Auf zu neuen Abenteuern
2 februari, Zwitserland ⋅ ☁️ 5 °C
Nach einer etwas kurzen Nacht geht es heute endlich wieder los. Irgendwie war die Fasnacht gestern doch ein bisschen viel – oder lag es am üppigen Abendessen? Schwer zu sagen. Aber egal – die Vorfreude überwiegt sowieso.
Mit kribbeliger Abenteuerlust rollen wir die ersten Meter und steuern zuerst das Industriegelände ganz in unserer Nähe an. Dort wiegen wir unser beladenes Wohnmobil mit den Hubstützen. Die Spannung steigt… Sind wir zu schwer unterwegs?
Erleichterung pur: Wir sind nicht überladen! Und das Beste – es bleibt sogar noch Platz für toskanischen Wein. Prioritäten müssen sein.
Das Wetter zeigt sich heute von seiner schönsten Seite: strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und kaum Verkehr auf den Strassen. Ursprünglich wollten wir ins Tessin, doch wegen schlechter Wetterprognosen haben wir spontan umgeplant. Stattdessen geht es Richtung Interlaken, genauer gesagt auf einen Campingplatz in der Nähe des Blausees.
Eine Entscheidung, die sich schon jetzt richtig anfühlt.
Die Sonne glitzert im Schnee, während sich der Nebel langsam aus den Tälern hebt und die Berghänge hinaufzieht. Dieses Panorama wirkt fast unwirklich schön – genau diese Momente sind es, weshalb wir das Unterwegssein so lieben.
In Schwyz legen wir einen kurzen Einkaufsstop bei Victorinox ein. Ein kleines, scharfes Messer darf auf unseren Reisen einfach nicht fehlen. Bei der riesigen Auswahl ist die Entscheidung gar nicht so einfach, aber wir werden fündig – Mission erfüllt.
Die Fahrt geht weiter entlang des Urnersees, durch den Seelisberg Richtung Luzern, vorbei am Lungerersee und hinauf auf den Brünigpass. Kurve um Kurve eröffnet sich ein neues Postkartenmotiv.
Wir geniessen es in vollen Zügen, wieder unterwegs zu sein.
Nach einer kurzen Mittagspause rollen wir talwärts, vorbei am türkisfarbenen Brienzersee, Interlaken und am Thunersee entlang. Kurz vor Spiez nehmen wir die Abzweigung Richtung Frutigen – unser Tagesziel.
Auf dem Campingplatz richten wir uns gemütlich ein und erkunden ein wenig die Umgebung. Es dauert nicht lange, bis dieses vertraute Gefühl einsetzt: angekommen sein, obwohl man unterwegs ist.
Schon bald machen wir uns bereit für unseren Ausflug an den Blausee, wo uns ein Spaziergang und ein feines Abendessen erwarten.
Und während die Sonne langsam tiefer sinkt, wissen wir:
Die Reise hat genau richtig begonnen. ✨Meer informatie
Fahrtag immer südwärts
3 februari, Zwitserland ⋅ ⛅ -5 °C
Nach dem gestrigen schönen Abend und dem leckeren Essen starten wir heute gespannt in den Tag. Wie weit werden wir wohl kommen? Unser Ziel ist klar: die italienische Grenze. Doch ob wir es tatsächlich schaffen?
Da unser Wohnmobil mit seinen 3,60 m Höhe leider zu gross für den Autoverlad Kandersteg–Goppenstein ist (erlaubt sind nur 3,55 m), heisst es umplanen. Also fahren wir wieder talauswärts Richtung Thunersee. Zum Glück ist der Umweg überschaubar – und landschaftlich alles andere als ein Nachteil.
Bei traumhaftem Wetter führt uns die Route durchs Simmental an Zweisimmen vorbei, weiter durchs Saanenland und schliesslich hinauf zum Col des Mosses. Hier werden bei Andreas Erinnerungen wach: Während seiner Militärzeit war er für ein paar Tage hier stationiert. Ein besonderes Gefühl, Jahre später wieder an denselben Ort zurückzukehren.
Mit zunehmender Höhe wird das Wetter jedoch unbeständiger. Zwischendurch tanzen sogar ein paar Schneeflocken vor der Windschutzscheibe. Die Abfahrt vom Col des Mosses ist ziemlich steil, doch unser Wohnmobil meistert sie problemlos. Schon bald entdecken wir die ersten Weinreben an den Hängen kurz vor Aigle, die uns bis nach Martigny entlang der Autobahn begleiten.
In der Ebene werden die Rebhänge von grossen Aprikosenplantagen abgelöst – von hier kommen also die berühmten Walliser Aprikosen! Das Wallis empfängt uns von seiner besten Seite: Sonne, milde Temperaturen und dieses besondere Licht, das der Region den Beinamen Sonnenstube der Schweiz eingebracht hat. Die Hänge sind mit unzähligen Rebsorten bepflanzt; im Herbst muss diese Strecke ein einziges Farbenmeer sein.
Der Rhone entlang fahren wir zügig auf der Autobahn bis nach Brig und legen so in kurzer Zeit einige Kilometer zurück. Dort beginnt der steile Aufstieg zum Simplonpass. Die Strasse ist gut ausgebaut, schneefrei – und die Sonne begleitet uns weiterhin. Doch von Süden her ziehen Wolken über die Berggipfel und kündigen einen Wetterwechsel an.
Oben auf dem Simplonpass legen wir einen Kaffeehalt ein – und treffen spontan eine Entscheidung: Wir bleiben über Nacht. Parken ist kostenlos, lediglich die Kurtaxe ist zu bezahlen. Einfach grossartig – vielen Dank an die Region! Laut Wetterbericht soll es auf der Südseite ungemütlich werden, und wir haben keine Lust, schon heute Nacht vom Trommeln des Regens auf dem Dach geweckt zu werden. Das wird uns in den nächsten Tagen wohl noch oft genug begleiten.
Ein kurzer Spaziergang auf rund 2'000 m ü. M. darf natürlich nicht fehlen. Doch hier scheint alles im Winterschlaf zu liegen, selbst Hauseingänge werden nicht mehr freigeräumt. Der Wind rüttelt kräftig an unserem Wohnmobil, obwohl wir geschützt hinter einer grossen Glaswand stehen.
Auf dem Simplon entdecken wir auch das Wahrzeichen des Passes: den mächtigen Adler. Der Adler ist über 9m hoch und besteht aus grob behauenen Steinen. Als Symbol der Wachsamkeit steht er hier als Soldatendenkmal. Auf seinem Sockel steht:
«IN DER FREIHEIT DER BERGE STEHT ES, EIN WUCHTIGES MAL AUS HARTEM GRANIT:
EIN GEDENKEN TREUER PFLICHTERFÜLLUNG, EIN DAUERNDES MAHNEN,
WILLIG UND WACH ZU SEIN FÜR UNSERE FREIHEIT.»
Leider führt momentan kein Weg direkt zum Adler – alles ist tief verschneit. So bleibt uns nur der Blick aus der Ferne. Trotzdem beeindruckt er, wie er dort oben über den Pass wacht.
Auch wenn wir unser heutiges Tagesziel nicht erreicht haben, geniessen wir jede freie Minute. Genau so fühlt sich Reisen für uns richtig an: ohne Druck, im eigenen Tempo und mit Zeit für all die kleinen und grossen Momente am Wegesrand.Meer informatie
Zwischen Schnee, Regen und Geschichte
4 februari, Italië ⋅ 🌧 4 °C
Nach einer windigen Nacht mit leichtem Schneefall erwachen wir in einer stillen, frisch verschneiten Landschaft. Alles wirkt gedämpft, fast unwirklich ruhig – nur der Schneepflug ist zu hören, der fleißig seine Runden dreht.
Bald brechen wir auf. Talwärts ist die Straße noch schneebedeckt und rutschig, doch wir haben keine Eile und begegnen kaum Verkehr. Auf der Gegenfahrbahn stehen mehrere LKWs still – sie dürfen oder können wohl nicht mehr weiterfahren.
Am Schweiz–Italien-Zoll geht der Schnee allmählich in Regen über. Genau damit haben wir gerechnet. Nach einem kurzen Gastankstopp fahren wir weiter auf die Autobahn Richtung Mailand. Das Wetter zeigt sich wenig einladend – es regnet heute gefühlt nur einmal. Die Felder entlang der Strecke sind völlig durchnässt, das Wasser steht auf den Äckern, und an Feldarbeit ist momentan nicht zu denken.
Unser Ziel ist Castell’Arquato, ein historisches Dorf in der Emilia-Romagna, das zu den schönsten Orten Italiens zählt. Schon von Weitem sieht man die Türme auf dem Hügel thronen. Der Weg hinauf ins historische Zentrum führt über Kopfsteinpflaster vorbei an alten Mauern und kleinen Ausblicken in die sanfte Hügellandschaft.
Oben angekommen fühlt man sich plötzlich wie in einer anderen Zeit. Auf der Piazza Monumentale versammeln sich die bedeutendsten Bauwerke des Ortes: der eindrucksvolle Palazzo del Podestà, die Collegiata Santa Maria und die mächtige Rocca Viscontea. Gemeinsam erzählen sie von einer Epoche, in der hier Ritter, Adelige und Geistliche das Leben bestimmten.
Trotz des verregneten Tages lassen wir uns den Rundgang nicht nehmen. Das Dorf wirkt beinahe menschenleer, was der mittelalterlichen Kulisse eine ganz besondere Stimmung verleiht.
In einer kleinen Enoteca kehren wir ein, genießen Coppa und ein Glas Wein und wärmen uns auf. Die Spezialität schmeckt so gut, dass wir gleich noch etwas für später mitnehmen. An einem Tisch sitzen zwei ältere Herren, trinken ebenfalls ihr Glas Wein und tauschen gemütlich die Neuigkeiten aus – ein stiller, authentischer Moment italienischen Alltags.
Gut gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Wohnmobil und bleiben gleich hier über Nacht. Für morgen ist besseres Wetter angekündigt. Wir sind gespannt.Meer informatie

