungsanteils für FF eher eine Gedulds- denn eine Mutprobe war).

    Nach 90 Minuten war das Spektakel dann auch ohne Zugabe aber mit Konfettischlangen im Haasr vorbei und wir bewegten uns - mit Drinks in der Hand, schließlich hatten wir heute Utah verlassen und befanden uns nunmehr im letzten neuen Bundesstaat auf unserer Reise: Nevada)- auf den Weg Las Vegas bei Nacht und zu Fuß zu erkunden. Pyramide und Sphinx (Luxor), Disneyschloss (Excalibur), Wasserspiele (Bellagio), Eifeltower (Paris) und Cesar`s Palace, nach drei Stunden anstrengender Wanderung hatten wir fast alles gesehen, waren froh, dass wir nicht schon morgens im Park gehikt waren und noch froher endlich die Space Needle Silhouette des STRAT Hotels zu sehen, in dem wir unsere müden Häupter endlich zur Ruhe legen konnten.
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  • What happens in Las Vegas…

    2 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach dem doch recht anstrengenden Vortag mit unzähligen Kilometern auf dem Strip und Nebenstraßen ließen wir den heutigen Tag etwas ruhiger angehen. Was auch daran lag, dass wir kurzfristig und spontan keine weitere kindertaugliche und halbwegs bezahlbare Show mehr identifizieren konnten. Zudem musste ich mich, nachdem ich den Tag vorher bereits eine knappe Stunde die Warteschleifenmusik von Hertz genießen durfte, meinen Dämonen in persona stellen: Unser treuer Weggefährte gab ja bereits seit mehr als 3.000 Meilen pünktlich mit jedem Start ein Zeichen, dass er hungrig nach frischem Öl sei. Nachdem wir dies mit Erlaubnis von Hertz lange ignoriert hatten, wollte ich nun die Gelegenheit zu einem Wagenwechsel nutzen. Zugegeben, unser Mitwagen hatte zwischenzeitlich auch anderweitig gelitten und in ich Stand vor der Wahl: Wagenwäsche oder Umtausch. Die Fahrt zum Flughafen Las Vegas lag also nicht nur geografisch nahe. Entgegen aller Befürchtungen, die Referenzen an Tom Hanks in The Terminal enthielt, wurde ich nicht nur von einem freundlich motivierten und zudem noch kompetenten Einweiser in Empfang genommen und auch seine Kollegin am Schalter wusste bereits von meinem Anliegen, so dass der Umtauschprozess keine 10 Minuten dauerte. Noch immer bass erstaunt bestieg ich also unseren neuen (nicht wirklich) Toyota, der zwar kleiner und deutlich zerbeulter aber dafür auch sauber war und fuhr wieder ins Hotel zurück. Die Familie hatte die freie Zeit zum gemütlichen Abhängen genutzt, war aber bezüglich Nachmittagsprogramm noch nicht wirklich weiter. Daher zunächst Frühstück beziehungsweise Lunch jagen. Dies nicht in einem der Prachthotels und auch nicht am Circus Circus Buffet, obwohl ich diese Erinnerung an Oppulenz und Schlaraffenland aus dem Jahr 1989 eigentlich gerne noch einmal besucht hätte. Aber die Kritiken waren inzwischen tatsächlich so verheerend und nachdem es dort vor nicht allzu langer Zeit auch noch eine Schiesserei gegeben hatte, bedurfte es nicht mehr viel Überzeugungsarbeit. Stattdessen in die „Altstadt“ von Las Vegas, dem Arts District, vom STRAT Hotel circa 1.5 Kilometer entfernt, was allerdings in der Mittagshitze schon mehr als genug war in einen flach bebauten Bereich der Stadt führte, wo es aber Micro-Brauereien, kleine Shops und Neigbourhood-Projekte gab. Ein gänzlich anderes Bild, was mir aber per se näher lag. Auch das Restaurant Ester`s Kitchen wirkte von außen unscheinbar, was auch daran lag, dass der komplette Strassenabschnitt vor dem Restaurant komplett aufgerissen und die Bauarbeiten in vollem Gange waren. Dennoch war der Laden mit einem Publikum gut gefüllt, dass irgendwo zwischen Banker, Hipster und Touri anzusiedeln war. Im Patio nahmen wir Platz, bestellten die große Vorspeisenplatte, die mit einem ganzen Laib Brot kam und zwei überschaubare Portionen Paste, von der zumindest eine den berühmten Las Vegas Mafiosi Al Dente noch persönlich kannte. Dennoch sehr gut und ein kleiner Ausflug nach Europa. Nach dem Essen war mit mir nicht viel anzufangen und der Rest der Familie tat gut daran mich im Hotelzimmer zurückzulassen und im Kino bewaffnet mit einer Tonne salzigem Popcorn den Film „Bad Guys“ anzusehen. Ich war selbst Abends noch nicht wieder ansprechbar. Nachdem geklärt war, dass wir unser nächstes Frühstück als Buffet im Wicked Spoon des Cosmopolitan Hotels zu uns nehmen, habe ich auch den Rest des Abends verschlafen.Läs mer

  • Der Tiefpunkt unserer Reise

    3 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 27 °C

    Las Vegas - Wicked Spoon Brunch - Death Valley, Sequoia, Wyndham Visalia Hotel in Sequoya, CA

