• Ding-Dong-Da
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WOW2025 | West-Ost-West

Ein Abenteuer auf eigenen 4Rädern quer durch den afrikanischen Kontinent. Rund 16.700 km gefahrene Kilometer werden am Ende auf dem Tacho stehen. Es locken die Wunder, die Vielfalt und der Spirit Afrikas. Welche ein Erlebnis! Lue lisää
  • Matkan aloitus
    14. huhtikuuta 2025

    PROLOG WOW 2025

    13. huhtikuuta 2025, Saksa ⋅ ☁️ 16 °C

    Es ist Sonntag, 13. April, morgen Abend geht’s los.

    WOW! West-Ost-West Expedition. Rund 16.000 Kilomieter quer durch das südliche Afrika. Rückkehr nach Deutschland Anfang Juli 2025 -so der Plan-.
    Ich möchte -für mich- ein Reisetagebuch schreiben. Früher wurde so etwas auf Papier geschrieben, heute geht’s digital. Die Plattform meiner Wahl ist „FindPenguins“. Mein Benutzername ist „Ding-Dong-Da“ 😊. „Meinrad“ ist zu langweilig, „Ding-Dong-Da“ klingt fetziger, oder?

    Familie, meine Firma und Freunde wollen wissen was ich Wo, Wie treibe. Sie wollen wissen wie’s mir (er)geht und wollen unterhalten werden. So werde ich die Beiträge („Footprints“ genannt) auf WhatsApp-Status, Facebook, Instagramm stellen. Ich hab zwar noch keine wirkliche Ahnung wie das geht, aber man muss ja offen sein für neue Herausforderungen 😊.

    Natürlich kann die Reise und meine Beiträge auch direkt auf „FindPenguins“ verfolgt werden. Interessierte können sich dort einloggen. Oder -bei Interesse- schicke ich einen Einladungslink.

    Das letzte Wochenende in D steht/stand unter dem Zeichen „Cool Tour mit Kultur“. Und welche Stadt eignet sich besser als Leipzig?! Keine! Die hiesige Kombination mit Gewandhaus und Oper auf Weltklasseniveau ist ziemlich einzigartig.
    Los ging’s Freitag mit dem Großen Konzert im Gewandhaus. Das Gewandhausorchester spielte eine Klavierkonzert von Brahms und -meine persönliche Lieblingssinfonie- die 7. Sinfonie von Beethoven. Über das Klavierkonzert möchte ich nicht viel schreiben. Es war gut und technisch brilliant gespielt. Allerdings berühren mich Klavierkonzerte eher weniger. Sie zeigen, dass der Pianist ein hervorragender Virtuose ist, aber die Musik selbst, berührt mich wenig (nicht).
    Das Gegenteil ist die 7. Sinfonie von Beethoven. Was für eine Naturgewalt! Einfach fantastisch! Was dieser Ludwig in seinem stillen Stübchen so alles komponiert hat, sucht wirklich seines gleichen. Und die 7. ist wirklich ein Meisterwerk. So viel Energie. So viel Dynamik. So viel Melodie. Wirklich genial!
    Das ausverkaufte Gewandhaus war ganz aus dem Häuschen und spendete stehenden Applaus. „Bravo“ Rufe wollten kein Ende nehmen. War wirklich toll!
    Am Samstag Ortswechsel. Oper, bzw. Opernhaus. In der Oper ist das Ballettensemble zu Hause. Gestern gab’s eine Premiere. Die „Mondprinzession“. Im ausverkauften Haus zeigte die Tänzerinnen und Tänzer was alles möglich ist auf dieser Welt. Sehr schön. Sehr grazil. Sehr athletisch. Auch hier stehende Ovationen für die Künstler nachdem der Vorhang viel.
    Das Publikum beim Ballett war ein anderes als im Gewandhaus. Wir wunderten uns wo denn all diese -durchaus extrovertierten- Menschen alle herkamen und wo die denn in Leipzig wohnten. Im Glottertal würd‘ man fragen: „Isch denn schu Fasnet?“
    Uns so geht das Wochende zu Ende und der Tag des Abfluges rückt näher.
    Viele fragen, wie ich das denn drei Monate aushalte? Ich antworte: „Weiß ich auch nicht! Schau’n m‘ mal.“
    Andere Frage: „Ist es nicht gefährlich?“ Ich antworte: „Bestimmt! Aber s’ist überall gefährlich auf der Welt. Und die meisten Leute sterben im Bett.“
    Bei all den Touren, auf alle den Kilometern, die ich schon durch Afrika gefahren bin; an alle den möglichen und unmöglichen Plätzen, an denen wir schon übernachtet haben, Nie (!!), wirklich Nie, gab es eine Situation, die auch nur annähernd gefährlich war. Vielleicht herausfordernd, aber nicht gefährlich.
    Die Menschen sind super nett, super freundlich… …wenn man selbst freundlich ist!
    Die wilden Tiere sind friedlich… …wenn man den respektvollen Abstand wahrt!
    Ein kleine Weisheit aus einer japanischen Gesichte zum Abschluß des Prologs:

    „Was ist wichtiger?“, fragt der große Panda, „der Weg oder das Ziel?“
    „Die Weggefährten!“, sagt der kleine Drache.

    In diesem Sinne: s’wird spannend 😊
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  • Omaruru - Diesel & Dust & Water & Craft

    16. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ⛅ 31 °C

    Gestern, Dienstag, sind wir gegen 9 Uhr in Windhoek gelandet. Udo ausgeschlafen, da er -wie immer- ein Pille während des Fluges eingeschmissen hatte. Ich? Na ja! Hatte schon bessere Nächte.
    Am Flughafen wurden wir von Cleo abgeholt. Cleo ist der Mann, der auf Udo‘s Auto aufpasst (und auf die vieler anderer) während er nicht in Namibia ist. Udo hat seinen ausgebauten Landrover Defender dauerhaft in Namibia stehen. Der Landy ist Baujahr 2003 und hat Udo und seine Familie schon viele tausend Kilometer durch Afrika gebracht. Jetzt, so der Plan, soll er uns quer durch Afrika bringen. Damit er dies auch im bestmöglichen Zustand tun kann, hat Udo in der Werkstatt seines Vertrauens einen, Termin gemacht. Die Werkstatt mit Namen „Caspers Car Repair“ sitzt leider nicht in Windhoek sondern in Omaruru. Das hieß für uns -bzw. für mich- nochmal 3 Stunden Autofahrt gen Norden.
    Für mich war/ist es die Gelegenheit den Landy kennenzulernen. Ich war bis dato noch nie Defender gefahren. Tja, und Defender sind nicht dafür bekannt ein Highlight an Komfort und Bequemlichkeit zu sein. Und so durfte ich mein Hemd nass schwitzen im Umgang mit der Schaltung (ein Rührgerät mit langem Hebel), der wunderbaren Klimaanlage (der Name ist irreführend; denn Klima findet nur draussen statt, im Auto ist‘ & bleibt‘s kuschlig warm) und natürlich dem Linksverkehr. Ich war durchaus erleichtert als wir aus Windhoek raus waren und die Straßen leerer und einsamer wurden. Aber s‘wird. Der Landy und ich werden bestimmt noch dicke Freunde!
    Am Spätnachmittag kamen wie in Omaruru an. Den Landy gaben wir in der Werkstatt ab und wir fuhren mit Caspar‘s Lieferwagen (unser Ersatzfahrzeug) zu unserer Unterkunft. Super Luxus! Für namibianische Verhältnisse. Fließend heiß und kaltes Wasser, funktionierende Toilette, keine Kakerlacken oder sonstiges Getier. Abends ging‘s ins Kashana. Das ist ein lauschiges Restaurant mit sehr gutem Wildfleisch. Für Udo und mich gab‘s Oryx-Steak. Perfekt gebraten, super lecker. Dazu ein Bierchen und als Abschluss noch ein Glas Wein. Dann war der Bub gesättigt, hundemüde und froh sich lang ausstrecken zu können.
    Heute Morgen waren die beiden Herren frisch geduscht, teilrasiert und bereit für den ersten vollen Tag in Afrika.
    Los ging‘s mit Frühstück im Ongwari Cafe. Einem wirklich lauschigen Plätzchen in Omaruru. Wie so oft, waren die Gäste zu 100% weiß und die Angestellten zu 100% schwarz. Und wie immer, alle sind super nett. Es ist übrigens so, dass Deutsch durchaus oft gesprochen wird. Nicht nur von einheimischen Weissen, nein, sondern auch die einheimischen Schwarzen reden Deutsch und sind ganz stolz drauf.
    Im Ongwari Café gibt‘s neben English Breakfast auch ein German Breskfast. Einziger Unterschied: anstatt des obligatorischen Bacon gab‘s Schinken. Der Rest (scrambeld Eggs, Toast und Gemüse) war dasselbe.
    War auf jeden Fall sehr schön und sehr lecker.
    Dann ging‘s an den „Schlachtplan“ (Einkaufsliste). Da wir einige Tage unterwegs sein werden müssen wir ein Grundgerüst an Getränken und Lebesmitteln mitnehmen. Unterwegs wird zwar immer wieder hinzugekauft und ergänzt (frische Dinge), aber z.B. die Getränkeliste muss jetzt schon stehen.
    Udo und ich sind dezent unterwegs! Will heißen, dass nicht Paletten an Bier ganz oben auf der Liste stehen, sondern Wasser, Wasser, Wasser. Und -eine Neuerung- wir haben das allerste Mal ausschließlich alkohlfreies Bier auf die Liste gesetzt. Natürlich Gin für den Sundowner und Amarula für den Nach(t)tisch. Auch bei der Anzahl der Weinpackungen (Plastikpack) sind wir sparsam. 3 ltr. Rot- und 6 ltr. Weisswein. Das muss reichen. Für‘s Erste 😁.
    Als weiteres brauchten wir noch Campingausrüstung. Es ist noch nicht klar wo bzw. wie wir schlafen. Udo ist bekennender Bodenschläfer. Deshalb ist klar, er schläft im Bodenzelt. Und ich? Ich weiss noch nicht. Udo hat ein hervorragendes Dachzelt auf seinem Landy. Allerdings ist das hoch- und runterklettern (über Ersatzreifen und Heckleiter) etwas tricky und nichts für schlaftrunkenen oder Wein beseelten Zustand. Bodenzelt geht auch für mich immer, so dass ich noch schwanke. Jedenfalls brauchen wir Campingmatratzen. Fündig wurden wir sowohl bei Matratzen wie auch bei Getränken im örtlichen „Ich-hab-alles-Laden“. Sogar Udo‘s Gasflaschen konnten wir hier befüllen lassen. Wir immer sind die Leute sehr nett und hilfsbereit. Ob beim Einweisen auf den Parkplatz („I take care Mister. I take care Mister.) oder bei der Gestellung eines Personal Shoppers („Yes! Yes! Yes!), alle lächeln und sind mehr oder weniger hilfsbereit. Aber klaro, ist der liebste Lohn für Hilfsbereitschaft eine paar klingende Münzen oder knisternde Scheine. Das ist o.k., denn Jungs helfen wirklich, sie verdienen es sich.
    Der restliche Tag hat solch interessante Highlights wie Mittagsschlaf, Wäsche waschen, diesen Footprint schreiben.
    De Landy holen wie morgen früh. Dann geht die wilde Fahrt zurück nach Windhoek.
    Ä guets Nächtle in den vorösterlichen Norden!
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  • Männer WG - Ein Hausstand entsteht!

    17. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Heute Morgen startete der Tag mit „sunny side up“ und leckerer Laugenkäsestange frisch aus dem Ofen. Wo? Na in „unserem“ Stammcafé Ongwari.
    Kurz nach 9 Uhr war‘s dann soweit. Wir konnten den Landy frisch überholt, gewaschen und gesaugt bei Caspar abholen. Michael -Chef- liess es sich nicht nehmen unsere Logos höchstpersönlich an zu bringen.
    Jetzt ist das Baby gerüstet für die Fahrt!
    Es würde uns freuen wenn die Leserinnen und Leser dieser Zeilen alle Daumen drückten, auf dass unsere wilde Fahrt ohne Schäden an Mensch und Maschine stattfindet.
    So ein Landrover Defender ist allerdings eine spezielle Art von Fahrzeug. Böse Zungen behaupten, dass ein Landy nie wirklich kaputt geht… …aber auch nie wirklich ganz ist. Oder: Treffen sich zwei Landy Fahrer werden nicht etwa Begrüßungsformeln wie etwa „Was für ein schöner Tag heute!“ ausgetauscht, sondern die erste Frage ist: „Wo ist denn die nächste Werkstatt?“, oder „Ich brauch das Ersatzteil XY. Hast Du eines dabei?“ Eine sehr beliebte Floskel unter Offroadern lautet: Der Landy fahrt mit Dir in jedes Gelände! Aber nur mit nem Toyota kommst Du auch wieder raus! 😄
    Wie gesagt, Udo‘s Landy und ich werden dicke Freunde! Jawoll! 😅

    Mittags ging‘s dann in flotter Fahrt nach Windhoek, wo der eigentlich anstrengende Teil des Tages auf uns wartete: Die Gründung einer Männer WG und Ausstattung unseres gemeinsamen Hausstandes.
    Udo hat so viele Kisten und Material, dass wir erst mal alles sortieren, bewerten und im Zweifelsfall wegschmeißen mussten. Alles was unser neuer Hausstand braucht wurde in Boxen gepackt und verstaut. Udo und ich waren uns einig, dass wir bestimmt noch mindestens 1 x umräumen bis wir unsere Ideallösung gefunden haben.
    Jetzt lassen wir erstmal das namibianische Sandmännchen kommen, uns körnigen Namib Schlafsand in die Augen streuen und verabschieden uns in die Nacht 💫.
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  • „Mein erster Neger“&Geburtstag&MeetUp

    18. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Es ist Samstagnachmittag und ich liege bequem ausgestreckt im Hotelzimmer. Wir sind hier für 1 Nacht im Mövenpick Hotel untergebracht. Die heutige Nacht hat Mr. Namibia, Carsten Möhle, für uns gebucht. Denn heute bzw. heute Abend ist der Kick-Off der WOW 2025. Heute Abend treffen wir zum ersten Mal unsere Mitreisenden. Wir dürfen gespannt sein, wer da alles mit uns Pistenstaub schlucken will.
    Heute hat Udo Geburtstag. Es versteht sich, dass ich die exakte Zahl nicht erwähne. Nur soviel: Irgendwas zwischen 18 und 80 😁.
    Heut‘ Morgen hab ich ihm selbstverständlich ein Geburtstagsständchen gesungen. Nicht schön, aber laut! Zum Geburtstag später mehr!
    Gestern waren wir bei Carsten Möhle, unserem Expeditionsleiter. Carsten ist Mr. Namibia, mit einem allumfassenden Wissen über Namibia im speziellen und über Afrika im allgemeinen.
    Carsten hat eine ganz spezielle Alarmanlage für sein Haus. Im Eingangsbereich sind zwei Schlangen modelliert und darunter „Achtung Schlangenfarm! Betreten auf eigene Gefahr!“ Funktioniert. Es wurde noch nie eingebrochen.
    Carsten hat einen Container im Garten stehen. In diesem Container befindet sich seine Privatbibliothek. Und die ist umfangreich. Sehr umfangreich. Aus vielen Epochen des 20. Jahrhunderts ist Literatur über Kolonialisierung, Politk, Reiseberichte, Reiseführer, Fauna, Flora u.v.m. zu finden. Die Neuzeit kommt selbstverständlich auch nicht zu kurz. Der Klassiker der modernen Frauenliteratur „Mein erster Neger“ von Margit Schreiner ist vorhanden, wie auch die Nobelpreis verdächtigen Bücher unseres scheidenden Wirtschaftsminister Robert Habeck „Der Schrei der Hyänen“ und „Mittagsglut im Schatten der Kameldornbäume“. Beides Klassiker der Weltliteratur. Carsten meinte, das das erstere überarbeitet und neu aufgelegt wird, da Herr Habeck im Original zu viel das Wort „Neger“ verwendet hat. Tja auch ein gestandener Schriftsteller wie Herr Habeck muss sich dem Zeitgeist beugen.
    Die Rückfahrt von Dar es Salaam ist ja dem deutschen „Indiana Jones“ Paul Grätz gewidmet. Er war der erste Mensch, der Afrika von Ost nach West mit dem Auto querte. Das war 1907. Eigentlich wollte er es in sieben Monaten geschafft haben. Gedauert hatte es tatsächlich zwei Jahre (1907-1909). Das eine Foto zeigt unter welchen Bedingungen die Querung stattfand. Keine Brücken, keine/kaum Straßen, keine Ersatzteile. Zum Überqueren vom Flüssen wurde das Auto auseinander gebaut, die Einzelteile über den Fluß getragen und drüben wieder zusammengebaut. Wenn kein Benzin zur Verfügung war oder der Motor versagte, wurde das Auto mit Ochsengespannen durch den afrikanischen Busch gezogen. Das war ein echtes Abenteuer. Wir sind da eher im Weichspülmodus unterwegs.
    Ich beende diesen heutigen Footprint. Über alles was heute Abend geschieht berichte ich später.
    Morgen 9 Uhr wird die Startlinie der WOW 2025 überschritten(fahren).
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  • Udo forever - Landy? Eine neue Liebe! ZD

