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  • Reisefreude

Transafrika

Wir reisen von Deutschland entlang der Westroute Afrikas nach Südafrika und im Osten von Afrika in Richtung Norden. Läs mer
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    🇷🇼 Kigali, Ruanda

    Grenzchaos zwischen Malawi und Tansania

    19 november, Malawi ⋅ ⛅ 32 °C

    Schon von Weitem sehen wir, dass die Unruhen vor ein paar Wochen ihre Spuren an der Grenze zu Tansania hinterlassen haben: kilometerlange LKW-Schlangen, Fahrer in der flirrenden Hitze. Hier steht der Treibstoff in den LKW Tanks, der in Malawi und Sambia so dringend gebraucht wird. Zum Glück dürfen wir vorsichtig an den wartenden Trucks vorbeifahren, auch wenn alles chaotisch wirkt – Menschen, Rufe, Fahrzeuge kreuz und quer.

    Ein kleines Häuschen übersehen wir zunächst komplett, weil ein LKW davorsteht. Dort bekommen wir unseren Malawi-Ausreisestempel. Marie schläft, doch der Beamte will uns alle sehen, also müssen wir sie leider wecken. Für das Auto ist eigentlich Customs zuständig, aber der Schalter ist leer – der Beamte ist „wegen Reinigung“ nicht da. Eine freundliche Frau nimmt schließlich unsere Dokumente und erledigt es für uns.

    Auf tansanischer Seite wirkt alles moderner. Wir parken im Halbschatten und gehen hinein. Das Online-Visum, das wir vor zwei Tagen beantragt haben, ist nicht genehmigt. Die Beamten bemühen sich, erreichen niemanden, und so kaufen wir ein Transitvisum für 30 Dollar pro Person. Wieder Formulare, wieder Warten.

    Dann kommt Customs – und das eigentliche Chaos beginnt. Überall Menschen in sauberen Hemden, Fixer für die LKWs. Einer spricht uns sofort an, aber wir wollen das nicht. Hinter dem Schalter sitzen sechs gelangweilte Beamte. Jens soll den Prozess online machen. Doch dafür bräuchte man Log-ins und Codes, die nur Fixer haben. Selbst die Website öffnet sich erst, als Jens sein VPN auf Mexiko stellt.

    Über eine Stunde klickt er sich durch ein langsam reagierendes System. Bezahlen müsste man eigentlich bei Banken in Dollar und in Schilling – außerhalb des Grenzbereichs. Schließlich zahlt ein Fixer über seine App und wir zahlen ihn in unseren restlichen Malawi Kwacha. Das klappt zumindest.

    Der Prozess hängt erneut. Der Beamte weiß auch nicht weiter und ruft selbst einen Fixer. Die Beamten kennen ihre eigenen Abläufe nicht – alles ausgelagert, alles absurd. Endlich ist der Vorgang abgeschlossen. Jens muss nur noch drucken. Genau dann fällt der Strom aus. Wir warten wieder. Als das Licht zurückkommt, ruft Jens lachend in die Runde: „Power is back!“ – und alle lachen mit.

    Nach fünf Stunden sind wir endlich durch. Marie ist hungrig und erschöpft, wir auch. Wir fahren zum nächsten Wildcampplatz, essen eine Kleinigkeit, checken eMails und stellen fest, dass wir nun unsere Onlinevisas erhalten haben. Müde fallen wir ins Bett und stellen fest, dass es ziemlich kalt ist. Kein Wunder, denn wir befinden uns auf 2000 Höhenmetern. Als wir die warme Decke rausgeholt haben, schlafen wir schnell ein.
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  • Entlang des Malawi-Sees nach Norden

    16–21 nov., Malawi ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir fahren weiter am Malawi-See entlang nach Norden. Der See begleitet uns wie ein endloses, blaues Band – riesig, ruhig und doch so voller Leben. Die Straßen dagegen bleiben eine Herausforderung: tiefe Schlaglöcher, steile Hügel, grober Asphalt. Wir kommen nur langsam voran.

    Als es Abend wird, brauchen wir einen Zwischenstopp und rollen auf einen kleinen Campingplatz. Es ist Freitag – die Musik hämmert, überall wird gefeiert. Weiterfahren geht nicht mehr. Marie schaukelt noch ein bisschen, während eine junge Frau zu uns herüberwankt. Sie feiern den 25. Geburtstag ihrer Schwester, lacht sie, und setzt sich zu uns. Sie hat noch nie ein blondes Kind gesehen und kann den Blick kaum von Marie abwenden.

    Die Nacht ist kurz, und mit dem ersten Regen der beginnenden Regenzeit brechen wir früh wieder auf. Weiter nördlich finden wir dann ein kleines Paradies: ein wunderschöner Platz direkt am See, und wir sind die einzigen Gäste. Ein breiter Sandstrand, flaches, warmes Wasser. Marie quietscht vor Freude beim Schwimmen im See. Das Wasser ist klar und weich, der ganze Ort eine kleine Oase. Wir bleiben eineinhalb Tage, waschen Wäsche, backen Brot, gehen immer wieder ins Wasser. Marie findet sogar eine einheimische Spielkameradin.

    Am nächsten Tag zieht es uns weiter. Wir sind verabredet mit einer holländischen Familie, die wir in Namibia getroffen haben. Damals waren sie am Anfang ihrer Reise, jetzt sind sie schon über die Halbzeit hinaus. Der Campingplatz, auf dem wir uns treffen, wurde einst von Holländern gegründet und unterstützt eine kleine Vorschule.

    Rob und Inge kommen mit ihren Söhnen Tiego und Luke. Marie freut sich riesig – auch wenn sie sich nach sechs Monaten nicht mehr erinnert. Die Jungs aber sofort. Luke kümmert sich liebevoll um sie, spielt, schaukelt, und Marie strahlt. Abends sitzen wir alle zusammen, erzählen, lachen und genießen die Wärme des Abends.

    Am nächsten Tag bleiben wir noch. Ein weiteres holländisches Paar, Peter und Elisabeth, trifft ein. Auch sie sind die Westküste mit ihrem Toyota Land Cruiser entlanggereist. Wir reden lange, teilen Geschichten, fühlen uns wie eine kleine Reisegemeinschaft auf Zeit.

    Am Morgen brechen Peter und Elisabeth schon zur tansanischen Grenze auf. Bevor wir selbst losfahren, besuchen wir mit Rob und Inge die Vorschule. Der Schulleiter begrüßt uns herzlich, die Kinder singen für uns. Dann zeigen sie uns stolz ihre Klassen: Vorschule Jahr 1 und Jahr 2. Die Kleinen lernen früh Englisch, obwohl es nicht ihre Muttersprache ist. Ein Fünfjähriger schreibt „blue“ und „yellow“ an die Tafel. Im ersten Jahr zählen sie bis zehn, im zweiten bis zwanzig. Das ganze Alphabet beherrschen sie auch. Draußen gibt es viele Spielgeräte, Schaukeln, Rutschen – ein Ort voller Energie und Freude. Marie findet das alles spannend, auch wenn ihre Konzentration nicht lange anhält.

    Dann wird es Zeit aufzubrechen. Wir verabschieden uns von der Schule, den Kindern, dem Schulleiter – und natürlich von Rob, Inge, Luke und Tiego. Unsere Wege trennen sich erneut.

    Wir kaufen noch ein, was die kleinen Läden hergeben – immerhin Milch und Brot – und machen uns auf zur tansanischen Grenze.
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  • Zwei Tage im Eagle Nest

    12–14 nov., Malawi ⋅ ☁️ 27 °C

    Für uns geht es heute zum Malawi-See. Die Eagle Nest Lodge und Camping in Cape Maclear, ganz im Süden des Sees ist unser Ziel. Der Weg dorthin zieht sich allerdings etwas ruckelig. Diese Piste ist voller riesiger Schlaglöcher im Asphalt, dann windet sich die Straße bergauf und bergab durch die hügelige Landschaft. Überall begegnen uns Fahrradfahrer, die Holz, Kohle oder schwere Pakete transportieren. Die Männer sind hier sehr tüchtig und stemmen diese Steigungen mit einer Ruhe und Kraft. Jens hilft einem Radfahrer, der mit samt seiner Ladung Holz umgefallen ist. Jens wundert sich über dieses enorme Gewischt auf dem Gepäckträger. Nur mit 3 Leuten schaffen sie es das Fahrrad wieder hinzustellen damit der Fahrer weiterfahren kann.

    Dann führt uns die Route mitten durch ein Dorf, teilweise durch richtig enge Gassen. Schließlich fahren wir direkt durch ein kleines Fischerdorf am Ufer des Sees. Hier trocknen die Menschen ihre frisch gefangenen Mini-Fische direkt am Straßenrand, und der Geruch des Malawi-Sees liegt in der Luft.

    Als wir schließlich die Eagle Nest Lodge erreichen, sind wir sofort begeistert. Die Südafrikaner, die die Lodge führen, haben hier wirklich einen schönen Ort geschaffen. Es heißt übrigens Eagle Nest, weil hier eigentlich immer die Fischadler kreis n und auf Fischfang gehen. Nun ist aber nicht die Saison. Für die erste Nacht müssen wir allerdings oben auf dem Hügel stehen, weil unten am Strand alles belegt ist. Wir teilen uns den Platz mit einem Einheimischen und einer Japanerin – ein Pärchen, das seit zwölf Jahren in Malawi lebt und gerade ein paar Tage Urlaub macht. Unten stehen ein LKW aus Österreich, ein Schweizer Defender und ein Auto mit Dachzelt aus Südafrika. Alle sind unglaublich nett, und wir fühlen uns direkt wohl.

    Am nächsten Tag reisen die Südafrikaner und die Schweizer ab, und wir können nach unten an den Strand umziehen. Jetzt stehen wir direkt neben den Österreichern, ganz vorne am Wasser. Marie buddelt glücklich im Sand und spielt stundenlang. Baden gehen wir im See allerdings nicht. Hier gibt es diesen Parasiten – Bilharziose –, und auch wenn das Risiko angeblich gering sein soll, ist es ausgerechnet an diesem Teil des Sees besonders hoch. Tabletten gäbe es schon zur Behandlung, aber wir sind uns unsicher. Zum Glück gibt es hier einen schönen, erfrischenden Pool, den wir stattdessen nutzen. Auch Marie hat daran großen Spaß.

    Wir bleiben insgesamt zwei Nächte und genießen die Zeit. Das Wetter ist fantastisch. Wir unterhalten uns viel mit den Österreichern, einem älteren Paar, das immer wieder nach Afrika kommt, aber ihr Fahrzeug zwischendurch in Afrika einlagert und zurück nach Hause fliegt. Wir verbringen die Tage in der Hängematte, entspannen, lassen uns treiben. Marie schaukelt fröhlich in ihrer Schaukel. Wir kommen zur Ruhe – zwei volle Tage lang –, bevor es dann wieder weitergeht auf unserer Reise.
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  • Auf den Straßen Malawis

    11 november, Malawi ⋅ ☁️ 24 °C

    Malawi empfängt uns mit einer warmen, fast weichen Hitze. Es ist unglaublich schön hier – grün, lebendig und voll von Menschen. Malawi hat rund 20 Millionen Einwohner und gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas, mit etwa 230 Menschen pro Quadratkilometer. Genau das spüren wir: Es gibt kaum ein Stück Land, das unbewohnt wirkt. Überall sind Menschen unterwegs – auf Feldern, am Straßenrand, in Dörfern und Städten.

