• Inge Hohmeier
  • Inge Hohmeier

Von Afrika nach Europa

365-dniowa przygoda według Inge Czytaj więcej
  • Safari Teil 1 - Serengeti

    2 grudnia 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die berühmten Nationalparks in Tansania zu erkunden:
    Entweder begibt man sich auf eigene Faust und im eigenen Fahrzeug auf die Pirsch....
    Oder
    Man bucht eine Safari inklusive Guide, Fahrzeug, Übernachtung und Essen. Kurzum:
    mit allem Drum und Dran.
    Um unsere ohnehin schon arg strapazierten Autos zu schonen, ein wenig relaxen zu können und um sicher zu sein, auch wirklich die besten Punkte im Park nicht zu verpassen, entscheiden wir uns für Variante 2 und buchen eine 4 - tägige Tour in die Serengeti und den Ngorongoro Nationalpark.

    Nach einem zeitigen Frühstück werden wir am 2. Dezember von unseren beiden Guides Jackson und Dixon am Campingplatz abgeholt.
    Vor uns liegt ein besonderer Höhepunkt unserer Reise .....ein Abenteuer, das einem, wenn man Glück hat, once in a lifetime vergönnt ist.
    Dessen sind wir uns bewusst und zutiefst dankbar dafür.

    Serengeti- unzählige Tierdokumentationen und nicht zuletzt Vater und Sohn Grzimek mit ihrem Film " Die Serengeti darf nicht sterben" haben dafür gesorgt, dass der Name zum Inbegriff für die endlosen Weiten Afrikas wurde.

    Die fast baumlose Savanne im Norden von Tansania erstreckt sich auf etwa 30.000 Quadratkilometern von den östlichen Ausläufern des Lake Victoria bis nach Kenia in die Masai Mara hinein.
    Die Serengeti ist einer der spektakulärsten Naturräume der Erde, und der gleichnamige National Park ist weltberühmt.

    In der Sprache der Massai bedeutet das Wort Serengeti "endlose Ebene“ , und wenn ihr einmal in eurem Leben die unendlichen, flachen Grassteppen gesehen habt, versteht ihr auch, warum.

    Jedes Jahr bieten die schier grenzenlos erscheinenden Ebenen der Serengeti den Schauplatz für eines der größten Naturspektakel unserer Erde: die Migration ( Wanderung) von Millionen von Tieren.
    Nicht zuletzt dieser Einmaligkeit verdankt der Park seinen Status als Unesco Weltnaturerbe.
    In einem gigantischen Zyklus ziehen bis zu zwei Millionen Tiere auf großen Herdenwanderungen durch die Serengeti.
    Es ist die letzte intakte und vor allem natürliche Massenwanderung von Wildtieren auf der Erde.

    Hunderttausende von Gnus, Gazellen, Antilopen und Zebras versammeln sich in riesigen Gruppen und beginnen ihren mehr als 1000 Kilometer langen Weg hin zu den Gebieten mit
    erfrischenden Wasserquellen und sattgrünen Grasflächen.
    Viele von ihnen sterben auf der beschwerlichen Reise.
    Sie fallen Hunger, Durst, Erschöpfung und natürlich Raubtieren zum Opfer.
    Andere werden zu Tode getrampelt, manche von ihnen laufen einfach nicht so schnell und werden von ihrer Herde getrennt.
    Dies bedeutet zumeist ihr Todesurteil, sind sie doch jetzt leichte Beute für Löwen, Leoparden und Cheetas.
    Auch bei den gefährlichen Flussüberquerungen spielen sich oft dramatische Szenen ab, da die von der Wanderung bereits erschöpften Herden nicht nur für Raubkatzen, sondern auch für die in den Flüssen lauernden Krokodile einen einfachen Fang darstellen.
    Teilweise sind die Tiere
    bereits so schwach und entkräftet, dass sie das steile Ufer nicht mehr erklimmen können.
    Es ist ein echter Kampf um Leben und Tod, der den Ernst und die Wildheit der Tierwelt Afrikas zeigt.

    Auf unserem Game Drive fühle ich mich wie in einem Film, der alle Afrika-Klischees bedient, ja sogar in den Schatten stellt:
    Saftig grüne Hügel, idyllische Steppen, malerische Seen, imposante Inseln aus Granitfelsen und eine unbeschreibliche Weite vor blauem Horizont.

    Die Schönheit der Landschaft und die
    artenreiche Tierwelt
    versetzt uns abwechselnd in Staunen, Begeisterung und Ehrfurcht.
    Bisher verlief die Fahrt ruhig und friedlich.
    Dann entdeckt Jackson ein paar Löwen, die offensichtlich nicht nur herumdösen. Sie scheinen hellwach, die Ohren gespitzt, die Nase etwas in die Luft gereckt......für uns kaum wahrnehmbar.
    Plötzlich sehen wir den Grund: Pumba läuft ahnungslos und ein wenig desorientiert mal in die eine, mal in die andere Richtung.
    Das soll ihm zum Verhängnis werden.

    " Pumba means no brain in Suaheli ", kommentiert Jackson trocken und leider behält er in diesem Fall Recht.
    Wie auf Kommando rennen 6 Löwen los, umzingeln und jagen das kleine Schwein.
    So viele Raubkatzen haben wir vorher gar nicht bemerkt, sie hatten sich im Gras versteckt.
    Das Tier hat keine Chance. In weniger als 10 Minuten ist von ihm nichts mehr übrig.
    Gerade noch lustig am Bach entlang unterwegs, wenig später restlos aufgefressen.
    Jackson meint, das wäre für die Löwen nicht mehr als ein Frühstück oder ein kleiner Snack.
    Die Mannschaft an Bord ist begeistert, denn einen Riss erleben nur wenige Safari Touristen.
    Ich dagegen sehe immer noch das kleine Schwein mit seinem hochgestreckten, antennenartigen Schwänzchen, ahnunglos geradewegs in sein Verderben rennend und fühle mich traurig .
    " That's the circle of life ", erklärt Dickson. Ich weiß das und muss es akzeptieren.
    Fressen und gefressen werden, heißt hier die Devise.
    Doch mir gefallen die friedlichen, unblutigen Momente besser.

    Wir beobachten in den nächsten 2 Tagen unzählige Gnus, Gazellen, Antilopen, Giraffen, Büffel, Zebras, Warzenschweine, Schakale, Affen, Elefanten, Nilpferde und Krokodile und sind manchen von ihnen so nah, dass wir sie fast berühren können.
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  • Safari Teil 2 - Ngorongoro Krater

    4 grudnia 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 24 °C

    Am Abend des 3. Tages geht es zum
    Ngorongoro-Krater.
    Hier begann alles vor ca. 10 - 15 Millionen Jahren mit einem gewaltigen Vulkanausbruch
    Ein einst riesiger Berg stürzte in sich zusammen und erschuf diese einzigartige Landschaft.
    Der Kraterboden liegt auf etwa 1700 Meter.
    Seine Seitenwände ragen zwischen 400 und 600 Meter hoch, so dass die Kraterkante sich letztendlich auf etwa 2300 Metern Höhe befindet.
    Mit einem Durchmesser von bis zu 21 Kilometern und einer Fläche von 26.400 Hektar ist der Ngorongoro der größte erloschene Krater der Erde.
    Seit 1979 steht er auf der Weltnaturerbe-Liste der UNESCO.
    Die Caldera bietet
    25.000 Tieren eine Heimat. Nicht alle, aber einige von ihnen wollen wir sehen.

    Die Menschen, denen wir hier begegnen sind Massai. Nur ihnen und keinem anderen Stamm ist es erlaubt, in dem Gebiet zu leben.
    Ausgerüstet mit einem langen Stock, um kleinere Tiere fern zu halten, und mit einem Speer, falls sie von Löwen angegriffen werden, wandern sie über die Steppenlandschaft.
    Äcker zu bestellen ist bei ihnen nicht üblich; die Massai leben ausschließlich von Fleisch, Milch und Blut.
    Klingt eklig und ist zudem auch noch ungesund. 😬
    Dickson erzählt uns, dass dieser Stamm polygam lebt. 5 bis 6 Frauen seien die Regel. Sein Nachbar habe 9 Frauen und 42 Kinder.😳
    Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich den Gesichtsausdruck unserer Männer interpretieren soll: Ist es Mitleid wegen der Anzahl der Kinder oder Neid und Bewunderung angesichts der vielen Frauen? 🤔

    Am Rande des Kraters befindet sich das Grab von Michael Grzimek († 1959) und seinem Vater Professor Bernhard Grzimek († 1987) .
    Der berühmte Tierfilmer hatte Anfang der 1960er Jahre mit Geldern der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt das Serengeti Research Institute initiiert, um die Zugwege und das Verhalten der Wildtiere zu erforschen erforschen.
    Bis heute wird er von den Einwohnern Tansanias wie ein Held verehrt.

    Tragischerweise kollidierte im Januar 1959 Michael Grzimek bei einem Erkundungsflug über die Serengeti mit einem Geier. Schwer beschädigt geriet das Flugzeug außer Kontrolle und stürzte ab. Michael Grzimek kam dabei ums Leben und wurde noch am gleichen Tag am Rande des Ngorongoro-Kraters begraben.

    Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1987 wurde dessen Urne nach Tansania überführt und neben seinem Sohn am Ngorongoro-Krater beigesetzt.

    Vom Aussichtspunkt am Rand des Kraters eröffnet sich uns ein grandioser Blick auf das riesige Areal aus Steppe, Seen und Buschland. Zunächst fahren wir 600 Meter hinunter in den Krater. Bei einer spannenden Pirschfahrt erleben wir die Artenvielfalt dort hautnah.
    Unsere Guides spüren
    Massai Giraffen, Büffel,
    Gnus, Zebras, Thomsen- und Grantgazellen auf, aber auch wieder viele Vögel wie den Sekretär, den Ibis oder den Kronenkranich. In der Ferne erblicken wir sogar mehrere Nashörner und im seichten Wasser dösende Nilpferde.

    Löwen bei einem Riss zu beobachten gilt als ein besonderes Erlebnis.
    Das hatten wir gestern mit dem armen Pumba.
    Die Jagd selbst zu erleben wird wie ein Sechser im Lotto betrachtet, denn sie findet meist nicht am Tag statt.
    Wir waren noch nicht weit in den Krater hinab gefahren, als wir ein paar Jeeps am Rande des Weges stehen sahen. Da musste etwas passiert sein.
    Der Blick war verstellt, aber zwischen einigen Autos erspähten wir etwas weiter entfernt einen männlichen Löwen.
    Er hatte einem ausgewachsenen Büffel das Rückgrat zerbissen und war nun dabei, das arme Tier bei lebendigem Leib aufzufressen.
    Überall klicken Kameras und Fotoapparate. Die Leute sind begeistert.
    Ich aber bin froh, als wir endlich weiterfahren und den grausamen Todeskampf der Beute nicht weiter ansehen müssen.
    Mit unserem geheimen Code " I must check the tyre " ( für: ich muss mal verschwinden, ) bringe ich Dickson zum Stoppen. Hinter dem Wagen versteckt heule ich erstmal eine Runde.
    Nein, das ist mir zu grausam. Circle of life hin oder her. Das war entschieden zu viel für mich.
    Noch ein Erlebnis dieser Art werde ich nicht mehr verkraften, und so bin ich heilfroh und glücklich, dass der Rest des Tages wirklich friedlich, ohne Blut zu vergießen und nach meinem Geschmack verläuft.

    Alles in allem ist die Grenzenlosigkeit und Schönheit dieses Parks kaum in Worte zu fassen.
    Atemberaubend, unfassbar, unglaublich, amazing oder breathtaking sind nur einige Adjektive, die nicht annähernd beschreiben, was wir hier sehen, hören riechen und fühlen können.
    Es ergreift einen ein tiefes Gefühl von Demut und Winzigkeit in Anbetracht dieser Dimensionen und der Einzigartigkeit.
    Wie privilegiert wir doch sind, ein solches Abenteuer gemeinsam erleben zu dürfen.
    Dieses Erlebnis werden wir nie mehr vergessen, und es wird in dem großen Rucksack der Erinnerungen an diese Reise seinen eigenen Platz finden.

    Und wie einst Grzimek sind wir am Ende unserer Safari der Meinung: Die Serengeti ist ein Weltwunder und darf auf keinen Fall sterben.
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  • Coming home for Christmas 🎄

    6 grudnia 2022, Tanzania ⋅ ☁️ 30 °C

    Ja, nun ist es so weit.
    Weihnachten 🎄 steht vor der Tür....
    And I am coming home 🏡 for Christmas 🎄

    Im Moment ist das noch unvorstellbar.
    Wir sitzen im Auto auf dem Weg nach Arusha, von wo aus ich morgen über Adis Abeba nach Deutschland fliegen werde. Wir fahren in kurzer Hose bei laufender Klimaanlage im Führerhaus.
    Ich kann nicht glauben, dass ich in weniger als 48 Stunde bei euch im Schnee landen werde.
    Mit einem Flug von einer Welt in eine andere.
    Nicht nur die Temperaturen sind unterschiedlich, sondern auch die Sprache, das Geld, die Landschaft, die Bäume, der Boden, die Menschen, die Tiere, der Himmel, die Art zu leben......einfach ALLES.
    Es ist ein komplett anderes Leben in einer völlig anderen Welt.

    Da ist auf der einen Seite eine unbeschreibliche, riesengroße Freude, unsere Söhne und Schwiegertöchter endlicg wieder in die Arme schließen zu können ......Lars habe ich eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen 😪.
    Meine Brüder mit Familie und viele von euch Freunden werde ich treffen und gemeinsame Unternehmungen, Gespräche und Zusammenkünfte mit euch aus tiefstem Herzen genießen.
    Ich werde mir ein paar Wirbel einrenken 😳 und meine Haare wieder auf Vordermann bringen lassen ( im Moment ist mein zweiter Name Struwelliese ); ich werde duschen und aufs Klo gehen, ohne nach potentiellen Feinden und unliebsamen Gesellen Ausschau zu halten 🦇🐛🦎🦀🐜🕷🪱🤣
    Ich werde die Kölnstraße rauf und runter fahren und winken und gespannt abwarten, ob die Leute ebenso freundlich zurückgrüßen wie in Afrika und besonders in Malawi.
    Ich werde die Motorräder bestaunen, auf denen allenfalls ein Sozius sitzt, nicht aber 20 zusammen gebunde Ziegen mit noch 4 Hühnern on top.
    Es wird ein Eintauchen beziehungsweise ein Zurückkehren in eine andere, aber mir vertraute Welt.
    Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Nach Hause Kommen.

    Ich kann es kaum erwarten🙏und
    freue ich mich wie ein Kind auf all das .

    Aber ich fahre auch mit einem 😢 weinenden Auge, muss ich doch Viktorchen ( fast ) alleine zurücklassen.
    Wir haben noch nie Weihnachten ohne einander gefeiert und Silvester erst einmal im Leben.😪
    Am 2. Januar begeben sich die Brüder auf die Besteigung des Kilimanjaro, 🏔🧗‍♂️🧗‍♀️, ein nicht ungefährliches Abenteuer !
    Wer kontrolliert dann, ob Viktor alles eingepackt hat.....es gibt so unglaublich viel Wichtiges, was man bei so einer Expedition bedenken und beachten muss.
    Wer wünscht ihm beim Start Glück und spuckt dreimal über seine Schulter, damit alles gut geht und er heil wieder zurück kommt?
    Das alles muss nun Karola übernehmen, und ich schicke tausend gute Wünsche, positive Energie und Gebete aus dem fernen Deutschland. Dann muss es klappen.
    Und am Ende meines Heimaturlaubes packe ich all meinen Mut zusammen, setze ich mich in den Flieger und kehre zurück nach Afrika.
    Denn diese Reise ist unsere Reise; die haben wir zusammen begonnen, und die wollen wir gemeinsam weiter bestreiten und auch miteinander beenden.
    Unsere Kinder haben es durchschaut und auf den Punkt gebracht: Mama, du kannst Papa auf keinen Fall alleine lassen. Dann macht er nur Unsinn.
    Deshalb auf, zurück nach Tansania, denn:
    Wer einmal afrikanischen Sand in den Schuhen hat, bringt ihn nicht so leicht wieder raus.
    Das habe ich irgendwo gelesen. Also hole ich mir nochmal afrikanischen Sand in meine Schuhe, um schließlich mit Viktor zusammen irgendwann ( und irgendwie🤔) nach Hause zurückzukehren.
    Hakuna Matata🤝❤️
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  • Spagat zwischen zwei Welten

    18 grudnia 2022, Niemcy ⋅ ☁️ -1 °C

    Das Ende des ersten Teils unseres Abenteuers kam gefühlt unerwartet und ganz plötzlich. War ich nicht gerade noch am anderen Ende der Welt? Tief im Dschungel? Mit den Füßen im Indischen Ozean? Noch im Flieger Richtung Heimat spüre ich die Gerüche des Ozeans, exotischer Speisen und Pflanzen in der Nase und sehe Bilder von atemberaubenden Landschaften, aber auch bitterer Armut vor meinen Augen.

    Mein Leben zu Hause, es war für einige Monate ganz weit weg. Wir waren unterwegs auf unserem ganz persönlichen Abenteuer, haben neue Dinge ausprobiert, fremde Kulturen und wunderbare Leute von überall auf der ganzen Welt kennengelernt. Wir hatten keinen eintönigen Alltag – jeder Augenblick war einzigartig und so anders als zu Hause.
    Und nun bin ich wieder hier.
    Glücklich und berührt von Euren vielen lieben Willkommensgrüßen.

    Es ist eigentlich kaum zu begreifen:
    16 Stunden Flug ..... und
    mit einem Schlag
    ist meine Welt wieder eine komplett andere: Statt der kurzen Hose und einem Top trage ich Skiunterwäsche, warme Jeans, dicke Jacke, Mütze und Schal...... und friere trotzdem.
    Endlich kann ich mal wieder "richtig" ( das heißt heiß und in einer Maschine) waschen und chicke Kleidung anziehen, wo ich doch viereinhalb Monate nur einfachen Safari Look getragen habe.
    Die Klamotten hängen zum Trocknen auf einem Wäscheständer und nicht in irgendwelchen Dornengewächsen oder Bäumen.
    Morgens beim Aufwachen schaue ich als erstes nach Viktor, aber der ist nicht da.
    Niemand bereitet mir in einem Morgenritual meinen Kaffee und unser Frühstück vor. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das, dass ich ihn so vermissen würde.
    Hier dreht sich zur Zeit alles um Weihnachten - auf der Straße, in den Geschäften, in den Häusern, einfach überall.
    Dabei war in Afrika bisher nicht der leiseste Hauch von Adventssstimmung zu spüren.
    So rühren mich bei meiner ersten Chorprobe die Weihnachtslieder, die wir singen, zu Tränen.

