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Auf dem NST durch die Republik

Im Juli 2021 startete ich einen ThruHike-Versuch auf dem NST. Recht schnell wurde mir aber klar, dass es mir zeitlich nicht möglich sein wird, diesen zu beenden.
Deshalb wandere ich den NST nun häppchenweise als Section-ThruHike!
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  • Über den Hohenstein nach Hameln

    18. August in Deutschland ⋅ ☁️ 17 °C

    Als ich heute Morgen aufbreche, ist der Himmel bewölkt, die Sonne spitzelt aber immer wieder durch.

    Der Weg führt zunächst nur leicht ansteigend durch ein schönes Tal, geht dann in einen kurzen, aber steilen Pfad über und ich erreiche unter Applaus einer Ziegenherde eine Hochebene. Am anderen Ende der Ebene wäre die Schillat-Höhle, welche aber geschlossen hat.

    Da das Wetter nun auf Regen dreht, ziehe ich meinen Regenrock und die Regenjacke an, welche ich heute auch nicht mehr ausziehen werde.
    Der Weg führt nun ins Tal und auf der anderen Seite über den anstrengenden Treppenweg auf den Hohenstein, welcher mir trotz Regenwetter eine schöne Aussicht bereitet.

    Nun folge ich eine ganze Weile einem Kammweg, bis ich schließlich den Süntelturm samt Gaststätte erreiche, welche aber beide geschlossen haben. Also steige ich ab nach Unsen und fahre mit dem Bus nach Hameln. Gestern Abend habe ich die Rückfahrt für den morgigen Tag gebucht. Auch heute hatte ich nach 10 km wieder schmerzen im Fuss und da ich mein Minimalziel Hameln erreicht habe, reise ich ohne Frust ab. Bis zum nächsten Mal!

    🥾: 22,0 km
    ↗️: 593 m
    ↘️: 562 m
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  • Mystisches Weserbergland

    17. August in Deutschland ⋅ ☁️ 24 °C

    Im Hotel „Alter Zollhof“ war die Nacht sehr warm, aber das Frühstück dafür umso abwechslungsreicher - hier fehlt es an nichts.

    Ich starte dann beschwingt in den Tag, da sich die Fussschmerzen verflüchtigt haben. Nach etwa zwei Kilometer komme ich an einer geschäftigen Bäckerei vorbei und umich gönne mir noch einen Kaffee.

    Der Himmel hat sich zugezogen und es beginnt leicht zu regnen. Der Nieselregen verzieht sich den ganzen Tag nicht so wirklich. Es geht immer wieder kräftig hoch und wieder runter. An den Bergen bleiben die Wolken hängen und es herrscht eine mystische Stimmung - in Verbindung mit der üppigen Vegetation könnte man fast meinen, man wäre im Amazonas.
    Die sicherlich schönen Aussichten bleiben deshalb aber vor mir verborgen.

    Nach Kilometer zehn werden allerdings die Fussschmerzen wieder heftiger, weshalb ich froh bin, dass ich Rohdental erreiche. Das Café hat glücklicherweise an einem Montag geöffnet und ich kann noch Kaffee und Kuchen abstauben.

    Dafür hat mein Hotel heute Ruhetag, weshalb ich zum Abendessen meinen Kocher anschmeissen werde…

    🥾: 16,8 km
    ↗️: 501 m
    ↘️: 394 m
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  • Rein ins Weserbergland

    16. August in Deutschland ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach einer entspannten und regnerischen nacht frühstücke ich in der Pension und habe eine launige Unterhaltung mit dem Inhaber.
    Danach starte ich wieder bei schönstem Sonnenschein, aber kühleren Temperaturen den Weserberglandweg.

    Und der gestrige Tag hatte es mir schon angeteasert: es wird hier deutlich mehr Höhenmeter zu bewältigen geben und ich komme kurz nach dem Trailhead schon ordentlich ins Schwitzen…

    Der Weg an sich verläuft aber häufig im Wald und erinnert mich zeitweise sogar an die Wege auf der schwäbischen Alb. Es gibt immer wieder schöne Aussichten die ich auch sehr genieße.

    Nach der Mittagspause meldet sich aber mein linker Fuss und (vermutlich) die Plantarfaszie beginnt immer mehr zu Schmerzen. Ich checke die Optionen und sehe, dass ich in Rinteln ein Zimmer nehmen könnte, was ich auch vorsichtshalber mache.

    Abends gehe ich noch in doe Stadt und esse einen hervorragenden Burger - hier kommen ein paar PCT Vibes auf…

    🥾: 19 km
    ↗️: 590 m
    ↘️: 550 m
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  • Weser-Hitze und Höhenmeter

    15. August in Deutschland ⋅ ☀️ 35 °C

    Der Tag Pause hat mir und vor allem meinen Füssen gut getan und so starte ich gegen halb neun in den Tag. Es hat über Nacht nicht wirklich abgekühlt und so komme ich schnell ins schwitzen. Zum Glück verläuft der Trail zunächst of im Wald.