    Der Malawisee, einer der tiefsten und klarsten Seen Afrikas, zieht sich wie eine blaue Wirbelsäule durch das Land und ist für viele Menschen Lebensgrundlage. Was uns besonders auffällt, ist die Geschäftigkeit der Menschen. Malawi wirkt wie ein Ameisenstaat – ständig ist jemand unterwegs, trägt etwas, verkauft etwas oder transportiert Waren.

    Durch die Unruhen in Tansania und die vorübergehende Grenzschließung herrscht hier derzeit eine deutliche Treibstoffknappheit. Überall bilden sich lange Schlangen an Tankstellen. Zum Glück haben wir vor der Grenze noch einen Dieselkanister gekauft und kommen, wie geplant, gut durch das Land.

    Fahrräder prägen das Straßenbild intensiv. Wahrscheinlich nicht nur wegen des aktuellen Treibstoffmangels, sondern schon lange. Wer ein Fahrrad besitzt, gilt hier bereits als wohlhabend genug, um etwas dazuverdienen zu können – etwa indem er Menschen wie ein Taxi von A nach B bringt oder Waren transportiert. Wir sehen manchmal sieben oder acht Getränkekisten auf einem einzigen Fahrrad, perfekt ausbalanciert. Motorräder und Minibusse gibt es ebenfalls, doch viele von ihnen stehen momentan ebenfalls an den Tankstellen.

    Die Straßenqualität schwankt stark. Manche Hauptstraßen sind gut ausgebaut, aber viele sind voller Schlaglöcher, selbst auf Asphalt. Die Route nach Sambia ist angenehm zu fahren, und auch die Verbindung von Lilongwe Richtung Tansania wird derzeit ausgebaut. Teilweise gleiten wir über neue Asphaltabschnitte, teilweise kämpfen wir uns über staubige, holprige Umleitungen.

    Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Tabak und Kaffee sind wichtige Exportgüter, und das Hauptnahrungsmittel ist Mais. Daraus wird Nsima zubereitet, die weiße Maispampe, die überall dazu gehört und satt macht. Beeindruckend ist, dass fast alles hier per Hand gemacht wird. Maschinen sehen wir kaum. Uns wird bewusst, wie viel Knochenarbeit in jedem Feld steckt.

    Auch die Häuser erzählen viel über das Leben hier. Viele bestehen aus Lehm oder selbst gebrannten Ziegeln. Aus dem Lehmboden formen die Menschen die Steine, brennen sie in einfachen Öfen und bauen daraus ihre Häuser. Die Dächer bestehen meist aus Wellblech oder Stroh, je nachdem, was gerade vorhanden ist.
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  • Zwischen Schwarzmarkt und Stempeln

    10 november, Malawi ⋅ ☁️ 24 °C

    Es ist soweit: Heute wollen wir mit Jerome und Lasse nach Malawi einreisen. Bevor wir zur Grenze fahren, müssen wir aber noch eine Versicherung für die kommenden ostafrikanischen Länder kaufen. Das dauert ewig, viel länger als gedacht. Danach entdecken wir auf dem Parkplatz eine Frau, die winzige Erdbeeren verkauft – zur großen Freude von Marie. Die kleinen Früchte sind überraschend süß. Mangos haben wir ja schon am Vortag eingekauft.

    Wir halten noch bei zwei Supermärkten, kaufen aber nur das Nötigste. Viele importierte Produkte sind unfassbar teuer, während Mangos praktisch hinterhergeworfen werden. Dann geht es endlich zur Grenze. Jerome und Lasse sind bereits vorgefahren. Als wir sie wiedersehen, erzählen sie, dass sie beim Schwarzmarkt-Geldwechsel beklaut wurden – 20 Euro weg. Ein super Start in die Einreise.

    Wir parken und gehen in das Grenzgebäude. Auf der sambischen Seite geht alles schnell: Stempel raus, TIP abgegeben, fertig. Auf der malawischen Seite wird es dagegen sofort kompliziert. Ein freundlicher Mann, der angeblich dort arbeitet, erklärt uns die Schritte. Und davon gibt es viele. Formulare ausfüllen, von einem Schalter zum anderen laufen, wieder zurück, Parkticket abgeben, Immigration, Einreisestempel, TIP für das Auto – und schließlich müssen wir auch noch zur Bank, die in einem kleinen Schalter im Gebäude sitzt.

    Dort stellt sich heraus: Wir müssen Teile der Gebühren in Malawi Kwacha bezahlen. US-Dollar werden nicht akzeptiert. Wir haben aber natürlich noch keine Kwacha. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als auf dem Schwarzmarkt zu tauschen – obwohl gerade diese Händler eigentlich gar nicht im Grenzbereich stehen dürfen. Die Logik dieser Regelungen versteht hier wohl keiner so richtig.

    Wir wissen bereits, dass der offizielle Kurs bei etwa 1:1700 liegt, der Schwarzmarkt aber viel besser ist. Jerome erzählt, dass bis zu 3700 möglich sind. Wir verhandeln uns durch die Händlergruppe. Einer bietet 3000 – zu wenig. Ein junger Mann bietet kurzzeitig 4000 pro Dollar an, macht aber einen Rückzieher, als er merkt, dass wir nur 30 Dollar tauschen wollen und keine großen Scheine.

    Am Ende finden wir einen Mann, der uns zuvor schon 4000 angeboten hat. Während Jens und der sogenannte „Fixer“ von der Grenze die Scheine prüfen, hält Regina die anderen Händler auf Abstand – denn einige versuchen, beim Abzählen Geld zu unterschlagen oder Falschgeld unterzumischen. Gleichzeitig muss sie Marie im Auge behalten, die mitten im Gewusel herumsteht. Schließlich klappt der Tausch. Ein 10-Dollar-Schein gefällt dem Händler zwar nicht, weil er nicht ganz glatt ist, aber irgendwann geben wir ihm den Stapel Kwacha und gehen einfach.

    Zurück im Gebäude müssen wir dann warten, weil der Bankbeamte Mittagspause macht. Also nochmal 20 Minuten Stillstand. Danach bezahlen wir endlich die Gebühren, holen die Quittungen, gehen erneut zum Officer, zeigen die Unterlagen, geben das Parkticket ab – und dann haben wir es geschafft. Nach fast drei Stunden dürfen wir aus dem Grenzbereich herausfahren.

    Wir sind erschöpft, aber glücklich, endlich in Malawi zu sein. Ein paar Kilometer später biegen wir von der Straße ab, sprechen kurz mit einem Mann auf einem Feld und dürfen dort unser Wildcamp aufschlagen. Marie spielt mit ein paar Kindern. Dann besucht uns noch der Besitzer. Es ist freundlich uns lässt uns übernachten. Nach einer regenreichen Nacht wachen Marie und Regina gegen 5:30 Uhr auf, weil wir draußen eine Stimme hören. Es ist hell, draußen regnet es und wir entdecken eine ältere Frau. Regina begrüßt sie durch das Fenster. Verständigung ist schwierig, da sie kein Englisch spricht. Wenig später, erscheint der Besitzer wieder, wie wir erfahren ist er der Schwiegersohn der alten Dame. Wir versammeln uns alle unter unserer Markise, geschützt vor dem Regen und trinken Kaffee und Tee. Auch der Besitzer bekommt einen Tee und isst ein paar Früchte mit uns. Anschließend bedanken wir uns, schenken ihm noch einige Mangos und fahren weiter.
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  • Wiedersehen im Wildlifecamp

    5 november, Zambia ⋅ ⛅ 36 °C

    Mit Barbara und Jürgen haben wir immer wieder Kontakt. Wir kennen sie von der Westroute durch Afrika – auch sie sind damals von Europa aus hinuntergefahren. Insgesamt treffen wir sie dreimal: das erste Mal in Senegal, in der Zebra Bar, das zweite Mal in Nigeria auf der Drill Ranch und schließlich auf der alten Schmugglerroute zwischen Nigeria und Kamerun. An diesem Abend sehen wir uns sogar noch einmal in Bamenda und verbringen dort einen sehr lustigen Abend miteinander.

    Barbara und Jürgen kommen aus München – ein nettes, unkompliziertes Paar. Auch wenn wir uns zwischendurch nicht sehen, bleiben wir über Social Media in Kontakt. Witzigerweise erfahren wir, dass sie ihr Auto über den Sommer in Sambia abgestellt haben, inzwischen zurückgekehrt sind und dort unterwegs sind. Regina bekommt das mit, kontaktiert sie – und so verabreden wir uns spontan im Wildlife Camp am South Luangwa Nationalpark.

    Als wir ankommen, sind sie schon eine Weile dort, haben aber auf uns gewartet. Die Freude über das Wiedersehen ist riesig – es fühlt sich an, als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wir verbringen einen wunderbaren Tag miteinander, beobachten Tiere, tauschen Geschichten und Reiseerlebnisse aus. Abends gehen wir gemeinsam essen, sitzen danach noch lange zusammen und genießen die laue Nacht in der Wildnis.

    Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen – Barbara und Jürgen brechen in Richtung Norden auf, während wir noch bleiben. Früh um sechs starten wir zu einer geführten Safari im South Luangwa Nationalpark, der für seine hohe Leopardendichte bekannt ist – die höchste in ganz Afrika.

    Schon kurz nach Beginn entdecken wir tatsächlich einen Leoparden im Baum. Regina ist völlig begeistert, fasziniert von der Eleganz dieses Tieres. Weiter geht es durch die trockene Landschaft – wir sehen Bee-Eater, Flusspferde, die sich dicht an dicht im seichten Wasser drängen, Krokodile, Elefanten, Giraffen, Büffel und Warzenschweine.

    Zwischendurch machen wir eine Kaffeepause. Marie liegt auf der Rückbank und schläft – die vielen Stunden Safari sind ihr etwas zu langweilig. Regina fragt den Guide, ob wir am Ende vielleicht noch einmal beim Leoparden vorbeischauen können. Und tatsächlich: Auf dem Rückweg fährt er noch einmal dorthin.

    Der Leopard liegt noch im Baum. Unten zieht eine Warzenschwein-Familie mit ihren Jungen vorbei – ahnungslos. Plötzlich regt sich der Leopard, richtet sich auf und in einem blitzschnellen Sprung schnappt er sich eines der Ferkel. In einem Satz ist er wieder auf dem Baum. Marie wacht von dem Tumult auf, schaut verschlafen aus dem Fenster und versteht schnell, was passiert ist. Das Warzenschwein-Baby ist sofort tot, und die Mutter rennt aufgebracht um die Autos herum.

    Es ist ein intensiver Moment – faszinierend und traurig zugleich. Die Wildnis zeigt sich in all ihrer Echtheit: schön, grausam, ungezähmt. Der Guide verlängert für uns sogar die Tour, bevor wir schließlich zurück ins Camp fahren.

    Dort springen wir erst einmal in den Pool, um die Hitze und die Eindrücke loszuwerden. Wenig später kommen auch Leslie und Jerome an – wir hatten sie zuvor in Mosambik getroffen. Jetzt sind auch sie hier im Wildlife Camp, und wir freuen uns über das Wiedersehen. Wir verbringen zwei Tage miteinander, tauschen Geschichten aus und genießen die entspannte Atmosphäre.

