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Weltreise mit unserer Vitila

Ein Abenteuer von Doris & Uwe mit offenem Ende. En savoir plus
  • Tobago - ein Juwel der südlichen Karibik

    25 octobre 2024, Trinité-et-Tobago ⋅ 🌬 30 °C

    Endlich ging es raus aus Chaguaramas ! Weg von der feuchten Hitze, den täglichen Regengüssen, dem schmutzigbraunen Wasser und den Partybooten mit der irre-lauten Rumms-Musik bis in den frühen Morgen.
    Zunächst fuhren wir mit Motorkraft an Trinidad entlang und hofften, an der engsten Stelle in Richtung unserem Ziel abbiegen und ein wenig seitlicheren Wind zum Segeln nutzen zu können. Daraus wurde aber nichts, um gegen Wind und Strömung anzukommen, waren lange Strecken sogar beide Motoren erforderlich.
    Der Anker fiel abends in der Store Bay ganz im Südwesten Tobagos, und wir schliefen unter der gelben Flagge.
    Tags drauf war genug Wind da, aber wieder mal von vorn. Aber wir schlugen dem Motor ein Schnippchen und kreuzten auf und ab bis zur Pirate‘s Bay vor dem Dorf Charlotteville.
    Hier ließen wir es uns sage und schreibe 3-einhalb Wochen gut gehen. Täglich in das blaugrüne Wasser der Bucht zu springen war allein schon ein Genuss.
    Der Ort selbst ist sehr sehr beschaulich. Wir kamen am Karnevals-Wochenende an (Tobago feiert zweimal Fasching), aber nur am Sonntag Abend drang etwas Live-Musik zu uns herüber. Keiner von den Segler-Besatzungen war dort zu sehen, nur Einheimische.
    Das Büro zum Einklarieren liegt rückwärts im Health Center. Man muss sich telefonisch anmelden, da es als Nebenstelle nicht durchgehend besetzt ist. Die Dame war überaus freundlich und gab sogar Ratschläge für Besichtigungen.
    Flagstaff Hill war darunter, ein hübscher und gepflegter Aussichtspunkt und ehemaliger Militärstützpunkt. Wir zweigten kurz dorthin mit dem Leihwagen ab. Aber auch ein Fußweg führt vom Strand aus hoch.
    Charlotteville ist völlig untouristisch, außer den paar Seglern kommt kaum Jemand hin, die Straßen sind auf der ganzen Insel eng und kurven- und schlaglochreich. Und nicht Jeder ist zudem Linksverkehr gewohnt. Und, was gibt es im Ort schon zu besichtigen? Einen kleinen Supermarkt, einen guten Gemüsestand, 2 Zapfsäulen, Fischerboote am Strand und zum Trocknen aufgehängte Netze… Uns gefiel es gerade deswegen. Auf der niedrigen Mauer zum Strand und den verwitterten Steinbänken sitzen stets Menschen, deren Blicke einem freundlich und interessiert folgen, und die immer „have a good day“ o.ä. wünschen. Ich fragte mich anfangs „was machen die da? Auf was warten die?“. Am vorletzten Tag saß ich dann aber auch wie selbstverständlich auf diesem Mäuerchen und wartete…. 😜. Auf Uwe, der zum ATM war und noch Benzin in den letzten Reservekanister füllen ließ….es ist sehr preisgünstig hier.
    Mit dem Leihwagen, den man über 2 Kontaktleute (Charles oder Orlando) an den Dinghisteg bestellen kann (Autoverleih offiziell gibt’s nur in der Hauptstadt Scarborough), erkundeten wir bald die Insel.
    Wir fuhren über Speyside nach Delaford und Roxborough, malerisch-bunte einfache Ortschaften mit kleinen Läden und Essensausgaben. Danach erkundeten wir den ältesten als solchen deklarierten Nationalpark der Welt (1776), d.h. wir fuhren quer über die Insel durch den Wald bis zur Englishman Bay. Hier war ich vor 19 Jahren schon mal gewesen und hatte das Strandrestaurant in guter Erinnerung. Es gab es auch noch, war aber leider abends nicht offen. Wir wanderten auch zu den Argyle Wasserfällen und badeten im unteren Bassin. Leider erreichte uns bald ein längerer Regenguss, so dass wir komplett durchnässt zum Auto zurückkamen. Ab diesem Tag hatten wir wieder Wechselkleidung dabei…. Weitere Besichtigungen an diesem Tag waren somit ausgeschlossen. Uwe steuerte den Wagen in Unterwäsche auf einem Handtuch sitzend nach Hause.
    Auch den bekannten Gilpin-Trail (einfach 5 km) durch den Urwald wollten wir am 2. motorisierten Tag unbedingt machen. Und diesmal hatten wir die Regencapes (noch von den Niagarafällen) dabei. Der Weg ist recht matschig, eng und zum Ende immer weniger markiert. Die wunderschöne Natur belohnt aber, man windet sich um armdicke Bambusstämme, lauscht lauten Vogelstimmen und klettert wiederholt an Mini-Wasserfällen vorbei. Auf einem kürzeren, dem blue Copper Trail, trafen wir Vogelforscher, die ein Lager am Waldrand aufgeschlagen hatten und winzige Flattermänner in feinen Netzen einfingen, um sie zu zählen und zu markieren.
    Leider kamen wir nur zu einem einzigen Tauchgang auf Tobago, nämlich an Buuby Island. Die Hartkorallen leiden stark unter der Korallenbleiche. Die Fischwelt war nicht sehr zahlreich, aber die Weichkorallen sahen gesund aus. Auch meine INSTA360 Kamera samt UW-Gehäuse bestand erfolgreich ihren ersten Test.
    Am vorletzten Tag ließen wir uns mit 2 befreundeten Segler-Ehepaaren mit einem gemieteten Kleinbus bis zur Hauptstadt fahren. Der Guide fuhr ganz in den Süden und zeigte uns stolz den Neubau des International Airport, der nächstes Jahr eröffnet werden soll. Ein riesiges Gebäude mit Glasfassaden. Ob sich die Insel da einen Gefallen tut?
    Zum Kaffeetrinken kehrten wir ins Coco-Reef Hotel im Südwesten ein, wo ich vor 19 Jahren schon zum Familienurlaub gewohnt hatte. Hier wird man im Café auch als Nicht-Hotelgast willkommen geheißen. Schön sass man da mit Blick auf den palmenbeschatteten Hotelstrand. Nach einem Besuch Uwes im Barbershop des Onkel unseres freundlichen Tagesfahrers und etwas Lebensmittelshoppen ließen wir uns müde zu unserer Piratenbucht zurückschaukeln.
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  • Ein Boot gehört nicht an Land

    10 octobre 2024, Trinité-et-Tobago ⋅ ☁️ 31 °C

    Unser Flug von Miami startete ganz pünktlich, wir hatten gute Plätze mit ordentlich Beinfreiheit, und wir bekamen sogar ein Essen serviert, was für ein Flugzeugessen auch noch ganz gut schmeckte. In Port of Spain angekommen riefen wir unser Shuttle von der Peake Marina, welches uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Wir nannten dem Fahrer unser Ziel, er stutzte kurz und meinte dann okay. Wir hatten uns diesmal gegen das West Palm Hotel hinter der Peake‘s Marina entschieden und wollten im Hotel der Corel Cove Marina für 10 Tage übernachten. Dieses hatte ganz gute Bewertungen und war um einiges günstiger gewesen. Angekommen im Hotel standen wir erst einmal vor verschlossener Tür. Vereinbart war, dass wir bis 20:00 Uhr hier erscheinen sollten, es war aber gerade mal kurz nach sieben. Doris lief dann erst mal los, um irgendwelche Infos einzuholen. Nach ewiger Zeit kam sie zurück. Sie hatte mit einem Wachmann gesprochen, der auch zwei Couverts mit Schlüsseln hatte, aber unser Name stand nicht darauf. Nach mehreren Absprachen und längerem Warten - man war wieder in der Karibik - kam dann die Erleichterung, man schloss uns ein Zimmer auf, in dem wir übernachten konnten. Die Frau vom Office hatte unsere Ankunft schlichtweg vergessen. Soweit erst einmal gut abgegangen. Das Zimmer an sich war aber dann ein Witz. Winziges Waschbecken ohne Ablage, für mich ein no Go. Als Bettdecke nur eine Wolldecke ohne Bezug. Stühle, die selbst für Kinder zu klein sind, und kein Tisch. Für uns war gleich klar, hier bleiben wir nicht. Doris setzte nach einer schlaflosen Nacht gleich am nächsten Morgen alle Hebel in Bewegung, und wir fragten bei Peake nach, ob sie noch ein Zimmer für uns hätten. Sie hatten 🙂. Die Lage ungleich schöner, direkt am Wasser mit einer Terrasse davor. Die Zimmer neu eingerichtet, nicht riesig, aber zweckmäßig, mit Kühlschrank, Wasserkocher und sogar Toaster. Der Preis, naja, nicht ganz billig. Die Lage und die Nähe zum Boot ließen die Entscheidung jedoch leicht fallen. Zurück in das andere Hotel und die Sachen holen. Die Dame, die uns letzte Nacht versetzt hatte, hatte ein Einsehen und ließ uns ohne weiteres ziehen, obwohl wir für 10 Tage gebucht hatten, sicherlich auch durch ihr schlechtes Gewissen.

    Die nächsten Tage wollten wir uns dann unserem Boot widmen. Es folgten aber gleich ein paar sehr unangenehme Überraschungen. Ich hatte unter unserem Salontisch viele Dosen Bier deponiert. Darunter 24 Dosen Radler. Diese waren komplett ausgelaufen und die Flüssigkeit hatte sich den Weg Richtung Teppich gesucht. Dieser hatte diese Flüssigkeit wahrscheinlich mit Begeisterung aufgesaugt. Die Brühe war mit der Zeit verdunstet, zurück blieb eine dunkelbraune Verfärbung des kleinen Wollteppiches, die all meinen Bemühungen diese zu beseitigen, trotzte. Unsere Recherchen ergaben, dass solche Dosen v.a. mit Kohlensäure ab etwa 60 Grad Celsius platzen können 😳.
    Des Weiteren hatte ich alle Türen zu unseren Speisekammern abgelebt. Das Klebeband hatte aber der Hitze nicht ganz stand gehalten, was einige Krabbeltiere als willkommene Einladung aufgefasst hatten. Viel wurde schon von Rüsselkäfern erzählt, jetzt wissen wir auch wie diese aussehen. Doris hat sich gleich in die Schlacht begeben und einige kontaminierte Lebensmittel in den Müll befördert. Andere Lebensmittel kamen in eine Quarantänebox. Bei der Hitze an Bord alles keine leichte Aufgabe.
    Das Schlimmste aber war… unser Gefrierschrank. Wir hatten unsere restlichen teuren und geliebten Tiefkühllebensmittel nicht so ohne weiteres wegschmeißen wollen, also beließen wir sie trotz aller gegenteiligen Ratschläge im Froster. Leider muss ich wohl aber aus Versehen dessen Sicherung ausgeschalten haben. Als ich den Schrank dann öffnete kam mir eine üble Duftwolke entgegen, unbeschreiblich. Doris versuchte den Schrank auszuräumen, vergeblich. Sie würgte immer heftiger und wurde plötzlich ganz rot im Gesicht. Also musste ich ran. Schade um unsere schönen Filets, schade um den schönen Bergkäse, keine Käse-Spätzle mehr, auf die wir uns schon gefreut hatten. Alles in schrecklichem Gestank aufgegangen. Der Geruch war so intensiv, dass er bis heute ein wenig in den Gummis der Einfrierboxen und in den Fächern des Eisschrankes steckt, trotz vieler Reinigungszyklen.
    Als die ersten Schrecken verflogen waren, sollte es nun an erfreulichere Arbeiten gehen. Es ging aber nicht. Die unerträgliche Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit ließ uns förmlich auslaufen. Ich war zu keinem vernünftigen Denken geschweige denn Arbeiten in der Lage. Nach drei Tagen hatte man sich erst langsam wieder an das Klima gewöhnt. Unsere Handwerker waren informiert worden, dass es langsam Zeit wurde, die Arbeiten an unserem Boot fertigzustellen. Genannt seien hier unser Putzmeister „Mr. Clean“, der unserem Boot zu neuem herrlichem Glanz verhalf. Chris bescherte unserem Rigg ein neues stehendes Gut (das sind die ganzen Drahtseile, die unseren Mast halten). Falko hatte schon eine neue Wasserpumpe in den Generator eingebaut, da die alte das Kühlwasser nur noch ungenügend angesaugt hatte.
    Erst ziemlich zum Ende kam noch einmal ein wunder Punkt auf die Tagesordnung: Unsere Ruderquadranten waren schon sehr abgearbeitet. Diese sind deutlich zu schwach dimensioniert und haben uns schon sehr oft Probleme bereitet. Eigentlich wollte ich noch vor unserer Abreise in die USA hier etwas in die Wege geleitet haben, aber …. Es gibt immer eine Ausrede. Jedenfalls baute ich 6 Tage vor Ende unseres Wertfaufenthaltes so ein Teil aus, und wir gingen zu einer empfohlenen Werkstatt. Diese war geschlossen. Eine weitere hätte das Material gehabt, wollte oder konnte uns aber auch nicht weiterhelfen. Auf einen weiteren Tipp hin landeten wir bei Wazied und seiner Werkstatt. Ein toller Typ, sehr freundlich und handwerklich begabt, so hatte ich den Eindruck. Ich schilderte ihm mit Hilfe von Doris Übersetzung mein Problem. Er hatte auch eine Lösung, wie er die Quadranten verstärken wollte. Das wirkliche Problem war die Zeit. Es war Mittwoch Nachmittag, und am Dienstag morgen sollte unsere Vitila ins Wasser. Wir verständigten uns auf eine Besichtigung der Ruderanlage auf unserem Boot am Donnerstag. Freitag wollte Wazied das Teil herstellen und Anschweißen lassen. Am Montag sollte dann der Einbau erfolgen. Ja geht doch 👍. Denkste, als wir am Montag unseren Leihwagen abholten, fuhren wir gleich nochmal bei Wazied vorbei um zu schauen, ob alles klar geht. Das Tor zu seiner Werkstatt um kurz vor neun war aber noch geschlossen, mir schwante nichts Gutes. Auch nach neun war noch Keiner da … Doris musste wieder ran, aber es ging Keiner ans Telefon. Eine kurze Textnachricht klärte etwas auf „Family emergency“. Was jetzt? Krantermin canceln? Einen neuen bekommen wir vielleicht erst in zwei oder drei Wochen. Ohne Ruder können wir aber nicht ins Wasser. Wir benachrichtigten Yvanna vom Peake Office („die Frau für alles“) über unser Problem. Sie schrieb, sie werde versuchen was möglich ist, der Krantermin konnte auch auf „nach Lunch“ aber auf keine genaue Zeit verschoben werden. Am späten Abend ging eine weitere Info über WhatsApp ein, dass Wazied am Dienstag Morgen seine Werkstatt wieder öffnen, die Quadranten fertigstellen und danach auch gleich einbauen wolle.
    Am Dienstag um zwölf war jedoch von Wazied noch keine Spur zu sehen. Uns lief die Zeit davon! Doris bekam unseren Mechaniker über den Zaun zu sehen, in 20 min sei er da. Aber er kam wieder nicht. Nach einer weiteren Stunde, es war schon nach zwei, lief ich etwas ungehalten und gestresst zu ihm rüber. Er sass im Auto und wollte gerade zu uns kommen. Beim Einbau half ich Wazied, alles war fertig als wir schon ein Motorgeräusch hörten. Kam jetzt unser Travellift, um uns aus der Parklücke zu hieven?. Ich schaute noch mal schnell runter und kontrollierte, ob die Ruderblätter in der Flucht stehen. Doch was war das? Die Blätter standen nicht in der Flucht sondern um ca. 30° versetzt. Wazied hatte gleich eine Ahnung und vergrub sich erneut in einen Motorraum. Die Runderquadranten sind nach einer Seite abgewinkelt. Wir hatten sie auf beiden Seiten gleich herum eingebaut, sie müssen aber entgegengesetzt montiert werden. Der Quadrant sass aber jetzt so fest - wir hatten ihn zusätzlich mit Schraubensicherung befestigt - dass Wazied Mühe hatte, in wieder zu lösen. Nach einer Viertelstunde war auch diese Arbeit dann doch erledigt. Das Motorengeräusch vorhin war zum Glück noch nicht vom Lift gekommen 🙈.
    Erst gegen vier kam dieser dann zu uns gerollt, hob uns hoch und brachte uns sicher ins Wasser. Jetzt kamen die bangen Minuten, ist alles dicht am Schiff, springen die Motoren an? Alles klappte auf Anhieb. Na geht doch. Ausparken aus der Box funktionierte auch gut und schon ging es der untergehenden Sonne entgegen auf der Suchen nach einem Ankerplatz.
    Der war auch schnell gefunden und …, aber die Ankerwinsch gab leider keinen Mucks von sich. Ich überprüfte alles was man so schnell prüfen kann, ist der Motor an, ist die Fernbedienung in Ordnung, liegt Strom an? Alles war okay, aber es tat sich weiterhin nichts. Da die Sonne inzwischen am Untergehen war, mußten wir eine Entscheidung treffen. Wir fuhren wieder zurück und hielten Ausschau nach einer freien Boje, aber es waren alle besetzt, was nun?
    Ich beschloß, wieder an unsere Ankerstelle zurückzumotoren und bereitete Plan B vor. Am Ankerplatz holte ich den Ersatzanker hervor, befestigte daran unsere Ankerbleileine und wir ließen diese über die Elektrowinsch der Segel hinab, fast die kompletten 50 m gingen ins Wasser. Der Anker wollte zunächst nicht halten, der Ankergrund in der berüchtigten Chaguaramas Bucht ist nicht gerade vom Feinsten….Ich ließ auch noch die letzten Meter rein. Endlich ging der ersehnte Ruck durchs Boot, Anker fest! Hier in dieser Drecksbrühe nach dem Anker zu Tauchen würde null Sinn machen und wäre möglicherweise sogar gefährlich. Inzwischen brach die Nacht herein.
    Was lernen wir daraus? Beim Segeln sollte man immer einen Plan B haben. Bald sanken wir müde ins Bett, der Tag hatte nochmal viel Aufregung mit sich gebracht. Wir waren glücklich, überhaupt wieder im Wasser zu sein, dankbar dass zu guter Letzt noch alles geklappt hatte, und dankbar in den 4 Wochen Werftzeit so tolle hilfsbereite Menschen kennengelernt zu haben.

