• Horu - born4adventure
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Marocco

Ein paar Wochen durchreisen wir das Königreich Marokko, das westlichste der nordafrikanischen Länder, entlang der Mittelmeerküste, über das zerklüftetes Bergland bis zur Atlantikküste. Baca selengkapnya
  • Merzouga-Remlia

    30 Oktober 2025, Maroko ⋅ ☀️ 19 °C

    Startpunkt: Merzouga
    Endpunkt: Zagora
    SG: 3
    Zeitbedarf: 3 Tage
    km gesamt: 282.1 km
    Offroad: 203.3 km

    Der erste Teil führt uns über Taouz, vorbei bei Remlia nach Tafratout, z.T. dicht an der Algerischen Grenze entlang und befindet sich eine der populärsten und längsten Wüstenstrecke Marokkos, dementsprechend sind viele Europäer, vor allem Spanier mit ihren Motorräder hier unterwegs. Wir sind mit dem Haupttank vollgedankt, der Reservetank würde uns noch mit weiteren 210 Liter Diesel versorgen. In Remlia gäbe es noch Kraftstoff, aber nur aus Fässern. Ansonsten gibt es keine Versorgung mehr, allenfalls noch Tee von den Nomaden. Wir fahren an gelben Dünenfelder vorbei, im Hintergrund schwarze Berge, wobei der Kontrast hier gewaltig ist. Im kleinen Dorf Remlia trinken wir ein Soda, kaufen den Kindern ein paar Kekse und setzen unsere Fahrt fort. Die Gegend hier ist unter Offroad-Fahrern bekannt für ihre Fechfech (heimtückischer Tiefsand unter vermeintlich festem Boden). Wir durchqueren das trockene und mit Sand gefüllte Flussbett des Qued Rheris. Erschwerend dazu kommt die Wegführung: hier gibt es keine! Einmal zu lange überlegen und etwas Antriebsverlust auf einer leichten Steigung, schon sitzen wir fest. Wir lassen zum 2. Mal Luft ab, ich schaufle Horu wieder etwas Bodenfreiheit, plane für die Bodenfreiheit etwas aus, dann besprechen wir, wohin am besten das Manöver soll. Die Anfahrthilfen sind platziert, los geht’s! Auf Anhieb geschafft. Horu schwimmt quasi über die tiefen Sandspuren weiter. Gerade, als wir eine Mittagspause um 14.00 Uhr einlegen wollen, sehen wir einen stehenden Overlander-Truck auf der anderen Seite. Er winkt uns um Hilfe, also wird unsere Pause verschoben. Die seitliche Ladeklappe seines 3-Achsers hat sich gelöst und die ganze Schublade mit dem 160 kg-Reserverad hängt seitlich raus bis runter. Führungsschienen vermurkst. Das Ding kriegen wir unmöglich zu viert wieder hinein, zudem ist die Schiene blockiert. Ein weiterer Franzose kommt zu Hilfe, ebenfalls mit einem Landcuiser. Er platziert sich auf die andere Seite des Lastwagens und sieht die Schublade mit der Seilwinde in den Lastwagen. Ein gefährliches Unterfangen mit hohem Verletzungspotenzial. Kurz ein Bier, dann ziehen die Franzosen wieder von dannen. Nadine und Oliver sind sehr dankbar, nur leider hantiert Nadine nochmals an der Schublade, wodurch diese wieder aus der Schiene springt, das Türfach lässt sich so nicht schliessen.
    Horus’s Seilwinde kam letztes Mal im Bergungskurs zum Einsatz. Also erneutes Seilziehen mit Horu. Wir empfehlen Nadine und Olver nicht nach Remlia durch die Fechfechs zu fahren, sondern den Rückweg und damit Ausstieg der Piste über Tafraout zu nehmen. Die beiden haben genug Probleme, das nun nicht mehr zu fixierte Reserveradfach reparieren zu lassen. Wir haben noch unsere Nummern ausgetauscht, um evt. am gleichen Ort zu nächtigen. Blöderweise gibt es hier aber kein Netz.
    Zum Übernachten stehen wir bei Halbmond in einem kleinen Seitental am Rande einer Düne. Es ist wunderschön hier, nur das Kühlschrankgeräusch durchbricht die Stille. Es gibt ein Glas Chardonnay. Ja, ein Glas, dass andere ist vor einigen Tage in die Brüche gegangen. Schwierig, in Marokko Weingläser zu finden.
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  • Remlia - Tafraout

    31 Oktober 2025, Maroko ⋅ ☀️ 16 °C

    Nach einer fast zu ruhigen Übernachtung (es hört sich an, als wäre man taub auf beiden Ohren, oder hätte man Ohrstöpsel in den Ohren), wachen wir um 03.00 Uhr auf, weil die Milchstrasse ziemlich genau über unserer Dachluke ihr Licht auf unser Kopfkissen wirft. Ein paar Fotos, und wir wachen erst wieder um 08.30 Uhr auf. Nach einem Müesli-Frühstück geht unsere Fahrt weiter.

    Am Rande des kleinen Ortes Tafrout kaufen wir noch etwas Wasser und ein Brot ein, welches sogar noch warm ist. Hier verschenke ich meine Trekking-Adidas-Schuhe, weil die nie so richtig komfortabel für mich waren, vielleicht fühlen sich marokkanische Füsse wohler darin. Der Verkäufer bietet uns sogar eine Dusche und Tee an, aber in Anbetracht des Wassermangels in der Wüste und unseres Zeit-Management, wollen wir lieber weiter ziehen. Wir sind uns immer noch nicht ganz sicher, ob das als Beleidung empfunden werden könnte.
    Zeit-Management: man weiss halt nie, ob eine Dromedar-Karawane von ca. 300 Tieren die Piste quert, auch mit solchen Verzögerungen muss man rechnen.
    Wir traversieren den ausgetrockneten Lac Maider, eine grosse Schwemmtonebene, harte Oberfläche und sehr staubig. Gefolgt von 25 km monotoner Kiesebene, welche einen zum schnelleren Fahren verführen könnte, doch Vorsicht, hin und wieder queren Bodenwellen die Fahrspuren, die man leicht übersehen kann. Wir kehren zum Lunch ein (Chips und Guacamole auf dem Sandblech). Was liegen denn da für Tennisbälle auf dem Sand. Es handelt sich tatsächlich um Melonen, ob wild wachsend oder von Nomaden gepflanzt, entzieht sich unserem Wissen. Wir stehlen auf alle Fälle keine. Die vielen Spuren bündeln sich bei einem Militärposten. Auch hier werden wir nicht kontrolliert. Stattdessen werden wir sehr freundlich begrüsst. Die Piste wird nochmals steiniger und holpriger. Es geht bergauf über eine Hügelkette. Zum Teil geht es nur noch mit 5 km/h in Untersetzung und dem 1. Gang weiter. Oder ich steige aus, und fülle die schlimmsten Bodenvertiefungen mit Steinen auf (davon gibt es ja genug). Bevor es wieder hinunter geht, richten wir uns für unser Nachtlager ein. Hier hat man einen wunderschönen Rundblick in die Ebene hinunter, welche ringsum von einer Bergkette umschlossen ist.
    Wir bekommen noch Besuch von einem Motorrad-fahrenden Nomaden, welcher seine Ziegen unten auf der Ebene weiden lässt (keine Ahnung, was es da zu fressen gibt). Wir bieten ihm Wasser, eine Banane und Guezli (Kambly Bretzel) an. Die Freude gross, so gross, dass 10 Minuten später nochmals 2 motorisierte Nomaden nach den Schweizer Guezli aus dem Emmental Ausschau halten.
    Wir hoffen, dass die Nacht hier wieder so entspannt wird. Am Grenzposten haben sie uns jedenfalls gesagt, nach 6 km dürfe man wieder übernachten, was wir einhalten. Aber mit den Zahlen in französischer Sprache ist das manchmal schwierig in Marokko.