    Vollkommen angekommen bin ich jedoch noch nicht.
    Es kommt mir vor wie ein Spagat zwischen zwei Welten.
    Wo genau gehöre ich hin? Vieles erscheint so unwirklich.
    Eigentlich kenne ich doch alles, aber es fühlt sich irgendwie fremd an.
    Ganz allmählich fange ich an, die tausend Eindrücke des Erlebten zu verarbeiten, langsam und Schritt für Schritt.
    Die Bilder im Kopf finden nach und nach ihre Ordnung, doch emotional ist längst noch nicht alles aufgeräumt.
    Ich vermisse lieb gewonne Weggefährten, die unkomplizierte Lebensweise, das Klima, die Freundlichkeit der Menschen und
    die Gefühle, die man mit dieser Zeit verknüpft.
    Natürlich gab es auch, wie Ihr ja wisst, Momente, die anstrengend waren. Momente, in denen es mir nicht gut ging, ich erschöpft und überfordert war und nur noch nach Hauses wollte.
    Doch während mich auf der Reise so manches Mal das Gefühl von Heimweh überkommen hat, spüre ich jetzt wieder Fernweh: Ich träume von den Orten, an denen wir tolle Abenteuer erlebt haben. Ich vermisse, dass jeden Tag etwas Neues passiert ist.
    Was für Monate unseren Alltag, unser Fühlen und Denken bestimmt hat, ist plötzlich nicht mehr da.
    Von unserer Südamerikareise weiß ich, dass das nach Hause kommen ein sehr schwieriger, vielleicht sogar der schwierigste Part einer langen Reise sein kann. Während man sich selbst verändert hat, ist das eigene Umfeld in der Heimat gleich geblieben.
    Gehört man noch dazu, haben die Freunde einen vergessen und ist überhaupt Zeit vorhanden, am Leben der anderen teilzuhaben?
    Schließlich steht Weihnachten vor der Tür und jeder hat einen vollen Terminkalender.
    Wie wird es sein, ferne Bekannte auf der Straße anzutreffen, was interessiert sie wohl so, fragen sie überhaupt etwas?
    Finde ich mich noch zurecht? Hat sich alles verändert?
    Der Unterschied zwischen der Reisewelt und dem Alltagsleben gleicht einem Spagat, der bei Manchen schnell bewältigt wird, während andere länger für diese Gelenkigkeit brauchen. Ich zähle definitiv zur zweiten Sorte.
    Ich muss versuchen, wieder meinen Platz zu finden.
    Doch egal wie schwierig das Heimkehren auch sein mag, in der Zwischenzeit hilft es, sich an die vielen wunderbaren Momente und Erlebnisse zu erinnern. Sie sind es, die das Leben ausmachen und für die sich so eine Reise lohnt.
    Meine Sicht auf die Welt und auf mein eigenes Leben hat sich verändert.
    Ich schätze den Wert meines privilegierten Daseins, das mir ohne mein Zutun in die Wiege gelegt worden und Millionen Menschen auf dieser Welt verwehrt ist, mehr als je zuvor.
    Vor ihnen empfinde ich die höchste Achtung, vor ihrer Lebensleistung und den Überlebensstrategien in einer Umwelt, in der ich kaum oder gar nicht bestehen würde.
    Das habe ich auf dieser Reise gelernt und dafür bin ich dankbar.
    Es hat mir die Augen geöffnet für das, was wirklich wichtig ist und dass Zufriedenheit nicht von der Höhe des eigenen Kontos abhängt.
    Was mir außerdem klar geworden ist: Ich bin noch nicht bereit, mich wieder dem ganz normalen Alltag anzupassen.
    Denn unsere Reise hat uns so viele neue Türen und Möglichkeiten geöffnet.
    Es wäre zu schade, diese jetzt schon wieder zu schließen.
    Wir sind noch nicht am Ende angelangt.
    Also habe ich gestern meinen Rückflug nach Tansania gebucht und werde mit Viktor gemeinsam unseren Traum zu Ende bringen.
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  • Zu Hause?

    28 grudnia 2022, Niemcy ⋅ ☁️ 9 °C

    Seit 3 Wochen bin ich nun schon zu Hause.
    Es gab bewegende Augenblicke: das Wiedersehen mit unseren Söhnen und Schwiegertöchtern.
    Wunderbare, unvergessliche Augenblicke: unter dem Tannenbaum mit richtigen Kerzen ( für Viktor kommt nichts Anderes in Frage) -
    Und Maya, die noch nie zuvor einen echten Christbaum gesehen hatte. Gemeinsame Kocherlebnisse und schöne, bewegende Momente und Gespräche nach so langer Zeit.
    Treffen, Spaziergänge und emotionale Stunden mit lieben Freundinnen und Freunden.
    Die Messe an Heiligabend in unserer festlich geschmückten Kirche mit meinem Chor und wunderbaren Liedern, die mich zu Tränen gerührt haben.
    Die Weihnachtstage mit unseren Kindern, Schwiegerkindern und meinen Brüdern mit ihren Familien.
    Wie früher haben wir Sauerbraten nach unserer Mutters Rezept ( von Klaus zubereitet) und fleischlose Lasagne für die Vegetarier unter uns gegessen.
    Und wie früher haben wir vor der Bescherung zusammen vor dem Tannenbaum gesessen und Weihnachtslieder gesungen.
    Selbst die Jungs und Maya haben mitgemacht, ich werde diesen Abend nie mehr vergessen.
    Ganz stressfrei waren die Wochen bisher aber nicht.
    Es gab eine Liste zum Abarbeiten für mich, die mich einige Male an meine Grenzen gebracht hat.
    Dinge, die ich für den zweiten Teil unserer Reise besorgen musste, und zwar nicht in EINEM Geschäft, sondern in gefühlt hundert.
    Manchmal war ich abends todmüde.
    Hinzu kam Jonas Umzug und das Einrichten eines Gästezimmers für Maya in buchstäblich letzter Sekunde.
    Fahrten zum Flughafen, um Familienmitglieder abzuholen oder wegzubringen.
    Jede Menge Bürokratie, tausend Briefe, Überprüfen von Rechnungen und üblicher Kram, der - alltäglich verrichtet - normal ist, aber nach fast einem halben Jahr wie ein unüberwindlicher Berg erscheint.
    Durch die täglichen Telefonate mit Viktor war ich während der ganzen Zeit ein Stück weit auch in Afrika.
    Weihnachten haben Viktor, Karola und Kai zusammen mit Kais Drillingen auf Sansibar gefeiert. Es muss sehr schön gewesen sein, aber es war unser erstes getrenntes Weihnachtsfest und Beide waren wir auch ein bisschen traurig.
    Ich habe den Luxus, die Sauberkeit und alles Vertraute hier in Deutschland in vollen Zügen genossen und hoffe, nun das Rüstzeug und die Kraft für den 2. Teil unserer Reise zu haben.

    Die Drei sind inzwischen wieder in Moshi angekommen. Jetzt geht es mit Riesenschritten auf das große Abenteuer KILIMANJARO zu.
    Kein Alkohol mehr, nicht einmal an Silvester ... und natürlich tägliches Training zu Fuß oder auf dem Bike.

    Gestern beim Telefonat mit Viktor habe ich mich am Ende dabei ertappt, dass ich sagte: " In 2 Wochen fliege ich ja nach Hause."
    Und da ist es mir klar geworden:
    Viktorchen, mein Zu Hause ist da, wo Du bist.
    Ich freu mich so sehr auf Dich.

    Also bis ganz bald und
    pass bitte gut auf Dich auf, bis wir uns im Januar hoffentlich gesund wieder sehen 😍❤️🤗
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  • Kilimanjaro.... Der Countdown läuft

    30 grudnia 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Aus einer flachen Umgebung auf circa 1000 Höhenmetern erhebt er sich langsam zu einem 45 km langen und breiten Bergmassiv bestehend aus
    drei miteinander verbundenen Vulkanen.
    Der höchste von ihnen mit 5892 Metern trägt eine Kappe aus ewigem Eis und wird deshalb von den Einheimischen liebevoll Kibo ( Schnee) genannt.
    Sein Gipfel heißt Uhuru, was in Suaheli
    so viel wie Freiheit bedeutet.
    Der Name „Kilimandscharo“ dürfte aus den ebenfalls einheimischen Wörtern „Kilima“ (Berg) und „Ndscharo“ entstanden sein. Letzteres wird bei den Völkern in seiner Umgebung verschiedenartig gedeutet: Größe, Kälte und Wasser- also „großer, kalter, Wasser gebender Berg“.
    Das macht Sinn.

    Er ist nicht nur Afrikas höchster Gipfel, sondern auch das größte freistehende Gebirgsmassiv der Welt und eignet sich deshalb perfekt für ihr Vorhaben.
    Einmal im Leben den Kilimanjaro besteigen, um auf dem Dach Afrikas zu thronen.
    Einmal am Uhuru Peak stehen und von seinem Gipfel aus den Blick auf die faszinierende Landschaft von Tansania und Kenia genießen und ..... ja, die davon ausgehende, unendliche Freiheit spüren.
    Das ist für viele Menschen, so auch für unsere Männer die Erfüllung eines Lebenstraums.
    Ihr Vater, unser Opa Afrika erklomm den Gipfel noch mit 74 Jahren. Deshalb ist es eigentlich eine Sache der Familienehre, dass die Beiden diese Herausforderung im Doppelpack meistern wollen.
    Also rauf auf den Kibo, der zu den ebenso berühmten wie gefürchteten „Seven Summits“ – den höchsten Bergen auf allen sieben Kontinenten gehört.

    Man braucht keinerlei alpine Bergsteiger-Erfahrung ( die hat Kai auch definitiv nicht) und kann ihn ohne Seile und Steigeisen bezwingen.
    Die Kilimanjaro Besteigung gilt nämlich als technisch nicht so anspruchsvoll.
    Trotzdem ist das Ganze alles andere als ein Spaziergang, und die
    62 Kilometer lange Strecke
    verlangt den Gipfelaspiranten enorme Ausdauer und vor allem eine unvorstellbare Willenskraft in der Höhe ab.
    Tausende Bergsteiger aus aller Welt versuchen jedes Jahr, Afrikas höchsten Berg zu erklimmen. Doch die gewaltige Höhe macht den Gipfel selbst für manche Spitzenathleten unerreichbar, und nur weniger als die Hälfte erreichen das Ziel.
    Mangelnde körperliche Fitness, Unfälle oder die immer dünner werdende Luft fordern ihren Tribut.
    Der Sauerstoffgehalt auf dem Berggipfel entspricht lediglich 50% dessen, was wir in normalen Höhenlagen gewohnt sind.
    Deshalb besteht permanent die Gefahr, an Höhenbeschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und im schlimmsten Fall an einem lebensbedrohlichen Höhenhirnödem zu erkranken.
    Viele brechen ab, einige müssen per Hubschrauber herunter transportiert werden, andere bleiben für immer auf dem Berg -
    der Kilimandscharo hat schon zahlreiche Todesopfer gefordert.

    Schon alleine landschaftlich ist die Kilimandscharo - Bezwingung ein Traum.
    Der Aufstieg verläuft
    bis zum Gipfel auf 5.895 Meter durch fünf Klima - und Vegetationszonen
    Zu Beginn geht es durch einen üppigen Regenwald mit Baumriesen, Lianen, exotischen Blütenpflanzen und darin herum tollenden Affen.
    Diese Zone durchwandert man noch in kurzer Hose und T-Shirt.
    Nach Erreichen der Baumgrenze geht es weiter in einer immer noch recht üppig bewachsenen Busch - , Steppen - und Strauchzone.
    In 4.000 Metern Höhe schließt sich dann eine Mondlandschaft aus Sand und Lavagestein an, bis man am Ende die
    Gipfelzone ab 5.000 Meter erreicht, in der man schließlich mit Handschuhen und Skihose ausgerüstet zwischen Gletschern im ewigem Eis steht.

    Das allein klingt schon mystisch, geheimnisvoll und Neugier erweckend.
    Ich kann euch Beide verstehen und kann es nachvollziehen, dass Euch dieses große Abenteuer reizt.
    In Gedanken werde ich, werden wir alle jeden Augenblick bei euch sein so lange, bis Ihr wieder heil am Fuße des Mighty Kilimanjaro angekommen seid.
    Sonst, lieber Viktor, gibst du als mein Mann und bester Freund immer und in allen Situationen auf mich acht, egal wo wir sind.
    Jetzt bitte ich Dich, gut auf Dich selbst aufzupassen.
    Ich wünsche Euch viel Glück und ein gemeinsames Abenteuer als Brüder und Buddies, was Ihr niemals mehr vergessen werdet.
    Kila la kheri ...
    VIEL ERFOLG
    Safari njema
    GUTE REISE
    und
    Rudi salama
    GESUNDE HEIMKEHR!
    Auf, dass wir uns am 11. Januar wieder alle gesund in die Arme nehmen können.
    Inshallah ❤️🙏🙏🙏❤️
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  • Tag 0 Briefing

    2 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 22 °C

    Der populärste Aufstieg zum Gipfel des Kilimanjaro ist die Machame Route, die auch Whiskey Tour genannt wird. Sie ist deutlich schwerer und steiler als der Marangu Hike, die am meisten begangene Route, auch unter dem Namen
    Coca-Cola Trail bekannt.

    Die Machame gilt als eine der schönsten Touren, da das durchwanderte Terrain wunderbar vielfältig und abwechslungsreich ist. Beliebt ist diese Variante auch aufgrund der guten Akklimatisierungsmöglichkeiten, die sie bietet - man klettert zunächst hoch, um anschließend nochmals abzusteigen und in geringerer Höhe zu übernachten.
    Die Schlafhöhe sollte also unter der maximal erkletterten Tageshöhe liegen.
    Durch dieses Prinzip:
    " Climb high, but sleep low" steigt die Erfolgsrate, denn der Körper hat so die beste Möglickkeit, sich allmählich an die ungewohnte Höhe anzupassen.
    Unsere Männer haben für ihren Aufstieg die Machame Route gewählt.

    Day 0 - Moshi
    You will be picked up from Weruweru River Lodge and transfered to Moshi town, which is commonly known as the gateway to Mount Kilimanjaro.
    Das Tor zum Kilimandjaro -
    So steht es in der Tourbeschreibung.
    Jetzt also ist es so weit.

    Es erfolgt die letzte Überprüfung Eurer Ausrüstung und das
    Briefing mit den Guides und der Reiseleitung,
    um die Etappe am nächsten Tag zu besprechen und Euch
    auf das vor euch liegende Abenteuer einzustimmen.
    ............................................................................................

    VON KAROLA:
    Also es wird langsam ernst, waren heute um 10.00 zur Besprechung und Zahlung bei “Adventure Hero”
    Dabei hat sich rausgestellt, daß von den anderen zwei die mit Kai und Viktor laufen sollten, der Flug heute nicht ankommt, somit sind unsere beiden Männer die Einzigen in der Gruppe. 👏👏👏
    .........................................................................................
    Das sind tolle Neuigkeiten !
    Eine ganz private Tour👍🙏❤️

    .........................................................................................

    Werdet Ihr Schlaf finden heute Nacht, damit Ihr morgen ausgeruht starten könnt?
    Ab jetzt werden wir bis zu Eurer Wiederkehr nichts mehr von Euch hören.🙏🤞❤️
    🙏🤞✊️
    We wish you luck ❤️
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  • Tag 1

    3 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 13 °C

    Tag 1
    Machame Park Gate - Machame Camp

    Majestätisch erhebt er sich inmitten der Savannenlandschaft Tansanias: der höchste Berg Afrikas mit 5.895m. Und am Fuße stehst du mit deinem Bruder und der verrückten Idee, ihn zu besteigen.
    Trotz aller Sorge um euch bin ich zuversichtlich und glaube fest an
    eure mentale wie körperliche Stärke, und wir alle freuen uns für und mit Euch und sind in Gedanken dabei, jede Minute und jeden Meter. 🤗
    Es werden noch einmal ein paar
    kurze Formalitäten am Machame Park Gate erfolgen und dann geht es los.
    Die maximal zugelassen 20 Kilogramm Gepäck tragt ihr zum Glück nicht selbst hoch.
    Ihr werdet begleitet von zwei Guides, einem Koch und 7 Trägern ( für Euch Beide), die in Meisterleistung und in Rekordzeit euer Gepäck
    von Camp zu Camp schleppen.
    Nicht nur euch, sondern auch ihnen gebührt mein voller Respekt für das, was sie für die Bergsteiger leisten und möglich machen.

    Zur Sicherheit sind mehrere Guides dabei, sollte sich aufgrund der Höhe eure Gruppe splitten müssen.
    Zwischen den Brüdern besteht die Abmachung, dass, sollte einer aus irgendwelchen Gründen umkehren müssen, der andere trotzdem die Gipfelbesteigung versucht.

    Ich sehe Euch vor mir:
    Wie gewohnt gut gelaunt und voller Elan lasst ihr die ersten Meter des tropischen Regenwaldes hinter euch – riesige Bäume mit Lianen und Flechten, Büsche und Wurzeln begleiten euch auf diesem Weg.
    Weiter geht es auf lehmigen Pfaden vorbei an Riesenfarnen und mit Lianen und Moos behangenen Urwaldbäumen. Je höher ihr steigt, desto finsterer und nebliger wird der Trail, und es entsteht eine spannende Dschungel-Atmosphäre.

    Wahrscheinlich bahnt sich gegen Mittag ein Donnern an. Das sei oft der Fall, steht in der Ausschreibung. Manchmal schüttet es hier wie aus Kübeln.
    Doch viel unangenehmer als der Regen von oben ist die Verwandlung des schönen Waldweges binnen weniger Minuten in einen Bach.
    Es wird schlammig, dreckig und teilweise gefährlich
    " slippery".
    Meist lässt der Regen glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder nach. Vielleicht bleibt ihr ja auch trocken, wer weiß?

    Nach einigen Stunden verändert sich die Landschaft. Der Wald wird lichter, die Bäume niedriger, ihr habt die Heide- und Moorzone erreicht. Bis zum Machame Camp sind es nur noch wenige Minuten.
    Lange vor Euch haben die Träger bereits das Camp erreicht und die Zelte aufgebaut.
    Dem Reisebericht zufolge bekommt ihr hier Kaffee und Kuchen – am Kilimanjaro wird das Tee und Popcorn sein.
    Nach einem wohl verdienten und hoffentlich lecker zubereiteten Abendessen steht ein kurzes Briefing für den morgigen Tag an, und dann heißt es ab in den
    Schlafsack.
    Have a really good night, you crazy Hohmeiers.❤️

    .............................................................................................
    VON KAROLA

    Pünktlich um 11.00 Uhr wurden sie abgeholt. Das Team besteht aus 10 Leuten, 2 Guides, Koch, Trägern, etc. und das alles für 2 Personen

    ...........................................................................................

    Heutige Strecke:
    Machame Gate - Machame Camp
    von 1828 auf 3026 Meter, 11 km, ca 7 Stunden
    1198 hm
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  • Tag 2

    4 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 12 °C

    Gestern war ein schlimmer Tag. Früh um viertel nach 7 das letzte Telefonat mit dir mit der Frage und Ungewissheit, wie es dir/ euch ergehen wird.
    Und am späten Nachmittag habe ich Lars und Maya zum Flughafen gebracht.
    Wann werden wir uns wiedersehen? Wird es wieder eineinhalb Jahre dauern?
    Ich kann nicht einmal mit dir darüber sprechen.

    Für Euch bricht heute der zweite Tag auf dem Berg an.

