• NikkiUndMichi
  • NikkiUndMichi

Von Kapstadt bis Katar

Alles beginnt in Kapstadt – und endet in Doha. Dazwischen: wilde Küsten, Trauminseln, Wüste, Skyline, Natur pur. Südafrika, Komoren, Madagaskar, Seychellen, Oman, Fujairah, Dubai, Doha. Wir nehmen euch mit von Afrika bis in den Mittleren Osten. Meer informatie
  • Het begin van de reis
    22 november 2025

    Von Hamburg nach Kapstadt

    22–25 nov. 2025, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 18 °C

    2:30 Uhr. Autsch. Der Wecker springt uns an, als hätte er was gegen uns persönlich. Aber gut – Abenteuer gibt’s nicht im Ausschlafmodus. Also raus aus dem Bett, rein in den Tag. Kaffee, Zähne, Rucksäcke. Und dann: Abflug.

    Um 6:05 Uhr sitzen wir im Rote-Augen-Flieger nach Amsterdam. Die Stimmung? Irgendwas zwischen „Warum tun wir uns das an?“ und „Geil, es geht wieder los!“. In Amsterdam nur ein kurzer Hüpfer – Zeit für ein schnelles Wasser, einmal tief durchatmen – und dann steigen wir in den großen Vogel: 11,5 Stunden Richtung Kapstadt. Afrika, wir kommen!

    Der Flug läuft smooth, wir landen pünktlich, die Sonne schläft schon – und wir sind richtig durch. Aber: Unser Fahrer wartet strahlend am Ausgang. Perfekt organisiert, keine Hektik, kein Stress. Einfach nur ankommen.

    Und doch – bis wir unsere Koffer haben, durch den Verkehr sind und das Hotel erreichen, ist es 23:30 Uhr, als wir endlich die Dachterrasse betreten. Kapstadt liegt glitzernd unter uns. Warm, lebendig, ein bisschen magisch.

    Wir stoßen an – erster Drink des Trips, letzter Drink des Tages. Und dieser Moment da oben, mitten im Herzen der Stadt… genau dafür macht man das.

    Dann ab ins Bett. Morgen früh wartet die große Tour – und das Highlight: das Kap der Guten Hoffnung.
    Let’s go, Cape Town. Die Nikki&Michi-Show hat begonnen.
    Meer informatie

  • Farbenmeer und Orkanböen

    23 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 19 °C

    Der Sonntag startet für uns im SunSquare City Bowl Hotel, einem perfekten Ausgangspunkt für eine Tour. Von hier aus sind wir in fünf Minuten mitten im Geschehen.

    Bo-Kaap – Das Farbenwunder von Kapstadt: Gleich unser erster Stopp ist das legendäre Bo-Kaap-Viertel.
    Die knallbunten Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden ursprünglich von befreiten Sklaven bewohnt, die hier ihre eigene Kultur feiern konnten. Die Farben? Ein Symbol für Freiheit und Vielfalt.
    Für uns fühlt es sich an wie ein Spaziergang durch eine lebendige Postkarte – Gelb, Rosa, Blau, Türkis, alles leuchtet im Morgenlicht. Sonntagstimmung deluxe.

    Entlang der Promenade – Sea Point, Clifton, Camps Bay

    Danach cruisen wir die Küste entlang. Sea Point Promenade: Jogger, Hunde, Meerduft. Clifton: Vier Strände, geschützt zwischen Granitfelsen, das Wasser traumhaft klar. Camps Bay: Palmen, weiße Strände, Restaurants mit Aussicht – Kapstadts Riviera.

    Die Bergkette über uns: Die Zwölf Apostel – streng genommen sind es 18 Felsformationen, aber niemand zählt nach. Und genau hier erwischt er uns: Sturmstärke „Haltet-eure-Kameras-fest“.
    Orkanböen peitschen uns entgegen, aber die Sonne knallt vom Himmel – eine bizarre Mischung aus Postkartenmotiv und Naturgewalt. Wir lachen, kämpfen gegen den Wind und versuchen trotzdem Fotos zu machen.

    Hout Bay – Robben-Show & Ursprüngliches Hafengefühl

    Weiter nach Hout Bay: Hier füttern Fischer die Kaphirsrobben, die wie kleine Meeres-Rambos aus dem Wasser springen. Touristisch, klar – aber trotzdem lustig anzusehen. Danach erkunden wir noch kurz das ursprüngliche Hout Bay: alte Fischerboote, der Duft von Meer und Holz, Männer, die Netze flicken, Möwen, die meckern. Es hat etwas Ehrliches, Echtes. Ein Ort, der viel über Kapstadt erzählt.
    Meer informatie

  • Die wahrscheinlich schönste Küstenstraße

    23 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 19 °C

    Von Hout Bay starten wir direkt auf den berühmten Chapman’s Peak Drive, eine nur neun Kilometer lange Strecke mit ihren legendären 114 Kurven, die vor über 100 Jahren regelrecht in die Felswände gemeißelt wurde. Schon die ersten Meter zeigen, warum sie zu den spektakulärsten Küstenstraßen der Welt zählt: rechts breitet sich der tiefblaue Atlantik aus, links türmen sich die rot-goldenen Felsen des Chapman’s Peak auf, und die Straße klebt wie ein schmaler Balkon zwischen Himmel und Meer.

    Der Wind hat heute allerdings beschlossen, im Overdrive zu laufen. Die Straße könnte gleich geschlossen werden – zu starke Böen, zu gefährlich. Wir haben Glück, dürfen fahren. Hinter jeder Kurve ein neuer Wow-Moment: schäumende Wellen, die gegen die Klippen knallen, Felsen, die in der Sonne glühen, und eine Aussicht, die fast nicht real wirkt.

    Trotz des Wind-Theaters genießen wir jeden Meter. Es ist warm, die Sonne brennt auf die Felswände, und alles wirkt wie eine Mischung aus Roadmovie, Postkarte und Naturdokumentation. Sobald wir Noordhoek erreichen, beruhigt sich die Strecke ein wenig, die Landschaft öffnet sich – und wir fahren weiter Richtung Cape Point und Kap der Guten Hoffnung.

    Auf dem Weg Richtung Cape Point begegnen wir dann noch den eigentlichen Locals der Kaphalbinsel: den Pavianen. Sie tauchen plötzlich am Straßenrand auf, als würden sie den Verkehr regulieren – oder ignorieren, eher das. Einer läuft uns fast vors Auto. So schön es ist, sie zu sehen, so schade ist es auch, dass ihr Lebensraum immer kleiner wird. Der Mensch drängt sie Stück für Stück zurück, und trotzdem halten sie sich tapfer, streunen in kleinen Gruppen über die Hänge und erinnern daran, dass diese Halbinsel ihnen schon lange gehört hat, bevor wir hier entlanggefahren sind. Wir sind jedenfalls froh, ihnen noch begegnet zu sein.
    Meer informatie

  • Wo die Welt einfach größer wird

    23 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 19 °C

    Cape Point. Allein der Name macht was mit uns. Wir steigen aus, der Wind schlägt uns direkt ins Gesicht – frisch, salzig, wachmachend – und über uns thront der Leuchtturm. Von hier oben schauen wir hinunter auf das Kap der Guten Hoffnung, unseren Sehnsuchtsort seit 2008. Und wieder haut er uns um, dieser Platz. Die Sonne knallt so hell, dass die Farben fast übersteuern: tiefes Atlantikblau, flirrendes Türkis, weiße Gischtkronen und unten der Diaz Beach, ein goldgelber Sandteppich, über den der Wind lange Fäden zieht wie Pinselstriche.

    Wir blicken nach Süden – und genau dort, direkt vor uns über den endlosen Ozean hinweg, liegt die Antarktis. Etwa 6.000 Kilometer Luftlinie bis zum Südpol. Klingt verrückt, fühlt sich noch verrückter an. Und wenn wir dann nach Norden denken, Richtung Heimat: Hamburg liegt knapp 9.700 Kilometer entfernt. Und trotzdem fühlen wir uns irgendwie verbunden – durch diesen Ort, durch die Luft, durch die klare Energie hier oben.