    19. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ 🌙 19 °C

    Es ist Sonntagabend. Während im Norden unsere Halbkugel die Ostereier verspeist und die Osterhasen weggeschleckt werden, sitzen wir in Swakobmund am Strand. Hinter mir rauscht der Atlantik, vor mir riecht es nach Grillfleisch und am Lagerfeuer werden Kennenlerngespräche geführt.
    Der erste gemeinsame Tag aller Teilnehmer liegt hinter uns. Die für mich positivste Überraschung: Männlein-Weiblein-Verhältnis liegt bei 60:40. Ich hatte mit 90% Männeranteil gerechnet, was ich tatsächlich nicht gut fände.
    Für die das Gruppengefühl, für‘s Gruppenklima, einfach für alles ist ein 50:50 Verhältnis ideal. So wie‘s jetzt ist, passt‘s.
    Nun Sprung zurück nach gestern Abend. Ein Kennenlernabend in Joe‘s Beerhouse in Windhoek. Und Udo hatte ja Geburtstag! Da musste noch was passieren 😉.
    Auf meiner ersten Reise mit Udo, erzählte er in weinseeliger Runde, dass er ein großer Fan von Udo Jürgens sei. Und der sei ja bekanntlich nach seinen Konzerten im weißen Bademantel nochmals auf die Bühne gekommen. Und so einen Bademantel, seufzte er, hätte er auch gerne.
    Tjaaaaa, da Udo‘s Geburtstag mit dem Start der Tour zusammenviel, dachte ich, da organisier ich was. Über Carsten -Mr. Namibia- bekam ich die Adresse einer Stickerei in Windhoek. Von Deutschland aus bestellte ich bei Daan (so hieß der Besitzer) einen weißen Bademantel mit aufgesticktem Monogram „Udo forever“. Und was soll ich sagen? Es hat alles geklappt. Am Donnerstag fuhren wir bei Daan vorbei und ich nahm einen wunderbar bestickten weißen Bademantel schön umhüllt in einer roten Plastiktüte, mit. Tolle Sache!
    Udo war tatsächlich völlig ahnungslos.
    Abends dann, in Joe‘s Beerhouse, hielt ich eine kleine Ansprache und bat Udo vor die versammelte Mannschaft. Ich erzählte von Udo‘s großem Wunsch, und dass es gilt Wünsche zu erfüllen. Udo schwante im Laufe meiner Ausführungen was da auf ihn zukam. Und, er war tatsächlich etwas nervös als er am
    Knoten der roten Plastiktüte herumhantierte. Ich würde sagen, die Überraschung gelang! Der Bademantel passt und sieht super aus!
    Zur Überraschung kamen dann noch die Angestellten Joe‘s, sangen ein Geburtstagslied und überbrachten einen Käsekuchen mit Kerzen. Es war -nicht nur für Udo- ein gelungener Abend 👍🚀😁.
    Heute 9 Uhr war dann offizieller Auftakt der WOW 2025. Carsten hielt eine kurze Rede und stellte den heutigen Plan vor. Von Windhoek nach Swakobmund über den Bosua Pass.
    Vor Swakobmund dann ein Treffen mit einem Team des ZDF, welches eine Serie über deutsche Aussteiger in Namibia drehte. Und Carsten, unser Mr. Namibia. ist der Held einer dieser Stories (Ausstrahlung im Herbst 2025). Nun wurde Bildmaterial benötigt. Es bot sich sich da ja wohl nichts besseres an, als Carsten bei der Arbeit -mit uns!!- zu filmen. So kam‘s, dass Kameramann, Tontechniker und Regisseurin uns filmten wie wir im Convoy durch die Ebene Namibias fuhren. Sie filmten uns wie wir ins Hotel eincheckten und wie wir am Strand unser KennlernBBQ hatten. Carsten wurde immer wieder interviewt. Auch Teilnehmer unserer Truppe wurden interviewt. So auch Udo. Lässig mit Zigarillo in der einen und dem Weinglas in der anderen Hand, fragte er erst mal in die Kamera ob es denn störe dass nebenher rauche. Natürlich nicht, so die Antwort, es solle alles ganz natürlich sein. Ja und so kam‘s, dass Udo es ins TV schaffte. Ich gehe davon aus, dass als nächstes die Apotheken Rundschau mit einer Homestory von Udo (Udo ist Apotheker) und einem Starschnitt Poster aufwarten wird. 😌😁
    Nun zur Fahrt von Windhoek nach Swakobmund. Heute war der erste Tag, an dem ich den Landy über Stock und Stein, Staub und Dreck jagen durfte. Und was soll ich sagen? Es ist echte Freundschaft zwischen ihm und mir! Noch nicht Liebe, aber Freundschaft. So viel geschaltet, gekuppelt und Gas gegeben hab ich noch nie. Das war wie hartes Muskeltraining im Fitness.
    Und die Landschaft? Genial! Da es geregnet hatte war alles am Sprießen und Blühen. Tolle Landschaft. Tolle Natur!

    Nun hab ich wieder viel geschrieben. Es ist nach 23 Uhr. Zeit für den „Anti-Falten-Schlaf“. Wünsche ä guet‘s Nächtle!
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  • Wenn der Schakal den Strauß im…

    21. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ⛅ 27 °C

    Puuuh! Es ist Dienstag. Ein langer Fahr-Tag liegt hinter uns. Heute war ich dran. Der Landy und ich verstehen uns immer besser. Einzig beim Getriebe-Rühren mit dem Schalthebel rumpelt‘s noch ab und an. Das liegt allerdings nicht am Landy, eher am Fahrer.
    Nun aber eins nach dem anderen.
    Gestern -Ostermontag- ging‘s vom wolkenverhangenen, kühlen Swakobmund ins Landesinnere, in Richtung Erongo Berge. Die Landschaft war spektakulär. Weite Ebenen und einzeln stehende Berge, alles im hellen Licht der Sonne, und alles saftig grün. Das saftige Grün ist Wellness für die Augen und in der anstehenden Trockenzeit von kurzer Lebensdauer. Für jetzt: Sehr schön.
    Endziel der Fahrt über staubige Pisten waren die Erongo Berge. Und dort Omadumba und hier der Campplatz bei den San Buschleuten.
    Die San sind die ursprüngliche Bevölkerungsgruppe vom Namibia. Allerdings sind/waren sie den einwandernden Hereros, Himbas, Damas nicht gewachsen. Und klar, wollen sie Auto, Handy, TV und sonstige Annehmlichkeiten der westlichen Zivilisation, aber viele von ihnen leben ihren ursprünglichen Lebensstil.
    Wir fanden eine wunderschöne Landschaft und das ZDF Team vor. Es sollten die letzten Aufnahmen von Carsten „Mr. Namibia“ werden. Unsere Truppe und die San waren Nebendarsteller.
    Wie so oft fühlte ich mich solchen Inszenierungen peinlich berührt. Denn die San zeigen sich uns ja nur gegen Spenden und in dem Fall dem ZDF.
    Während wie an unseren Sundowner lutschten kam eine Gruppe von San tanzend auf uns zu. Vorneweg ein Mann, der mit seiner aufgerichteten Hand einen Vogel Strauß imitierte. Hinter ihm singend die Gruppe an Frauen und Kindern. Am Schluß ein weiterer Mann, der mit seiner Hand den jagenden Schakal darstellte. Das ganze stellte ein Jagdszene im Busch dar.
    Allgegenwärtig das Aufnahmeteam des ZDF inkl. Drohnenflug über uns.
    Als genügend Material „in der Kiste war“ gab‘s noch ein Abschlußinterview mit Carsten und für uns ein super leckers Abendessen (Geschnetzeltes mit Reiss und Gemüse).
    Und dann, dann kam die Premiere. Die erste Nacht im neuem Zelt, auf neuer Matratze. Wie war die Nacht? Gut! Mit Einschränkrung 😌.
    Irgendwann fing meine Verdauung an zu rumoren und der Bauch krampfte. Was folgte waren zwei heftige Entladungen im staubigen Sand Namibias mit anschließender Verschleierung (Sand&Steine) des unrühmlichem aber notwenigen Ereignisses.
    Ach ja, wie geht‘s denn der Truppe. Im Großen und Ganze gut, Udo und mir sehr gut (bis auf oben erwähnte Begleitumstände). Einer, ein alleinreißender Prof.Dr., liefen 8 Liter Coca Cola im Kofferraum aus (was für eine klebrige süßliche Sauerei), einem anderen Auto hat es schon zwei Stoßdämpfer zertrümmert. Einem anderen die Windschutzscheibe. Das alles am zweiten echtem Fahrtag von rund siebzig. Und die harten Routen kommen erst. Bei drei anderen Herren ( 3 Herren in einem Auto) war die Stimmung schon durchaus angespannt, da es drei Meiningen zu Route gab. Das Ergebnis waren 30 Kilometer Umweg und erhitzte Gemüter. Bier hilft! Oft! Auch in diesem Fall 😄!
    Heute stand eine lange Tour von Erongo in den Südraum der Etoshs Pfanne an. „Roy‘s Restcamp“ hieß das Tagesziel.
    Heute wird gegrillt. „Braii“ heisst Grillen im südlichen Afrika.
    Ich verabschiede mich jetzt ans Lagerfeuer und wünsche allen Guten Appetit 😋 .
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  • Khaudum Idylle - Nye Nye Offroad

    24. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ☁️ 23 °C

    Achtung: Dies ist kein Text für überzeugte Toyota Enthusiasten! Denn es werden Tatsachen geschildert, die fundamentale Überzeugungen der Toyo-Welt erschüttern. Geschichtsbücher müssen neu geschrieben werden. Lagerfeuergeschichten müssen neu erzählt und alte geschreddert werden.

    Aber erst mal eins nach dem anderen.
    „Eins nach dem anderen“ fällt mittlerweile schwer, da sooo viel passiert / erlebt ist.
    Khaudum! Wer diesen Nationalpark auf der Landkarte sucht wird eine riesige Fläche mit ganz wenigen, sehr schmalen Pisten und ganz wenigen Campingplätzen finden. Die Natur ist grenzenlos überwältigend, zumal jetzt nach der Regenzeit sie mit Blumen, Blüten und Farben geradezu verschwenderisch umgeht. Die Tierwelt findet ein schier unbegrenztes Angebot an Nahrung. Dies ist schön für die Tiere und schlecht für die in Allradfahrzeugen sitzenden Homo Sapiens, welche die Tiere sehen wollen. Wie machten zwei Gamedrives. Einen am Nachmittag und einen am frühen Morgen. Am Nachmittag fuhren wie in die untergehende Sonne, mit vielen bunten großen und kleinen Vögeln, deren Namen wir mit viel Mühe hätten herausfinden können, aber zu faul waren. Von den größeren konnten wir Adlern (Raubadler), Störche (Wollströrchen), Löffelreiher und Geier identifizieren. Völlig aus dem Nichts trafen wir auf einen testosteron gesteuerten jungen Elefantenbullen. Der war definitiv „not amused“ uns zu sehen. Rüssel erhoben, die Ohren stellend und schwenkend machte er klar, dass es für uns kein Vorwärtskommen gab. Im Gegenteil. Im Rückwärtsgang durch den schmalen Pfad steuernd zogen wir uns zurück. Nachdem wir dachten, dass er sich beruhigt hätte wollten wir ihm vorbei ziehen. Nix war! Wieder Rüssel hoch, Ohren schwenken, und tröten. Das ging mindestens 3x so! Das nervte nicht unerheblich! Irgendwann hatte er die Schnauze voll und wir konnten endlich den Heimweg antreten. Der lohnte sich tatsächlich. Christoph und Meike hatten unglaublich lecker gekocht. Oryx Filet, gekochtes Gemüse und Nudeln. Alles garniert mit einer leckeren Soße.
    Falls ich es bisher noch nicht erwähnt hatte. Wie haben Vollpension! Frühstück und Abendessen werden von Christoph und Meike zubereitet, unterstützt von einem Helfern aus unserem Kreis.
    Morgens um 6 Uhr waren Udo und ich schon wieder auf den Beinen und los ging die wilde Fahrt zum morgendlichen Gamedrive. Der Morgen bzw. die morgendliche Stimmung ist fantastisch. Die frische Luft, die Abwesenheit von jeglicher Zivilisation, die Geräusche der Vögel und diese unendliche grüne Weite.
    Auf der Hinfahrt durch diese friedliche Idylle ließen wir uns von der landschaftlichen Stimmung einfangen, denn Vierbeiner waren Mangelware. Wir vertändelten die Zeit und hatten plötzlich Druck ins Lager zurück zu kommen. Ergo: Gas geben! Aber dann sprangen sie aus den Büschen. Giraffen, Kudus, Pferdeantilopen. Das war wunderbar.
    Um 11 Uhr war Abfahrt aus Khaudum. Ziel war ein Lager das den Titel hatte „Unter dem großen Baobab“. Was wir hatten, waren die Koordinaten und die Aussage, dass wir durch die Nye-Nye (geprochen: Nai-Nai) Conservation Area fahren würden und das Endziel eine Pangolin (Schuppentier) Forschungsstation sei.
    Was dann folgte, war einer der aufregensten Tage die Landrover Fahrer in seinem Leben erwarte darf 😄.
    Wir fuhren also von der Hauptstraße (Feldweg) in das Gebiet der Nye-Nye. Die Landschaft, der Himmel, die Farben, einfach überwältigend. Herden von Gnu‘s galoppierten vor uns her. Flamingos im Wasser. Toll!
    „Toll“ waren vor allem die Wege auf denen wir fuhren. Hier sind sicherlich nur ganz wenige Touristen je unterwegs gewesen.
    Wasser überall! Friedliche Wege waren Schlamm- und Wasserpisten. Die Durchfahrten waren -gelinde gesagt- herausfordernd. An einer solchen Stelle bliebe Toyota von Christop und Meike stecken. Nichts ging mehr. Der Toyota vom Martin und Heike sollten helfen. Bergeseil ran und Toyo wollte Toyo rausziehen. Da ging nichts! Auch beim Toyo von Heike und Marten drehten die Räder durch. Da kam der Moment vom dem Generationen von Landrover Fahrer im Himmel (oder Hölle, je nach Bevorzugung) noch singen werden. Unser (exakt: Udo‘s Landy) wurde dazu auserkoren die Situation, den Tag, die Woche, die Tour zu retten. Udo schaute von außen fachmännisch zu wie sein Landy all die beiden Toyos an dem Schlamm zog. So easy und sanft wie ein Messer in weiche Butter schneidet. Ich möchte hier nicht verheimlich das Udo‘s und mein Grinsen so breit war wie der der Horizont weit. Unser Landy hatte bewiesen, dass all dieses herablassende Gerede von Toyos über die Unzulänglichkeiten der Landys nicht haltbar waren. Aber hatte ich nicht mal geschrieben, dass ein Landy nie wirklich ganz und nie wirklich kaputt ist. Aaaaalso bei unserem Landy funktioniert nach dem fünften Tag die Türschließung nicht mehr richtig, ein Fenster fällt immer mal ein paar Zentimeter runter, die Scheibenreinigungsdüse funktioniert auf der Beifahrerseite nicht, heute viel die Radkastenabdeckung eines Vorderrades ab. …und wir sind erst am sechsten Tag! 😩😅. Aber alles was mit fahren und Technik zu tun hat schnurrt und schnurrt einfach wunderbar.!
    …und, bei anderen Fahrzeugen sieht‘s schlimmer aus (Dachzelt kaputt, Stroßdämpfer hinüber und, und, und)…

    Aber weiter geht die Fahrt durch diesen interessanten Tag.
    Wasser! Wasser kommt woher es will und geht wohin es will. Uns versperrte es eine Piste zu unserem finalen Camp. Wohl oder über mussten wir andere Wege einschlagen. 1 1/2 Std. später kamen wir in unserem Camp „Unter dem Baobab“ an. Und was war das für win wunderbarer Platz. Wirklich direkt unter einem Baobab! Das Camp ist Heimat der „Pangolin Conservation & Research Foundstion“. Das Pangolin (Schuppentiere) sind tatsächlich ein der meist gejagten (gewilderten Tiere) dieser Erde. Warum? Die Chinesen und Vietnamesen mögen fast alles von diesem Tier. Fleisch, Schuppen, Füße, Augen, Zunge. In der TCM werden Arzneien aus Schuppentiere wundersame Wirkungen zugeschrieben. Und so werden diese Tiere gejagt -natürlich nicht legal; Jagd ist verboten- auf Teufel-komm-raus. Das Blöde -für die Tiere- ist, dass sie sich nicht wehren. Das Einzige was sie tun ist, sich bei Gefahr einzurollen. Der Pangolin-Ball kann dann so einfach wie ein Apfel aufgehoben werden. Die Managerin hielt einen sehr interessanten, Augen öffnenden Vortrag über das Leben und die Wilderei der Pangolins‘. Löwen, Geparde, Wale, alle möglichen Vögel, bekommen mehr Beachtung, werden mehr geschützt als diese putzigen Pangolins. Schlicht, weil diese Tiere zu klein und für die große Welt zu unbedeutend sind.
    Der Abend schloß eine Darbietung der Ranger. Einer der Ranger hatte eigens ein Pangolin Lied kreiert. Er lief mit dem Handy (dort kam die Musik her) vorneweg und die andern eine Art Sprechgesang hinterher.
    Es war ein netter Abend und tolle Location.
    …was gibt‘s sonst zu berichten? Hmmh… …ach ja… …mit meiner rumorenden Verdauung war ich nicht der einzige… ….es mehr als drei und weniger als zehn, die öfters Toilettenpapier benötigten…. …ansonsten geht‘s mit gut (mental)… …körperlich kratzt Hals und Nase ist verstopft. Meine Füße stinken übel, da ich immer diese Gummisandalen trage… …waschen hilft… …kurzzeitig 😄.
    Aber alles gut!
    Wünsche allen ein schönes Wochenende!
    Die nächsten Footprints kommen aus Botswana. Das Land voller Naturschönheiten, dem einzigartigen Okavango Delta, den Vitoria Fällen und vielen, vielen Tieren….
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  • Okavango Delta… …und Action! 🚀