    Dies ändert sich jedoch bald und ich muss an der Weser laufen. Zunächst knallt mich die Sonne noch vom wolkenlosen Himmel, doch dies ändert sich am Mittag - immer mehr Wolken ziehen auf und es wird schwül.
    In Minden biege ich Richtung Innenstadt ab und ich gönne mir einen Kaffee und ein Eis. Nun beginnt es auch noch zu regnen - man kann quasi hören, wie die trockene Natur aufatmet…

    Dann wird es richtig schweisstreibend: die ersten ernsthaften Höhenmeter stehen an - der Weserberglandweg grüsst zum ersten mal: doch zuvor besuche ich noch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und genieße die Aussicht.

    Den Abend verbringe ich in der urigen Pension „zum Angestellten“ - ich habe das Zimmer im ehemaligen Kneipenbereich bekommen…

    🥾: 28,7 km
    ↗️: 393 m
    ↘️: 364 m
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  • Fehleinschätzung

    13. August in Deutschland ⋅ ☁️ 25 °C

    Beim Planen meiner Etappen auf dieser Reise ist mir leider ein Fehler unterlaufen: viel zu optimistisch habe ich die ersten Etappen geplant und deshalb auch mein Hotel für den Ruhetag einen ganzen Tag zu früh gebucht. Anstatt der 30 täglichen Kilometer habe ich jeweils nur 25 km geschafft.

    Deshalb muss ich in Loccum auf Bus und Bahn umsteigen und nach Bad Hopfenberg fahren, wo ich im Gasthaus Bad Hopfenberg zwei Nächte verbringen werde.

    Zuvor wandere ich aber durch einen schönen Wald nach Loccum, wo ich mir noch ein bisschen das Kloster vor Ort anschaue. Die Kirche ist allerdings gesperrt.
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  • Sonnenfinsternis

    12. August in Deutschland ⋅ ☀️ 22 °C

    Rs war heiss im Hotel heute Nacht und das Frühstück war spärlich. So verwundert es nicht, dass ich mir in Steinhude ein zweites Frühstück gönne, der Weg bis dahin war nicht der Rede Wert und so lege ich mich noch ein bisschen an die Uferpromenade - das Wasser sieht definitiv ich einladend aus.

    Als ich dann weiter gehe ist es dann richtig heiss und von Schatten kann ich bis zur nächsten Ortschaft nur Träumen. Dementsprechend benötige ich dringend Hydration in Form eines alkoholfreien Weizen.

    Der letzte Teil bis zum Campingplatz Lieblingsgrün wird dann zur Hitzeschlacht. In einer Kirche suche ich noch schnell Schatten, bevor ich den letzten Kilometer auf dem Seitenstreifen der viel befahrenen Strasse in Angriff nehme - unangenehm…

    Der Campingplatz ist gemütlich und nicht überlaufen, nach dem Abendessen gibts dann noch einen perfekten Blick auf das Himmelsspektakel.

    🥾 23,6 km
    ↗️ 159 m
    ↘️ 116 m
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  • Banklos nach Otternhagen…

    11. August in Deutschland ⋅ ☁️ 22 °C

    Nach meinem Frühstücksporridge starte ich motiviert in den nächsten Tag. Der Trail verändert sein Gesicht nicht wirklich: breite, harte Wege im Wald - wenigstens ist es schattig. Hier spüre ich zum ersten mal seit Wochen etwas, das ich fast schon vermisst habe: ein leichtes frösteln!
    Es ist nicht mehr so schwül und der Wind schön kühl. Die Sonne wird aber dann im Laufe des Tages dafür sorgen, dass sich das ändert.

    In Wennebostel such ich den Bäcker beim Edeka für ein zweites Frühstück auf und besorge mir im Rossmann noch etwas und begebe mich noch auf die Piste.

    Ich gehe weiter und die Kilometer verfliegen irgendwie. Als ich langsam schwere Beine bekomme sehne ich mir eine Pausenbank herbei - diese sind auf diesen Abschnitt aber rar gesät und ich gehe weiter und weiter in der Hoffnung, dass bald eine kommt. An einer schönen Lichtung wird es mir zu bunt und ich lege mich einfach auf meine Zeltunterlage und ruhe mich aus.