    Alles in allem ist das Peak-Trockendock von der Organisation her, den Zimmern, dem Service und den Handwerkern sehr zu empfehlen. Allerdings sind alle Werften in Chaguaramas von der Hauptstadt und den Einkaufsmöglichkeiten in Port of Spain über 1/2 Stunde entfernt, so dass man oft auf Bus- und Shuttleverbindungen angewiesen ist. Und, Chaguaramas hat eine eigene Immigration- und Zollbehörde, wo man Ein- und Ausklarieren und - in möglichst demütiger geduldiger Haltung - und auch zum Abholen von zugesandten Päckchen antreten muss. Doch diese Erlebnisse würden einen ganzen weiteren Footprint füllen 😱.
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  • Ein Hurrikan kommt selten allein ..

    6 octobre 2024, États Unis ⋅ 🌧 27 °C

    Schon auf der Fahrt von New Orleans Richtung Tallahassee wurden wir von sehr viel Regen begleitet, teilweise so stark , dass der Scheibenwischer in die höchste Stufe gestellt und die Geschwindigkeit stark reduziert werden mussten. Umso schöner war es die erste Etappe nicht so weit gewählt zu haben. Am nächsten Tag hielt sich der Regen zum Glück in Grenzen. Von Gainsville zu den Everglades kam das Nass von oben wieder zurück, die Straßen am Zielort waren teilweise schon überflutet. Bei der Ankunft goss es gerade wieder wie aus Kannen, so dass das Einchecken ins Hotel erst einmal warten musste. Barfuß wateten wir schließlich zur Rezeption in Everglades City.
    In den Everglades hatten wir eine Kanutour miterleben wollen, aber sollte es übermorgen morgen auch so feucht werden? Bei genauerem Studium des Wetters vor zwei Tagen hatte sich herausgestellt, dass ein starkes Tiefdrucksystem im Anmarsch war, mit der Gefah eines starken Sturmes. Das sollte dann auch so kommen. Als wir dies alles realisiert hatten, waren wir gerade auf der Höhe der Stadt Tampa, der Stadt, die es am schlimmsten treffen sollte. Aus dem Tiefdrucksystem bildete sich der Hurrikan Milton, der sich innerhalb 24 Stunden von einem Hurrikan der Klasse 1 zum Majorhurrikan der Klasse 5 entwickelte.
    Wir mussten nun beratschlagen, wie es für uns weitergehen sollte. Unsere Kanutour hatten wir vorsorglich schon von Montag auf Dienstag verschoben. Würde das Wasser noch höher steigen, hätten wir aber evtl. Probleme nach Miami, unserem Abflugsort am Donnerstag den 10.10., zu kommen. Schwierige Situation. Im Ort begannen schon die ersten Arbeiten zur Absicherung der Häuser, Sandsäcke wurden aneinandergereiht, die Gaststätten hatten fast alle schon geschlossen. Letztlich sagte der Veranstalter alle Kanu-Touren bis Mittwoch von sich aus ab, so gab es auch für uns kein Halten mehr.
    Ich buchte eine schöne kleine Ferienwohnung in Miami, und so machten wir uns schon montags auf Richtung Stadt. Eine Anfrage bei unserer Fluglinie für eine Umbuchung war leider erfolglos, alle wollten wegen des Hurrikan eher fliegen. Wir mussten also bis nach dem Durchzug des Sturmes ausharren. Was tun? Den Montag nutzten wir noch, um uns einen kurzen Eindruck vom Everglades Nationalpark zu verschaffen. Wir hofften auf etwas weniger Regen. Erst ging unser Wunsch nicht in Erfüllung, dann wurden uns aber doch noch zwei Stunden ohne Regen geschenkt. Wir fuhren hinunter bis zum südlichsten Punkt zum Ort Flamingo. Hier siedelten früher Menschen unter fürchterlich harten Bedingungen. Gemeint sind u.a. die Mücken. Wir erlebten dies am eigenen Leib bei einem kurzen Spaziergang : Innerhalb kürzester Zeit flogen mehrere Biester gleichzeitig direkt ins Gesicht und bohrten ihren Rüssel in die Haut. Schnell hatte ich einige Stiche im Gesicht und am Hals. Wir brachen den zweiten Erkundungsgang ab. Den ersten Trail - es führen immer so kurze Bohlenrundwege auf Stelzen über die Wasse/Graslandschaft - hatten wir noch relativ glimpflich überstanden. Der Besuch im Visitorcenter war da viel angenehmer. Hier wurde viel über Flora und Fauna der Everglades berichtet, u.a. wie man das amerikanische Krokodil vom amerikanischen Alligator unterscheidet ( man will ja schließlich wissen, wer einen gebissen hat); aber auch über die ersten Siedler, die damals hier lebten. Ständig trugen sie Rauchtöpfe gegen die Mückenplage bei sich.

    Am Mittwoch mussten wir unbedingt noch vier Dokumente für die Wiedereinreise nach Trinidad ausdrucken. Dies war uns in den ganzen acht Wochen nicht gelungen, da in keinem Hotel, in dem wir übernachteten, angeblich ein Farbdrucker vorhanden war 😳. Im Copyshop wurden wir dann vor neue Probleme gestellt. Die Prozedur verlangte, dass wir eine E-Mail mit dem File an eine E-Mailadresse schickten, die dann vom Drucker empfangen und ausgedruckt werden sollte. Das Problem, die Datei mit unseren Dokumenten war verschlüsselt und der Drucker konnte die gemailt Datei somit nicht lesen. Nach zwei Stunden hatte wir mit der gemächlichen Hilfe eines Mitarbeiters doch noch einen Weg zum Ausdruck gefunden. Doris wäre fast verzweifelt.
    Mittlerweile war es Nachmittag und wir fuhren noch einmal nach Miami Beach um den teuersten Eisbecher meines Lebens zu essen. Sage und schreibe 16 Dollar bezahlten wir für drei Kugeln Eis pro Person, irre. Dem Strand statteten wir auch noch einen kurzen Besuch ab. Hier konnte man schon die ersten Auswirkungen von Milton spüren. Sand wehte mit dem starken Wind durch die Luft. Starke Wellen liefen auf den Strand zu und brachen sich und Palmen bogen sich im Wind. Viele Schaulustige waren zugegen, aber nichts von Aufregung zu spüren. Auf dem Weg zum Hotel ging es noch bei Subway vorbei und rein, für das Frühstück musste ja auch gesorgt sein. Der Wind nahm allerdings hier nicht weiter zu, und so stieg unsere Hoffnung, dass am nächsten Tag unser Flugzeug pünktlich nach Trinidad abheben würde. Eigentlich stand dann zum Abendbrot noch McDonald’s auf dem Plan (wir hatten ja schon länger keinen Burger mehr zu uns genommen 🤣), der wurde aber kurzfristig geändert. Wir kehrten doch in die urige Kneipe im Hotel ein, eine typische amerikanische Sportsbar mit Blick auf 8 Bildschirme gleichzeitig. Zum Abschied gab es, wie sollte es anders sein, natürlich auch Burger, aber es war gemütlicher hier, und mit Bier vom Fass.
    Unser Flug sollte um 15:10 starten, und so hatten wir am Morgen alle Zeit der Welt. Ein Blick aus dem Fenster sagte uns, der Flug müsste pünktlich gehen, es gab kaum noch Wind. Und so kam es dann auch, kurz nach drei hoben wir Richtung Trinidad ab. Und die Dokumente zur Einreise waren auch am Checkin-Schalter unbedingt erforderlich gewesen, allerdings reichte die Version auf dem Handy aus 🙄. Aber wir wollten ja schon immer den Betrieb eines amerikanischen Copyshop kennenlernen…
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  • Plantations d. Mississippi alsZeitzeugen

    3 octobre 2024, États Unis ⋅ ☁️ 31 °C

    Nach 2 Übernachtungen in New Orleans fuhren wir wieder los, wir strebten eine Panoramastrasse entlang des Mississippi an … Ich wollte ihn doch so gerne noch etwas mehr sehen. Weit gefehlt, wir bekamen ihn kaum zu Gesicht… die Straße führte zwar in allen Windungen an ihm entlang, aber dazwischen liegt beidseits ein Damm. Logisch eigentlich. Also bogen wir mehrfach in Stichstrassen flusswärts ein, landeten aber auf schmucklosem Betriebsgelände von Anlege- und Entladekais der Berufsschiffahrt. Man sah von hier oben immerhin große Lastkähne vorbeiziehen, und einer davon war im Niedrigwasser offenbar gerade aufgelaufen, die Schraube produzierte sprudelndes Wasser, das Riesenschiff bewegte sich aber nicht.

    Der Mississippi ist schiffbar und spielt eine bedeutende Rolle im Binnenverkehr der USA. Er ist einer der wichtigsten Wasserwege in Nordamerika und erstreckt sich über etwa 3.730 Kilometer von seinem Ursprung in Minnesota bis zum Golf von Mexiko. Als kostengünstige Transportmöglichkeit für Getreide, Kohle, Erdöl, Chemikalien, und Baustoffen trägt er zur Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Landwirtschaft und Industrie bei.
    Auch Kreuzschifffahrten sind beliebt, und eine ganze Gruppe dieser Flussreisenden trafen wir an unserem ersten Etappenziel, der Oak Alley Plantation. Sie bietet mit ihren Führungen Einblick in die Geschichte der Südstaaten, v.a. der Antebellum Ära (vor dem Bürgerkrieg). Auch auf die Sklavenhaltung wurde gebührend eingegangen. Das Herrenhaus wurde 1837 erbaut. Die berühmte Oak-Alley besteht aus 28 jahrhundertealten Eichen, die einen majestätischen Tunnel vom Fluss bis zum Herrenhaus bilden. Die Anlage diente vielen bekannten Filmen als Drehort, z.B. „Interview mit einem Vampir“.

    Danach strebten wir der nächsten Plantation zu, wo ich nach längerer Recherche eine Übernachtungsmöglichkeit direkt auf der Plantage ausfindig gemacht hatte. Diese Greenwood Plantation liegt schon etwas abseits, und die Straßen der Anfahrt wurden immer einsamer.
    Irgendwann standen wir an einer Einfahrt vor einem hohen Eisentor. Der mit einem kleinen Traktor vorbeikommende Chef des Hauses wies uns in deren Öffnungsmechanismus und den Weg zur Unterkunft ein. Das sehr schön im alten Stil möblierte und geräumige Zimmer lag in einem von 3 historischen Nebengebäuden mit Blick auf einen Teich, das Herrenhaus und ebenfalls gigantische Eichen.
    Als Übernachtungsgast darf man sich hier im Gelände frei bewegen, und dies nutzten wir für einen Abendspaziergang. Zum Frühstück gab es - wirklich das einzige Mal auf unserer USA Reise - handgebratenes „echtes Rührei“. Wie ich aus meinen Recherchen wusste, wird hier für die Überbachtungsgäste täglich um 10 Uhr eine Führung durchs Erdgeschoss des Herrenhauses angeboten. Diese führte an diesem Vormittag die derzeitige Eigentümerin selbst durch. Kenntnisreich und praxisnah ging sie auf die wechselvolle Geschichte von Haus und Eigentümern ein. Fotografieren war überall erlaubt. Auch dieses Haus und Gelände wird gern immer wieder für Spielfilme genutzt, u.a. „die Farbe lila“ von Steven Spielberg, des weiteren „Louisiana“ und „North & South“ (letzteren haben wir gestern Abend angeschaut, sehr zu empfehlen). Das ursprüngliche Gebäude wurde 1830 von William R. Barrow im Stil der griechischen Revival Architektur erbaut mit 28 umlaufenden Säulen. Das Originalhaus brannte 1960 fast total ab, wurde aber recht naturgetreu nachgebaut.
    An dieser Stelle füge ich ein paar Erläuterungen zum amerikanischen Bürgerkrieg, auch Sezessionskrieg (1861-1865) genannt, ein:
    Ursache war eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen den Nord- und Südstaaten, die vor allem in der Sklavereifrage zu Tage trat und sich seit etwa 1830 immer weiter vertieft hatte. Als Reaktion auf die Wahl des gemäßigten Sklavereigegners Abraham Lincoln zum US-Präsidenten traten im Winter 1860/61 die meisten Südstaaten aus der Union aus. Der Krieg begann 1861 mit der Beschießung Fort Sumters durch die ausgetretenen „Konföderierten“. Der Krieg kostete über 1 Million Soldaten das Leben. Da er überwiegend in den Südstaaten ausgetragen wurde, flohen viele Besitzer von den reichen Plantagen in den Norden. Nach Ende des Krieges wurden die „abtrünnigen“ Bundesstaaten wieder in die Union aufgenommen und die Sklaverei in den USA endgültig abgeschafft.
    Nach unserer Führung durch das Herrenhaus, durch die man sich gedanklich in eine andere Welt zurückversetzt fühlte, klaubten wir unsere Siebensachen in dem schönen Zimmer zusammen, wanderten nochmal unter den moosbehangenen Eichen um den Teich und stürzten uns dann in den Verkehr Richtung Florida und Richtung Dauerregen.
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  • New Orleans

    2 octobre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 31 °C

    In New Orleans hatten wir nach dem Flug von Los Angeles die erste Übernachtung nahe des Flughafens ausgesucht. Das war auch gut so, denn wieder einmal gab es Probleme mit dem Leihwagen von Budget (mit denen wir deshalb nie nie nie wieder ein Geschäft machen werden). Zum Einen stimmte die von der unfreundlichen Dame berechnete Summe nicht mit der vereinbarten von CHECK24 überein (leider hatten wir nicht im voraus zahlen können), und sie rechnete wieder irgendwelche Leistungen „out of package“ drauf, die wir gar nicht wollten, zum Anderen passte Uwe das ausgewählte Gefährt nicht: Es war ein riesengroßer Benzinfresser und eher altmodisch von der technischen Ausstattung. Uwe wünschte sich für die langen Fahrten gerne die automatische Spurführung. Also zurück zum Schalter, und nach längerer Suche in ihrer Liste gefiel uns ein Hyundai Tucson. Danach war es bereits dunkel draußen...
    New Orleans war von französischen Siedlern gegründet worden, und die sehenswerte Altstadt mit Häusern aus der Kolonialzeit mit ihren umlaufenden schmiedeeisernen Balkonen liegen im „French Quarter“. Zufällig kamen wir am berühmten Café Beignet vorbei. Dieses Gebäck soll man hier unbedingt kosten. Das taten wir später im „Café du Monde“. Als wir näher zum farbenprächtigsten Eckhaus gelangten, drang uns schon der typische New Orleans Jazz ins Ohr: eine fünfköpfige Band hatte sich auf der Straße aufgestellt. Herrlich war es! Der Leader und Sänger hatte auch eine Stimme, die gut zu den Louis Armstrong Stücken passte. Ein Passant, der „zufällig“ eine Tenortrompete dabeihatte, durfte sich dazustellen und einfach so mitspielen…
    Unser Weg führte (leider) weiter zum geschichtsträchtigen Jackson Square mit Reiterstatue und zum angekündigten Café, wo die Beignets noch besser sein sollten: jeder bekam drei Teilchen, die hoch mit Puderzucker eingestreut waren. Sehr lecker. In der Hauptsaison soll man hier oft sehr viel Geduld beim Anstehen benötigen. Jetzt: hin und rein.
    Es zog uns dann weiter zum Mississippi, einem der längsten und breitesten Flüsse der Welt. Gemächlich zieht er im Mündungsgebiet dahin. Wir gönnten uns eine zweistündige stilechte Fahrt mit einem der letzten betriebenen Schaufelraddampfer. Und das Schönste: Es spielte auch hier live Jazz mit der Grundbesetzung Banjo, Piano und Trompete. Auch wieder toll! Vor dem Ablegen gab eine Dame noch eine viertelstündige Vorführung auf der auf dem Oberdeck befindlichen Dampforgelpfeife. Wahnsinn, nie gehört davon vorher. Schön war’s beim Sonnenschein in das große rote Schaufelrad zu blicken. Der Weg zurück down town führte wieder an einer Street Jazz Band vorbei…

