Unser langersehntes Ziel erreicht!
1 saat önce, Norveç ⋅ ☁️ 8 °C
Heute Morgen stehen wir etwas früher auf als in den letzten Tagen und Wochen. Unser grosses Ziel dieser Reise wartet auf uns: das Nordkap. Die Wettervorhersage verspricht am Morgen ein gutes Zeitfenster, und voller Vorfreude starten wir bereits um 07:00 Uhr in Honningsvåg.
Schon auf dem Weg staunen wir, wie bergig die Strecke zum Nordkap tatsächlich ist. Teilweise führt die Straße mit Steigungen von bis zu 9 % steil hinauf und auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinunter. Anfangs ist das Wetter noch klar, doch je näher wir unserem Ziel kommen, desto dunkler wird es. Dichter Nebel zieht auf und hüllt die Landschaft in ein graues Kleid. Nicht einmal die Rentiere scheinen darin noch den Weg zu finden.
Das Nordkap begrüsst uns schliesslich mit seinem dichtesten Nebelgewand – so dicht, dass selbst die Ticketschalter für die Parkgebühren kaum zu erkennen sind.
PKWs und Wohnmobile müssen ein Parkticket lösen, das für sechs Stunden gültig ist. Busse hingegen haben eine separate, kostenlose Spur. Manche Wohnmobilisten „verirren“ sich offenbar auf diese Spur und kommen so ebenfalls kostenlos zum Parkplatz. Das reguläre Parkticket kostet derzeit für ein Wohnmobil 100 NOK, dazu kommen pro Person nochmals 10 NOK für den Außenbereich. Wenn man bedenkt, dass die Anlage gepflegt werden muss, erscheint dieser Betrag durchaus fair. Ob man zusätzlich die Nordkaphallen für 360 NOK pro Person besuchen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.
Unser Hauptreiseziel, das Nordkap, liegt in unserem mittlerweile siebten Reiseland. Nach 93 Reisetagen und über 8.998 Kilometern erreichen wir es endlich. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Im dichten Nebel erkunden wir das Gelände und stehen zum ersten Mal vor der berühmten Weltkugel. Es fällt uns schwer, die richtigen Worte für diesen Moment zu finden. Schon vor 25 Jahren wollten wir unsere Hochzeitsreise mit einem Wohnmobil ans Nordkap machen – doch damals kommt es anders. Und heute, ein Vierteljahrhundert später, stehen wir endlich hier.
In der Hoffnung auf besseres Wetter machen wir erst einmal Frühstück im Wohnmobil. Doch inzwischen hat auch die Wetter-App ihre Prognose angepasst: Der Nebel soll den ganzen Tag bleiben. Trotzdem hoffen wir auf einen kleinen Lichtblick. Beim zweiten Versuch ist es dann tatsächlich soweit – für einen kurzen Moment reisst der Nebel auf und gibt den Blick aufs Meer frei. Schnell zücken wir die Handys… und genauso schnell ist der Moment auch schon wieder vorbei.
Daraufhin entscheiden wir uns, die Nordkaphallen zu besuchen. Modern, hell und sehr schön gestaltet. Natürlich lassen wir uns auch den Panoramafilm nicht entgehen, der uns die ganze Dimension dieses besonderen Ortes aus der Vogelperspektive zeigt.
Nach fast sechs Stunden am Nordkap geht es zurück nach Honningsvåg. Im Tourismusbüro möchten wir noch die Mitgliedschaft im Royal North Cape Club erwerben. Diese ermöglicht lebenslang kostenlosen Eintritt in die Nordkaphallen. Alles, was man dafür braucht, sind das Eintrittsticket der Nordkaphallen und ein Selfie vom Besuch – und die Anmeldung muss noch am selben Tag erfolgen. Nun sind wir stolze Mitglieder dieses besonderen Clubs. Die Kosten dafür betragen 175 NOK pro Person und werden als Spende abgebucht.
Da wir im kommenden Winter noch einmal ans Nordkap reisen möchten, hat sich die Mitgliedschaft bereits jetzt gelohnt.
Auch wenn unser heutiger Besuch im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel liegt, bleibt dieses Erlebnis etwas ganz Besonderes – und eines, das wir sicher nie vergessen werden.
Am Abend verabschieden wir uns von der Region rund ums Nordkap und fahren noch ein gutes Stück weiter in Richtung Alta.Okumaya devam et
Kreuzfahrtflair in Honningsvåg
21 Haziran, Norveç ⋅ ⛅ 11 °C
Gestern Abend, kurz vor Mitternacht, mussten wir unseren ersten Übernachtungsplatz verlassen. Der Wind wurde so stark, dass an ruhigen Schlaf kaum zu denken war. Also machten wir uns kurzerhand auf die Suche nach einem geschützteren Plätzchen — und wurden schnell fündig. Zwar war der neue Platz landschaftlich nicht besonders reizvoll, dafür bescherte er uns eine wunderbar ruhige Nacht.
Heute zeigt sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite. Deshalb entscheiden wir spontan, unsere Fahrt zum Nordkap auf morgen zu verschieben. Stattdessen geht es für uns nach Honningsvåg.
Zuvor steht jedoch eine Premiere an: unsere erste Fahrt durch den "Nordkaptunnelen". Es ist ein beeindruckendes Gefühl, so tief unter dem Meeresspiegel unterwegs zu sein — eine Strecke, die wir so schnell nicht vergessen werden.
In Honningsvåg angekommen, entscheiden wir uns für den Wohnmobilparkplatz mitten im Zentrum. Praktisch und unkompliziert lässt er sich ganz einfach über EasyPark bezahlen.
Schon kurz vor Mittag liegen vier große Schiffe im Hafen: ein Postschiff und drei Kreuzfahrtschiffe. Bei voller Auslastung bringen allein die Kreuzfahrtschiffe unglaubliche 6.726 Passagiere mit — die Crew nicht mitgerechnet. Entsprechend lebendig ist der Ort. Überall Kreuzfahrttouristen. Irgendwie fühlt es sich für uns seltsam an, diesmal nicht selbst als Kreuzfahrtpassagiere unterwegs zu sein.
Trotz des Trubels lassen wir uns einen gemütlichen Bummel durch Honningsvåg nicht nehmen. Der Ort hat einen ganz besonderen Charme: nordisch, gepflegt und voller kleiner Baustellen und Renovationen, die zeigen, wie viel Wert hier auf den Erhalt gelegt wird.
Für das Mittagessen finden wir — mit Hilfe von ChatGPT — ein tolles Restaurant. Dort probieren wir zum ersten Mal Rentierbraten, der schlichtweg ein Gedicht ist.
https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin…
Nach diesem kulinarischen Highlight kommen wir noch am Postschiff von Havila Voyages vorbei. Spontan fragen wir nach, ob wir für einen Kaffee oder einen kurzen Besuch an Bord kommen dürfen. Und tatsächlich: kein Problem. Mit Besucherausweisen ausgestattet dürfen wir uns frei auf dem Schiff bewegen. Sofort ist dieses vertraute Kribbeln wieder da — das Kreuzfahrtfieber. Vielleicht steht irgendwann einmal eine Reise mit einem Postschiff auf unserer Liste.
Zurück im Wohnmobil beobachten wir noch das bunte Treiben rund um die Sky Princess. Als das Postschiff schliesslich den Hafen verlässt, wird es von den anderen Schiffen mit lautem Horn verabschiedet. Ein Moment, der direkt unter die Haut geht.
Nun blicken wir gespannt auf morgen. Die Wetterprognosen für die frühen Morgenstunden sehen vielversprechend aus. Vielleicht wartet dann endlich das Nordkap auf uns.Okumaya devam et

Gezgin
Den kenne ich nicht, da es ihn 1977 bei meinem ersten Besuch am Nordkap mit dem Bus noch nicht gab

Yvi on tourWenn du in Honningsvåg mit dem Schiff anlegst und zum Nordkap fährst, passierst du diesen Tunnel nicht. Er ist kurz vor Honningsvåg und erst dann gehts Richtung Nordkap.