    Irgendwie war ich bei der Planung nicht ganz sauber und habe die Etappenlänge heute total falsch eingeschätzt - 40km habe ich zur Zeit nicht in den Beinen und so steige ich in Otternhagen in den Bus Richtung Wunstorf, wo ich aus Mangel an Alternativen nochmal ein Hotel gebucht habe…

    🥾: 31,0 km
    ↗️: 104 m
    ↘️: 112 m
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  • Start in Celle

    10. August in Deutschland ⋅ ☀️ 31 °C

    Ich reise mit der Bahn über Nacht an und dementsprechend gerädert bin ich, als ich um 08:30 Uhr aus dem ICE stolpere zumindest konnte ich vier Stunden schlafen. Also suche ich mir erstmal einen Bäcker in Celle und gönne mir Kaffee und Brezel.

    Der Weg aus der Stadt ist erstaunlich grün und der NST sehr gut ausgeschildert - 2021 musste ich deutlich öfter den Weg suchen und es freut mich, dass sich sehr viel getan hat.

    Was mich nicht freut, ist der Trail auf diesem Teilstück - schon das letzte Viertel des Heidschnuckenweges war eher langweilig und das setzt sich jetzt fort. Kieferplantagen und Forstwege machen mich nicht wirklich munterer - noch dazu ist es einigermaßen schwül draussen. Felder aus Farnen sehen nicht nur schön aus, sondern lockern die Eintönigkeit ein wenig auf.

    So kämpfe ich mich schließlich nach Fuhrberg: hier habe ich mir eine Unterkunft gebucht, um den Schlafmangel etwas aufzuholen. Ein Dönerteller zu Abendessen rundet den Tag ab und ich verabschiede mich ins Bett.

    🥾 20,0 km
    ↗️ 49 m
    ↘️ 49 m
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  • Am Sonntag gehts weiter…

    7. August in Deutschland ⋅ ☁️ 20 °C

    …auf dem NST in Richtung Haldenwanger Eck. Ich starte in Celle und schau dann mal, wie weit ich in ca. 14 Tagen komme: Alles kann, nichts muss!

    Heute gibts erstmal noch eine Probenacht im Garten im Zelt um zu schauen, ob noch alles passt!Weiterlesen

  • Schlaflos in der Severloher Heide

    24. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Sonnenuntergang am Vortag gab nicht viel her, dafür war die Abendstimmung in der Heidelandschaft sehr schön.
    Nur die Explosionen und Schüsse des nahegelegenen Truppenübungsplatzes störten das Abendidyll und meine Einschlafversuche bis 23 Uhr.

    Der Schlaf war danach auch nicht sehr tief und ein total übermotivierter Kuckuck beendete meinen Nachtschlaf schließlich um 05:30 Uhr.
    Die Temperatur fiel in den Nachtstunden auf 5 Grad und ich musste erstmal etwas Frühsport machen, um mich aufzuwärmen. Nach dem Frühstück starte ich schließlich um 7 Uhr in den Wandertag.

    Verdutzt sah ich auf dem ersten Wegweiser, dass Celle nur noch gute 25 km entfernt ist und ich wider erwarten den Heidschnuckenweg also einen Tag früher beenden werde. So bleibt mir also am Donnerstag genügend Zeit, um ins Rheinland zu kommen.

    Der Trail gab allerdings nicht mehr viel her. Breite Sandpisten und Kiefernwälder mit vereinzelten Truppenübungsplätzen bestimmten die Szenerie.
    Kurz vor dem Finale in Celle gab es noch Kaffee und Kuchen und der Stadteinlauf durch die Auen der Aller gestaltete sich überraschend grün.

    Ob ich den richtigen Trailhead des HSW dann erreicht habe, weiß ich auch nicht so richtig, also habe ich einfach am Bahnhof ein Bild gemacht. Beim Schlossplatz konnte ich keinen Wegmarker mehr finden.
    Noch kurz in die Altstadt zum Schmausen und so ist der Heidschnuckenweg nun „in the books“.

    Irgendwann gehts dann auch hier wieder weiter Richtung Süden! Das Datum steht allerdings noch in den Sternen. Jetzt freue ich mich erstmal auf die Traildays!

    Distanz: 29,0 km
    Rauf: 58 Hm
    Runter: 77 Hm
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  • Kaffeeklatsch & eine „Abkürzung“

    23. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 14 °C

    Manche Tage wollen einfach nicht enden. Dabei fing alles so gut an:
    Kurz nach einem trüben Start in Wietzendorf traf ich in einem Unterstand auf ‚NoName‘, einen NST ThruHiker, der sich gerade noch auf dem Heidschnuckenweg befindet.

    Wir wanderten eine ganze Weile zusammen und fachsimpelten ein wenig über das Wandern und ein bisschen auch über das Leben. Da der Trail bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich viel hergab und das Wetter sehr trüb war, genoss ich die willkommene Ablenkung sehr.
    In Müden (Örtze) konnte ich mich in ‚Hoffmanns Backhus’ von NoNames HikerHunger überzeugen und es entwickelte sich mit zwei Wanderinnen am Nebentisch noch ein interessantes Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Kaffeeklatsch eben.

