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Durch die Ägäis und den Dodekanes

Mit Thessaloniki haben wir unseren nördlichsten Punkt erreicht, falls wir es nicht doch nach Thasos schaffen...
Wir werden in den nächsten Wochen mit der "Ostbahn" möglichst viele Inseln der Ägäis und des Dodekanes besuchen!
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    🇬🇷 Καρδάμαινα, Griechenland

    Anafi

    2 de setembro, Grécia ⋅ ☀️ 26 °C

    Wie jeden Morgen und Abend "bewunderten" wir die tägliche Katamaranprozession (die "schwimmenden Affenfelsen"), wenn mehrere Dutzend kleinerer und größerer Katamarane hinter unserem Heck bis auf den letzten Platz vollgefüllt mit Tagestouristen von und zur Marina Vlychada fahren. Manche mit dezenter Musik, andere dröhnten Musik mit voller Lautstärke, die Tote wecken könnte.
    Nirgens auf der Welt habe ich bis jetzt so eine etreme Dichte dieses Geschätfsmodells gesehen. Das ist so schlimm dass du als normalsterblicher Segler in dieser Marina keinen Liegeplatz bekommst, weil alles von den Katamaranen in doppelter und dreifacher Ausführung belegt ist.
    Kurz besuchten uns noch Andrea und Sahin von der "Cara Mia", mit den Beiden waren wir am Vorabend Essen und hatten eine schöne Zeit.
    Für Andrea war der Griechenlandaufenthalt leider zu Ende, Sahin wird uns irgendwann nach Osten folgen.
    Für uns war der Wind perfekt, wir lichteten den Anker und segelten zu unserem nächsten Ziel, nach Anafi.
    Anafi ist wirklich eine winzige Insel, gerade mal 12km lang und 6km breit, sehr steil gebirgig und im Osten der höchste Berg Kalamos mit 582 Meter. Dieser Berg ist aus mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, denn er besteht zur Gänze aus Marmor und ist nach "The Rock" in Gibraltar der zweitgrößte Monolith Europas.
    Fast am Gipfel thront die Kirche Panagia Kalamiotissa.
    Zwei Klöster, ein paar wunderschöne Strände und eine beeindruckende Chora runden das Ensemble ab.
    Der Hafen ist ein Bollwerk gegen die Naturgewalten, relativ neu, neben den lokalen Fischerbooten Platz für etwa acht Yachten und vor allem gratis!
    Zwei Buslinien - Einer mehrmals am Tag von der Chora zu den diversen Stränden und Klöster, der Andere drei mal am Tag von der Chora in den Hafen und zurück. Auch zu den Ankunftszeiten der Fähren fährt der Bus.
    Von der Chora führt ein gut beleuchteter Weg über den steilen Berg in Sepentinen in den Hafen. Dn kann man auch gut in der Nacht bewältigen, weil der letzte Bus um 18:00 zum Hafen fährt.
    Die Insel ist drei mal in der Woche mittels kleiner Fähre mit Santorini angebunden und vier mal die Woche mittels Autofähre nach Athen, Kreta und Rhodos.
    Anafi ist ein echt entschleunigtes Kleinod! Hier wird der griechische Lebensstil "σιγά σιγά" (siga siga - langsam langsam) in Reinkultur gelebt.
    Die Chora ist ein wunderschön gepflegtes, typisch kykladisches Bergdorf. Weiße Häuser ud Kapellen, so weit das Auge reicht, Bunte Fenster und Türen, Gastfreundschaft und freundliche Menschen wohin man schaut!
    Etliche Restaurants mit hervorragender Küche, Kafeneions mit Blick über die Ägäis, im Westen sieht man Santorini und bei guter Sicht im Süden bis Kreta runden das Ganze ab.
    Hier treffen sich Studenten, Familien mit Kleinkinder, Pensionisten und etliche andere Freigeister. Die Zeit scheint still zu stehen, ausspannen, kein Stress, sich's gut gehen lassen und die Seele baumeln lassen.
    Auch die LGBTQIA+ Community darf hier einfach Mensch sein, ohne Ausgrenzung und Einschränkungen, ohne blöd angemacht zu werden oder sonstiger Diskriminierung!
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  • Die Ausgrabungen von Akrotiri

    1 de setembro, Grécia ⋅ ☀️ 27 °C

    An der Südseite von Santorini liegt verborgen unter meterdicken vulkanischen Auswurfes die Ausgabungsstätte einer blühenden minoischen Stadt, heute nach dem nahen modernen Ort Akroiri benannt. Der antike Name der bronzezeitlichen Siedlung ist unbekannt. Die Insel selber hieß zu der Zeit Thera, es wurden aber bis Dato keine Aufzeichnungen gefunden, welche der Stadt einen Namen eindeutig zuordnen ließe.
    Die Stadt aus dem 17. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde wie so oft in der Archäologie zufällig gefunden, als 1867 ein Bauunternehmen Bimsstein für den Bau des Suezkanals abbaute.
    Der griechische Archäologe Spyridon Marinatos begann 1967 planmäßig nach der Suche untergegangener Siedlungsreste der minoischen Kultur und hatte mehr oder weniger die 100 Jahre davor entdeckte Stätte wiederentdeckt.
    Wenn dich das Thema detaillierter interessiert, dann bitte besuche
    https://de.wikipedia.org/wiki/Akrotiri_(Santorin)
    Wir beide sind ja große Freunde diveser Altertümer, und deswegen war klar dass wir unbedingt Akrotiri besuchen müssen!
    Für uns war natürlich von Vorteil das man wenige hundert Meter von der Ausgrabungsstätte hervorragend und recht gut geschützt von den sommerlichen Nordwinden ankern kann.
    Absolut von Vorteil ist, dass die gesamte Stätte überdacht ist, und auch die üblichen griechischen Öffnungszeiten (bis 15:30) gelten dort nicht, es ist in den Sommermonaten täglich bis 20:00 geöffnet.
    Die gesamte Stätte wird auch gerne mit Pompeji verglichen, welches 79 n.Chr. in der Vulkanasche des Vesuvs weitgehend konserviert blieb.
    Der Unterschied zu Pompeij ist aber, dass in Akrotiri offenbar keine Menschen zu Schaden kamen. denn bist jetzt wurden bei keiner Grabung menschliche Überreste gefunden.
    Anscheinend sind die Menschen rechtzeitig geflüchtet, konnten sogar zurück kommen um Hab und Gut abzutransportieren und die Stadt aufgeben.
    Vermutet wird dass zur Zeit bestenfalls ein Fünftel der Stadt ausgegraben wurde, und auch nicht alle Siedlungshorizonte.
    Ich habe mich gefreut dass ich mit meinem Behindertenausweis die Stätte gratis besuchen durfte. Da sind die Griechen wirklich großzügig! Aber der Normaleintritt von €20,- ist den Besuch durchaus Wert!

    Youtube ist voll mit interessanten Videos, hier nur ein paar, leider englisch:
    https://youtu.be/kv_ZKMHrLFQ?is=Uh2WEUf1s6EsRQEM
    https://youtu.be/t61ciDZpTcE?is=rOq3Z8hnY9ojYPdB
    https://youtu.be/_kmeg8xX7wc?is=Jn-aE6Ek28RluLgt
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  • Santorini/Thira

    31 de agosto, Grécia ⋅ 🌬 27 °C

    Schon seit Tagen sehen wir regelmäßig, mal mehr im Dunst, mal weniger, Santorini!

    Der Wind hat endlich wieder mal vernünftige Stärke angenommen, also Anker auf und Aufbruch!
    Die Überfahrt war recht gemütlich und diesmal wurden wir auch einige Zeit von einer ansehnlichen Schule großer Tümmler begleitet.
    Das ist jedes mal ein wunderschönes Erlebnis, wenn diese neugierigen Meeressäuger zum Schiff kommen, in der Bugwelle spielen, sich immer wieder zur Seite drehen um zu schauen was die Menschen treiben, die verzückt an der Reling hängen und versuchen das Schauspiel mit der Kamera festzuhalten. Auch ein Kalb war dabei, immer auf der Seite der Mutter surften Beide die Wellen hinter und neben uns ab. Geschätzt begleiteten sie uns etwa eine halbe Stunde, bis sie wieder in den Weiten des Meeres verschwanden.
    Santorini, der Überrest einer gewaltigen Vulkanexplosion etwa vor 3.600 Jahren (die Minoische Erupion https://de.wikipedia.org/wiki/Minoische_Eruption), kam immer näher und wir waren entzückt wie die kleinen Kinder vom Weihnachtsbaum!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Santorin
    Moni war 1986 das erste Mal in Griechenland und auch auf Santorini, mein erster Besuch wird Anfang der 90er gewesen sein.
    Damals war noch keine Rede von Masentourismus, Kreuzfahrer welche 5.000 und mehr Menschen auf einmal ausschütten und das System an seine Grenzen bringt, hunderte Festmacherbojen für Charter- und Eignerboote und eine Flotte von geschätzt 40 Katamarane, die täglich Hundertschaften an Sonnenhungrigen von einem Strand zum Nächsten skippern. Wir nennen diese Boote liebevollsarkastisch "die schwimmenden Affenfelsen".
    Wir sind natürlich duch die Kaldera gesegelt, vorbei an den imposanten Klippen die in allen Farben in deen Himmel ragen, worauf wie Schwalbennester die Orte Oia, Fira, Thira, Fonikia und wie sie alle heißen, kleben.
    Drei dieser Riesenpötte standen in der Kaldera, schwimmende Hochhäuser, wir waren überwältigt und beeindruckt und gleichzeitig war es erschreckend und abstoßend!
    Vorbei an der rauchenden Vulkaninsel Nea Kameni und Palaia Kameni in der Mitte der Kaldera ging es Richtung der Südseite von Santorini, unser Ziel war der weitläufige Ankerplatz vor Akrotiri.
    Denn nachdem wir uns Beide unsere Erinnerungen an das Santorini von damals nicht zerstören wollten, haben wir bewusst keinen Besuch in einem der Orte geplant. Wir wollten nur die Ausgrabungen von Akrotiri besuchen...
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  • Ios