    Abends um 6 gingen wir auf Empfehlung eines guten Reisebloggs in die Bar „the spotted cat“, und wurden mit gutem aktuellem New Orleans Jazz belohnt. Eine Dame war Bandleader und Sängerin, für mich ungewohnt, aber auch gut. Es war nicht sehr voll, so dass man echt was sehen und hören konnte.
    Nach einem Nachtsüppchen kehrten wir in unser kleines Hotel zurück. Das war schon was Einmaliges, erst hatten wir es gar nicht gefunden: Im Hotel befindet sich eine Bar mit Restaurant. Die Bar ist dabei eigentlich das Wichtigere, die Barfrau ist gleichzeitig Rezeptionistin und führte uns in den second floor, was nach deutschem Sprachgebrauch der 1. Stock ist 🤣. Ein verwinkeltes Mini-Appartment mit z.t. schrägem alten Holzboden. Süß und mit Geschmack gestaltet! Und wir konnten auf der Gemeinschaftsterrasse inmitten vieler üppiger Pflanzen unser Subway-Sandwich zum Frühstück genießen. Leider hatten wir abends die im Zimmer ausliegenden 2 Tokens für unsere Cocktails, die wir brav bezahlten, nicht genutzt…🙈. Dummheit wird bestraft..
    Anyway, der Abschied fiel schwer. Aber wir hatten noch eine Fahrt entlang des Mississippi zu einer Übernachtung auf einer Plantation geplant. Freut euch auf den Bericht! 😉
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  • südliches Kalifornien

    28 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach dem Highlight Grand Canyon waren natürlich Erwartung und Spannung deutlich abgefallen. Was sollte da noch kommen?
    Alle Bekannten hatten uns erzählt, dass San Diego viel schöner sei als Los Angeles.
    Ein Stück nach Westen machten wir uns auf die Suche nach der berühmten „Route 66“, die jahrzehntelang eine der wichtigsten Ost-Westverbindungen bis Los Angeles dargestellt hatte und in den Erinnerungen total verklärt worden war. Ein Verein kämpfe um die Erhaltung und das Wiederaufleben dieser Straße, lasen wir.
    Ehrlich gesagt waren die Erlebnisse nicht so berauschend. Der große Verkehr brettert über den parallel verlaufenden Highway, und der Strassenbelag der noch befahrbaren Stücke der engen Route 66 ist eher schlecht. Nur wenige originale Gebäude wie Tankstellen, Leuchtreklamen oder andere Gebäude sind noch erhalten. Die Umgebung ist flach und öde, die Wohnhäuser entlang oft bessere Bretterhütten. Vlt. wäre in anderen Bundesstaaten mehr davon zu sehen gewesen.
    Zu einem der historischen Plätze wollte ich aber unbedingt hin: dem Café, in dem der Film „Out of Rosenheim“ gedreht wurde, das „Café Bagdad“ in dem kleinen Wüstenort Newberry Springs. Wir fanden es und traten durch die Tür in eine Kulisse, in der die Zeit stehengeblieben schien: 2 ältere Herren, durchaus aus den 1980er Jahren, verkauften launig Getränke und kümmern sich offenbar um die zahlreichen alten Requisiten, die überall herumhängen, - stehen oder - liegen. Auch der Film Out of Rosenheim läuft auf kleinem Bildschirm zwischen all dem Nippes der Vergangenheit. Die Sitzgelegenheiten, Vorhänge, Spiegel, alles uralt und den Flair vergangener Zeiten verströmend. Wir tranken eine Cola und beschlossen, uns den Film bald nochmals zu Gemüte zu führen.
    Auf der weiteren Originalstrecke besuchten wir noch ein Route 66 Museum. Dort gabs zwar für „Experten“ sicher Einiges zu entdecken, mir erschien es aber ziemlich unsortiert und zusammengewürfelt.
    Wir fuhren dann nicht bis San Diego sondern nahmen vorher Quartier in Oceanside. Dort wanderten wir zum schönen, weiten Sandstrand, streckten die Zehen erstmals in Pazifikwasser, sahen den Wellensurfern zu und verbrachten einen ruhigen Abend in einem netten Fischrestaurant in der Wharf an der Marina.

    San Diego war recht nett, sauber und ordentlich. Besonders die Gegend um das riesige neue Convention Center ist sehr ansprechend und großzügig neu gestaltet worden und gefiel uns sehr. Wir nahmen morgens den Nahverkehrszug um speziell das Gaslight Quarter zu erkunden: nur ein paar Straßenzüge mit Restaurants und Freisitzen und ältere Häuserfassaden. Es warf Einen nicht um.
    Später landeten wir doch noch in „old town“ von San Diego, der ältesten europäischen Siedlung an der Westküste der USA. Abwechselnd unterstand es den Spaniern, später den erstarkten Mexikanern und schließlich gehörte es - bis heute - zur USA. Heutzutage überwiegen in diesem Viertel offenbar mexikanische Einwanderer, die dem Stadtteil mit alten Häuschen im Kolonialstil wieder ihren geschäftigen Latino-Stempel aufgedrückt haben. Länger verweilten wir in einem Zigarren- und Pfeifenladen, der uralte z.t. sehr witzige kunstvolle Pfeifen ausstellte.

    Los Angeles wurde auch nicht so das Highlight. Wir liefen natürlich den „Walk of Fame“ ab, machten die üblichen Touri-Bilder, auch vom Hollywood Schriftzug. Nach langem Suchen fanden wir doch noch ein nettes Café mit Freisitz.
    Zum zweiten Mal auf der Reise war an diesem Abend Kofferpacken für den nächsten Flug am morgigen Tag nach New Orleans angesagt. Das bedeutet immer, alles aus dem Auto ins Hotelzimmer schleppen und in 2 mittlere Koffer und 2 Handgepäcke hineinwursteln. Mein Rucksack musste probeweise sogar leer bleiben 😱, weil wir einem amerikanischen Freund in Trinidad in der Marina einen Fermenter mitbringen wollten. Diesen hatte der sich gewünscht (er isst Sauerkraut so gerne) als Anerkennung für kleinere Gefälligkeiten an unserem Boot während unserer Abwesenheit. Soll er bekommen!
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  • Capitol Reef und Monument Valley

    27–28 sept. 2024, États Unis ⋅ ☀️ 31 °C

    Von netten Chemnitzern, die wir in San Francisco beim Frühstück kennengelernt hatten, hatten wir den Tipp bekommen, unbedingt dem Capitol Reef Nationalpark einen Besuch abzustatten. Da wir nach Las Vegas eh in dieser Gegend unterwegs waren, nahmen wir diesen Tipp gern an. Morgens starteten wir von unserer tollen Unterkunft in Boulder und fuhren wieder durch schönste Landschaften. Gegen Mittag kamen wir am Reef an. Für den ausgesuchten Rundweg hatte ich diesmal reichlich zu Trinken eingepackt. Am Anfang ging es gleich wieder steil bergan. Eine Familie brachte uns dabei anfangs aus dem Tritt, Vater mit Frau und Sohn. Vater, bunt gekleidet, immer vorneweg, Frau und Kind kräftig schnaufend hinterher. Bald ließen wir sie hinter uns.
    Der Weg an sich bot immer wieder schöne Aussichten und war bis auf die Steigungen sehr gut zu gehen. Zum Ende der Wanderung hatten wir noch eine schöne Aussicht auf einen freistehenden Felsen, den „Kamin“. Dieser erinnerte mich sehr an die Barbarine, einer berühmten Felsnadel in der Sächsischen Schweiz. Nach der Anstrengung strebten wir unserer Unterkunft zu, denn dort freuten wir uns noch auf ein Bad im Pool. Dieser war jedoch leider schon geschlossen, mit Kette verriegelt, aber voll schönstem blauen Wasser. Die „Saison sei leider schon vorbei“ verkündete die Dame an der Rezeption ungerührt. Wie geht das bitte, bei 33 Grad Hitze? Wir waren recht enttäuscht. Manchmal sind die Amerikaner echt seltsam…
    Wir nutzten die restliche Zeit vor dem Sonnenuntergang und fuhren an den Lake Powell, einen weitverzweigten Stausee, über den der Colorado-River reguliert wird. Viel Sehenswertes gab es leider nicht zu sehen, Motorboote wurden ins Winterlager abtransportiert, keine nette Marina mit Infrastruktur vorhanden, nichts. Der See hatte reichlich Niedrigwasser und die Steganlagen waren teilweise schon sehr in die Mitte des See vorgedrungen. Leider mussten wir auch feststellen, dass die Fähre, die unsere Fahrt morgen erheblich verkürzt hätte, nur von Donnerstag bis Sonntag fährt. Zu guter Letzt fanden wir aber noch ein sehr schönes Restaurant mit Blick auf den halb ausgetrockneten See, wo wir unser Abendessen einnehmen wollten. Eine schöne Außenterasse mit Blick in den Sonnenuntergang war auch vorhanden, leider aber nicht benutzbar da noch viel zu heiß. Nach dem Dinner und dem Sonnenuntergang wurde es erträglicher und wir genossen noch einen Cocktail auf der Terasse.

    Am nächsten Tag ging es nun weiter Richtung Monument Valley. So ganz ohne Wanderung sollte aber auch dieser Tag nicht verstreichen. Eine kleine Wegstrecke in einen Canyon hatte ich wieder rausgesucht, diesmal mit kürzerem Anmarsch und ausreichend Flüssigkeit im Rucksack. An der ersten Abbiegung hielten wir uns links, kamen aber gerade mal 20 m in den kleinen Canyon hinein, dann schloss er sich. Nicht schlimm, also 100 m zurück und in die andere Richtung. Nach 500 m ergaben sich wieder zwei Möglichkeiten. Rechts eine Schräge nach oben, oder links in den Canyon. Wir gingen erst einmal die einfache Variante an und kamen ungefähr 50 m weit. Die Schlucht war schon sehr schön anzusehen, aber dass sollte es schon gewesen sein? Wir beschlossen noch die Schräge hoch zu klettern um zu schauen, ob es da weiter ging. Und es ging weiter. Nach ungefähr 200 m tat sich vor uns ein riesiger steiler Canyon auf, wie wir ihn noch nicht gesehen hatten, einfach atemberaubend. Wir gingen auf dem ausgetrockneten Flussbett zwischen den senkrechten Wänden leicht bergauf. Es bedurfte schon einiger Vorstellungskraft, welche Power das Wasser in regenreichen Zeiten haben musste, um diesen tiefen Einschnitt im Fels zu erstellen und derart glatt zu schleifen. Wir waren richtig froh, diese kleine Wanderung noch mitgenommen zu haben. Manchmal sind es eben die kleinen Sachen die Einem wirklich unter die Haut gehen.
    Weiter ging es danach Richtung Monument Valley. Ein Problem ergab sich jedoch: ich hatte in weiser Voraussicht schon einen Teil der Straßenkarte auf dem Handy gespeichert, da die Abdeckung mit Funk teilweise sehr schlecht ist. Leider hatte ich aber nicht den kompletten Straßenverlauf erwischt, so dass ich einen Teil der Strecke fast „im Blindflug“ absolvieren musste. Eine Papierstraßenkarte hatten wir natürlich nicht dabei. Glücklicherweise war noch eine ganz grobe Karte auf dem Display sichtbar, und wir kamen gut an unserem Ziel an.

    Von weitem sahen wir schon die markanten Felsen des Monument Valley. Es war Nachmittag gegen drei Uhr und wir beschlossen, erst einmal einzuchecken. Nach einem Kaffee im Restaurant fuhren wir gleich rüber zur Park-Panoramastrasse um das warme Nachmittagslicht auf den Felsskulpturen zu erleben. Für die Fahrt durch das Gelände werden Fahrzeuge mit Allradantrieb empfohlen. Wir hatten zwar einen SUV, aber leider ohne 4x4, kamen aber überall gut durch. Die Fahrt durch das Gelände, immerhin 27 km, war einzigartig. Immer neue Perspektiven taten sich auf. Das Typische an diesem Gelände sind die bis zu 300 m aus der Ebene senkrecht aufragenden, oft frei oder in Gruppen stehenden Felsformationen. Immer wieder hielten wir an und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Die vielen Felsnadeln wurden durch die sich langsam neigende Sonne so magisch angestrahlt, schöner hätte ich es mir nicht vorstellen können.

    Zurück von der schönen Tour, machten wir noch einmal Halt an dem Hotel, welches sich direkt auf dem Gelände befand. Hier setzten wir uns mit einem Getränk auf die Terrasse um den Sonnenuntergang in Ruhe anzuschauen. Die Sonne stand im Rücken und leuchtete die Felsen mit immer rötlicherem Licht an. Zwei „Profifotografen“ waren auch am Start, bauten ihre Stative auf, wechselten Objektive und drehten an Vorsatzlinsen. Doris musste lächeln als sie dabei an ihren früheren Aufwand beim Fotografieren denken musste ….Warum die Mühen und das geduldige Warten stattfanden wurde uns nach ein paar Recherchen klar: Im Idealfall wirft der große John Wayne Felsen seinen langen Schatten irgendwann spät genau mittig auf den rechts hinter ihm stehenden Felsen. Das ist das entscheidende Foto, auf das alle warteten! Sozusagen der Instagram-Shot der ernsthaften Photografen 🤣. Es gibt genau zwei Tage im Jahr, an denen dieses Bild erzielt werden kann, die Tage der Tag-und-Nacht-Gleiche. Dieser Tag war aber schon drei Tage vorbei. Außerdem blasste das Sonnenlicht ab bevor der Schatten ganz beim Nachbarfelsen angekommen war. Etwas frustriert bauten die Fotografen ihre Ausrüstung ab. Wir hatten dennoch - vlt. gerade deswegen 😉 - unseren Spaß gehabt, der Sonnenuntergang war trotzdem sehr spannend und einprägsam gewesen.
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  • Grand Canyon-letzter Höhepunkt an Land?