    Danach trennten sich unsere Wege schon wieder. Allerdings wäre es wohl besser gewesen, wenn ich NoName noch ein bisschen begleitet hätte:
    Da ich spätestens Donnerstag in Celle sein will, kürzte ich den HSW über die offizielle Variante über Hermannsburg ab. Dabei wird Fassberg und die ‚Oberroher Heide‘ ausgelassen. Die Wegführung wird dann bei Weesen wieder zusammengeführt.
    Da ich danach aber keine geeignete Hütte finden konnte, zog sich der Tag immer mehr in die Länge. Und anstatt kürzer zu treten wurde es eine wahre Monsteretappe. Gegen 21:00 Uhr kam ich schließlich in der ‚Severloher Heide‘ an, in deren gleichnamiger Hütte ich mir mein Nachtlager errichtete.

    Das Wetter hatte sich inzwischen deutlich gebessert, aber leider bekam ich von der Heidelandschaft gar nicht so viel mit.
    Die gute Nachricht des heutigen Tages war: das Schienbein hält!

    Distanz: 36 km
    Rauf: 102 Hm
    Runter: 155 Hm
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  • Pack ma‘s wieda…

    22. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 25 °C

    …würde man bei uns im bayerisch-schwäbischen Grenzgebiet sagen.
    Doch der heutige Tag stand im Zeichen der Vorsicht: Ich hatte mir heute vorgenommen den HSW bis Wietzendorf zu gehen und auszutesten, ob das Schienein hält. Das hat es schließlich dann auch getan. Ich hoffe, das kann ich dann in ein paar Tagen auch noch behaupten.
    Da für den Nachmittag jedoch Unwetter angesagt waren, habe ich im Hotel nach einer Verlängerungsnacht gefragt und bin dann mit dem Bus zurück nach Soltau.

    Der Weg an sich war bei schwül-heißen 29 Grad eher etwas langweilig und monoton. Viele Feldwege und Asphaltstraßen standen auf dem Programm. Auch das donnern der Kanonen vom angrenzenden Truppenübungsplatz hat mich den Tag über verfolgt.
    Ein ganzes Stück begleitete mich eine Tageswanderin und wir unterhielten uns über das Wanderleben. Ich traf zudem ein weiteres Pärchen, das den HSW läuft. Alle hatten eines gemeinsam: der NST war ihnen vor unserem Gespräch noch nicht bekannt… Das habe ich heute geändert.
    Nach ‚NoName‘ habe ich heute auch die Augen aufgehalten. Konnte ihn aber leider nicht entdecken. So wie es aussieht, ist er deutlich später losgelaufen.

    Wieder in Soltau angekommen habe ich dann zu Abkühlung noch einen ausreichend großen Stracciatella-Becher verschlungen und beobachte nun beim Abendessen den nahenden Gewitterregen.
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  • Was tun, sprach Zeus…

    20. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach einem Zeroday habe ich weiterhin Schmerzen im Schienbein. Nicht schlimm, aber dennoch ein bisschen beunruhigend. Vermutlich habe ich mich mit sechs zum Teil langen Wandertagen ohne Pause dann doch ein bisschen übernommen… Beim nächsten mal muss ich mir vermutlich wieder mehr Eingewöhnungszeit zugestehen.

    Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, wie ich damit umgehen soll.
    1. Sofort aufhören? (Aber was mache ich dann bis zu TrailDays, die ich eigentlich direkt im Anschluss ansteuern wollte…)
    2. Einfach weiterwandern und den Schmerz herauslaufen?
    3. Nochmal einen Zeroday einlegen und schauen, ob es doch noch besser wird?

    Vermutlich wird es auf die dritte Variante hinauslaufen.
    Ansonsten war die Zeit in Soltau Klasse. Gutes Essen, gutes Zimmer und gute Therme, die die Müdigkeit aus den Muskeln herausgeblubbert haben.
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  • Vögelnde Vögel

    19. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 19 °C

    Hatte ich diesen Titel nicht schon einmal? Keine Ahnung, ich werde wohl alt - bin aber auch zu faul um danach zu suchen. Auf jeden Fall passt er, weil ich heute gleich zwei Vogelpärchen beim Liebesspiel überrascht habe - warum treiben sie es auch auf öffentlichen Wanderwegen…

    Die Nacht auf dem Campingplatz war sehr frisch, ich musste wieder alle Lage anziehen. Offenbar ist mein neuer Quilt nicht für Temperaturen um 5 Grad geeignet. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Temperaturempfindlichkeit von der körperlichen Erschöpfung abhängig ist. Da trifft es sich, dass ich am Samstag einen Zeroday zum Ausruhen einlegen werde.