    Am zweiten Abend lernen wir noch ein junges Paar aus Berlin kennen, das ebenfalls durch Afrika reist. Wir verstehen uns sofort, und so wird der letzte Abend zu einem kleinen Highlight: Alle sitzen wir zusammen, grillen, lachen, erzählen – ein schöner Abschluss.

    Am nächsten Morgen heißt es dann für uns, Abschied nehmen vom Wildlife Camp. Wir brechen auf – mit dem Gefühl, dass Afrika immer wieder auf wunderbare Weise Menschen und Geschichten miteinander verbindet.
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  • In Lusaka im Lukasa

    2–3 nov., Zambia ⋅ ☁️ 34 °C

    Wir fahren weiter Richtung Lusaka. Die Straße ist erstaunlich gut – glatt, breit, kaum Schlaglöcher. Nach einer Zwischenübernachtung am Straßenrand kommen wir am Vormittag entspannt an. Unser Ziel ist das „Lukasa“, ein kleines, gepflegtes Bed & Breakfast mit Camping am Stadtrand, geführt von einem sympathischen niederländischen Paar. Schon beim Einfahren spüren wir: Hier ist es ruhig, ordentlich, grün.

    Ein Häuschen, ein grüner Garten mit viel Schatten und ein Pool – genau das Richtige nach der Fahrt. Neben uns parken Belgier im Land Rover, auf der anderen Seite stehen Schweizer mit einem Toyota Land Cruiser. Wir springen direkt in den Pool und genießen die Abkühlung. Marie übt fleißig schwimmen. Sie macht schon richtig Fortschritte.

    Die Belgier hatten wir bereits einen Tag zuvor no auf der Straße gesehen, ein junges Paar auf großer Afrikareise. Und die Schweizer sind eine Überraschung: Mario ist ein Agent für Fahrzeugverschiffungen, den wir bereits kontaktiert hatten! Er organisiert Transporte von Mombasa in den Oman. So kommen wir schnell ins Gespräch – über Reisen, Autos, Grenzen und das große Abenteuer Afrika. Es ist heute sogar sein 66. Geburtstag. Es fühlt sich an, als würde uns der Zufall hier ganz bewusst treffen.

    Den ganzen Tag verbringen wir im Camp. Die Sonne scheint, Marie spielt auf der Schaukel und auf dem kleinen Klettergerüst im Garten. Alles ist gepflegt und liebevoll angelegt. Plötzlich wird es unruhig: Die Putzfrau ruft nach den Eigentümern – am Abfluss bewegt sich etwas. Eine kleine Kobra kriecht heraus!
    Sie züngelt, richtet sich kurz auf und verschwindet dann ins Dickicht. Zum Glück weit genug weg von uns. Spuckkobras soll man besser nicht zu nah kommen – sie zielen gerne ins Auge.

    Später lernen wir Sonja kennen, eine Deutsche, etwa fünfzig, die hier gerade ein Workaway macht. Sie ist erst seit einem Tag da, voller Energie und offen für Neues. Wir kommen schnell ins Gespräch – sie findet unsere Reise spannend, und wir ihre Lebensweise. Sie reist durch Afrika, hilft zwischendurch auf Camps oder Lodges aus, macht Safaris und kehrt ab und zu nach Hause zurück. Ihr Kind ist schon erwachsen, und sie genießt ihre Freiheit. Ihre Geschichte fasziniert uns.

    Wir verbringen einen warmen Abend im Garten und genießen die Ruhe. Am nächsten Vormittag verabschieden wir uns von allen – den Schweizern, den Belgiern, Sonja und den Gastgebern. Dann packen wir zusammen.
    Es geht weiter – hinein ins nächste Kapitel unserer Reise durch Sambia.
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  • Victoriawasserfälle

    31 oktober, Zambia ⋅ ☀️ 35 °C

    Früher Morgen an der Grenze zwischen Botswana und Sambia. Auf der botswanischen Seite zieht sich alles hin. Wir müssen Fieber messen lassen, Dokumente zeigen, warten. Das neue Grenzgebäude ist groß und modern, doch der Ablauf bleibt typisch afrikanisch – langsam, aber freundlich. Marie wird ungeduldig und rennt in der Halle hin und her.

    Dann die sambische Seite – noch mehr Geduld. Pässe, Stempel, Zoll fürs Auto, Versicherung, Straßengebühren, Straßenzoll. Alles im selben Gebäude, trotzdem vergeht über eine Stunde. Schließlich noch zur Interpol, dann dürfen wir weiterfahren.

    Etwa eine Stunde später erreichen wir die Viktoriafälle. Gegen Mittag ist es brütend heiß – 40 Grad. Wir essen kurz im Auto und gehen dann hinein. Der Eintritt kostet 40 Dollar für uns Erwachsene, dazu 5 Euro fürs Parken.

    Doch die Fälle sind dieses Mal ungewöhnlich still. Es hat lange nicht geregnet, nur wenig Wasser stürzt in die Tiefe. Trotzdem ist der Anblick faszinierend: die nackten Felsen, die glitzern, das Echo des Wassers.

    Wir laufen den Aussichtspfad entlang, aber die Sonne brennt gnadenlos. Marie jammert, und uns läuft der Schweiß. Überall Schilder: “No swimming.” Der berühmte Devil’s Pool liegt verlockend da, doch man darf nur mit Tour hinein. Nach einer guten Stunde suchen wir den Schatten im Auto.

    Unser nächstes Ziel: ein Campingplatz mit Pool. Kaum angekommen, springen wir ins Wasser. Marie quietscht vor Freude und springt immer wieder hinein. Später stoßen noch niederländische Jungs und eine Engländerin dazu – es wird lebhaft, freundlich, fröhlich. Später waschen wir noch Wäsche, die in der heißen Luft in Minuten trocknet.

    Am Abend entzünden wir ein Feuer, grillen, genießen die warme Nacht. Dann plötzlich Rascheln im Dunkeln. Jens sitzt noch draußen, als ein Elefant nur wenige Meter entfernt auf der Wiese steht. Ruhig beobachtet er ihn. Der Elefant schaut kurz herüber, zieht dann gemächlich weiter. Nach und nach tauchen weitere auf – leise, fast geisterhaft.

    Wir stehen still, fasziniert. Kein Zaun, nur dieser Moment. Dann verschwinden sie wieder im Dunkeln.Eine ruhige, warme Nacht liegt über uns. Morgen geht es weiter – Richtung Lusaka, tiefer hinein nach Sambia.
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  • Safari im Chobe Nationalpark

    29 oktober, Botswana ⋅ ☁️ 34 °C

    Kasane – die kleine Stadt im Nordosten Botswanas liegt genau dort, wo sich vier Länder treffen: Botswana, Sambia, Simbabwe und Namibia. Schon beim Einfahren merken wir: Kasane ist touristisch, aber trotzdem charmant. Überall Safari-Autos, Lodges, Campingplätze und endlich wieder ein großer Supermarkt. Wir stocken unsere Vorräte auf – nach Tagen im Busch fühlt sich das fast luxuriös an.

    Am Nachmittag brechen wir zu einer Fluss-Safari auf, von der uns andere Reisende vorgeschwärmt haben. Um drei Uhr legt das Boot ab. Die Sonne steht tief über dem Chobe-Fluss, das Wasser glitzert, und Marie ist ganz aufgeregt. Sie läuft hin und her auf dem Boot, winkt den anderen Touristen zu. Der Ranger erzählt ruhig, aber begeistert vom Leben am Fluss.

    Dann beginnt das große Staunen:
    Ein Büffel steht am Ufer, trinkt gemächlich. Wenig später tauchen Elefanten auf – gleich eine ganze Herde. Der Ranger steuert näher heran, bis wir sie fast berühren könnten. Wir sehen Krokodile, riesig und uralt wirkend, Giraffen in der Ferne und über uns kreisen bunte Vögel. Flusspferde tauchen auf, prusten laut und verschwinden wieder. Es ist Trockenzeit, und alles Leben sammelt sich am Wasser.

    Drei Stunden lang gleiten wir über das goldene Wasser, sehen Tiere, hören Geschichten und spüren diesen Zauber, der über dem afrikanischen Abend liegt. Als die Sonne glutrot untergeht, kehren wir erfüllt zurück.

    In der Dunkelheit fahren wir zu einem Wildcampspot etwas außerhalb der Stadt. Die Nacht ist ruhig, warm, friedlich. Nur das Zirpen der Grillen und das ferne Rufen eines Schakals begleiten uns.

    Am nächsten Morgen starten wir früh in den Chobe-Nationalpark – diesmal mit dem Auto. Wir folgen dem Flusslauf, denn hier sammeln sich die Tiere. Im Landesinneren ist es trocken und leer, aber am Wasser pulsiert das Leben. Giraffen, Antilopen, Paviane – und natürlich wieder Elefanten, überall.

    Dann hören wir, dass in der Nähe Löwen gesichtet wurden. Wir fahren hin – und tatsächlich! Zwischen den Büschen liegen zehn oder elf Tiere, darunter ein mächtiges Männchen. Wir beobachten sie still, ganz ehrfürchtig.

    Doch dann passiert das Unerwartete: Regina bekommt plötzlich starke Bauchschmerzen. Es ist heiß, 35 Grad, und wir stehen mitten im Park. Sie nimmt Medikamente, trinkt Kamillentee, kämpft tapfer. Nach einer Weile geht es besser, und wir können weiterfahren.

    Am Picknickplatz machen wir Pause. Kein Zaun, nur Natur – und viele andere Safari-Autos. Kaum holen wir die Brote raus, kommen die ersten Affen. Einer springt aufs Autodach. Plötzlich ruft Regina: „Jens, der Schraubenzieher!“
    Ein Affe hat ihn stibitzt und sitzt nun triumphierend auf einem Baum! Jens versucht, ihn mit Essen zu locken – der Affe kommt zwar runter, aber der Schraubenzieher bleibt oben. Also klettert Jens kurzerhand selbst hinauf. Wir lachen Tränen.

    Kaum ist der Schraubenzieher wieder da, schnappt sich ein anderer Affe Maries Ball. Zum Glück kriegen wir den schnell zurück. Es ist eine herrliche Mischung aus Abenteuer, Chaos und purem Leben – genau das, was wir auf dieser Reise suchen.

    Am Nachmittag sehen wir noch einmal die Löwen, bevor wir den Park verlassen. Wieder übernachten wir auf unserem Wildcampplatz – müde, staubig, aber glücklich. Am nächsten Morgen wartet schon das nächste Abenteuer: die Grenze zum nächsten Land.
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  • Zwischen Elefanten und Löwenspuren

    27 oktober, Botswana ⋅ ⛅ 34 °C

    Wir sind in Botswana. Der Grenzübergang läuft erstaunlich schnell und unkompliziert. Nur die SIM-Karte bereitet uns Stress – ales gibt Probleme bei der Realisierung für Ausländer und wir bekommen keine. Also fahren wir erstmal ohne los, Richtung unseres heutigen Ziels: ein Wasserloch, das uns Freunde empfohlen haben. Sie standen hier schon im Mai.

    Bevor wir in die Wildnis aufbrechen, halten wir noch in einem kleinen Ort, kaufen Lebensmittel und tanken voll. Die Straßen sind gut, glatt und weit – bis der Asphalt plötzlich endet. Der letzte Abschnitt führt uns über eine sandige Piste, tief hinein in den Busch. Hier liegt das Wasserloch, mitten in einem Naturreservat.