    Ein bisschen Geschichte knistert auch immer mit

    Unten liegt der Diaz Beach, benannt nach Bartolomeu Diaz, dem portugiesischen Entdecker, der 1488 als erster Europäer um die südlichste Spitze Afrikas herumsegelte. Die Mischung aus Dramatik, Sehnsucht, Risiko und Hoffnung spürt man hier bis heute.

    Wir stehen lange oben am Leuchtturm, lassen die Augen über die Klippen wandern, hören das Donnern der Wellen weit unten, sind einfach nur dankbar, dass wir wieder hier sind.

    Aber irgendwann müssen wir weiter. Denn auf das Kap der Guten Hoffnung schauen reicht uns nicht – wir wollen drauf, wir wollen klettern, wir wollen wieder ganz nah ran an die Klippen, so wie damals. Und genau das steht jetzt an.
    Meer informatie

  • Sonne, Felsen, Freiheit

    23 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 19 °C

    Nachdem wir vom Cape Point herunterschauen konnten, wollen wir natürlich auch drauf auf das Kap der Guten Hoffnung.

    Auf dem Weg zwischen Cape Point und dem Kap der Guten Hoffnung haben wir noch tierische Glücksmomente: Gleich mehrere Eland-Antilopen, die größten Antilopen Afrikas, stehen plötzlich am Straßenrand, majestätisch und völlig unbeeindruckt von uns. Kurz danach stolziert ein Vogel Strauß mit Familie über die trockenen Hügel, als wäre er der alleinige Besitzer dieser Halbinsel. Diese Begegnungen direkt hier, am Rand der Klippen, zwischen Meer und Himmel, machen den Moment noch besonderer. Es ist, als würde die Natur selbst einmal kurz Hallo sagen, bevor wir klettern.

    Wir parken unten am Kap, schnüren die Schuhe fester, und dann geht’s los: kleine Trails, steinige Pfade, ein bisschen Klettern hier, ein bisschen Hüpferei über Felsen dort. Der Wind hat endlich nachgelassen – als hätte er beschlossen, uns diesen Moment einfach zu gönnen. Die Sonne steht über uns, warm, klar, sommerlich, und die Luft riecht nach Salz, Freiheit und Abenteuer.

    Von oben eröffnet sich dieser Blick, der einfach nie alt wird: Die gewaltigen Klippen des Kap der Guten Hoffnung, das endlose Blau des Atlantiks, und in der Ferne noch einmal der Cape Point mit seinem Leuchtturm, winzig klein, aber voller Geschichte. Diese Mischung aus Weite und Ruhe macht was mit uns – man fühlt sich gleichzeitig ganz klein und riesengroß.

    Wir sitzen kurz auf den Felsen, schauen runter auf die tosenden Wellen und atmen einfach nur.

    Das Kap der Guten Hoffnung ist streng genommen nicht der südlichste Punkt Afrikas – das ist Kap Agulhas, etwa 150 Kilometer weiter östlich. Dort treffen auch offiziell der Atlantik und der Indische Ozean aufeinander. Aber trotzdem fühlt sich dieser Ort hier wie der große mythische Endpunkt an. Vielleicht wegen der Geschichte, vielleicht wegen der Klippen, vielleicht wegen der Aura. Für uns gehört er zu den stärksten Orten auf unserer ganzen Reise.

    Wir klettern weiter ein Stück nach oben, bleiben immer wieder stehen, machen Fotos und genießen einfach, dass wir hier sind – am südwestlichsten Punkt Afrikas, auf unserem Sehnsuchtskap, bei perfektem Wetter, mit genau der richtigen Mischung aus Abenteuer und Ruhe.

    Es ist einer dieser Momente, die man abspeichert – tief – und nie wieder vergisst.
    Meer informatie

  • Frackträger und bunte Badehäuschen

    23 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 20 °C

    Vom Kap der Guten Hoffnung rollen wir weiter Richtung Boulders Beach, und schon beim Aussteigen hören wir sie: dieses typische „Wah-wah-wah“, das klingt wie eine Mischung aus Gans, Ente und Comedy-Soundeffekt.
    Die Pinguine von Simon’s Town.

    Rund 3.500 Afrikanische Pinguine leben hier – eine der letzten und größten Kolonien ihrer Art. Ende der 1980er waren es nur ein paar Dutzend, heute hat sich die Kolonie dank Schutzmaßnahmen wieder stabilisiert. Sie heißen auch Brillenpinguine, wegen der hellen Zeichnung über den Augen, und sie sind die einzigen Pinguine, die auf dem afrikanischen Kontinent brüten.

    Wir stehen auf den Holzstegen und schauen ihnen eine Weile zu – wie sie sich gegenseitig jagen, wie sie mit ihren kleinen Bäuchen durchs Wasser flitzen wie Torpedos, wie sie sich zwischen den Steinen in die Sonne legen und einfach ihr bestes Leben leben. Man verliebt sich jedes Mal wieder in die kleinen Fellkugeln… okay, Federkugeln.

    Und bevor man wieder ins Auto steigt, gibt es hier eine besondere Tradition: einmal unter das Auto schauen, ob nicht ein Pinguin drunter schläft. Passiert wirklich – und wir sind brav, also einmal tief runter in die Hocke. Alles frei. Weiter geht’s.

    Muizenberg – Wind, Wellen, Farben. Wir cruisen weiter entlang der False Bay nach Muizenberg, berühmt für zwei Dinge: Surfen und die ikonischen bunten Badehäuschen, die aussehen wie ein Farbkasten am Strand.

    Heute peitscht der Wind wieder ordentlich rein, die Brandung ist wild und wütend, und die Surfer halten sich zurück. Aber ein paar Mutige sind im Wasser und hüpfen in den Wellen herum. Für uns ist es definitiv zu kalt – wir bleiben an Land, genießen die salzige Gischt im Gesicht und einmal mehr diese herrlich ehrliche Natur Südafrikas.

    Als die Sonne tiefer steht, machen wir uns auf den Rückweg Richtung Kapstadt. Müde, glücklich, ein bisschen sandig – und bereit für den letzten Akt des Tages.
    Zum Essen gibt’s heute mal nicht südafrikanisch, sondern peruanisch-japanische Küche. Ceviche, Nikkei-Style, frische Aromen, perfekt angerichtet – ein Hochgenuss und genau der richtige Abschluss für diesen Tag voller Wind, Tiere, Farben und Momente, die man nicht vergisst.

    Ein Tag, der sich von morgens bis abends einfach nach „richtigen Reiseabenteuern“ angefühlt hat. And that’s why we travel.
    Meer informatie

  • Tafelberg: Der perfekte Morgen

    24 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir wachen im SunSquare City Bowl Hotel auf, ziehen die Vorhänge zur Seite – und bämm: Kapstadt liefert.
    Signal Hill, Lion’s Head und der Tafelberg selbst stehen in der Morgensonne wie drei Wächter über der Stadt. Kein Tischtuch heute, keine Nebelrolle, keine Wolkenhaube. Einfach nur klare Luft, goldene Strahlen und der ikonischste Berg Südafrikas in Bestform. Wenn man sich den perfekten Tag für den Tafelberg backen könnte – er sähe genau so aus.

    Wir buchen noch im Bett die Fast-Track-Tickets, springen unter die Dusche, schnappen die Kameras und fahren mit einem Uber hoch zur Talstation. Keine Wartezeit, kein Stress. Und dann die Cable Car Bahn: Sie dreht sich einmal um die eigene Achse und gibt uns schon während der Auffahrt ein 360°-Panorama, das nach warmem Licht und Abenteuer riecht.

    Oben auf dem Plateau weht ein herrlicher Wind. Kein Sturm, zum Glück, wie gestern - da war der Berg gesperrt. Der Tafelberg ist 1.086 Meter hoch, uralt, rau, flach wie ein Tisch – und doch voller Leben. Über 350 Wege ziehen sich über seine Kanten, darunter der Platteklip Gorge Trail, Skeleton Gorge und der Smuts Track. Wir nehmen heute eine kleine Trail-Variante entlang der Kante, nichts Superlanges – aber genug, um die Weite zu spüren.