    26. huhtikuuta 2025, Botswana ⋅ ⛅ 26 °C

    Wo soll ich anfangen? Wir soll ich das Okavango Delta beschreiben?
    Man muss das Delta sehen! Riechen! Erleben!
    Es ist ein Naturwunder. Ein Juwel.
    Vor zwei Tagen überquerten wir bei Dobe die Grenze zu Botswana. Es war ein sehr angenehmer Grenzübergang. Keine Lkw‘s, keine Menschenmengen. Keine Korruption.
    Nett und umkompliziert.
    Das erste was sich offensichtlich änderte war Qualität der Straße (Piste). Mehr, viel mehr, Schlaglöcher (Potholes genannt) und ein allgemein schlechterer Gesamtzustand. Zügiges Vorankommen wurde durch unfallfreies Vorankommen ersetzt.
    Ziel in Botswama war das Okavango Delta. Genauer, das Moremi Gebiet. Wir hatten/haben eine Übernachtung in Camp Third Bridge und zwei in North Gate. Beide Camps liegen im Park, sind eher rudimentär und ohne jegliche Absicherung (Zäune) gegen die Tierwelt. Antilopen, Gnus und Affen sind Tagesgäste. Hyänen, Schakale sind Nachtgäste. Löwen, Flußpferde und Elefanten sind fußläufig bzw. tatzenläufig am Lager. Alle Öffnungen (Fenster, Türen) sollten geschlossen sein. Die Affen klauen alles was sie greifen können. Nachts muss alles ins Auto oder Zelt, denn auch die Hymen nehmen alles zwischen die Beißerchen, was nicht aus Metall ist.
    Die Straßen im Park sind keine Straßen sondern eine Aneinanderreihung von Wasserlöchern, die durch etwas Sand verbunden sind. Durch die Regenzeit steht überall Wasser. Straßen sind Schlammlöcher und Wasserspisten sind tückische Fallen. Schrittgeschwindigkeit war durchaus Vmax. Rein in den Dreck, raus aus dem Dreck! Immer Druck auf‘s Gas! Nur nicht steckenbleiben!
    Das waren die Bedingungen für‘s mobile Vorwärtskommen.
    Für die Augen und für die Seele gab es wunderbare Natur und Tierwelt zu schauen. Wir hatten uns einen Tierführer gekauft. Alle Tiere waren/sind abgebildet und mit Check-Boxen versehen. Ein Tier gesehen, abhaken!
    Wirklich, wirklich ein Erlebnis.
    Nach abenteuerlicher Fahrt kamen wir in Third Bridge an. Kurz den Zeltplatz klar gemacht, dann gingen Udo und ich auf Pirschfahrt. Geparden posierten auf einem Hügel. Am Wasserloch trafen sich Antilopen, gefiederte Freunde, Giraffen & Co.. Zurück im Camp, kam die Meldung, dass sich ein Toyota Landcruiser aus unserer Gruppe festgefahren hatte. So richtig festgefahren. In einer Matsch-Wasserdurchfahrt im Schlamm. Idylisch gelegen, aber auch weit entfernt von Hilfe. Was wahre Landy Helden sind, die sind ständig bereit 7/24 😅. Und wenn‘s d‘rum geht Toyotas aus dem Dreck zu ziehen, laufen wir (unser Landy) zur Hochform auf.
    Es war schon dunkle Nacht als wir uns auf den Weg zum versenkten Toyota begaben.
    Nacht ist eine ganz andere Welt! Alles ist anders! Alles ist fremd. Alles ist neu! Und, die Tierwelt ist auf den Läufen. Jäger jagen. Gejagte flüchten.
    Wir fuhren durch die Dunkelheit als das Fahrzeug vor uns bremste. Wir stoppten ebenfalls, sahen aber nichts. Dann drehte ich meinen Kopf nach rechts und mein Herz machte einen Satz und etwas Pippi ging in die Hose. Ich schaute in große runde gelbe Augen. Gelbe Augen umrandet von einem mächtigen Mähnenkranz. Da guckte ein ausgewachsener Löwe direkt neben meinem Landyfester zu uns hinein. Boah ehh, das war fetzig. Ich auf‘s Gas und weiter ging‘s, als plötzlich eine riesige Schlange die Fahrbahn kreuzte. Das war aufregend! Am zu bergenden Toyota angekommen, meinte der Verunfallte, dass er bei Tageslicht (morgen = heute) die Aktion starten wolle. Gut, dann mussten wir uns schon nicht mehr dreckig machen. Also zurück ins Camp. Und wieder eine aufregende Fahrt. Herden von Gnus und Impalas jagten quer über die Piste. Ein Hippo (Flußpferd) kam aus dem Wasser an Land. Wer sich auskennt weiss, dass es der Gesundheit abträglich ist, sich zwischen Hippo und dem Wasser zu stellen. Wir also mit äußerster Vorsicht weiter. Schwierig! Das Hippo war total aufgeregt. Mit einer gewissen Anspannung schlichen wir am Hippo vorbei. Mittlerweile fing es an zu regnen. An eine gemütliche Abendbrotrunde war nicht zu denken. Lecker war das Abendessen trotzdem. Die Stimmung war entspannt, der Regen hörte auf und ein unendlicher Sternenhimmel wölbte sich über uns. Bei so einem tollen Ambiente entschlossenen Udo und ich, zum Abschluss des Tages ein privates (eigenes) Lagerfeuer zu starten. Das war schön!
    Früh am nächsten Morgen ging‘s dann zum versenkten Toyota. Wir „freuten“ uns schon auf den Landy Einsatz. Wir taten alles, um den Toyota zu bergen. Nix! Wir zogen von vorne. Wir zogen vom hinten. Mit Seilwinde, mit Bergegurte. Nix half. Der Toyota saß auf Schlamm festgesaugt. Alle Räder drehten sich wie wild, aber er bewegte sich weder vorwärts noch rückwärts.
    Wir hatten echt alles probiert. Die Lösung war/wäre, alles unter dem Auto wegzuräumen. All den Schlamm wegschaufeln, damit er nicht mehr aufsaß. Das war/wäre eine nasse, dreckige, ätzende Arbeit gewesen. Es war jedoch klar, dass Verstärkung in Form von einheimischen Kräften in Aussicht war. Der Landy hatte alles gegeben was ein Landy geben kann. Unsere Arbeit war getan (leider nicht erfolgreich). Udo und ich fuhren zurück ins Camp. Wie waren geschafft.
    Es schafften die einheimischen Kräfte mit dem Aufbocken des Autos und Unterfüttern, den Toyota frei zu bekommen. „It‘s our daily business“ grinsten die glorreichen Retter.
    Udo und ich waren kaum durch‘s Lagertor gefahren, erklang der Ruf „Dieter ist umgefallen“. Häh , was war denn jetzt los?! Tatsächlich war ein Mitglied unserer Truppe zusammengebrochen und ungebremst auf dem Boden aufgeschlagen. Alarm! Alarm! Glücklicherweise waren Helfer schnell zu Stelle. Lagern, zu trinken geben, gut zureden, Elektrolyte verabreichen. Ein Arzt aus Südafrika (Tourist) war ebenfalls zur Stelle. Alles deutete auf zu wenig Flüssigkeit hin. Ein Kardinalfehler im heißen Afrika.
    Nun, abends, hat sich sein Zustand stabilisiert. Er hat am Abendessen teilgenommen. Seine linke Schlafe ist bepflastert. Um linke Auge reift ein prächtiges Feilchen. Der Grundzustsnd ist glücklicherweise gut und stabil.
    Jetzt, 21.45 Uhr, liege ich im Zelt und tippe diese Zeilen. Die Geräuschkulisse um mich herum ist genial. Hyänen, Frösche, Grillen und Löwen sind der Sound der Nacht. Und wer das tiefe Röhren eines Löwen je gehört hat, der vergisst das nicht.
    Der morgige Tag steht im Zeichen von Gamedrive und Relaxen. Wir sind seit 7 Tagen unterwegs. Um die 70 folgen.
    Keine Ahnung ob ich diesen Rhytmus an Footprints aufrecht erhalten kann. Es passiert so vieles! Jeden Tag.
    Wünsche eine wunderbare Gute Nacht!

    P.S. Beim Abendessen sind wir Dinge durchgegangen, die absolut wichtig sind für so eine Tour. Meine heutigen Favoriten: Silikonspray und Nagelknipser. Wer jemals die Offenbarung eines nach Silikonspray behandelten Schlosses, Reißverschlusses oder Scharniers erfahren hat, der weiß was ich meine. Ist bei uns täglich im Einsatz
    Nagelknipser sind für mich essentiell, da die Fingernägel aufgrund von täglichem Dreck und Arbeit leicht einreißen. Und eingerissener Fingernagel macht keinen Spaß. Nur nervig.
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  • Moremi… …wenn die Hyäne auf Besuch kommt

    28. huhtikuuta 2025, Botswana ⋅ ☁️ 27 °C

    …es ist der 29.04., kurz nach 7 Uhr. Sitze im Landy und lasse mich von Udo durch die Schlaglöcher schaukeln… …schaukeln ist untertrieben… …das Eintauchen in die Löcher und über die Bodenwellen haut voll in die Gedärme… …Durchschnittsgeschwindigkeit 20 km/h (man will ja vorwärts kommen!)
    Die heutige Etappe ist eine heftige. Vom Moremi North Gate über Savuti nach Ihaha. Das sind 4 - 7 Stunden je nach Beschaffenheit der Straße. Fast alles -vor allem Savuti- ist tiefer Sand. Den Reifendruck haben wir heute morgen auf 1,5-1,8 bar runtergenommen. Niedriger Reifendruck ist eine Voraussetzung, um durch tiefen Sand zu kommen ohne festzufahren. Garantie ist es allerdings keine.

    Der gestrige Tag war ein Rasttag, d.h. wir blieben eine zweite Nacht im North Gate Camp. Für viele war‘s ein Tag de Waschens und des Entspannens nach der ersten Woche WOW. Und natürlich ein Tag für Gamedrives. Udo und ich waren morgens für zwei und nachmittags für fast vier Stunden unterwegs. Kreuz und quer durch den Moremi und entlang des Khwai Flusses. Wunderbare Landschaft! Tierwelt satt! Allerdings keine Raubkatzen. Ich hänge diesem Footprint einige Fotos an, die Markus mit einem Teleobjektiv aufgenommen hat. Meine sind mit dem Handy gemacht. Sie sind gut, aber kein Vergleich zu Martins‘.
    Gestern Abend war schon 18 Uhr Abendessen. Christoph hatte wieder suuper gekocht. Es gab Rinderdfulet. Mieli Pap und Shakalaka (scharfes Gemüseallerei). Leeeecker!
    Kurz nach 21 Uhr ging‘s ins Bettchen. Um halb Eins wurde ich wach da auf dem Nachbarcamp plötzlich remmi-demmi war. Geklapper, Geschepper, aufgeregte Stimmen (Südafrikaner). Klare Sache, Hyänen! Da es uns nicht betraf war unsererseits keine Action notwendig. Irgendwann war Ruhe bei den Südafrikanern. Und irgendwann wache ich auf und höre tapsen beim Zelt. Tapsen und Schnaufen. Und das wir nicht Udo‘s tapsen und schnaufen! Gemäß der altbewährten Vogel-Strauß—Politik, klappte ich Ohren und Augen zu und dachte „dieser Kelch wird an mir vorbeigehehen“. Nutzte nix. Das Tapsen und Schnauben blieb. Hinzu kamen Leckgeräusche und das Knarren der Scharniere unseres Tisches. Wie hatten nichts essbares draussen. Es stand unser Tisch und unsere Campingstühle. Da macht sich jemand an unserer Campingausrüstung zu schaffen. Das konnte ja so nicht weitergehen. Also hab ich meine Lampe geschnappt, auf maximal gestellt und rausgeleuchtet. Und wessen Gesicht traf mein Strahl? Klaro, Herr oder Frau Hyäne. In bestem Hochdeutsch brüllte ich „Hey! Hau ab!“ und hielt den Lampenstrahl direkt in die Augen der Hyäne gerichtet. Mein einwandfreies Hochdeutsch und die Kraft des Strahls zeigten Wirkung und die Hyäne zog ab. Fast gleichzeitig zog im Hintergrund ein Schatten vorbei. Die Körperform passte nicht zu einer Hyäne. Ich schenkte der schemenhaften Erscheinung keine weitere Bedeutung, bis Udo -den mein Brüller aufgeweckt hatte- meinte, dass das eine Löwin gewesen sei. Er sei aufgewacht und leuchtete aus dem Zelt. Und was sahen des Apothekers‘ Augen: Eine Löwin! Na das war eine schöner -unerwarteter- Besuch. Die restliche Nacht verlief ruhig.
    Halb sechs war die Nacht rum. Alles aufgerödelt, einen Kaffee und einen Zwick und hieß‘ es „Hit the sand, Landy“
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  • Chobe-Sambesi | zwei mächtige Flüsse

    29. huhtikuuta 2025, Botswana ⋅ ⛅ 29 °C

    …es ist der 30.04., 18.50 Uhr… …liege auf dem Bett. Ein Bett! Welch ein Luxus! Seit 1 1/2 Wochen kennt mein Körper nur eine 5 cm dicke Faltmatratze. Das kein Nörgeln. Ich schlafe sehr auf ihr.
    Heute ist Luxus! Am Abend vor dem Tag der Arbeit. Wir gönnen uns das. Denn wir haben hart gearbeitet, damit wir uns das gönnen können.
    Gestern noch im Zelt und Schlafsack, nur durch die Zeltwand von der Tierwelt Afrikas getrennt. Am Camp Ihaha sind die Paviane das „klauende“ Problem. Alles was lose ist wird geklaut. Und die sind so schnell und so geschickt, dass Mensch echt alles wegschließen muss. Ständig, immer! Außer nachts. Da sitzen die Paviane in den Bäumen, denn sie haben eine Heidenangst vor Leoparden. Somit bleibt der nächtliche Lagerbesuch Hyänen&Co. vorbehalten.
    Das Camp Ihaha liegt am Chobe Fluß. Der Chobe ist einer der größten Flüsse Afrikas. Die Region ist Nationalpark und ein Paradies für Vogelkundler und Tierfotografen. Alle sind sie da. Groß, klein, fliegend, krabbelnd, Vegetarier, Fleischfresser. Das einzige was fehlt sind Veganer. Die haben‘s evolutionstechnisch noch nicht nach Afrika geschafft.
    An unserer Ihaha Campsite sitzend, Gin Tonic schlürfend, auf Christophs‘ Pasta Bolognese wartend, den Sonnenuntergang beachtend, drängt sich der Gedanke auf, dass der liebe Gott hier den Garten Eden geschaffen hat.
    Ich hänge heute wieder (Tier)Fotos von Markus an. Die sind einfach unschlagbar.
    Nach einer ruhigen Nacht stand heute der Grenzübertritt von Botswana nach Sambia an. Kasane in Botswana ist das Sprungbrett nach Sambia. Hier galt es Lebensmittel und Getränke auf zu stocken. Und, Mensch und Maschine hübsch zu machen für den Zoll. Denn welches Land will schon verdreckte Autos und Menschen reinlassen?!
    Gesagt getan, so dass Udo und ich gegen Mittag am Grenzübergang waren. Bei uns lief alles glatt. Es waren zwar wieder viele Papiere aus zufüllen und viele Stationen ab zu laufen, aber wir waren gut vorbereitet. Auch waren die Grenzer/Zöllner hilfsbereit und freundlich. Das ist nicht selbstverständlich. Und, auch wichtig zu erwähnen, keine Korruption!
    Auf sambischer Seite begegnet uns einer neuer Menschenschlag. Die Hautfarbe ist tiefschwarz und die Physiognomie eine andere als in Botswana oder Namibia.
    Tagesziel war/ist das Kayube Estate. Gegründet von einem Deutschen mit Namen von Bülow, ist es ein Juwel direkt am Sambesi gelegen. Der Sambesi ist der noch größere der Flüße. Der Chobe fließt in den Sambesi und dieser ergießt sich bei Livingstone über die Viktoria Falle. Also eine wirklich spektakuläre Gegend. Das Kayube Estate bietet dem Reisenden eine wunderbare Atmosphäre mit Chalets (Riverhouse, Boathouse) direkt am Sambesi.
    Jetzt, 19.30 Uhr sollte eigentlich Abendessen sein, aber es ist verschoben worden, da noch nicht alle Fahrzeuge hier sind. Anscheinend haben einige nicht so viel Glück gehabt am Zoll wir.
    Für jetzt soll mein Geschreibe genug sein.
    Wünsche allen einen schönen 1. Mai!
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  • Kafue: Tse-Tse & Kalaschnikow