Yvi on tourDas war nur für uns Zwei ☺️. Für mehr Personen hätte es nicht gereicht.
Filmreife Momente in Brescello
5 februari, Italië ⋅ ⛅ 10 °C
Bei schönstem Wetter aufzuwachen, macht einfach alles leichter. Die Sonne scheint, der Tag fühlt sich vielversprechend an – und nach einem schnellen Kaffee geht’s direkt nebenan in den Supermarkt. Eigentlich wollten wir nur eine Kleinigkeit besorgen… doch dieser Laden! Regale voller frischem Gemüse, leuchtende Früchte, alles so schön präsentiert, dass wir nicht widerstehen konnten. Aus dem „kurzen Einkauf“ wurde dann doch ein ordentlich gefüllter Korb.
Nachdem alles im Wohnmobil verstaut ist, brechen wir auf zu unserem heutigen Ziel: Brescello, dem berühmten Drehort von Don Camillo & Peppone. Zur Einstimmung haben wir am Vorabend noch „Die Rückkehr von Don Camillo“ geschaut. Jetzt sind wir natürlich besonders gespannt, ob wir einige Schauplätze wiedererkennen. Ganz oben auf unserer Liste: die Glocke „Gertrude“, auch bekannt als die „Glocke des Volkes“.
Unser Übernachtungsplatz sorgt allerdings erst einmal für eine kleine Herausforderung. Die Zufahrt ist abgesperrt, kein Durchkommen. Also drehen wir eine Ehrenrunde durchs Dorf und parken kurz bei einer Tankstelle um die Ecke. Von dort aus sprechen wir die Forstarbeiter an und fragen, wo wir mit dem Wohnmobil stehen dürfen. Die Antwort kommt freundlich und unkompliziert: „No problema – ich öffne die Absperrung, ihr könnt euch ganz hinten hinstellen.“ Grazie e molto gentile! Manchmal sind es genau diese Begegnungen, die eine Reise besonders machen.
Nun steht unserem Spaziergang durch Brescello nichts mehr im Weg. Wir schlendern durch die Gassen, und überall weisen Schilder auf die Drehorte hin. Viele Plätze erkennen wir sofort aus den Filmen wieder. Tatsächlich entdecken wir sogar das berühmte Kreuz, an dem Jesus mit Don Camillo spricht – und natürlich auch die Glocke „Gertrude“. Zum Abschluss besuchen wir noch das Museum mit zahlreichen Requisiten und Erinnerungsstücken aus den Filmen. Für uns steht fest: Dieser Abstecher hat sich absolut gelohnt.
Am Abend wollten wir eigentlich in einer Trattoria essen gehen, doch in der Nebensaison bleibt sie abends geschlossen. Also wird spontan umgeplant: Es gibt Spaghetti Napoletana mit paniertem Schnitzel aus unserer eigenen Bordküche.
Bevor wir kochen, spazieren wir noch zum Fluss Po. Die starken Regenfälle der letzten Tage haben ihn deutlich verändert. Aus dem sonst eher ruhigen, gemächlich fließenden Fluss ist ein kraftvoller, schnell strömender Wasserlauf geworden – beeindruckend anzusehen und ein schönes, wildes Naturerlebnis zum Tagesabschluss.
Ein sonniger Tag, ein bisschen Filmnostalgie, herzliche Begegnungen und Naturgewalten am Po – genau diese Mischung macht für uns das Reisen mit dem Wohnmobil so besonders.Meer informatie

ReizigerSehr interessant beschrieben und natürlich die Kulisse genial. Die zwei muss man einfach kennen
Regen, Technik und ein Hauch Pavarotti
6 februari, Italië ⋅ ☀️ 12 °C
Die ganze Nacht trommelt der Regen aufs Dach unseres Wohnmobils – und auch der Morgen verspricht keine Besserung. Grauer Himmel, nasse Wege, dicke Tropfen. Aber heute ist sowieso kein Tag für Outdoor-Abenteuer. Etwas ganz Besonderes steht auf dem Plan: der Besuch im ehemaligen Wohnhaus von Luciano Pavarotti bei Modena, heute ein Museum.
Bevor es losgeht, starte ich noch schnell einen Waschgang – mit leicht skeptischem Blick auf die Maschine. Nach unserem erneuten Werkstattbesuch und dem Einbau einer neuen Hebeanlage läuft sie jetzt tatsächlich wieder einwandfrei. Ein kleiner, aber sehr befriedigender Sieg am Morgen. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Weniger erfreulich: Entsorgen im strömenden Regen. Frischwasser tanken steht ebenfalls an. Das Fallrohr für die Schwarzwasserentsorgung will nicht wie gewohnt – warum, bleibt ein Rätsel. Über die Pumpe funktioniert es zum Glück. Gut, dass wir zwei Möglichkeiten haben. Ursachenforschung vertagen wir… heute ist einfach nicht der Tag dafür.
Kaum unterwegs, meldet sich plötzlich lautstark der Wassermelder im Zwischenboden. Puls sofort auf 180.
Tatsächlich: eine kleine Pfütze direkt beim Sensor. Aber woher kommt das Wasser? Keine Ahnung. Sichtprüfung ohne Ergebnis. Also: weiterfahren und hoffen, dass es nichts Ernstes ist. Dieses Gefühl zwischen „Bestimmt harmlos“ und „Bitte kein Wasserschaden“ kennt wohl jeder Wohnmobilreisende…
Die Fahrt Richtung Modena verläuft danach ruhig – zumindest verkehrstechnisch. Kurz vor der Einfahrt zur Casa Museo dann der Dämpfer: Lastwagenfahrverbot ab 6 Tonnen. Tja. Wir also nicht durch.
Wir versuchen mehrere Alternativrouten, doch immer wieder stoppen uns Gewichtsbeschränkungen. Irgendwann geben wir auf, parken auf einem Parkplatz bei einem Friedhof und beschliessen, die letzten 1,5 Kilometer zu Fuß zu gehen. Und siehe da: Genau in diesem Moment hört der Regen auf. Manchmal muss man dem Wettergott wohl einfach zeigen, dass man es ernst meint.
Das Wohnhaus von Luciano Pavarotti liegt ruhig in der Landschaft nahe Modena – und ist heute ein Museum, das seinem Leben gewidmet ist. Besonders berührend: Die Villa ist kein zufällig gekauftes Anwesen, sondern ein Zuhause, das Pavarotti nach eigenen Vorstellungen entwerfen und bauen ließ. Man spürt überall, dass hier jemand gelebt hat, der nicht nur Weltstar, sondern auch Familienmensch war.
Der Baustil verbindet traditionelle emilianische Architektur mit vielen persönlichen Details. Pavarotti liebte die Natur – und Pferde. Auf dem Gelände entstanden Ställe und sogar eine Reitschule. Zwischen 1991 und 2002 fanden hier bedeutende Reitsportveranstaltungen statt.
Doch das Haus war mehr als nur Wohnort. Es war Treffpunkt für Freunde, Familie und junge Sänger, die er förderte und teilweise sogar hier unterrichtete. Diese Offenheit ist bis heute spürbar.
Die heutige Casa Museo Luciano Pavarotti ist unglaublich persönlich gestaltet. Man bewegt sich durch Wohnräume, Arbeitszimmer, Musikzimmer – fast so, als käme der Hausherr gleich um die Ecke.
Alles wirkt nahbar, menschlich und überhaupt nicht distanziert. Der Audioguide auf Deutsch erklärt Pavarottis Leben großartig – nicht nur die Karriere, sondern auch den Menschen dahinter.
Der Besuch ist für uns überraschend emotional. In diesen Räumen zu stehen, in denen ein so großer Künstler gelebt, gelacht und gearbeitet hat, hat etwas sehr Besonderes. Sein Geist scheint irgendwie noch präsent.
Fazit: Absolute Empfehlung für alle, die in der Region unterwegs sind. Mit 12 Euro Eintritt kein Schnäppchen, aber jeden Cent wert.
Der Tag bleibt sich treu: Auch auf der Weiterfahrt begleiten uns ständig Gewichtsbeschränkungen. Mit einigen Umwegen – und, ja, einmal unter Missachtung eines entsprechenden Schildes – erreichen wir schließlich doch noch unseren Übernachtungsplatz.
Am Abend dann die Versöhnung: Die Sonne kommt heraus und schenkt uns ein paar goldene Strahlen. Wir sitzen gemütlich im Wohnmobil und lassen diesen nervenaufreibenden, aber besonderen Tag ausklingen.
Manchmal sind es wirklich die kleinen Lichtblicke, die alles wieder ins Gleichgewicht bringen. 🌤️Meer informatie

ReizigerSehr beeindruckend! Nicht nur für Klassik Fans! Lebt seine Witwe Nicoletta Mantovano noch in diesem Anwesen?