    Die Hitze steht über der Landschaft. Wir stellen das Auto im Schatten ab und setzen uns in die Nähe des Wassers. Noch ist es still, nur das Summen der Insekten begleitet uns. Auf dem Weg hierher haben wir schon Giraffen gesehen – elegant und neugierig, wie sie durch die Savanne ziehen.

    Dann entdecken wir Spuren im Sand: große Pfotenabdrücke, deutlich erkennbar – Löwen. Ein kurzer Moment der Stille. Wir schauen uns an und wissen, dass wir hier wirklich mitten in der Wildnis sind.

    Kurz darauf bricht Bewegung am Horizont auf. Die ersten Elefanten kommen. Sie heben ihre Köpfe, spreizen die Ohren, riechen die Luft – sie wissen, dass etwas Fremdes hier ist. Ein einzelner Bulle kommt näher, Schritt für Schritt, mächtig und wachsam. Er bleibt kaum fünf Meter vor uns stehen, hebt den Rüssel und trötet laut. Ein Moment, der uns den Atem nimmt. Wir ziehen uns ins Auto zurück, um Abstand zu geben. Nach einer Weile zieht er weiter, und die Spannung fällt langsam ab.

    Später kommen wieder Giraffen, diesmal vorsichtiger. Sie mustern uns aus der Ferne, bis sie sich schließlich doch ans Wasser wagen. Kurz vor der Dämmerung erscheint eine ganze Elefantenherde. Die Sonne taucht den Busch in goldenes Licht, und die Tiere bewegen sich lautlos, nur das Knacken von Ästen begleitet sie. Einer der jüngeren Elefanten und ein großer Bulle kommen sehr nah – vielleicht fünf Meter bis zum Auto. Wir bleiben ruhig, Regina schließt leise die Schiebetür. Das Geräusch erschreckt die beiden, sie drehen sich um und trotten davon. Ein kurzes Aufatmen.

    Die Nacht verbringen wir am Wasserloch. Draußen ruft vereinzelt ein Vogel, sonst herrscht Ruhe. Regina schläft unruhig, aber es passiert nichts. Am Morgen ist der Platz still, keine Tiere weit und breit. Wir kochen Kaffee, genießen die Stille und fahren weiter zu einer kleinen Farm mit Campingplatz. Einfach, aber freundlich – und ein Pool! Bei 35 Grad ist das pure Wohltat. Nach einer Nacht dort geht es weiter Richtung Kasane, mit dem Gefühl, ein Stück echtes Afrika erlebt zu haben.
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  • Hwange - Löwen hautnah

    25 oktober, Zimbabwe ⋅ ☁️ 33 °C

    Die Zufahrtsstraße zum Hwange Nationalpark ist gut, aber im Park selbst hören die Asphaltstraßen auf – nur noch Sand und Waschbrettpiste. Zum Glück ist der Eintritt günstig: Zwei Tage inklusive Camping für 60 US-Dollar.

    Kaum sind wir drin, sehen wir die ersten Tiere – Giraffen, Zebras, Gnus, Elefanten, Antilopen. Und dann der Höhepunkt: Löwen! Vier Löwinnen liegen im Busch. Eine kommt heraus, läuft direkt vor unserem Auto entlang und legt sich nur wenige Meter vor uns in den Schatten eines Baumes. Majestätisch, ruhig, vollkommen selbstbewusst. Wir halten den Atem an. Was für ein Moment!

    Nach einiger Zeit steht die Löwin auf, streckt sich und zieht langsam weiter in den Busch, wo wir mit dem Auto nicht folgen können. Also fahren wir selbst weiter, setzen unsere Safari fort und sehen noch viele andere Tiere. Doch je weiter wir kommen, desto sandiger wird die Piste, und bald begegnen wir kaum noch Tieren. Die meisten halten sich wohl in der Nähe des Wassers auf, denn es hat Monate lang nicht geregnet. Wir machen eine kleine Pause und kehren dann um.

    Später am Nachmittag kehren wir an denselben Platz zurück. Wir halten im Schatten und beobachten den Busch indem die Löwinnen liegen. Plötzlich entdecken wir rechts eine Löwin, die genau auf uns zukommt. Sie legt sich nur zwei Meter vor unserem Auto. Sie putzt sich, blickt zu uns herüber, völlig ungestört. Auch Marie ist fasziniert. Diese Nähe, diese Kraft – Wahnsinn! Dann steht sie auf und läuft zu den anderen Löwinnen in den Busch.

    Wir müssen noch 120 Kilometer bis zum Sinamatella Camp fahren – mitten im Park. Die Straße? Wieder katastrophal. Schlechte Waschbrettpiste, Sand, Schlaglöcher. Wir fahren im Dunkeln, müssen ständig bremsen, weil Elefanten auf der Straße stehen. Flussbetten, in denen man fast stecken bleibt. Es ist zäh, wirklich zäh. Es dämmert schon, dann ist es plötzlich stockdunkel. Wir müssen noch 1,5 Std. fahren und höllisch aufpassen, denn die Tiere sehen wir erst spät in unserem Scheinwerferlicht. Als wir endlich am Camp ankommen, ist es 20 Uhr. Wir sind völlig fertig. Eigentlich darf man nach Einbruch der Dunkelheit gar nicht mehr im Park fahren. Wir befürchten schon, dass wir nicht mehr reingelassen werden. Doch der Security Guard winkt uns freundlich durch. In der Dunkelheit finden wir den richtigen Platz nicht – also stellen wir uns einfach irgendwo hin. Hauptsache angekommen. Es ist immer noch heiß, die Luft steht, und wir fallen todmüde ins Bett.

    Am nächsten Morgen merken wir gleich: Wir stehen gar nicht auf dem richtigen Campingplatz! Der eigentliche Platz ist nur wenige Meter weiter – mit wunderschönem Blick über den Hwange Nationalpark. Wir fahren rüber und treffen ein schweizer Pärchen, das ebenfalls unterwegs ist. Sie erzählen, dass sie am Tag zuvor auch Löwen gesehen haben und geben uns den ungefähren Punkt. Da wir ohnehin in diese Richtung fahren wollen, machen wir uns am Vormittag auf den Weg dorthin.

    Die holprige Strecke dauert fast zwei Stunden. Am Ort angekommen, entdecken wir schließlich sechs Löwinnen mit drei Jungen. Sie ruhen im Schatten, unter einem kahlen Baum auf dem jede Menge Geyer sitzen, dösen, putzen sich und gelegentlich tapsen die Jungtiere zur Mutter oder Tante – ein friedlicher, faszinierender Anblick.

    Plötzlich ruft Regina: „Da hinten ist ein Männchen! Es läuft zum Wasserloch“ Vorsichtig fahren wir zum Wasserloch und sehen zwei prächtige männliche Löwen trinken. Ein unglaublicher Moment! Marie verschläft das Ganze, Jens schaut durchs Fernglas und Regina schaut von einem Ausguck aus und fotografiert die beiden. Kurz darauf ziehen die Löwen wieder ab und legen sich in der Ferne in den Schatten. Da wir sie dort nicht beobachten können, kehren wir noch einmal zu den Löwinnen zurück; eine liegt jetzt direkt hinter unserem Auto im Schatten – völlig unbeeindruckt von uns.

    Nachdem wir die Löwen ausgiebig beobachtet haben, fahren wir Richtung Ausgang des Parks. Außerhalb des Parks finden wir einen Wildcampspot unter einem großen Baum, neben einigen großen Elefantenknochen. Der Hwange Nationalpark ist nicht eingezäunt – die Tiere werden nur durch die Wasserlöcher im Park gehalten, die sie zum Trinken aufsuchen. Deshalb muss man auch außerhalb vorsichtig sein. Beim Kochen tauchen dann fünfzehn Giraffen auf, bleiben lange stehen und beobachten uns neugierig. Ihre Gelassenheit und Neugier faszinieren uns, bevor sie schließlich weiterziehen. Es ist ein friedliches, beeindruckendes Erlebnis, das den Tag perfekt abrundet.

    Am Abend schlafen wir zufrieden ein, nur Regina ist etwas unruhig – man weiß ja nie, wer in der Nacht vorbeischaut. Doch die Nacht bleibt ruhig und friedlich.
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  • Eine Radkralle und die schlimmste Straße

    24 oktober, Zimbabwe ⋅ ☀️ 29 °C

    Bevor wir Bulawayo verlassen, wollen wir noch Geld holen. Regina bleibt mit Marie im Camper, während Jens schnell auf der anderen Straßenseite zur Bank geht. Doch das dauert länger als gedacht: Der erste Geldautomat verlangt horrende Gebühren, beim zweiten hängt die Karte fest.

    Während Jens wartet, kommt plötzlich ein Parkwächter zu Regina ans Auto und will Geld fürs Parken. Sie erklärt ihm, dass Jens nur kurz Geld holt – aber sie hat kein Bargeld, denn Jens hat das Portemonnaie dabei. Der Mann schreibt ein Ticket und klebt es an die Windschutzscheibe. Wenig später kommt er zurück – diesmal mit einer Radkralle in der Hand! Er befestigt sie tatsächlich am Reifen. Regina wird nervös, hupt laut und ruft nach Jens.

    Zum Glück kommt er gerade aus der Bank. Er versucht, mit dem Mann zu reden, verspricht, gleich zu zahlen, sobald er Geld abgehoben hat. Doch der Wächter will erst mehr Geld, Jens ist von ihm genervt und fordert ihn auf die Krallen zu entfernen, ansonsten werde er sie abschneiden. Währenddessen sitzt Regina etwas hilflos im Camper. Schließlich kommt der Mann zurück, schließt die Kralle von sich aus auf – und kurz darauf steht auch Jens mit etwas Geld wieder da. Wir starten den Motor und fahren los. Eine kurze Aufregung, aber wir sind froh, dass alles glimpflich ausgegangen ist.

    Danach gehen wir noch einkaufen. Der Supermarkt in Bulawayo ist gut sortiert, fast wie in Europa – aber die Preise sind heftig. Eine 250-Gramm-Packung Butter kostet 18 US-Dollar, also etwa 16 Euro. Andere Dinge sind günstiger, doch insgesamt ist hier vieles teurer als in Deutschland.

    Dann geht’s los: Eine der längsten und härtesten Etappen unserer Reise steht bevor – von Bulawayo in den Nordwesten zum Hwange Nationalpark. Auf der Karte sieht das nach einer entspannten Strecke aus, ein Highway, auf dem viele LKWs fahren. Doch was uns erwartet, ist eine Katastrophe.

    Was einmal Asphalt war, ist heute nur noch eine zerfurchte Piste. Tiefe Löcher, 30 bis 40 Zentimeter tief, überall verteilt. Wir können oft nur 20 km/h fahren. Überall stehen LKWs mit geplatzten Reifen oder Achsbruch – kein Wunder bei diesen Bedingungen. Selbst Jens sagt: „Ich mache drei Kreuze, wenn wir hier ohne Schaden durchkommen,"

    Am meisten ärgert uns die Maut. Schon an der Grenze haben wir Road tax bezahlt, und unterwegs werden wir immer wieder zur Kasse gebeten – für Straßen, die kaum diesen Namen verdienen. Man fragt sich wirklich, wohin das Geld fließt.

