July 2016 - April 2017
  • Day274

    Jede Reise geht einmal zu Ende

    April 6, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Wie schon vorbei? Das soll schon alles gewesen sein?

    So in der Art fühlte ich mich, als mir klar wurde, dass meine Zeit in Indonesien nun endgültig vorbei sein wird. Ich denke jeder von euch kennt diesen Gedanken, egal wie lange man im Urlaub oder sich anderweitig im Ausland aufgehalten hat. Wenn ich jedoch auf das Erlebte seit August letzten Jahres zurückblicke, bin ich ja selbst fast sprachlos was für unfassbare Dinge ich erleben durfte. Ein 5- wöchiger Urlaub mit meiner Freundin stellt da wirklich nur die Krönung der Reise dar. Wir durften noch einmal die schöne Insel Flores, auf welcher ich vier Monate gelebt habe genauer erkunden, bevor es auf die Insel der Götter Bali ging und dort noch die ersten Surfversuche vorgenommen wurden. Die Organisation einer Visumsverlängerung führte uns schließlich erneut nach Singapur, von wo aus es zurück nach Jakarta (Die Hauptstadt Indonesiens) ging. Ein Besuch meiner 2- monatigen Heimat zu Beginn der Reise in Yogyakarta war ja quasi Pflichtprogramm. Zum Ende wurden noch 2 wunderschöne Wochen auf der Insel Sulawesi verbracht, bevor es dann auch endgültig zurück in die Kälte ging.

    Samstagmittag ca. 13:00 Ankunft am Flughafen Düsseldorf: Der Regen klopft vom grauen, wolkenverhangenen Himmel schon mal freundlich ans Flugzeugfenster und lässt keine Zweifel mehr daran, nun wirklich in Deutschland angekommen zu sein. Als ob das als Scheißgefühl noch nicht reichen würde, gabs bereits vor der offiziellen Einreise dann auch den nächsten freundlichen Empfang. Wie in jedem Land üblich stellen sich Bürger des Einreiselandes in eine Schlange der Passkontrolle und alle anderen in eine andere Schlange. Einer netten, älteren sowas von deutschen Dame standen die „Ausländer“ jedoch zu weit auf der „falschen“ Seite und Sie regte sich lautstark darüber auf und teilte es auch allen Menschen in ihrer Umgebung mit. Herzlich Willkommen zurück in Deutschland ): Ja was soll ich sagen, ich denke jeder kann sich das Gefühl vorstellen aus einem Land mit überwiegend freundlichen und fast immer lächelnden Menschen so in seinem Heimatland empfangen zu werden. Ich war einfach nur sprachlos, traurig, mega sauer und dachte mir, wie kommst du am Schnellsten wieder zurück in dein geliebtes Indonesien? Ist das wirklich deine Heimat, wo Leute sich über ausländische Mitmenschen aufregen, weil diese einen fucking halben Meter zu weit auf der immens falschen Seite stehen und dadurch das Leben anderer akut gefährden? Jetzt, nach ein paar Tagen der Eingewöhnung kann ich zum Glück sagen, es ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, welcher sich so dermaßen daneben benimmt (Welcher in meinen Augen jedoch leider immer weiter anwächst). Ich möchte auch eigentlich nicht negativ über die hiesige Bevölkerung reden, jedoch ist es schon sehr gewöhnungsbedürftig und zum Teil erschreckend, wo wir mittlerweile angekommen sind. Ein Blick von außen kann manchmal einiges bewirken.

    Diesen Blog mit Gepöbel gegen Deutschland abzuschließen wäre, denke ich, ein sehr unrühmliches und unpassendes Ende. Vielmehr blicke ich auf 7 ½ wundervolle, ereignisreiche Monate in einem für mich atemberaubenden Land zurück, welche mir in sehr vielen Dingen neue Erfahrungen und Erkenntnisse gebracht haben. Ich hoffe, dass mir all diese Erfahrungen in meiner Zukunft weiterhelfen und vielleicht auch der ein oder andere von euch davon profitieren kann.

    Den Blog mit einem kleinen Danke zu beenden ist doch viel netter. Deshalb euch allen noch einmal ein riesen Dank für die Unterstützung, egal ob durch aufbauende Gespräche, wenn es vielleicht mal nicht so cool aussah, durch nette Nachrichten mit News aus dem fernen Deutschland oder einfach nur durch gelegentliches Lesen meiner Blogbeiträge. Von Familie, Freunden und Bekannten in dieser Form, wie ich es nun erlebt habe, nach längerer Zeit wieder empfangen zu werden ist sicher keine Selbstverständlichkeit, was ich sehr zu schätzen weiß.

    Zuletzt: Wer Interesse hat nen paar Bilder und auch sicher ein paar spannende, aber auch lustige Geschichten meiner Zeit dort zu hören, kann sich gern bei mir melden und ich komme mit meinem Koffer voller Bilder vorbei ;)
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  • Day206

    Das hässliche Gesicht des Meeres

    January 28, 2017 in Indonesia ⋅ ☁️ 27 °C

    Vor einigen Wochen noch unfassbar schöne Stunden im Meer verbracht, zeigt dieses eben noch so schöne und beruhigende Meer plötzlich von seiner ganz hässlichen Seite. Das Grundstück meiner Arbeit und des Homestays, in welchem ich derzeit wohne, grenzen unmittelbar an den hauseigenen Strand. Dieser ist bei gutem Wetter perfekt zum Relaxen und Baden geeignet, weshalb er an schönen Wochenenden viele Einheimische für einen Familientag am Meer anzieht.