    Kurz vor dem Eindunkeln, gesellt sich noch Jean-Luc aus Frankreich zu uns. 30 Meter unter unserem Schlafplatz, wollte er schon aufgeben. Doch wir motivieren ihn, auf dem wunderschönen Plateau zu übernachten und morgen weiter zu fahren (da, wo wir herkommen). Die Piste ist wirklich fürchterlich, mit Treppenstufen im Felsen. Wir trinken noch Kaffee zusammen und schlafen gerne noch eine Nacht darüber, bevor es für beide Fahrzeuge, in entgegengesetzter Richtung, aber auf gleich schlechter Piste, weiter geht.
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  • Über Nirgendwo nach Zagora

    1 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach einem guten Kaffee und Nutellabrot, mache ich mich gestärkt auf den Weg, die Piste an zwei Schlüsselstellen etwas auszubessern. Noch eine kleine Markierung, dann kann es weiter gehen. Wir verabschieden uns von Jean-Luc und wünschen uns gegenseitig alles Gute. Es gibt Passagen, da steige ich aus, um Samuel zu helfen, die richtige Fahrspur zu finden. Denn es geht steil bergab, und von der Führerkabine ist das nahe Terrain gar nicht mehr richtig sichtbar. Ich will noch filmen, mir ist aber die Filmlust dazu vergangen, zu gefährlich, auch für mich. Nicht dass ich beim Manövrieren noch unter rutschende oder kippende vier Tonnen gelange. Puahh, wir glauben, hoffen, beten, dass das Schlimmste vorbei ist. Jetzt gibt es nur noch einige Militär- und Grenzposten, aber keiner will uns kontrollieren. Hier, nahe der algerischen Grenze kann also niemand verloren gehen, und die Grenzwärter sind wirklich sehr angenehm und freundlich. Auf der Gegenseite des Kraters geht es nochmals über en Kraterrand hoch, doch schon von Weiteren können wir guter Hoffnung sein, sie schlängelt sich in oranger und weisser Farbe hoch, sieht so aus, als wäre die Piste frisch gemacht worden. Das fühlt sich schon beinahe wie auf einer Autobahn an. Nur, einspurig, ohne Ausweichmöglichkeiten und steil bleibt die Piste nach wie vor. Jetzt können wir aber den Blick wieder etwas weiter schweifen lassen und die Landschaft geniessen. Auch kann ich jetzt wieder meine Haltegriffe entspannt los lassen.
    Am frühen Nachmittag treffen wir in unserem Ziel, Zagora ein. Hier entscheiden wir uns für einen Camping mit Dusche und Waschmaschine, das haben wir uns verdient. Das Nachtessen haben wir auch schon vorbestellt, Ratet mal was? Tagine!!, was sonst?
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  • Zagora

    2 November 2025, Maroko ⋅ ⛅ 27 °C

    Man sollte immer eine Nacht darüber schlafen! Und schon liegt der Adrenalinspiegel fast schon gefährlich am unteren Normbereich. Beim Kaffee hängen wir beide (unabhängig voneinander) schon wieder über den Offroad-Karten! Das nächste Abenteuer ist schon „in petto“. Wir sind uns einig und haben schon den nächsten Track heruntergeladen. Weniger über Fels und Stein, dafür aber im Sand.

    Heute bekommen wir Besuch von Janique und Michi aus Zürich. Janique ist die Tochter einer Freundin von uns. Sie machen auch eine Marokko-Rundreise und führen anscheinend für spätere Reisen noch mehr im Schilde. Leider reicht es nur für ein Mittagessen, trotzdem cool, haben sich unsere Reisewege hier gekreuzt. Am Nachmittag hängen wir noch etwas in Zagora ab. Es ist nicht viel los; wir fühlen uns als alleinige Touristen unter all den feilschenden Verkäufern. Plötzlich geht ein Hupkonzert los! Gefolgt von einer Karawane. Nein, keine Dromedare, sondern Autos, gefüllt mit ganzen Familien! Eine fröhliche Kundgebung. Wir sind praktisch die einzigen, die den Umzug flankieren. Alle winken uns fröhlich zu, als wären wir UN-Delegierte.

    Der Hintergrund dazu::
    Im jahrzehntelangen Konflikt um die Westsahara haben gestern elf von 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats für den marokkanischen Autonomieplan gestimmt. Heute führt das zu spontanen Feiern auf den Strassen. Der UN-Sicherheitsrat spricht sich dafür aus, die Westsahara unter marokkanische Souveränität zu stellen. In einer Resolution empfahl das Gremium letzten Freitag zudem, dass die Westsahara eine autonome Region im marokkanischen Staat werden solle. Damit soll ein seit 50 Jahren andauernder Konflikt beendet werden.

    Das Interesse Marokkos an der Westsahara wird historisch mit einer gegen die Kolonialmächte gerichteten Befreiungsideologie erklärt, deren Ziel in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Schaffung eines Gross-Marokko war, das ganz Mauretanien und den Westen Algeriens umfassen sollte.
    Das so nebenbei als politischen Reisebeitrag,
    Karin Basler, live aus Zagoro.
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  • Mhamid - Ostrand Lac Iriki

    3 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 30 °C

    Die Route soll uns über eine Sandpiste am Nordrand des grossen Dünenfelfs Erg Chegaga entlangführen und andschliessend wollen wir den meist ausgetrockneten Lac Iriki durchqueren.

    Von Mhamid starten auch viele Kameltouren, die die Touristen durch die Wüste führen. Wir fahren von der Ortsmitte von Mhamid um 15.00 Uhr los. Die Asphaltstrasse endet hier, das Abenteuer beginnt bereits nach 3 km im Dünenfeld. Ich glaube, die Zeit haben wir gut gewält, wir sind praktisch alleine unterwegs. Die Piste führt uns durch die flachen Dünen, die meist mit Grasbüscheln und kleinen Büschen bewachsen sind und ist meistens gut zu erkennen. Manchmal ist der Weg durch eine Düne zugeweht, was aber kein Hindernis darstellt. Luftablassen ist wieder von Vorteil. Es gibt mehrere Wege, um an den Rand des Erg Chegaga zu gelangen. Die Route führt später wieder über eine Kiesebene, d.h., wieder Kompressor an und Reifendruck hoch. Wir übernachten noch vor dem östlichen Rand des Lac Iriki zwischen zwei Dünen. Auf der höheren haben wir sogar Handyempfang. Der Mond schiebt sich wieder über den Dünenhorizont hoch und ist mittlerweile schon fast voll. Wahnsinn, diese Ruhe, diese gelben Farben, der untergehende Bühnenspot, welcher das Licht wie durch einen Filter unrealistisch wiederspiegelt. Im Gegenzug auf der Gegenseite der Mond in seinem kalten Weiss.