Yvi on tourJa, wir sind auch keine Klassikfans, aber es war emotional in seinem Haus sich bewegen zu dürfen mit all diesen persönlichen Gegenständen. Das gesamte Haus ist ein Museum, sie wohnt nicht mehr darin.
Schwarzes Gold & platter Reifen
7 februari, Italië ⋅ ☁️ 12 °C
Noch immer sind wir in der Nähe von Modena, der Heimat des edelsten Balsamicos überhaupt: Aceto Balsamico Tradizionale di Modena (DOP) – dickflüssig, komplex und über Jahrzehnte gereift. Luxus in Tropfenform.
Bevor wir uns diesem „schwarzen Gold“ widmen, entdecken wir an unserem Übernachtungsort spontan ein Museum für Wurstwaren. Voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg – nur um vor verschlossenen Türen zu stehen. Renovierung. Aber der Shop ist geöffnet. Ein Fehler. Mit gut gefüllten Taschen kehren wir zurück und verwandeln das geplante späte Frühstück in eine spontane Feinschmecker-Verkostung. 😉
Am Nachmittag radeln wir über ein altes Bahntrassee nach Spilamberto zum Museo del Balsamico Tradizionale, untergebracht in der eleganten Villa Fabriani aus dem 18. Jahrhundert. Es ist das einzige Museum weltweit, das sich ganz dem traditionellen Balsamico aus Modena widmet.
Hier lernen wir: Echter Aceto Tradizionale besteht nur aus gekochtem Traubenmost. Keine Zusätze, nur Zeit, Holzfässer und Geduld. Mindestens 12, bis zu 25 Jahre Reifezeit. Aus rund 300 Litern Most entsteht 1 Liter dieses konzentrierten Aromas. Süß, komplex, fast sirupartig.
Und bitte niemals über Salat gießen! Dieser Balsamico ist ein Würzmittel für besondere Momente: ein paar Tropfen zu Parmigiano Reggiano, Erdbeeren, Risotto, Steak – oder sogar Vanilleeis.
Wenn man die Treppe der Villa Fabriani zum Dachboden hinaufsteigt, wo sich die genossenschaftliche Acetaia der der Consorteria angehörigen Essigwinzer befindet, nimmt man sofort das unverwechselbare Balsamico-Aroma wahr.
In der genossenschaftlichen Acetaia der Essig-Genossenschaft Consorteria – die einerseits Bestandteil des Museums ist – befinden sich all die für die Herstellung des Balsamico-Essigs erforderlichen „Fässer-Batterien“ und wird auch liebevoll Kathedrale genannt. Hier reift der edle Tropfen noch heute.
Sie befindet sich auf dem Dachboden, einem Ort, der im Laufe des Tages und der Jahreszeiten starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist: Auf diese Weise begünstigt die Hitze den Fermentationsprozess und die Kälte das Dekantieren des Produkts.
Die Acetaia wird von den erfahrensten Fachkräften der Genossenschaft Consorteria unter strikter Einhaltung der Regeln und jahrhundertealten Tradition geführt.
Hier finden 129 Fässer, unterteilt in 22 Fassbatterien und 7 „Mutterfässer“ Platz. Ein „Schatz“, der im Laufe der Jahre dank zwischen der Gemeinde Spilamberto, den Küfern und Mitgliedern der Consorteria geschlossenen Vereinbarungen aufgebaut werden konnte.
Zum Abschluss dürfen wir verschiedene Qualitäten probieren – auch 12- und 25-jährigen Aceto Traditionale. Kleine Tropfen, großes Geschmackserlebnis.
Nach einem Spaziergang durch Spilamberto schwingen wir uns wieder auf die Räder. Doch kaum unterwegs: Platten bei Andreas. Sechs Kilometer Rückweg. Schieben unmöglich. Also fährt er mit meinem Rad zurück, holt das Wohnmobil und sammelt mich samt defektem Fahrrad ein.
Langweilig wird uns nicht. Nächste Mission: Fahrradwerkstatt finden. 🚲Meer informatie

ReizigerHabt Ihr eine Werkstatt gefunden? Ja etwas kleines kann passieren. Die Beschreibung vom schwarzen Gold ist sehr interessant. Kriegte gerade ein Hauch Balsamico in die Nase bei Deiner detaillierten Informationen. Weiterhin gute Fahrt und Liebi Grüessli 👍🥰🥰

Yvi on tourBis jetzt noch nicht, haben noch nicht gesucht, finden wir bestimmt! Wir haben das schwarze Gold bereits in ein Risotto Milanese einfliessen lassen 😋. Bin dann gespannt wie es mit Erdbeeren und Vanilleeis schmeckt.
Pause, Reparatur & Nähen
9 februari, Italië ⋅ ☁️ 9 °C
Gestern und heute standen ganz bewusst als Pausentage auf unserem Reiseplan. Ein bisschen durchatmen, kleine Arbeiten erledigen und einfach mal nicht weiterziehen – so war der Plan.
Unser angepeilter Stellplatz in Borgo San Lorenzo hat da allerdings andere Pläne mit uns. Statt Wohnmobilen finden wir dort… einen Luna Park 🎠 Offenbar wurde der Platz umgestaltet oder umgenutzt – jedenfalls ist an ruhiges Stehen zwischen Karussells und Fahrgeschäften nicht zu denken.
Also Plan B: Ein nahegelegener Parkplatz muss her. Unser Johneli braucht ja bekanntermassen etwas mehr Raum (zwei Parkplätze sind Minimum 😄), aber wir haben Glück – anfangs war noch genug frei.
Das Dorf selbst überrascht uns positiv: eine richtig hübsche kleine Altstadt.
Eine gemütliche Pizzeria ist zum Glück schnell gefunden. Der Plan fürs Nachtessen steht also – und die Vorfreude auch.
Direkt neben unserem Parkplatz entdecken wir dann noch einen Bike-Shop mit Reparaturwerkstatt. Perfektes Timing! Andreas’ Hinterreifen ist ja platt, also beschliessen wir, über Nacht zu bleiben und am nächsten Morgen unser Glück zu versuchen.
Am Nachmittag füllt sich der Parkplatz zusehends, bis schliesslich alles voll ist. Vom nahen Luna Park hören wir Kinder schreien, Musik dröhnen – und ja, sogar der Duft von Pommes weht bis zu uns herüber 🍟🎶
Da war klar: Morgen ziehen wir weiter.
Am Abend gehts in die Pizzeria – und wir werden nicht enttäuscht. Kein Schnickschnack, einfach gutes Essen. Genau das Richtige nach einem trubeligen Tag.
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Als wir später zum Wohnmobil zurückkommen, ist vom Rummel kaum noch etwas übrig. Der Luna Park ist still, der Parkplatz ruhig. Diese besondere Abendstimmung nach viel Lärm – wenn plötzlich alles ganz friedlich ist – mögen wir unterwegs besonders gern. Wir nutzen die Ruhe, um die Route für die nächsten Tage zu besprechen.
Heute Morgen stehen wir pünktlich um 09:00 Uhr beim Bike-Shop. Und was sollen wir sagen: Top-Service!
Nach gerade einmal einer halben Stunde ist alles erledigt – neuer Schlauch im Hinterrad, Problem gelöst. So unkompliziert kann’s also auch gehen 🙌.
Im Nachbarort haben wir bereits einen neuen Stellplatz ausfindig gemacht, den wir nun ansteuern. Vielleicht finden wir dort auch die Ruhe, um uns dem nächsten Thema zu widmen: unserem Problem mit dem Fallrohr fürs Schwarzwasser. Leider nichts, was wir selbst reparieren können – da werden wir wohl unseren Händler einschalten müssen.
Aber so ist das unterwegs: Manche Dinge laufen überraschend einfach, andere brauchen Geduld. Und genau diese Mischung macht das Reisen im Wohnmobil irgendwie aus.Meer informatie

Reiziger
Super Idee die kleinen Sachen fliegen dann nicht so herum wenn Andy zu schnell in die Kurven fährt mit dem Johneli🤣🤣🤣🤣🥰🥰

Yvi on tourGenau und dann das ewige Bücken um die Sachen aufzuheben ist nun nicht mehr!

Reiziger
Super Idee! Und dann noch auf Mass selber genäht! Ich habe meine bei Ikea gekauft! Zufällig haben die Masse gepasst! Hast du die Nähmaschine immer dabei?

Yvi on tourBis jetzt war sie immer mit dabei. Jetzt bleibt sie aber zuhause…das Projekt ist nun beendet.
Ankommen in den Hügeln der Toscana
10 februari, Italië ⋅ ☁️ 12 °C
Nur noch eine Stunde trennt uns von unserem Tagesziel: einem kleinen Biobauernhof, Bio & Brado, versteckt in den sanften Hügeln rund um Florenz. Die Stadt selbst lassen wir diesmal bewusst aus – wir haben sie beide schon mehrfach besucht. Stattdessen zieht es uns hinaus aufs Land, dorthin, wo es ruhiger wird und die Toskana ihr ländliches Gesicht zeigt.
Die Fahrt beginnt entspannt auf der Autobahn, führt weiter über gut ausgebaute Landstraßen und wird mit jedem Kilometer kurviger. Die Landschaft verändert sich spürbar. Hügel rollen ineinander, Olivenhaine säumen die Straßen, und immer wieder sehen wir Bäume, die gerade zurückgeschnitten werden. Ihre knorrigen Äste wirken fast kahl, doch genau dieser Schnitt sorgt dafür, dass sie neu austreiben und im Frühjahr umso kräftiger blühen. Der Anblick versetzt uns unerwartet zurück in unser früheres Leben auf Mallorca – dieses mediterrane Licht, die silbrig schimmernden Blätter.
Die letzten Kilometer haben es dann in sich. Die Straße wird schmal, sehr schmal. Kurve um Kurve tasten wir uns mit unserem großen Wohnmobil voran. Zum Glück hatte uns der Hofbesitzer vorab per Mail die beste Route beschrieben – und er hatte absolut recht. So ist die Anfahrt zwar anspruchsvoll, aber machbar. Von der anderen Seite, das wird schnell klar, wäre es wohl noch deutlich enger geworden.
Als wir ankommen, ist niemand auf dem Hof, doch das Tor steht offen – ein stilles, vertrauensvolles Willkommen. Wir richten uns ein, schließen das Wohnmobil an und drehen anschließend eine gemütliche Runde über das Gelände. Es ist ruhig, fast friedlich still. Der Nachmittag vergeht ganz entspannt im und ums Wohnmobil, mit Blick auf die Hügel und diesem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.
Am Abend wollen wir im kleinen Hofrestaurant essen, wo mit eigenen Produkten gekocht wird. Die Bewertungen sind fast durchweg positiv, und unsere Vorfreude wächst mit jeder Stunde.
Der Hof ist aber nicht nur ein Ort für Ruhesuchende. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen für Groß und Klein statt: Malkurse, Bastelworkshops, Feste, Hochzeiten und Geburtstage. Nächstes Wochenende steht alles im Zeichen des Karnevals – ein bunter Kontrast zur jetzigen, wohltuenden Ruhe.
Auch einen kleinen Hofladen gibt es, doch der ist momentan leider geschlossen.Meer informatie