    Nun herrscht allerdings seit ca. Anfang Dezember Regenzeit, welche neben täglichen Monsunregengüssen auch einen starken Westwind mit sich bringt. Dieser sorgt folglich natürlich für hohe Wellen, welche schließlich mit voller Kraft auf den Strand treffen. Nachdem der Zaun, welcher das Grundstück eben dagegen schützen soll, kurz vor Weihnachten bereits fast vollständig zerstört wurde, zeigte sich bereits die enorme Kraft die das Meer entwickeln kann. Bei dieser Zerstörung wurden bereits ca. 1-2 Meter vom eigentlichen Grundstück weggerissen und ein ganzer Tag damit verbracht das Grundstück soweit es geht vor den nächsten Wellen zu schützen, um einen weiteren Verlust des Grundstücks zu verhindern. Bis vor einigen Tagen hielten die errichteten neuen Schutzzäune auch gut. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mond bereits fast seine volle Größe, also Vollmond erreicht, was für einen maximalen Anstieg und Abfall, also Ebbe und Flut sorgt. Man wird schon ein wenig zum Experten für Ebbe/ Flut und Grundstücksschutz, wenn man eine gewisse Zeit am Meer lebt. In der Nacht stieg der Meeresspiegel also bis auf ein Maximum an und zusätzliche starke Wellen sorgten dafür, dass das Wasser bis auf große Teile des Grundstücks vordrängten und ein Bild der Verwüstung hinterließen. Als ich morgens aus meinem Zimmer auf den Garten schaute, fragte ich mich zuerst ob ich irgendwie nen Tsunami oder Erdbeben verschlafen hatte. Das Wetter hatte sich nun wieder beruhigt und so schaute ich mir um 6 morgens mal das Resultat der stürmischen Nacht an. Der Weg, welcher von Kokosnüssen abgegrenzt zum Strand führte, wurde fast vollständig weggeschwemmt. Ebenfalls hat es große Teile des Zaunes ins Meer gezogen, sowie im näheren Umwelt mehrere Kokosnusspalmen niedergelegt, weil die Wurzeln durch die Wellen so freigelegt wurden, dass sie keinen Halt mehr hatten. Bei uns drohen derzeit zwei Palmen umzustürzen, weshalb diese in den nächsten Tagen gefällt werden müssen.

    Bereits um halb sieben hieß es dann mal wieder, Schäden zu beseitigen so lange die Ebbe anhält und bevor die Flut die Wellen wieder bis ans Grundstück ranführt. So wurden wieder unzählige Holzplanken in den Boden gestampft und sonstige Maßnahmen zur Grundstückssicherung ergriffen. Um ca. 13:00 war der Meeresspiegel wieder auf seinem Maximum angelangt und die Wellen drohten erneut auf das Grundstück zu brechen, weshalb in aller Not eine Hilfstruppe der Regierung angefordert wurde und auch schnell zur Hilfe eilte. Mit 10 – 15 Männern wurden dann viel Sandsäcke gefüllt und zur Unterstützung am Zaum positioniert. Schon cool zu sehen wie die Jungs ohne irgendwelche Bedenken mit normaler Bekleidung ins Meer rennen nur um zu helfen. Nachdem der Meeresspiegel wieder etwas abgenommen hatte und die größten Leck Stellen geflickt waren, wurden die Jungs mit Musik und Palmenschnaps belohnt, was dann auch zur endgültigen Arbeitseinstellung des gesamten Teams führte. Wenn man einem Bewohner Maumeres seinen geliebten „Moke“ auf den Tisch stellt, lässt er sich nicht zweimal bitten und vergisst sämtliche Dinge um sich herum und konzentriert sich vollständig auf den Schnaps;) Ich persönlich bin ja gar kein Fan von diesem Zeug und trinke es wirklich nur aus Höflichkeit, wenn mir dieser angeboten wird. So verbrachte die Meute dann noch ca. 2 Stunden mit tanzen, Kettcar fahren und vielen Zigaretten bevor sie nach geleisteter Hilfe wieder von dannen zogen. Echt ein crazy Bild die vermeintlich so mutigen, starken Männer beim Kettcar fahren und dancen zu beobachten.
    Zuletzt wurden die folgenden Tage dann noch viel weitere Sandsäcke durch den Mann meiner Chefin und mir befüllt und der Zaun weiter geflickt. Wollen wir hoffen, dass es das jetzt erstmal war und der Schutz für die restliche Regenzeit (welche noch bis ca. März) dauern wird ausreicht.

    Auf meine Frage, ob diese Situation denn ganz neu sei, bekam ich eine ganz klare Antwort: JA. Der Grund ist der Klimawandel. Der Meeresspiegel steigt wohl in den letzten Jahren so stark an, dass das Meer immer weiter ins Land vordringt. Jetzt macht es auch Sinn, dass Jahrzehnte alte Palmen unterspült werden und fortgespült werden. Diese Antwort ließ mich noch lange Zeit über meinen ganz persönlichen Beitrag für den Klimawandel nachdenken und wie ich diesen in Zukunft minimieren kann. Wenn man den Anstieg der Weltmeere so knallhart vor Augen geführt bekommt, ein für mich nur logischer Schritt.

    Die Bilder zeigen noch wie es vorher aussah und nach der Zerstörung aussah, sowie den Moke verliebten Hilfstrupp bei der Arbeit.

    Ach, und ja mir geht es nach wie vor blendend und ich genieße meine letzten Wochen in Maumere.