    Und doch relativiert sich alles: In Deutschland schimpft man über Baustellen, aber hier wären Baustellen ein Segen! Dort wird wenigstens repariert, hier kämpft man sich durch Schlaglöcher, die ganze Autos verschlucken könnten. Wir sollten dankbar sein, dass die Straßen zu Hause relativ gut sind.

    Die Sonne brennt, die Hitze steht im Auto, jeder Kilometer zieht sich. Regina warnt ständig: „Langsamer, da ist ein Schlagloch!“ – oft tauchen mitten auf der Straße unbeschilderte Bumper auf. Diese Strecke gehört definitiv zu den schlechtesten in ganz Afrika.

    Am Abend schaffen wir es nicht mehr bis zum Park. Wir sind erschöpft, durchgeschüttelt und überhitzt. Also stellen wir uns irgendwo in den Busch und schlafen dort – endlich Ruhe.

    Am nächsten Morgen geht es weiter bis zum Campingplatz direkt vor dem Gate des Hwange Nationalparks. Endlich ankommen! Wir springen in den Pool, waschen Wäsche, sortieren uns. Der Pool liegt an einem Wasserloch für Elefanten – nur leider kommen heute keine vorbei. Dafür ist das Wasser herrlich kühl. Hier laden wir unsere Akkus wieder auf – bereit für das nächste Abenteuer.
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  • Die Mauern, die Afrika erzählen

    22 oktober, Zimbabwe ⋅ ☁️ 21 °C

    Beim Grenzübertritt nach Simbabwe spüren wir sofort, dass sich etwas verändert. Das Land wirkt geordneter, strukturierter – und doch so roh und ursprünglich. Die Menschen leben in Steinhütten, manche rund, andere viereckig, mit Strohdach, das in der Sonne golden schimmert. Die Straße nach der Grenze ist zunächst ein Abenteuer aus Schlaglöchern und Staub, aber dann wird sie ruhiger, geflickt, halbwegs gut befahrbar. Wir atmen auf.

    Die Vegetation wandelt sich innerhalb weniger Kilometer dramatisch. Erst noch grün, dicht und lebendig – fast wie Dschungel – und dann plötzlich trocken, beige, karg. Die Luft wird heiß und still. Die Erde unter uns ist hart wie Stein, das Gras verdorrt. Nur manchmal blitzt ein Hauch von Grün auf, als wolle das Land kurz zeigen, dass es einmal anders war. Es ist, als würde jemand das Blau aus dem Himmel und das Leben aus dem Boden saugen – nur das Licht bleibt, gleißend und grell.

    Die Städte wirken müde. Alte Tankstellen, ausgebrannte Gebäude, gespenstische Überreste einer Zeit, in der hier mehr Hoffnung geherrscht haben muss. Wir halten an einer Total-Tankstelle, doch der Tankwart sagt, er müsse erst den Generator anwerfen, um überhaupt Diesel pumpen zu können. Wir lächeln höflich, danken und fahren weiter – zur Puma-Tankstelle, wo der Liter 1,60 Dollar kostet. Der Diesel riecht nach schlechter Qualität, aber was bleibt uns anderes übrig.

    Der Tankwart spricht leise, fast verschämt. 35 Prozent Steuern muss er zahlen, erzählt er. Sozialversicherung? Gibt es nicht. Über Politik will er lieber nicht reden – und wir merken, dass es besser ist, nicht nachzufragen.

    Wir kaufen noch eine SIM-Karte. Es dauert ewig, alles wird per Hand eingetragen, Passdaten, Namen, Nummern. Aber am Ende funktioniert es. In der Stadt sehen wir kaum Weiße. Die Menschen sind freundlich, aber das Leben hier ist hart. Geld abheben kostet fünf Prozent Gebühren, also lassen wir es bleiben.

    Am Abend finden wir einen Platz mitten im Busch. Kein Mensch weit und breit, nur trockenes Gras, Grillenzirpen und der weite Himmel über uns. Wir machen Feuer, kochen Tee, und dann passiert es: Maries Ball rollt ins Feuer. Ein kurzer Moment, ein Schrei, dann Stille. Der Ball schmilzt, das Feuer knistert. Marie weint kurz, dann lacht sie wieder. Es ist nur ein Ball – und trotzdem spüren wir, wie alles hier ein bisschen zerbrechlicher ist.

    Am nächsten Tag erreichen wir Great Zimbabwe. Schon der Name klingt mächtig, und als wir die alten Mauern sehen, verstehen wir, warum. Für Einheimische kostet der Eintritt 10 Dollar, für internationale Besucher 15. Regina sagt einfach, sie komme aus Südafrika – niemand fragt nach. So zahlen wir 20 Dollar für uns alle, Kinder sind frei.

    Zwischen den alten Granitmauern scheint die Zeit stillzustehen. Die Steine sind riesig, kunstvoll geschichtet, ohne Mörtel, und doch halten sie seit Jahrhunderten. Wir klettern durch schmale Gänge, umrunden Mauern, steigen auf den Felsen, wo einst der König lebte. Es ist heiß, fast 35 Grad, aber der Blick von oben ist atemberaubend. Marie bekommt zur Belohnung ein paar Gummibärchen und ihren kleinen Saft – ihr Schatz, wie sie sagt.

    Im Museum erfahren wir, dass hier der berühmte Wappenvogel Simbabwes entdeckt wurde – acht Specksteinfiguren, die den Adler des Landes darstellen. Fotografieren darf man sie nicht, als wären sie zu heilig, um eingefangen zu werden. Früher wurde hier Gold abgebaut, exportiert in ferne Länder. Great Zimbabwe war einst das Zentrum einer reichen Hochkultur, das Herz eines Königreichs, das bis heute in den Steinen nachhallt.

    Am Abend schlafen wir an einem kleinen See. Das Wasser schimmert im letzten Licht, bevor die Sonne untergeht.
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  • Mit „33 Grad Fieber“ nach Simbabwe

    21 oktober, Moçambique ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir sind wieder alleine unterwegs, nur wir drei – das vertraute Gefühl von Freiheit, aber auch von Ungewissheit. Der Weg führt uns nach Norden, Richtung Simbabwe. Die Straße ist eine Katastrophe: Schlaglöcher, so tief, dass man darin verschwinden könnte. Wir müssen konzentriert fahren, jeder Meter zählt.

    Nach über fünf Stunden Ruckelpiste schaffen wir etwa drei Viertel der Strecke bis zur Grenze. Schließlich geht der Asphalt in eine Sand- und Schotterpiste über. Über unsere App finden wir einen Stellplatz mitten im Busch – einfach, ruhig, schön. Ein Abend nur für uns, müde, aber zufrieden.

    Am nächsten Morgen: ein schneller Kaffee, etwas Obst, weiter geht’s. Gegen halb zwölf erreichen wir die kleine Grenzstation, fast verlassen. Eine Beamtin im Container stempelt freundlich aus, fragt scherzhaft nach einem kalten Getränk – wir lachen. Nach 15 Minuten sind wir ausgereist.

    Auf der anderen Seite beginnt Simbabwe. Kein Mensch weit und breit, ein paar müde Beamte, die gerade aus dem Mittagsschlaf zu kommen scheinen. Formulare, Fingerabdrücke, Fotos, Stempel – alles dauert. Dann die Rechnung: 90 US-Dollar Visa, 30 fürs Auto, 10 Straßenmaut, 10 Versicherung – 140 Dollar insgesamt.

    Langsam, aber herzlich läuft alles ab. Dann dieser Moment: Regina hat noch 1,20 Euro in Metical übrig. Eigentlich wollte sie Marie Bananen kaufen, doch am Grenzposten gibt’s keine. Sie tauscht das Restgeld gegen zwei Wasserflaschen – und draußen steht plötzlich eine Frau mit einer Schüssel Bananen. Mit Hilfe eines lachenden Beamten handeln wir: zwölf Bananen für 20 Metical, etwa 30 Cent. Marie ist überglücklich.

    Noch kurz Fieber messen (angeblich 33,2 °C – „wegen der Außentemperatur“, meint der Beamte), ein paar Witze, eine Einladung zum Mittagessen – wir winken dankend ab und rollen weiter.

    Kaum unterwegs, erwartet uns gleich wieder Matsch und Piste. Wir fragen uns, wofür wir eigentlich Straßengebühren gezahlt haben. Doch die Landschaft ist traumhaft – grün, feucht, fast dschungelartig. In den höheren Lagen ist es angenehm kühl.

    Später erreichen wir endlich die Hauptstraße – brüchig, schmal, aber immerhin Asphalt. Überall winken uns Kinder zu, Menschen lachen, rufen „Welcome!“ – und plötzlich ist die Mühe vergessen.

    Am Nachmittag finden wir über die App einen Wildcampingplatz, kochen, machen Feuer. Unser erster Tag in Simbabwe endet unter klarem Sternenhimmel. Tagsüber heiß, abends kühl – und wir sind erschöpft, aber glücklich. Ein neuer Abschnitt unserer Reise beginnt.
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  • Zwischen Sandpiste und Swimmingpool

    18–20 okt., Moçambique ⋅ ☀️ 26 °C

    Jerome und Leslie wollen noch einen Tag in Pomene bleiben – wir aber brechen auf, weiter nach Vilanculos, ein Stück nördlich. Der Name klingt nach Meer, Sonne und einem Hauch Abenteuer. Zusammen mit Eva und Dani starten wir früh. Noch spüren wir ein bisschen Respekt vor der Rückfahrt – die Piste hatte es in sich. Doch diesmal läuft alles erstaunlich rund: Der Sand ist vom Regen kompakter, die Reifen auf unter zwei Bar, und das Auto gleitet fast mühelos dahin.

    Nur an der steilen Passage wird’s kurz wild – das Auto schaukelt sich auf, plötzlich springt der Küchenschrank auf und Cornflakes und Müsli fliegen in hohem Bogen durch den Camper. Ein kleiner Moment aus Chaos und Lachen. Als die Piste fester wird, halten wir an. Regina räumt tapfer auf. Während dessen schraubt Jens an der Elektrik, denn unsere Bordbatterie lädt plötzlich, wegen eines defekten Sicherungsschalters nicht auf.

    Während wir die Reifen aufpumpen, kommen ein paar Dorfbewohner mit Kindern vorbei – vorsichtig neugierig, lächelnd. Erst beobachten sie uns, dann traut sich einer näher und fragt leise: „Photo?“ Natürlich! Regina lacht, stellt sich mit ihnen hin, bald auch Eva. Ein paar Minuten später stehen wir alle zusammen im warmen Sonnenlicht, und die Kinder strahlen. Als kleines Dankeschön geben wir ihnen ein paar von Maries zu kleinen Kleidungsstücken – so eine rührende Begegnung.

    Nach rund vier Stunden erreichen wir Vilanculos. Hier steht plötzlich ein moderner Spar-Supermarkt, blitzsauber, fast europäisch – nur die Preise sind es auch. Wir kaufen das Nötigste und fahren weiter zu Jan’s Five Star Campground.

    Und dann dieser Moment: Das Tor öffnet sich – und wir stehen da, als wären wir plötzlich in Holland. Perfekter Rasen, ordentliche Parzellen, eigene Waschräume, alles sauber und neu, sogar ein Pool. Fast surreal nach Tagen voller Sand, Staub und Busch. Der Besitzer, ein älterer Südafrikaner, begrüßt uns freundlich. Der Platz ist neu, eingezäunt, fast zu sicher für diese herzliche Gegend.