    26 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 29 °C

    Bei der Einfahrt in die tief einschneidende Bucht zum Stadthafen von Ios (warum der nicht Vathi heißt ist mir ein Rätsel) grüßte auf der einen Seite der mächtige Leuchtturm und von hinten dröhnte eine Catamaranfähre daher, ohne Rücksicht auf Verluste, einen mächtigen Schwell erzeugend. Ein ordentlicher Vorgeschmack auf das was uns im Stadthafen erwarten wird, jedes mal wenn eine Fähre einläuft und anlegt.
    Im Hafen angekommen ergatterten wir einen Platz auf der Ostseite, welche den Fährschwell besser verarbeitet. Die Wellen treffen eher von vorne auf den Bug und seltener von der Seite. Angenehm ist beides nicht, aber man gewöhnt sich dran!
    Ios ist zwar auch ziemlich touristisch, aber nicht so hoffnungslos überlaufen wie Mykonos oder Naxos. Hier bewegt sich alles noch in einem erträglichen Rahmen.
    Wir sind natürlich mit dem Bus in die Chora. Dort besuchten wir das kleine, aber feine archäologische Museum, bestückt mit den Artefakten diverser Ausgrabungsstätten der Insel.
    Aufgrund der Hitze hatten wir den Besuch der Ausgrabungsstätte von Skarkos unterlassen. Von den Kapellen oberhalb der Chora sah man hin und wir stellten fest: Anmarsch und die gesamten Ausgrabungen in der prallen Sonne!
    Interessant wäre es allemal gewesen...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Skarkos
    Wir zogen es vor das halbe Dutzend Kapellen am Berg über der Chora heimzusuchen, mit Blick über den Hafen, die Reste der Windmühlen, Skarkos und den umliegenden ägäischen Inseln und dann in der Chora zu schlendern, Kaffee und Bier zu genießen und dann über die Stiegen in den Hafen abzusteigen.
    Der Meltemi pfefferte wieder mal wie verrückt und so blieb uns nichts anderes übrig als ein paar Tage zu bleiben.
    An den unglaublichen Schwell der Fähren gewöhnt man sich, obwohl man jedes mal glaubt die Wellen reissen die Festmacherklampen aus dem Bootsrumpf! Gelitten haben nicht nur die Leinen, uns hat es im Herzen weh getan, arme geschundene "Ostbahn"...
    In der Chora hatten wir auch ein nettes, etwas verstecktes Restaurant gefunden, authentische griechische Küche, familiäres Ambiente, vernünfige Preise, das wollen wir euch nicht vorenthalten:
    https://maps.app.goo.gl/3eVrs8deM8d9EFh7A?g_st=ac
    Irgendwann hat uns der Schwell der Fähren doch gereicht und wir legten ab.
    Unser Ziel war die Magganari Bucht im Süden von Ios.
    Der Meltemi war immer noch mordsmäßig fett und legte dann in der Bucht noch mächtig zu! Böen weit über 50 Knoten (etwa 100 km/h) donnerten durch die Bucht und zerrten an der Ankerkette, dass einen Angst und Bange wird! Eine dieser Böen konnten wir mit 51 Knoten messen!
    Aber auf unseren 30kg Anker und 55 Meter Kette auf 5 Meter Wassertiefe, perfekt im Sand vergraben, hat das alles nicht beeindruckt! Der hielt bombenfest, die ganze Nacht!
    Ich habe den Ankertanz der Nacht aufgezeichnet, ein beeindruckendes Kipferl haben wir da in die Bucht gemalt...
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  • Über Paros und Sifnos nach Ios

    23 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 27 °C

    Nachdem wir lansam genug hatten vom völlig überrannten Naxos war es Zeit unserem Anker wieder mal ein paar Stunden Tageslicht und Frischluft zu gönnen! Also rauf mit dem Haken und bei angenehmen Wind ging es um das südliche Kap von Paros in die Paranges Bucht. Eine ruhige Nacht dort, abgesehen vom ständigen Schwell, der aber fast überall in Griechenland herrscht. Schuld daran sind die vielen großen Fähren, Schnell- und Katamaranfähren, die Hundertschaft an Container-, Tanker-, Bulkcarrier-, und sonstiger Großschifffahrt, welche die griechischen Gewässer ständig durchpflügen.
    Am nächsten Tag - wir konnten nicht anders - mussten wir die knapp drei Seemeilen zu den vorgelagerten Inseln Panteronisi, Glaropunta und Tigani fahren. Zwischen den Inseln karibisches Blau in allen Abstufungen und Schattierungen, dementsprechend hoch natürlich das Aufgebot an Tagesgästen, die mit allen möglichen schwimmenden Untersätzen diese paar Steinhaufen stürmten.
    Uns war es wurscht, denn spätestens um 19:00 war der Spuk vorbei und uns gehörte der Ankerplatz ganz alleine. Fast zumindest, denn gegen 21:00 kam noch ein Segelboot und wollte akkurat 15 Meter neben uns ankern. Unverständlich, denn die Bucht wäre wirklich groß genug um vernünftig Abstand zu halten. Nach längerer Diskussion, die zum Schluß durchaus rüde wurde hatten die Gäste den Skipper davon überzeugt, das sowas eine Unart ist und sie wollen selbst nicht so knapp neben einem anderen Boot liegen. Zu deren Glück, denn ich hatte die Akku-Flex schon vorbereitet...
    Bald des nächsten Morgen noch bevor der Tageswahnsinn hier wieder einsetzt zogen wir unseren Anker hoch und perfekter Wind brachte uns nach Sifnos. Auf der Westseite der Insel erwartete uns ein echtes Kleinod!
    Vathi, eine tief einschneidende und beiderseits von hohen Klippen umrahmte Bucht öffnete sich vor uns! Wenn man es nicht weiß dann würde man es von See kommend nicht ahnen, was sich da verbirgt!
    Eine kleine Kirche, ein kleiner Anleger, ein paar Ferienappartements, ein Markt (das Prädikat "Super" verdient er nicht, hat aber trotzdem einiges), fünf oder sechs Restaurants, alle direkt am Wasser, keine Stranddiscos die bis zum Morgengrauen für 5 Hanseln mit 120 Dezibel wummern, Sandstrand im gesamten Rund der Bucht, guter Ankergrund, windgeschützt gegen fast alle Richtungen und vor allem kaum Schwell! Herrlich! Herz was willst du mehr?
    Griechenland wie man es von "früher" kennt, ohne Schickimicki, bodenständige Tavernen mit vernünftigen Portionen und Preisen, das mussten wir ein paar Tage auskosten!
    Doch auch die schönste Zeit im Paradies geht irgendwann zu Ende und so verließen wir Vathi nach vier angenehmen Tagen. Unser neues Ziel war Ios, der Stadthafen, denn unsere Vorräte gingen wieder mal zur Neige.
    Der Wind dort hin sollte eigentlich halbwegs sein, aber wie so oft hat der Wind den Wetterbericht nicht gelesen, denn es war spiegelglatt und Ententeich! Was solls, Motor an und seit endlosen Zeiten tuckerten wir wieder mal dahin. Eigentlich eine willkommene Abwechslung zum ständig verrückt blasenden Meltemi!

    Vathi: In Griechenland gibt es mindestens 25 Orte, die als "Vathi" bezeichnet werden.
    Vathi bedeutet so viel wie "tief, tief einschneidend". Also Orte, meistens Buchten, die tief ins Land einschneiden und im Normalfall auch meist sehr geschützt von fast allen Seiten sind.
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  • Naxos

    18 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 25 °C

    In dieser abgeschiedenen Bucht im Süden Naxos blieben wir dann noch eine weitere Nacht. Es war notwendig nach dem Horror in Schinoussa!
    Ein paar Tage davor hat mich ein ehemaliger Arbeitskollege, oder vielleicht besser - Jugendfreund? wie auch immer, netter Kerl, ewig nicht gesehen! - kontaktiert und erzählt, er hat kurzfristig mit seiner Frau beschlossen, ein paar Tage nach Naxos zu kommen.
    Natürlich wollten wir uns Beide dieses Treffen nicht entgehen lassen, immerhin hatten wir uns vor 16 Jahren das letzte mal getroffen!
    Vivi und Regina, seine Frau (die ich immer liebevoll Angina nenne, und sie verzeiht es mir seit Jahrzehnten), warteten am Strand in der Nähe ihrer Unterkunft und wir versuchten, diesen Ort zu finden. War nicht so einfach, denn einerseits konnten wir nicht so knapp an das seichte Ufer ran fahren, und andererseits ist der liebe Vivi ein bisserl schasaugert, und konnte uns am Wasser nicht ausmachen. Auch die Ortsangaben waren nicht gerade nautisch umsetzbar, aber zu Guter letzt fanden wir den richtigen Strandabschnitt und die Beiden wachelten mit den Handtüchern, was bei den anderen Strandbesuchern ein bisserl Kopfikratzen ausgelöst hatte.
    Anker runter, Dinghi ins Wasser und dann rüber an den übervölkerten Strand zum großen Wiedersehen! Letzteres mussten wir natürlich mit ein paar Bierchen begiessen und für den Abend war der Entschluss gefasst, dass wir gemeinsam Essen gehen.
    Bald war ein Lokal gefunden und dort verbrachten wir einen gemütlichen, lustigen Abend, schwelgend in alten Geschichten. Und natürlich waren wir die letzten Gäste dort!
    Tags drauf ging es für uns mal nach Naxos Stadt. Einerseits weil wir eine Wäscherei brauchten und andererseits weil wieder größerer Einkauf fällig war.
    Am Abend schlossen wir uns den Tausenden Touristen an, die zum Sonnenuntergang auf den Naxos Portara Hügel - dem Wahrzeichen der Insel - strömten. Unglaublich wieviele Menschen jeden Abend den Hügel stürmen! Wir genossen den Sonnenuntergang inmitten der Wahnsinnigen denen für Instagram keine Pose zu blöd ist und natürlich auch den Blick auf unsere "Ostbahn", die unter dem Hügel im Hafen schaukelte.
    Von unserem Liegeplatz unter dem Hügel hatten wir täglich das Schauspiel der diversen Fähren die jedes Mal dutzende Autos, hunderte Touristen, etliche Mopeds und Motorräder und natürlich auch all die Lastwagen mit den Gütern die diese Insel benötigt, herbringen und auch wegbringen.
    Manchmal zwei Fähren gleichzeitig die sich mit Gehupe den Anlegeplatz ausmachen, und auch am Wellenschlag am Ankerplatz wusste man ob eine große Fähre oder eine Katamaranfähre angelegt hatte. Hafenkino in Großformat, Ultracolor und Breitwand! Und im Hintergrund startete oft gleichzeitig ein kleiner Turboprop Flieger der Aegaean Airlines und brummte über den Hafen.
    Vivi und ich verbrachten einen gemütlichen Nachmittag in einer Kneipe, Angina und Moni machten die Boutiquen der Stadt unsicher!
    Und den Abend verbrachten wir in einer netten Taverne am Hafen mit Fisch und Wein...
    Auf jeden Fall werden wir uns in Österreich auch treffen! Danke für die schöne Zeit mit euch!
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  • Über Schinoussa nach Naxos