    Die Aussicht ist einfach absurd gut. Links die Zwölf Apostel, rechts die Stadt bis runter zur Waterfront, und vor uns der Ozean in allen Blautönen, die der Planet zu bieten hat. Eine steife, warme Brise, die Haare hoch, das Herz weit. Wir atmen tief ein und sind wieder 100 % in diesem Gefühl: Das ist Kapstadt. Das ist Freiheit.

    Nach unserem kleinen Hike fahren wir wieder mit der Cable Car Bahn hinunter – und dann beginnt der entspannte Teil des Tages. Wir steigen in den roten Hop-on-Hop-off-Bus, lassen uns chauffieren, Köpfe im Wind, Kameras im Anschlag. Durch Camps Bay cruisen wir durch die Villengegend der Reichen und Schönen, vorbei an Palmen, weißen Stränden und kleinen Beachfront-Cafés, die alle aussehen, als hätten sie den Sonnenuntergang abonniert. Die Clifton-Strände glitzern wie auf einer Postkarte – vier kleine Buchten, jede schöner als die nächste.

    Unser Ziel: die V&A Waterfront.
    Benannt nach Queen Victoria und ihrem Sohn Prince Alfred, der hier 1860 mit dem Schiff anlegte, ist die Waterfront heute das pulsierende Herz Kapstadts: Shops, Restaurants, Kunst, Musik, alles direkt am Wasser, mit Blick auf den Tafelberg im Abendlicht. Wir bummeln durch die kleinen Galerien, schauen Street Art, hören Live-Musik, verlieren uns kurz zwischen den Menschenmengen – und finden uns dann im Time Out Market wieder.

    Dort probieren wir uns einmal quer durch die südafrikanische Küche. Ein Genuss, ein kulinarischer Schulterklopfer für uns selbst, weil wir heute so viel erlebt haben. Noch
    ein bisschen Shopping, dann reicht es.

    Als wir zurück ins Hotel fahren, glitzert die Stadt. Es ist der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag.
    Und morgen? Da beginnt das nächste Kapitel: Wir gehen an Bord der Seven Seas Navigator – und damit startet unsere große Reise über den Indischen Ozean in Richtung Norden.
    Ein neuer Morgen, ein neues Logbuch, ein neues Abenteuer.
    Meer informatie

  • Auf zu 10.000 Kilometern über den Ozean

    25 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☀️ 19 °C

    Unser letzter Morgen in Kapstadt beginnt genau so, wie man es sich wünscht: Wir ziehen die Vorhänge im SunSquare City Bowl zur Seite und schauen noch einmal auf das Panorama, das uns die letzten Tage begleitet hat. Der Tafelberg steht klar in der Sonne, Signal Hill und Lion’s Head rahmen ihn ein wie drei alte Freunde, die uns leise „Gute Reise“ wünschen. Es ist ein Abschied mit warmem Licht – und dem Gefühl, dass jetzt ein komplett neues Kapitel beginnt.

    Der Check-In auf die Seven Seas Navigator geht schneller, als man „Kap der Guten Hoffnung“ sagen kann. Ein paar freundliche Crew-Mitglieder, ein kurzer Sicherheitscheck – und schon stehen wir in der Lobby dieses kleinen, eleganten Luxusschiffs. Obwohl die Navigator nur rund 490 Gäste beherbergt und von über 350 Crew-Mitgliedern betreut wird, wirkt alles großzügig und ruhig. Ein Boutique-Schiff auf Weltreiseformat.

    Wir machen eine kleine Tour durch die Gänge und Restaurants, werfen einen Blick auf den Poolbereich und betreten dann unsere Suite. Und wow: Das fühlt sich an wie ein kleiner Rückzugsort über dem Meer. Ein gemütliches Wohnzimmer, ein Schlafzimmer mit großen Fenstern zur Welt – und natürlich der Balkon, unser neues Wohnzimmer für die nächsten 19 Nächte.

    Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir etwas essen, lassen uns verwöhnen und laufen dann auf Deck aus, als die Sonne hinter dem Tafelberg langsam verschwindet.

    Magisch: Als der Abend dunkler wird und das Schiff Kurs auf Süden nimmt, spüren wir die große, alte Kraft dieses Ortes. Wir fahren um das Kap der Guten Hoffnung herum. Damit sind wir jetzt offiziell Kap-Fahrer. Draußen weht der Wind, Wellen brechen gegen die Felsen, der Himmel ist schon nachtschwarz. Wir stehen an der Reling, während sich der Indische Ozean vor uns öffnet.

    Vor uns liegen über 10.000 Kilometer offene See, eine Route über 5.463 Seemeilen: vorbei an Mosambik, auf die Komoren, nach Madagaskar, weiter zu den Seychellen, dann hinüber in den Mittleren Osten, über Maskat und Dubai, bis wir schließlich in Doha ankommen werden. Eine Reise voller Kontraste – tropische Inseln, Wüstenmetropolen, weite Ozeane.
    Meer informatie

  • Der höchste Skydive Afrikas!

    26 november 2025, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 24 °C

    Bereits morgens spüren wir dieses Kribbeln im Bauch, das nur eines bedeuten kann: Heute könnte ein richtig großer Tag werden. Der Himmel ist durchwachsen, die Wolken ziehen schnell, mal grau, mal blau – keiner kann uns wirklich sagen, ob wir springen können oder nicht. Aber das ist uns egal. Wenn man träumt, fährt man trotzdem los. Also ab in den Wagen, Richtung Flugplatz von Mossel Bay.

    Die nächste Überraschung: Das kleine Flugzeug schafft es nicht auf die Höhe, die wir brauchen – 5,1 Kilometer, also 17.000 Fuß, echte High-Altitude. Und für das große zweimotorige Flugzeug gibt es nicht genug Springer. Bedeutet: Entweder warten und hoffen… oder einfach machen.
    Und wer uns kennt, weiß: Natürlich machen wir.

    Wir chartern kurzerhand das komplette Flugzeug. Nur für uns.
    Nikki&Michi, zwei Tandem-Master und obendrauf noch zwei Kameraleute, die das Ganze von außen filmen sollen. Unsere Tandem-Springer tragen auch jeweils Actioncams – das heißt: vier Kameras, ein Flugzeug, zwei Verrückte, eine Mission.

    Die Maschine startet, brummt kraftvoll und schraubt sich in engen Kreisen immer höher. Unten wird Mossel Bay kleiner, die Küste zieht sich wie eine goldene Linie am Atlantik entlang, und unser Schiff liegt in der Bucht wie ein Spielzeug. Drinnen knistert die Luft. Es ist heiss. Die Instrumente zeigen Höhe um Höhe – 10.000 Fuß, 12.000, 15.000… und dann kommt das rote Licht.
    Ein Moment Stille.
    Dann schaltet es auf Grün.

    Unsere Tandem-Master schieben die Tür nach oben, wie ein Rolltor in den Himmel. Ein Windstoß schießt rein, kalt und wachmachend. Der Boden – 5,1 Kilometer unter unseren Knien – gähnt gnadenlos. Und trotzdem fühlt es sich an wie ein Zuhause. Adrenalin hat manchmal seltsame Wege.

    Wir rutschen auf Position. Knie an die Kante. Blick nach vorn.
    Der Countdown.
    3… 2… 1… GO!

    FreieR Fall - aber „Fallen“ ist das falsche Wort. Es fühlt sich an wie Fliegen. Wie Schweben. Wie ein Superheldenmoment. Als wären wir einmal kurz Superwoman und Superman, nur ohne Cape.

    Die Luft rauscht mit über 200 km/h an uns vorbei, aber der Körper wird ruhig, klar, konzentriert. Stille im Kopf. Die Erde kommt kaum näher, der Horizont bleibt weit, die Wolken stehen um uns wie Kulissen. Unter uns Mossel Bay, das Meer, die gesamte Bucht – und ja, sogar unser Kreuzfahrtschiff ist deutlich zu sehen. Alles wirkt so friedlich und gleichzeitig so intensiv, dass man kaum begreift, was hier gerade geschieht.