GezginJa, habe ich im letzten Jahr, als ich dort oben war, auf der Karte gesehen! Spannendes Bauwerk und ich glaube auch gar nicht mal so wahnsinnig teuer im Verhältnis
Begleitet von der nördlichsten Rallye der Welt
20 Haziran, Norveç ⋅ 🌧 12 °C
Heute geht es für uns wieder ein Stück weiter nach Norden – immer mit dem Nordkap im Blick. Wir lassen es bewusst gemütlich angehen, denn unser Plan ist, erst am Montag anzukommen. Bis dahin hoffen wir auch auf besseres Wetter.
Die Strecke durch die Tundra in Richtung Lakselv und Olderfjord wirkt stellenweise fast eintönig. Es ist eine dieser Strecken, bei denen man versteht, dass hier ganz klar das Ziel im Vordergrund steht.
Erst auf den letzten Kilometern entlang des Olderfjords wird die Landschaft wieder etwas spannender. Der Fjord bringt Bewegung ins Bild, auch wenn es insgesamt nicht die spektakulärste Etappe unserer Reise ist. Auffällig ist vor allem eines: Man ist hier definitiv nicht allein unterwegs. Unzählige Wohnmobile rollen in dieselbe Richtung – alle mit dem Nordkap als gemeinsames Ziel. Die Parkplätze entlang der Strecke sind entsprechend gut gefüllt.
Auch wir machen unseren Mittagshalt direkt am Wasser, mit Blick auf den Fjord. Eigentlich nur für eine Pause gedacht, entscheiden wir uns spontan, gleich hier über Nacht zu bleiben.
An uns rollen derweil unzählige Rallye-Fahrzeuge vorbei, alle nummeriert. Es handelt sich um die grosse Abenteuer-Rallye rund um die Ostsee, oft als die „nördlichste Rallye der Welt“ bezeichnet. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Roadtrip, Orientierung und Abenteuer.
Kurz zusammengefasst:
❇️ Zeitraum 2026: 13.–28. Juni 2026 (16 Tage)
❇️ Start/Ziel: Hamburg – Hamburg
❇️ Strecke: ca. 7.500 km durch mehr als 9 Länder rund um die Ostsee
❇️ Typische Route: Dänemark → Schweden → Norwegen → Finnland → Lappland → Nordkap → Estland → Lettland → Litauen → Polen → zurück nach Deutschland
Besondere Regeln:
✳️ Kein GPS oder Navi, oft nur mit Karte und Kompass
✳️ Möglichst keine Autobahnen
✳️ Verschiedene Aufgaben („Challenges“) unterwegs
✳️ Viele Teams sammeln Spenden für soziale Projekte
Fahrzeuge:
✅ Autos
✅ Vans
✅ Motorräder
✅ Trucks
Oldtimer und Youngtimer sind besonders beliebt, inzwischen sind aber auch moderne Fahrzeuge zugelassen.
Das Event ist in der Overlanding- und Roadtrip-Szene ziemlich bekannt. Ein Erfahrungsbericht auf Reddit beschreibt es als „einen der verrücktesten Roadtrips überhaupt“ – sogar mit einem Elektroauto.Okumaya devam et
Entlang des Tana bis nach Karasjok
19 Haziran, Norveç ⋅ ☁️ 14 °C
Nach einer herrlich ruhigen Nacht und völlig ohne Wind haben wir ausgezeichnet geschlafen. Gerade unterwegs weiss man solche Nächte besonders zu schätzen – keine störenden Geräusche und kein einziges Wackeln am Wohnmobil.
Heute heisst es schon wieder Abschied nehmen von Finnland, denn unsere Route führt uns zurück nach Norwegen. Entlang des beeindruckenden Flusses Tana geht es Richtung Karasjok, unserem heutigen Tagesziel.
Der Tana ist einer der bekanntesten Flüsse im hohen Norden Europas und bildet auf rund 250 Kilometern die natürliche Grenze zwischen Finnland und Norwegen. Mit seinen etwa 360 Kilometern Länge und seiner Mündung in den Tanafjord ist er nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch einer der bedeutendsten Wildlachsflüsse Europas. Für die Sámi hat der Fluss – auf Samisch "Deatnu", also „großer Fluss“ – zudem eine tiefe kulturelle Bedeutung.
In Karasjok angekommen, besuchen wir unser zweites Sami-Parlament, das Sámediggi. Zufällig finden auch hier gerade Plenarsitzungen statt, weshalb leider keine Führungen angeboten werden. Trotzdem dürfen wir einen Blick in die Bibliothek und den Eingangsbereich werfen.
Das norwegische Sámi-Parlament wurde 1989 gegründet und vertritt die Interessen der samischen Bevölkerung. Seit dem Jahr 2000 befindet es sich in einem architektonisch beeindruckenden Gebäude, dessen Form an eine traditionelle Lavvu – das samische Zelt – erinnert.
Das Sami-Museum in Karasjok lassen wir diesmal bewusst aus, da wir bereits in Inari ein sehr interessantes Museum über die Kultur und Geschichte der Sámi besucht haben.
Da es nicht so leicht ist, in Karasjok einen ruhigen Übernachtungsplatz ausserhalb des Campingplatzes zu finden, setzen wir unsere Fahrt noch ein kleines Stück fort und stossen schliesslich auf einen Rastplatz, der genau richtig für die Nacht ist.
Das Wetter zeigt sich allerdings wieder von seiner raueren Seite und schon bald setzt erneut Regen ein. Also nutzen wir die Zeit im Warmen, planen die nächsten Etappen unserer Reise und erledigen ein wenig Büroarbeit. Denn so schön das Reisen auch ist – ein bisschen Alltag fährt immer mit.Okumaya devam et
Reisetag & Licht in Nordnorwegen
18 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 10 °C
Die Nacht war ziemlich stürmisch und zwischendurch rüttelte es immer wieder kräftig am Wohnmobil. Andreas hatte seinen Spass daran, während Yvonne dabei doch eher ein mulmiges Gefühl hatte.
Heute heisst es erst einmal umkehren: Die Strecke der letzten beiden Tage fahren wir wieder zurück, bevor wir noch ein gutes Stück weiterziehen. Am Ende kommen so doch 212 Kilometer zusammen – für unsere Verhältnisse eine ganze Menge.
Auf dem Rückweg begegnet uns eine grosse Rentierherde, später entdecken wir sogar einen Seeadler. Und dann liegt plötzlich mitten auf der Strasse eine riesige Ansammlung von Dreizehenmöwen oder vielleicht Küstenseeschwalben – ein ziemlich beeindruckendes Bild.
Ansonsten ist der heutige Tag eher von praktischen Dingen geprägt: Wir müssen ent- und versorgen, der Kühlschrank braucht Nachschub und eine neue Gasflasche muss auch her. Für Letzteres geht es nochmals kurz nach Finnland. Das ist zum Glück kein Umweg, denn statt auf der E6 dem Grenzfluss Tana entlangzufahren, nehmen wir einfach die finnische Seite.
Am Abend finden wir in der Nähe des nördlichsten Punkts der EU in Finnland einen passenden Übernachtungsplatz.
Was uns in den letzten Tagen in der Finnmark immer wieder aufgefallen ist: In fast jedem Haus steht eine Lampe im Fenster – und oft brennt sie auch. Gerade in dieser kargen Landschaft, in der das Wetter schnell umschlagen kann oder die Dunkelheit im Winter allgegenwärtig ist, wirkt dieses warme Licht besonders einladend.
Doch was steckt eigentlich dahinter?
Historisch hat das Fensterlicht in Norwegen mehrere Bedeutungen. Für Reisende und Fischer war es oft ein wichtiges Zeichen: Hier ist ein Haus, hier gibt es Schutz. Gerade in den rauen Küstenregionen wie der Finnmark konnte das lebenswichtig sein.
Gleichzeitig war es auch ein Zeichen von Gastfreundschaft. In einer Gegend, in der Menschen stark aufeinander angewiesen waren, bedeutete ein Licht im Fenster oft: Wir sind da, du bist willkommen.
Und nicht zuletzt hatte Licht schon immer eine symbolische Bedeutung – als Zeichen von Wärme, Sicherheit und Hoffnung in der langen Dunkelheit des Nordens.
Auch heute, wo es längst elektrisches Licht gibt, ist diese Tradition geblieben. Und wenn man hier unterwegs ist, versteht man ziemlich schnell, warum.Okumaya devam et
Hamningberg – ans „Ende Europas“
17 Haziran, Norveç ⋅ 🌧 7 °C
Die Fahrt von Vardø nach Hamningberg gehört zu den eindrucksvollsten Strecken im äussersten Nordosten Norwegens. Kaum verlässt man die kleine Inselstadt Vardø durch den Unterseetunnel, taucht man sofort in eine andere Welt ein: karge Landschaften, vom Wind geformte Küstenlinien und die unendliche Weite der Barentssee begleiten einen auf dem Weg Richtung Norden.
Die Strasse nach Hamningberg ist Teil der Norwegischen Landschaftsroute Varanger und schlängelt sich rund 40 Kilometer entlang einer der rauesten und zugleich schönsten Küsten Norwegens. Mal führt sie durch eine fast mondähnliche Steinlandschaft, dann wieder vorbei an kleinen Buchten, Stränden und vereinzelten Hütten, die sich scheinbar an die Felsen klammern. Besonders mit dem Wohnmobil ist diese Strecke ein Erlebnis – langsam fahren lohnt sich hier unbedingt, denn hinter jeder Kurve öffnet sich ein neues Panorama.
Unterwegs treffen wir auf kaum Verkehr, nur gelegentlich ein anderes Wohnmobil oder Einheimische, die hier ihre Sommerhäuser haben.
Am Ende dieser Straße liegt Hamningberg, ein fast verlassenes Fischerdorf an der Barentssee. Oft wird der Ort als das „Ende Europas“ bezeichnet – und genau dieses Gefühl bekommt man auch, wenn man hier ankommt.
Hamningberg wurde in den 1960er-Jahren weitgehend aufgegeben, doch viele der farbigen Holzhäuser stehen noch heute und verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Einige Gebäude werden im Sommer noch als Ferienhäuser genutzt, ansonsten herrscht hier Ruhe – nur das Rauschen des Meeres und der Wind begleiten den Besucher.
Der Ort ist besonders für seine Ursprünglichkeit bekannt: keine modernen Eingriffe, keine große Infrastruktur, nur ein Stück erhaltene Küstengeschichte. Genau das macht Hamningberg zu einem beliebten Ziel für Reisende, die das ursprüngliche Nordnorwegen erleben möchten.
Fazit 👉
Die Strecke von Vardø nach Hamningberg ist keine gewöhnliche Fahrt – sie ist ein Erlebnis. Wer hier unterwegs ist, reist nicht nur durch Landschaft, sondern durch eine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischer Einsamkeit. Hamningberg selbst wirkt wie ein Ort am Rand der Welt – still, rau und wunderschön zugleich.Okumaya devam et

GezginIhr seid ja ganz die "Harten", jetzt habt ihr immer noch 600 km bis zum Nordkap 😂 Macht ihr eigentlich die Wanderung bis zum "echten" Nordkap? Wir organisieren una gerade unsere Midsommertage auf der Insel Pellinki vor Porvoo - lt. Wettervorhersage wahrscheinlich angenehmer wie am Nordkap - hoffentlich 😏🤔

