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7 Weltwunder der Neuzeit

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  • Taj Mahal & Die Schwäche des Mannes!

    22 listopada 2025, Indie ⋅ ☀️ 21 °C

    Heiraten in Las Vegas ist Kinderkram.
    Heiraten in Agra, das ist ganz großes Kino!

    Bin in Agra. Der Stadt des Taj Mahal und der Stadt in dem viele Inder -die Geld haben- heiraten. Aber nicht einfach heiraten sondern ein echte Bollywood-Show inszenieren.
    Von Oktober bis März ist in Indien Heiratssaison. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht gab's Weihnachtsgeld oder Bonuszahlung vom Chef. Oder es herrscht einfach eine angenehmere Temperatur als im Sommer. Ich weiß es nicht.
    Jedenfalls ist Agra ein Hotspot der Heiratsfestes. Schon bei der Einfahrt nach Agra kommt man in einen Verkehrskreisel auf dem der Gott Krishna eine Flöte mit zwei Händen haltend dargestellt wird. Krishna steht hier nicht für die verwirrten Seelen, die in unseren Fußgängerzonen "Hare, Hare" singen und Kleingeld für die freie Liebe sammeln.
    Hier in Agra meinen die es ernst mit Gott Krishna und der großen Liebe.
    Den groß sind die Feste, die hier gefeiert werden. Manche Hochzeiten dauern drei bis zu fünf Tage. Riesige Säle und Gärten werden als Märchenschlösser drapiert. Es sieht wirklich aus wie 1001 Nacht. Und das auf 1001 verschiedene Arten. Der Bräutigam reitet mit einem weißen Pferd (ein echtes Pferd) in die Hochzeitsgesellschaft ein. Es wird geböllert, geballert und gegessen. Alles super farbenfroh und opulent.
    Einige dieser Lokalitäten konnte ich von außen bestaunen. Tolle Sache! Und irgendwie halt Bollywood (Hollywood) mäßig.
    Hauptattraktion in Agra ist jedoch das Taj Mahal. Eines der 7 Weltwunder der Neuzeit und Nummer drei auf meiner Liste.
    Das Taj Mahal wurde zu Ehren einer Königin gebaut. Ist quasi ein Mausoleum.

    Im Jahre des Herren, 1631 n.C., begab es sich, dass Mumtaz Mahai von Großmogul Shah Jahan schwanger wurde. Es war nicht ihre erste Schwangerschaft. Schon 19 Jahre war Mumtaz bereits mit Shah verheiratet. Von diesen 19 Jahren was sie 14 Jahre schwanger. Auf gut deutsch: 13 Jahre in die (Kinder)Scheiße gegriffen. Leider, leider sollte es kein 14tes Mal geben, denn die Geburt ihres 14ten Kindes (einer Tochter) überlebte Mumtaz nicht. Sie starb im Kindbett. Ihr Mann Großmogul Shah war von tiefer Trauer ergriffen und schwor im Angesicht seiner großen Liebe zu Mumtaz ihr eine Grabstätte zu bauen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.
    Taj Mahal war geboren worden.
    Eine Randnotiz: Von den 14 Kindern, die Mumtaz dem Shah schenkte erreichten nur 7 das Erwachsenenalter. Von sieben, putschte der Drittälteste gegen den Vater Shah Jahan und schickte ihn ins Exil. Warum? Mein "Freund" Adi meinte, dass die Menschen, das Volk, wütend auf den Shah Jahan waren, da er sie zur Finanzierung des Taj Mahal alle auspresste. Die genaue Summe, die der Bau kostete ist nicht bekannt, aber alleine die Dauer der Arbeiten und die Anzahl der Arbeiter und die verwendeten Materialien lassen darauf schließen, dass er dies nicht aus der Portokasse bezahlt hat.
    Soweit zur Randnotiz. Nun wieder zum eigentlichen Bau Taj Mahall.
    Das Taj Mahal steht auf 80 "Dämpfern" im Falle von Erdbeben. Es wurden 80 tiefe Löcher gegraben. In diese Löcher hat man Holz und Steine gestellt. Diese Löcher wurden dann mit 80 Bögen zu einem flexiblen Konstrukt verbunden. Dumm waren die nicht, die Architekten der damaligen Zeit.
    Man hat ausgerechnet, dass das gesamte Gebäude ca. 80.000 to wiegt, wobei die Kuppel 12.000 to ausmacht.
    Fantastisch sind die Steinarbeiten des Taj Mahal. So was von kunstfertig. Nichts gemalt, sondern als Basis ein Marmorgestein hier aus Indien. Nicht porös und 6x härter als der uns bekannte Carrara Marmor. Die eingelegten Halbedelsteine wurden alle von Hand hundertfach geschliffen und eingefasst. Ein unglaubliche Meisterleistung der Steinmetze.
    Auch heute noch gibt es - so Adi - Familien hier in Agra, deren Vorfahren am Taj Mahal beschäftigt waren und heute noch hier produzieren.
    Und schon tauchte das Problem am Horizont auf! Als Adi mich fragte, ob ich denn die Produktion einer dieser Familien anschauen wolle, sagte ich natürlich "Ja". Ich sagte Adi gleich, dass ich nix kaufen würde, da mein Koffer voll und ich eh schon was in Jordanien gekauft habe.
    Aber wie sie nun mal sind die Männer. Starke Brust aber schwacher Wille!
    Die Produktionsräume waren eher Schauwerkstätten, der Rest waren Verkaufsräume. Die Herstellung der Steinintarsien ist super interessant und super kreativ.
    Trotz meiner Versicherung nichts kaufen zu wollen, wurde mir -selbstverständlich unverbindlich- angeboten die Schauräume zu besuchen. Tja das war's dann. Heraus kam ich mit einem Kaufbeleg über eine wie ich finde super tolle Steinarbeit. Der Grundstein ist Marmor. Die Halbedelsteine sind Malchit mit Perlmuteinlagen. Tolles Teil. Und ja, der Preis war nicht so, dass ich die Flucht ergriffen hätte, eher im Gegenteil. Ich empfang es eher als günstig, da im Preise Verpackung, Versicherung und Lieferung frei Haus mit drin war.
    So werden nun also ab demnächst zwei schöne Steinarbeiten im Föhrental zu besichtigen sein, der Mosaiktisch aus Madaba (wo Moses in Himmel gefahren ist) und aus Agra (wo Shah Jahan ein Weltwunder in Liebe zu seiner Frau bauen lies).

    Es gäbe noch viel zu berichten, aber es soll nun gut sein.
    Hier ist Samstagabend, 20.30 Uhr. Um mich herum steppt der Bär bzw. dringt Musik aus allen Gassen. Vielleicht gehe ich noch auf die Straße und schau mal ob ich so eine Hochzeitsgesellschaft zu Gesicht bekomme.

    Morgen geht's um 6.15 Uhr (!!) los. Keine Ahnung was Adi mir zu dieser Zeit zeigen will, aber s' isch wie's isch. Die Nacht wird kurz.

    Morgen Nachmittag geht's zurück nach Dehli. Direkt zum Flughafen. China wartet!
    Ergo ist das meine letzte Nacht in Indien. Mal schauen welche Träume mir Krishna schickt.
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  • Indien ohne Menschen! Gibt‘s das? Hmmh!

    22 listopada 2025, Indie ⋅ 🌙 21 °C

    Sonntag, 14.10 Uhr, sitze am Flughafen und bin etwas "angeschissen".
    Mein Flug nach Peking via Hong Kong geht heute Abend um 22.45 Uhr. Eigentlich war der Plan, dass ich einchecke und es mir die nächsten Stunden in der Lounge bequem mache. So war der Plan. Das hatte bei den anderen Flughäfen (z.B. Kairo) perfekt geklappt. Hier in Dehli wurde mir gesagt, frühestens 4 Std. vor Abflug könne ich den Check In machen. Hmmmh, das ist doof! Ich werde jetzt mal zwei Stunden im Flughafenbereich verbringen und dann nochmal mein Glück probieren.

    So, was ist seit gestern Abend passiert?
    Na ja, die Welt hat sich weiter gedreht und ich bin ein Tag älter - und weiser? - geworden.
    Heute Morgen war die Nacht um 5.30 h rum, denn um 6.15 stand Adi draussen vor dem Tor und wartete auf mich. Programmpunkt: Taj Mahal im Sonnenaufgang. Danach zurück ins Hotel, frühstücken und dann irgendwann zurück nach Dehli.
    Pünktlich erwartete mich Adi mit unserem Fahrer vor dem Tor. Es war durchaus kalt und total neblig. Vor dem Tor wartete ebenfalls ein Bus von Studiosus, denn anscheinend ist "Taj Mahal im Sonnenaufgang" ein fester Bestandteil jeder Taj Mahal Tour.
    Da die Sonne jeden Tag aufgeht, war das ein Programmpunkt, der nicht sonderlich schwierig sein sollte. Allerdings geht die Sonne schon jeden Tag auf, auch die Himmelsrichtung Osten ist konstant, einzig der Nebel, der stand nicht auf Programm. Adi war bei der Anfahrt schon skeptisch ob sich der Nebel lichten würde.
    Da die Hoffnung immer zuletzt stirbt waren wir frohen Mutes.
    Taj Mahal am frühen Morgen bedeutet viel, viel weniger Menschen. Immer noch Menschen, aber kein Vergleich zu gestern Nachmittag. Alles ging fix und ruck-zuck waren standen wir vorm Eingangsportal. Der Nebel stand aber auch noch da. Da wir nix mit Taj Mahal im Sonnenaufgang. Leicht diffus waren die Umrisse des oberen Teiles des Taj Mahal zu erkennen, aber ein Kalenderbild vom in der Morgensee glänzendem Taj Mahal würde es heute mit Sicherheit nicht geben.
    Hmmh, was tun? Tun taten wir die obligatorischen Fotos. Ich von den Besuchern, Adi von mir. Dann war aber gut!
    Teil 1 des Morgenprogrammes war erledigt.
    Teil 2 war die Besichtigung der Roten Festung. Dem jahrhundertelangem Regierungs- und Wohnstiz der Mogul Kaiser.
    Da es über den die Festung selbst einiges zu berichten gibt und auch die Fahrt dahin ein echtes Weltwunder war, gibt‘s einen eigenen -den nachfolgenden- Bericht.
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  • Indien ohne Menschen? Aber Hallo! Klaro!

    23 listopada 2025, Indie ⋅ 🌙 12 °C

    Hier kommt nun Teil 2 mit Weltwunder und Ratsch&Tratsch aus dem Mogul Palast.

    Adi und ich drehten dem vernebelten Taj Mahal den Rücken und machten uns auf, die Rote Festung zu erobern.
    Als Transportmittel für diesen Eroberungszug wählte Adi die nagelneue U-Bahn von Agra aus. Er meinte, dass der Zug bestimmt ganz leer sein. Ich erwiderte, dass ich mir einen leeren Zug in Indien nicht vorstellen können.
    Die U-Bahn Station liegt direkt am Osteingang des Taj Mahal. Alles sauber und gepflegt... ...und... ...menschenleer! Aber so was von menschenleer! Ausser den Bediensteten keine Menschenseele. Kein einziger Fahrgast! Und das im Land mit über 1 Milliarde Einwohner. Über der Erde brummte der Verkehr mit Autos, Mopeds Tuk-Tuks, Fahrräder, Fußgänger, Kühen, Hunden... ...und hier... ...gähnende Leere!
    Eine echtes Wunder am Platz des Weltwunders Taj Mahal.
    Am Gleis niemand, gar nie mand! Der Zug fuhr ein. Die Türen gingen auf. Kein Mensch stieg aus! Nur wir beide stiegen ein. Und wir waren tatsächlich die einzigen lebenden Wesen in dieser super sauberen Bahn.
    Ich fragte Adi an was es liege, dass hier so leer sei. Adi meinte, dass die Menschen über der Erde das Gefährt unter der Erde ablehnten. So kauen z.b. viele Inder Kautabak. Kautabak erhöht den Speichelfluß, so dass Kautabak kauende Menschen ständig am Spucken sind. Spucken ist über der Erde keine Problem. Hier unten in der Bahn absolut verboten. Also fahren sie nicht. Die Menschen oben würden sich lieber zu dritt, zu viert in ein Tuk-Tuk quetschen als die Treppen hierunter zu laufen. Am Preise liege es auf keinen Fall. Unsere Fahrkarte kostete 0,10€!!
    Tolle Sache, die Bahn. Jedoch von den potentiellen Fahrgästen - noch - abgelehnt.
    Nach kurzer Fahrt waren wir an der Station "Rote Festung" angekommen. Wir stiegen aus. Keine Menschenseele stieg ein. Schräge Sache!