    Über eine Minute freier Fall.
    Eine Minute, die sich anfühlt wie ein eigener kleiner Lebensabschnitt.

    Und dann – ein Schlag, ein Ruck, ein Flapp: Der Fallschirm öffnet sich. Stille. Absolute, wunderschöne Stille.

    Wir schweben. Wir drehen Kreise. Wir machen ein paar sportliche Spiralen, die uns wieder kurz das Adrenalin durch die Adern jagen. Aber die Welt ist jetzt weich, groß, offen. Das Meer glitzert. Die Küste zieht vorbei. Die Sonne bricht durch die Wolken. Und wir sind einfach nur dankbar, dass wir diesen Moment teilen können.

    Ein paar Minuten später setzen wir sanft zur Landung an. Die Beine fest, der Kopf ist leicht, das Herz groß. Wir schauen uns an – und wissen genau:
    Das war einer dieser Tage, für die wir leben.

    Das war unser Fallschirmsprung über Mossel Bay. Unser Sprung ins Glück. Und genau so fühlt sich das Leben an, wenn man es wirklich spürt.
    Meer informatie

  • Der Indische Ozean zeigt, wer Chef ist

    29 november 2025, Indischer Ozean ⋅ 🌧 24 °C

    Nach Port Elizabeth beginnt der große blaue Teil unserer Reise: vier Seetage liegen vor uns, rund 2.000 Kilometer offene Wasserfläche Richtung Komoren. Erst wirkt alles noch friedlich, ein sanftes Schaukeln, ein bisschen Wind. Doch je weiter wir nach Norden fahren, desto deutlicher wird: Der Indische Ozean hat heute ein bisschen Drama im Sinn.

    Die Wellen werden höher. Der Wind legt zu.
    Und dann ist er da: der Orkan.
    Ein ausgewachsener Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 60 Knoten – fast 120 km/h. Die See baut sich auf drei, dreieinhalb Meter auf. Das Schiff nimmt die Wellen sauber, aber man spürt die Kraft. Es hackt. Es knarzt. Und wir laufen für anderthalb Tage und eine Nacht etwas breiter als sonst.

    Zum Glück werden wir nicht seekrank. Viele Gäste sind bleich - aber wir halten uns gut. Drinnen an Bord bleibt alles sicher, nichts kippt um, nichts fliegt durch die Gegend. Aber draußen? Da tobt das Element.

    Die obersten Decks werden geschlossen, die Pools gesperrt. Wir schieben die Balkontür auf - nur für den Moment, und sofort schreit uns der Orkan ins Gesicht, drückt uns die Luft entgegen wie ein unsichtbares Kissen. Genau das macht diesen Moment so intensiv. Man fühlt: Das hier ist echter Ozean. Das hier ist wild.

    Nach gut 36 Stunden wird der Sturm schwächer. Der Wind beruhigt sich, die Wellen glätten sich langsam, und die Sonne findet wieder durch die Wolken.

    Eine Reise, die zeigt, wie mächtig, wie unberechenbar und wie wunderschön dieser Planet ist.
    Meer informatie

  • Delfine jagen auf Mayotte

    2 december 2025, Mayotte ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach den wilden Tagen auf hoher See fühlt sich dieser Morgen fast unwirklich an. Wir treten früh an Deck – und Mayotte begrüßt uns mit 28 Grad, strahlender Sonne und einem türkisblauen Ozean, der aussieht wie frisch aus einem Postkartenkatalog. Die Navigator liegt vor Anker in der enormen Lagune, für die diese Insel so berühmt ist. Eine der größten und artenreichsten Lagunen der Welt, geschützt durch ein riesiges Barriereriff – ein natürlicher Smaragdkranz mitten im Indischen Ozean.

    Wir tendern an Land und landen im kleinen Hafen von Mamoudzou, der Hauptstadt Mayottes. Und sofort sind wir mittendrin im Lebensgefühl der Komoren, auch wenn Mayotte politisch seit 2011 ein französisches Übersee-Département ist. Aber kulturell weht hier ein völlig eigener Wind: afrikanisch, arabisch, französisch – alles zu einem warmen, bunten Mix verwoben.

    Unser erster Weg führt uns auf den lokalen Markt.
    Und was für ein Markt!

    Farben überall: Körbe voller Kurkuma, Ingwer, Chili, duftende Gewürzmischungen, getrocknete Kräuter. Händlerinnen in farbenfrohen Tüchern sitzen vor Bergen von Obst und Gemüse, lächeln, rufen, handeln. In der Luft liegt ein Duft zwischen Süße, Erde und Meer.

    Und dann finden wir etwas ganz Besonderes: echten Ceylon-Zimt, frisch vom Baum geschnitten, und Vanilleschoten, die hier auf Mayotte zu den besten im gesamten Indischen Ozean gehören. Wir kaufen ein – und allein der Geruch im Stoffbeutel ist wie ein Souvenir, das man essen kann.

    Nach dem Marktrundgang steigen wir auf ein Zodiac, das uns hinaus in die große Lagune bringt. Fast 1.500 Quadratkilometer groß, ein geschütztes Paradies für Meeresleben.
    Wir „jagen“ heute – aber nicht mit Harpunen.
    Unsere Waffen: Kameras.

    Denn hier draußen leben Delfine, manchmal Hunderte, oft in großen Schulen. Wir fahren hinaus über glattes Wasser, die Sonne auf der Haut, Wind im Gesicht – und dann sehen wir sie: Erst zwei, dann fünf, dann mehr. Silbrig, elegant, verspielt. Sie tauchen vor dem Zodiac auf, springen über die Wasseroberfläche, drehen sich in der Sonne. Wir filmen über Wasser, wir filmen unter Wasser – großartig!

    In einer sandigen Bucht einer kleinen Insel gehen wir noch baden, trinken Tanarindensaft und knuspern frittierten Fisch. Dann brausen wir über das Meer zurück in den Hafen, noch voller Salz, Sonne und Adrenalin. Mayotte fühlt sich an wie ein Ort zwischen den Welten – roh, warm, echt.
    Meer informatie

  • Madagaskar: Chaos, Farben, Nosy Be!

    3 december 2025, Madagascar ⋅ ☀️ 30 °C

    Nach dem sonnigen Abschied von den Komoren steuert die Seven Seas Navigator weiter südlich über den Indischen Ozean, und am nächsten Morgen liegt sie vor Anker vor Nosy Be, der größten und berühmtesten Insel Madagaskars. Die Tenderboote setzen uns ans Ufer, und kaum haben unsere Füße den Pier berührt, passiert etwas, das nur Afrika kann: Nosy Be zieht uns mit einem Schlag in seinen Bann.

    Der Markt der kleinen Hauptstadt Hell-Ville ist ein einziger Wirbel aus Gerüchen, Stimmen, Farben.
    Fleisch, über dem Fliegen Kreise ziehen, Fisch, der in der Sonne glänzt. Gewürze in leuchtenden Bergen – Kurkuma, Pfeffer, Zimt. Getränke, Obst, Gemüse, Stoffe, Plastikspielzeug, Gebrauchsgegenstände.

    Alles liegt nebeneinander, alles wird gehandelt, gezeigt, gerufen, gepriesen. Wir werden nicht nur Zuschauer – wir werden eingesaugt. Das hier ist Afrika pur. Ungefiltert. Ungezähmt. Wunderschön.

    Schon als wir die Stadt verlassen, ändert sich der Geruch in der Luft. Nosy Be ist bekannt als die „Parfuminsel“, und wir verstehen sofort, warum. Es duftet überall nach Ylang-Ylang. Fast wie ein natürlicher Diffusor, den der Wind über die Insel weht.

    Ylang-Ylang – es ist das goldene Öl der Insel. Wir besuchen eine kleine Ylang-Ylang-Plantage, inmitten üppiger tropischer Vegetation.
    Die gelben Blüten hängen schwer an den Bäumen, und ihr Duft ist süß, warm, ein bisschen betörend. Daraus entsteht eines der teuersten ätherischen Öle der Welt.