Yvi on tourSo langsam müssen wir etwas Gas geben, damit wir im Zeitplan bleiben 😉. Nein die Wanderung zum echten Nordkap lassen wir aus. 17 km und fast 500 Höhenmeter bei dieser Wetterlage auf unschönen Wegen ist uns zu riskant und einfach zuviel. Komoot gibt dafür Wegzeit hin und zurück etwas mehr als 6 Stunden an. Geniesst die Midsommertage in der Wärme und habt eine schöne Zeit.
Verlassene Häuser, Kunst und dunkle Vergangenheit
17 Haziran, Norveç ⋅ 🌬 8 °C
Nach unserer Ankunft am Vortag machten wir zunächst einen Bummel durch den kleinen Ort Vardø. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick rau und etwas melancholisch. Viele Häuser stehen leer oder sind verlassen, manche scheinen bereits seit Jahren niemanden mehr beherbergt zu haben. Die eigentlichen Bewohner vieler Gebäude sind inzwischen die Vögel, die sich auf Fensterbänken, Dachvorsprüngen und Dächern häuslich eingerichtet haben.
Trotz des sichtbaren Strukturwandels versucht die Stadt, dem Ort neues Leben einzuhauchen. An mehreren Gebäuden entdecken wir farbenfrohe Street-Art-Kunstwerke, die einen spannenden Kontrast zu den teilweise verwitterten Fassaden bilden.
Bei unserem Rundgang finden wir ausserdem ein besonderes Souvenir: einen handgestrickten Norwegerpullover aus regionaler Wolle. Die Pullover werden von Einheimischen in traditioneller Handarbeit gefertigt und spiegeln die lange Handwerkskunst der Region wider. Ein authentisches Erinnerungsstück, das nicht nur wärmt, sondern auch ein Stück nordnorwegische Kultur mit nach Hause bringt.
Nach einer recht rauen Nacht – der Wind ist hier definitiv nicht zu unterschätzen – besuchen wir am nächsten Morgen den Drakkar Leviathan. Dabei handelt es sich um eine moderne Interpretation eines Wikinger-Langschiffs, die als Kunst- und Kulturprojekt geschaffen wurde. Das beeindruckende Holzschiff erinnert an die große Bedeutung der Seefahrt und der nordischen Geschichte in dieser abgelegenen Region. Mit seiner markanten Silhouette fügt sich der Drakkar eindrucksvoll in die raue Küstenlandschaft ein und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise.
Die auf dem Weg liegende Festung lassen wir heute links liegen – unser Weg führt uns weiter.
Bevor wir Vardø verlassen, steht noch der Besuch des Hexenmahnmals auf dem Programm – einer der bewegendsten Orte der Stadt. Die Gedenkstätte erinnert an die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts, bei denen in der Region Finnmark zahlreiche Menschen, überwiegend Frauen, der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurden.
Das Mahnmal besteht aus zwei Teilen. Der lange, schmale Erinnerungsbau wurde vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen. Im Inneren erzählen Texte und Gedenktafeln die Schicksale der 91 Menschen, die während der Hexenverfolgungen in Finnmark ihr Leben verloren. Ergänzt wird die Anlage durch eine eindrucksvolle Kunstinstallation der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Gemeinsam schaffen Architektur und Kunst einen Ort des Erinnerns und Nachdenkens.
Die Kombination aus der rauen Küstenlandschaft, der stillen Atmosphäre und den tragischen Geschichten der Opfer macht den Besuch zu einem besonders eindrücklichen Erlebnis, das noch lange nachwirkt. Mit vielen Eindrücken im Gepäck verlassen wir schließlich Vardø und setzen unsere Reise entlang der nordnorwegischen Küste fort.Okumaya devam et
Auf der Europastrasse E75 unterwegs
16 Haziran, Norveç ⋅ 🌬 8 °C
Nach zwei eher ruhigen Tagen ist unser heutiges Tagesziel Vardø. Der Himmel zeigt sich nicht in strahlendem Blau, sondern grau und bedeckt. Nebelschwaden ziehen über die Landschaft und verleihen der Szenerie etwas Mystisches. Irgendwie passt genau das zu diesem abgelegenen Teil Norwegens.
Besonders freuen wir uns heute auf einen Abschnitt der Europastrasse E75. Kaum zu glauben: Diese Straße beginnt hier oben in Vardø und führt südwärts durch Finnland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien bis ganz nach Sitia auf Kreta in Griechenland – stolze 4’340 Kilometer lang. Für uns steht heute allerdings nur ein wunderschöner Abschnitt entlang des Varangerfjords auf dem Programm.
Zunächst heißt es jedoch: zurück auf derselben Strecke von Bugøynes. Die Landschaft zeigt sich anfangs rau und fast unwirklich – schroffe Felsen, kaum Vegetation und eine karge Weite, die beinahe mondähnlich wirkt. Doch je weiter wir dem Fjord folgen, desto mehr verändert sich die Umgebung. Plötzlich tauchen wieder Häuser auf, kleine nordische Siedlungen bringen Leben in die Landschaft.
Schon bald entdecken wir von Weitem die Kirche von Nesseby und entscheiden uns spontan für einen kleinen Abstecher. Hier finden wir auch eines der typischen Stockfischgestelle – diese traditionellen Holzkonstruktionen, auf denen vor allem Kabeljau an der frischen Luft getrocknet wird. Über Wochen hängen die Fische hier im kalten Wind und in der salzigen Meeresluft, bis daraus Stockfisch entsteht – eine jahrhundertealte Methode zur Konservierung.
Erstaunlich ist, wie unterschiedlich die Landschaft hier wirkt. Obwohl wir nur etwa zehn Kilometer Luftlinie entfernt auf der anderen Seite des Fjords unterwegs sind, scheint es fast eine andere Welt zu sein. Hier gibt es Leben – in und ausserhalb der kleinen Dörfer. Rund um die Häuser grasen Schafe völlig frei. Sie wirken entspannt, neugierig und erstaunlich gelassen gegenüber Autos. Statt davonzulaufen, scheinen sie eher wissen zu wollen, wer da vorbeikommt.
Je näher wir Vardø kommen, desto rauer wird die Stimmung. Die Straße führt entlang der wilden Barentssee, der Nebel wird dichter und dichter. Es fühlt sich tatsächlich ein wenig so an, als würden wir ans Ende der Welt fahren.
Nicht nur uns scheint diese Region zu faszinieren – auch die Vogelwelt fühlt sich hier offenbar wohl. Immer wieder sehen wir Hobby-Ornithologen mit Ferngläsern und Kameras, die geduldig nach seltenen Sichtungen Ausschau halten. Vor Vardø liegt zudem die Insel Hornøya, die man per Boot erreichen kann. Besonders bekannt ist sie für ihre Papageitaucher – die berühmten Puffins.
Die Fahrt nach Vardø ist definitiv eines der Highlights unserer Reise. Morgen werden wir die Sehenswürdigkeiten des kleinen Ortes genauer erkunden – doch für heute reicht es erst einmal.
Zum Tagesabschluss genießen wir bei einem wärmenden Tee die Einfahrt eines Hurtigrutenschiffes in den Hafen. Und später wartet noch ein weiterer Programmpunkt auf uns: der Besuch der ältesten Kneipe Nordnorwegens – natürlich inklusive lokalem Bier.Okumaya devam et