    Bis dahin
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  • Day205

    Auf Tuchfühlung mit den Meeresbewohnern

    January 27, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 9 °C

    Die Sache mit dem Internet auf Flores. Da will ich euch schon seit längerer Zeit einen Bericht dalassen, doch das wenig bis gar nicht verlässliche Internet macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Jetzt hat es aber doch endlich funktioniert und ich habe die Chance ein wenig von meinem Urlaub zu berichten.
    Zwischen Weihnachten und Neujahr nahmen zwei Freunde aus Deutschland die Reise auf sich und wir verbrachten 3 äußerst ereignisreiche Wochen. Für den geplanten Tauchkurs, der uns nach erfolgreichem Ablegen der Abschlussprüfung dazu berechtigt, ein Leben lang weltweit bis auf 18 Meter Tiefe zu tauchen, trafen wir uns am westlichen Ende der Insel Flores in Labuanbajo. Dieser Ort gilt als Ausgangspunkt für alle Taucher, welche die faszinierende Unterwasserwelt zwischen den bekannten Komodo- Inseln entdecken wollen. Das Tauchgebiet gilt als eines der besten und artenreichsten der Welt, was unsere Vorfreude auf die nächsten Tage natürlich umso mehr steigerte. Nach einer stimmungsvollen Sylvester Party in einer Bar, mit Blick über den Hafen des kleinen Taucherortes, blieben wir nicht verschont ein wenig/ bis sehr gerädert am Neujahrstag die Tauchschule aufzusuchen und die letzten Details zu klären (Der erste Eindruck der Tauchlehrerin war sicher top). Der erste Unterrichtstag bestand dann nur aus Theorie, in welcher die wichtigsten Dinge, für das Tauchen erlernt wurden. Der Größte Teil dieser Theorie, lehrte uns das korrekte Verhalten in Notsituationen während eines Tauchgangs wie z.B. was tun wenn kein Sauerstoff mehr vorhanden ist oder was ist wenn die Taucherbrille in 18 Metern Tiefe mit Wasser vollläuft (was wirklich unlustig sein kann). Am Ende des Tages stand dann die Abschlussprüfung an, welche alle mit Bravour gemeistert haben, was sicher auch ein wenig an der indonesischen Art und Weise liegt, wie Abschlussprüfungen durchgeführt werden ;) Der Tauchlehrer klärt kurz auf, dass Gruppenarbeit nicht gestattet ist und verlässt kurz darauf den Raum. Man will, aufgrund des gezahlten Geldes natürlich, dass alle Teilnehmer die Prüfung erfolgreich absolvieren um am nächsten Tag die ersten praktischen Übungen durchzuführen zu können.
    Aufgrund vorhergesagten schlechten Wetters, fanden zunächst sämtliche Übungen in einem Hotelpool statt, bei welchen bereits ein erstes Gefühl des Atmens und Verhaltens unter Wasser gewonnen werden konnte. Am Nachmittag ging es dann das erste Mal raus aufs offene Meer, um die zuvor erlernten Dinge in die Realität umzusetzen. Es ist schon ein komisches, neues Gefühl, das erste Mal an einer Leine bis auf 5 -6 Meter Tiefe zu tauchen. Der erste Tauchgang zeigte dann auch bereits einen ersten faszinierenden Eindruck der dortigen Wasserwelt und ließ die Vorfreude auf den finalen dritten Tag, an welchem zwei weitere Tauchgänge bis auf 18 Meter Tiefe stattfinden sollten, weiter in die Höhe steigen. Was uns dort dann erwartete hätte keiner von uns in der Form erwartet. Einfach umwerfend. Neben unzähligen bunten und intakten Korallenfeldern warteten einige bis zu 1,5 Meter große Schildkröten darauf, von uns aus nächster Nähe betrachtet zu werden. Ist schon Wahnsinn bis auf kürzeste Distanz auf solche Tiere in der freien Natur zu stoßen. Ein weiteres Highlight waren zu guter Letzt mehrere riesige Mantarochen, dessen Spannweite bis zu 3 Meter betrug. Man sagte uns im Anschluss, dass wir wohl wirklich Glück gehabt hätten so viele Tiere an einem Tag hautnah zu erleben. Die Erwartungen wurden also mehr als erfüllt und die ersten Planungen für einen zukünftigen Tauchurlaub beim abendlichen Geburtstagsbier geschmiedet. Der letzte Abstecher des Trips führte uns dann auf die Insel Rinca, auf welcher sich die letzten freilebenden Komodovarane finden lassen. Hier wurden wir allerdings ein wenig enttäuscht, da lediglich fünf Exemplare unter der Küche der Rangers vor sich hin chillten. Im Nachhinein hat sich das Ganze eher als Touriattraktion herauskristallisiert und bedarf meinerseits keines weiteren Besuch.
    Die nächsten Tage wurden dann noch mit Sightseeing und Strandurlaub auf Bali verbracht, wobei ich durch diesen Urlaub einen sehr viel besseren Eindruck der zuvor für mich deutlich überbewerteten Insel bekommen habe. Wenn man den Süden der Insel, welcher eigentlich rein gar nix mehr mit dem ursprünglichen Indonesien gemeinsam hat, erstmal Richtung Norden verlässt, kann man durchaus noch sehr schöne Ecken und das wirkliche balinesische Leben finden. Der Süden ist da eher die reine Touristenhochburg und wird derzeit von mehr oder weniger asozialen, volltätowierten Australiern belagert, welche keine Scheu haben, mit einer Flasche Bintang (indonesische Bier) und oben ohne durch die Straßen des größten muslimischen Landes zu stolzieren (Im größten muslimischen Land der Welt). Echt schlimm zu sehen wie wenig Respekt und Anstand manche Menschen in ihrem Urlaub an den Tag legen, auch wenn Bali zum Großteil durch den Hinduismus geprägt wird.
    Naja, trotz der Australier war es ein super Urlaub, welcher viele neue spannende Erfahrungen gebracht hat. Ebenfalls tat es mal wieder richtig gut nach einigen Monaten allein wieder bekannte Gesichter um sich zu haben und gemeinsam Zeit zu verbringen. Die nächsten zweieinhalb Wochen werde ich noch mein Praktikum fortsetzen und ein wenig handwerklich tätig sein, bevor dann meine Freundin zu Besuch kommt, um gemeinsam mit mir einen letzten 5-wöchigen Urlaub in diesem, mir so ans Herz gewachsenen Land, zu verbringen. Die Pläne sind noch nicht ausgereift, wobei wir neben der Insel Flores noch Bali, Singapur und Sulawesi ins Auge gefasst haben. Während oder nach dem Urlaub werde ich dann berichten können, wo es uns am Ende hin verschlagen hat. Leider kommt das Ende der Reise immer näher, wobei ich bei dem Gedanken Indonesien verlassen zu müssen ein zunehmend mulmigeres Gefühl bekomme. Naja, irgendwann geht auch die schönste Reise mal zu Ende und das Leben in Deutschland muss wieder weitergehen.
    Auf den Bildern seht ihr noch ein paar Eindrücke der Tauchgänge zwischen den Komodo- Islands und einem kleinen Schnorchel Ausflug auf Bali an einem Schiffswrack mit unzähligen bunten Fischen.
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  • Day173

    Selamat Natal

    December 26, 2016 in Indonesia ⋅ 🌙 22 °C

    Frohe Weihnachten auch auf diesem Wege nocheinmal ins ferne Deutschland euch allen.

    Ich hoffe ihr habt/ hattet ein paar schöne und ruhige Feiertage.

    Ebenfalls bereits jetzt schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Ich werde ab Donnerstag für 2 1/2 Wochen im Urlaub sein und weiter das Land erkunden. Danach gibts dann wieder einen Bericht. Also kommt alle gut ins neue Jahr.Read more

  • Day161

    Indonesier - Ein ganz besonderes Volk

    December 14, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 30 °C

    Ich bin von diesen Menschen, wie ich auch schon mehrfach beschrieben habe, derart beeindruckt, wie ich es selten zuvor von einer Bevölkerung war. Deshalb dachte ich mir, lohnt es sich euch mal einen kleinen Eindruck von diesem, für mich so besonderen Völkchen zu geben.

    Wenn mich in Deutschland einer fragt, wie ich die Menschen in Indonesien beschreiben würde, fallen mir direkt die Schlagworte absolut relaxt, sehr hilfsbereit, durchaus verplant, überaus freundlich, neugierig und vor allem Eins ein. Glücklich. Natürlich gibt es auch hier, wie in jedem anderen Land auf der Welt „Die Unfreundlichen“, jedoch hält sich die Anzahl hier, meines Empfindens nach sehr stark in Grenzen.