    Zugegeben, der Titel dieser Geschichte mag Euch verehrte Leser zunächst in die Irre führen, den zuvörderst stand erstmal ein kleiner kulinarischer Höhepunkt unseres Aufenthalts an. Zumindest hatten wir uns mit dem Frühstücks-Brunch im Wicked Spoon für eine teurere und sicherlich auch umfangreichere Variante als das Circus Circus entschieden. Und da wir heute von Las Vegas zum Sequoia National Park die insgesamt längste Fahrstrecke unserer USA Reise vor uns hatten, wollten wir diese auch gut gestärkt angehen. Also den Wecker gestellt und pünktlich um 8:30 im Cosmopolitan Hotel geparkt. Vorbei an Kunst, Kunstautomaten und anderen Installationen ging es ins Restaurant. Die verschiedenen Stationen waren beeindruckend, aber dann doch wieder nichts im Vergleich zu den Champagner-Brunch Events in Shanghai seinerzeit (ironischerweise befand sich Shanghai just in diesem Moment in einem der schärfsten Corona-Lockdowns überhaupt und die Berichte aus China bestätigten, dass auch dort nicht an Champagner und Gänseleberpastete gedacht wird). Jedenfalls waren wir uns schnell einig, dass zwar die Desert-Station die beeindruckendste war, aber vor dem Vergnügen kommt ja erstmal die Arbeit. Also frästen wir uns in bester Buffet-Marnier durch Sushi (trocken), kantonesische Dumplings (sehr gut), koreanisches Beef, Shrimps mit Grütze, Cesar`s Salad mit ganzen Sardellen, Nudeln, Hähnchen ………. Und dann gab es Eis! Und Törtchen!!! Wahrscheinlich ist es nicht notwendig klar zu stellen, dass das Mittagessen heute ausfiel (wobei wir uns die meiste Zeit auf zwei Mahlzeiten am Tag beschränkten).

    Um 11:30 Uhr kurzzeitig Bedenken ob der zulässigen Zuladung unseres neuen Gefährts, was aber kein Problem war. Und dann auf in Richtung Sequoia Nationalpark. Allerdings zuvor noch ins Tal des Todes. Schließlich befindet sich hier am Badwater Basin auf -86 Metern unter N.N. Der tiefste Punkt der USA. Das ganze in einer riesigen Pfanne aus eingetrocknetem Salz. Wobei man lediglich ein paar Zentimeter graben musste, um hier auf Grundwasser zu stossen. Allerdings- wie der Name des Ortes nahelegte- gänzlich ungenießbar.

    Die Fahrt durch diese karge aber dennoch abwechslungsreiche Landschaft brachte neben der regelmäßigen Frage, ob wir denn nun wirklich genug Sprit im Tank hätten (die Preise lagen an der einzigen Tankstelle, die wir passierten bei 13.99 USD / Gallone also mehr als doppelt so teuer als die ansonsten üblichen Spritpreise) auch ein reales Problem mit sich: In der ganzen verdammten Wüste gab es keinen Empfang und wir waren immer noch (und das seit inzwischen mehr als 10.000 Kilometern) ohne feste Karte unterwegs und hatten uns steht’s mit Google Maps durchgeschlagen. Diesmal kam die natürliche Navigation allerdings an ihre Grenzen. Zumindest habe ich zwischenzeitlich auf dem Fahrersitz ordentlich geschwitzt, was tatsächlich nichts mit den Temperaturen zu tun hatte. Irgendwann leuchteten die Balken aber dann doch wieder auf und siehe da, wir waren zumindest nichts gänzlich vom rechten Weg abgekommen, so dass wir noch halbwegs vor Einbruch der Nacht in unserem Hotel ankamen. Dabei handelte es sich um einen relativ großen Komplex sowohl für Konferenzen und Besucher des Sequoia NP.

    Nachdem sich Miss I an der Bar noch ein Bier organisiert hatte, entschied ich mich die Kalorien vom Brunch und die mehr als 8 Stunden Fahrt mit etwas Sport zu bekämpfen und ging noch für eineinhalb Stunden ins Gym. Danach war dann aber auch für mich Feierabend!
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  • Sequoia und überfreundliche Einparkhilfe

    4 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ☀️ 23 °C

    Frühstück am See - Sequoia und Kings Canyon National Park - Mariposa Yosemite View Lodge, Yosemite, CA

    Morgens ging es dann zunächst ohne Frühstück aus dem Hotel los, da es bis zum Eingang des Parkes ein Stück zu fahren war. Lediglich ausgestattet mit zwei großen Kaffee auf die Hand ging es entlang von Orangenhainen auf Landstraßen weiter. An einem See nutzten wir die notwendige Pinkelpause gleich tun unserem verspäteten Frühstück mit den Resten des Vortags.

    Danach dann der Park, wobei wir hier schon auch den Super-Saver der Reise hatten, denn eigentlich waren es zwei Parks die wir heute besuchten. Dem Sequoia National Park schließt sich nördlich unmittelbar der Kings Canyon National Park an, die beide auch verwaltungstechnisch als Einheit betrachtet werden. Aber für unsere Zählung sind wir natürlich nicht kleinlich.

    Ging es auf relativ geringer Höhe von ca. 400 Metern über N.N. Los, so erklommen wir immer mehr Höhe. Die höchste Stelle liegt auf über 4.000 Meter, so hoch sind wir an diesem Tag allerdings nicht gekommen, obwohl man die unterschiedlichsten Vegetationsformen klar erkennen konnte und der Wagen auf der Rückfahrt auch bald 9 Kilometer im Leerlauf fuhr.

