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Abenteuer Südafrika 2023

Traumhafte Panorama Route, im Kruger NP, Walgesang und Wein und vieles mehr... Läs mer
  • Resans start
    24 september 2023

    Prolog

    24 september 2023, Tyskland ⋅ ☀️ 18 °C

    Bekäme ich jedesmal Geld, wenn ich von unseren Afrika Reisen schwärme, wäre ich reich.

    Nichts begeistert mich mehr als die Vielfältigkeit die Afrika zu bieten hat.

    Auf unserer Südafrika Reise 2023 sehen wir einen Canyon, Wasserfälle, viel Wildlife, Klippen und Küsten, den innmergrünen Wald von Tsitsikamma, Wüstengegenden und wunderschöne Passstraßen, Sonnenuntergänge zum Dahinschmelzen und Weingüter zum Träumen.

    Auf uns warten Abenteuer, peinliche und witzige Situationen und Romantik pur.

    Wettertechnisch ist von 16-36 Grad, mit Sonne, Wind und Regen alles dabei.

    Holt euch Popcorn und rechnet damit, dass euch das Afrika Virus anspringt.
    Auf geht's nach Südafrika 2023...

    Wenn es euch Spaß macht zu lesen, freue ich mich über einen Kommentar 😃
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  • 25. September

    25 sep.–25 okt. 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 31 °C

    Wir sind Uwe und Silvia und bereisen zwar zum dritten Mal den afrikanischen Kontinent, aber zum ersten Mal Südafrika.

    Am 24. September bringt uns Qatar mit Zwischenlandung in Doha nach Johannesburg.
    Am Einreiseschalter gibt es akuten Personalmangel und jede Menge technische Probleme so dass wir zweieinhalb Stunden brauchten, bis wir endlich durch sind.
    Nur wo ist jetzt unser Fahrer? Ist er überhaupt noch da? Wir drehen mehrere Runden bis wir uns schließlich finden.

    Der arme Kerl muss uns jetzt noch vier einhalb Stunden nach Hazyview fahren.
    Es ist bereits nach 13.00 Uhr.
    Wir sind seit gut 17 Stunden unterwegs und fühlen uns ziemlich kaputt.

    Wie gut, dass wir uns einfach in die Sitze eines geräumigen
    Vans fallen lassen können.
    Wir haben sehr viel Beinfreiheit und bekommen gleich mal ein erfrischendes Wasser.

    Die Landschaft zieht an uns vorüber und könnte so schön sein, wären da nicht diese unvorstellbaren Müllteppiche auf beiden Seiten der Straße und über viele Kilometer.
    Fassungslos beobachte ich wie Tiere durch Scherben und Abfall laufen und den Müll fressen. Mein Herz zieht sich bei dem Anblick zusammen.

    Auf halber Strecke wird es aber besser.
    Inzwischen meldet sich auch unser Hunger. Wie auf Bestellung taucht eine Raststätte auf, die unser Chauffeur unaufgefordert ansteuert. Offenbar kann er Gedanken lesen oder er hat unser Magenknurren gehört oder seinen eigenen.

    Meine Blase diktiert mir, dass ich einen Zahn zulegen und das WC finden soll. So schwer ist das auch nicht. Immer der Nase nach und das funktioniert hervorragend.
    Als ich dem Eingang näher komme, schlägt mir der Gestank wie eine Wand entgegen. Mir stellt es die Luft ab. Ich taumle zurück.
    Ich schwöre meiner Blase, dass ich dieses WC nicht überleben würde und wenn doch, würde ich wahrscheinlich etwas mitnehmen was kein Mensch braucht, sollte ich versehentlich etwas berühren.
    Feierlich versichere ich ihr, dass ich einen anderen Weg finden werde um der Natur meine Getränke zurück zu geben, und wenn es unter Einsatz meiner Tränendrüsen geschehen muss.

    Einen Moment ist mir sogar der Appetit vergangen. Aber als ich ums Eck biege und auf die Grillbude zukomme, steigt mir ein unverschämt guter Grillgeruch in die Nase.
    Jetzt muss sofort eine Wurst her. Als wir unserem Fahrer auch eine anbieten, verdoppelt er das Angebot. Also gut, dann halt zwei für ihn. Er hat ja lange auf uns warten müssen. Das kann schon hungrig machen.

    Eine halbe Stunde später fahren wir weiter. Das Nachmittagslicht kippt sein Goldtöpfchen über die Landschaft aus und gibt ihr einen märchenhaften Anstrich.
    Je näher wir unserem Ziel kommen, desto schöner wird die Landschaft. Ich bin begeistert.

    Zum Endspurt fahren wir durch eine Macadamia Plantage und stehen dann schließlich vor dem Summerfields Rose Retriet. Ich schaffe es sogar ohne ungewollten Flüssigkeitsverlust bis ich endlich mein Versprechen an meine Blase einlösen kann.

    Unser Fahrer bekommt ein sehr großzügiges Trinkgeld, weil uns die Verspätung und seine damit verbundenen Umstände so leid tun. Er hat uns erzählt, dass seine Frau vor kurzem verstorben sei und seine Tochter morgen Geburtstag hätte. Deshalb wolle er in der Nacht noch zurück fahren.
    Wir hoffen, er kommt gut nach Hause.

    Vom Personal werden wir sehr herzlich mit einem Glas Prosecco begrüßt und schließlich zu unserem Chalet begleitet.

    Eingebettet im Wald, Bietet es hundertprozentige Privatsphäre. Hier ist eine Oase der Ruhe.
    Das Interieur hat romantischen Charme und zum Wald hin gibt es eine uneinsehbare Terrasse samt Außendusche.

    Der Abend ist noch lauschig warm, so dass wir uns gleich eine erste Freiland Erfrischung gönnen.
    Nach der langen Anreise erwachen unsere Lebensgeister beim ersten Kontakt mit der Regenwaldbrause. Herrlich 👍

    Bis wir wieder salonfähig sind, ist es Dunkel. Wir fühlen uns aber wieder frisch und munter und schalten in den Urlaubsmodus um.

    An der Bar, die ebenfalls im Wald liegt, genießen wir einen Cocktail und versuchen zu begreifen, dass wir wieder in Afrika sind.
    Dann begeben wir uns auf die Restaurantterrasse und gönnen uns ein drei Gänge Menü.
    Leider trifft es nicht unseren Geschmack. Aber weil alles andere so schön ist, macht uns das nichts aus. Als ungenießbar würden wir es ja trotzdem nicht bezeichnen.

    Nach dem Essen fordert die anstrengende Anreise dann doch ihr Tribut und die Müdigkeit überrollt uns wie eine Welle. Und ja, das darf sie auch. Alles was wir heute noch vorhaben ist, in die wohlige Umarmung der Federn zu sinken und uns einzukuscheln.

    Gute Nacht geliebtes Afrika, wir sehen uns morgen.
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  • 26. September Summerfields

    26–27 sep. 2023, Sydafrika ⋅ 🌩️ 30 °C

    Wir wachen mit Vogelgezwitscher vom Feinsten auf. Unser Panoramafenster gibt uns das Gefühl unser Bett stünde mitten im Wald. Ich bin wirklich höchst angetan und überglücklich wieder in Afrika sein zu dürfen.

    Wir starten mit einem tollen a la Carte Frühstück auf der Terrasse, bei herrlichem Sonnenschein und mit angenehmen gefühlt 20 Grad.

    Ich probiere zum ersten Mal im Leben ein pochiertes Ei. Naja, kann man essen, haut mich aber nicht um. Der Lachs unter dem Ei ist da schon eher mein Ding😜.

    Die gesamte Anlage des Summerfields Rose Retriet liegt im Wald, so auch das Restaurant.

    Kleine putzige Äffchen klettern fast auf Armlänge vor uns herum, setzten sich einen guten Meter von uns entfernt aufs Geländer und gucken uns an, mit Augen die definitiv sprechen können. Sie sagen: Schau doch wie süß ich bin und wie brav ich deine Komfortzone respektiere. Ich komme nicht auf den Tisch, aber findest du nicht, dass du dein Frühstück mit mir teilen solltest? Dazu bieten die Äffchen Akrobatik und gucken uns mit ihren drolligen Gesichtern herzerweichend an.
    Aber Nö, ich finde trotzdem nicht dass ich mein Frühstück teilen sollte und vorsichtshalber wandern Handy und Schlüssel in die Hosentasche.

    Die Äffchen benehmen sich aber wirklich 1A und machen unser Frühstückserlebnis zu etwas Besonderem.

    Wir müssen jetzt was man so am Morgen muss und nutzen dafür die Restaurant Toilette, die sich in einer externen Hütte neben dem Restaurant befindet.
    Leute, das muss man gesehen haben.
    Der Hammer!
    Da möchte man sofort einziehen. Geräumig wie ein Kinderzimmer, blitzsauber, und mit Panoramafenster.
    Die wissen hier wie man Ambiente schafft.

    Wir werden um elf von unserem Fahrer abgeholt. Das Summerfields sollte uns nur als Zwischenübernachtung dienen. Ich würde soooo gerne noch länger bleiben, war auch so angedacht aber unser Urlaub gab leider keine zusätzliche Nacht mehr her.

    Wir sehen uns jetzt ersteinmal ein bisschen um und erkunden das Gelände, gestern war das ja nicht mehr möglich.

    Eine Terrasse mit Blick auf den Sabie River schafft es, dass wir uns hier nicht mehr weg bewegen bis wir unsere Zelte abbrechen müssen. Es ist paradiesisch schön den Fluss inmitten dieser saftig grünen Landschaft anzusehen und das Vogelkonzert zu genießen. Das ist Ruhe und Entspannung pur.

    Kurz vor Abholzeit, gehen wir nochmal in unser Chalet. Als wir gestern nach dem Dinner zurück kamen, fiel mir auf, dass die Badewanne aussah, als hätte jemand etwas Dünnpfiff auf dem Rand hinterlassen. Das war vor dem Dinner definitiv noch nicht. Aber wir waren zu müde um über eine mögliche Ursache nachzudenken.

    Jetzt, sehe ich am Boden neben der Terrassentür einen Kackhaufen mit sicher 7 cm Durchmesser und guter Standfestigkeit. 😜

    Der war gestern auch noch nicht da und wir halten wegen der Affen immer alle Türen geschlossen.

    Da kommt uns zum ersten Mal in den Sinn, dass sich vermutlich ein Tier im offenen Gebälk aufhält.
    Wir haben uns gestern ohne Kontrolle, ob ein ungebetener Untermieter bereits unser Laken vorwärmt, einfach ins Bett fallen lassen.
    Heute möchte ich gar nicht mehr drüber nachdenken, welches Viech solche Haufen hinterlassen könnte.
    Da geht meine Fantasie mit mir durch und dann sehe ich vor meinem inneren Auge eine grüne Baumschlange.
    Glück gehabt, dass wir keinen Überraschungsgast im Bett hatten.

    Die Uhr verrät uns, dass es Zeit ist auszuchecken. Wir bedanken uns für einen wunderschönen Start in den Urlaub und wünschen uns, dass wir irgendwann hierhin zurückkehren dürfen.

    Unser Weg führt uns weiter zur Emosheni River Lodge, wo wir nach zweieinhalb Stunden angenehmer und unterhaltsamer Fahrt entlang vieler Obstplantagen ankommen.

    Die Lodge liegt im Balule Reservat am Olifantsriver. Das besondere an dieser kleinen und sehr schönen Lodge ist die Aussichtsplattform mit Blick auf den Fluss und dem regem Tierbesuch dort.

    Heute steigt das Thermometer auf 36 Grad und wir schwitzen ordentlich. Unser Chalet gefällt uns sehr gut. Sogar ein Blumenstrauß steht auf dem Tisch.

    Das Personal ist überaus herzlich und kompetent, einer wie der andere.

    Zum Sundowner begleitet uns ein Ehepaar mit einem erwachsenen Sohn. Alle drei interessieren sich intensiv für jeden Knochenfund.
    Es stellt sich heraus, dass wir von einer Mediziner Familie begleitet werden. Sie sind uns sehr sympathisch und wir fühlen uns glatt ein bisschen entspannter. Sollten wir durch einen Nahkampfampf mit einem wilden Tier ein bisschen bluten, wissen die bestimmt wie man ein Pflaster richtig aufklebt.

    Leider sehen wir so gut wie keine Tiere. Aber unser Guide ist ein toller Mensch mit einem unerschöpflichen Wissen über die Flora und Fauna, weshalb wir dennoch einen schönen Drive haben.

    Wir kommen zurück, machen uns kurz frisch und gehen in den Dining Room, wo uns ein sehr gutes Drei Gänge Menü serviert wird, deutlich leckerer als gestern.

    Besagte Familie sitzt am Nebentisch und wir kommen ins Gespräch. Etwas später kommen die früheren Besitzer und der Manager dazu.
    Jetzt wird es ausgesprochen unterhaltsam und wir vergessen die Zeit.
    Irgendwann fängt der erste an zu schwächeln und kaum ein Augenzwinkern später gähnen wir synchron und schleichen uns ein jeder in sein Bett.
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  • 27. September

    27 september 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 18 °C

    Für heute haben wir einen Ganztagesausflug in den Kruger NP gebucht.
    Unvorstellbare 16 Grad Höchsttemperatur sind vorhergesagt. Gestern waren es schlappe zwanzig Grad mehr.

    Was bin ich froh um den Kaschmir Pulli den ich dabei habe, sowie meine Steppjacke und meinen Schal. Dazu wandern mein Stirnband und die Regencapes in die Tasche.

    Uwe will einen auf cool machen und meint:
    Jacke? Pffff... ich doch nicht.
    Nur unter Androhung von Gewalt nimmt er sie wenigstens mit.
    Schon als wir unser Chalet verlassen, fröstelt es mich und es nieselt.

    Wir werden um fünf Uhr abgeholt und sind die einzigen Gäste. Diesen Ausflug haben wir zwar über die Lodge gebucht, aber der Auftrag wurde extern vergeben.

    Unser Guide begrüßt uns. Der Funke der Sympathie springt allerdings nicht über. Das wird auch im Laufe des Tages nicht besser. Als informativ oder gar unterhaltsam kann ich ihn auch nicht bezeichnen.

    Der Jeep hat Seitenplanen die man bei Bedarf runterlassen kann. Das könnte heute von Vorteil sein, falls es noch stärker regnen sollte.

    Zwanzig Minuten rumpeln wir durch das steinige Reservat bis zur Hauptstraße und weitere zwanzig bis zum Parkeingang.

    Der Fahrtwind ist ganz schön frisch und die Gischt vom Regen weicht uns ein wie einen dreckigen Lumpen der eine Seifenlauge braucht, bevor er in den Hauptwschgang wandert. Na hoffentlich bekommen wir den nicht unterwegs.

    Das Papierprozedere zum Einlass in den National Park kennt ihr alle.
    Während sich unser Guide um die Formalitäten kümmert rüsten wir uns gegen die Nässe und die frostige Kälte.

    Wir haben beide schon einen Satz kalte Ohren.
    Uwe zieht nun dankbar erst seine Jacke an und das Regencape drüber.
    Ich habe meine Steppjacke schon an, wickle mir aber den Schal so oft um den Hals, dass ich gerade noch ein bisschen atmen kann. Mein Stirnband wird jetzt zu meinem besten Freund. Auch ich verschwinde unter meinem Regencape und beide legen wir uns noch die Decken auf die Knie. So, jetzt kann Mr. Frosty winkend an uns vorüber ziehen.

    Leider schränken jetzt die Kapuzen der Capes unsere Sicht sehr ein.
    Die Decken wärmen auch nicht sehr lange, weil sie durch den permanenten Sprühnebel schnell klamm sind.

    Dann geht es los in den Park. Unser Fahrer gibt plötzlich Gas, als wären wir auf der Flucht.
    Unsere Capes blasen sich auf wie Segeltücher und wir haben Mühe sie festzuhalten, damit sie nicht Hochflattern und uns gegens Gesicht schlagen.

    Der Regen wird stärker. Unsere Brillengläser beschlagen und werden nass. Blöd auch.... Jetzt wären Scheibenwischer praktisch.
    Wir haben eiskalte Hände und es ist eeeeecht ungemütlich.

    Aber da, plötzlich taucht eine kleine Elefantenherde am Wegrand auf. Wie cool ist das denn? Sie laufen direkt neben der Straße!

    ....und was macht unser Guide?
    Er fährt an ihnen vorbei, als wären sie unsichtbar.
    Wir rufen: Stoooopp!
    Er hält an, fährt ein paar Meter zurück und gibt uns zwei Minuten Zeit, bevor er wieder seine Beinmuskulatur einsetzt um dem Gaspedal eine Ansage zu machen.
    Uwe und ich sind so perplex, dass wir uns sein Verhalten ohne weitere Worte gefallen lassen.

    Wieder rasen wir mit einem Affenzahn durch den Park. Jedes Mal wenn wir Tiere sehen, müssen wir rufen damit er anhält.

    Nach dem dritten oder vierten Mal platzt uns der Kragen. Wir lesen ihm die Leviten. Da meinte er, er wolle mit uns irgendwo hin fahren wo wir viel mehr Tiere sehen könnten, aber das würden wir nicht schaffen wenn wir ständig anhalten.

    Was sagt man dazu? Uns ist in dem Moment nix eingefallen.

    Ein paar Mal hält er kurz an, kaum lange genug für ein Foto. Dann bekommt er wieder einen Bleifuß.

    Nach vier Stunden kommen wir an einen Rastplatz. Unser Guide macht Pause.
    Uwe und ich warten im Auto auf ihn und beschließen, dass wir keine Lust mehr haben. Wir frieren erbärmlich und dieser Drive macht absolut keine Freude. Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich daran noch etwas ändert.

    Unser Guide kommt zurück und lässt die Seitenplanen runter. Das ist uns ganz recht, weil der Regen in Kombination mit dem Fahrtwind echt eisig ist.
    Dafür ist die Sicht jetzt noch schlechter. Aber egal, wir teilen ihm mit, dass wir abbrechen möchten. Er nimmt es hin und fragt auch nicht nach dem Grund.

    Als wir vom Parkplatz rollen, hält er mit dem Fahrer eines anderen Jeeps Smal Talk und erklärt uns, dass ein Riss gesehen wurde, dort hält sich vermutlich ein Leo auf. Wir haben keine Einwände und hoffen in Kürze einen Leo sehen zu dürfen. Das wäre ja mein Traum.

    Die Raserei geht weiter. Aber von wegen "in Kürze", sicher eine halbe Stunde düsen wir in Schallgeschwindigkeit durch den Park.
    Dann halten wir neben einem Selbstfahrer.
    Er steht da schon seit zwanzig Minuten, konnte aber bisher nichts entdecken. Kein Leo in Sicht und auch sonst kein Tier.
    Wir warten noch zehn Minuten und weiter geht's es mit Speet und deutlich schneller als erlaubt.