ReizigerSehr schöner Hof und die Tiere erst. Das ganze sieht wirklich toll aus, natürlich auch die Gegend. Viel Vergnügen Euch und schönen gemütlichen Abend geniesst es wie immer 🥰
Castello Verrazzano
11 februari, Italië ⋅ ☀️ 11 °C
Der Tag startet verregnet – unsere Reise könnte langsam wirklich „Dichtigkeitsprüfung“ heißen. Trotzdem machen wir uns auf den Weg zum Castello di Verrazzano, hoch über dem Chianti-Classico-Gebiet. Dort erwartet uns eine Weindegustation – und wir dürfen sogar kostenlos auf dem Weingut übernachten.
Die Fahrt über die berühmte SR222 von Florenz nach Siena wäre bei Sonne spektakulär gewesen. Heute sehen wir vor allem Regen. Doch pünktlich zu unserem Rundgang hört es auf – und die Sonne zeigt sich zaghaft.
Das Anwesen stammt aus dem 7. Jahrhundert und war lange im Besitz der Familie Verrazzano. Der bekannteste Spross: Giovanni da Verrazzano, Seefahrer und Namensgeber der Verrazzano-Brücke in New York. Heute gehört das Gut der Familie Cappellini. Produziert werden Wein, Olivenöl, Honig und Balsamico – alles in Bioqualität.
Die Toscana besteht nicht nur aus Weinbergen: Rund 50 % der Landschaft sind Wald, der Rest verteilt sich auf Reben und Olivenhaine – genau das macht ihren besonderen Charakter aus.
Chianti Classico muss zu mindestens 80 % aus Sangiovese bestehen und aus der definierten Region stammen – erkennbar am schwarzen Hahn auf der Flasche.
Besonders spannend: der Vin Santo. Die Trauben werden monatelang getrocknet, bevor der Wein drei Jahre im Fass reift. Serviert wird er traditionell mit Cantucci zum Eintunken.
In den alten Kellergewölben fühlen wir uns wie in einer Kathedrale aus Holzfässern. Danach folgt die Degustation: vier Weine, Pecorino mit Aceto Balsamico und Vin Santo mit Cantucci – mit traumhaftem Blick über die Hügel.
Mit ins Wohnmobil wandern ein Vin Santo und drei Flaschen Chianti Classico Riserva.
Der Abend endet perfekt: Pasta mit hausgemachter Bolognese und eine frisch geöffnete Flasche Chianti.
Regen am Morgen, Sonne am Nachmittag, Chianti am Abend – was will man mehr? 🍷✨Meer informatie

ReizigerWie kommt ihr zu den interessanten Adressen Eurer Besichtigungen und Verkostungen? Recherche im Internet, spezielle Reiseführer, ... ???

Yvi on tourVon allem etwas dabei. Haben Reiseführer, googeln, park4night, TV und YouTube (Reiseberichte von Campern). Immer wenn wir irgendwo was Interessantes erfahren, tragen wir dies auf eine Liste ein, dies wird dann in eine Karte bei mymaps (google) eingetragen und so können wir diese zu Hand nehmen bei der Planung der Reise.

ReizigerDas Notizsystem sind eine gute Idee, mal sehen, ob ich es teilweise übernehme. Das geht wahrscheinlich auch in meiner Wanderapp. Mymaps nutze ich (bisher) nicht. Vielen Dank!
Regen, Chianti und Stromsparen
12 februari, Italië ⋅ ☁️ 14 °C
Der Tag startet verregnet – unser Parkplatz ist komplett aufgeweicht. Also fahren wir hinunter nach Greve in Chianti. Der eigentliche Stellplatz ist durch ein Provisorium der Post besetzt, aber daneben finden wir einen Parkplatz und erledigen erst mal unseren Einkauf.
Wir bummeln durch die Gassen, doch so richtig will der Funke heute nicht überspringen. Nur der Hauptplatz mit seinen Bögen ist sehenswert. Danach gibt’s Mittagessen im Wohnmobil, bevor wir weiterfahren zu unserem nächsten Übernachtungsplatz.
Aktuell begleitet uns ein typisches Vanlife-Thema: Strommangel. Kaum Sonne für die Solarpanels und zu wenig Fahrstrecke zum Nachladen über den Motor. Camping sind rar und noch geschlossen oder Stellplätze mit Strom sind hier nicht so oft anzutreffen. Also heißt es sparen: keine Wäsche, kein Staubsaugen, nur das Nötigste laden. Am Samstag steht endlich wieder ein Platz mit Stromanschluss an (dies ist der Erste, den wir auf unserer Toscana-Reise benötigen) – bis dahin hoffen wir auf ein paar Sonnenstunden.
Die Vögel zwitschern schon wie im Frühling, aber das Wetter sieht das offenbar noch anders.Meer informatie

Reiziger
Je länger die Allee, wie Reicher der Besitzer, hab ich mal gelesen. Jedenfalls ein super Bild💖
Antica Macelleria Cecchini
13 februari, Italië ⋅ ☁️ 9 °C
Der heutige Tag beginnt ohne Regen – und tatsächlich zeigt sich schon bald die Sonne über der Toskana. Also nichts wie raus und die zusätzliche Solartasche aufstellen. Jedes Prozent Strom zählt.
Unser Hauptziel: Panzano. Genauer gesagt die legendäre Antica Macelleria Cecchini. Diese traditionsreiche Metzgerei ist berühmt für ihre besonderen Fleischmenüs. Wir entscheiden uns für das „Solociccia“-Menü – ein echtes from nose to tail-Erlebnis (von der Nase bis zum Schwanz). Das alternative Steak-Menü lassen wir heute bewusst aus.
Bei warmen Temperaturen und viel Sonne genießen wir draußen einen Aperitivo. Dazu Toscana-Chianti-Butter (Schmalz) und ein einfacher, aber sehr leckerer Chianti. Mit viel Brimborium werden wir vom Chef persönlich begrüßt: Dario Cecchini heißt uns herzlich willkommen und bittet zu Tisch.
Unser „Solociccia“-Menü wird in der ersten Etage beim Holzofengrill serviert, während das Steak-Menü eine Etage höher zelebriert wird.
Am Tisch sitzt man in großer Runde – fast wie bei Mama zuhause. Alle reden durcheinander, es wird gelacht, manchmal auch laut. Das Fleisch wird genial präsentiert, direkt vor unseren Augen zubereitet und anschließend mit Salz, viel Olivenöl und – je nach Gericht – mit Gemüse oder weiteren Zutaten verfeinert.
Wir haben uns ganz bewusst für „Solociccia“ entschieden. Es muss nicht immer Steak oder Filet sein. Auch aus weniger edlen Stücken lässt sich etwas Besonderes zaubern – wenn man weiß wie. Und wir werden nicht enttäuscht.
Neben uns sitzt ein junger Italiener. Er erklärt uns immer wieder, was gerade auf unseren Tellern landet – und sogar, wie es zubereitet wird. Eine wunderbare, ungezwungene Atmosphäre.
Nach diesem doch sehr fleischigen Menü gibt es den berühmten Olivenölkuchen – wahlweise mit Vin Santo oder Grappa. Ein Kaffee darf natürlich nicht fehlen.
Mit vollem Magen, aber glücklich, kehren wir zu Johneli zurück. Nach einer kurzen Pause entscheiden wir uns, noch ein Dorf weiterzufahren – auf einen Stellplatz mit Strom. 🔋☀️Meer informatie
Putz- und Waschtag
14 februari, Italië ⋅ ☁️ 8 °C
Nachts rüttelte immer mal wieder eine heftige Windböe unseren Johneli durch. Auch der Regen trommelte mal leiser, mal heftiger auf unser Dach. Doch trotz allem haben wir gut geschlafen. Irgendwie macht das Reisen immer müde – und wir sind auch nicht besonders lärmempfindlich, wenn es ums Schlafen geht.
Auf unserem Stellplatz findet heute Morgen auf der einen Hälfte ein kleiner Wochenmarkt statt. Es herrscht reges Treiben, und viele Einheimische finden den Weg dorthin. Da es gerade einmal nicht regnet, wagen auch wir einen Schritt vor die Tür, schlendern über den Markt und spazieren noch ein wenig ins Dorf. Dieses lohnt sich auf jeden Fall – und wenn bei schönem Wetter noch die Cafés und Restaurants draußen geöffnet sind, ist es dort bestimmt herrlich. Ein Glas Wein oder ein Aperol dazu wäre perfekt.
Wir entscheiden uns jedoch für einen wärmenden Cappuccino mit einem süßen Gebäck, bevor wir wieder zu unserem Wohnmobil zurückkehren.
Ein bisschen Haushalt und Wäschewaschen müssen auch mal wieder sein. Die Batterien sind dank Landstrom zu 100 % geladen, das Frischwasser ist aufgefüllt – also kann es losgehen. Den Frühling holen wir mit ein wenig Osterdeko in unser Wohnmobil.
Kaum sind wir fertig, beginnt es wieder zu regnen, und sogar Blitz und Donner setzen kräftig ein.
Den Valentinsabend verbringen wir schließlich gemütlich in unserem Wohnmobil – bei kleinen Häppchen und vielen schönen Gesprächen.Meer informatie

ReizigerVerhungern müsst ihr nicht, ein Markt so nah… was will man mehr. Ja das Wetter zeigt an vielen Orten nur regen. 💙Valentingrüsse😘