    Im Herzen der marokkanischen Wüste treffen wir ausser Dromedare nicht viel Tierisches an. Auch in der Nacht ist es mäuschenstill. Und foch entdecken wir sm nächsten Morgen Schlangenspuren und Spuren des Fennec-Fuchses. Wir folgen den Spuren und finden eine frisch vergrabene Maus. Nahrungsvorrat für schlechte Zeiten!
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  • Foum-Zguid Erg Chegaga 2. Tag

    4 November 2025, Maroko ⋅ ☁️ 20 °C

    Nach einer angenehm kühlen Nacht und einem Frühstück in der Morgensonne, entscheiden wir uns, die Weiterfahrt eher westlich, entlang der Dünen, und nicht über die Kiesebene zu wählen. Die Piste ist zwar teilweise nur schwach zu erkennen und oft von Dünen zugeweht, soll aber schöner sein. Nur wenige Fahrzeuge wählen diese Spuren. Die Orientierung ist denn auch etwas schwierig, und es geht durch Weichsandfelder. Wir brauchen aber nicht zu schaufeln. Nun beginnt die Schwemmtonebene des Lac Iriki. Die jetzt gut erkennbaren Spuren führen fast immer geradeaus über die harte Oberfläche des ausgetrockneten Sees. Nur ganz selten enthält der Lac Iriki Wasser, dann ist diese Route nicht möglich. Die Fahrt über einen ausgetrockneten See birgt immer ein gewisses Risiko. Sollte die Oberfläche weich und feucht sein, ist äusserste Vorsicht geboten! Das Fahrzeug könnte plötzlich tief in den Salzsumpf einbrechen und lässt sich nur schwer bergen.

    Nach 3 Stunden brauchen wir eine Pause. Bei einer einfachen Auberge (von der Auberge ist nicht mehr viel übrig) kehren wir ein. Wir trinken eine Cola und sind neben zwei KTM-Fahrern aus dem Kanton Fribourg (eine Frau!) die einzigen Gäste. Bari erzählt uns von seinem Dasein, hier in der einsamen Wüste. Unsere Handys unterhalten sich auf Deutsch-Arabisch, und wir führen Regie. Wir hätten noch viele Fragen gehabt, wollen aber heute noch unser Ziel in Foum Zguid erreichen. Um 16.30 Uhr erreichen wir das Dorf auf einer geteerten Strasse, die fühlt sich wie Butter an!

    Diese Fahrt mit einer wilden Kulisse von Tamaris und Akazien, dann wieder durchzogen von den Ausläufern des Erg Chegaga war ein Traum in der südlichen Sahara Marokkos!
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  • Tafraoute

    5 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir fahren über die NR 7 Richtung Südwesten weiter und machen dann einen Umweg über die RR 106 und RR 104 nach Tafaout. Diese Schlaufe durch den Antiatlas lohnt sich unbedingt. Sie führt uns durch eine malerisch Landschaft. Hier ist die Natur der beste Künstler. Durch die Tektonik aufgeschobener Sedementschichten ergibt sich eine willkürliche Dynamik ins Landschaftsbild. Am Hintergrund heben sich über 2000 Meter hohe Berge in dunklen Grautönen ab.

    Der Antiatlas entstand vor etwa 300 Millionen Jahren im Jungpaläozoikum durch die Kollision der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten während der Entstehung des Superkontinents Pangäa. Dieses Gebirge ist geologisch älter als die anderen Teile des Atlas-Gebirges, die sich später im Tertiär (vor 66 Mii. Jahren) bildeten.

    Die Dattelpalmenoase Tafraoute liegt auf den ersten Blick in einer unwirtlich wirkenden Gegend: steile Berghänge und zersplitterte Granitfelsen umgeben die auf 1000 Meter Höhe liegende Stadt des westlichen Anti-Atlas. Der nahe gelegene Djebel Lekst mit seinen 2359 Meter Höhe scheint die Stadt zu beherrschen. Das Städtchen war bislang ein von Berg- und Landwirtschaft geprägtes Berberdorf.

    Speziell die Landschaft und die Bauweise der Stadt sind umso interessanter, weshalb der Ort heute als wirtschaftliches und touristisches Zentrum im westlichen Anti-Atlas gilt. Die Häuser der Bewohner schmiegen sich an die Felswände – sie werden auch heute noch von den Berbern, der Chleuh bewohnt.

    In oder bei den Häusern entspringen jeweils kleine Wasserquellen zwischen Steinen, was die Gegend auf den zweiten Blick sehr fruchtbar macht: die Gärten und Plantagen sind gut arrangiert. Dattelpalmen sowie verschiedene Obst- und Nussbäume bieten Gemüse-, Korn-, Mais und Hirsepflanzungen den benötigten Schatten. Weiterhin wachsen hier auch dichte Büsche indischer Feigen.

    Das Tal der Ammeln: Tafraoute ist das Zentrum des „Tal der Ammeln“. Diese sind eine Berbergruppe der Chleuh, die in den umliegenden kleinen Bergdörfern verstreut lebt. Die Ammeln heiraten ausschliesslich endogam – somit bleiben sie unter sich, weshalb es auch keinem Fremden (der nicht im Tal der Ammeln geboren wurde) erlaubt ist, in dieser Gegend Haus und Hof zu kaufen. Der Reichtum der Ammeln spiegelt sich in ihren Häusern und Höfen wider.
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  • Roches Bleues Tafraout

    6 November 2025, Maroko ⋅ ⛅ 22 °C

    Die Blauen Steine: Der belgische Künstler Jean Vérame, hat unweit der Regionalstrass RR 107, südlich von Agard Oudad und nur 3 km von Tafraoute entfernt, riesige, von der Erosion rundgeschliffene Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben angemalt – die „Blauen Steine“. Ein Spaziergang zu den Steinen lohnt sich, allerdings sind diese zum Teil auch wieder von „anderen Künstlern“ mit Liebesbotschaften übermalt worden.

    Der ursprünglich aus Belgien stammende Bildhauer ist weltweit bekannt für seine herausragenden und unkonventionellen Werke nomadischer Kunst in Wüstenlandschaften. Von der Agriades-Wüste auf Korsika, wo er zwei Kilometer Felsen bemalte, über den Sinai in Ägypten, wo er siebzehn Steine ​​errichtete, bis hin zum marokkanischen Anti-Atlas, wo er unzählige Granitfelsen spektakulär bemalte. Für seine Performance benutzte er lokale Techniken von Pigmenten von tiefen, kontrastreichen Tönen, die für jedes seiner bereisten Länder charakteristisch sind.
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  • Vallee dAit Mansour

    7 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 21 °C

    Von Tarfout fahren wir südlich über die RR 107 weiter und biegen dann in die Provinzstrasse RP 1927 ab.

    Schroffe Berge mit tiefen Einschnitten und loses Geröll kleiden den Taleinschnitt. Dazwischen ab und an Bäume und Büsche, eine ideale Farbkombination. Doch dann endlich überwiegt das Grün, und wir erreichen das Tal mit seinen Dattelpalmen. Ein Einstieg in den „Dschungel“ mit blendender Ansicht.

    Ich mag dieses Tal und finde es die schönste Schlucht bis anhin in Marokko. Sie ist schmal und dementsprechend ist die Strasse eng und sehr abwechslungsreich, da der Fluss immer wieder „die Richtung wechselt“ und die Route kreuzt (oder umgekehrt). Der Pflanzenwuchs dazwischen ist wild und ungezähmt, selten und nur ganz am Rand wird etwas zurück gestutzt, Natur pur und kein (Park-) Platz für Touristen. Wir finden ein kleines Kaffee für einen kurzen Stopp. Unser Fahrzeug pferchen wir aus Platzgründen eng an eine Palme, um die schmale Durchfahrt zu gewährleisten.

    Anschliessend fahren wir wieder Richtung Westen über „a street with no name“, grösstenteils geteert, aber Flussbett und Strasse streiten sich halt immer wieder ums Terrain, und da gibt es Verlierer.

    Anschliessend geht es Richtung Süden weiter auf der RR 107. Erneut fahren wir durch die malerischen Kulissen des Antiatlas mit seinen umwerfenden Bergformationen, tranchiert durch unendlich viele Sedimentablagerungen.