    26 septembre 2024, États Unis ⋅ ☁️ 23 °C

    Die Fahrt von dem Motel am Monument Valley führte auf oft kerzengeraden Straßen wieder durch wundervolle, abwechslungsreiche Landschaften. Immer wieder ragten Felsformationen senkrecht auf, die auch ins Monuments Valley gepasst hätten. Die Spannung stieg aber nochmal an, hatten wir doch einen Hubschrauberrundflug mit anschließender Hummer-Rundfahrt gebucht. Was immer das letzte auch war…
    Aufgrund der horrenden Preise auch für Motels nahe dem berühmten Anziehungspunkt wohnten wir noch ein Stück davor in einem „Navajo- Motel“ noch im Gebiet der Navajos, Nachkommen der früheren Einwohner. Hier befand sich ein kleines Museum über die Erlebnisse der Indianer mit allerhand übelwollenden Einwanderern, letztlich ein Genozid, kein Ruhmesblatt der us-amerikanischen Geschichte.
    Als wir bei Mc Donalds schnell einen Imbiss einnahmen - und überhaupt im ganzen Ort - waren wir fast nur noch von Menschen mit indigenen Gesichtszügen umgeben, alle sehr freundlich 😃. Etwa die Hälfte der in USA noch lebenden Nachfahren der Navajo, etwa 150.000, sind hier in dieser den „Indianern“ zugesprochenen Gegend ansässig. Schön, dass es sie noch so zahlreich gibt.
    Am nächsten Vormittag fuhren wir schon in die Panoramastrasse entlang des Grand Canyon hinein und hatten am ersten „lookout“ schon einen ersten Wahnsinnsblick auf die Schlucht, die der Colorado Fluss über 5 - 6 Millionen in das Colorado-Felsplateau eingegraben hat. Recht wenig Wasser führte er jetzt am Ende des langen trockenen Sommers. Dieses wird allerdings auch durch den Hoover und den Glen-Canyon Dam zusätzlich reduziert.
    Pünktlich um 14 Uhr kamen wir nach Durchfragen am Abfertigungsgebäude für die Hubschrauberrundflüge an. Nach einem kurzen Film zur Flugsicherheit bekam man paradoxerweise eine Tasche mit einer Schwimmweste (!) ausgehändigt 😳. Wie hoch ist bitte die Wahrscheinlichkeit, bei einem Absturz des Hubschraubers im Wasser des Rinnsal-Colorado zu landen…? Wir mussten lachen.
    Da ich noch nie mit einem Hubi geflogen war, hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl. Das verflog aber schnell angeschnallt am Sitzplatz. 6 Passagiere haben maximal Platz. Ich saß leider rückwärts, Uwe, der Flugbegeisterte, gott sei Dank vorwärts. Das Abheben und der ganze Flug waren so ruhig und leise, man konnte alles voll genießen, unterstützt durch passende Musik über die Kopfhörer, die ausgeteilt wurden. Auch Info in mehreren Sprachen war dabei. Im Gegensatz zu früher bleiben die Flugzeuge im oberen Bereich der Schlucht (strengere Vorschriften nach einem Unfall), aber man hat auch so atemberaubende Ausblicke auf Felsen und Abgründe. Viel zu schnell war der Rundflug zu Ende.
    Etwas schwer zu finden nach dem Flug war der Sammelplatz für die Hummerfahrt. Im Flugterminal bekamen wir einen falschen Hinweis. Endlich dort angekommen zog ich mich nochmal luftiger um, da es den ganzen Tag sehr warm gewesen war. Dies sollte sich als falsche Entscheidung herausstellen….Die schwarzen Riesengefährte waren rundum komplett offen, die Sonne näherte sich dem Horizont und der Fahrer fuhr mit einem Affenzahn am Rim der Schlucht entlang… wir froren immer mehr. Letztendlich war die Fahrt mit der Karosse für 12 Personen zwar interessant, aber letztendlich fuhren wir dieselben Aussichtspunkte ab, die wir selbst am Vormittag schon angesteuert hatten, nur eben zum Sonnenuntergang. Ein mondänes Hotel mit langer Historie war noch dabei und ein historisches Haus im Navajostil. Auf unsere Bitte schloss der Fahrer auf dem Rückweg zumindest die Seitenplanen, sodass unser grippaler Infekt nicht wiederaufflammte…
    Der Flug mit dem Hubschrauber war das absolute Highlight, sollte man sich gönnen, wenn man schon mal vor Ort ist.
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  • Abenteuerliche Canyonwanderung

    23 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute hatte ich nicht weit zu fahren und so kamen wir schon gegen zwei Uhr an unserer Unterkunft an. Mitten im Grünen gelegen, wie herrlich. Ein großes Zelt war da errichtet mit festlich gedeckten Tischen. Eine kurze Unterredung ergab dann jedoch, wir könnten hier nicht bleiben. Das Haus sei restlos ausgebucht, für eine Hochzeit seien alle Plätze reserviert. Wir bekämen eine andere Bleibe auf der anderen Seite von Boulder, ungefähr 20 km entfernt. Wir waren echt traurig, hatten uns doch schon auf dieses herrliche Plätzchen gefreut. Es half aber nichts. In der Hoffnung, dass unsere neue Unterkunft auch im Grünen lag, fuhren wir weiter. Hier angekommen trafen wir auf ein älteres offenbar Latino-Pärchen. Eine Rezeption oder Ähnliches ließ sich nicht ausmachen zwischen den Scheunen und zwei stattlichen Ferienhäusern am Ende eines Feldweges. Die hilfsbereiten Leute kannten zum Glück die Nummer der Eignerin mit der Doris auch schon telefoniert hatte, und so konnten wir mit ihr alles weitere besprechen. Die Unterkunft, ein Studio in einem der 2 Gebäude, war zwar erst einmal sehr schön, aber noch nicht gereinigt. Dies wurde aber kurz darauf von zwei netten Frauen erledigt. Wir hatten echt Glück, ein kleines Häuschen mitten in der sattgrünen Landschaft. Wir hörten Kühe und Vögel, die Sonne schien, was gibt es Schöneres. Wir verlängerten gleich um eine Nacht, und ich schob am nächsten Tag eine Wanderung durch einen Canyon in der Nähe ein.
    Plötzlich durchzuckt mich ein Gedanke. Vielleicht weil es Abends doch schon kühler werden konnte, dachte ich an meine Jacke, meine geliebte Jacke von Claudio Campione. Mir war irgendwie gleich klar, dass ich sie irgendwie hatte liegenlassen, ohne dass ich noch einmal im Koffer nachschauen musste. Ich hatte sie in Las Vegas in dem großen begehbaren Kleiderschrank vergessen. Oje oje ….
    Ich hatte schon kein gutes Gefühl gehabt, sie da hineinzuhängen, hatte mich aber damit beruhigt, dass wir bei der Abfahrt aus den Hotels immer nochmal einen gründlichen Rundgang zelebrieren. Diesmal war es aber wohl nicht so gewesen. Mir wurde jedenfalls gleich ganz übel. Ging es euch auch schon mal so, wenn ihr ein geliebtes Kleidungsstück verloren hattet? Meine liebe Doris hing sich jedenfalls gleich ans Telefon und rief im Hotel an. Die Rezeption konnte uns aber leider nicht weiter helfen und vom Housekeeping war keiner mehr zu erreichen. Doris schrieb noch eine Mail an das Hotel und sprach auf die Mailbox des Housekeeping, ansonsten musste das Thema bis zum nächsten Tag ruhen. Das machte die Sache jedoch nicht einfacher. Wir ließen uns den Abend aber nicht verderben und fuhren in ein sehr gut bewertetes Restaurant , wo ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Bisonsteak aß. Es war ein Genuss!
    Am nächsten Morgen gab Doris wieder ihr Bestes und erreichte nach mehrerem hin und her doch den Roomservice persönlich, und irgendwann wurde klar, dass an unserem Checkout Termin im Zimmer 732 eine Jacke und ein Hemd gefunden worden waren. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
    Nun konnten wir zur Wanderung aufbrechen, die ich für diesen Tag herausgesucht hatte. Zuerst ging es vier Kilometer - es schien endlos - durch Steppe und Flussbett-Terrain. Es war schon recht warm, da wir einige Zeit durch das Telefonieren verloren hatten, und ich hatte etwas zu wenig zum Trinken eingepackt, also musste hier gehaushaltet werden. Irgendwann kamen wir dann an einem Canyon an, dem berühmten Zebra-Canyon. Leider war dieser mit Wasser gefüllt, es hatte ja vor zwei Tagen stark geregnet, so dass wir die eigentliche Attraktion nicht bestaunen konnten, schade. Was soll´s, die Wanderung war ja noch nicht zu Ende, mal sehen was da noch so kommen sollte, und es kam noch Einiges. Zuerst ging es durch ein schmales Stück „Slot Canyon“ mit Kletterpartie. Auf einer Hochebene standen wir vor einem Stacheldrahtzaun. Nachdem wir diesen kurzerhand überwunden hatten, fanden wir immer wieder komische runde schwärzliche „Steinkugeln“. Doris scherzte „es ist bestimmt versteinerte Bisonsch…. !“ Es war aber sicherlich keine. Irgendwelche runden Steine, und wenn sie zerbrochen waren, hatten sie einen helleren Kern und eine dunklere Aussenschicht. Wir wissen bis heute noch nicht was es war. Jedenfalls schwerer als Stein.
    Dann ging es wieder hinab und der nächste Canyon wartete auf uns. Auch hier war natürlich der Regen durchgegangen und es dauerte nicht lange und wir mussten die Schuhe ausziehen, da der Weg unter Wasser stand. Kaum hatte wir die Füße abgetrocknet und die Schuhe wieder angezogen kam die nächste Wasserstelle, also dasselbe von vorn. Es gab keine andere Möglichkeit und umkehren war auch keine gute Option. Diesmal ließen wir gleich die Schuhe aus und das war gut so, denn es sollte noch schlimmer kommen. Der Canyon wurde immer enger, und ich ahnte schon was auf uns zu kam. Nach der nächsten Ecke kam wieder Wasser, diesmal aber nicht nur knietief. Ich zog meine Hose aus, aber das reichte nicht. Ich sagte zu Doris: „hier müssen wir uns nackig machen“. gesagt getan. ich schritt voran und sagte Doris, sie möge sich beeilen, da ich schon Stimmen hinter uns gehört hatte. Langsam watete ich durch das Wasser, an der tiefsten Stelle ging es bis zum Bauchnabel, und dann hatte ich es geschafft. Doris kam auch bald hinterher, Gott sei Dank war der nicht sichtbare Untergrund glatt und sandig. Am Ausgang schien die Sonne und wir ließen uns erst einmal trocknen. Handtücher hatten wir natürlich nicht dabei… Wir machten es uns auf einem Stein bequem und aßen erst einmal eine Banane und tranken vom knappen Wasser. Dann hörten wir wieder Stimmen. Wir waren inzwischen trocken und zogen uns wieder an, als am Ausgang ein Pärchen erschien. Wir kamen natürlich gleich ins Gespräch. Sie mit deutscher Abstammung in Israel aufgewachsen, er ein Amerikaner aus Iowa. Sie hatten sich in Israel beim Studium kennen gelernt. Wieder eine sehr nette Begegnung und Gespräch von vielen die wir hier in den USA hatten. Der junge Biologiestudent rettete noch eine riesige Spinne - er meinte vlt. eine Tarantel - aus einer Wasserstelle. Der Weg zum Auto war dann leider wieder sehr beschwerlich, lang und eher eintönig, und wird Doris deshalb nicht in bester Erinnerung bleiben. Insgesamt war es aber doch wieder ein schönes Abenteuer.
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  • Niagara falls

    22 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 22 °C

    Kürzlich ist uns aufgefallen, dass wir gar keinen Beitrag zu den Niagara Fällen geschrieben haben..😳, obwohl es doch so ein eindrucksvolles Erlebnis war…
    Um dieses Event in vollen Zügen genießen zu können hatten wir auf Anraten von Segelfreunden eine Übernachtung im Marriott Fallsview gebucht, um den ganzen Abend den Blick auf die beleuchteten Wasserfälle zu haben. Wir hatten herausgefunden, dass die Buchung für „executive Suite“ nur die Stockwerke 12 aufwärts umfasste.
    Als wir am 4.9.24 nach dem Checkin unser Zimmer inspizierten, war die Enttäuschung jedoch groß: wir waren „nur“ in Stockwerk 12 gelandet, und ein Mauervorsprung behinderte die Sicht nach links zum amerikanischen Teil der Wasserfälle. Ich spurtete wieder runter um zu tauschen… Das nächste Zimmer hatte zwar freien Blick, lag aber mit Etage 10 gerade über der Baumgrenze. Wir waren total traurig… Dann doch lieber das komische in der 12. Etage? Das war dann aber schon an Jemand anderen vergeben, als ich in der Warteschlange zur selben Dame vorgerückt war. „Oh my Good!“ stieß sie erkennbar aus mit Blick zum Himmel, als sie uns wiedererkannte …. 🙄. Ich war ebenso genervt nach der langen Fahrt und schon ziemlich unterzuckert in dem Stress. Als ich nochmal vorbrachte, dass es uns v.a. a u c h auf die Höhe ankomme, gab sie mir ein offenbar letztes Schlüsselkärtchen für Stock 22. Immerhin hoch oben, dachten wir, während wir erneut im Aufzug standen. Dieser Raum war dann aber super, hoher freier Ausblick auf den amerikanischen und kanadischen Teil der Niagarafälle. Das ist immer wichtig zu beachten. Nachdem wir noch ein wenig umgeräumt und die Couch ans bodentiefe Fenster bougsiert hatten, konnte der Abend kommen.
    Anstatt den Abend in einem Restaurant zu vergeuden, stellten wir eine Flasche Schampus kalt und Uwe lief später los, um gute Pizza zu holen. Wir ließen ein Violinkonzert von Brahms laufen und genossen den ganzen Abend vor der Kulisse der wechselnd farbig beleuchteten Wasserfälle. Ein Traum! Eigentlich wollte man gar nicht Schlafen gehen, sondern immer weiter schauen.
    Am Morgen war dann der Wasserfluss zu den Fällen erkennbar geringer, erst um 8 Uhr ließ die Schleusenregulation im Flussbett oberhalb der Fälle wieder mehr durch. All das konnte man von hier ganz oben sehr gut erkennen.
    Die noch gebuchte Tour führte uns anderntags über Treppen noch in einem Gang hinter die Wasserfällen, wo man das kräftige Donbern spüren konnte, zu Aussichtsplatformen direkt neben den stürzenden Wassermassen und natürlich mit der Niagara city cruise auf einem Boot in einer Rundfahrt sehr nahe an den Mittelpunkt der Fälle heran. Die standardmäßig verteilten Regenponchos waren schon nötig, um nicht völlig von der Gischt durchnässt zu werden.

    Wir waren ja schon ausgecheckt und fuhren danach mit unserem Auto wieder über die Grenze von Kanada nach USA und weiter die kurze Strecke nach Buffalo, wo am nächsten Tag der Flug an die Westküste starten sollte. Unser Motel hatte sogar einen netten Pool mit Sitzgelegenheiten, wo wir unser Abendbrot verspeisten.
    Das Kofferpacken für den Flug hatte es noch etwas in sich, das Auto musste zur Abgabe vorbereitet, sprich völlig ausgeräumt und alles in 2 mittelgroße Koffer und 2 Handgepäck verstaut werden. Man glaubt gar nicht, wie man es fertigbringt, in 4 Wochen Roadtrip sein mitgeführtes Hab und Gut im gesamten Wagen zu verteilen 🫣.
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  • Bryce Canyon Nationalpark

    20 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach den turbulenten Tagen in Las Vegas mussten wir unserer Seele etwas Ruhe gönnen, und das kann man am besten mit Wandern durch die schönen Nationalparks erreichen. Davon hatten wir jetzt einige auf dem Plan. Mit dem Bryce Park wollten wir starten. Schon die Fahrt dahin war ein Highlight. Von Las Vegas aus fuhren wir gleich in ein Hochgebirge. Doris spielte gerade eine Nachricht von einem guten Freund ab, in der er berichtete, dass nun in Deutschland der Herbst beginnt. Wie von Geisterhand fuhren auch wir in diesem Moment durch die schönste Herbstlandschaft. Die Bäume trugen farbenprächtige Blätter. Eben waren wir in Las Vegas im Sommer gestartet und nun waren wir auf 2600 Höhenmeter angekommen bei draußen nur noch 13°C auf dem Thermometer. Weiter ging unser Fahrt durch unterschiedlichste Landschaften: Berge in verschiedenen Farben und Strukturen, gerade Straßen und dann wieder Serpentinen, und das bei strahlendem Sonnenschein, herrlich. Einen Wermutstropfen gab es dennoch. Für den nächsten Tag war schlechtes Wetter mit Regen angesagt. Da macht Wandern nicht wirklich Spaß. Für meine Planung hieß das nun möglichst noch heute eine Wanderung einzuplanen. Der Haken daran war, dass wir pünktlich im Hotel sein mussten, um noch einem Platz im Restaurant mit Livemusik zu ergattern. Gegen 15:30 kamen wir am Parklplatz an, leider hatte ich den falschen für die nun etwas kürzer ausgesuchte Wanderung eingegeben. Es gab nun zwei Möglichkeiten: andere Wegstrecke oder neuer Parklatz. Wir entschieden uns für die etwas längere Wanderung und das war gut so, wie sich herausstellen sollte.
    Am Anfang noch mit Sonne stiegen wir in das Tal hinab. Die Felsformationen mit spitzen Nadeln und den berühmten rot-weißen Querstreifen zeigten sich in ihren schönsten Farben. Das einzige was störte, waren die wirklich vielen Menschen unterwegs. Im Tal angekommen verließ uns die Sonne, die Schlechtwetterfront war angekommen. Schön dass wir am Anfang noch so tolles Wetter gehabt hatten. Auf unserem Rückweg bemerkten wir dann ein Schild, dass der Weg „Wallstreet“ wegen Baumaßnahmen gesperrt sei, genau der Weg, den ich eigentlich geplant hatte! „Jedes Schlechte hat was Gutes“, da hatten wir es wieder, einer meiner Lieblingssprüche. Oben an der Kante der Schlucht angekommen, schickte uns der Himmel noch einmal kurz ein paar Sonnenstrahlen, wie verrückt ist die Welt. Den Rim entlang tummelten sich noch mehr Touristen, die auf kurzem Weg von ihren Autos oder Bussen her die tolle Kulisse des Bryce Canyon erblicken wollten… Nun schnell zurück zum Auto. Pünktlich kamen wir im Hotel an und ergatterten noch einen begehrten Platz im Restaurant. Was für ein schöner, aber auch anstrengender Tag.