    Wir hatten die riesigen Mammutbäume zwar schon ziemlich am Anfang unserer Tour im Redwood Nationalpark gesehen, aber der geneigte Leser mag sich vielleicht erinnern, dort gab es noch keine Rekorde zu verzeichnen und heute sollte es anders sein. Das vorangestellt genossen wir aber zunächst die Fahrt und bestiegen als erstes den Moro Rock, einen 2.050 Meter hohen Granitmonolithen in welchen eine Treppe hineingeschlagen wurde. Oben ging aber solch ein Wind, dass der gesamten Familie mit Ausnahme von FF (höha, schnella, weida….) kurz vor dem Gipfel aufgab und sich mit der von der dort nicht minder beeindruckenden Aussicht zufrieden gab.

    Im Anschluß die Fahrt zum und durch den Tunnel Log, einen gefällten Mammut Baum in den ein Loch geschnitten wurde, das ausreicht um mit einem großen Geländewagen hindurchzufahren. Der Baum liegt also, was vielleicht nicht ganz so beeindruckend ist wie beim zwar abgestorbenen, aber noch stehenden Chandelier Tree in der Nähe von Mendocino, aber sei’s drum. Erstens waren wir dort zumindest in der Nähe und ausserdem hätten dessen Tunnelmaße nicht für uns gereicht (knapp zwei Meter Breite und drei Meter Höhe). Und beeindruckend war es schon. Wobei am interessantesten fand ich, dass der Baum bereits in den 1930/1940er Jahren umgefallen war und noch heute stabil da liegt.

    Unmittelbar neben dem Tunnel-Log lag dann noch ein weiterer großer Baum, dessen Wurzel sich für eine Besteigung anbot, was FF und Papa natürlich sofort ausnutzten.

    Sowieso Mammutbäume, inzwischen haben wir hierzu gelernt, dass die zuvor im Redwood Park gesehenes Vertreter riesig sind, es dabei aber um eine innerhalb der Art unterschiedliche Subspezies (namentlich den Küstenmammutbaum) handelt, der schlanker ist und damit generell auch höher wächst, während die Sequoia-Art (auch Riesenmammutbaum) einen dickeren Stamm entwickelt und auch deutlich älter werden kann.

    Herausragende Exemplare schauten wir uns zunächst auf einem Spaziergang um eine Lichtung herum an. Dieser war nur 1.5 Kilometer lang, unser heutiges Tagespensum erlaubte zur allgemeinen Erleichterung auch nicht über die Bewanderung des John Muir Trails mit mehreren 100 Kilometern Länge nachzudenken. Es verdeutlich allerdings die schiere Größe der beiden zusammengeschlossenen Parks, von denen mit ca. 2.000 Kilometern Wanderwegen nur ein kleiner Teil in der klassischen Form touristisch erschlossen ist.

    Genug Zeit war dann aber noch für den Besuch beim eigentlichen Star des Parks: dem General Sherman Tree, dem voluminösesten Baum der Erde. Mit seinen 83,8 Metern Höhe und einem Brusthöhendurchmesser von 8,25 Metern ist er zwar nicht der höchste und auch nicht der dickste Baum, doch reicht sein geschätztes Volumen von 1.486,9 Kubikmetern für den offiziellen Titel „größtes Lebewesen der Erde“. Jaja, Pilze und Schwämme können als Einheit noch deutlich größer werden, aber Euch Smart Asses dieser Welt sei gesagt: die nennte man Klonale Populationen und Wikipedia und das Guinness Buch haben immer Recht!!!

    Auf dem Parkplatz begegnete uns noch eine Truppe Oldtimer, die den schönen Tag wohl auch zu einer Ausfahrt nutzten und dann ging es mal wieder auf die verzweifelte Suche nach dem richtigen Parkausgang, da wir natürlich nicht vor der Einfahrt geschaut hatten, in welche Richtung wir weiter zum Yosemite Park kommen. Die sehr grobe Karte des Lonely Planet sowie ein freundlicher Ranger halfen uns weiter und so waren wir bald schon auf dem rechten Weg.

    Da unser Hotel für die Nacht etwas außerhalb oder anders gesagt sehr nahe am Yosemite Park lag, nutzten wir die Durchfahrt durch das Örtchen Mariposa für ein zeitiges Abendessen. Nachdem ich hierzu unseren Wagen an der Hauptstrasse aus meiner Sicht ordnungsgemäß geparkt hatte, gab es allerdings erstmal eine Begegnung mit einer Bewohnerin. Die kam nämlich aus der gegenüberliegenden Kneipe angelaufen und fragte mich fast verzweifelt, warum ich denn auf meinen Vordermann so dicht aufgefahren sei (mind. 1 Meter Rangierabstand!) ich hätte doch nach hinten noch so viel Platz. Ich war hungrig und sie war freundlich („I can help you park it“), so dass ich mich mehr sprachlos als überzeugt breit schlagen liess den Wagen noch etwas mittigen zu parken. Zwischenzeitlich waren allerdings auch weitere Menschen aus dem Pub herausgekommen und nahmen nunmehr die Dame ins Gebet, warum sie sich denn einmische, schließlich sie sie in keinster Form betroffen und es ginge sie sowieso nichts an. Daraufhin stürmte Sie auf mich zu um sich zu entschuldigen und lud mich direkt auf ein Bier ein. Warum passiert mir sowas eigentlich immer, wenn wir zu dritt unterwegs sind und ich keinen Alkohol trinke….. egal, es war dann doch sehr lustig, zum Zeichen unserer wiedergewonnenen Einigkeit fielen wir uns dann doch noch in die Arme, auch die restliche Pubbevölkerung war sichtlich beruhigt und unter etwas anderen Umständen hätte dies der Beginn eines sehr lustigen Abends werden können.