    Was meine ich mit relaxt. Relaxt meine ich nicht in dem Sinne, dass sie den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen und nix tun, ganz im Gegenteil, sie arbeiten zum Teil sehr hart. Nein, sie nehmen Dinge so wie sie sind und wenn es eben stark regnet und sie bis auf die Knochen nass sind, ist das halt so und kein Weltuntergang. Wenn Dinge nicht so laufen wie man es sich vorstellt, gibt man keinem anderen die Schuld oder ist sauer, sondern versucht es in die Richtung zu lenken in die es gehen soll, mit äußerst viel Geduld. Man braucht abends kein festes Ritual wie waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und ins Bett gehen. Wenn man müde ist, egal zu welcher Zeit an welchem Ort mit welchen Klamotten, dann schläft man. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man in einen kleinen Kiosk kommt und der Besitzer hinter dem Tresen liegt und pennt. Ebenfalls sollte man beim Rollerfahren immer ausreichend Abstand zum Bürgersteig halten, da man sonst in die Gefahr läuft einen Indonesier für den Rest seines Lebens in den Rollstuhl zu befrachten, da man ihm seine Beine abgefahren hat, obwohl er nur friedlich seine Siesta auf dem Bürgersteig halten wollte. Natürlich bringt diese Gelassenheit auch Nachteile mit sich, sodass ein Indonesier niemals, wirklich niemals, pünktlich zu einem Termin erscheinen würde. Er kommt eben dann, wenn ihm gerade danach ist und es passt. Alles in Allem ist diese Denkweise aber sehr, sehr angenehm und ein riesen Unterschied zu der deutschen Denkweise, in der alles eher strukturiert ablaufen muss (Ich muss zugeben, in meiner ja auch ;) aber ich hoffe zumindest ein wenig dieser Gelassenheit für die Zukunft mit nach Deutschland zu nehmen).

    Sehr hilfsbereit: Es ist in der Kultur sehr stark verankert, dass das was da ist geteilt wird. Ohne Wenn und Aber. Die meisten Indonesier leben unter einfachen Umständen und versuchen daraus das Beste zu machen. Wenn jemand bettelarm ist und nicht einmal Geld für etwas zu essen hat, wird er vom Staat nix bekommen, da der Staat aufgrund der weit verbreiteten Korruption nur wenig Geld einnimmt und dieses an die richtigen Stellen weiterleiten kann. Diese Person wird dann so viel von der Gemeinschaft unterstützt, dass der Staat an dieser Stelle auch nicht nötig ist. Passiert es einem, dass man unterwegs mit seinem Scooter liegenbleibt, fragt fast jeder entlangkommende Roller- oder Autofahrer, ob er einem helfen kann. Die Zeit dafür wird sich dann eben von dem Helfer genommen und alles andere nach hinten geschoben, völlig selbstverständlich.

    Wie komme ich darauf, dass Indonesier ein wenig verplant sind. Es ist nicht nur so, dass Termine nicht wahrgenommen werden, weil keine Zeit da ist, sondern oft genug werden sie auch schlicht vergessen. Ich glaube es gibt keinen Indonesier, welcher jemals auch nur ein Wort in einen Terminkalender geschrieben hat. Ein weiteres Beispiel für deren Vergesslichkeit, war die Reparatur meines Rollers. Letzte Tage hatte ich ein Problem mit meinem geliehenen Roller und ebenfalls seit länger Zeit kein funktionierendes Rücklicht am Gefährt. Nach einem Anruf an den privaten Vermieter des Rollers, passierte natürlich NIX. Nach weiteren Anrufen erschien dann schließlich der Rollervermieter und ich schilderte mein Problem und natürlich ebenfalls das defekte Rücklicht. Natürlich hatte er sehr schnell verstanden was ich will und fuhr los Richtung Werkstatt. Nach einiger Zeit kam er zurück und der Roller war quasi unberührt (Nein es lag nicht an einem Missverständnis, er hatte einfach überhaupt nicht verstanden was ich ihm sagen wollte, trotz etwas dolmetschen eines Locals). Er verschwand also wieder und kam glücklich zurück. Das große Problem war erledigt, jedoch blieb das Rücklicht immer noch dunkel. Als ich ihn darauf ansprach, warum das Licht immer noch nicht geht, zeigte er mir stolz das aufblinkende rote Licht beim Betätigen der Bremse. Oh Mann, kann ich nicht erklären was ein Rücklicht ist oder ist er einfach nur typisch verplant. Er fuhr also ein drittes Mal los und schon nach geschlagenen zwei Stunden waren alle vorher da gewesenen Probleme mit einem Mal beseitigt ;) Da werde ich manchmal schon auf eine harte Probe gestellt, muss mich dann allerdings ein bisschen zügeln, da aggressiv und laut werden hier das Schlimmste ist was man machen kann und sicher nicht zu einem positiven Ergebnis beitragen. Hier gilt: Immer schön artig lächeln und freundlich bleiben.

    Eine weitere positive Eigenschaft ist die unfassbare Freundlichkeit der Menschen. Egal wo ich hinkomme sehe ich lächelnde Menschen, welches sich noch um ein Vielfaches vergrößert, wenn ich beginne ein paar indonesische Wörter zu reden. Eigentlich beginnt jeder Smalltalk mit den gleichen neugierigen Fragen. Wo kommen Sie her? Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder? Wie lange bleiben Sie in Indonesien? Ja das sind tatsächlich die Fragen die auf den Lippen brennen. Auf die Antwort, dass ich aus Deutschland komme, bekomme ich immer wieder zu hören, oh Deutschland guter Fußball, gute Technologie. Leider habe ich in tieferen Gesprächen mit verschiedenen Leuten auch schon raushören können, dass das Auftreten Deutscher in Indonesien nicht nur als positiv bewertet wird. So gelten wir hier zum Teil als spießig, unfreundlich und nicht wirklich interessiert an Land und Leuten. Dieser Eindruck wurde mir leider auch schon mehrfach bestätigt, als ich andere Deutsche hier erleben durfte. Wenn ich mit Einheimischen auf der Straße zusammenstehe und sie die Deutschen aus Interesse fragen, wo sie hingehen möchten, was hier vollkommen üblich ist, kommt meist ein komischer Blick und die Antwort bleibt aus. Ja manchmal ist es gar nicht so leicht die Indonesier dann doch von dem Gegenteil zu überzeugen und ihnen zu sagen, dass Deutsche generell ebenfalls sehr freundlich und hilfsbereit sind. Wie oben bereits gesagt, gibt es diese „Die Unfreundlichen“ einfach in jedem Land.

    Und das Beste zuletzt: Die Menschen sind einfach beneidenswert glücklich mit dem was sie haben und zeigen einem das auch immer wieder stolz. Mehr kann und will ich dazu gar nicht sagen.