ReizigerSehr gut Hauslieferung frisch vom Markt, was will man noch mehr. Geniesst Eure feinen Köstlichkeiten und Strom, dass die Wäsche wieder strahlend sauber und der Magen gut gefüllt ist. Besser nur Regen denn Schnee und Eis. Witerhin schöni Reis Grüessli😻😻
Sonnige Wanderung
15 februari, Italië ⋅ ☁️ 2 °C
Heute Morgen werden wir von warmen Sonnenstrahlen geweckt – ein perfekter Start in den Tag. Nach den grauen und nassen Stunden der vergangenen Tage fühlt sich das Licht doppelt schön an. Alles wirkt ruhiger, entspannter, freundlicher.
Die heutige Etappe ist angenehm kurz: Gerade einmal 22 Kilometer liegen vor uns. Wir verabschieden uns zwar von der SR222, bleiben aber weiterhin im Chianti-Gebiet.
Da sich das Wetter heute von seiner besten Seite zeigt, schnüren wir die Wanderschuhe. Unser Übernachtungsplatz liegt ideal in einem kleinen Dorf, von dem aus ein Rundwanderweg direkt in die Natur führt.
Der Weg fordert uns: mal steil bergauf, mal ebenso steil wieder hinunter. Wir wandern durch ein winziges verschlafenes Dorf, über steinige Passagen, durch aufgeweichte Erde und immer wieder auch durch etwas Matsch – der viele Regen der letzten Tage hat deutliche Spuren hinterlassen.
https://www.komoot.com/de-DE/tour/2786395260?re…
Besonders spannend sind die zahlreichen Tierspuren, die wir unterwegs entdecken. Überall im Boden eingeprägt – vermutlich von Wildschweinen oder Hirschen. Man spürt, dass diese Landschaft nicht nur uns begeistert.
Bevor wir zum Wohnmobil zurückkehren, drehen wir noch eine kleine Runde durch Gaiole in Chianti. Anders als viele toskanische Orte liegt das Dorf nicht auf einem Hügel, sondern eingebettet in einem Tal. Es wirkt ruhig, fast verschlafen – und gerade das macht seinen besonderen Charme aus.
Zurück bei Johneli gönnen wir uns eine erfrischende Dusche. Geniessen die traumhafte Aussicht auf das Dorf und lassen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf uns wirken.
Manchmal sind es die kurzen Etappen, die besonders gut tun.Meer informatie
Ein nasser Stadttag in Arezzo
16 februari, Italië ⋅ 🌧 10 °C
Wenn man uns fragen würde, wie die Toscana ist, würden wir spontan sagen: verregnet!
So startet auch dieser Tag. Also nichts wie weiter – in der Hoffnung auf besseres Wetter. Nach fast zwei Wochen Landleben zieht es uns wieder einmal in eine Stadt: nach Arezzo.
Die Fahrt dorthin führt durch unzählige Olivenhaine – so viele haben wir noch nie gesehen. Die Hänge und Felder sind vom vielen Regen aufgeweicht, die anstehenden Arbeiten in den Hainen müssen warten. Nebel, Grau und Tristesse begleiten uns. Die Lust auf eine Pause unterwegs fehlt völlig, also fahren wir direkt weiter nach Arezzo.
Es ist auch wieder Zeit, unseren Gastank zu füllen. In Italien ist LPG/GLP an Tankstellen subventioniert und offiziell nur als Treibstoff gedacht – nicht fürs Kochen oder Heizen. Die Zusammensetzung ist zwar dieselbe, doch bestimmt sei es nur fürs Fahren, erklärt uns der freundliche Mitarbeiter. Mit einem kleinen Flunkern bekommen wir dennoch Gas. Notfalls könnten wir ja unsere zusätzlichen Gasflaschen zeigen und betonen, dass diese fürs Kochen und Heizen sind – und der fest verbaute Tank selbstverständlich nur für den Antrieb.
Die Anfahrt zum Stellplatz erweist sich als kleine Herausforderung. Eine gesperrte Strecke ohne Umleitung bringt unser Navi völlig aus dem Konzept. Mit Hilfe von zwei weiteren Navis lotsen wir schließlich unseren „Johneli“ ans Ziel. Ende gut, alles gut.
Nach einem schnellen Mittagessen nutzen wir das angekündigte zweistündige Regenfenster und machen uns auf den Weg in die Stadt.
Arezzo ist die viertgrößte Stadt der Toskana – eine historische Stadt mit gut erhaltenen Stadtmauern, reich an Geschichte, Kunst und bekannt für ihre Antiquitätenmärkte. Jeden ersten Sonntag im Monat findet hier einer der größten Antiquitätenmärkte Italiens statt.
Wir schlendern durch enge Gassen, vorbei an der Basilica di San Francesco mit ihren berühmten Wandmalereien (heute verzichten wir auf einen Besuch), weiter zur Piazza Grande – Drehort des Films La vita è bella – und hinauf zur Cattedrale dei Santi Pietro e Donato. Von außen wirkt sie gar nicht so groß, doch innen beeindruckt sie uns sehr. Besonders die Seitenkapelle mit den vielen Kerzen und Blumen strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Wir verweilen einen Moment.
Als wir wieder nach draußen treten, regnet es erneut.
Zum Abschluss laufen wir noch kurz hinauf zur Fortezza Medicea. Von hier oben hat man normalerweise einen wunderbaren Blick über die Stadt und die toskanischen Hügel – heute allerdings verschwinden diese im Grau des Regens. Trotzdem hat dieser Ort seinen ganz eigenen, melancholischen Charme.
Auf dem Rückweg zum Wohnmobil hoffen wir auf ein gemütliches Café mit etwas Süßem. Leider: nichts, nada, niente! Immerhin finden wir etwas Süßes zum Mitnehmen – also fällt die Entscheidung schnell: Kaffee gibt es zuhause.
Auf den letzten Metern werden wir trotz Schirm noch ordentlich nass.
Vielleicht zeigt sich die Toscana ja morgen von ihrer sonnigeren Seite. 🌧️Meer informatie

ReizigerDie Kathedrale ist sehr schön und auch die Stadt. Die hügelige Landschaft hat viel Charm. Ja Regen, sieht es positiv so bleibt auch Johneli sauber🤣🥰

ReizigerWünschen wir uns gegenseitig Sonnenschein! Vielleicht hilft es ja! 🙂 und wenn nicht, lassen wir uns die Laune nicht verderben. Ihr im Regen ☔️ wir im Schnee ❄️ Liebe Grüsse aus dem Berner Oberland 🙋🏼♀️
Sansepolcro - eine Stadt mit unzähligen Kirchen
17 februari, Italië ⋅ ☀️ 11 °C
Was für ein herrlicher Start in den Tag! Wir werden von Sonnenstrahlen und blauem Himmel geweckt – nach gestern einfach Seelenbalsam.
Zuerst steht ein Großeinkauf in Arezzo an. Über eine Stunde verbringen wir im Coop, der Einkaufswagen ist randvoll. An der Kasse die bange Frage: Passt das alles ins Wohnmobil? Natürlich findet sich mit etwas Kreativität für alles ein Platz.
Kurz vor Mittag fahren wir weiter nach Sansepolcro – warum genau diese Stadt auf unserer Liste stand, wissen wir gar nicht mehr. Umso gespannter sind wir. Die Fahrt durch die Wälder der Toskana über einen Pass ist bei diesem Wetter ein Genuss.
Vor den Stadtmauern finden wir einen ideal gelegenen, kostenlosen Stellplatz – nur fünf Minuten ins Zentrum. Sansepolcro überrascht uns mit engen Gassen, schönen Palazzi und einer auffallenden Sauberkeit. Besonders beeindruckend: die vielen Kirchen. Wir zählen elf!
Die Stadt ist bekannt als Geburtsort des Renaissance-Künstlers Piero della Francesca. Sein berühmtes Werk „Die Auferstehung“ ist hier im Museo Civico zu sehen.
Unser Fazit: Ein kleines, charmantes Städtchen – ideal für Kunst- und Kirchenliebhaber und definitiv eine schöne Überraschung auf unserer Toskanareise.Meer informatie