    Entlang der ausgetrockneten Flussbette sind die schweren Überschwemmungen noch gut sichtbar. Marokko wurde im September 2024 von heftigen Regenfällen heimgesucht, die insbesondere in den Bergregionen des Hohen Atlas und Anti-Atlas zu verheerenden Verwüstungen führten. Diese aussergewöhnlichen Wetterereignisse, die durch eine Kombination aus Klimawandel und geografischen Faktoren begünstigt wurden, haben in den betroffenen Gebieten erhebliche Schäden an Infrastruktur und Eigentum verursacht und das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Auf den ersten Blick ist für uns nur das Wiederinstandsetzen der Strassen sichtbar. Ganze Wegstrecken wurden weggerissen.

    In dem Dorf Icht machen wir einen Übernachtungsstopp.
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  • Icht

    7 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 27 °C

    Icht, Ischt oder Taschelhit, ist eine aus einem alten Ksar und einem neuen Ortsteil bestehende Oasensiedlung mit etwa 1500 Einwohnern im Westen der Provinz Tata in der Region Souss-Massa. Nach einem Tagine-Abendessen und einer ruhigen Nacht, starten wir frisch in dem Morgen und besuchen mit Abdellah sein Dorf. Er führt uns in den Untergrund des 500-jährigen Ksar, wo immer noch zwei Familien wohnen. Im Sommer brennt die Sonne hier mit 50 Grad vom Himmel. Im Ksar, welcher nur aus Erde, Palmenholz und Palmenblätter gebaut ist, soll es dann doch etwas erträglicher sein. Er zeigt uns den Zugang des ausgeklügelten, unterirdischen Wassersystems. Weiter geht es mit der Stirnlampe auf dem Kopf in den dunklen und verlassenen Ksar. Durch ein Labyrinth gelangen wir in die ehemalige Wohnung seines Grossvaters: Das Untergeschoss für ihn, das erste Geschoss für die 1. Frau, das zweite Geschoss für die 2. Frau. Ähnlich, wie in einem Riad, kommt das Licht durch die Öffnung im Innenhof. Hier gibt es aber weder Pool, noch Möbel, noch Teppiche. Alles ist aus getrocknetem Lehm konstruiert, kleine Nischen zum Schlafen, alles dunkel. Ich würde hier depressiv werden (erst recht als 2. oder 3. Frau).

    Abdellah hat uns viel von den Träumen eines jeden Marokkaners erzählt: Europa! Bist du hierher geboren, bist du chancenlos und bleibst für immer arm. 5 Monate Sommerhitze, keine Touristen, kein Einkommen, 5 Kinder. Wir versuchen ihm die andere Seite der Europa-Medaille klar zu machen. Wir haben keine Chance! Es ist auch schwierig für uns, ihre Ausweglosigkeit zu verstehen, und für sie ist es schwierig zu verstehen, was sie in Europa erwartet. Viele kehren mit einer Altersrente zurück, die absolute Erfüllung ihres Traums! Er kennt sogar den Zirkus Knie. Ich werde nächstes Mal noch mehr applaudieren, wenn ihre Arbeit am Rande kurz erwähnt wird!

    Nach unserem Reise-Reset führen wir unsere Fahrt über die RN 17 Richtung Süden nach Assa, einer wüstenartigen Kleinstadt, die vorrangig dem Personen- und Schwerlastverkehr auf der Landstrasse als Raststation dient. Wegen der nahen Grenze zu den umstrittenen Westsahara-Gebieten bzw. zu Algerien ist in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine gewisse militärische Bedeutung hinzugekommen. Auch wir machen hier eine kurze Rast, tanken voll und ziehen weiter entlang dem Qued Assa. Von da aus folgt unsere spontane Offroad-Tour entlang dem Qued Draa Richtung Westen.
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  • Assa - Qued Draa

    8 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 22 °C

    Zwei Fahrtage werden wir unterwegs sein, um über die Piste dem Qued Draa entlang nach Tan-Tan zu gelangen. Der Qued Draa ist ein regelmässig austrocknender Fluss (Wadi) in Nordafrika mit einer (theoretischen) Länge von etwa 1100 km. Als Fluss ist er im Frühjahr nur bis Zagora erkennbar; hinter Agdz trocknet er die meiste Zeit des Jahres hindurch aus, obwohl das Flussbett noch durch vereinzelte Oasen bis Mhamid wahrnehmbar bleibt.

    Der Draa bildete im Süden während der Protektoratszeit (1912–1956) die Grenze zu den nur dünn besiedelten Gebieten der Spanisch-Sahara; weiter östlich bildet er heute über etwa 390 km die immer noch umstrittene Grenze zu Algerien und ist – nach seltenen aber manchmal heftigen Regenfällen – der längste Fluss Marokkos.

    Aufgrund tiefer Spurrillen auf dieser Piste, kann sich der Schwierigkeitsgrad für die Passage erhöhen. Wieder sind wir dankbar für unsere hohe Bodenfreiheit. Die gesamte Strecke wird nicht insta
    nd gehalten und von Einheimischen kaum genutzt. Den ganzen Fahrtag werden wir vom Djebel Quarkziz, dem schwarzen Geburgszug im Süden begleitet. Wir finden einen einsamen Übernachtungsplatz (was hier nicht so schwierig ist). Die ganze Fahrt haben wir nur Dromedarseelen getroffen.

    Kaum haben wir unseren Campingtisch aufgestellt, kommt, wie aus dem Nichts, ein Ziegenhirt und unterbricht unsere Einsamkeit. Es ist keine Fatamorgana! Er bittet uns um Wasser für ihn und seinen Hund. Wir sprechen etwas miteinander (Google-Translater-sei-Dank). Aber er muss wieder zu seinen 56 Ziegen zurück. 15 Minuten später, Upgrade: Ein Dromedarhirte auf Mofa kommt vorbei, etwas direkter: er habe Hunger. Wir streichen im ein dickes Nutellabrot. Er wünscht dies aber „Take-away“, schwierig. Wir packen ihm noch Apfel und Wasser dazu. Interessant dabei ist, sie wollen sich nie zu uns zum Essen oder Trinken setzen. (Anstand?, Scheu?, Glaube? Nomadentum?).

    Nochmals interessant: Sie haben alle ein Handy.

    Am Folgetag erreichen wir Tan-Tan, zusammrn mit Brigitte und Traver aus Korsika. Das einzige Fahrzeug, welches wir während diesen beiden Tagen gekreuzt haben; auf einer Pistenkreuzung. Wir alle gönnen uns nun eine entstaubende Dusche auf dem Camping in El Ouatia bei 10 Grad weniger, dafür umso mehr Feuchtigkeit, bedecktem Himmel. Auf der Menukarte gibt es Krevetten und Fisch, anstelle von Tagin mit Huhn. Wir haben die Atlantikküste erreicht!
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  • Tarfaya

    10 November 2025, Maroko ⋅ 🌬 22 °C

    Tarfaya ist eine Kleinstadt mit gut 8000 Einwohnern im Süden Marokkos. Die Stadt ist Verwaltungszentrum der Provinz Tarfaya und war vor der Besetzung der Westsahara-Gebiete die südlichste und westlichste Stadt Marokkos.

    Tarafaya ist aber auch die Geburtsstätte „Des kleinen Prinzen“

    „Der kleine Prinz“: mehr als ein modernes Märchen, inspirierte mich bereits in der Schule. Deshab möchte ich mir unbeding dieses kleine Museum anschauen.