    Die Rote Festung! Bestehend aus roten Ziegeln im Großteil der Anlage und Marmor im kleineren Teil. Jahrhunderte lang war sie Herrschafts- und Wohnsitz der Mogule von Indien. Hier lebte auch jener Shah Jahan, der das Taj Mahal in Andenken an seine geliebte Frau Mumtaz erbauen lies. Tolle Anlage und ein MUSS eines jeden Besuchers in Agra.
    Die rote Festung hat einen Umfang von 2,4 Kilometer und ist in der Grundform als Hufeisen angelegt. Besichtigen darf man ca. 20% der Anlage. Die restlichen 80% sind entweder stark renovierungsbedürftig oder werden auch heute noch vom Militär genutzt. Die Festung umgeben zwei Burggraben, wobei einer als Wassergraben ausgelegt war. In diesem lebten zur Freude aller Badewilligen jede Menge Krokodile. Wer die Krokodile überlebt hatte und in den zweiten -trockenen- Burggraben kam, der durfte jede Menge Tiger streicheln. So waren die äusseren Bereiche durch Krokodile und Tiger geschützt.
    Einer der Erbauer der Roten Festung war der Vater unseres bereits bekannten Shah Jahan. Der wiederum liebte Frauen. Genauer gesagt 20 Ehefrauen gab er das Eheversprechen und des Gelöbnis auf ewige Treue. Die spannendste der 20 Ehefrauen ist die Letzte, die zwanzigste. Ihr Name war Noor Jahan. Noor Jahan bedeutet übersetzt "Licht der Welt". Ist das nicht ein schöner Name.
    Schön im Sinne von bildschön war sie anscheinend auch. Es verlangte den Mogul so nach ihrer Schönheit, dass er sie unbedingt heiraten wollte. Da gab‘s nur ein Problem. Noor war bereits verheiratet. Tja, Pech gehabt. Allerdings, "Inshallah" starb der Ehemann bedauerlicherweise bei einem Jagdunfall. Also echt, das Schicksal nimmt doch manchmal seltsame Wendungen.
    Der Weg war für Noon und den Mogul nun frei das Ehegelöbnis abzulegen. Gesagt getan.
    Zur Hochzeit schenkte der Mogul Noon eine riesige Schüssel, die aussieht wie eine Tasse (ist in den Fotos). Diese Schüssel war bis zum Rand gefüllt mit Schätzen aus dem gesamten Mogul Reich. Das war mehr als so manche Briefmarkensammlung wert ist. Moon gefiel diese Tasse so gut, dass sie sie fortan als Badewanne benutzte. Und zwar immer und überall. Es wurde extra ein Karren konstruiert, der von zwei Elefanten gezogen wurde. So war das erste portable Bad erschaffen worden.
    Randnotiz: Der Mogul hatte wie beschrieben zwanzig Ehefrauen. Damit diese auch alle in seinen Gemächern, wenn er denn Bedarf hatte, Platz fanden, wurde ein riesiges Bett konstruiert. So wurde die Bettgröße "King Size" kreiert, die auch heute noch -zugegebenermaßen nicht mehr für 20 Frauen- in Gebrauch ist.
    Noon war nicht nur schön, sondern auch sehr intelligent und stammte auch noch aus einer einflußreichen Familie. So war ihre Nichte (!) jene Mumatz, wegen der das Taj Mahal gebaut wurde. Ihr Vater und ihr Bruder waren die obersten Berater des Moguls und Bestandteil der Führungselite des Reiches. Auch Noon, dank Schönheit und Intelligenz, war in relativ kurzer Zeit, diejenige, die an Stelle des Moguls das Reich regierte. Somit ist bestätigt, das Schönheit und Intelligenz eine sehr wunderbar und Macht bringende Kombination ergeben kann.
    Zurück zur Festung. Die Festung hatte einen militärischen, einen administrativen und einen privaten Teil. Der administrative Teil bestand aus den üblichen Büros - damals noch ohne Computer und Wlan - und einem riesigen Empfangsraum (ist bei den Fotos). Diese Empfangshalle trug den Namen "Halle der 40 Säulen". Tatsächlich sind es 64. Jedoch ist die Zahl 40 sowohl im muslimischen wie auch christlichen Kontext bekannt und wichtig:
    40 Tage verbrachte Moses auf dem Berg Sinai bis der liebe Gott endlich mit dem Hämmern der 10 Gebote fertig war.
    40 Tage und 40 Nächte dauerte die Sinflut, bevor Noah endlich mal wieder auf festem Boden seine Notdurft verrichten konnte.
    40 Tage meditierte Mohammed nachdem er im Alter von 40 Jahren den Koran vom Erzengel Gabriel erhielt.
    Und... wieviel Räuber hatte Ali Baba? Genau! 40! Ali Baba und die 40 Räuber.

    Die Fotos zeigen nur noch den Rohbau, d.h. die Steinmauern der Festung. In ihren besten Zeiten waren alle Räume mit den Schätzen Asiens ausgestattet. Überall gab es Springbrunnen und Wasserfälle. Auf den Fotos ist auch der ehemalige See der Festung (heute Rasen) zu sehen. Ein große rechteckige Fläche im Palastinneren war geflutet und gefüllt mit Fischen und Pflanzen. Drumherum gab es Wandelgänge in denen zum Einen die Verwaltung des Reiches untergebracht war und zum Anderen auch Markträume, in denen Händler aus fernen Ländern (z.B. Europa) ihre Waren vorstellen und anbieten durften. Rings um die Balustrade konnten Fackeln zur Beleuchtung gesteckt werden. Das war 1001 Nacht!

    Als Abschluß noch eine indische Weisheit, die jeder aufrichtige -reiche- Vater seinem Sohn mitgab:
    Sohn, heirate mindestens 4 Frauen:
    Die 1. Frau muss Perserin sein. Das sind die schönsten Frauen. Sie schenkt Dir die schönsten Kinder.
    Die 2. Frau muss eine Inderin sein. Sie kann Deine Kinder am besten erziehen.
    Die 3. Frau muss eine Türkin sein. Eine Türkin kocht die besten Gerichte der Welt.
    Die 4. Frau muss eine Mongolin sein. Die Mongolen sind fruchtlose Krieger. Sie wird Dich und Deine Familie verteidigen.

    Das oberste Gebot blieb unerwähnt, da ins Großhirn gemeißelt:
    Sohn, bedenke immer: Liebe vergeht, Hektar besteht.

    In diesem Sinne: Auf geht‘s nach China!
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  • Zwischenbilanz nach Tag 13

    23 listopada 2025, Indie ⋅ 🌙 19 °C

    Nach 4 Ländern, 6 Flughäfen, 3 Weltwundern der Neuzeit und 1 Weltwunder der Antike ist es Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen!

    Ehrlicherweise hab ich massig Zeit. Mein Plan mit dem späteren Versuch eines erneuten CheckIn hat geklappt. Keinerlei Probleme mit Einchecken, obwohl es noch fast 6 Stunden bis zum Abflug dauert.
    Sitze nun in der Encalm-Prive Lounge, habe Strom, Essen, Getränke und wie gesagt viel Zeit.
    Ich schreib mal wie's bisher so war.
    Wo fang ich an?
    Flüge!
    Ich fliege mit einem Around-the-World-Ticket der Star Alliance, Kategorie Business Klasse. Nur durch diese Art von Ticket ist der ganze Trip überhaupt bezahlbar. Was ich vorher nicht wusste, aber inzwischen genieße sind die Business Lounges in den Flughäfen. Zutritt nur mit Bordkarte Business Class.

    Lounges:
    Frankfurt ist gut, wenn man die anderen Lounges nicht kennt. Rating: 4

    Rom war eine perfekte Lounge mit allem was das Herz begehrt. Rating: 6

    Istanbul war der Aufenthalt zu kurz für einen Lounge Besuch.

    Amann ist einen Tick besser wie Rom, da luftiger und mehr Platz. Sehr angenehm: Rating: 7

    Kairo: O.k. kann man machen, muss man aber nicht. Rating: 2

    Dehli: Hier sitze ich gerade und bin geflashed. Das Buffett mit warmen Speisen ist locker 30 Meter lang. Hinzu kommen noch 2 Live-Cooking Stationen. Top! Getränkeauswahl unlimitiert. Neben wird Rotwein gesürfelt, Cola, Fanta, Bier getrunken und der Bub bleibt beim Wasser. Wasser gibt's hier in großen Kühlschranken unlimitiert. Gleiches für Kaffe und Tee. Rating: 8

    Fluggesellschaften möchte ich noch nicht bewerten, da mir Air India noch fehlt. Morgen früh weiss ich mehr.

    Internet/Wifi
    Das klappte in allen Ländern gut bis sehr gut. Fahre zweigleisig. Habe zum Einen einen Datenpasse bei T-Mobile, sowie eine globale E-Sim über Gigsky. Falls die eine mal nicht funktioniert (z.B. GigSky in Ägypten) funktioniert die Andere. Wlan gibt es in den Hotels immer. Die Übertragungsrate ist gut bis sehr gut. In Indien hatte sogar mein Fahrzeug mit dem ich chauffiert wurde freies WLan. An den Flughäfen bzw. in den Lounges gibt's ebenfalls freies Wlan.

    Datenschutz bzw. Überwachung
    Kann man getrost vergessen. Die loggen überall alles mit. Der Reisepasse wir immer kopiert und hinterlegt. Am schlimmsten ist es hier in Indien. Neben dem Prozedere am Flughafen (siehe mein Bericht) haben die auch in den Hotels alles abgefragt bis auf die Farbe der Unterwäsche. Sogar in der Lounge ist Wlan zwar frei, aber nur wenn man sich einen Voucher holt. Und diesen gibt es nur, wenn man seinen Reisepasse einscannt. Die Wissen damit ganz genau wer was tut und macht und schaut.

    Hotels
    Alle gut bis sehr gut. Sowohl was die Lage wie auch die Ausstattung anbelangt. Klaro gibt es Unterschiede, aber die sind nicht so, dass es erwähnenswert wäre.
    Rating für Hotels: Rom 8, Jordanien: 5 & 5, Kairo: 7, Dehli: 4, Agra: 6

    Reiseleiter:
    Bisher hatte ich 5 deutschsprachige Reiseleiter
    Rom: Paola / Jordanien: Awad / Kario: Hamdy / Dehli: Name vergessen / Agra: Aditya
    Alle sprachen gutes Deutsch. Auf jeden Fall so gut, dass ich alles verstehen konnte.
    Kurioserweise waren Awad sowie die beiden indischen Reiseführer noch nie in Deutschland. Sie lernten die deutsche Sprache über die Goethe Institute über Youtube und von den Gästen. Echt eine tolle Leistung.
    Fachlich waren alle tip-top. Menschlich waren alle sehr unterschiedlich (wie wir alle). Da ich immer 1:1 mit ihnen unterwegs war haben wir auch sehr viel privates und politisches besprochen. Und über Religion. Das liess sich angesichts der Länder und der besuchten Orte nicht vermeiden. Selbstverständlich waren sich alle einig, dass Frieden der einzige Weg sei, aber ansonsten gab es durchaus kritische Diskussionen. Ich hielt mich dann zurück (vor allem in Jordanien und Ägypten).
    Den Umgang mit dem Handy fand ich etwas problematisch. Alle ausser Paola und den beiden Indern waren sehr oft am Handy. Hamdy (Ägypten) war quasi immer am Handy wann immer es ging.

    Fahrer:
    In Jordanien und in Indien hatte ich aufgrund der Entfernungen und Touren jeweils Auto mit Fahrer. Hervorzuheben sind die beiden Fahrer aus Indien. Super top gepflegte Autos (eines sogar mit Wlan ausgestattet). Die Fahrer ruhig und besonnen, trotz des von außen betrachtet chaotischen Verkehrs. ü
    Einzig der Fahrer in Jordanien (Sharif), da bin ich im Zweifel ob ich mit dem nochmal fahren wollte. Ich denke ich habe mit ihm zu freundschaftlich gesprochen, denn er war gegen Schluß kumpelhaft (schräg) drauf und war ziemlich fordernd (unverschämt) was das Trinkgeld anbelangte.