    1. toukokuuta 2025, Sambia ⋅ ⛅ 16 °C

    So! Sitze am Kafue Fluß im Kafue Nationalpark im Camp Kasabushi. Ein herrliches Plätzchen.
    Um 16 Uhr gibt‘s einen Gamedrive per Boot. Bevor‘s jedoch losgeht schreib ich noch ein paar Zeilen, denn es gibt einiges zu erzählen.
    Gestern morgen sind wir in Kayube gestart. Rund 11 Stunden Fahrt waren es bis zum Kafue Nationalpark. Ein heftiger Ritt. Wie gewohnt fast ausschließlich Piste, Sand, Schlaflöcher. Über die Fahrt selbst gibt‘s nicht viel zu erzählen, außer dass wir im Landy bald Sandburgen bauen können. Denn, wie ich schon erwähnte, ist ein Landrover nie ganz ganz und so ist er auch nie ganz dicht. Auch eine Umlufteinstellung in der Klimaanlage gibt‘s nicht. So weht durchaus eine zarter Hauch von Sand durch‘s Wageninnere. Alle Klamotten sind in Müllsäcke eingepackt, so dass die weitestgehend verschont bleiben.
    Das gestrige Tagesziel war das Kasabushi Camp im Kafue Nationalpark (Sambia). Wir fuhren, fuhren, fuhren und es wurde später und später. Irgendwann war klar, dass wir Kasabushi keinesfalls bei Tageslicht erreichen werden. Wieder mal blieb Plan A nur der Plan, so dass Plan B greifte. Carsten setzte sich mit dem Headquater vom Kafue Park in Verbindung. Bei einbrechender Dunkelheit erreichten wir das Camp Malala. Wir waren die ersten Gäste auf der Campsite. Die Straße dorthin und das Camp sind noch in keiner Karte verzeichnet. Alle waren froh, dass ein langer Tag zu Ende ging und ein (zwei) leckerer Gin Tonic den Abend einläutete.
    Für was steht der Kafue Nationalpark? Für Antilopen jeder Art, die üblichen Jäger, aber z.B. keine Giraffen. Und: Tse-Tse Fliegen!!! Wieso hat der liebe Gott so etwas geschaffen wie diese blutsaugenden Monster. Und das nicht nur einzelne Exemplare, sondern Millionen und Abermillionen. Tse-Tse Fliegen sind in etwa so groß wie die unsere Rossbremsen. Blutrünstig und „hard-to-kill“.
    Der einzige „Vorteil“ dieser Blutsauger ist, dass sie nachts schlafen und uns Normalsterbliche in Ruhe lassen. Sie übertragen die Schlafkrankheit. Unbedenklich für Wildtiere. Juckend und ätzend für Menschen. Tödlich für Rinder. Deshalb gibt es nirgendwo Viehzucht wo es Tse-Tse Fliegen gibt. Um der Plage Herr zu werden hängen den Straßen blau-schwarz-blaue Lappen, die mit Gift getränkt sind. Aber wieso sollen die Tse-Tse diese Lappen besuchen? Wegen der Farbe Blau. Tse-Tse Fliegen sind Blau Fetischisten. Sie lieben alles blaue. Für mich, der viele blaue Klamotten hat, war deshalb ein Style Wechsel erforderlich. So kleidete ich mich heute morgen in „all-black“. Habe den Style „Tse-Tse-Black“ getauft. Udo erzählte während der Fahrt schon kleine Horrorgeschichten über seine Erfahrungen mit Tse-Tse Überfällen. Auch aus diesem Grund hatte Udo eine Tse-Tse-Abwehrwaffe an Bord: eine Fliegenklatsche.
    Heute Morgen ging‘s bewaffnet und im neuen Style auf die Piste von Malala nach Kasabushi. Das waren überschaubare 80 Kilometer. Schon auf den ersten Metern ging der Kampf mit Klatsche gegen die Tse-Tse los. Udo fuhr, ich klatschte!
    Irgendwann ging eine Piste, die nicht im Navi eingezeichnet war, rechts ab. Ich meinte, Udo lass uns doch die Piste nehmen, mal schauen was wir sehen. Denn Tiere hatten wir bis dato kaum gesehen. Das Gras ist so hoch und die Wälder so dicht, dass Wildtiere genügend Deckung haben. Einzig die Tse-Tse war ständig präsent. Wir fuhren also die Piste runter. Gegen Ende sahen wir rechter Hand Zelte stehen und einige Einheimische. Die Piste war eine Sackgasse. Udo wollte einen Loop drehen und fuhr dabei direkt ins Camp der Leute. Viele Augen, ausschließlich junger Männer, schauten uns an. Einer gestikulierte und redete. Wir wollten jedoch nicht anhalten und/oder den Wagen verlassen (wegen der Tse-Tse). Udo fuhr umbeirrt weiter. Wieder in eine Sackgasse. Wieder umdrehen und wieder durch das Camp. Der Mann stand wieder da und gestikulierte. Sein Gesichtsausdruck war durchaus angesäuert. Einige andere junge Männer standen mit Kalaschnikows bewaffnet daneben. Udo fuhr weiter. Wieder in eine Sachgasse. Wieder zurück. Dann war Schluß. Der Mann stellte sich vor‘s Auto und machte uns unmissverständlich klar, dass er was zu sagen hätte. Also stieg ich aus. Dann ging das Donnerwetter los. Was wir glaubten wer wir seien. Ob wir ihn für blöde hielten. Dann faselte er davon, dass wir eine Wasserleitung im Camp beschädigt hätten. Es bildete sich eine Traube von bewaffneten Männern um uns herum. O-joi-joi, da lag Spannung in der Luft. Ich versicherte, dass wir nichts in böser Absicht getan hätten und es uns laut täte. Der Mann steigerte sich immer mehr hinein. Dann musste Udo aussteigen. Warum er weiter gefahren sei, so der Anschiss. Wir sagten, dass wir nicht aussteigen wollten, um keine Tse-Tse ins Auto zu lassen. Auweia, schlechtes Argument. Ob wir glaubten wir seien was besseres. Sie wären draussen mit den Fliegen und wir wären sicher Auto. Udo wollte das ganze über Geld lösen. Er fragte den Mann, wieviel es koste (die ominöse Wasserleitung). Gaaaanz schlecht! Jetzt explodierte der Mann. Ob wir glaubten, dass er käuflich sei. Die Tirade ging weiter, er war nicht zu beruhigen. Die anderen Jungs, die mit den Karren, standen drum herum, sagten nichts. Wir betonten wiederholt, dass wir nichts böses wollten und für Schaden aufkommen würden. Wir seien Touristen aus Deutschland und hätten die Straße genommen, um Wildtiere sehen. Wir sind dann zusammen mit dem Clan zu deren Camp gelaufen, denn der Mann bestand darauf, uns die Wasserleitung zeigen. Die Leitung (dickes schwarzes oberirdisch verlegte Rohr) zeigte zwar Abdrücke unserer Reifen, aber keinen echten Schaden. Das half nur bedingt. Wiederum die Sache, weshalb wir ihn -wiederholt- ignoriert hätten. Was hätten wir gemacht. wenn sie auf uns gefeiert hätten, so seine Frage. Wieder von uns die Entschuldigung (in ruhigem, freundlichen Ton). Wir hätten ja gehalten, aber wir hatten Angst von den Tse-Tse gefressen zu werden. Und wieder deren Argument, ob wir den glaubten etwas besseres zu sein. Ich sagte, dass sie (die Jungs) hier geboren und aufgewachsen wären und deshalb an die Fliegen gewöhnt seien, wir dagegen nicht. Langsam, ganz langsam beruhigte sich die Situation. Ich erzählte dann die Geschichte unserer Reise, in welchem Camp wir genächtigt hätten (Malala) und wo wir hin wollten (Kasabushi). Die Stimmung normalisierte sich zusehends. Irgendwann, nach unserer hundertsten Entschuldigung, wünschte er uns gute Fahrt. Wir, in ruhigem, schnellen Schritt, zurück zum Landy. Zündschlüssel rum und ab durch die Mitte!
    Udo war ganz fertig. Ohne weiteren Halt fuhren wir ims Kasabushi Camp.
    Nun die Auflösung: Alle Mitarbeiter des Parks tragen Waffen. Bevorzugt Kalschnikows und andere Schnellfeuergewehre. Nicht für den Einsatz gegen Menschen sondern gegen Tierattacken. Nicht als Angriffswaffen sondern zur Verteidigung. Die Jungs waren Angestellte des Campbetreibers. Sie sind dort stationiert, um eine neue Campsite und eine Lodge zu bauen. Unser Fehler war, durch deren Camp zufahren und sie -wiederholt- zu ignorieren. Ergo: Fehlverhalten des weißen Mannes! …na ja eine Gruppe junger Männer mit Kalaschnikows sind nicht gerade einladende „Welcome-Gruppe“.
    Aber alles gut! Alle beruhigt! Udo ist schlafen und ich tippe.
    Das Camp Kasabushi ist sehr nett angelegt. Am Ufer des Kafue und -fast- ohne Tse-Tse. Am Eingang werden alles Autos mit Doom (Sprühgift) desinfiziert. Im Camp selbst
    wird auch desinfiziert.
    Quintin und Tessa sind zwei junge Holländer, die vor zwei Jahren das Camp übernommen haben. Sehr zum Vorteil des Camps. Alles gut, sauber und nett. Eine echte Oase.

    Sodele, das soll‘s für heute gewesen sein. Mal schauen ob ich den Footprint hochladen kann. Im Sambia funktioniert meine Telekomkarte nicht. Christoph hat jedoch Starlink mit dabei. So sind wir auch im afrikanischen Busch mit der Welt verbunden.
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  • M 9 - Leben entlang der Great West Route

    2. toukokuuta 2025, Sambia ⋅ ☁️ 23 °C

    Für eine Nacht sind wir in die Zivilisation eingekehrt. Feste Wände, weiches Bett!
    Pioneer Camp, so heißt unsere Übernachtungslokalität.
    Letzte Nacht noch umringt vom Grunzen der Flußpferde, begleitet uns heute der Sound der Großstand. Im Mayukuyuku Camp am Kafue gestartet, ging es rund 4 Stunden auf geteerten Straßen in die Hauptstadt Sambia, Lusaka. Lusaka ist eine der am schnellsten und wirtschaftlich prosperierendsten Städte Afrikas. Gespeist vom Rohstoffreichtum (z.B. Kupfer und andere Metallerzen boomt die Stadt. Allerdings -wie so oft- zeigt sich der Reichtum nicht bei den normalen Menschen, wie wir sie auf den Straßen sehen. Hier herrscht das wilde und doch organisierte Chaos, inkl. Dreck, Autos, Straßenhändler.
    Die M 9 ist die Great West Route und Lebensader vom Westen Sambias nach Lusaka. Da Leben spielt sich auf und neben der Straße ab. Es ist faszinierend, da wir am Alltag der Einheimischen vorbei rauschen.
    Die Fotos sollen einen kleinen Eindruck vermitteln. Heute war/ist Sonntag. Die Kirchen sind voll und die Straßen weniger verstopft. Kirchen gibt‘s wirklich reichlich. Alle paar Meter steht ein Schild mit Hinweis auf Adventisten, Baptisten, Katholiken und vielen, vielen Mehr. Selbst die die Zeugen Jehovas sind mit zahlreichen Königreichsälen entlang der Straße vertreten. Und alle Versprechen Seelenheil und das Paradies.

    Für heute soll es das gewesen sein.
    Morgen geht es weiter in Richtung South Luangwa Nationalpark.
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  • T 4 - Leben entlang der Great East Route

    6. toukokuuta 2025, Sambia ⋅ 🌬 17 °C

    S‘ ist Mittwoch, 07.05., halb zwölf! Sitze in der Bar im Wildlife Camp am Luangwa Fluß. Im Fluß viele Hippos und Krokos. Am Ufer alle Arten von Antilopen und Vögeln. Rund 500 m von hier wurde vorgestern ein Hippo von Löwen gerissen. Der Kadaver liegt am Ufer und Geier erledigen ihre Arbeit als „Tatortreiniger“.
    Auf der anderen Flußseite liegt der South Luangwa Nationalpark. Gestern Mittag kamen wir hier an. Von unserer Anreise erzähle ich in diesem Footprint.
    Die Anreise! T 4! The Great East Route! So heisst die Straße, die von Lusaka in Richtung Osten führt. Hunderte von Kilometern durch den Alltag der Sambier.
    Wir verließen das Pioneer Camp, Lusaka, am frühen Morgen. Die Straße war gut und der Verkehr mäßig. Ausserhalb Lusakas‘ ist eine Lkw-Waage installiert. Alle Fahrzeuge über 6,5 to müssen rausfahren und sich wiegen lassen. Die übrigen Fahrzeuge -wir- fahren über eine Umfahrung, auf der eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 45 km/h gilt.
    Auf halber Strecke sah ich Polizisten stehen. Ich bin nicht 45 gefahren. Ja! Aber auch nicht wirklich schneller. Schon von weitem sah ich, dass einer der Polizisten den Arm hob. Da wir das einzige Fahrzeug waren, war klar: Der meint uns! Bis dato hatten wir schon einige Polizeikontrollen hinter uns gebracht. Alles easy, alle freundlich. Es wurden unsere Papiere kontrolliert und gut.
    Aber heute stand da einer mit Radarpistole. „Au Backe!“ dachte ich, „das wird heute anders laufen.“ Mit ernstem Gesichtsausdruck und bestimmender Miene wies ein zweiter Polizist auf ein Polizeiauto, das am Straßenrand stand. Besetzt mit 1 Polizisten. Er „lud mich ein“, mich neben ihn zu setzen. Er zeigte mir kein Beweisfoto o.ä. sondern sagte lediglich, dass wie zu schnell waren. Anfangs schien er alles ordnungsgemäß machen zu wollen. Er fing an den Strafzettel zu schreiben. Die Summe war 800 Kwatschas (Sambische Währung). Plötzlich hielt er inne und meinte „plus 700“. Ich hatte keine 1.500 Kwatschas. Ich meinte: „How about Dollars?“. „100 USD“ war seine Antwort. Unverschämtheit! Aber was hätten wir tun sollen/können? Also 100 USD bezahlt. Ich wagte es nach einer Quittung zu fragen. Falsche Frage. Es folgte eine Belehrung über das rechtmäßige Verhalten im Straßenverkehr. Das war‘s!
    Was ist das? Bestechung? Korruption? Erpressung? Uns egal, Hauptsache weg!
    Nun ja, was bleibt von diesem Erlebnis? Das „gute“ Gefühl einer sambischen Polizistenfamilie den Lebensmitteleinkauf zu erleichtern. Und die Gewissheit, dass sich eine gute Tat immer positiv auf einen gesicherten Platz im Paradies auswirkt! 😁
    Weiter ging‘s auf der T4, durch das Leben der Einheimischen. Wie schon auf der M 9, wird alles entlang der Straße verkauft und alles transportiert.
    Eines viel mir auf. Die Sambier per se schauen eher stoisch oder verdrießlich. Ein offenes, freundliches Gesicht zeigten nur die kleinen Kinder. Die lachten und winkten. Der Rest? Stoisch, zuweilen apathisch, verdrießlich. Auf jeden Fall eine freundliche, offene Ausstrahlung ist den Sambiern nicht in die Wiege gelegt. Aber wehe man grüßt sie oder fängt ein Gespräch an, dann „reißt“ das schwarze Gesicht zu einem breiten Lächeln auf und weiße Zähne mit blitzenden Augen strahlen einen an.
    Das Durchschnittsalter liegt in Sambia bei 17 Jahren!!! Das zeigt sich auch im Straßenbild. Alles Jung! Und fast alles wird von jungen Sambiern erledigt. Und von den Frauen. Die Frauen sind das Rückgrat des Landes, der Familie, der Wirtschaft. Die Männer? Na ja, vergessen‘ wir‘s!
    Die Fotos zeigen Menschen, die wir für den Bruchteil einer Sekunde in ihrem Leben begleiten durften.
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  • Malawi - The Warm Heart Of Africa

    8. toukokuuta 2025, Sambia ⋅ ☀️ 21 °C

    Africa kann kalt sein. Zum Beispiel genau jetzt, um kurz nach 6 Uhr in Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi. Kalt, frisch und schön! Wir campieren im Woodlands Camp & Lodges. Ein Waldgebiet mitten in der Stadt. Der aufmerksame Leser/Leserin weiss nun was folgt. Genau! Die Nachtgeräusche setzten sich nicht aus den Grunzlauten der Hippos oder des Brüllens der Löwen zusammen, sondern aus dem konstanten Geräusch welches eine Großstadt liefert. Hinzu kam der Muezzin. Gegen vier Uhr erklang von mehreren Seiten der allmorgendliche Aufruf an alle Moslems gottgefällig zu sein und Allah zu ehren.
    Tja, was soll ich sagen, die Nacht war vorbei.
    Und so sitze ich nun hier, Zelt zusammengepackt, den heißen Kaffee erwartend und schreibe diese Zeilen. Bin abet nicht der einzige. Die Küchencrew mit Maike und Christoph sind auch schon am werkeln. Udo umrundet den Landy und inspiziert was heute denn wohl nicht funktionieren wird.
    Hatte ich schon erwähnt, dass ein Landy nie ganz ganz ist? Und unser herzallerliebster Landy wird immer weniger ganz. Neben den Kleinigkeiten, wie nicht funktionierender Wischwasserdüse auf der Fahrerseite, der sich lösenden Schwellerverkkeidung (Udo hatte Teile einer Holzbrücke „touchiert“), über die Seitenfenster, die wir mittlerweile bei Kabelbinder fixiert haben. Neu hinzu kommt, dass die zwei hinteren Seitentüren nicht schließen und die Beifahrertür nicht mehr zu öffnen ist. Dass die hinteren Türen nicht schließen ist semi optimal, da wir das Auto im Prinzip nie alleine lassen können. Als Lösung haben wir die Türen mit den Zurrbändern an die Sitze gebunden. Das muss halten!
    Und sonst? MALAWI !
    THE WARM HEART OF AFRICA!
    So lautet der Werbeslogan für Malawi.
    Malawi hat rd. 22 Mio. Einwohner. Auch hier liegt das Durchschnittsalter bei rd. 17 Jahren. Malawi gilt als siebt ärmstes Land der Welt.
    Gestern sind wir eingereist. Wie war unser Eindruck? Super! Wirklich super! Das Grenzgebäude modern und sauber. Kaum vor das Gebäude gefahren kamen schon aufmerksame junge Männer und wiesen uns einen Parkplatz zu. Zuerst war ich skeptisch, da an solchen Grenzstellen oft windige Jungs rumlaufen. Aber die unsrigen hatten offizielle Ausweise, und symbolisierten „Wir sind für Euch da!“. Schritt für Schritt begleiteten sie uns durch die Ausreise aus Sambia und durch die Einreise nach Malawi. Toller Service. Es stellt sich allerdings heraus, dass die Jungs als Art Versicherungsvertreter fungieren. Jedes Auto muss eine Versicherung bei der Einreise abschließen (Pflichtversicherung). Und die Jungs sind die fliegenden Versicherungsverkäufer, die als Service die „glücklichen“ Neu-Versicherungsnehmer durch die Prozedur der Einreise lotsen. Das ist echt gut! Sogar die Einzahlungsbelege für Zoll und Maut füllten sie aus. Trubel entstand, weil wir 11 Fahrzeuge waren, d.h. 24 Personen aus-, einreisten und 11 Fahrzeuge zu verzollen und zu versichern waren. Bei uns dauerte es zwei Stunden, dann waren wir durch. Ohne den Service der Versicherungsagenten hätte es viel, viel länger gedauert.
    Der erste Eindruck von Malawi war deshalb äusserst gut. Von der Grenze waren es noch rund 2 1/2 Stunden Fahrt nach Lilongwe. Auf der Strecke passierten wir sicherlich mindestens fünf Kontrollpunkte. Polizei, Militär, wieder Polizei und, und, und. Jedesmal wurde zuerst ernst geschaut, dann salutiert, dann breit gegrinst und uns dann eine gute Fahrt gewünscht. Auch die Anzahl der Frauen bei Militär und Polizei war quasi pari mit den Männern. Die Frauenquote scheint in Malawi zu stimmen. Das Leben entlang der Straße entspricht dem in Sambia. Einziger Unterschied -meine Einschätzung- die Menschen sind hübscher und der Gesichtsausdruck offener und freundlicher als im Sambia.
    So, und nun gibt‘s Frühstück!
    Ich beende den Footprint und wünsche einen Guten Morgen ☀️
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  • Die wahren Helden fahren dicke Dinger!

