“Guter Anfang 2026?”
1. Januar in Australien ⋅ ☁️ 12 °C
Donnerstag, 01.01.2026
Tagwache wie immer um 5 h.
Ich rief meine Kinder in Österreich an, denen ich ja 10 Stunden voraus war, und so war ich auf jeden Fall zeitgerecht dran. Wir wünschten uns gegenseitig ein gutes, neues Jahr und ich hatte doch ziemlich Heimweh in diesen Momenten.
Heute nieselte es ein wenig, doch beim Laufen war das egal. Heute liefen wir auf den Schotterwegen in den Wald hinein.
Mal saß ein Känguruh auf der Straße oder ein toter stinkender Wombat lag aufgequollen am Straßenrand.
Ja, man erlebt hier am Ende der Welt schon seltsam anmutende Dinge.
Donauwalzer war auf der nassen Erde auch nicht möglich, so blieb auch mein gewünschter Neujahrs-Donau-Walzer auf der Strecke. Alex hatte dies sicherlich gar nichts ausgemacht.
Einen richtigen Schreck bekamen wir, als wir bemerkten, daß unser Kühlschrank immer wärmer wurde. Er kühlte überhaupt nicht mehr. Nur das Gefrierfach hielt die Kälte.
Nun gut, das hieß wieder mal recherchieren, ob und wie wir in Melbourne an einen neuen Kühlschrank kamen. Das machte Alex während der Fahrt am Beifahrersitz.
Da wir schon länger keine Sehenswürdigkeiten besucht hatten, war das National Museum of Australia unsere nächste Station.
Das Nationalmuseum liegt direkt am Wasser in der Mitte der Stadt und ist auch ein Architekturjuwel. Es ist kostenfreier Eintritt und ein riesiger Parkplatz ist ebenso vorhanden.
Die Geschichte Australiens ist sehr schön präsentiert und anhand von einzelnen detaillierten Stories sehr lebendig präsentiert. Die Aborigines kommen nicht zu kurz, und die Wahrheit über Vertreibung und Abwertung wird ungeschönt erzählt.
Wir waren beeindruckt und haben nun einen tieferen Blick in die Geschichte Australiens gemacht.
So hatten wir noch einen sehr interessanten ersten Tag im neuen Jahr.
Wir suchten uns auf Park4Night noch einen netten Stellplatz am Molonglo River, gingen vorher noch einkaufen und freuten uns auf eine ruhige Nacht.Weiterlesen
Molonglo River / Canberra
2. Januar in Australien ⋅ ☀️ 17 °C
Freitag 02.01.2025 bis bis Sonntag 04.01.2025
Wir hatten einen wunderbaren Platz hier gefunden. Es gab Toiletten, die jeden Tag morgens aufgesperrt und abends wieder zugesperrt wurden. Ein Kanu-Aufbewahrungs-Schuppen wurde meist früh morgens von einigen Kanuten aufgesucht, oder Autos mit Kanus beladen, parkten hier neben uns und ließen ihre Gefährte zu Wasser.
Da wir sowieso immer um 5 Uhr aufstanden, störte uns dies gar nicht. Alex hatte inzwischen herausgefunden, dass unser Dometic - Kühlschrank irreparabel war, weil bei einer Kühlleitung ein Riß war und hier Dampf entwichen ist. Das war sogar zu sehen gewesen.
Wahrscheinlich könnte auch ein Einbaufehler diesen Schaden verursacht haben, meinte Alex.
Hier war nun auch die beste Zeit, um vieles zu recherchieren. Vor allem unseren neuen Kühlschrank. Wir fanden auch einen, der fast dieselben Maße hatte: Er war nur höher als der andere. Es war ein hin und her, online zu bestellen, aber dann an welche Adresse? Oder hätte eine Firma etwas lagernd?
Wir fragten auch Fran und Denis, ihr Bruder in Conowa, mit dem wir dann sogar telefonieren konnten, hätte uns die Lieferung angenommen. So hilfsbereit unsere lieben Australier. Aber eben mit 2-3 Tage Lieferzeit und Kosten.
Es dauerte etwas, aber Alex fand schließlich einen Anbieter, der den ausgesuchten Kühlschrank auf Lager hatte, und mit Rückbestätigung konnten wir ihn am Montag abholen. Dieser Mailverkehr auch am Wochenende war nur möglich, weil hier in Australien auch am Wochenende der Handel offen hält. Toller Dienst am Kunden, da man wirklich zu fast jeder Zeit jemanden erreicht und Dinge sofort erledigen kann, ohne 2 Tage warten zu müssen bevor das Wochenende endlich vorbeigeht.
Aber Freitagvormittag nach einem guten Porridge mit Früchten und getanem Abwasch machten wir uns auf den Weg in die Bibliothek von Canberra. Diese lag ca. 20 Gehminuten von einem kostenfreien Parkplatz entfernt, den wir gerne nutzten.
Auf dem Weg dorthin sieht man dann auch lustige Dinge, wie zum Beispiel einen Kletterer, der auf der 250 cm hohen Mauer der Bibliothek seine Tour klettert. Na, jedem das seine.
Die Bibliothek war mit freier Mitgliedschaft zu nutzen. Alle Bücher konnten digital ausgesucht werden und nach ca. 1 Stunde konnte man sie beim Personal abholen. Oder man konnte sich am PC digital sich durch alle gespeicherten Journale und Hochglanzmagazine zappen. Herrlich entspannend war das für mich.
Alex hatte wieder spannende Bücher von Mollison über Permakultur gefunden, sich die Bücher bringen lassen und die für ihn wichtigen Kapitel eingescannt.
Mittagessen gingen wir in das wirklich sehr gute kleine Cafe im Haus. Bis zum Torschluss um 17h blieben wir in der Bibliothek. Diese 7 Stunden in der Bibliothek waren für uns beide ein Hochgenuss.
Dann ging es über die Brücke zurück zum Parkplatz, einkaufen und dann weiter zu unserem Schlaf-Stellplatz.
Samstag wurde noch Yoga gemacht, Flüge recherchiert, und Alex kontaktierte wiederholt den AAA, Australien Automotiv Association, der sogenannte australische ÖAMTC, oder deutsche ADAC. Diese Vereinigung musste nämlich unser CPD verlängern, das am 04.03.2026 ausläuft. Außerdem brauchten wir auch noch die Erlaubnis der australischen Border Force, dass wir Australien für 3 Monate verlassen dürfen, um nach Neuseeland zu fliegen und Kohbi im Land zu lassen.
Hier ist auch das Gesetz so, dass wir selbst, also in diesem Fall ich, mindestens so lange in Australien mich aufgehalten habe, wie wir unseren Van nun gut gesichert parken werden.
Diese Zeitspanne muss gleich sein.Weiterlesen
… auf nach Melbourne!
4. Januar in Australien ⋅ ☁️ 27 °C
Sonntag,04.01.2026
Sonntag früh machten wir einen wunderschönen Sonnenaufgangs-Lauf am See entlang.
Ich liebe diese frühen Stunden, wo die Landschaft sich in ihrem schönsten Licht zeigt. Der Morgendunst am Wasser schwebt, und die Enten geruhsam und ungestört ihre Runden am glatten See ziehen.
Danach gabs noch eine erfrischende Dusche für uns beide, zwischen den Kohbi-Türen, blickgeschützt, versteht sich, um ja kein öffentliches Ärgernis zu erregen.
Frühstücken und Abwaschen und alles sicher verstauen.
Wir hatten noch 680 Kilometer nach Melbourne zu bewältigen und so machten wir uns auf den Weg.
Es lief gut, ich fuhr, während Alex mit seinem PC auf dem Schoß noch ein paar Bestellungen bei Amazon machte und in Melbourne zu einem Amazon Locker schicken lies. Auch Flüge nach Auckland suchte er heraus. Schlafplätze und das Bauhaus Bunnings wurden ebenso herausgesucht und gespeichert.
Ja, so haben wir immer was sehr Wichtiges zu tun, um rasch und gut an unser Ziel zu gelangen.
Und Alex ist im Recherchieren Meister! Er ist auch ein phantastischer Mail-Schreiber, geordnet, freundlich und gezielt findet er E Mail-Adressen und schreibt enorm empathische Mails an die Leute, die wichtig für unser Vorankommen sind.
Nachdem wir auf der Autobahn nochmals vollgetankt hatten, auch die AD-Blue Anzeige leuchtete wieder mal auf und Kohbi brauchte wieder mal ein Stamperl von dem blauen Zeug waren auch wir vom Fahren und Recherchieren müde und nahmen den nächst besten Autobahn-Rast-Platz. Mit Toilette und schönen Graffitis.Weiterlesen
Melbourne - Koomba Park
5.–12. Jan. in Australien ⋅ ☀️ 24 °C
Montag, 05.01. 2026 bis Montag 12.01.2026
Die Nacht haben wir ganz gut hier auf dem Rastplatz verbracht. Noch ein bißchen Yoga, Frühstücksporridge und Abwasch und dann haben wir noch ca. 250 Kilometer bis Melbourne.
Es geht zum Award RV Superstore. Dort holen wir unseren neuen Kühlschrank ab.
Wir haben auch einen Standplatz gefunden, welcher gleich rechts neben dem Baumarkt Bunnings lag. So konnten wir gegebenen Falls auch noch wichtiges besorgen das wir zum Umbauen brauchten.
Als erstes musste der alte Kühlschrank ausgeräumt werden. Die Lebensmittel packte ich in 2 Ikea Säcke und stellte sie in den Schatten eines Baumes. Dann baute Alex das Teil aus, packte den neuen Thetford aus den Kartons und kürzte das Kästchen, damit er unter das Regal passte.
Alex montierte wieder mal mit der Schnell-Manier. Das heißt er liest die Anleitung nicht genau, und beim Türanschlagwechsel musste ich ihn zurückhalten, weil ein Federschrauben nicht vollkommen in ein Loch hineinpasste. Er wollte es aufbohren.
Er kriegt sich dann in der Geschwindigkeit wieder ein, pempert alles so zusammen wie es ihm richtig vorkommt und dann passiert das Vorhersehbare: Der Kühlschrank leuchtet blinkend rot und funktioniert nicht.
Telefonate mit der Hotline, mit dem Award RV Superstore und ich sah wie Alex schon die Nerven weghaut. Ok! Ich schaute dann mal auf You Tube und da war des Rätsels Lösung. Es gehörte nicht die Türe um 180° gedreht sondern die Deckplatte der Front des Kühlschrankes und der Griff gewechselt auf die andere Seite, dann schließt auch der Kühlschrank mit Magnet und gibt das Signal zum Kühlen.
Alex folgte den Anweisungen am Video und nun fügte sich alles in eines. Der Kühlschrank funktionierte, wir brauchten keinen zurückgeben und hatten inklusive der provisorischen Befestigung den Tag bis fast 20h rumgebracht.
Ich bin so stolz auf meinen Schatz, der uns bis am Abend einen funktionierenden Kühlschrank in unseren Van gezaubert hat. Wir haben wieder was Kaltes zu trinken und unsere Lebensmittel wurden wieder gekühlt. “Herrlich!”
Wir fuhren wieder zurück zu unserem Schlafstellplatz im Koomba-Park, und brachten unseren alten Dometic zum Eisenhändler, wo er noch eine Sonder-Verabschiedung von Alex bekam.
Wir waren froh und fertig zugleich, denn ganz Australien und wir zwei hatten gerade eine Hitzewelle durchzustehen und wir arbeiten bei 38° im und ums Auto herum.
Fertig stiegen wir in unser Bett und schliefen sehr rasch ein.
Der 2. Umbautag brach an. Wir machten unsere Yogaroutine, frühstückten und fuhren danach wieder zu unserem Parkplatz beim Cricket-Sportplatz neben dem Bunnings-Baumarkt.