Gezginah, habe es bei Google Maps gefunden! Ihr nehmt da oben aber auch wirklich jeden Zipfel mit, richtig? Wann plant ihr denn am Nordkap selbst zu sein?
Königskrabbe
15 Haziran, Norveç ⋅ 🌬 6 °C
In Bugøynes dreht sich vieles um den Fang der Königskrabbe (rote Kamtschatka-Krabbe) – nicht umsonst gilt das kleine Dorf als eine Art „Hauptstadt der norwegischen Königskrabbe“.
Die roten Königskrabben stammen ursprünglich nicht aus Norwegen. In der Sowjetzeit wurden sie im russischen Teil der Barentssee angesiedelt, um dort eine neue Fischerei aufzubauen. Von dort breiteten sie sich entlang der Küste Finnmarks bis nach Nordnorwegen aus. Heute sind sie wirtschaftlich äusserst bedeutend, werden ökologisch jedoch vielerorts als invasive Art betrachtet.
Gefangen werden die Königskrabben mit speziellen Fallen, die am Meeresboden im Varangerfjord ausgelegt werden. Kleine Fischerboote – sogenannte „Sjarker“ – setzen und kontrollieren sie regelmässig. Nach dem Einholen werden die Tiere nach Größe und Qualität sortiert. In Bugøynes arbeiten viele Fischer eng mit lokalen Verarbeitungsbetrieben zusammen.
Für das kleine Dorf ist die Königskrabbe von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Sie wird über lokale Betriebe verarbeitet und – teils lebend – auf internationale Märkte exportiert. Viele Einheimische sind direkt oder indirekt vom Krabbenfang abhängig.
Norwegens Fischereigesetze gehören zu den strengsten der Welt. Gefangen werden dürfen nur ausgewachsene männliche Tiere über einer bestimmten Mindestgrösse, während Jungtiere und Weibchen zurück ins Meer gesetzt werden. Diese Regeln tragen dazu bei, die Bestände stabil zu halten und gleichzeitig eine hohe Qualität zu sichern.
Königskrabben-Safaris gehören zu den besonderen Erlebnissen in Bugøynes: Besucher fahren gemeinsam mit Fischern hinaus auf den Fjord, holen Fallen ein und erhalten Einblicke in Fang und Verarbeitung. Genau dieses Abenteuer hätten wir heute selbst erlebt – doch das Wetter spielt nicht mit. Starker Wind zwingt uns, an Land zu bleiben.
Auch der Besuch der Verarbeitungsfabrik fällt aus. Während der Häutungsphase von März bis Mai ist kein kommerzieller Fang möglich, und nach den windigen Tagen konnten die Fischer ihre Arbeit noch nicht wieder aufnehmen. Entsprechend gibt es derzeit auch keine Krabben in der Fabrik zu sehen.
Stattdessen nimmt sich unser Guide Thor Zeit, uns dennoch spannende Einblicke in die Königskrabben-Fischerei zu geben. Den Tag lassen wir schliesslich bei einem leckeren Mittagessen im Dorfbistro ausklingen – ein ruhiger Abschluss eines eigentlich sehr „nassen“ Fjordabenteuers.
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Bugøynes - Finnland trifft auf Norwegen
14 Haziran, Norveç ⋅ 🌬 7 °C
Gestern Abend hatten wir noch richtig Glück: Direkt vor uns zeigten sich Schweinswale und sogar Delfine. Eine ganze Weile konnten wir die Tiere beobachten, wie sie immer wieder aus dem Wasser auftauchten. Was für ein perfekter Abschluss des Tages – solche Momente bleiben einfach in Erinnerung.
Die Nacht danach war herrlich ruhig. Kein Wind, der am Wohnmobil rüttelte, kein Regen auf dem Dach – wir haben tief und fest geschlafen. Nach all den Eindrücken tat diese Ruhe richtig gut.
Heute haben wir etwas Strecke vor uns: 150 Kilometer. Klingt zunächst nicht viel, doch hier oben in Norwegen ticken die Uhren anders. Luftlinie wären es gerade einmal 50 Kilometer, aber eine Fähre gibt es nicht. Also führt der Weg in grossen Bögen entlang der Fjorde.
Bevor es losgeht, machen wir noch einen letzten Stopp auf dem Wohnmobilstellplatz in Kirkenes direkt am Schiffsanleger. Die Ent- und Versorgungsstation ist top – sehr guter Wasserdruck, unser Tank ist schnell gefüllt, und das Ganze auch noch kostenlos. So etwas erlebt man gerne. Danke dafür!
Die Strassen sind heute kurvig und oft eng, immer wieder schmiegen sie sich an die Fjorde. Hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf das Wasser, die Berge und die raue Landschaft. Das Wetter zeigt sich allerdings eher nordisch-grau. Wenigstens bleibt es trocken, auch wenn die Aussichten für die nächsten Tage nicht gerade vielversprechend sind.
Unser Ziel für die nächsten zwei Tage heißt Bugøynes – ein winziges Fischerdorf in Finnmark am Varangerfjord, weit oberhalb des Polarkreises und nahe der finnischen Grenze. Gerade einmal rund 200 Menschen leben hier. Wegen der vielen finnischen Wurzeln seiner Bewohner wird der Ort oft auch „Little Finnland“ genannt. Die finnische Kultur ist bis heute spürbar.
Früher war Bugøynes fast nur per Boot erreichbar, erst seit 1962 gibt es eine Strassenverbindung. Schon die Anfahrt fühlt sich ein wenig wie eine Reise ans Ende der Welt an: windige Küstenlandschaften, kaum Bäume und mit etwas Glück sogar Rentiere am Straßenrand.
Besonders spannend: Bugøynes gehört zu den wenigen Orten in Finnmark, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Deshalb stehen hier noch einige historische Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die dem Dorf seinen besonderen Charakter verleihen.
Bekannt ist in Bugøynes ausserdem für die riesigen roten Königskrabben aus der Barentssee. Morgen wollen wir diesen beeindruckenden Tieren etwas näherkommen – wir sind gespannt.
Und dann gibt es hier tatsächlich auch noch einen kleinen Strand. Ja, richtig gelesen: Strand. Manche gehen hier sogar im Nordmeer baden. Als wir auf dem Stellplatz ankamen, wagte tatsächlich jemand ein Bad im eiskalten Varangerfjord. Uns hat schon das Zuschauen gereicht.Okumaya devam et