    Ich kann nur sagen, es ist einfach nur unfassbar geil mit diesen tollen Menschen einen kleinen Teil meines Lebens verbringen zu dürfen! Ich könnte noch so viel erzählen, was aber definitiv den Rahmen sprengen würde.

    Ich hoffe ich erwecke nicht den Eindruck, dass hier alles toll und in Deutschland alle Leute kacke sind. So denke ich keinesfalls und sehne mich auch ein wenig nach mir vertrauten Menschen. Ich möchte euch einfach nur einen kleinen Einblick in dieses Leben geben.

    Auf den Bildern seht ihr noch ein paar Situationen aus dem indonesischen Alltag, unteranderem mich in einem Schwarm von Krankenschwestern in einem Kinderkrankenhaus (Sie hätten mich nicht gehen lassen ohne ein Foto mit der Meute).
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  • Day152

    Auf der Suche nach der Weihnachtszeit

    December 5, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Der Blick auf den Kalender verrät plötzlich morgen ist Nikolaus! Morgen Nikolaus? Mitten im Sommer? Solche Gedanken kommen bei täglichen 30 Grad und fast purem Sonnenschein schnell auf. Tatsächlich deutet hier auf Flores noch nix darauf hin, dass in wenigen Wochen der Weihnachtsmann von Kamin zu Kamin pilgert. Wie bereits erzählt ist Flores die einzige indonesische Insel, welche fast ausschließlich von Christen bewohnt wird. Die deutsche Tradition des Häuser schmücken mit bunten Lichtern ist hier allerdings gar nicht verbreitet. Lediglich der Verkauf von komplett fertig geschmückten Plastiktannbäumen im Supermarkt und vereinzeltes Gebäck mit Weihnachtsmotiven lässt mich wissen, dass das Weihnachtsfest kurz bevorsteht. Laut Erzählungen wird am 25. und 26. Dezember aber auch hier ein wenig mit der Familie gefeiert, wofür dann zum Teil Kokosnusspalmen als Tannenbäume dienen und auch bunt geschmückt werden sollen. Ich kann mich also trotz fehlender Vorweihnachtszeit auf ein wenig Weihnachtsfeierei freuen. Trotz allem vermisse ich Weihnachtsmärkte und das bei uns in Deutschland übliche Flair doch ein wenig. Aber wie verbringe ich die nicht vorhandene Weihnachtszeit?
    Den ersten Advent habe ich unteranderem damit verbracht, in einem SOS Kinderdorf vorbeizuschauen um dort vor ca. 20 Kindern und Jugendlichen meine Fußballkünste unter Beweis zu stellen. Hier kennen alle Kinder, welche sich ein wenig für Fußball interessieren nur einen deutschen Fußballclub: Natürlich Bayern München und sonst sämtliche Spieler der Deutschen Nationalmannschaft. Der deutsche Fußball ist hier bei den Einheimischen, also durchaus bekannt und wird vereinzelt sogar sehr stark verfolgt, was das ein oder andere Mal schon dazu führte, dass mir ein Indonesier das aktuelle Bundesligageschehen erläuterte. Natürlich wird dann von dem Deutschen auch erwartet, dass er auch super Fußball spielen kann, was ich leider nicht zu hundert Prozent wiederspiegeln konnte. Dennoch war es für mich ein weiteres besonderes Erlebnis mit den Kids, welche aus ganz unterschiedlichen Gründen in dem Dorf leben, ein wenig Zeit zu verbringen. Manche Kinder haben schlicht keine Eltern mehr, andere Familien sind zu arm um das Kind groß zu ziehen oder das Elternhaus spiegelt viel Gewalt wieder. Nach ca. einer Stunde auf einem leicht holprigen Fußballplatz bei 30 Grad im Schatten, neigte sich meine Kondition schließlich dem Ende zu und ich ließ die Kids allein weiterspielen. Nach einem sehr interessanten mit einem der Betreuer, ging es dann auch auf den halbstündigen Rückweg, auf welchem ich das zuvor Erlebte noch einmal Revue passieren lassen konnte.
    Der zweite Advent führte mich mit vier weiter n Indonesischen Freunden auf eine Schnorchel Tour auf die vorgelagerten Inseln von Maumere. Auf einem klapprigen Holz Boot ging es zunächst ca. eine halbe Stunde raus zu dem ersten Schnorchel Spot, welcher die für die indonesische Unterwasserwelt die üblichen bunten Fischschwärme bereithielt. Der zweite Spot hingegen war wieder etwas Besonderes. Bei genauerem Hinsehen in das klare Wasser wurde eine ca. 1 Meter breite Erdspalte am Grund sichtbar, welche sich bis in weite Ferne hinzog. Man erklärte mir schließlich, dass diese Spalte aus dem Jahr 1992 stammt. Hier sorgte ein starkes Erdbeben für einen Tsunami, bei welchem ca. 2000 Menschen ihr Leben verloren. Ein echt ungewohntes, bedrohliches Gefühl knapp über dieser Stelle zu schwimmen und so die Gewalt zu sehen, welche einen Tsunami auslösen kann. Heute erinnert allerdings nichts mehr an die große Zerstörung, welche diese Stadt erfahren hat und die Leute sprechen auch eher ungerne über diese schwere Zeit. Weiter ging es dann noch zu einer weiteren kleinen Insel, welche mit einer vorgelagerten Sandbank für die perfekte Ruhepause diente. Hier wurden dann fleißig Bilder geschossen und ein kühles Bier im Knöcheltiefen Badewannenwasser genossen. Nach ein paar Stunden ging es dann auch wieder zurück Richtung Hafen von wo aus der ca. einstündige Rückweg auf dem Scooter angetreten wurde. Ein Abendessen a la Nasi Goreng rundete den Tag dann schließlich ab und die Bettruhe wurde etwas früher als sonst, aber mindestens genauso glücklich angestrebt.
    Was soll ich sagen, immer noch bin ich von härteren Krankheiten und Scooterunfällen verschont geblieben und fühle mich nach wie vor mehr als wohl in diesem unfassbaren Land. Die Bilder zeigen ein paar Eindrücke von einer Tour in die Umgebung Maumeres, der Mittagspause der Schnorcheltour, sowie den Eingang in das Kinderdorf.
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  • Day130