    Habt ihr den footprint „Niagara falls“ schon gesehen ? (neu, aber weiter unten).😁
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  • Höhepunkt Las Vegas

    18 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach dem kurzen aber schönen Spaziergang in den Red Mountains fuhren wir nach einer Kaffeepause bei Starbucks (den Caramelmacchiato haben wir liebgewonnen) nach Las Vegas rein. Man hat gleich den Eindruck, dass auch die öffentliche Hand hier reich ist: alles sauber, gut gepflegt, mehrere schmucke Eigenheimsiedlungen und riesige einstöckige Einkaufsmalls rechts und links der mehrspurigen Einfallstrasse. Dank Carplay und Uwe‘s vorheriger Zieleingabe des Jockey- Club Hotels fanden wir uns durch das Wirrwarr der über- und untereinander kreuzenden Highways hindurch bis zur Tiefgarage. Von weitem sah man schon die Riesen-Hotelkomplexe des berühmten Bellagio und Caesar‘s Palace. Unser Hotel ist nur zehnstöckig und liegt direkt neben dem mondänen Bellagio Hotel. Wir waren gespannt, welchen Ausblick unser Zimmer haben würde: diesmal hatte unsere schriftliche Bitte offenbar Erfolg: Eine Suite mit Küche, Bad und Wohnzimmer mit Essbereich im 7. Stock mit Ausblick direkt aufs Bellagio und seinen See davor, wo die berühmten Wasserspiele stattfinden. Wir waren begeistert und überlegten, statt 2 sogar 3 Nächte hier zu bleiben, es war zu schön!!😻 Mit 105 Euro sogar preisgünstig..

    Gott sei Dank hatten wir unsere Show für heute Abend („O“ von Cirque du Soleil) erst für 21:30 Uhr gebucht. Da blieb noch Zeit für einen ersten Rundgang an der nördlichen „Spine“, wie die Hauptstraße mit all den großen Hotels genannt wird. Nach einem großen Sandwich mit Frie‘s für uns beide und einem großen Bier (Kosten 35 Dollar 🤯) in der Food-Ebene des Cosmopolitan Hotels marschierten wir durch die Eingangshallen des Bellagio mit seinem „Zaubergarten“ und der Blumen-Kuppel Richtung Caesar‘s Palace.
    Typischerweise sind im gesamten Erdgeschoss eines jeden Hotels unüberschaubare Reihen von Spielautomaten, Rouletttischen und Black-Jack sowie andere Games aufgebaut. Jeder Laden, jedes Restaurant in das man eintritt, hat immer zuerst einen Bereich mit Spielautomaten. Am Mittwochnachmittag waren die Tische vereinzelt besetzt, später zum Abend nahmen hier mehr und mehr Spielwütige Platz.
    Auch die Wasserfontänen Show des Bellagio, die ab abends halbstündlich jeweils 5 Minuten geboten wird, sahen wir jetzt erstmals, im Gedränge mit anderen Schaulustigen wie wir mit Kameras und Handys im Anschlag: die Wasserfontänen bewegen sich vielfältig in vielen Reihen und Kreisen und tanzen (grob) nach der Musik, die dann laut aus Lautsprechern tönt. Man kann sich der Wirkung nicht entziehen, es ist wunderbar. Genauso wie ich es vor 20 Jahren in Erinnerung hatte.
    Danach reihten wir uns in die unendlich erscheinende Reihe zum Veranstaltungssaal des Bellagio zur Show ein. Ein kurzer Rundumblick erleichterte, wir waren nicht underdressed, von kurzen Hosen zu Sandalen und Schlabber T-Shirts bis zu langen Kleidern und goldenen Schühchen war alles geboten.
    Die zugegeben sehr teure Show, die es schon seit 1998 gibt (270 Dollar pro Karte) war nett und unterhaltsam aber nicht überragend: Seil- und Trapezakrobaten turnten zu Musik an schwebenden Gerätschaften und sprangen danach kunstvoll ins Wasser. Das Besondere ist hier, dass der Boden der riesigen Bühne häufig zwischen fest und dem tiefen Sprungbassin wechselt. Auch im Wasser fand dauernd sowas wie „rhythmische Sportgymnastik“ statt. Viele Kostümierte schritten auf und ab und sollten sowas wie den Flair aus 1001 Nacht verbreiten. Am besten fanden wir die Vorstellung mit hoch aufgehängten Schaukeln, von denen die Artisten sich zu gewagten Kunstsprüngen hochwerfen ließen. Die zwei Clowneinlagen gefielen mir nicht besonders, Humor ist ja immer Geschmacksache. Der Schlussapplaus war insgesamt mager… nun gut, Geld futsch, eine Show gesehen, abgehakt. Immerhin ist sie täglich 2 x ausverkauft mit jeweils 1800 Zuschauern!

    Tag 2 widmeten wir der südlichen Spine. Angenehm ist, dass die großen Themenhotels durch breite Fußgängerbrücken und Rolltreppen verbunden sind, selten geht man an der Straße entlang. Unbedingt wollten wir zum Hotel „New York New York“, welches in seiner Fassade mehrere Gebäude aus New York vereint, u.a. das Empire State Building und World Trade Center. Auch eine täuschend echte Freiheitsstatue posiert davor. Hier gönnten wir uns eine Fahrt mit dem Rollercoaster: die Achterbahn beginnt innen im Hotelgebäude, die Tür klappt auf in den grellen Sonnenschein und man blickt auf den steilen Anstieg, den man hochgezogen wird. Ich machte die Augen erst eine Weile später wieder auf 🙈, später ärgerte ich mich darüber. Die Fahrt hat’s ganz schön in sich, 3 Überschläge und ruppige Kurven. Handys waren leider verboten mitzunehmen.
    Danach wanderten wir weiter bis zum Luxor Hotel, welches eine Riesen Sphinx und eine schwarze Pyramide zu bieten hat.
    Mit dem Bus, der leider sehr langsam und a…kalt war strebten wir danach der „Altstadt“ zu. Hierbei muss man sich in den USA von den europäischen Vorstellungen zu diesem Begriff allerdings lösen. Der Bereich ist bekannt für den „Tunnel“, eine bogig überdachte Einkaufsmeile mit knalligen Neonlichtspielen an der Kuppel. Eine Art Lebensmittelhändler, wo ich Eier, Tomaten und 1 Zwiebel für unser Frühstücksomelett kaufen wollte, fand sich allerdings nicht. Sowas Profanes benötigt man hier offenbar nicht.
    Sehr eindrucksvoll war zum Abend hin nochmal der Bereich des Hotel Venetia: Hier kann man mit Gondeln durch Grachten fahren, die Seufzer- und Rialtobrücken stehen vor Einem, und ebenso der Dogenpalast. Der Eingangsbereich des Hotels ist mit barocken Bögen und venezianisch anmutender Deckemalerei sehr detailgetreu nachgeahmt. Auch der Campanile vom Markusplatz ragt hoch auf. Sehr hoch, wie uns schien. Eine Nachfrage bei Chat GPT ergab, dass er nur 2 Meter niedriger ist als das Original, Wahnsinn!

    Noch zweimal genossen wir auf dem Rückweg den tanzenden Springbrunnen vorm Bellagio und ließen uns zum Ausklang in der Hotelbar des Bellagio bei angenehmer Live-Pianomusik nieder.
    Nach 2 Tagen reicht es Einem auch wieder, die Spielhallen auf Schritt und Tritt, wo man immer hindurchmuss, und das ganze Remmidemmi. Wir waren am Ende froh, keine Verlängerungsnacht bekommen zu haben. Aber insgesamt ein tolles „Erlebnis der anderen Art“, das man einmal gesehen haben sollte.
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  • Tal des Todes und Red Mountains

    17 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 29 °C

    Von Montery, wo wir abends noch in der Fishermans Wharf zu Abend gegessen hatten, fuhren wir weiter in Richtung Bakersfield. Wir hatten hier ein sehr hübsches Hotel gebucht mit schönem Pool in der Mitte umringt von Palmen. Wir kamen so früh an, dass uns die Dame am Tresen fragte, ob wir für 20,-$ einen Früh-Check in haben wollten. Wir dankten und tranken stattdessen einen Kaffee im Starbucks, das es hier wirklich fast an jeder Ecke gibt. Kurz nach drei checkten wir ein. Ein „kleines Problem“ musste nun noch gelöst werden, unsere Telefonkarte funktionierte nicht mehr. Die Lösung des Fehlers dauerte dann zwei Stunden inclusive eines längeren Telefonates von Doris mit einer Servicedame der prepaid Karte😡. Das Baden war uns dann vergangen, wir setzten uns nur noch ein bisschen an den Pool um dann in die Stadt zu fahren. Bakersfield ist bekannt für seine Countrymusik, und wir wollten versuchen in einer Bar vielleicht etwas Livemusik zu erleben. Wir waren aber zur falschen Zeit am falschen Ort. Am Sonntag ist nach 20:00 🕗 hier tote Hose. Viele Restaurants haben geschlossen, von Musik keine Spur. Wir fuhren unverrichteter Dinge wieder zurück zum Hotel und aßen im Hotelrestaurant die üblichen Burger und gingen bald ins Bett.
    Am nächsten Morgen starteten wir zum Death Valley. Wir fuhren durch schöne Landschaften. Besonders beeindruckten mich die langen kerzengeraden Straßen, die nie zu enden schienen. So etwas kannte ich bisher nur aus Filmen. Kurz vorm Ziel ging es dann über den Towne Pass, der so um die 1500 m hoch ist. Von da an neigte sich die Strasse in das Tal hinab. Es ging immer tiefer und tiefer. Bei -22 m erreichten wir die tiefste Stelle der Anfahrt. Wir kamen an den sehr bekannten Weißen Dünen vorbei und statteten ihnen einen kurzen Besuch ab. Im Visitor Center staunten wir dann nicht schlecht. Von allen Ecken her konnten wir deutsche Sprache hören. Mit einigen Leuten kamen wir ins Gespräch. Es ist schon erstaunlich, wie viele Deutsche in den USA Urlaub machen. Wir holten uns im Center noch einige Informationen und schauten einen kleinen Film über die Entstehungsgeschichte. Danach ging es weiter in unser Casino-Hotel, was etwas außerhalb lag. Wir hatten ein schönes großes Zimmer mit Terrasse zum See, worauf Gänse und Enten schwammen. Das ganzen Hotel hatte noch einen Charme aus längst vergangenen Zeiten durch viele große Holzfiguren und Modelle aus der „Western Ära“.
    Am nächsten Morgen startete unsere Erkundungstour ins Tal. Zuerst fuhren wir aber hoch zum „Dante‘s View“ mit tollem Blick auf die umliegenden Bergketten und das „Badwater“, den tiefsten Punkt im Tal des Todes. Nach einer kleinen Wanderung folgte der „Zabriskie Point“ mit sehr schöner Aussicht auf ganz eigentümliche Felsformationen. Natürlich wurde auch hier gerade eine ganze Ladung deutscher Touristen aus einem Bus abgeladen. Der Punkt ist nach einem Unternehmer benannt, der hier im Tal Borax abbauen ließ. Nach 8 Jahren wurde dies jedoch wieder eingestellt. Eine neue Geschäftsidee musste her, dies war der Beginn des Tourismus hier in dieser grotesken wildschönen Gegend.
    Nun ging es aber endlich ins Tal. Es war eine ganz schöne Ecke zu fahren, bis wir am Badwater ankamen. Wir wanderten weit hinaus, auf ganz mit Salz bedecktem Grund. Es war ein ganz eigentümliches Gefühl: Der Kopf sagte beim Anblick „kalt“, aber die Haut signalisierte „warm“. Dabei hatten wir noch Glück. Das Thermometer erreichte heute „nur“ 33°C. Normal sind hier um diese Jahreszeit um die 40-45°C. Bekannte die wir in einem Hotel kennengelernt hatten, hatten aus diesem Grund das Tal kürzlich ausgelassen.
    Der nächste Tagesordnungspunkt war eine Fahrt auf dem Artist Drive. Eine Straße die durch die Berge mit unterschiedlichsten Farben führt, wie auf der Farbpalette eines Malers. Was die Natur hier so zustande gebracht hat ist einfach erstaunlich.
    So langsam ging bei uns nun der Akku aus und ein Kaffee musste her. Wir bekamen gegenüber vom Boraxmuseum, was leider geschlossen hatte, einen Cappuccino. Das Gesöff hatte aber diesen Namen nicht verdient, es war unerträglich süß und Doris konnte es nicht trinken… Und so hat uns dieses auch nicht so richtig auf die Beine gebracht.

    Wir schwankten nun zwischen weitermachen oder zum Hotel zu fahren. Letztendlich entschieden wir uns noch einmal zu den Dünen zu fahren. Es bedeutete zwar auch nochmal eine ganz schöne Strecke, diese hat sich dann aber doch gelohnt. Bei der schon tiefer stehenden Sonne warfen die Dünen schöne Schatten. Nachdem wir das Laufen auf den Dünenabhängen raus hatten, wanderten wir eine ganze Strecke in sie hinein, was dann doch noch richtig Spaß gemacht hat. Als wir später am Hotel ankamen war die Sonne schon untergegangen und der Vollmond stieg gerade hoch. Eine kleine Ecke vom Mond war dennoch etwas dunkel. Meine Vorahnung bestätigte sich, wir waren gerade Zeuge einer partiellen Mondfinsternis geworden. Der Tag hatte uns letztendlich ganz schön geschlaucht, und so gingen wir bald nach dem Abendbrot ins Bett.
    Tags drauf ging es nun nach Las Vegas, zu einem neuen Höhepunkt unserer Reise. Da die Strecke aber eher recht kurz war, hatte ich noch eine kleine Fahrt durch die Red Mountains mit einer kleinen Wanderung eingebaut. Diese führte uns zu einem kleinen Wasserfall, der aber leider zu dieser Jahreszeit kein Wasser führte. Es war trotzdem eine sehr schöne kurze Wanderung mit wieder auch mehr Grün als gestern, und die Red Mountains begeisterten uns durch ihre roten Felsen mit verschiedensten Strukturen.
    Wie es dann in Las Vegas war, dass verrät euch dann Doris im nächsten Footprints.
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  • San Franzisco 2. Teil

    12 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir kamen am 12. September von Yosemite zurück und bezogen ein neues Quartier, fussläufig zur Davies Sinfonie SF. Das Hotel hatte zwar Abzüge wegen „Obdachlosen- und Junkiebelastung“, aber es entpuppte sich als eines der schönsten bisher: Balkon, 2 große Betten, sehr gute Dusche (ohne Badewanne🙄). Und beim Frühstück strengten sie sich auch an: das Rührei und der Bacon waren sogar warm, etwas Obst vorhanden, vorgebackene Waffeln. Inzwischen nehmen wir aber eigenes Zubehör zum Frühstücken mit wie Nutella, Frischkäse oder Salami, und gel. eigenes, etwas stabileres Pkastikbesteck.
    Am Ankunftstag fuhren wir gleich von Nordosten nach SF rein und hoch zum Aussichtspunkt über die Golden Gate Bridge. Und heute Nachmittag stand sie wolken- und nebelfrei in all ihrer Pracht vor uns, einfach großartig!!☺️
    Hurtig aßen wir im Umfeld des Hotels im „Lafayette“ preisgünstig leckere „Hausmannskost“: Uwe eine superzarte Kalbsleber mit Kartoffelbrei und Zwiebeln und ich hatte Lust auf Spiegelei „sunny side up“ mit Bratwürstchen und Kartoffeln.
    Denn um 19.30 Uhr mussten wir in der Sinfonie sein, wo es zum Saisonauftakt ein Benefizkonzert des SF Sinfonieorchesters unter der Leitung des Hausherren Esa-Pekka Salonen, u.a. mit der Harfinistin Katherine Siochi, zu erleben gab. Die Komponisten J. Sibelius (Spätromantik), E. Grieg (Romantik), M. Ravel und C. Debussy (beide Impressionismus) waren genau unser Geschmack. Es war großartig!
    Tags drauf wollte Uwe gern ins alte Hochsicherheitsgefängnis nach Alkatraz, das davor als Militärgefängnis gedient hatte, bevor es zusätzliche Ausbruchssicherungen bekam. Diese bestanden hauptsächlich in besserem Stahl für die Türen und einem zentral manuell zu bedienenden Schliessmechanismus der Zellentüren. Die einzelnen Schlösser an jeder Tür und die vielen Schlüssel sowie die nach außen aufschwingenden Zellengitter waren immer ein Sicherheitsrisiko gewesen.
    Es gab eine interessante Vorführung dazu. 3 Insassen war als einzigen 1972 die erfolgreiche Flucht gelungen, indem sie Luftschächte in der Wand mit Löffeln mühevoll erweitert hatten. Und es soll immer gutes Essen gegeben haben! Hatte ich gar nicht angenommen…
    Danach sahen wir uns in der Fishermen‘s Wharf um: weitläufig, mit Verkaufsbuden für Perlenschmuck, Souvenirs und recht teuren Merresfrüchte Restaurants. Inzwischen habe ich Dank eines positiven Erlebnisses meine Angst vor dem hier und auch in Florida typischen „Clam Chowder“ abgelegt, hier schmeckte sie wieder.
    Erwähnenswert in der Wharf ist noch die große Kolonie von Seelöwen an Pier 39. Wir wurden sogar Zeuge einer echten Rangelei zwischen 2 Tieren um einen Platz auf der Mole zum Abendsonnen. Im Wasser ging das Geraufe dann weiter. Man steht recht nah dran…😊.
    Ein Highlight war zuletzt die streetshow von Orion Griffiths (orion_griffiths) aus einer englisch-irischen Zirkusfamilie. Hauptinhalt der Vorstellung war - neben den Balanceakten - seine kontinuierliche, humorvolle Ansprache an die Vorbeigehenden und die sitzenden Zuschauer, die auch Teil der Übungen (Freiwillige) wurden. Herrlich der englisch/irische Akzent (oder wars schottisch?🤪).
    Die Weiterfahrt an der Küstenstraße (Highway Nr. 1), welche teilweise gesperrt ist, über Santa Cruz und Monterey war unspektakulär und von wolkenverhangenem Himmel und Nebel geprägt.
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  • Goldgräber und Mammutbäume