    12 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 28 °C

    Nochmal den Wassertank voll machen, nochmal zum Fleischhacker und Supermarkt, nochmal sonstige Besorgungen und dann raus aus dem Hafen!
    Wir wollen nach Schinoussa, eine klitzekleine Insel südlich von Naxos. Für die nächsten Tage war wieder mal Fetzenwind angesagt, den wollten wir in einer weitläufigen Bucht an der Westküste der Insel abwettern. Was wir zum Zeitpunkt des Ablegens nicht wussten: der Meltemi hat es offenbar auf uns abgesehen!
    Wir waren noch nicht weit aus der Hafenbucht draußen, da wurden aus den angesagten 15 Knoten Wind (knapp 30 km/h) das Dreifache! 40 Knoten Grundwind, Böen über 45 Knoten pfefferten aus Norden und ließen das Meer kochen!
    Beide Segel waren nur mehr Handtuchgröße, die Wellen und Brecher ergossen sich regelmäßig über unsere "Ostbahn". Irgendwann hatte ich zur Stabilisierung den Motor dazu genommen, damit mir der Autopilot zumindest mal für ein paar Minuten die Arbeit am Steuer abnehmen konnte. In erster Linie um mich halbwegs trockenzulegen - ich war ja für 15 Knoten Wind bekleidet, also Sommerzweiteiler: Sonnenbrille und Kapperl! - ordentlich wasserabweisend zu adjustieren, Schuhe und die Rettungsweste anlegen zu können.
    Schinoussa kam langsam näher, die Wellen aufgrund der Windabdeckung weniger und seltsamerweise ging auch die Windstärke zurück. So weit, dass uns am Südende der Insel ein Einmann-Laser - eine winzige Sportjolle - entgegen kam! Vor 10 Minuten hatten wir noch Rotz und Wasser gekämpft, und plötzlich das Spielzeugboot! Da fühlt man sich mehrfach ordentlich verarscht! Vor allem weil beim Blick Richtung Amorgos noch deutlich schweres Wetter auszumachen war...
    https://de.wikipedia.org/wiki/ILCA_4,_6_und_7
    In userer gewählten Bucht fanden wir bald einen geeigneten Ankerplatz, immerhin wollten wir mindestens die nächsten drei Tage hier verbringen und den angedrohten Sturm der nächsten Tage auszusitzen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schinoussa
    Der erste Tag und die Nacht waren friedlich, der Wind seltsam aus allen Richtungen, nichts Aufregendes.
    Der zweite Tag war auch noch friedlich, der Wind auch seltsam und weit entfernt von den Prognosen.
    Die Nacht wurde dann schlimm! Und nein, nicht wegen des Windes, der kam auch auf. Nein, das Restaurant am Hügel startete exakt um Mitternacht ein Open Air Konzert, welches sich bis um sage und schreibe 8:15 Uhr des Morgens wirklich... WIRKLICH! lautstark über die Bucht ergoss! Bis! Zum! Sonnen!Aufgang! Zum verrückt werden, denn die Band hatte ihr Set etwa vier mal komplett durchgespielt, um auf über acht Stunden Beschallung mit griechischer Katzenjammermusik zu kommen!
    In der nächsten Nacht begann um exakt Mitternacht ein griechisches Fräulein ihre Violine oder Geige zu malträtieren und dazu zu "singen", wieder die ganze Nacht, bis Sonnenaufgang! Noch schlimmerer Katzenjammer, diesmal mit Geige! Wieder mindestens 3x das gleiche Set!
    Ich war knapp dran meine Japansäge ins Dinghi zu packen, anzulanden und die Dame zu bitten, mit der Säge auf ihrem Instrument weiterzu"spielen", während ich mit dem Seitenschneider alle Kabel durchzwicke!
    Sämtliche Ankerlieger in der Bucht waren mittlerweile richtig genervt, zwei Nächte kaum ein Auge zugemacht wegen dieser scheixx Musik! Und man konnte wegen des Sturmes kaum weg von dort! Ausgeliefert! Auch am Tag war an Schlaf nicht zu denken. Aufgrund des Sturmes lief immer mehr Schwell in die Bucht und die Boote rollten oft mit über 45° hin und her und die Hitze war auch unerträglich!
    Noch eine weitere Nacht mussten wir diesen Wahnsinn ertragen, denn die Geigendame hatte noch einen weiteren Gig, diesmal zum Glück aber in einer anderen Bar, die wesentlich weiter von unserer Bucht entfernt war. Es war zwar unmögilch im Cockpit zu schlafen, aber unter Deck war es halbwegs erträglich.
    Am nächsten Vormittag hat es dann gereicht. Anker auf und weg da! Der Wind war zwar immer noch unsegelbar, aber wir hatten beschlossen die eineinhalb Stunden bis an die Südküste von Naxos müssen wir einfach schaffen, denn noch eine Nacht mit Zwangsbeschallung geht nicht mehr!
    Eine winzige Insel, 4,5km lang, maximal 3km breit, veranstaltet solch peinliche Open Air? Für vielleicht mal 200 Besucher? What the F*ck!
    Die Überfahrt war hart und hat uns ausgelaugt von den letzten Tagen echt den letzten Nerv gezogen, aber es hat sich schlussendlich gelohnt! Stille, Ruhe, kaum künstliches Licht, perfekter Ankergrund! Schlafen... und beim Lulu die Sternschnuppen der Perseiden beobachten!
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  • Amorgos, weißes Kloster und Chora

    10 de agosto, Grécia ⋅ 🌬 27 °C

    Ungefähr acht Autovermieter gibt es in Katapola, der größte hat etwa 30 Autos, der Kleinste schätze ich acht Vehikel, also doch einiges an Fahrzeugen. Sollte man glauben dass man für den nächsten Tag einen fahrbaren Untersatz bekommt... sollte man glauben!
    Egal wo wir rein gegangen sind, leider "booked out"!
    Der Platzhirsch erklärte mir, wenn ich morgen früh komme, könnte vielleicht ein Gefährt verfügbar sein!
    Wir wollten einfach zum Kloster und in die Chora, aber nicht mit dem Bus! Steinigt uns, aber seit meiner Zeit als Straßenbahnfahrer bin ich selten in ein Öffi Fahrgeschäft eingestiegen, mit Ausnahme vom Flixbus!
    Kurz nach Acht Uhr bin ich beim Vermieter auf der Matte gestanden, und zum Goldpreis bekam ich einen schmucken Peugeot NeunNullSchlagmichtot in Diesel gehalten! Jetzt stand uns die Insel offen, wurscht wann und wohin!
    Diesmal wollten wir es schaffen, vor der Mittagshitze eines unserer Ziele, nämlich das weiße Kloster, zu besuchen.
    Wie dämlich kann man eigentlich sein am Vormittag ein Kloster unter den südlichen Klippen der Insel aufzusuchen?
    Sehr dämlich!
    Wir sind beim Aufstieg über die Treppen fast dehydriert, obwohl wir nicht wenig Wasser mit hatten!
    Schnaufend und verschwitzt standen wir in unserer Klosterbekleidung - Dame mit verhüllten Schultern und langen Rock, Herr in langer Hose und Hemd - vor der steilen Treppe zum wahrscheinlich spektakulärsten Kloster Griechenlands!
    das Bauwerk schmiegt sich etwa 300 Meter über dem Meer unter die Felsklippen. Es ist gut 40 Meter lang und misst an der breitesten Stelle etwa fünf Meter.
    Un!Vor!Stell!bar! Wie kann man so etwas bauen?
    Acht Stockwerke hoch mit Treppen in den Fels geschlagen, leben zur Zeit gerade mal zwei Mönche hier!
    Zu Zeiten der Piraten und sonstigen ständigen Kriegswirren hier war das Gebäude unscheinbar mit Steinen in Tarnfarbe gebaut, erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es weiß getüncht. Die Farbe wird einmal im Jahr neu aufgetragen.
    Der Eintritt ist frei, ein Verein kümmert sich um den Erhalt über Spenden. Der Besuch beinhaltet auch ein Gläschen (oder zwei) ausgezeichneten Kaktuslikör und Wasser. Spende bitte ja!
    Und die Geschichte warum und wer es erbaut hat lies bitte hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Panagia_Chozoviot…
    Ach ja... der Besuch am Nachmittag ab 17:00 Uhr ist wesentlich sinnvoller als bei voller Sonneneinstrahlung am Vormittag! Glaub es uns!
    Nach dem Kloster sind wir in die wunderbare Chora, der Hauptstadt von Amorgos! Hoch am Berg, viele Haarnadelkurven mit dem Auto erwartet dich ein wirklich imposantes Bergstädchen.
    Verwinkelte Gassen, kleine Plätze, Kirchen und Kapellen, ein imposanter Felsen mit dem leider baufälligen und gesperrten Kastell, Windmühlen die aus unserer Sicht wesentlich besser renoviert werden könnten und in Szene gesetzt das ganze Ambiente noch mehr aufwerten könnte.
    Hätte, hätte, Ankerkette... es ist trotzdem die Reise wert!
    Alleine die sehr liebevoll gestalteten Tavernen und Kafeneion, die Fetzotheken und Kunstateliers und was es sonst noch in den Gässchen und an den Treppen gibt, es lohnt sich!
    Wir nutzten das Auto dann noch um nach Agiali, der zweitgrößten Ortschaft am östlichen Ende der Insel zu fahren. Vor zwei Tagen hatten wir in der Nähe geankert.
    Das spannende an der Fahrt ist, dass man nicht wie sonst üblich an der Küste entlang fährt, sondern über etliche Serpentinen und einem meist in Nebel verschwundenen Pass. Auf Schritt und Tritt Ziegen, die im Schatten der Leitschienen und der spärlichen Vegetation oder unter Felsvorsprüngen dösen.
    Ein Polizeiauto hat uns auf der Passstraße abenteuerlich überholt, wir waren vielleicht drei Minuten später in Agiali.
    Für den Westen der Insel reichte die Zeit leider nicht mehr...
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  • Amorgos