    9. toukokuuta 2025, Malawi ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Kaffee ist heiß, der Tisch gedeckt und die Wellen des Lake Malawi plätschern gemächlich an‘s Ufer. Ein idyllisches Bild!
    Das ist allerdings nur das finale Bild nach zwei heftigen Tagen auf Malawis Straßen.
    Gestern fuhren wir in Lilonge los. 338 km lagen vor uns bis zum Ziel „Flame Tree Lodge“ direkt am Malawisee. Acht Stunden später bog ich in die fantastisch gelegene jedoch deutlich in die Jahre gekommene Lodge ein. Acht Stunden, in denen meine linker Oberschenkelmuskel kurz vor‘m krampfen war und mein linker Arm ein „Schalt-Trauma“ hatte. Empfehlung: Nie mit einem Schaltwagen durch Afrika fahren. Horror bzw. das ist Leistungssport!
    Die Straße aus der Hauptstadt Lilonge raus waren gut und neu. Aber schon nach wenigen Kilometern gerieten wir in das „Aufbau Malawi“ Programm (so hab‘ ich‘s getauft). Die wichtigsten Verbindungsstraßen, die Lebensadern, sind in einem sehr miserablen Zustand. Es gibt weitaus mehr Löcher und Abbruchkanten als zusammenhängend befahrbare Spuren (egal ob Teer oder Piste).
    Aber, da gibt einen großen Sponsor der viel, viel Geld hat und dies liebend gerne den afrikanischen Freunden spendet. Genau! Ich spreche von der EU! Unsere allseits heiss geliebte Europäische Union ist der Geldgeber für dieses riesige Infrastrukturprojekt, welches alle lebenswichtigen Schlaglochpisten in befahrbare Straßen umwandeln soll. Und wer baut die Straßen? Genau: Die Chinesen! Bei allen Baustellen/Bauabschnitten sind jede Menge einheimische Arbeitskräfte am Werkeln und irgendwo am Rande oder auf einer Maschine sitzt ein Chinese. Zu erkennen an den breitkrempigen Sonnenhüten, der passiven Arbeitshaltung (er deligiert / beaufsichtigt / weisst an) und dem asiatischen Gesichtsausdruck. Das war echt überall so. Gestern und heute. Große Baustellen, viele Arbeitet und 1 Chinese.
    Wie bei uns, veranlassen solche Großbaustellen immer Verkehrsstress, Umleitungen und Staus. In Malawi kommt hinzu, dass die Straßen eh in einem katastrophalen Zustand, da sind die Umleitungen (Provisorien) noch viel schlimmer. Für uns im Pkw ist das schon eine echte Herausforderung. Aber Helden, die wahren Helden sind die Lkw Fahrer. Sie schleppen mit ihren Lkws alles lebensnotwenige ins Land und im Land herum. Sie sind oft so vollgepackt, dass man denkt die fallen gleich auseinander. Es werden die gängigen Marken gefahren. Scania, MAN, Volvo und einige, die ich nicht kenne, vermutlich chinesische Fabrikate. Und genau die voll beladenen, überladenen, Lkw quälen sich durch die gleichen Schlaglöcher wie wir. Die Berg schnaufen sie hoch als ob die letzte Stunde geschlagen hätte und bergab stinkt‘s und qualmt‘s. Die (original) Straßen sind eng und lassen oft keinen -befahrbaren- Platz für einen entgegenkommenden Lkw. Und es ist wirklich nicht übertrieben wenn ich sage, dass pro Kilometer mindestens 2 Lkw auf der Straße stehen, die irgendwelche Motor- oder Reifenproblem haben. Manchmal steht da win Lkw, an ein Rad/Felde weg ist aufgebockt ist. Es ist niemand zu sehen, weil der Lkw-Fahrer irgendwo unterwegs ist Ersatzteile/Reifen zu besorgen. Was diese Männer leisten sind echte Heldentaten.
    Und dann die kleinen Taxis/Busse. Viele, viele kleine Autos (kleine Siuzukis, Daihatsu etc.) dienen als Minibus. Wieviele Menschen in solch kleines Gefährt passen ist echt unglaublich. Eine zertifizierte deutsche Legehenne hat mehr Platz in ihrem Stall, als ein Fahrgast in diesen Minigefährten. Die sind immer überlasen. Immer! Und auch die schaukeln durch die Schlaglochpisten und kämpfen sich durch.
    Heute morgen lagen rd. 200 km vor uns. Verabschiedet aus der Flame Tree Lodge wurden wir von einem grandiosen Sonnenaufgang über dem Malawisee.
    Für diese 200 km brauchten wir 5 Stunden. Udo fuhr heute. Er war echt fertig. Schalten, kuppeln, überholen, ausweichen, bremsen und dass alles in permanenter Konzentration, das schafft selbst den routiniertesten Landy Fahrer. Unsere Mitfahrer, die alle Toyota mit Automatik und funktionierende Klimaanlage haben, haben „halben Spaß“.

    Hiermit endet mein Footprint vom Malawisee. Malawi ist ein sehr schönes Land (die Straßen ausser acht gelassen) mit super freundlichen Menschen.
    Morgen geht‘s nach Tansania.
    Der Grenzübergang soll angeblich der korrupteste unserer Reise sein.
    Ich werde berichten!
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  • Tanzania - Welcome to Banana Paradise

    10. toukokuuta 2025, Malawi ⋅ ☀️ 26 °C

    Malawi Adieu! Tanzania Willkommen!
    Gestern war Grenzübertritt.
    Kasumulu, so heißt er und wird als der korrupteste und stressigste Grenzposten Tanzanias bezeichnet.
    Beides können wir (Udo und ich) nicht bestätigen. Andere aus unserer Gruppe schon.
    Korruption ist allerdings bei niemandem aufgetreten. Während Udo und ich jedoch nach 1 1/2 Stunden durch waren, wurde es bei den anderen zu einem Ganztagesprojekt. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Zeit kosten bzw. Wirbel-Zeit-und-Geld koten. Aus einschlägiger Erfahrung haben Udo und ich von all unseren Papieren Kopien dabei (Pass, Führerschein etc.). Für uns war es nur ein Griff in unsere Dokumentenmappe und wie konnten das geforderte (Pass und Führerschein) präsentieren. Andere hatten nichts dabei oder nur digital auf dem Handy. Also mussten sie irgendwo in diesem Grenzpostengetümmel einen Kopierer finden -der funktioniert-, den Preis aushandeln, alles kopieren und dann wieder zurück. Da geht locker eine Stunde dafür drauf.
    Zurück zu unserer letzten Nacht in Malawi. Nach der abenteuerlichen Fahrt über Schlaglochpisten in schöner Umgebung, bogen wie in am frühen Nachmittag in unser Camp „Kings Highway“ ein. Gelegen direkt am See machte es einen sehr guten Eindruck. Gepflegt und gut ausgestattet ist es eine gute Destination für alle Malawi Reisenden. „Kings Highway“ gehört bzw. wird betrieben von den Zeugen Jehovas. Das wissen wir, weil Carsten uns das gesagt hatte. Die Betreiber (ein weißes Pärchen) klopften jedoch nicht an unsere Zelttüren, um uns zu missionieren. Sie waren, freundlich und nett. Das ganze Camp war auch nicht so angelegt, als ob der Weltuntergang vor der Türe steht (wie es die Zeugen Jehovas schon oft vorhergesagt hatten), sondern machte den Eindruck als solle es noch lange auf dieser unserer Erde verweilen.
    Abends gab es Lagerfeuer am Strand und wieder mal ein leckeres Essen von Christoph. Satt, zufrieden und müde ging ich ins Bettchen. Es hätte eine angenehme Nacht werden können, wenn, ja wenn es nicht angefangen hätte zu regnen. Mein Zelt ist ein gutes Zelt für Sommer und Sonne. Aber Regen? Da war ich mir nicht so sicher. Und so lag ich im Zelt, wach, lauschte dem Trommeln der Regentropfen und war ängstlich gespannt ob meine „sweet home“ Regen abkann. Von oben und von der Seite kam nichts. Aber irgendwann merkte ich wie meine Matratze in höhe meines Allerwertesten feucht wurde. „Sch…e! Das kann doch jetzt nicht wahr sein!“ Und es wahr. Die Nässe kam durch den Zeltboden. Das Gute am Schlechten war, dass es nur meine Hüftregion betraf. Oberkörper und Füße blieben trocken. Aber da gibt es nix zu beschönigen, es war eine beschissene Nacht. Schon vor fünf Uhr war die Nacht für mich rum, Ich ging duschen ohne Licht, mit kalten Wasser (die Zeigen Jehovas sind umweltbewusst und sparen Strom und Energie) und begutachtete dann das Malheur. Der Boden des Zeltes war nass, die Matratze feucht und an einer Stelle durchweicht. Mein Schlafsack war an einzelnen Stellen nass. Insgesamt ein überschaubares Schadensbild. Die Lösung für die Zukunft sind Planen. Eine Plane auf den Zeltboden und wenn‘s dicke kommt noch eine Plane über das Zelt geworfen. Das sollte reichen.
    Wie sich herausstellte war ich nicht der Einzige mit einem Nässeproblem. Bei einem anderen Auto war das Dachzelt undicht und die beiden schliefen auf einem Wasserbett. Hört sich lustig an, aber ist ein ernsthaftes Problem. So eine Dachzeltmatratze wieder trocken zu bekommen braucht Zeit und viel Sonne.

    Udo und ich hatten ausgemacht so früh als möglich auf zu brechen, damit wir für den bevorstehenden Grenzübertritt genügend Luft nach hinten hatten. Gesagt, getan! Unser Landy steuerte in wunderbarer Morgensonne und sehr schöner Landschaft auf die Grenze zu.
    Schon weit vor der Grenze kündigte sich diese in einer schier endlosen Schlange an Lkw‘s an.
    Im Prinzip geordnet und doch vollkommen chaotisch stehen die Lkw‘s rum. Einer hatte eine Motorproblem und stand mitten auf der Fahrbahn. Andere Lkw‘s bugsierten drum herum, wir mittendrin und irgendwie ging‘s.
    Und dann sind wie rein in dieses chaotische und trotzdem irgendwie funktionierende Grenzgebebiet. Überall Matsch, Lkw‘s, Menschen, Tiere. So richtig afrikansich. Chaotisch, lässig, aber doch funtionierend.
    Gleich bei der Zufahrt zum malawischen Grenzposten winkte uns ein Mann heran. Um den Hals trug so eine Erkennungs/Identifizierungsmarke. Aha, dachten wir, ein Offizieller. Andrew, so hieß er, war war ein Versicherungsagent. Dieses System war uns schon von sambisch-malawischen Grenze bekannt. Da Tanzania auch eine Pflichtversicherung für jedes Fahrzeug fordert, muss jedes Fahrzeug an der Grenze einen Versicherungsvertrag abschließen. Das machen Jungs wie Andrew. Aber sind weit mehr. Sind sind -jedenfalls unser Andrew- ein helfender Engel in diesem verwirrenden System von Immigration und Verzollung und Parkchaos und Währungschaos. Für uns war‘s echt easy. Andrew kümmerte sich um alles. Perfekt! Und so waren nach 1 1/2 Stunden aus Malawi raus und in Tanzania drin. Ohne Korruption bzw. nicht mal den Anschein von Korruption. Andrews‘ Gebühr waren 20$! Das ist kein Geld für die Zeit und die Nerven, die er uns gespart hat. Nach der Grenze ging‘s dann rein ins neue Land, rein nach Tanzania. Ziel war ein Wildniscamp an einem Kratersee. Auf dem Weg dahin fuhren wir durch Wälder an Bananenstauden. Bananen, Bananen, Bananen! Wer im Himmels Willen ist all diese Bananen? Zwischendrin gab es auch Hänge mit Teepflanzen. Alles sehr schön anzuschauen, wenn nicht dicke, fette Regenwolken sich über die Region senkten. Dann begann‘s zu regnen! Stark und dauerhaft! Die Aussicht eine weitere Nacht im nassen Zelt auf nasser Matratze zu verbringen, trug nicht zu Erheiterung der Stimmung bei.
    Von den anderen unserer Gruppe wussten wir, dass diese noch am Zoll festhingen. Es bestand die Möglichkeit/Gefahr, dass sie es nicht bis zum Einbruch der Nacht schaffen würde. Um mein Nass-Schlecht-Schlaf-Problem zu beheben entschloss ich mich nach einem Hotel oder Herberge Ausschau zu halten. Und siehe da, im Kukuye steht das Landmarkhotel und dieses Hotel war offen und hatte jede Menge Zimmer. Perfekt! Ich informierte die Gruppe, dass Udo und ich für diese Nacht ins Hotel ziehen würden.
    Und so geschah‘s, dass ich heute morgen diese Zeilen tippe, in einem großen warmen Bett liege und gleich zum Frühstück gehe.
    Der Gedanken mit Hotel fand in unserer Gruppe noch weitere Anhänger, so dass das Landmark diese Nacht wohl dem Umsatz des Jahres macht/machte.

    Wünsche allem einem guten Start in die Woche!

    P.S. Ich bitte nochmals alle meine Tippfehler zu entschuldigen. Meine zwei Daumen sind vom der Evolution nicht auserkoren worden, um meinen Wortschwall zu tippen. Sie tun ihr bestes, aber sind nicht perfekt.
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  • Mbeya! Fest f.d.Augen-Horror f.d.Atmung

    12. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ⛅ 21 °C

    Old Farmhouse Kisolanza! Da sitze ich nach einer weiteren 6-stündigen wilden Fahrt.
    Die letzten zwei Tage haben wir Kilometer gemacht auf Tansanias Straßen. Die Straßen entsprechen durchaus der Qualität der bundesdeutschen Landstraßen. Die Verkehrsregeln sind sicherlich die gleichen wie bei uns, die Auslegung, die Auslegung ist jedoch sehr, sehr anders. Durchgezogene weiße Linien, sind lediglich optische Akzente auf schwarzem Teer. Bedeutung haben sie keine. Auch der Überholvorgang bei Gegenverkehr wird nur daran bemessen, ob der Entgegenkommende vier Räder hat und ob er stärker ist als man selbst. Alles andere ob Fahrräder, Motorräder, Menschen oder Tiere haben keine Bedeutung, der Überholvorgang wird selbstverständlich durchgezogen. Wir hatten die Situation, dass wir zwei Lkw vor uns hatten. Wir setzten zum Überholvorgang ein, als der vor uns fahrende ebenfalls zum Überholen des ersten Lkw ansetzte. Da gab‘s nur eines: Gas geben! An einem Punkt waren wie alles drei auf gleicher Höhe. Der 1. Lkw auf der Fahrspur, der 2. Lkw über der Überhol-/Gegenspur und wir als Landy-Turbo auf dem Standstreifen. Und das bei 80 kmh. Es funktioniert! Bei all dem toleranten Auslegen aller Regeln passiert nichts. Wir haben bis dato keinen einzigen Unfall gesehen! Das einzige was die ganze Karawane bremst sind die Speedbumps. Aber nur dann, wenn die Speedbumps so hoch sind, dass das Auto fast auseinanderfliegt wenn man „d‘rüber gleitet“. Ansonsten ist der rechte Fuß stets am Gas! Udo hatte während der Fahrt einen Krampf im rechten Fuß bekommen, obwohl er nicht gefahren ist. Wahrscheinlich hat er im Unterbewußtsein mit mir Gas gegeben 😁!