    Ylang-Ylang ist ein Schlüsselrohstoff für einige der berühmtesten Parfums überhaupt. Chanel No. 5? Ohne Ylang-Ylang undenkbar.
    Viele Luxusparfums? Ebenfalls.

    Unsere Tour führt weiter zum Mont Passot, dem höchsten Punkt der Insel. Wir blicken über mehrere Seiten der Insel hinweg: dunkelgrüne Wälder, Vulkankraterseen, Dörfer, Palmenhaine, das glitzernde Meer. Nosy Be zeigt uns auf einen Blick, wie vielseitig, wild und wunderschön es ist.
    Meer informatie

  • Nosy Be: Eine unbequeme Wahrheit

    3 december 2025, Madagascar ⋅ ☀️ 30 °C

    Auf dem Rückweg besuchen wir die Ballonhäuser, traditionelle runde Hütten mit leichten Bambus- und Palmenstrukturen, und fahren durch Dörfer, in denen Kinder winken, Frauen kochen, Männer Motorroller oder Ochsenkarren reparieren, und die Zeit sich anders anfühlt – langsamer, ehrlicher, echter.

    Madagaskar begeistert uns mit seiner Lebensfreude, seiner Unangepasstheit, seinem warmen Menschenschlag und dieser wilden Schönheit, die man schwer in Worte fassen kann.
    Aber gleichzeitig sehen wir auch eine Wahrheit, die uns still macht.

    Armut. Ungerechtigkeit. Ein Land voller Reichtümer – aber nicht für seine Menschen.

    Madagaskar besitzt Bodenschätze, von denen andere Länder nur träumen:
    Uran, Gold, Öl, Edelsteine, seltene Erden, dazu Gewürze wie Vanille, Zimt, Pfeffer, und eben Ylang-Ylang. Dinge, die sich auf dem Weltmarkt teuer verkaufen lassen – aber die Gewinne fließen nicht in die Häuser der Menschen, die wir auf der Straße sehen. Stattdessen profitieren oft ausländische Mächte, internationale Konzerne, korrupte Regierungen, kleine Eliten.

    Die lokale Bevölkerung?
    Sie bleibt arm.
    In vielen Fällen bitterarm.

    Und genau diese Mischung – Schönheit und Schmerz – macht Madagaskar zu einem eindrucksvollen Orte unserer Reise. Nosy Be ist ein Paradies, aber ein Paradies, das einen nicht vergessen lässt, wie ungerecht die Welt oft ist.

    Als wir am Nachmittag wieder ins Tenderboot steigen und zurück zur Navigator fahren, riechen unsere Hände noch nach Ylang-Ylang und Zimt. Nosy Be ist kein Ort, den man einfach besucht. Es ist ein Ort, der bleibt.
    Meer informatie

  • Mahé: Coco de Mer, Clock Tower und Meer

    5 december 2025, Seychellen ⋅ ☁️ 29 °C

    Wir sind auf den Seychellen angekommen.
    Die Seven Seas Navigator macht in Mahé fest. Eine andere Welt. Grüner, ruhiger, sanfter. Unser Ziel heute ist Victoria, die kleinste Hauptstadt Afrikas – überschaubar, entspannt und angenehm unaufgeregt.

    Wir bummeln durch die Straßen, lassen uns treiben und landen ziemlich schnell im Botanischen Garten. Ein Ort zum Durchatmen. Riesige Palmen, tropische Blüten, sattes Grün überall. Hier begegnen wir auch einem der berühmtesten Naturwunder der Seychellen: der Coco de Mer. Die größte Nuss der Welt, endemisch auf den Seychellen, eigentlich beheimatet auf Praslin und Curieuse, aber hier im Garten liebevoll gepflegt. Sie braucht Jahrzehnte zum Wachsen, kann über 20 Kilo wiegen – und ist ein echtes Symbol für diese Inseln.

    Überhaupt ist die Pflanzenwelt hier etwas Besonderes: Viele Arten gibt es nur auf den Seychellen. Endemisch, sensibel, einzigartig – genau wie die Inselgruppe selbst.

    Und dann sind da noch die Riesenschildkröten. Ganz entspannt liegen sie im Botanischen Garten von Victoria, langsam, würdevoll, völlig unbeeindruckt vom Trubel um sie herum. Die älteste, die wir hier sehen, ist über 100 Jahre alt – und könnte vermutlich noch ein paar unserer Reisen miterleben. Diese Aldabra-Riesenschildkröten gehören zu den größten und langlebigsten Landschildkröten der Welt und sind ein echtes Symbol der Seychellen.

    Weiter geht’s Richtung Clock Tower, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Victorias. Ein kleiner Uhrturm, der stark an Londons „Little Ben“ erinnert – kein Zufall. Er wurde 1903 zu Ehren von Queen Victoria errichtet und ist eines der wenigen verbliebenen Zeugnisse aus der britischen Kolonialzeit. Kein großes Spektakel, aber irgendwie charmant. Und typisch Victoria: alles ein bisschen kleiner, alles ein bisschen ruhiger.

    Danach schauen wir auf dem Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market vorbei. Ein überdachter Markt, sauber, geordnet, freundlich. Ein kompletter Kontrast zu Madagaskar vor ein paar Tagen. Keine Hektik, kein Chaos – dafür schön präsentierte Früchte, Gemüse, Gewürze und Blumen. Alles sieht frisch aus, alles wirkt kontrolliert. Afrika auf Seychellen-Art.

    Am Nachmittag zieht es uns ans Meer. Wir fahren nach Beau Vallon, dem bekanntesten Strand von Mahé. Ein langer, heller Sandstrand, ruhiges Wasser, Palmen, ein paar Cafés im Hintergrund. Kein Drama, keine Pose – einfach ein Strand, an dem man gerne bleibt. Wir lassen die Füße im Sand verschwinden, schauen aufs Wasser und merken: Genau so fühlt sich Urlaub an.

    Als die Sonne langsam tiefer sinkt, färbt sich der Himmel weich und warm.

    Und morgen?
    Morgen geht’s für uns zum Schnorcheln auf eine kleine vorgelagerte Seychelleninsel. Türkis, Korallen, Fische...
    Meer informatie

  • Graue Wolken, bunte Fische, Inselfeeling

    6 december 2025, Seychellen ⋅ ☁️ 26 °C

    Der zweite Tag auf den Seychellen beginnt anders als gedacht. Keine knallende Sonne, kein Postkartenblau – stattdessen bedeckter Himmel, ein feiner Nieselregen, der die Luft weich macht. Stört uns überhaupt nicht. Heute wartet ein kleines Abenteuer, und das funktioniert bei jedem Wetter.

    Wir gehen an Bord eines Katamarans und fahren hinaus, vorbei an Mahé, in Richtung einer kleinen vorgelagerten Insel vor Victoria. Das Meer ist ruhig, die Stimmung entspannt. Vor Ort steigen wir um – auf ein Submersible, ein kleines Tauchboot, das uns etwa zwei Meter unter die Wasseroberfläche bringt. Durch große Scheiben schauen wir direkt ins Riff.

    Für uns als Taucher ist das natürlich eher die gemütliche Variante – wir kennen andere Tiefen, andere Farben. Aber trotzdem: Es ist süß, fast meditativ, hier langsam durch das Wasser zu gleiten und die kleinen bunten Rifffische zu beobachten. Gleichzeitig wird auch hier sichtbar, was man leider an vielen Orten der Welt sieht: Korallenbleiche. Große Teile des Riffs sind geschädigt, manche Bereiche wirken leblos. Klimawandel ist kein abstraktes Wort – er liegt hier direkt vor unseren Augen.

    Nach dem Submersible wechseln wir die Perspektive und springen selbst ins Wasser. Schnorcheln. Wir entdecken Moränen, die vorsichtig aus ihren Felsspalten schauen, Fledermausfische, die elegant durchs Wasser gleiten, und jede Menge kleiner, bunter Riffbarsche. Nicht spektakulär – aber ein schöner, ehrlicher Blick unter die Oberfläche.