    9 de agosto, Grécia ⋅ 🌬 27 °C

    Immer noch beeindruckt von Levitha und den Menschen dort lösten wir unsere Vorleinen von der Boje und machten uns auf den Weg westwärts. Unser Ziel ist Amorgos. Eine relativ große und hohe Insel, quer zu den Hauptwindrichtungen Meltemi und Sirokko gelegen, aber mit ziemlich wenig Bevölkerung. Neben der Hauptstadt Chora und dem dazugehörigen Haupthafen Katapola gibt es noch ein paar kleine Dörfer.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Amorgos
    Der Meltemi machte uns die Passage wieder einmal nicht leicht.
    An der Insel Kinaros vorbei ging es noch halbwegs.
    Kinaros ist insofern interessant, da es dort eine einzige Bewohnerin gibt. Die alte Frau lebt dort seit 2000, anfangs mit ihrem Mann, der 2013 verstorben ist. Sie möchte auch dort sterben und neben ihrem Mann begraben werden. Unglaublich mit welcher Kraft sie die kleine Landwirschaft mit den paar Ziegen und Hühnern schaukelt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kinaros
    Der Wind wurde stärker und bekam immer mehr westliche Komponente. Das machte das segeln immer mühsamer!
    Obwohl wir den östlichen Berg Krikellos mit seiner fast immerwährenden Wolkenhaube von Levitha aus schon sehen konnten, kam die Insel nur zögerlich näher.
    Irgendwann waren wir dann doch an der Nordküste entlang, dort wurden wir von den Reflexionen der Wellen noch zusätzlich gerüttelt und geschüttelt!
    Wir ankerten dann für eine Nacht hinter der Insel Nikoura, angenehm ruhig und ohne Wellen.
    Tags drauf machten wir uns auf den Weg in den Haupthafen Katapola.
    In Katapola hatte ich vor etwa 30 Jahren als frischgebackener Skipper bei schweren Seitenwind ein Anlegemanöver gefahren, wofür mir dann der alte Mann, der damals das Wasser an die Yachties verkaufte, in höchsten Tönen gelobt hatte und mir einen Metaxa und zwei Ouzo spendiert hatte. Ritterschlag eines alten Griechen sozusagen...
    Auch diesmal war das Anlegemanöver kein Honigschlecken, denn genau als wir anlegten drehte der Wind für zehn Minuten auf die Seite und ich fühlte mich fast an das Manöver vor 30 Jahren zurück versetzt. Aber als recht gut eingespieltes Team waren wir bald gut an der Mole vertäut!
    Leider ohne alten Griechen, der applaudiert und einen Drink spendiert...
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  • Levitha

    6 de agosto, Grécia ⋅ 🌬 25 °C

    Die letzte Nacht in Patmos war etwas ambivalent.
    Einerseits war die Bucht ruhig und finster, schön zum Schlafen im Cockpit, andereseits kroch in der Windstille gut zwei Stunden lang Güllegestank durch die Bucht. Ich vermute, der kleine Kreuzfahrer etwa 300 Meter von uns entfernt hat des Nächtens seine Fäkalientanks abgelassen. Warum man das in einer Bucht macht ist mir rätselhaft! Zum Kotzen im wahrsten Sinne des Wortes!
    Nach einem schnellen Frühstück verabschiedeten wir uns von Ute und Frank - die Beiden werden wir sicher wieder treffen wenn wir in den Dodekanes zurück kommen - und segelten los Richtung Levitha. Das Eiland liegt etwa 35 km südlich von Patmos, 40 km westlich von Kalymnos und 40 km östlich von Amorgos. Es ist etwa 7,5 km in Ost-West lang und 3,5 km in Nord-Süd breit.
    Und der Felsen ist unbewohnt... sollte man glauben!
    In diversen Seefahrer-Apps wird beschrieben, dass hier sehr wohl wer lebt, und das wollten wir wissen.
    Manolis, seine Frau Christophorina mit den Kindern Katharina, Dimitri und das Nesthäkchen Stephanos, sowie Manolis´ Bruder Anastasios und die Mutter der Beiden - die Oma - betreiben hier eine Landwirtschaft, mit etwa 650 Ziegen und Schafen, etlichen Hektar Felder mit Weizen und Hafer, hauptsächlich für das Vieh. Ein paar Hühner, zwei Hunde und KEINE Katzen runden das liebe Vieh ab.
    Oma bewirtschaftet den Obst- und Gemüsegarten mit Paradeiser, Zwiebel, Gurken, Paprika, Spinat, rote Rüben, Erdäpfel, Feigen, Weintrauben, Opuntien und was man sonst noch so braucht wenn man autark sein will.
    Die Insel wird von der Familie urkundlich seit mindestens 1840 bewirtschaftet, wahrscheinlich mindestens 100 Jahre länger.
    Wasser kommt aus einer kleinen Quelle, die der Urururgroßvater gefasst hat, Elektrizität erzeugen hauptsächlich ein paar Paneele, ein Windrad, eine Batteriebank und wenn notwendig ein ordentlicher Dieselgenerator. Letzterer aber hie und da nur im Winter, wenn die Paneele kaum liefern.
    Manolis und Bruder Anastasios leben mit der Oma ganzjährig hier, Mama Christophorina und die Kinder sind nur zu Ferienzeit hier, ansonsten im Haus in Patmos. Alle Transporte werden mit einem kleinen Kaiki - also einem griechischen Fischerboot - gemacht. Einmal die Woche muss einer der Männer nach Patmos, um all das was für den Betrieb der Taverne notwendig ist, einzukaufen. Ein echter logistischer Aufwand! Aber da geht es in erster Linie um Wasser, Bier, Softdrinks, die eine oder andere Flasche Wein, und der Müll muss weg! Fahrzeit in eine Richtung etwa drei Stunden.
    Ja, und neben der Landwirtschaft betreibt man hier wie erwähnt eine kleine, feine, echt urige Taverne, ausschließlich mit eigenen Produkten.
    Also Lamm- oder Ziegenfleisch, frischen Fisch der des morgens gefangen wird, sowie Zutaten aus dem Garten. Speisekarte findest du hier vergeblich, entweder Fisch, oder je nach Verfügbarkeit Lamm oder Ziege, oder auch Keftedes, also Fleischbällchen. Vegetarier können Spinat oder Feta in etlichen Varianten und Erdäpfelsticks essen. Mehr gibt es nicht.
    Schon der Aufstieg zur Taverne beziehungsweise dem gesamten Anwesen ist recht spannend. Nach etwa 100 Meter endet ein gepflasterter Weg in der Wildnis. Man sieht zwar die Gebäude, aber keinen Weg. Weitere 300 Meter später trifft man dann wieder auf sowas ähnliches wie einen Weg, der dann auch zu der schnuckeligen Taverne führt.
    Die Taverne ist dekoriert mit etlichen Amphorenbruchstücken, die hier aus dem umliegenden Meer geborgen wurden. Auch viele Artefakte aus dem 2. Weltkrieg sind zu sehen. Von Granaten über Gewehr- und Maschinengewehrteilen, über Helme und sonstigen Kriegsmaterial. Alles aus dem Meer geborgen und zur Mahnung ausgestellt.
    Anastasios erzählte mir, die Ruine am östlichen Kap war mal das Leuchtturmwärterhaus. Es wurde von der deutschen Marine in Schutt und Asche geschossen. Auf der höchsten Erhebung hatten die Italiener eine Anlage erbaut, den Lost Place kann man heute noch besuchen.
    Bis dort hin bin ich nicht gewandert, dafür war es einfach zu heiß! Aber den zweithöchsten Gipfel habe ich auf anraten von Manolis und Anastasios erklommen. Liebevoll das "Kastell" genannt zeugen ein paar Steine davon, dass hier mal eine antike Befestigungsanlage stand. Der Blick über die Insel hat den schweißtreibenden Aufstieg echt gelohnt! Alleine dass im Schatten von fast jedem Busch oder Bäumchen eine Ziege versteckt war, war die Wanderung schon wert!
    Oben angekommen war die Aussicht über Levitha und den Buchten, das Anwesen und die Ländereien der Familie und im Dunst die entfernt zu ahnenden Nachbarinseln einfach sensationell! Rundherum die Glöckchen der Schafe und Ziegen, Vogelgezwitscher, hie und da hüpft ein Grashüpfer oder schillert eine Libelle, manchmal fliegt ein streng geschütztes Rebhuhn auf, der Wind weht noch sanft kühlend. Und quasi kein störendes Internet! Eigentlich deppert das so im Internet zu schreiben...
    Nach meinem Abstieg vom "Kastell" machte ich noch einen Abstecher in die zweite Bucht unterhalb des Anwesens. Dort war bis auf Mama Christophorina alle versammelt zum schwimmen, baden, chillen. Oma saß bis zum Bauch im Wasser, Manolis spielte mit dem Jüngsten im Wasser, Anastasios kümmerte sich um die Quelle und Dimitri war mit der Harpune auf Jagd. Katharina schwamm auch eine große Runde, und Mama hat wahrscheinlich die Stellung im Haus gehalten.
    Ich habe dann Manolis noch gefragt warum auf der ganzen Insel - oder besser zumindest dem Teil den ich bewandert hatte - überall jede Menge Keramikscherben zu finden sind. Er erzählte mir dass in antiker Zeit auf der Nordseite der Insel offenbar eine große mehr oder weniger industrielle Stätte mit etlichen Brennöfen war. Und deswegen auch auf und rund um die Insel so viele Amphoren und sonstige Töpferware zu finden ist.
    Auch die vielen Säcke mit weißem Inhalt erregten meine Aufmerksamkeit. Manolis nutzt natürliche Felsbecken um dort Salz zu gewinnen. Am ehesten ist es mit Fleur de Sol zu vergleichen. Mussten wir kaufen!
    Zu Guter letzt tauschten wir ein Glas selbst gemachte Apfelmarmelade gegen Feigenmarmelade!
    Die beiden Männer erzählten mir noch dass eine Firma über die gesamte Insel verteilt Windräder bauen wollte, über Dreissig an der Zahl.
    Dazu muss man sagen dass Beide Green Energy absolut aufgeschlossen gegenüber sind. Aber in diesem Fall wäre deren jahrhundertealte Lebensgrundlage für immer zerstört gewesen. Sechs Meter breite Straßen über 25 Kilometer, dutzende Gipfel und Bergrücken gesprengt und abgeflacht, hunderte Kilometer Kabel, da bleibt nicht viel übrig von deren Paradies.
    Zum Glück stellte sich bald heraus dass der Bau hier eher unwirtschaftlich ist.
    Ich für meinen Teil wünsche der Familie hier noch viele Jahrhunderte in dem kleinen Paradies, weit abseits der Zivilisation die offenbar auch die Kinder lieben, wenn sie hier sind. Auch wenn der letzte Esel von sechs Jahren verstorben ist, mittlerweile drei Traktoren die Arbeit verrichten, es ist einfach ein Kleinod, welches man unbedigt besuchen sollte. Sei behutsam wenn es dich mal hier her verschlägt! Nimm nichts mit von der Insel außer Eindrücke und was du von der Familie kaufen kannst und lass nichts da außer deine Schuhabdrücke im Staub, und vor allem lass keinen Müll da!
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  • Über Fourni nach Patmos