    Wir erinnern den Fahrer daran, dass wir abbrechen möchten. Er murmelt irgendwas.

    Nach einer Weile treffen wir auf einen liegengeblieben Jeep. Unser Guide hält an. Es stehen schon einige einheimische "Helfer" herum, die angeregt darüber diskutieren, wie ihr Kollege, der im Dreck unter dem Fahrzeug liegt, am besten vorgehen sollte.
    Ab und zu reicht ihm jemand ein Werkzeug.
    Es wird viel geredet und gelacht und das findet auch unser Guide spannend. Dafür nimmt er sich gerne eine halbe Stunde Zeit. Könnte ja sein, dass er etwas beizutragen hat.

    Während unser Guide mit seiner bloßen Anwesenheit die Reparaturarbeiten moralisch unterstützt, sitzen wir im Wagen und erreichen allmählich den Gefrierpunkt.

    Endlich kann es für die Pannenhilfe weitergehen und somit auch für uns.

    Dann raßen wir weiter. Die halbe Stunde kann er sicher aufholen, wenn er mit dem Gaspedal ans Limit geht. Die Fahrt soll ja schließlich ein bisschen abenteuerlich sein.

    Kurz darauf verdunkelt sich der Himmel und wird schwarz wie die Nacht. Die Wolken hängen so tief, dass man meinen könnte, sie würden gleich das Dach des Jeeps berühren.
    Unvorstellbar welche Fluten da runterkämen, sollten sich diese Schleusen öffnen. Ich denke an den Hauptwschgang. vorgewaschen sind wir ja inzwischen reichlich.

    Am Horizont sehen wir einen ganz schmalen Lichtstreifen, quasi am Ende des schwarzen Lochs in dem wir uns gerade befinden.
    Die Atmosphäre kann ich kaum beschreiben. "Weltuntergangsstimmung" trifft es vielleicht am Besten. Ich würde das soooo gerne fotografieren. Aber bei der vorbeifliegenden Kulisse ist das unmöglich.

    Die Planen, an denen der Wind zerrt, machen so einen fürchterlichen Krach, dass wir unser eigenes Wort nicht mehr verstehen.

    Stunde um Stunde vergeht und wir sind davon überzeugt, dass unser Guide die Orientierung verloren hat.

    Um 19.00 Uhr kommen wir nach 14 Stunden durchgefroren bis auf die Knochen zur Lodge zurück.

    Weil er trotz grottenschlechter Arbeit vierzehn Stunden anstatt sieben mit uns unterwegs war, kürzen wir das Trinkgeld nicht. Vielleicht setzt das falsche Signale. Möglicherweise sollten wir seine Dienste auf finanzieller Ebene werten. Wie auch immer. Wir verabschieden uns schnell und unterkühlt. Hoffentlich auf nimmer Wiedersehen.

    Zum Auftauen beeilen wir uns damit, unter die heiße Dusche zu kommen. Dann machen wir uns auf, in den Dining Room. Vor dem Essen bestelle ich mir einen Warm-up Kaffee um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

    Der Manager begrüßt uns und fragt nach, ob wir einen schönen Tag hatten.
    Was sollen wir ihm antworten?

    Wir sind der Meinung, dass dieser Guide eine Korrektur seiner Einstellung braucht und definitiv noch Lernbedarf hat und entscheiden uns für die Wahrheit.

    Der Manager reagiert seiner Verantwortung entsprechend richtig und will es bei dem Safari Unternehmen ansprechen, weil dies für die Gäste seiner Lodge inakzeptabel ist.

    Wir hoffen dennoch aufrichtig, dass der junge Mann eine zweite Chance bekommt um an sich zu arbeiten und zu lernen.
    Aber was wir erlebt haben, sollte sich für niemanden wiederholen.

    Für morgen haben wir schon im Vorfeld die Panorama Tour gebucht. Aber weil das Wetter nicht besser gemeldet wird, stornieren wir den Ausflug.
    Zwar wären wir in einem geschlossenen Wagen unterwegs, aber bei so einem Wetter ist keine gute Fernsicht zu erwarten.

    Auch heute wird es noch ein richtig schöner Abend mit den gleichen Leuten wie gestern. Wir bleiben lange sitzen, weil wir aufgrund der Stornierung planlos in den neuen Tag starten und ausschlafen können.
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  • 28. September

    28 september 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir wachen nach einer sehr ruhigen und erholsamen Nacht auf und kämpfen gegen unseren Wiederwillen an, aus dem warmen Bett zu steigen. Die Luft ist immernoch frostig.

    Einmal unter dem Arm geschnuppert...bisschen Deo benutzt....geht noch ....nachdem wir gestern Abend geduscht haben, ist das Frischedatum noch nicht abgelaufen.
    Die porentieve Reinigung verschieben wir auf später.

    In Rekordgeschwindigkeit springen wir in unsere wärmsten Klamotten. Auf geht es zum Frühstück. So können wir in den neuen Tag starten.

    Während wir den Dining Room betreten, steigt uns schon der Duft von frisch gebrühtem Kaffee in die Nase.
    Beim Buffet gibt es nix zu Meckern, es ist alles da, was das Herz begehrt.
    Nachdem unser Ausflug für heute abgesagt ist, haben wir reichlich Zeit um uns einmal quer Beet durchzufuttern.

    Die nette Familie von gestern ist schon auf dem Sprung. Sie machen heute eine Fahrt auf dem Blyde River. Ich beneide sie nicht darum. Es ist wieder genauso kalt wie gestern. Wasser von oben und von unten und eine geschlossene Wolkendecke....Nein Danke!
    Die Fotos die sie uns später zeigen, bestätigen uns, dass es besser war heute in der Lodge zu bleiben. Mal abgesehen von der Überraschung von der wir noch gar nichts ahnen.

    Gegen Mittag steigt das Thermometer auf 18 Grad. Es ist fast windstill geworden, wodurch wir es gar nicht mehr so unangenehm kalt finden.

    Wir sitzen im Dining Room am Fenster und spielen eine Runde Scrabble. Ich gewinne natürlich, aber das sei nur nebenbei erwähnt, ich will ja nicht angeben.

    Fotoapparat und Fernglas liegen griffbereit, denn wir sehen von hier den Fluss und hoffen auf tierischen Besuch.

    Plötzlich ruft Uwe tatsächlich : "Elefanten"!
    Ich falle aber nicht drauf rein. Schließlich kenne ich mein Uwe- Schlitzohr schon ein paar Jahre.

    Aber dann schnappt er sich den Foti und springt auf. Erst jetzt sehe auch ich aus dem Fenster und registriere, dass er gar nicht geblufft hat.

    Ich springe ebenfalls auf und folge ihm bewaffnet mit dem Fernglas zur Freiluft- Loge.

    Auf der anderen Seite des Rivers geben uns ein paar Rüsselträger die Ehre und es werden immer mehr.

    Hurra, wir haben mit unserer Entscheidung das große Los gezogen und können unser Glück kaum fassen.

    Wir ziehen uns zwei Stühle an die Brüstung und machen es uns gemütlich. Gespannt wie auf einen Kinofilm harren wir der Tiere die da kommen und wir werden reich beschenkt.

    In den nächsten zwei Stunden kommen an die fünfzig Elefanten: Babys, halbwüchsige Teenager mit Flausen im Kopf und die Erwachsenenliga, alle sind vertreten. Das ist eine richtig große Herde.

    Sie interessieren sich hauptsächlich für die Büsche und Bäume und widmen sich ihrer Energiezufuhr.

    Besonders goldig ist ein ganz kleiner Dumbo, der sein Besteck noch nicht richtig einzusetzen weiß. Gar nicht so einfach ein Blatt mit dem Staubsaugerrohr in den Mund zu bekommen.

    Einige Elis nehmen ein Fußbad und machen im Fluss eine Kneipp Kur.
    Sogar ein kleiner traut sich ins Wasser und wird von seiner Nanny nach Strich und Faden betüddelt.

    Ab und zu hören wir das Grunzen von Hippos. Erst noch weit weg, dann wird ihre Diskussion aber immer lauter.
    Nach etwa einer halben Stunde taucht eines auf... und dann noch eins... und noch eines und jetzt verlassen sie sogar das Wasser.

    Auf dem Laufsteg würden sie aber keinen Preis gewinnen. Irgendwie sehen ihre Beine aus als wären sie ein bisschen zu kurz geraten. Und ihre Wampe ist auch nicht gerade ladylike.
    Charme haben sie dafür umso mehr.

    Während am Ufer Elefanten und Hippos flanieren, hören wir aus dem Busch plötzlich ein lautes, unheimliches Brüllen.

    Wir bekommen eine Gänsehaut, denn wir wissen nicht welchem Tier es zuzuordnen ist und es hört sich nicht so furchtbar weit weg an. Wir sitzen hier nur hinter einem Elektro Zaun.

    Da.... das nächste Brüllen, jetzt noch lauter. Das Tier kommt anscheinend naher.

    Wir überlegen ob das ein Leopard sein könnte. Aber die sind doch eher nachtaktiv, oder nicht? Wir haben noch nie einen gehört. Löwen ja und Geparden auch, aber noch keinen Leo.

    Wir kommen nicht drauf welches Tier uns die Gänsehaut verpasst, die uns gerade wie ein Schauer über den Rücken läuft.

    Plötzlich flitzt ein Pavian aus dem Busch und relativ nah an uns vorbei. Er jagt einem Rivalen hinterher.
    .....und der Jäger brüllt mit tiefer Stimme.

    Da wird vermutlich gerade die Rangordnung geklärt. Die Jungs sind komplett testosterongesteuert.

    So nah, sehen wir jetzt auch einmal wie groß diese Burschen sind. Das könnte von Kopf bis Fuß ein Meter sein. Sie gönnen uns auch einen Blick auf ihr Gebiss. Ihre geschätzten fünf Zentimeter langen Eckzähne möchte ich nicht zu spüren bekommen.

    Später höre ich mir mal den Sound eines Leos an . Der klingt eher wie ein quarkender Frosch😄.

    Nachdem dieses Rätsel nun gelöst ist, und wir jetzt auch wissen, wie sich die Drohung eines Baboons anhört, kommen Giraffen ins Bild.

    Sie nähern sich in Gesellschaft einiger Madenhacker die ihnen am Hals hängen und ein Abo für All-you-can- eat haben.

    Ich liebe die schönen Augen der Giraffen und ihre anmutige Ausstrahlung.

    Zu guter Letzt betreten auch noch ein paar Pumbaas die Bühne.
    Joa, die haben auch ordentlich Fleisch auf den Rippen und gäben ein XXXL Spanferkel ab. Aber schön, dass wir sie heute ohne Spieß rumrennen sehen.

    Wir schweben in Glückseligkeit. Inzwischen finden auch ein paar Sonnenstrahlen den Weg durch die Wolkendecke und mit jedem Strahl steigt unsere gute Laune.

    Nach dem Mittagessen kommt die Mediziner Familie zu uns und staunt nicht schlecht über unsere Tiersichtungen.
    Sie setzen sich direkt zu uns und können sich auch noch ein viertel Stündchen an den Tieren freuen, bevor sich die letzten Elis wieder vom Acker machen.

    Der Sundowner Drive findet heute wieder im offenen Jeep statt.
    Das Klima ist inzwischen deutlich angenehmer als gestern.
    Leider sehen wir wieder kaum Tiere. Hätten wir sie nicht am Fluss gesehen, würden wir denken, es gibt hier gar keine.

    Beim Dinner und danach rücken wir alle wieder zusammen und genießen die Gemeinschaft bis wir hundemüde zum Matratzenhorchdienst antreten.

    Leider kann ich hier nur Handyfotos hochladen. Derer gibt es nicht so viele und auch nicht sonderlich gut gelungene.
    Aber ich war wirklich dort. Guckst du?
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  • 30.September

    30 september 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 34 °C

    Während der Nacht wache ich auf, weil Uwe fluchtartig aus dem Bett springt und zur Toilette rennt.
    Sein Problem ist nicht zu überhören.
    In mehreren Intervallen kotzt er sich sie Seele aus dem Leib.
    Ich kämpfe gegen meine Solidarität an, sonst beteilige ich mich an der Essensausgabe.

    Total erschöpft schlüpft er eine Viertel Stunde später wieder ins Bett.
    Das ganze wiederholt sich mehrere Male.

    Kurz vor fünf klingelt unser Wecker nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht.
    Ich frage Uwe ob er überhaupt mitgehen will. Blöde Frage, natürlich will er!

    Wir machen uns mit Katzenwäsche startklar und werden von einem Guide zum Restaurant begleitet, wo es Kaffee, und für die ganz Hungrigen eine Kleinigkeit zu essen gibt.

    Dann bricht langsam die Dämmerung an und wir werden auf die Jeeps verteilt.

    Leider ist unserer voll besetzt, was das Sichtungsglück nicht gerade fördert, mir aber dafür Gelegenheit bietet, mich in Akrobatik zu üben wenn ich was sehen möchte.
    Aufstehen ist dabei allerdings streng verboten.
    Das habe ich kurz vergessen und glatt einen Rüffel eingesteckt. War sicher berechtigt.

    Versuche ich aber ein Foto zu schießen, habe ich immer einen smarten Hinterkopf, eine Herkules Schulter oder einen tätowierten Ellenbogen als dekoratives Element mit auf dem Bild. Das nenne ich Fotografierspaß auf höchsten Niveau.

    Uwe sieht fertig aus. freut sich aber sehr über diesen wunderschönen Drive, der allein schon landschaftlich in der leuchtenden Morgensonne ein Wow- Erlebnis ist.
    Die Vegetation ist größtenteils saftig grün und das Licht fantastisch.

    Während der Fahrt beobachten wir einen jungen Kudubullen. Er streift mit seinen spiralförmigen Hörnern und mit Kriegsbemalung im Gesicht, in Zeitlupe durchs Gebüsch und wird reichlich fotografiert.

    Eine Weile später sieht unser Spotter in der Ferne Elefanten.
    Er klettert von seinem "Aussichtsturm" runter um sich in den sicheren Wagen zu setzen. Wir fahren noch ein Stück weiter und warten dann einfach auf die Herde, die auf uns zu läuft.

    Sie wirkt tiefenentspannt und ist sehr gemütlich unterwegs. Ab und zu hören wir wohliges Grummeln.
    Zum Anfassen nah begrüßen sie uns.
    Wir halten vor Spannung fast die Luft an.

    Das Highlight ist an diesem Morgen ein überraschender Stopp mitten in der Pampa.

    Wir werden aufgefordert auszusteigen und dem Guide im Gänsemarsch zu folgen. Cirka 5 Minuten laufen wir durch hohes Gras.

    Plötzlich liegen ein paar Meter von uns entfernt mehrere Geparden in der Sonne und chillen.
    Wir sind geflasht.

    Die Katzen sind vielleicht zehn Meter von uns entfernt. Man sieht sie im hohen Gras erst mal gar nicht so gut, zumindest nicht für Fotos.

    Ein Gast wagt sich zu weit an die Tiere ran, weil er nur sein Foto im Sinn hat Er achtet nicht auf ihre Körpersprache.

    Plötzlich zuckt eine Katze, setzt sich auf und gibt eine Warnung ab.
    Unser Guide greift ein und sorgt wieder für angemessenen Abstand.
    Der Gepard entspannt sich daraufhin zwar wieder, behält uns aber aufmerksam im Blick.

    Nach einigen Minuten entfernen wir uns langsam im Ruckwärtsgang und kehren zum Jeep zurück. Die Fahrt geht weiter. Ich bin noch ganz aufgeregt.

    Hier und da sitzen ein paar Affen am Boden und Lausen sich gegenseitig, ganz nach dem Motto:
    ...kannst du mal hier rangehen? Nein...weiter unten ...mehr rechts bitte...Jaaaaa, Bingo😄
    Das sieht sehr sozial und liebevoll aus.

    In einer Grasebene steht ein riesengroßer wunderschöner Feigenbaum, nicht zu vergleichen mit europäischen Feigenbäumen. Dort sind zwei Nyalas mit einem Kalb unterwegs.

    Mein Glücksgefühl ist an diesem Morgen am Anschlag!

    Auf einer kleinen Anhöhe halten wir und dürfen aussteigen. Wir bekommen Kaffee und Muffins gereicht. Der Ausblick ist grandios.

    Im Tal windet sich idyllisch ein Fluss durch die Landschaft und an seinen Ufern wachsen große stabile Bäume, prädestiniert um einem Leo ein Apartment zu bieten.

    ...und tatsächlich finden wir dort auch einen im Geäst. Ich bekomme Schnappatmung, denn einen Leo zu sehen ist mein ganz großer Wunsch.

    Die Distanz zwischen uns ist aber leider sehr groß. Er wird außerdem gut vom Laub getarnt. Mit dem bloßen Auge ist er kaum erkennbar. Für ein Handyfoto ist er viel zu weit weg .

    Außerdem sind da auch noch die smarten Köpfe und Herkules Schultern, die mir die Sicht blockieren.
    Ich spüre wie die Wut in mir hochkocht, weil ich den Leo vom verhassten Mittelplatz so schlecht sehen kann.
    Wenigstens kann Uwe ein Foto machen. Leider nicht mit dem Handy, drum kann ich es hier nicht zeigen.

    Auf dem Rückweg zur Lodge kommen noch Giraffen ins Spiel.
    Sie pflücken sich geschickt zwischen langen Dornen die Blätter vom Baum. Das Gemüse scheint zu schmecken.

    Pyjama Donkys streifen auch ein paar durchs Buschland.

    Das ist ist eine wunderschöne Fahrt, angenehm warm und im schönsten Sonnenschein.

    Zurück in der Lodge wartet bereits wieder ein Mitarbeiter mit herrlich duftend feuchten Tüchern auf uns. Die wirken wie eine Aromatherapie.

    Wir gehen direkt zum Frühstück und setzen uns an einen Tisch mit Blick auf den Fluss.
    Auf der anderen Uferseite sind Warzenschweine, Affen und Antilopen unterwegs.

    Das Frühstück wird als Buffet angeboten und lässt uns nichts vermissen.
    Inzwischen wird es schon richtig heiß.

    Wir gehen in unser Chalet und während Uwe ein bisschen Schlaf nachholt setze ich mich auf unsere Terrasse auf der mir ein großer Baum Schatten spendet. Hier ist es so unbeschreiblich schön.

    Diese Lodge ist der Knaller. Man kann sie aber nur mit All in buchen.
    Also gehen wir mittags eine Kleinigkeit essen.
    Uwe hält sich vorsichtshalber zurück. Sein Magen ist immernoch auf Krawall gebürstet.