    Tag 2
    Machame Camp - Shira Camp
    Der heutige Tag beginnt früh und dient bereits der ersten Höhenanpassung. Nach dem Frühstück, es gibt wahrscheinlich Porridge mit frischem Obst und Toast, startet ihr zu einer kurzen Etappe.
    Das bedeutet aber keinesfalls, dass es locker zugeht, denn es gilt bei steilem und felsigem Untergrund knapp 830 Höhenmeter zu überwinden.
    Die Luft wird schon ein wenig dünner, und der ein oder andere in der Gruppe spürt vielleicht die ersten leichten Kopfschmerzen.
    Ich hoffe, dass Ihr nicht betroffen seid. 🙏
    Bei einer Besteigung von Afrikas Höchstem dreht sich alles um zwei Dinge: langsames Gehen (“pole pole”) und ausreichend trinken (“sipi sipi”).
    Dise Worte werden Eure Guides gebetsmühlenartig wiederholen.
    So einfach das klingt, so zielführend ist es auch. Ein Schritt nach dem anderen.
    Das extrem bedächtige Gehen wirkt befremdlich, ist aber der Schlüssel zum Gipfelerfolg.
    Zusätzlich sollte man mindestens drei Liter Wasser über den Tag verteilt trinken
    ..... und so nähert ihr euch Camp für Camp und Schritt für Schritt dem Gipfel.
    Die Strecke führt relativ steil hinauf, während die Umgebung sich vollkommen ändert. Gestern wart Ihr noch im dichten Regenwald unterwegs, heute passiert Ihr nur noch kleinere Bäume und Büsche. Hoffentlich ist das Wetter klar am Morgen, so dass Euch grandiose Ausblicke auf Mount Meru und die gesante Umgebung möglich sind.

    Nach etwa 4 - 5 Stunden werdet ihr das Shira Camp auf 3.847 Meter inmitten des gleichnamigen Plateaus erreichen.
    Die vorauslaufenden Träger haben bereits alles aufgebaut und das Camp hergerichtet. Es gibt ein kleines Zwei-Mann-Zelt für Euch, ein großes Zelt mit Tischen und Campingstühlen für die Mahlzeiten, ein Küchenzelt und weitere Zelte für die Träger. Eine beeindruckende Leistung, die Vieles für Euch ein wenig angenehmer macht.
    Wenn ihr Glück habt, erspäht ihr bei klarem Wetter von hier schon die Nord-West-Flanke des Kilimanjaro mit ihren atemberaubenden Gletschern.
    Das wird euch neue Motivation bringen und anpornen für die Anstrengungen der nächsten Tage. Wir wünschen es Euch und schicken ganz viel Kraft.

    Falls noch Zeit ist - und ich bin überzeugt, die werdet ihr euch nehmen - könnt ihr vom Camp aus am Nachmittag eine kurze Wanderung unternehmen zu der Höhle, die dem Shira Cave Camp den Namen gab. Sie war immens wichtig in einer Zeit, in der noch keine modernen, leichten Zelte und alpine Ausrüstung einen gewissen Schlafkomfort und Schutz vor Wind und Wetter boten. Heute ist das Übernachten in solch einer Höhle wegen Steinschlägen und Wetterbedingungen undenkbar.
    Vor dem Abendessen bringen Euch die Träger eine kleine Schüssel mit Wasser, damit Ihr euch Gesicht und Hände waschen könnt.
    Mehr ist nicht möglich an Körperhygiene auf dem Berg, Duschen und Bademöglichkeiten fallen für 1 Woche weg.
    Ich bin sicher, dass selbst Kai das überleben wird. 🤣

    Heutige Strecke:
    Machame Camp - Shira Camp
    von 3026 auf 3847 Meter,
    ca 6 km, 6 Stunden,
    821 hm
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  • Tag 3

    5 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ☁️ 11 °C

    Tag 3 – Shira Camp- Lava Tower - Barranco Camp

    Ich vermisse die täglichen Telefonate mit Dir.
    Du hast stets auf alles eine Antwort, Du hörst mir immer zu. Du verstehst mich und weißt in jedem Moment, wie ich mich fühle, ohne dass ich viel erklären muss.
    Du fehlst mir so. ❤️

    " Der Morgen beginnt mit einer persönlichen Vorstellung Ihres Trekkingteams. "
    So steht es im Internet.
    Was bedeutet das?
    Habt ihr sie bisher nicht kennen gelernt, eure Helfer? Werden sie euch nun einzeln vorgestellt und die Aufgabe eines jeden einzelnen erläutert?
    Du wirst es mir in ein paar Tagen zusammen mit Tausend anderen Dingen erzählen.

    Über eine Hochgebirgswüste aus vulkanischen Felsbrocken und
    Geröllfeldern geht es heute steil bergauf zum Lava Tower.
    Bei diesem schroffen Felsobelisken aus Lavagestein, der auch
    the “Shark’s Tooth ” genannt wird,
    erreicht ihr den höchsten Punkt der heutigen Etappe.
    Vegetation gibt es hier kaum noch, so könnte es auf dem Mond aussehen.
    Langsam befindet ihr euch in einer Höhe, bei der es nicht mehr allen so gut geht. Kopfschmerzen und Übelkeit machen den Marsch zu einer Quälerei.
    Doch ich bin sicher, eure Guides werden die Probleme managen : Sie prüfen die Lage, stellen Fragen, checken euer Aussehen und tragen sogar den Tagesrucksack, wenn es nötig wird. Bei euch wird das natürlich hundertprozentig nicht der Fall sein. 😉
    Beim Lava Tower auf 4642 m sucht ihr ein trockenes Plätzchen und legt eine kleine Mittagspause ein. Hoffentlich könnt ihr ein bisschen entspannen und Kraft tanken.

    Falls die Nebelschwaden nicht zu dicht sind , könntet ihr vielleicht sogar einen Blick auf den Gipfel des Kilimandscharo, Eurem Ziel erhaschen.
    Anschließend tretet ihr über einen steilen Felshang den Abstieg an.
    Das Barranco Camp im gleichnamigen Valley liegt knapp 700m unter dem höchsten Punkt des Tages.
    Ja, ihr lest richtig: 700 Meter DARUNTER.
    Nach dem schon erwähnten Prinzip „ Climb High, Sleep Low“ steigt ihr
    die vorher hart erkämpften Höhenmeter nun wieder hinab.
    Für die aktive Anpassung eures Körpers an die extreme Höhe ist ist dieses " auf geringerer Höhe schlafen " enorm wichtig und Erfolg versprechend.
    Eventuell aufgetretene Symptome der Höhenkrankheit sollten beim Abstieg langsam wieder nachlassen.

    Nach und nach nimmt die Vegetation wieder zu, die Lava-Steinwüste verwandelt sich erneut in eine Heide - und Moorlandzone.
    Und dann erwartet Euch ein besonderes Highlight :
    Sunset am Kilimanjaro - wie wenigen Menschen auf dem Globus ist dieses unbeschreibliche Erlebnis vergönnt?
    Ganz allmählich taucht die Sonne die schroffen Felsen vor dem Camp in eine traumhafte rötlich-gelbe Farbe, und als Kontrast dazu thronen die leuchtend weißen Gletscher der hohen Gipfel im Hintergrund darüber.
    Der Anblick muss unglaublich, ja atemberaubend sein. Nicht umsonst gilt ein Sonnenuntergang an diesem Punkt als einer der schönsten auf der ganzen Welt.

    Ich sehe Euch deutlich vor mir: ausgepowert, aber glücklich und zutiefst beeindruckt
    .... und kann Eure Erzählungen kaum erwarten.

    Heutige Strecke
    Shira Camp - Lava Tower - Barranco Camp
    Von 3847 auf 4642 und 3984 m
    10.7 km
    7-8 Stunden,
    795 hm auf- und 658 hm abwärts.

    Das hat Noppi geschrieben, ein guter Freund, der die Besteigung vor ein paar Jahren geschafft hat:

    Hi Inge , schön schreibst du das , als wenn du selber dabei wärest😃ja , die Beschreibung trifft recht genau. Ich bin genau die gleiche Tour gegangen. Pole pole, kommt gebetsmühlenartig , Siri Siri kenne ich nicht . Aber viel trinken sollte man.
    Die Abwechslung in kürzester Zeit ist das Erstaunliche. Von Kaffeeplantagen in die Urwaldregion dann Hochregion mit Flechten und Pflanzen die keiner kennt bis hin in Steinwüste und schließlich Eis und Gletscher …all das in wenigen Tagen und geringer Entfernung …
    😃😘

    Wünsche von Euch zu Hause:😍

    * Natürlich hoffen wir das Beste. Ich zünde jeden Tag ein Kerzchen für die Beiden an. Es wird bestimmt gut gehen.

    *Inge wir fiebern mit dir und drücken die Daumen 🤗

    *Liebe Inge, auch aus Ägypten drücken wir Viktor und seinem Bruder die Daumen und hoffen, dass sie gesund wieder am 11.1. Dich treffen werden😘. LG und fühle dich gedrückt, Anne und Alex
    *👏👏👏

    *Jasmin Oh man, Ingelein. Das ist ja ein richtiger Krimi bei Viktor und den anderen auf dem Berg 😱
    Der Daumen ist auf jeden Fall gedrückt!

    *Wow... Abenteuer pur💗

    *Wir drücken die Daumen ✊️🫶
    Hallo Inge
    Es wird alles gut gehen. Davon bin ich überzeugt. LG der günni🥰
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  • Tag 4

    6 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 15 °C

    Tag 4 - Barranco Camp-
    Barafu Camp

    Am späten Vormittag von Tag 3:
    GOOD NEWS FROM THE MOUNTAIN:
    Karola: Nachricht soeben vom Guide erhalten:
    They're doing fine.

    Und am Nachmittag:
    Yes all is good we are at the baranco camp.

    Oh, ich kann Euch nicht sagen, wie sehr ich mich über diese guten Nachrichten freue ❤️❤️

    🙏🙏🙏🧗🏽‍♂️🧗‍♀️

    Eure Reaktionen von zu Hause:

    *Super 🤗👍🏻

    *😃😃👍🏻🪄🫶🏻👏🏻🍀Das freut mich sehr, die Jungs sind der Hammer 🧗🏻‍♂️und du liebe Inge erst recht! Es ist unglaublich wie genial du für uns alles mit so viel information und Liebe zum Detail beschreibst💞
    Sie werden alles bravourös schaffen🤞 für Sie selbst, für Dich und Ihr lasst uns daran teilhaben 😊Dankeschön! 🍀🙋‍♀️

    *Sehr gut!!! Gott sei Dank, dass ein paar Meldungen kommen! Alles wird gut 💪🙏✊🍀

    *Liebe Inge, da kannst du etwas beruhigt sein. Wir drücken alle die Daumen!!!💕🙋‍♀️😘🙋🏼‍♂️

    *Super, Gott sei Dank!!
    🍀👍✊

    *🥰👍🏼

    *Heute trinken wir auf Vikelchens Erfolg 🏔️ armin hat sich nicht lumpen lassen und eine Runde spendiert. Also auf Viktor 🍀

    *Liebe Inge dann auf jeden Fall weiter Daumen drücken. Es ist schon Wahnsinnig was die beiden da unternehmen. Chapeau!!!! LbGr Marga


    Vielen Dank Euch allen, die Ihr mit mir fiebert❤️❤️❤️

    Und heute:
    Same procedure as everyday: Sachen packen, Wasservorräte entgegennehmen und Abmarsch.

    Nach einer Nacht unter der imposanten Great Barranco Wall verlasst ihr
    am Morgen das Camp und steigt in Richtung des Hauptgipfels.
    Vor Euch liegt diese berühmt berüchtigte Wand und eine der anspruchsvollsten Etappen.
    Sie wird auch „Breakfast Wall“ genannt, denn man erklimmt sie gleich nach dem Frühstück, wenn man noch einigermaßen frisch und ausgeruht ist.

    Die höher wachsenden Pflanzen verschwinden langsam vollständig, das Gelände ähnelt immer mehr einer Geröllwüste.

    Ihr klettert mehr als zwei Stunden am Stücküber riesige Lava Felsen. Es fühlt sich an, als würde man mit jedem Schritt drei Treppenstufen auf einmal nehmen.
    Die Anstrengung ist unglaublich, stellt aber eine gute Generalprobe und Vorbereitung für den Summit Day dar, den Tag, an dem ihr schließlich zum Gipfel aufbrecht.

    Auf der Spitze der Wand – gerade unter dem Heim Gletscher – entfaltet sich die ganze Schönheit des Kilimanjaros auf unvergleichliche Art und Weise vor Euren Augen.
    Welch unglaublicher Anblick!

    Eine Stunde lang steigt ihr anschließend in Richtung Gipfel zum Barafu Hut hoch, von wo aus es ab jetzt kein rinnendes Wasser mehr gibt.
    Eure Zelte werden auf einem schmalen, steinigen, verwehten Höhenrücken aufgestellt.
    Ihr solltet Euch vor Einbruch der Nacht mit der neuen Umgebung vertraut machen sollten, damit Unfälle oder gar Abstürze vermieden werden können. Für das “Klettern” zum Gipfel hoch, das am nächsten Tag folgen wird, werdet Ihr jetzt schon Eure
    Ausrüstung, Wanderstöcke und warme Kleidung vorbereiteten, damit es beim Aufbruch schnell geht.

    Die Batterien in Euren Stirnlampen und Kameras sollten aufgeladen sein.
    Vielleicht hast du dir eine Thermoskanne mit Wasser zubereitet ( so wird es angeraten), damit die Flüssigkeit nicht zu Eis gefrieren kann.

    Euer Abendessen wird heute bereits um 16.30 Uhr serviert,
    schließlich liegt morgen ein langer, unglaublich anstrengender Tag vor euch.
    Wie immer - und Euch schon vertraut - sind zwei Träger für die Wasseraufbereitung und -versorgung verantwortlich. Sie gehen um die Zelte und sammeln Trinkflaschen und -beutel ein, die Ihr später gefüllt mit gefiltertem Wasser zurückbekommt.
    Die Guides besprechen mit euch den Ablauf für den morgigen Aufstieg.
    Bis zum Uhuru-Peak wollen noch über 1214 Höhenmeter bezwungen werden.
    Inzwischen ist es unglaublich kalt, und während des Briefings könnte es tatsächlich anfangen zu schneien. Oh no!

    Im 19 Uhr heißt es ab in den Schlafsack. Schon um 23.30 Uhr werdet ihr geweckt, so dass um Mitternacht der Aufstieg beginnen kann.

    Ich bin so aufgeregt wie selten zuvor.

    Das Ziel rückt immer näher, ihr seid nun tatsächlich bei der letzten Übernachtung vor der Gipfelbesteigung angekommen.

    Wie mag es Euch gehen? Seid Ihr ebenfalls aufgeregt, nervös, angespannt .... oder wie gewohnt ruhig und gefasst?
    Ich werde es in ein paar Tagen erfahren, denn du wirst mir deine Empfindungen erzählen und mit mir teilen.

    In Gedanken bin ich voller Zuversicht bei Euch/ bei Dir ❤️ und wünsche Euch viel Glück und alles Gute.

    Heutige Strecke: Barranco Camp - Barafu Camp
    von 3894 m auf 4681 m
    Strecke: 6 km
    5 - 6 Stunden
    Ca 700 hm
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  • Tag 5 Summit-Day

    7 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 10 °C

    Nachmittag Tag 4:
    Ihr Lieben! Gerade erreichen mich tolle Nachrichten, die Karola von den Guides bekommen hat.
    Die Freude will ich mit euch teilen.
    Ich bin sehr glücklich und dankbar.
    Alles Gute für morgen den SUMMIT DAY 🙏🙏🙏🙏🙏❤️❤️❤️

    *we are at base camp named barafu all are in good condition

    *They will manage to make to the summit so hakuna matata.

    ............................................

    Stimmen und Reaktionen von Euch aus der Heimat:

    *Ich denke, das wird eines der größten Erinnerungen für Viktor und seinen Bruder werden. Wir freuen und sehr für Viktor. Jetzt noch viel Glück für die letzte Etappe✊✊😍😍

    *Beware of the Hohmeier‘s ..,- gute Nachrichten 👌

    *Puh, hab gerade den Blog von Inge gelesen und den Plan und die Wegbeschreibung vor mir … jetzt stehen die beiden tatsächlich schon einen Tag vor dem Gipfel 💪 danke, dass ich da so mitfiebern kann mit euch

    Jeder, der mitfiebert, hilft ein bisschen, liebe Martha.
    Danke ❤️

    *in Gedanken bin ich dabei und in Wirklichkeit drück ich fest die Daumen 🙏🏻

    *ich danke dir für deine live Berichterstattung...wird alles gut gehen 🤗😘

    *Liebe Inge, was für wunderschöne und erleichternde Nachrichten!! Bleib ganz ruhig, denn es wird alles gut gehen und dein Band zu Viktor noch fester machen. Und das ist wunderschön. Ganz liebe Grüsse und eine herzliche Umarmung 🥰👋

    *Das sind ja wirklich tolle Nachrichten. ❤️ den Rest schaffen die beiden auch noch. Wir glauben fest daran. 🍀Sind doch Kämpfer. Und du kannst nun auch etwas entspannen. 😘

    *Auf VIKTOR ist Verlass 😘

    *Wie schön Inge 😘.
    Es ist so , als wäre man dabei !
    Freue mich immer, wenn du uns alle informierst 😘

    *Was für ne fantastische Nachricht!!👍🙏🏻
    Ich freue mich mit Dir und spüre Deine bodenlose Erleichterung!!!!🙋‍♀️

    *Wie wunderbar, haben nichts anderes erwartet!!

    *Unfassbar aufregend🤗💗

    *Sehr gut!!! Gott sei Dank, dass ein paar Meldungen kommen! Alles wird gut 💪🙏✊🍀

    *Ich bin so zuversichtlich dass alles prima klappt😊😍

    Von Viktors jüngstem Fan, meinem kleinen Freund Emil:
    *Hallo Inge, dein Mann, der ist aber mutig. So tolle Abenteuer möchte ich auch mal erleben, wenn ich mal alt genug bin. 😁 Ich habe im Indoorspielplatz einen Klettervulkan bezwungen- nur leider habe ich mich nicht mehr runter getraut, da ist Mama ganz schön ins Schwitzen gekommen. Wenn Viktor wieder da ist, muss er mir mal ein paar Tipps geben, wie das mit dem Klettern, auch runter klappt! Liebe Grüße von deinem kleinen Freund Emil, auch an den mutigen Viktor (hört sich fast an wie Wickie 😁 )

    Guten Morgen Ihr Beiden!
    Ich hoffe, dass Eure Kopfschmerzen nachgelassen haben und Euch heute der Aufstieg nicht zur Qual wird.

    Ich wünsche Euch, dass Ihr
    falls man mit "Mambo“ , was so viel heißt wie „Wie läuft’s?“ nach Eurem Befinden fragt, nur
    aus vollem Herzen mit
    dem Euch inzwischen vertrauten "Poa“ also „gut“, antworten werdet.

    „It’s not the mountain we conquer – but ourselves!“ – Edmund Hillary

    Darum, und nur darum geht es heute!