    3 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Wind ließ langsam auf segelbare Stärke nach, somit hielt uns nichts mehr auf Samos. Ikaria haben wir ausgelssen, zu wenig sichere und vor allem ruhige Ankerplätze...
    Also Anker auf, Segel raus - gerefft natürlich, denn Wind war immer noch genug - und die etwa drei Stunden nach Fourni. Diese kleine Insel ist nur schütter bewohnt, bietet aber etliche gute Ankerplätze. Nach einer Nacht legten wir dort recht bald wieder ab und segelten weiter nach Patmos.
    Auch nicht groß diese Insel, aber als mutmaßlicher Schöpfungsort der Offenbarung des Johannes ist sie Standort eines der wichtigsten Klöster der griechisch-orthodoxen Kirche und ist über mehrere hochfrequentierte Fährlinien mit dem Rest Griechenlands verbunden. Das macht diese Insel zu einem wichtigen Pilgerziel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Patmos
    Beeindruckend ist die Chora mit dem prominenten Kloster des Johannes.
    Wir haben aufgrund der Tatsache dass vor der Skala zwei riesige Kreuzfahrer ankerten unterlassen, das Kloster zu besuchen. Es wäre nur eine riesen Drängerei geworden.
    Trotzdem mussten wir in den Haupthafen, denn blöderweise ist uns eine Sprosse der Badeleiter gebrochen, und das gehört irgendwie repariert!
    Glücklicherweise fanden wir einen Liegeplatz, zwar im grindigsten Teil des Hafens, aber was solls...
    Neben der Tankstelle des Ortes fand ich einen kleine Werft, wo die kleinen Kaikis repariert werden. Und gleich daneben eine Schiffszimmerei. Dort sollte es doch möglich sein an drei Stück Leisten aus wasserbeständigen Holz wie Teak oder Mahagoni zu kommen. Denn wenn ich schon tauschen muss, dann gleich alle drei Sprossen.
    Der alte Tischler in der Werkstätte schnitzte gerade sehr bedacht an einem Riemen - das sind die Ruder der Fischerboote - ganz nach dem griechischen Motto "σιγά σιγά (siga siga)" was so viel bedeutet wie "langsam langsam".
    Ich versuchte mit meinem radebrechenden griechisch zu erklären, was ich brauche. Mitleidsvoll schaute er mich an und verstand gar nichts! Deswegen zog er einen Mitarbeiter der Werft hinzu, der konnte halbwegs englisch. Nachdem wir zu Dritt einige Zeit in den Restebeständen des Holzlagers gesucht hatten fand ich endlich ein Stück Mahagoni, aus dem mit wenig Aufwand drei Leisten geschnitten wurden. Das Ganze auf höchst abenteuerlichen Maschinen, welche bei uns das Arbeitsinspektorat in hellen Aufruhr gebracht hätte, der wäre schreiend davon gerannt! Frei laufende Bandsäge, Richt- und Dickenhobel ohne Schutz, Ständerbohrmaschine mit frei zugänglichen Keilriemenscheiben und etliche weitere Maschinen aus dem letzten Jahrhundert. Wie auch immer, der Tischler schnitt und hobelte meine drei Teile genau so bedächtig wie er vorhin und nachher am Riemen weiter schnitzte und ich ging glücklich zum Boot.
    Moni ging dann einkaufen während dessen begann ich die Badeleiter zu reparieren.
    Nicht lange, stand ein junges, hübsches Mädchen hinter dem Boot, im Badeanzug und Hot Pants und behauptete, sie sei von der Hafenverwaltung und möchte den Liegeplatz kassieren. Klar... kann Jeder behaupten! Also bat ich sie mir ihren Ausweis zu zeigen. Welch Zufall, den hatte sie im Büro und nur als Foto am Handy. Auch keinen Paragonblock oder sonst eine Möglichkeit, eine getätigte Zahlung plausibel zu bestätigen. Fotos am Handy habe ich auch viele...
    Natürlich verweigerte ich die Bezahlung höflich, aber doch bestimmt. Sie meinte, ich kann ja mitkommen ins Büro, dort klärt sich dann alles. Aber nachdem die Lady ziemlich arrogant und gschnappig war, wollte ich das auch nicht. Sie drohte mit Polizei und ich sagte zu, die Polizei darf gerne kommen.
    Zehn Minuten später fuhr ein Streifenwagen mit vier kantigen Typen vor und ich beobachtete, wie einer der Prinzessin ihren Ausweis aushändigte.
    Drei blieben im Auto, einer amtshandelte. Er war höflich und freundlich, und genau so höflich und freundlich erklärte ich ihm, dass ich keinem Mädchen in Badebekleidung ohne Ausweis irgendetwas bezahle, solange sie sich nicht ausweisen kann, das ist keine Art und kein Auftreten.
    Nachdem das besprochen war bezahlte ich €6,40,-, und weil ich auch eine kleine Kretzn bin mit einem €50,- Schein. Hat dann natürlich gedauert bis Sie das Retourgeld von den vier Polizisten zusammengeschnorrt hat, und ich hatte meine Freude daran, wegen gut €6,- das halbe Polizeiaufgebot der Insel aufgescheucht zu haben. Aber wahrscheinlich waren die eh froh mal wieder an die "frische" (Hafen)Luft zu kommen...
    Moni kam vom Einkauf zurück, sah noch verwundert das Aufgebot. Ich machte die Badeleiter fertig und dann verließen wir den Hafen Richtung Bucht, um die neuen Sprossen der Leiter gleich einzuweihen!
    Dann verabschiedeten wir uns von Ute und Frank von der "Shirartori", für uns geht es morgen weiter nach Levithia!
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  • Abendessen zur Pensionierung

    1 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 28 °C

    Nachdem wir alle Besichtigungen gemacht hatten sind wir noch nach Pythagorio um uns bei Frappe und eisgekühltem Bier zu erfrischen, dort haben wir das Denkmal des Pythagora... bekannt vom Mathe Unterricht : a² + b² = c² https://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras#
    im Hafen bildlich festgehalten und sind zu guter Letzt auf dem Rückweg noch in Koumeika, einem Bergdorf auf unserer Strecke, zu Kaffee und Kuchen eingekehrt.
    Zurück in der Marina, schnell duschen und stylen... es ist ja ein besonderer Tag, da kann man sich schon ein bisschen in Schale werfen 😁
    Dann ein paar Schnappschüsse einschließlich Blödelfotos gemacht und ab ins Restaurant Tara, wo wir am Vortag schon so köstlich gegessen hatten.
    Diese Mal gabs Lamm aus dem Ofen mit Braterdäpfel in Zitronensauce, dazu griechischen Salat, als Vorspeise gschmackige marinierte Anchovies, eine Geschmacksexplosion, dazu noch Retsina. Danach haben wir es uns auf der "Ostbahn" gemütlich gemacht und bei dem Champagner den ich zum 60iger bekommen habe den Korken knallen🍾 lassen und nochmals ordentlich auf meine Pensionierung angestoßen🥂. Snoo bastelte mir aus dem Verschluss eine entzückende Schildkröte 😍🥰
    Jetzt kann ich endlich wirklich relaxen und entspannen....😎⛵️🥳
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  • Der Tunnel des Eupalinos