    Mittlerweile ist es so heiß, dass wir schon Röstaromen ansetzen und in unser Chalet flüchten. Wir duschen und halten eine Siesta.

    Am frühen Abend geht es auf zum Sundowner Drive.

    Im schönen Nachmittagslicht sehen wir wieder etliche Elefanten und zwar wieder aufregend nah.

    Auf einem großen Felsen hält sich ein kleines Rudel Löwen auf.
    Gut versteckt befindet sich ein Muttertier mit ihren noch relativ jungen Nachwuchs hinter einem großen Felsbrocken.
    Die Szenerie erinnert mich an den König der Löwen.

    Unser Fahrer gibt sein Bestes um uns eine gute Sicht zu ermöglichen. Aber auch jetzt ist der vollbesetzte Wagen unbefriedigend.
    Die Distanz zu den Löwen ist fürs Handy zu weit.

    Wir sehen noch viele andere Tiere.
    Auf jeder Fahrt mindestens drei der Big Five.

    Der heutige Sonnenuntergang ist ausgesprochen stimmungsvoll. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen.

    Nachdem sich die Sonne verabschiedet hat, wird es innerhalb kürzester Zeit dunkel und wir fahren zurück.

    Unser Spotter leuchtet mit der Lampe noch das Gebüsch ab und überrascht ein paar Geparden beim Abendspaziergang. Und uns auch!
    Damit hat keiner von uns gerechnet.
    Soooo cool👍.

    Das Dinner wird uns heute auf der romantischen Terrasse unter dem leuchtenden Sternenhimmel serviert und schmeckt wieder ausgezeichnet.

    Uwe probiert im Grunde nur ein bisschen. Es geht ihm wieder schlechter. Er isst fast nichts. Daher ziehen wir uns bald zurück.

    Im Zimmer nimmt er Magentropfen und geht zeitnah ins Bett. Ich auch.

    Kaum bin ich eingeschlafen, wache ich wieder auf, weil der Run aufs WC von Neuem beginnt, begleitet von der vertrauten Geräuschkulisse.
    Es klingt schlimm und ich mache mir Sorgen.
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  • 1. Oktober

    1 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Nacht endet wieder kurz vor fünf.
    Als wir uns dem Jeep nähern, bemerken wir, dass ein Pärchen fehlt.
    Ich freue mich riesig auf gute Sicht.... ungefähr für zwei Minuten. Dann kommt ein Hühne von Mann mit seiner Liebsten und setzt sich..... vor uns!
    Yippie, ganze zwei Minuten Freude.

    Los geht es, wir sehen wieder- mehr oder weniger gut, viele Tiere und manche von ihnen sehr nah, allen voran Elefanten.
    Von diesen sanftmütigen Geschöpfen kann ich gar nicht genug bekommen. Ich liebe es wenn sie zufrieden vor sich hin brummen.

    Auch ein paar kleine Dumbos sind dabei. Diese werden von ihrem Clan immer schön beschützend in die Mitte genommen.

    Immer wieder begegnen uns kleine Elefantenherden.
    Es macht Spaß zuzusehen wie sie sich am Salat-Buffet bedienen.

    Einer versucht einen Baum zu fällen. Er wackelt sogar. Aber weil ihm ein Zahn fehlt, muss er nach einigen Versuchen aufgeben.

    Antilopen wie Oryx, Nyalas, Springbockis, Kudus oder Impalas, alle sind vertreten und huschen uns ab und zu ins Bild.

    Auch eine Rhinofamilie finden wir.
    Ein Bodygard von Papa versucht immerzu seinen Junior vor unseren Blicken abzuschotten, während das Kleine permanent versucht hinter seinem mächtigen Hinterteil vorbei, einen Blick auf dieses seltsame Ungetüm auf vier Rädern zu werfen.

    Für die Kaffeepause finden wir wieder einen schönen Platz mit Aussicht, vor allem auf die vielen üppigen Büsche, die einladend winken und Deckung bieten wenn man mal kurz unbeobachtet sein möchte.

    Wir dürfen uns allerdings nicht weit weg bewegen, denn hier lebt so manches Tier mit dem wir auf Nahkontakt verzichten sollten.

    Backstage hinter meinem Busch des Vertrauens erkenne ich an den Hinterlassenschaften am Boden, dass ich nicht die erste bin, die hier vor hat in die Knie zu gehen.

    Vorher wird aber gründlich nachgesehen, ob es sich nicht schon ein Schlängerl hier bequem gemacht hat.

    Die Fahrt geht in die zweite Runde.

    Wir treffen einige Zebras an, die es eilig haben.

    Auf dem Hügel vom "König der Löwen" ist gerade niemand Zuhause.
    Okay, dann eben wieder Elefanten. Auf die ist im Karongwe Verlass.

    Zurück in der Lodge frühstücken wir gemütlich.
    Auf dem Weg zum Chalet entdecken wir einen Naturpfad, der zu einem Vogelbeobachtungsplatz führen soll.

    Oh, da gehen wir doch direkt mal hin, war unser Gedanke.

    Wir kommen keine zehn Schritte weit, als mich die erste Ameise attackiert. Ihre aggressiven Kollegen tun sich zusammen und beißen ebenfalls beherzt zu.

    Uwe wird auch angegriffen. Wir schauen, dass wir Land gewinnen und festen Boden unter die Füße bekommen.
    Wir legen, fest auf den Boden stampfend, einen Sprint hin wie ein Storch im Salat, begleitet von: Au...Au...Drecksviech....Au... Au...Au, Mistviecher...Au, Au, Au.....

    Das tut richtig weh. Meine Güte, wie groß ist die Armee, die unsere Beine zum Feindesland erklärt hat?
    Das war es dann mit unserem Interesse an der Vogel- Exkursion.

    Am Parkplatz der Safari Jeeps ist uns ein kleiner See aufgefallen.

    Unser Guide Sami, der ein echt witziger Kauz ist und uns so gut wie jeden Mitarbeiter als seinen Sohn oder seine Tochter vorstellt, sagt uns, dass es in dem Tümpel Hippos gibt. Seine angebliche Verwandtschaft ist höchst fragwürdig. Dem Mann sitzt der Schalk im Nacken. Ob das mit den Hippos stimmt?

    Wenn ja, wollen wir sie unbedingt sehen.
    Man kann einen Ausguck übers Lodgelände erreichen und wir finden ihn auch.

    So klein ist dieser Tümpel aber gar nicht und die Flusspferde sind auch tatsächlich da, aber genau auf der anderen Seite, also maximal weit weg.
    Blöd gelaufen.

    Wir warten eine halbe Stunde und hören sie angeregt Grunzen. Ab und zu erlauben sie uns, ein bisschen von ihrem Kopf zu sehen.
    Alles in allem nicht der Brüller.
    Na gut, dann halt heute nicht.

    Es ist schon wieder Mittag. Wir gehen eine Kleinigkeit essen. Mein Liebster bleibt weiterhin vorsichtig und isst wie ein Spatz.

    Uwe vermutet, dass seine Magenprobleme eine Nebenwirkung von den Malaria Tabletten sind. Er will sie ab morgen absetzten. Ich hoffe, das ist kein Fehler.
    Für Schnaken ist er von uns beiden normalerweise das leckerere Sahneschnittchen. Wenn er bei mir ist, bleibe ich meistens verschont. Hoffentlich stehen die Malarialieferanten nicht auf seinen Sirup.

    Zum Sundowner Drive steigen auch wieder der Hühne und seine Verlobte mit in den Jeep. Uwe überlässt mir den Außenplatz.
    Während der Fahrt teile ich mein Fernglas mit den anderen Gästen und so kommen wir mit ihnen und insbesondere mit dem Hühnen ins Gespräch. Er ist ein gefragter Football Spieler und stellt sich samt seiner Verlobten als ein echter Herzensmensch heraus.

    Während wir stehen und vor uns eine Gruppe Elefanten beobachten, kommt seitlich aus dem Busch ein recht großer Bursche mit beeindruckenden Stoßzähnen auf uns zu.

    Das ist vielleicht ein respekteinflößendes Exemplar.
    Wir haben keine Ausweichmöglichkeit wenn er auf Krawall gebürstet ist.

    Der schiebt uns mühelos durch den Busch und wickelt uns um den Baum wenn er will.

    Aber wir haben Glück, er kommt in Frieden, begrüßt uns neugierig, biegt neben uns ab und läuft seitlich am Wagen vorbei, so nah, dass wir ihn anfassen könnten.

    Uiuiui, das hat unseren Puls beschleunigt. Aber genau das möchten wir ja auch erleben. Es fühlt sich nur bedeutend aufregender an, wenn man es sich nicht nur vorstellt, sondern auch real erlebt.

    Den Lion Mountain besuchen wir auch wieder und jetzt scheinen alle Zuhause zu sein. Wir zählen sicher acht Löwen.

    Unser Fahrer und Guide Sami lenkt den Wagen an mehrere Stellen um uns die bestmögliche Sicht zu bieten. So ein Rudel zu beobachten macht echt Spaß. Wir bleiben eine ganze Weile, auch weil wir hoffen, die Kleinen zu sehen. Aber das wird uns heute leider nicht vergönnt

    Adlerauge Sami entdeckt wieder einen Leo, der auf einem dicken Ast eines Baumes liegt und alle vier Pfoten baumeln lässt. Wir sind leider wieder sehr weit weg. Der Busch bietet keine Möglichkeit ihm näher zu kommen. Aber selbst ich erkenne die Katze im Chill- Modus.

    Ansonsten sehen wir einen schönen Toko, Antilopen, Gnus, Giraffen und Zebras. Über mangelndes Wildlife können wir uns hier im Karongwe absolut nicht beschweren.

    Heute Abend ist es wieder empfindlich frisch.
    Wir essen im Speisesaal wo im Kamin ein behagliches Feuer knistert und ich freue mich sehr, in der Nähe sitzen und mich aufwärmen zu dürfen.
    Das Dinner schmeckt uns ausgezeichnet.

    Dann werden wir wieder zum Chalet begleitet und sagen gute Nacht.

    Wie gesagt, kann ich hier nur Handyaufnahmen zeigen. Wegen dem Zoom sind sie leider alle nicht sonderlich gut.
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  • 2. Oktober

    2 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 22 °C

    Mitten in der Nacht gibt es einen lauten Schlag gegen unser Chalet. Ich schrecke aus dem Schlaf auf, Uwe ebenfalls.

    Dann rumpelt noch einmal etwas oder jemand gegen die Wand. Sonst höre ich nichts, keinen Ruf, kein Brüllen oder Fauchen.

    Ich möchte gerne wissen was da draußen los ist und einen Blick durchs Fenster werfen. Wir haben aber keine Vorhänge, die ich ein klitzekleines bisschen zur Seite schieben könnte, sondern rießige Rollos.
    Diese hochzuziehen und dann da draußen einem gefährlichen Tier direkt in die Augen zu sehen, getraue ich mich nicht. Dazu ist der kleine Feigling in mir dann doch zu groß. Uwes Neugier hält sich auch in Grenzen.

    Ich muss damit leben, dass wir nie erfahren werden, wer oder was da mitten in der Nacht den Poltergeist gegeben hat.

    Im Übrigen stellen wir fest, dass sich Uwe gar nicht mehr übergeben musste.

    Waren doch die Malaria Tabletten schuld an der Quälerei die letzten Tage? Oder gewöhnt sich sein Magen langsam an die Ernährungsumstellung?

    Egal was der Grund ist. Ich bin so froh, dass es besser wird. Gut geht es ihm noch nicht, aber immerhin besser.

    Auch heute heißt es zwanzig vor Fünf Aufstehen.
    Karongwe gehört zu den allerschönsten Reservaten die wir bisher gesehen haben. Hier lassen wir garantiert nichts anbrennen.

    Im Jeep steigt wieder ein neues junges Pärchen mit uns ein. Mit sechs Gästen hat jeder einen Außenplatz.
    Mein Fernglas macht wie immer die Runde und irgendwie verbindet uns das Ding. Ruck Zuck werden drei Pärchen die sich nicht kennen zu einer Gemeinschaft mit Unterhaltungswert.

    Der Sonnenaufgang zeigt sich heute von seiner besonders schönen Seite. Und wie bestellt, steht plötzlich ein Gnu sehr dekorativ im Bild.

    Ein Highlight und eine Erstsichtung sind zwei Tüpfelhyänen die gerade dabei sind eine Expedition in den ausgehölten Körper einer Giraffe zu unternehmen.
    Deren Frischhaltedatum ist schon seit längerer Zeit abgelaufen.

    Die Giraffe scheint kein Fleisch mehr auf den Rippen zu haben. Dafür hören wir deutlich wie ihre Knochen brechen.
    Die Hyänen haben die Kraft eines Bolzenschneiders im Kiefer.

    Wir beobachten sie eine ganze Weile. Ich finde sie kein bisschen hässlich.

    Mit einem der Pärchen entwickelt sich eine besondere Interessengemeinschaft. Die beiden sind auf einer dreimonatigen Hochzeitsreise und ihre nächste Station ist Namibia.

    Bei diesem Stichwort geht uns das Herz über und wir erzählen den beiden, wo es uns in Namibia besonders gut gefallen hat.
    Sie sind daran interessiert sich von unseren Fotos inspirieren zu lassen und deshalb verabreden wir uns in der Mittagszeit.

    Gemütlich sitzen wir im Schatten und vertiefen uns in Namibia Erinnerungen.

    Nach einer Weile muss ich mal zur Getränkerückgabe Station und laufe die knapp fünf Minuten zum Chalet. Aber was ist jetzt los?
    Ich bekomme den Schlüssel nicht ins Schloss. Da ist was kaputt.
    Ich muss zurück zu den anderen und Uwe holen.
    Die Getränke finden die Zeitverzögerung gar nicht witzig.

    Als ich Uwe mein Problem schildere, bemerken wir, dass ich nicht unseren, sondern den Schlüssel des Pärchen in der Hand habe.

    Also mit dem richtigen Schlüssel wieder fünf Minuten gelaufen und den ihn ins Schloss gesteckt. Jetzt steckt er zwar, lässt sich aber nicht drehen.
    Ich glaube es ja nicht...

    keine Ahnung ob ich weitere zehn Minuten Verzögerung ohne ungewollten Flüssigkeitsverlust schaffe.
    Aber keine Chance, hier im freien Gelände gibt es null Privatsphäre. Ich muss Uwe holen.
    Er kommt mit, steckt den Schlüssel ins Schloss und dreht ihn mühelos um.

    Wir stellen fest, dass ich beim zweiten Versuch im Begriff war, in das Chalet neben uns einzubrechen.
    Was sehen die auch alle gleich aus?

    Der Sundowner ruft uns alle wieder zusammen. Wir sehen einige Rhinos und sie sind sogar ein wenig in Bewegung. Das Unterholz unter ihrem Körpergewicht knackt wie die Knochen der Giraffe. Ein Jungtier ist auch dabei.

    Natürlich fehlen auch Elefanten, Giraffen und Zebras nicht.

    Zwei halbwüchsige Löwen finden wir aber und können ihnen eine Weile beim Spielen zusehen.

    Am Schönsten finde ich heute den Sonnenuntergang an einem Hippo See. Der liegt sehr idyllisch im Buschland und ein Hippo verlässt sogar das Wasser.

    Wunderschön spiegeln sich die Sonnenuntergangsfarben auf der Wasseroberfläche.

    Das Dinner gibt es heute wieder in Form eines Braais in der Boma in der wieder ein stimmungsvolles Lagerfeuer züngelt und knistert.
    Wir schweben hier in dieser Lodge permanent einen Meter über dem Boden vor Glückseligkeit.

    In unserem Chalet lassen wir den Tag mit den vielen Eindrücken noch ein wenig sacken und sinken dann müde in die Federn.
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  • 3. Oktober

    2 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute werden wir um acht Uhr zur Panorama Tour abgeholt. Wir können also etwas länger schlafen und bei Tageslicht ohne Begleitung zum Frühstück gehen.

    Pünktlich steht unser sehr sympathischen Guide und Fahrer am Empfang.
    Wir haben eine private Tour gebucht, sind also allein mit ihm unterwegs, können Wünsche äußern und unser Tempo selbst bestimmen.

    Die Sonne scheint und der Himmel strahlt im schönsten Blau.
    Unser Guide ist unaufdringlich unterhaltsam und liegt mit seinem Humor ganz auf unserer Wellenlänge.

    Wir genießen die Fahrt durch Dörfer, an Obstplantagen vorbei und immer mit Bergpanorama.

    Einige der Sehenswürdigkeiten auf dieser Route sind die
    Berlin Falls, Lisbon Falls, God Windows,
    Bourke's Luck Potholes
    der Pinnacle Rock, die Three Rondavells und der Blyde River Canyon.

    Unsere ersten Anlaufstationen sind die Wasserfälle. Sie stürzen sich in idyllischer Umgebung in die Tiefe.

    Unser Guide führt uns teilweise Wege abseits der Touristenmassen, wobei gar nicht so viele unterwegs sind.
    Ich kann kaum beschreiben wie schön hier alles ist. Da sprechen die Fotos am Besten für sich selbst.

    Wir sind an einem relativ schmalen, mehr Bach, als Fluss namens "Ngwaritsane Stream" den Namen kann sich kein Mensch merken geschweige denn aussprechen.

    Wir geben diesen Wässerchen später einen passenderen Namen.
    Der Wasserlauf scheint nicht mehr als knietief zu sein. An der Abbruchkante stürzt es in die Tiefe.
    Wir springen von Stein zu Stein bis zur vordersten Front.

    Uwe trägt sein Handy in der Hosentasche. Als wir die Kante erreichen, fällt es ihm beim letzten Sprung ins Wasser und das unmittelbar an der Kante

    Uwe fällt für einige Sekunden in eine Schockstarre.
    Es braucht nur ein bisschen Srömung und das Handy verabschiedet sich in die ewigen Wassergründe.
    Jeder der sein Handy schon mal suchen musste, kann sich vorstellen welcher Datenverlust damit zusammenhängt, wenn es jetzt absäuft.

    Gerade als er sich verrenken will um mit geringstmöglichen Risiko
    das Handy aus dem Wasser zu fischen, bemerkt unser Guide was los ist und überredet Uwe dazu, diese Aktion besser ihm zu überlassen.

    Ich bin durchaus erleichtert, dass ihm Uwe diese todesmutige Aktion überlässt und hoffe und bete, dass der Guide nicht zu viel riskiert.
    Ich kann gar nicht hinsehen. Aber es geht alles gut.

    Das Handy reagiert nichteinmal beleidigt und stellt seine Dienste uneingeschränkt weiter zur Verfügung.
    Für uns trägt dieser Wasserfall jetzt den Namen "Handy Falls"😄 kann man sich doch eindeutig besser merken.