    Mitten in der Sahara stürzt ein Pilot ab. Die Maschine kaum mehr als ein Schrotthaufen, die Wasserflasche beinahe leer. Er ist allein im kilometerweiten Sand – bis ein Kind mit goldenen Lockenschopf auftaucht und ihn bittet: „Bitte, zeichne mir ein Schaf.“ So beginnt eines der meistgelesenen Bücher der Welt.
    Und doch ist die Erzählung „Der kleine Prinz“ weit mehr als ein modernes Märchen. Es ist die literarische Essenz eines Lebens zwischen Himmel, Krieg und einem unstillbaren Hunger nach Nähe und zugleich nach Freiheit – das Vermächtnis des französischen Piloten und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry.

    1935 stürzt Saint-Exupéry beim Rekordflug Paris–Saigon in der libyschen Wüste ab. Vier Tage lang irrt er mit seinem Mechaniker durch den Sand. Ein Beduine rettet schliesslich die beiden. Die wortwörtliche Grenzerfahrung an der Schwelle des Todes prägt ihn und wird zur Geburtsstunde des kleinen Prinzen.
    Die Szenerie wird zur Chiffre für Einsamkeit, Freundschaft und Rettung.
    Der Absturz ist dabei mehr als biografischer Hintergrund, er markiert den Übergang in eine andere Welt: eine, in der sich das Wesentliche dem Blick entzieht, aber in der Fantasie und Erinnerung überlebt.
    Der kleine Prinz: Ein Kind aus Sternenstaub

    „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Kaum ein Satz wurde wohl häufiger zitiert und kaum einer prägt das 20. Jahrhundert so leise und dauerhaft wie dieser. Saint-Exupérys Erzählung ist ein Plädoyer gegen die Kälte der Vernunft, gegen Oberflächlichkeit und Gier.
    Sie ruft zurück zur Menschlichkeit, Freundschaft und zur Verantwortung für das, was wir „uns vertraut gemacht haben“.

    Hier verabschieden wir uns von Brigitte und Trevor. Die beiden wollen noch weiter bis Mauretanien. Und wir fahren wieder nordwärts und übernachten an einer ruhigen Lagune, weiter weg tobt die Gischt des Atlantiks.
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  • Sidni Ifni

    11 November 2025, Maroko ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach einer eintönigen Fahrt, nordwärts, entlang der Atlantikküste auf der RN1, kommen wir in Sidni Ifni, dem „Tor zur Sahara“ an. Hier treffen die tosenden Wellen des Atlantiks auf eine karge Landschaft, den Ausläufern einer der grössten Sandwüsten der Welt. Nicht jeden mag diese Kulisse mit dem fälschlichen Eindruck der Ödnis sofort inspirieren, auch wir brauchten einen zweiten Blick.

    Die kleine Surferstadt sprüht Charme und Ruhe aus. Gemächlich und fern ab des Massentourismus geht das Leben in dem Fischerort seinen täglichen Gang, während der Strand von Sidi Ifni Wellenreitern Laune macht, sich in die Fluten des Atlantiks zu stürzen. Bis gegen Mittag liegt hier Dunst über Meer und Küste, was die Sonnenwärme beträchtlich hemmt. Die Luft hier ist aber herrlich frisch.

    Zweimal in der Geschichte, war Sidi Infi spanisch: Einmal 1476 und dann erneut wieder 1934. Unter General Franco wurde ein Stützpunkt für Fischerei angelegt. Daher wird in Sidi Ifni mehr Spanisch als Französisch gesprochen, wobei unter den Surfern natürluch „amerikanisch“ vorherrschend ist.

    Der ab den 30er Jahren vorherrschende Art-Déco-Stil mit spanischen Kolonialbauten macht Sidi Ifni a dersartig. Breite, von Wind und Licht durchflutete Strassen, helle Verwaltungsgebäude und eine von Palmen gesäumte Hauptstrasse mit Cafés, Krämerläden und Gärten bilden das Bild der Stadt. Die Häuser sind hauptsächlich in weisse Quader mit blauen Türen und Fenstern gehalten..

    Die Stadt Sidi Ifni ist eher untouristisch und nicht übelaufen, eher ruhig, und es gibt – untypisch für marokkanische Städte – quasi keine Basare oder Händlerstände..

    Unsere letzten Surfstunden in Agadir liegen über 10 Jahre zurück, zudem waren die weniger erfolgreich. Deshalb gibt es für uns in Ifni einen „lazy day“. Spazieren am Strand, Wäsche und Büroarbeiten.
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  • Das Felsentor von Legzira

    13 November 2025, Maroko ⋅ 🌬 24 °C

    Bis zum September 2016 bot der Legzira Beach seinen Besuchern die wundervolle Kulisse gleicher zweier, gigantischer Felsentore. Etliche Jahrtausende der Erosion hinterlassen hier ihre Spuren. Im Herbst 2016 stürzte eines der beiden, grossen Felsentore am Strand von Legzira ein. Wir können am Ende der Bucht nur noch dessen Überreste sehen.

    Heute gehört das zweite, grosse Steintor immer noch zu den Highlights an Marokkos Küste. Das Steintor am südmarokkanischen Atlantik bildet mit seinen umliegenden Felsformationen ein unvergessliches Panorama im Licht. Leider versteckt sich die Sonne hinter einem Schlechtwettertief, so lohnt es sich für uns nicht, die Abendsonne am Legzira Beach abzuwarten.

    Ein Naturschauspiel sondergleichen bilden die tosenden Wellen des Atlantiks, die sich um die riesigen Steinbrocken winden und mit ohrenbetäubender Gewalt den Felsbogen umspülen.

    Nur hie und da erreicht ein kleines Reisegrüppchen den Stand, zwischendurch sind wir ganz alleine. Von den kleinen, herzigen Strandrestaurants können wir auslesen, alle haben sie geöffnet - für 2 Gäste. Samuel bekommt endlich seinen lang ersehnten, frischen Dorade und wird sofort wieder von hungrigen Katzen umgarnt. Da bin ich, als Vegi, klar im Vorteil!
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  • Tiznit

    13 November 2025, Maroko ⋅ ☁️ 23 °C

    In Tiznit machen wir einen Zwischenstopp und haben zum ersten Mal Mühe, einen Platz zu finden. Ein Mekka für französische Whitebirds, die hier, eng in Reih’ und Glied gepfercht, in französischer Nachbarschaftsmanier ihren Winter verbringen - für uns unverständlich!

    Wir laufen 2 km Richtung Stadtzentrum. Der Souk in Tiznit ist ein wahrer Segen für die lokale Bevölkerung, da er ihnen komplizierte Einkaufsreisen erspart und es ihnen ermöglicht, über die lokale Produktion direkt zu verhandeln: Vieh, Geflügel, Eier, Kunsthandwerk usw., alles gibt es hier. Wir finden sogar 2 verstaubte Weingläser, welche in Tiznit wohl eher für Orangensaft gedacht wären.

    In Tiznit wurde 1810 die imposante Kasbah von Aghanaj oder die Festung von Aghanaj erbaut. Riesig (über 6000 m2), geschützt durch eine grosse Mauer aus Stampflehm mit fünf Verstärkungstürmen.

    Mit seiner langen Geschichte der Goldschmiedekunst beherbergt die Stadt Tiznit auch einen der berühmtesten Juweliersouks in Marokko und einige der besten Handwerker des Königreichs.