    1 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach der schweißtreibenden Zeit in der Ausgrabungsstätte des Heraions begaben wir uns zum Tunnel des Eupalinos.
    Dieser Baumeister baute im 6. Jahrhundert vor Christus eine Wasserleitung für Samos, der heutigen Stadt Pythagorio.
    Der 1036 Meter lange Tunnel war ein Teil dieser Wasserleitung und wurde im Gegenvortrieb - also von zwei Seiten durch den Berg - getrieben.
    Bei der Begegnung erreichte man einen Versatz von unter einem Meter, unglaublich für ein Bauwerk dieser Zeit!
    Wie überall habe ich auch diese antike Stätte mit meinem Invalidenausweis zum Nulltarif besuchen können.
    Nach einem steilen und echt engen Abstieg und einem etwa 25 Meter langen sehr schmalen Schlurf, den man nur in gebückter Haltung - und ich bin echt nicht groß - durchqueren musste, war man im oberen Tunnel, der etwa 1,80m mal 1,80m misst. Ungefähr neun Meter darunter liegt der Leitungskanal. Auf Gitter über dem Leitungskanal kann man zur Zeit etwa 400 Meter des Tunnels begehen.
    Angenehm kühl, und der Helm, den man zur Verfügung gestellt bekommt, hat mehrmals seinen Job gemacht!
    Bitte lies die gesamte Geschichte hier, es ist wirklich unglaublich interessant!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tunnel_des_Eupalinos
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  • Heraion von Samos

    1 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 27 °C

    Der nächste Hotspot auf unserer Liste war das Heraion zu Samos.
    Die Ausgrabungsstätte ist riesig, und es wird immer noch gegraben und geforscht.
    Viele der dort gefundenen Artefakte sind im Museum in der Hauptstadt Samos ausgestellt, im Heraion sind teilweise Kopien aufgestellt. So zum Beispiel von der Genelos Gruppe, einer fünfköpfigen Familie, offenbar sehr wohlhabend.
    Um die gesamte Stätte umfassend zu verstehen empfiehlt es sich das archäologische Museum in Samos vorher zu besuchen. Nicht zu vergessen: die meisten Museen und Ausgrabungsstätten schließen meist spätestens um 15:30!
    Details über den Herakult und die Tempelanlage findest du hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heraion_von_Samos
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  • Kloster Megali Panagia, Samos

    1 de agosto, Grécia ⋅ ☀️ 25 °C

    Moni war den ersten Tag in Pension.
    Und was macht man als Pensionist? Genau! Man stellt sich einen Wecker um den ganzen Pensionistenstress unterzubringen!
    Nach einem Frühstück fuhren wir los, der Tag war gefüllt mit etlichen Stationen, die wir besuchen wollten!
    Zuerst ging es in das Kloster Megali Panagia, ein kleines, aber wunderschönes und feines Kloster. Kein Eintritt, das machte es gleich noch interessanter!
    https://www.insel-samos.net/informationen/kloes…
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  • Samos I

    31 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nicht einmal auf der relativ großen Insel Samos war es einfach, ein Mietauto zu bekommen. Von etwa 15 Vermietern hat es Einer geschafft, uns ein Auto für zwei Tage zu geben. Wobei... es waren eigentlich zwei Autos, für jeden Tag ein Anderes! Mir isses wurscht, Auto ist Auto...
    Also zogen wir los erst mal die Nordküste Samos zu erkunden. Karlovasi ist die zweitgrößte Stadt auf der Insel, konnte uns aber mit nichts überzeugen.
    Somit sattelten wir bald wieder die Hühner und ritten mit dem kleinen Kia Automatic nach Samos Stadt. Einerseits hatten wir in Erfahrung gebracht dass es besser ist erst in das archäologische Museum zu gehen, bevor man die Ausgrabungsstätten besucht. Man hat dann den besseren Überblick an den Stätten. Und andererseits war dort ein Lidl, und unsere Lebensmittel waren mittlerweile schon am Hund.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_den_Hund_geko…
    Somit gleich mal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!
    Das Museum ist per Google nicht einfach zu finden. Also Google Maps weiß zwar ganz genau wo das Gebäude steht, kennt aber auf der gesamten Insel keine einzige Einbahnstraße! Nur mal so zur Warnung an Alle, die hier mal mit dem Auto unterwegs sind...
    Ich habe dann natürlich wie immer meinen Invalidenpass gezückt und konnte wieder mal um 0€ ins Museum.
    Das Museum zeigt hauptsächlich Funde von der Ausgrabungsstätte des Hera Tempelkomplexes, der nahe der heutigen Stadt Pythagoreons freigelegt wurde. Die Schau ist gut gegliedert, die Ausstellungsstücke sind größtenteils auch in Deutsch beschriftet. Im ersten Gebäude sind die großen Artefakte untergebracht. Prunkstück ist eine knapp 5 Meter hohe Statue, die fast komplett ist. Im zweiten Gebäude sind im Fojer auch noch große Statuen, die einzelnen Räume bergen in erster Linie Fundstücke nach Material sortiert. Bronze, Elfenbein, Töpferwaren, Gold, Holz und vieles mehr!
    We immer schreit dann das Hirn ab der Hälfte "Information overload!". Dann ist es entweder Zeit für eine Pause, oder den Rest im Schnelldurchgang! Für uns war nur Plan B möglich, denn wie fast alle Museen in Griechenland schließt auch dieses um 15:30. Somit war auch keine Ausgrabungsstätte mehr möglich.
    Also war Großeinkauf angesagt. Erst mal in den AB-Makt, um Wasser, Bier und Sonstiges, und dann in den Lidl für Wurst, Käse all den Waren, die dort besser sind als in griechischen Märkten.
    Den Abend ließen wir dann im "Trata", dem besten Restaurant des Ortes ausklingen...
    https://maps.app.goo.gl/rARgq8XvgyHKCrun8?g_st=ac
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  • Von Chios nach Samos

    29 de julho, Grécia ⋅ 🌬 30 °C

    Die letzte Nacht in der Bucht von Komi an der Südküste von Chios war eher grenzwertig. Der Wind wurde immer mehr, drehte weit Richtung Osten und schickte eine unangenehme Welle um das Kap. Der Windbericht erzählte auf allen Kanälen Starkwind aus nördlichen Richtungen, grundsätzlich perfekt um Richung Süden zu segeln. Nach längeren Hin und Her entschieden wir doch die gut 40 Seemeilen beziehungsweise etwa acht Stunden unter den Kiel zu nehmen. Ute und Frank von der "Shiratori" legten eine Stunde vor uns ab und stürzten sich ins nasse Vergnügen.
    Bald waren wir aus der Abdeckung der Insel und der Meltemi entfaltete seine volle Mächigkeit, blies immer wieder mit gut 35 Knoten (etwa 65 km/h) in unser Vorsegel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Meltemi
    Wir wechselten uns regelmäßig am Steuer ab, und wenn der Wind dazwischen für einige Zeit weniger wurde durfte auch "James", der Autopilot steuern. Das war für uns immer eine willkommene Pause, um Kräfte zu schonen. Das Vorsegel wurde regelmäßig an die Windstärke angepasst, manchmal komplett gesetzt, manchmal auf ein Taschentuch eingerollt. So machen wir Seemeile um Seemeile, und Kerkis - der höchste Berg Samos mit 1.434m - wurde vor uns immer größer und mächtiger.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kerkis
    Das selbige geschah mit den Wellen. Je näher wir nach Samos kamen, umso höher türmten sich die Wellen hinter uns, teilweise über drei Meter. Vereinzelt klatschten sie seitlich an die Bordwand und spritzten prasseld über uns. Eine gar nicht so unerfreuliche Abkühlung!
    In der Durchfahrt zwischen Samos und Ikaria hatte der noch eine kleine Prüfung für uns bereit: er drehte ziemlich weit nach links, sodass wir zum Runden des Kap Katergo zwei mal halsen mussten, also das Segel auf die andere Seite nehmen.
    Nach dem Kap donnerte der Wind mit katabatischen Böen vom Berg herab, teilweise mit weit über 40 Koten (etwa 80 km/h). Frank erzählte mir, er hat über 50 Knoten (kapp 100 km/h) gemessen... Wahnsinn!
    Leider war unser Liegepatz erst ab dem nächsten Tag reserviert, so mussten wir vor dem Hafen für die Nacht ankern. Da hatte unser 30kg Anker und 45 Meter Kette etliches an Arbeit unsere "Ostbahn" an Ort und Stelle zu halten.
    Gegen Mittag des nächsten Tages zogen wir dann in den schützenden Hafen um, bei den vorherrschenden Sturmböen eine heikle Aufgabe. Aber als top eingespieltes Team konnten wir auch dieses Unterfangen auf Anhieb problemlos meistern...
    Der Aufgang des Vollmondes während wir beim Abendessen mit Ute & Frank saßen war dann wieder ein wunderschönes Schauspiel!
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  • Mittelalterliche Mastixdörfer Olympi und Mesta

    27 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 30 °C

    Es gibt geschätzt an die dreissig Mastixdörfer im Süden von Chios. Jedes ist einzigartig und hat seinen eigenen Stil und Charme. Auch züchtet jeder Ort seine eigene Variante des Mastixbäumchens. Man kann sie an den unterschiedlichen Blätter, der Rinde und dem Stamm auseinanderhalten. Im Mastixmuseum gibt es dazu eine Schautafel. Was mich am meisten beeindruckt hat ist die Vermehrung. Da wird nicht eine Frucht eingesetzt, sondern jeweils vom besten Bäumchen ein gut daumendicker Ast abgeschnitten, liegend in eine Erdkuhle gelegt und mit Erde bedeckt, ein einfaches Bewässerungssystem aus einer Wasserflasche und dann schlägt das Ding irgendwann Wurzeln! Etwa fünf Jahre später können die ersten Tränen geerntet werden.
    Wir hatten dann den folgenden Tag genutzt um zwei der beeindruckendsten Mastixdörfer zu besuchen: Olympi und Mesta.
    Beide Dörfer zeichen sich durch ihre mittelalterliche Struktur mit Stadtmauer, befestigten Türmen, schmale verwinkelte Gassen, viele Durchgänge unter den Häusern, kleinen Plätzen und natürlich jeweils mit einer imposanten Kirche im Zentrum!
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  • Chios, Mastixmuseum und Pyrgi