    Nachdem der Schreck nachgelassen hat, haben wir wieder ein Auge für die traumhaft schöne Naturkulisse die uns umgibt.

    Von hier sehen wir den Pinnacle Rock, eine dreißig Meter hohe Granit-Felsnadel die sich in Szene setzt.
    Die Aussicht über diese grüne Schlucht ist atemberaubend.

    Am meisten beeindrucken uns allerdings die Bourke's Luck Potholes, der Blick in den Blyde Canyon und die Rondevals.

    Hier halten wir uns am Längsten auf und verlieren uns in den späktakuleren Ausblick.

    Während wir in aller Ruhe das sagenhafte Panorama genießen, packt jemand trotz Verbotsschild seine Drohne aus.

    Fassungslos entgleisen mir die Gesichtszüge. Die Vorstellung, in diesem schönen Moment auf den wir uns seit Monaten freuen, vom nervigen Krach einer Drohne beschallt zu werden, ärgert mich sehr.
    Aber weil ich einen Streit genauso doof finde, sage ich nichts.

    Da kommt ein Angestellter und weißt die Drohnenbesitzer auf das Verbot hin. Widerwillig und motzend packen sie sie darauf hin wieder ein.

    Gott sei Dank. Mein magischer Moment ist gerettet.

    Unser Lunchpaket verputzen wir hoch oben mit Blick über den Canyon.

    Dieser Ausflug ist ein Highlight auf unserer Reise und wir wünschen uns, hier nocheinmal herkommen zu dürfen. Das Wetter hätte auch nicht schöner sein können. Wir haben beste Sicht.

    Auf dem Rückweg zum Parkplatz führt eine Mädchengruppe leidenschaftlich und mit Stolz einen traditionellen Tanz auf. Begleitet werden sie von zwei Frauen die wir für Lehrerinnen halten.
    Sie sind ebenfalls traditionell gekleidet und geben den Rhythmus mit Trommeln vor. Dazu lassen sie zum Ausdruck ihrer Freude jauchzende Töne hören. In Bayern würde man jodeln😄.

    Es macht Spaß, ihnen eine Weile zuzusehen. Sie erhalten ordentlich Beifall und die Touris einschließlich uns, unterstützen dieses Projekt mit einer Spende.

    Für uns wird es Zeit die Rückfahrt anzutreten.
    Gegen 15.00 Uhr sind wir wieder in der Lodge.

    Wir werden gefragt, ob unser Ausflug gut war. Natürlich war er das.
    Er hätte gar nicht schöner sein können.
    Wir sind voll des Lobes über den engagierten und sympathischen Guide und maßlos begeistert von allem was wir gesehen haben.

    Am Spätnachmittag steigen wir wieder in den Jeep für den Sundowner Drive und bekommen drei der Big Five zu sehen. Leopard und Büffel verstecken sich heute vor uns. Dafür war ein hübscher Mähnenlöwe dabei und Hippos, die sehen wir auch nicht alle Tage.

    Das Dinner wird heute wieder unter einem schönen Sternenhimmel auf der Terrasse serviert.
    Per Escort Service schlendern wir gemütlich zum Chalet und packen schon mal das meiste für die Abreise morgen zusammen.

    So schön es hier auch ist, freuen wir uns dennoch darauf, morgen wieder ein neues Stück Afrika zu entdecken.
    Gute Nacht 🌛
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  • 4. Oktober

    4 oktober 2023, Tyskland ⋅ ☁️ 19 °C

    Unser letzter Gamedrive in Karongwe wird dominiert von Giraffen, Löwen und Elefanten. Wir genießen die Abschiedfsfahrt in diesem wunderschönen Reservat.

    Nach dem Frühstück haben wir noch reichlich Zeit zum Duschen, Koffer packen und um unsere tolle Terrasse noch ein Stündlein zu genießen.
    Unsere Koffer werden vom Personal zum Empfang gebracht. Dort warten wir zusammen mit einer Reisegruppe die ebenfalls abreist, in der stylischen und gemütlichen Lounge.

    Der Bus der Reisegruppe kommt an und ein Mitarbeiter befördert die Koffer in den Anhänger. Unter anderem auch unsere. Ich bin irritiert. Wir haben doch einen privaten Transfer gebucht. Man hat uns keine Änderung mitgeteilt und ich bin nicht davon begeistert mich in einen vollen Kleinbus zu quetschen.

    Da frage ich doch mal höflich nach dem Grund. Die nette Mitarbeiterin kontrolliert ihre Papiere und stellt erschrocken fest, dass unser Gepäck nicht zu diesem Bus gehört. Umgehend sorgt sie dafür, dass es wieder rausgenommen wird.

    Das wäre eine schöne Überraschung geworden, wenn wir da mit eingestiegen wären, oder wenn nur unser Gepäck in die falsche Richtung gefahren wäre.
    Zum Glück haben wir den Irrtum bemerkt.

    Die Gruppe fährt weg und unser Fahrer kommt auch pünktlich.

    Zur Safari Moon Luxury Lodge ist es nicht weit. Sie liegt relativ nah am Flughafen Hodespruit, was wir auch so beabsichtigt haben. Wir fahren ungefähr eine Stunde wieder an Obstplantagen vorbei.

    Bei der Planung der Reise ist mir gar nicht aufgefallen, dass die Lodge am Rand eines normalen Wohngebietes liegt.

    Das begeistert uns erst mal gar nicht.
    Im Web schien sie im Reservat zu liegen.
    Vielleicht habe ich das nicht wahrgenommen, weil ich von den gezeigten Fotos so angetan war.
    Die Moon Lodge ist eine kleine Unterkunft, die alle Aktivitäten extern in Auftrag gibt.

    Die Buchungskommunikation mit der Safari Moon Lodge war extrem nervenaufreibend. Vielleicht gab es ein massives Sprachproblem, oder die zuständige Mitarbeiterin war mit ihrem Job überfordert.

    Wäre kein finanzieller Verlust damit verbunden gewesen, hätten wir diese Lodge, (die ich eher als Boutique Hotel bezeichnen würde), wieder storniert.

    Aber der Empfang vor Ort ist extrem herzlich. Das Interieur sehr luxuriös und der Poolbereich mit Blick in den Busch und mit einem Schweinderl welches sich hier Zuhause fühlt, weil es gefüttert wird, ist wirklich ein Erlebnis.

    Wir haben während unseres Aufenthaltes hier unseren
    28igsten Hochzeitstag und daher ein kostenloses Upgrade auf die Honeymoon Suite erhalten.

    Die hat einen separaten Seiteneingang, eine Außendusche und einen kleinen privaten Pool in einem nichteinsehbaren Bereich. Wir sind schwer angetan.

    Heute ist es sehr heiß und wir nutzen den Nachmittag um unseren privaten Pool zu genießen.

    Später werden wir zum Sundowner abgeholt. Es sitzen bereits Gäste einer anderen Lodge im Jeep und nach uns werden noch zwei Schicki- Micki Damen eingesammelt, die uns sage und Schreibe locker zehn Minuten warten lassen.

    Für uns mit deutscher Pünktlichkeit ist das eine Respektlosigkeit sondergleichen, denn so ein Drive hat ein Zeitlimit und der Sonnenuntergang nimmt auch keine Rücksicht auf Verspätungen.
    Ich denke mir die ganze Zeit, dass ich an der Stelle des Fahrers nicht länger als fünf Minuten warten würde und finde es nicht fair, das uns so eine Verspätung zugemutet wird.

    Die zehn Minuten werden uns zwar hinterher drangehängt, aber da ist es dann dunkel und außer einigen Nachtfaltern oder Fledermäusen sehen wir nichts mehr.

    Wir haben zudem noch den Stress, dass bei der Rückkehr, die anderen Hotelgäste mit dem Braai auf uns warten müssen.

    Das ist uns höchst unangenehm. Die wissen ja nicht, warum wir zu spät kommen und empfinden jetzt vielleicht uns als respektlos.
    Diese Verspätungen erleben wir übrigens bei jeder einzelnen Fahrt.

    Von Safari Moon werden abwechselnd das Timpavati und das Makalali Reservat angefahren.

    Hier sehen wir zum ersten Mal Elefanten die sich in einem Wasserloch vergnügen. Es ist eine Freude sie dabei zu beobachten.

    Aber mein heutiges Highlight ist eine Tüpfelhyäne mit vier Welpen.
    Allerdings sind zwei von den beiden deutlich jünger als die anderen.
    Wie ist das möglich?

    Unser Guide erklärt, dass sich zwei Muttertiere zusammen getan haben. Während eine die Futterbeschaffung übernimmt, hütet die andere die Jungtiere.

    Die Mama lässt uns auf gefühlte sechs Meter herankommen, hat uns aber entspannt auf dem Boden liegend im Auge. Die Jungen sind neugierig und kommen näher. Ab einer gewissen Grenze gibt die Mama den Kleinen zu verstehen, dass sie nicht weiter dürfen und die Jungtiere halten sich daran.
    Sie spielen, toben, klettern auf der Muddi herum und werden alle vier in gleicher Weise liebevoll abgeleckt.

    Ich bin ganz verzückt von dem Tierfilm der hier vor meinen Augen abläuft und angetan von der zärtlichen Zuneigung der Babysitterin.

    Wir erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang und begegnen heute auch noch dem ersten Büffel auf unserer Reise.

    Zurück in der Lodge können wir uns nur schnell umziehen, Hände waschen und einmal durch die Haare kämmen. Dafür nehmen wir uns drei Minuten Zeit, denn wie gesagt sind die anderen Gäste bereits in der Boma.

    Das Ambiente mit dem Lagerfeuer in der Mitte ist wieder sehr romantisch.
    Weil es nach Sonnenuntergang schon recht frisch ist, steht hinter jedem Tisch ein kleiner Feuerkorb. Der gibt so viel Wärme ab, dass ich sogar ins Schwitzen gerate.
    Aber lieber so als zu frieren.

    Die Eigentümerin der Lodge, die gekleidet ist wie ein Paradiesvogel, begrüßt alle Gäste am Tisch und hält Smalltalk.
    Uns ist ihre Art ein bisschen zu viel des Guten. Wir fühlen uns von ihrer Essensempfehlung fast ein wenig bedrängt.
    Im Grunde meint sie es aber nur gut und ist auch nett.

    Wir sind recht müde und machen uns zeitnah nach dem Dessert vom Acker.
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  • 5. Oktober

    5 oktober 2023, Sydafrika

    Die Nacht ist wieder zeitig vorbei. Zum Glück sind wir Frühaufsteher.

    Noch bei Dunkelheit werden wir abgeholt und zu einem Ballonfahrtunternehmen gebracht und damit verrate ich auch schon was heute auf dem Programm steht. Wir fahren etwa eine halbe Stunde bis zum Startplatz.

    Um den Wind steht es nicht gut. Eine Stunde lang wird immer wieder die Windrichtung geprüft und ich hoffe inständig, dass diese Prüfung mit Verantwortungsbewusstsein durchgeführt wird, denn wenn die Fahrt ausfällt, hat das Unternehmen einen nicht unerheblichen finanziellen Verlust. Es sollen zwei Ballons mit je acht Passagieren steigen.

    Dann kommt das Startsignal und wir klettern in die Körbe.

    Den Sonnenaufgang verpassen wir jetzt leider. Aber der Aufstieg ist fantastisch. Wir schweben über den sattgrünen Obstplantagen hinweg.

    Sie sind quadratisch angelegt und mit Zypressen sozusagen eingezäunt.
    Die hohen Bäume sollen vor Wind und Sonne schützen und halten diverse Schädlinge fern.
    Hauptsächlich werden Zitrusfrüchte angepflanzt, aber auch Mangos Papayas und Avocados.

    Dieses üppige Grün vermittelt das Gefühl über dem Paradies zu schweben .
    In der Ferne sehen wir die Lembobo- Berge und unter uns liegt ein Fluss der sich wie ein blaues Band in die Landschaft legt, am Ufer gesäumt von saftig grünen Bäumen.

    Wir hören Vogel zwitschern, sehen einzelne Antilopen und im Fluß spiegelt sich unser Ballon.
    Die Aussicht ist magisch.

    Bei der Landung rasieren wir allerdings ein paar Baumkronen. Als Plantagenbesitzer wäre ich darüber nicht entzückt. Wir fürchten schon, in den Baumkronen hängen zu bleiben und über die Bäume runterklettern zu müssen.

    Aber der Pilot schafft es doch noch, dass wir ganz sanft auf dem Anhänger des Transporters landen. Hat er super hinbekommen.
    Ich möchte aber lieber nicht wissen, ob er nicht selbst mit einer Landung in den Baumkronen gerechnet hat.

    Das war fantastisch! Jetzt werden wir zu einer Farm gefahren wo wir auf einer wunderschönen Terrasse mit Blick über einen gepflegten Garten bis zu den Bergen, in aller Ruhe frühstücken können.

    Danach werden wir wieder in die Lodge gefahren, wo wir in trauter Zweisamkeit unseren tollen Pool genießen, chillen und lesen.

    Beim Game Drive sehen wir heute mehrere Nashörner mit Jungtier und einige Löwen die so nah sind, dass wir sie fast anfassen könnten.

    Einer legt sich neben unseren Jeep, rollt sich auf den Rücken und zeigt uns was er einer Löwendame anzubieten hat. Er gehört zu den drei Brüdern im Park. Einer von ihnen sieht aus als käme er von einer Schlägerei zurück.
    Ein wenig später finden wir wahrscheinlich seinen dritten Bruder. Wir beobachten ihn beim Trinken und können sogar das schlappern hören.

    Als er aufsteht und vom Wasser wegläuft, bemerken wir dass er stark humpelt. Äußerlich sehen wir keine Verletzung, aber er scheint ordentlich was abbekommen zu haben.

    Das Leben der Wildtiere ist brutal hart und die Verletzung könnte für ihn den Hungertod bedeuten oder ihn selbst unten auf die Liste der Nahrungskette setzen.

    Dieses brutale Gesetz des Lebens ist die Schattenseite des faszinierenden Wildlifes.

    Löwen haben wir bisher noch nie so nah gesehen. Das empfinden wir jetzt schon als etwas besonderes.

    Zurück in der Lodge lassen wir uns heute etwas mehr Zeit, weil wir im Dining Room a la Carte essen. Da muss niemand auf uns warten und wir haben die Möglichkeit uns ein bisschen aufzuhübschen.

    Das Ambiente ist fantastisch und die Tische sind sehr edel eingedeckt. Wir genießen jeden Augenblick und natürlich ein hervorragendes Essen das auch fürs Auge was her macht.

    So lassen wir einen schönen Tag gerne ausklingen.
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  • 6. Oktober

    6 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 29 °C

    Das Frühstück wird hier höchst ansprechend am Tisch serviert. Zum Standart gehört ein süẞer Teil mit Marmelade, Joghurt und Früchten und zusätzlich kann man sich Eierspeisen bestellen. Der Kaffee schmeckt wunderbar.

    In dieser Region gibt es übrigens den besten Orangensaft den ich je getrunken habe.
    Vielleicht weil die Früchte hier angebaut und sowohl reif gepflückt werden, als auch ganz frisch sind.

    Nach dem Frühstücksschmaus werden wir abgeholt. Wir machen eine Fahrt auf dem Blyde River. Unsere Chauffeurin ist ein toller Guide, die mit ihrem Wissen bereits die Fahrt sehr interessant macht.

    Sie parkt das Fahrzeug und läuft mit uns zum Check-in Schalter. Sie kümmert sich für uns um die Formalitäten und holt uns nach der Bootstour auch hier wieder ab.

    Der Formularitätenaufwand, der überall in Afrika betrieben wird ist schon nervig. Ich dachte immer, dass nur wir Deutschen so viel "Freude" an der Bürokratie haben. Aber nein, Afrika toppt uns in dieser Hinsicht.

    Wahrscheinlich dient das alles nur der Klarstellung, dass wir selbst schuld sind falls wir sterben.

    Wir steigen in das Boot auf dem sicher zwanzig Leute Platz hätten.
    Es sieht mehr aus wie ein Floß mit Sitzbänken. Wir fahren etwa eineinhalb Stunden um den Staudamm herum.

    Vom Wasser aus kommen die Felsformationen des Canyons noch einmal ganz anders zur Geltung, als von oben betrachtet.

    Es gibt dort einen bewachsenen Felsen der in seiner Umgebung aussieht wie ein Totenkopfschädel. Er trägt den Namen Kadishi Tufa und aus einer "Augenhöhle" fließt ein Wasserfall. Dieser Felsen wird auch als "weinendes Gesicht" bezeichnet.

    Im Wasser sehen wir nur ein Krokodil. Es gibt hier auch Flusspferde, die sich heute aber nicht zeigen.

    Der subtropische üppig grüne Wald bietet zwar auch Antilopen und Leoparden ein Zuhause, doch wir sehen heute nur einige Paviane und Raubvögel.

    Wir sind sowieso nicht hier um Tiere zu sehen, sondern wegen dem unfassbar schönen Landschaftsbild.

    Einige Bäume ragen aus dem Wasser und dienen den Vögeln als Aussichtsspot.

    Die Sonne scheint, es ist angenehm warm und über uns steht ein stahlblauer Himmel.
    Dieser Ausflug könnte nicht schöner sein.

    Die bewachsenen Felsen die uns umgeben, bieten ein Panorama zum Dahinschmelzen.
    Am liebsten würde ich eine zweite Runde drehen.

    Wir werden am Schalter wieder abgeholt und zurück gefahren.

    Während einer anderen Fahrt ist uns in Hodespruit direkt an der Straße die "Warren Cary Wildlife Gallery" aufgefallen. Da möchten wir gerne mal reingehen und bitten unsere Chauffeurin einen Stopp einzulegen.

    Diesen Gefallen tut sie uns gerne.
    Hier gibt es etliche Kunstwerke, die ganz und gar unseren Geschmack treffen, allerdings unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

    Deshalb werden es nur drei Bleistiftzeichnungen im Format 30x40 cm.
    Sie passen gut in unseren Koffer und hängen später mit Passepartout gerahmt bei uns im Wohnzimmer in einer Reihe.

    Ich frage die Galeristin ob ich Fotos machen darf und sie erlaubt es.

    Der restliche Nachmittag wird wieder unserem Pool gewidmet.

    Zum Game Drive am Nachmittag werden wir heute von einem Guide betreut, der sich ausschließlich um einen einzigen Gast kümmert. Wir anderen scheinen für ihn nicht zu existieren. Viel zu sehen gibt es heute auch nicht.

    Aber wir finden wieder die Hyänen mit ihren Welpen. Ich bin so angetan von diesen Tieren. Sie haben wirklich ein schönes Gesicht, sofern sie nicht im Jagdmodus sind.
    Tüpfelhyänen sehen ganz anders aus als die langhaarige Verwandtschaft der Streifenhyänen.