Heute schnitt ich die Seitenwände für den Kühlschrank zu und malte sie weiß an. Ein paar Anpassungen musste ich noch vornehmen. Auch die Türe oberhalb des Kühlschrankes musste ich abschneiden, die Bänder versetzen und die Kanten neu malen.
Auch eine neue Abdeckplatte brauchten wir. Diese setzten wir diesmals oberhalb der Belüftungsschlitze in eine dafür vorgesehene schwarze Eisenschiene mit Nut ein. Nun konnte der Kühlschrank von hinten die warme Luft nach vorne abgeben.
Alex kümmerte sich indessen um die statischen Befestigungen für den schweren großen Kühlschrank,setzte Eisenösen an die vorgesehenen möglichen Punkte direkt am Kühlschrank und befestigte ihn mit Zerrgurten an den Ösen der Karosserie.
Die Temperaturen waren nochmals um ca. 2 Grad höher als gestern, und die Farbe trocknete irrsinnig schnell. Dazwischen machte ich uns Salat und natürlich den Abwasch.
Wieder arbeiteten wir bis fast 20 h, fuhren anschließend zurück zu unserem Koomba Park.
Wir waren mit den Umbauarbeiten nahezu fertig, nur mehr ein paar Kleinigkeiten waren noch zu tun.
Alex hatte uns auch schon einen Flug nach Neuseeland gebucht. Am Dienstag, den 13.01. gegen Mitternacht würden wir also in Auckland ankommen.
Wir hatten uns schon in Sydney Radkartons besorgt, die die ganze Zeit unseren Platz im Kohbi ziemlich einengten.
Ebenso hatten wir die Genehmigung der Border Force per Mail bekommen. Wir durften ausreisen. Auch AAA, der australische ADAC hatte die Verlängerung unseres CDP erteilt.
Alles kam sozusagen in unsere Gasse.
Nur ich hatte eine Wunde, die, genau wo sich die Pobacken treffen, seit 2-3 Tagen nicht zuheilte. Das machte mir zunehmend Sorgen, denn ich sollte ja bald eine Radtour mit cal 3000 km antreten.
So kontaktierten wir am Mittwoch noch ein paar Proktologen, und ich bekam einen Termin im Knox Privat Hospital am Donnerstag um 10h
So fing als der heißeste Tag seit langem hier in Melbourne bei 20° Lufttemperatur um 5h früh an.Yoga, Frühstücken,Abwasch,dann ins Knox Hospital
Während Alex noch unser altes CDP zur Verlängerung an den AAA zur Post brachte, hatte ich meine Untersuchung. Ok, also ist alles nicht so schlimm. So sollte ich mich schonen und bekam gleich 2 Cremen, die ich auch zum Radfahren verwenden sollte. Die Temperaturen kletterten in die Höhe.
Wir starteten mit dem Trip ins Einkaufszentrum zum Lebensmittel aufstocken. Gegenüber lag die Coin Laundry und während ich die Waschtrommeln befüllte und danach die Trockner startete, fuhr Alex zu Bunnings, um einen dicken Wasserschlauch zu kaufen und auf der Toilette noch unsere Wasserbestände aufzufüllen.
Danach ging es in die Autowaschanlage. Mit dem Hochdruckreiniger wuschen wir die Bikes und unsere Satteltaschen. Zum Mittagessen wurde von mir ein schneller Salat im Kohbi hergerichtet, während Alex unsere sauberen Räder wieder in der Garage verstaute.
Inzwischen war die Temperatur auf 43 Grad gestiegen. Wir waren richtig froh, in Kohbi einzusteigen und unsere Klimaanlage auf 18 Grad heruntergedreht zu haben.
Und da die Hitze wirklich schlimm auszuhalten war, es in Neuseeland auch keinen YO CHI laut Recherche Alex geben würde, wurde noch der nächste Frozen Yoghurt Laden von uns angesteuert.
Decatlon, eine Sportgeschäftskette, die es fast überall auf der Welt gibt und deren Produkte
wir kennen und schätzen, war der nächste Stopp. Raus aus dem kühlen Auto, rein in die Backofenhitze die über dem Parkplatz lag und in das akklimatisierte Sportgeschäft. Ich bekam noch eine lange Sporthose zum Radfahren und wir kauften noch einen Rückspiegel nach, der beim Waschen der Räder kaputt gegangen war.
Also ein proppenvoller Tag sozusagen.
Unseren Schlafplatz wählten wir 10 Minuten entfernt, nah am Decatlon Sportgeschäft, da wir in der Hitze nicht mehr eine Stunde durch die Stadt fahren wollten.
Am Rande eines kleines Parkes stellten wir Kohbi ab und waren von der Hitze ziemlich geschlaucht, es kam ein wenig Wind auf und es regnete ein paar Tropfen.
Die Hitze ließ nun endlich nach und morgen sollte es um mindestens 15° kühler sein.
Der Freitagmorgen begann mit einer Runde Yoga, darauf folgte unser Frühstück. Während ich unseren Abwasch erledigte, beantragte Alex unsere Einreiseerlaubnis für Neuseeland. Die NZeTA wurde bei mir schon nach einer Stunde genehmigt. Nur die von Alex war noch ausstehend.
Auch heute stand uns wieder ein arbeitsreicher Tag ins Haus und da wir hier in diesem kleinen Park zu wenig Platz hatten, fuhren wir zurück in den Koomba Park.
Während Alex die Räder zerlegte und gleich in die beiden Radkartons einpackte, montierte ich noch die neu zugeschnittene Türe über dem Kühlschrank.
Alles was wir zum Zelten in Neuseeland brauchen würden, wurde von ihm sorgfältig geprüft und nach immer wieder neu adaptierter Packliste in die Kartons eingepackt.
Der Karton von Alex wog 28,2 kg und meiner 24,2 kg.
Unser Aufgabegepäck inkl. Radkartons und je 2 Biketaschen darf inklusive Handgepäck (8kg) also 47 kg haben. Das werden wir schaffen!
Gegen Abend verstauten wir einen Bikekarton in der Garage, den anderen in unserem Wohnraum in der Dusche.
Geschafft huschten wir bei einbrechender Dunkelheit in unser Hochbett.Weiterlesen
…mit den Bikeˋs nach Neuseeland
13. Januar in Australien ⋅ ☁️ 20 °C
Dienstag, 13.01.2025
Das letzte Mal Yoga im Koomba Park. Das Wetter ist angenehm warm. Wir frühstückten noch gemütlich und machte den Abwasch. Heute durfte ich mal soviel Wasser nehmen, wie ich wollte. Der Tank muss heute leer werden.
Dann gings zum Amazon Locker, den Alex hatte noch wichtige Dinge bestellt. Meine Arbeitsbrille zum Schutz meiner leicht endzündlichen Augen, und neue Sonnenbrillen, die anderen waren nicht brauchbar gewesen, die hatten wir zurückgeschickt.
Die Brille wurde von mir auch gleich mal getestet, ob sie eh nicht anläuft.
Wir hatten noch einen längeren Weg zum Flughafen, ca. 1,5 h und unser Mittagessen nahmen wir auf einem großen Parkplatz ein. Hier dürfte gerade ein Baseball-Schüler-Match stattgefunden haben, den viele Autos parkten hier auf dem riesigen Rasengelände.
Danach brachte mich Alex mit den Bikekartons und unseren Packtaschen zum Flughafen.
Er ließ mich aussteigen und wir verluden alles auf das kleinen Flughafen - Transportwagerl.
Während ich am Flughafen die nächsten 3-4 Stunden mich mit der November und Dezember-Buchhaltung herumschlug, fuhr Alex zu unserem Storage-Parking ca. 20 Minuten vom Flughafen entfernt.
Dort verpackte er Kohbi. Die Solaranlage am Dach wurde mit Plywood-Platten geschützt, die Bordbatterie abgehängt, die Wassertanks ausgelassen und die neue Plane über unserem Van festgezurrt. Kohbi sah aus wie ein Christo-Kunstwerk.
Unsere letzten Essensvorräte schenkte er Gianni, dem Hausbesorger des Van-Parkplatzes, der sich mächtig darüber gefreut hat.
Danach brachte ihn ein Uber-Taxi zur mir zum Flughafen.
Als Alex kam, war ich mit der Buchhaltung fertig. Leider hatte ich in meinem Arbeitseifer vergessen, den PC ab den Strom anzuschließen, weshalb dieser nur leer war als Alex nun seine Buchhaltung darauf beginnen wollte.
Aber die Zeit war kapp und wir mussten zum Check In. Eine nette ältere Dame, Samantha, war sehr freundlich und hilfbereit und nahm unseren Check-In vor.
Hier stellte sich heraus, das wir unbedingt noch einen Rückflug vorweisen mussten, sonst dürften wir nicht in Neuseeland einreisen.
Also unterbrachen wir unseren Check-In und Alex buchte für uns beide den Rückflug am 09.03.2026 aus Queenstown. Danach machte uns Samantha den Check-In für NZ fertig.
Unsere Bikekartons brachten wir noch zum Großgepäck-Check-In. Dann gings schon durch die Sicherheitskontrolle und weiter zum Abflug-Gate.
Unmittelbar nach unserer Ankunft wurde das Gate auch schon geöffnet und hier kam es zu einem unschönen Erlebnis.
Ich stellte mich also in die Reihe und als ich dran kam fragte mich die Dame vom Bodenpersonal etwas in schnellem austalischstem Englisch.
Ich verstand Nüsse! Was fragte mich die Dame? Ich sah sie fragend an. Zwei mal wiederholte sie den Satz und ich wusste noch immer nicht
was sie von mir wollte. Sie ließ mich aus der Reihe heraustreten und fragte wiederholt in harschem Ton. Es war schon sehr sehr spät, ich war müde und mein Englisch ist eben nur Schul - Englisch und leider haben sich die Damen allesamt nicht wirklich bemüht auf ausländische Touristen einzugehen und mir es in vieleicht verständlicheren und langsameren Worten zu erklären.
Alex, der gerade abgefertigt worden war, eilte mir zur Hilfe.
Ich erklärte ihr das ich ihr Englisch nicht verstehen würde. Sie fragte mich wiederholt, natürlich auf Austral-Englisch, ob mir bewusst ist, was es bedeutet in der Notfallreihe zu sitzen,wie Alex mir dann später übersetzte.
Alex mischte sich ein und wollte für mich antworten, denn er hatte sie ja verstanden. Das ließ sie aber nicht zu. Ich versuchte instinktiv nun langsam den Weg zur Gate-Türe zu gehen.
Meine Handlung war für die rotblonde Dame nicht die von ihr gewünschte Reaktion und dann diskutierte sie mit Alex noch mehrere Minuten und buchte dann unsere fixen Sitzplätze von der fußfreien Reihe in die 20. Reihe um.
Ich hätte nämlich antworten sollen, das ich weiß was in einer Notfallsituation zu tun ist und ich den Anweisungen des Flugpersonals folgen und mit Hilfe leisten sollte.
Alex war nun leicht angepisst, denn eigentlich wollte er sich dort vorne ausstrecken und schlafen, denn unsere Abflugszeit war 23 Uhr 55 und wir sollten in Auckland um 5h 30 Ortszeit ankommen.
Im Klartext also 3,5 h Flugzeit plus 2 h Zeitverschiebung für uns Schlaf, den wir morgen dringend brauchen würden.
Nun mussten wir also eingeengt in der 20. Reihe Platz nehmen. Von meiner Seite aus war einfach danach nicht mehr an Schlaf zu denken. Fühlte ich mich doch unverstanden und nicht sehr nett behandelt.
Alex schlief tief wie ein Baby hatte er mir dann erzählt. Kein Wunder mit Schlafbrille und Oropax.