    Tag 5 -
    Barafu Camp/ Hochlager 4.681 m , Uhuru Peak: 5.895 m , Mweka Camp: 3.090 m
    Strecke: 5 km bergauf ,
    1214 hm
    und 12 km bergab
    2805 hm
    Wanderzeit: 7 - 8 Stunden bergauf, 6 - 8 Stunden bergab

    Im Barafu Lager, dem höchsten Camp der Tour ist an Schlaf meist nicht zu denken.
    Die Nacht wird für Euch ca eine halbe Stunde vor Mitternacht enden.
    Mit Sicherheit war es auf dieser Höhe bitterkalt.
    Wahrscheinlich haben auch die verschiedenen Schichten an Klamotten und der dicke Schlafsack dir nicht die Wärme gegeben, die ich euch gewünscht hätte.

    Die Gedanken drehen sich allein noch darum, wie der Aufstieg wohl wird und
    mit eiskalten Fingern klaubt ihr Eure Ausrüstung zusammen.
    Nur mit Stirnlampe ausgestattet tretet ihr in die Dunkelheit hinaus.
    Es beginnt der Aufstieg in die Nacht, die größte und anstrengenste Herausforderung der ganzen Tour.
    Im Kegel des Lichtes setzt Ihr langsam einen Fuß vor den anderen, keinen Zentimeter mehr als notwendig. Es muss Energie gespart werden. Die Temperatur sinkt immer weiter, das Wasser ist inzwischen wahrscheinlich eingefroren, Eure Finger brennen vor Kälte.
    Die Frage, was Ihr hier eigentlich macht, blendet ihr aus.

    Manchmal hilft nur noch eins: Auto - Pilot. Gedanken ausschalten und los.

    In der Dunkelheit ist außer den Lichtern vor euch nichts zu erkennen.
    Ihr bemerkt, dass es keine Sterne sind, die in der Gipfelnacht hoch oben am Himmel stehen, sondern eigentlich Taschenlampen, die sich mit jedem schweren Schritt der anderen Wanderer vorwärtsbewegen.

    Irgendwann verliert ihr das Zeitgefühl. An Pausen ist nicht zu denken, dafür ist es viel zu kalt. Und so stapft ihr wie in Trance immer weiter Richtung Gipfel. Meter für Meter..... und trotzdem will das Ziel einfach nicht näherkommen.

    Doch plötzlich erscheint am Horizont eine erste Färbung, die Sonne geht langsam auf, und vor euch liegt der Stella Point, Euer 1. Etappenziel.
    Das Gefühl von Glück und Stolz, das sich langsam im Körper ausbreitet, gibt euch hoffentlich neue Kraft.
    Vielleicht spürst du auch, dass ich in Gedanken in jeder Minute und bei jedem Schritt bei dir bin. Ja, ich bin sicher, du fühlst es. ❤️

    Der weitere Weg von hier bis zum Uhuru Peak verläuft über einen ausgesetzten Kamm.
    Er gestaltet sich extrem anstrengend, die Luft bleibt euch förmlich im Hals stecken, die Beine sind bleischwer und für jeden Schritt müsst Ihr Euch neu motivieren.

    Langsam weicht die Dunkelheit der Nacht der einsetzenden Morgendämmerung, doch der Wind fegt immer noch eisig kalt und mit hoher Geschwindigkeit über den Berg hinweg.

    Schließlich werdet ihr nach 7- 8 Stunden Aufstieg den
    Uhuru Peak, den
    buchstäblichen Höhepunkt der Kilimandscharo Tour
    auf 5.895 Metern Höhe erreichen.

    Das Dach Afrikas!
    IHR HABT ES GESCHAFFT!

    Oben angekommen ist die Aussicht unbeschreiblich. Ein ganzer Kontinent liegt euch zu Füßen
    Ein Moment, den man nicht in Worte fassen kann.
    Was fühlt ihr? Stolz, Glück, Ehrfurcht?
    Oder spürt man in dem Augenblick gar nichts? Du wirst es mir in wenigen Tagen erzählen, ich kann es kaum erwarten und freue mich so sehr darauf und auf Dich.

    Ihr blickt hinab auf die Wolkendecke, auf den Schnee und die Gletscher. Alles ist weiß von dort oben.
    Doch es bleibt keine Zeit, diesen Moment angemessen lange zu genießen.
    Ich weiß, dass
    Ihr zügig den Abstieg beginnen müsst, bevor die letzten Kräfte euch verlassen. Ansonsten wird es zu gefährlich,
    denn die Konzentration lässt von Stunde zu Stunde nach.

    Vor euch liegt noch einmal ein anstrengender Teil der Route. Eure ganzen Kräfte habt ihr in den Aufstieg gesteckt, der Körper ist kraftlos und übermüdet.
    Doch das Gefühl, es geschafft zu haben, gibt Euch neue Kraft für den restlichen Weg über matschiges Geröll, bedeckt von langsam schmelzendem Schnee nach unten.

    Über die Aufstiegsroute geht es in der halben Zeit wieder hinab zum Barafu Camp, wo Ihr Euch endlich eine längere Pause gönnen dürft.
    Der Abstieg von dort bringt Euch in weiteren 3 Stunden ins Mweka Camp auf 3.100 Meter.

    Einer der Gründe für einen so langen Trekkingtag besteht darin, Probleme mit der Akklimatisierung zu minimieren, indem man so schnell wie möglich wieder auf eine niedrigere Höhe hinabsteigt.
    Ihr werdet deutlich spüren, wie die Luft von Meter zu Meter sauerstoffreicher wird. Im Mweka Camp angekommen sind meist alle Höhensymptome verschwunden.

    Nach diesem anstrengenden Tag habt Ihr Euch ein fürstliches Abendessen verdient und werdet nach dem erfolgreichen Aufstieg sicherlich gut schlafen.

    Gute Nacht, Ihr verrückten Brüder!❤️
    Wir sind alle stolz auf Euch!!!
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  • Tag 6

    8 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 21 °C

    An Tag 5 - Gestern Summit Day, am frühen Morgen:
    Unten auf dem Campingplatz bei Karola
    In Kirchberg bei mir
    Und bei all euren und unseren Freunden:

    4.45 Uhr unserer Zeit:
    Karola schickt ein Bild vom Kili und eine Sprachnachricht, dass sie noch nichts gehört hat.
    Wir wissen, dass Ihr unterwegs seid und es extrem anstrengend ist.
    Wir sind furchtbar aufgeregt, echt am Ende.

    9.21 Uhr
    Nachricht von Karola:
    Kai hat um 9.21 angerufen und gesagt, sie waren so um 6.30 Uhr oben, Sonne ging auf, paar Fotos gemacht und der eine Guide ist gleich mit Viktor runter, weil er sich schon 3 Mal übergeben hat und Kai eiert (seine Worte) jetzt mit dem zweiten Guide runter, Guide wollte ihm einen Saft geben, als er ihn trinken wollte, merkte er, daß ihm auch übel wurde und hat es gelassen.

    Reaktionen und Antworten von euch aus der Heimat ❤️

    *Aber sie waren oben 👏👏👏👏
    Gott sei Dank!
    ASANTE SANA🎊🧗‍♀️🧗🏽‍♂️

    *Eine Kerze brennt schon seit ein paar Minuten. Sie kommen bestimmt wieder heil herunter. Ich schließe sie in meine Gebete ein. Mehr kann ich leider nicht tun 😔. Aber ich glaube fest daran, dass du dein Vikelchen bald wieder in die Arme nehmen wirst ❤

    *Oh nein, der arme Viktor 😔
    Vllt war es eine Kombi aus Schlafmangel und Erschöpfung…
    Alle Daumen sind gedrückt!
    Das wird alles gut gehen ♥️

    *Any update on how Victor is going?
    He will be ok, don’t panic. Those guides are very capable, as long as you make them aware of your symptoms and not hide it, they know how to react and to treat you.
    Warm hugs.

    11.29 Uhr
    Die Wartezeit war fürchterlich, wusste ich doch, dass es Viktor nicht gut ging und die Beiden verständlicherweise total kaputt sind.

    Dann - endlich -Karolas Anruf:
    Ein überwältigender Augenblick. Einer der Guides hat gerade Karola angerufen und Viktor das Handy gegeben.
    Karola hat mich gleichzeitig mit einem anderen Handy angerufen und die beiden Telefone dicht aneinander gehalten.
    Ich konnte nicht viel verstehen, was Viktor gesagt hat, nur:
    ES IST ALLES GUT.
    Dem Himmel sei Dank und danke an die phantastischen Guides, die uns unsere Männer heil vom Berg nach Hause bringen .

    God bless you❤️❤️❤️❤️

    * Gott sei Dank! Jetzt wird bestimmt alles gut werden, 🙏🙏🙏🙏🙏

    *Ich freu mich so für Viktor und seinen Bruder , dass dieser Traum in Erfüllung gegangen ist !
    Und für dich , dass du deinen Viktor gehört hast ♥️bald seid ihr wieder vereint !
    Habe während dem Zumba bei Ali gestrahlt, weil ich deine gute Nachricht gelesen habe 😘

    *Kai und Victor, Hut ab , ihr habt es geschafft. Hoffe ihr habt die Nam 🇳🇦Flagge dort ob gehisst. Karola halte den Sekt 🥂 kalt , wenn beide wieder unten sind .

    *What exciting news, yet they must just take good care of themselves still.

    *Ja man, bei so einer Leistung wollte Kai doch sicher lieber ein Brandy Coke mit Eis haben, doch keinen Saft 😂😂😂
    Spass bei seite, MAGIC guys, Hut ab für euch beiden.
    Das schaffen die wenigsten und die die es schaffen bereiten sich manchmal Jahre darauf vor.
    Welldone
    👏👏👏👏👏

    *Fantastische Leistung! Unsere ganze Bewunderung!

    *Erleichterung bei allen. Ich freue mich mit euch. Großartige Leistung. 👏

    *„Es ist alles gut“😀
    Was anderes hätte ich von Viktor auch nicht erwartet 👍🏻
    Ganz herzliche Grüße von uns 😘

    *Es wird alles gut. Man muss nur fest daran glauben und beten 🍀🕯️

    *😊🍀Das freut mich sehr für euch alle, 🥂🎉✨

    *Hallo Inge, das ist toll, dass sie es beide bis zum Gipfel geschafft haben. 👍 🥰 grandiose Leistung. Der Rückweg wird ja nun wahrscheinlich leichter zu bewältigen sein. Drücke beide von uns, wenn du wieder da bist ❤️ . Wünschen dir einen guten Flug und noch eine abenteuerliche Zeit mit deinem Vikelchen. Alles Liebe 🙋🏻‍♀️🙋🏼‍♂️😘

    *Ach wie schön das ist! Ich freue mich für euch!☺️

    *Wie wunderbar! Dem Himmel sei Dank🙏! Jetzt kannst du die Vorfreude auf nächste Woche genießen! Soooo schön👍🙏❤️ Wir freuen uns mit euch u.sind total erleichtert🙏🫶

    *🙏👍👍👍das hört sich gut an . Man fiebert total mit.
    Danke für die Info😘

    *Bist du noch in D liebe Inge? Ich stelle es mir besonders schwierig vor in dieser Situation noch weiter weg zu sein als sowieso schon. Aber jetzt wird alles gut😘

    *Viktor ist bald wieder bei dir! 😘

    *Fantastische Nachrichten, liebe Inge. Ich hatte Viktor auch eine Nachricht auf seinem Handy geschickt allerdings Anschein zu spät da waren sie schon aufgebrochen. Ich bin mal auf die Bilder gespannt. Ich wusste, dass die zwei wahnsinnigen das schaffen. Zwei Kirchberger sind schon gescheitert, die wesentlich jünger als die beiden sind, wenn du mit ihm telefonierst, Bestell ihn Grüße aus der Heimat. Wann fliegst du wieder rüber?

    *Das ist sowieso das Größte. Es ist für Viktor bestimmt ein großartiges Erlebnis, das sehr wichtig für ihn ist.

    *Ach super Das hört sich doch alles sehr gut an. Gott sei Dank. Chapeau für die Beiden. LbGr Marga

    *Das ist eine wunderbare Nachricht.
    Alles Gute für euch.

    *Wunderbar!!!Ich freue mich sehr mit euch! Alles Liebe von Tina 💕🙋‍♀️😘

    * That’s the best news ever. 😘❤️

    *👍👍👍ich freue mich riesig für euch alle. Sie haben es geschafft und alles wird gut😘

    *Es klingt verrückt aber es weckt bei mir Fernweh...🙈 Aber solch eine Tour traue ich mir natürlich nicht mehr zu... Schon allein wegen der Kälte🥶😅🤷🏻‍♀️
    Meinen größten Respekt vor euren Männern!!! Und wirklich... Sie haben's geschafft!!!👏🏼👏🏼👏🏼🏁🏳️🙏🏼✨✨🏞️

    * Es sind so viele in Gedanken bei euch, bald schließt du ihn wieder in die Arme und alles ist gut 💋
    Und vor allen Dingen…. Wird er sehr zufrieden sein, diese Herausforderung gemeistert zu haben!

    *Wir freuen uns auch wahnsinnig, dass sie es geschafft haben. Was für ein Erlebnis. Ganz liebe Grüße Claudia und Günter

    *Gott sei Dank, wunderbare Nachrichten.
    LG Tamy🙋‍♀️

    *Liebe Inge, dann mal gute Genesung für beide und einen passablen Abstieg!!! Und dir nen guten Flug ✈️ nächste Woche.

    *Geschafft🎉, congratulation!
    Jetzt kommt auch etwas Entspannung für dich!😘
    Auch an dich Gratulation für die wahnsinnig tolle Berichterstattung. Danke, dass ich mitlesen durfte👏, weiterhin für Alle 🍀

    *Liebe Inge, etwas verspätet bin ich mal wieder zu deinen letzten beiden Einträgen gekommen. Und natürlich schließe ich mich allen guten Wünschen an🍀❤️ Es wird schon alles gut gehen, immer optimistisch bleiben - bei den ganzen gedrückten Daumen geht es doch gar nicht anders😉 Leider haben wir uns jetzt ja doch nicht mehr gesehen und ich denke, vor deinem Abflug wird das auch nichts mehr. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute und glückliche "Heimkehr" und hoffe, dass wir uns dann im Sommer irgendwann wirklich mal auf einen Kaffee treffen können. GlG sendet dir Bettina😘🍀

    *Wow,was für ein Krimi -
    du bist bestimmt glücklich und kannst stolz auf deinen Mann und Schwager sein-
    ich drück die Daumen,dass du bald die erlösende Nachricht bekommst,dass die beiden wieder ziemlich wohlbehalten ihren Ausgangspunkt erreicht haben.🍀

    *Tolle Leistung Kai und Victor ihr habt euch einen Traum erfüllt. Kommt wieder heil runter. 🍀 Hut ab für die beiden Frauen die vor Sorge um ihre Männer mit Fiebern mußten 💪🏻

    Liebe Verwandte und Freunde!
    Karola und ich sind zutiefst beeindruckt, gerührt und dankbar für Eure unglaubliche Anteilnahme und Unterstützung.
    Ihr seid auf jeden Fall auch ein bisschen mit verantwortlich für diesen guten Ausgang eines großen Abenteuers.❤️

    Ihr habt uns über manche schlimme Stunde hinweg geholfen.
    Dafür an euch alle unser herzlichstes Dankeschön.

    TAG 6

    Nach einer hoffentlich entspannten Nacht und einem wohlverdienten Frühstück erwartet Euch heute ein kurzer, herrlicher drei Stunden langer Abstieg am Kilimanjaro, zurück zum Mweka Gate des Nationalparks.
    Hier erhaltet Ihr Euer Zertifikat. Erreicht man den Stella Point, bekommt man eine grüne, erreicht man den Uhuru Peak, bekommt man eine goldene Urkunde.
    Eure wird also golden sein.
    Vom Mweka Gate aus geht es dann weiter abwärts zum Dorf Mweka – sollte die Strecke für Autos zu schlammig sein, müsst Ihr diese drei Kilometer zu Fuß gehen, was etwa eine weitere Stunde dauern wird. In Mweka wird Euch ein hervorragendes, warmes Essen serviert und danach wird ausgiebig gefeiert.

    Ein Hoch auf Euch❤️👍🧗‍♀️🧗‍♂️
    Ein Riesendanke an Euer phantastisches Team, besonders die beiden Guides 🙏🙏🙏
    und an all unsere Freunde, die eine Woche lang mitgefiebert haben.😍🤝

    Heutige Strecke
    Mweka Camp: 3.090 m, Mweka Gate: 1.641 m
    1449 hm
    Strecke: 8,5 km
    4- 6 Stunden
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  • Rückblick: Was für ein Abenteuer

    9 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 26 °C

    Am Morgen von Tag 6 :

    [8.1., 07:00] Karola: Guten Morgen, habe zuletzt gestern 13.30 mit Viktor gesprochen, danach keine Info mehr. Hatte am Abend dem Guide eine SMS geschickt, wann ich die Beiden zurück erwarten kann, aber keine Antwort erhalten, also warte ich geduldig und halte mich beschäftigt hier am Camper.

    * [8.1., 08:47] Nachricht vom Guide:
    We are in the village somewhere and prepair food for them
    [8.1., 08:47] Karola: Ich hab kurz mit Kai telefoniert, es gehört zur Tour, daß sie jetzt noch lunch essen 🤣🤣🤣

    *Karola: Ich stehe hier, wo ich sie verabschiedet habe und kann nicht abwarten, daß sie endlich wieder zurück kommen

    * [8.1., 09:56] Nachricht vom Guide: We are on the way to you.
    In twenty mnts we will be at Wereweru camping sites.

    * 10.16 Uhr
    Ein Auto fährt vor. Doch Karola realisiert nicht sofort, dass die Beiden da drin sind. Denn es ist nicht der Bus, mit dem sie abgeholt wurden.
    Karola telefoniert gerade mit mir und fragt sich, warum sie immer noch nicht ankommen.
    Dann kapiert sie, dass in dem vorfahrenden Auto die Beiden mit ihren Guides sitzen.
    Sie hat auf Videocall geschaltet und ich kann alles miterleben.
    Wir fangen gleichzeitig an, vor Freude zu jubeln und zu weinen.
    Was für ein Augenblick!!!
    Es ist so überwältigend, dass wir diesen Moment wohl niemals mehr vergessen werden.
    Sie sind beide gesund zurück gekommen. Welch großes Glück, welche Erleichterung, welche unglaubliche Freude.
    Und Ihr alle teilt sie auf so rührende Art mit uns.
    Wir sind überwältigt und dankbar. 🙏

    Hier sind ein paar Eurer Nachrichten:

    *Ingelein, ich bin zu Tränen gerührt! Diese Kerle👍💪! Wir sind stolz auf unseren Freund🫶u.ziehen den Hut vor seiner u.Kais Leistung u.vor dir u.natürlich Karola, wie ihr das alles mitgetragen habt! Wie musst DU dich gefühlt haben, wenn schon wir ne Woche u.v.a.die letzten 3Tage an nix anderes denken konnten u.mit gezittert haben! Es ist der Wahnsinn u.wenn ich mir vorstelle, wie das wird, wenn du Viktor wiedersiehst.........! Ich glaube, nichts auf der Welt wird euch je wieder trennen🙏! Grüß Viktor u.auch Kai u.sag ihnen, es ist großartig, was sie geschafft haben!