    Aber wir waren ja hungrig und so ging es in den Hideout Saloon, der laut Internet familienfreundlich und gut sein sollte. Nachdem wir den Laden erstmal gefunden hatten (versteckt in einer Seitengasse und nur über einen Abstieg erreichbar, wären wir allerdings fast schon wieder gegangen. Sah der Laden doch eher nach einer sympatischen aber dann doch nach einer Spelunke aus. Eingangs ein Miss Pac Man Gerät und Billiard, der Rest eher dunkel, lediglich aufgehellt durch Dollarnoten die von hunderten Gästen teils mit grafisch nicht ganz so familienfreundlichen Nachrichten hinterlassen wurden. Also in die Innenausstattung war zumindest mal Geld geflossen. Da unsere Nachfrage, ob der Zutritt mit FF möglich sei freundlichst bejaht wurde, bestellten wir unser Essen und es war in der Tat besser als zunächst gedacht. Barfood aber frisch und von höherer Qualität als wir es mancherorts serviert bekommen hatten. Der Laden füllte sich dann auch zunehmend und es wurde lebhaft. Was anb dem später stattfindenden Karaoka-Abend lag, zu welchem man uns direkt mit einlud. Da mein Repertoire sich auf Angie von den Stones beschränkt und ich es noch nicht an die neue politische Lage in Deutschland angepasst hatten, gingen wir aber vorher. Bis zum Hotel waren es noch knapp dreissig Kilometer durch die Nacht. Schade, aber wir sollten ja noch ein paar Mal wiederkommen.

    Zum Abschied noch eine Umarmung von meiner neugewonnenen Einparkfreundin und dann los. Das Hotel direkt am Fluss, unser Zimmer mit Upgrade, was sich aber zunächst als störend darstellte, war der Ausblick auf den Fluss in der Nacht ja eher nutzlos, die Geräuschkulisse aber doch heftig. Aber gutes Grundrauschen um Einzuschlafen, auch da das Internet nicht inkludiert war und wir keinen LTE Empfang hatten.
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  • Yosemite National Park

    5 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 32 °C

    Mal wieder Mariposa - Yosemite NP - Bridevail Fall - Yosemite Fall - El Capitan - Yosemite Lodge, CA

    Geweckt vom wilden Rauschen des Flusses direkt vor unserem Zimmer nahmen wir hier ein schnelles Frühstück auf der Terasse ein. Die Geräuschkulisse war schon beeindruckend. Der Ausblick eigentlich auch, nur waren wir komplett eingezäunt und es war nicht ganz sicher, ob dies zum Schutz vor den Bären und Pumas war oder ob wir für diese ausgestellt waren. Daher nur ein kurzes Frühstück und dann los.

    Eine Gefahr, wenn man sich seinem Hotel in der Nacht nähert und ansonsten ohne Navigationssystem unterwegs ist, besteht darin, dass man sich verfährt und zwar massiv. Kann uns natürlich nicht passieren, die männliche Genetik sieht das ja nicht vor. Und statt zu zweifeln wundert man sich dann lediglich, dass das Hotel nicht wie beschrieben die letzte Siedlung vor dem Park ist, schließlich kam man doch an zig Häusern und vereinzelt auch an anderen Hotels vorbei. Statt Selbstzweifel eher mal die miese Marketingkampagne anprangern und stur weiter. Selbst als wir uns wieder Mariposa näherten hätte ich schwören können, dass wir in einer gottverdammte Schleife gefahren waren. Aber was soll’s. Vor die Einsicht hat die Logik das Essen gesetzt und schließlich war heute Cinco de Mayo, also Grund genug die Gunst der Stunde zu nutzen um den Umweg zu einem vorgeschobenem Lunch beim Mexikaner zu nutzen. Der Laden war dann zwar eher der lokale Rentnertreff, aber der Burrito umfangreich und gut (diesmal hatte ich auf Experimente mit Darm, Kopf etc. Verzichtet und gleich die Hähnchenfüllung bestellt).

    Also nochmal los in Richtung Park. Nach ca. 30 Kilometern kurz dem Hotel gewunken, gewundert, wie die in der Nacht die gesamte Strasse inklusive Fahrtrichtung umgebaut hatten und dann endlich los. Der Park wäre dann tatsächlich ganz in der Nähe gewesen. Yosemite National Park, der vermutlich bekannteste Park in den USA, wenigstens scheinen neben uns ca. 3.7 Millionen Besucher pro Jahr der Meinung zu sein, dass es sich lohnt.
    Erster Eindruck dann auch: voll! Große Parkplätze und ein eigenes kleines Village innerhalb des Parks. Die Natur weitläufig und abwechslungsreich. Erster Stopp am Bridevail Wasserfall, dessen näherer Zugang aber, wie leider einige der bekannteren Wanderwege gesperrt war. Dennoch schön anzusehen und eine gute Einstimmung. Danach zum Visitor Center um das Ranger Book für FF klarzumachen und unsere nächsten Wander-Schritte klarzumachen. Nachdem unser Tag allerdings mit einer kleinen (und von niemandem verschuldeten, ja sogar durch eine schmackhaftes Mittagsmahl fast noch gekrönten) Umweg und etwas verspätet begonnen hatte, ließen wir es heute langsam angehen. Nach einem Besuch des Visitor Centers und des einführenden Films über den Park zu den verschiedenen Jahreszeiten beschränkten wir uns auf eine lange Wanderung zum Yosemite Wasserfall, mit einer Gesamthöhe von 739 Metern einer der höchsten der Welt.