Yvi on tourDanke für den Hinweis. Habe heute mal den Footprint am Laptop gemacht und vergessen den Standort zu bestimmen. Ist geändert!
Cortona – Zwischen Himmel und Hügel
18 februari, Italië ⋅ ☁️ 10 °C
Ein neuer Tag beginnt in der Toscana – und wieder zeigt sich das Wetter von seiner freundlichen Seite. Die Sonne blinzelt noch etwas zaghaft hinter den Wolken hervor, doch wir sind sicher: Das wird ein schöner Tag.
Heute verlassen wir kurz die Toscana, überqueren die Grenze nach Umbrien – nur um kurz darauf wieder in die Toskana zurückzukehren. Unser Ziel: das hoch über dem Tal thronende Bergdorf Cortona.
Laut Navi sollen wir bis zum grossen Parkplatz hinauffahren können, wo sich gemäss Google Maps auch ein Area Sosta für Camper befindet. Klingt einfach. Ist es natürlich nicht.
Die Strassen werden enger. Und enger. Jede Abzweigung scheint noch schmaler als die vorherige. Yvonne wird langsam etwas nervös, während Andreas unseren treuen „Johneli“ scheinbar seelenruhig die Bergstrasse hinaufsteuert – als wäre es eine gemütliche Fahrt durchs Flachland. Kehre um Kehre kämpfen wir uns nach oben.
Und dann sind wir da. Oben angekommen werden wir mit einer Aussicht belohnt, die uns sofort alles vergessen lässt: Das weite Tal liegt uns zu Füssen, sanfte Hügel ziehen sich bis zum Horizont. Genau für solche Momente reisen wir.
Nach dem Mittagessen machen wir uns natürlich auf zur Erkundung des Dorfes. Cortona empfängt uns mit engen Gassen, steilen Strassen und grossen Pflastersteinen. Hübsch renovierte Häuser säumen die Wege, kleine Plätze laden zum Verweilen ein, und immer wieder entdecken wir eine der zahlreichen Kirchen. Viele davon sind reich geschmückt mit beeindruckenden Malereien und kunstvollen Details.
Rund um das Bergdorf zieht sich noch heute die mächtige Stadtmauer aus der Zeit der Etrusker – ein stiller Zeuge einer jahrtausendealten Geschichte. Man spürt hier auf Schritt und Tritt die Vergangenheit.
Unsere Schritte-App meldet am Ende des Rundgangs: 40 Stockwerke! Und genau so fühlen sich unsere Beine auch an. Aber es hat sich gelohnt – jeder einzelne Schritt.
Den Abend lassen wir in einem gemütlichen Restaurant in Cortona ausklingen. Mit einem guten Glas Wein, italienischer Küche und Blick auf das langsam dunkler werdende Tal endet ein Tag voller Eindrücke.
Cortona – ein Ort zum Verlieben. Und einer, den wir ganz sicher nicht so schnell vergessen werden.Meer informatie
Der Himmel öffnet alle Schleusen
19 februari, Italië ⋅ ☁️ 11 °C
Der Morgen beginnt alles andere als freundlich. Regen prasselt unaufhörlich aufs Dach unseres Wohnmobils, der Wind rüttelt kräftig daran und lässt uns kurz überlegen, ob wir heute überhaupt losfahren sollen. Doch wir bleiben optimistisch – vielleicht wartet am nächsten Ziel besseres Wetter auf uns.
Unser Weg führt uns an den Lago Trasimeno, einen der schönsten und ruhigsten Seen Mittelitaliens. Eigentlich steht heute eine Fahrradtour auf dem Plan. Doch manchmal hat das Wetter andere Ideen – und so fällt unsere Tour buchstäblich ins Wasser. Bis in den späten Nachmittag hinein schüttet es wie aus Kübeln. Blitz, Donner und sogar Hagel mischen sich unter das Dauerrauschen des Regens.
Also machen wir das Beste daraus: ein ungeplanter Pausentag. Wir bleiben im Warmen, schneiden an unserem nächsten Video weiter und genießen es, einfach einmal nichts Tun zu müssen.
Am Nachmittag lässt der Regen endlich nach. Vorsichtig wagen wir einen Spaziergang an den See und durch das Dorf – immer mit einem skeptischen Blick Richtung Himmel. Und tatsächlich: Der Wettergott hat ein Einsehen. Zwischen den Wolken zeigen sich ein paar zarte Sonnenstrahlen und tauchen die Landschaft in ein sanftes Licht.
Der Lago Trasimeno beeindruckt durch seine Weite und seine Ruhe. Mit rund 128 km² ist er der viertgrößte See Italiens. Er ist erstaunlich flach – maximal etwa sechs Meter tief – und besitzt keinen natürlichen oberirdischen Abfluss. Gerade diese geringe Tiefe sorgt dafür, dass sich das Wasser im Sommer schnell erwärmt. Perfekte Bedingungen für Badefreunde. Drei Inseln liegen im See, zwei davon sind öffentlich zugänglich, eine befindet sich in Privatbesitz.
Besonders angetan hat es uns das charmante Städtchen Castiglione del Lago. Die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt, die imposante Festung und der weite Blick über den See verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Bei klarer Sicht soll der Blick sogar bis nach Montepulciano in der Toskana reichen.
Auffällig ist hier die Zahl Drei: drei große Plätze, drei Stadttore und drei Straßen, die innerhalb der alten Stadtmauern verlaufen. Zufall oder Planung – auf jeden Fall ein schönes Detail.
Auch wenn das Wetter uns heute ausgebremst hat, verzaubert uns dieser Ort mit seiner Ruhe und seinem Charme. Wir schlendern durch die stillen Gassen und stellen uns vor, wie lebendig es hier an einem lauen Sommerabend sein muss.
Und morgen? Da hoffen wir auf Sonnenschein!Meer informatie

ReizigerNach äm Rägä schiint Sunnä, hoffe für Eu, dass dä Himmel morn Sunne us äm Versteck holt. Wünsch ä schönä Obig und guet Nacht bis morn👍👌😻😻

Yvi on tourDu bist so lieb, schön, dass es dich gibt und du mit uns reist. Ebenso einen schönen Abend und gute Nacht dir!

ReizigerAuf Castiglione hätte ich gewettet! 😀 Schade, dass es geregnet hat!

Yvi on tourDie Kandidatin hat 100 Punkte! Bist du schon am raten wohin wir morgen fahren 😉?

ReizigerMontepulciano war klar, ich würde als Nächstes auf Montalcino tippen und aufs Val d'Orcia/Pienza 😀

Yvi on tourDa musst du dich noch etwas gedulden…reisen noch weiter südlich zuerst 😉.

ReizigerOh! Auch spannend! Freu mich weiter mitzureisen und die Zeit bis Ostern zu überbrücken, dann geht’s für uns auch wieder nach Bella Italia 😍
Gewitterwolken, Weine & Montepulciano
20 februari, Italië ⋅ 🌙 6 °C
Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns am frühen Morgen – was für ein Start in den Tag!
Heute wollen wir eine neue Weinregion entdecken und uns zu 100 % auf Sangiovese einlassen. Nein, nicht schon wieder Chianti Classico – diesmal zieht es uns nach Montepulciano, Heimat des berühmten Vino Nobile di Montepulciano. Unsere Erwartungen? Hoch. Unsere Vorfreude? Noch höher.
Die Fahrt hinauf zum hübschen Hügeldorf ist kurz, aber wunderschön. Vorbei an endlosen Olivenhainen schlängelt sich die Straße durch die toskanische Landschaft. Unser Parkplatz – perfekt geeignet für Wohnmobile jeder Größe – liegt ideal, um den historischen Kern bequem zu Fuß zu erkunden.
Nach einem kleinen Mittagessen machen wir uns auf den Weg. Doch kaum sind wir unterwegs, hören wir in der Ferne dumpfes Donnergrollen. Blitze zucken über den Himmel. Die ersten Meter schaffen wir noch ohne Schirm – dann öffnet der Himmel seine Schleusen. Also flüchten wir kurzerhand in eine Kirche und genießen dort eine unfreiwillige, aber irgendwie stimmungsvolle Pause.
Am Nachmittag wartet unser Highlight: eine Weindegustation bei den Cantine De’ Ricci – mitten in Montepulciano.
Was wir dort erleben, übertrifft unsere Erwartungen. Der historische, in Sandstein gehauene Weinkeller – oft als „unterirdische Kathedrale“ bezeichnet – ist beeindruckend. Zwischen mächtigen Gewölben und jahrhundertealten Mauern tauchen wir ein in die Welt des Vino Nobile.
Sechs, beziehungsweise sieben Weine dürfen wir degustieren – und tatsächlich schmeckt uns jeder einzelne. Wir sind keine großen Weinkenner. Für uns ist es einfach: Entweder ein Wein berührt uns – oder eben nicht. Und hier? Hier hat uns jeder Wein berührt.
Mit viel Leidenschaft führt uns die dritte Generation der heutigen Besitzerfamilie Trabalzini durch den Keller. Die Familie Ricci ist seit 1150 in der Region verwurzelt, heute wird das Weingut mit Hingabe von der Familie Trabalzini weitergeführt. Alles wird von Hand gelesen, biologisch produziert und mit viel Geduld ausgebaut. Zeit, Ruhe, Erfahrung – und vielleicht ein kleines bisschen Glück – lassen hier Weine der Extraklasse entstehen.
Und ja, es muss nicht immer ein Tignanello oder Sassicaia sein.
Die Entscheidung fällt uns schwer – welcher Wein darf mit nach Hause reisen? Kurzerhand fragen wir, ob eine Lieferung direkt zum Wohnmobil möglich wäre. Wenig später sitzen wir mit unserem gekauften Wein in einem „Privattaxi“, das uns quer durch Montepulciano zurückbringt.
Für Yvonnes runden Geburtstag darf natürlich auch eine Magnum-Flasche nicht fehlen 🍷.
Das Wetter bleibt kühl und regnerisch. Also verbringen wir den Abend gemütlich im Wohnmobil – mit einfachem Essen, guter Stimmung und keinem Glas Wein zum Ausklang.
Manchmal sind es genau diese Tage, die in Erinnerung bleiben: ein Gewitter über der Toskana, beeindruckende Kellergewölbe und Weine, die man nicht so schnell vergisst.Meer informatie
Holpriger Weg & flüssiges Gold
21 februari, Italië ⋅ 🌙 7 °C
Heute Morgen werden wir von einem traumhaften Sonnenaufgang geweckt – der Himmel brennt förmlich und zeigt sich von seiner besten Seite. Schon bald machen wir uns wieder auf den Weg ins nahe Chianciano Terme. Dort besuchen wir die Ölmühle Frantoio La Macina – und dürfen praktischerweise auch gleich vor Ort übernachten.
Doch der Weg, den unser Navi für uns ausgesucht hat, hat es in sich. Offiziell als Straße ausgewiesen und angeblich problemlos befahrbar, entpuppt er sich als besserer Feldweg quer durch die Hügel und Wälder der Region. Wie lang vier Kilometer sein können, wird uns auf dieser schlaglochreichen Strecke schmerzhaft bewusst.
Andreas nimmt es mit Humor und lacht – für ihn alles halb so wild. Yvonne hingegen schwitzt Blut. Doch schließlich erreichen wir wohlbehalten das Dorf Chianciano Terme und die Ölmühle. Elena empfängt uns herzlich, zeigt uns unseren Stellplatz und heißt uns willkommen. Für den späteren Nachmittag verabreden wir eine Olivenöldegustation – wir sind gespannt.
Das Wetter ist heute so herrlich, dass wir spontan einen Waschtag einlegen. Dieses Mal bleibt die Waschmaschine vom Wohnmobil verschont – wir dürfen Elenas Waschmaschine benutzen. Was für ein Service, herzlichen Dank!
Nach dem Mittagessen erkunden wir die Umgebung. Unser Weg führt uns durch Olivenhaine, vorbei an einem kleinen See, entlang von Trüffelfeldern und durch lichte Wälder. Sogar zwei Rehe – oder waren es Hirsche? – bekommen wir zu Gesicht. Am Ende summieren sich unsere Schritte auf stolze sieben Kilometer.
Zurück beim Wohnmobil beginnt schon bald die Olivenöldegustation mit Gabriele, Elenas Sohn. Wir probieren zwei verschiedene Olivenöle, dazu Käse und Honig – und entscheiden uns schließlich für eine der Olivenöl-Varianten. Auch etwas Wein, Käse und Honig dürfen mit uns ins Wohnmobil einziehen.
Mit großer Begeisterung zeigt uns Gabriele anschließend die Ölmühle und erklärt die einzelnen Verarbeitungsschritte. Elena und er besitzen rund 1.300 Olivenbäume und produzieren im Durchschnitt etwa 6.000 Liter Olivenöl Extra Vergine pro Jahr. Zudem ist ihre Ölmühle Anlaufstelle für viele private und kleine Bauern aus der Umgebung, die hier ihre Oliven zu hochwertigem Öl verarbeiten lassen.
Ein rundum erlebnisreicher Tag – mit Staub auf der Straße, Sonne im Herzen und bestem Olivenöl im Gepäck.Meer informatie