    Mitten in diesen 6000 Quadratmetern finden wir ein kleines Restaurant namens “Á l'Ombre du Figuier“. Versteckt hinter den okerfarbenen Lehmmauern, welche sämtlichen GPS-Empfang verschlucken, werden wir fündig. Die Suche hat sich gelohnt: Für einmal kein Tagine à Légume, sondern eine ganz andere „Art Cuisine“. Was für eine willkommene Abwechslung im Schatten des Olivenbaums.
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  • Berg- und Tal nach Ait Baha

    14 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 15 °C

    Auf dem langsamen Weg Richtung Agadir, zieht es uns, wie durch magnetische Kräfte des Antiatlas wieder in seine Gebirgsregion. Über die RR104 Richtung Osten kurven wir über den Col du Kerdouz und erreichen erneut das schmucke Städtchen Tafraout, wo wir uns über Mittag verköstigen. Hier hätte ich nochmsls die Gelegenheit gehabt, den wunderschönen und grossformatigen Berberteppich zu ergattern; oder Sam hätte die Gelegenheit gehabt, mich dafür einzutauschen. Beides bleibt Geschichte!

    Jetzt geht es wieder hügelig weiter über die PP1011 nach Tanalt mit Fortsetzung über die noch kurvenreichere PP1007. Wieder zeigt sich die Landschaft von unglaublicher Schönheit. Alleine auf der Strasse, aber begleitet von unzähligen Dörfern, die an den steilen Hängen wie angeklebt wirken. Manchmal farbig, manchmal im Einklang mit der Umgebung. Hinter jeder Kurve überracht uns das nächste Dorf. Die Berghänge sind bis zum Horizont terrassiert, was uns ein bisschen an die Steilhänge der Anden erinnert. Es scheint, als lebt die Bevölkerung hier von Landwirtschaft, obwohl die „Terrassen“ irgendwie ungenutzt und schon zerfallen wirken. Ob das an der stetig wachsenden Trockenheit liegt?
    Auf alle Fälle wirken die Oasen in den Tälern etwas fruchtbarer.
    Wir erreichen den Ort Ait Baha, wo wir auf dem Parkplatz vor einem Kaffee bei schönster Aussicht auf Aut Baha übernachten.
    Nach unzähligen Höhenmetern auf und ab und massenhaften Kurven in allen Schräglagen und Winkeln werden wir heute gut schlafen.
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  • Souss-Massa NP

    16 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 18 °C

    Der Schutz durch den Souss-Massa-Nationalpark ist von wesentlicher Bedeutung, da alle in diesen Reservaten vorkommenden Arten heutzutage vom Aussterben bedroht sind.

    Der Nationalpark wurde 1991 auf einer Fläche von 33’800 Hektar gegründet,
    und beherbergt 250 Vogel-, 30 Säugetier- und 35 Amphibien- und Reptilienarten.

    In Bezug auf die Fauna bietet der Park Schutz für mehrere Arten:

    Den Oryx, die grösste Antilope der Halbwüstenregionen der Sahara, verschwand 1973 aus Marokko.
    Die Addax, eine Antilope, die 1956 aus Marokko verschwand.
    Die Dorcas-Gazelle, die kleinste noch in der Souss-Massa-Region und der marokkanischen Sahara vorhandene Gazelle.
    Den nordafrikanischen Strauss, der 1945 aus Marokko verschwand.
    Den Waldrapp Ibis, einer der seltensten Arten der Welt.
    Sowie 250 Vogelarten und 26 Arten von Amphibien und Reptilien.

    Für den gefiederten Gesellen fahren wir nochmals 50 km südlicher in de Park, nach Sidi Tabat, wo wir uns sagen lassen müssen, dass der Waldrapp in nördlicher Richtung, in der Nähe von Douira gesichtet wurde, das deckt sich denn auch mit den aktuellsten Angaben von Cris und Ruedi, die uns eben ein Update via Whatsapp geschickt haben. Also los, direkt über die Küstensandstrasse. Und plötzlich erblicken wir eine Vogelkolonie über unseren Köpfen, charakteristisch, die typischen Ibisschnäbel. Gleich vor uns setzt sich der Schwarm von ca. 200 Tieren ab, um im Schreitmarsch zur Nahrungsaufnahme überzugehen und das direkt vor unseren Augen. Was für ein Glück!

    Wirklich ein einzigartiger, schwarzbrauner Ibis-Geselle mit grün schillerndem Deko-Gefieder und unbefiedertem, rotem Gesicht und Kehle. Lange Federn bilden eine putzige Mähne. Die kurzen Beine ragen im Flug nicht über den Schwanz hinaus. Er brütet in Kolonien auf Felsvorsprüngen in Halbwüstenregionen; sucht Nahrung in offenen, trockenen Lebensräumen. Sie sind vom Aussterben bedroht; die meisten verbliebenen Vögel leben in Marokko, in Syrien und der Türkei. Ursprünglich brütete der Ibis in Mittel- und Südeuropa, und Pläne zur Wiederansiedlung schreiten voran.
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  • Agadir

    17 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir machen einen kleinen Abstecher nach Agadir, weil es gesrade so schön an unserem Weg liegt. Von Besuchen der marokkanischen Souks sind wir langsam gesättigt, deshalb besuchen wir Agadir nur am Rande.

    Agadir hat eine lange Geschichte, die bis zur Gründung durch portugiesische Seefahrer im Jahr 1505 zurückreicht.

    Nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1960 wurde die Stadt fast vollständig neu aufgebaut und bietet heute eine Mischung aus moderner Architektur, einer lebhaften Strandpromenade und einer gut ausgebauten Tourismusbranche. Neben Strandaktivitäten wie Schwimmen und Wassersport ist Agadir auch ein Zentrum für das marokkanische Kunsthandwerk und der Ausgangspunkt für Ausflüge in das Atlasgebirge.

    Agadir empfinden wir wirklich als eine schöne und moderne Hafenstadt an der Atlantikküste im SüdenMarokkos. Sauber, aufgeräumt, ordentlich; eine ganz andere Ansicht, als 5 km ausserhalb der Grossstadt (welche uns aber nicht weniger gefällt!).
    Moderne Autoverkaufshallen, Warenhäuser, grüne Strassenalleen (nicht nur bei den Stadtein- und Ausfahrten), ein ultra-modernes Universitätsspital…
    Agadir ist auch bekannt für seine langen Strände, dem ganzjährig angenehmen Klima und für seine Rolle als beliebten Badeort. Obwohl der heutige Wind doch schon sehr heftig ist und die Liegestühle leer bleiben.

    Unübersehbar ragt ein festungsartig gesichertes Areal auf der Spitze der höchsten Erhebung von Agadir über die Stadt und dokumentiert gleichzeitig die historisch geprägte Vergangenheit des Ortes, obgleich andere Symbole aus diesen Zeiten nicht mehr existieren. Es handelt sich um die Kasbah von Agadir (Agadir Oufella), einem Bauwerk, das mehr als vier Jahrhunderte schon an dieser Stelle vorhanden ist. Die Kasbah wurde zum Schutz vor den Angriffen der portugiesischen See- und Landstreitkräfte von der marokkanischen Dynastie der Saadier errichtet und bestand exakt bis zu jenem Tag im Jahr 1960, als plötzlich die Erde bebte.

    Nach umfangreichen Restaurationsarbeiten lohnt sich ein Ausflug dorthin unbedingt. Wir fahren mit der Gondelbahn hoch, um etwas Zeit zu sparen. Hier oben, schwebend über der RN1, weht der Wind noch heftiger. Das fühlt sich etwas unangenehmer an, als bei uns zu Hause über den Tannwipfeln. Ob die Firma Doppelmeyer bei diesen starken Atlantikwinden die windstabile Technologie eingebaut hat? (Ich sehe leider nur ein Tragseil).
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  • Vallée du Paradis

    18 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 13 °C

    Das Vallée du Paradis liegt im Gebirgsmassiv, welches Agadir überragt, und ist Teil des Tals des Flusses Tamraght, der die Ausläufer des westlichen Hohen Atlas durchquert. Das Tal ist bekannt für seine natürlichen Wasserbecken. Die Wanderung im Vallée du Paradis ist für uns eine willkommene Tageswanderung mit malerischer Natur, mit Felsbecken, hohen Klippen und Wasserfällen (falls die Saison dazu passen würde).