    Auf zur Inselerkundung

    November 13, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach etwas längerer Zeit hier mal wieder ein kurzer Bericht über mein Leben im fernen Indonesien. Wie bereits erzählt habe ich mich mittlerweile sehr gut auf Flores eingelebt und so langsam den Alltag gefunden. Die Regenzeit kommt auch nur sehr langsam in Schwung, sodass ich immer noch jeden Tag ein Wetter von ca. 30 Grad und meist blauen Himmel genießen kann. In den Supermärkten gibt es mittlerweile die ersten Weihnachtsplätzchen und Baumschmuck zu kaufen, was bei diesem Klima für mich jetzt schon sehr ungewöhnlich ist (Die Bevölkerung auf Flores gehört zu 90% dem Christentum an, weshalb Weihnachten hier ähnlich stark gefeiert wird, wie bei uns in Deutschland). Die lebensfrohe Art der Menschen fasziniert mich auch nach mittlerweile 3 ½ Monaten immer wieder. Das bei vielen Europäern vorhandene Vorurteil, dass „uns weißen“ oft nur geholfen wird, damit man etwas von dem ach so großen Vermögen abbekommt, kann ich mittlerweile komplett aus dem Weg räumen. In vielen Situationen wurde mir bereits das Gegenteil bewiesen, dass einem einfach geholfen wird, weil es in der Lebensweise verankert und man als Gast angesehen wird. Als der Hinterreifen meines Rollers gestern auf dem Rückweg vom Supermarkt den Geist aufgegeben und komplett platt war, wurde fix eine kleine Werkstatt aufgesucht. Direkt legten die Jungs Hand am Roller an, bauten das Rad aus und fanden auch schnell das Loch, welches ich mir wohl durch eine Scherbe eingehandelt hatte. Ein Mitarbeiter verschwand dann zu einer anderen Werkstatt um den Schlauch zu flicken, während der Chef des Ladens mich nach sämtlichen Dingen meines Lebens und des Lebens in Deutschland befragte. Das Interesse der Menschen ist einfach Wahnsinn, was auch sicher stark daran liegt, dass viele Indonesier ihr Land oder manchmal sogar ihre Insel aufgrund von fehlendem Geld noch nie verlassen haben. Nach ca. einer halben Stunde war der Scooter dann auch wieder fahrbereit und auf die Frage, was ich denn nun für die Reparatur bezahlen müsste, sagte man mir, dass es schon okay sei. Mit dem Gedanken, dass gerade 2-3 Leute sich eine gefühlte Ewigkeit um meinen Roller gekümmert haben, gab ich dem Chef trotzdem ca. 1,30 € (klingt sehr wenig, ist hier aber schon eine ganze Menge Geld und mehr als ein normaler Stundenlohn). Er wollte das Geld jedoch nicht annehmen und so einigten wir uns schließlich drauf, dass er die Hälfte behält und ich bedankte mich nochmal ausgiebig für die schnelle Hilfe. Mit einem „See you again tomorrow“ und einem herzhaften Lachen des Chefs stürzte ich mich dann schließlich wieder in den chaotischen Inselverkehr und kam ohne weitere Zwischenfälle wieder in meiner Bleibe an. Diese kleinen Erfahrungen machen das Leben in dieser Gesellschaft einfach so angenehm.
    Vor ein paar Tagen war mein Bruder mit seiner Freundin für ein paar Tage zu Besuch und dank der Großzügigkeit meiner Chefin durfte ich ein paar Tage freimachen und das erste Mal die Insel ein wenig genauer erkunden. Für den ersten Tag wurde ein Fahrer gemietet und neben einem traumhaften Strand ein kleiner Ort besucht, welcher sich durch traditionelles Webhandwerk auszeichnet. Von einem freundlichen Geistlichen wurde uns auch ausführlich die Architektur der von Portugiesen erbauten schönen Kirche erklärt. Am Strand relaxt und eine Kokosnuss genossen führte uns der erste Tag schließlich in einen kleinen Ort am Rande des Vulkans „Kelimutu“. Die Besonderheit des Vulkans sind drei Kraterseen, welche alle eine andere Farbe aufweisen. Am nächsten Morgen sollte der Vulkan dann bestiegen werden, um den Sonnenaufgang und so das Farbenspiel der Seen zu bestaunen. Leider zeigte sich das Wetter an diesem Tag nicht sehr kooperativ, sodass der Sonnenaufgang leider hinter Wolken verborgen blieb, sich der Himmel nach einiger Zeit jedoch noch aufklarte und wir die Reflexionen der Seen bewundern konnten. Der Abstieg führte uns dann schließlich durch viele kleine Ortschaften und durch schöne Palmenwälder, zu guter Letzt noch vorbei an einem traumhaften Wasserfall. Die Rast am Wasserfall musste jedoch bereits nach einigen Minuten beendet werden, da auch hier, wie bereits oben auf dem Vulkan, freilebende kleine Affen unser Proviant entdeckt hatten und gern etwas davon abbekommen hätten. Aber eigentlich ist es ja genau das, was man hier erleben möchte. Der Rest des Tages wurde dann mit Busfahren verbracht, was ebenfalls ein riesiges Abenteuer ist, da auch die Busse in keiner Weise, den in Deutschland fahrenden Busse ähneln. Neben unfassbar lauter Musik und manchmal tierischer Gesellschaft in Form von Pferden oder Ziegen, trifft man auf so viele Menschen, die alle immer wieder neue interessante Geschichten zu erzählen haben. Am Abend wurde dann schließlich ein einfaches, aber sehr gutes Hotel in einem kleinen paradiesischen Dorf im Norden der Insel gefunden, dessen junge Gastgeber uns sofort freundlich empfingen. Die nächsten Tage verbrachten wir mit relaxen am Strand und einer Schnorchel Tour zu einigen der dort liegenden „17 Islands“. Die Tour beinhaltete neben mehreren Schnorchel Gängen und einem Besuch einer Insel, auf welcher sich tausende riesiger Fledermäuse angesiedelt haben, auch ein „Barbecue“ an einem einsamen Strand. Das war schon richtig Robinson Crusoe Style ;) Den Abschluss des Urlaubs bildete dann noch ein Besuch in verschiedenen traditionellen Dörfern in mitten des indonesischen Dschungels, wobei das einfache, aber zugleich glückliche Leben der Dorfbewohner bewundert werden konnte. Nach einer 10 stündigen Busfahrt über die wildesten Serpentinen kam ich dann schließlich mit einigen neuen Erfahrungen und Eindrücken, glücklich und ein wenig fertig, wieder in der Unterkunft in Maumere an, wo mich der Mann meiner Chefin schon freudig mit zwei einheimischen Schnaps in der Hand begrüßte.
    Also wie ihr hört ist nach wie vor alles Bestens und ich genieße das, doch etwas andere, indonesische Leben.
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  • Day109