    Essen:
    Bis jetzt ist alles verdaut und drin geblieben. Rom war gut, aber nicht wunderbare italienische Küche. War in Touri-Etabilissements essen.
    Überrascht war ich von dem überaus leckeren und vielfältigen Essen in Jordanien. Es gab meist Buffett. Die Auswahl war riesig und wirklich sehr, sehr gut.
    Ägypten war ich ja auf dem Boot. Das Essen hatte ich beschrieben als o.k. aber muss man nicht haben.
    Indien. Na was soll über indische Küche sagen. Es heisst zwar aufgepasst bei der Schärfe, aber bis jetzt ging alles gut. Auswahl wie auch Qualität sehr gut.

    Umwelt/Verschmutzung
    Rom war eine Überraschung. Alles sauber und gepflegt trotz der täglichen Massen. Gleiches gilt für Jordanien und Ägypten soweit der ewige Sand und der Wind zuliessen. Indien ist da schon ein bisschen schmuddeliger, wenn man genauer hinschaut (aber dafür grüner).
    Leidiges Thema sind die Plastikfalschen. Wir in Deutschland noch soviel trennen, machen und tun, hier in den Ländern in denen ich bis jetzt war (Jordanien, Ägypten, Indien) sind Plastikflaschen so alltäglich wie die Luft zum Atmen. Massen über Massen an diesen Wasserflaschen. Und die Mentalitäten sind nicht so trenn- und sammelfreudig wie bei uns Deutschen.
    Also nach den zwei Megacities Kairo und Dehli, darf ich alle deutschen echauffier wütigen Umweltaktivisten einladen mal wirklich hin zu schauen wo es in der Welt was aktivistisch zu unternehmen gilt. Diese Flut (Sinflut) an Autos, schier unglaublich. Tag für Tag, 24 Stunden. Und diese Städte wachsen. Und hier das häufigst genannte Wunsch ein Auto zu besitzen. Wir -Deutschen- werden die Welt nicht retten in dem wir uns reduzieren. Wir können wenn wir wollen, aber retten werden wir das Klima nicht. Wer das immer noch glaubt darf gerne in die Hotspots reisen. Und ich habe Peking, Mexiko City und Buenos Aires noch vor mir.
    Ich war allerdings überrascht wie viele Elektroautos ich in Jordanien gesehen habe. Tatsächlich ist dort das Elektroauto stark im kommen bzw. schon etabliert. Es gibt ähnliche Förderregeln wie in Deutschland. Auch das Ladenetz soll gut sein.
    In Indien hab ich von Elektromobilität nichts gespürt. Heute, auf dem Weg zum Flughafen, ich schätze acht Spuren auf jeder Seite, Stoßstange an Stoßstange plus Motorroller und Tuk-Tuks.

    Die Weltwunder
    Na die, darf ich nicht vergessen in meiner Zwischenbilanz. Allesamt herausragend! Allesamt zu 100% besuchenswert. Allesamt haben gemein, dass man beim Besuch Menschenmassen erwarten kann.
    Aussergewöhnlich war Petra bzw. die Wanderung von Klein Petra über's Kloster nach Petra. Ganz toll! Faszinierend Alt Dehli mit dem riesigen Gewirr an Geschäften in den engen Gassen.
    Es sind natürlich nicht nur die Weltwunder, die anfixen. Ich hätte z.B. nie gedacht, das s mich die Dinge wie Berg Nebo (Moses), die Taufe Jesu (Jordan), der Unterschlupf Jesu (Kairo) so "gefangen" nehmen. War echt spannend.
    Es ist echt unglaublich was Glauben -egal an wen oder was- mit glaubenden Menschen macht. Die Grenzen des Machbaren gibt es nicht für Menschen die glauben. All die Fresken und Gemälde in Rom, Petra, die Pyramiden, die Kirchen im Jordantal, Taj Mahal, all dieses Wunder sind von Menschen gemacht aus Glauben und Liebe.
    Na sagen wir's mal so: In Auftrag gegeben haben es die Mächtigen im Glauben und in der Liebe, gemacht/hergestellt haben es unzählige arme Schweine, die wahrscheinlich eher schlecht als recht dafür bezahlt wurden.

    So, gibt' sonst noch was zu bilanzieren?
    Hmmh, würde sagen es reicht für heute.

    Die Zeit verfliegt. Es ist schon 18.40 h. Nur noch etwas über vier Stunden bis zum Boarding nach China

    Inshallah! Namaste! Ciao!

    ERGÄNZUNG:
    Dankenswerter Weise hat mich Charlotte mit ihrer Frage „Wie geht‘s denn Dir dabei?“darauf aufmerksam gemacht, dass ich nichts über mich geschrieben hab (ausser über meine Verdauung).
    Mir geht‘s gut! Die Informationsflut ist überwältigend. Es ist -natürlich- viel zu viel an Info. Ich will und kann mir nicht alle Namen von Pharaos merken oder ähnliche Details.
    D‘rum schreib ich ja so viel, damit wenigstens einiges hängen bleibt 😅.
    Die Begegnungen mit den Menschen sind für mich fast genauso wichtig wie die Weltwunder. Ich reise ja wegen der Menschen, die ich in so einer Dichte -verschiedenen Mentalitäten- und in ihrer Heimat wahrscheinlich nicht wieder erleben werde.
    Erschlagen fühle ich mich nicht. Es sind tatsächlich genügend Pausen drin.
    Danke für‘s Nachfragen!

    …so sitze ich gerade bei nem Cafe Americano und drei leckeren Törtchen! 😁. Passt scho!
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  • China 欢迎!& der Sommerpalast

    24 listopada 2025, Hongkong ⋅ ⛅ 21 °C

    China! Das Reich der Mitte! Und ich mitten drin!
    Seit heute und das für drei Tage.
    Heute Nacht ging's via Hong Kong nach Peking. Der Flug mit Air India war super. Kann ich nur empfehlen. Im Vergleich zu Egypt Air (beides mal Business Klasse) ist wie der Umstieg von VW Polo auf Mercedes S Klasse. Krasser Unterschied bei gleicher Buchungsklasse. Air India bot sogar Wechselkleidung für's Schlafen an.
    Der Flug ging von Dehli nach Hong Kong und von dort nach Peking. Dehli - Hong Kong etwas länger als 5 Stunden und von Hong Kong etwas mehr als 3 Stunden bis nach Peking. Jedes Mal nicht lang genug für einen richtigen Schlaf. Irgendwie geht's dann doch mit schlafen, aber irgendwie fühlte ich mich "durchgenuldet" an, als in Peking dem Flieger entstieg. Wie wird die Einreise nach China laufen? Man hörte ja schon manches. Fazit: Easy! Wenn man sich mal damit abfindet, dass die alles über einen wissen wollen, dann geht's ganz fix. Ähnlich wie in Indien, wurden die Fingerabdrücke genommen, Pass mehrfach eingescannt und etwas genauer gefragt was man denn hier mache, wo man wohne, wann und wohin man abreise. Alles in allem jedoch ruck-zuck, freundlich und nett.
    Netterweise wurde ich am Ausgang mit filigran in chinesischer Kaligraphie designiertem Namensschild abgeholt. "Walter" stand da und lächelte mich chinesisch freundlich an. Walter?! Ich hätte fast laut losgelacht. Ich hätte viele wilde Namen erwartet, aber ein profanes "Mein Name ist Walter, Alter!" nun doch nicht. Natürlich heisst Walter im richtigen Leben anders. Er hat sich diesen Künstlernamen gegeben, damit sich seine Gäste den besser merken können. Ein Cleverle unser Walter.
    Mit was ich nicht gerechnet hatte war die Kälte. Im Flugzeug wurde schon durchgesagt, dass es 11 Grad haben solle in Peking. Von was keine Rede war, war der eisige Wind. Man war das kalt. So ein garstiger Wind. Der hat jegliche Wärme aus den Knochen gezogen. Zeit zum großartig umziehen hatte ich nicht (hab tatsächlich Ski Unterwäsche dabei), denn Walter fuhr mit mir sofort zum Sommerpalast.
    Anfangs wollte ich protestieren und mir etwas Ankommenszeit verschaffen, aber jetzt da ich im warmen Hotelzimmer diese Zeilen tippe, darf ich sagen, dass der Walter, das richtig entschieden hat.
    Sommerpalast! Einer der großen Anziehungspunkte für Touristen aus aller Welt, inklusive der nicht kleinen Schar an Chinesen.
    Während meine letzten Besichtigungen (Taj Mahal, Pyramiden etc.) alles Grabstätten waren, ist der Sommerpalast mal glücklicherweise für die Lebenden gebaut worden.
    Genauer gesagt, hat ihn der Kaiser Quianlong seiner Mutter zum 60zigsten Geburtstag geschenkt. Das sind doch mal Geschenke!
    Gebaut wurde der Sommergarten 1751-1764 in Form einer riesigen Gartenanlage mit allem was eine 60jährige Frau begehrt.
    Der originale Sommerpalast wurde mehrfach bei Eroberungen zerstört und geplündert.
    Walter erzählte immer von einer Kaiserin, deren Name ich als "Sissi" verstand. Häh, dachte ich, der kann ja auf keinen Fall unsere von allen geliebte KuK Sissi meinen?
    Nein, es handelte sich um Cixi. Eine Witwe des Kaisers Xianfeng und eine mega einflussreiche Persönlichkeit. Der Kaiser stab. Der Tronfolger war erst sechs Jahre alt. Mit sechs hat man viele Wünsche, aber der Wunsch ein Kaiserreich gehört bestimmt nicht dazu. So begab es sich, dass der 6jährige Kaiser auf dem Thron saß und regierte, Cixi jedoch, hinter einem Vorhang hinter Thron, dem jungen Kaiser die richtigen Worte einflößte. Sie war per se nicht Kaiserin, aber tatsächlich liefen alle Regierungsgeschäfte über sie. Der junge Kaiser starb früh und so wurde nochmal ein junger Bub (der Neffe Cixi's) Kaiser. Wieder um saß Cixi hinter dem Vorhang und gab dem jungen Bub mit einfühlsamen Worten zu verstehen, wer jetzt geköpft werden musste, welche Reiche erobert werden sollten oder welchen Tee er zum Frühstück gereicht bekommen wollte. Eine mächtige und laut Walter auch eine prägende Frau.
    Kleine Nicklichkeiten lies sie sich jedoch nicht nehmen. Beispiel: Drachen stehen für den Kaiser, Phönixe für die Kaiserin (Frauen). Normalerweise ist die Rangfolge so, dass der Drache in der Mitte steht und Phönixe den Drachen flankieren. Cixi hat das jedoch rumgedreht. Vor einem Haus im Sommerpalast hat sie die Phönixe in die zentrale Mitte stellen lassen und die zwei Drachen links und rechts daneben. Will heißen: Die zentrale Macht liegt bei den Frauen. Damals wie heute! Ob Mann es will oder nicht. Ob er es bemerkt oder nicht. S' isch wie's isch.

    Jetzt noch ein bisschen was zu China bzw. Peking.
    Walter ist ein wirklicher Quell des Wissens.
    Peking hat 22 Mio. Einwohner. Sie damit die dritte Mega City in Folge die ich Besuche. Kairo und Dehli sind in der gleichen Größenordnung. Sowohl Kairo wie Dehli kamen ungefähr die gleiche Mentalität in Sachen Verkehr, Straßen, Regeln. In beiden Städten ist die Hupe das wichtigste Utensil am Auto.
    Und in Peking? Nichts! Ruhe! Ein-, zwei Mal hörte ich ein "Hup, Hup", aber ansonsten Ruhe. Und der Verkehrsfluss? Das Chaos auf auf der Straße? Ruhe! Man könnte fast sagen "germanische Ruhe und Regeln" auf Pekings Straßen. Aber Hallo! Welch ein Unterschied zwischen den drei Städten. Alle mit über 20 Mio Einwohnern.