    *Liebe Inge, was hast du für einen verrückten, abenteuerlustigen Mann (aber das weißt du ja😉). Was für ein unvergessliches Erlebnis...für alle! Wahnsinn! Ich habe die Berichterstattung verfolgt und kann nur sagen: Hut ab! Ich freue mich, dass alles gut gegangen ist und du deinen Viktor bald wieder erleichtert in die Arme schließen kannst, nach diesen aufregenden Tagen. Liebe Grüße Claudi😘

    *Helden! 👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻Respekt!

    *Wie toll, das ist ja unbeschreiblich. Ich wünsche euch ein soo schönes Wiedersehen nach dieser aufregenden Woche und diesem wundervollen Erfolg.
    Wann fliegst du ??
    Wünsche die einen guten Flug und dass alle Dinge, die du im Koffer hast gut ankommen. Genießt eure weitere Reise und jeden Moment dieses Abenteuers. 🤗🤗

    *Das freut mich sehr, sehr, sehr, sehr arg ❤❤❤

    *Super👏🏻👏🏻👏🏻😊 Gratulation für diese Leistung🎉

    *Super!
    Hast du denn schon mit Papa gesprochen?

    *Alles alles Gute für euch alle und Gratulation an die beiden!!! Glg

    *Fantastische Nachrichten, liebe Inge. Ich hatte Viktor auch eine Nachricht auf seinem Handy geschickt allerdings Anschein zu spät da waren sie schon aufgebrochen. Ich bin mal auf die Bilder gespannt. Ich wusste, dass die zwei wahnsinnigen das schaffen. Zwei Kirchberger sind schon gescheitert, die wesentlich jünger als die beiden sind, wenn du mit ihm telefonierst, Bestell ihn Grüße aus der Heimat. Wann fliegst du wieder rüber?

    *Glückwunsch an die beiden Supermänner und liebe Grüße aus der Heimat von Maria und 🧶

    *Top 🤘💪👍 Gratulation zum Aufstieg. Jetzt waren 3 Hohmeiers oben

    *They both look exhilarated and proud of their amazing feat, well done and congrats guys. Happy that they safe and sound.

    * Zum Gipfelbild:
    Ein Bild, das Bilderbuch Geschichten schreibt. Once in a Lifetime. Ihr müßt dolle Stolz und Zufrieden sein.

    *Sehr gut, jetzt kannst du bestimmt wieder ruhiger schlafen.

    *Perfekt 👍. Schön, dass alles so geklappt hat, wie ihr euch das vorgestellt habt 😊. Ein Erlebnis, das Ihnen keiner mehr nehmen kann...
    Liebe Inge, dir wünsche ich jetzt eine gute Reise zurück zu Viktor, damit ihr eure Tour noch gemeinsam weiterführen könnt 🥰.

    *Herzlichen Glückwunsch 🍀🫶🏻
    Selbst lesen war schon extrem aufregend 😊
    Ich drück euch ganz lieb 🥰

    *Super!!!! Erleichterung, Bewunderung, Glückwunsch .....alles zusammen. 🎊🎊🕯️Ganz liebe Grüsse.

    *Herzlichen Glückwunsch, was für eine Leistung 👍👍😀😀

    *Super. Sehen glücklich und zufrieden aus und dir ist sicher ein dicker Stein von deinem Herzen geplumpst.
    Freue dich auf eurer Wiedersehen. Guten Flug und weiterhin viel Glück, tolle Erlebnisse für eure gemeinsame weitere Reise.🛬🍀🌏🌎🌍🙂

    *Das freut mich so für euch!!!💗💕👏🏼

    *Sie sehen ja trotz der Strapazen gut aus. 👍 ich denke, dass es ein tolles Erlebnis war, welches man nie vergisst 😍

    *Wenn das keine guten Nachrichten sind -und soooo glückliche Gesichter🍀😊

    *TOLL. Freue mich mit euch dass alles gut ging.
    ♥️

    *Super super toll!!!!! Congrats and big hugs

    *🥰🥰🥰 Und Viktor strahlt

    *👍👏🙂 Viktor hat noch keine Flip-Flops an🤔

    *Liebe Inge alles gut!!! Auf zu gemeinsamen Abenteuern! Gute Reise für dich nach Afrika zurück. Herzliche Grüße Elke

    *Yippie.🍾🥂
    Und die sehen richtig frisch und glücklich aus!

    *🎇Juchu - herzlichen Glückwunsch 🍻👍🏻👋😘😘

    *Dann herzlichen Glückwunsch für den gelungenen Aufstieg 💪und vor allem schön, dass sie wieder heil unten sind. 🍀

    *Halleluja 👍👏

    *👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻 ich freue mich so für euch👏🏻

    *Super 🥳🥳🥳 und beide am strahlen 👍🏻👍🏻

    *👍🏼jetzt kann es weitergehen! Auf nach Afrika und Victor!

    *Soooo unglaublich toll 😍👍💫

    *Wir freuen uns sehr, große Freude und GRATULATION 🍀🥂🏆🏅es ist so beeindruckend wie ihr Hohmeier's diese tolle und unglaublich schöne Zeit miteinander teilt und euch mit uns verbindet! Viktor und seinem Bruder zollen wir den höchsten Respekt für diese grandiose Leistung👏🏻👍🏻und dir liebe Inge und deiner Schwägerin ebenso für eure Nervenstärke die die Gemeinsamkeit erst möglich macht! 💞
    Wir drücken euch alle 🙅‍♀️🏔️🥂!!! Liebe Grüße Kerstin & Chris 😘

    *Liebe Inge, Herzlichen Glückwunsch an die Beiden und Respekt vor ihrer Leistung!!! Aber auch Respekt vor dem, was du alles mitmachst ❤️. Wie sehr musst du Viktor lieben, um das nicht nur zu ertragen, sondern ihm dieses Ereignis (und alle anderen auch) von Herzen zu gönnen und dich mit ihm zu freuen. Du bist für mich einer der verständnisvollsten und liebevollsten Menschen, die es gibt. 🥰

    So unglaublich viele wundervolle Nachrichten!!!
    Eure Worte haben mich zu Tränen gerührt.
    Viktor und Kai werden jeden einzelnen Eurer Grüße und Gratulationen lesen.
    Es macht uns glücklich, solche Freunde zu haben.
    DANKE AUS VOLLEM HERZEN ❤️ ❤️ ❤️

    Eine Besteigung des Kilimanjaros bedeutet am Ende der Woche einerseits sechs Zeltnächte mit tendenziell wenig Schlaf, Verzicht auf Komfort (geduscht wird erst wieder nach der Rückkehr), fast 70 anstrengende Kilometer, Temperaturen bis zu -10 °C und einen mörderischen Gipfeltag mit mehr als 16 Stunden Gehzeit - zum Teil in einer Höhe, die einem nicht mehr gut tut.
    Andererseits stellt die Tour ein außergewöhnliches Trekking durch verschiedene Klimazonen mit unvergesslichen Eindrücken, neuen Freunden und einem Sonnenaufgang am Dach von Afrika dar.
    Es ist eine einmalige Erfahrung und unbeschreibliches Erlebnis, das alle Strapazen irgendwann wieder verblassen lässt.

    Ihr Brüder habt den höchsten Berg Afrikas bezwungen und Euch auf dem Weg dorthin extremsten körperlichen und mentalen Herausforderungen gestellt.
    Und hey, ihr habt einen der Seven Summits bestiegen.
    Hakuna Matata.

    Ihr verspürt vielleicht Glück, Stolz und Wehmut. Glück, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. Stolz, zurückzublicken und sich vorzustellen, dort oben auf dem Gletscher gewesen zu sein. Wehmut, dieses Abenteuer beendet zu haben.
    Aber ihr werdet die Erinnerungen und alle erlebten Gefühle von der Tour für immer im Herzen tragen.
    Diese Tour war etwas ganz Besonderes für euch Brüder, denen man ein Stück Kindheit und Jugend genommen hat.
    Etwas von dieser Zeit durftet Ihr jetzt nachholen.
    🙏❤️🧗‍♂️🧗‍♀️
    Wie wunderbar!

    Und wahrscheinlich wirst Du, wie ich dich kenne, bereits beim Abstieg darüber nachdenken, welche weitere Herausforderung du als nächstes in deinem Leben wagen könntest.
    Das bist eben du.
    ❤️
    Aber vielleicht, liebster Viktor, können die Abenteuer ein wenig moderater werden?🙏

    Ein Hoch auf Euch
    Ich bin ........
    Wir alle sind .....
    mächtig stolz auf Euch.
    🧗‍♀️🧗‍♂️🤝
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  • Zurück in Afrika

    13 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 27 °C

    Am 10. Januar 2023 ist mein Rückflug nach Tansania, und so bringen Anna und Jonas mich gegen 16 Uhr zum Flughafen nach Düsseldorf.
    Mehr als 4 Wochen Heimaturlaub mit äußerst bewegenden Augenblicken liegen hinter mir, doch jetzt ist es an der Zeit, zurückzukehren.

    Das Einchecken klappt problemlos, sogar ohne das übliche, lästige Anstehen und Warten.
    Ich erwische einen besonders freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter von Lufthansa am Schalter.
    Der wuchtet mir nicht nur meine beiden jeweils 20.8 Kilogramm wiegenden Gepäckstücke aufs Band, sondern vergewissert sich mehrmals, dass sie auch bis Tansania durchgecheckt werden, ohne dass ich mich noch einmal darum kümmern muss.
    Das ist eine große Erleichterung, jetzt habe ich nur noch mein Handgepäck.
    Auf meinen nicht gebuchten Rückflug angesprochen, erzähle ich dem Mitarbeiter, dass ich den nicht brauche, da mein Mann in Tansania auf mich wartet. " Oh, ist er farbig?", erkundigt er sich ganz erstaunt . Und dann will er alles über unsere Reise wissen.
    Später beim Boarding sitzt er wieder am Schalter und wünscht mir ganz viel Glück für unser großes Abenteuer.
    Mit so herzlichen Wünschen kann eigentlich nichts mehr schief gehen 🤞🙏❤️
    Pünktlich um 19.00 Uhr fliegen wir los, 50 Minuten später bin ich schon in Frankfurt .
    Dort hebt die nächste Maschine um 21.35 Uhr ab, und ich verlasse die Heimat für ein weiteres halbes Jahr.
    Der Flieger ist bis zum letzten Platz ausgebucht und scheint aus allen Nähten zu platzen. Die gefühlt hundert Babys an Bord schreien entweder gleichzeitig oder knapp zeitversetzt. An Schlaf ist nicht zu denken.
    Nach 8 Stunden Flugzeit, einem Abendessen, einem Frühstück und dreieinhalb Spielfilmen landen wir morgens um 6.25 Uhr Ortszeit in Adis Abeba.
    Schon auf dem Flug nach Deutschland empfand ich den Flughafen als äußerst hässlich, dreckig und laut.
    Das Croissant und der Cappuccino für 9 UD Dollar schmecken widerlich, nahezu ungenießbar und machen den Aufenthalt im keiner Weise angenehmer.
    Doch auch diese Zeit des Wartens geht vorbei, so dass wir schließlich um 10. 15 Uhr abheben in Richtung Kilimanjaro, Tansania, wo wir um 12.50 Uhr Ortszeit ankommen.
    Abschied in Düsseldorf bei schäbigstem Wetter- und nun habe ich beim Verlassen des Fliegers das Gefühl als würde mir jemand mit einem heißen Föhn ins Gesicht pusten.
    Schwitzend durchlaufe ich diverse Grenzformalitäten; zum Glück ist außer uns kein anderes Flugzeug angekommen.
    Leider ist mit der Ausreise aus Tansania mein Visum verfallen, und die Schlange vor dem entsprechenden Schalter scheint endlos.
    Nein, ich will jetzt nicht länger auf Viktor warten und überhole wild entschlossen die gesamte Reihe der Wartenden. Der Schalterbeamte schaut mich mit großen Augen an, als ich ihm mitteile, dass ich ganz schnell nach draußen muss, weil dort mein Mann wartet, den ich seit Monaten ( kleine Übertreibung) nicht gesehen habe.
    Er ist sichtlich gerührt und innerhalb weniger Minuten erhalte ich mein neues Visum. Kein Mitreisender meckert, und so zerre ich meine Koffer vom Band auf den Gepäckwagen........ und dann bin ich draußen. Der Moment ist unbeschreiblich, noch nie waren wir so lange getrennt. Ab jetzt geht es wieder gemeinsam weiter....wie wunderbar!
    Die Umstellung zurück auf Afrika fällt leichter als erwartet, es fühlt sich an wie ein " Nach Hause Kommen ", allein an den Linksverkehr kann ich mich nicht gewöhnen.
    An diesem Tag muss einiges erledigt werden: Friseurbesuch für die Männer, Gasflaschen auffüllen für die nächsten Monate, Großeinkauf in einem der wenigen Supermärkte Tansanias.
    Shoppen in diesem Land ist eher schwierig, denn selbst in großen Städten findet man nur kleine Läden, in denen man sich mühsam alles zusammensuchen muss, was man braucht.
    Hier in Arusha aber ist das Angebot unglaublich, jedoch treiben einem die Preise die Tränen in die Augen.
    Unsere Lieblingsprodukte wie Käse und Joghurt kosten ein Vermögen, weil alles importiert werden muss.
    Gemüse besorgt man am besten am Straßenrand oder - wie die Einheimischen - auf den lokalen Märkten.
    Was habe ich das mühelose Einkaufen, nicht nur von Milchprodukten aller Art, in Deutschland genossen!
    Inzwischen bin ich mehr als 36 Stunden auf den Beinen und entsprechend erschöpft.
    Die Fahrtzeit bis zu unserem Platz für die nächsten Tage, ca 130 Kilometer, verbringe ich im Alkoven des Campers, wo ich ein wenig schlafen kann.
    Dann sind wir am Ziel: Migumbani Campground, einem meiner absoluten Lieblingsplätze auf dieser Reise.

    Es ist wie im Paradies, eine wunderschön gepflegte Anlage mit Pool und großem Gelände, Restaurant und kleiner Bar.
    Hier ist der ideale Ort sich zu erholen, die mitgebrachten Dinge auszupacken, auszutauschen oder zu verstauen.
    Zwischendurch gönnen wir uns immer wieder ein kühles Bad im Swimmingpool, welch ein Luxus!
    Oh, möge dieses Gefühl von " richtigem " Urlaub noch lange anhalten.🙏
    Meine beiden mitgebrachten Koffer sind nicht nur gefüllt mit Müsli für Viktor ( entweder nicht zu kaufen oder unbezahlbar), Schmierfett für die Blattfedern des Autos, zu ersetzenden Campingutensilien und Kosmetikartikeln, sondern auch ein paar neuen " Wanderschuhen" für meinen Mann😉
    Außerdem habe ich jede Menge Klamotten von Lars und Jonas mit nach Afrika transportiert.
    Diese, sowie Kleidung von mir und einen Koffer verschenke ich auf dem Campingplatz.
    Was dann folgt, ist unglaublich berührend.
    John, einer der Massai bringt am Abend eigens für uns eine Öllaterne an unseren Platz. Den Abwasch unseres Geschirrs will er mich nicht selber machen lassen, sondern sich für mein Geschenk revanchieren, indem er mir hilft. Alles, vom Teller bis zum kleinsten Löffel, wird fein säuberlich mit einem Gartenschlauch, mit dem er normalerweise die Pflanzen wässert, abgespritzt.
    Salome, die ein paar Kleidungsstücke und den Koffer bekommen hat, meint, dass sie so etwas Schönes noch nie gesehen hat.
    Diese Menschen sind so herzlich und dankbar für Dinge, die wir gar nicht mehr zu schätzen wissen.
    Am nächsten Tag besucht sie mich mit einem aus tausend kleinen Perlen gebastelten, glücksbringenden Stab ( den man sich ins Haus oder vorübergehend in den Camper hängt), denn sie will mir unbedingt auch etwas schenken.
    Ihre Familie hat den Stab extra für mich angefertigt und vom Dorf aus hier oben zum Platz gebracht.
    Karibu for the wonderful giftis❤️, sagt sie in einer Mischung aus Englisch und Suaheli, und ich bin zutiefst gerührt.
    Wir verbringen zwei geruhsame Tage in dem wunderschönen Camp. Sogar die Männer genießen das chillige Nichtstun, denn ganz erholt haben sie
    sich noch nicht von den Strapazen der Kilimanjaro Besteigung.
    Morgen dann soll es weitergehen in Richtung Lake Natron im Norden von Tansania .
    Ich bin gespannt auf die Abenteuer, die ab jetzt wieder auf uns warten.
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  • Lake Natron

    15 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ☀️ 35 °C

    Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Natron, durchqueren wir den äußersten Norden von Tansania.
    Es ist eine Gegend
    von bizarrer Schönheit,
    geformt und geprägt von zahlreichen, teils noch aktiven Vulkanen.
    Laut Reiseführer zählt das Gebiet zu einem der ursprünglichsten Landstriche Afrikas,
    mit Worten nicht zu beschreiben und dem durchschnittlichen Besucher
    so gut wie immer verborgen.
    Wie ein gewaltiger Riss zieht sich ein 5600 Kilometer langer, 300 Kilometer breiter und im Schnitt 700 Meter tiefer Graben durch den afrikanischen Kontinent. Dieser " große afrikanische Grabenbruch " ist Zeuge gigantischer geologischer Prozesse, die hier in den letzten 18 Millionen Jahren stattgefunden haben.
    Die Narben, die tosende Vulkane in der Erdkruste hinterlassen haben, sind von solchen Ausmaßen, dass Astronauten sie selbst aus dem All ausmachen können.

    Als ein Höhepunkt der Fahrt erwartet uns der aktivste und bekannteste Vulkan im Great Rift Valley.
    Gewaltig und imposant erhebt er sich
    aus einer der seltsamsten, schönsten und wildreichsten Landschaften der Welt:
    der Oldonyo Lengai,
    das größte Heiligtum der Massai, genau
    im Zentrum ihres Landes.
    Der Berg scheint wie geschaffen, um zum Gegenstand von Mythen und Märchen auserkoren zu werden.

    Für die Massai stellt er den Sitz ihres Gottes Engai dar, die Vulkanausbrüche symbolisieren seinen immer wieder auftretenden Zorn.
    Grollender Donner und zuckende Flammen sind Ausdruck und Beweis der Gegenwart und Macht des Gottes, von dem es heißt, er lebe immer noch im Berg, um Leben zu schenken und Leben zu vernichten.

    Seine Aufgabe ist es einerseits, die Menschen und ihre Herden zu beschützen, doch auch zuweilen mit schwarzen Ascheexplosionen seine Macht zu demonstrieren und den Bewohnern ihre Grenzen aufzuzeigen.

    Um ihn mild zu stimmen wurden dem Gott in früheren Zeiten durch die Stammesältesten Gaben und Geschenke direkt zum Kraterrand gebracht.
    Und noch heute pilgern die Einheimischen auf den Berg, um Lengai ihre Opfer in Form von makellosen Lämmern und Ziegen darzubieten.

    Der 2960 Meter hohe Vulkan ist der weltweit einzige, der eine
    niedrigschmelzende, im Wesentlichen aus Natriumcarbonat bestehende Lava von
    maximal 600 ° C ausspuckt.