    Danach wieder ins Hotel und früh ins Bett, was nicht nur an dem fehlenden Internet lag.
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  • How we climbed (on) El Capitan

    6 maj 2022, Belize ⋅ ⛅ 33 °C

    Nach fast zwei Monaten an der amerikanischen Westküste war heute unser letzter Tag, morgen ging es auf den nächsten Teil unserer kleinen großen Reise. Aber noch war keine Zeit für Wehmut, schließlich hatten wir bisher nur einen minimalen Ausschnitt des Yosemite National Parks erlebt und so ging es, nachdem Miss I sich morgens schon einmal packtechnisch auf die den anstehenden Klimawechsel vorbereitete. Da ich hierbei erfahrungsgemäß nur im Weg bin beziehungsweise ob meiner nennen wir es mal euphemistisch unkonventionellen Packstrategie eh nicht willkommen bin, beschränkte sich mein Beitrag darauf mich fernzuhalten und die Familie wahlweise mit Kaffee oder Kakao zu versorgen und den Wagen zu befüllen.

    Pünktlich um 11 waren wir dann auch fertig und abfahrbereit. Erste Station: Yosemite Park zum zweiten. Statt uns zu stressen und möglichst viele Stationen abzuklappern beschränkten wir uns auf eine kleine aber entspannte Wanderung am Fluss entlang auf dem Mirror Lake Loop, wobei wir nicht die gesamten zwei Meilen wanderten und stattdessen an einer besonders lauschigen Stelle die Beine ins eiskalte Wasser stellten und uns die Sonne auf den Bauch scheinen ließen.

    Anschließend die schon obligatorische Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im lokalen Ranger Club, wobei wir die Zeremonie diesmal nicht am Visitor Center sondern an einem Aussenposten vornahmen. Der dortige Ranger war dann auch etwas überfordert mit der Situation, musste sich mehrfach Rat bei einer Kollegin holen und war mindestens so aufgeregt wie FF, der ja inzwischen schon zum Profi herangewachsen war, was sich nicht nur in der neu erstandenen Junior Ranger Baseball-Kappe manifestierte. Nachdem also die Aufnahmeprüfung bestanden war, gab es die gewünschte Badge und zudem noch ein wunderschönes Abzeichen zum Aufbügeln. Damit wäre das Kapitel auch geschlossen und wenn der Ninja-Vergnügungspark sich nicht wie geplant als Erfolg herausstellt, hat FF immer noch die Möglichkeit einen Park-Ranger-Abzeichen-Handel in Deutschland aufzuziehen und damit sein Studium zu finanzieren.

    Schon auf dem Weg aus dem Park noch eine letzte Station am El Capitan. Vermutlich neben dem Half Dome das Sinnbild für ambitioniertes Sportklettern in der Welt. 1.000 Meter Steilwand, senkrecht abfallend. Der Weg zur eigentlichen Wand vermittelte schon einmal einen Eindruck, obwohl wir uns noch mehr oder minder horizontal bewegten, stand uns in der prallen Sonne schon nach wenigen 100 Metern der Schweiss auf der Stirn. Aber es muss getan werden, was getan werden muss und daher „in die Wand“. Wobei man vielleicht einräumen muss, dass der Titel dieser Geschichte vielleicht ein klein wenig (und natürlich völlig unbeabsichtigt) reißerisch formuliert ist. Denn die knapp fünf Meter, die wir uns mehr (Papa) oder weniger (FF) mühsam den Fels hinaufwuchteten, zählen natürlich in keinster Weise als Besteigung. So kletterten wir vielleicht etwas am Berg, aber nicht auf den Berg (We climbed on El Capitan, we did not climb El Capitan), aber alles Wortklauberei, stolz waren wir dennoch und damit ein weiterer und letzter Meilenstein abgehakt ehe es auf die Autobahn in Richtung San Francisco International Airport ging.

    Auf dem Weg dorthin passierten wir Wegmarken, die schon ganz am Anfang unserer Reise standen, unser toller Abend in Tracy, die lange Wanderung an unserem Tag in San Francisco. Alles schon tausend Eindrücke, noch mehr Kilometer und doch noch keine zwei Monate her. Auch wenn ich diese Zeilen mal wieder mit deutlicher Verzögerung auf einer Terasse im Regenwald von Guatemala schreibe, ist der Abstand noch nicht groß genug, um alles einzuordnen. Fest steht lediglich, dass es eine besondere Art des Reisens war, die uns einiges abverlangte. Streng getaktetes Reisen mit strammem touristischem Rahmenprogramm war bis dato nie das unsere gewesen, doch durch die (gewollte) Vorgabe unseres Reiseveranstalters und die trotz des vermeintlich großzügigen Zeitfensters vom 16. März bis zum 6. Mai, das allerdings für die Fülle an Sehenswürdigkeiten die wir uns vorgenommen hatten, sahen wir uns zu unserem Besten gezwungen. Auch wenn es Stellen gab, an denen wir gerne noch etwas länger geblieben wären, war das genau richtig so oder vielmehr Anlass und Anreiz uns diesen Orten vielleicht irgendwann nochmal in unserer ureigenen Geschwindigkeit zu widmen.