    Und, meine lieben deutschen Autobauer, China ist für uns verloren! Jedenfalls wenn das Stadtbild von Peking repräsentativ ist. Es sind schon Mercedes, BMW etc. im Stadtbild zu sehen, aber der allergrößte Teil sind chinesische Marken.
    Der Anteil Elektroautos liegt in Peking bei ca. 30%. In Shanghai liegt dieser schon bei 50%. Tendenz steigend. Schlecht für Deutschland!
    Beispiel: In Peking wirdVerbrenner nach bestimmten Regeln verboten in die Innenstadt von Peking zu fahren. Diese Regeln orientieren sich an den Nummernschilder. Heute durften z.B. Verbrenner deren Nummernschilder die Endziffer 4 und 9 haben nicht in die Innenstadt Peking fahren. Das sind -lt. Walter- über 1 Mio Fahrzeuge, die heute aus dem Innenstadtbereich herausgehalten wurden.
    Morgen sind es zwei andere Endnummern der Nummernschilde. So geht es die ganze Woche. Dies gilt nur für Verbrenner! Wer Besitzer eines Elektroautos ist, hat jeden Tag Zutritt zu Pekings Innenstadt. Ergo: Verbrenner verlieren, Elektro gewinnt!

    Ansonsten lauft es lt. Walter mit der chinesischen Wirtschaft nicht gut. Vergangenes Jahr schloßen 12 Mio. Studenten ihr Studium ab. Von diesen 12 Mio. haben lediglich 6 Mio. einen Arbeitsplatz gefunden. Der Rest: arbeitslos. Dieses Jahr werden es über 12 Mio. Studiumsabgänger sein. Die Quote wird hier eher noch schlechter, d.h. noch mehr Arbeitslose, sein. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei rd. 5%.
    Die ist falsch -sagt Walter. Denn, in der offiziellen Statistik werden die Wanderarbeiter nicht gezählt. Und dies sind die Masse der ArbeiterInnen. Wanderarbeiter rekrutieren sich hauptsächlich aus dem ländlichen Bereich, sind Bauern. Früher gab es 900 Mio. Bauern. Heute sind es noch 600 Mio., 300 Mio. verdingen sich als Wanderarbeiter. Arbeiten so sie denn einen Job bekommen. Wenn nicht dann nicht. Sie ja quasi Selbständige Unternehmer, die ihre Arbeitskraft vermarkten.

    Soweit mal der erste Eindruck von Peking. Ich bin sehr positiv gestimmt.
    Morgen früh geht's zum 4. Weltwunder auf meiner Liste: Der chinesischen Mauer.
    Um 8 Uhr holt mich Walter ab. Ich werde parat stehen in Ski Unterwäsche und Handschuhen. Die Temperatur sollen um die 0 Grad sein, hinzu kommt der Wind.
    Eisige Aussichten für das 4. Weltwunder der Neuzeit.
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  • 放松与和谐的花园 Garten der Erholung & Harmonie

    24 listopada 2025, Chiny ⋅ ☀️ 8 °C

    Garten der Erholung und der Harmonie.
    So lautet die Übersetzung der chinesischen Schriftzeichen über dem Eingang zum Sommerpalast.
    Tatsächlich wurde dieser Palast für die schöne Zeit des Sommers gebaut und genutzt. Es ist ein riesig angelegter Garten mit künstlich angelegten Seen.
    Die Entstehung habe ich bereits beschrieben.

    Heute ist der Sommerpalast DER Anziehungspunkt für die Chinesen.
    Jeder und jede wollen mindestens einmal im Leben im Sommerpalast gewandelt sein.

    Der eisig kalte Wind war wirklich ein Herausforderung. Dieser Herausforderung stellte sich jedoch sehr viele ChinesInnen, welche heute sich auf den Plan geschrieben hatten den Sommerpalast zu besuche.
    Unter der ganzen Masse an Menschen waren vielleicht 5, 6 Europäer, ansonsten alles Innlandstouristen.

    Blickfang waren die gestylten jungen Damen in den traditionellen Gewändern. Anfangs dachte ich, die gehörten zu den MitarbeiterInnen des Gartens, um den Gästen ein gewisses Verständnis für die damalige Zeit zu geben.
    War' aber nicht. Alle waren Gäste so wie ich, nur halt etwas anders gekleidet und geschminkt.
    Ich frage Walter gleich zu Anfang, was ich alles fotografieren könne. "Alles!" meinte er. "Alles?" fragte ich zurück. "Ja, alles kein Problem.", so Walter.
    Hmmh, ich bin da mal ein bisschen vorsichtig, denn schließlich hat man ja so einiges gehört, über Kontrolle und Probleme mit an falschen Plätzen von falschen Personen gemachten Fotos.
    Bei den geschminkten jungen Damen fragte Walter wiederholt "Darf ich fotografieren?" "Ja, kein Proglem". Hmmh...
    Jedenfalls hab ich Walter gebeten zu fragen, ob ich denn fotografieren dürfe. "Ja, gerne!" war unisono die Antwort. Die jungen Damen wollten unisono auch ein Foto von dem Herrn mit rotblond lichtem Haar haben. So war auch ich ein durchaus gefragtes Model an diesem eisig kalten Nachmittag.
    Toll waren die Kleider, Aufwendig die Kosmetik.
    Walter fragte die jungen Damen wo sie denn herkämen. Nur einzelne kamen aus Peking bzw. dem Umkreis. Die meisten kamen von weit, weit weg und nahmen lange Fahrten in Kauf, um sich hier im Sommerpalast in den traditionellen Kleidern mit dem traditionell geschminkten Gesicht zu zeigen.
    Alles kann man mieten. Die Kleider, die Dame für das Schminken. Nicht günstig -so Walter- aber es ist es den jungen Damen wert!

    Somit schließ ich den ersten Tag Peking und freue mich auf' schöne warme Bett.
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  • Geschichten aus dem Reich der Mitte

    25 listopada 2025, Chiny ⋅ ☀️ -1 °C

    Geschichten aus dem Reich der Mitte.
    So nenne ich den Beitrag zum Abschluß des heutigen Tages. Er soll ein kleines Sammelsurium sein an Informationen die mir Walter gegeben hat und Eindrücke aus Peking.

    Beginnen möchte ich mit dem ersten Programmpunkt des heutigen Tages.
    Der Besuch im Tal der Kaiser.
    In Ägypten liegt das Tal der Könige ja in der Wüste und ist ziemlich verschüttet.
    Das Tal der Kaiser in China liegt in der Nähe von Peking, idealerweise an der Strecke zur chinesischen Mauer.
    Insgesamt sind im Tal der Kaiser 13 Kaiser bestattet. Nur ein einziges Kaisergrab wurde geöffnet und archäologisch untersucht. Ähnlich wie in Ägypten waren die Grabbeigaben allesamt Schätze aus der Welt von "Reich & Mächtig", mit anderen Worten sehr kostbar.
    Alle Kaisergräber sind nach dem gleichen Prinzip gebaut. Es sind riesige Gartenanlage mit mehreren Pavillons (große Holzhallen). Der Zugang erfolgt über eine Allee, welche von steinernen Tieren und Menschen gesäumt sind.
    Alles ergibt einen Sinn und eine Reihenfolge, wenn man sich mit der chinesischen Mythologie befassen möchte.
    Aber will ich das? Vielleicht im nächsten Leben. ...oder im übernächsten...

    Ich lebe ja im hier und jetzt, deshalb Geschichten aus dem Hier und Jetzt.
    Walter übergab mir am Morgen eine Seiten zu lesen. Unter anderem "Chinesisch für Anfänger" . Interessant und auch lustig finde ich wie die Chinesen Deutschland bezeichnen: Dé Guó.
    Was bedeutet Dé Guó?
    Und jetzt festhalten! Übersetzt bedeutet es... ...Spannung steigt... Trommelwirbel... ...Täterätäää:
    Die Tugendhaften!

    Ja meine lieben Mitdeutschen und Mitdeutschinnen. In der chinesichen Sprache werden wir als "Die Tugendhaften" bezeichnet. Tolle Sache, oder?!
    Die deutschen Tugenden! Die sind so richtig und wichtig, sie in der chinesischen Sprache unser gesamtes Volk repräsentieren!

    Aber was sind die deutschen Tugenden? Darüber meine lieben Mit- und Ohne-LeserInnen dürfen gerne alle heute Nacht nachdenken und mir morgen schreiben.

    Was die Schriftzeichen anbelangt, so hatte ich Walter gefragt ob den die Chinesen nie ihre eigenen Zahlen hatten, denn im täglichen Leben werden ausschließlich die unseren, die arabischen Zahlen verwendet.
    Doch, doch, meinte Walter und zog einige Geldscheine hervor.
    Auf den Scheinen ist der Betrag in arabischen Zahlen gedruckt und darunter steht die Zahl in chinesisch. Ich hab in den Fotos den Hunderter abgebildet. Unter der Zahl 100 sind drei Zeichnungen abgebildet. Die erste 1, die zweite 100 und die dritte Yoan (Währung). Also wenn man sieht wie kompliziert es ist 100 mit diesen Schriftzeichen zu schreiben, dann versteht man die Chinesen, dass sie die arabischen Zahlen adaptiert haben.

    Was gibt's noch?
    Ach ja, das mit den Autos und den Nummernschildern.
    Gestern hatte ich ja bereits geschrieben, dass für Verbrenner die Innenstadt Peking je nach Endziffer des Nummernschildes an bestimmten Tagen gesperrt ist.
    Heute hab' ich bei Walter nachgehakt. Es ist sogar so, dass dies nur für Autos mit Pekinger Kennzeichen gilt. Auswärtige Fahrzeuge dürfen erst garnicht reinfahren. Für alle auswärtigen Autofahrer ist Peking tabu. Die müssen vor der Stadt parken und mit Bahn, Bus, Taxi oder Rad in die Stadt fahren. Trotz dieser restriktiven Maßnahmen ist die Stadt geflutet mit Autos. Nicht so chaotisch und laut wie in Kairo und Dehli, aber die Anzahl der Fahrzeuge ist gigantisch.
    Dann die Sache mit den Nummernschildern. Bei uns ist ja so, dass es immer neue Kennzeichen gibt, wenn mann das Fahrzeug wechselt. Bei den Chinesen ist dem nicht so. Wer ein Kennzeichen bekommt, der hat es für immer. Ist in etwa so wie bei einer Hausnummer, der Ausweisnummer o.ä..
    Und es gilt: Nur wer ein Nummernschild hat darf ein Auto kaufen. Also zuerst das Nummernschild dann das Auto. Ohne Nummernschild kein Auto.
    Die Nachfrage nach Nummernschildern (Autos) ist riesig. In Peking werden Nummernschilder via Losverfahren verteilt. Man muss sich bewerben, wir in eine Lostrommel geschmissen und wenn man gezogen wird muss man innerhalb von 6 Monaten ein Auto kaufen. Wenn nicht, verfällt das Nummernschild. In Peking kostet die Teilnahme an der Lotterie rund 300 Euro.
    In Shanghai werden die Nummernschilder versteigert! Dort liegt der Preis für 1 Nummernschild schon mal bei 11.000 Euro (lt. Walter).

    Heute Abend war ich auf der Suche nach Nahrung in der Innenstadt von Peking. Vom Hotel aus bin ich in rd. 10 Minuten in der Fußgängerzone. Und was soll ich sagen, Pekings Einkaufsmeile unterscheidet sich nich von den Paris, London, New York, Berlin, Glottertal. Überall bekannte Marken mit ihren Flagship Stores (Apple, Ferrari, Omega Uhren u.v.m.) Hinzu kommen die chinesischen Marken. Alle mit riesigen Leinwänden und Geblinke hier, Geblinke da.
    Und auf der Flaniermeile, ja da laufen auch diese jungen Damen in den kaiserlichen Kostümen und mit der maskenhaft geschminkten Gesichtern. Und auch hier ist es so, dass Passanten Fotos mit den Mädchen machen. Es ist irgendwie wie auf einem Laufsteg.
    Nett fand ich die Gruppe von Frauen (und 1 Herr) welche auf dem Flanierweg chinesische Tänze darboten. Ob es Tänze sind mag ich nicht sagen, es erklang jedenfalls chinesische Musik und Damen und der Herr drehten ihre Hände und Körper . Erst sah es so aus, als ob dies eine einzelne Gruppe wäre, aber als ich mich zum Hotel bewegte war auch hier eine andere Gruppe ebenfalls am Tanzen.