    Direkt am Fuß des Vulkans Ol Doinyo Lengai
    befindet sich der weltberühmte Natronsee, der eine Länge von 56 Kilometern und eine Breite von zwölf Kilometern aufweist. ( Damit ist der Lake Natron größer als Berlin). Er gilt als der alkalischste See der Welt mit einem pH-Wert von bis zu 10.5 – fast so hoch wie bei reinem Ammoniak.
    Das Natriumcarbonat stammt aus der Vulkanasche des benachbarten, immer noch aktiven Vulkans Ol Doinyo Lengai.
    Der See ist insgesamt sehr flach, teilweise nur wenige Zentimeter tief, was die Anreicherung basischer Salze beschleunigt.
    Nach dem Austrocknen kristallisiert das Natriumkarbonat und bedeckt die trockenen Areale mit einer lebensfeindlichen grauweißen Kruste.
    Der See ist aus diesem Grund stellenweise so zerstörerisch, gefährlich und sogar Tod bringend; er
    bietet aber auch Lebensraum für einige endemische Tierarten.
    So findet eine Vielzahl von Vögeln, namentlich eine riesige Population von Zwergflamingos mit bis zu 2.5 Millionen Individuen, am Lake Natron sowohl Heimat als auch Brutstätte.
    Doch warum können diese Vögel hier leben?
    Sie haben sich in ihrer Stoffwechselphysiologie und ihrem Körperbau weitgehend an die extrem lebensfeindlichen Bedingungen angepasst.
    Durch oberhalb ihres Schnabels befindliche Drüsen können
    die Flamingos das Salz im Wasser ausscheiden, so dass es ihnen keinerlei Schaden zufügt.

    Seine ganze, unfassbare Schönheit offenbart der Lake Natron am besten
    von oben betrachtet : Eine wundersam rote Färbung, die zum Teil sogar noch aus dem Weltraum erkennbar ist, zieht Besucher der ganzen Welt in ihren seinen Bann.
    Verursacht wird die Farbgebung von speziellen Algen, die nur in stark alkalischem Wasser vorkommen.
    Von ihnen leben die so genannten Salinenkrebse, die wiederum die Nahrung für die Flamingos bilden und ihnen zu ihrer intensiv-rosa
    leuchtenden
    Farbe verhelfen.
    Zur Todesfalle wird der Lake Natron nicht zuletzt durch seine hochreflektierende Oberfläche, aufgrund derer Vögel oder Fledermäuse den See nicht als solchen wahrnehmen. Fliegen sie dann irrtümlich hinein, greift das Wasser sie sofort an, verätzt Augen und Haut und macht sie flugunfähig.

    Tiere, die im Lake Natron verenden, umschließt sehr bald eine
    Schicht aus Salz, die schließlich verkrustet und sie so für die Ewigkeit
    versteinert.
    Vor allem Vögel und Fledermäuse sind davon betroffen.

    Vor einigen Jahren war geplant, eine Fabrik am See zu bauen, um das Natron-Salz als Grundstoff für die chemische Industrie großflächig abzubauen – was verheerende Folgen für diesen besonderen Lebensraum gehabt hätte. Doch dieses Vorhaben konnte - auch durch den Einsatz des WWF - zum Glück gestoppt werden.
    So bleibt nur zu hoffen, dass dieses Gebiet in seiner Einzigartigkeit noch lange für viele Bewunderer erhalten bleibt.
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  • Asante Sana, Tansania

    17 stycznia 2023, Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Die Ngare Sero Wasserfälle in der Nähe unseres Camps sollen sehenswert, nahezu spektakulär sein.
    Also unternehmen wir eine Wanderung entlang der malerischen gleichnamigen Schlucht. Die Landschaft ist eine einzigartige Mischung aus trockenen Vulkangesteinen und üppigen tropischen Palmen.
    Der Weg führt teilweise hüfttief durchs Wasser des durchaus reißenden Flusses, der Untergrund ist unwegsam mit Geröll und Steinen bedeckt. Die Böschung, wo wir mehrmals hinauf und herunter klettern müssen, ist steil, unbefestigt und glatt.
    Aber die Tour ist spannend und abwechslungsreich, zumal wir den Bach mehrere Male überqueren müssen.
    Am Ende der Schlucht werden wir für die Anstrengungen mehr als belohnt:
    Ein herrlicher Wasserfall erwartet uns mit glasklarem Quellwasser aus dem Ngorongoromassiv.
    Hier baden wir und lassen uns mit der Strömung immer wieder ein Stück flussabwärts treiben. Der Wasserdruck ist so stark, dass man aufpassen muss, nicht gegen die unterspülten Felswände gedrückt zu werden.
    Zu unserer Überraschung - ich hätte im Leben nicht damit gerechnet - entledigt sich auch unser Guide ( zum ersten Mal haben wir eine Frau) ihrer ganzen - mehrere Schichten umfassenden Gewänder - und springt nur noch mit schwarzem BH und weißer Sloggi Longlong Unterhose bekleidet in die Fluten. Uns allen bleibt der Mund vor Staunen offen stehen😯
    Der witzigste Teil kommt am Ende des Badespaßes:
    In dem schäumenden, aufgewühlten Wasser treiben Unmengen von Sand und kleinen Steinchen herum. Da sie vulkanischen Ursprungs sind, ist ihre Farbe tiefschwarz. Nach dem Bad befinden sich diese Partikel überall auf unserer Haut, in sämtlichen Falten und vor allen Dingen auch im Badeanzug bzw in der Schwimmhose. Sie kleben fürchterlich und saugen sich förmlich am Körper fest.
    Als unser female Guide aus dem Wasser klettert, habe ich irgendwie eine Assoziation von: Phoenix steigt aus der Asche.
    Sie ist nicht nur am ganzen Körper mit Steinchen besprenkelt, sondern hat auch noch pfundweise Lavapartikel in ihrer weißen, etwas transparenten Unterhose.
    Wir verkneifen uns alle das Lachen, weil wir sie auf keinen Fall bloß stellen wollen. Aber es ist zum Schreien komisch 🤣
    Wenige Minuten später ist sie schon wieder von mehreren Schichten Stoff verhüllt, und es kommt uns vor, als hätten wir das ganze Spektakel nur geträumt.

    Innerhalb des Konzessionsgebiets vom
    Ngorongoromassiv besuchen wir noch ein abgegrenztes Gebiet, wo Forscher seltene Funde gut erhaltener menschlicher Fußabdrücke des
    Homo Sapiens entdeckt haben, die vor circa 120.000 Jahren im Schlamm zurückgelassen wurden. Kein anderer Ort in Afrika ist anscheinend solch eine Fundgrube für Wissenschaftler aus aller Welt.
    Mir fehlt offensichtlich ein wenig der wissenschaftlich geschulte Blick. Hätte der Guide uns nicht die Abdrücke gezeigt und entsprechend kommentiert, ich hätte sie für Fußstapfen von irgendwelchen verpeilten Typen gehalten, die durch noch nassen Beton gestapft sind.
    Na ja, schließlich bin ich auch kein Archäologe.😉

    Nun befinden wir uns seit gestern auf dem Weg zu unserem nächsten afrikanischen Land: Rwanda und verabschieden uns von Tansania.
    Es hat uns wunderbar gefallen, allerdings wurde uns der Aufenthalt ein wenig durch die hohen Kosten verleidet.
    Neben dem übertriebenen Preisniveau für Lebensmittel in Geschäften haben uns vor allem die
    exorbitanten Eintrittsgelder für Nationalparks geschockt. Es werden sowohl lokale Gebühren als auch zusätzlich Abgaben für das Government jeweils für den Eintritt, das Auto und Campgebühren pro Tag erhoben.

    Hinzu kommen die Kosten für die Guides, die man obligatorisch buchen muss. Ohne Anhängsel ist nur der Gang zum Klo erlaubt und deshalb kostenlos.
    Bei jedem anderen noch so kleinen Hike wird man begleitet und ..... man muss es leider sagen ...... nicht selten richtig abgezockt.

    Reiseberichten zufolge ist die Erkundung der Natur Afrikas teurer als irgendwo sonst auf der Welt. Die Preise stellen sogar die Parkgebühren für den Yosemite National Park in den Vereinigten Staaten in den Schatten.

    Wir fragen uns, wo das ganze Geld hinfließt? Auf jeden Fall nicht in die Taschen der Ärmsten.
    Die bekommen nichts von dem großen Kuchen.
    Purer Wahnsinn!
    Es bleibt nur zu hoffen, dass ein Teil der bezahlten Gebühren dazu verwendet werden, die zum Teil atemberaubend
    unberührte Natur und den einzigartigen Reichtum an Pflanzen und Tieren zu erhalten.

    Wir werden auf jeden Fall das freundliche „Jambo“ (Hallo auf Swahili) oder „Karibu“ (Willkommen), mit dem man überall herzlichst empfangen wird, sehr vermissen und sind gespannt und voller Erwartung, welche Erfahrungen wir in Rwanda und Uganda erleben werden.

    Auf Wiedersehen und Vielen Dank
    Kwa heri
    und
    Asante Sana, , Tansania!
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  • Eine ganz neue Grenzerfahrung

    18 stycznia 2023, Rwanda ⋅ ⛅ 25 °C

    Am 18. Januar erreichen wir nachmittags die Grenze nach Ruanda.
    Wegen der vielen negativen Border Experiences, die wir schon durchlitten haben, fühlen wir uns aufgeregt und erwarten insgesamt nichts Gutes.
    Doch dann erleben wir ein kleines Wunder:
    ALLES spielt sich in einem einzigen Gebäude ab. Wir werden nicht willkürlich von A über C nach B geschickt.
    Nein, das ganze Prozedere verläuft logisch nachvollziehbar, geordnet und durchdacht.
    Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass so etwas in Afrika möglich ist.
    Obendrein sind die Menschen unglaublich höflich, freundlich und zugewandt.
    Niemand hämmert scheinbar sinnlos auf irgendeiner Computertastatur herum oder quengelt für Geld oder ne Cola.
    Der reibungslose Ablauf kommt uns schon fast verdächtig vor, aber wir finden keinen Haken an der Sache.
    Ohne Probleme und erstaunlich zeitnah erhalten wir alle unser Ost - Afrika Visum, mit dem wir nun für 3 Monate problemlos nach Ruanda, Kenia oder Uganda ein - und ausreisen können so oft wir wollen.
    Sogar der Bankschalter, wo wir die Gebühren bezahlen müssen, befindet sich in dem Gebäude und nicht wieder 3 km entfernt irgendwo in der Pampa.
    Der Höhepunkt kommt am letzten Schalter, wo wir unser Carnet de Passage abstempeln müssen. Als der junge Beamte sieht, dass wir aus Deutschland kommen, gerät er völlig aus dem Häuschen. Er liebe deutsche Fußballvereine und sei ein absoluter Fan von Borussia Dortmund.
    Das gibt's doch gar nicht: Ein BVB Fan mitten im tiefsten Afrika.
    Nach einiger Fachsimpelei - ich gebe mein Bestes - verabschieden wir uns mit einem warmen Händedruck und einem von Herzen kommenden : God bless you" wie langjährige Freunde voneinander.
    Das Erstaunlichste ist, dass sich vor dem Schalter inzwischen aufgrund unsereres längeren Fangespräches eine Schlange gebildet hat Doch wirklich keiner der Wartenden ist ungeduldig oder böse geworden. Alle verfolgen interessiert unsere Unterhaltung, und als wir dann über die ( hoffentlich überstandene) Krebserkrankung von Stürmer Sebastian Haller reden, hat jeder zweite in der großen Zollhalle Tränen vor Rührung in den Augen.
    Auch die, die bestimmt noch nie etwas vom BVB gehört haben.
    Undenkbar in Deutschland!

    Dann ist aller Papierkram erledigt, und es folgt die Kontrolle der Autos.
    Ruanda hat sich auf die Fahne geschrieben, in puncto Sauberkeit und Ökologie eine Vorreiterrolle in Afrika einzunehmen.
    Deshalb ist die Einfuhr von Plastiktüten als Einwegprodukt verboten.
    Doch der junge Officer verrät mir, dass sie wohl auch nach illegal eingeführten Waffen suchen.
    Ganz interessiert lässt er sich von Viktor dessen umfangreiches Werkzeugarsenal zeigen. Besondere Neugier erweckt die japanische Baumsäge, deren Handhabung und Einsätze er sich genau erklären lässt.
    Während Viktor schließlich den ganzen Kram wieder an Ort und Stelle verstauen muss, klettere ich mit dem Grenzbeamten in den Wohnbereich des Campers, also in unser Haus.
    Ich bin heilfroh, dass er nun endlich sein Riesengewehr an eine Kollegin weitergibt, die ungefähr die gleiche Größe wie die Waffe hat.
    Während der gesamten Inspektion des Außenbereiches war ich schon äußerst nervös, aber mit ihm und seiner Kalaschnikov in den Camper zu steigen, hätte mich regelrecht in Panik versetzt.
    Stellt euch doch einmal vor, er hätte uns in die Dachluke - noch viel schlimmer - mir ins Bein geschossen.
    Längst geht es nicht mehr um Plastiktüten. Er ist neugierig geworden, so ein rollendes Heim hat er noch nie gesehen

    Alles schaut er sich an: den Herd, die Dusche, den Kühlschrank ...
    O je, das kann noch Tage dauern.
    Dann kommen wir zum Schrank, in dem unsere Klamotten untergebracht sind.
    Er inspiziert zwei Tüten mit Wollsocken und T Shirts.
    Schließlich findet er einen kleinen Sack, wo Viktors Unterhosen drin sind.
    Es ist mir unangenehm, ihm den Inhalt zu zeigen, doch seine Neugier ist geweckt.
    OK, wenn du darauf bestehst. Ich ziehe eine Boxer Shorts von Viktor hervor und halte sie ihm unter die Nase: Underwear from my husband.
    Ich denke mal, jetzt läuft rot an.
    Genau erkennen kann ich es nicht, denn ich bin ja bekanntermaßen farbenblind.
    Am peinlichsten Punkt der Situation angelangt ruft er kurz und knapp " clean " und springt aus dem Auto.
    Mit clean meint er aber nicht den Zustand der Boxershorts - wie ich eine Hundertstel Sekunde geglaubt habe - sondern, dass die Inspektion unseres Campers beendet ist und nichts Verdächtiges gefunden wurde.
    Wir haben es geschafft und reisen erfolgreich in unser achtes afrikanisches Land ein.

    Man sieht sich immer zweimal im Leben.
    Warum ich das jetzt schreibe?
    Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an die letzten Vorbereitungen für unsere Reise.
    Im Juni brachten wir im Zuge derer unseren Camper nach Antwerpen, damit er seine große Reise nach Afrika antreten konnte.
    In einem meiner ersten Blogs: " Jetzt ist er weg " heißt es zum Schluss:

    Am Ende des Piers, wo wir losfahren, steht ein junger Mann, der versucht zu trampen. Ich habe ihn schon eine Weile beobachtet, niemand nimmt ihn mit.
    Wir halten an und fragen, wo er hin will. Er möchte nach Antwerpen, ins Zentrum. Das ist zwar ein großer Umweg für uns, doch kurz entschlossen laden wir ihn ein und bringen ihn in die Stadt. Es stellt sich heraus, dass er aus Ruanda ist und dort auch immer ein paar Monate im Jahr verbringt. Am Ende der Fahrt besteht er darauf, uns seine Adresse zu geben, damit er sich revanchieren kann, wenn wir - so Gott will - im November in Ruanda aufschlagen.
    Es heißt ja, man sieht sich immer zweimal im Leben. Lassen wir uns überraschen. 😉

    Nun sind wir also in Ruanda, 2 Monate später als geplant.
    Vor ein paar Tagen habe ich Samuel, dem jungen Mann, eine WhatsApp geschickt und ihm mitgeteilt, dass wir demnächst in sein Land einreisen werden. Er antwortet, dass er sich im Moment wieder für längere Zeit in Belgien aufhält. So weit so gut.
    Nach unserem Grenzübertritt poste ich in meinem Status ein Bild mit der Flagge von Ruanda und der Info, dass wir gut im Land angekommen sind .
    Es vergehen keine 10 Minuten da erhalte ich eine Herzlich willkommen Nachricht von Samuel.
    Ein paar Fragen, wo wir sind, wohin wir wollen und ein paar Antworten werden hin - und hergeschickt.
    Tatsächlich haben wir für den Tag noch keinen Übernachtungsplatz gefunden und ziehen deshalb in Erwägung, einfach wild irgendwo zu campieren.
    Doch schon in der nächsten Stunde ist unser Problem gelöst: Samuel kennt den Besitzer einer Lodge vor den Toren des Nationalparks, den wir als nächstes besuchen wollen.
    Ein paar SMS wandern von hier nach da - und wir haben eine Einladung für die luxuriöse Rhino Lodge.
    Wir dürfen auf dem Parkplatz campen und die blitzsauberen sanitären Anlagen eines der Bungalows benutzen.
    Samuel besteht trotz meines Widerspruchs darauf, die Kosten für die Übernachtung von uns Vieren zu übernehmen.
    Nach einem wunderbaren Frühstück auf der Terrasse verlassen wir die schöne Lodge am nächsten Morgen.
    Danke Samuel und danke Joseph, dem Besitzer der Lodge.
    Mit so einem Willkommensgeschenk in eurem Land haben wir nicht gerechnet.

    Als ich mich bei Samuel im Namen aller bedanke erhalte ich folgende Antwort:

    Y're most welcome all of you in our very loved country. It's up to me to thank you. First, you pick-up me in your car from Antwerp port while I was unknown to you. It showed me that in this world there are people like you who still have humanity. Do not hesitate to ask for any thing that I can help you.

    Ich bin zutiefst gerührt und
    fest überzeugt: Alles, aber auch wirklich alles im Leben kommt zurück.
    Schlechtes wie Gutes.
    Also, lasst uns nicht müde werden, andere Menschen und Lebewesen überall auf der Welt anständig und mit Respekt zu behandeln.
    Denn man sieht sich immer zweimal im Leben.❤️
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  • Ruanda - erste Eindrücke

    21 stycznia 2023, Rwanda ⋅ ⛅ 28 °C

    Gerne wird Ruanda in Reiseberichten
    als das Land der tausend Hügel bezeichnet, und schon nach den ersten Kilometern verstehen wir den Grund:
    Die Landschaft ist unglaublich.
    Sanfte Berge von einem nahezu unwirklich schönen Grün, auf denen wir uns mit dem Auto hinauf - und hinabschlängeln, ohne uns entscheiden zu können, wo wir zuerst hinschauen sollen.
    Ruanda, ein winziges Bergland nahe des Äquators ist flächenmäßig nicht größer als die Hälfte der Schweiz.
    Mit etwa 12 Millionen Einwohnern gehört es jedoch zu den Ländern mit der höchsten Bevölkerungsdichte auf dem afrikanischen Kontinent.

    Seine Nachbarn sind Burundi im Süden, Uganda im Norden, Tansania im Osten und die Demokratische Republik Kongo im Westen.
    Der größte Teil des Landes liegt in über 1000m Höhe, weshalb die Temperaturen das ganze Jahr über recht angenehm sind. Bergketten formen die Wasserscheide gegen Westen in das Kongo Becken und gegen Osten für die Zubringer des Nils.