Ich schaute in der Zwischenzeit durch das Flugzeitfenster in den von Sternen funkelnden Nachtimmel, durchsetzt von kleinen weißen Wölkchen und einer Sternschnuppe, die bei mir vorbei zischte.Weiterlesen
Hallo, Auckland!
14. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 25 °C
Mittwoch, 14.01.2026
ca. 20 km nach Hingaia Reserve Freedom Camping
Als es dämmerte, landete unser Flugzeug in Auckland. Wir kamen gut durch die Pass- und Sicherheitskontrollen. Als wir unser Gepäckband erreichten, standen unsere Bikekartons schon prominent und unübersehbar neben dem Fließband. Bald darauf kam auch unser Aufgabegepäck daher und wir konnten mit einem angepackten Gepäckwagen das Flughafengebäude verlassen.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Ankunftshalle, war Platz zum Zusammenbauen und Sortieren des Inhaltes unseres Gepäcks, daß ich auf unsere jeweils 4 Radtaschen aufteilte, während Alex unsere Räder zusammenbaute.
Die leerenKartons nahmen die Müllbeauftragten mit einem Fahrzeug bereitwillig mit.
Wie sich später herausstellte, gingen uns dann noch 2 Schrauben ab. Vielleicht waren die noch im Karton verblieben?
Während sich Alex auf die Suche nach den Müll-Männern begab, schenkte mir ein Tourist sein Feuerzeug. Er durfte es nicht mitnehmen und wir konnten es sehr gut gebrauchen.
Danke!
Als alles auf unseren Bikes montiert war gings hinein in die Stadt. Wir kauften uns bei einem Woolworth mal unser Frühstück ein, das wir dort auf einem Bankerl hungrig verspeisten.
Unsere nächste Station war ein Outdoor-Laden in einem Einkaufszentrum, denn wir brauchten ja Gas zum Kochen. Bald hatten wir auch dieses Problem gelöst. Wir fanden nach viel Herumlaufen in der riesigen Mall von 5 Outdoorläden den heraus, in des es Gaskartuschen gab. Und obwohl ich Alex vorschlug gleich 2 Stück zu nehmen, kaufte er nur eine.
Während wir danach draußen noch recherchierten wo wir hinfahren sollten, ging er uns noch ein Wasser kaufen und kam mit 2 Flaschen Wasser und der zweiten Gaskartusche wieder.
Dann wars auch schon wieder Mittag und wir gingen nochmals in einen Woolworth einkaufen. Auch das morgige Frühstück war damit gesichert.
Auf der Bank vorm Wooly gaben wir uns dann beide einen kleinen 30-minütigen Powernap.
Irgendwie hatten wir uns leider keinen genauen Fahrplan überlegt, wir waren übernachtig und auch noch fast keinen Meter gefahren. Alex wollte so gerne irgendwo in der Natur übernachten, doch während wir so durch die Gegend Richtung Süden fuhren, fand sich auf Google maps nur ein vermeintlicher Campingplatz, Hingaia Reserve Freedom Camping.
Es war lange hell, und so erreichten wir diesen Platz um ca. 20h. Wir schlugen etwas weiter oben am Hügel, nah an einem Zaun unser Zelt auf. Gerade als wir es uns gemütlich machen wollten und Alex auf einem nahe gelegenen Tisch mit Bank seine Buchhaltung erledigen wollte, kam ein Security-Mann auf uns zu.
Hier dürften wir nicht unser Zelt aufschlagen. Aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite, am Flußufer, wäre es okay.
Es war aber ganz und gar nicht okay! Es war 3 m von der Straße entfernt, diese war stark befahren. Alle 5 Minuten brauste ein Auto oder Lkw vorbei.Weiterlesen
…es wird besser!?
15. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 24 °C
Donnerstag,15.01.2026
20,72 km, 239 hm
von Nähe Auckland/Hingaia bis Pukekohe
Wir wachten total spät auf, 9 h neuseeländische Zeit! Ich hatte überhaupt nicht gut geschlafen. Auch Alex war sehr oft aufgewacht. Da lernt man erst nächtliche Ruhe schätzen, wenn einem die ganze Nacht die Autos durchs Schlafzimmer dröhnen.
Weil es schon so spät war, frühstückten wir mit Blick auf den Fluss. Das Geräusch der vorbeizischenden Autos mussten wir ausblenden.
Unser Mittagessen nahmen wir unterm Vordach eines Woolworth ein, bei dem wir vorher noch einkaufen waren. Zwischenzeitlich kamen unsere kleinen Solarpaneele zum Einsatz, um unsere Akkus aufzufüllen.
Unser angepeiltes Ziel war der Ort Pukekohe. Nach einem steilen Anstieg entdeckte Alex auf einem Grundstück ein verlassenes Haus mit einer Scheune mit Vordach. Ein Gewitter kündigte sich gerade an, und nach eingehenden Verhandlungen mit mir, die ich schon total am Semmerl war, müde und mit Kopfschmerzen,willigte ich in unseren Übernachtungsplatz ein. Es war wirklich das Beste, was uns passieren konnte.
Zuerst legten wir nur unsere Planen aus und ließen uns darauf nieder. Nachdem aber der Regen mit so geballter Ladung Wasser auf dieses Vordach fiel, und sich kein Ende des Regens ablesen lassen konnte stellten wir unser Zelt unter dem Vordach auf.
Es war irgendwie doch sehr idyllisch. Eine Kinderschaukel hing hier, die hat wohl schon sehr lange niemand benutzt. Sie war über und über mit Spinnernetzen überzogen.
Der Regen prasselte auf das Vordach und auch ein wenig durch das Loch auf unsere Zeltplane. Endlich fühlten wir uns hier sicher und der Lärm der Straße drang sehr abgemildert nur mehr an unsere Ohren.Weiterlesen
…das wahre Neuseeland!
16. Januar in Neuseeland ⋅ ⛅ 21 °C
Freitag, 16.01.2026
44.54 km,516 hm
von Pukekohe unter die Brücke von Rangiriri
Wir wachten um ca. 6h auf, packten diesmal wirklich gut ausgeschlafen unser Zelt zusammen und fuhren aus unserem verlassenen Grundstück wieder auf die Straße.
Es war ziemlich viel Verkehr, und daher entschieden wir noch vor der Autobahn, die hier auch Fahrräder benutzen dürfen,es gibt hier einen ausgewiesenen Fahrstreifen für die Räder, noch zu Frühstücken.
Wir wählten einen überdachten Platz neben einem Subway, während dessen ging wieder mal ein kleiner Regenschauer nieder, der genau da zu Ende ging, als wir wieder losfuhren.
Diesmal wählten wir eine Straße paralell zur Autobahn und endlich hatte ich das Feeling in Neuseeland angekommen zu sein.
Ich genoß die grünen Hügel, die mit weidenden weißen schon kahlgeschorenen Schafen gesprenkelt waren. Wir fuhren vorbei an sehr neugierig aufschauenden Kühen, die friedlich auf ihrer Weide standen.
Die Straßenränder waren üppig bewachsen mit blau und weiß blühendem Zierlauch. Auf den hohen Graswiesen blühten gelbe Blumen und weiße wilde Möhren. Es roch nach nasser Erde und leichtem frischen Blumenduft.
Trotz der steilen Steigungen, die wir hier ab und an zu bewältigen hatten, war es ein wahrer Genuß.
Nach so einer Steigung trafen wir Doug. Er war ein Araroa-Trail Angel, der hier auf dieser Straße jeden Tag seine 8 km abgeht um Müll aufzusammeln. Wow! Wir waren total begeistert. Er lud uns beim Gespräch auch noch auf Kaffee ein, da wir jedoch erst so kurz unterwegs waren, wollten wir noch Kilometer machen und verabschiedeten uns herzlich von ihm.
Gegen Mittag wählten wir eine Wiese neben einer Straßenkreuzung, hoch bewachsen mit dickem saftigem Gras. So saßen wir weich und verspeisten genüßlich unser Brot mit Humus und unseren Salat.
Kurze Zeit später kamen wir noch in einem kleinen Dorf an einem kleinen Supermarkt vorbei, so einer von der Sorte “habe alles und auch nichts” und tatsächlich konnten wir dort kaltes Wasser und eine neue Gummiwurst kaufen. Auch ein nettes Gespräch mit dem Besitzer, einem Inder aus der Provinz Punjab und seit 20 Jahren hier in Neuseeland ansässig, erfreute uns sehr.
Nach einigen Hügeln, ein wenig Autobahn kamen wir nach Rangiriri, eine historische Stätte eine Erinnerung an die Kämpfe 1863 zwischen Engländern und Maoris.
Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz.
Nach einer Brücke vermuteten wir den Te Araroa Trail, der, wie sich später herausstellte nur für Wanderer und in keinem Fall für Radfahrer ausgelegt worden war.
Alex war zurückgefahren um den Einstieg in diesen Weg zu finden und hatte einen Platz unter der Brücke entdeckt, der sich bald als perfekt herausstellte. Nur der steile Weg hinunter zum Fluß war eine Challenge, die Alex, mein Gentleman,bravourös meisterte. Er schleppte unsere Räder und unser Gepäck unter die Brücke. Ein schöner Platz mit Wiese und Blick zum Fluss war die Belohnung.
Ab und an fuhr ein Fahrzeug über die Brücke, aber das war dann doch gut auszuhalten. Nachts war es sehr ruhig.Weiterlesen
Waikata Rivertrail nach Hamilton
17.–18. Jan. in Neuseeland ⋅ ☁️ 20 °C
Samstag, 17.01.2026 bis 18.01.2026
52,48 km,270 hm
Rangiriri Brücke bis Hamilton,Avon Apartments
Alex wachte sehr früh auf, ich glaube es war vor 5 h früh. Ok, also Aufbruch. Bei einem herrlichen Sonnenaufgang mit rosa angeleuchteten Schäfchenwolken packten wir unsere sieben Sachen, und Alex schleppte unser Gepäck wieder hinauf auf die Straße. Oben hängte ich gerade die Packtaschen auf die Räder, als eine Maori mit ihrem Auto stehen blieb und mich fragte ob alles ok sei. So aufmerksam! Wow! Das war richtig nett.
Es ging am Fluss entlang, wunderschön, wenige Fahrzeuge auf der Straße und die blauen Blumen auf ihren langen grünen Stengeln wiegten sich neben der Fahrbahn im leichten Wind. Immer wieder musste ich stehen bleiben um diese wunderbaren Eindrücke als Foto festzuhalten.
Heute war das Fahren gut, es ging uns einfach von den Beinen.
Und dann erreichte mich mitten unter dem Fahren mein Sohn Leon. Wir plauderten und es war schön ihn zu hören und zu sehen, Video-Telefonie per WhatsApp natürlich. Danach rief ich noch Lena und danach noch Luisa an. So vergingen 32 km im Flug und wir hatten schon mehr als die Hälfte unseres Tagespensums erfüllt. Auch Alex hatte die Zeit genutzt und mit seiner Mama telefoniert.
In Huntley wollten wir frühstücken. Bei einem Cafe holte ich mir einen Long black und einen kleinen Kuchen und schon bald hatten wir an der Uferpromenade in Huntley am Fluss ein schönes Wiesenplätzchen auserkoren.
Dadurch ergaben sich auch ein paar nette Gespräche mit Einheimischen. Für uns auch interessant.
Gut gestärkt, und auch natürlich immer wieder unser Sitzfleisch gut eingecremt ging es dann ganz entspannt den Fluss entlang bis Hamilton.
Wunderschöne Ausblicke auf den Fluss, der Radweg immer am Fluss entlang, lieferte schöne Aussichten auf Häuser und Landschaft.
Da wir wirklich so zeitig gestartet hatten, war unsere nächste Anlaufstelle ein Outdoorladen, wo wir noch eine neue wasserdichte Hülle für meinen Rucksack kauften.