    26 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 26 °C

    Das angesagte Unwetter hat im Norden und Westen Griechenlands ziemlich gewütet, am Olymp hat es bis 2.500m herab geschneit. Wir wurden zum Glück verschont. Stattdessen verbrachten wir einen netten Abend mit Ute und Frank von der "Shiratori", Selfieblödeln inbegriffen!
    Mit gemütlichen achterlichen Winden segelten wir die paar Seemeilen rüber nach Chios Hauptstadt, in den großen Hafen... laut, stinkig, ständig Wellenschlag von kleinen, großen und riesigen Fähren, ein echter Schock nach dem kleinen beschaulichen Hafen von Inoussa.
    Recht schnell bekamen wir Last Minute ein Mietauto, Goldpreis klarerweise, ist ja Hauptsaison.
    Somit machten wir uns auf um das Mastix Museum zu besuchen.
    Mastix, ist das Harz des Mastix Strauches oder Bäumchens und der gehört zu den Pistaziengewächsen. Die Rinde wird angeritzt und langsam tritt das Harz aus, verfestigt sich und wird im Herbst geerntet. Die Tränen von Chios...
    Dieses Harz wird durch diverse Prozesse gereinigt und für alles Mögliche verwendet. Von Medikamente bis Kaugummi, Räucherware, Seifen und weitere Kosmetikartikel, Liköre und Schnäpse, Firnisse in der Malerei, Lacke, Klebstoffe und vieles mehr! Die Verwendung reicht bis in die Bronzezeit zurück.
    Mastix hat eine antimikrobielle, entzündungshemmende und antioxidative Wirkung. Es wird vor allem zur Unterstützung der Magen-Darm-Gesundheit, zur Mundhygiene und zur Wundheilung eingesetzt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mastix
    In der südlichen Hälfte von Chios wurde der Anbau der Pistacia Lentiscus Chia schon seit der Antike großflächig betrieben, begünstigt durch das hier herrschende Mikroklima. Diese Tatsache machte die Insel zum Spielball aller Mächte, die im Mittelmeer ihre Einflussbereiche immer wieder ausweiten wollten.
    Aufgrund dessen wurden die Dörfer der Bauern oft befestigt, und weil Mastix ein wirklich wichtiges Handelsgut war und ist, hatten die Bauern unter den jeweiligen Herrschern gewisse Freiheiten.
    Nach dem Museum fuhren wir die paar Kilometer nach Pyrgi, einem der größeren Masticochores - also ein Mastix Bauerndorf.
    Pyrgi zeichnet sich aus durch einzigartige Verputzkratzverzierungen an den Häusern. Eine Technik, die äußerst selten ist und in Pyrgi zur hohen Kunst erhoben wurde.
    https://www.chios.gr/en/pyrgi
    Durch die engen Gassen mit all den tausenden unterschiedlichen Muster und Kratzbilder kann man sich gar nicht satt sehen!
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  • Inousses

    20 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Wind ließ sich auch am Tag nach dem WM Finale bitten. Also haben wir erst mal einen Kanister Sprit in den Tank umgefüllt. Sowas erledigt sich in einer ruhigen Bucht allemal einfacher als auf offener See. Und ewig soll der Sprit ja auch nicht im Kanister darben, die Gefahr dass sich Dieselpest bildet ist größer als im Tank.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselpest
    Nach einiger Zeit kam er dann aber auf, der Wind! Wurde besser und besser! Segel raus und die "Ostbahn" war in ihrem Element!
    Chios und die vorgelagerte Insel Inoussa schälten sich langsam aus dem Dunst. Nachdem unser Kurs nahe an die türkische Küste geführt hatte, hatten wir rechtzeitig unsere Handys auf das griechische Netz gestellt, um böse Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden.
    Die Insel selbt ist klein, der einzige Ort ist zwiegespalten. Einerseits die opulenten Villen diverser griechischer Reederfamilien und andererseits etliche dem Verfall preisgegebene Ruinen. Drei Restaurants, zwei Minimarkets, eine Seewasseraufbereitungsanlage, eine kleine Seefahrtsuniversität, ein "Yachtclub" und eine Menge Kirchen und Kapellen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Inousses
    Wir waren in einem der Restaurants essen und verholten nach einer ruhigen Nacht in die kleine Bucht rund um's Kap. Ziegen, Möwen und Fische, sonst nix! Noch eine ruhige Nacht am Anker, faulenzen am nächsten Tag und am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Lagkada auf der Insel Chios. Dort lernten wir Christine und Hannes von der "Insrige" (tirolerisch für "Unsere") kennen. War wieder mal ein Nette-Leut-Nachmittag und -Abend! Danke dafür!
    Am nächsten Morgen stellte ich fest dass unser Filtergehäuse des Wasserkreislaufes undicht ist und sukkzessive unser Wasser davon läuft!
    Großer Schreck, denn wenn das Teil komplett aufplatzt, rinnt unser gesamter Wasserbestand ins Boot! Dann gehen wir zwar nicht unter, aber wären sicher bis zu den Waden im Wasser gestanden.
    Wir haben aber zum Glück noch so ein Filtersystem an Bord. Dieses wird fliegend verwendet wenn wir im Hafen von den Zapfsäulen Wasser nehmen.
    Nachdem der Wind auf eine Richtung gedreht hatte der den Hafen in Lagkada ungemütlich gemacht hatte entschieden wir wieder die vier Semeilen nach Inoussa zu fahren um dort den Austausch der Systeme vorzunehmen.
    Also Achterleinen los und Anker auf! Nur... der Anker wollte nicht rauf! Ich merkte wie die Ankerwinde immer mehr stöhnte und sich der Bug sehr weit verneigte. Vorne am Bug sah ich die Bescherung. Unser Anker hatte eine alte versunkene Boje mitsamt Bojenstein und/oder alten Anker, Leinen und Stahlseile erwischt! Ich versuchte erst mit dem Bootshaken eine Sicherungsleine unter all den Mist zu platzieren, hat leider nicht funktioniert. Somit blieb uns nichts anderes übrig, Moni musste ins Wasser um die Sicherungsleine einzufädeln. Als sie wieder an Bord war konnte ich endlich unseren Anker befreien! Der ganze Krempel sank wieder zuück auf den Grund und ich war froh dass ich das Zeug bis fast an die Oberfläche gebracht hatte, und niemand tauchen musste. Immerhin hatte es dort 14 Meter bis zum Grund, das hätte keiner von uns Beiden geschafft!
    Wieder zurück in Inoussa machte ich unseren Wasserfilter wieder klar und am Abend durften wir an einer Open Air Veranstaltung für die Bewohner des Dorfes teilhaben. Eine Band, ein gemischter Chor, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme, ein Sänger der Gänsehaut produzierte, und fast das ganze Dorf anwesend, trotz ziemlichen Temperatursturz um gut 10°C. Es war das erstmal seit Wochen dass wir lange Hose und eine Weste an hatten...
    Hier sind wir mal und bleiben, denn heut Nacht soll es gewittern und stürmen, auch noch kälter soll es werden, schaumamal was das wird!
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  • Mytilini, Lesbos

    15 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 30 °C

    ...als man denkt!
    Angekommen in Mytilini haben wir gleich mal am schlechtesten Liegeplatz des Hafens festgemacht. Nämlich direkt vor dem Abwasserrohr, welches die stinkende Brühe der Stadt in die Weiten des Hafens entlässt. Also schnell wieder Leinen los, Anker auf und am anderen Ende des Hafens einen weniger olfaktorisch kontaminierten Platz gefunden!
    Der Abend war dann mit Abendessen in einem mittelmäßigen Restaurant und Roof Top Bar, die den Besuch nicht wert war, bald Geschichte.
    Tags drauf zogen wir mal mit unserer Wäsche los zur Wäscherei. Da waren wir wieder Fotomotiv mit unserem Trolly, vollgepackt mit Wäschebergen.
    Während Moni beim Frisör war ging ich frohen Mutes zum erstbesten Autovermieter im Hafen, von dort kurz darauf mit langen Gesicht wieder raus: kein Auto! Ausgebucht! Beim Nächsten rein, gleich wieder raus: Fully booked! So ging es bei den weiteren etwa 15 Vermietern, alles ausgebucht!
    Der Versuch über eine Internetplattform zu buchen scheiterte auch kläglich. Wir hätten einen VW Up um 85€ haben können, für einen Tag! Oida... ich will mieten, nicht kaufen! Ist halt nicht der Flughafen Athen, wo man einen Opel Corsa um 4,50€ am Tag bekommt.
    Also nix mit Inselrundfahrt!
    Auch fanden wir keine Werkstätte die unseren Dinghimotor servicieren will. Und der Ship Chandler war eher ein Fischereifachgeschäft und weniger nautisch aufgestellt. Das war etwas frustig, denn wir hatten die Wäsche und den Großeinkauf schon vom Mietauto abhängig gemacht.
    Also war umdisponieren angesagt! Einkauf mit dem Trolly, der hat zum Glück ein ordentliches Fassungsvermögen. Da ist im Supermarkt immer großes Staunen, wenn wir damit daher kommen.
    Am nächsten Tag versuchten wir endlich mal nicht zur Mittagshitze die ottomanische Burg zu besichtigen.
    Quizfrage: wann waren wir auf der Burg? Stimmt! Fast Punkt 12:00 Uhr! Ich habe keine Ahnung warum wir es nie früher schaffen...
    Die Festung von Mytilini ist wahrscheinlich eine der größten Burgen im Mittelmeer.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_von_Mytilini
    Die Geschichte der Insel, der Stadt Mytilini und der dazugehörigen Festung ist eine der bewegtesten im ganzen Mittelmeerraum.
    Hier haben sich Alle und Jeder von Rang und Namen gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Byzantiner, Osmanen, Römer, Griechen, Perser, Makedonier und Venezier...
    Leider konnten wir mangels Mietauto etliche andere Bauwerke wie z.B. die römischen Aquädukte oder die Kremasti Brücke nicht besuchen, auch die Ouzo Destillerie in Ploumari fiel aus. Aber was weiß man, vielleicht kommen wir wieder?
    Die "Ostbahn" wurde entsalzt und geschrubbt, ein paar Kleinigkeiten instandgesetzt und den Abend verbrachten wir wieder mit Ute und Frank von der "Shiratori".
    Mit herrlichen achterlichen Wind ging es dann tags drauf Richtung Süden. Wir wollten nach einigen Tagen in der Stadt noch eine Nacht in einer Bucht im Süden von Lesbos verbringen. Es wurden dann zwei Nächte daraus, denn der Wind war uns zu unserem nächsten Ziel Chios leider nicht gefällig...
    So ein Pech aber auch, denn so waren wir fast "gezwungen", das Endspiel der Fußball WM in einer einsamen Bucht ganz alleine vor Anker anzusehen. Und als die Spanier endlich das erlösende Tor reingeballert hatten hallte unser Jubel lautstark durch die ganze menschenleere Bucht!
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  • Von Sigri nach Mytilini