    Ein Ort der dann sicherlich auf der Liste stünde ist San Francisco. Dank des Streiks des deutschen Flughafensicherheitspersonals hatten wir hier ja prompt auch einen Tag verloren. Doch heute sollten wir leider nicht (wie zuvor in Vancouver) in der Lage sein uns diesen Tag „zurückzuholen“. Das Hotel direkt am Flughafen und mit der Rückgabe des Autos und dem Einchecken zu viel an Programm um an diesem Abend noch einmal in die Stadt zu fahren.

    Stattdessen etwas Entschleunigung auf der Strecke und ein Abschiedsessen im Städtchen San Mateo, nur wenige Fahrminuten vor dem Ende unserer Strecke. Dorthin gelangten wir über die sehenswerte Hayward Bridge, allerdings dann auch der ersten gebührenpflichtigen Fahrstrecke während der gesamten Reise. Damit sollte ich mich später noch beschäftigen (18 USD, die von Hertz aber unbürokratisch abgebucht wurden). Ein, soweit wir schon befugt waren dies zu beurteilen, typisches kalifornisches Städtchen mit wuseliger Fußgängerzone in der Strassenbands spielten und sich ein Restaurant an das nächste reihte. Unseres hieß Pacific Catch und hatte ein ok-preisiges Angebot an koreanischen Rippchen, Sushi für FF und Hummer-Sandwich für Miss I. Ein schöner Abschluss und danach dann gleich in Richtung Flughafen. Dort die Trennung! Klingt allerdings dramatischer als es war, lediglich die Familie mit allem Gepäck am internationalen Terminal abgeworfen in der Hoffnung, dass wir bis ich den Wagen zurückgegeben hatte eingecheckt und unser Gepäck schon losgeworden seien.

    War dann nicht ganz so. Die Wagenrückgabe verlief reibungslos (will sagen ohne Kundenkontakt) und die Fahrt mit der Bahn zum Terminal ging auch recht schnell. Auch unsere Bordkarten konnten wir an dem Abend noch bekommen, lediglich unser Gepäck sollten wir nicht mehr loswerden, da unser Flug zwar morgens um 7 aber halt doch am nächsten Tag erst ging. Und das war für United nicht handhabbar. Daher dann mit Sack und Pack auf die Suche nach der Haltestelle für den Hotelbus begeben. Die 50 Minuten Wartezeit dank der freundlichen fehlerhaften Wegbeschreibung mehr laufend als wartend verbracht. Und irgendwann so gegen 10 dann im Hotel angekommen. Als letzte Handlung nochmal runter zur Rezeption, wo der Reiseführer für Central America schon auf uns wartete. Das freundliche Geschenk unserer Reiseveranstalterin für diesen folgenden Teil der Reise war eine schöne Überraschung und Einstimmung auf das, was uns in den nächsten knapp drei Monaten erwarten sollte, denn Zeit uns darauf vorzubereiten hatten wir bis dato nicht gefunden. Aber so viel sei schon mal gesagt: es sollte anders und spannend werden!

    Jetzt aber erstmal den Wecker auf 5:15 gestellt und ab in die Falle, allerdings nur mit wenig Aussicht auf Schlaf, da zu viel hinter uns und noch viel mehr vor uns lag!
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  • Bye Bye USA - Hola Belize

    7 maj 2022, Belize ⋅ ⛅ 32 °C

    San Francisco International Airport - Houston/Texas - Belize International Airport - Black Orchid Resort , Burrell Boom Village, Burrell Boom Belize

    5:15 Uhr! Wenn dann der Wecker klingelt und dies gar nicht notwendig wäre, da man schon eine Weile wach liegt, dann ist klar: ein ereignisreicher Tag beginnt!

    Schnell aufgestanden, FF in die Klamotten geworfen, kurzer Boxenstop im Badezimmer und so pünktlich an der Rezeption, dass wir in dem Bus für den Transfer zum Flughafen freie Platzwahl hatten und die letzte Reihe belagern konnten. Spätestens nach dem vierten weiteren Hotel in welchem wir Leute zuluden war klar, dass dies die vermeintlich schlechteste Wahl war, denn die Zeit wurde knapper und zwischenzeitlich waren wir zwischen Menschen, Koffern eingezwängt. Obwohl es aussen noch dunkel war, schmolz der Zeitvorsprung den wir uns in mit deutscher Pünktlichkeit erkämpft hatten immer weiter zusammen. „Glücklicherweise“ war unser Stopp dann auch der letzte, so dass zumindest alle Menschen und Gepäckstücke vor uns den Buss verlassen mussten, der Hürdenlauf blieb und also zumindest erspart. Dennoch gehetzt ins Gebäude und mit Umwegen unser Gepäck aufgegeben. Die Anzeige der Wartezeit für die Sicherheitskontrolle kannte ab dem Moment auch nur noch eine Richtung. Dennoch ging alles relativ flott und somit die Wahl: direkt zum Gate oder doch noch schnell in Richtung Lounge um zumindest mit einem vernünftigen Kaffee gestärkt den ersten Flug in Richtung Houston/ Texas anzutreten. Frage, nicht wirklich! Zwei doppelte Espresso und drei hartgekochte Eier später zum Gate gerannt. Nur eine Minute Zeit um die anscheinend neueste Attraktion und den Blick in die Zukunft der Barrista-Zunft zu werfen: ein Roboter der Kaffee zubereitet! Und los ging es.