Reiziger
Ha doch dänkt die dörfed nid fehlä. Sind eifach überall dihei. Schöns Büseli😻

Yvi on tourHier sind gleich 3 kleine Büsis auf dem Hof, noch sehr jung und sehr scheu. Lassen sich nicht streicheln.

ReizigerEinfach schöne Gegend, und die kleinen idyllischen Städtchen und diese menschenleeren Weiten. Ein Traum. Natürlich auch die Degustationen sind nicht zu verachten. Einfach schön, dass ich das aus der Ferne darf miterleben mit Euch Beiden. Danke🥰❤️💋

Yvi on tourDiese Region ist schon etwas Besonderes, vor allem die kleinen Städtchen auf den Hügeln, da hast du vollkommen recht. Wir geniessen es durch die Landschaft zu cruisen. Du bist immer mit uns dabei 😉! Danke dafür 🙏.
Italiens Schlaglochpisten
22 februari, Italië ⋅ ☀️ 16 °C
Aufwachen in einem Olivenhain – und das bei Kaiserwetter. Viel besser kann ein Reisetag kaum beginnen. Wir bleiben heute etwas länger stehen, genießen ein gemütliches Sonntagsfrühstück und lassen den Morgen ganz in Ruhe verstreichen. Kurz vor Mittag brechen wir auf. Rund 90 Kilometer liegen vor uns, unser Ziel: Pitigliano.
Gleich vorneweg: Die Straßen in der Toskana sind bislang in einem miserablen Zustand. Und wir dachten wirklich schon in Ungarn, schlechter geht es kaum. Doch was wir hier erleben, toppt alles. Teilweise fühlen wir uns, als wären wir auf Feld- und Wiesenwegen unterwegs – Schlagloch reiht sich an Schlagloch, manche Straßen rutschen sogar sichtbar ab. Es ist erschreckend. Unser treuer „Johneli“ wird ordentlich durchgerüttelt, selbst auf Hauptstraßen. Wir nehmen es gelassen – ändern können wir es ohnehin nicht.
Auf dem Weg fahren wir durch das bekannte Val d’Orcia. Doch so richtig begeistern will es uns heute nicht. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit. Vielleicht wären die abgeernteten, goldbraunen Felder im Sommer genau das Bild gewesen, das wir im Kopf hatten. Manchmal sucht man unterwegs genau dieses eine Motiv, das man aus Reiseführern und Bildbänden kennt – und übersieht dabei fast, dass die Wirklichkeit ihre ganz eigene Version davon bereithält.
Kaum verlassen wir das Tal, verändert sich die Landschaft spürbar. Wir erreichen eine Hochebene, mit weiten Blicken in tiefe Täler. Die Region wirkt rauer, ursprünglicher – und irgendwie ehrlicher. Unterwegs passieren wir Onano, bekannt für seine spezielle Linsensorte. Solche kleinen Besonderheiten geben einer Gegend Charakter.
Und dann die Ankunft in Pitigliano: Direkt an unserem Parkplatz startet ein Karnevalsumzug. Musik, Kostüme, fröhliche Menschen – was für ein Empfang! Nach den holprigen Straßen ein unerwartet buntes Willkommen.Meer informatie

ReizigerWenn man im Winter unterwegs ist, muss man sich von vielen Kopfbildern verabschieden.n

Yvi on tourJa, das ist so. Aber im Vergleich zu anderen Ländern oder Regionen ist dies ein gewaltiger Unterschied. Das Chiantigebiet hatten wir uns auch etwas anders vorgestellt, mehr Wein statt Wald. Man ist einfach festgefahren von Vorstellungen und die Realität präsentiert sich in einem anderen Bild. Zum Glück ist Wein & Essen zu jeder Jahreszeit gut ☺️.

ReizigerIn der Toskana hab ich mich gefragt, wo der ganze Wein eigentlich wächst der da in die Flaschen kommt 🤭. Ich war schon etwas ernüchtert von Italien im Winter. Aber es war trotzdem eine tolle Reise mit anderen Erlebnissen als man sie im Sommer hätte.

Yvi on tourJa, da hast du recht. Deshalb reisen wir auch nicht in der Hauptreisezeit. So lernt man Land und Leute auch anders kennen.
Pitigliano - Stadt aus Tuffstein
22 februari, Italië ⋅ ⛅ 9 °C
Erst nach dem Karnevalsumzug in die Stadt zu gehen, war offenbar eine gute Entscheidung. Gerade zur blauen Stunde entfalten Orte wie Pitigliano ihren ganz eigenen Zauber. Wenn das Licht weicher wird und der Himmel langsam ins Dunkelblau übergeht, wirken die in Tuffstein gehauenen Häuser fast wie eine natürliche Verlängerung des Felsens.
Auf einem 313 Meter hohen Bergkamm gelegen, erhebt sich der Ort eindrucksvoll über die Landschaft. Die mittelalterlichen Mauern erzählen von einer bewegten Vergangenheit. Durch die beiden historischen Stadttore – die Porta di Sovana und die Porta della Cittadella – betritt man eine andere Zeit.
Doch die Wurzeln reichen noch weiter zurück: Schon die Etrusker hinterließen hier ihre Spuren. Teile der ursprünglichen Befestigungen sind bis heute im historischen Zentrum sichtbar, auch wenn vieles im Laufe der Jahrhunderte verändert, integriert oder abgetragen wurde. Besonders schön sind die mit Tuffstein verkleideten Abschnitte und die Aussichtsterrassen entlang der Mauern – perfekte Orte für stimmungsvolle Fotos über die Felsenlandschaft.
Die verwinkelten Gassen, kleinen Plätze und unerwarteten Durchblicke bieten unzählige Fotomotive. Selbst ohne blauen Himmel – vielleicht gerade dann – entsteht diese ruhige, fast geheimnisvolle Atmosphäre. Wenn die Dämmerung einsetzt und erste Lichter in den Fenstern angehen, bekommt die alte Stadt eine ganz eigene Wärme.
Und der Abschluss klingt ebenso stimmungsvoll: zurück zu unserem Johneli, ein Glas Wein in der Hand, dazu eine kalte Platte mit Käse und Wurstwaren – mehr braucht es manchmal nicht für einen perfekten Abend in der Toskana. 🍷Meer informatie

Reiziger
Herrlich!😀 Überhaupt immer sehr stimmungsvolle Bilder aus den Städtchen! Ich reise gern mit, wenn auch ohne Kommentare. 🙋🏻♀️

Yvi on tourDankeschön fürs Kompliment! Schön bist du mit dabei, egal ob mit Kommentaren oder einfach nur Likes 👍☺️.

Yvi on tourEr hat leider keine Pferdestärken und ist uns zu störrisch. So kämen wir nie zu unseren Tageszielen.
Wellness unter freiem Himmel
23 februari, Italië ⋅ ⛅ 11 °C
Nach einer Nacht im Tiefschlaf sind wir bald wieder abfahrbereit. Unser heutiges Tagesziel sind die heißen Quellen von Terme di Saturnia – wir sind gespannt, was uns dort erwartet, denn so richtig vorstellen können wir es uns noch nicht.
Die Fahrt dorthin ist wenig spektakulär. Wir fahren durch Wälder, Täler, vorbei an Olivenhainen und eher unscheinbaren Fotomotiven. Bald erreichen wir den kleinen Ort Saturnia. Kurz zuvor kommt es noch zu einer etwas skurrilen Begegnung mit den Carabinieri.
In einer Haltebucht mit Blick auf die heißen Quellen legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Yvonne steigt aus, läuft ein paar Meter – und schon stehen die Carabinieri neben Andreas und verweisen ihn des Platzes. Hier sei keine Haltemöglichkeit. Ein entsprechendes Verbotsschild? Fehlanzeige. Naja … Also fährt Andreas los, während Yvonne zurückbleibt, und die Carabinieri fahren ihm sogar noch voraus. Bei der nächsten Gelegenheit wenden Andreas mit Johneli und sammeln Yvonne wieder ein. So fahren wir denselben Weg tatsächlich dreimal – auch eine Art von Sightseeing.
Bei den heißen Quellen gibt es als einzige Parkmöglichkeit für Camper einen nahegelegenen Stellplatz mit speziellen Tages- und/oder Nachttarifen. Wir entscheiden uns spontan, gleich über Nacht zu bleiben.
Nach dem Mittagessen machen wir uns zu Fuß auf den Weg – etwa 15 Minuten über einen matschigen Pfad – und erreichen schließlich das Highlight der Region.
Ein modriger, schwefeliger Geruch liegt in der Luft – typisch für Thermalwasser. Die natürliche Kaskadenlandschaft ist beeindruckend. Das Wasser hat konstant angenehme 37,5 Grad. Keine zwei Minuten später sitzen wir schon im warmen Becken – herrlich! Rund 20 Minuten genießen wir das Bad, doch irgendwann vertreibt uns der intensive Geruch. Also kurz trocknen, umziehen und diesmal entlang der Straße zurück zum Stellplatz.
Am Abend werfen wir unseren Gasgrill an und genießen die letzten Sonnenstrahlen neben unserem Wohnmobil.
Unser Fazit: Der Besuch hat sich definitiv gelohnt und ist absolut empfehlenswert. Ein kleiner Tipp: In der Hauptsaison lohnt es sich, frühmorgens oder spätabends zu kommen – dann ist es ruhiger und noch stimmungsvoller.Meer informatie