    Und Essen, ja das musste ich auch noch was. Ich also rein in ein chinesisches Restaurant. Zuerst mal gefragt, ob ich mit Kreditkarte zahlen könne. Die Dame an der Rezeption war des Englischen nur wenig mächtig und so klärte einer der Kellner die Situation. Karte wäre o.k., ich also rein. Der einzige Nicht-Asiate im Raum. Hmmh, man(n) muss sich ja erst mal orientieren. Glücklicherweise nahm sich der englisch sprechende Kellner meiner Person an und bugsierte mich zu Tisch Nummer 2. Die Karte, die er mir aushändigte war A3 oder größer. Essen nach Bildern! Die konnte ich allerdings gut sehen/deuten. Also gab' was mit Garnelen, Fleisch (Huhn), Pilzen und Reis. Dazu einen Jasmintee. Fertig war das China Menü. Lecker war's wenn's auch ein bisschen schärfer hätte sein dürfen. Wahrscheinlich hätte ich aber nach einer scharfen Soße fragen solle, was ich jedoch nicht machte.

    Voll voll liege ich nun auf dem Bett und beschließe diesen Bericht.
    Peking ist Deutschland um 7 Stunden voraus. Hier ist 22.45 Uhr und die Nacht lockt mit schönen Träumen.

    ...und wer kann schönen Träumen widerstehen? Ich nicht!
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  • Kaiserwetter an des Kaisers‘ Mauer

    25 listopada 2025, Chiny ⋅ ☀️ 2 °C

    Die Große Chinesische Mauer!
    Wer hat nicht schon von ihr gehört. Sie ist so groß, dass man sie sogar aus dem Weltraum sieht.
    Ich bin zwar nicht im Weltraum, aber ich seh' sie auch. Und zwar heute! Live und in Farbe! Das vierte Weltwunder auf meiner Liste.

    Wie gestern berichtet wurde der heutige Tag mit maximaler "Kampfausstattung" angegangen. Ski-Unterwäsche, Pullover, Windbreaker, Daunenweste, Handschuhe, 2 Halstücher und eine Mütze. So ausgestattet wollte ich dem eisigen Wind trotzen, mit dem ich gestern Bekanntschaft gemacht hatte.
    So stand denn auch um 8 Uhr einsatzbereit in der Lobby des Hotels, als Walter mich abholte. Doch oh Wunder, der Wind war weg! Kein schneidender eisiger Wind. Wie weggepustet. Genial! Zwar immer noch kalt, aber windstill kalt.
    Und der Himmel: blau, blau, blau. Und die Sonne: wunderbar, wunderbar, wunderbar.
    Also besser hätte ich es für den heutigen Tag nicht treffen können.
    So was bekommt man halt vom lieben Gott beschert, wenn man sein Tellerchen immer schön leer isst, die Zähne regelmäßig putzt und die Welt eher rosafarben denn grau betrachtet.
    Die Fahrt zur Mauer dauerte 2 1/2 Stunden. Vor dem Mauerbesuch ging's ins Tal der Kaiser. Hiervon berichte ich im anschließenden Footprint.

    Informationen zur Mauer (Quelle: Walter)
    Angefangen die Mauer zu bauen wurde vor 2.700 Jahren. Damals waren es viele Teilabschnitte von vielen "kleinen" Königen. Sinn der Mauern war der Schutz vor den regelmäßig einfallenden Horden aus dem Norden (=Mongolen). Irgendwann lies er Kaiser die bestehenden Einzelmauern zu einer einzigen großen Mauer verbinden. Den Abschnitt, den wir heute besuchten wurde vor 600 Jahren gebaut.
    Man schätzt, dass zum Zeitpunkt der Hauptbauzeit mindestens 1 Million Arbeitskräfte beim Mauerbau beschäftigt waren. Zusammengerechnet liegt die Bauzeit für die Mauer bei 2.000 Jahren.
    Die Mauer ist sagenhafte 8.851,8 Kilometer lang! Kein Scherz! Walter meinte, dass dies Länge nach der aktuellsten Messung sei. Die Mauer beginnt in einer Bucht am Meer und endet in der Wüste Gobi.
    Zum Vergleich: Die Länge der Mauer entspricht der Strecke Freiburg-Hamburg 12mal! Man muss 12x von Freiburg nach Hamburg fahren, dann hat man die Strecke gefahren, die die chinesische Mauer lang ist. Wahnsinn, oder?!
    Anderer Vergleich: Die Gesamtlänge der Außengrenze Deutschland liegt bei rund 3.800 Kilometer. Die chinesische Mauer kann quasi 2 x um das gesamt Deutschland herumgewickelt werden. Krass, oder?!

    Da die Mauer zu Verteidigung diente waren alle paar Meter Wachtürme installiert. In der Spitze waren um die 900.000 Soldaten an der Mauer stationiert.

    Folgende Meldekette zwischen den Wachtürmen bestand:
    1X Feuer, 1xGeschützdonner = 100 Feinde nähern sich
    2x Feuer, 2xGeschützdonner = 500 Feinde nähern sich
    3x Feuer, 3xGeschützdonner = 1.000 Feinde nähern sich
    4x Feuer, 4XGeschützdonner = 5.000 Feinde nähern sich.... usw.
    Mit dieser Art der Informationskette konnten Nachrichten innerhalb kürzester Zeit über eine Strecke von 500 Kilometern übermittelt werden. Ganz ohne Handy! Kaum vorstellbar.

    Heute sind nur noch Teile der Mauer für die Öffentlichkeit begehbar. Ein großer Teil liegt inzwischen in Ruinen oder ist einem so desolaten Zustand, dass das Betreten lebensgefährlich ist.
    Eine dieser begehbaren Stellen liegt in der Gemeinde Mutianyu. Wunderbar via Kabinenbahn erschlossen kann der gemeine Chinese und der interessierte Tourist die Mauer betreten.
    Aber Hoppla! Wer gedacht hat er können auf der Mauer spazieren, der sei gewarnt. Spazieren ist nicht. Pobacken Training im rauf und runter ist angesagt. In dem Abschnitt den wir besuchten ist das eine sportliche Tat und keine Tat die Aussicht zu genießen. Na ja, stimmt nicht ganz. Man kann mit der Gondel hochfahren und einfach dort am Ausstieg verweilen. Wer jedoch das "Mauerfeeling" haben möchte der darf sich gerne auf heftige Auf- und Abstiege einstellen. Vor allem der Anstieg zu Wachtturm 20 ist heftig. Quasi senkrecht geht's da hoch.
    Das tückische an den Steigungen ist, dass die Stufen so kurz sind, will sagen, sie sind nicht tief bzw. sind schmal. Beim Hochsteigen kann man auf der Fußspitze hochgehen. Beim Abwärtssteigen ist jedoch Konzentration gefragt, da die Auftrittfläche recht klein ist.
    Meine Schilderung soll niemand daran hindern die Mauer zu erwandern. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass das Wandern auf der Mauer kein Ponyhof ist.

    Grandios war das Wetter. Unglaublich dieser Himmel. Perfekt! Perfekter geht es nicht.

    Nach zwei Stunden Mauer wandern ging's wieder per Seilbahn nach unten und der wohlverdienten Abendgestaltung entgegen.

    Die Chinesische Mauer. Mein 4. Weltwunder! Drei stehen noch aus. Und die, die befinden sich in wärmeren Gefilden. Gott sei Dank! Das nächste sind die Maya Tempelanlagen in Mexiko.

    Vor Mexiko liegt jedoch noch ein Tag Peking. Und mein lieber Walter hat noch fleißig Programm für mich zusammengestellt. Morgen geht's zum Kaiserpalast, zum Platz des Himmlischen Frieden und abends in eine Vorstellung der chinesischen Oper.

    Mal schauen was kommt. Mal schauen wie's wird.
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  • Nase läuft - Walter erklärt - Bub staunt

    26 listopada 2025, Chiny ⋅ ☁️ 0 °C
  • China Finale - Beauty Probleme

    27 listopada 2025, Japonia ⋅ ☁️ 17 °C

    16.20 Uhr Flughafen Tokio. In zwei Stunden geht mein Flieger nach Mexiko. Flugzeit: 12 Stunden. Das wird heftig. Zumal ich schon 3 1/2 Stunden Flugzeit von Peking nach Tokio hinter mir habe.
    Ja, ja, ich weiss, selbstgewähltes Leid. Ich will auch nicht klagen, denn da wäre ich hier fehl am Platze.
    Nun habe ich also Zeit noch ein bisschen über China zu schreiben.
    China (Peking und die Mauer) haben mir sehr gut gefallen. Ausser dem eisigen Wind am ersten Tag, war auch das Wetter gutes Reisewetter. Da am ersten Tag, mit dem Wind, da hab ich mir meine Erkältung eingefangen. Von Dehli (30 Grad) kommend, war ich zwar auf kühlere Temperaturen eingestellt, aber der Wind, der Wind das himmlische Kind, hat meinem Immunsystem was zu tun gegeben.
    Heute, hier in Tokio sitzend, geht's wieder. Die Nase ist zwar noch zu, aber der Gesamtzustand ist wieder nahe am -altersgerechten- Optimum.
    In der Überschrift hatte ich "Beauty Probleme" geschrieben. Das bezieht sich auf das ständige ausgesetzt sein diesen Klimaanlagen. Meine Haut ist dermaßen ausgetrocknet, dass selbst ständiges Cremen keine jugendliche Straffheit mehr hervorbringt. In meinem Pekinger Hotelzimmer konnte ich kein Fenster öffnen. Die Klimaanlage lief auf Dauerbetrieb im Heizungsmodus. Die Luft im Zimmer war so trocken, dass mein jugendlicher Anfang-Sechziger-Teint, sich dem einer der mumifizierten Herren in den besichtigten Grabstätten anglich.
    Heute Nacht, das war der Hammer! Der echte Hammer! Ich ging so gegen 23 Uhr ins Bett. Irgendwann, es muss so Mitternacht gewesen sein, fängt es irgendwo in meiner Umgebung an zu Hämmern. Richtig mit Hammer hämmern. Ich hab gedacht ich spinn! Bzw. die spinnen die Chinesen! Das Hämmern hörte nicht auf, sondern ging dann in das Geräusch einer Bohrmaschine (Akku Schraubers) über. Die Rezeption konnte mir nicht helfen, da des Englischen nicht mächtig.
    Ich hämmerte dann auch. Mit meiner Faust. Des nachts um 2 Uhr. Gegen die Wand. Kurz Ruhe, dann ging das Schrauben wieder weiter. Ich war durchaus genervt, da meine Nacht um 5.00 Uhr rum war und ich eh angeschlagen war/bin. Die Lösung waren dann die guten alten Ohrstöpsel. Die rein und es war weitestgehend Ruhe.
    Um 5.00 klingelte der Wecker und der Reisetag begann.

    Noch ein paar Worte zu China. Überall, wirklich überall sind Kameras installiert. An allen möglichen und allen unmöglichen Orten. Und überall Ausweiskontrolle. Bei Besuch der Mauer musste ich meinen Reisepasse 4 x digital überprüfen lassen. Auch bei den Tempeln wurde der Reisepasse regelmäßig gescannt. Also wer ein Problem mit Überwachung bzw. "Big Brother is watching you" hat, für den ist China kein Reiseland.
    Der Zugang zu Internetseiten ist unterschiedlich. Im Hotel hatte ich WLan. WhatsApp und Google funktionierten nicht. Nahm ich das Funknetz (4G), war der Zugang zu WhatsApp und Google problemlos und perfekt.
    Ich frage ja alle meine Tourguides weshalb sie denn ausgerechnet eine so schwere Sprache wie Deutsch gelernt hatten. Bei meinem jordanischen Adi war's ja weil sein Vater einen Mercedes fuhr und so auf deutsche Wertarbeit schwor.
    Die gleiche Frage stellt auch Walter. Die Antwort: "Ich komme aus einer Provinz, die ganz früher kurz (4 Jahre) deutsche Kolonie war." Diese koloniale Vergangenheit bewog Walter (wie er wirklich heisst weiss ich nicht) die deutsche Sprache zu studieren. Ist das nicht niedlich?
    Gestern Abend war ich noch in der chinesischen Oper! Die Fotos vermitteln einen Eindruck. Ich sag's mal so: Verdi ist mir lieber.