Dann gings in ein indisches Restaurant mit veganen Speisen, die wir uns schmecken ließen. Auch der berühmteste Eis-Laden der Stadt wurde noch von uns besucht. Da ich schon wieder eine Augenentzündung mir eingefangen hatte, besuchte ich danach gleich noch eine Apotheke. Bei der ersten bekam ich Tropfen gegen Allergie, da ich kein Rezept vorweisen konnte. Alex meinte, ich sollte doch noch gleich in die Apotheke gegenüber hineinlaufen und schauen ob ich was stärkeres bekomme. Obwohl ich mir nicht sicher war, ging ich hinein und siehe da, hier klappte es. Ich bekam Augentropfen mit Antibiotika.
Nach einem Großeinkauf bei Woolworth gings dann zu unserem Appartment. Groß und nett ausgestattet.
Dort angekommen wurde gleich mal unsere Wäsche gewaschen und am Balkon aufgehängt. Das war schon mal optimal.
Ich war müde von den vielen Eindrücken und vom Radfahren, und so schlief ich diesmal viel früher ein als Alex.
Ich wachte erst am nächsten Tag um 9 h früh wieder auf. Ausschlafen! Wie herrlich! Alex war seiner inneren Uhr gefolgt und war um 5 h schon aufgestanden. Aber er hatte die Zeit hervorragend genützt. Er hatte im Internet den kompletten Araroa Bike Trail gefunden, mit allen GPS Karten und Beschreibungen. Diese haben wir heruntergeladen und nun werden wir genau diesem Trail folgen.
Am Vormittag regnete es wieder ein wenig und wir waren richtig froh, im Appartment zu sein.
Dann gabs French Toast für mich und Brot mit Bananen Schoko für Alex, sogar Instant Kaffee war im Appartment. Wir chillten, und ich postete und schrieb alle Tage wieder nach.
Dann gabs gekaufte Pizzaböden mit veganem Käse und tollem Belag mit Salat zum Mittagessen.
Am Nachmittag schrieb ich weiter in unser Reisetagebuch. Bis ich auf einmal einen Schrei aus dem Badezimmer vernahm. Alex hatte beim Putzen mit der Zahnseide sich ein Stück Porzellankrone aus dem Zahn herausgelöst.
Ja, jetzt hab ich wohl einen Mr. Brösel-Tooth. Das kann natürlich nicht so bleiben, uns so haben wir heute Sonntag in der 5 Minuten entfernten Zahnklinik schon einen Termin für Montag früh um 9h30 zur Reparatur ausmachen können.
Jetzt chillen wir noch ein wenig und genießen unser Appartment. Meine Auge und auch meine Wunde am Hinterteil sind schon viel,viel besser.Weiterlesen
… bis zu Steven‘s farm!
19. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 24 °C
Montag, 19.01.2026
48 km, 585 hm
Hamilton bis Maungatautari-Stevens Farm
Wir starteten heute um kurz nach 8h von unserem Appartment weg. Alex machte sich auf den Weg in die Dental-Klinik, während ich noch im Woolworth einkaufen war.
Als ich anschließend zum Zahnarzt kam, war Alex schon fertig und hatte ein neues Inlet.
Ich hatte leider zuviel Wasser eingekauft, und da wir eh schon so schwer beladen waren, brachte ich die 4 Liter Wasser zurück und bekam eine Gutschrift.
Dann ging es den Rivertrail weiter, viel bergauf und bergab,insgesamt 500 hm und 48 km, es war sehr anstrengend, waren doch die Steigungen nach meinem Gefühl ca. 30% und meinen Oberschenkeln ging dann doch irgendwann die Kraft aus. Ich musste einfach ab und an absteigen, meine fast 150 Pulsschläge runterbringen und das Rad schieben.
Nach Cambridge, dort wo der River Trail endete, bogen wir auf den Araroa-Trail ab. Auf einer schon hoch gewachsenen Wiese nahmen wir unser Mittagessen ein. Am nächstgrößeren Ort hatten wir noch einen Woolworth ausfindig gemacht, dort kaufte ich nochmals Wasser nach, und Alex gönnte sich noch ein kleines Eis und ein Mars.
Unsere weitere Route führte uns durch eine hügelige Landschaft, wo ein Besitz sich an den anderen reiht. die Zäune gehen bis zu ca. 3 m an die Straße heran, und es gibt jeweils ein Einfahrtstor, wo dann eine Straße bis zum Haus führt, das man oft gar nicht sieht, so weit liegen diese oft weg von der Straße.
Schön langsam wurde es Zeit, uns einen Zeltplatz zu suchen, aber die Möglichkeiten hier schienen uns sehr, sehr gering.
Alex meinte, ich solle nun doch einen Wunsch ans Universum schicken, damit sich endlich eine Möglichkeit für uns findet. Und das tat ich, denn auch ich befürchtete das wir keinen Platz finden würden.
5 Minuten später, als wir auf der Straße so dahin strampelten, hörte ich das Geräusch eines Motorrades. Aus einer Schotterstraße kam ein groß gewachsener Farmer auf seiner Geländemaschine. Er blieb stehen, und ich fragte ihn, ob er einen Zeltplatz für uns wüsste.
Sofort bot er uns seine gerade Wiese neben seiner Scheune auf seiner Farm an. Er fragte uns sogar, ob wir schon gegessen hätten. Hatten wir, und wir brauchten nur einen eben Platz für unser Zelt.
Er erzählte uns, dass seine Eltern aus der Schweiz hierher ausgewandert waren, sein Vater die Farm gegründet hatte und er sie ihm nun abgekauft hatte.110 Hektar. Er lebte hier mit seinen fast 3 erwachsenen Töchtern und seiner Frau in einem wunderschönen grau und weiß gehaltenem Haus auf dem Hügel, hatte Rinder, ein paar Schafe und ein paar Pferde, die von seinen Töchtern umsorgt wurden.
Wir schlugen also unser Zelt auf der schönen Wiese neben der Pferdeweide auf, hatten eine ruhige und angenehme Nacht und starteten am nächsten Morgen gut ausgeruht in den Tag.
Steven winkte uns in der Früh noch von seinem Motorrad zu und fuhr auf seine Weide.Weiterlesen
… bis zum Unterstand von Keith‘s farm
20. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 17 °C
Dienstag, 20.01.2026
48,46 km, 1015 hm
Maungatautari bis Wharepuhunga Ward/ Keith Alexander McBeth Scheune
Schon frühmorgens, als wir gerade unser Zelt zusammen packten, spielten sich die dunklen Regenwolken mit den noch wenigen Strahlen der aufgehenden Sonne.
Wunderschön beleuchteten die Sonnenstrahlen eine Buschreihe hinter Stevens Feldern und hob sie dadurch vom dunklen Wolken verhangenen Himmel ab.
Kurz danach begann es zu nieseln. Wir kämpften uns die hügelige Straße voran, gegen 9 h versuchten wir einen Platz zum Frühstücken zu finden. Eine alte, schon ziemlich desolate Hütte bot genügend Schutz gegen Wind und ein noch gut erhaltenes Dach gegen den Regen an. Der Innenraum war nicht so toll und mir grauste direkt, denn in einem Eck lag ein Vogel-Gerippe.
Alex meinte nur ich solle nun keine Tussi-Allüren an den Tag bringen, breitete einfach unsere blau-orangenen Planen darüber und irgendwie trat dann bei mir dieser “aus den Augen- aus dem Sinn-Effekt” ein. So konnte ich unser Frühstück dann doch noch genießen.
Aufgewärmt mit von Alex gekochtem Tee und gestärkt mit Porridge machten wir beide uns wieder auf den Weg.
Ich hörte nun ABBA, denn dies ging offline sehr gut und dies gab mir wieder etwas Antrieb, mich durch den Regen zu kämpfen.
Es regnete weiter, und um die Mittagszeit wünschte ich mir nichts mehr als eine Scheune. Ein Dach über dem Kopf, Schutz vor Wind und Regen.
Und da stand sie. Groß, ein Wellblech-Halbrund mit vielen Strohballen darin, Platz für uns und unsere Fahrräder.
Diesmal gingen wir schon unbelasteter an die Sache heran. Das Grundstückstor war offen, die Scheune nah an der Straße und ein Haus war weit oben am Hügel zu sehen.
Wir marschierten mit den Rädern zur Scheune, öffneten das große niedere Eisengatter und standen im Trockenen.
Wir machten es uns hinter einem großen Strohballen gemütlich, zogen die nasse Kleidung aus u und kochten uns erst mal heißen Tee und dann schon vorgekochten Reis mit Gemüse.
Später ging ich dann doch noch zum Haus hoch, da wir viel zu wenig Wasser mit hatten. Ich klopfte an die Eingangstüre und nach einiger Zeit öffnete ein Philipino. Hier wohnten sichtlich 5 oder 6 Farmarbeiter, die gerade pausierten und schliefen, bevor es wieder ans Kühe melken ging.
Ich bat um Trinkwasser und bekam, liebenswürdige Weise, meine 3 Wasserflaschen gefüllt wieder zurück.
Welch Glück.
Das sollte uns auch hold bleiben, denn nun regnete es ohne Unterlass, wir waren trotz Regenpelerine naß bis auf die Haut. Unserere Hände, die in kurzen Fahrrad-Handschuhen steckten, waren schon schrumpelig. Meine Haare waren trotz Kapuze unter dem Fahrradhelm total naß.
Es war ca. 16h, von der Straße her ein offenes Gatter, ein Weg zu einem halbrunden Wellblechschuppen, den wir, nachdem wir uns angeschaut hatten,einstimmig darauf zu fuhren.
Das war unser Übernachtungs-Platz. Die große Scheune war leer, der Boden ausgestreut mit Sägespänen. Die hintersten 3 m der Scheune waren trocken, dort stellten wir unser Zelt auf.
Wir zogen unsere komplett durchnässte Kleidung aus und hingen sie auf den Eisenverstrebungen zum Trocknen auf. Auch unsere Schuhe waren komplett nass. Endlich hatten wir trockene Kleidung an, das Zelt war aufgestellt. Ich musste 3 mal niesen, und Alex riet mir meine Haare trocken zu rubbeln mit dem Handtuch. Das tat ich und danach versuchte ich mich im Schlafsack wieder aufzuwärmen.
Für Alex war mein Niesen wohl ein Warnzeichen. Er war so feinfühlig und aufmerksam, und als er neben mir im Schlafsack lag, buchte er die nächsten 2 Nächte in einer Unterkunft. Denn es sollte auch stark weiter regnen.
Wir lagen nun im Trockenen und dass fühlte sich sehr gut an.Weiterlesen
Durch den Regen nach Mangakino
21. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 15 °C
Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. 01.2026
25,83 km, 479 hm
von Keith Scheune bis zur Cozy Hut in Mangakino
Wir schliefen eine Stunde länger als sonst, bauten das Zelt ab und beschlossen auf Grund des noch immer anhaltenden Regens, gleich das Frühstück hier im Trockenen einzunehmen.
Da ertönte das Brummen eines Motorrades, und wir sahen wie ein Mann etwas weiter weg von uns vom Motorrad stieg.
Wenig später schwenkte sein Blick zu seiner Scheune, und da ich ihn ja beobachtet hatte, hob ich zum Gruß meine Hand.
Daraufhin stapfte er durch den Regen zu uns herüber. Er stellte sich uns als Keith Alexander McBeth vor, 79 und Besitzer dieses Grundstücks. Alexander fragte ihn einiges über seine Farm und bemerkte dann, ob er einmal Wrestler gewesen war. Er bejahte und erzählte, er habe bei der Wrestling-Meisterschaft in Kanada für Neuseeland gekämpft. Keith hatte Hände so groß wie Klodeckel, und Alex war dies aufgefallen. Er erzählte auch von seiner Scheidung, das er die Hälfte seiner Farm, nämlich 110 Hektar, seiner Exfrau hätte geben müssen. Er hat sie aber ausbezahlt. Wahnsinn! Auch 2 Enkelkinder hätte er.