    Der Alltag schleicht sich langsam ein

    October 23, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    So ganz richtig ist die Überschrift eigentlich gar nicht, da es hier keinen Alltag gibt. Es kommt wirklich jedes Mal anders als gedacht. Dies macht jeden Tag wieder spannend, da man überhaupt nicht weiß was einen erwartet. So saß ich am vergangenen Samstag früh am Abend gemütlich auf der Terrasse und wollte den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen lassen, bis Ibu Susi auf mich zu kam. Sie sagte, dass wir in ein Hotel fahren müssen um dort ein paar Leute zu treffen, welche das am folgenden Tag stattfindende Jazz- Festival organisieren. Circa eine Stunde später fand ich mich dann im feinsten Zwirn (welcher bei mir aus einer beigen schlabbrigen Leinenhose, bunten Schuhen und einem bunten Hemd bestand) mit einem Glas besten Rotwein bewaffnet, auf einem Galadinner in einem Luxushotel wieder, bei welchem Unteranderem Minister des Indonesischen Parlaments anwesend waren ;) Letzte Woche dann eine ähnliche Situation: Wir mussten uns ins dörfliche „Gemeindehaus“ aufmachen, um mich „lediglich kurz“ dort anzumelden, da ich hier für einen längeren Zeitraum lebe. Nachdem kurz erklärt wurde, was ich hier mache, musste ich auch gleich eine halbstündige Präsentation vor ca. 10 Leuten halten, in welcher ich meine Ideen für das Plastikrecycling erklären sollte. Später am Tag stand dann auch plötzlich ein Zeitungsreporter der Tageszeitung der Insel vor mir und interviewte mich zu meiner Zeit in Indonesien und meine Arbeit in der Bank Sampah. Heute war dann ein Bericht über eine komplette Seite über den deutschen Studenten zu finden, welcher ein Praktikum in Maumere macht. Hier funktioniert das Leben eben so, es wird rein gar nichts geplant und einfach gemacht, was für mich sicher nicht immer ganz einfach, dennoch natürlich super spannend ist. Komischerweise funktioniert das bei den Einheimischen auch erstaunlich gut, sodass zum Beispiel eine Einladung für eine Hochzeit, welche am Freitag stattfindet, am vorherigen Dienstag ausgeteilt wird und alle Gäste auch Zeit haben. Wenn ich denn dann doch mal ein paar Stunden Zeit habe am Schreibtisch zu sitzen um zu arbeiten, entwickle ich derzeit einen automatischen Recyclingprozess für sämtliche Kunststoffsorten. Dies soll unteranderem dazu dienen den freiwilligen Helfern die mühevolle Arbeit zu erleichtern und ebenfalls den Gewinn beim Weiterverkauf des Plastiks erhöhen. Im Gegensatz zu vergleichbarer Arbeit in Deutschland muss sehr stark darauf geachtet werden, welche Materialien verwendet werden, da auf dieser Insel nur bestimmte Produkte zur Verfügung stehen. Alles andere muss per Schiff zu sehr hohen Kosten von Bali oder Java beschafft werden. Über das Arbeiten in dieser Form bin ich natürlich sau glücklich, da ich der NGO mit meinen Maschinenbaukenntnissen glaube ich sehr viel weiterhelfen kann. In nächster Zeit starten dann auch die Aufklärungsarbeit in den Schulen und Kindergärten worauf ich mich auch schon super freue. So habe ich wirklich die Möglichkeit voll das Indonesische Leben erleben und genießen zu können.
    Ansonsten fühle ich mich nach wie vor super wohl und werde in der nächsten Zeit neben der Arbeit auch mal starten die Insel ein wenig zu erkunden. Was ich auf den kleinen Ausflügen bisher erlebt habe, war schon mal ganz gut;) Ich bin gespannt. Was die Zeit hier auch sehr angenehm macht ist, dass ich komplett in das Familienleben integriert werde und mich mit allen super verstehe. In das kleine Homestay ziehen fast jeden Tag neue Gäste (überwiegend Backpacker aus Europa) ein, was die Sache natürlich nochmal spannender macht. Wenn ich dann mal ein wenig von der Insel gesehen habe, werde ich mal wieder einen Bericht schreiben.
    Die Fots zeigen eine Müllsammelaktion eines kleinen Dorfes mit spontanem Training eines Kindergartens, meine Präsentation vor den Gemeindevetretern, das Jazz-Festival und zuletzt noch den allmorgendlichen Sonnenaufgang vom Strand aus
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  • Day96