    So muss los. Mexiko ruft! Hasta pronto!
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  • Habla Español? & Currywurst Mexico

    27 listopada 2025, Meksyk ⋅ ☁️ 20 °C

    Nun also Mexiko! Die nächste Mega City mit über 20 Millionen Einwohnern.
    Der Flug von Tokio hierher war zwar lang, aber die All-Nippon-Airline weiss die Zeit so angenehmen wie möglich zu gestalten. Aber, das beißt die Maus keinen Faden ab, es ist ein laaaanger Flug. Den Peking-Tokio Flug mitgerechnet war ich rd. 16 Stunden in der Luft. Hinzu kommen die Stunden vor und zwischen den Flügen. Hab quasi einen Tag in Transit und Luft verbracht.
    Angekommen in Mexiko am Flughafen ist der erste Eindruck: alles entspannt. Beispiel: Immigration (Einreise). Während bei allen anderen Flughäfen die Beamten hinter kleinen Verhauen mit hohen Plastikwänden saßen, ging's in Mexiko richtig familiär zu. Keine Fingerabdrücke wurde genommen. Ich musste nicht in eine Kamera starren und Einreiseformulare ausfüllen. Die Beamten saßen einzeln in kleinen Rondells ohne Sicherheitsglasscheiben. Es war eher wie eine Rezeption im Hotel.
    Heraus aus dem inneren Flughafenbereich traf mich das reale Mexiko Leben. Viele laute Stimmen, viele Menschen. Den Menschen war der Indio Einschlag in Hautfarbe und Größe deutlich an zu sehen.
    Was ich nicht sehen konnte war mein "Willkommens Komitee" mit Namensschild.
    Oha, dachte ich, dass wäre dann das erste Mal, dass etwas nicht punktgenau klappte. Ich wartete ca. 20 Minuten und lief mehrfach an allen "Willkommen" Schildträgern vorbei um zu sehen, ob ich doch nicht irgendwo vermerkt sei.
    Nein, war ich nicht. Also Plan B. Ich rief die örtliche Reiseagentur an (deren Nummer hatte ich von meinem deutschen Veranstalter). Da war tatsächlich auch sofort jemand dran, der dann auch meinte er würde sich sofort darum kümmern.
    Tja und wenige Minuten später kam ein Mann um die Ecke, ein digitales Display in die Höhe haltend, auf der mein Name als Laufband ständig lief. Willkommen im digitalen Zeitalter. Jose hatte die Willkommens-Kultur an den Flughäfen ins digitale 21.Jahrhundert katapultiert!
    Nach kurzer Vorstellungsrunde, ging's dann rein ins Auto, rein in die 22 Mio. Metropole Mexiko City. Und ehrlich, es ist kein Ziel -für mich jedenfalls- in einem solchen Moloch zu leben. Dieser Verkehrswahnsinn. Autos über Autos. Stoßstange and Stoßstange. Kilometerweit! Stau, Stau, Stau. Wieviel unendlich kostbare Lebenszeit die Bewohner dieser Städte im Stau verbringen. Unglaublich! Wem gefällt's, ist gut, für mich ist das nichts.
    Ich selbst merkte deutlich, dass ich übermüdet war. Echt fertig. Jetlag!
    Da war nicht mehr viel mit rausgehen. Ziel war, um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Hat nicht geklappt. Kurz nach 19 Uhr lag ich todmüde im Bett. Wie gesagt, Jetlag! Das Ergebnis war, dass ich morgens um 2 Uhr ausgeschlafen war. Tja, da ging's dann los mit dem Herumwälzen, Gedanken machen, Pläne schmieden, Dinge organisieren.
    In Mexiko war ich hinter der deutschen Zeit, während ich in Peking vorne dran war.
    Bin quasi im Flug vom chinesischen Morgen des Tages in den Abend des gleichen Tages geflogen. Zwischendrin hab ich den deutschen Mittag überflogen.
    So lag ich morgens um 2 wach im Bett, während in Deutschland 9 Uhr morgens war. Beste Bürozeit! Also hab ich einige Dinge erledigt, die anstanden.
    Nichtsdestotrotz war es eine lange Nacht bzw. ein langer Morgen.
    Um 8 Uhr wurde ich zur Besichtigungstour abgeholt. Dieses Mal war's keine 1:1 Tour, sondern ich war Teil einer Gruppe. Kolumbianer, Chilenen, Puerto Ricaner und US-Amerikaner. Alles spanisch Muttersprachler (auch die Amis). Das wird ja spannend, dachte ich. Milena, ihres Zeichens mexikanische Reiseleiterin gab sich wirklich Mühe mir alles auf Englisch zu erklären. Sie war nicht perfekt in Englisch und ich auch nicht. So hat sie im Rahmen ihres Englisch erklärt und ich im Rahmen meines Englisch Verstehens, zustimmend, (nicht) wissend genickt. Interessant war's allemal.
    Was die Gruppe anbelangte, so ist halt auf Amis immer Verlass. Wenn Dich jemand anspricht wo man her kommt, was man denn so macht und wie es denn so geht, dann sind das immer Amis. Amis reden mit den Leuten. Eine sehr erfreuliche Eigenschaft. So war das amerikanische Pärchen meine Gesprächspartner, wenn's um allgemeine Leben ging. Ausser Politik. Über Politik haben wir nicht gesprochen.
    Erste Anlaufstelle unserer Gruppe war gleich mal Merchandising. Das mag ich überhaupt nicht. Immer dieses Anfahren von Verkaufsständen mit der Versicherung, man brauche nur zu schauen, kaufen müsse man nichts. Glücklicherweise unterschieden sich die mexikanischen Verkäufer deutlich angenehm von den arabischen Verkäufern. Die mexikanischen VerkäuferInnen waren zurückhaltend und angenehm freundlich. Schön war, dass uns -bevor wir in die Verkaufsräume kamen- erst mal das Leben der Indios nahe gebracht wurde. Es wurde anhand von Kakteen gezeigt, was die Indios alles aus diesen Pflanzen gewannen. Von Nadeln, Faden über Essen, "Papier" bis hin zur Grundlage ihrer Getränke.
    Getränke! Das war ne nette Abteilung. Wir wurden zu einer Verköstigung diverser Schäpse und Liköre eingeladen. Und, Klaro, auch zu den Geschichten rund um die Getränken. Das alles lief auf spanisch, aber ich konnte mir ein ungefähres Bild machen, was die erzählten. Ob denn diese Schmetterlingsraupe, die im Mescal versenkt ist, tatsächlich geschmacklich das i-Tüpfelchen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist es ein guter Marketinggag. Und blind macht er auch nicht! Jedenfalls war dieser Verkaufsstopp ein ganz netter Stop, der nebenbei auch informativ und lustig war.
    Danach ging' auf zu eigentlichen Ziel des heutigen Ausflugs.
    Der Ruinenstadt Teothihuacan!
    Zwischen 100 bis 650 n. Chr. gebaut, war sie einst mit ca. 100.000 Einwohner, die größte Stadt des amerikanischen Kontinentes. Aber alles, wirklich alles, was über diese Ruinen, ihre Bedeutung und Verwendung geschrieben steht ist pure Vermutung. Es gibt keinerlei Informationen wie z.B. Schriften o.ä. die Aufschluss darüber geben wer und wie die Pyramiden gebaut wurden. Wer das veranlasst hat noch was dort getrieben wurde. Die Azteken, die kamen erst im 14. Jahrhundert und dort war Teotihuacan schon viele, viele Jahre eine Ruinenstadt.
    Ist das nicht spannend? Wir wissen nichts über die Erbauer. Wir wissen nicht was sie dazu getrieben hat so zu bauen. Auch die heutigen Namen wie Mondpyramide oder Sonnenpyramide oder Straße der Toten sind reine Vermutungen, die auf keinste Weise gesichert sind. Die Namen wurden von den Archäologen vergeben, die dort gebuddelt haben. Eins war klar. Die Pyramiden sind massiv, d.h. es gibt nicht wie den ägyptischen Pyramiden, Räume und Gänge innen. Also waren diese Pyramiden keine Grabstätten wie bei den Ägyptern. Ob auf den Pyramiden tatsächlich Götter angebetet wurden und welche, auch dass sind reine Mutmaßungen.
    Bei Ausgrabungen wurde jedoch die Verwendung der Anlage durch Azteken herausgefunden. Ob und wie sie hier gewohnt, gelebt, gefeiert oder angebetet haben, auch das, reine Vermutung. So wurden Kinderskelette gefunden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass diese Kinder den aztekischen Göttern als Gabe dargebracht wurden. Kinder stehen für reine Wesen und da bei den Azteken das Opfern von (reinen) Wesen an der Tagesordnung war, geht die Wissenschaft davon aus, dass es auch hier der Fall war.
    Auch die Namen Sonnen- bzw. Mondpyramide sind reine "Erfindungen". Nichts steht geschrieben, nichts ist gefunden. Da die Azteken auch Anhänger der Dualität waren (Gut-Böse, Männlich-Weiblich, Tag-Nacht, Sonne-Mond) geht die Wissenschaft davon aus, dass die größere der beiden Pyramide, die Sonnenpyramide, die männliche und die Mondpyramide die weibliche Dimension des Lebens wiedergibt. Ob dem so war? Keiner weiß es. Die Pyramiden waren ja schon da als die Azteken kamen. Ergo, waren es nicht sie, die diese erbaut haben.
    Waren es Ausserirdische? Wer weiß? Woher hatten die Erbauer das Wissen über Architektur und Statik. Woher die Technik so exakte und parallele Wände zu bauen? Bei den Ausgrabungen wurde Quecksilber gefunden. Woher kannten die Erbauer Quecksilber? Mysterien der Menschheit und deren Geschichte!

    Nach dem ausgiebigen Besuch der Pyramiden ging es zu einem weiteren Mysterium. Dem Wallfahrtsort "La Virgin de Guadalupe".
    Aufgeht's zum Mysterium des Glaubens!
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  • Seelig sind die Glaubenden!

    28 listopada 2025, Meksyk ⋅ ⛅ 18 °C

    „La Virgin de Guadalupe“!
    Auf der Programmbeschreibung der Tour waren zwei Programmpunkte genannt:
    Teothiuacan & Basilika der Jungfrau Maria von Guadalupe.
    Auf ersteres war ich gespannt und bei Zweitem dachte ich „Na ja, noch ne Kirche“!
    Na ja, es war/ist ne Kirche, aber dass mich hier der wichtigste Pilgerort von Mittel- und Südamerika erwartete, das hatte ich nicht erwartet.
    Auch als mir Milena in ihrem Englisch etwas zur Geschichte dieses Heiligtums erzählte nahm ich die Dimension garnicht so wahr, denn… …wie gesagt, ihr Englisch und mein Verstehen… …jedenfalls war ich geplättet als wir bei der Basilika ankamen und Devotionalienläden in schieren Massen vorfanden. Und Pilger! In schieren Massen. Der Petersdom in den Amerikas!
    Ich hab‘s dann gegoogelt!
    O.k., neben Lourdes und Fatima ein weiterer Ort der globalen Marienverehrung. Und das nur, weil ein Indio in der Winterzeit eine Erscheinung Mariens hatte. Nach ursprünglichem Zweifeln von Seiten des Bischofs kam der junge Indio später mit Blumen zurück, die es unmöglich zu dieser Jahreszeit dort geben konnte. Dann war da noch das Bildnis Marias gebannt/gemalt auf einen Leinenstoff eines Mantels. Per se ist Leinenstoff sehr ungeeignet als Malunterlage, aber in diesem Fall ein weiteres Zeichen für ein Wunder!
    Wie gesagt, es wurden keine Blinden zu Sehenden, keine Krüppel zu Gehenden, sondern es ist einem Indio die Gottesmutter erschienen.
    Ich gebe zu, ich stehe solchen Erscheinungen eher (sehr) skeptisch gegenüber, aber was das mit -glaubenden- Menschen macht ist unglaublich.
    Das Bild wurde übrigens mehrfach wissenschaftlich untersucht und es gab keinerlei Hinweise auf einen göttlichen Künstler/Künstlerin. Im Gegenteil. Wer hierzu ebenfalls mehr wissen möchte, bitte googlen.