    Gestern Abend übernachteten wir in der Utengule Coffee Lodge. Ein wunderbarer Platz mit Annehmlichkeiten, die dem Europäer die Seele streicheln. Heimelig und authentisch eingerichtet. Sehr gute Küche und gute Auswahl an Weinen. Und Zimmer! Meine Matratze ist immer noch feucht und gestern regnete es wieder. Ergo: feste Wände und ein Dach. Wirklich sehr, sehr hübsch.
    Hübsch ist nicht der Ausdruck, den ich für die Fahrt durch Mbeya verwenden kann. Eine große Stadt mit einer Hauptstraße und irrsinnigem Verkehr. Hinzu kommt, dass die neben der alten eine neue Straße gebaut wird. Die ganze Durchfahrt ist eine Baustelle. Und alles trifft sich und benutzt diese Baustelle. Das berühmte Nadelöhr. Es bedürfte eines extra Beitrages um zu schildern wie‘s da zugeht. Wir standen im Stau vom vorne bis hinten. Für die Augen war das Durchfahren ein Fest. So viele Eindrücke! So viele verschiedene gleichzeitig stattfindende Ereignisse. Fantastisch! So reizüberflutend für die Augen, so herausfordernd war‘s die Nase und die Atmung. Die Luft war ein Gemisch aus Abgasen aller Viertakter. Hinzu kam der Geruch der Abgase der Tuk-Tuk-Dreiräder und Motorräder. Dann die Kochfeuer entlang der Straße. Der Geruch von aufgerissener frischer Erde und von altem dreckigen stinkendem Schlamm. Und dann natürlich der Duft der tausenden Menschen, die unterwegs sind.
    Eine durchaus herausfordernde Geruchs- und Atemlage für die verwöhnten europäischen Organe.
    Die Utengule Coffee Farm entschädigte jedoch vollumfänglich! Nach einer wunderbaren Nacht mit leckerem Essen, leckeren Wein, heißem Duschwasser, wunderbarem Bett, ging‘s heute Morgen weiter in Richtung Daressalam. Sechs Stunden Fahrt auf tansanischer Landstraße (wie oben beschrieben). Und jetzt das „Old Farmhouse Kizongula“. Eine Perle für die Reisenden. Abgeschirmt vom der Straße bietet es alle Annehmlichkeiten, die man/frau sich wünscht. Wir haben wieder Zimmer bezogen und genießen dieses „Luxusleben“.

    Für heute soll‘s das gewesen sein.
    Ich wünsche allen einen schönen Feierabend und eine geruhsame Nachtruhe 💫
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  • Angekommen! W - O abgeschlossen!

    14. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ 🌬 21 °C

    Es ist vollbracht! Heute Nachmittag gehen 14 Uhr erblickten wir die blauen Weiten des Indischen Ozeans. Rund 6.000 km seit unserem Start in Namibia liegen hinter uns.
    Wie war‘s?
    Kaum zu fassen! Wie ein Kinofilm, in super HD, und doppelter Geschwindigkeit abgespielt.
    Was war besonders?
    Alles! Vor allem die Menschen und das Leben an und auf der Straße. Die Vielfältigkeit und im selben Atemzug die Gleichheit der Lebensweise in den unterschiedlichen Ländern: Namibia ist im Gegensatz zu den anderen bereisten Ländern in Sachen Infrastruktur, Tourismus und Lebensmittelversorgung weit vorn. Sambia dafür in Sachen Fahrrad fahren und Holzkohle. Beides in rauen Mengen am Straßenrand und auf der Straße zu finden. Malawi ist führender „Anbieter“ im Bereich Staatsstraßen als Offroad-Parcour. Tansania scheint - bis dato - das umtriebigste Land im Güterumschlag zu sein.
    Für mich stehen über allem die Könige der Landstraße. Was diese Männer über alle Grenzen, Berge und Schlaglochpisten hinweg leisten, ist grandios. Jeder von ihnen verdient einen Orden. Unter welchen Bedingungen sie Menschen, Tiere und Unternehmen versorgen, ist bewundernswert; ebenso wie sie in ihren Lkws leben und was sie ertragen müssen. Alleine heute sind wir an einem umgekippten Tanklaster vorbeigefahren. Ein überladener Holzlaster war von der Fahrbahn abgekommen und im Wald gestrandet. Mehrere ausgebrannte Lkw-Ruinen mussten wir umkurven. Lkws in allen Aggregatzuständen: Führer(Fahrer)los, aufgebockt, mit Motorschaden, im Schritttempo fahrend, schleichend und rasend. Die Lkw-Schlange, welche die Berge hochkeucht. stinkt, auf der anderen Seite quietschend und mit glühenden Bremsen runterfährt, muss man gesehen, erlebt und überholt haben. Zwischendrin Motorradtaxis, Kleinlaster, Minibusse und Überlandbusse. Alles in maximal möglicher Geschwindigkeit und im ständigen Überholmodus. Das ist ein echtes Erlebnis!

    Heute stand am Ende und quasi als Kirsche auf der Torte die 20-Millionen-Metropole Dar Es Salaam an.
    Unser Camp Kipepeo Beach liegt auf der anderen Seite von Dar Es Salaam, direkt am Sandstrand des Indischen Ozeans. Will heißen, wir mussten quer durch diese uns unbekannte afrikanische Metropole. Im Prinzip kein Problem, wenn‘s Navi uns richtig lenkt. Unser Problem war, dass Google Maps und Garmin unterschiedliche Routen zeigten und wir verunsichert waren, welche die richtige sei. Es gibt Brücken, Fähren, Baustellen, neue und alte Wege. Zwei Routen im Blick zu haben und im pulsierenden Verkehr sicher mit zu schwimmen, das war durchaus anspruchsvoll. Irgendwann, irgendwie einigten sich die beiden Systeme auf eine gemeinsame Route. Das entspannte die Situation am Lenkrad. So konnte ich mich wieder aufs Rechtsüberholen, Linksüberholen, Gasgeben, Hupen, Bremsen, Gasgeben, konzentrieren. Irgendwann schimmerte der Indische Ozean vor uns.
    Ziel erreicht!

    Morgen haben wir einen Tag zum Verschnaufen. Übermorgen erfülle ich mir einen Kindheitstraum: Ngorogoro Krater und Serengeti!
    Zwei Traumziele aus Kinderzeiten, als Prof. Grizmek mit seinen Sendungen „Ein Herz für Tiere“ und „Die Serengeti darf nicht sterben!“ die bundesdeutschen Wohnstuben in seinen Bann zog.

    Deshalb: Es bleibt spannend! 😄
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  • Serengeti: Gestrandet mit Wlan&Foodporn

    17. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 24 °C

    Gestrandet! WLan! Satt!
    Was ein Prolog für einen Samstagabend, an dem ich meine Daumen lange „quälen“ muss, denn es gibt durchaus etwas zu erzählen!

    Wie im letzten Footprint geschrieben stand/steht die Erfüllung eines Kindheitstraumes an: Serengeti & Ngorogorokrater!

    Während der Großteil unserer Truppe die Seelen auf Sansibar baumeln lässt, sind Udo und ich heute morgen um 4 Uhr aufgebrochen, um in den Nordosten Tansanias zu reisen.
    Gebucht hatten wir über Carsten (Mr. Namibia) und dieser wiederum bei einem lokalen Reiseveranstalter. 4 Tage, 3 Nächte Serengeti und Ngorogoro Krater! Zwei Highlights, die ihresgleichen suchen.
    Um vier Uhr war das Taxi am Camp. Um 5.20 waren wir am kleinen Inlandsflughafen von Dar Es Salaam. Viel zu früh! Um sechs Uhr wird das Gebäude geöffnet. Also mussten wir draussen auf den Parkbänken ausharren bis es soweit war. Da Udo und ich immer mit Engeln reisen, tauchte ein „Kaffee“Engel auf und erfreute uns mit heißem Kaffe ausserhalb der Öffnungszweiten. Warum das?
    Wir hatten beim Ankommen unseren Taxifahrer gefragt, ob wir hier irgendwo einen Kaffee bekommen könnten. Der fragte herum und die Frage wurde verneint. Wir seien zu früh. Eine junge Frau hatte dies jedoch mitbekommen und wollte den zwei einsamen älteren Herren auf den kalten Metallbänken etwas Gutes tun und brachte uns zwei Tassen Kaffee. Das ist nicht nur sehr freundlich, das ist Weltklasse!!

    Geflogen sind wir in einer Propellermaschine mit 12 Sitzplätzen. Der Flug nach Arusha war ruhig und angenehm. Ich hatte das Privileg, von meinem Fenster aus in Richtung Osten zu schauen. Aufgehende Sonne und den Kilimandscharo im Blick. Das ist schon speziell!

    Im Arusha gelandet, wurden wir von Julius in Empfang genommen. Julius kannten wir zwar bis dato nicht, aber das Schild, welches er in der Ankunftshalle schwenkte, machte ihn als unseren „Freund-auf-Zeit“ erkennbar. Nach einem ersten Händeschütteln führte er uns zum Parkplatz , wo ein voll aufgemotzter Toyota Landcruiser Safari Edition uns erwartete.
    Was für ein Paradies! Geflogen werden! Gefahren werden! Gefüttert werden! Welch wundervolle Aussichten für die nächsten vier Tage!
    Der Plan war wie folgt: Von Arusha am Ngorogorokrater entlang fahren, durch das Massai Gebiet hindurch, in die Serengeti. Dort mittendrin in ein Tented Camp gehen, um uns in den nächsten vier Tagen zurück nach Arusha zu „arbeiten“. Guter Plan!
    Der Plan hatte Bestand, und die Stimmung war gut, bis das verlässlichste aller verlässlichen Fahrzeuge, der Landcruiser - und zwar unser Cruiser -, mitten auf der Strecke am Kraterrand einmal kräftig hustete, dann röchelte, dann starb! Futsch! Aus! Fertig! Schöne Sch…e!!
    Julius guckte zwar gekonnt unter die Kühlerhaube, aber vom Gucken erwachte der Cruiser nicht wieder zum Leben.
    Fahrzeuge hielten und es wurde gefachsimpelt. Unter diesen Fahrzeugen war ein weiterer Cruiser, der mit zwei Guides und zwei Safarigästen besetzt, in unsere Zielrichtung fuhr. Julius musste die Sache mit unserem defekten Auto klären. Wir mussten weiter in die Serengeti. Dankenswerter Weise erklärten sich die zwei Safarigäste (die den Cruiser gebucht hatten) und die zwei Guides sich bereit, uns temporäres Asyl zu gewähren. Julius war erleichtert, wir waren erleichtert. Unsere Asylgeber (vor allem die Dame) war eher ambivalent einverstanden. Denn wie im wahren mitteleuropäischen Wohlstandsdasein, waren da Fragen und Bedenken: Wie lange bleiben die bei uns? Liegen die uns auf der Tasche? Können die sich integrieren? Stören die unser Leben/Pläne/Urlaub?

    Tausend Fragen! Und wie lauteten die Antworten?!
    Klar war, dass wir abends in unserem eigenen gebuchten Camp schlafen wollten. Auf der Tasche liegen mussten wir nicht, denn wir hatten Essen und trinken selbst dabei. Integrieren war einfach, denn das Touristenpaar waren Deutsche und einer der Guides konnte Deutsch sprechen. Pefekt! Der Asylaufenthalt sollte somit abends wieder erledigt sein.
    So der Plan! Was uns, und auch den Guides nicht klar war, war die Lage unseres Camps in der Serengeti. Nach Sichtung unserer Buchung meinten die Beiden zwar, dass unser Camp in der Nähe des Camps ihrer Gäste (der Asylgeber) liege und deshalb alles easy wäre. Die uns abends erwartende Realität war durchaus eine andere.

    Zunächst war aber Friede-Freude-Eierkuchen. Asylgeber, Asylsuchende und einheimische Guides fuhren frohen Mutes in die Weiten der Serengeti.
    Und es war/ist wirklich so wie in den Filmen. Diese Weite. Diese Graslandschaft. Der Himmel, der so nah scheint. Die Vielfalt der Tierwelt. Diese riesigen Herden an Gnus, Zebras und Antilopen. Sehr, sehr schön!

    Gegen 18 Uhr wurden unsere Asylgeber an deren Tented Campsite abgesetzt, um den verdienten Sundowner zu genießen.
    Udo und ich waren auch bereit für den Sundower. Aber an unserer Campsite.

    Dann ging‘s los. Die zwei Guides, die beim Lesen unserer Buchung noch genau wussten wo unser Platz war fingen an zu suchen. Ei-jei-jei, das wurde zu einer Art Schnipseljagd ohne Schnipsel. Wir fuhren hierhin. Wir fuhrem dorthin. Nirgendwo waren wir richtig. Die Jungs telefonierten und fragten andere Fahrer. Und wieder hierhin und dorthin. Nichts fühlte sich richtig an. Irgendwann jedoch meinten sie: „Yes! This is it!“
    Hmmh, also ich empfand uns fehl am Platz, auf dem Camp, welches die Jungs als unser Endziel erkoren. Es waren zwar Leute da (Einheimische) aber keine anderen Safariautos. Es gab keine Rezeption zur Anmeldung und auch keine Feuerstelle -die es immer gibt- um die die Stühle für den Sundowner stehen. Und als der bemühte junge Mann (Rezeptionist) uns auf keiner Gästeliste fand, war klar: Wir sind hier falsch! Es war bereits spät (fast dunkel), unsere Asylgeber-Guides genervt, da sie ja auch nur jemand einen Gefallen taten, und wir, wir waren irgendwie so in „alles-egal-Hauptsache-Essen-Bett-Stimmung“. Unsere ungewollten Gastgeber versprachen sich via Telefon um unseren Status zu kümmern. Sie wollten mit dem Veranstalter klären, wo unser ursprünglicher Fahrer abgeblieben ist, wie es bei uns morgen weitergeht und wie wir bei ihnen unterkommen. Mehr konnten und wollten wir nicht erwarten. Wir sind die einzigen Gäste hier. Niemand da, ausser den Angestellten. Keiner hatte mit uns gerechnet. Wir waren/sind nicht eingeplant. Ein Safarizelt mit drei Himmelbetten durften wir beziehen. Dann wollten sie wissen wann wir Abendessen wollten? Häh?! Wie waren doch garnicht geplant! Ja, da sei so, aber Abendessen sei kein Problem. Na denn auf, dachten wir und begaben uns ins Essenszelt. Im Zelt ist/war für rund 50 Gäste eingedeckt. Nur zwei Plätze waren belegt. Unsere!
    Anfangs machten wir uns noch über die Anzahl Besteck lustig. 1 Löffel, je zwei Gabeln, je zwei Messer. Volle Menü-Besetzung!
    Es ging los mit einer Nudelsuppe. Vorzüglich!
    Dann so ein kleiner Burger (ohne Brot) auf einer Art Kartoffelrösti. Genial! Dann Rinderfiletscheiben an Kürbispürree (Butternut). Lecker, Lecker, Lecker! Und als wir dachten alles sei nun rum, gab‘s noch ein leckeren Nachtisch.
    Wir waren platt! Platt, weil wir papp-satt waren. Platt, weil wir das nie, nie, nie erwartet hatten.
    Wir haben dann nach dem Koch gefragt. Der kam tatsächlich, und wir bedankten uns mit einem im Handschlag überreichten $-Schein.
    Geniales Essen!
    Ebenso genial: die Nachtgeräusche!
    Ich sitze im „Prinzenzelt“ und tippe diese Zeilen. Die einzigen menschlichen Laute sind Udos gleichmäßige Atemzüge. Aber die tierischen Laute von jenseits der Zeltwand!!!Tiefes Grollen von Löwen aus unterschiedlichen Richtungen. Das Keckern der Hyänen. Vereinzelt Schreie von Nachtvögeln. Die Untermalung durch das Zirpen der Grillen.

    Wie laut es ist wenn es ruhig ist!

    Guten Nacht 💫

    P.S. Morgen 9.30 soll ein neues Fahrzeug kommen und uns abholen.
    S‘ bleibt spannend!
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  • „Die Serengeti wird nicht sterben!“

    18. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich hab‘ keine Ahnung wie mein Klein- und Großhirn all diese Eindrücke verarbeiten sollen.
    Wenn IT-Systeme lahm gelegt werden , erhält der Server so viele Anfragen, bis dieser das Volumen nicht mehr verarbeiten kann und abstürzt. „Denial of Service“ nennt sich dieser Absturz.
    Ob es das auch beim menschlichen Gehirn passieren kann? Reizüberflutung?
    Wenn Ja, bin ich gefährdet 😩😄!
    Allerdings im positiven Sinn! Ich lass‘ gerne diese Reize fluten. Nur das Verarbeiten, das kann dauern.

    Es ist 16.40 Uhr, ich sitze in der Country Garden Lodge in Karatu. Ein Kellner hat soeben einen Kaffee und - als Aufmerksamkeit des Hauses - Popcorn gebracht. Der Kaffee lässt mein Herz beben (viel, viel stark) und die Popcorn sind salzig (Wer auf dieser Welt mag salzige Popcorn? Ich nicht! Aber geschenkt ist geschenkt.)
    An meiner ausführlichen Beschreibung des Ist-Zustandes sieht der/die Interessierte: Der Bub‘ hat Zeit!
    Yes! Hab heute keinen anderen Termin und zum Abendessen sind es noch ein paar Stunden Zeit.

    Los geht‘s m mit den Eindrücken und Geschichten aus dem Besuch der Landy-Boys im Serengeti National Park und im Ngorogoro Krater.