    Wir schnorcheln rüber auf die kleine Insel. Ein paar Schritte durch den Sand, keine Menschen, nur Meer, Palmen. Ja, genau so fühlt sich Seychellen an.

    Am Nachmittag geht es zurück an Bord. Beim Auslaufen aus dem Hafen von Victoria stehen wir an Deck und schauen zu, wie Mahé langsam kleiner wird. Vor uns liegt wieder offenes Meer. Kurs Norden, Richtung Äquator.
    Meer informatie

  • Äquator, Champagner & Orient-Vorfreude

    7 december 2025, Indischer Ozean ⋅ ⛅ 27 °C

    Vier Tage auf See. Zeit, die sich sonst zieht – und hier einfach verfliegt.

    Wir lassen die Seychellen hinter uns, gleiten vom Indischen Ozean langsam hinüber in die Arabische See und merken schnell: Jetzt beginnt dieser ganz besondere Bordmodus. Kein Land in Sicht, nur Wasser, Himmel und Rhythmus. Irgendwann überqueren wir den Äquator, von Süden nach Norden. Ein unsichtbarer Strich auf dem Ozean – aber auf Kreuzfahrten ein echtes Ereignis.

    Denn natürlich gibt es die berühmte Äquator-Taufe. Alle, die zum ersten Mal hier rüberfahren, müssen unter den strengen Augen von Poseidon – gespielt vom Kreuzfahrtdirektor – einen toten Fisch küssen. Wir sind raus. Haben wir schon hinter uns. Aber wir schauen zu, lachen viel und genießen die Show. Seefahrt darf ruhig auch ein bisschen albern sein.

    Die Tage an Bord rauschen vorbei. Wir machen Sport, gehen in die Sauna, laufen unsere Runden an Deck, liegen im Schatten, springen in den Pool. Kein Zeitplan, kein Müssen. Nur Tun oder Lassen. Das Essen? Wie immer absurd gut. Kaviar- und Champagner-Frühstück, dazu großartige Küche den ganzen Tag über. Genuss auf sehr hohem Niveau – aber völlig entspannt.

    Zwischendurch sitzen wir einfach draußen, spielen ein bisschen, schauen aufs Meer, reden über alles und nichts. Diese Art von Tagen hat eine eigene Qualität. Sie sind nicht spektakulär – aber sie sind genau richtig.

    Und während wir uns treiben lassen, wächst sie langsam: die Vorfreude auf Oman. Wir waren schon dort, und jedes Mal zieht es uns wieder hin. Für uns ist Oman ein Sehnsuchtsort im Orient – ruhig, würdevoll, landschaftlich spektakulär und voller Geschichte.

    Noch ein letzter Seetag.
    Dann tauchen Berge aus dem Dunst auf...
    Meer informatie

  • Oman: Weihrauch und süsse Erinnerungen

    11 december 2025, Oman ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir kommen früh am Morgen im Muskat an. Die Sonne steht noch tief, und die Felsen rund um den Hafen leuchten bereits in warmem Orange. Dieses Licht ist typisch für den Oman – weich, klar, würdevoll. Gleich beim Einlaufen fällt unser Blick auf den ikonischen Incense Burner, den stilisierten Weihrauchbrenner, der hoch über der Corniche thront. Ein Symbol für ein Land, das seit Jahrtausenden mit Düften verbunden ist.

    Denn im Oman wird nicht einfach „gut gerochen“ – hier wird vernebelt, verräuchert, geerdet. Oud, Weihrauch, Myrrhe und andere Harze gehören zum Alltag: für Häuser, Kleidung, Moscheen, Feste. Weihrauch aus dem Oman, vor allem aus Dhofar, zählt zu den besten der Welt. Für uns ist klar: Wir wollen einkaufen. Nicht irgendwann. Heute.

    Aber zuerst gehen wir an Bord einer Dhau. Wir cruisen ein Stück entlang der Küste von Muskat, schauen zurück auf die Stadt, die sich so zurückhaltend zwischen Meer und Berge schmiegt. Auf dem Wasser sehen wir auch die Yacht des neuen Sultans. Als wir 2009 mehrere Wochen im Oman unterwegs waren, regierte noch Qaboos bin Said – ein prägender Herrscher, der das Land modernisierte und zugleich bewahrte. Nach seinem Tod 2020 übernahm Haitham bin Tariq die Macht – ruhig, geordnet, ohne Bruch. Der Oman mag keine lauten Übergänge.

    Zurück an Land gehen wir in den Souk, den wir so lieben. Und sind überrascht: Es ist ungewöhnlich leer. So leer haben wir Muskat noch nie erlebt. Die Händler sind da, freundlich, aufmerksam, sie buhlen um unsere Blicke – aber die Gassen wirken stiller als früher. Vielleicht die Uhrzeit, vielleicht die Zeit selbst.

    Wir fokussieren uns auf das Wesentliche: frischer Weihrauch, Oud, Weihrauchöl. Wir riechen, vergleichen, wählen aus. Diese Düfte tragen Erinnerungen – an Wadis, Wüste, Nächte unter Sternen. Der Oman hat uns damals geprägt, und er tut es noch immer, leiser vielleicht, aber genauso tief.

    Am Nachmittag kehren wir zurück aufs Schiff. Maskat bleibt hinter uns, die Berge werden wieder zu Silhouetten. Unser Kurs dreht nach Norden. Dubai wartet. Ein anderer Takt, ein anderes Tempo. Aber der Duft des Oman reist mit.
    Meer informatie

  • Fujairah: Öl, Wüste, Märkte

    12 december 2025, Verenigde Arabische Emiraten ⋅ ☁️ 26 °C

    Noch bevor wir anlegen, ist klar, warum dieser Ort eine so besondere Rolle spielt. Vor uns liegt einer der strategisch wichtigsten Häfen der Welt. Fujairah ist kein Glamour-Emirat, kein Ort für Hochglanzfassaden – sondern ein Knotenpunkt für den globalen Energiemarkt. Riesige Öltanker warten auf Reede, hier werden Millionen Barrel Rohöl gelagert, umgeschlagen und weitertransportiert. Entscheidend dabei: Fujairah liegt außerhalb der Straße von Hormus – geopolitisch sicherer Zugang zum offenen Meer, und genau deshalb so relevant für den Welthandel.

    Nach dem Anlegen geht es für uns zuerst in die Stadt. Fujairah selbst wirkt ruhig, fast zurückhaltend. Keine Wolkenkratzer, keine Inszenierung. Stattdessen niedrige Gebäude, breite Straßen, das Hadschar-Gebirge im Rücken und das Arabische Meer vor der Tür. Alles fühlt sich ländlicher an als in Dubai oder Abu Dhabi – und genau das macht den Reiz aus.

    Weiter draußen stoßen wir auf eines der größten Infrastrukturprojekte der Region: die neue Güterbahntrasse, ein Projekt mit einem Volumen von rund 40 Milliarden Dollar. Sie verbindet Fujairah mit Abu Dhabi und weiter bis nach Saudi-Arabien. Öl, Gas, Container, Rohstoffe – alles soll künftig effizienter über die Schiene laufen. Hier wird nicht gekleckert, sondern langfristig gedacht. Infrastruktur als Machtinstrument, als wirtschaftliches Rückgrat der Region.

    Wir fahren vorbei an karger Wüstenlandschaft, an Stein, Sand, Hitze – und immer wieder tauchen Industrieanlagen auf. Dazwischen: Weite. Ruhe. Kein Vergleich zu den verdichteten Metropolen der Emirate. Fujairah zeigt, dass Wohlstand hier nicht aus Show entsteht, sondern aus Lage, Strategie und Ressourcen.

    Ein Stopp auf einem lokalen Markt unterstreicht diesen Eindruck. Alles ist ordentlich, strukturiert, fast schon leise. Obst, Gemüse, Gewürze – aber ohne das Chaos, die Lautstärke und die Gerüche afrikanischer Märkte. Funktional, übersichtlich, pragmatisch. So wie vieles hier.