    Ein erstes Hallo von Flores

    October 10, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach einem zweitägigen Zwischenstopp in Jakarta (mit Besuch einer Organisation für Abfallrecycling) und einem weiteren dreitägigen Stopp auf Bali (ebenfalls ein Besuch eines Unternehmens) landete ich nach einem traumhaften Flug endlich auf Flores. Der Aussicht während des Fluges über zahlreiche kleine Inseln ließ bereits erahnen was mich auf der vermeintlich Trauminsel Flores erwarten würde. Die Insel ist ca. 15.000 km² groß, was einer Breite von 63 km und einer Länge von ca. 350 km entspricht, mit 1.500.000 Bewohnern somit sehr sehr ruhig. Während der Landung wurde ich dann auch bereits von grasenden Kühen und Pferden unmittelbar neben der Landebahn empfangen und das „Terminal“ welches aus einem kleinen Gebäude (ähnlich groß wie bei uns ein Einfamilienhaus) zeigte sich aufgrund des Einen gelandeten Fliegers in heller Aufruhe. Den Koffer von einem der unzähligen ;) Kofferbänder geschnappt, sollte ich auch endlich meine zukünftige Chefin persönlich kennenlernen, welche mit freundlicherweise vom Airport abgeholt hat. Da ich im Vorfeld leider noch keine Bilder von der Unterkunft und der Organisation bekommen hatte, war die Aufregung was mich erwarten würde natürlich riesig (vor allem nach dem was ich hier bereits für Unterkünfte erleben durfte/musste). Nach nur ca. 5 Minuten Fahrtzeit bog unser Fahrer auch schon auf ein Grundstück unmittelbar am Indischen Ozean ab und ich dachte mir: Willkommen in Indonesien, natürlich muss erstmal noch irgendetwas anderes erledigt werden bevor es dann zur eigentlichen Unterkunft geht. Doch es sollte mein Zuhause für die nächsten vier Monate sein. Ich ein wenig überrascht und glücklich führte mich „Ibu Susi“(Ibu= Frau und Susi der Name meiner Chefin, hier in Indonesien die übliche Anrede einer „älteren“ Frau) auf dem Grundstück umher und zeigte mir stolz ihr Anwesen, auf welchem sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer 12 jährigen Tochter lebt. Es besteht aus einem größeren Gebäude, in welchem regelmäßig Trainings über Waste Management für Schulklassen und andere Organisationen geführt werden. Ebenfalls auf dem Grundstück betreibt sie ein kleines Homestay, in welchem sie mit ihrer Familie wohnt und ich ein Zimmer bewohnen darf. Zwei weitere Zimmer dienen dann Backpackern als Herberge für ein paar Tage, was ich natürlich sehr geil finde, da ich somit immer wieder die Möglichkeit habe, verschiedene Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Allen Gästen steht eine kleine Outdoorküche zur Verfügung, in der man sich die Früchte, Fisch und Gemüse zubereiten kann. Ich habe somit die Möglichkeit direkt im liebevoll gestalteten Garten unter einem Palmenbaum zu arbeiten und sogar jeden Morgen vor der Arbeit einen Sprung in den Ozean zu wagen. Toll so ein Großraumbüro mit Meerblick und Wellenrauschen für mich alleine ;)
    Da ich hier ja nicht nur zum Urlaub machen bin, werde ich natürlich auch ein wenig arbeiten (täglich von 8:00 bis 15:30). Meine Aufgaben werden unter anderem das konstruieren einfacher Maschinen für das Shreddern von Plastikflaschen und anderen Aufgaben sein. Des Weiteren werde ich Ibu Susi bei ihrer Aufklärungsarbeit in Kindergärten und Schulen unterstützen. Rundum genau die Art von Arbeit, welche ich mir für dieses Praktikum gewünscht habe. Ich habe die Möglichkeit mein bisher im Studium Erlerntes umzusetzen und ebenfalls den Menschen ein wenig zu helfen. Nach dem was ich die letzten Monate hier bezüglich Umweltverschmutzung erlebt habe, ist diese Arbeit so dringend nötig, damit dieses wunderschöne Land nicht komplett durch Plastikmüll zerstört wird. Ich bin super gespannt wie sich die Zeit hier gestalten wird und in wie fern ich an dieser Stelle helfen kann.
    Also ihr hört, ich fühle mich super wohl und bin zu 100% zufrieden. Mit allem hier. Ich hoffe in Deutschland läuft auch alles nach Plan in alle sind wohlauf. Jetzt werde ich mich erstmal ein wenig einleben und mich mit der Arbeit zurechtfinden, bevor ich dann mal wieder das nächste Lebenszeichen absetzen werde. Da das Internet auf dieser Insel ebenso medium gut funktioniert wie die Stromversorgung (ca. 3 Mal am Tag Stromausfall für eine Std.) kann ich leider diesmal keine Bilder hochladen. Ich hoffe aber, dass es beim nächsten mal wieder funktioniert ;)
    Sooo nachdem ich jetzt die Photoqualität sehr stark reduziert habe funktioniert es auch;)
    Das erste Foto zeigt mich mit meinen neuen Freunden am S´trand, auf dem zweiten mein neues Reich samt Moskitonetz, das Dritte einen typischen Markt mit Nelkenverkäuferinnen. Mein Besuch im Sisterhaus seht ihr auf dem nächsten Bild, sowie meinen Arbeitsplatz im Garten und zuletzt den Strand, welcher direkt an den Garten grenzt.
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  • Day95

    Die Sache mit dem Visum

    October 9, 2016 in Singapore ⋅ ⛅ 26 °C

    Das Wochenende noch in Yogyakarta verbracht und die letzten Sehenswürdigkeiten bestaunt, hieß es dann auch Abschied nehmen aus dieser doch eigentlich ganz coolen Stadt. Aufgrund der Visabestimmungen musste unsere Gruppe nach dem Sprachkurs für 24 Stunden das Land einmal verlassen, um ein neues Visum für die folgenden Monate zu beantragen. Allerdings kam diese Bestimmung sehr gelegen, da ich somit die Möglichkeit hatte, einmal ins hypermoderne Singapur zu reisen. Während der kommenden Monate kann ich Indonesien leider nicht verlassen, da das Visum sonst erlischt. Somit starteten wir früh morgens ins zwei Flugstunden entfernte Singapur. Dort angekommen erwartete uns (wie im Vorfeld bereits vermutet) eine Stadt, welche kontrastreicher zu Indonesien nicht sein könnte. Was als erstes ins Auge stach, waren unzählige Verbotsschilder, auf welchen freundlicherweise auch direkt die Höhe der Strafe angegeben wird. Das ist auch schon das erste markante Merkmal des Stadtstaates Singapur. Neben diesen Verboten an jeder Ecke für alles und jeden wird das Stadtbild durch topgestylte Geschäftsleute und einer riesigen Skyline geprägt. Zum Glück haben wir über AirBnB eine sehr günstige Unterkunft gefunden, was uns ein wenig die Flucht aus dem ultramodernen Stadtleben erleichterte. Nachdem am ersten Tag die Stadt schon mal ein wenig erkundet wurde, suchten wir am nächsten Tag morgens einen „Agenten“ auf, welcher uns noch am gleichen Tag ein neues Visum und damit die Eintrittskarte für die nächsten Monate organisieren sollte. Nach einigen kleinen und größeren Problemen (Natürlich nur bei meinem Visum) bekamen wir dann auch wie besprochen nachmittags unsere Reisepässe samt neuem Visum zurück. Die kommenden Monate waren also in trockenen Tüchern, sodass wir am Abend dann den Blick über die Skyline vom legendären „Marina Bay Sands“ genießen konnten. Hier durfte ich dann auch endlich mal in den Genuss eines Cocktails für ca. 22 € und einem kleinen Bier für ca. 10 € kommen. Komplett nüchtern und 32 € ärmer war dann trotzdem hochzufrieden Nachtruhe in unserem sehr einfachen Homestay angesagt. Der letzte Tag führte uns dann noch einmal zu den üblichen Touriattraktionen wie zum Beispiel den „Hanging Gardens“ (bestehend aus riesigen, künstlichen Bäumen, welche abends sehr cool beleuchtet werden) und dem „Sky Wheel“ (das zweitgrößte Riesenrad der Welt). Im Nachhinein bin ich dann doch sehr froh, dass ich mich für ein Praktikum in einem Entwicklungsland entschieden habe und keine 6 Monate in einem durchweg sterilen hypermodernen Stadtstaat leben muss. Ebenfalls sind die Preise gigantisch hoch, nicht nur für die typischen Touristenattraktionen.
    Unten ein paar Bilder von der Skyline, den Hanging Gardens und zwei Geschäftsleuten während Ihrer Mittagspause. Ebenfalls eine kleine Vorstellung der Verbotsschilder samt Preise (1000 SGD = 650 €).
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