    10 septembre 2024, États Unis ⋅ ☀️ 23 °C

    Weiter ging es dann nach Sacramento. Da dies die Hauptstadt von Kalifornien ist, wollten wir sie nicht ganz links liegen lassen. Erstaunlich war erst einmal der Temperaturunterschied. Hatten wir in SFO noch bei 18° fast gefroren, brach uns hier bei 36° gleich mal der Schweiß aus. Ein kleiner Bummel durch die Straßen von Old Town ließ Wild West Feeling aufkommen entlang Häuserfassaden wie in alten Westernfilmen. Dann standen wir mit einemmal vor einem alten Waggon der Southern Railroad. In 10 min sollte eine letzte Fahrt gehen. Wir entschieden uns kurzerhand ein Ticket zu lösen und fuhren die 3 km hin und zurück mit. Hat uns letztlich nicht vom Hocker gerissen, aber wann bekommt man sowas noch mal geboten, eine Zugfahrt in einem alten Waggon aus den 1920er Jahren.
    Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter nach Grass Valley in unser Hotel für die nächsten beiden Nächte. Hier begrüßte uns auch gleich ein kleiner Pool, und diese Einladung nahmen wir gern an.
    Am nächsten Tag besuchten wir die berühmte Empire Goldmine. Wie wir bei einer Führung erfuhren, war dies die ertragreichste Mine jener Zeit. Begonnen wurde der Goldabbau im Jahr 1850 und wurde bis ins Jahr 1956 betrieben. Die Grube hatte zuletzt eine Neigungstiefe von 3.355 m. Als die Grube wegen mangelnder Rentabilität geschlossen wurde ließ man alles stehen und liegen, und so fühlte es sich auch an, wenn man durch die unterschiedlichen Gemäuer wandelte. In der Reparaturwerkstatt der Mine stand eine, allerdings sehr verstaubte, Drehbank so da, dass ich dachte, ich könnte sie anwerfen und ein Werkstück bearbeiten. Ein anschließender Stadtbesuch brachte mir noch ein paar neue tolle Wander-Sandaletten ein, meine alten waren auseinandergefallen. Ansonsten war es hier recht verschlafen.
    Am nächsten Tag fuhren wir auf einer sehr kurvenreichen Strecke in den Yosemite Nationalpark. Als Highlight hatten wir uns die Mariposa Grove herausgesucht. Auf einem 6 km langen Rundgang bestaunten wir riesige Mammutbäume. Sowas muss man gesehen haben, die Stämme sind so riesig. In der schon tiefer stehenden Sonne leuchteten sie richtig rötlich, einfach magisch. Auf der Fahrt zu unserem Hotel kamen wir dann noch am „Tunnelblick“ vorbei: Nach einer Bergdurchfahrt bot sich plötzlich die bekannte phantastische Aussicht in das Yosemite Valley.
    Unseren letzten Tag im Park verbrachten wir bei einer sehr schönen Wanderung durch das Tal des Mirror Lake. Zur linken und rechten steigen die Felsen über 1000 m empor. Der Mirror Lake, in dem sich die Felsen sehr schön spiegeln sollen, hat leider nur im Frühjahr Wasser, wenn die ganze Schneeschmelze in das Tal hinunterfließt. Aber auch so war diese Wanderung sehr abwechslungsreich. Nach dem Fußmarsch stand noch ein Wasserfall auf dem Programm. Leider sind einige ausgetrocknet oder führen im Moment sehr wenig Wasser. Aber schon allein die Vorstellungskraft, wie es im Frühjahr hier sein muss, ließ uns dann doch ehrfürchtig zum etwas mageren Bridalveil Fall hochblicken.
    Als Tagesabschluss stand noch der Glacier Point auf dem Programm. Über 50 km kurvenreiche Strecke lag nochmal vor uns. Ich hoffte, dass sich der Aufwand auch lohnen würde. Und er tat es! Eine Super Aussicht auf 2300 m Höhe auf die Gipfel des Parks und in das gesamte Tal, wo wir heute entlanggegangen waren, tat sich vor uns auf. Die schon wieder tiefstehende Sonne ließ alles in einem magischen Licht erscheinen. Ein toller Abschluss eines wunderschönen Tages.
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  • San Franzisco - ohne zerrissene Jeans 😅

    8 septembre 2024, États Unis ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Flug von Buffalo bei den Niagarafällen ging über Detroit (3 h Aufenthalt) nach San Franzisco. Dort schliefen wir in einem Hotel nahe dem Flughafen, da wir relativ spät ankamen und auch einen neuen Leihwagen aufnehmen mussten. 5 h dauerte der Flug ab Detroit, trotzdem kamen wir laut Uhrzeit schon nach 2 h an aufgrund 3 h Zeitverschiebung durch eine andere Zeitzone.
    In der Stadt angekommen war relativ schnell klar, dass hier etwas anders ist als an der Ostküste: Viel mehr Obdachlose, die in manchen Straßen in Reih und Glied auf dem blanken Fußboden hingestreckt liegen. Hier wird wegen Drogenkriminalität auch vor der Lage mancher Hotels gewarnt.
    Am nächsten Tag wollte ich Einkäufe erledigen und meinen Silberschmuck zum Reinigen abgeben. Macy‘s wurde von Chat GPT ausgespuckt als „Kaufhaus ähnlich Kaufhof oder Karstadt“. Silberschmuck Reinigen hätte aber mit Versand 5 Wochen gedauert 😳, sonst Wäsche gekauft, aber alles überteuert.
    Toll war an Macy‘s vor allem die Dachterrasse der „Cheesecake Factory“! So viele Arten von Käsekuchen in der Auslage hatte keiner von uns je gesehen.
    Beim anschließenden Stadtrundgang stellten wir uns gleich bei einer Fahrt mit den für SF typischen Cablecars an. Wegen des starken Gefälles der Straßen können die Waggons nicht auf den Schienen gebremst werden. Die Geschwindigkeit wird von einem Fahrer im Innern des Waggons über den direkten Kontakt eines Greifers mit einem unterirdisch in der Mitte der Fahrbahn laufenden Kabel gesteuert. Genauso wild rauf und runter ging es dabei, wie ich mich noch an die frühere Krimiserie „die Straßen von San Franzisko“ erinnere.
    Unten in der nördlichen Bucht und am Hafen angekommen sah man gut auf die frühere Gefängnisinsel Alkatraz.
    Kühl war es hier in der Stadt, 15 Grad und windig. Wir froren etwas. Und wir hatten immer noch kein Hotel für diese Nacht im Kasten. Der Internetempfang war mies, immer wieder flog Uwe beim Buchen raus. Das Hotel war seid gestern Abend wieder 20 $ teurer geworden. Na prima!
    Als wir später doch ankamen war die Rezeption auf der Ebene der Tiefgarage. Etwas seltsam. Und das Bett war 1,20 m breit. Dafür gabs davon 2 im Zimmer. Das wird kuschelig.
    Abends wagten wir uns doch noch raus - die Gegend war etwas vertrauenswürdiger - und landeten in einem Restaurant mit unheimlich vielen Einheimischen bei einer Pizza. Laut war‘s, aber lecker…☺️.
    Am nächsten Tag starteten wir schon Richtung Grass Valley, Anfang des letzten Jahrhunderts ein Zentrum des Goldschürfens. Als wir auf dem Weg aus der Stadt die Golden Gate Bridge passierten, war sie überwiegend in Nebel gehüllt. Auch am Vista Point wurde es nicht viel besser….. Viele standen da und warteten auf „Wetterbesserung“. Das ist hier wohl meistens so.
    Aber wir kommen ja nach dem Besuch des Yosemite Parkes nochmal hierher zurück. Wir haben nämlich Karten für ein - dem Programm nach zu urteilen - tolles Sinfoniekonzert mit dem SF-Sinfonieorchester für den 12.9. ergattert. 😄.
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  • Wanderfreuden in New Hampshire

    30 août–2 sept. 2024, États Unis ⋅ ☁️ 22 °C

    Auf dem Rückweg von Maine zu unserem heutigen Hotel kamen wir an einem schwarzen Ungetüm vorbei. Es handelte sich um das U-Boot Albacore welches hier als Museum liegt. Doris hatte so ein Gefährt noch nie von innen gesehen und ich interessiere mich auch dafür, also drehten wir kurzerhand um und stiegen in das außer Dienst befindliche Boot hinein.
    Bei der Albacore handelt es sich um ein Testschiff, bei dem neue Technologien zum Einsatz kamen. Es hat eine Tropfenform und war für den dauerhaften Einsatz unter Wasser gedacht. Dies machte die Entwicklung der Atomantriebe möglich. Frühere U-Boote waren für die Fahrt auf dem Wasser optimiert. Nachdem wir uns eine Zeitlang durch enge Gänge gezwängt und über die Gebräuche des Alltagslebens an Bord informiert sowie ein Gewühl von Kabeln, Rohren und analogen Displays bestaunt hatten, ging es weiter zu unserem Hotel.

    Diesmal hatten wir eine sehr schöne Unterkunft im Grünen direkt am See gebucht. Der Hotelier begrüßte uns sehr nett und teilte uns gleich mit, dass wir abends an den vorgesehenen Stellen gern ein Lagerfeuer machen und auch die Kajaks unten am See nutzen könnten. Danach führte er uns zu unserem Zimmer. Wir konnten unser Glück kaum fassen, hatten wir doch eins der wenigen Zimmer mit direktem Blick zum See bekommen. Bis zum Abendessen blieb noch etwas Zeit und so probierten wir gleich eins der Boote aus. Das war natürlich was für mich! Wir glitten durch das Wasser und genossen die Ruhe und die langsam untergehende Sonne. Abendessen gab es dann in einer Brauerei ganz in der Nähe. Zu einer leckeren Pizza wurden unzählige Sorten frisch gezapftes Bier angeboten, da fiel die Auswahl schwer. Da es am Abend doch schon recht kühl wurde reizte uns das Lagerfeuer noch nicht.

    Am nächsten Tag stand dann eine Wanderung auf dem Programm. Wir wollten es langsam angehen lassen, und so hatte ich einen gemütlichen Trail herausgesucht, der auf einen Berg und an einem kleinen See vorbeiführte. Auf dem Berg genossen wir die leider etwas eingeschränkte Aussicht und hielten ein Mittagsschläfchen im weichen Moos. Auf dem Rückweg kamen wir dann am See entlang, und unterhalb von diesem erreichten wir ein kleines Bächlein, das munter vor sich hin plätscherte. Viele Pilze waren am Wegesrand zu erblicken, aber oft schon am Vertrocknen, da es längere Zeit nicht geregnet hatte.

    Am Tag darauf hatte ich einen Weg um einen See geplant, da es bis zu 29°C werden sollten, fast 10° mehr als am Tag zuvor. Wir packten Badesachen ein, falls sich eine Gelegenheit bieten sollte. Leider wurde uns gleich zu Anfang der Wanderung dieser Zahn gezogen. Ein Schild am Wegesrand wies den See als Trinkwasserreservoir aus und Schwimmen war somit verboten. Schade. Es war trotzdem eine schöne Wanderung.
    Am frühen Nachmittag kamen wir zum Hotel zurück und ich freute mich auf eine ausgiebige Tour mit dem Kajak. Doris saß währenddessen an ihrem Computer. Es war wunderbar, so über das Wasser zu gleiten. Wenig Wind und die warmen Temperaturen machten es zu einem Vergnügen. Einzig ein Motorboot welches laut kreischende Kinder auf etwas Aufblasbarem hinter sich her zog trübte das Vergnügen etwas. Den Abend ließen wir dann nach einem Mahl in einem kleinen italienischen Restaurant am Lagerfeuer am See ausklingen. Was für ein schöner Tag.

    Am dritten Wandertag hatte ich dann eine längere Tour geplant. Es sollte 370 m hinauf zum Mount Major gehen. Diesen Weg hatte ich als letztes vorgesehen, da der Weg als anspruchsvoll bewertet wird und etwas Training davor sicher nicht schlecht war. Am Parkplatz angekommen, war dieser schon rammelvoll. Es war Feiertag in den USA (Labour Day) und alles was Beine hatte schien unterwegs zu sein. Am Anfang war der Weg wie eine Touristenautobahn ausgebaut, richtig breit mit Kies und betonierten Treppenstufen. Das konnte ja was werden. Es sollte sich aber bald ändern, der Weg wurde immer steiler und bald ging es nur noch über Steine und Wurzeln. Unterwegs trafen wir einige Wanderer, alle sehr freundlich und immer ein nettes Wort parat. Ein Pärchen fragte uns sogar, ob wir noch Wasser bräuchten. Oben angekommen bot sich eine wunderschöne Aussicht auf eine große Seenlandschaft mit den White Mountains am Horizont. Nach einem Picknick hielt ich auch hier wieder ein Schläfchen und dann ging es wieder hinunter zum Auto. Erschöpft aber glücklich kamen wir am Auto an. Leider hatte sich das Wetter aber wieder so weit abgekühlt, daß ein Lagerfeuer keinen Spaß gemacht hätte, und so verbrachten wir den Abend nach einem erneuten Besuch des Brauereirestaurants auf dem Zimmer. Es war auch genug zu tun. Flüge, Auto und Übernachtungen für die vor uns liegende Zeit mussten gebucht werden.
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  • Auf den Spuren der Boston Tea Party

    29 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 21 °C

    Haben wir doch alle mal in der Schule gelernt: da wurde von den ehemaligen englischen Auswanderern jede Menge Tee im Bostoner Hafen ins Wasser gekippt, und es ging um zu hohe Steuern… Die Zeiten haben sich irgendwie kaum geändert 😂. Aber was war da genau?
    Ich hatte Boston von einem früheren Kongressbesuch aus meinen Forschungszeiten an der Uni in schöner Erinnerung. Also nichts wie hin ins „Inn“, etwas außerhalb gelegen.
    Brav und erwartungsvoll saßen wir am nächsten Vormittag an einer leeren Bushaltestelle. So lange, bis Uwe herausfand, dass die Busse von hier nur sehr früh und sehr spät am Tag fahren. wohl für Pendler. Zähneknirschend mit dem Auto ins Zentrum gedüst und 65 $ für ein Tages-Parkticket hingeblättert. Nach dem Besuch der bekannten Faneuil Hall, die früher als Versammlungsort u.a. der „Sons of Liberty“ zu Beginn des „war of independence“ diente und jetzt von unzähligen Essenständen bevölkert ist, tranken wir ein kühles Bier bis zum Start der Hafenrundfahrt. Diesmal wurden die Erläuterungen live von einem Mann im Kilt mit sehr klarem „englischem Englisch“ vorgetragen. Er hat eine irische Abstammung mütterlicherseits, daher die Tracht...
    Boston wartet mit einer kleinen Skyline auf, aber nicht zu vergleichen mit Manhattan. Im Hafen liegt ein alter amerikanischer Kriegs- Dreimaster aus dem 1. Weltkrieg, die US Constitution.
    Nun ja, sonst nichts weiter Spektakuläres, aber unterhaltsam vorgetragen. Da wir den „trail of freedom“ für Tag 2 geplant hatten und ich müde war, liefen wir danach auf den „Common Park“ zu. Der Park war ein highlight für sich, sehr gut gepflegt mit üppigem Gras, das man sogar betreten darf. Wir schlugen also ein kleines Lager auf zur Entspannung. Abendessen wollten wir in der Faneuil Hall, wo wir morgens die Stände gesehen hatten. Aber leider nicht die Preise gelesen 🫣. Die Bostoner Ecke ist wohl für reichlichen Meeresfrüchtefang bekannt. Aber in jeder Art von Anreichung - und das letztendlich „auf die Hand“ oder Plastikteller - ging jedes Gericht mit Meeresfrüchten bei 35 Dollar los. Und das fanden wir zu heftig für einen Krabbencocktail 😳.
    Boston ist auch bekannt für gute Strassenmusik. Mehrfach hörten wir guten Spielern länger zu und gaben ihnen zur Anerkennung eine Spende . Es ist sehr angenehm, wenn man nicht in Eile ist!
    Der bekannte „freedom trail“ läuft mitten durch die Stadt an den historisch wichtigen Gebäuden vorbei, bis zum Bunker Hill Monument, das an den Washingtoner Obelisken erinnert. Der Pfad ist gut gekennzeichnet, meist mit roten Ziegeln im Fußweg. Jedes der historischen „Gebäudchen“ hätte allerdings nochmal extra Eintritt gekostet, ab 10 $ aufwärts. Schenkten wir uns.
    Der Weg an sich war schön, das Wetter sonnig, und Uwe stieg die 295 Stufen des Bunker Hill Memorials hoch wegen der lohnenden Aussicht über Stadt und Hafen.
    Beeindruckt haben uns an Boston die vielen alten roten Backsteingebäude, die das Bild der Altstadt weithin prägen. Zuletzt liefen wir noch zum Institut für zeitgenössische Kunst ICA, das etwas enttäuschend war. Die Daueraustellung fand ich langweilig, ansonsten wurden aber farbenfrohe Gemälde der Künstlerin Firelei Báez aus der Karibik gezeigt, die mir gefielen.
    Eigentlich hatte ich in Maine, u.a. in den White Mountains, noch Wanderungen machen wollen. Dort ist der Schauplatz einiger Romane von John Irving, den ich sehr mag.
    Aber das lag zu weit abseits von unserer Hauptroute. Ich begnügte mich mit dem Besuch seines Geburtsortes und seiner Schule in Exeter, New Hampshire. Dieses Internat soll ihm als Vorlage für den Roman „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gedient haben.
    Danach machten wir einen kleinen Abstecher hoch nach Maine. Beim Fort McClary lag eine zauberhafte Bucht mit Segelbooten vor uns. Vom Ufer hatte man auch einen Blick auf die Pourtsmouth Harbour Lights.
    Dann ging es schon weiter Richtung Westen.