    Wir teilen uns mit Eva und Dani eine Parzelle. 13 Euro pro Nacht, warme Dusche, Grillplatz, Pool – Luxus im Busch. Marie stürzt sich begeistert ins Wasser, gleitet mit ihrer Schwimmnudel ganz allein durchs Becken. Endlich Pause, endlich Durchatmen.

    Zwei Tage genießen wir diesen Ort. Am zweiten Tag treffen auch Jerome und Leslie wieder ein. Beim Mittagessen dauert alles ewig, aber niemanden stört’s. Danach geht’s an den Strand – warmes Wasser, Sonne, Lachen. Regina, Eva, Marie und Dani gehen baden, während wir am Ufer sitzen und die Zeit stillzustehen scheint.

    Unser letzter Abend mit Eva und Dani wird unvergesslich – Burger, Maiskolben, ein Glas Wein, das Knistern des Grills, Geschichten und Lachen unterm Sternenhimmel. Ein kleines Stück Zuhause, mitten in Mosambik.

    Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen – sie fahren Richtung Maputo, wir Richtung Zimbabwe. Der Staub, das Lachen, der Geschmack von Salz und Sonne – all das bleibt.
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  • Zusammen in Mosambik unterwegs

    15–18 okt., Moçambique ⋅ ☀️ 28 °C

    Eva und Dani haben noch etwas Zeit, bevor sie zurück nach Johannesburg fahren. Dort wollen sie ihr Auto unterstellen und anschließend nach Ägypten und Äthiopien fliegen. Wir hingegen wollen weiter entlang der Ostküste Richtung Norden reisen. Nach so langer Zeit tauschen wir uns aus, erzählen, lachen – und beschließen, noch ein Stück gemeinsam durch Mosambik zu fahren. Unser nächstes Ziel heißt Pomene, ein Ort nördlich von Tofo, bekannt für seinen stillen, wilden Strand.

    Bevor es losgeht, müssen wir in Tofo noch Vorräte auffüllen. Wir steuern den nächsten größeren Ort mit einem Supermarkt an. Schon der Weg dorthin zieht sich, und als wir auf den Parkplatz einbiegen, herrscht dichtes Gedränge: Autos stehen kreuz und quer, dazwischen Marktstände, hupende Mopeds, Menschen überall. Kaum halten wir, kommen Verkäufer auf uns zu, bieten Früchte, Armbänder und alles Mögliche an. Es ist heiß, laut und wuselig, die Luft stickig. Sie sind freundlich und neugierig – „Amigo! Como estás?“ rufen sie uns zu. Wir fallen natürlich auf, mit den großen Fahrzeugen und unserer Art zu reisen. Viele hier haben kein Auto, fahren auf Pickups mit oder nehmen kleine Taxis – unsere Lebensweise weckt Interesse und Staunen.

    Während Jens bei den Autos bleibt, gehen Dani, Eva und ich einkaufen. Der Supermarkt entpuppt sich als dunkles, schlichtes Geschäft ohne Licht oder Ventilation. Es gibt Haushaltswaren, haltbare Lebensmittel wie Reis, Mehl, Zucker, Nudeln und ein paar Süßigkeiten. Zwei alte Kühlschränke summen, gefüllt mit kalten Getränken – das scheint hier der Verkaufsschlager zu sein. Wir nehmen das Nötigste mit und ziehen weiter zum Wochenmarkt nebenan.

    Dort kaufen Regina und Dani frisches Gemüse und Obst. Zum Glück spricht Dani fließend Portugiesisch und hilft beim Handeln. Die Preise sind fast wie in Deutschland. Nicht alles ist zu bekommen, aber wir nehmen, was es gibt. Danach geht es zur nächsten Stadt, wo wir endlich Brot finden – nach einem kleinen Umweg über zwei angebliche Bäckereien. Anschließend tanken wir und füllen an einer Station unsere Wasservorräte auf. Das dauert, weil es nur einen Hahn gibt, und viele Kanister befüllt werden müssen. Um uns herum stehen wieder neugierige Menschen, die interessiert sind.

    Dann geht es endlich weiter nach Pomene. Insgesamt sind wir fast sechs Stunden unterwegs, der letzte Abschnitt führt anderthalb Stunden über eine tiefe Sandpiste. Wir lassen Luft aus den Reifen, schalten Allrad ein und kämpfen uns durch den weichen Sand. Der Sprinter tut sich schwer, ruckelt, geht zwischendurch sogar aus. Doch wir schaffen es – auch wenn es anstrengend ist.

    Am Strand angekommen, sind wir zunächst unsicher, ob wir bleiben sollen. Der Sand ist tief, und prompt stecken beide Autos fest. Bei Eva und Dani geht es schnell – sie lassen Luft ab und sind wieder frei. Bei uns dauert es länger: wir graben, legen Sandboards, holen die von Eva und Dani dazu, bis wir uns endlich befreit haben. Nach einer halben Stunde ist es geschafft, und wir finden schließlich einen festen Platz auf leicht grasigem Boden direkt am Meer. Eva muss leider direkt arbeiten. Sie gibt online Französisch Kurse. Wir fangen an unsere Malaria Prophylaxe zu nehmen, wenn wir befinden uns bereits wieder im Risikogebiet.

    Am nächsten Morgen suchen wir noch einen besseren Platz – und finden ihn: ein traumhafter Spot direkt am Strand. Der Sand ist fest, das Meer ruhig und warm. Marie spielt im Sand, wir baden im flachen, klaren und warmen Wasser, kleine Wellen rollen sanft an. Regina geht auch mal wieder am Strand joggen. Hier fühlen wir uns sicher und wohl.

    Eigentlich wollen wir nur zwei Nacht bleiben – doch der Ort ist so schön, dass aus einem Tag vier werden. Auch Lesley und Jerome, kommen vorbereiten. Wir genießen das Meer, den Frieden, die Zeit miteinander – und sind einfach dankbar, hier zu sein.
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  • Schöne Strände in Mosambik

    11–14 okt., Moçambique ⋅ 🌬 25 °C

    Von Tofo aus fahren wir am späten Vormittag los. Die Sonne brennt schon kräftig, das Meer glitzert türkis neben uns. Wir wollen bis an die Spitze der Landzunge, wo das Meer auf die Lagune trifft. Eigentlich hatten wir dort einen schönen Wildcamp-Spot im Auge, doch der gefällt uns nicht – etwas lieblos, uneben, und Müll liegt herum. Also entscheiden wir spontan, den Campingplatz ein Stück weiter auszuprobieren.

    Der Platz liegt wirklich hübsch unter hohen Palmen, fast wie aus einem Reisekatalog. Ein kleiner Pool, ein paar Strohdächer, das Meer nicht weit – wir freuen uns erst. Doch beim Bezahlen kommt die Ernüchterung: Auf dem Schild stand ein anderer Preis, und als wir nachfragen, erklärt uns die Besitzerin, das sei in südafrikanischen Rand gerechnet, nicht in Metical. Damit ist der Preis fast doppelt so hoch. Wir sind enttäuscht, sagen ihr das auch, aber sie bleibt völlig unbeeindruckt – kein Entgegenkommen.

    Auch sonst ist manches seltsam. Zwei Affen sitzen in einem Käfig, was uns sofort stört. Der Pool ist trüb, wir gehen zwar kurz hinein, fühlen uns aber nicht wirklich wohl. Die Lage dagegen ist traumhaft – unter den Palmen, mit Blick aufs Meer, und am Abend grillen wir noch. Es wird trotzdem ein schöner Abend, aber wir bleiben nur eine Nacht.

    Am nächsten Morgen entdecken wir beim Spaziergang am Strand etwas, das uns fast den Atem raubt: Nur 200, 300 Meter weiter – ein Platz direkt am Wasser, mit Palmen ringsum und Blick über die ruhige Lagune. Einer dieser Orte, die man nie vergisst. Wir schauen uns an und wissen: Hier bleiben wir.

    Wir richten uns ein, holen die Stühle raus, und sofort breitet sich dieses Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit aus. Das Wasser ist spiegelglatt, die Sonne glitzert, und wir holen das SUP heraus. Auf der Lagune ist es still, nur das leise Plätschern des Paddels ist zu hören. Beim Zurückpaddeln entdecken wir sogar eine kleine Stelle zum Schnorcheln: Seegras, ein paar bunte Fische, ein schwarz-weiß gestreifter wie ein Zebrafisch – und etwas, das aussieht wie eine Wasserschlange.

    Am Nachmittag treffen wir Jérôme und Leslie – Franzosen, die ebenfalls mit ihrem Auto die Westküste runter gefahren sind. Wir verstehen uns sofort, tauschen Geschichten aus und stellen fest: Wahrscheinlich werden wir uns wiedersehen, beim Verschiffen von Mombasa nach Oman.

    Die Tage hier vergehen wie im Flug. Wir genießen die Sonne, den Wind, die Abende mit Grillen und Gesprächen. Einmal kommen Einheimische vorbei und bieten frischen Fisch an. Eigentlich sollten es vier Kilo sein – ein riesiger Fang! Aber als wir nachwiegen (zum Glück haben wir unsere Kofferwaage dabei), sind es nur zwei Kg. Wir lachen, zahlen natürlich nur für das, was es wirklich ist – und am Ende schmeckt der Fisch trotzdem köstlich.

    Es sind diese kleinen Momente, die diesen Ort besonders machen – die Wärme, das Licht, das Rauschen der Palmen. Vielleicht einer der schönsten Plätze, an denen wir in ganz Afrika gestanden haben. Und so bleiben wir – aus einer Nacht werden drei.
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  • Ein harter Weg ins Paradies

    9 oktober, Moçambique ⋅ 🌙 23 °C

    Nur mit Mühe schaffen wir es aus dieser sandigen Piste heraus. Schon am Tag zuvor hatten wir ein mulmiges Gefühl, weil wir wussten, dass wir denselben Weg wieder hinauffahren müssen – durch den tiefen, weichen Sand. Und tatsächlich: es war richtig schwer. Jens musste mehrere Anläufe nehmen, der Motor röhrte, der Sand spritzte, und doch drehten die Räder immer wieder durch.

    Wir lassen die Luft aus den Reifen, auf 1,5 bar, in der Hoffnung, dadurch etwas mehr Grip zu bekommen. Doch auch das hilft nur bedingt. Immer wieder bleiben wir stecken. Regina schnappt sich die Schaufel und beginnt zu graben, während immer mehr Menschen dazukommen – junge Männer, Kinder, neugierig, freundlich, lachend. Einige helfen mit ihren Füßen, schieben ein bisschen, rufen Tipps zu. Schließlich holen wir die Sandboards heraus, legen sie unter die Reifen, Stück für Stück. Zentimeter für Zentimeter arbeitet sich das Auto nach oben. Und dann – endlich – klappt es. Jens schafft es, den Hügel hochzufahren! Ein Jubelmoment. Wir sind überglücklich und erleichtert.

    Es ist noch früh am Morgen, aber schon heiß. Gegen neun Uhr brennt die Sonne gnadenlos. Wir fahren in die nächste Stadt, gönnen uns ein kleines Frühstück und atmen durch. Der schwierigste Teil liegt hinter uns. Danach geht es weiter Richtung Tofo an der Ostküste Mosambiks. Dort warten unsere Reisefreunde Eva aus Frankreich und Dani aus Argentinien auf uns.