Yvi on tourJa, grundsätzlich schon, insbesondere bei park4night. In Finnland haben wir auch öfters bei Tankstellen Entsorgung gefunden.
Ans Ende von Norwegen
13 Haziran, Norveç ⋅ 🌬 14 °C
Nach einem verregneten Abend gestern und einer erstaunlich ruhigen Nacht freuen wir uns heute besonders auf unser Tagesziel: Es geht ans Ende Norwegens – nach Grense Jakobselv.
Grense Jakobselv gilt als der östlichste bewohnte Ort Norwegens und liegt tatsächlich weiter östlich als Istanbul. Gleichzeitig ist dies der östlichste Punkt des norwegischen Festlands, den man mit dem Wohnmobil erreichen kann. Entsprechend gespannt sind wir – und hoffen natürlich, einen der begehrten Parkplätze direkt am Meer zu ergattern.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Zunächst erreichen wir den Grenzübergang zwischen Norwegen und Russland und beobachten eine Weile, wie Autos die Grenze passieren. Es ist der einzige legale Grenzübergang zwischen beiden Ländern – ein seltsames Gefühl, hier mitten im hohen Norden an einem so geopolitisch besonderen Ort zu stehen.
Weiter geht es entlang kleiner Fjorde, vorbei an rauer Landschaft und immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf Meer, Berge und Weite. Überall entdecken wir kleine Häuser, die offenbar als Wochenendhäuschen genutzt werden – vor vielen Einfahrten stehen Autos, obwohl die Gegend sonst fast menschenleer wirkt. Und tatsächlich: An einigen Stellen liegt sogar noch Schnee vom vergangenen Winter.
Die Strasse ist überraschend gut befahrbar. Es gibt nur wenige Schlaglöcher, dafür aber immer wieder einspurige Abschnitte mit Ausweichstellen. Die letzten zehn Kilometer verwandeln sich schließlich in eine gut ausgebaute Schotterpiste – passend zum Gefühl, immer weiter ans Ende der Welt zu fahren.
Die letzten Kilometer verlaufen direkt entlang der Jakobselva, dem Grenzfluss zu Russland, der schließlich in die Barentssee mündet. Kurz vor unserem Ziel taucht plötzlich die kleine Kapelle auf – eigentlich eher ein Grenzsymbol als eine Dorfkirche. Die Kapelle zu Ehren von König Oscar II. wurde bereits 1869 aus lokalem Naturstein erbaut und steht nur rund 500 Meter von der russischen Grenze entfernt. Klein, schlicht und irgendwie perfekt passend zu dieser abgelegenen Landschaft.
Und dann haben wir tatsächlich Glück: Ein Parkplatz direkt in erster Meereslinie wird frei – besser geht es kaum. Der Wind bläst kräftig, fast schon stürmisch, aber das gehört hier irgendwie dazu. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, zur Kapelle zu spazieren, die Klippen zu erkunden und auch den Strand zu besuchen. Das Wetter passt perfekt – rau, wild und gleichzeitig unglaublich schön.
Ein Ort, der sich wirklich anfühlt wie das Ende Europas.Okumaya devam et
23 Tage Finnland vorbei – unser Start in Norwegen
12 Haziran, Norveç ⋅ ☁️ 17 °C
Nach einer ruhigen Nacht heisst es heute Abschied nehmen: Nach 23 Tagen verlassen wir Finnland und passieren die Grenze nach Norwegen. Ein Land, das für uns völliges Neuland ist – entsprechend gross sind Vorfreude und Neugier auf alles, was uns erwartet.
Und tatsächlich verändert sich die Landschaft schon kurz nach der Grenze spürbar. Die Strassen werden kurviger, die Umgebung hügeliger und felsiger. Die endlosen Kiefernwälder Finnlands verschwinden zunehmend und machen Platz für mehr Laubwald. Es fühlt sich direkt ein wenig anders an.
Unser erster Stopp in Norwegen führt uns zum Skoltefossen bei Neiden. Wir steigen aus, laufen zu den Stromschnellen und hoffen insgeheim auf springende Lachse. Doch dafür scheint es noch etwas zu früh zu sein – die beste Zeit soll im Juli sein.
Skoltefossen ist weit mehr als nur eine Stromschnelle: Der Ort war einst ein wichtiges Zentrum der Skoltsamen. In der Neidenelva wurde traditionell Lachs mit der jahrhundertealten Käpälä-Fischerei gefangen – lebenswichtig für Nahrung und Handel.
Schon bald geht es weiter Richtung Kirkenes – und plötzlich fahren wir zum ersten Mal mit unserem Wohnmobil direkt an einem Fjord entlang. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das tiefblaue Wasser zwischen Felsen und Hügeln. Für uns ein besonderer Moment: unser erster Fjord in Norwegen.
Eigentlich möchten wir in Kirkenes einen Halt machen und uns die Kleinstadt ansehen. Doch daraus wird nichts – zumindest nicht so, wie geplant. Wie viele andere Camper finden auch wir keinen Parkplatz. Der offizielle Wohnmobilstellplatz kommt für uns nicht infrage: zu weit entfernt und wenig einladend mitten im Hafengebiet. Immerhin: Während unserer Parkplatzsuche bekommen wir bereits einen kleinen Eindruck von Kirkenes – irgendwie haben wir die Stadt also doch schon besichtigt.
Ganz in der Nähe gäbe es noch das bekannte Snowhotel, das ganzjährig besucht werden kann. Als wir jedoch die Preise sehen, trauen wir unseren Augen kaum: Umgerechnet etwas mehr als 100 Euro pro Person – für gerade einmal zwei Stunden! Da verzichten wir erst einmal. Vielleicht heben wir uns dieses Erlebnis für einen Winterbesuch auf – ebenso wie eine richtige Besichtigung von Kirkenes.
Wir verlassen die Stadt und machen uns auf die Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz. Das Wetter zeigt sich inzwischen wechselhaft: Für heute ist Regen angekündigt, morgen soll es nochmals sonnig und bis zu 17 Grad warm werden, bevor kühlere und regnerische Tage folgen. Wie so oft auf unserer Reise planen wir nicht zu weit voraus – wir lassen uns treiben und schauen spontan, was die nächsten Tage bringen.Okumaya devam et
Auf den Spuren der Sámi
11 Haziran, Finlandiya ⋅ ⛅ 16 °C
Unser heutiger erster Stopp nach der Rudelführung auf der Huskyfarm führt uns nach Inari – ins Herz der Sámi-Kultur in Finnland.
Die Sámi sind das indigene Volk Nordeuropas und leben seit Jahrhunderten in Sápmi, einer Region, die sich über den Norden Finnlands, Norwegens und Schwedens bis hin zur russischen Kola-Halbinsel erstreckt. Früher wurden sie oft als „Lappen“ bezeichnet – ein Begriff, der heute meist als veraltet oder abwertend gilt.
Wir parken beim Sámi-Museum und spazieren zuerst zum finnischen Sámi-Parlament. Heute ist Sitzungstag, weshalb keine Führungen angeboten werden. Eigentlich schade – denken wir zunächst. Doch dann spricht uns eine unglaublich freundliche und sehr erzählfreudige Mitarbeiterin der Information an. Kurzerhand zeigt sie uns die wichtigsten Bereiche von aussen und erklärt dabei Spannendes über die Arbeit des Parlaments.
Das Sámi-Parlament ist die politische Vertretung der Sámi in Finnland – übrigens der einzigen offiziell anerkannten indigenen Bevölkerungsgruppe der EU. Es kümmert sich vor allem um Sprache, Kultur und die Rechte der Sámi. Anders als ein nationales Parlament ist es aber keine gesetzgebende Institution, sondern eine Form kultureller Selbstverwaltung. Untergebracht ist es im modernen Kulturzentrum Sajos, das gleichzeitig Kulturhaus, Verwaltungsgebäude und Veranstaltungsort ist.
Mehrmals im Jahr finden öffentliche Sitzungen statt – und genau heute ist eine davon. Im Café gönnen wir uns passend dazu wohl unseren letzten Korvapuusti in Finnland. Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit.
Danach geht es ins Museum – und das lohnt sich. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Sámi von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und verbindet Kultur auf spannende Weise mit der arktischen Natur Nordlapplands. Auch ein Freilichtmuseum ist mit dabei: Hier stehen traditionelle Gebäude, Speicherhütten und verschiedene Wohnformen der Sámi. Besonders spannend: die original erhaltenen Gebäude des Tirro-Gehöfts.
Übrigens: Insgesamt gibt es schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Sámi, die meisten davon aber in Norwegen.
Und nein – nicht alle Sámi besitzen Rentiere. Das ist wohl eines der bekanntesten Klischees. Zwar ist die Rentierhaltung kulturell tief verankert, tatsächlich arbeitet aber nur ein kleiner Teil der Sámi damit. Viele leben heute in Städten oder Dörfern und arbeiten ganz selbstverständlich in Berufen wie Bildung, Politik, Kunst, Forschung oder IT.
Auch die Sprache ist vielfältiger, als wir zunächst dachten: Es gibt nicht die eine Sámi-Sprache, sondern mehrere, die alle zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehören.
Nach so vielen Eindrücken fahren wir noch ein gutes Stück weiter Richtung norwegische Grenze. Morgen werden wir Finnland wohl verlassen und zum ersten Mal norwegischen Boden betreten. Ein neues Land wartet auf uns – und wir sind ziemlich gespannt, was uns dort erwartet.Okumaya devam et
Finnischer Abend in der Kota
10 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 19 °C
Weil der heutige Abend einfach zu schön und gemütlich ist, muss nochmals ein kleiner Footprint her.
Markus und sein Team verwöhnen uns – gemeinsam mit einem Paar aus dem hohen Norden Deutschlands – in der hauseigenen Kota mit finnischen Spezialitäten und liebevollen Eigenkreationen. Alles ist mit viel Herz hergerichtet, das Feuer lodert einladend in der Mitte und sorgt sofort für eine besondere Atmosphäre.
Schnell wird klar: Das hier ist mehr als nur ein Abendessen. In gemütlicher Runde geniessen wir hervorragendes Essen, tauschen Geschichten aus und sprechen über das Leben hier in Finnland sowie über das Unterwegssein in Europa. Ein Abend, der sich warm und echt anfühlt – genau die Sorte Erinnerung, die von einer Reise bleibt.Okumaya devam et
Saunieren in Finnland
10 Haziran, Finlandiya ⋅ ⛅ 22 °C
An unserem heutigen Übernachtungsplatz wartet ein kleines Highlight auf uns: die dazugehörige holzbefeuerte Sauna direkt am See. Nach dem Einheizen geht es hinein in die wohl ursprünglichste Art zu entspannen – und danach natürlich direkt ins Wasser. Einfach perfekt.
Saunieren in Finnland ist weit mehr als Wellness. Hier gehört die Sauna zum Alltag. Viele Finnen gehen mehrmals pro Woche saunieren – zuhause, im Ferienhaus am See oder sogar in Wohnhäusern und Firmengebäuden.
Unsere Sauna heute ist ganz traditionell: ein Holzofen, heisse Steine und dieses besondere Ritual, Wasser auf die Steine zu gießen. Der entstehende heiße Dampf heißt auf Finnisch „löyly“ – und verändert die Stimmung sofort. Die Hitze wird dichter, intensiver und gleichzeitig irgendwie beruhigend.
Drinnen sitzt man ruhig auf den Holzbänken. Keine Musik, kein Trubel, oft nicht einmal viele Worte. Es geht nicht darum, möglichst lange auszuhalten, sondern einfach auf den eigenen Körper zu hören.
Und dann kommt der Moment, auf den sich eigentlich alles zuspitzt: hinaus in die frische Luft und hinein in den kalten See. Dieser Wechsel zwischen heiss und kalt fühlt sich erst fast verrückt an – und kurz danach einfach nur grossartig.
Gerade hier oben in Lappland, rund um Ivalo, wirkt dieses Erlebnis noch intensiver. Die Ruhe, die klare Luft und die Natur ringsum machen daraus mehr als nur einen Saunagang.
Wir geniessen jeden Moment und fühlen uns einfach nur entspannt – genau so haben wir uns Finnland erträumt.Okumaya devam et
Rentiere und eine besondere Entdeckung im Wald
9 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 21 °C
Die Nacht auf dem Kaunispää war herrlich ruhig – genau diese Stille, die man nur im Norden findet. Heute gönnen wir uns einen „freien“ Tag. Ohne Plan, ohne Druck. Jeder macht, worauf er Lust hat.
Yvonne entscheidet sich, zu Fuss nach Saariselkä zu laufen, während Andreas später mit dem Wohnmobil nachkommt und irgendwo im Ort parkiert. Gemeinsam erkunden wir das kleine Zentrum des Ortes.
Im Sommer ist hier nicht viel los, nichts Spektakuläres – aber man kann sich gut vorstellen, wie der Ort im Winter auflebt und dann seinen ganzen winterlichen Charme entfaltet. Von hier aus wären auch grössere Wanderungen in die umliegenden Hügel möglich, allerdings ist es uns dafür heute schon zu warm – die Wege sind meist offen und baumlos.
In Saariselkä begegnen wir immer wieder Rentieren. Sie sind hier so alltäglich, dass man fast vergessen könnte, dass es Wildtiere sind. Und doch staunen wir jedes Mal aufs Neue, wie ruhig sie einfach weitergrasen, ohne sich von Menschen stören zu lassen. Wir halten bewusst Abstand – so haben wir es im vorletzten Winter von den Samen gelernt. Respekt vor dem Tier gehört hier einfach dazu.
Im Sommer ziehen Rentiere durch Wälder, Moore und offene Tundren. Sie finden dann reichlich Nahrung wie Gräser, Kräuter, Blätter und Pilze. Die langen Sommertage helfen ihnen, genug Energie für den Winter aufzubauen. Oft wirken sie in dieser Zeit ruhig und beinahe gelassen, während sie in kleinen oder grösseren Herden unterwegs sind.
Im Winter dagegen zeigt sich ihre ganze Anpassungsfähigkeit: Schnee und Kälte bedecken die Landschaft, Nahrung wird knapp. Mit ihren kräftigen Hufen scharren sie den Schnee beiseite, um an Flechten zu gelangen – eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen. Ihr dichtes Fell schützt sie dabei zuverlässig vor eisigen Temperaturen und Wind.
Auch der Mensch ist eng mit dem Rentier verbunden. Besonders die samischen Gemeinschaften in Nordskandinavien leben seit Jahrhunderten mit ihnen zusammen und betreiben traditionelle Rentierzucht. Bis heute sind Rentiere deshalb nicht nur Teil der Natur, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Nordens.
Am Nachmittag fahren wir noch zu einem Wanderparkplatz. Andreas arbeitet am neuesten Video, während Yvonne alleine durch die Wälder Lapplands wandert – vorbei an kleinen Goldgräber-Behausungen, wo gerade eine Gruppe Gold wäscht. Immer wieder hält sie Ausschau nach Rentieren – und entdeckt dabei überraschend sogar ein Auerhuhn im Wald.
https://www.komoot.com/tour/3025436017?ref=itd&…Okumaya devam et