Er war so offen und ehrlich, dass er so frei von der Leber weg über sein Leben erzählte, und das an zwei total wild fremde Menschen wie Alex und mich.
Wir fanden dies sehr offenherzig. Er wünschte uns noch eine gute Weiterreise, schwang sich mit seinen 100 kg auf sein Motorrad, molk 2 Kühe noch für seinen Eigenbedarf und freute sich aufs Fernsehen in seinem Haus und bemitleidete uns ein wenig, weil wir im Regen weiterfahren mussten.
Wir kämpften uns also im strömenden Regen weiter voran, heute würden wir also mittags in Mangakino in unserer Cozy Hut ankommen.
Kurz vor dem Örtchen trafen wir dann die ersten Bike-Backer, Zwei Neuseeländer, schon pensioniert, aber sehr gut beieinander, Morris und Scot, sie hatten auch jeder ein Zelt und Kocher mit dabei, und ihr Gepäck hatte sicher auch 30 kg. Sie hatten es aber auch auf das Vorderrad verteilt mittels kleinerer Packtaschen. Den Timber Trail würden auch sie auslassen, es war doch eine Mountainbike Strecke, die mit Gepäck und mit dem Regen fast nicht zu bewältigen war.
So erfuhren wir wieder mal viel Wichtiges.
Wir machten noch ein Erinnerungsfoto und dann ging es bergab in den Supermarkt von Mangakino. Dort deckten wir uns für die nächsten 2 Nächte ein und waren froh, das uns Sue in ihrer netten Unterkunft freundlich empfing. Wir hüpften gleich unter die warme Dusche, denn durch das lange Quatschen mit den beiden Bikebackern war uns ziemlich kalt geworden. Sue wusch und trocknete unsere Kleidung ohne dafür Entgelt zu nehmen, und wir waren froh den Nachmittag und Abend im Warmen und Trockenen zu verbringen.
Das Mittagessen, Nudeln mit selbstgemachtem Sugo, war köstlich und unser Bett einfach nur wunderbar weich.
Der nächste Tag war unser Ruhetag. Wir frühstückten gemütlich, ich schrieb unser Reisetagebuch weiter und Alex machte Büroarbeit.
So ging auch dieser Ruhetag seinem Ende zu und morgen sollte es dann auch wieder weiter gehen.Weiterlesen
Übernachtung bei Mat
23. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 19 °C
Freitag, 23.01.2026
59 km, 933hm
von Mangakino zu Matˋs Haus/Waimiha
So radelten wir nun dahin, eine Bundesstraße, relativ stark befahren. Es ging ein wenig bergauf und bergab. Aber alles schaffbar. Immer wieder regnete es ein wenig.
Die Straße gehörte uns, den Allrad-Autos und den Holz-Lkws. Die grünen saftigen Weiden, die bis fast 1,5 m an die Straße reichten gehörten ausnahmslos den schwarz-weiß gefleckten Rindern.
Zum Frühstück setzten wir uns unter ein paar Büsche am Straßenrand, die hoch aufgeladenen Trucks mit Anhängern,ausnahmslos beladen mit riesigen Holzstämmen, donnerten an uns vorbei.
Wir spürten direkt die Vibrationen am eigenen Körper,die sich von der Straße auch auf unseren Frühstücksplatz übertrug.
Aber wir hatten keine Chance einen anderen Platz, der weniger laut war, zu finden.
Einzig der starke,würzige Holz-Geruch der gefällten Riesen hing danach noch in der Luft, gemischt mit ein wenig Diesel-Qualm.
Danach gings weiter die Straße entlang. Sonne und Nieslregen wechselten einander ab. Sie bescherten uns einen wunderschönen Regenbogen, wir blieben stehen und betrachteten das Farbenspiel.
Unser Mittagessen konnten wir in einer Busstation abhalten. Das waren einfache Holzhütten mit Wellblechdach. Alex kochte uns einen Tee, um uns aufzuwärmen. Später zweigte unsere Route in eine kleinere Asphaltstraße ab, schmäler und viel weniger befahren, auch Holz-Sattelschlepper waren hier nicht mehr zu sehen. Die Straße wand sich den Berg hinauf, in vielen Kurven, der Regen war inzwischen stärker geworden. Die Schafe, welche links und rechts auf saftigen,grünen Wiesen weideten schauten uns neugierig und interessiert nach. Sie waren definitiv weniger schreckhaft wie die Rinder, die oft aufsprangen und vor unseren flatternden und knatternden Regenpelarinen davonstoben.
Es wurde immer später, und Schlafplatz war irgendwie auch keiner zu finden. Wir versuchen auf einer Farm zu fragen, jedoch trotz parkendem Auto vor dem Haus,war hier niemand anwesend,den wir durch unser Klopfen auf uns aufmerksam machen konnten.
Und es regnete in Strömen. Beim nächsten Haus versuchten wir es erneut. Ließen die Räder auf der Straße stehen und marschierten die Anhöhe hinauf zum Haus. Nach längerem Klopfen schaute ein Mann aus der Glas-Verandatüre. Wir fragten ihn, ob wir auf seinem Grund unser Zelt aufstellen durften. Er sagte gleich ja. So machten wir uns wieder zurück auf den Weg, um unsere Räder zu holen. Wir schoben sie die steile Schotterstraße nach oben.
Mat, so hieß unser netter Gastgeber wartete schon, es hatte wieder zu regnen angefangen. Er schlug uns vor, im Haus zu überrnachten. Zu gerne nahmen wir sein Angebot an.
So bliesen wir unsere Schlafmatten auf, legten unsere Schlafsäcke auf. Wir plauderten noch ein wenig mit Mat,der hier mit seiner 14jährigen Tochter wohnte und für den Besitzer arbeitete. Er zeigte uns das Haus, bot uns auch eine heiße Dusche an und wir waren total dankbar für diese unvoreingenommene Gastfreundlichkeit. Ich bereitete noch unser Frühstücksporridge für morgen zu, und Alex konnte sogar durch das Glasdach unser Starlink in Betrieb nehmen.
Müde und geduscht schlüpften bald darauf in unseren Schlafsack.Weiterlesen

You must be missing your beautiful home-on-wheels. Great you are finding some good hospitality along the way. [Fran]
…nach Taumarunui
24. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 13 °C
Samstag, 24.01.2026
54 km, 557 hm
von Mats Haus bis zum B&B Convent in Taumarunui
In der Nacht hatte es immer wieder geregnet, die Regentropfen prasselten nur so auf das Glasdach der Veranda. Ich hab nicht so gut geschlafen. Alex dagegen war ausgeschlafen.
Bevor wir Mat verließen erzählte er uns noch, das vor ein paar Wochen bei ihm eingebrochen worden war, Gewehre und GPS-Hundesender gestohlen worden waren.
Erst jetzt bemerkte ich die Videokamera, die jede Bewegung von uns in der Veranda aufgezeichnet hatte.
Beeindruckt von seinem Vertrauen in uns, trotz der schlechten Erfahrung die er erst kürzlich gemacht hatte.
Wir frühstückten sogar noch bei Mat, da der Regen noch immer nicht nachgelassen hatte, und er erzählte von seiner Farmarbeit.
Dann erhielt er einen Anruf, schnappte sich sein Motorrad und die Hütehunde, wie wir erst jetzt bemerkten, die in einem Verschlag untergebracht waren, und war dahin.
Wir packten in Ruhe alles zusammen und verließen im Nieselregen
Das Wetter war nach wie vor sehr launenhaft. Ein bißchen blauer Himmel, viele weiße Wolken und dann plötzlich wieder eine graue dunkle Regenwand, die uns auf der Straße begleitete.
Wieder hatten wir ein paar hügelige Abschnitte zu bewältigen. Zu Mittag gegessen haben wir im offenen Vorhaus eines alten verlassenen Holzhauses im Örtchen Ongarue, das dem Rugby Club hier wohl gewidmet war.
Alex tischte uns warmen Reis auf und kochte uns dann nochmals Tee. Wenn es regnete wurden wir doch ziemlich naß und der heiße Tee konnte da sehr gut aufwärmen.
Alex hatte zu Mittag auch gleich noch in einem B&B in Taumarunui gebucht.
Während Alex noch eine Gaskartusche einkaufte im Stadtzentrum, durfte ich schon mal ins Hotel fahren. Hier nahm ich in unserem Zimmer eine heiße Dusche, meine naßen Sachen konnte ich im Wohnzimmer an einem Gestell trocknen, daß an die Decke hochgezogen wurde.
Das alte Haus wurde seit 10 Jahren von June und Geoff geführt, es war früher das Wohnhaus (Convent) der Nonnen. In den Räumen war überall davon noch etwas altes und heimeliges zu spüren.
Alex kam bald zurück, war auch etwas verwirrt, das unsere Gastgeber keinen Wäscheservice anboten. Ich war zu erschöpft und schlief fast 11 Stunden bis zum nächsten Morgen durch.Weiterlesen
….so crazy!?
25. Januar in Neuseeland ⋅ 🌫 10 °C
Sonntag, 25.01.2026
55 km, 1035 hm
von Taumarunui bis Crossing Lodge/ Waimarino
Am nächsten Morgen, Alex ließ mich ausschlafen, gingen wir um 8.30 zum Frühstück.
Es war im großen Zimmer, mit Kaminofen, der leider nicht in Betrieb war, obwohl es ziemlich kühl im Raum war. Mit uns saßen noch 3 weitere Neuseeländer am Tisch. So richtiges Gespräch wollte sich nicht entwickeln.
Geoff unser Gastgeber, mokkierte sich etwas, weil ich 3 x Kaffee nachbestellte. “Das wäre ein neuer Rekord”, meinte er. Das fiel Alex unangenehm auf.
Da keine Marmelade am Tisch stand, fragte Alex danach, und Geoff stellte nacheinander 2 Gläser auf den Tisch. Es wurde viel Obst gereicht, was wiederum toll war. Im großen und ganzen ein sehr reichhaltiges,gutes Frühstück.
Danach packten wir alles zusammen, und Alex wollte zahlen gehen. Leider funktionierte die Bankomatkarten-Station nicht. So mussten wir bar bezahlen. Geoff hatte jedoch keine Retourmünzen, irgendwie spürte ich, obgleich ich noch im Zimmer war, das die Luft zwischen den beiden ziemlich angespannt war. So flogen die Worte hin und her und Geoff musste verärgert nun um Münzen losfahren mit seinem Auto. Als er zurück kam, hat er Alex zuwenig herausgegeben, was diesen enorm ärgerte. Die Wortfetzen flogen und Geoff fluchte und schrie dann daß er uns aus dem Haus raus haben wollte. Mit f……g und so.
Die Situation war wirklich vertrackt, Wenig später kam June, da wir nun verwirrt über diesen Ausbruch so schnell wie möglich weg wollte, stand mit Tränen in den Augen da, sagte der Apparat würde nun funktionieren, gab Alex das Bargeld zurück und Alex bezahlte nun mit seiner Karte. Sie entschuldigte sich für ihren Partner mehrmals, und das die Situation so eskaliert sei.
Wir zogen so schnell wie möglich los, froh aus dieser ganz eigentümlich entstandenen Situation,entkommen zu sein.
Nach wie vor regnete es in Strömen, und wir radelten auf einer nicht so stark befahrenen Straße dahin.
Zu Mittag gegessen hatten wir mal wieder in einer kleinen Wellblechhütte am Straßenrand. Vermutlich aufgestellt von besorgten Eltern für ihre Kinder die auf den Schulbus warten mussten.