    Was mich fasziniert ist der Glauben der Menschen. Bestens zu sehen hier am Wallfahrtsort der „Jungfrau Maria von Guadalupe“. Pilgergruppen in verschiedensten Bekleidungsformen, aber immer mit dem Bildnis Marias. Eine Männergruppe trug sogar kompletten Marienaltar auf den Schultern.
    Menschen, die vieles in Kauf nehmen, die vieles Tun, um ihrem tiefen Glauben Ausdruck zu verleihen. Ob‘s was hilft/bringt?
    Tja, einen Gläubigen nach dem Sinn des Glaubens zu fragen, ist so widersinnig wie die Frage ob denn die Sonne tatsächlich im Osten aufginge.
    Seelig sind sie die Gläubigen. Denn sie hinterfragen nicht. Sie glauben an ein Wissen, welches es garnicht gibt, welches nicht bewiesen werden kann.
    Das ist der Sinn des Glaubens. Von ganzem Herzen an Dinge zu glauben, die nur vom Herzen als wahr und richtig bewertet werden.

    Ein weiteres Ereignis, welches als Wunder an diesem Ort gilt, ist das „Überleben“ der Kirche in einem Erdbeben.
    In Mexiko City gab es ein Erbeben mit beträchtlich Schäden in der Stadt.
    Aber dort, am Ort der Heiligen Jungfrau Maria von Guadalupe, stürzte nichts ein. Der Glaube, gebaut in Stein, hielt Stand.
    Zeugnisse des Erdbebens sind deutlich zu sehen. Zum Einen ist der Eingangsbereich der Kirche abgesackt. Beim Betreten der Kirche merkt man deutlich, dass der Boden schief ist und zur Mitte hin ansteigt. Links und rechts an den Kirchenwänden sind große Risse zu erkennen. Von aussen ist deutlich zu erkennen, das das Kirchenportal sich nach vorne neigt.
    Die Kirche blieb stehen und steht noch heute!
    Ein Wunder!

    Die Marienerscheinung war an einem 12. Dezember 1531. Jedes Jahr am 12. Dezember kennt -lt. Milena- die Anzahl Pilger keine Grenzen. Sie strömen zur Basilika aus ganz Lateinamerika. Ausnahmezustand!

    Das war Mexiko City. Eine interessante Stadt, die ich aber nicht noch mal haben muss. Der Verkehr ist einfach zu ätzend.

    Morgen bzw. heute -bin nämlich schon unterwegs- geht‘s nach Cancun.
    Diese Zeilen tippe ich auf Platz 6F sitzend, Flug Nr. AM 524, Mexiko-Cancun, hoch über den Wolken.
    Cancun ist für Mexikaner wie Mallorca für die Deutschen. Sommer, Sonne, Strand und Party

    Auf mich wartet das 5. Weltwunder:
    Die Maya-Stadt Chichén Itzá
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  • Urlaub! Endlich 😁!

    29 listopada 2025, Meksyk ⋅ ☀️ 28 °C

    Urlaub! Endlich! 😁
    Na ja, eigentlich ist Cancun mit der Playa del Carmen das Basiscamp für die Ausflüge zu den Maya Städten…
    …aber, wenn ich schon mal hier bin, kann ich gleich mal Urlaub machen…
    Also hab ich einen Ausflug via Katamaran nach Tulum sausen lassen und mich dafür dem schnöden Nichtstun hingegeben…
    😁
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  • Chichén Itzá | Nr. 5 von 7

    1 grudnia 2025, Meksyk ⋅ ☀️ 26 °C

    Sitze in der Lobby des Mahekal Beach Club und warte aufs Taxi. Heute Abend werde ich mich -so der Plan- in einem Hotel in Bogota, Kolumbien betten. Morgen in aller früh geht's dann nach Cusco, dem Eingangstor zu Maccu Pichu. Wer kennt nicht Maccu Pichu? Die verlassene Inka Stadt hoch in den Bergen ist jedes Jahr auf irgendwelchen Kalendern abgebildet. Und jetzt bilde ich Maccu Pichu mit meinem Handy und meinem wunderbaren Körper ab. Spannend!
    Aber noch ist's nicht soweit. Heute noch Mexiko. Gestern auch!
    Nach einem Tag Urlaub vom Urlaub ging's gestern nach Chichen Itza. Chichen Itza ist eine Ruinenstadt der Maya und zählt zu den sieben Weltwundern.
    Da auf meiner Liste stehend, stand ich gestern kurz vor 7 Uhr in der Lobby und wartete auf den Bus. Wie in Mexiko City ging es auch dieses Mal mit einer Kleingruppe zur Besichtigung. Kleingruppe?! 16 Leute in einem kleinen 20 Personen fassenden umgebauten VW Transporter. Anspruchsvoll eng!! Um's vorweg zu nehmen. Nie mehr wieder!! Es ist nicht die Gruppe, die Mitreisenden sind eigentlich immer in Ordnung, es das System dieser Reisen in Kleingruppen.
    15 Amis und ich. Wie schon mal geschrieben gibt es mit Amis nie Kommunikationsprobleme. Die reden, ich rede. Die erzählen, ich erzähle. Zwischenmenschlich alles o.k.. Auch der Tourguide Arun und der Fahrer Jorge alles gut. Die Umstände und die Organisation sind die problematischen.
    Chichen Itza liegt gut zwei Fahrstunden von Cancun bzw. Playa del Carmen entfernt. Wie bei diesen Kleingruppenreisen üblich werden erstmal alle Teilnehmer an den verschiedenen Hotels abgeholt. Das dauert! Aber, es ist frühmorgens, man/frau ist gut gelaunt, denn es gibt ja was zu erleben. Arun machte nicht nur auf Tour Guide sondern auch auf Einheizer. Auf dem ersten Teil der Hinfahrt erzählte er launige Geschichten und wir durften (Gruppendynamik ruft) ein bisschen Maya und Spanisch lernen.
    Da ich als fünfte Person in den VW Bus einstieg, hatte ich noch reichlich Auswahl an Sitzmöglichkeiten. Ich setzte mich dreimal um! Die Sitze und der Sitzabstand waren suboptimal (= Legehennen Atmosphäre). Als alle anderen zustiegen wurde es voller und die letzten bissen die Hunde. Eng und unbequem für zehn von sechzehn Gästen. Keiner beschwerte sich und alle waren guter Dinge.
    Nach zwei Stunden dann Chichen Itza. Chichen Itza bedeutet übersetzt "Mund der Quelle der Itza". Die Itza war der Maya Stamm der hier wohnte und diese Weltwunder baute. Das gesamte Gebiet ist ein Karstgebiet mit relativ armem Boden und mit vielen unterirdischen Höhlen. Es gibt auch nicht wirklich Oberflächenwasser (Bäche, Flüsse). Die Karsthöhlen (Dolinen) haben die Eigenschaft, dass sich dort Wasser sammelt wie in einer Zisterne. Wasser = Leben. Darum haben sich die Maya in Chichen Itza angesiedelt. Es gab genügend Wasser zum Leben. Genügend Wasser in diesen Dolinen gespreichert. In Maya werden diese Wasserspreicher "Cenote" genannt und sind existenziell gewesen. Aus diesem Grund waren die Cenote auch heilige Orte für Maya. Zum Einen Ort für Leben (Wasser) und zum Anderen ein Ort als Zugang in die Unterwelt.
    Die Hauptpyramide von Chichen Itza ist über einer solchen Cenote gebaut. Die "heilige" Cenote von Chichen Itza liegt wenige hundert Meter von der Pyramide entfernt. Dort wurden -davon geht man aus- Opfer dem Wasser und der Unterwelt dargebracht. Auch die Maya opferten Menschen. Davon zeugen Knochenfunde, die in der heiligen Cenote gefunden wurde. Es war eine Amerikaner, der Anfang des 20. Jahrhundert die Schätze des Chichen Itza Cenote barg. Alle Arten von Edelsteinen und Gold (und Menschenknochen) wurden gefunden. Vielleicht war Edward Herbert die tatsächliche Vorlage für mein Idol aus Jugendzeiten, denn allzeit beliebten, Indiana Jones. Vielleicht hat Stephen Spielberg die Geschichte von Edward Herbert und den Schätzen von Chichen Itza gelesen/gehört und entschloß sich daraufhin mein Idol der Jugend Indiana Jones zu erschaffen. Ob dem so war? Keine Ahnung! Reines Hirngespinst von mir.
    Die Geschichten die uns Arun rund um die Maya und Chichen Itza erzählte waren spannend und lehrreich. Und es war heiß! Und wir haben hier jetzt Winter! Und ich will nicht wissen wie heiß es hier im Sommer ist!
    Chichen Itza ist das meistbesuchte Denkmal/Monument/Sehenswürdigkeit in Mexiko. In der Hochsaison sollen bis zu 50.000 Menschen täglich durch die Maya Ruinen wandeln.
    Eins muss ich aber sagen: Teatihuacan war beeindruckender. Die Mond- und Sonnenpyramide mächtiger und die Straße der Toten beeindruckender. Weshalb ausgerechnet Chichen Itza zum Weltwunder erklärt wurde und nicht Teatihuacan, ist für mich unklar.
    Beide Pyramidenstädte haben übrigens nichts miteinander zu tun. Sowohl zeitlich wie auch ethnologisch. Teatihuacan ist einige hundert Jahre vor Chichen Itza gebaut wurden. Es waren auch keine Maya, die Teatihuacan erbauten.

    Es bleibt ein Mysterium wie Kulturen rund um den Globus, ohne Internet, Zoom-Sitzungen und FaceTime die gleichen Bauwerke und die gleichen Konstruktionen errichtet hatten. Die Ägypgter, Römer, Griechen, Maya etc.. Alle sind durch Kontinente, Jahrhunderte, Jahrtausende voneinander getrennt und doch gibt es ähnliche Baustile und Denkweisen.

    Gibt es ein globales universelles menschliches Wissen, eine universelle menschliche DNA, die alle Menschen unabhängig von Jahrhunderten und Regionen dazu ermächtigt gleiches (zumindest ähnliches) zu leisten. Ohne technisch-elektrische-hydraulische-sägende-hebende Hilfsmittel!

    Oder wurden sie durch Besucher aus dem Universum dazu befähigt. Hatten sie Lehrmeister aus dem Outer Space?

    Wer wird's uns sagen?

    So, mache jetzt Schluß. Taxi kommt gleich. Heute Abend lege ich meinen Astralkörper in Bogota in ein Hotelbett.
    Bis denne!

    Fußnote: Sitze jetzt im Taxi zum Flughafen. Alles gut. Noch ne Anmerkung zum Kleingruppenausflug. Das Problem ist/war die Abholung und Verteilung der Gäste auf ihre Hotels. Vom eintreffen in Playa del Carmen, wo mein Hotel war, bis zum Zeitpunkt als ich endlich aus dem Bus aussteigen konnte, vergingen 1 1/2 Stunden. 1 1/2 Stunden in denen Hotels angefahren und Gäste ausgeladen wurden. Des isch nix für d‘Bub!
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  • Herzrasen! Auf zum Nabel der Welt!