Gezgin
Super....so ein Foto gelingt selten. Meist hört man sie nur liebeshungrig herumbalzen

Yvi on tourMusste es etwas bearbeiten, so habe ich auch erkannt, was ich fotografiert habe.
Kaunispää – Mitternachtssonne über Lappland
9 Haziran, Finlandiya ⋅ ⛅ 15 °C
Unser heutiges Endziel ist der Kaunispää – ein Tunturi (Fjell/Fell), also ein kahler, rundlicher Berg in Lappland, direkt bei Saariselkä. Mit seinen rund 438 Metern Höhe zählt er zwar nicht zu den höchsten Erhebungen Finnlands, gehört aber ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Aussichtspunkten der Region. Der Blick reicht weit über die Tundra und bis hinein in die endlosen Weiten des Nationalparks – eine Landschaft, die gleichzeitig rau und beruhigend wirkt.
Das Besondere am Kaunispää: Man kann tatsächlich bis zum Gipfel fahren. Damit ist er der einzige Fell in der Region Saariselkä, der bequem über eine Straße erreichbar ist. Heute war sogar ein Reisebus des Schweizer Reiseunternehmers Gössi auf dem Gipfel. Oben erwarten Besucher ein Aussichtsturm sowie das Restaurant Kaunispään Huippu. Letzteres wird derzeit renoviert und bleibt vorübergehend geschlossen – der Blick entschädigt jedoch mehr als genug.
Doch Kaunispää ist nicht nur ein beliebter Aussichtspunkt, sondern trägt auch ein Stück Geschichte in sich. Von 1957 bis 2009 stand hier ein sogenannter Triangulationsturm („kolmiomittaustorni“), der Teil der finnischen Landesvermessung war. Lange bevor GPS selbstverständlich wurde, nutzte man solche Türme, um Entfernungen und Positionen zwischen Bergen und markanten Punkten exakt zu bestimmen. Der heutige Aussichtsturm erinnert bewusst an diese Vergangenheit.
Als wir oben ankommen, zeigt Lappland zunächst seine wilde Seite: Eine Regenfront zieht über den Gipfel, begleitet von Sturmböen. Für einen Moment wirkt die Landschaft fast unwirtlich. Doch genauso schnell, wie das Wetter gekommen ist, zieht es auch wieder weiter. Die Wolken reissen auf, das Licht verändert sich schlagartig – und plötzlich liegt die weite Landschaft in einer fast unwirklichen Klarheit vor uns.
Der Abend schenkt uns einen wunderbaren Ausblick und eine beeindruckende Fernsicht. Die Mitternachtssonne taucht Himmel und Landschaft in warme Farben und scheint die Zeit für einen Moment anzuhalten. Es sind diese Augenblicke, die man nur schwer in Worte fassen kann – still, weit und irgendwie grenzenlos.
An einem solch besonderen Ort zu stehen, die Mitternachtssonne zu beobachten und hier sogar übernachten zu dürfen, fühlt sich wie ein echtes Privileg an. Einer dieser Reiseorte, die lange im Gedächtnis bleiben.Okumaya devam et
Mücken und ein Hauch Goldrausch
8 Haziran, Finlandiya ⋅ ⛅ 20 °C
Man spürt es deutlich: Der Sommer ist in Finnland angekommen. Rund um Seen, Flüsse und in den Wäldern haben die Mücken bereits die Oberhand gewonnen. Eine regelrechte Plage. Vor allem die typischen summenden Stechmücken sind jetzt massenhaft unterwegs – besonders hier oben in Lappland. Nach der Schneeschmelze entstehen unzählige Wasserflächen und Sümpfe, perfekte Brutplätze für die kleinen Plagegeister. Vor allem abends, nachts und bei Windstille sind sie aktiv. Ihre Hauptsaison reicht von Juni bis Juli, manchmal sogar bis in den August hinein. Besonders schlimm wird es an warmen, feuchten und windstillen Tagen – offene, windige Hügel mögen sie dagegen überhaupt nicht.
Also heisst es für uns: nichts wie weg von unserem Übernachtungsplatz. Für die kommende Nacht suchen wir uns lieber einen etwas windigeren Ort – Wind mögen die kleinen Plagegeister bekanntlich nicht.
Auf der heutigen Strecke begegnen uns fast nur Wohnmobile und Camper – kaum normale PKWs. Offenbar sind wir auf einer der klassischen Nordkap-Routen unterwegs. Fast jeder scheint entweder auf dem Weg dorthin oder bereits wieder auf dem Rückweg zu sein. Sogar einen Fahrradfahrer überholen wir – sein Ziel dürfte wohl ebenfalls das Nordkap sein. Respekt!
Und natürlich fehlen auch heute die Rentiere nicht. In Lappland gehören sie inzwischen fast schon selbstverständlich zum Straßenbild.
Auf dem Weg zu unserem Tagesziel legen wir einen Stopp im kleinen Goldgräberdorf Tankavaara ein. Hier können Besucher selbst ihr Glück versuchen und ganz traditionell mit der Waschpfanne im Bach nach Gold suchen. Die Ausrüstung wird gestellt – und alles, was gefunden wird, darf behalten werden.
Gold wurde in dieser Gegend bereits seit den 1930er Jahren entdeckt, während sich der Tourismus rund ums Goldwaschen erst ab den 1970er Jahren entwickelte. Im Ort befindet sich ausserdem das Goldmuseum, das laut Betreiber als einziges internationales Goldmuseum der Welt gilt. Hier wird die Geschichte des finnischen Goldrauschs erzählt und berühmte Goldfunde aus aller Welt gezeigt.
Wir schauen uns die gesamte Anlage in Ruhe an. Nur das Goldwaschen selbst und der Museumsbesuch sind kostenpflichtig – darauf verzichten wir heute. Stattdessen genießen wir den Rundgang durch das kleine Dorf, das aktuell behutsam renoviert und für die Saison vorbereitet wird.
Tankavaara ist kein Ort, den man unbedingt als großes Highlight in die Reiseroute aufnehmen muss – aber definitiv einer, an dem man auch nicht einfach vorbeifahren sollte.
Unser heutiges Tagesziel liegt noch rund 35 Kilometer entfernt: Saariselkä, genauer gesagt der Kaunispään Kolmiomittaustorni – auf etwa 438 Metern über dem Meeresspiegel. Ein Platz, der hoffentlich nicht nur Aussicht, sondern auch etwas weniger Mücken verspricht.Okumaya devam et
Die älteste Holzkirche Finnlands
7 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 18 °C
Heute Morgen haben wir keine Eile. Ganz gemütlich plämpern wir in den Tag hinein, trinken Kaffee, schauen dem Morgen zu und lassen uns Zeit. Erst gegen Mittag machen wir uns auf den Weg Richtung Sodankylä. Dort soll die älteste Kirche Finnlands stehen – also nichts wie hin.
Schon bei der Ankunft merken wir: Wir sind offenbar nicht die Einzigen mit dieser Idee. Ein Reisebus steht auf dem Parkplatz und eine kleine Gruppe französischer Wohnmobilisten – drei Fahrzeuge – hat sich ebenfalls eingefunden. Allerdings mit reichlich Abstand zwischen den einzelnen Mobilen, sodass das Parkieren für Nachzügler zur kleinen Herausforderung wird. Einer der Fahrer bemerkt das zum Glück selbst und parkt kurzerhand um, sodass auch wir noch einen Platz finden. Merci dafür!
An dieser Stelle vielleicht ein kleiner Appell an die Wohnmobil-Community: Auf einem normalen Parkplatz darf ruhig ein wenig „Kuschelparken“ angesagt sein – besonders dort, wo viele Besucher erwartet werden. Es ist schliesslich kein Übernachtungsplatz, und wenn alle etwas Rücksicht nehmen, reicht der Platz auch für alle. Sonst stehen irgendwann auch hier die ersten Verbotsschilder.
Unser Timing könnte kaum besser sein: Der Reisebus macht sich gerade wieder auf den Weg und plötzlich kehrt Ruhe ein. Als wir die Kirche besuchen, sind wir beinahe alleine.
Die alte Kirche ist eine aussergewöhnlich gut erhaltene Holzkirche aus dem Jahr 1689 und zählt zu den ältesten erhaltenen Holzkirchen Finnlands. Direkt am Fluss Kitinen gelegen, trägt sie auch den Namen „Lapp Church“. Besonders beeindruckend ist, wie ursprünglich alles wirkt – fast so, als wäre die Zeit hier stehen geblieben.
Von aussen präsentiert sich die Kirche mit dunkel geteertem Holz, schlicht und unaufgeregt. Innen erwartet uns ein ebenso einfacher wie eindrücklicher Raum: unverkleidetes Holz, kleine Fenster und eine Atmosphäre, die beinahe mittelalterlich anmutet. Rund um die Kirche liegt ein alter Friedhof, der den Ort noch stiller und besonderer wirken lässt.
Kaum vorstellbar: Im Lapplandkrieg 1944–45 wurden grosse Teile Lapplands zerstört und viele Orte niedergebrannt. Diese alte Holzkirche aber blieb erhalten – vielleicht aus Zufall, vielleicht auch aus Respekt vor ihrem historischen Wert.
Nach dem Besuch verspüren wir wenig Lust, heute noch grosse Distanzen zurückzulegen. Hinter uns türmen sich bereits dunkle Wolken auf – ein Gewitter liegt in der Luft. Also fahren wir einfach so lange weiter, bis wir einen Platz finden, der nach „hier bleiben wir“ aussieht. Und tatsächlich: Lange suchen müssen wir nicht.
Kaum eingerichtet, holt uns die Gewitterfront ein. Es blitzt, donnert und regnet ordentlich. Während draussen die Natur ihr Schauspiel aufführt, sitzen wir gemütlich im Wohnmobil und geniessen genau diesen Moment. Manchmal sind es gerade diese ungeplanten Stunden, die einen Reisetag besonders machen.Okumaya devam et
Polartag
6 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 21 °C
Heute erleben wir den ersten Polartag auf unserer Reise – ein Moment, auf den wir uns schon lange gefreut haben. Hier oben, weit im Norden Finnlands, fühlt sich die Zeit plötzlich anders an.
Der Polartag ist das Gegenteil der Polarnacht: Die Sonne geht überhaupt nicht unter und bleibt 24 Stunden am Himmel. In Finnland spricht man oft von der „Mitternachtssonne“ – und jetzt verstehen wir auch warum.
Wie lange dieses besondere Naturphänomen anhält, hängt davon ab, wie weit nördlich man sich befindet. Im Süden Finnlands, etwa in Helsinki, gibt es keinen echten Polartag. Zwar wird es im Sommer kaum dunkel, doch die Sonne verschwindet kurz hinter dem Horizont.
Hier oben in Lappland, oberhalb des Polarkreises – genau dort, wo wir gerade unterwegs sind – sieht es anders aus: Die Sonne bleibt selbst nachts sichtbar und taucht die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Ganz im Norden, beispielsweise in Utsjoki, dauert dieses Schauspiel sogar von etwa Mitte Mai bis Ende Juli.
Das Besondere daran lässt sich kaum in Worte fassen: Mitten in der Nacht draussen unterwegs zu sein, während die Sonne tief über dem Horizont steht, fühlt sich fast unwirklich an. Die Welt wird ruhiger, das Licht weicher und die Stimmung irgendwie magisch.
Heute sitzen wir einfach da, schauen in die Landschaft und geniessen diesen besonderen Moment. Die goldenen Farben am Horizont, die endlose Helligkeit und dieses Gefühl, dass die Nacht irgendwie vergessen hat, dunkel zu werden – genau dafür lieben wir das Reisen.Okumaya devam et