    Ansonsten geben uns noch ein paar Zebras die Ehre. Das war es dann auch. Landschaftlich haut uns die Fahrt heute auch nicht um.

    Beim Dinner wird mir zur Vorspeise eine Suppe serviert, deren Schärfe mir die Tränen in die Augen treibt. Meine Speiseröhre fühlt sich an wie verätzt und die Lippen werden taub. Ich esse sehr gerne schärfer als jeder den ich kenne, aber diese Suppe geht gar nicht.

    Ich lasse sie stehen und werde natürlich gefragt, ob sie mir nicht schmeckt. Meine Antwort lautet: "Zu scharf für mich".
    Eine Dame am Nebentisch mischt sich ein und meint, "die sei doch nicht scharf..."

    Die Service- Dame gibt dem Koch Rückmeldung und der kommt nun auch an den Tisch.....meine Güte, so viel Aufhebens wollte ich doch gar nicht machen.

    Für mich ist sie halt zu scharf. Meine Lippen fühlen sich nicht grundlos taub an.

    Der Koch entschuldigt sich, hat aber das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen und erklärt mir, er hätte die Chilis extra weggelassen.

    Ist ja gut, ich will doch gar nichts, außer nicht noch mehr "Brandbeschleuniger" zu schlucken.

    Vom restlichen Essen schmecke ich nicht mehr viel. Das gibt sich aber bis zum nächsten Tag wieder.

    Den restlichen Abend verbringen wir in unserem schönen Zimmer.
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  • 7. Oktober

    7 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute ist unser 28igster Hochzeitstag. Ihn hier in Afrika feiern zu können, empfinden wir als Privileg. Die Jahre die wir gemeinsam unterwegs sind, stimmen uns dankbar und glücklich darüber, dass wir unser Leben immernoch miteinander teilen dürfen. Ich würde Uwe ohne Wenn und Aber auf der Stelle wieder heiraten.

    Zum Morning Drive werden wir mal wieder von einen Raser gefahren.
    Der Drive macht nicht so viel Spaß. Wir finden ein paar Elefanten, eine Griaffe und einen Wildhund. Aber immerhin, ich beobachte Elefanten immernoch sehr gerne.

    Der Wildhund freut uns chon sehr. Wir haben noch nie einen in freier Wildbahn gesehen. Das Vergnügen währt leider auch nur sehr kurz, dann taucht er wieder im Buschland unter.

    Zurück in der Lodge genießen wir ein ausgezeichnetes Frühstück.
    In unserem Zimmer wurde anlässlich unseres Hochzeitstages eine Gratulation auf dem Bett dekoriert und Sekt für uns bereit gestellt.
    Nicht zu vergessen, dass wir auch noch das Upgrade auf die Honeymoon Suite geschenkt bekommen haben. Das ist schon sehr großzügig.

    Wir chillen den Tag über und haben zum Sundowner Drive wieder einen demotivierten Fahrer, der sich zu seiner eigenen Unterhaltung einen Freund mitnimmt.

    Leider weiß ich nicht wie das Safariunternehmen heißt.
    Ich kann es wirklich nicht empfehlen.
    Die Hälfte der Drives ist nicht gut, weil es einigen Angestellten an Herz und Leidenschaft für diesen Beruf fehlt. Die andere Hälfte verdient durchaus Lob und Anerkennung. Aber einen guten Guide zu erwischen ist hier eben Glückssache.

    Abendessen gibt es heute wieder in Form eines Braais in der Boma. Das Speiseangebot ist zwar gut, aber genau das Gleiche wie vor drei Tagen.

    Morgen reisen wir ab und das bedauern wir leider auch nicht.

    Das Ambiente stimmt in dieser Lodge definitiv und die Mitarbeiter sind alle freundlich.

    Doch gerade im hochpreisigen Segment erwartet der Gast gute Organisation und Qualitätskontrolle.
    Wir wurden kein einziges Mal gefragt, wie uns der Game Drive gefallen hat.

    Obwohl die Lodge mit fünf oder sechs Zimmern klein ist, fehlt die Herzlichkeit die wir in den anderen Lodges erlebt haben. Zwischen Freundlichkeit und Herzlichkeit gibt es halt doch noch einen Unterschied.

    Aber heute Abend freuen wir uns noch über das schöne Zimmer und erinnern uns an unsere Hochzeit vor 28 Jahren.
    Prost🥂🍾, auf die Jahre die noch kommen werden und hoffentlich auch noch ein paar schöne Afrika Reisen.
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  • 8. Oktober

    8 oktober 2023, Sydafrika ⋅ 🌬 18 °C

    Heute geht der Safari Teil unserer Reise zuende. Wir genießen ein letztes sehr leckeres Frühstück und werden zum Flughafen Hodespruit gebracht.

    Wir fahren nur ungefähr 15 Minuten. Unser Chauffeur verspricht uns, dass er uns bis zum Schalter fährt und das meint er sogar wörtlich. Wir halten zwei Meter vor dem noch unbesetzten Schalter, der sich in einer Art Garage mit Rolltor befindet.

    Es kommt gleich ein engagierter Mitarbeiter der unsere Koffer aus dem Wagen holt, was wir in dem Fall für vollkommen unnötig halten.

    Natürlich bekommt er trotzdem ein kleines Trinkgeld und weil er sich so darüber freut, flitzt er gleich los und holt jemanden, der den Papierkram erledigt.
    Ein paar Minuten später sind wir die Koffer los und wir warten auf das Boarding.

    Pünktlich heben wir ab und landen planmäßig in Kapstadt.

    Wir werden mit einem Leihwagen bis Tsitsikamma und über die Karoo zurück nach Kapstadt fahren. Dafür haben wir noch gute zwei Wochen Zeit.

    Am Schalter von Europcar bekommen wir den Schlüssel für einen nagelneuen Hundai Tucson.
    Allerdings dauert die Bürokratie viiiiel länger als erwartet, weil es technische Störungen gibt.

    Anschließend rollen wir vom Parkplatz und fahren nach Gansbai. Für diese Strecke brauchen wir ca. zwei Stunden.

    Die Sonne scheint und es ist warm. Aber Sonne hin oder her, der Scheibenwischer kommt die ersten paar Mal beim Abbiegen zum Einsatz. Uwe hat den Linksverkehr allerdings sehr schnell wieder drauf.

    Die Strecke ist sehr schön und wir freuen uns, wieder das Meer zu sehen.
    Unser Guest House ist die Cliff Lodge. Sie liegt direkt an der Küste mit fantastischen Meerblick.

    Wir werden sehr freundlich begrüßt und gefragt ob uns für heute Abend ein Tisch in einem Restaurant reserviert werden soll.
    Das finden wir ausgesprochen aufmerksam.
    Aber darum haben wir uns selbst schon gekümmert.

    Während wir auf das Meer sehen, entdecken wir bereits die ersten Wale, die nicht weit draußen aus dem Wasser springen.

    Ich kann mein Glück kaum fassen. Genau das habe ich mir gewünscht.

    Noch bevor wir unser Zimmer beziehen, geht die Sonne unter und wir sitzen während dessen windgeschützt auf einem verglasten Balkon und sehen dabei zu wie der Feuerball ins Meer eintaucht.
    Was für ein wunderbarer Empfang.

    Dann beziehen wir unser Zimmer und kurze Zeit später fahren wir knapp acht Minuten zum Blue Goose Restaurant.

    Es ist bereits dunkel, kalt und sehr windig.
    Als eine Mitarbeiterin hört, dass wir fahren, reagiert sie mehr als erstaunt. Sie käme nie im Leben auf die Idee, so ein kurzes Stück zu fahren, worauf mein Uwe sinngemäß sagt: "Ja wissen sie, meine Frau friert halt immer so...."

    Das Essen ist sehr gut und auch das Ambiente im Blue Goose gefällt uns.

    Als wir wieder zum Guest House zurück fahren, beginnt es zu regnen und in Kombination mit dem Wind ist es ganz schön kalt.

    Da hat Uwe dann doch Recht gehabt mit dem Frieren, wobei ich nicht die Einzige bin, die sich nach Wärme sehnt. Im Zimmer ist es allerdings auch ungemütlich kalt.

    Wir kriechen nach der Dusche schnell ins warme Bett und hören noch beim Einschlafen die Wale singen. Meine Güte ist das eindrücklich.
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  • 9. Oktober

    9 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 17 °C

    Das Erste was wir heute nach dem Aufstehen tun, ist aus dem Fenster schauen und das Meer nach Wale abzusuchen.

    Ja, da sind sie und unser Herz schlägt im Dreivierteltakt. Es fühlt sich unwirklich an, sie so nah am Ufer beobachten zu können.

    Das Frühstück wird auf dem windgeschützten Balkon eingenommen. Von hier können wir aufs Meer sehen.

    Es ist kalt draußen und der Ozean verbrügelt ordentlich die Klippen.

    Nach dem Frühstück ziehen wir wieder unser Sibirien - Outfit an und suchen den schmalen Trail der hinter dem Haus, an den Klippen entlang führen soll.

    Wir finden ihn auch. Aber der Wind kühle bläst einem heute schier das Toupet vom Kopf.
    Dennoch ist es ein sehr schöner Spaziergang. Das Meer mit seiner rauhen Brandung zieht uns in seinen Bann.

    Allzu lange können wir nicht bleiben, weil ich schon wieder durchgefroren bin.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen wie ich beim Wale Waching draußen auf dem Meer frieren werde.

    Ja, heute Nachmittag haben wir eine Bootstour bei Ivanhoe See Safari gebucht.
    Es heißt, die Boote sind für 40 Personen zugelassen, werden aber maximal mit 25 besetzt. Das ist der Grund warum wir uns für dieses Unternehmen entschieden haben.

    In einem kleinen Häuschen melden wir uns an. Gebucht haben wir bereits online.

    Wir besteigen das Boot und nullkomma nix sind alle Plätze belegt. Stimmt schon mit den 25 Passagieren, aber dass hier 40 Platz finden könnten, scheint mir maßlos übertrieben zu sein.

    Unerfahren wie wir sind, dachten wir nicht daran unsere Regencapes mitzunehmen. Die See hat ordentlich Wellengang. Ich könnte während der Fahrt nicht stehen ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

    Es wird zwar langsam wärmer, die Sonne setzt sich gegen die Wolken durch.
    Aber während der Fahrt werden wir ordentlich weichgespült und das ist wieder ein äußerst unangenehmes Kälteerlebnis.

    Weit genug draußen, als die Wale in Sichtweite sind wird das Tempo gedrosselt.
    Ich kann trotzdem nicht stehen ohne mich festzuhalten.

    An Fotos brauche ich gar nicht zu denken.
    Aber Uwe gelingen ein paar.
    Zwar nicht die Traumfotos von einem ganzen Wal beim Sprung oder gar einer Flosse, aber als Beweisfotos gehen sie allemal durch.

    Die Walsichtungen versöhnen uns schnell mit den ungünstigen Wetterbedingungen. Wobei: Schlimmer geht immer. Deshalb möchte ich nicht allzusehr klagen .

    Die Meeresgiganten schwimmen sehr nah am Boot, manche auch unten durch und einige springen aus dem Wasser.

    Die Sprünge kommen so schnell, dass wir Mühe damit haben, sie schnell genug für ein Foto ins Visier zu nehmen.

    Neben unserem Boot schwimmt eine Mutter mit einem Albino- Kalb. Die kommen wohl sehr selten vor und sind etwas Besonderes.
    Für uns sind sie das alle. So nah, wird einem erst mal bewusst wie groß sie sind.

    Nach unserem Wellenritt kehren wir in die Cliff Lodge zurück.
    Wir setzen uns auf den Balkon, weil es uns draußen auf unserem eigenen zu kalt ist.

    Wir trinken einen Kaffee und genießen den Blick aufs Meer. Im windgeschützen Bereich ist die aufgebrachte See, die sich mit den Klippen anlegt, sehr schön anzusehen und hat fast etwas hypnotisches.

    Auch von hier können wir wieder den Ozeanriesen dabei zusehen, wie sie springen. Es machen wirklich viele Wale an dieser Küste ihre Babypause.

    Sobald die Kälber groß genug sind, verabschieden sie sich von diesem Gebiet, bis zum nächsten Babyboom.

    Heute Abend dinieren wir im
    Benguela Restaurant de Kelters.
    Dort bietet Jonathan in seinem Haus für maximal 16 Personen soetwas wie das perfekte Dinner an.

    Außer uns haben heute noch zwei weitere Pärchen das Dinner gebucht.
    Schon als wir sein Haus betreten und von ihm begrüßt werden, fühlen wir uns herzlich willkommen, als würden wir einen alten Freund besuchen.

    Jonathan versteht es, seine Gäste miteinander bekannt zu machen und alle ins Gespräch zu integrieren. Mal abgesehen von dem perfekten Dinner, könnte die Atmosphäre nicht schöner sein.

    Wir verstehen uns alle prima und genießen diesen besonderen Abend. Wir kamen als Gäste und verabschieden uns am Ende von Freunden.

    Dieses Geschenk hält Afrika sehr oft für uns bereit.
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  • 10. Oktober

    10 oktober 2023, Sydafrika ⋅ 🌬 17 °C

    Wir genießen ein letztes Frühstück mit Blick aufs Meer und verabschieden uns beizeiten von den Ozeanriesen, die uns so viel Freude bereitet haben.

    Heute dürften wir die längste Fahrt vor uns haben. Bei Google Maps wurden während der Reiseplanung fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit angegeben.

    Vor einigen Wochen gab es aber schwere Unwetter in Südafrika, die überall Schäden hinterlassen haben.
    Daher gibt es viele Baustellen.

    Die heutige Strecke führt uns über die Garden Route und ist sehr schön.

    Aber leider sind auch viele Autos vor und hinter uns in Bewegung. Die Baustellen bringen auch nicht unbedingt Fahrspaß mit sich. Uwe muss sich sehr konzentrieren, weil es oft ziemlich chaotisch zugeht.

    In Mosel Bay nehmen wir uns eine halbe Stunde Zeit um eine Kleinigkeit zu essen. Der Stadtverkehr ist mit seinen vielen Baustellen auch sehr nervenaufreibend.
    Wir sind so froh als wir die Stadt wieder hinter uns haben.

    Schlussendlich brauchen wir sieben Stunden bis Tsitsikamma.
    Ziemlich erledigt kommen wir in der Lili Pond Country Lodge an.

    Das Anwesen ist schon ein idyllischer Traum und das Ambiente in den öffentlichen Räumen, genauso wie in unserem Bungalow ist ausgesprochen geschmackvoll.

    Es gibt ein herzliches Willkommen und wir beziehen unserer schönes Zimmer mitten im Garten, mit Blick auf einen märchenhaften Seerosenteich.

    Die letzten Sonnenstrahlen genießen wir auf der Terrasse bei einem Cocktail. Wir spüren schnell den Stress von uns abfallen und entspannen uns.

    Es ist aber sehr frisch draußen, so dass es wieder einmal nicht lange dauert, bis es mir zu kalt ist.

    Eine schöne heiße Dusche sorgt schnell für wohlige Wärme und wir schalten im Zimmer die Klimaanlage auf Heizung um.
    Sie wärmt allerdings nicht sonderlich viel.

    Egal, wir gehen in den Dining Room und lassen uns ein vier Gänge Menü schmecken.
    Ein Bollerofen wärmt und Körper und Seele.

    Nach dem Essen, auf dem Weg zu unserem Zimmer, hören wir in stockdunkler Nacht viele Vögel zwitschern.

    Wie kann das sein?
    Was gibt es hier für Vögel die noch um diese Uhrzeit so ein Konzert veranstalten.

    Die Klänge sind traumhaft schön. Wäre es nicht so erbärmlich kalt, würde ich die halbe Nacht hier sitzen und zuhören wollen.

    Statt dessen schauen wir, dass wir ins hoffentlich angewärmte Zimmer kommen.
    Wir machen uns bettfertig und vergraben uns unter der Bettdecke. Kaum berühren unsere Körper die Matratzen, siegt die Schwerkraft unserer Augenlider und die Kälte ist vergessen.

    Hört euch mal das Video an. Man sieht die Vögel nicht, hört sie aber ganz gut. Morgen verrate ich euch, welche es sind.
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  • 11. Oktober

    11 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 16 °C

    Zum Frühstück scheint die Sonne.
    Wir sitzen bei angenehmen Temperaturen draußen und lassen uns Zeit.

    Während wir essen, kommt die Eigentümerin der Lodge an unseren Tisch und hält Smalltalk mit uns.
    Sie ist uns sehr sympathisch.

    Ich nutze die Gelegenheit, sie zu fragen, welche seltsamen Vögel hier bei Nacht so wunderschön zwitschern.

    Wahrscheinlich wird sie das öfter gefragt. Sie lächelt und sagt uns, dass wir Frösche gehört haben.

    Also sowas.....wer hätte gedacht, dass es singende Frösche gibt🐸?

    Eigentlich haben wir heute einen Segeltörn in Knysna, mit Lunch gebucht. Dazu wäre jetzt das Wetter geradezu perfekt.
    Der Ausflug wurde uns aber aufgrund mangelnder Nachfrage storniert.

    Stattdessen bekommen wir das Angebot an einer Sonnenuntergangsfahrt teilzunehmen.

    Leider wird für den Nachmittag wieder eine geschlossene Wolkendecke vorhergesagt. Sonnenuntergang wird wohl nicht zu erwarten sein.

    Aber in den nächsten Tagen ist sogar Regen gemeldet. Also wenn wir segeln möchten, dann heute.
    Wir stimmen also zu.

    Nach dem Frühstück machen wir bei wunderschönem Wetter einen längeren Spaziergang.

    Dann fahren wir nach Knysna und bummeln an der Strandpromenade herum.

    Am Spätnachmittag geht es aufs Segelboot.
    Ich liebe Katamaranfahrten und stelle mir Segeln ähnlich vor.

    Dass dem nicht so ist, erfahre ich heute.
    Der Himmel ist inzwischen wieder bewölkt und es wird auch empfindlich kalt. Wir bekommen eine Decke.

    Dann steuern wir im Zickzack Kurs durch die Lagune in Richtung offenes Meer.

    Bei jeder Wendung neigt sich das Boot beachtlich zur Seite. Ich muss mich gut festhalten um nicht mit in Kipprichtung zu rutschen.

    Je näher wir der Mündung kommen, desto ungemütlicher wird es.
    Die beiden Skipper rennen hin und her und müssen ganz schön malochen.

    Der Wellengang ist respekteinflößend.
    Mein Handy wird in Sicherheit gebracht.

    Weit weg entdecken wir Delfine. Aber die Sicht ist schlecht und an Fotografieren ist eh nicht zu denken. Wenn ich die Reeling loslasse, rutsche ich in Kipprichtung und geh womöglich über Board. Mir steht nicht der Sinn nach einem Tauchgang.