    Der letzte Beitrag endete mit dem „Stranden“ im unbekannten Camp und sehr leckerem Abendessen.
    Der nächste Morgen (gestern) brach sonnendurchflutet an. Das Frühstück, welches wir wieder ganz verloren und einsam im 50-Personen-Zelt einnahmen, war super lecker. Sogar mit frisch gepressten Saft und Omelette nach Wahl. Um 9 Uhr waren wir „ready-to-rumble“, denn um 9 Uhr sollte unser neuer Guide nebst neuem Fahrzeug kommen.
    „Hakuna Matata“ hieß dann gegen 10 Uhr als immer noch niemand da war. „Hakuna Matata“ bedeutet so viel wie „alles wird gut“. In unserem Fall wurde dieser Ausdruck an diesem Morgen sehr oft benutzt. Um 12 Uhr bog Justin mit Safariauto in unser Camp ein. Wir waren „gerettet“, unser Asylstatus beendet! Serengeti wir kommen!
    Der Name Serengeti stammt von den Massai und bedeutet „flache Graslandschaft“. Damit ist die Serengeti schon beschrieben. Eine unendliche Ebene mit Gras und den typischen Schirmakazien, vereinzelte Steinhügel, Erhebungen und Wasserstellen.
    Wir hatten das Glück die Serengeti grün, blühend, mit genügend Wasser zu erleben. Und, in der Nebensaison! Ab Mitte Juni beginnt die Hochsaison und die Grasebene wandelt sich in eine Staubwüste. Hochsaison und Trockenzeit bedeuten Massen an Menschen und Massen an Staub. Die Tierbeobachtung ist in dieser Zeit besser, da die Tiere sich an den Wasserstellen treffen.
    Für uns war/ist die jetzige Zeit perfekt. Die wogenden Graslandschaften und die blühenden Pflanzen sind schon klasse an zu schauen. An Tiersichtungen hat es wahrlich nicht gemangelt. Genial!
    Spätnachmittags ging es in unsere gebuchte Unterkunft, die „Serengeti Safari Lodge“.
    Auf einem Hügel gelegen, in bester Sundowner Lage, erwarteten uns üppig ausgestattete Chalets. Tolle Sache! Jeder hatte ein eigenes Chalet. Tolle Sache! Eine fantastische Küche. Das Allerbeste! Die Angestellten ließen uns nicht aus den Augen und bei jedem Augenaufschlag unsererseits, wurden wir gefragt ob alles in Ordnung sei und ob sie etwas für uns tun könnten. Denn, wie konnte es anders sein, wir waren die einzigen (zahlenden) Gäste in der gesamten Lodge. Es gab zwar eine weitere Gruppe, die bestand jedoch aus der Besitzerin und deren Freunde.
    Das Abendessen wurde im Freien serviert. Ein ellenlanges Buffett mit verschieden Stationen. Für Udo, Justin und mich wurde ein extra Tisch aufgestellt. Ein Kellner und eine Kellnerin waren exklusiv für uns zuständig. Was ein Service! Zi essen gab‘s gerilltem Fisch, Lamm und Hühnchen. Verschiedenste Gemüse, Spinat und Reis in verschiedenen Variationen. Und das Dessert-Buffett! D‘Knaller!!
    Alles, auch Brot, Kuchen, Pralinen wird in der Lodge hergestellt. Zugekauft wird das frische Gemüse. Ansonsten wir alles aus eigener Hand geschaffen. Das Essen war wirklich sehr gut. Satt, voll und leicht angetrunken (2 Flaschen Wein) wurden wir in unsere Chalets geleitet. Niemand darf nach Einbruch der Nacht ohne Security durch‘s Gelände streifen.

    Nach einer geruhsamen Nacht im Himmelbett ging‘s 6 Uhr zum Frühstück und 6.30 Uhr sattelten wir den Toyota und auf ging die wilde, wildreiche Fahrt in den Ngorogoro Krater. Auf dem Weg dahin war Katzentreff. Löwen, Geparden, Hyänen, alle „standen Spalier“ zu unserem Abschied. Ach ja, die tausende Gnus und Zebras nicht zu vergessen.
    Die Serengeti liegt auf 1.000 Höhenmeter. Der Ngorogoro Kraterrand liegt auf rd. 2.200 m. Der Kraterboden auf rd. 1.600 m Meereshöhe. Bei der Anfahrt zum Krater gab‘s einiges zu kraxeln. Der Temperaturunterschied war krass. In der Ebene heiß, am Kraterrand kalt, nass mit kaltem zerrenden Wind. Hinunter und wieder raus aus dem Krater geht‘s im Einbahnstraßensystem. Unten angekommen „muss“ man sich erst mal der Szenerie ergeben. Alles flach, i.P. baumlos, alles satt grün, mit Blütenteppichen überzogen und großen Feuchtgebieten/Seen. Fast kreisrund mit steil aufsteigenden satt grün bewachsenen Kraterwänden. Ein Juwel! Die Temperaturen waren wieder sommerlich heiß. Der Ngorogoro ist eine eigene Welt in der Welt. Quasi ist der Ngorogoro sein eigener Zoo. Auf einer überschaubaren Fläche sind sie alle zu finden. Fleischfresser, Pflanzenfresser,
    Allesfresser. Die berühmten afrikanischen Big Five (Löwen, Leoparden, Nashörner, Büffel, Elefanten) alles auf kleiner Fläche. Hinzu kommt die Vogelwelt mit Pelikanen, Flamingos, Kronenkraniche, Riesentrappen und den vielen, vielen mir unbekannten Vögelein. Alle zusammen in diesem Krater. Wirklich einmalig! Wiederum unser Glück: Nebensaison. Justin meinte, dass es in der Hauptsaison von Safarifahrzeugen wimmle und es Staus gebe. Bei uns war alles easy. Es waren einige Safaris unterwegs, aber bei weitem kein Gedränge.

    Nachdem auch der wildeste Löwe bei uns nur noch gedämpftes Gähnen hervorrief war klar: Wir sind durch! Satt! Eindrucks-Satt! Bilder-Satt! Information-Overflow!

    Raus aus dem Krater und auf in unsere lauschige Lodge.

    Grizmeks Film „Die Serengeti darf nicht sterben.“ hat sein Ziel erreicht:
    „Die Serengeti wird nicht sterben“!

    Bevor ich schließe noch eine kleine Episode von unserer Fahrt von der Serengeti zum Krater. Bevor die Ebene in die Berge ansteigt gibt es ein Museum. Das Museum ist Ausgrabungen im Olduvai Gorge gewidmet. Im Olduvai Gorge wurden die ältesten Zeugnisse aufrecht stehender, auf zwei Beinen gehender Menschen gefunden. Die gesamte Gegend ist als „Cradle of Humankind“ bekannt. Die „Wiege der Menschheit“. Hier begann der aufrechte Gang unsereins und die Entwicklung zu unserem Verständnis von „Mensch“. Wir alle stammen aus Afrika, egal wo auf dieser Welt wir leben.
    Jedenfalls gibt es dieses Museum an dem über die fossilen Funde und die zwei dort gefunden Menschentypen ausgestellt und informiert wird. Wie hielten dort an, weil Justin auf Toilette musste. Nicht wegen der Ausstellung und dem Denkmal. Ich schlenderte vom Auto zu dem Denkmal als mich ein Mann aufgeregt zu sich winkte. Ich solle unbedingt mit ihm und (s)einer Frau auf‘s Foto. Ich fand‘s witzig. So entstanden Fotos auf denen die Krone der Schöpfung (Frau) von zwei Prinzen der Schöpfung (Männer) an den Händen gehalten wird. Schwarz-weiß-Mann-Frau halten sich an den Händen. Weil wir alle eins sind! Wir sind alle Menschen! Wir stammen alle vom gleichen Stamm!
    „We all smile the same.“
    Wir lächeln alle gleich!

    Ich hab‘ keine Ahnung wer die beiden waren. Ich weiss weder deren Namen noch woher sie kamen, noch wohin sie wollten.
    Aber für einem kurzen Moment in unserer aller Leben hielten wir Händchen! 😄🚀

    Nun ist gut! Inzwischen ist 18.45 Uhr. Meine Daumen glühen, mein rechter Arm schmerzt und die Buchstaben verschwimmen.

    „Die Serengeti wird nicht sterben!“
    „We all smile the same!“

    Wünsche allen einen schönen Abend!
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  • Dar Es Salaam | Chaos wird Alltag

    21. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ⛅ 29 °C

    Chaos wird Alltag!
    Zurück aus der Welt von Serengeti & Co., empfing uns Dar Es Salaam mit dem nervenzehrenden Verkehrschaos.
    Aber stimmt das noch? Nervenzehrend?! Chaos?!
    Klaro, es ist ein riesiger Tumult an allem was Räder und Beine hat. Verkehrsregeln sind Verhaltensanweisungen auf dem Papier. Das einzige was immer eingehalten wird ist die Verkehrsrichtung, der Linksverkehr. Alles andere? Wird flexibel ausgelegt.
    Chaos? Sollte das nicht eine Flut von Unfällen und eine gewisse Aggressivität der Verkehrsteilnehmer mit sich bringen?
    Sollte! Tut es aber nicht! In der ganzen Zeit, die wir durch diesen Irrsinn kurven sahen wir nur sehr vereinzelt Unfälle. Nie einen Unfall mit Personenschaden. Liegengebliebene Fahrzeuge zu hauf, aber keine keine verunfallten Fahrzeuge durch Kollision mit anderen. Erstaunlich, oder?!
    Meine Erklärung: In Deutschland sind Verkehrsteilnehmer Feinde! Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, keiner gönnt dem anderen „die Butter auf dem Brot“. Jeder für sich hat Recht. Der jeweils andere ist ein Gegner!
    Hier ist das alles ein großer Schwarm. Hier sind es Verkehrsteilnehmer, die echte Teilnehmer sind und -man glaube es oder nicht- auf sich und die anderen achten. Handzeichen geben, Hupen und schon tut sich die Lücke auf und man wird hinein gelassen. Man muss zeigen was/wohin man will, dann klappts hervorragend.
    Wenn man dieses System erst mal verstanden hat, dann wird aus dem Fahren in diesem Chaos Normalität und damit Alltag.
    Zurück zum Tagesgeschehen.
    Unser Landy bekam eine Wellnessbehandlung. Ölwechsel, Bremsbeläge erneuern, Wischwasser Düse gangbar machen und die Türschließer reparieren.
    Udo blieb die ganze Zeit beim Landy, während ich zusammen mit Carsten und zwei anderen Mitreisenden auf Stadtbesichtigung ging. Carsten liegt die deutsche Kolonialzeit sehr am Herzen. So ist er ein profunder Stadtführer. Viel ist allerdings nicht geblieben aus dieser Zeit. Ein Krankenhaus, welches der Kaiser bauen lies und in dem Robert Koch forschte. Eine lutheranische Kirche, die heute noch steht und genutzt wird. 1901 wurde die Kirche eingeweiht. Vieles ist aus dieser Zeit noch vorhanden und in Betrieb. Bruno, ein junger Mann, führte uns durch die Kirche und in den Glockenturm. Die Glocken (3 Stück) werden heute noch vom Hand geläutet. Da hängen drei Seile vom Glockengestühl runter, an denen kräftige Hände ziehen müssen, damit‘s „Ding-Dong“ macht. Die Kirchenuhr ist ein Museumsstück. Alles mechanisch. Auf den Fotos und dem Video bekommt man einen Eindruck wie die Uhr funktioniert. Faszinierend. Und das seit 1901. Wir durften die Uhr sogar selbst stellen. Das war kurz vor 12 Uhr. 12 Uhr findet der zweite von drei täglichen Gottesdiensten statt. Bruno versicherte uns: 3 x am Tag ausverkauftes Haus. Kirche brechend voll! Sogar einen Live Stream gibt es! Tja, hier ist die Kirchenwelt noch in Ordnung.
    Die Finanzierung der Kirche ist auch spannend. Es gibt ja keine Kirchensteuer wie bei uns, sondern die Kirche finanziert sich über Spenden/Zuwendungen. Jedes Mitglied hat sein „Spendertütchen“ in welches er seinen Obulus steckt. Wir bekamen selbstverständlich auch einen Tütchen. In neutralem braun
    gehslten, mit Klebekante, da steckten wir unsere Spende rein.
    Zurück in der Werkstatt entwickelte sich die Welnessbehandlung des Landy zu einem Ganztagesprojekt. Das ganze endete in einer Nachtfahrt durch die Stadt, Und das, meine geneigten LeserInnen, ist nochmal eine ganz andere Nummer. Tagsüber schon chaotisch, entwickelt sich der nächtliche Verkehr zur echten Herausforderung für die Nerven. Sehr viele schlecht beleuchtete, sogar unbeleuchtete Fahrzeuge. Und die Geschwindigkeiten werden nicht reduziert. Die Mopeds schießen wie Torpedos links und rechts am Auto vorbei. Die Tuk-Tuks schwirren wie Hornissen in den Verkehrsstrom hinein und wieder raus. Und man sieht einfach weniger. Die Orientierung ist schlechter und vorausschauend zu fahren ist echt schwierig.
    Aber wir haben‘s geschafft. Spät Abends kamen wir am Kipepeo Beach an. Die letzte Nacht Dar Es Salaam brach an.
    Am nächsten Morgen wurde als Etappenziel ein Hotel in der Stadt Morogro ausgegeben. Etwas über 200 Kilometer war die Strecke. Anfangs über Hauptstraßen, dann über Nebenstrecken. Alle die Erlebnisse und Eindrücke vom Straßenrand sind inzwischen auch Alltag für uns, so dass ich all die Besonderheiten nicht mehr als solche wahrnehme.
    Ab heute, ab dem Verlassen Dar Es Salaams beginnt der zweite Teil der WOW Tour, die OW Querung. Von Ost nach West auf den Spuren von Paul Graetz. Eben jener Paul Graetz, der als erster Mensch den afrikanischen Kontinent per Automobil vom Ost nach West (Deutsch SüdOst nach Deutsch SüdWest) durchfuhr.
    Das alles fand 1907 statt. Graetz brauchte 630 Tage dafür! Wie wollen es in 39 Tagen schaffen.
    Carsten, „Mr. Namibia“, ist sozusagen der Lord-Siegel-Bewahrer für alles was das Leben von Paul Graetz angeht. Egal wo Graetz seinen Fuß hinsetzte, sein Allerwertester den Boden flach drückte, Carsten weiß es. Und so richten wir unsere Reiseroute an der Originalroute von Paul Graetz aus. 1907 waren die Straßen keine Straßen im modernen Sinn, sondern Karawanenwege und Handelspfade. Brücken gab es nicht und Tankstellen mussten noch erfunden werden. Wen‘s interessiert kann gerne nach Paul Graetz googeln.
    Was diese erste Etappe anbelangt, so endete diese in einer Nachtfahrt auf Tansanias Landstraßen. Und das, das machen wie NIE MEHR! Das ist tatsächlich lebensgefährlich. Es ist eine Frage der Zeit bevor‘s kracht. Alle, Busse, Lkws, Autos fahren mit unverminderter
    Geschwindigkeit und halsbrecherischen Überholmanövern durch die Nacht. Für uns, nicht machbar! Die Stimmung der Truppe war denn auch etwas gereizt als wir -glücklicherweise alle heil- im Hotel ankamen. Nie mehr nimmer!

    Mit „jederzeit immer“ werde ich den nächsten Bericht betiteln. Aber jetzt muss ich frühstücken, denn gestern gab‘s nur heißenLuft zum Abendessen.