    Die Fahrt zieht sich. Die Straßen sind nicht katastrophal, aber teils holprig, mit vielen kleinen Dörfern. Überall stehen Polizisten am Straßenrand, teils mit Radarfallen, winken Autos heraus, kontrollieren Führerscheine. Alles freundlich – aber es hält auf. So brauchen wir fast sechs Stunden, bis wir schließlich im Dunkeln in Tofo ankommen.

    Als wir auf den Campingplatz rollen, sehen wir Eva und Dani schon warten. Wir haben uns seit Kapstadt nicht mehr gesehen. Die Wiedersehensfreude ist groß – wir umarmen uns, kochen zusammen, erzählen, lachen und genießen den warmen Abend.

    Am nächsten Morgen wollen wir Tofo genießen – doch der Campingplatz ist leider wenig einladend. Wir stehen im Sand, fast wie im Hinterhof eines alten Hostels. Die Duschen sind verrostet, nichts wird gepflegt. Eva meint, es sehe genauso aus wie vor acht Jahren, als sie hier ihren Tauchschein machte – sogar die Bettwäsche sei wohl dieselbe.

    Kurz lernen wir den Besitzer kennen – Jochen aus Hannover. Er kommt mit seinem Sonntags Porsche Cayenne, bleibt kurz und fährt wieder. Wir betreiben freundlich Smalltalk. Die Lage des Platzes ist traumhaft.

    Wir gehen ins Café Jen’s Place, das uns wegen des Namens neugierig gemacht hat. Eine ältere Südafrikanerin steht dort, freundlich, aber ohne Kaffee – Stromausfall. Der Kuchen ist gefroren und braucht ewig zum Auftauen. Ein kleiner Reinfall, aber irgendwie charmant.

    Dafür entschädigt der Strand: eine ruhige, weite Bucht mit warmem, klarem Wasser. Marie freut sich riesig, planscht im seichten Meer, während wir einfach genießen. Tofo ist ein besonderer Ort – eine Mischung aus kleinen Cafés, einheimischen Marktständen und entspanntem Tourismus. Es gibt hier so viel Potenzial, so viel Atmosphäre.
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  • Grenzabenteuer in Mosambik

    7 oktober, Moçambique ⋅ ☁️ 25 °C

    Es ist soweit – wir fahren nach Mosambik. Nach nun 4 Monaten Südafrika verlassen wir wieder die „westliche Welt“ und stürzen uns ins „raue Afrika“.

    Zuerst läuft es an der Grenze alles geordnet: Südafrika stempelt uns aus, Papiere, Carnet – alles kein Problem. Dann die mosambikanische Seite – und sofort spüren wir: Hier beginnt eine andere Welt. Die Gebäude sind marode, der Putz blättert, alles wirkt improvisiert. Wir warten auf den Beamten, der sich um unsere Visa kümmert. Portugiesisch, ein bisschen Englisch, viel Lächeln. Zum Glück haben wir unser E-Visa schon vorbereitet. Trotzdem dauert es. Formulare, Kopien, umgerechnet 10 Euro pro Person – und alles wird per Hand eingetippt.

    Die Atmosphäre ist freundlich-chaotisch. Eine Beamtin schaut nebenbei Kochvideos, andere diskutieren lautstark. Es ist Afrika in seiner ganzen Echtheit – langsam, herzlich, lebendig. Nach anderthalb Stunden ist alles geschafft. Nur Marie ist die Warterei zu lang, aber ein kleiner Moment bleibt uns in Erinnerung: Auf dem Tresen liegen Kondome zum Mitnehmen. Offenbar ist die Aufklärung hier noch nicht ganz selbstverständlich.

    Dann rollen wir über die Grenze – Mosambik!
    Und sofort springt uns der Kontrast ins Auge. Menschen leben in einfachen Hütten aus Lehm, Wellblech und Plastikplanen, Marktstände säumen die Straße, Ochsen- oder Esel-Karren gehören zum Alltag. Kinder winken uns zu. Es ist laut, bunt und arm – aber voller Leben.

    Die Polizei ist überall. Meist freundlich, manchmal neugierig. Jens meint noch, hier gäbe es keine Radarkontrollen – keine zehn Minuten später werden wir geblitzt. 80 statt 60, mitten im Nichts. Eine Falle. Der Polizist lächelt, nennt umgerechnet 25 Euro. Jens verhandelt ruhig – am Ende zahlen wir umgerechnet 7 Euro. Alle sind zufrieden, wir lachen. Willkommen in Mosambik.

    Am Nachmittag erreichen wir Bilene an der Küste zum Indischen Ozean. Der Weg dorthin führt über tiefen Sand, wie eine Düne. Unten finden wir einen traumhaften Wildstellplatz an der Lagune – direkt am Wasser, still, wunderschön. Hier verbringen wir eine ruhige Nacht.

    Am nächsten Tag wollen wir noch weiter zu einem Campingplatz, doch ein Ast hängt zu tief – mit 3,30 Metern Höhe keine Chance. Zufällig entdecken wir daneben einen anderen Platz: kleine Beachbar mit Camping, Palmen, schönen Sandstrand – alles, was man sich wünschen kann.

    Nur eins trübt die Idylle: Es gibt nur diesen einen Weg zurück, die steile Sandpiste hinauf. Schon beim Gedanken daran wird uns anders. Aber so ist Afrika – nichts läuft glatt, und genau das macht jedes Abenteuer unvergesslich.
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  • Softwareupdate für Rocky

    29 sep.–1 okt., Sydafrika ⋅ 🌩️ 17 °C

    Seit vielen tausend Kilometern (ca. seit Senegal) versucht unser Sprinter immer wieder, den Rußpartikelfilter freizubrennen – obwohl dieser längst ausgebaut ist. Eigentlich sollte ein Software-Update das verhindern.
    In Mossel Bay (Südafrika) ließen wir die Software bei einem Tuning-Betrieb neu aufspielen, doch nach 700 Kilometern stellte sich heraus: Das Problem blieb.
    Jetzt sind wir in Johannesburg bei dem eigentlichen Entwickler der Software. Er ist super hilfsbereit, prüft alles gründlich und merkt, dass es zwei Anläufe braucht, um das Update korrekt bereitzustellen. Da er sich zu Beginn noch im Ausland befindet, zieht sich die ganze Aktion über eine Woche hin die wir mit Sandro, Carmen und Theo verbracht haben.

    Als er schließlich zurück ist, funktioniert die Nachbesserung zunächst nicht zufriedenstellend. Der Entwickler braucht noch einen weiteren Tag, um alles richtig einzurichten.

    Wir verbringen die Nächte auf einem kleinen Liebevoll hergerichteten Campingplatz in Johannesburg auf dem es einen Spielplatz für Marie, und einige Katzen, Schafe und Enten gibt. Tagsüber vertreiben wir uns die Wartezeit in verschiedenen Shopping-Malls. Marie tobt sich auf Spielplätzen aus – und wir genießen die kleinen Annehmlichkeiten der westlichen Welt, bevor es bald wieder zurück ins Abenteuer geht. Als der Entwickler schließlich am Nachmittag fertig ist und Softwaretechnisch alles in Ordnung nun ist, verkündet er uns eine Hiobsbotschaft. Wir sollten mal die Einspritzdüsen kontrollieren lassen. Die Werte dieser sind wohl nicht im Normbereich. Das ist Jens größte Befürchtung.
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  • Ein Wiedersehen mit Freude

    22–29 sep., Sydafrika ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir sind zurück in Johannesburg. Schon die Ankunft ist aufregend – spät nachts, fast halb eins, stehen wir vor den verschlossenen Toren des Caravan Parks. Regina klopft und ruft, Minuten vergehen, bis ein verschlafener Wachmann aus seinem Häuschen schaut und endlich öffnet. Wir sind erleichtert, denn draußen im Industriegebiet möchten wir wirklich nicht stehen bleiben.

    Unser Camper wartet verstaubt, aber innen blitzsauber. Wir kuscheln uns hinein, froh, wieder ein Stück Zuhause auf Rädern zu haben.

    Am Morgen lassen wir die Reifen wechseln – Da ein Reifen auf dem Sanipass in Lesotho einen tiefen Einschnitt erlitten hat, muss dieser ersetzt werden. Wir haben einen brandneuen Ersatzreifen dabei. Da 2 Reifen aber schon sehr an Profiltiefe verloren haben, wollen wir 2 Reifen ersetzten. Die Beschaffung des bei uns in Europa völlig gängigen All Terrain Reifens stellt eine echte Herausforderung dar. Jens findet schließlich bei seiner Online- und Telefonrecherche die letzten im Land erhältlichen und dank der unsichtbaren Hand des Marktes überteuerten Reifen und lässt einen zum Caravan verschicken. Beim Reifenwechsel packt Jens mit an, in einer halben Stunde ist alles erledigt. Kostenpunkt für die Montage nur 6 Euro. Ein kleines Glück! Danach geht es Richtung Pretoria, wo wir Carmen, Sandro und Theo wiedersehen. Die Freude ist riesig – besonders Marie strahlt, endlich wieder mit Theo spielen zu können. Wir grillen, plaudern und genießen die gemeinsame Zeit.

    Wir wandern zusammen in eine kleine Schlucht, erleben Regen, lachen über Affen, die morgens auf dem Spielplatz herumturnen, und staunen über Gnus und Antilopen direkt am Stellplatz. Spontan fahren wir ins Pilanesberg Game Reserve und machen eine Safari. Elefanten, Nashörner, Giraffen – unvergesslich! Nur die Raubkatzen bleiben uns verborgen.

    Die Nächte verbringen wir mal sehr einfach, mal auf wunderschönen Campingplätzen – direkt am Stausee mit Indoor-Pool, Spielplatz und viel Platz für die Kinder. Grillen, Trampolin springen, schwimmen: Die Tage vergehen wie im Flug.

    Am letzten Abend dann der Schreck: Theo wird von einer Katze gebissen. Am nächsten Morgen fahren Carmen und Sandro mit ihm in eine Klinik nach Johannesburg, um auf Nummer sicher zu gehen. Damit endet unsere gemeinsame Zeit.

    Sieben Tage voller Nähe, Lachen und Abenteuer liegen hinter uns. Es ist schwer, Abschied zu nehmen, aber wir fahren mit dankbaren Herzen weiter. Und wieder spüren wir: Reisen bedeutet nicht nur Orte sehen, sondern Begegnungen erleben. Freundschaften, die uns begleiten, und Erinnerungen, die bleiben – das sind die Schätze, die wir mitnehmen.
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  • Bye, bye Mauritius

    21 september, Mauritius ⋅ 🌬 22 °C

    Nach gut zweieinhalb Wochen auf Mauritius heißt es nun langsam Abschied nehmen. Wir haben viel gesehen, sind quer über die Insel gefahren, haben neue Orte entdeckt und das Kitesurfen genossen. Diese Mischung aus Erkundung und Zeit auf dem Wasser war perfekt. Man hätte hier locker noch länger bleiben können – so viele Strände, so viele Ecken, die noch auf uns gewartet hätten. Mit jedem Ortswechsel öffnet sich ein weiteres Stück der Insel – sie ist wirklich sehr sehenswert.