    Ich kralle mich fest und stemme mich mit den Füßen ab.

    Spaß macht mir dieser Ritt nicht. Wenn ich mir die Gesichter so ansehe, ist Uwe der Einzige, der Spaß hat.
    Er ist der Meinung: Solange der Skipper nicht besorgt aussieht, ist alles gut!

    Für mich fühlen sich die Wellen fünf Meter hoch an. Die junge Dame neben mir tippt eher auf acht bis zehn Meter.

    Einer der beiden Männer die mit uns an Board sind, verschwindet auf dem WC und bleibt dort sehr lange.
    Wir überlegen schon ob wir ihm einen Suchtrupp schicken müssen.

    Nach einer halben Ewigkeit kommt er zurück und Just in dem Moment, in dem er die letzten zwei Schritte zu seinem Platz nehmen möchte, kippt das Boot wieder zur Seite und er verliert das Gleichgewicht.

    Die Skipper haben gerade gut zu tun und können ihm nicht helfen.

    Der junge Mann kann sich noch gerade so festhalten und schafft den letzten Meter zu seinem Platz ohne Rettungsring.

    Das war vielleicht ein Schreckensmoment. Nicht auszudenken, wenn er über Board gegangen wäre.

    Ich bin sooo froh, als wir wieder in das ruhigere Gewässer der Lagune einfahren.

    Jetzt reißt sogar die Wolkendecke auf und wir erleben doch noch einen schönen Sonnenuntergang auf dem Wasser und ein Picknick an Board.
    Gegessen wird allerdings nicht wirklich viel.

    Bevor wir gehen, frage ich den Skipper noch, wie hoch die Wellen tatsächlich waren. Er meinte, eineinhalb bis zwei Meter.

    Ob ich ihm das glauben soll?
    Er hat uns erzählt dass er zwei Mal mehrere Monate auf Segeltour war und auch lebensgefährliche Situationen erlebt hat.

    Ich halte ihn für einen Adrenalin Junkie. Dem kitzeln nicht so schnell die Fußsohlen.
    Der findet mit Sicherheit alles unter zehn Meter langweilig.

    Naja, vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte bei zweieinhalb bis drei Meter.

    Egal wie, ich weiß jetzt wie sich Segeln anfühlt und brauche dieses Abenteuer kein zweites Mal.

    Nach Sonnenuntergang wird es schnell finster.
    Von Knysna nach Lili Pond müssen wir jetzt leider fast eine Stunde in der Dunkelheit fahren. Vielleicht auch länger, weil immer wieder Einheimische mitten auf der Straße zu Fuß unterwegs sind, sogar Kinder ganz allein.
    Entsprechend langsam und vorsichtig muss Uwe fahren.

    Wir erschrecken mehr als Einmal, weil plötzlich jemand wie aus dem Nichts auf der Straße läuft.
    Man sieht die Menschen extrem schlecht.

    Für mich wäre es undenkbar mein Kind bei Dunkelheit eine Landstraße endlanglaufen zu lassen. Aber in Afrika können sich viele Menschen keinen Bus oder gar ein Fahrzeug leisten.

    Die Armut hier zu sehen ist schon schwer zu ertragen und gibt unserem Urlaub immer wieder einen Dämpfer.

    Bis wir zurück in der Lodge sind, regnet es und wie soll es anders sein, ist wieder Frieren angesagt.
    Es kostet mich Überwindung, mich im kalten Zimmer umzuziehen. Wir schalten die Heizung wieder ein und hoffen, dass sie das Zimmer ein bisschen aufwärmt bis wir wieder zurück kommen.

    Zum Glück habe ich beim Frühstück gefragt, ob es möglich ist, beim Dinner neben dem Bollerofen sitzen zu dürfen und dieser Wunsch wird mir erfüllt.

    Die Wärme und das knisternde Feuer lassen mich auf Wolke sieben schweben.
    Das Dinner schmeckt wieder ausgezeichnet.

    Während des Essens, werden wir von der Managerin gefragt, wie unser Tag war.

    Das ist das Quentchen welches aus Freundlichkeit herzliche Gastfreundschaft macht.

    Die Heizung im Zimmer sorgt zwar nicht für wohlige Wärme, aber es ist wenigstens ein bisschen überschlagen.

    Unsere Pläne für morgen haben wir wegen vorhergesagtem Regen beiseite geschoben.

    Geplant war an der Mündung des Stormsriver einen Trail über die Hängebrücke zu laufen.
    Aber bei Regen und schlechter Sicht, über dem aufgewühlten Wasser eine rutschige Hängebrücke aus Holz zu passieren, kommt für mich nicht in Frage.

    Wir werden erstmal ausschlafen und dann sehen wonach uns der Sinn steht.
    Gute Nacht Afrika 🌛
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  • 12. Oktober

    12 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ⛅ 19 °C

    Das Wetter hält sich an die Vorhersagen. Schon das klopfen auf dem Dach verrät uns, dass es regnet und ein Blick aus dem Fenster, wirft die Frage auf, ob wir nicht besser noch eine Runde schlafen. Geht aber schlecht wenn man gar nicht mehr müde ist.

    Also in Rekordgeschwindigkeit raus aus dem Bett, Katzenwäsche und beherzt in die wärmsten Klamotten gesprungen, die wir dabei haben.

    Die warmen Sachen tragen wir in diesem Urlaub so oft, dass heute ein Teil zum Wäscheservice wandert.

    Wir drehen die Heizung bis zum Anschlag auf und hoffen, dass das Zimmer nach dem Frühstück kein Frostbeulen Klima mehr hat.
    Die Bungalows haben einen Betonfußboden, ohne Teppich. Da kriecht einem die Kälte an den Beinen hoch. An heißen Tagen ist das bestimmt angenehm.

    Wir marschieren mit Regenschirm zum Frühstück. Die Botanik auf dem Lodgegelände ist saftig grün und überall blüht etwas.
    Der Regen zieht im Wasser des Pools seine Kreise und die Frösche im Teich hatten wahrscheinlich Nachtschicht und schlafen jetzt. Wir hören sie jedenfalls nicht.

    Das Frühstück lässt wieder keine Wünsche offen. Wir stellen uns auf einen ruhigen Lesetag ein und geben der Heizung im Zimmer Zeit.

    Als wir die maximale Frühstückszeit ausgereizt haben, ziehen wir von Dannen.

    Ja, die Temperatur in unserem Zimmer fühlt sich ein bisschen überschlagen an.
    Bevor der Strom wieder weg ist, wird heiß geduscht.

    Danach flüchten wir, in der Hoffnung auf ein Feuerchen ins Kaminzimmer im Haupthaus.
    Ein Mitarbeiter hat Erbarmen mit uns und feuert den Kamin an.

    Kurze Zeit später wird es wohlig warm. Wir lesen und Scrabblen ein bisschen und bestellen uns einen Cappuccino.

    Das ist sehr behaglich und weil wir Zuhause keinen Kamin oder Bollerofen haben, ist das auch etwas ganz Besonderes für uns.

    Wir bedauern und vermissen nichts, sondern genießen das hier und Jetzt.

    Am frühen Nachmittag hört es auf zu regnen und die Sonne verdrängt die Wolken.

    Wir beschließen in Tsitsikamma ein bisschen spazieren zu gehen und fahren zum SANParks- Büro im Storms Village.
    Wir parken das Auto und laufen zur Info Tafel mit den möglichen Trails.

    Gerne wären wir die längere Strecke gelaufen. Aber eine Horde Paviane versperrt uns den Weg.
    Nachdem wir in der Emosheni Lodge sehen konnten, wie die sich aufführen können, und welche Waffen sie im Mund haben, wollen wir sie nicht dazu ermutigen, ihr Revier vor uns zu verteidigen.

    Wir nehmen den anderen Weg und laufen einfach mal drauf zu.

    Es geht in den Plaatbos Wald. Er ist indigen, also naturbelassen, ohne menschliches Eingreifen. Hier können sich einheimische Baumarten und Pflanzen ausbreiten und sind damit ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.

    Wir sehen Riesenfarne und etliche verrottete Baumstämme, die dekorativ am Boden liegen und damit dem Ökosystem dienen.
    Es gibt Naturpfade, aber auch Holzstege.

    Ab und zu überqueren wir einen plätschernden Bach über eine kleine Brücke.

    Ein oder zwei Quellen gurgeln vor sich hin und lassen ihr Wasser über moosbedeckte Steine fließen.

    Ab und zu schaffen es ein paar Sonnenstrahlen durchs Blatterdach und lassen Lichtpunkte über den Waldboden tanzen.

    Wir sind ganz allein und freuen uns an dieser stillen Idylle, die nur von Vogelgezwitscher, fließendem Wasser, einen Knacken oder Rascheln unterbrochen wird.

    Es ist sogar angenehm warm.
    Viel zu schnell sind wir wieder am Parkplatz.

    Von hier sehen wir das Marilyn's 60s Diner.
    Ich muss mal...
    Da bietet es sich an, im Diner etwas zu trinken.
    Es ist ein uriger Schuppen, dessen Name schon verrät, was man zu erwarten hat.
    Man fühlt sich wahrlich in die 60er zurück versetzt.

    Leider hab ich nicht dran gedacht Fotos zu machen.

    Wir kehren nach Lili Pont zurück, ziehen uns um fürs Dinner und überbrücken die Zeit vor dem Essen mit einem Cocktail am Kaminfeuer. Passt👍.

    Essen ist lecker, was auch sonst! Anschließend verkriechen wir uns wieder im Zimmer unter unserem warmen Bettzeug.

    Der nächste Tag kann kommen. Der Regen wird es vermutlich auch.
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  • 13. Oktober

    13 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☁️ 18 °C

    Es hat die ganze Nacht geregnet und auch jetzt, sehen wir vom Bett aus den Schnürlesregen, der leise seinen beruhigenden Rhythmus aufs Dach klopft.
    Die Lichtstimmung hat aber leider etwas depressives.

    Die Heizung läuft noch, oder wieder, falls der Strom in der Nacht weg war. Auch tagsüber gibt es feste Zeiten des Load sheddings und ohne Strom geht keine Heizung.

    Es kostet Überwindung das warme Bett zu verlassen. Für den Moment muss es eine Katzenwäsche tun. Wir beeilen uns mit dem Anziehen. Bei mir kommen mehrere Schichten zum Einsatz.

    Dann laufen wir wieder mit Regenschirm bewaffnet zum Frühstück.
    Es ist alles da was das Herz begehrt und weil wir aufgrund des Regens ersteinmal nicht recht wissen, was wir heute unternehmen könnten, trinken wir einen Kaffee mehr und lassen uns reichlich Zeit.

    Zurück im Zimmer wird heiß geduscht, dann kommt das Schild an die Tür, dass wir keinen Roomservice brauchen, weil wir
    uns wieder mit samt Klamotten im warmen Bett verkriechen.

    Uwe schläft tatsächlich nochmal ein und ich lese.
    Am späten Vormittag beschließen wir wieder zum Aufwärmen ins Kaminzimmer zu gehen und zu Scrabblen. Vielleicht brennt ja schon ein Feuerchen.

    Leider nicht, aber das ändert sich sofort, als uns ein Mitarbeiter entdeckt.
    Er fackelt gerne den "Ofen" für uns an.
    Es wird schnell behaglich warm und das Knistern oder die sprühenden Funken die es ab und zu gibt, wärmen uns nicht nur die Füße, sondern auch das Herz.
    Das ist unglaublich wohltuend.
    So verbringen wir auch heute wieder eine wunderbare und gemütliche Zeit am Kamin.

    Am frühen Nachmittag hört es auch heute auf zu regnen und wir beschließen ins Birds of Eden zu fahren.

    Birds of Eden ist ein großes Waldareal in dem die Vögel zwar nicht wirklich frei sind, aber geschützt. Dort können sie relativ artgerecht leben.

    Es macht durchaus Spaß in diesem Mini Dschungel herumzulaufen und überall sehr nah viele Vögel zu sehen.

    Es wurde ein kleiner Wasserfall angelegt, eine Hängebrücke montiert, diverse Stege führen durchs Gelände und ein kleiner See rundet das Ganze ab.

    Wir sind definitiv keine Möchtegern-Ornithologen, aber wir freuen uns schon sehr über die vielen Vögel die wir noch nicht kennen, bzw. noch nie gesehen haben.
    Unser Spaziergang durch diesen Mini Jungle ist genau das Richtige für einen Tag wie diesen.

    Nebenan befindet sich das Monkeyland. Das nehmen wir auch noch mit.
    Im Vogelpark durften wir alleine laufen.
    Ins Monkeyland kommt man nur mit Guide.

    Wir sind eine kleine Gruppe. Der Guide spricht Englisch. Mir wird empfohlen die Brille abzunehmen und wir sollten alles sichern was wir dabei haben.

    Ohne Brille reinzugehen, ist leider keine Option für mich. Da wäre ich blind wie ein Maulwurf.
    Ich halte sie sicherheitshalber fest, wenn die Affen auf geringer Distanz sind.
    Klar, kann mich einer überraschen und sie mir aus dem Gesicht reißen. Aber die ganze Zeit die Brille festzuhalten, ist auch müßig.

    Es gibt überall Futterstationen. Da wird ganz schön viel Sauerei hinterlassen. Tischmanieren haben die Pelzträger nicht.

    Besonders herzig sehen die Babyaffen aus, die ihrer Mama am Bauch hängen oder auf ihnen herumklettern. Die Muttertiere gehen ihrerseits sehr liebevoll und beschützend mit ihrem Nachwuchs um.

    Fast am Ende unseres Rundgangs überqueren wir eine lange, schmale Hängebrücke. Wir laufen hintereinander und sind ungefähr in der Mitte.
    Plötzlich schwingt sich vom anderen Ende her ein großer Gibbon auf uns zu. Er hat sicher mit ausgestreckten Beinen eine Körperlänge von einem Meter.

    Der Rotzlöffel hat ein beachtliches Tempo drauf. Wer nicht im Flug von ihm umarmt werden, oder seine Füße in den Bauch gerammt bekommen will, duckt sich besser rechtzeitig weg.

    Uwe kämpft eine Sekunde mit sich, ob er lieber ein Foto macht, oder sich wegduckt. Er will beides.
    Ihm gelingt ein Foto während er schon in Deckung geht. Dadurch fängt er den Gibbon sehr nah aus einer coolen Perspektive ein. Leider kann ich das Foto hier nicht hochladen.

    Wie bei einer La-Ola -Welle verbeugen wir uns alle nacheinander so tief wie möglich vor dem König des hiesigen Dschungels.
    Es würde mich nicht wundern, wenn uns der Schlingel nochmal von hinten kommend einen Tritt in den Hintern geben würde.

    Vor der Brücke stehen einige Passanten die diese Szene beobachten und sich schlapp lachen. Hätte ich an ihrer Stelle auch getan.

    Es ist niemand zu Schaden gekommen und kein Handy in den Abgrund gestürtzt. Insofern bleibt uns allen ein amüsantes kleines Abenteuer in Erinnerung.

    Jetzt beginnt es wieder zu regnen, aber wir sind eh durch und machen uns auf den Rückweg.

    Unser kaltes Chalet ist nicht einladend. Es zieht uns wieder ins Kaminzimmer wo jetzt das Feuer schon knistert. Hier bleiben wir, bis ich zum Dinner wieder neben dem Bollerofen sitzen kann.

    Das Essen ist hier durchweg großes Kino. Wir genießen einen schönen Abend und kuscheln uns danach zeitnah in unser warmes Bett.

    Auf dem Dach klopft uns der Regen wieder einen Schlummerrhythmus vor und wiegt uns in den Schlaf.
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  • 14. Oktober

    14 oktober 2023, Sydafrika ⋅ 🌬 22 °C

    Heute genießen wir ein letztes gemütliches Frühstück und packen anschließend unsere Koffer.

    Wir verabschieden uns von den sehr freundlichen Mitarbeitern und diesem traumhaft schönen Ort, den ich gerne nocheinmal bei schönerem Wetter besuchen würde.

    Es geht heute nach Oudtshoorn zum Rosenhof Country House.

    Der Weg führt uns zunächst ein Stück an der Küste entlang und dann durch wunderschöne und viel einsamere Gegenden in die kleine Karoo.

    Ich bin sehr überrascht wie viele Wildblumen jetzt noch blühen und kann mich gar nicht satt sehen.

    Unser Hotel hat nostalgisch viktorianischen Charm,
    ist also weniger vornehm ausgedrückt, ziemlich altbacken. Aber es ist immerhin sehr sauber und gepflegt.

    Wir haben die Honeymoon Suite gebucht. Sie befindet sich in einem freistehenden Häuschen mit eigenem Garten und Pool.

    Wir machen es uns direkt auf den einladenden Liegestühlen bequemam. Da kommt uns doch der appetitliche Obstkorb auf dem Tisch sehr gelegen.

    Wir werden nur eine Nacht bleiben. Daher bietet es sich an, den noch jungen Nachmittag für einen Besuch in den Cango Caves zu nutzen.

    Das Höhlensystem liegt in den Swartbergen.
    Die Cango Caves sind in drei wesentliche Abschnitte unterteilt und insgesamt vier Kilometer lang. Wir werden aber nur einen
    Teil davon sehen.

    Die vorderste ist mit fünfzig auf neunzig Metern die Größte und hat eine sagenhafte Akustik.

    Früher durften hier Konzerte veranstaltet werden, aber wegen Vandalismus wird das heute nicht mehr erlaubt.

    Ich frage unsere Gruppenführerin, ob sie nicht ein Lied für uns singt.
    Sie tut es tatsächlich und gar nicht schlecht. Respekt!

    Mit dieser Akustik müssen die Konzerte Gänsehaut Faktor gehabt haben.

    Die Kalksteinformationen sind einzigartig. Solche beeindruckenden Wunderwerke der Natur habe ich noch nie gesehen.
    Es dauert übrigens hundert Jahre bis ein Stein einen Zentimeter gewachsen ist.

    Unsere Gruppenführerin, die fließend vier Sprachen spricht, ist unglaublich sympathisch.
    Sie vermittelt ihre Informationen mit viel Humor. So bleiben ihre Anmerkungen interessant und kurzweilig.

    Unter anderem erzählt sie uns, dass man neben den normalen Führungen auch eine Abenteuer- Tour durch die Höhlen buchen kann.
    Dazu muss man durch enge Gänge kriechen.

    Vor einigen Jahren hat eine Frau eine solche Tour gebucht und ist in einem Gang stecken geblieben.
    Ein Rettungsteam musste ihre Kleidung entfernen und sie mit Vaseline einreiben um sie befreien zu können. Die Rettungsaktion dauerte sieben Stunden.