GezginIch war ja im letzten Jahr mit der Amira in Spitzbergen zwei Tage und da hast du überhaupt nicht bemerkt, dass eigentlich Nacht war! Wir haben 'über Nacht' vor einem Gletscher gelegen ... war ein irres Gefühl!!
Vom Werkstattfrust zum Weihnachtszauber
5 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 24 °C
Heute heisst es früh aufstehen: Bereits um 08:00 Uhr stehen wir bei der Werkstatt, denn unser Kühlschrank braucht dringend eine Reparatur. Der Start in den Tag verläuft allerdings alles andere als vielversprechend. Zunächst heisst es, man habe keine Zeit und könne sich das Problem nicht einmal ansehen. Ziemlich unfreundlich werden wir abgewiesen und praktisch wieder weggeschickt.
Doch wer Yvonne kennt, weiss: So schnell gibt sie nicht auf.
Schliesslich erbarmt sich ein Auszubildender und kommt mit uns zum Wohnmobil. Gemeinsam schildern wir die Situation und grenzen das Problem Schritt für Schritt ein. Schon bald deutet alles auf die Zündungskammer hin. Und tatsächlich: Beim Öffnen entdecken wir den Übeltäter sofort – eine verkokelte Fliege oder etwas Ähnliches blockiert die Zündung. Ein kurzer Reinigungseinsatz, ein Klick – und schon läuft der Kühlschrank wieder einwandfrei. Problem gelöst! Der Auszubildende lernt dabei vermutlich etwas – und wir ebenfalls.
Erleichtert und wieder bester Laune machen wir uns auf den Weg zu unserem eigentlichen Tagesziel: dem Weihnachtsdorf am Polarkreis. Wir sind gespannt, wie sich dieser magische Ort mitten im Sommer anfühlt. Überraschend ist bereits der Parkplatz: Mehr als zwanzig Wohnmobile stehen hier schon – und das ausserhalb der Weihnachtszeit.
Gemütlich schlendern wir über die Anlage, stöbern in den verschiedenen Shops und kaufen eine Postkarte, die wir natürlich gleich über die Santa Post verschicken. Ein Besuch bei Santa Claus darf selbstverständlich nicht fehlen. Der grosse Vorteil der Sommerzeit: Santa hat viel Zeit für uns. Ganze zehn Minuten unterhalten wir uns mit ihm – auf Deutsch! Natürlich können wir den teuren Erinnerungsfotos nicht widerstehen. Sogar ein Video unseres gesamten Besuchs gibt es dazu.
Zum Abschluss entscheiden wir uns für ein Essen im Restaurant des Rentierparks. Bereits von aussen wirkt es unglaublich einladend – und der gute Eindruck bestätigt sich auch drinnen. Ein perfekter Abschluss für diesen besonderen Tag.
Den restlichen Nachmittag und Abend geniessen wir ganz entspannt in unserem Wohnmobil. Einfach einmal nichts tun, die Seele baumeln lassen und den Tag Revue passieren lassen – manchmal sind genau das die schönsten Reisemomente.
Kurz vor Mitternacht machten wir erneut einen Spaziergang über das Gelände, während die Sonne gerade unterging.Okumaya devam et
Auttiköngäs – Lapplands wilde Natur abseits
4 Haziran, Finlandiya ⋅ ☀️ 18 °C
Nach einer sehr ruhigen Nacht sind wir heute bei leichtem Nieselregen wieder unterwegs. Die ersten 30 Kilometer führen uns über eine Strecke, die wir bereits kennen – nur eben heute im Regen. Danach geht es weiter Richtung Lappland. Und wie schon an den vergangenen Tagen stehen sie wieder am Strassenrand: Rentiere. Langsam haben wir das Gefühl, dass sie ganz selbstverständlich zu unseren täglichen Fahrten dazugehören.
Unser heutiges Ziel ist ein Wanderparkplatz, bei dem es ein Café geben soll – bekannt für seine berühmte Lachssuppe und frische Waffeln. Also nichts wie hin! Und unser Hunger ist bei der Ankunft bereits so gross, dass wir direkt zuerst ins Café gehen.
Gut gestärkt starten wir später auf den Rundwanderweg von Auttiköngäs – ein Ort, der uns sofort begeistert. Eine wunderschöne Mischung aus Wasserfällen, dichten Wäldern und beeindruckender Natur – perfekt für alle, die Lappland abseits der bekannten Touristenorte erleben möchten.
Die Rundwanderung beginnt direkt beim Besucherbereich und führt zunächst zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Gebiets: den tosenden Stromschnellen und dem Wasserfall von Auttiköngäs. Besonders beeindruckend ist die Kraft des Wassers, das sich seinen Weg durch die felsige Landschaft bahnt – je nach Jahreszeit umgeben von Schnee und Eis oder sattem Grün.
Früher wurde hier Holz geflösst, und entlang des Weges erfährt man einiges über die Geschichte der Region und darüber, wie das Holz damals über den Fluss transportiert wurde. Diese kleinen Einblicke machen die Wanderung noch spannender.
Ein echtes Highlight der Route ist die Hängebrücke. Beim Betreten knirscht und wackelt sie ordentlich – ein kleines Abenteuer inklusive.
Anschliessend führt der Rundweg weiter über ruhige Waldpfade. Immer wieder laden kleine Aussichtspunkte dazu ein, kurz stehen zu bleiben und die Ruhe Lapplands auf sich wirken zu lassen. Die Strecke ist gut ausgeschildert und angenehm zu laufen – ideal für alle, die keine anspruchsvolle Wanderung suchen, sondern eine entspannte Runde durch beeindruckende Natur.
Für uns war Auttiköngäs definitiv einer dieser Orte, die vielleicht nicht auf jeder Finnland-Liste stehen – und gerade deshalb so besonders sind: authentisch, ruhig und wunderschön.
https://www.komoot.com/tour/3011496857?ref=itd&…
Kaum zurück beim Wohnmobil folgt dann allerdings die weniger romantische Seite des Reisens: Unser Kühlschrank beginnt plötzlich zu piepsen und meldet eine Störung. Ausgerechnet jetzt! Wir versuchen noch, das Problem selbst zu lösen – leider ohne Erfolg. Im Gasbetrieb zündet er nicht mehr, während die restlichen Funktionen noch problemlos laufen.
Unser Plan für morgen steht fest – Werkstattbesuch in Rovaniemi. Deshalb fahren wir noch ein Stück weiter in Richtung Stadt, damit wir am Morgen direkt vor Ort sind. Für die Nacht finden wir einen passenden Übernachtungsplatz am Rand eines Wohnquartiers – und hoffen nun auf eine unkomplizierte Lösung für morgen.Okumaya devam et

GezginEindrücklich diese Kraft des Wassers, und auch die Natur hat was zu bieten. Hoffe für Euch Ihr könnt Morgen den Kühlschrank reparieren lassen. Trotzdem gute Nacht und LG🥰

The2GreyhoundsontourZum Problem Kühlschrank: Hat vielleicht der Crashsensor bei den Gasflaschen ausgelöst (gelber Knopf steht dann vor und muss wieder reingedrückt werden)?