    Eine Reise nach Ruanda begeistert und berührt gleichermaßen.
    Nicht nur, weil der fürchterliche Völkermord noch nicht allzu lange her ist, sondern auch, weil das Land so derart anders ist als seine Nachbarn.
    Vielleicht mag das daher rühren, dass viel Geld von anderen Staaten zum Wiederaufbau investiert wurde. Ein weiterer Grund liegt aber auch darin, dass die Einwohner Ruandas trotz des erlebten Grauens ihre positive Einstellung bewahrt haben und konsequent nach vorne blicken.

    Auffallend und für Afrika gänzlich ungewöhnlich ist der saubere Zustand der Dörfer und Straßen. Kein bisschen Müll liegt am Wegesrand, alles ist wunderbar aufgeräumt.
    Tatsächlich sind in Ruanda seit Mitte der 2000er Jahre Plastiktüten verboten; die können schon einmal nicht mehr herumfliegen und die Gegend verschandeln.
    Außerdem sind alle Einheimischen jeden letzten Samstag im Monat verpflichtet, zur Sauberkeit ihres Landes beizutragen.
    Umuganda, wie dieser "gemeinschaftliche Kehrtag" genannt wird, ist für jedermann im ganzen Land sogar staatlich angeordnet.
    Alle, egal ob Alt oder Jung, Büroangestellte oder Geschäftsleute
    schippen, hacken und säubern gemeinsam.
    Umuganda gibt es in Ruanda schon seit der Kolonialzeit.
    Richtig ernst genommen wird das kollektive Schuften aber erst, seit Präsident Kagame nach dem blutigen Völkermord 1994 an die Macht kam. Es scheint ein guter Weg zu sein, um Wunden zu heilen in einer Gesellschaft, in der sich niemals wieder jemand alleine gelassen fühlen soll.

    Unser erstes Ziel in Ruanda ist Akagera, der neueste Zugang in der Riege der Nationalparks des Landes und noch nicht lange wieder für Besucher geöffnet. Während des Bürgerkriegs wurde sein Ökosystem durch die hier aufgeschlagenen Flüchtlingslager gestört und aus dem Gleichgewicht gebracht, konnte nun aber nach Jahren mühevoller Arbeit von Naturschützern endlich wiederhergestellt werden. Heute erstrahlt der Park wieder in seiner ursprünglichen Schönheit mit
    Busch- und Baumsavannen im Süden, Grassavanne, Sümpfen und Seen
    im Norden sowie Feucht- und Sumpfgebieten im Südosten an der tansanischen Grenze und einer Tiervielfalt, welche auch die Big Five – ihr wisst schon: Löwen, Leoparden, Nashörner, Elefanten und Büffel – sowie Zebras, Giraffen, Impalas, Gazellen, Flusspferde und viele mehr einschließt.

    Wir verbringen 2 Tage in dem Park mit seiner wirklich atemberaubenden Landschaft und sehen eine Menge Tiere.
    Kommunizieren können wir während unserer Game-Drives zwischen den beiden Autos nur über Handzeichen oder WhatsApp.
    Denn sobald man das Fenster auch nur einen spaltbreit öffnet, fallen Hunderte beißwütige Ttetse Fliegen über uns her und machen uns das Leben zur Hölle.
    Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bin ich schon am ersten Abend übelst zerstochen und am ganzen Körper von dicken Beulen verunstaltet, die nicht nur jucken, sondern auch noch richtig fies wehtun.
    In einigen Gegenden Ruandas
    scheinen diese unangenehmen Blutsauger eine Riesenplage zu sein.

    Wie erwähnt ist Akagera ein wunderschöner Park.
    Doch wer einmal die Serengeti erlebt und sich in ihre Schönheit verliebt hat, den kann kein anderer Wildpark auf der Welt so verzaubern und in seinen Bann ziehen.
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  • Die sehr traurige Seite Ruandas

    23 stycznia 2023, Rwanda ⋅ ☁️ 26 °C

    Zwischen Anfang April und Anfang Juli 1994, einem Zeitraum von etwa hundert Tagen, durchlief Ruanda einen der schlimmsten Völkermorde der jüngeren Vergangenheit.

    Der Bürgerkrieg war kurz, aber er kostete fast eine Millionen Menschen das Leben.
    Nachbarn, die vorher Freunde gewesen waren und friedlich zusammengelebt hatten, bekriegten sich plötzlich untereinander.
    Nicht nur Soldaten, sondern auch die zivile Bevölkerung griff zu Macheten und in kurzer Zeit wurden mehr als eine Million Menschen regelrecht abgeschlachtet, während die UN weitestgehend tatenlos zusah.

    In den vergangenen 28 Jahren hat sich Ruanda grundlegend gewandelt.
    Die heutige Gesellschaft besteht hauptsächlich aus jungen Menschen, den Waisen der ermordeten älteren Generationen.
    Die Bezeichnungen Hutu und Tutsi für die sich bekriegenden ethnischen Gruppen sind aus dem öffentlichen Sprachgebrauch komplett verbannt.
    Alle sind Banyarwanda, also Bürger von Ruanda, egal welchem Volksstamm sie ursprünglich angehörten.
    Man ist sich einig, dass so etwas wie dieser fürchterliche Genozid nie wieder geschehen darf. Ruanda hat auf jeden Fall aus dem Krieg seine Lehren gezogen. Das Land gilt heute als eines der friedlichsten und sichersten Länder in ganz Afrika.

    Zum Gedenken an den Völkermord wurde 2004 in Kigali das Genocide -
    Memorial - Center eröffnet, das wir heute besuchen wollen.
    Außerhalb des Museumsgebäudes gibt es Massengräber von mehr als 250.000 Menschen.
    Eine lange Wand mit den Namen der bekannten Opfer dient als Gedenktafel.....
    Und immer noch wird diese Liste mit neuen Namen ergänzt.
    Gerade letzten Samstag, also vor wenigen Tagen, wurden wieder 3 Mitglieder einer Familie bestattet, die man ein paar Tage zuvor gefunden hatte.....
    erklärt uns ein Museumsangestellter.

    Der Genozid zerriss Hunderttausende von Familien und ließ Frauen als Witwen und Kinder ohne Väter zurück. Er traumatisierte Mädchen, nicht zuletzt durch sexualisierte Gewalt, und zerstörte die Einkommensgrundlagen vieler Familien.
    Gleichzeitig löste er aber auch indirekt eine Welle der Emanzipation aus. Rund 70 Prozent der Bevölkerung war nun weiblich.
    Diese Frauen waren jetzt gezwungen, sich ohne ihre Männer durchzuschlagen.
    Sie mussten lernen, mit nie gekannten, schwierigen Aufgaben fertig zu werden,
    traditionelle Männerarbeiten zu verrichten und kulturelle Tabus zu brechen mit dem einzigen Ziel, ihr Land wieder aufzubauen und zu überleben.

    Ruandas Frauen sind
    seit dem Völkermord
    Garant für den Frieden und die tragenden Säulen des Landes.
    Wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen geht, dann steht das ostafrikanische Ruanda heute weltweit auf Rang 5. Deutschland belegt laut Weltwirtschaftsforum gerade einmal den 12. Platz.
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  • Nyungwe National Park

    25 stycznia 2023, Rwanda ⋅ 🌧 16 °C

    In Kigali machen wir erneut eine unglaubliche Erfahrung.
    Nachdem wir mehr als 4 Stunden die gesamte Stadt vergeblich nach einem Campingplatz abgesucht haben, erhalten wir per Zufall die Telefonnummer einer Belgierin, die im Fazenda Country Club in Kigali arbeitet. Karola ruft sie an, und wir werden spontan allesamt für die Nacht in deren wunderschönes Haus eingeladen. Ein tolles Abendessen gibt es obendrein.
    Unglaublich, was es für Menschen gibt. Wir sind völlig Fremde und werden empfangen wie gute Bekannte oder Freunde !!!
    Die nächsten beiden Tage verbringen wir auf auf dem Gelände des Country Clubs, auf dem Reiten, Ziplining, Schachspielen, Malkurse und diverse andere Aktivitäten angeboten werden.
    Barbara, wie sich herausstellt, arbeitet nicht nur dort, sondern ist die Besitzerin des gesamten Anwesens.
    Ein paar ihrer Angestellten besuchen uns an unserem Stellplatz. Sie sind neugierig und interessiert, haben sie doch noch nie zuvor solche rollenden Häuser gesehen.
    Wir laden sie ein und zeigen ihnen unsere Heime. Sie sind völlig aus dem Häuschen, und es ist rührend, ihre Begeisterung und Freude zu erleben.
    Als wir uns am nächsten Tag verabschieden, überrascht uns Dina, eine von ihnen, mit wunderbaren Geschenken: Karola und ich bekommen eine tolle Tasche und ein Halstuch, die Männer erhalten ein in Leder eingefasstes Bild von Ruanda.
    Und das nur, weil wir sie freundlich empfangen haben. Wir sind zutiefst gerührt .....welch wunderbare Menschen lernen wir auf dieser Reise kennen!

    Der Nyungwe National Park
    im Südwesten Ruandas, unser nächstes Ziel, ist einer der ältesten Regenwälder in Afrika, reich an Artenvielfalt in Flora und Fauna ..... und spektakulär schön.
    Er erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern und
    gilt als der größte zusammenhängende Bergwald in ganz Ost- und Zentralafrika. 2012 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt.
    Aufgrund seiner hohen Niederschlagsmenge bildet er das wichtigste Wasserauffanggebiet ganz Ruandas, mit dem 70 Prozent des Landes versorgt werden!
    Mit 13 verschiedenen Arten besitzt der Park eine der höchsten Primatendichten weltweit, etwa 400 Schimpansen leben in diesem Gebiet.
    Da wir aber vorhaben, in Uganda Berg- Gorillas zu beobachten, entscheiden wir uns gegen ein sogenanntes Schimpansen Tracking, das vom Visitor Centre des Parks angeboten wird.
    Unser nächstes Vorhaben ist der Kongo-Nil-Trail.
    Also, machen wir uns auf den Weg!
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  • Kongo-Nile-Trail

    28 stycznia 2023, Rwanda ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Congo Nile Trail ist ein 227 km langer Pfad entlang des Kivu-Sees in Ruanda, der an der Nordküste in Rubavu beginnt und an der Südküste des Rusizi-Distrikts endet.
    Der Weg führt nicht - wie man aufgrund seines Namens denken sollte - durch den Kongo oder am Ufer des Nils entlang, sondern ist nach der
    von Norden nach Süden verlaufenden Wasserscheide benannt, die die Flussysteme des Kongo und Nil voneinander trennt.
    Der Kongo-Nil-Pfad bietet die einzigartige Möglichkeit, die natürliche Schönheit Ruandas zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem geländetauglichen Allradfahrzeug zu entdecken.
    Der Weg führt durch eine atemberaubend schöne Landschaft und gewährt Aussichten auf das klare Wasser und die Strände des Kivu-Sees. Wir erhalten hautnah einen direkten Einblick in das Leben der Einheimischen, die auf den Bananen - und Teeplantagen sowie den riesigen Reisfeldern ihrer täglichen harten Arbeit nachgehen.
    Wir fahren vorbei an kleinen Dörfern, Geschäften und lokalen Märkten.

    Immer wieder werden wir auf unserer Fahrt von den Einheimischen entweder
    freundlich begrüßt oder bestaunt wie Außerirdische von einem anderen Stern.
    Als Weiße, sie nennen uns Mzungus, ziehen wir unweigerlich alle Blicke auf uns.

    Die Strecke selbst erfüllt wieder einmal alle Kriterien einer Horror-Piste; ich hätte skeptisch werden sollen, als die Hohmeier Bros dieses Abenteuer vorschlugen.
    Innerhalb weniger Stunden ist die mühevolle Arbeit sämtlicher Physiotherapeuten, die ich über Weihnachten in Deutschland aufgesucht habe, zunichte gemacht.
    Wahrscheinlich sind alle drei frisch eingerenkten Wirbel wieder raus gesprungen.
    Am Abend fühle ich mich wie vom Laster überrollt.
    Aber die Zwei kennen kein Erbarmen.
    Auf halber Strecke offenbaren sie uns, dass sie eigentlich geplant hatten, den Trail mit dem Bike zu bezwingen. Karola und ich sollen dann als Shuttle Bunnies die Versorgungsfahrzeuge, also unsere Camper, von A nach B befördern.
    Nein, nein, und nochmal nein. Da streike ich.
    Es reicht mir schon, die Tortur als Beifahrer zu überstehen.
    Schaut euch die Bilder und das Video an.......mehr brauche ich nicht zu sagen. 😱
    Die erste Nacht der Tour verbringen wir am Ufer des Sees; nicht einmal 70 Kilometer liegen hinter uns.
    Den dort befindlichen Campingplatz aufzuspüren kostet uns Stunden an Zeit und einen dicken Strang an Nerven. Wir fahren im Kreis, drehen und wenden auf engsten Passagen, doch erreichen trotz 3 eingeschalteter Navis nicht unser Ziel.
    Schließlich läuft ein Einheimischer voraus- er ist zu Fuß nicht langsamer als unsere Autos ( eher schneller) - und weist uns den Weg.
    Wir kämpfen uns auf einem Trail voran, der wirklich nicht breiter ist als ein Mountainbikepfad und mir schießen bei jedem Busch, dessen dornige Zweige unsere schönen Fenster zerkratzen, die Tränen in die Augen.
    An einer Stelle hängen irgendwelche Kabel so tief, dass wir mit unserem hohen Auto nicht darunter her passen. Kai muss - einem Akrobaten gleich - auf unserer Motorhaube balancieren, um das Kabelgewirr hoch zu halten, ein paar Einheimische helfen mit langen Ästen und Stöcken.
    Der Campground ist natürlich kein Campground. Die Autos passen nicht durch das Eingangstor und müssen deshalb außerhalb des Grundstückes neben einem Feld abgestellt werden.
    Eine junge farbige Angestellte kommt mit ein paar Unterlagen, und jeder von uns soll Papiere zur Registrierung ausfüllen. Karola bekommt noch Pauspapier für ihre Anmeldung und ist schnell fertig.
    Wir anderen kriegen das Hilfsmittel nicht - den Grund dafür kann die Angestellte uns nicht vermitteln - auch nicht mit Händen und Füßen.
    So müssen wir alle nacheinander dasselbe blöde Formular dreimal ausfüllen.😱
    Leider versteht die Frau weder Englisch noch Französisch, so dass die Kommunikation extrem beschwerlich ist.
    Auch mit dem Security Guard klappt die Verständigung eher suboptimal. Spreche ich ihn auf Englisch an, antwortet er auf 10 verschiedene Fragen mit " yes ". Stelle ich die Fragen auf Französisch, antwortet er mit " Oui ", egal, was ich wissen will.
    Das hilft uns in keiner Weise weiter.
    Ob es in dem See Krokodile oder Nilpferde gibt, wollen wir wissen. Er antwortet sowohl auf englisch als auch auf französisch mit " ja", dabei
    gibt es definitiv keine.

    Ich frage mich nur mit Entsetzen, was passieren würde, wenn es wirklich welche gäbe, und er würde die Frage: Is it safe to swim in the lake? mit " Yes" beantworten. 🐊 😱

    Als wir uns erkundigen , ob die Duschen heiß sind, sagt er laut und deutlich " yes". Karola probiert es aus...... doch das Wasser ist leider eiskalt. 😳
    Danach stellen wir keine Fragen mehr.

    Am nächsten Morgen hat es sich wohl herumgesprochen, dass die Mzungus wieder weiter fahren wollen. So stehen am Wegesrand und an jeder Abzweigung neugierige Kinder, um mitzuerleben, wie wir den schier unbezwingbaren Trail meistern.
    Viktor und der Toyota geben alles, und wirklich.... irgendwann haben wir es geschafft und sind zurück auf der Hauptstraße.
    Ich bin in Schweiß gebadet und könnte einen weiteren Bucket shower vertragen.
    Was, bitte ist denn das, werdet Ihr Euch fragen.
    Hier in Afrika gibt es zumeist kein fließendes und schon gar kein heißes Wasser.
    Deshalb erwärmen die Einheimischen das Wasser in einem großen Kessel auf dem Feuer und füllen es anschließend brühend heiß in Kanister. Die schleppen sie sie dir in die Dusche, die eigentlich nicht mehr ist als eine leere, mit Bambus ausgeschlagene Zelle mit betoniertem Boden und einem Abfluss nach draußen.
    Du wiederum füllst das heiße Wasser in eine riesengroße Plastikschüssel, aus welcher du mit einem Krug immer wieder portionsweise Wasser herausschöpfst und es über deinen Körper fließen lässt.
    Gewöhnungsbedürftig, aber es funktioniert. Und erstaunlicherweise fühlst du dich nicht weniger sauber als nach einer normalen Dusche.

    Der Kongo-Nil-Pfad verläuft passagenweise auch auf der Teerstraße. Diese Momente genieße ich, als wäre ich auf Wellness Urlaub. Ich habe die Muße, die wunderschöne Landschaft zu bewundern und Kraft zu sammeln für den mit Sicherheit folgenden nächsten Horrorabschnitt.

    Gestern sind wir ungefähr nach der Hälfte des Trails auf einem schönen Campingplatz gelandet.
    Zwar gibt es wieder kein warmes Wasser, dafür aber einen atemberaubenden Blick auf den Lake Kivu.
    Wir beschließen, heute ein Stück des berühmten Weges per pedes zu erkunden.
    Viktor arbeitet eine Route aus, und los geht's.
    Noch nie waren wir den Menschen so nah. Wir sind mitten unter ihnen, ohne - wie sonst - durch eine Scheibe getrennt zu sein.
    An manchen Orten, so scheint es, haben die Kinder noch nie Menschen unserer Hautfarbe gesehen. Die Mutigen und besonders Neugierigen rennen ganz aufgeregt und winkend auf uns zu.
    In einem Dorf umringen uns Heerscharen von ihnen und folgen uns ein langes Stück des Weges. Ich komme mir ein wenig vor wie der Rattenfänger von Hameln.
    Oft wollen die Kinder umarmt werden oder einfach nur unsere weiße Haut anfassen.
    Es gibt aber auch Ängstliche unter ihnen, die bei unserem Anblick reißaus nehmen oder sich hinter Bäumen, Felsen oder größeren Geschwistern verstecken.
    Manche laufen mitunter schreiend davon, da wir so anders aussehen als sie.
    Es sind zutiefst berührende Augenblicke.
    Was mag wohl in den kleinen Köpfen vorgehen?
    Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.
    Unsicher fühlen wir uns allerdings zu keinem Zeitpunkt, denn die Menschen in Ruanda alle sind freundlich und friedlich.
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  • Ruanda Abschied

    1 lutego 2023, Rwanda ⋅ 🌩️ 19 °C

    Dass die Uhren hier ein wenig langsamer ticken als zu Hause, haben wir nach einem halben Jahr des Reisens durch verschiedene Länder Afrikas schon realisiert.
    Ganz besonders trifft diese pole pole Einstellung beim Essen zu.
    So kann die Zubereitung einer Mahlzeit durchaus schon einmal bis zu zwei oder sogar mehr Stunden betragen. Hungrig essen zu gehen, ist somit eine schlechte Idee.
    Besonders die Ostafrikaner sind äußerst gechillt und verstehen überhaupt nicht, dass jemand ungeduldig wird, wenn er auf seine bestellte Speise wartet.
    Anders im Straßenverkehr. Hier wird gerast und hemmungslos die Fahrspur gewechselt, um schnell auf die Straßenseite zu gelangen, die weniger Schlaglöcher oder Matschpfützen aufweist.
    Dass dies deine Bahn ist, und du ihnen gerade frontal entgegenkommst, interessiert die anderen wenig bis überhaupt nicht. 😳
    Trotzdem passieren erstaunlich selten Unfälle. Kurz vor dem Crash befindet sich auf wundersame Art und Weise jeder, ob Fußgänger,
    Fahrrad-, Moped- oder Autofahrwieder auf dem für ihn vorgesehenen Weg. Manchmal grenzt das Ganze an ein Wunder.