    Sie führt uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Arganbäumen und Palmen. Wir stellen uns darauf ein, dass die Wasserbecken grösstenteils leer sind, da wir in der Trocken-Periode hier sind. Dafür aber entgehen wir dem Touristenansturm.

    Begleitet werden wir von einer Hundegang, bestehend aus sieben Mitgliedern. Sie folgen uns, überholen uns, um dann wieder auf uns zu warten. Ein tolles Rudel! Wir überqueren zwei Taleinschnitte und erreichen dann das Dörfchen Tgahrt Ankrym. Hier folgen wir der Strasse, bis es dann wieder hinunter in die Schlucht geht. Da treffen wir auf ein marokkanisches Picknick. Anders, als bei uns, werden wir sofort dazu eingeladen. Die Grossfamilie, bestehend aus Brüdern, Ehefrauen und Kindern in jedem Alter sind natürlich sehr neugierig. Für einmal wollen sie uns fotografieren, so lustig, wir werden also
    zur Attraktion. Sie wollen uns mit Couscous vom Holzfeuer verköstigen. Wir bleiben aber bei Tee und selbst gebackenem Kuchen. Nach der Fotosession verabschieden wir uns mit „shukran und bslana“. Leider sind nachher unsere Hunde weg, immerhin haben sie uns 8 km begleitet. Zurück an unserem Ausgangspunkt bestellen wir Tagine und Spaghetti (ich hatte einfach Lust darauf).

    Unsere Weiterfahrt führt uns über eine abenteuerliche Passstrasse mit unzähligen Haarnadelkurven und kriminellem Strassenbelag, z.T. mit Abrissen Richtung Tiefe. Diese Strasse musste wohl unter dem sinnflutartigem Regen von vergangener Woche gelitten haben.

    Wir entspannen uns auf einem Camping mit Meerblick, da wir nach der Wanderung und Passfahrt eine Dusche nötig haben. Tschüss, und bis morgen, inshallah?
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  • Taghazout

    19 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 15 °C

    Taghazout – das ist nicht nur ein Ort, sondern irgendwie ein Gefühl. Sonne im Gesicht, der Atlantik direkt vor der Tür und überall Surfbretter, Flipflops und entspannte Gesichter. Das ehemalige Fischerdorf hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert – von verschlafenem Küstenort zur bekannten Surf-Hochburg. Und trotzdem: Der Vibe ist geblieben. Locker, unkompliziert und genau richtig zum Chillen.

    Das kleine Dorf liegt direkt an der Küste, etwa 30 Minuten nördlich von Agadir. Sonne, frische Luft und dieses ständige Rauschen der Wellen.

    Surfen ist hier natürlich das grosse Ding. Schon bei unserer Ankunft laufen uns überall Leute mit Brettern unter dem Arm über den Weg. Andere sitzen gechillt mit einem Minztee in einem der Cafés oder waschen am Strassenrand ihr Board.

    Heute ist Café-/Strandrestaurant-/ und Liegestuhltag. Wir schauen den Beginners zu und denken uns dabei, das würden wir doch besser hinkriegen. Nein, würden wir nicht! Der anfängliche Chrampf auf und neben dem Brett ist uns noch in „bester“ Erinnerung!
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  • Aghroud

    20 November 2025, Maroko ⋅ ⛅ 19 °C

    Aghroud, das Amazigh-Dorf mit dem Beinamen „Dorf der schönen Farben“, liegt zwischen den Ortschaften Taghazout und Ait Tamer, 36 km nördlich von Agadir, der Hauptstadt der Amazigh von Souss. Wir treffen auf goldenen Sand unter unseren Füssen, eine Lagune vor unseren Füssen und ein paar Surfer und Möven am Horizont. Wie entspannt hier alles ist. Eine wunderschöne Gegend, die ein Besuch wert ist.

    Nach einem kleinen Strandspaziergang geht es weiter zur nächsten Surf- und Fischerbucht: Imsouane ist ein marokkanisches Fischerdorf zwischen Agadir und Essaouira. Es ist vor allem als erstklassiges Surfziel bekannt, dies dank seiner langen Wellen, die sich ideal für Anfänger und Fortgeschrittene eignen. Neben dem Surfen lockt das Dorf Touristen auch mit seiner unberührten Natur, seinen Stränden und seiner friedlichen Atmosphäre. Der Surfspot „Bay“ ist berühmt für seine lange, nach rechts brechende Welle, die mitunter als eine der längsten der Welt gilt. Der Spot „Cathedral“ bietet etwas flachere Wellen. Hier schauen wir die längste Zeit einer anderen Sportart zu: dem Stand-Up-Paddling-Surfing. Während wir Orangensaft und Pommes geniessen, müht sich da einer ab und präsentiert den Surfern, wie man praktisch jede Welle abgewinnen kann: Mit zusätzlichem Arm- und Schultereinsatz. Der Wahnsinn!

    Die Fischerboote in Imsouane liegen teilweise an Land, weil sie auf Ebbe warten, um zur See zu fahren, oder weil sie in der Bucht vor den Wellen geschützt werden müssen. Der Hafen ist ein reiner Fischerhafen, und die Boote sind ein wichtiger Teil der lokalen Kultur und Wirtschaft.

    Heute erlebte Negativbilanz: 400 DH Busse wegen Überholen bei Sicherheitslinie. Einmal Beinah-Busse wegen Missachten der Stopptafel bei Polizeikontrolle. Zum ersten Mal zeigte sich der Polizist mit strenger, royaler Autorität und war gar nicht amused. Erst nachdem wir uns höflich entschuldigen, erlässt er uns die Busse.
    War trotzdem ein farbenfroher Tag!
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  • Essaouira

    22 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 18 °C

    Essaouira liegt direkt am Atlantik und gehört für uns sicher zu den schönsten Stopps in Marokko. Die Stadt wird oft „windige Stadt“ genannt und ist bekannt für ihre entspannte Atmosphäre, die authentische Medina und den lebhaften Hafen mit den blauen Booten.
    Besonders gefallen hat uns die Mischung aus Kultur und Entspannung: morgens durch die Medina schlendern, mittags frischen Fisch am Hafen schnuppern und den Nachmittag am Strand oder in bei einem Tee zu geniessen.

    Die Souks in Essaouira sind deutlich kleiner und entspannter, als in Marrakesch oder Fès. Hier können wir gemütlich stöbern, ohne ständig angesprochen zu werden. Und trotzdem: wieder ein Teppich mehr im Gepäck!

    Spannend sind auch die vielen Läden mit Arganöl, das direkt in dieser Region hergestellt wird. Das Arganöl aber kaufen wir in einer Kooperativen. Auf dem Markt wird oft minderwertige Qualität verkauft. 250 ml reines Öl kosten CHF 50.00, wofür 10 kg Arganfrüchte mühsam verwertet werden müssen.

    Essaouira hat ausserdem eine äusserst lebendige Kunstszene, überall in der Medina finden wir kleine Galerien und Ateliers.

    Spannend ist auch die Skala de la Ville. Hier laufen wir über den Wehrgang mit Blick auf die vorgelagerte Insel Mogador. Wenn das Meer unruhig ist, schlagen die Wellen direkt an die Felsen unterhalb der Mauern.