    11 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 30 °C

    Nach dem Besuch des versteinerten Waldes verbrachten wir noch einen angenehmen Abend mit Ute und Frank von der "Shiratori". Die goldene Stunde nutzte ich um endlich wieder einmal unser fliegendes Auge zu starten und die Abendstimmung einzufangen.
    Tags drauf war es Zeit den Anker ans Tageslicht zu bringen, wir wollten Lesbos langsam über die Südküste runden und irgendwann in der Hauptstadt Mytilini ein Auto mieten um den Rest der Insel zu erkunden.
    Beeindruckend an Lesbos sind auch die zwei tief einschneidenden, jeweils durch eine enge Durchfahrt erreichbaren Meeresarme: der Golf von Kollonis und der Golf von Geras.
    Mit wunderbaren Segelwind ging es südwärts zum Golf von Kollonis, dort wollten wir hin. In der Durchfahrt packten wir für ein paar 100 Meter unsere Segel weg, aber danach wurden wir weiter mit ordentlich Wind belohnt, den wir dankend annahmen.
    Kurz vor Kollonis, dem größten Ort im Golf sahen wir bei der Suche nach einem Ankerplatz etwas Größeres im Wasser treiben. Nach kurzem Rätseln war klar, vor uns treibt ein Surfer im Wasser, seine Segel abgebaut und zusammengerollt am Board, schon etwas erschöpft. Bei immer noch gut 6 Windstärken war die Bergung schwieriger als gedacht, denn er wollte sein Material nicht aufgeben.
    Also erst mal sein Segel und Mast geborgen, dann ein zweites mal zu ihm und er konnte endlich mitsamt seinem Board zu uns aufsteigen. Sein Gabelbaum war gebrochen und schon eineinhalb Stunden trieb der arme Kerl schon im Wasser. Wir brachten ihn so nah ans Ufer wie möglich, die letzten 250 Meter schwamm er dann mit seinem Material an den Strand. Uns passte der Platz sehr gut und so beschlossen wir gleich zu bleiben. Etwa eine Stunde später kam Manuel, der Surfer mit neuem Gabelbaum zurück, drehte ein paar Runden um unser Boot und bedankte sich nochmal herzlich.
    Die nächsten Tage waren dann geprägt von wenig Wind und so gondelten wir gemütlich von einer Bucht in die Nächste. Und dann versuchte ich den Nachthimmel in einer der wenig lichtverschmutzten Buchten einzufangen... mit Erfolg!
    Langam neigten sich unsere Vorräte dem Ende zu und es wurde Zeit eine Stadt mit dem damit verbundenen Einkaufsmöglichkeiten anzulaufen. Mytilini, die Hauptstadt sollte es werden. Einerseits des Einkaufes wegen, Auto mieten zur Landpartie, unserem Dinghimotor wollten wir ein Service angedeihen lassen, andererseits wollten wir die "Ostbahn" wieder mal vom Salz befreien und des Weiteren waren Friseurbesuche auch angebracht.
    Der Wind nach Mytilini war saugeil, kreuzen vom Feinsten, der Liegeplatz im Stadthafen war gut! Wir freuten uns auf die kommenden Tage hier!
    Doch meistens kommt es anders...
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  • Der versteinerte Wald bei Sigri

    10 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 25 °C

    Die angekündigte Schlechtwetterfront entpuppte sich als Fröntchen ohne ernsthafter Relevanz. Ein paar Regenspritzer, bisserl mehr Wind und am Vormittag war alles vorbei.
    Also zogen wir los um einen Teil des versteinerten Waldes nebst dazgehörigen Museum zu besuchen.
    Das Museum stellt nicht nur diverse Versteinerungen aus. Es zeigt auch auf interessante Weise die Zusammenhänge der Entstehung dieser geologischen Besonderheit, wie sich die Fauna und Flora vor etwa 23 Milionen Jahren zusammensetzte.
    Das Museum steht direkt im Plaka Petrified Forest Park. Auf diesem weitläufigen Areal findest du etliche versteinerte Wurzeln, aufrecht stehende Baumriesen aus Stein, größere und kleinere versteinerte Artefakte.
    https://www.lesvosmuseum.gr/en
    Wir waren wirklich beeindruckt und können den Besuch nur wärmstens weiter empfehlen!
    Im Museum gibt es zwar eine Cafeteria, trotzdem ist die Mitnahme von Getränken sinnvoll, vor allem wenn man den etwas abseits gelegenen größeren Teil der Anlage besucht!
    Auch ist der Begriff "Wald" in dem Zusammenhang irreführend, denn all die Artefakte stehen und liegen mit einzelnen Ausnahmen in der prallen Sonne!
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  • Sigri, Lesbos

    8 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 26 °C

    Relativ zeitig des Morgens, zumindest für unsere Verhältnisse, sind wir aus den Federn, haben die "Ostbahn" vorbereitet und Anker auf!
    Für den Tag hatten uns diverse Wetterorakel zumindest halbwegs Wind versprochen, denn wir wollten eine recht große Passage mit über 50 Seeeilen (knapp 100 km) von Linmos nach Lesbos nehmen. Dafür braucht man bei guten Windbedingungen etwa neun Stunden.
    Frei nach Toni Polster: "Ich sage mal so..." wurden die Versprechen nicht eingelöst.
    Die meiste Strecke blubberte der Karpfenhäcksler auf Ententeich, also spiegelglatter See! Anfangs sogar mit Strömung von vorne, die hat aber bald nachhaltig auf achteraus gedreht. So konnten wir gemütlich mit 1.000 Touren dahinblubbern, doch gute 5 Knoten (etwa 10km/h) machen und wirklich wenig Kraftstoff verkochen. Gegen Ende des Tages hatte der Wind dann doch ein Einsehen und wir konnten ein paar Meilen unter Segel zurücklegen.
    In Sigri sind sind wir nach etwa elf Stunden angekommen, versenkten unseren Anker unterhalb der markanten ottomanischen Burg und machten uns nach einem ordentlichen Ankerschluck ans Kochen.
    In Myrina kauften wir eine große Haxe, angepriesen als vom Lamm. Wir lieben Lammfleisch! Beim Zubereiten stellte sich heraus, ist eher vom Schaf oder Ziege. Das hat uns aber nicht aus der Bahn geworfen. Ich hab das Teil erstklassig zubereitet und Moni hat nicht minder erstklassig die Kritharaki - eine typisch griechische Teigware in Tomatesauce - gezaubert. Das Ganze dann im Rohr noch mit Käse überschmolzen stand dem Genuss nichts mehr im Wege.
    Das für den nächsten Tag prognostizierte Schlechtwetter war auch schon beim Sonnenuntergang recht gut zu erkennen. Wolkenbänke im Westen kündigten es an. Unser Ankerplatz ist gut geschützt, der Anker sitzt bombenfest im Sand, wir werden sehen was der Morgen bringt.
    Was noch zu erwähnen ist: zur Zeit und das auch noch länger haben wir hier in der nördlichen Ägäis sowas wie eine "Kältewelle". Die Temperaturen am Tag erreichen selten 30°C, und in den Nächten ist es mit teilweise unter 20°C eher kühl! Auch die Wassertemperatur ist mit 23°C ziemlich prickelnd.
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  • Diaphori, Limnos

    7 de julho, Grécia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nachdem wir wieder mal unsere Vorräte aufgefüllt hatten segelten wir mit raumen Wind ganz entspannt in die Diaphori Bucht.
    Vor uns segelten Ute und Frank auf deren "Shiratori". Die Beiden kannten unser Boot vom Vorjahr. Da sind wir offenbar in Agios Marina auf Ägina mit unserem ausgefallenen Schiffsnamen im Gedächtnis geblieben und Ute hat uns jetzt darauf angesprochen.
    Die Bucht schneidet tief in die Insel ein und bietet fast perfekten Rundumschutz, erstklassigen Ankergrund, Platz ohne Ende und faktisch unendliche Ruhe. Kein Motorrad, keine Strandbar, keine lauten oder gefährlichen Wasseraktivitäten, kaum Besucher. Drei weiter Segelboote ankerten weit verstreut. Zwei angeblich gute Tavernen am Strand, wir hatten sie nicht besucht. Die Nächte ohne ernstzunehmender Lichtverschmutzung machten Sternderlschauen zum Vergnügen.
    Einzig die Einflugschneise des Flughafens, aber die fünf Flieger am Tag merkt man kaum.
    Dort mündet direkt vor unserem Ankerplatz ein kleines Flüsschen in die Bucht, und das musste ich mit dem Dinghi unbedingt erkunden!
    Ab der üblichen seichten Mündungsbarriere klappte ich den Motor auf und bewegte mich nur mehr mit Paddel weiter.
    Fische sprangen, Enten quakten, Krähen schimpften von den Bäumen, Graureiher, Rallen, Schwalben im Tiefflug und immer wieder Wellen von den Rückenflossen größerer Fische. Ein toter Baum versperrte fast die Durchfahrt, unter einem riesen Maulbeerbaum stoppte ich und delekierte mich an den Früchten. Immer weiter ruderte ich, die Ufer rückten näher und die Paddel streiften am Grund. Dann war das "schiffbare" Ende erreicht. Eine große Brombeerhecke überspannte den Bach. Von dort ließ ich mich vom leisen Windhauch wieder flussabwärts treiben.
    Ein netter, kleiner Ausflug!
    Und das verwunderlichste: in der ganzen Bucht keine einzige Gelse (Schnake, Mücke, Moskito...)!
    Ich habe noch nie so herrlich und unbelästigt im Cockpit schlafen können!
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