    Wünsche gutes Erwachen und einen fulminaten, stressfreien Start in die Woche.
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  • Querfeldein durch‘s Massai-Land

    23. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☁️ 24 °C

    Immer wieder!
    So würde ich die Fahrt vom Morogoro nach Lumuma beschreiben.
    Nach morgendlichem Frühstück und letzten „Wunden lecken“ der nächtlichen Autofahrt gings auf in Richtung Lumuma. Als Zwischenhalt und Sammelpunkt wurde die Polizeistation Kilosa benannt.
    Udo und ich machten die „Frontsau“, will heißen wir waren die ersten auf der Piste.
    Morgens, meine geneigten ImLeserInnen, ist es wirklich wunderbar. Die Luft ist frisch und klar. Die Sonne geht geht auf und taucht sie Landschaft in ein warmes Licht. Eine tolle Stimmung. Und wir mit unserem Landy mittendrin. Mittendrin im Land der Massai, Der Weg nach Kilosa führte über eine schmale, gut ausgebaute rote Sandpiste. Wir, der rote Sand und jede Menge Massai mit ihren Rindern und Ziegen. Gleich zu Anfang sahen wir auf der rechten Seite eine große Ansammlung an Massai und noch mehr Vieh. Da war was im Gange! Viehmarkt, Heiratsmarkt?! Wir trauten uns jedoch nicht an zu halten. Irgendwie hatten/haben wir echt Respekt so in deren Welt rein zu platzen, um unsere voyeuristischen Befindlichkeiten zu befriedigen.
    Dass da was im Gange war bestätigte sich auf den nächsten Kilometern. Viele Massai kamen uns entweder zu Fuß oder mit dem Moped entgegen. Immer dabei: Vieh! Ob Rinder in der Herde oder Ziegen quer über‘s Moped geschnallt, alle waren auf dem Weg zum Markt. Die Massa sind alles große schlanke Menschen. Traditionell haben sie immer ihre Dolche, Macheten und Speere dabei. Und immer in ihren farblich knalligen Gewändern. Keine Hosen, keine Shirts, nur diese Art Tunika.
    Und alle immer „Daumen hoch“ und strahlend weiße Beißerchen zeigend. Toll!
    Auch die Landschaft. Eine Augenweide. Flaches Grasland mit Buschwerk. Alles satt grün und blühend. Das alles getaucht in das warme Licht der Morgensonne. Wellness für die Augen!
    Irgendwann am späteren Vormittag kamen wir an unserem Treffpunkt in Kilosa an. Polizeistation Kilosa. Ein guter Ort zu treffen, da in jedem Navi verzeichnet und mit genügend Platz für unsere Autos.
    Wir parkten unserem Landy am Rande, ca. 200 m entfernt vom Polizeigebäude. Dort war ganz schön was los. Auf einer Art Exerzierplatz nahm Polizei in erheblicher Gruppenstärke Übungen und Appelle vor. Wir betrachten alles aus sicherer Entfernung. Dann ging‘s los!
    Mit festem Schritt, das Maschinengewehr umgeschnallt, marschierte ein Uniformierter auf uns so. Auweia, dachten wir, das wird spannend. Freundlich und leicht militärisch begrüßte er uns, fragte wer wir seien und was wir hier täten. Wir, ebenfalls sehr freundlich, erzählten unsere Geschichte und zeigten ihm auf unserer Karte woher und wohin wir wollten. Nickend nahm alles zur Kenntnis. Wir dachten damit sei gut. Weit gefehlt. Er wolle, dass wir uns beim Polizeikommandanten vorstellen. Au Backe! Hatten wir eine Alternative? Nein! Also machten wir gute, erfreute Mine und meinten selbstverständlich gerne. Ich bin dann mit dem Polizisten mit. Tja und dann ging‘s rein in die Kommandozentrale. Kilosa ist ähnlich einem Regierungsbezirk bei uns. Unsere Polizeistation war Zentrale der gesamten Region. Also ich da rein. Immer lächelnd mit einem „Hello. How are you doing?“. Die Ansammlung von grün uniformierten und bewaffneten Männern erhöhte nicht mein Sicherheitsempfinden.
    Mein Begleiter übergab mich an den nächst höheren Rang. Wieder bla-bla-blubb und weiter ging‘s zum nächsten Rang. Alle waren freundlich, hatten aber letztendlich nichts zu melden. Dann landete ich bei D.H. Mhina. Einem großen schlanken Herren mit viel Lametta auf der Brust und auf den Schulterklappen. Mhina war super! Sehr angenehmer Mensch. Er betonte wie schön es, dass wir in Kilosa seien und wir sollen uns sicher fühlen. Er notierte alles was ich sagte in einem schwarzen Buch und stellte viele Fragen zu unserer Gruppe. Es war so eine Mischung aus Verhör und Gespräch. An Punkt meinte er, er wolle mich dem Polizeichef vorstellen. Oha, dachte ich, da gibt‘s noch eine Etage drüber. Also gings wieder in der Hackordnung nach oben. Im obersten Stock des Gebäudes, an einer schweren Holztür klopfte er, verharrte und wartete bis eine laute Stimme etwas rief. Er ging rein und zwei Massai kamen raus. Wieder diese freundliche Begrüssung, das Händeschütteln und die Versicherung, dass wie alle eine Familie seien. Dann wurde ich zu S.L. Kijanga gebeten. Ich hatte eher einen älteren, etwas wohlgeformten Mann erwartet. Kijanga war ein drahtiger Mann in seinen besten 30ßigern. Noch mehr Lametta auf den Schultern als Mhina. Mhina erklärte auf Kisuaheli wer ich sei, wer die Gruppe sei und was wir machten. Dann kam die personliche Vorstellung vom mir und Kijanga von sich. Er war eher nüchtern, denn herzlich. Bei Mhina war‘s umgekehrt. Kijangas Englisch war eher schlecht, so dass Mhina immer wieder übsersetzte. Ich erklärte, dass unser Endziel die Missiom in Lumuma wäre. Beide
    unterhielten sich länger, was darin endete uns von der Fahrt ab zu raten, da die Straße sehr, sehr schlecht sei. Ich wiederum entgegnete, dass unsere Autos das abkönnten und wie schon viele ganz schlechten Straßen befahren hatten. Kijanga griff dann zum Telefon und rief diverse Leute an. Die Gespräche fanden auf Kisuaheli statt. Er legte auf, wiederholte nochmals seine dringende Empfehlung die Straße nach Lumua zu meiden und gab mir dann seine persönliche Handynummer. Wenn irgendetwas sei, wo er helfen könne, dann solle ich ihn anrufen. Tag und Nacht, so sagte er. Sagte das und wünschte mir (uns) eine gute Fahrt. Ich raus aus dem Büro, begleitet von Mhina. Leider, leider durfte ich kein Foto von uns dreien machen. Ich hatte höflich gefragt und es wurde höflich verneint.
    Im Vorraum warteten immer noch die zwei Massai. Wiederum freundliche Worte über „wir sind alle eine große Familie“ und dann ging‘s zurück zum Auto. Mhina gab mir auch seine Handynummer und auch mit der Zusicherung, dass ich immer anrufen könne.
    Das war doch was: Die Telefonnummern der zwei ranghöchsten Polizisten des Regierungsbezirkes! Damit konnte man wuchern, falls tatsächlich mal etwas brenzlig wurde.
    Langsam aber sicher trudelten unsere Mittreisenden ein. Eingetrudelt kamen auch die zwei Massai aus dem Vorzimmer. Sie nisteten sich ein bisschen bei uns ein. Ich latent unzufrieden mit der Situation. Die Jungs gingen uns relativ nah auf den Pelz. Andererseits wurden sie sowohl von dem Polizeichef (Kijanga) wie auch vom Stellvertreter (Mhina) als gleichwertig behandelt. Das bedeutete, dass die beiden Jungs keine Hallodri/Wegelagerer seien, sondern irgendwie zum System gehörten. Ich taufte sie Special Agent 007-1 und 007-2.
    Also machte ich gute Mine zum Spiel und lies mich mit denen ablichten und gab ihnen meine Kontaktdaten.
    Gegend 14 Uhr war unsere Truppe komplett und wir machten und auf nach Lumuma. Die rote Piste war eine wundere Straße durch eine paradisisch-fruchtbare Region. Die Straße führte in die Berge, hinein in einen Urwald der für Tarzan&Jane wie geschaffen schien. Tolle Landschaft. Lange Zeit schien die Warnung der Polizisten völlig übertrieben. Das änderte sich jedoch ab einet bestimmten Stelle.
    Am Ende eines Dorfes war links und rechts Material von der Straße weggebrochen. Links und rechts gings einige Meter in die Tiefe. Irgendwie, gespeist von Adrenalin und Altersstarsinn, war ich sicher, dass wir da rüberkommen. Ich blieb im Auto, Udo und Charlie gaben mit Lenkanweisungen. S‘war knapp aber knapp hatte gereicht. Als nächstes kam Ella mit einem Toyota. Charlie wies sie ein und schwupps war sie drüber. Wir standen am Abgrund und es war klar, da bröckelt was ab und für all unsere Fahrzeuge kann‘s eng werden. Unsere Ansammlung an Fahrzeugen zog eine Ansammlung von Dorfbewohnern an. Es wurde beratschlagt und gefeilscht und eine Lösung gefunden. Die Dorfbewohner schleppten einen halben Baumstamm heran und wir legten Sandbleche. Mithilfe von Fahranweisungen wurde alle Toyotas über die Enge gelotst. Tolle Leistung der Fahrer!!!
    Nach kurzem Verschnaufen ging die wilde Fahrt weiter durch traumhafte Dschungellandschaft. Es gab noch einige Stellen, an dem Allrad mit allen Sperren gefordert war, aber es ging gut.
    Spät am Nachmittag öffnete sich der Dschungel und das Tal von Lumua lag vor uns.

    Wie geht‘s weiter? Himmlisch!!!
    😄
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  • Das Himmelreich liegt in Lumuma!

    23. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 22 °C

    Lumuma! Ich habs immer Lumumba genannt. Ist natürlich nicht richtig. Und nachdem wir Lumuma in unser Herz geschlossen haben, bemühe ich mich um die korrekte Aussprache.

    Wie kam es dazu?
    Na da will ich mal erzählen.
    Wir kamen raus aus diesem abenteuerlichen Offroad Erlebnis in das schöne Lumuma Tal. Es dämmerte schon als Udo und ich auf einer Anhöhe anhielten, um auf den Rest der Truppe zu warten. Ziel war, von Carsten benannt, die Mission in Lumuma. Wo die genau lag wollte (und konnte) uns Carsten nicht sagen. Am Berg deutlich zu sehen. Eine Art Kathedrale. So die Aussage von Carsten.
    Also warteten wir auf der Anhöhe, um von Carsten geleitet zu werden. Vor und lag das Lumuma Tal. Rechts ein Sonnenblumenfeld und am Horizont die glutrote Sonne. Links lag eine Schule. Tolle Location, um zu warten.
    Die Karawane kam und mit ihnen Carsten. Anstatt sich an die Spitze zu setzen, ging Carsten zur Schule, um nach zu fragen ob wie dort campieren konnten. Da waren wir doch etwas verwirrt. Wo blieb der Plan mit der Mission? Carstens Verhandlung zogen und zogen sich. Es wurde dunkler und dunkler und dann Nacht. Die Stimmung der Truppe trübte sich merklich ein. Keine Nachfahrt mehr!
    Ich stand mit Sabine beim Auto als ein Moped neben uns hielt. Da kam er: Der Retter von Lumuma. Patrick! Noch wussten wir nicht, dass er einer der wichtigsten Menschen und unser Retter in der Not für diesen Tag war.
    Er sprach uns an und fragte woher wir kämen und was wir machen. Wir erzählten unsere Geschichte und dass wir jetzt einen Übernachtungsplatz suchten. Patrick erzählte und irgendwann viel das Wort „Mission“. Sofort alarmiert fragten wir ob der die Mission kenne. „Yes, sure.“ war die Antwort. Elektrisiert fragten wir ihn weiter aus. „Yes, camping is possible!“ Da holte ich dann Carsten vom Feld, deutete auf Patrick und sagte: „Das ist unser Mann! Der hat Ahnung. Er weiss wo die Mission ist.“ Carsten sprach dann weiter mit Patrick. Irgendwann hieß es „aufsatteln“ und Patrick nachfahren. Patrick im Motorrad voraus und unsere Kolonne hinterher. Nix war da mit „am Berg deutlich zu sehen“ so wie Carsten es gesagt hatte. Versteckt und von uns unmöglich ohne Patrick zu finden landeten wir dann bei der Mission. Carsten ging zur Missionsleitung, um deren Einwilligung zum Camping ein zu holen. Was er mitbrachte war jedoch ein Geschenk. Die Schwestern luden uns ein im Innenhof der Grundschule zu campieren. Da gebe es Platz und Toiletten. Die Schule, die wir vorfanden, war fantastisch. Im Prinzip nagelneu, nach europäischem Standard gebaut (gesponsert von der Region Trentino, Italien). Wir waren superhappy. Damit jeoch nicht genug. Die Schwestern gaben uns Kartoffeln für unser Abendessen und wollten und unbedingt ein lokales Essen bereiten. Wer wollte den Wunsch himmlischer Schwestern schon ablehnen? Wir nicht! So gab es an diesem Abend zwei Kochstellen. Die eine wir unsere (Kartoffeln und Rinderfiletstreifen). Die andere die der Schwestern. Sie bereiteten einen großen Topf mit Kochbananen, Zwiebeln, Tomaten, Ziegenfleisch und Gewürzen vor. Das war spannend!
    Es wurde für uns ein Late-Night-Dinner. Das Essen der Schwestern war sehr gut. Die Bananen schmecken wie Kartoffeln, Das Ziegenfleisch, ortsüblich zäh. Sehr zäh.
    Nach und nach verkrochen sich alle in ihren Zelten und ein wunderer Abend ging zu Ende.
    Am nächsten Morgen -einem Samstag- staunten die SchülerInnen nicht schlecht, als in ihrem Schulhof Autos mit weißen Menschen parkten. Insgesamt unterrichtet die Schule 170 Kinder. Am Samstag haben nur die Klassen 4 und 7 Unterricht. Die Unterrichtsschwestern waren herzig. So viel Offenheit und Herzlichkeit. Da kann man den Glauben an solche Institutionen wieder gewinnen. Es war so schön, so herzlich. Überall Lachen.
    Charly wollte unbedingt einen Packen Rösti entsorgen (wegschmeißen). Die Rösti waren noch gut, nur Charly mag keine Rösti und wollte diese nicht länger mitschleifen. „Stop!“ sagte ich, „Charly, die spenden wir!“ Gesagt, getan. So entstand der historische Moment, durch den Schweizer Rösti in Tansania zur Legende wurden. Die Schulleiterin war hin und weg. Zum Abschied sangen wir noch ein Liedchen. Einen Kanon aus dem Lehrerzimmer. Wir haben einige LehrerInnen in der Gruppe und da ist so ein Liedchen kein Problem.
    Alle waren happy. Die Schule, die Missionsschwestern und wir! Ein schönes Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Und das alles nur weil ein junger Mann mit Namen Patrick ohne Scheu eine Gruppe fremder weißer Menschen ansprach und sich ganz selbstverständlich unserer annahm und uns leitete. Ein Engel! Weltklasse!
    Als Tagesziel war Kilimatinde vorgegeben. Wildcamping an der Ruine eines deutschen Forts der Kolonialzeit, so die Aussage vom Carsten. Wildcamping bedeutet keine Infrastruktur vor Ort. Diese Aussage und unsere bisherige Erfahrung ließen Udo und mich vorsichtig sein mit der Einschätzung, dass dieser Platz ein guter wäre. Es folgten Stunden auf tansanischen Straßen mit dem bereits bekannten Irrsinn an Verkehr. Zwei Dinge sind erzählenswert. Zum Einen kam uns ein Lkw entgegen, bei dem das Fahrerhaus quasi abrasiert war. Der Fahrer saß auf seinem Sitz und steuerte seinen 40Tonner mit einem Motorradhelm auf dem Kopf! Geil!
    Auf der Strecke stand plötzlich ein Polizist auf der Straße und winkte uns raus. Was hatten wir verbrochen? Alles! Zu schnell! Zu riskant überholt! Durchgezogene Linien überfahren! Alles! Genau so wie alle anderen!
    Zuerst das übliche Geplänkel. Namensvorstellung von ihm und uns. Fragen nach dem persönlichen Befinden „How are you doing“, bis er schließlich mit der Aussage herausrückte „You were speeding! 61 instead 50!“ Das stimmte! Klar waren wir zu schnell. Nach kurzem Überlegen sagte, dass es uns sehr leid tue und es stimme. Aber wir als Deutsche haben beobachtet wie Tansanier fahren und uns der landesüblichen Fahrweise angepasst. „And they are all speeding“ schloß ich! Er guckte mich an, überlegte und sagte: „O.k. please proceed! Drive safe!“ Das war‘s! Glück gehabt und raus geredet! Diese Version werden wir zukünftig immer verwenden.
    Nahe des Ziels Kilimatinde entdeckten wir an der Straße eine Art Hotel, welches Zimmer anbot. Blinker gesetzt, rausgefahren, nachgefragt. Umgerechnet 4 € wollten sie für ein sauberes, gepflegtes Zimmer. Kein Toilettenpapier, keine Handtücher, aber saubere Bettwäsche und viel Platz zu Parken. Für Udo und mich war klar, das wird unser Nachtlager. Wir informierten unsere Mitfahrer über unsere Entscheidung. Drei weitere Autos folgten unserer Wahl. Im Innenhof bauten wir eine Tafel auf und kochten zu Abend. Wir waren die Attraktion. Von allen Seiten wurden wir gefilmt und bestaunt. Ein Massai mit Namen Okesh war total aus dem Häuschen. Große Freude und Verbrüderung. Er war auf dem Weg nach Tabora um dort Vieh zu kaufen. Seither weiß ich den Preis für ein Rind. 400 € für eine ausgewachsenes, gesundes Rind. Man lernt nie aus, jetzt wissen wir sich das! Wir luden ihn zum Essen ein. Es gab Nudeln mit Hackfleischsoße. „Sweet“ meinte er! Es schmeckte ihm sehr gut, jedoch etwas zu süß für ihn. Er aß mit seiner linken Hand. Er erzählte, dass ein Löwe eines seiner Rinder holen wollte und er mit diesem Löwen kämpfte. Echt!!! Das Ergebnis war ein toter Löwe und eine aufgerissene rechte Seite bei Okesh. Im Krankenhaus wurde er zusammengeflickt. Was bleibt ist ein rechter Arm, den er nur noch bedingt beugen kann (kann ihn nicht zum Mund führen) und eine vernarbte rechte Körperseite. Und ich? Ich kenne nun jemand der tatsächlich mit einem Löwen kämpfte.
    Es war ein illustrer Abend und wurde eine angenehme Nacht. Am nächsten Tag -gestern- lautete das Tagesziel „Orion Hotel, Tabora“. Tabora ist eine große Stadt und ehemaliges Zentrum des Sklavenhandels im Ostafrika.
    Das Orion Hotel ist das beste Haus am Ort und 1912 für die Ankunft von Kaiser Wilhelm gebaut.

    Wie‘s weiter geht schreib ich später. Für heute gönne ich meinen Daumen eine -bitter notwendige Pause-.

    Wünsche einen angenehmen Montagabend.
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  • „Dr. David Livingstone I presume.“

    26. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 28 °C

    Dr. David Livingstone!
    Um ihn kommt man hier nicht herum.
    Auch ich (wir) nicht.
    Deshalb dieser Footprint.
    Wer mehr über diese berühmten Worte und über das Leben von Livingstone erfahren will, dem bietet das Internet eine unerschöpfliche Quelle.

    Ich beschließ den heutigen „Tipp-Nachmittag“.
    Genug getippt! Jetzt geht‘s unter die Dusche und dann zum Abendessen.
    😁
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