    Die Strände sind traumhaft schön. Überall brechen die Wellen draußen vor dem Riff, sodass man seichte Buchten hat, in denen das Wasser türkisblau schimmert, sobald die Sonne herauskommt. Schade nur, dass das Schnorcheln nicht mehr so beeindruckend ist. Die meisten Korallenriffe sind tot, lebende Prachtkorallen sieht man innerhalb des Riffs kaum noch. Ein paar hübsche Fische schwimmen zwar zwischen den Überresten, doch im Nordwesten haben wir immerhin noch einen Strand gefunden, an dem es ganz schön war – dort begegneten uns viele Fische, sogar ein Lippfisch und eine Moräne. Das war dann unser Schnorchel-Highlight.

    Besonders begeistert uns die Vielfalt der Buchten. Jede hat ihren eigenen Zauber, und dank des vorgelagerten Riffs ist das Wasser überall ruhig und seicht – perfekt zum Baden, Sonnen und Staunen. Auch das Wetter zeigt sich abwechslungsreich: mal Sonne, mal Wolken, ab und zu ein kurzer Schauer – aber nie kalt. Selbst an grauen Tagen bleibt es angenehm, und wenn die Sonne scheint, leuchtet die Insel in den schönsten Farben.

    Am Samstagabend steigt Peter in den Flieger zurück nach Frankfurt ein. Wir hatten eine sehr schöne gemeinsame Zeit, und haben uns riesig gefreut, dass Peter – Reginas Papa – uns auf La Réunion und Mauritius besucht hat. Auch Marie war überglücklich, ihren Opa wiederzusehen, und wir alle haben die abwechslungsreichen Tage sehr genossen. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, als wir ihn ins Taxi setzen.

    Am nächsten Tag heißt es dann auch für uns: Koffer packen und zurück nach Johannesburg. Dort wartet schon unser Camper Rocky, mit dem das nächste Kapitel unserer Reise beginnen.
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  • Von Ganga Talao bis zur Ostküste

    14 september, Mauritius ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir wechseln unsere Freizeitaktivitäten regelmäßig ab. Da der Wind oft perfekt passt, verbringen wir viel Zeit beim Kitesurfen, entdecken aber auch immer wieder neue Ecken der Insel. Faszinierend, wie kompakt Mauritius ist – einmal quer hinüber sind es gerade einmal zwei Stunden Autofahrt.
    Unsere Rundtouren führen uns zuerst in den Norden und dann weiter an die Ostküste. Hier wirkt alles idyllisch und stellenweise noch erstaunlich ursprünglich. Im Vergleich zu La Réunion ist die wirtschaftliche Entwicklung hier stärker auf den Tourismus reduziert. Der Straßenverkehr ist ruhiger und das Inselleben spürbar gelassener. Wir begegnen Fischern in kleinen Dörfern, Menschen, die noch in einfachen Hütten leben – und gleich daneben stehen teils luxuriöse Resorts. Besonders beeindruckt uns die kulturelle Vielfalt: Hindus, Muslime, Christen und Buddhisten leben hier sichtbar miteinander, nicht nur nebeneinander.
    Ein kulturelles Highlight ist der hinduistische Tempel Ganga Talao, auch Grand Bassin genannt. Er gilt als bedeutendster Wallfahrtsort der Hindus auf Mauritius und zählt zu den größten Tempelanlagen außerhalb Indiens. Am heiligen Kratersee, der der Legende nach mit dem Ganges verbunden ist, ragen riesige Statuen von Shiva und Durga bis zu 33 Meter in den Himmel. Schon beim Ankommen spürt man diese besondere spirituelle Ruhe.
    An der Ostküste genießen wir die Strände und kleinen Ortschaften. Es ist, als würde die Zeit hier langsamer vergehen.
    Natürlich zieht es uns auch immer wieder aufs Wasser. Der Kitespot in Le Morne ist einzigartig: konstante, verlässliche Winde – und gleichzeitig familienfreundlich. Auf der einen Seite der Landzunge rauschen wir Kiter übers Wasser, auf der anderen liegt eine geschützte, windstille Zone, in der Marie und Peter entspannt baden und dem bunten Treiben zuschauen können. So etwas haben wir weltweit noch nie erlebt.
    Die Bedingungen hier sind schlicht grandios. Innerhalb des Barriere­riffs, das die Insel umschließt, brechen sich Wellen, die zu den besten der Welt zählen. Entsprechend hoch ist auch das Niveau der Wind-, Kite-, Wing- und Parawingsurfer, die sich in den berühmten Spots Manawa und One Eye austoben. In der geschützten Lagune wiederum trainieren unzählige Surfer ihre Freeride- und Freestyle-Skills. Dieser Surfspot hat wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten.
    Wir haben hier auch einige coole deutsche Surferfamilien kennengelernt, die gleich mehrere Monate auf der Insel verbringen. Kein Wunder – die Kombination aus Top-Surfbedingungen, entspannter Lebensqualität und der faszinierenden Vielfalt der Insel sorgt einfach für maximale Zufriedenheit.
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  • Kitesurfen & Inselerkundung

    5–9 sep., Mauritius ⋅ ☀️ 25 °C

    Schon beim Ankommen spüren wir: Mauritius hat etwas Magisches. Die Insel im Indischen Ozean ist tropisch, grün und bunt – ein Ort, an dem rund 1,3 Millionen Menschen verschiedenster Herkunft friedlich miteinander leben. Hindu-Tempel, Moscheen, alte englische Kirchen – alles steht nebeneinander, genauso vielfältig wie die Menschen, die uns hier freundlich zulächeln. Das Wetter? Warm, sonnig, manchmal zieht ein Schauer durch, der aber eher erfrischt als stört.

    Unser Zuhause liegt im Südwesten, in der Nähe des Kitestrandes: ein schönes Haus, umgeben von einem kleinen Fischerdorf. Während Jens sich im türkisblauen Wasser auf sein Kiteboard schwingt – mal in der flachen Lagune, mal draußen auf den Wellen am Riff –, machen wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt auf den Le Morne Brabant. Von hier oben hat man eine tolle Sicht über die Lagune von Le Morne. Wir sehen sogar unterwegs noch Meerkatzen. Als wir zurück kehren hat sich Marie auf in leckeres Vanilleeis verdient.

    Am nächsten Tag geht es in die Hauptstadt nach Port Louis. Schon am Markt wirbelt das bunte Leben um uns herum: Gewürze, Stoffe, Stimmengewirr. Schicke Kolonialhäuser stehen hier in der Altstadt neben Fassaden, die schon bessere Tage gesehen haben. In der schicken neuen Waterfront setzen wir uns in ein Café am Hafen. Gerade, als ein tropischer Regenschauer niederprasselt, nippen wir an unseren Tassen, bzw. Jens und Marie essen ein leckeres Eis.

    An einem anderen Tag geht es auf den Berg Canot, der in der Nähe von unserem Ort liegt. Wir fahren einen Stück mit dem Auto bis zum Ausgangspunkt. Dann geht es einen kleinen schattigen Pfad entlang. Der Aufstieg ist steil, besonders zum Gipfel. Teilweise müssen wir sogar Klettern, und Peter möchte schon umkehren, als er die steilen Kletterpassagen sieht. Doch Regina überredet ihn, weiterzugehen. Marie sammelt ihre Motivation, indem sie kleine Pfeile verfolgt, die Regina unterwegs in den Boden malt. Oben am Gipfel leuchten ihre Augen, als sie ihren Schatz findet, ein kleines Spielzeugauto und Gummibärchen. Der Blick von hier oben über die Insel ist unbezahlbar.

    Besonders schön finden wir den Alltag. Morgens frühstücken wir draußen auf der Terrasse, manchmal springen wir gleich danach in den Pool. Marie lernt von Tag zu Tag besser schwimmen – mal im Pool, mal im Meer. Oft spielt sie mit Carla, dem Nachbarskind. Die beiden stehen sich schon früh morgens gegenseitig vor der Tür, voller Vorfreude auf einen gemeinsamen Tag.

    Mauritius zeigt sich uns von seiner herzlichsten Seite: grüne Landschaften, bunte Vögel, neugierige Affen, freundliche Menschen. Wir hören viel Deutsch um uns herum, denn auch für viele andere Deutsche scheint diese Insel ein Sehnsuchtsort zu sein. Für uns ist es gerade ein kleines Stück Paradies – voller Abenteuer, Lachen und unvergesslicher Momente. Und tatsächlich kommt uns hier oft das Zitat von Mark Twain in den Sinn:
    „Mauritius was made first, and then heaven; and heaven was copied after Mauritius“ - also, dass Mauritius so schön sei, dass der Himmel danach gestaltet wurde.
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  • Hallo Mauritius

    4 september, Mauritius ⋅ ☀️ 24 °C

    Wir starten unser nächstes Abenteuer: der Flug nach Mauritius! Es ist eigentlich kein richtiger Flug – eher ein Sprung. Gerade mal 45 Minuten dauert es von La Réunion bis zur Nachbarinsel. Kaum hebt das Flugzeug ab, da geht es schon wieder in den Sinkflug. Aber was für ein Anblick! Unter uns glitzert das türkisfarbene Meer, und die Umrisse von Mauritius tauchen auf – sattgrün, bergig und beigefarbene Sandstrände, wunderschön.

    Am Flughafen wartet schon die Mietwagenfirma auf uns. Ratzfatz haben wir den Wagen und düsen los – von Südosten quer rüber in den Südwesten, nach Le Morne. Die Fahrt entlang der Küste ist ein kleines Abenteuer für sich. Es tauchen mächtige Bäume auf, so dicht, dass es fast wie Regenwald wirkt. Zwischendurch immer wieder Zuckerrohrfelder.

    Und die Menschen hier – multikulti pur! Wir sehen hinduistische Tempel, farbenfrohe Moscheen und alte englische Kirchen, dazu Gesichter mit dunkler Haut, deren Ausstrahlung unglaublich entspannt wirkt. Selbst der Verkehr ist lässig: einspurig, manchmal zähfließend, aber niemand hupt aggressiv. Hier herrscht „take it easy“-Mentalität – fast so, als würde die Insel selbst sagen: „Entspann dich, du bist angekommen.“

    Nach gut einer Stunde rollen wir vor unserer Unterkunft ein – und wow, was für ein Ort! Ein hübsches Doppelhaus mit kleinem Pool, nicht direkt am Strand, aber perfekt zum Wohlfühlen. Das Beste: unsere Nachbarn sind ebenfalls Deutsche und haben eine vierjährige Tochter. Jackpot für Marie! Sie ist völlig aus dem Häuschen, als sie die kleine Carla kennenlernt. Die beiden verschwinden sofort ins Spiel, und wir merken schnell: Das wird eine richtig schöne Zeit.

    Am nächsten Tag geht’s endlich an den Strand – und wir sind überwältigt. Vor uns liegt eine traumhafte Lagune, wie gemalt. Heute ist es windstill, also kaum Kitesurfer unterwegs. Genau richtig, um einfach anzukommen, zu baden und runterkommen. Hinter dem vorgelagerten Riff glitzert das Meer in allen Blau- und Türkistönen. Sicher schwimmen, Sonne genießen, Seele baumeln lassen. Schnorcheln ist hier zwar nicht der Hit – dafür fehlen die bunten Korallenriffe – aber das heben wir uns für ein anderes Mal auf.

    Heute zählt nur eins: ankommen, genießen und jeden Moment aufsaugen. Mauritius hat uns sofort gepackt – mit offenen Armen, bunten Eindrücken und dieser Leichtigkeit, die einen schon nach wenigen Stunden völlig verzaubert.
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