    Der Rest verlief ruhig und entspannt. Dank des On-Board-Entertainments gab FF so gut wie keinen Mucks von sich. Und schon warten wir in der Luft und konnten San Francisco und der Westküste zum Abschied winken. Drei Stunden später Landung in Texas. Hier ca. 1.5 Stunden Aufenthalt, die wegen des zeitigen Boardings aber auch nicht wirklich üppig waren. Dennoch Zeit genug um in der Lounge diesmal ausgiebig zu frühstücken / brunchen. Selbst der obligatorische Abflugssekt war für Miss I noch drin.

    Boarding für Belize! Kürzere Flugzeit als der Flug von San Francisco nach Houston. Landung in der Karibik entsprechend dem Klische! Kleine Treppe und zu Fuß hinüber in die unklimatisierte Halle, wo die Einreise- und Zollformalitäten noch old fashioned mit Zettelwirtschaft betrieben wurden. Ansonsten auch alles recht überschaubar, aber dank der guten Organisation von Miss I und der freundlichen Inempfangnahme von FF ging es für uns zügig durch die Bürokratieschlange. Aus dem Gebäude herausgetreten hatten wir kaum Zeit uns an die Gluthitze und das lautstarke Hilfsangebot zahlreicher freundlicher Taxifahrer und Hotelbetreiber zu gewöhnen, denn unser Empfangskomittee stand mit Namensschild schon bereit. Belize ist ja das einzige Land in Zentralamerika, in dem Englisch und nicht Spanisch Amtssprache ist. Dennoch größte Schwierigkeiten den freundlichen Mann, der einen gleich mal als My Friend titulierte zu verstehen. Dennoch ging die Mietwagenübergabe formlos (ohne Check meiner Fahrerlaubnis) von statten. Die Kontrolle der bei Übergabe bereits vorhandenen Schäden erübrigte sich ob des Alters und des heruntergekommenen Zustands unseres Gefährts ebenfalls. Doch er hatte Charakter, eine Klimaanlage und ein Radio. Was er allerdings nicht hatte, war ein Navigationsgerät. Und wir dagegen hatten nicht nur kleinen Plan sondern auch kein Internet, da ich es bis dato noch nicht geschafft hatte über die Telekom einen entsprechenden Tarif zu buchen. Aber was soll’s. Wir hatten ja unseren Begleiter……der uns allerdings nach ein paar Kilometern an einer Kreuzung verliess. Nicht ohne uns den freundlichen Hinweis zu geben: geradeaus am Gefängnis vorbei. Wenn ihr dann in die Stadt kommt irgendwann links und der Strasse folgen. Nun, das Gefängnis hatten wir bald hinter uns gelassen (positiv!!), aber die Definition von Stadt kann auch mal abweichen. Als wir an drei Häusern vorbeigefahren waren und uns an einer Kreuzung erkundigten, wie weit es denn noch sei, bekamen wir die freundliche Auskunft, wir seien schon durch. Also zurück, links und über Hubbelpisten und vor allem teils sehr unfreundliche Speed-Bumps hinweg in Richtung Hotel. Das kam dann glücklicherweise auch schon bald, denn inzwischen machte sich in Kombination mit der schwülen Luft (die Klimaanlage war dann doch nicht so stark um das komplett zu meistern) der Umstand bemerkbar, dass ich in der Nacht keine drei Stunden geschlafen hatte.

    Schnell noch geklärt, dass unser Zimmer tatsächlich im Voraus bezahlt war und für eine Stunde auf Bude. Großes Zimmer, Klimaanlage und das ganze halbwegs sauber. Was wollten wir mehr. Nach etwas Ruhe noch schnell ein Abendessen, kaum in der Lage aufzunehmen, was wir eigentlich bestellt hatten (ein Salat mit gebratenem Seafood glaube ich) und mit nur einem kurzen Gruß an der im Pool plantschenden Familie vorbei ins Zimmer und ab ins Bett.
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  • Our Trip to the West - The Facts

    7 maj 2022, Förenta staterna ⋅ ⛅ 14 °C

    Das war es dann also, unsere Reise in den Westen der USA ist zu Ende. Den Mittelamerika-Teil werden wir nichts mit der gleichen Detailgenauigkeit berichten. Zum einen weil es zum Ende hin dann doch auch etwas stressig war und der Druck die Berichte in Form zu bringen immer auch ein wenig mitreiste, zum anderen weil wir uns bei der Diskussion unserer weiteren Reise bewusst entschieden haben uns dem karibisch-zentralamerikanischen Tempo anzupassen und es un poco tranquilo angehen zu lassen. Daher rechnet ab hier eher mit Wochen- oder Länderberichten.

    Vorher aber noch ein paar Daten zu den letzten Wochen:

    53 Übernachtungen in den USA und Kanada (ohne meinen kurzen Abstecher nach Deutschland
    In 30 unterschiedlichen Unterkünften inklusive Freunde und Familie
    11.146 Kilometer mit dem eigenen Wagen unterwegs.
    0 Parktickets
    1 Verwarnung wegen Geschwindigkeitsübertretung
    2 Länder und 6 Bundesstaaten der USA (California, Oregon, Washington State, Arizona, Utah, Nevada / nicht mitgerechnet die Stopover in Dallas/Texas und Denver/Colorado)
    2 Mal Einkehr in echten Fastfoodrestaurants (McDonalds und Wendy, beide enttäuschend, Starbucks nicht mitgerechnet)
    12 Nationalparks sowie zahlreiche weitere regionale Recreation Parks etc.