    Der Rest der Etappe ist schnell erzählt:
    Bis Bispingen läuft man idyllisch an der Brunau entlang; danach rauscht sanft die A7 in den Ohren, bevor man die ‚Borsteler Kuhle‘ (ein Trockental, in dem die Heide noch in Urform wächst) erreicht.

    Bispingen ist ein schöner Ort, in dem ich mir ein zweites Frühstück genehmige und die ‚Ole Kerk‘ (alte Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert) besuche.
    Der nun folgende Singletrail durch den Wald ist schnurgerade und bringt mich zum Quelltopf der Luhe, die hier aber gleich wieder versickert und erst in Bispingen wieder zu Tage tritt.

    Die Landschaft bis zum ‚Kreuzberg‘‚ ist dann zunächst sehr landwirtschaftlich geprägt und geht allmählich über in eine Heidelandschaft.
    Dummerweise hatte ich heute immer wieder einen kurzen Schmerz im Schienbein, weshalb auf Höhe des Heideparks entschloss, den Bus nach Soltau zu nehmen. Hier hoffe ich beim Ruhetag mit Thermenbesuch und Ibuprofen ein Schienbeinkantensyndrom zu vermeiden...

    Distanz: 23,5 km
    Rauf: 203 Hm
    Runter: 181 Hm
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  • Death Valley

    18. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ⛅ 15 °C

    Als der Wecker klingelte konnte ich es nicht glauben: „Was? Die Nacht ist schon vorbei?!Ich bin doch noch gar nicht fertig mit schlafen!“ - eineinhalb Stunden später bequemte ich mich dann doch aufzustehen. Die allgemeine körperliche Erschöpfung war heute schon deutlich zu spüren. Zum Glück gab es heute nur eine kurze Etappe nach Behringen zu Begehen. Doch zunächst gab es noch ein eher rustikales Frühstück.

    Ich schlenderte noch kurz durch das verlassene Wilsede und machte einen Abstecher zum ‚Totengrund‘: der malerisch mit Wacholder und Weidekraut bewachsene Talkessel war wohl eines der ersten Schutzgebiete in der Region und die Basis für das NSG Lüneburger Heide.
    Nächste Station war die höchste Erhebung der Norddeutschen Tiefebene: der ‚Wilseder Berg‘. Hier war schon ein deutlicher Feiertagsverkehr zu spüren und ich hielt mich nicht lange auf.
    Der Weg durch die Heide bis Niederhaverbeck wurde richtig schön und abwechslungsreich. Doch ich wollte heute langsamer gehen und so gab es dort erstmal K&K + aW.

    Gut hydriert durchquerte ich dann mein sogenanntes ‚Death Valley‘: eine kilometerlange gerade und staubtrockene Schotterstrecke ohne Schatten - nicht auszudenken, was hier an einem windstillen Tag bei 30 Grad los sein muss…

    Nach Durchquerung der ‚Behringer Heide‘ erreichte ich schließlich den Campingplatz Brunautal, wo ich mein Rainbow One aufstellen durfte und mir bei einer Dusche den Staub vom Körper gewaschen habe.

    Distanz: 20,6 km
    Rauf: 168 Hm
    Runter: 202 Hm
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  • Gegenwind

    17. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ⛅ 12 °C

    Am Vortag hatte ich mir zum ersten Mal über die Website 1nitetent.com einen kostenlosen Zeltplatz angefragt, der zufällig nahe am Heidschnuckenweg liegt.
    Untergekommen bin ich im Garten von Kai und Matthias. Ich durfte das Zelt im Garten aufschlagen und sogar die Küche, das Bad und ganz wichtig die Toilette benutzen. Super toll und vielen Dank hierfür. Nette und inspirierende Gespräche gab es obendrein auch und so erfuhr ich, dass Kai einen großen Teil des Tourismus Marketing in der Region erledigt. Ich nutzte die Gelegenheit ihm vom NST zu erzählen, für welchen er sich auch sehr interessierte.
    Wenn ihr also eine Zeltunterkunft in Handeloh benötigt, schaut unbedingt auf 1nitetent und fragt bei den beiden nach - sie haben ca. 100 Übernachtungen im Jahr.

    In der Nacht regnete es ein bisschen und dementsprechend feucht war das Zelt. Ich wartete den Regen etwas ab und startete um 09:30 Uhr. Es war immer noch sehr windig und es war nochmals kühler als am Vortag. Mehr als 10-12 Grad hat das Thermometer nicht angezeigt. Zum Glück blieb es den ganzen Tag trocken.
    Der Trail verlief zunächst auf einen tollen Singletrail in einem sehr wilden Wald. Die Abzweigung zum Quellgrund der Seeve verpasste ich leider. Mist!
    In Wesel war alles geschlossen, was mir die K&K-Droge (ich bekenne mich nun offiziell als süchtig) hätte verkaufen können: ich musste also bis Undeloh weiter. Dafür durfte ich die ‚Weseler Heide‘ durchwandern. Aufgrund des kühlen Windes habe ich das auch sehr schnell durchgezogen.