Wir hatten eine sehr steile Passage gegen Abend zu bewältigen, und mein besorgter Mann wollte dass ich diese allein zu Fuß ohne Rad bewältigen sollte. Als ich oben ankam wurde mir dort ganz schön kalt, so ging ich ihm wieder entgegen, konnte ihm das Rad abnehmen und spürte, dass ihm diese Steigung zweimal fast schon zu viel war
und er auch schon ziemlich fertig aussah.
Er legte eine Rast ein, und ich fuhr schon mal vorne weg, damit mir wieder einigermaßen warm würde.
Er holte mich bis in die Crossing Lodge nicht mehr ein. Keine Kunst, da mir downhill liegt und es dann fast nur mehr geradeaus ging.
So kam ich als Erste bei der Lodge an, nur ein paar Minuten später war auch Alex dann angekommen. Wir duschten heiß, bezogen unser winziges Zimmer mit Stockbett und hörten den Regen unerbittlich die ganze Nacht ans Fenster trommeln.Weiterlesen
New inspirations!
26. Januar in Neuseeland ⋅ 🌫 12 °C
Montag, 26.01.2026
57 km, 497 hm
von Crossing Lodge/Waimarino bis Campground Pipiriki
Ich schlief mal wieder nicht super im unteren Bett, und da es schon wieder regnete beschlossen wir unser Frühstück noch in der großen Küche der Lodge einzunehmen. Dort konnte ich auch gut alles wieder abwaschen, unsere Ess-Taschen neu ordnen und ca. 10 h brachen wir im Regen wieder auf.
Wie fast schon jeden vergangenen Tag war alles grau, und die Nebelfetzen hingen in den Bäumen, die Asphaltstraße glänzte nass und so strampelten wir mal wieder die Hügel hinauf und hinunter. Diesmal ging es einer Eisenbahnstrecke entlang, und wir konnten die alte rote Eisenbahnbrücke aus Stahl begutachten, die das grüne Tal überspannte. Ein beeindruckender farbiger Kontrast.
Unser Mittagessen konnten wir wieder mal in einer Hütte einnehmen, oder sogenannten Busstation, die uns vor dem Regen schützte.
Wenig später lernten wir kurz vor Raetihi noch ein englisches Paar kennen, Debbie und David, pensioniert, passionierte Radfahrer, 62 und 67 Jahre alt. Wir standen fast eine Stunde am Straßenrand um Erfahrungen auszutauschen. Sogar ein Polizeiwagen blieb kurz stehen, und fragte ob eh alles OK wäre. Um nun kein Aufsehen hier an der Straße mehr zu erregen, vereinbarten wir, uns am Campingplatz in Pipiriki gegen Abend zu treffen.
Nach ein paar Regenschauern und weiteren kleinen Anstiegen später, erreichten wir endlich den schön gelegenen Campingplatz. Eine Wiese wie auf einem Golfplatz, grün, saftig, eben und eine herrliche heiße Dusche empfingen uns hier. Debbie und David hatten ihr Zelt schon aufgestellt und obwohl wir eigentlich zuerst noch in einer der kleinen Hütten schlafen wollten, schlugen auch wir unser Zelt auf und trafen uns nur kurze Zeit später, heiß geduscht und in trockenen Kleidern im schönen hellen großen Aufenthaltsraum mit den vielen Sofas und einer tollen Aussicht aus den alten Sprossenfenstern, die in den grünen dichten Wald zeigte.
Wir tranken Tee und plauderten noch lange bis fast 22 Uhr. Es war einfach inspirierend, wie diese beiden mit ihren Rädern durch die Welt reisten, Indien,Russland, die sibirischen Eisenbahn entlang,Finnland, Schweden usw. Die beiden hatten eine tolle Kondition und auf jeden Fall weniger Gepäck als wir.
So inspiriert schlüpften wir in unser Zelt und schliefen bis morgens um 5 Uhr früh.Weiterlesen
Nach Whanganui
28. Januar in Neuseeland ⋅ 🌙 18 °C
Dienstag und Mittwoch, 27. und 28.01.2026
81,07 km, 1032 hm
Campground Pipiriki bis Grand Hotel Whanganui
Alex konnte nicht mehr schlafen, hatte auch mitten in der Nacht unser Hotel in Whanganui schon gebucht und hatte sogar schon unseren Morgentee gekocht, als ich aufwachte. Wir packten in einer Regenpause unser Zelt zusammen, holten unsere Räder aus der Rad-Scheune, heute würde es die längste Tour werden, und je früher wir aufbrachen, desto besser.
Als wir gegen 8h auf einem schönen Aussichtsplatz gerade unser Frühstück einnahmen, kamen David und Debbie auf ihren Rädern bei uns vorbei. Wir winkten Ihnen zu, denn vielleicht würden wir uns ja irgendwo wieder begegnen.
Die Straße war nicht stark befahren, wand sich hügelauf,hügelab den Fluss unter uns entlang. Das Wetter war sehr launisch, mal viele weiße Wolken mit himmelblauen Flecken, dann wieder grau und regenverhangen. Immer mal wieder prasselte der Regen auf uns nieder.
So zogen wir uns ständig an und aus, kämpften uns die Steigungen hoch, um uns dann wieder einige Kurven entspannt auszurollen.
Ja, eine tolle Streckenführung trotz der vielen Steigungen.
Mit einem Hörbuch in den Ohren ging aber alles viel leichter von den Oberschenkeln.
Das Mittagessen verspeisten wir unter einer Brücke aus Beton, da war es trocken und wir mussten uns keine Sorgen machen, gleich wieder im Nassen zu sitzen, während wir unseren letzten Vorräte zusammenaßen.
Einen Berg, den letzten steilen vor der Küstenstadt Whanganui kämpften wir uns noch hinauf. Oben eine herrliche Aussicht auf das Flusstal durch das sich der mit braunem Regenwasser angefüllte Whanganui River schlängelte.
Dann gings nur mehr bergab. Gut angezogen, gegen den Fahrtwind geschützt, erreichten wir das alte Städtchen Whanganui. Als Belohnung gabs ein Eis im Frosty Moon und dann gings ins Grand Hotel, das ziemlich abgehalftert, aber sauber, mit einer heißen Dusche schon auf uns wartete.
Wir wuschen noch unsere Wäsche und hängten sie auf dem Balkon zum Trocknen auf.
Auch unser Starlink stand am Balkon und wir hatten tolles Internet.
Da wir den Balkon in die Seitenstraße hatten, wurde es eine ruhige Nacht.
Wir telefonierten noch mit unseren Müttern, meine Mama hatte noch dazu den 85. Geburtstag und über Videotelefonie fühlt man sich nicht ganz so weit weg und kann den anderen auch sehen, was ich sehr schön finde.
Nachdem wir uns ausgeschlafen hatten, machten wir uns auf den Weg zu Woolworth um Brot, Beeren und Nutella für Alex einzukaufen. Dann marschierten wir in ein tolles Cafe, wo ich einen Toast mit Pilzen, gebratenen Eiern und noch einen Zimtkuchen mit einem Americano verspeiste.
Wir kauften noch ein Unterhemd für Alex ein, damit er es bei Regen wärmer hatte, und ich kaufte noch billige Havaiana - Zehenschlapfen, damit ich nicht barfuß und mit den naßen Regenschuhen herumlaufen musste.
Ins Zimmer zurückgekehrt, schrieb ich noch ein wenig und wir sahen uns die Route für morgen an.
Gegen Mittag gings dann in die Pizzeria und danach nochmals ins Frosty Moon auf ein Eis.
Dann nur mehr chillen und morgen würden wir dann die ca. 460 km bis Wellington anreißen.Weiterlesen
Hilfe! … wo sind unsere Sachen?
29. Januar in Neuseeland ⋅ ☀️ 17 °C
Donnerstag, 29.01.
70 km,1000hm
Von Whanganui nach Vinegar hill Campground, 6 $\person
Vom Central Hotel in Whanganui ging es heute nach ein paar Mißverständnissen mit dem Personal los. Wir waren zu spät dran, wollten eigentlich um 7h unsere Räder aus der Garage abholen und als ich um 7h 13 zur Rezeption kam, lag da ein Zettel, daß wir zu spät wären und sie erst um 8 h wieder da wären.
So ging ich inzwischen zu Fuß noch zum Woolworth, um unsere Vorräte aufzustocken.
Als ich zurückkam, herrschte gespannte Stimmung zwischen der Rezeptionistin, einer sehr korpulenten Maori und meinem Alex.
Wir waren froh, als wir dann endlich unsere Räder gepackt hatten und losfuhren. Es ging über die Brücke und dann gleich in einen ca. 66 m langen beleuchteten Tunnel, an dessen Ende ein Lift auf uns wartete. Dieser Aufzug wurde von einem Mann bedient, der uns in die Kabine einwies und uns beim Hinauffahren erzählte, dass dieser Lift schon 150 Jahre alt sei, und so hörte er sich mit seinem lauten Gerumpel auch an.
Wir waren nun doppelt froh, wir hatten uns das anstrengende Hinauffahren mit unseren schwer bepackten Räder gespart und waren doch sicher oben auf der Hügelspitze angekommen und konnten noch einen schönen Blick auf Whanganui in der Morgensonne werfen.
Dann ging es auf der hügeligen Asphaltstraße einen Hügel Grat entlang. Unser Frühstück nahmen wir diesmal wieder direkt auf einem Wiesenstreifen neben einem Busch auf der Straße ein.
Danach war unsere Weiterfahrt geprägt von vielen grünen Hügeln mit weißen Schafen. Für unser Mittagessen wählten wir eine Einfahrt auf eine Weide. Das Tor war zurückgesetzt von der Straße und so war es für uns um einiges angenehmer.
Viele steile Anstiege hatten wir auf unserer Fahrt zu bewältigen. In Hunterville füllten wir auf einer Tankstelle unsere Trinkvorräte auf, das sind 3 Stück 1,5 Liter Flaschen, die Alex an der Sattelstütze mit Karabinern über seinem Rucksack mit sich führt.
Der einzige Lebensmittelmarkt war gleich angeschlossen an eine Tankstelle. Dort kauften sie nochmals Frühstück und Abendessen ein.
Nun fuhren wir bergab zu unserem kostenfreien Campingplatz, welcher an einer Flussschlinge lag. Es gab dort sogar Duschen und Toiletten.
Während wir nun unser Zelt aufstellten, hatte Alex noch schnell in der letzten Abendsonne unsere mobile Solaranlage ausgelegt und unsere beiden Handys zum Laden unter die Solartasche gelegt.
Als wir fertig waren, blickte ich kurz zu unserer Solaranlage, konnte sie aber nicht mehr sehen. Ich sprang auf, lief auf den ca. 70 m entfernten Platz zu und konnte es einfach nicht fassen! Alles war weg! Da war nur eine leere Wiese.
Ich rannte zurück und erzählte es Alex. Dieser war irgendwie blockiert und starrte mich bestürzt an.
Ich riss die Packtaschen von meinem Rad und fuhr die Gegend ab. Zuerst die jungen Leute gleich links von uns , die gerade dabei waren, ein Lagerfeuer zu entzünden. Sie hatten niemanden gesehen. Dann fuhr ich zu den nächsten, eine Frau , ca.50 und ein ca. 70 jähriger Hippie mit langem Haar und Bart in bunten Hosen. Auch sie hätten niemanden gesehen.
Ich fuhr in entgegengesetzter Richtung weiter und klapperte dort die Vans und Zelte ab. Nichts!
Da kam ein Mann mit weißem Bart und rotem Tshirt auf mich zu, er war vorher kurz bei uns gewesen, als wir am Zelt Aufstellen waren und hatte uns gefragt, wie lange wir bleiben wollten und ob wir morgen zu seinem Lagerfeuer BBQ kommen wollten. Wir hatten verneint, da wir ja nur diese eine Nacht hier bleiben wollten.
Auch Alex war inzwischen mit seinem Tablet in der Hand zu uns gestoßen.