    Nun nochmal zur Titelgeschichte (dürfen nur Geschichtsinteressierte lesen 😜):
    Ende des 18. Jahrhunderts hatten die amerikanischen Siedler, die ja nun wahrlich viel geleistet hatten, die Gängeleien aus England zunehmend satt. Zum Schutz der East India Company hatten die Engländer die Einfuhr von Tee aus England wieder verbilligt, aber die Zölle blieben. Die Kolonien waren aber nicht im englischen Parlament vertreten. Es gab einen Aufruhr unter dem Wahlspruch „no taxation without representation“, der 1773 in einem Marsch zum Bostoner Hafen und Entleerung der gesamten Teeladung von 3 Handelsschiffen ins Hafenwasser gipfelte. Auf diesen insgesamt noch friedlichen Akt folgte nach einer weiteren Eskalation des Streites ab April 1775 bis 1783 der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg von 13 nordamerikanischen Kolonien gegen die britische Kolonialmacht. In diesen griffen zuletzt auch andere europäische Mächte zur Unterstützung der Kolonisten wie Frankreich, Spanien und die Niederlande ein. Viele deutsche Söldner, meist aus Hessen, kämpften jedoch auf der Seite der Royalisten.
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  • Letzte Tage in Manhattan

    26 août 2024, États Unis ⋅ ☁️ 26 °C

    Vorgestern gönnten wir uns einen weniger laufintensiven Tag und sprangen vormittags auf einen der Hop-on-Hop-off Busse. Das Wetter lud auf das sunshine-Deck ein, über die verteilten Ohrstöpsel erklang eine Tourbeschreibung sogar auf deutsch mit automatischer Orientierung am Standort. Da wir viele der abgefahrenen Sehenswürdigkeiten schon besucht hatten, konnten wir ganz entspannt vom Oberdeck in die Runde schauen. Erstmals sahen wir auch die Hudson River Seite Manhattans von Nahem. Wir empfehlen aus o.g. Gründen, eine Stadtrundfahrt hier nicht ganz an den Anfang des Stadtbesuches zu stellen.
    Wir stiegen in Chelsea auf ein Boot zur zweistündigen Rundfahrt um: Manhattan, Brooklyn, Freiheitsstatue, Williamsburg, Wallstreet, Soho. Die Audiotour über die Handyapp unterbrach immer beim Photografieren und sprang dann öfter nicht wieder an. Etwas nervig, aber insgesamt genossen wir nochmal tolle Blickwinkel und neue Informationen. Auch über die Entstehung und Bedeutung der älteren Mietshochhäuser in Manhattans Osten.

    Vor der Bootsfahrt hatten wir uns im „Edge“ noch Slot-Tickets für 19.00 uhr ausdrucken lassen… wir waren ja nun schon schlau geworden und wussten, dass man den digitalen Zugangspass nochmal durch Zeit-Tickets konkretisieren muss, meist nur am selben Tag möglich.
    Zur Kaffeezeit hoppten wir beim Bryant Park von der Plattform. Hier wollten wir unseren traditionellen „Kaffee und Kuchen“ einnehmen. Der Park ist nicht groß, etwa wie eineinhalb Bauplätze für ein Hochhaus, fast vollständig zugestellt mit Tischen und Stühlen. Von letzteren sprangen wir in einem der Cafés jedoch schnell wieder auf bei 14 $ für ein Stück Kuchen. Mit 2 Bechern Kaffee und 2 Muffins vom offenen Stand ausgerüstet fanden wir dann einen gemütlichen Platz im Schatten. Der folgende Teil der Busrundfahrt zum „Edge“ war für mich dann der schönste: ich hörte keinen Audioguide mehr an, es war nicht mehr so heiß, und ich blickte einfach von oben herab entspannt in die Runde.
    Der Sonnenuntergang auf der mit Glas eingesäumten Plattform „the Edge“ im 102. Stock war dann später leider von Wolken verhüllt. Aber es war stimmungsvoll, wie in der Abenddämmerung nach und nach im Hochhaus-Meer die Lichter ansprangen. An der Selfie-Ecke, wo zwei Glasplatten ohne Rahmen den Eindruck eines freien Stehens vor dem Abgrund vermitteln, wand sich den ganzen Abend eine lange Schlange. Nichts für uns. Wir genossen ein weiteres Mal die Aussicht auf Manhattans Wolkenkratzer, eben von einer anderen Ecke.
    Zum Tagesausklang kehrten wir in dem kleinen Stadtviertel „Little Italy“ in einer gemütlichen Taverne mit Livemusik ein. Hausgemachte Gnocchi - sehr lecker. Hier gab es plötzlich Restaurants mit lichtergeechmückten großen Freisitzen - geht doch! Etwas was man in amerikanischen Städten leider selten findet.
    Der letzte Tag gehörte dem One-World-Trade Center und dem Museum 9/11. In dem Memorial hielten wir uns 3,5 h auf. Es ging um die genauen zeitlichen Abläufe und die politischen Hintergründe des Anschlages, der Amerika veränderte. Dass die 19 Attentäter der 4 gekaperten Flugzeuge, die auch alle ums Leben kamen, teilweise in den USA ihre Piloten- und Englischausbildung absolviert hatten, bestürzt schon. Wo hat da der Geheimdienst geschlafen?
    Original-Tonaufnahmen der Opfer aus den Flugzeugen von Telefonaten kurz vor dem Unglück machten sehr betroffen: Die meisten gaben mit ihren letzten Worten ihrer Liebe an die Daheimgebliebenen Ausdruck. Insgesamt fand ich die Ausstellung mit Videos, Fundstücken, Leuchttafeln und unzähligen Schaukästen von allen Seiten allerdings etwas überladen.
    Leider blieb dann nur noch 1 Stunde zum Besuch des MoMa übrig, da es früher schloss als erwartet. Schnell eilten wir zu den Bildern von Picasso, Van Gogh und den Kubisten. Auch zu Andy Warhol und Roy Lichtenstein zog es mich, aber nur wenige Bilder von ihnen sind da, darunter das berühmte mit den Suppendosen…. Mehr Glück hatten wir mit der St. Patrick‘s Cathedral. Sie ist ein eindrucksvolles Beispiel der Neugotik aus dem 19. Jh mit vielen Nebenaltären, Kreuzrippengewölben und reich verzierter Fassade. Die Kirche war länger geöffnet als angenommen.
    Der Tag schloss mit einem schönen Abendessen bei dem Italiener vom ersten Abend.
    Am nächsten Morgen holte Uwe alleine das Auto aus der Wochen-Garage. Er frug sich zur richtigen Fähre nach Williamsburg durch und wehrte eine Attacke des Garagen Guys ab, der ihm nochmals 150 $ abknöpfen wollte. Er präsentierte ihm auf dem Handy sein online gekauftes und schon bezahltes Ticket, worauf der unfreundliche Typ mürrisch abzog.
    Also, immer aufpassen!
    Morgen geht’s weiter nach Norden….
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  • New York, Teil 3

    24 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute Morgen war erst einmal Wäsche waschen angesagt. Bei 8 Wochen unterwegs kann man das schlecht vermeiden. Gegen 11:00 Uhr brechen wir dann Richtung „High Line“ auf. Das ist eine ehemalige Hochbahn, die in den 90er Jahren stillgelegt wurde und 2009 zur Fußgängerattraktion avancierte. Viele Bänke laden zum verweilen ein. Wir laufen mitten durch die Wolkenkratzer entlang einer begrünten Fußgängerzone, wirklich sehr schön angelegt. Am Ende des Weges sehen wir schon unser nächstes Ziel.
    Ein Wolkenkratzer mit dreieckigem Aussichtsbalkon aus Glas, genannt „The Edge“. Am Ziel angekommen erkunden wir die Lage. Plötzlich sehe ich ein schönes Photo mit dem Edge bei Sonnenuntergang… Wir kommen ins Zweifeln, sollen wir jetzt wirklich hochfahren? Am Tag und in der Nacht waren wir schon auf Aussichtspunkten, bei Sonnenuntergang noch nicht. Wir disponieren um. Leider können wir aber noch keinen festen Termin für morgen festlegen. Was sollen wir aber jetzt mit der freien Zeit anfangen? Vieles fällt uns ein, für nichts können wir uns zunächst entscheiden, da wir abends schon einen festen Termin haben. Am Ende fällt die Wahl auf den größten Bahnhof der Welt, die Grand Central Station. Hier angekommen empfängt uns eine riesige Halle, hoch wie eine Kathedrale mit grüner Decke mit Sternzeichen und viel altem Stuck. Alles in Mamor mit einer schlichten Eleganz. Wir geniessen die Atmosphäre und schauen uns auch die Uhr in der Mitte der Halle an. Sie wird oft als Treffpunkt für Rendezvous genutzt. Leicht verschätzt man sich dabei im Wert, der mehrere Millionen Dollar beträgt, da ihre grossen Zifferblätter aus Opal bestehen. Die Zeit in der Halle versüßen wir uns mit einem Cappuccino und einem Stück Cheesecake in dem berühmten Café „Cipriani Dolci“. Es war ein spezieller Wunsch von Doris.
    Nun wird es aber Zeit zurück zum Hotel zu fahren, denn wir haben noch etwas vor.
    Die Stadt New York ist ja auch die Stadt der Musicals. Aus der Vielzahl der angebotenen Titel haben wir uns „MJ The Musical“ ausgesucht. Es spiegelt das Leben von Michael Jackson wider. Die Leistung der Darsteller ist große Klasse.
    Den Abschluss bildet heute dann noch der Timesquare bei Nacht. Ein Lichtermeer aus riesenhaften Reklamen erwartet uns hier, wie man es wohl nur in dieser Straße erleben kann. Die Leute und Autos drängen dicht an dicht, man muss aufpassen, sich (und wohl auch seine Brieftasche 😜…) nicht zu verlieren. Um viele Eindrücke reicher sinken wir, nach einem Glas Cuba libre im Hotel, ins Bett.
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  • Hoch hinaus und tief hinab…

    23 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 29 °C

    Um es vorweg zu nehmen, ein New York Aufenthalt kostet ne Stange Geld, auch wenn man nicht in exquisite Restaurants einkehrt…🙈.
    Aber wenn man nun schon - vielleicht nur einmal im Leben - hier ist, will man auch etwas sehen.
    Um die Kosten für die Sehenswürdigkeiten überschaubar zu halten haben wir uns einen „New York Pass“ für 4 Tage gekauft, dann sind Besichtigungen unlimited. Kostenpunkt knapp 300 $ Festpreis pro Person. Um diesen Pass mit Leben zu füllen (je mehr man unternimmt, desto mehr spart man) starteten wir heute am 23.8. den 4 Tagepass und fuhren recht früh mit der Fähre zu Liberty Island, wo die Freiheitsstatue steht. Sie besteht aus Kupfer und wurde den Amerikanern von Frankreich 1886 zur Feier ihrer hundertjährigen Unabhängigkeit von England geschenkt. Auch als Symbol der engen Verbundenheit der beiden Staaten. Alle Teile wurden in Scheiben in Frankreich gegossen und auf dem Seeweg nach New York transportiert. Das innere Stahlgerüst der Statue stammt von - wer hätte es gedacht - Gustave Eiffel.
    Erst hatte es uns zunächst etwas genervt, dass nur noch ein Fähren-Sicherheitscheck um 8.30 frei war und wir deswegen sehr früh aufstehen mussten. Später waren wir froh darüber, noch keine langen Schlangen und erträgliche Temperaturen um diese Zeit. Eine Auffahrt zur Krone hatten wir nicht gebucht, so umrundeten wir die stattliche Figur zu Fuß auf ihrer Insel und legten noch auf Ellis Island an. Hier waren im 18. und 19. Jahrhundert die Einwanderer angekommen und mussten sich und ihr Gepäck dort erstmal „sortieren“. Ein Museum im historischen Gebäude stellt dies anschaulich dar.
    Nach einer kurzen Pause mit frischen Erdbeeren vom Strassenverkauf fuhren wir Richtung Time Square. Uwe ist inzwischen recht gut bei der U-Bahnplanung, und wir nutzten unsere gestern mit Komplikationen gekaufte 10-er Karte heute souverän…😀.
    Hochgekommen aus dem überwärmten U-Bahnschacht liefen wir staunend durch das Einkaufszentrum mit den überdimensionalen Leuchtreklamen. Wir ließen es einfach auf uns wirken.
    Danach strebten wir dem Rockefellercenter zu. Die Besichtigung „Top of the Rock“ war zwar in unserem Pass enthalten, das „Zeitfenster“ kann jedoch nur persönlich vor Ort dazugebucht werden. EinSlot für 19.00 Uhr war zwar nicht mehr frei, zu dieser Zeit gabs nur noch die „Rockefeller Tour“ mit anschließendem Hochfahren zur Aussenplatform im 68 Stockwerk. Na gut, buchten wir diese Tour vor, dümmer wird man nicht davon 😛….
    Vorher um 4 p.m. hatten wir das Empire State Building auf unserem schedule. Es ist ein relativ „alter“ Wolkenkratzer aus den 1930er Jahren. Bevor man ganz oben an die frische Luft und den atemberaubenden Ausblick durfte gab es Videos und Erläuterungen zum Bau des Giganten, die natürlich Uwe speziell interessierten. Alle Eisenträger wurden mit einzelnen Nieten verbunden, Wahnsinn. Oben angekommen schauten wir 360 Grad in die Runde auf das unvergleichliche Wolken-kratzer Panorama. Ein unvergessliches Erlebnis.