    Zum Abschluss fahren wir noch einmal an den Ölbunkern vorbei. Massive Tanks, kilometerlange Anlagen, Tanker an Tanker. Hier wird sichtbar, was Fujairah reich gemacht hat – und warum dieser Ort für die globale Energieversorgung so entscheidend ist. Öl ist der dominante Faktor, Gas spielt eine ergänzende Rolle, vor allem für die Schifffahrt. Aber der Herzschlag dieses Emirats ist eindeutig schwarz und flüssig.

    Als wir wieder zurück zum Schiff fahren und ablegen, bleibt dieses Gefühl: Fujairah ist kein Ort, der sich anbiedert. Kein Emirat, das gefallen will. Sondern eines, das funktioniert. Still, strategisch, enorm wichtig.

    Unser Kurs dreht nach Westen.
    Dubai wartet. Ein ganz anderer Rhythmus – aber dieselbe Reise.
    Meer informatie

  • Nebel, Dünen & ein heißer Ritt

    13 december 2025, Verenigde Arabische Emiraten ⋅ ☀️ 27 °C

    Dubai empfängt uns im Morgennebel. Als wir in den Hafen einlaufen, liegt die Stadt noch halb verborgen, aber selbst so ist sie sofort erkennbar. Die Skyline schiebt sich langsam aus dem Dunst, ikonisch, selbstbewusst, größer als das Leben. Dubai eben.

    Doch heute lassen wir die Stadt links liegen. Keine Wolkenkratzer, keine Malls, keine Rooftops. Heute geht es raus. In die Wüste.

    Wir steigen in große, allradgetriebene Jeeps und fahren hinaus ins Nichts. Bevor es losgeht, halten wir kurz an – Luft ablassen. Die Reifen werden weich, denn nur so bleiben die Fahrzeuge in den Dünen manövrierfähig. Dann geht’s los. Und wie.

    Unser Fahrer gibt Gas, zieht das Auto über hohe Dünenkämme und lässt es auf der anderen Seite hinabstürzen. Es fühlt sich an wie Skifahren – nur auf Sand. Wir wedeln über die Kämme, rutschen seitlich ab, beschleunigen wieder. Der Wagen tanzt, aber der Fahrer hat alles im Griff. Ein heißer Ritt, wortwörtlich. Adrenalin, Sand, Sonne.

    Nach dem Dune Bashing erreichen wir ein Wüstencamp. Endlich kurz durchatmen. Kalte Getränke, dann heißer Kaffee. Schatten. Sand unter den Füßen. Die Hitze steht, aber genau das gehört dazu. Diese Stille nach der Action hat etwas sehr Erdendes.

    Und nein – wir sind kein bisschen traurig, dass wir heute nicht mitten in der Stadt waren. Wir kennen Dubai. Haben die Zipline über der Marina gemacht, sind beim Edgewalk 219 Meter über der Erde gelaufen, haben Sehenswürdigkeiten gesehen und Extreme gesammelt. Dubai kann laut, schnell und spektakulär sein. Heute war weit und sandig.

    Natürlich könnten wir uns gut vorstellen, wiederzukommen – dann vielleicht mit mehr Zeit für die Stadt. Aber Reisen heißt auch weiterziehen. Denn das Schiff wartet nicht.

    Am Abend kehren wir zurück an Bord. Die Lichter Dubais glitzern ein letztes Mal. Vor uns liegt das Finale unserer Reise: Doha, Katar.
    Meer informatie

  • Doha: Ankommen nach 10.000 Kilometern

    14–16 dec. 2025, Katar ⋅ ⛅ 24 °C

    Wir legen in Doha an. 19 Tage und Nächte, über 10.000 Kilometer, von Kapstadt bis nach Katar – und plötzlich steht das Schiff still. Die Seven Seas Navigator hat uns getragen, geschaukelt, überrascht und sicher hierhergebracht. Jetzt heißt es: Abschied nehmen. Und ankommen.

    Vom Hafen geht es direkt weiter ins St. Regis Doha. Und kaum sind wir drin, wartet schon die erste Überraschung: Upgrade. Eine fantastische Suite, viel Platz, viel Licht, genau das Richtige nach dieser langen Reise. Wir schauen uns kurz an und grinsen – so darf eine Ankunft aussehen.

    Dann erst mal runterfahren.
    Der riesige Pool, olympisches Format, ruft laut nach uns. Wir legen uns ans Wasser, lassen die Sonne arbeiten und die letzten Wochen Revue passieren. Kein Programm, kein Müssen – einfach kurz ankommen im neuen Rhythmus. Doha fühlt sich sofort anders an: weit, modern, ruhig, mit dieser typischen Mischung aus Wüste und Weltstadt.

    Aber lange stillsitzen können wir nicht. Später steht eine Stadttour an – Skyline, Corniche, Architektur, ein erstes Gefühl für Katar. Und am Abend geht es noch einmal raus, dorthin, wo der Sand beginnt: Wüste. Sandboarding, Sonne im Untergang, Adrenalin zum Tagesabschluss.

    Ein Kapitel endet.
    Ein neues beginnt.
    Doha, wir sind da.
    Meer informatie

  • Zwischen Venedig, Wüstenrose und Kamelen

    14 december 2025, Katar ⋅ ☀️ 23 °C

    Jetzt geht’s los. Wir wollen Doha und Katar wirklich erkunden. Yassir holt uns ab, steigt aus dem Auto mit einem Lächeln und wird uns den ganzen Tag – und bis in den Abend hinein – begleiten. Genau so mögen wir das: ein Guide, der nicht nur zeigt, sondern erklärt.

    Unsere erste Station ist The Pearl. Eine künstliche Insel vor der Küste, gebaut, um internationales Publikum anzuziehen: Investoren, Expats, Käufer von Apartments und Villen. Wir laufen durch die Straßen, vorbei an Yachthäfen, pastellfarbenen Fassaden, kleinen Brücken – und denken uns beide fast gleichzeitig: Irgendwie Venedig.
    Und genau das ist auch die Idee. Hier wird bewusst mit europäischen Bildern gearbeitet, um Vertrautheit zu schaffen. Ein bisschen Italien, ein bisschen Riviera, sehr viel Katar. Funktioniert erstaunlich gut.

    Weiter geht’s ins Katara Cultural Village. Ein Ort, der Kultur, Architektur und Tradition zusammenbringen soll. Wir schauen uns die Moschee an – Nikki zieht sich um, bedeckt die Haare mit einem Tuch, alles respektvoll und selbstverständlich. Gleich daneben glänzt die Goldene Moschee in der Sonne, so hell, dass man fast blinzeln muss. Ein paar Schritte weiter stehen die Taubentürme, die früher nicht nur dekorativ waren, sondern auch funktional – für Dünger und zur Vogelhaltung.

    Und dann stolpern wir über eines der verrücktesten Details dieses Tages: Klimaanlagen im Straßenboden. Dort, wo man sonst Abflussgitter erwartet, strömt hier gekühlte Luft aus dem Boden. Für flanierende Menschen. Im Freien. In der Wüste. Technisch beeindruckend, keine Frage – aber wir schauen uns an und denken ziemlich gleichzeitig: Ob das wirklich die Antwort auf den Klimawandel ist? Katar denkt groß. Manchmal vielleicht zu groß.

    Wir fahren weiter entlang der Doha Corniche, dieser geschwungenen Uferpromenade mit Blick auf die Skyline. Hochhäuser, Glas, Meer, Weite. Doha wirkt hier modern, offen, fast futuristisch. Immer wieder passieren wir Museen – und bleiben schließlich beim National Museum of Qatar hängen. Das Gebäude sieht aus wie eine gigantische Wüstenrose, diese kristallinen Gesteinsformationen, die in der Wüste entstehen. Architektonisch ein absolutes Statement. Selbst ohne reinzugehen lohnt es sich, einmal um dieses Bauwerk herumzulaufen.