    Zum Dank hat der Ehemann das Unternehmen wegen Diskriminierung verklagt.
    Auf die Idee muss man auch erst mal kommen.

    Wir haben uns schon gefragt, was es in der Lobby mit dem großen Aufsteller in Felsenoptik und mit ausgefräßtem Loch auf sich hat. Jetzt wissen wir es.

    Die Cango Caves haben uns ausgesprochen gut gefallen.

    Bei strahlendem Sonnenschein und azurblauen Himmel fahren wir durch üppig grüne und blühende Landschaften wieder ins Hotel zurück. Besonders angetan bin ich von den vielen Trauerweiden die ich unterwegs sehe. Am Ufer eines Baches haben sie ganz besonderen Charm.

    Im Hotel machen wir uns fertig zum Dinner.
    Wir bekommen einen Ehrenplatz, in einem Erker, der an sich sehr schön wäre, wären da nicht diese übertrieben fürstlichen Stühle, die fast wie Thronsessel aussehen.

    Das Essen schmeckt uns aber ausgezeichnet.
    Doch als ich bei der Weinbestellung " Semi Dry" erwähne, missversteht mich die Bedienung und bringt mir stattdessen zum Hauptgang einen Dessertwein, der so grausam süß schmeckt, dass ich den reinsten Zuckerschock erleide.
    Das ist ein Wein- Alptraum für mich, wie purer Sirup.
    Buhhhh, den Probier Schluck musste ich runterwürgen. Jetzt habe ich das Bedürfnis Tabasco zu gurgeln um diesen Geschmack wieder loszuwerden.

    Wir ziehen uns zeitnah nach dem Dessert zurück. Als wir uns fürs Bett fertig machen, bemerken wir, dass der Fußboden warm ist. Ja wie cool ist das denn? Wir haben eine Fußbodenheizung!
    Heute Nacht schlafen wir garantiert ohne kalte Füße ein.
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  • 15. Oktober

    15 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 23 °C

    Der Frühstucksraum sieht schon deutlich zeitgemäßer aus, als der Rest des Hotels. Er befindet sich in einem ansprechenden Wintergarten mit weißen Rattanstühlen und mit einer wunderschön angelegten Terrasse für die wärmeren Sommertage.
    Die Einrichtung hat Vintage Style.

    Wir verabschieden uns aber heute und ziehen weiter.
    Unser nächstes Ziel ist das Lavender Farm Guest House in Frankschhoek.

    Für die Fahrt brauchen wir über den Swartberg Pass und die landschaftlich sehr reizvolle
    R 62 ungefähr viereinhalb Stunden.

    Der Pass schafft ca. 1600 Höhenmeter auf eine Länge von ungefähr 27 km.
    Er gehört zu den schönsten Pässen, die ich bisher gesehen habe.

    Unterwegs treffen wir sogar auf Radfahrer.
    Wie man mit reiner Muskelkraft solche Steigungen und Distanzen schafft, ist mir ein Rätsel.
    Respekt allen, die derartige Herausforderungen meistern.

    Die Fahrt über den Pass und entlang der R62 ist ein Traum.

    Wir halten mehrmals an, weil wir von den Panoramen die uns geboten werden, hellauf begeistert sind.

    Sanfte Hügel, trockene Felder, und blühende Karoolandschaften gehen über, in saftig grüne und üppig bewachsene Täler, je näher wir Frankschhoek kommen.

    Dieses idyllische Städtchen liegt mitten im Herzen des Weinlandes.
    Hier gibt es unzählige Weinberge mit ihrem herrlich grünen Laub und malerische Weingüter laden zur Weinprobe ein.

    Die Stadt imponiert mit wunderschönen weißgetünchten, historischen Gebäuden. Auch Kunst gibt es in manch einem Garten zu bestaunen.

    Unsere heutige Fahrt ist ein Erlebnis für die Sinne.

    In Frankschhoek sind aber die Spuren der Verwüstung die das Unwetter vor einigen Wochen angerichtet hat, noch deutlich zu sehen.

    Die halbe Straßenseite auf dem Weg zum Lavender House, ist weggebrochen. Ein Tunnel muss voraussichtlich für ein Jahr gesperrt bleiben.
    Mitten durch die Stadt zieht sich noch die Schneise einer Schlammlawine.

    Uns wird erzählt, dass eine Lawine im Begriff war, ein Township am Hang eines Berges zu fluten. Kurz davor sammelte sich aber hängengebliebenes Geröll, teilte sie in zwei Spuren und führte sie seitlich am Township vorbei.

    Diese Schilderung verursacht mir eine Gänsehaut.

    Unser Guest House scheint vom Schlimmsten verschont geblieben zu sein.

    Aber wir haben den Eindruck, dass hier die Prioritäten momentan nicht auf der Gastfreundschaft liegen.

    Es gibt eine Baustelle auf dem Gelände. Sie sieht nach einer Erweiterung des Zimmerangebotes aus.
    Vielleicht liegt der Fokus der Konzentration momentan mehr auf den Baumaßnahmen als auf der Gästebewirtung.

    Oder es gab doch mehr Schaden hier, der inzwischen zum größten Teil behoben ist, aber noch viele Ressourcen fordert.

    Ein paar kleine Aufmerksamkeiten würden meiner Meinung nach schon viel bewirken.

    Wir kommen am Nachmittag an und laufen am Pool vorbei. Es ist zwar kein Badewetter, aber die Sonne scheint und da sitzt man vielleicht auch gerne zum Lesen am Pool. Die Liegestühle sind allerdings eingepackt als wären sie im Winterschlaf. Das ist kein schönes Begrüßungsbild.

    Wir fühlen uns nicht willkommen, sondern als würde man uns zwar Obdach gewähren, aber bitte mit möglichst wenig Aufwand.

    Die Begrüßung fällt freundlich aus, ist aber noch weit weg von herzlich.

    Wir werden zu unserem Chalet gebracht. Es ist hübsch eingerichtet und hat einen traumhaft schönen Ausblick über ein blühendes Lavendelfeld und über einen kleinen See.
    Über die Berge hinter dem See, rollen weiße Wolken.

    Das sieht märchenhaft aus und tatsächlich war diese Aussicht der Grund dafür, warum wir hier ein Zimmer gebucht haben.

    Wir bringen unser Gepäck ins Chalet und laufen noch ein wenig durch die Straßen der Stadt, bevor wir zum Dinner in ein Steakhouse gehen.

    Die Häuser hier könnten aus einem Bilderbuch stammen. Kleine hübsch angelegte Vorgärten ziehen meinen Blick magisch an.
    In manchen Gärten stehen Kunstwerke.
    Süße Straßencafes und kleine Boutiquen rufen: Herzlich Willkommen.

    Frankschhoek ist eine Stadt zum Verlieben.

    Das Steakhouse ist bis auf den letzten Platz belegt. Gut, dass wir reserviert haben. Nach dem Essen ist auch klar warum dieser Laden so brummt. Es schmeckt himmlisch.

    Zurück in unserem Chalet lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Die Müdigkeit lässt auch nicht mehr sehr lange auf sich warten.
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  • 16. Oktober

    16 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute begrüßt uns strahlender Sonnenschein während wir zum Frühstück gehen.

    Der Speisesaal an sich hat Potential und sieht relativ neu renoviert aus.
    Aber es fehlt jegliche Behaglichkeit.

    Es gibt keine Wandbilder oder Spiegel, keine Pflanzen, Kerzen oder sonstige Dekoration. Nicht einmal Blümchen stehen auf den Tischen.
    Dabei müsste man nur welche im Garten pflücken.
    Hier ist null Liebe zum Detail zu sehen.

    Wir fühlen uns gar nicht wohl.
    Da ist die Atmosphäre in manch einer Kantine besser.

    Fürs Buffet werden große Teller und Platten verwendet, die mit minimalistischen Portionen belegt sind.
    Soll das etwa eine Einschüchterungstaktik sein, damit es niemand wagt, sich etwas zu nehmen?
    Falls ja, funktioniert das bei mir.

    Wir halten uns nur so lange hier auf, wie unbedingt nötig.

    Dafür freuen wir uns auf die
    Wine & Cuisine - Tour die wir als Kleingruppentour mit fünf weiteren Paaren gebucht haben.

    Laut der Programmbeschreibung war es geplant mit der Bummel Bahn von A nach B zu fahren. Doch wegen der Unwetterschäden sind noch Teilstrecken gesperrt.

    Deshalb fällt das Vergnügen mit mit der Tram sehr kurz aus.
    Die Fahrt ist schon zuende, kaum dass wir Platz genommen haben.
    Für die restlichen Strecken sitzen wir mit dem Bus.

    Kinder, die eigentlich in der Schule sein sollten, hängen sich ans Fahrzeug und betteln. Sie werden vom Fahrer verscheucht.

    Uns wird gesagt, dass wir ihnen nichts geben sollen, weil ihnen sonst Betteln lukrativer erscheint, als zu lernen.
    Man kann sich ja denken, dass die süßen Kinder irgendwann nicht mehr süß aussehen und dann weder Bildung haben, noch mit Betteln erfolgreich sind.

    Unser erster Besuch gilt dem Weingut Paserene.
    Die Architektur gleicht einem modernen Kunstwerk.
    Der Verkostungsraum ist fast komplett verglast. Wir haben freie Sicht auf die Reben, auf einen einen kleinen See und auf einen hübschen Garten. Das hat schon was!

    Drei Weine werden uns hier kredenzt dazu verschiedene Frühstücksvarianten.

    Wir lernen unsere Gruppenteilnehmer ein bisschen kennen. Der Funke der Sympathie springt aber nicht auf die gesamte Gruppe über. Es ist schwierig eine Gemeinschaft aufzubauen. Das Miteinander bleibt steif.

    Wir werden nur mit einem Ehepaar warm.
    Vielleicht wollen die anderen, die sich untereinander schon kennen, gar keinen weiteren Kontakt.
    Wir bemühen uns nach dem ersten Versuch auch nicht weiter. Sie sind ja in ihre eigene Gruppe integriert.

    Der Garten zieht mich magisch an.
    Er grenzt direkt an einen Weinberg. Der Blick über die Reben und auf die dahinterliegenden Berge ist fantastisch.

    Die nächste Station auf dieser Weinland- Reise ist die
    Grand Provonce Winery.

    Über eine Zypressen-Allee betreten wir eine Gartenanlage wie aus dem Bilderbuch.

    Es gibt einen großen alten Baumbestand, kleine Brunnen, kunstvolle Skulpturen und überall Sitzgelegenheiten die zum Verweilen und Genießen einladen.

    Für unsere Gruppe wurde ein langer Tisch unter einem großen Baum gedeckt.
    Es wird ein sagenhaftes drei Gänge Menü aufgetragen und zu jedem Gang drei Weine.

    Das Essen schmeckt ausgezeichnet und wird uns auf hohen Niveau serviert.

    Ich möchte diesen Garten eher als Park bezeichnen. Er sieht einerseits wegen der vielen alten Bäume naturbelassen aus, aber dann gibt es doch auch wieder gepflegte Blumenrabatten.
    Die Skulpturen, die überall zu finden sind, wurden sehr wirkungsvoll platziert.

    Dieses Ambiente bietet einen äußerst passenden Rahmen für unser Gourmet Erlebnis.

    Natürlich muss ich irgendwann mal die Toilette suchen. Ich finde sie im Nebengebäude.

    Auf dem Weg durch den Gang, steht eine Tür zu einem Salon offen. Ich denke, das ist beabsichtigt und soll den Besucher beeindrucken.

    Im Zentrum dient ein edler Designer- Kronleuchter aus Weinflaschen als Eyecatcher.
    Ein großer Holztisch mit bequemen Polsterstühlen hat bestimmt schon für manchen festlichen Anlass eine feudale Tafel abgegeben, und vor einem imposanten Kamin lädt eine gemütliche Sitzgruppe zum Verweilen ein.
    Hier würde ich definitiv auch gerne mal ein Fest feiern. Ja, ich bin tatsächlich schwer beeindruckt. Der Stil gefällt mir ausnehmend gut.

    So einen Kronleuchter aus Flaschen sehe ich heute zum ersten Mal.
    Später werden wir noch oft welche sehen. Besonders wirkungsvoll sind sie, wenn es dunkel ist. Dann wirft ihr Licht leuchtende Sterne in den Raum.

    Mit diesem Leuchter ist übrigens eine besondere Geschichte verbunden:

    Der Herr des Hauses hat zur Geburt seines Sohnes, einen besonders edlen Tropfen spendiert und aus den leeren Flaschen diesen Kronleuchter anfertigen lassen.

    Das sagt schon viel aus, über die Freude die dieses Kind in die Familie gebracht hat.

    Nachdem ich lange genug staunend stehengeblieben bin, schlendere ich noch ein wenig durch den Garten.

    Das dritte Weingut welches wir heute sehen, ist das Haute Cabrière.
    Im Inneren ist es sehr schön.
    Beim Weinkeller hat man sich besonders viel Mühe gegeben, dass er etwas her macht.

    Hier werden uns Dessertweine vorgestellt und kleine Sweets dazu gereicht.

    Die kleinen Desserts werden uns optisch ansprechend serviert. Sie schmecken nach mehr.

    Mit der Verkostung halten wir es lieber kurz und gehen dafür auf Entdeckungsreise.
    Doch der Garten ist hier längst nicht so ansprechend wie bei den vorherigen Weingütern.

    Bevor wir uns verabschieden, stellt sich eine junge zierliche Mitarbeiterin mit einer Flasche Prosecco vor uns und köpft mit einem Säbel den Flaschenhals. Das macht sie ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal.
    Dann stoßen wir alle noch einmal auf die wunderbare Weintour an. Anschließend werden wir zur Tramstation zurück gebracht, wo unser Auto parkt.

    Insgesamt wurden uns heute 15 Weine zum Probieren angeboten.
    Die meisten Teilnehmer haben ihre Gläser immer leer getrunken.
    Ob die danach noch geradeaus laufen konnten?
    Ich habe nur daran genippt und merke die paar Tropfen die meine Zunge berührt haben trotzdem.

    Unser Fokus lag mehr auf den Weingütern an sich.
    Wir haben märchenhafte Gartenanlagen gesehen, viel Kunst, fabelhafte Innenarchitektur und wunderschöne historische Herrenhäuser.

    Nach der Weintour nutzen wir den restlichen Nachmittag um durch die Straßen von Frankschhoek zu schlendern und bummeln ein bisschen in den kleinen Boutiquen herum.

    Am Abend gehen wir noch eine Kleinigkeit essen und treffen einen Teil unserer Kleingruppe wieder.
    Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.

    Frankschhoek würde ich jederzeit nocheinmal besuchen. Dann würde ich allerdings in einem schönen Wine Estate übernachten wollen.

    Ich denke, meine Zeilen lassen erkennen, dass wir nicht die großen Weintrinker sind.
    Für uns hätte es mehr Sinn gemacht, ohne Weinverkostung nur einen Tisch im Restaurant zu reservieren.
    Manchmal ist weniger eben doch mehr.

    Aber aufgrund vieler Reiseberichte die ich las, dachte ich, eine Weinprobe sollte Pflichtprogramm sein, wenn man zum Ersten Mal hier her kommt.
    Jetzt sehe ich das anders.

    Meine Erfahrung lehrt mich, dass nicht alles was für jemand anderen richtig ist, auch auf mich zutreffen muss.
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  • 17. Oktober

    17 oktober 2023, Sydafrika ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach dem gleichen Kantinenflair- Frühstück wie gestern, verabschieden wir uns vom Lavender House und seinen Mitarbeitern.
    Das Zimmer und die Aussicht waren Top, aber der Wohlfühlcharakter fehlte uns hier leider komplett.

    Wir fahren heute zur Endstation unserer Reise, nach Kapstadt. Die letzten vier Nächte bleiben wir im Ocean View House in Camps Bay.

    Auf dem Weg dorthin liegt das Alpaca Loom Café mit integrierter Weberei.
    Es ist kein späktakulärer Ort. Aber wir dachten, ein Abstecher dorthin könnte nett sein.

    Alpakas sind einfach knuffige Tiere, die wir selten zu Gesicht bekommen.
    Vielleicht finden wir sogar ein nettes Souvenir in der Weberei.

    Was uns erwartet, sind drei Frauen an ihren kleinen Webstühlen, die uns kaum eines Blickes würdigen. Naja sie arbeiten ja auch und müssen sich konzentrieren.
    "Fotografieren verboten", steht auf einem Hinweisschild.
    Kann ich auch verstehen. Es sind ja schließlich Menschen, die hier nur ihr Geld verdienen.
    Ich möchte auch nicht von Touristen bei der Arbeit fotografiert werden.

    Die angebotenen Produkte sind für uns aber leider nicht ansprechend.

    Wir laufen nur kurz durch und besuchen direkt die Tiere in ihrem Gehege.
    Einige sind sehr dreckverkrustet und bleiben auf Distanz. Vielleicht sind wir nicht interessant weil wir kein Futter dabei haben.
    Wobei den Tieren eventuell auch etwas im Fell klebt, was ich sowieso lieber nicht anfassen möchte.

    Uns erscheint es nicht lohnenswert hier lange zu bleiben. Wir fahren noch nach Babylonstoren und verbringen lieber dort mehr Zeit.

    Babylonstoren könnte vielleicht als eine Art riesiger Bauernhof bezeichnet werden.
    Es gibt ein paar Esel und freilaufende Hühner die sich von Kindern streicheln lassen.

    Auf dem Hof gibt es auch eine ganze Reihe an Shops mit Artikeln aus eigener Produktion.

    Das Highlight ist aber ein Obst- Gemüse- Blumengarten, wie man ihn so schnell kein zweites Mal finden wird.
    Ein Idyll sondergleichen, mit der Möglichkeit durch die Anlagen zu spazieren und sogar etwas zu probieren wenn gerade Früchte erntereif sind.

    Wir müssen Eintritt bezahlen wofür ich Verständnis habe.
    Hier steckt sehr viel Arbeit drin und die kostet nun mal Geld.
    Nicht jeder der hier her kommt, konsumiert auch etwas.

    Man kann hier locker ein paar Stunden Zeit verbringen.

    Wir spazieren durch die Rabatten. Überall sehen wir idyllisch angelegte Sitzgelegenheiten. Insekten summen und Vögel zwitschern.
    Wir laufen auf gepflegten Schotterwegen und bewundern die Rosenbögen und Blumenspaliere.
    Heute gibt es auch kaum Besucher und das Wetter könnte nicht schöner sein.

    Wir sehen uns den Coffee Shop von innen an. Die Wände sind mit unzähligen Kaffemühlen dekoriert und Säcke mit Kaffeebohnen stehen in einer Reihe.