Andy und Yvi on TourLeider nein. Gas für Warmwasser und Kochherd funktioniert. Haben auch von den Flaschen auf den Gastank gewechselt. Nichts, nada, niente.
Rentiere & bärenstarke Enttäuschung
3 Haziran, Finlandiya ⋅ ⛅ 12 °C
Nach zwei Tagen ohne grosse Wanderung, Sightseeing oder sonstige Abenteuer steht heute endlich wieder etwas ganz Besonderes auf dem Programm. Doch bevor es losgeht, liegen erst einmal rund 80 Kilometer Fahrt vor uns. Unterwegs erledigen wir noch einen etwas grösseren Einkauf – schliesslich wollen Vorräte und Kühlschrank wieder aufgefüllt werden.
Schon auf dem Weg zu unserem Tagesziel wartet das erste Highlight des Tages auf uns: Am Strassenrand entdecken wir plötzlich die ersten Rentiere. Was für eine Freude! Wenig später fahren wir an einer Wiese vorbei – und da stehen sie ganz entspannt, grasen gemütlich und geniessen die Sonne. Ein richtig schöner Moment, denn zum ersten Mal sehen wir Rentiere in freier Wildbahn. Bisher kannten wir sie nur aus unserem letzten Winterurlaub in Lappland, damals noch ganz komfortabel im Resort.
Natürlich hoffen wir, dass dies nicht die einzigen tierischen Begegnungen des Tages bleiben. Denn heute wartet ein Erlebnis, auf das wir uns besonders gefreut haben: eine Bärenbeobachtungstour. Die Spannung steigt – werden wir tatsächlich Bären sehen? Und wenn ja: wie viele?
Pünktlich erreichen wir den Treffpunkt, wo uns Pekka abholt. Gemeinsam laufen wir gemütlich zur Beobachtungshütte. Diese ist überraschend gemütlich eingerichtet und bietet einen wunderbaren Blick auf eine grosse Waldlichtung. Draussen verteilt Pekka Futter für die Bären und erzählt uns dabei Spannendes über seine tierischen Besucher.
Die ersten Gäste lassen nicht lange auf sich warten – allerdings mit Federn statt Fell. Zahlreiche Vögel bedienen sich am Futter, und sogar mindestens einen Adler dürfen wir beobachten. Die Zeit vergeht, wir halten gespannt Ausschau und hoffen bei jeder Bewegung im Wald auf den grossen Moment.
Doch leider bleibt die Lichtung heute leer. Kein einziger Bär zeigt sich.
Pekka erzählt uns, dass die Bären normalerweise täglich vorbeischauen – nur gestern und heute nicht. Während er spricht, spürt man fast seine Sorge um seine „Freunde“. Er erzählt uns ein wenig aus seinem Leben mit den Bären und lädt uns herzlich ein, jederzeit kostenlos nochmals vorbeizukommen und unser Glück erneut zu versuchen. Vielleicht schaffen wir das ja bei einer zukünftigen Reise.
Natürlich gehen wir mit einer kleinen Enttäuschung zurück ins Wohnmobil – die Vorfreude auf dieses Erlebnis war riesig. Aber genau das macht Naturbeobachtungen eben auch aus: Tiere folgen keinem Zeitplan und gehen ihren eigenen Weg. Und wer weiss – vielleicht geniessen die Bären bei Pekka schon morgen wieder ihr leckeres Abendessen. Wir hoffen es sehr für Pekka.Okumaya devam et
25 Jahre später unterwegs ans Nordkap
2 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 10 °C
Der heutige Tag war ruhig, fast ein wenig entschleunigt – genau die Art von Tagen, die auf Reisen genauso dazugehören wie grosse Abenteuer.
Unser Johneli bekommt heute im Innern mal wieder eine gründliche Reinigung, der Wäscheberg wird bezwungen und wir probieren zum ersten Mal einen Trocknungsschrank aus. Erstaunlich, wie schnell unsere Jeans wieder trocken sind – kleine Dinge, über die man sich unterwegs plötzlich richtig freuen kann.
Auch unser Dometic-Kühlschrank will heute etwas Aufmerksamkeit. Seit geraumer Zeit lässt er sich nur noch von einer Seite öffnen. Schuld daran ist vermutlich ein umgekipptes Gurkenglas während der Fahrt – Gurkenwasser und Mechanik sind offenbar keine gute Kombination. Anfangs klemmte es nur, zuletzt blieb die rechte Seite ganz verschlossen. Heute haben wir uns dem Problem angenommen – und tatsächlich: Problem gelöst. Man wächst eben mit seinen Aufgaben im Wohnmobilalltag. 😉
https://youtu.be/VhZ8kQoXJjY?is=JFB1UnpLIeqDdMCL
Doch der heutige Tag bedeutet noch so viel mehr …
Heute vor genau 25 Jahren haben wir zueinander JA gesagt. 💍
25 Jahre voller gemeinsamer Erinnerungen, Abenteuer, Lachen und Liebe. Jahre, in denen nicht immer alles leicht war. Natürlich gab es auch Tiefen, Momente, die uns herausgefordert haben. Aber gerade diese Zeiten haben uns gezeigt, wie stark wir gemeinsam sind. Wir sind immer wieder aufgestanden, Hand in Hand weitergegangen und haben nie aufgehört, an unser gemeinsames „Wir“ zu glauben.
Und heute? Heute sitzen wir hier, unterwegs mit unserem Wohnmobil, dankbar für all die Wege, die wir bereits gemeinsam gegangen sind – und voller Vorfreude auf die, die noch vor uns liegen.
Vielleicht ist das eines der schönsten Geschenke nach 25 Jahren: zu wissen, dass man seinen Menschen gefunden hat. Seinen passenden Deckel. ❤️
Und irgendwie schließt sich gerade ein Kreis …
Vor genau 25 Jahren wollten wir eigentlich unsere Hochzeitsreise ans Nordkap machen. Doch etwa ein halbes Jahr vorher entschieden wir uns um und machten stattdessen eine Kreuzfahrt.
Jetzt – 25 Jahre später – holen wir genau diese Reise nach. Vielleicht nicht mehr ganz so spontan wie damals geplant, dafür mit mehr Lebenserfahrung, mehr Geschichten im Gepäck und vor allem: mit genauso viel Liebe füreinander.
Auf die nächsten gemeinsamen Kilometer. ❤️🚐Okumaya devam et

GezginHerzliche Gratulation zur Silberhochzeit 🥂🌺 Wünsche euch noch viele glückliche, gemeinsame Jahre!
Weisse Nächte
2 Haziran, Finlandiya ⋅ ☁️ 11 °C
Heute Nacht wurden wir zum ersten Mal Zeugen der weissen Nächte im hohen Norden. Bisher hatten wir dieses Phänomen einfach verpasst – wir haben tief und fest geschlafen. Doch diesmal waren wir wach genug, um dieses besondere Schauspiel bewusst zu erleben.
Wer derzeit Richtung Norden unterwegs ist, begegnet einem ungewöhnlichen Naturphänomen: In der Nacht wird es nie wirklich dunkel. Stattdessen bleibt es dauerhaft dämmerig, ein sanftes, fast surreal wirkendes Hellblau, das die Landschaft die ganze Nacht hindurch in ein weiches Licht taucht. Genau dafür verwendet man oft den Begriff „weisse Nächte“.
Die Finnen nennen dieses Phänomen yötön yö – die „nachtlose Nacht“. Es beschreibt sehr treffend, was man hier erlebt: Die Nacht verliert ihre Dunkelheit, und Zeitgefühl und Tagesrhythmus beginnen sich zu verschieben.
Bis etwa auf Höhe des Polarkreises bleibt dieses besondere Lichtspiel bestehen. Weiter nördlich wird daraus schliesslich die Mitternachtssonne – die Sonne geht dann überhaupt nicht mehr unter. Dieses nächste Kapitel unserer Reise bleibt spannend, denn wir hoffen sehr, auch dieses Naturphänomen noch bewusst erleben zu können.
Für uns ist es ein ganz neues Gefühl: Einerseits faszinierend und fast magisch, andererseits auch ungewohnt. Selbst abends verspürt man kaum Müdigkeit, denn es wirkt draussen noch wie früher Abend. Der Körper will eigentlich schlafen, aber das Licht erzählt etwas anderes.
Zum Glück lässt sich unser Wohnmobil gut abdunkeln, sodass wir dennoch eine erholsame Nacht verbringen können. Ohne diese Möglichkeit wäre es vermutlich schwierig, zur Ruhe zu kommen.
Ein kleines Naturwunder, das den Alltag komplett verändert und uns auf dieser Reise jeden Tag aufs Neue staunen lässt.Okumaya devam et

GezginIch finde das auch magisch. Könnte die ganze Nacht nur in den Himmel schauen und das Schlafbedürfnis ist tatsächlich deutlich reduziert

GezginDas ist ja bekannt dass die Nordlichter einem magisch anziehen das dann aber noch naturnah mit zu erleben ist sicher einmalig. Geniesst dieses Phänomen

Yvi on tourDu vermischt da etwas. Nordlichter sind farbige, meist grünlich schimmernde Lichterscheinungen am Himmel, die man nur bei Dunkelheit gut sehen kann. Aber jetzt wird es einfach nicht mehr dunkel.






















































































































































































































































































































































































































































GezginSchade wegen dem Wetter aber Ihr habt Euer Ziel erreicht nach 25 Jahren. Ist ja wirklich ein spezieller Ort. Übriges Ihr seht gut aus auch ohne KI.🥰
Yvi on tour😘
Staunend reisen mit EdithGratuliere euch beiden! Und super, dass ihr uns auf eurem Trip mitgenommen habt. Danke
Yvi on tourUnser Trip geht noch weiter…irgendwie geht die Fahrt weiter.