ReizigerWar letztes Jahr auch dort an einem Wochenende 🙆Habe kaum einen Sitzplatz im Wasser bekommen🤣. Deshalb nur in der Woche hinfahren. Es lohnt sich auf jeden Fall!🙋🏼

Yvi on tourMusst einfach dein eigenes Glas mitbringen…den Inhalt hätten wir an Bord ☺️.
Zwischen Lagune & Meer
24 februari, Italië ⋅ ☀️ 15 °C
Heute sind wir früh fahrbereit. Schnell noch entsorgen – wobei „schnell“ auf Reisen ja so eine Sache ist. Manchmal dauert es eben ein bisschen länger, bis alles erledigt ist. Hinter uns bildet sich eine kleine Schlange. Aber niemand drängelt. Alle haben dasselbe Ziel: leer bzw. weiterfahren.
Die Weiterfahrt wird abenteuerlich. Holprige Straßen, seitlich abrutschende Pisten – nichts für schwache Nerven. Unser Navi ist überfordert. Also fahren wir mit drei verschiedenen Navis. Drei Meinungen, drei Richtungen – und wir mittendrin. Irgendwie gehört auch das dazu.
Zwischendurch werden wir immer wieder belohnt: traumhafte Ausblicke über sanfte Hügel, weite Landschaften und dieses besondere Licht. Und dann – plötzlich – liegt er in der Luft: der Geruch des Meeres. Noch sehen wir es nicht, aber wir wissen, es ist nah.
Wenig später stehen wir vor der Lagune von Orbetello. Das offene Meer versteckt sich noch.
Wir beziehen unseren Übernachtungsplatz in Orbetello und schwingen uns auf die Räder. Die Fahrt führt durch die kleine Stadt, wo wir auch gleich eine Pizzeria für den Abend entdecken. Heute ist uns nach Pizza – und in Italien folgt man solchen Eingebungen besser sofort.
Über die lange Brücke mitten durch die Lagune radeln wir hinüber auf die Insel Monte Argentario. Ein besonderes Gefühl, umgeben von Wasser und Himmel – als würden wir für einen Moment zwischen zwei Welten schweben.
Und dann stehen wir da. Zum ersten Mal seit fast vier Monaten wieder am Meer. Wir atmen tief ein, genießen die salzige Luft und dieses vertraute Rauschen, das sofort Ruhe einkehren lässt. Ein kleiner, großer Moment.
Kurz darauf führt uns der Weg über die Sanddünen wieder zurück. Der Radweg schlängelt sich meist durch duftenden Pinienwald. Wilder Rosmarin steht in voller Blüte, sein Aroma liegt schwer und würzig in der warmen Luft. Jeder Atemzug trägt ein Stück Mittelmeer in sich.
Der Boden rechts und links des Weges ist komplett umgepflügt. Wildschweine. Sehr, sehr viele Wildschweine, wie uns ein Forstarbeiter bestätigt. Gesehen haben wir keines – vielleicht zum Glück. Aber ihre Spuren sind überall.
Auf dem Rückweg entlang der Lagune entdecken wir in der Ferne noch ein paar Flamingos. Zartrosa Tupfer im schimmernden Wasser. Ein perfekter Abschluss dieser Runde.
https://www.komoot.com/de-de/tour/2796455353?sh…
Zurück bei unserem Johneli gibt es erst einmal Kaffee. Danach statten wir dem nahegelegenen Coop einen Besuch ab und decken uns mit ein paar Kleinigkeiten ein.
Ein Tag voller kleiner Abenteuer, großartiger Natur und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.Meer informatie

ReizigerStimmt! So auf den 1. Blick! Mumie oder Skelett! Ich wollte es nur nett ausdrücken! 😌
Pausentag
25 februari, Italië ⋅ ☁️ 15 °C
Heute war einer dieser Tage, an denen nicht das Ziel zählt – sondern einfach der Moment.
Am Vormittag sind wir noch eine entspannte Strecke gefahren. Kein Stress, kein Zeitdruck. Einfach rollen lassen, ankommen, stehen bleiben.
Und dann: Pausentag.
Kein Sightseeing, keine großen Pläne. Einfach im Wohnmobil bleiben, die Tür zu, gemütlich machen und die Welt draußen Welt sein lassen. Genau das lieben wir am Reisen – wir können jederzeit entscheiden, einen Gang rauszunehmen.
Während draußen das Wetter macht, was es will, schneiden wir in Ruhe unser aktuelles Video fertig und laden es hoch.
#56 - Schlaglöcher | Offroad | Öl | Montepulciano
https://youtu.be/T_1MeUuMnAs
Reisealltag bedeutet eben nicht nur unterwegs sein, sondern auch Erinnerungen festhalten und teilen.
Zwischendurch einfach Nichtstun. Lesen. Kaffee trinken. Reden. Oder auch mal schweigend aus dem Fenster schauen.
Am Abend wird gekocht – unkompliziert, aber richtig lecker. Gemeinsam essen, den Tag Revue passieren lassen und zufrieden feststellen: Mehr braucht es manchmal eigentlich nicht.
Ein ganz normaler, ruhiger Reisetag.
Und genau deshalb ein richtig guter. 💛Meer informatie

ReizigerDie Zeit ist hektisch genug, man soll entspannen und noch Freude am Leben haben. Druck bringt nichts Ihr macht das 100% richtig.
Brunello di Montalcino
26 februari, Italië ⋅ ☀️ 16 °C
Der heutige Tag ist ganz dem Brunello di Montalcino gewidmet. Schon oft im Supermarkt entdeckt, den einen oder anderen gekauft – doch heute wollen wir es genau wissen: Was macht diesen Wein so besonders?
Unser Wohnmobil steht auf dem Stellplatz in Montepulciano. Von dort aus schwingen wir uns auf unsere E-Bikes.
Unser Ziel ist das Weingut Poggio Rubino. Vorab hatten wir gefragt, ob wir mit dem Wohnmobil direkt dort parken könnten – leider nicht. Bei der Ankunft wird schnell klar warum: Das gesamte Anwesen liegt an einem steilen Hang, die Zufahrt schmal und kurvig. Selbst mit dem Fahrrad müssen wir ordentlich Bremsen und/oder in die Pedale treten – besonders auf dem Rückweg werden wir das noch spüren.
Poggio Rubino ist ein charmanter, traditioneller Familienbetrieb. Hier wird mit viel Handarbeit und Leidenschaft gearbeitet. Produziert werden unter anderem der berühmte Brunello di Montalcino sowie der etwas jüngere Rosso di Montalcino.
Mit rund 33’000 Flaschen Jahresproduktion zählt das Weingut zu den kleineren Betrieben der Region – besonders wenn man bedenkt, dass insgesamt sieben verschiedene Weine entstehen. Qualität statt Quantität ist hier klar die Philosophie.
Wir entscheiden uns für die Verkostung mit Führung und Essensbegleitung – 70 Euro pro Person. Kein Schnäppchen, aber absolut lohnenswert.
Fünf verschiedene Weine werden perfekt auf ein 3-Gänge-Menü abgestimmt. Dazu gibt es hauseigenes Olivenöl – intensiv, fruchtig, typisch Toskana. Jeder Gang harmoniert mit dem jeweiligen Wein, jeder Schluck unterstreicht die Aromen des Essens.
Ja, die Preise der Weine sind hoch. Aber nach dieser Erfahrung verstehen wir warum.
Der Brunello unterliegt strengen Produktionsvorschriften:
• 100 % Sangiovese
• Mindestens 5 Jahre Reifezeit ab der Lese
• Davon mindestens 2 Jahre im Holzfass
• Mindestens 4 Monate Flaschenreife
• Als Riserva sogar 6 Jahre Gesamtreife
Diese lange Reifung sorgt für enorme Struktur, Tiefe und ein beeindruckendes Lagerpotenzial. Und natürlich beeinflusst das auch den Preis – ebenso wie die kleine Produktionsmenge vieler Weingüter.
Wir haben uns noch nie einen so teuren Wein gegönnt. Aber manchmal darf man sich etwas Besonderes leisten. Und dieser Brunello war einfach himmlisch.
Eine Besonderheit von Poggio Rubino ist übrigens auch die Vermarktung ihrer Weine:
Die Weine werden ausschließlich direkt an Privatpersonen verkauft – meist an Mitglieder ihres eigenen Wein-Clubs. Man findet sie daher nicht im klassischen Handel oder in Onlineshops.
Der Rückweg nach Montepulciano fordert trotz E-Bike noch einmal unsere Beinmuskeln. Die Hügel sind nicht zu unterschätzen – aber das Gefühl, durch diese Landschaft zu fahren, ist unbezahlbar.
Zurück beim Wohnmobil füllt sich nicht nur unser Vorratsschrank, sondern auch unser Herz mit Erinnerungen.
Nun heißt es: Füße hochlegen, die warmen Sonnenstrahlen der Toskana genießen und diesen perfekten Tag Revue passieren lassen.
Ein Tag voller Genuss, Bewegung und toskanischer Lebensfreude. 🍷🌞Meer informatie





















































































































































































































































































































































































































































































































































ReizigerPerfektes Gewicht super
ReizigerGute Reise👍 freu mich auf die Bilder und Berichte.
Yvi on tourDankeschön