    In der Undeloher Heiderose wurde meine Sucht dann doch noch befriedigt und einen leckeren Spargelsalat gab es ebenso.
    Danach begann das tollste Stück des Tages: das Herz der Lüneburger Heide. Bis Wilsede gab es eine Heidelandschaft vom Feinsten! Die letzten Kilometer musste ich dann allerdings gegen den Wind laufen, was ziemlich anstrengend war.
    Wilsede ist ein kleiner Ort in der Heide, der nur zu Fuß, Rad oder Pferd erreicht werden kann. Hier leben offiziell nur 33 Einwohner und dementsprechend ruhig ist es in der Nacht.
    Im Wilseder Hof fiel ich ziemlich erschöpft ins Bett und schlief schnell ein…

    Distanz: 25,9 km
    Rauf: 220 Hm
    Runter: 187 Hm
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  • Bei Kai und Matthias

    16. Mai 2023 in Deutschland ⋅ 🌬 13 °C

    Das G&H Hotel, in dem ich genächtigt hatte, war gut und günstig. Mein Porridge bereitete ich mir mit dem Gaskocher am Fenster zu. Als ich aus der Tür des Hotels trat, um meinen Bus nach Nenndorf zu erreichen, fröstelte es mich: es hatte über Nacht deutlich abgekühlt. Zudem zogen einige Regenschauer übers Land und ein kräftiger Wind aus Nordwest wehte stellenweise, weshalb ich meine Jacke heute ständig an- und wieder ausziehen musste…

    In Nenndorf angekommen verlief der Weg zunächst immer in Nähe der Autobahn, Geräuschkulisse inklusive. Auch mit landschaftlichen Highlights hielt sich der Weg bis Buchholz vornehm zurück. Meine Beine meckerten auch ein wenig, so dass der Start in den Tag also eher schleppend verlief.
    So konnte es nicht weitergehen und deshalb wurde ich in Buchholz auf der Suche nach Verpflegung fündig: ein Käsebrötchen und ein Stück Marzipan-Mohnkuchen, natürlich mit einer Tasse Kaffee, habe ich mir einverleibt und den nächsten Schauer abgewartet. Gut gestärkt verließ ich Buchholz und war erstaunt, dass es nun richtig gut lief.

    Der Höllenberg (bewaldet und ohne Aussicht) wurde im Sturm erobert und über das Höllental ebenso schnell wieder verlassen.
    Weiter ging es durch einen schönen Wald bis zum Brunsberg mit seinem phänomenalen 360 Grad Panorama. Lang hielt ich es nicht aus: der kühle Wind vertrieb mich schnell wieder.
    Nach dem Pferdekopf folgte ich dem Büchsenbachtal ins ‚Café im Schafstall‘:
    ich trank zwar nur ein alkoholfreies Weizen, aber hätte ich gewusst, welch grandiose Kuchen und Torten dort serviert werden, hätte ich mir das jämmerliche Stück in Buchholz gespart.

    Die letzten Kilometer bis Handeloh lief ich beschwingt und unbeschwert, hatte ich doch im Vorfeld bei 1nitetent.com einen Schlafplatz im Garten von Kai und Matthias. Von dieser Erfahrung aber mehr im nächsten Footprint.

    Distanz: 32 km
    Rauf: 350 Hm
    Runter: 390 Hm
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  • Die Last(er) des Wanderers…

    15. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 20 °C

    Die Nacht auf dem Campingplatz war erstaunlich gut (vielleicht, weil ich die Nacht zuvor wegen der Zugfahrt nicht viel geschlafen habe). Ich stehe um 6.30 Uhr auf, frühstücke und bereite mich langsam vor. Es ist erst der zweite Tag und die Griffe passen noch nicht. Und den Sand vom Zeltplatz musste ich auch noch irgendwie aus dem Zelt bekommen.

    Der Weg nach Fischbek war dann unspektakulär und so fand ich mich, fast schon überraschend, am Trailhead des Heidschnuckenweges wieder. Schnell 1...2...3 Fotos gemacht und los ging es auf den überraschend bergigen HSW.
    Puh, war das anstrengend! Vielleicht liegt es daran, dass ich seit einem Jahr nicht mehr mit vollem Gepäck gewandert bin, oder daran, dass ich Verpflegung für 10 Tage dabei habe - mit 3 Liter Wasser beträgt das Rucksackgewicht stolze 15 kg. Tendenz allerdings fallend!

    Aber nachdem ich mich ein wenig an das Auf und Ab gewöhnt hatte, wurde es angenehmer. Ich wanderte durch Heide und Wald und versuchte, das hektische Stadtleben von gestern ein wenig zu vergessen.