    GoogleMaps ist in Europa eine gute Option, um seinen Weg zu finden. Doch hier kann man nur eindringlich warnen: Nutzt nie nie nie Google Maps in Uganda oder Ruanda. Es werden Straßen angezeigt, die noch nicht einmal annähernd die Bezeichnung "Piste" verdient haben.
    Allein in den letzten Tagen sterbe ich auf meinem Beifahrersitz gefühlt tausend Tode und weiß nicht, wie wir es geschafft haben, diese Pfade mit tiefen Spurrillen, ausgewaschenen Furchen und endlosen Steinhaufen oder Wasserlöchern zu meistern, ohne abzurutschen, steckenzubleiben oder gar umzukippen.
    Bestimmt tragen die vielen Schutzengel, die Ihr uns von zu Hause mitgegeben haben, auch dazu bei. 🙏🥰

    Heute verlassen wir Ruanda und sind neugierig, was alles uns in Uganda erwarten wird.
    Eigentlich wollten wir noch das Grab von Dian Fossey nahe der Grenze besuchen, doch haben wir uns zu spät
    für diesen Ausflug entschieden.
    Wir hatten geglaubt, man könne die Grabstätte alleine und zu jeder Zeit besuchen. Statt dessen benötigt man ein Permit und einen Guide, der einen auf der Tour begleitet.
    Doch informieren wollen wir uns wohl über diese Frau, der Afrika zu verdanken hat, dass die Berggorillas in
    Ruanda und Uganda nicht endgültig ausgerottet wurden.

    Dian Fossey lebte
    als erster Mensch nahezu 20 Jahre lang in engem Kontakt zu den Primaten in einem Camp in den Bergen
    zwischen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) und Ruanda.

    Die Tochter wohlhabender kalifornischer Eltern, die eigentlich ein BWL-Studium für sie vorgesehen hatten, verschrieb irgendwann ihr gesamtes Leben den Gorillas in Afrika.
    Tag für Tag ging sie in die nebligen, regennassen Wälder, kletterte durch Schluchten und an Berghängen entlang, immer auf der Fährte ihrer Lieblinge. Sie beobachtete sie beim Essen, Spielen und Raufen und führte akribisch Buch darüber.

    Durch ihre Beharrlichkeit und Beobachtungsgabe lernte sie das Verhalten der Berggorillas wie kein anderer Mensch kennen: Familienstrukturen, Verhalten zwischen Tieren an unterschiedlichen Positionen der Hierarchie, und selbst ihre Kommunikation.

    Um die Menschenaffen zu erforschen, musste sie den Tieren ganz nah kommen, und das ging nur, wenn sie deren Vertrauen gewann. Sie imitierte ihr Verhalten, während sie bei ihnen im Wald saß, kratzte sich wie sie, kaute - ihnen ähnlich - auf Selleriestangen herum, imitierte ihre Geräusche und bewegte sich mit den Handknöcheln auf allen Vieren über den Waldboden.
    Es gelang ihr mit der Zeit, vollkommen von den Tieren akzeptiert zu werden.
    Sie liebte ihre Affen
    mehr als die Menschen und
    entfremdete sich dabei immer weiter von der Zivilisation.
    Diejenigen, die den Gorillas ein Leid zufügen wollten, begann sie,
    ohne Gnade zu verfolgen.
    Den Verlust von Tieren durch Wilderer
    nahm sie regelrecht persönlich.

    Von klein auf hatte sie das Gorillamännchen Digit heranwachsen sehen.
    Digit war ihr Freund, und die Beiden verband eine besondere Beziehung.
    Am Silvestertag 1977 erwischten Wilderer Digit und schnitten ihm Hände und Kopf ab. Als Fossey seinen geschändeten Körper fand, brach ihr das das Herz, und sie erklärte den Wilderern den Krieg.
    Ein erbarmungsloser Kreuzzug gegen die Jäger begann.
    Sie zerstörte nicht nur deren Fallen, sondern ließ auch ihre Häuser und Felder niederbrennen.
    Ihre Methoden wurden zunehmend rabiater und grausamer.
    Fossey ließ Wilddiebe fangen, verhörte sie persönlich, zerstörte ihre Waffen und erschreckte sie mit Totenkopfmasken und Feuerwerkskörpern.
    Mit ihrem Vorgehen brachte sie viele Menschen gegen sich auf.

    Aus der Tierliebhaberin und Verhaltensforscherin war am Ende eine erbarmungslose Menschenjägerin geworden.
    Ihr ruandischer Beiname Nyiramachabelli, die Frau, die allein im Wald lebt, wurde zum Schimpfwort.

    Am 27. Dezember 1985 bezahlte Dian Fossey
    ihren Kampf gegen die Wilderei mit dem Leben.
    Einer ihrer Widersacher drang in ihre Hütte ein und ermordete sie bestialisch
    mit einer Machete.
    Dian Fossey starb im Alter von 53 Jahren. Man begrub sie so, wie sie es verfügt hatte, an der Seite ihres treuen Freundes Digit.

    Nun also sind wir auf dem Weg nach Uganda und verlassen das kleine wunderbare Land und seine so freundlichen und hilfsbereiten Menschen mit einem großen Sack schöner Erinnerungen.
    Ruanda, es war uns eine Ehre!
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  • Wir und die Gorillas

    7 lutego 2023, Uganda ⋅ 🌩️ 22 °C

    Die Tierwelt in Ostafrika ist, wie ihr mit uns erlebt habt, wirklich einzigartig.
    Wir hatten bisher auf unserer Tour das große Glück, eine unglaubliche
    Vielfalt, allen voran die Big Five, in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu dürfen.
    Doch eine Tiergattung fehlt uns noch: Die Primaten.... oder Menschenaffen.
    Ein Traum von vielen, unter anderem auch von uns ist es, einmal im Leben Berggorillas im Urwald zu erleben.
    Der Nationalpark Bwindi Impenetrable Forest im Südwesten Ugandas bietet die perfekte Gelegenheit dazu.

    Von der Gesamtpopulation der Berggorillas, die derzeit weltweit auf rund 880 Tiere geschätzt wird, sind etwa die Hälfte im Bwindi Regenwald beheimatet.
    20 Gorillafamilien mit insgesamt circa 400 Mitgliedern leben hier. 12 davon wurden habituiert, also an die Anwesenheit von Menschen angepasst.
    Sie kann man in Begleitung von geschulten Guides besuchen.

    Nach jahrelanger Wilderei haben die Einheimischen in Uganda erkannt, dass ein lebender Gorilla mehr Geld bringt als ein toter, schafft doch der Affen - Tourismus jede Menge Arbeitsplätze und lockt viele Besucher in das Land.
    Massentourismus allerdings wird nicht angestrebt und durch die hohen Preise für ein Permit auch verhindert.
    Denn wer Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum besuchen will, muss dafür viel Geld bezahlen.
    Obwohl man mit seinem Besuch unweigerlich in die Freiheit und die Natur der Gorillas eingreift, unterstützt man auf der anderen Seite damit ihren Schutz, denn ein Wegfall des Tourismus würde zweifellos wieder zur Wilderei der mächtigen Tiere führen.

    Dadurch nämlich, dass die lokalen Ranger und Gorillaführer durch die Trekkings Geld verdienen, besteht für sie keine Notwendigkeit mehr, die Tiere zu jagen.

    Heute ist es für uns so weit:
    In den geschützten Gebieten ihrer natürlichen Lebensräume tief im tropischen Bergregenwald wollen wir uns den gewaltigen Tieren bis auf wenige Meter nähern.
    Wir sind extrem aufgeregt, auch geschlafen haben wir ( ich) kaum.
    Am Parkeingang warten der Ranger und 2 mit Gewehren bewaffnete Soldaten auf uns, für den Fall, dass unsere Gruppe von irgendwelchen Tieren angegriffen werden sollte.
    Sogenannte Tracker befinden sich schon seit den frühen Morgenstunden im Wald und suchen nach den Familien. Ihrem zurückgelegten Weg entsprechend legen sie Spuren und Hinweise, so dass unsere Guides wissen, in welche Richtung wir uns bewegen müssen.
    Außerdem stehen alle ständig über Funk in Kontakt miteinander.

    Dann geht es los.
    Zuerst marschieren wir über einen breiteren Weg bergauf. Später geht's in den Wald hinein. Hoch, runter, hoch, runter … Auf über 1.400 m eine Angelegenheit, die einem schon den Atem rauben kann. Zudem ist es ziemlich matschig und steil.
    Manchmal findet man kaum einen Halt, glitschig wie Schmierseife ist die Erde unter unseren Füßen. Der dichte Wald scheint undurchdringlich: Vor, neben, über und unter uns eine Decke aus Farnen, dornigen Gewächsen und Schlingpflanzen, die den Weg versperren.
    Impenetrable, undurchdringlich, heißt der Wald und sehr schnell wird uns klar, warum.
    Auch das Blätterdach ist so dicht, dass kaum ein Lichtstrahl den Weg zu uns findet. Es ist schummrig und düster.

    Plötzlich geht alles ganz schnell......Da ist er endlich der Funkspruch: Die Tracker haben die Gorillas gefunden.
    Beim Annähern an die Gruppe kommunizieren sie und die Ranger nur noch durch kurze, der Affensprache ähnliche Laute.

    Wir müssen jetzt schnell sein, die Gorillas sind in Bewegung. Zu groß ist die Gefahr, dass wir sie verlieren.
    Immer noch kann ich nichts ausmachen, was einem Gorilla auch nur annähernd ähnelt.
    Unser Ranger geht voraus und schlägt mit seiner Machete den Weg frei.
    In kleinen Schritten nähern wir uns und hören immer deutlicher die Geräusche von abknickenden Ästen.

    Plötzlich erkenne ich einen Schatten. Schemenhaft und ungenau ....nur eine Einbildung?

    Nein, da ist er wirklich, der Silberrücken, der Anführer der Gruppe, mit seinem mächtigen Kopf und Riesenkreuz.
    Es ist unglaublich und nicht real. Nein, es
    kann nicht sein, dass er mich genau so ansieht wie ich ihn. Es kann nicht sein, dass ich einem Menschenaffen
    Auge in Auge gegenüber stehe.
    Mit Mühe unterdrücke ich einen Schrei.
    Das haben uns die Ranger eingeschärft, unter keinen Umständen darf so etwas passieren.
    Ich habe mir das als oberstes Ziel gesetzt......
    und es klappt, sogar ohne Panzerband auf meinem Mund!
    Wirklich und leibhaftig thront er vor uns und den Trackern. Welch mächtiges Geschöpf....ich weiß nicht, was genau ich spüre: Glück, Furcht, Demut, Aufregung oder Dankbarkeit?
    Vielleicht ist es von allem etwas.
    Ein paar Tränen laufen mir die Wangen herunter.....dieser Moment ist unglaublich berührend.

    So aufgeregt wir sind, so wenig Notiz nimmt er von uns. Lässig sitzt er da, das Oberhaupt der Gorillafamilie und kaut auf Ästen herum.
    Weitere der insgesamt 14 Familienmitglieder zeigen sich uns nach und nach. Mal hängen sie im Baum, mal unter Büschen, mal präsentieren sie sich auf einer Lichtung. Sie futtern unentwegt, lausen sich oder balgen miteinander. Besonders die Babys sind unglaublich putzig anzusehen. Sie lassen sich durch unsere Anwesenheit in keiner Weise stören.

    Dann schwingt der behäbige Silberrücken sich mit einer nicht erwarteten Leichtigkeit kurz zwischen zwei Bambusstauden hin und her, um sich dann elegant durch das Geäst nach oben zu winden.
    Anschließend trommelt er wie wild auf seiner mächtigen Brust herum - so wie man das von einem Affenkönig erwartet, ehe er im Dickicht verschwindet.
    Instinktiv mache ich einen Schritt zur Seite. „Don't move“ – ruft der Guide.
    Wie jetzt?
    Wer, bitte, bleibt ruhig stehen, wenn sich ein ausgewachsenener Gorilla von 200 kg nähert?
    Doch voller Respekt und Ehrfurcht schaffen es alle, mucksmäuschenstill zu verharren.
    Wir sind zutiefst überwältigt und total fasziniert. Die Zeit scheint stehen zu bleiben.

    Plötzlich höre ich wie aus der Ferne die Stimme von James, unserem Guide. Er meint, es sei Zeit, die Gorillas zu verlassen und ihnen wieder ihre Ruhe zu gönnen.
    Ich kann nicht sagen, wieviel Zeit wir bei der Familie verbracht haben. Wir haben jegliches Gefühl dafür verloren.

    Glücklich, zufrieden und dankbar verabschieden wir uns von den Trackern und unseren Guides, ohne die dieses Erlebnis nicht möglich gewesen wäre.
    Erst später am Abend realisieren wir, dass wir wirklich bei den Gorillas waren.
    Dieser Tag war etwas ganz besonderes,
    ein einmaliges, emotionales Erlebnis der once in a lifetime Art, an das wir uns mit Sicherheit ein Leben lang erinnern werden.
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  • Pygmäen in Uganda

    8 lutego 2023, Uganda ⋅ 🌩️ 25 °C

    Ein Besuch bei den Batwas gehört ebenfalls zu den bemerkenswerten Erlebnissen in Uganda.
    Wer sind diese Menschen und was gibt es über sie zu erzählen?
    Noch vor ca. 2.000 Jahren wurden die dichten Regenwälder im östlichen und südlichen Afrika fast ausschließlich von den Batwa und ihnen verwandten Jägern und Sammlern bewohnt.

    Es sind Pygmäen, Waldvölker, die
    sich durch ihre Kleinwüchsigkeit auszeichnen und eine der ältesten - heute noch in Afrika lebenden - Ethnien darstellen.

    Selten sind sie größer als 1,50 Meter. Ein anderes für sie charakteristisches Merkmal ist ihre bronzene Hautfarbe, die mit zunehmendem Alter immer dunkler wird.
    Ursprünglich lebten die Batwa als Halbnomaden in temporären, aus Blättern und Ästen gebauten Behausungen im ugandischen Regenwald.
    Die Männer gingen auf die Jagd mit Pfeil und Bogen oder stellten Fallen, die Frauen sammelten Früchte, Gemüse und alles, was der Wald an Essbarem hergab.
    Da sie komplett im Einklang mit der Natur lebten, wurden sie Waldmenschen genannt.

    Irgendwann erging es ihnen so, wie es fast allen letzten Naturvölkern auf
    unserer Erde ergangen ist.

    1991 wurden die Waldgebiete, die ihren Lebensraum darstellten, in Nationalparks umgewandelt. Auch auf Druck von internationalen Sponsoren erließ man das Gesetz, dass alle in den Parks lebenden Menschen das Gebiet verlassen müssen, das Jagen und jede sonstige Nutzung des Waldes wurde ihnen untersagt: Eine Katastrophe unermesslichen Ausmaßes für die Batwa. Sie wurden aus ihrer Heimat, die sie seit Jahrtausenden bewohnt haben, vertrieben.

    Das staatliche Land, das ihnen zugewiesen wurde, eignete sich in keiner Weise für landwirtschaftliche Zwecke und auch von der Jagd - wie in früheren Zeiten - konnten die Batwa nicht länger existieren.
    Ihre Lebensweise musste sich radikal verändern. Heute ziehen sie nicht mehr als Jäger und Sammler durch den Wald, sondern sind gezwungen, in ihren trostlosen Dörfern zu hocken.

    Dort führen die einstigen Bewohner des Urwalds inzwischen eine miserable Existenz am Rande der Gesellschaft - sie gelten als die Ärmsten der Armen im ganzen Land.

    Menschen, die sich für diese Urvölker interessieren, bietet eine Wanderung zu den Pygmäen interessante Einblicke in die einzigartige, ursprüngliche Lebensweise dieser schützenswerten ethnischen Minderheit.

    Auch wenn der Besuch bei den Batwa oft zweifelhaft betrachtet wird - es entstehen unweigerlich Assoziationen an einen Zooaufenthalt - bedeutet er für die Menschen die einzige Einnahmequelle und soll als eine durchaus unterstützenswerte Möglichkeit verstanden werden, etwas Gutes für diese stark benachteiligte Volksgruppe zu tun.
    Das wollen wir auf jeden Fall und entscheiden uns für einen Besuch der Pygmäen.
    Gleich am Eingang des Dorfes werden wir von einer kleinen Abordnung herzlich begrüßt.
    Ein paar Männer stellen für uns Jagdszenen nach und demonstrieren die dabei verwendeten Techniken.
    Alles wirkt äußerst dramatisch und wird mit lautem Geschrei untermalt.
    Es scheint schon ein wenig wie eine Inszenierung, doch wie sonst könnten wir einen Einblick erhalten?

    Sie zeigen uns, wie Bambusbecher hergestellt werden, erklären die Nutzung von Heilpflanzen und weisen uns in die Kunst des Bogenschießens ein.

    Zwei junge Männer demonstrieren ihre Art, Feuer zu entfachen.
    Nach nur wenigen Minuten brennt die Flamme; das beherrschen sie perfekt.

    Danach besuchen wir den König. Neben seinem Palast stehend erwartet er uns und heißt uns persönlich willkommen.
    Ich hatte ihn mir stattlicher und majestätischer vorgestellt, aber er ist ja schließlich auch nur ein Pygmäenkönig.
    Kai stellt sich sofort neben ihn - das Oberhaupt reicht ihm bis etwas über den Bauchnabel - und erklärt ihm, er, Kai, sei der König unserer Gruppe.
    Der Batwa - König ist sichtlich begeistert und amüsiert, wahrscheinlich trifft er sonst nicht so viele andere Häuptlinge.
    Sehr schnell entdeckt er Viktors immer noch nicht verheilten Blessuren vom Fahrradsturz. Mit wenigen Griffen in zwei unterschiedliche Körbe hält er diverse Pflanzen und Kräuter in den Händen, von denen er verspricht, dass sie Viktors Wunden schnell verschwinden lassen.
    Leider vergisst er, uns die Zaubermedizin am Ende unseres Besuches mitzugeben.

    Zum Schluss verabschieden die Frauen und Kinder des Volkes uns Gäste mit einem zeremoniellen Lied und Tanz.

    Unsere Stimmung ist ein wenig gedrückt, als wir das Dorf verlassen.
    Die Lage der Batwa ist wirklich verheerend.
    Abgelehnt von der Mehrheitsgesellschaft und einer Regierung, die Minderheiten gegenüber alles andere als wohlgesonnen ist und wo willkürliche Gewalt, Diskriminierung und Schikane gegen die Batwa stillschweigend geduldet wird.

    Aber worüber wundern wir uns, wird doch an so vielen Orten auf der Welt ähnlich menschenverachtend mit Naturvölkern umgegangen.
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