    That`s it, denn den Rest haben wir im Kopf und im Herzen.
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  • Gud Maanin Belize!!!

    8 maj 2022, Belize ⋅ ☀️ 31 °C

    Liebe Lesende,

    zunächst muss ich in mehrfacher Hinsicht um Entschuldigung bitten:

    1. Zum einen erreicht Euch der Gruß zu spät, denn inzwischen sind wir schon auf Station 2 unserer Zentralamerikareise. Es gab einiges aufzuholen und abzuarbeiten und dann noch der Vorsatz diesen Teil der Reise etwas entspannter anzugehen….. Aber wir sind dran und holen hoffentlich den Rückstau wieder auf.

    2. Die Idee dieser Reiseberichte war und ist Euch an unseren Abenteuern teilhaben zu lassen. Also eben kein Hochglanz-Influenzer-Werbeblog zum Thema Reisen. Daher tut es mir leid, aber ich kann es auch nicht ändern, das Bild ist genau der Blick den ich gerade mit einer Tasse Kaffee um 8:46 Uhr auf den Lago Izabal am Rio Dulce habe. OK, die erste Telefonverabredung mit Deutschland liegt auch schon hinter mir. Aber so kann ich arbeiten.

    Damit aber genug zu den Interna.

    Belize!
    Erste Station und softer Einstieg in Zentralamerika. Nicht nur da die Amtssprache hier noch Englisch ist, wir also nicht nicht radebrechend durch die Gegend stammeln müssen um zu eruieren was wir gerade zu Essen bestellt haben. Insgesamt ist das ganze System in Belize sehr auf einen gesettelten US-amerikanischen Tourismus eingestellt. Die lokale Währung ist fest an den Dollar gekoppelt und mit 1 zu zwei auch nach der siebten Rum-Cola noch verhältnismäßig einfach umzurechnen und auch ansonsten scheint das Reisen hier ohne große Einarbeitung möglich. Gut, eine Karte oder zumindest funktionierendes Internet wären an der ein oder anderen Stelle von Vorteil gewesen, aber selbst hier lässt sich mit Try and Error relativ viel erreichen. Schließlich ist das Land mit 22.996 QKM gerade mal 6,5 mal größer als Malle und da komme ich auch nach drei Eimern Sangria nach Hause! Zumal sich das öffentliche Verkehrsnetz tatsächlich auf die sogenannten Hauptverkehrsadern beschränkt, alles was vom Highway oder von der Hauptstrasse abweicht ist mehr oder minder ein Feldweg. Entsprechend kommt man auch mit wenigen Wegmarken zurecht. Zumindest wenn das Hotel, das man sucht nicht spontan seinen Namen gewechselt (uns diesen auch mitgeteilt) hat, aber sämtliche Beschilderung noch auf Singing Sands statt Azure der Mar lautet. Aber dazu kommen wir noch. Also alles soweit handhabbar. Wenn man jetzt noch verinnerlicht, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung hier mit Speedbumps unterschiedlicher Qualität durchgesetzt wird, hart man eine faire Chance zügig und mit intakter Vorderachse an seinem Ziel angekommen, denn, hey, wir sind hier in der Karibik, das man vielleicht mal ne halbe Stunde länger eingepreist gehört mit zum Gesamtpaket.

    Aber um nochmal über die Speedbumps zu sprechen, die waren schon speziell. Einige hatten lediglich die Stärke einer von einem zweijährigen ausgeführten Rückenmassage, während andere (meist als „Fußgängerüberweg“ ausgewiesen, selbst mit 5 km/h auf der Annakirmes eintrittspflichtig wären. Glücklicherweise werden die Hubbel meist hundert Meter vorher angekündigt und sind bei Nacht zumindest minimal beleuchtet. So zumindest 95 % der von uns getesteten Schwellen, blöd natürlich, wenn man sich darauf verläßt und den einen, bei dem die Signalanlage ausgefallen war, verpasst. Vollbremsung, drüber und weiter geht es. Man gewöhnt sich dran und wenn man ehrlich ist immer noch zielführender als in Deutschland nachts um drei einsam vor einer roten Fußgängerampel zu stehen…..

    Da selbst die ausgelobte Urkunde des karibischen Fremdenverkehrsamts für die 1.000.000.000. Wiederholung des Klischees der freundlichen Menschen hier schon vor Jahren verliehen wurde, sei hier nur festgestellt: passt schon! Oder mit anderen Worten „just as many Inhaberaktien as Bochum but ten times friendlier“ ;-)

    Da ich immer nur eine begrenzte Anzahl an Bildern je Bericht hochladen kann gibt es die Kurzberichte zu unseren einzelnen Stationen separat. Hier nur schon mal die Übersicht unseres Reiseverlaufs in Belize:

    7. May: Ankunft am Belize International Airport (Tag 1)
    Übernachtung im Black Orchid Resort, Burrell Boom

    8. - 11. Mai: Placencia (Tag 2 - 5)
    Fahrt nach Placencia und Übernachtung im Resort Hotel Azure Del Mar (allerdings weithin nur unter dem Namen Singing Sands bekannt)

    12. - 15. Mai: Hopkins (Tag 6 -9)
    Übernachtung im Cosmopolitan Guest House

    16.-19. Mai (Tag 10-13): In der Nähe von San Ignacio
    Übernachtung in der Black Rock Lodge

    20. Mai (Tag 14): Fahrt nach Guatemala
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