    In einer kleinen Bäckerei gibt es Regale mit allerlei schön verpackten Keksen.
    In der Frische Theke werden sowohl süße, als auch herzhafte Leckereien angeboten. Wir gönnen uns eine Quiche die uns ausgezeichnet schmeckt.

    Das Café entdecken wir erst nachdem wir uns schon die Quiche geholt haben. Also passen wir hier.

    Metzgerei und Käserei lassen wir aus, weil wir nicht im Selbstversorger Urlaub sind.

    Den Shop für Wein, Mermeladen und andere Gourmet Artikel besuchen wir aber auch noch. Er hat ein bisschen Scheunencharakter, was wir sehr ansprechend und passend finden.

    In der Gelateria holen wir uns ein Eis und setzen uns auf eine Bank im Schatten.
    Während wir unsere Erfrischung genießen, amüsieren wir uns über Kinder die sich um die freilaufenden Hühner kümmern, sie herumtragen oder streicheln.
    Ganz vorsichtig und liebevoll gehen sie mit den tiefenentspannten Tieren um. Manch ein Huhn könnte weglaufen wenn es wollte, aber es hat den Anschein, als genössen sie die Streicheleinheiten.

    Dann fahren wir weiter zu unserem Guest House in Kapstadt. Es ist gar nicht so leicht zu finden und die Stadt leidet gerade unter Verstopfung.

    Die vielen Baustellen an denen wir vorbei müssen, machen die Fahrerei auch nicht angenehmer.

    An den Ampeln laufen Straßenverkäufer zwischen den Autos durch und versuchen sich ein bisschen Geld zu verdienen. Da muss Uwe noch aufpassen, dass er niemanden über die Füße fährt.

    Sogar ein Rollstuhlfahrer versucht lebensmüde sein Glück. Ob er tatsächlich auf den Rollstuhl angewiesen ist, oder ob es ein Trick ist um auf eine großzügige Zuwendung zu
    spekulieren, kann ich nicht beurteilen.
    Wir schließen vorsichtshalber die Fenster und verriegeln die Türen.

    Unser Navi ist uns gerade keine große Hilfe. Es dauert bis wir unsere Bleibe finden.
    Aber sie liegt mega schön oben am Berg und bietet fantastischen Meerblick.

    Wir fahren in den sicheren Hof und steigen aus.
    Holla die Waldfee: Hier windet es so heftig, dass man wieder mal extra Haftmittel für Toupet und Gebiss braucht.

    Wir haben eine Suite in einem separaten Bereich gebucht und genießen äußerste Privatsphäre.
    Alles ist blitzsauber und wunderschön eingerichtet. Sogar einen Erker mit Sesseln und Glastür haben wir und einen privaten Garten mit Liegestühlen und Meerblick.
    Das ist eine traumhaft schöne Unterkunft für die letzten Tage.

    Es ist noch früher Nachmittag und wir machen uns nocheinmal auf den Weg um ein bisschen im Kirstenbosch Botanical Garden spazieren zu gehen.

    Er bietet sehr schöne Aussichten, geteerte und naturbelassene Wege, abwechslungsreiche Botanik, einen Bereich mit Dinosaurier-Skulpturen, ein Biotop, eine Hängebrücke, und, und, und. Uns gefällt es sehr gut.
    Wir genießen die warmen Sonnenstrahlen und das schöne weiche Licht des späten Nachmittags.

    Zurück im Guest House, verabschieden wir uns mit Blick aufs Meer von der untergehenden Sonne.

    Kaum ist sie weg, bläst der Wind ein paar Grad kälter und ich brauche wieder meine Winterausrüstung.

    Dieses Guest House ist nur ein B&B, es gibt also kein Restaurant. Wir fahren daher mit dem Auto zu einem Steakhouse. Es ist brechend voll.
    Ohne Reservierung hätten wir keine Chance auf einen Tisch gehabt.

    Ein paar Tische weiter sitzt eine deutsche Gruppe, die etwas zu feiern hat. Für deren Benehmen müssen wir uns fremdschämen. Das Personal ist peinlich berührt und mit der anstandslosen und lauten Gruppe sichtlich überfordert.

    Die Atmosphäre ist sehr unangenehm.
    So gut das Essen auch ist, verzichten wir auf Vorspeise und Dessert und machen uns direkt nach dem Hauptgang vom Acker.

    Zurück im Guest House bläst der Wind mittlerweile so heftig, dass ich am Hang stehend kaum die Autotür öffnen kann. Ich habe echt Sorge, dass es heute Nacht von einer Böe umgeworfen werden könnte und morgen irgendwo unten am Hang um einen Baum gewickelt liegt.

    Die ganze Nacht tobt und pfeift der Wind ums Haus. Das fühlt sich beängstigend an.
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  • 18. Oktober

    18 oktober 2023, Sydafrika ⋅ 🌙 20 °C

    Das Frühstück kann sich hier wahrlich sehen lassen und das Ambiente hat wieder Wohlfühlcharakter.

    Hier oben auf dem Berg bläst permanent ein frischer Wind und dicke weiße Wolken rollen über die Bergspitzen. Das sieht immer ein bisschen aus wie ein überlaufender Kochtopf.

    Wir beschließen erst einmal durch die Straßen der Viktoria &
    Alfred Waterfront zu bummeln.

    Allerdings merken wir schon bald, dass wir uns nach wie vor nicht für Städte begeistern können.

    Dann entdecken wir das Victoria Wharf Shopping Centre.
    Hier gibt es alles, von Läden die an C& A erinnern, bis zu Luxuslabels aller Art.
    Aber auch hier hält es uns nicht lange.

    Uwe lässt sich nicht zweimal bitten, lieber etwas außerhalb der Stadt zu unternehmen.

    Wir machen mit Weingut-Bummel weiter und diesmal in unserem eigenen Tempo und ohne Weinprobe.
    Wir fahren nach Stellenbosch zum Waterford Estate.

    Wowww, die Einfahrt alleine ist schon wie das Tor zum Paradies.
    Der Parkplatz gefällt mir extrem gut. Er ist quasi mit Weinreben überdacht.
    Das hat echt Stil.

    Durch einen Torbogen, der an eine Burg oder ein Schloss erinnert, betreten wir einen Innenhof, der als Filmkulisse dienen könnte.

    Im Zentrum steht ein Brunnen und um ihn herum gibt es Tische und Stühle in angenehmen Abstand zueinander.

    Ein letzter Tisch hat wohl auf uns gewartet.
    Das Speiseangebot ist aber sehr überschaubar und leider gar nicht nach unserem Gusto. Daher wird es nur ein Cappuccino mit Eis. Was heißt "Nur"? Das ist gerade genau das Richtige.
    Wir genießen dieses schöne Naturambiente bei schönstem Wetter und in aller Gemütlichkeit.

    Die Mischung aus historischen Gebäuden, modernen und natürlichen Elementen, gepaart mit wirkungsvoll platzierter Kunst, gefällt uns wahnsinnig gut. Soetwas in Mini wäre auch für uns ein Domizil zu dem wir nicht Nein sagen würden.

    Soweit uns der Zutritt als Tagesgäste erlaubt ist, sehen wir uns hier um und machen uns dann wieder - glücklich hier gewesen zu sein - auf den Weg.

    Unser nächstes Ziel ist das
    Stark Conde Wine Estate.
    Was uns hier so gut gefällt, ist der See mit einer kleinen Insel. Sie ist durch einen Holzsteg mit dem Ufer verbunden. Große Trauerweiden geben ihr etwas verwunschenes.

    Er wird umrahmt von den Helderberg Mountains, die eine wunderschöne Kulisse in dieser malerischen Landschaft abgeben.

    Die Natur lädt zum Spaziergang um den See ein.
    Wenn man schon hier ist, muss man auch das Postcard Cafe besuchen und das tun wir.

    Mit Blick auf die schöne Insel und ihren riesigen Trauerweiden, lassen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken.
    Ab und zu springt ein Fisch hoch und gleitet mit einem Blubb wieder ins Wasser.

    Am Abend gehen wir an der Strandpromenade in einem Restaurant etwas essen und beobachten vom Tisch aus, wie die Sonne im Meer versinkt.
    So geht ein sehr schöner Tag stilvoll zuende.
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  • 19. Oktober

    19 oktober 2023, Sydafrika ⋅ 🌙 21 °C

    Heute habe ich ein nachträgliches Hochzeitstagsgeschenk für Uwe.

    Während meiner Urlaubsrecherchen bin ich auf einen Cobra Autovermieter gestoßen und dachte:
    Einen Tag lang mit einem Oldtimer unterwegs zu sein, könnte Uwe gefallen.
    Klar habe ich das erst mit ihm besprochen ob er die Idee tatsächlich gut findet, oder ob er irgendwelche Bedenken hat. Aber ich lag richtig. Er freut sich drauf.

    Heute ist es also soweit.
    Nach dem Frühstück fahren wir eine knappe halbe Stunde in den Stadtteil Paarden Eiland zum Anbieter "Cobra Car Hire".

    Das Autohaus gleicht mehr einer Werkstadt und liegt in einem Industriegebiet.
    Wir parken unseren Wagen vor dem Gebäude und sehen im Vorbeigehen einem Mitarbeiter dabei zu wie er mit einem weichen Tuch fast schon zärtlich eine Cobra poliert.

    Es stehen bereits sechs draußen und wir sind die ersten Kunden.
    Wir werden ins Büro gebeten und erledigen das Papierprozedere.

    Dann dürfen wir uns ein Fahrzeug aussuchen.
    Das heißt, Uwe darf das, es ist ja ein Geschenk für ihn.
    Er bekommt eine Instruktion und wir werden drauf aufmerksam gemacht, dass wir wegen der Baboons auf unsere Sachen aufpassen sollen. Witziger Hinweis bei einem offenen Fahrzeug.

    Wir fahren zunächst über den
    Chapmans Peak Drive.
    Die Aussicht flasht uns.
    Es fühlt sich surreal an.
    Uwe strahlt übers ganze Gesicht und ich muss mich entscheiden, ob ich lieber ihn ansehen soll, weil er so glücklich aussieht, oder ob ich die Aussicht genießen soll.

    Die Schalensitze sind erstaunlich bequem. Wir hatten Sorge, dass ich Rückenprobleme bekommen könnte. Aber nein, die Sitze halten meinen Rücken schön in Position.
    Das Wetter könnte heute auch nicht besser sein.

    Wir halten an mehreren View Points um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.

    Die Cobra sorgt für Aufmerksamkeit. Immer wieder wird uns zugewunken.

    Wir fahren zum Boulders Beach und bitten den Parkplatzwächter darum, ein besonderes Auge auf die Cobra zu haben.
    So angetan wie er ist, hätten wir ihn wahrscheinlich nicht extra darum bitten müssen.

    Wir zahlen unseren Eintritt und sehen ersteinmal gar keine Pinguine. Und der Strand sieht auch nicht sonderlich schön aus.
    Wir müssen ein Stück gehen, dann sehen wir die berühmten runden Felsen.
    Um die Pinguine anzutreffen, müssen wir über kleinere und größere fast schon eiförmige Felsen klettern und das gestaltet sich abenteuerlicher als gedacht.

    Die Steine haben keine Ecken und Kanten. Sie sind elend glatt geschliffen. Nirgends kann man sich festhalten und hochziehen.
    Meine Sneakers finden keinen Halt und ich rutsche ständig weg. Also ziehe ich die Schuhe aus, aber so funktioniert es auch nicht besser.

    Meine Güte, mein Klettermanöver muss ganz schön plump aussehen. Aber bei den jungen Leuten sieht es auch nicht soooo graziös aus.

    Irgendwie schaffen wir es. Den Gedanken an den Rückweg schiebe ich beiseite.

    Aber jetzt sind wir an dem Strand, den man mit den Bildern vom Boulders Beach im Internet verbindet.
    Er ist viel kleiner als erwartet, doch wunderschön. Heute sind zu unserer Freude auch nicht viele Menschen da.

    Pinguine sehen wir nur vereinzelt, denn die eigentliche Kolonie ist viel weiter draußen und für Touristen nicht zugänglich.

    Die wenigen Tiere die wir sehen, lassen allerdings extrem viel Nähe zu. Ich könnte sie mühelos anfassen, was ich natürlich nicht tue. Die Tiere bleiben total entspannt.

    Wir genießen den Strand ein Weilchen, aber nicht allzu lange. Baden steht nicht auf unserer Wunschliste.
    Unser Fokus liegt heute mehr auf dem Fahren und auf schöne Aussichten.

    Bevor es mit dem Auto weiter geht, müssen wir wieder kraxeln.

    An der schwierigsten Stelle verzweifle ich. Dann sehe ich, dass es zwischen den Steinen eine Art Tunnel gibt, durch den man auf allen vieren auf die andere Seite krappeln kann.

    Ich probiere es oben drüber, schon der Gedanke, in meinem Alter zu krabbeln sagt mir, dass das nicht in Frage kommt.
    Aber was ich auch tue, ich finde auf den Felsen keinen Halt. Oben drüber wird nix.

    Egal wie das jetzt aussieht, hier kennt mich niemand.
    Ich entscheide mich doch für den peinlichen Weg: Augen zu und durch....

    Ich falle auf Hände und Knie, zieh den Kopf ein. An einer Stelle kann ich nicht einmal die Arme durchdrücken, weil der Durchgang sehr niedrig ist.
    Mit Schamesröte im Gesicht, ob dieser peinlichen Kiechaktion, komme ich auf der anderen Seite an.

    Uwe gibt sich nicht die Blöse. Er schafft es mit ein paar Mal abrutschen oben drüber und erwartet mich auf der anderen Seite😃. Immerhin behauptet er nicht, dass er mich nicht kennt😆
    Aber schnell weg hier!

    Ah, falls es noch niemandem bewusst geworden ist: Wir sind die zwei alten Knochen, die später in den Sport-Flitzer einsteigen, in dem man beinahe bodentief sitzt.

    Zum Aussteigen brauche ich aber keinen High Lift, obwohl die ersten zwei Mal bei mir schon lächerlich ausgesehen haben dürften.
    Uwe schwingt sich sportlich elegant rein und raus.
    Aber diesbezüglich habe ich doch noch eine ansehnliche Technik gefunden😄

    Am Ausgang beschließen wir, noch den Steg hinter dem Strand entlang zu laufen und hoffen, dort mehr Frackträger anzutreffen.
    Hier wächst viel Gebüsch in dem etliche Tiere Schatten und Schutz finden.
    Leider riecht es ziemlich streng, was meine Entdeckerfreude ein wenig minimiert.

    Am Strand am Ende des Steges sollen wir nochmal Eintritt bezahlen.
    Das sehen wir allerdings nicht ein und kehren um.

    Unser Parkwächter steht neben der Cobra, als hätte er sich nicht weg bewegt.

    Er bekommt ein gutes Trinkgeld und wir verabschieden uns herzlich.

    Auf geht es jetzt zum Kap der guten Hoffnung.
    Die Fahrt gefällt uns sehr.

    Am Kap ist nichts los.
    Wir steigen aus und laufen ein paar Schritte runter zum Strand.
    Dort setzen wir uns auf einen Stein und verlieren uns im hypnotischen Wellenrauschen.

    Hier vergessen wir ein bisschen die Zeit, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Um 16.00 Uhr müssen wir das Auto zurück geben.

    Auf dem Rückweg kommen wir am Seaforth Restaurant in Simons Town vorbei.
    Hier machen wir Pause um eine Kleinigkeit zu Essen.
    Die Aussicht ist sehr schön.

    Gerade als unser Essen serviert wird, schaut Uwe auf die Uhr und erschrickt:
    "Schatz, wenn wir das Auto um 16.00 Uhr abgeben müssen, wird es extrem knapp".

    Ich antworte ganz entspannt: Macht nix, auf der Website heißt es, jede Zusatzstunde kostet extra. Dann zahle ich halt drauf.

    Uwe antwortet: "Okay, aber ich rufe an und sag bescheid."
    Am Telefon heißt es: Nach 16.00 Uhr ist niemand mehr da. Wir können das Auto dann morgen zurück bringen. Es muss aber unter einem Dach geparkt werden.

    Au waia, in unserem Guest House gibt es keine überdachten Parkplätze.
    Wenn wir unser Leihauto über Nacht im Industriegebiet an der Straße stehen lassen, haben wir morgen womöglich einen tiefergelegten Sportwagen ohne Reifen und Motor.

    Unser Herz rutscht eine Etage tiefer. Wie springen auf, zahlen und lassen das Essen unberührt stehen, was das Personal verwundert dastehen lässt. Wir deuten einen Notfall an und sprinten zum Wagen.

    Unterwegs beten wir was das Zeug hält, dass wir es bis 16.00 Uhr schaffen.
    Wie bestellt gibt es stockenden Verkehr.
    Wo es möglich ist, gibt Uwe Gas. Fahrspaß sieht definitiv anders aus.

    Vier Minuten vor vier stehen wir vor der Werkstatt und geben das Auto unversehrt zurück.
    Meine Güte, das war ein Nervenkitzel!

    Das letzte Stück zum B&B, fahren wir mit unserem Leihwagen wieder in aller Gemütlichkeit und sind zutiefst dankbar, dass wir es noch rechtzeitig geschafft haben .

    Nach einer Dusche und mit ordentlichem Sonnenbrand an allen unbedeckten Körperstellen, genießen wir später wieder an der Strandpromenade ein leckeres Dinner.

    Wir finden sogar, nur ein paar Meter vom Restaurant entfernt, einen freien Parkplatz und werden von einem sehr hilfsbereiten Parkplatzwächter eingewiesen.

    Als wir zurück kommen ist es stockdunkel. Schneller als wir schauen können, steht ein Teenie vor uns um das Trinkgeld zu kassieren.
    Wir wundern uns über die Hilfe die unser Wächter hat, weil wir ihn beim Ankommen gar nicht bemerkten.

    Uwe gibt ihm Trinkgeld.
    Im gleichen Moment kommt der andere Parkplatzwächer, auf den Jugendlichen einschimpfend angelaufen.
    Der Teenie gibt Versengeld und ist weg.
    Uwe und ich schauen dumm aus der Wäsche, weil wir uns so naiv haben reinlegen lassen.

    Aber natürlich bekommt der richtige Wächter trotzdem sein Trinkgeld.
    Das sind ja zum Glück nur Kleinbeträge und wir verbuchen es unter " Lehrgeld".

    Ein wunderschöner Tag geht zuende: Mit strahlendem Sonnenschein, tollen Aussichten, posierlichen Frackträgern, mit Hochleistungs- Klettersport, Adrenalin Kick und einer Lektion in Sachen Achtsamkeit .
    Das sind Abenteuer für drei Tage.

    Wir fallen glücklich und zufrieden ins Bett und spüren Wehmut, weil morgen unser letzter Urlaubstag anbricht, bevor wir übermorgen wieder gen Heimat fliegen.
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