    Wir fahren am Büro des Herrschers vorbei – ein riesiger Palastkomplex. Und davor: eine Kamel-Parade. Auf einer Wiese. Ruhig, majestätisch. Yassir erklärt uns, dass hier einmal am Tag für etwa eine Stunde Kamele geritten werden. Der Grund? Ein früherer Herrscher ließ sie einführen, weil er beim Teetrinken aus dem Fenster schauen wollte – zur Unterhaltung. Tradition entsteht manchmal aus sehr persönlichen Momenten.
    Meer informatie

  • Volkssport Falknerei

    14 december 2025, Katar ⋅ ☀️ 23 °C

    Nächster Stopp: der Falkenmarkt. Falknerei ist in Katar Volkssport, Kulturgut, Statussymbol. Viele Katarer bekommen ihren ersten eigenen Falken mit 15 oder 16 Jahren. Es gibt Verkaufsstände, Zubehör, Trainingsplätze – und sogar ein eigenes Falkenkrankenhaus, hochmodern, mit Röntgen, OP-Sälen und Wartebereich. Komplett irre. Und gleichzeitig total konsequent.

    Wir merken: Doha ist voller Gegensätze. Hochmodern und tief traditionell. Inszeniert und gleichzeitig ernst gemeint. Und wir sind noch lange nicht fertig.

    Denn wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Station: Souq Waqif. Orient pur, Gewürze, Gassen, Leben.
    Meer informatie

  • Souq Waqif: Orient mit Ruhepuls

    14 december 2025, Katar ⋅ 🌙 23 °C

    Wir betreten den Souq Waqif – und sind sofort mittendrin.
    Ein quirliger Mix aus orientalischem Markt, Treffpunkt, Jahrmarkt und Freizeitwelt. Hier ist alles auf einmal: Gewürze, Farben, Vögel, Fische, kalte Getränke, Cafés, Restaurants. Dazwischen Souvenirstände, kleine Karussells, Ponyreiten, Kamele zum Streicheln für Kinder. Leben in allen Richtungen.

    Aber der Souq Waqif hat seinen ganz eigenen Ton. Er ist nicht so überwältigend wie der Große Basar in Istanbul. Nicht so ausufernd und inszeniert wie manche Märkte in Dubai.
    Nicht so mystisch-düster wie die Souks in Marrakesch oder Maskat im Oman.

    Stattdessen wirkt hier alles geordneter, ruhiger, strukturierter. Super sicher, super sauber. Die Händler sind präsent, aber nicht aufdringlich. Kein Ziehen, kein Zerren, kein Lautwerden. Man kommt ins Gespräch, wenn man möchte – oder man schlendert einfach nur.

    Wir lassen uns treiben, schauen hier, bleiben dort stehen, riechen Gewürze, beobachten Menschen. Familien, Paare, Freunde, Einheimische, Reisende – alle mischen sich. Genau das macht diesen Ort so angenehm. Der Souq ist kein Museum, sondern ein lebendiger Treffpunkt.

    Langsam wird es Abend. Die Lichter gehen an, Stimmen werden lauter, aber nie hektisch. Die Sonne verschwindet hinter der Wüste, und plötzlich fühlt sich alles weich an. Warm. Rund.

    Wir bleiben noch eine Weile, sitzen, schauen, hören zu.
    Orient pur – aber mit Ruhepuls.
    Meer informatie

  • Nacht in der Wüste: Sand, Sterne, Stille

    14 december 2025, Katar ⋅ 🌙 21 °C

    Unsere private Abenteuer-Session geht in doe nächste Runde, als Yassir das Auto aus Doha hinauslenkt, immer weiter Richtung Wüste. Irgendwann verschwindet die Stadt hinter uns, und plötzlich passiert etwas Besonderes: Hier trifft das Meer auf die Wüste. Wasser und Sand nebeneinander, weich und still. Es ist schon spät am Abend, als wir anhalten.

    Wir steigen aus. Der Sand ist noch warm. Und dann: Kamele. Wir schwingen uns hoch und reiten ein kleines Stück durch die Dünen. Kein großes Spektakel, eher ein sanfter Einstieg. Ein Vorgeschmack. Der Himmel ist dunkelblau, die Luft ruhig, alles fühlt sich weit an.

    Kurz darauf bekommen wir einen Falken in die Hand gedrückt. Ein stolzer Vogel, überraschend schwer, ruhig, wunderschön. Wir dürfen ihn streicheln, ganz vorsichtig. Die kleine Kappe bleibt auf seinem Kopf – sie sorgt dafür, dass er entspannt bleibt.

    Dann wechselt der Modus.
    Yassir schraubt die Ventilkappen von den Reifen, lässt Luft ab, steigt ein, dreht die Musik auf – und gibt Gas.

    Dune Bashing. Nachts.

    Der Wagen schießt über die Dünen, Sand spritzt, wir driften, rutschen, fliegen fast über die Kämme. Hoch, runter, quer. Der Fahrer hat alles im Griff, wir lachen, halten uns fest, sind komplett im Moment. Wüste bei Nacht, PS, Adrenalin. Ein wilder Ritt.

    Und dann – mitten in der Nacht, kurz vor der Grenze zu Saudi-Arabien – hält Yassir an. Öffnet den Kofferraum.
    Zieht ein Snowboard heraus.
    Und drückt es Michi in die Hand.

    Sandboarding.

    Runter die Düne. Wieder hoch. Ein Riesenspaß. Michi trägt danach gefühlt die halbe Wüste in Hose, Socken und Schuhen mit sich herum. Sand überall.

    Irgendwann wird es still. Ganz still. Wir legen uns auf eine Decke direkt ans Meer. Der Sand unter uns, das Wasser ganz nah. Und über uns: eine Milliarde Sterne. Kein Geräusch, kein Licht, kein Programm. Nur Himmel. Und Zeit.

    Wir liegen da und lassen diesen verrückten Monat kurz Revue passieren. Kapstadt. Ozean. Inseln. Stürme. Wüsten. Städte. Begegnungen. Ein Monat, der sich anfühlt wie mehrere Leben.

    Übermorgen ist unser letzter voller Tag in Doha, Katar. Dann fliegen wir nach Hause. Aber dieser Moment hier – der bleibt.
    Meer informatie

  • Ruhe, Wege & ein perfekter Abend

    15 december 2025, Katar ⋅ ⛅ 23 °C

    Heute gehört der Tag nur uns.
    Kein Wecker, kein Programm, kein Müssen. Wir schlafen lange aus und genießen ein ausgedehntes Frühstück im St. Regis Doha. Wirklich wunderbar. Genau das, was man nach dieser Reise braucht: Zeit, Kaffee, Gespräche, Blick ins Leere.

    Erst am frühen Abend machen wir uns auf den Weg. Unser Ziel ist Msheireb Downtown Doha – hochmodern, architektonisch spannend, richtig cool. Ein Viertel, das zeigt, wie Doha Zukunft denkt: klare Linien, viel Raum, angenehm ruhig. Und das alles ganz in der Nähe des Souq Waqif.

    Bevor wir dort eintauchen, laufen wir noch einmal runter zur Doha Corniche. Die Skyline liegt vor uns, das Licht wird weich, das Meer ruhig. Ein kurzer Moment zum Stehenbleiben. Doha kann wirklich wunderschön sein, wenn man ihm Zeit lässt.

    Dann geht’s weiter in den Souq. Noch einmal durch die Gassen und Gänge, ohne Ziel, ohne Eile. Wir machen Fotos von Vögeln, Halsketten, Gewändern, Fischen, Gewürzen – und all den kleinen Verrücktheiten, die diesen Ort so lebendig machen. Es ist vertraut inzwischen, fast schon ein bisschen wie Nachhausekommen auf Zeit.

    Auf dem Rückweg, kurz vor dem Hotel, passiert dann noch etwas Unerwartetes: Über dem Katara Cultural Village beginnt eine Dronenshow. Lichter formen Muster am Himmel, bewegen sich synchron, still und präzise. Ein Geschenk zum Abschluss dieses entspannten Tages.

    Ein fulminantes Finale – ohne dass wir danach gesucht hätten.

    Morgen haben wir noch einen vollen Tag in Doha, Katar.
    Wir werden ausspannen, ausruhen – und dann, ganz spät in der Nacht, geht es zurück nach Deutschland.
    Meer informatie