    In Nenndorf angekommen, stolperte ich gleich über die erste Bäckerei des Ortes: und schon war der Vorsatz, nicht jeden Tag Kuchen zum Kaffee zu essen, wieder dahin! Ein Laster muss der Mensch haben…
    Im Ort musste ich mir dann auch schon die erste feste Bleibe suchen: ich hatte mein Groundsheet zu Hause vergessen und bestellte mir ein neues auf die Hoteladresse - aber das stand ja eh schon auf der „to buy“-Liste.

    Distanz: 24,3 km
    Rauf: 443 Hm
    Runter: 402 Hm
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  • Guess who‘s back?

    14. Mai 2023 in Deutschland ⋅ ☁️ 21 °C

    Eigentlich hätte ich vor eineinhalb Jahren nicht mehr damit gerechnet, dass ich diese Reise noch fortsetzen werde. Aber Zeiten ändern dich und nun hat mich der Norden wieder. Zumindest kurzzeitig: in den nächsten Tagen werde ich mich auf dem Heidschnuckenweg/NST in Richtung Süden durchschlagen - mal sehen, wie weit ich kommen werde.

    Die Anreise war dabei schon turbulent: der Bahn(nicht)Streik hätte beinahe meine Planung durcheinander gebracht. Doch der ICE von München nach Kiel war pünktlich und so stieg ich um 1:15 Uhr in meiner Heimat in den Zug ein und wurde am Sonntagmorgen um 10:15 Uhr in Hamburg ausgespuckt.
    Mit der U-Bahn fuhr ich zu den Landungsbrücken und nahm die Fährte des NST wieder auf - nicht allzu schwer, schließlich folgt er hier der Elbe. Am Fischmarkt genehmigte ich mir erstmal ein Frühstück: so ein Fischbrötchen schmeckt halt zu jeder Tageszeit…

    Es war ein sonniger und milder Sonntag, dementsprechend voll war es auf dem Elberadweg und die Biergärten quollen förmlich über. Ich fand jedoch noch ein Plätzchen für ein Stück Kuchen und ein alkoholfreies Weizen.

    Nun sitze ich auf dem Elbe-Campingplatz im Sand und genieße die Abendsonne. Gut so, denn im Süden ist das Wetter seit Wochen besch…

    Distanz: 16,3 km
    Rauf: 112 Hm
    Runter: 101 Hm
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  • Am Ende die Elbe…

    8. August 2021 in Deutschland ⋅ ⛅ 17 °C

    Der letzte Tag auf dem NST Nord beginnt mit herrlichstem norddeutschen Schietwetter. Regnerisch, windig, kalt…
    So ist es nicht verwunderlich, dass ich alle paar Minuten einen Unterstand oder ein Café ansteuere um die Regenschauer auszusitzen.

    Zuerst geht es an die Alster, bevor man durch einen grünen Gürtel, inklusive dem Dammtorpark, den kleinen und großen Wallanlagen und dann vorbei am Hamburger Dom zum Elbpark und dem Bismarkdenkmal wandert.
    Dann erreiche ich die letzte Station: die Elbe mit dem alten St. Pauli Elbtunnel.

    Hier endet meine Reise im Norden. Schön, dass ihr ein bisschen mitgewandert seid.
    Ende August geht es dann im Süden weiter. Ich genieße jetzt erst einmal die Zeit mit meiner Familie! Bis bald!
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  • Aus der Stadt, in die Stadt

    7. August 2021 in Deutschland ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich erwache um 6 Uhr morgens in meiner Zelle. Warum in meiner Zelle? Naja, weil ich im CAB20 Kabinenhotel in Hamburg übernachtet habe: interessantes Konzept fast wie bei den Schlafkapseln an Flughäfen in Asien. Das Hotel ist sauber und topmodern. Nur hatte mein Rucksack fast keinen Platz in der „Kapsel“.

    Nach einem reichhaltigen Frühstück in der Nähe des Bahnhofs ging es mit der S-Bahn zurück nach Reinbek. Heute konnte ich mal wieder mit leichtem Gepäck wandern, was die ganze Strecke natürlich wesentlich angenehmer machte.

    Es ging von Reinbek durch die Boberger Niederung mit den Sanddünen und zurück durch die Oststadt ins Zentrum zum Berliner Tor. Dort erwartete mich dann auch schon das riesige Empfangskomitee - oder mit anderen Worten: die CSD Parade die zufällig an diesem Samstag in Hamburg stattfand…

    Achja, und die 500 km müsste ich in dieser Etappe auch erreicht haben. Party on! 🍾🎉🎊
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  • Begegnungen

    6. August 2021 in Deutschland ⋅ ⛅ 22 °C

    Erst mal vielen Dank für Eure lieben Genesungswünsche!
    Tatsächlich ging es mir nach einer erholsamen Nacht im Hotel deutlich besser.
    Dementsprechend konnte ich meine Wanderung erfreulicherweise fortsetzen. Der Himmel erstrahlte im blauesten Blau!