    Heute jagte ein Höhepunkt den anderen. Nach kurzem Essenfassen bei Starbucks waren wir um 19 Uhr wieder am Rockefeller Center zu unserer Tour. Ein junger Guide führte uns recht kurzweilig durch den Komplex von 19 Gebäuden, bereichert durch Kunstwerke, die Frau Rockefeller, eine Kunstmäzenin, beauftragt hatte. Hier ist auch das NBC Fernsehstudio zuhause, welches viele Top U.S. Serien herausbrachte und bringt.
    Leider war es nach der Tour, als wir im Freien auf Stockwerk 68 ankamen, schon ziemlich dunkel, Uwe hatte sich ein Panorama in der Abenddämmerung gewünscht. Aber wir haben ja noch das One-World Center und die neue Aussichtsplattform „the Edge“ vor uns.😃
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  • New York - Teil 1

    21 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 23 °C

    Am 21.8. kamen wir am späten Nachmittag in New York an. Von weitem sahen wir schon die Skyline, ein atemberaubender Anblick. Leider wurde ich auf unangenehme Weise auch gleich in den Verkehr von NY eingeführt: Rücksichtnahme - Fehlanzeige, dafür wird gern und viel gehupt. Ansonsten kann ich mich über die Fahrweise der Amerikaner nicht beklagen. Drängelei, wie sie in Deutschland an der Tagesordnung ist, gibt es hier fast überhaupt nicht. Bringt ja auch nicht viel, bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit käme man trotzdem nicht eher an. Dafür ist rechts überholen überhaupt kein Problem.
    Nachdem wir in unserem kleinen Hotel „Wallstreet“ eingecheckt hatten, sind wir noch eine kleine Runde gelaufen um etwas NewYorker Luft zu schnuppern. Wir hatten uns bewusst für dieses kleine Hotel mit nur acht Etagen entschieden, wird doch meistens vor langen Wartezeiten an den Fahrstühlen in großen Hotels gewarnt. Ein kleiner Haken war dann doch noch dabei: wir hatten ein kleines Zimmer gebucht, wünschten uns aber ein Upgrade auf ein größeres. Dies wurde uns sogar ohne Mehrpreis genehmigt, leider war das Zimmer für Rollstuhlfahrer ausgelegt und die Dusche sehr tief angesetzt, und somit für uns nicht geeignet. Am nächsten Morgen durften wir in ein anderes Zimmer ziehen und waren wunschlos glücklich.
    Nach dem Umzug brachten wir erst einmal das Auto in eine günstigere Garage. Eine Nacht in Manhattan kostet locker 65,- $, und das ist doch etwas happig. Von der Garage in Brooklyn fuhren wir mit der Fähre zur Brooklynbridge. Hier fanden wir ein tolles Restaurant mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Genau der richtige Einstieg für unser Grossstadtabenteuer. Nachdem wir uns satt gesehen und dabei ein Bier getrunken hatten, wanderten wir über die berühmte Brooklynbridge. Menschen über Menschen waren unterwegs. Alle Nationen kann man hier antreffen. Auf der anderen Seite angekommen mussten wir erst einmal den Fuß von Doris verarzten und dann einen Plan machen, wie es weitergehen sollte. Wir entschieden uns für den Besuch des Central Parks, wo wir ein Stück spazieren gingen und uns dann in einem Restaurant zuerst einen Kaffe mit Kuchen und dann einen Cocktail schmecken ließen. Die Zeit verging wie im Flug. Wir hatten in dem selben Restaurant vom Nachmittag in Brooklyn Plätze für abends reserviert, um die Skyline von Manhattan im Dunkeln zu erleben. Nun mussten wir schnell zurück, um rechtzeitig da zu sein. Unser Weg führte uns wieder über die Brooklynbridge, diesmal in einem ganz andere Licht. Die Kulisse vom Restaurant aus war phänomenal, wie im Bilderbuch. Die Sonne ging langsam unter und es wurden immer mehr Lichter an der Skyline sichtbar. Um 20:51 sollte uns dann die Fähre zu unserem Hotel zurückbringen. Diese fiel jedoch aus und wir mussten umdisponieren. Die Subway fährt unter dem East River durch, auch Richtung Hotel, also liefen wir noch um 9 abends zur U-Bahn Station. Nach einem Bier sanken wir ins Bett. Es war eine anstrengender Tag, aber ein toller Einstieg in das Abenteuer New York.
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  • Stadt, Land, Berg….

    17 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 23 °C

    Am Samstag den 17.8. starteten wir unsere Autotour entlang des Blue-Ridge Parkways (BRP) durch die Blue-Ridge Mountains. Der Südeingang liegt nahe der Stadt Cherokee, unserer letzten Übernachtung. Der BRP ist relativ schmal, kurvenreich, mit einer doppelten gelben Linie in der Mitte und 722 km lang. Der Blue Ridge Parkway wurde 1935 als Teil des „New Deal“ gebaut, um die Amerikaner nach der Großen Depression wieder in „Lohn und Brot“ zu bringen.
    Ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte gibt es hier wenig Touristenremmidemmi, wenig Verkehr und keine typischen Fastfoodhütten oder Souvenirläden.
    In der ersten recht informativen Touristenstation wurde auch über vorkommende Wildtiere und Pflanzen informiert. Elche und Schwarzbären wären meine Wunschkandidaten gewesen, wilde Fasane und Raben bekamen wir zu Gesicht. Die Straße windet sich entlang der Appalachen, ein sehr altes Gebirge vom Urkontinent Pangäa, welches früher so hoch wie die Alpen war und durch Erosion auf Mittelgebirgshöhe abgetragen wurde.
    Die Landschaft ist wunderschön, hügelig bis bergig mit z.T. schroffen Felsen. Fast nach jedem Kilometer sind Haltepunkte für die Autos mit oft lohnenswerten Ausblicken angelegt. Die Straße umgeht erfreulicherweise Ortschaften. Im ersten Drittel übernachteten wir in Asheville und genossen bayrisches Biergartenfeeling bei Schwarzbier und Weißbier.
    Der höchste Punkt der Panoramastrasse am Mount Mitchell (2037 m) lag am nächstenTag in den Wolken. Wenige Meter tiefer schien jedoch wieder die Sonne und kämpfte gegen wabernde Wolkenfetzen. Überhaupt war das Wolkenspiel während dieser 2 Tage sehr spannend und schön anzuschauen.
    Das Naturerlebnis vor dem Besuch der Großstädte fand seinen Höhepunkt in den mehrstündigen Wanderungen zum Crabtree Waterfall und dem Humpback-Gap Trail mit seinem tollen Aussichts-Felsplateau. Auch der Aufstieg zu den „Bubbling Spring Falls“, die in schöne Badebecken münden und sonst in einem flachen Wasserfilm wie Glas über die abgeschliffenen Felsen fließen, war sehr eindrucksvoll.
    Am 3. Tag steuerten wir dann Richtung Washington und zu unserem kleinen Hotel in Arlington, einem Vorort. Wir planten am Abend dort unseren Tagestripp durch die Hauptstadt der USA. Alle berühmten Memorials liegen auf einem riesigen 4 km langen parkartigen Gelände, also wieder „Stoff für die Beine“ 🤣.
    An das sehr dürftige typisch amerikanische Hotelfrühstück haben wir uns schon resigniert gewöhnt: Rührei in Scheiben aus Flüssigei oder Eipulver, gel. ein paar müde Würstchen, Obst nur im Ganzen, Toast, Gummi-Bagel und Butterersatzaufstrich in so winzigen Abpackungen, dass man sie kaum mehr findet, wenn sie auf den Boden fallen….🤣. Was es immer gibt sind Waffeleisen, aber meist nur dünnen Sirup dazu. Heute wurden mal 3 verschiedene Beerensossen dazu angeboten. Uwe freute sich! Er hat sich echt schon zum perfekten Waffelbäcker entwickelt.
    Den Start nach Washington City verzögerte noch ein kleiner Unfall: Uwe fehlinterpretierte eine Glasscheibe als offene Tür und knallte voll dagegen. Seine Brille war verbogen und die Schläfe lädiert - mussten wir also erst noch ein Brillengeschäft aufsuchen. Der Mann dort war hilfsbereit und half bereitwillig.
    Den ganzen Tag verbrachten wir dann bei sonnig-wolkigem 22-24 Grad-Wetter beim Washington- und Lincoln- und Martin-Luther King Memorial, vor dem Weißen Haus, dem Capitol, bei Starbucks und abends in einer Koreanischen Fastfood Kette. Eine Karte für eine Capitol-Tour hatten wir nicht mehr ergattert, auch nicht für die Aufzugfahrt hoch zum Obelisken des Washington-Memorial. Macht nichts, es war trotzdem eindrucksvoll.
    Am Teich vor dem Capitol haben wir den Entchen etwas von unserem Kaffeegebäck abgegeben. Wir mussten an diesem Ort hauptsächlich an den von Trump angezettelten „Sturm aufs Capitol“ vor ein paar Jahren denken. Man muss immer wieder den Kopf darüber schütteln. Und jetzt steht dieser Mann wieder als Präsident zur Wahl. Das hat dieses zu Recht stolze Land und Vorreiter der Demokratie, die an diesem Ort in U.S.-Gesetze gegossen wurde, wahrlich nicht verdient.
    Vor der Abfahrt nach New York besuchten wir noch das berühmte National Cemetery in Arlington. Die ganze Kennedy Familie ist hier begraben. Am „Grab des unbekannten Soldaten“, in welchem Gebeine vom 1. und 2. Weltkrieg und vom Koreakrieg ruhen, findet alle 30 min. im Sommer und sonst stündlich eine hoch-zeremonielle Wachablösung statt. Sie wird vom 3. Batallion der U.S. Ground Force traditionell ausgeführt. Die Bewegungen der Jungen Soldaten sind so perfekt und abgehackt, dass es an Computerfiguren erinnert. Das Begräbnisfeld ist riesig und umfasst hauptsächlich Soldaten.
    Nach diesem wichtigen Tagesordnungpunkt ging es Richtung New York. Wir freuen uns drauf!
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  • Der amerikan. Geschichte auf der Spur

    16 août 2024, États Unis ⋅ ☀️ 28 °C

    Von St. Augustin in Florida fuhren wir weiter nach Savannah in Georgia. Hier kamen wir am frühen Abend an, und wir ließen es uns nicht nehmen, von unserem Hotel, welches etwas außerhalb lag, noch einmal ins Zentrum zu fahren. Leider fing es gerade etwas zu regnen an, wir ließen uns aber die Laune nicht verderben und schlenderten an der Waterfront entlang. Dies ist ein ehemaliges Industriegebiet, welches jetzt sehr viele Restaurants, Boutiquen, Souvenirläden und die typischen Bonbonfabriken beherbergt. Nach einem ausgiebigen Bummel entschieden wir uns in ein Pub einzukehren und ließen uns das leckere Essen und Bier schmecken.
    Am Vormittag des nächsten Tages ging es wieder auf Stadtbesichtigung. In Savannah wurden Teile des Filmes „Forest Gump“ gedreht, unter anderem die Anfangsszene auf der Bank. Leider steht diese Bank nicht mehr in dem Park, sondern wird jetzt in einem Museum der Stadt ausgestellt.
    Der nächste Programmpunkte war die Besichtigung der Kathedrale, welche vom Papst Pius IX. sogar zu einer Basilika minor erhoben wurde. Diese wurde im 19. Jahrhundert vom Architekten James Roosevelt Bayley im Neugotischen Stil geplant und 1873 fertiggestellt. Die Türme wurden 1896 hinzugefügt. Die Neugotik zählt zu den frühsten stilistischen Unterarten des Historismus. Viele Stilelemente sind der Gotik entnommen, die Spuren der Jahrhunderte, die diese Kirchen sonst aufweisen, fehlen hier jedoch. Die tollen Buntglasfenster wurden in Innsbruck hergestellt, die vier Seitenaltäre bestehen aus weißem italienischem Marmor. Uns hat die Kirche sehr gefallen. Neugotische Bauwerke werden uns auch in New York bald wiederbegegnen.
    Am frühen Nachmittag fuhren wir weiter nach Charlestown in South Carolina. Hier besuchten wir am Abend noch die Prachtstraßen der Stadt, die „Battery“. Hier stehen prächtige, zum Teil noch im Kolonialstil erbaute Villen bis zur Waterfront. Einige ganz alte Exemplare, noch aus dem 18. Jahrhundert, eher noch weniger prächtig in der Bauausführung, wurden kürzlich zu zweistelligen Millionen Preisen verkauft. Dies erzählte uns zumindest ein einheimischer Amerikaner, der uns suchend herumlaufen sah. Er erklärte uns freundlich nähere Details und wollte uns unbedingt vor den Gebäuden ablichten. Auch die „Rainbow Row“, 13 in Pastellfarben gestrichene historische Häuser, bekam ihren Besuch abgestattet. Auch im „French Quarter“, wo wir zum Abendessen einkehrten, gibt es noch viele Gebäude mit Gaslaternen.

    Am nächsten Tag besuchten wir die „Boone Plantation & Gardens“, eine noch heute betriebene, ehemalige Bauwollplantage. Zuerst wurden wir durch das Herrenhaus geführt. Die Führung war interessant und humorvoll. Da merkt man dann, dass eine Sprache gut können und deren Witze/Kalauer aus dem Mund eines schnellsprechenden Amerikaners zu verstehen, immer noch ein kleiner Unterschied ist——😜.
    Danach folgte eine Fahrt auf einem Hänger durch das Anwesen. Im Nachgang gingen wir durch die Behausungen der damaligen Sklaven. Hier erfuhren wir sehr viel über das damalige Leben und den Sklavenhandel. Auch die weitere Diskriminierung der farbigen Menschen in den USA über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit wird dargestellt. Selten sind die Täter so selbstkritisch…
    Eine weite Fahrt stand noch bevor, und so brachen wir gegen Mittag schon zu unserem nächsten Ziel auf, den Blue Ridge Mountains.
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  • Florida - der Sunshine State

    10 août 2024, États Unis ⋅ ⛅ 33 °C

    Man kennt es ja, dass man sich durch längeres Laufen Blasen an den Füßen holen kann…. Diesmal schaffte ich dies an unserem Flugtag von Trinidad nach Fort Lauderdale, Florida: längeres Anstehen zum Einchecken, Sicherheitskontrollen, Leihwagen Aufnehmen, Laufen zur Coconut Bar an einem Seitenarm des Intercostal Waterway. Die Clam-Shouder, Lobster Bowl und Empanadas an der Waterfront entschädigten aber zuletzt dafür….
    Am nächsten Tag Weiterfahrt nach Cocoa, einer hübschen, beschaulichen Kleinstadt mit kilometerlangem Sandstrand hinter dem ICW, an dem wir nachmittags auch hinter den Brandungswellen Baden gingen.
    Recht lange vergnügten wir uns da im etwas kühleren Nass als wir es aus der Karibik gewohnt waren. Aber als wir, nicht zuletzt wegen einer dunklen Wolkenfront, die aufgezogen war, an Land zurückkehrten, war der Schreck riesig: Unsere Badetasche, Handtücher und meine Bauchtasche waren nicht auffindbar. Leichtsinnigerweise waren beide Handys drin sowie mein Portmonee mit allen Karten, Arztausweis, Autoschlüssel etc. Wir liefen weite Strecken nach Nord und Süd den Strand ab und sprachen Badegäste an, ob sie etwas beobachtet hätten. Wir waren bald ziemlich sicher, beklaut worden zu sein und hielten schon nach Polizei Ausschau. Auf dem Handy eines Badegastes orientierte sich Uwe dann, bei welchem Durchgang wir eigentlich den Strand betreten hatten…. es war noch viel weiter südlich gewesen! Uwe lief los, ich trottete entmutigt hinterher. Der besagte Mann lief mir noch nach, und schenkte uns 2 Flaschen kühles Wasser. Wie verzweifelt und fertig müssen wir ausgesehen haben. Da winkte Uwe von weitem - er hatte unsere Habseligkeiten doch wiedergefunden. Wir waren offenbar so so so weit abgetrieben worden. Derart leichtsinnig werden wir nicht mehr sein!
    Der gesamte nächste Tag gehörte dem Visitors Center von Cape Kanaveral. In mehreren riesigen Hallen + Freigelände werden die Apollo- und Spaceshuttlemissionen sowie aktuellen Raketenprogramme, auch in Zusammenarbeit mit Airbus oder Elon Musk, dargestellt und viele originale Raumschiffe ausgestellt. Wir fanden es besonders eindrucksvoll, wie die wiederverwendbaren Raketen durch den wiederholten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre Schmauchspuren und andere „Abnutzungserscheinungen“ an der Aussenhülle erkennen lassen. In interaktiven Schautafeln und mit Videopräsentationen gibt es viel Abwechslung - so verbrachten wir 8 (!) spannende Stunden. Ich interessierte mich mehr für die Halle mit den „Zukunftsvisionen“ wie die geplanten Marsmissionen, und wie man sich längeres Wohnen im Weltall vorstellt („Space Habitat“). 7 Monate dauert bei den derzeitig verfügbaren Geschwindigkeiten die Reise zum Mars, da kann man nicht die ganze Zeit im Cockpit sitzen. Ein Marsmobil der Amerikaner ist ja schon dort unterwegs und sammelt fleißig Gestein, welches bei folgenden Missionen zur Erde zurückgebracht werden soll, um dann vielleicht das Geheimis von Leben auf dem Mars zu lüften.
    Gestern, am 13. August trafen wir wie vereinbart in der Ferienwohnung von Prof. Günther Hochhaus von der University of Gainsville in St. Augustine ein. Das deutsche Paar war vor über 30 Jahren in die USA gezogen. Günther hatte vor mehr als 30 Jahren für meinen 2019 verstorbenen Mann pharmakokinetische Messungen an Serumproben durchgeführt. Seine Frau Renate und er empfingen uns sehr herzlich, wir redeten über vergangene und aktuelle Zeiten und verbrachten schöne Stunden zusammen, beim Kaffee, Spaziergang am Atlantik und ICW und Abendessen mit Lachs und Salaten.
    Heute früh statteten wir St. Augustine selbst einen Besuch ab. Es wurde 1565 von den Spaniern gegründet und gilt als die älteste durchgehend bewohnte Stadt der USA. Da die Ferienzeit hier gerade zu Ende gegangen ist, war das historische Stadtzentrum (mehr ein historisches Strässchen) nicht überfüllt, und wir gönnten uns einen leckeren Eisbecher und zwei große „Americanos“.
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