Ich hatte inzwischen herausbekommen, dass dieser Typ unser mobiles Solar für "Rubish"= Müll gehalten hatte und es an sich genommen hatte.
Wir trotteten nun dankbar zu dritt an unserem Zeltplatz vorbei in Richtung seines Zeltes. Machten Small-Talk und keiner von uns beiden wagte auch nur irgendetwas Negatives zu sagen.
Wir hatten nun sein Zelt erreicht, die beiden anderen, bei denen ich ja vorher auch schon gefragt hatte, blickten wieder komisch auf, als nun der Typ mit dem langen Bart aus dem Kofferraum seines roten Cabrios unser Solar und unsere Handys samt Kabel, alles säuberlich zusammengelegt herausnahm.
Ich implodierte innerlich! Wir sagten mindestens 3 x Danke und machten uns auf den Weg zurück zu unserem Zelt.
Am liebsten wäre ich nochmals zurückgegangen und hätte ihn einen Idiot und einen Lügner geschimpft.
Die Situtation war so surreal, dass wir danach noch öfter über das eigenartige Verhalten dieses bärtigen Typen gesprochen haben.
Nun gut, es war uns aber auch eine Lehre. Niemals wieder würden wir unser Solar so weit weg von uns in die Sonne legen.
Zu müde und erschöpft, ausgepowert von dem Erlebnis, schliefen wir erst spät in unserem Zelt ein.Weiterlesen
Höhenmeter auf der Gravel Road
30. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 14 °C
Freitag 30. Januar
61 km, 1.120 hm
Vinegar Hill campground zu Apiti free campground
Heute war es sehr steil und der erste Teil der Strecke war circa 20 km Gravel Road. Diese Straße war sehr schwierig zu befahren, da der Schotter sich unter den Radreifen bewegte, immer wieder spritzten Steine auf die Seite und der Reifen rutschte seitlich weg, meist ging es dort auch bergauf.
Gefrühstückt haben wir auf der Wiese neben einer Kurve im Sonnenschein. Alex hatte inzwischen mit dem Solar unsere Handys aufgeladen, als Steven auf seinem Mountainbike mit den breiten Reifen die Gravel Road herunter radelte und bei uns stehen blieb. Er machte 45 Minuten bei uns Rast und wir plauderten über die diversen Radreisen, die er und auch wir schon gemacht hatten.Wieder einmal erfuhren wir, dass die Südinsel gar nicht so schlimm zu befahren wäre. Steven ist übrigens Neuseeländer und hat schon sehr viele Touren hier in seinem Land absolviert.Er ist übrigens auch Besitzer einer Supermarktkette in der dritten Generation und kann sich deshalb für seine Reisen viel Zeit nehmen.
Somit hatten wir wieder mal viel Neues erfahren und waren froh über diese nette Begegnung.
Nachdem wir so viel bergauf gestrampelt waren, ging es nun die Gravel Road wieder bergab, wir schafften das ohne Sturz. Richtig froh waren wir, als wir die Asphaltstraße wieder unter
unseren Stollenreifen spürten.
Die Sonne schien heute mit verhaltener Kraft,aber beim Hinunterfahren der doch sehr vielen Abfahrten, zogen wir immer unsere ärmellosen Jacken an und so blieb unser Oberkörper warm
Gegen 14:30 Uhr kamen wir bei einer Rest Area vorbei mit einem überdachtenTisch und und Alex kochte uns Reis mit Pilzen und ich machte Salat.
Dann ging es auf der Asphaltstraße entspannt durch kleine Dörfchen.Links und rechts zogen Rinder- und Schaf Weiden an uns vorbei. Mir fiel auf, dass im Norden wir doch mehr Kühe gesehen hatten und nun hier der Anteil der Schafe fast schon größer war.
Die Strecke der Ao Tearoa Tour ist landschaftlich wunderschön und wir sind heute froh, das wir hier durch den so ursprünglichen Teil Neuseelands fahren können, ohne auch nur ein einzigesAutoverkehr.
Danach war noch ein sehr steiler Anstieg auf der Asphaltstraße zu bewältigen, wo ich 50 % sicher zu Fuß hinauf gegangen bin. Alex war wieder so lieb und hat mir immer wieder das Rad abgenommen, ist hinauf gefahren und ich konnte mich inzwischen beim Hinaufgehen erholen.
Nun liegen wir schon im Zelt auf dem freien Campingplatz in Apiti, haben noch eine wunderschöne sonnige Zeit auf der Wiese verbracht, danach noch schnell unser Porridge mit Haferflocken,Rosinen, Kokosflocken, geschnittenen getrockneten Zwetschken Chiasamen und Oatmilk hergerichtet. Alex hat noch das Zelt aufgestellt. Heute werden wir sicher gut schlafen, denn wir hatten heute die höchste Anzahl an Höhenmeter unserer bisherigen Tour erfolgreich hinter uns gebracht.
Ja, wir werden immer stärker, und Steigungen sind inzwischen keine Challenge mehr. Wir können sie nehmen, wissen, wie wir sie am besten bewältigen, und am Ende des Tages sind wir stolz auf uns, denn vielen die wir begegnen, sind nicht mit so viel Gepäck ausgestattet wie wir.Weiterlesen
… Landschaft in uns aufsaugen!
31. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 16 °C
31.01.2026
56 km 650 hm
Campground Apiti bis Campground Ashhurst
Wir fuhren heute um 7:00 Uhr in der Früh vom Campingplatz weg. 1 km zurück ins Zentrum von Apiti und dann ging es am Friedhof vorbei, den Berg hinauf. Kurz darauf wechselte die Straße von Asphalt auf Gravel Road und das sollte für die nächsten 30 km auch so bleiben.
Wir frühstückten wieder am Wegesrand unser Porridge und dann ging es frisch gestärkt weiter. Heute war es sehr anspruchsvoll, obwohl die Schotterstraße etwas besser zu befahren war, als die letzte, da die Steine schon härter in den Boden hinein gedrückt waren.
Das Wetter war angenehm und wir waren die einzigen auf der Straße. Die Landschaft zeigte sich in einem schönen Licht und die weißen großen Wolken zogen über uns hinweg. In weiter Ferne brach die Sonne mit ganzer Kraft aus den Wolken und beleuchtete die grünen Hügel.
Auch hier herrschte überwiegend Schafzucht und überall auf den grünen Hügeln waren die weißen Punkte auszunehmen.
Kurz nach 12:00 Uhr stand in einer Kurve Marie, ein Trail Ángel, dem wir zwei Schokoladen Muffins für unser Mittagessen abkauften. Wir plauderten ein wenig und fuhren dann wieder weiter voran.
Gegen 14:00 Uhr, kurz vor Ashhurst, machten wir Mittagspause. Inzwischen hatte die Straße wieder auf Asphalt gewechselt und es waren mehr Autos unterwegs,so war es viel schwieriger einen geeigneten Platz zu finden. Unter einem großen Tannenbaum ließen wir uns dann nieder,nachdem Alex diesen Platz genehmigt hatte. Wir diskutieren doch relativ häufig über unsere Essensplätze, mal zu nah an der Straße, mal zu dunkel, mal zu sonnig und kein Schatten. Irgendwie finden wir aber dann doch das Einverständnis des anderen. Mein lieber Mann ist meist doch der Hungrigere von uns beiden, da er viel mehr verbrennt als ich. Wir kochten Gnocchi mit Pilzsoße und Salat, das war ein tolles Novum und es schmeckte uns hervorragend.
Nun hatten wir nur mehr 8 km nach Ashhurst. Dort gingen wir für unser Frühstück im Supermarkt einkaufen und fuhren auf den etwas weiter entfernteren Campingplatz, dieser kostete pro Person circa 3,50 €. Es sollte eigentlich warme Duschen geben, aber die waren statt warm oder heiß nicht ganz eiskalt.
Frisch geduscht liege ich nun im Zelt, während Alex draußen noch herumwuselt. Leider ist es hier nicht sehr ruhig, denn rundherum um uns stehen mindestens noch vier Zelte und acht Kinder sind hier noch unterwegs, die die ihre letzten Weihnachtsfeiertage mit ihren Eltern ausnutzen.
Aber da wir sowieso erschöpft sind, würden wir sicher hier gut schlafen.Weiterlesen
…wieder mal ins Krankenhaus!
1. Februar in Neuseeland ⋅ ☀️ 23 °C
Montag,02.02,2026
45km, 508 hm
Von Eketahuna nach Masterton
Heute ging es vom Campingplatz, auf dem es heiße Duschen gegeben hatte, gleich einmal einen giftigen Anstieg die Straße hinauf, den wir beide nicht geschafft haben und zu Fuß bewältigen mussten.
Heute fuhren wir Gravel Roads und Asphalt Straßen. Es ging wieder bergauf und bergab und nach dem Frühstück,dass wir geschützt vor einem sehr sehr starken Wind an einem Straßengraben einnahmen, dann fast nur mehr bergab nach Masterton. Heute nur 45 km auf unserer Tagesordnung und kurz vor dem Städtchen nahmen wir in einem Park unser Mittagessen ein, das durch Rasenmäher und Betonmischer gestört wurde. Da meine Augenentzündung heute früh mir schon geschwollene Augen beschert hatte, beschlossen wir uns einen Augenarzt zu suchen.Da es hier aber keinen richtigen Augenarzt gab, fuhren wir in die Klinik.Die Untersuchung hätte 150 australische Dollar gekostet und wir versuchten noch in einer anderen Klinik einen Augenarzt zu bekommen. Dies war jedoch eine Erstaufnahme, die uns aber einen Gutschein ausstellte und uns in dieselbe Klinik zurück schickte, aus der wir vorher gekommen waren.. Die Schwester rief sogar dort noch an, um uns einen Termin zu fixieren bei einem Arzt. Wir radelten wieder hinüber und kamen sofort dran, die Ärztin verschrieb mir Histamin Tabletten und Augentropfen gegen Heuschnupfen - Allergie. Der Arztbesuch war für uns nun gratis und sie schickte das Rezept gleich an das Gebäude nebenan in die Apotheke. Dort besorgten wir auch gleich noch eine Herpes Creme für meine Nase und für Alex Voltaren für seine und meine Knie. Wir fuhren noch zum New World Supermarkt um ein Frühstück und ein Abendessen einzukaufen. Wir trafen vor dem Supermarkt noch ein australisches Pärchen, die auch mit dem Rad unterwegs waren, jedoch wurden wir nicht sonderlich warm miteinander , deshalb verlief unser Gespräch ziemlich im Sand. Als wir auf dem Campingplatz ankamen, konnte sich mein Liebster nicht entscheiden, welchen Platz er nun aussuchen würde, so fuhren wir mehrere Male hin und her, bis der geeignete Platz gefunden war. Danach stellten wir unser Zelt auf, gingen uns heiß duschen und lagen nun auf unserer Thermomatte und in unserem Schlafsack. Morgen sollte es gegen 8:00 Uhr früh zu regnen beginnen, deswegen würden wir früh aufstehen.Weiterlesen
…bergauf!
1. Februar in Neuseeland ⋅ ☀️ 20 °C
01.02.2026
Ashhurst nach Eketahuna
75km, 875 hm
Heute verließen wir den Campingplatz in Ashurst um circa 7:00 Uhr, eigentlich waren wir die ersten, die auf diesem Campingplatz schon munter waren.
Dann ging es aus dem Dorf hinaus und über die Brücke. Vor uns lag ein riesiger Anstieg, 250 Höhenmeter. Auf diesen Berg führte eine vierspurige Autobahn hinauf und hinunter und daneben hatte man eine ganz tolle Radstraße angelegt.
Diese führte in vielen Kurven den Berg hinauf. Es war sehr anstrengend, aber ich musste nicht wirklich viel zu Fuß gehen. Alex half mir wieder und als wir oben angekommen waren, belohnte uns der Anstieg mit einer Aussicht über den Fluss, begleitet vom Surren der riesigen Windräder.