    Nach ca. einer Stunde machte ich Pause bei der Bäckerei Meyns in Rotenbek und gönnte mir ein zweites Frühstück. Dort sprach mich zuerst ein Mann Mitte 60 mit niederländischem Akzent an, der offensichtlich auch auf einer längeren Wanderung unterwegs war. Nach kurzem Gespräch gesellte sich eine Frau dazu, die in den letzten Jahren auch oft gepilgert ist. Nach einer halben Stunde regen fachsimpeln ging es dann weiter.

    Hubertus und ich haben beschlossen, die Etappe gemeinsam zu gehen. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Recht tiefgründiges Gespräch. Bertus, wie er sich selbst nannte, war Havard Absolvent und hatte unter anderem in höheren Ämtern in der EU-Botschaft in Washington DC und bei der EU Kommission in Brüssel gearbeitet. Mit seiner Lebenserfahrung hatte er viele interessante Geschichten zu erzählen und er gab mir auch wichtige Denkanstöße in Bezug auf mein eigenes Leben.
    Es ist schon komisch, wie schnell sich die Stimmungslagen auf so einer Wanderung innerhalb weniger Stunden ändern können. Das Sprichwort „the Trail provides“ scheint tatsächlich oft zu stimmen.

    Am Etappenende in Reinbek trennten sich dann allerdings unsere Wege: er hatte ein Hotel vor Ort gebucht und ich stieg in die S-Bahn nach Hamburg, von wo aus ich die letzten Etappen zentral ansteuern werde.
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  • Wie ein Schlag in die Magengrube

    5. August 2021 in Deutschland ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach einer weiteren unruhigen Nacht musste ich feststellen, dass es meinem Magen nicht wirklich besser ging und ich musste die schwere Entscheidung treffen, die Wanderung zu unterbrechen. Da bereits ein Zimmer im sehr guten Hotel-Restaurant Gut Basthorst gebucht war, musste ich die Strecke gezwungenermaßen mit dem Bus überwinden und konnte diese Etappe auch nicht mehr nachholen. Ob ich überhaupt weiterwandern könnte, stand zu diesem Zeitpunkt auch in den Sternen…

    Angekommen in Basthorst konnte ich meine Sachen auf dem riesigen Anwesen anständig trocknen und nochmal meine Wäsche wasche. Um 20 Uhr fiel ich dann todmüde ins Bett und bekam das Gewitter während der Nacht gar nicht mehr mit. Fotos habe ich an diesem Tag auch so gut wie keine gemacht. Ich war wohl zu frustriert…
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  • Liebesspiele und feuchte Höschen

    4. August 2021 in Deutschland ⋅ ⛅ 20 °C

    Die Nacht auf dem Campingplatz war, naja, wie soll ich sagen, etwas unruhig. Gegen 2 Uhr setzte im Nachbarzelt heftiges Gefummel und Gestöhne ein, was meine Nachtruhe in diesem Moment dann doch etwas störte…

    Unausgeschlafen und gerädert startete dann mein Tag mit einem schönen Sonnenaufgang über dem Ratzeburger See. Der Campingplatz Schwalkenberg liegt echt sehr idyllisch, ist aber auch sehr rudimentär.

    Los ging es dann gegen 8 Uhr und ich fühlte mich am Morgen nicht gut. Mein Magen und mein Rücken, die Sorgenkinder des letzten Jahres, meldeten sich - leider.

    Erste Station war Mölln, wo ich in einer Postfiliale (ein Kiosk) ein Paket abholen wollte. War allerdings noch nicht da. Also, neuen Paketaufkleber ausgefüllt und der netten Kioskbesitzerin zum weitersenden gegeben. Noch kurz was schnabuliert und weiter ging es.

    Der Tag war vermutlich einer der landschaftlich schönsten Abschnitte. Allerdings konnte ich es überhaupt nicht genießen.
    Dann setzte auch noch, so dachte ich zumindest zu diesen Zeitpunkt noch, ein leichter Regenschauer ein…
    Der leichte Schauer wandelte sich dann aber in einen sintflutartigen, halbstündigen Gewitterregen, der sogar Staßenunterführungen überschwemmen sollte.
    Da ich darauf irgendwie überhaupt nicht eingestellt war, wurde mein Wille an diesem Tag nun endgültig gebrochen.

    Nass bis auf die Unterhose entschied ich mich, die Etappe, die mich zum Gudower See führen sollte abzubrechen und zum nahegelegenen Campingplatz Drüsen zurückzulaufen… dort war zum Glück noch ein Zeltplatz frei und ich konnte meine Sachen zumindest wieder halbwegs trocknen.
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