    Am Hafen von Essaouira brechen die hohen Wellen, hier fliegen tausende Möwen umher und warten darauf, dass die Fischer mit ihren blauen Booten zurückkehren und ihren Fang ausladen. Der Hafen von Essaouira ist noch heute ein wichtiger Handelsplatz des Landes. Hier werden Boote gebaut und gepflegt, Fischernetze verteilt und fangfrischer Fisch verkauft.

    Jeder versucht seinen Fang unter die Leute zu bekommen. Hier finden sich sogar Restaurants und kleine Garstände am Rand des Hassan-Platzes, wo man den Fisch selbst aussuchen kann, welcher dann frisch und vor den Augen zubereitet wird.

    In Essaouira leben auch unzählige Katzen, die überall durch die Gassen streifen oder in den Souks zwischen den Ständen liegen. Viele werden von Anwohnern gefüttert, manche sind jedoch krank oder verletzlich.
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  • Oualidia

    23 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 20 °C

    An der Küste des Atlantiks gelegen findet wir das verträumte Fischerörtchen Oulidia. Hier ist der richtige Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Abflachendes Wasser, eine unvergleichbare Aussicht und köstlichen Fisch für Sam am Fischstand Nr. 3. Für mich die vegetarische Variante: Tomaten und Zwiebeln (eigentlich die Salatbeilage zum Fisch) gegrillt. Eingegeklemmt im Brot schmeckt diese Variante aber auch super lecker! Wir geniessen einen unvergesslichen Blick auf die unermüdliche Brandung; im Gegensatz dazu liegt hinter und die ruhige Lagune. In der Meeresbrise schwanken die Palmen - was für ein perfekter Ort für einen Übernachtungsstopp.Baca selengkapnya

  • Plage Mrizika

    24 November 2025, Maroko ⋅ ☀️ 20 °C

    140 km südlich von Casablanca bauen wir einen 2-tägigen Strandurlaub mit „Nichtstun“ ein. Das will heissen: keine Autofahrt, kein Einkauf, keine Wäsche waschen, keine Reiseorganisationen; wir sind einfach! Und dies nicht alleine. Auf dem Camping treffen wir unter Gleichgesinnte. Ein kleiner Hippie-Touch, guter Vibe, sehr kommunikativ, einfach genial, für zwischenmenschliche Abwechslung. Manuela, eine Deutsche, die zum Islam konvertiert ist, deshalb auch Amira, Roland und Adeline aus der Schweiz, ein britisches Pärchen, eine laute Spanierin ….
    Manuela hat es mir sofort angetan; gleich bei ihrer Ankunft im Sand festgefahren, kamen wir bereits über die Bergung in guten Kontakt. Eine alleinreisende, emanziperte Muslimin, also eine gsnz interessante Person. Ihr konnte ich ganz viele Fragen stellen, Fragen, welche mir schon lange unter den Nägeln brannten. Sie hatte auch eine gute Prise Humor; das meekte ich schon, als sie mir unter vorgehaltener Hand mitteilt, dass sie die Campingjungs nicht nur nett, sondern auch hübsch fände! Auch wenn sie zu Hause einen Mann hat und selbst auch nicht mehr die Jüngste ist.

    Bei einem übertrieben gross portioniertem Tagine und Couscous philosopieren wir über Gott, Allah und die Welt, woraus noch einige Buchtipps ihrerseits aufgenommen werden, u.a.: der Naostkomplex von Natalia Amiri und Sex und Lügen von Leila Slimani. Tränen garantiert, meint sie dazu. Bin gespannt.
    Tagsüber laufen wir kilometerweise am Strand; es gibt ja immer zwei Richtungen, obschon eine Richtung schon für zwei Tage reichen eürde, bei dieser unendliche Länge.
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  • Casablanca

    25 November 2025, Maroko ⋅ ⛅ 19 °C

    Casablanca ist die grösste Stadt Marokkos und ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Die Stadt beeindruckt mit ihrer modernen Architektur und einer lebendigen Atmosphäre, die Touristen aus aller Welt anzieht. Casablanca ist ein Schmelztiegel der Kulturen und bietet eine faszinierende Mischung aus traditioneller marokkanischer Kultur und modernen Einflüssen. Die reiche Geschichte der Stadt spiegelt sich in ihren vielen historischen Gebäuden und Museen wider, die Besucher auf eine Reise durch die Zeit mitnehmen. Für Touristen, die sich für die marokkanische Kultur und Geschichte interessieren, ist Casablanca ein unverzichtbares Reiseziel.

    Casablanca ist nicht nur die grösste Stadt in Marokko, sondern auch die drittgrösste Stadt des afrikanischen Kontinents.

    Wir fahren durch die 4,5 Mio.-Stadt und das genau im Feierabendverkehr. Das Stadtbild wird geprägt von der Hassan II Moschee, die zu den beeindruckendsten Moscheen der Welt zählt und gleichzeitig die Hauptsehenswürdigkeit der Küstenstadt ist. Sie fasst 25‘000 Personen und ist die fünftgrösste Moschee der Welt. (Nachtrag von Manuela, konvertiert zum Islam und „Frauenrechterin“, siehe vorheriger Beitrag): + 8’000 Plätze für Frauen im Bereich hinter den Balkonen!)

    Diese Sehenswürdigkeit beeindruckt durch ihre kulturelle Bedeutung und ihre einzigartige Architektur. Ihre exponierte Lage direkt am Atlantischen Ozean macht sie zu einem ganz besonderen Ort, den man auch vom Flugzeug aus sehen kann. Und genau hier übernachten wir im Dachzelt auf einem Parkplatz, mit garantiertem Weckruf, pünktlich 30 Minuten vor Sonnenaufgang um 08:14 Uhr (zum Glück ist Winter).

    Die Führung, an der auch Nicht-Muslimen ausserhalb der Gebetszeiten teilnehmen können, beeindruckt auch uns Christen!

    Die verwendeten Baumaterialien stammen grösstenteils aus Marokko (Granit aus Tafraoute, Marmor aus der Umgebung von Agadir, Zedernholz aus dem Mittleren Atlas); die grossen Kronleuchter (1100 kg!) wurden aus Murano-Glas in Venedig gefertigt. Bis zu 25‘000 Personen finden in der annähernd 100 m × 200 m (= 20.000 m²) grossen Gebetshalle Platz. Technische Besonderheiten sind ein sich automatisch öffnendes Dach, Fussbodenheizung in der Gebetshalle und ein grüner Laserstrahl, der nachts 30 Kilometer in Richtung Mekka zeigt. Im Aussenbereich finden weiere 80’000 Menschen Platz (Ramadan).

    Seien wir mal ehrlich: Viele von uns kennen Casablanca erstmal vom gleichnamigen Film. Und der berühmte Spruch von Humphrey Bogart „Schau mir in die Augen, Kleines“ – aus dem Filmklassiker ist jedem ein Begriff. Doch das, was wir im Hollywood Streifen sehen, erwartet uns in Casablanca nicht. Denn Rick’s Café wurde erst viel später von Kathy Kriger nach dem Vorbild im Film nachgebaut und im Jahr 2004 eröffnet.

    Die ansehnliche Bar befindet sich in einem restaurierten Herrenhaus aus den 1930er und zieht natürlich viele Touristen an, auch uns! Hier geniessen wir einen gemütlich Drink, lauschen zur Musik der 40er und 50er und tauchen auch kulinarisch in die inostalgischen Atmosphäre des Filmklassikers „Casablanca“ ab.

    Casablanca hat uns überraschend gut gefallen, und trotzdem freuen wir uns auf die nächste Nacht, ausserhalb von Casablanca. Es war laut, sehr laut!
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