Zum allerersten Mal erblickten wir hier in Neuseeland diese ökologische Stromerzeugung und es waren bei Gott wirklich viele riesige weiße Windräder, die den kompletten Bergkamm bestücken.
Vom hinauf fahren war uns sehr warm geworden, doch die lange Abfahrt würde uns sicherlich auskühlen, deshalb zogen wir oben unsere Windjacke an. Wir frühstücken am Fuße des Berges auf einer kleinen Wiese, danach ging es weiter durch die grüne Hügellandschaft Neuseeland mit ihren Schafen und Kühen.
Unser Mittagessen nahmen wir diesmal wieder einmal am Straßenrand ein, die Sonne schien direkt heiß herunter und wir waren froh über das bisschen Schatten, dass die Büsche auf die Wiese geworfen hatten. Alex kochte Reis mit Brokkoli und Pilzen und ich streute ein bisschen Parmesan drauf.
Unsere Weiterfahrt durch die grüne Hügellandschaft war geprägt von grünen Weiden, kleinen Anstiegen, kurzen Abfahrten und einem knallblauen Himmel.
So schönes Wetter hatten wir wirklich schon lange nicht mehr.
…und wir genossen es wirklich!
Die Strecke die wir befuhren, folgt einem Buch der Kenneth Brüder und führt über die Nord- und Südinsel Neuseelands, die Straßen sind wenig befahren von Autos und Schwerlastverkehr und somit ist es ein entspanntes schönes Radeln.
Wir erreichten Eketahua am späten Nachmittag, fielen noch in den Supermarkt hinein und machten uns kurze Zeit später auf den Weg zum Campingplatz. Dort gab es eine Waschmaschine, die wir gerne nutzen und zum allerersten Mal eine wirklich heiße Dusche Nun liegen wir im Bett, mein Sitzfleisch brennt ein wenig, aber es ist nichts wund. Die Cremen, die mir der Arzt verschrieben hatte, sind perfekt. Mir geht es so gut wie auf keiner Radtour vorher, denn da war ich komplett offen.
Vielleicht kann ich auch deshalb Neuseeland so richtig genießen.Weiterlesen
…raindrops keep falling on my head
2. Februar in Neuseeland ⋅ 🌬 24 °C
Dienstag, 03.02.2026
51,4km, 415
von Masterton zum Campground Martinborough/kleines Häuschen
Wir haben einigermaßen gut geschlafen, es hatte in der Nacht nicht geregnet, aber die Wettervorhersage für unseren 3. Hochzeitstag war nicht sonderlich gut.
Es sollte immer wieder regnen.
Wir schafften es früh aufszustehen, packten unsere Sachen auf unsere Drahtesel und waren um 6:30 schon unterwegs. Heute ging es die Asphaltstraße entlang, es war mäßig Verkehr. Der Himmel war gespickt mit Regenwolken und ab und an ließ die Sonne einen gebündelten Strahl wie einen Scheinwerfer auf die Erde fallen. Dabei blitzte ein wenig blauer Himmel durch.
Unser Frühstück nahmen wir in einem kleinen offenen Unterstand ein, der direkt an einer Straße aufgestellt war, wahrscheinlich für Schulkinder, die dann nicht im Regen auf den Bus warten mussten. Wir hatten Glück, und es regnete nicht.
Als wir dann später wieder unterwegs waren regnete es immer wieder mal. Es war ein ermüdendes An- und Ausziehen unserer Regensachen. Gegen 14h trafen wir in dem Städtchen Martinbourough ein, kauften im Supermarkt nochmals ein. Während sich Alex noch für mich in die nächste Apotheke aufmachte um mir eine Schlafbrille zu besorgen, machte ich mich auf zum Campingplatz. Seit dem Supermarkt regnete es in Strömen, und ich wußte, wenn die Cabins zu teuer wären, würden wir heute diese Regennacht im Zelt verbringen.
Wir hatten Glück, eine Cabin kostete für 2 Personen 102 NZD, und ein Campground 64 NZD. Das war also nicht viel um. Alex buchte uns eine nette Cabin mit Doppelbett und kleiner überdachter Holzterasse. Klo und heiße Dusche war ein paar Schritte entfernt, ebenso wie eine nett ausgestattete Küche mit großem offenem Bereich bis in Dach. Hier kochten wir uns unser Mittagessen, aßen und schauten draußen dem Regen zu, der nun ohne Pause vom Himmel strömte.
Wir waren froh ein gemütliches Dach über dem Kopf zu haben und genoßen einfach nur diesen Abend.
Es regnete die Nacht durch.Weiterlesen
Today 3 years married!
3. Februar in Neuseeland ⋅ 🌧 19 °C
Dienstag, 03.02.2026
51,4km, 415
von Masterton zum Campground Martinborough/kleines Häuschen
Wir haben einigermaßen gut geschlafen, es hatte in der Nacht nicht geregnet, aber die Wettervorhersage für unseren 3. Hochzeitstag war nicht sonderlich gut.
Es sollte immer wieder regnen.
Wir schafften es früh aufszustehen, packten unsere Sachen auf unsere Drahtesel und waren um 6:30 schon unterwegs. Heute ging es die Asphaltstraße entlang, es war mäßig Verkehr. Der Himmel war gespickt mit Regenwolken und ab und an ließ die Sonne einen gebündelten Strahl wie einen Scheinwerfer auf die Erde fallen. Dabei blitzte ein wenig blauer Himmel durch.
Unser Frühstück nahmen wir in einem kleinen offenen Unterstand ein, der direkt an einer Straße aufgestellt war, wahrscheinlich für Schulkinder, die dann nicht im Regen auf den Bus warten mussten. Wir hatten Glück, und es regnete nicht.
Als wir dann später wieder unterwegs waren regnete es immer wieder mal. Es war ein ermüdendes An- und Ausziehen unserer Regensachen. Gegen 14h trafen wir in dem Städtchen Martinbourough ein, kauften im Supermarkt nochmals ein. Während sich Alex noch für mich in die nächste Apotheke aufmachte um mir eine Schlafbrille zu besorgen, machte ich mich auf zum Campingplatz. Seit dem Supermarkt regnete es in Strömen, und ich wußte, wenn die Cabins zu teuer wären, würden wir heute diese Regennacht im Zelt verbringen.
Wir hatten Glück, eine Cabin kostete für 2 Personen 102 NZD, und ein Campground 64 NZD. Das war also nicht viel um. Alex buchte uns eine nette Cabin mit Doppelbett und kleiner überdachter Holzterasse. Klo und heiße Dusche war ein paar Schritte entfernt, ebenso wie eine nett ausgestattete Küche mit großem offenem Bereich bis in Dach. Hier kochten wir uns unser Mittagessen, aßen und schauten draußen dem Regen zu, der nun ohne Pause vom Himmel strömte.
Wir waren froh ein gemütliches Dach über dem Kopf zu haben und genoßen einfach nur diesen Abend.
Es regnete die Nacht durch.Weiterlesen
Remutaka Rail Trail
4. Februar in Neuseeland ⋅ ☁️ 15 °C
Mittwoch, 04.02.2026
62,1 km, 781 Hm
Martinborough nach Upper Hutt/Campground
Remutaka Rail Trail
Gut erholt und ausgeschlafen ging es morgens um 7h los. Das Wetter war unbeständig, ab und an nieselte es und wieder mussten wir abwechselnd unser Regenzeug an und wieder ausziehen. Da es anscheinend durch den starken Regen Überflutungen gegeben hatte, wie mir ein einheimischer Straßenverwalter in seinem neongelben Outfit verriet, sollten wir besser den Weg durch Featherston über die Bundesstraße nehmen, als abseits die kleine Straße zu fahren.
So fuhren wir durch den altertümlichen Ort mit seinen alten Holzhäusern und Geschäften, und verwarfen unseren ersten Frühstücksplatz unter dem Vordach eines alten Buchladens, da die nächste öfftentliche Toilette zu weit weg war.
Wir fanden dann mitten im Verkehrsgewühl einen überdachten Tisch unweit einer öffentlichen Toilettenanlage. Hier frühstückten wir unser Porridge. Gerade als wir wieder abfahren wollten, prasselte der Regen wieder mal vom Himmel.
Kurz warteten wir das Schlimmste ab und machten uns danach weiter auf den Weg.
Bei Cross Creek, das um 1876-1955 eine aufstrebendes Eisenbahn-Städtchen war, fuhren wir auf den Remutaka Rail Trail auf. Kurz davor trafen wir noch einen Einheimischen, der uns die Strecke als derzeit schauerlich schilderte. Der Fluss wäre über die Ufer getreten, Flusspassagen wären zu Fuß zu durchqueren, sehr, sehr steil usw. Ok, na dann gabs nur noch Augen zu und durch, denn Alternativ-Weg hatten wir keinen.
Was wir dann erlebten, war einer der schönsten und selektivsten Rad-Strecken Neuseelands.
Als erstes ging es einen schmalen Single-Track durch dichten Wald, der Weg ging hügelauf und hügelab, kurvig, erdiger Trail, teilweise von den Wasserbächen der vergangenen Nacht etwas ausgeschwemmt. Ich kam mir fast vor wie am heimatlichen Bisamberg und somit fühlte ich mich gleich wie daheim.
Wir hatten einigen Gegenverkehr, aber alle Teilnehmer fuhren vorsichtig und mit viel Rücksicht und man ließ einander an den Engstellen stehend passieren.
Viele ältere Semester waren mit ihren E-bikes unterwegs, ca. 90%. Dann stießen wir auf die eigentliche Strecke, die 2-spurig auf der alten Eisenbahnstecke entlang führte. Teilweise ging es mit 8-10% Steigung bergauf, durch mehrere Backstein-Tunnels hindurch. Immer wieder entdeckten wir Hinweistafeln mit alten Fotos, die uns die Geschichte dieser Eisenbahnstrecke sehr gut darstellte. Man fühlte sich direkt in diese Zeit zurückversetzt.
Auch eine Hängebrücke war zu bewältigen. Diese schwankende Konstruktion haben wir zu Fuß, das Rad schiebend, überquert.
Oben, am Gipfel angekommen, haben wir Mittag gegessen, die Sonne schien und wir haben uns schon auf die Abfahrt gefreut.
Es war ein langer Downhill auf der Gravel-Road, den wir gut gemeistert haben.
Ebenso und mit einem Trick haben wir dann die Fahrrad-Schleuse bezwungen. Bei der ersten haben wir noch das ganze Fahrrad abgeräumt und auf der anderen Seite wieder aufgepackt.
Bei den nächsten hat Alex das Fahrrad einfach nach hinten gekippt und ist samt Gepäck unten durchgerollt. Tja, ein bisl Mut und Grips, und die Sache ist geritzt.
Danach gings noch ein paar Kilometer am Fluss entlang und dann erreichten wir den Camping-Platz.
Nach Zeltaufstellen und heißer Dusche, schlupften wir in unsere Schlafsäcke und waren ziemlich schnell und müde eingeschlafen.Weiterlesen
























































































































































































































































































