    3 grudnia 2025, Kolumbia ⋅ ☁️ 12 °C

    Von 0 auf 3.399 m! Da wird auch für den Welt reisenden Herren die Luft dünne.
    Gestern am Strande der Karibik gestartet, hieß das Übernachtungsziel Bogota.
    Kolumbien also. War ich noch nie. Was fällt einem zu Kolumbien ein? Wenn man's nett meint, dann kolumbianischer Kaffee. Wenn man's aus dem Bauch raus benennt, dann Drogen, Gewalt, Kartelle, Tote!
    So ging's denn also los von Cancun nach Bogota. Von Meereshöhe 0 auf 2.600 m. Die Ausreise verlief wie die Einreise mexikanisch entspannt. Meine Fluggesellschaft war die Avianca. Es gibt erstaunlich viele Fluggesellschaften hier. Fluggesellschaften deren Namen ich noch nie gehört hatte. Hab Avianca mal gegoogelt. Uns siehe da, die Avianca wurde von Deutschen zu Anfang der 19hunderter Jahre im Norden Kolumbiens gegründet. Avianca ist -lt. Internet- die zweitälteste Fluggesellschaft der Welt. Wer hätte das gedacht. Auf jeden Fall wollten viele Menschen mit Avianca von Cancun nach Bogota fliegen. Der Flieger war voll!
    Mal ein Wort zu den Flughäfen. Bis dato sind die Lateinamerikanischen Flughäfen auf Hochglanz und mit der neuesten Technik ausgestattete Ameisenhaufen. Es reisen soooo viele Menschen. Ich bin ziemlich sicher, das Wort "Flugscham" gibt's in den von mir bisher besuchten Ländern nicht. Und würde man es den Menschen erklären, würden die einen für bekloppt halten. Also an diesem deutschen "Flugscham"-Wesen wird die restliche Welt sicherlich nicht genesen bzw. hat kein Interesse.
    Zurück zu Avianca und Bogota. Abends um 8 Uhr landeten wir in Bogota. Mein Weiterflug war erst heute morgen, so dass eine Übernachtung anstand. Das Hotel war gebucht, was bedeutete, raus aus dem Flughafen, was bedeutete, ich musste in Kolumbien einreisen, mit Pass- und Zollkontrolle.
    Aber hallo, ich war nicht der einzige, der zu vorgerückter Stunde in Kolumbien einreisen wollte. Ein riesige Schlange wand sich in der Immigration Halle. Auwei, dachte ich, dass dauert ja Stunden bis ich da durch bin. Nix da! Die kolumbianischen BeamtInnen waren super fix. Die Schlange der Einreisenden war immer im Fluß. Tolle Sache. Ich wurde von einer jungen Dame kontrolliert. Hier saßen die BeamtInnen wieder hinter Sicherheitsglas. Die Einreise erfolgte jedoch ohne Abnahme der Fingerabdrücke und Ablichten des Konterfeis.
    Und was hatte die Beamtin vor sich liegen? Ihr Handy? Ihr Handy im Dauermodus? Während sie sich mit mir beschäftigte schaute sie auf dem Handy Filmchen an. Geht's noch?! Bei uns undenkbar (denke ich). Doch hier ist das Handy allgegenwärtig. Allgegenwärtig online. Sogar bei den BeamtInnen der Einreisebehörde.
    Nachdem die Einreise geklärt war, war das spannende die Beschaffung eines Taxis für die Fahrt zum Hotel. Und zwar eines Taxis, welches Kreditkarten annimmt, denn ich wollte für eine Nacht keine kolumbianischen Pesos tauschen. Was soll ich sagen? Direkt am Ausgang standen Männer in Warnweste mit Aufschrift "Taxi lizensiert". Kurze Nachfrage "You accept Kreditcards?". "Si, Si, sin problema" sagte der Warnwestenträger und auf ging die Fahrt ins nahe gelegene Hotel.
    Im Übrigen hab' ich keinerlei fiesen Gangster Visage gesehen. Keine Drogenhunde. Kaum/wenig Polizei. Nichts deutete darauf hin, dass ich hier in einem Land war, welches mir Hauptsächlich im Zusammenhang mit Drogen und Gewalt bekannt war.
    Alles normal, alle nett, alle aufgeräumt.
    Die Höhe von 2.600 m machte mir nicht zu schaffen. Konnte gut einschlafen. Das war auch wichtig, denn der Weiterflug war früh um 8 Uhr, so dass ich recht früh aus den Federn musste. Die Abflughalle war total voll. Was für ein Menschenauflauf morgens früh! Und die Abfertigung nur noch via Computerterminal. Ich musste meinen Reisepass scannen und meine Flugnummer eingeben und dann noch in eine Kamera schauen. Da mein Kameragesicht und mein Reisepassgesicht eine relativ hohe Übereinstimmung hatten, durfte ich passieren und mich in den Schlund des Flughafens begeben.
    Flugzeit rd. 3 1/2 Stunden von Bogota zum Nabel der Welt. Toller Name: Nabel der Welt! So heisst die Stadt Cusco (Peru) übersetzt. Cusco ist das Tor zu meinem sechsten Weltwunder und ist voll auf Tourismus ausgelegt. Von 2.600 m (Bogota) ging's auf rd. 3.400 m (Cusco). Die Luft wird dünner!
    Dünn bzw. kurz war/ist die Landebahn in Cusco. Der Flughafen liegt in der Stadt und die Landebahn ist nur ein kurzer Streifen. Das bedeutete heftige Schubumkehr des Anden Condors nach dem Touchdown.
    Die Einreise war mal wieder ganz anders wie erwartet. Ich dachte, dass die Peruaner eher entspannt sind und da Tourismus die Haupteinnahmequelle ist, auch die Einreise eher legér sei. Aber das kleine Peru wollte wieder alle Fingerabdrücke und ein wunderbares Foto eines jeden Einreisenden. Wie doch die Länder unterschiedlich ticken. Warum die einen so und die anderen anders?
    Da ich nichts zu verbergeben habe, ein fleißiger ehrlicher Steuerzahler bin und auch hinsichtlich Drogen eher unbescholten, war die Einreise kein Problem.
    Es war vereinbart, dass mich in Cusco am Ausgang wieder ein lokaler Tourguide mit Namensschild empfängt. Und da biege ich kaum um die Ecke, da schwenkt eine junge Dame freudenstrahlend ein Schild mit "STEGER" drauf geschrieben. Dann ruft sich auch noch meinen Namen "Hallo Herr Steger. Herzlich Willkommen in Cusco." Ääh, ich war platt. Meine bisherigen Empfangskomitees waren ausschließlich männlich und mittleren Alters aufwärts und höflich freundlich. Mit so einer Lebensfreude war ich bis dato noch nie empfangen worden. Sehr nett!
    Eimy stellte sich als meine Betreuerin rund um die An- und Abreise vor. Ihr Deutsch war/ist hervorragend. Sie plauderte und war voller Elan. Ihre Eltern seien auch Reiseleiter in Deutsch und sie wolle das auch machen, sei aber in ihrer Ausbildung noch nicht soweit. Deshalb dürfe sie nur An- und Abreise betreuen.
    Eimy hat sich mit ihrem einnehmenden Wesen in der Rangliste der Willkommens-Plakat-TrägerInnen sofort auf Platz 1 katapultiert. Stand heute: Uneinholbar auf Platz 1 katapultiert. Es ist wirklich nett so empfangen zu werden.
    Sie war auch beim Checkin im Hotel dabei. Mein Hotel ist ein wunderbar alt ehrwürdiges auf neu getrimmtes Altstadtpalais. Ambiente alt, Technik und Ausstattung neu. Sehr schön!
    Und dann Cusco! So was von herzig. Keine Mega City, sondern eine Kleinstadt mit einem wunderbaren Platz, auf dem sich das Leben abspielt. Um den Platz herum viele, viele Geschäfte in denen Alpaka Kleidung angeboten wird. Tolle Kleidung! Wenn ich Platz im Koffer hätte, dann... In einem Geschäft bin ich schwach geworden. Mein blaue Weste, die mich schon seit vielen vielen Jahren begleitet, hat das Ende ihrer Zeit erreicht. Die Nähte gehen auf, der Reißverschluss klemmt. Eigentlich wollte ich mit ihr bis zum Ende der Reise durchhalten, aber da kam mir so ein Alpaka Laden in die Quere. Eine gelbe Weste sprang mir ins Auge. Keine edle fein gewobene Alpaka Weste, sondern so eine Funktions (Outdoor) Weste. Tja was soll ich sagen, ich ging in den Laden mit blauer Weste rein und verließ ihn mit gelber Weste. Ab sofort gibt's Fotos in formschöner leuchtend gelber Alpaka Weste. Und ich darf sagen, hab ich auf 3.400 m Höhe von peruanischer Produktion (buy local) gekauft.

    Morgen steht Cusco - Sightseeing mit lokalem Führer an. Hatte Eimy gefragt, ob einer ihrer Eltern mit Cusco zeigt (auf Deutsch) aber sie verneinte, meine Führung sei auf Englisch. Well then, let's see!
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  • Cusco = Der Nabel der Welt! Teil 1

    3 grudnia 2025, Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    S'ist Nikolaustag heute.
    Samstag, 06.12.20125. Es ist kurz vor 11 Uhr vormittags und ich habe Zeit. Mindestens drei Stunden. Also kann ich schreiben. Schreiben über Cusco und meinen Besuch in Machu Picchu.
    Ich hab so viel Input bekommen, dass ich gleich mehrere Berichte erstellt habe (erstellen musste), um alles auch nur annähernd unter zu bringen.

    Los geht's mit Cusco.
    Cusco bedeutet "Nabel der Welt" und Cusco war die Hauptstadt des gesamten Inka Reiches und vor Gründung von Lima auch Hauptstadt Perus.
    Von Inkas ist nicht mehr allzuviel übrig geblieben, meist Ruinen, aber von den Spaniern bzw. der Nachfahren.
    Es ist sehr viel über den Zustand von Cusco in der Inka Zeit bekannt, weil die Spanier laufend berichteten und alles aufschrieben. So ist bekannt wieviel Gold, Silber und Edelsteine in Cusco zu finden war.
    Klar bekamen die Spanier Goldfieber als sie das alles sahen. Für die Inkas war Gold kein Zahlungsmittel. Es war Deko und Material der Götter. Für die Spanier war Gold alles. Für Gold mordeten und starben sie. Die armen Inkas, wenn die gewusst hätten mit wem sie sich da einließen, dann wäre sicherlich einiges anders gelaufen. Denn eingelassen haben sie sich mit den Spaniern. So hatte z.B. Pizarro eine Tochter des Inka Königs geheiratet und zwei Töchter mit ihr bekommen. Es war normal, dass die Inkas und die Spanier sich vermählten. Anders als die Weißen und die Indianer Nordamerikas waren Mischehen hier an der Tagesordnung.
    Weshalb haben denn wenige Spanier über Millionen Inkas gesiegt? Bekannt ist ja, dass durch die eingeschleppten Krankheiten viele, viele Inkas starben. Jedoch waren die Spanier nicht nur gute Virenverteiler (neudeutsch = Superspreader) sondern auch intrigante Politiker und Taktirer. Pizarro und Co. schafften es, dass sich verschiedene Inka Könige mit ihnen zusammentaten, um den großen Inka Kaiser in Cusco zu stürzen.
    Warum verbündeten sich die Inkas mit den Spaniern und kämpften gegen einander?
    Das Inkareich war -wie in Europa- ein Feudalsystem. Es gab einen Kaiser, mehrere Könige und viele, viele Adlige. Und wie in Europa gab es unter den Blaublütlern viel Neid und Missgunst, denn ansonsten hatten die Herren ja nichts zu tun. Sie mussten ja keine Felder bestellen oder Waren produzieren. Ihre Aufgabe war herrschen und sich überlegen wenn sie noch mehr beherrschen könnten.
    Bei den Inkas gab es Steuern. Gegenüber dem Kaiser waren die Könige und die Adligen steuerpflichtig. Diesen gegenüber wiederum deren Untertanen. Die Steuern wurden nicht nicht Geld bzw. Gold entrichtet, sondern in Gütern. Das was im jeweiligen Königreich wertvolles vorhanden oder hergestellt wurde, wurde als Steuerzahlung an den Kaiser übermittelt.
    Ein gewichtiger Anteil an der Steuer und auch ein großer Anlass für Unmut war die Fronarbeit. Fronarbeit kennt/kannte man ja auch in Europa. Unentgeltliche Arbeit für einen höheren (gemeinsamen) Zwecke. Da die Inkas keine Sklaverei kannten und somit keine Sklaven als billige Arbeitskräfte hatten, mussten die armen Bauern ran.
    Im Winter, wenn die Arbeit auf den Feldern ruhte und nichts zu tun war, wurden sie zur Arbeit (Fronarbeit) herangezogen. Bei dem was hier gebaut wurde (ist), mussten unzählige Steine geschleppt und gehievt werden. Über die Anzahl der Toten und der Krüppel, die es bei diesen Arbeiten gab, kann man nur spekulieren. Jedenfalls waren bauwütige Inkas nicht allzu gut gelitten beim normalen Volk. Der Neid der anderen adligen Inkas kam noch hinzu.
    So traf des Spaniers politisches Geschickt auf durchaus fruchtbaren Boden. Und so kam es, dass Inkas gegen Inkas kämpften, um am Schluß alles verloren und die Spanier alles gewannen.
    Den Reichtum (in Gold) den die Spanier gewannen war unermeßlich. Nur so lässt sich erklären wie beispielsweise diese unglaublichen Kunstwerke in der Basilika in Cusco überhaupt entstehen (und bezahlt) werden konnten.
    Die Basilika von Cusco! Ich erwartete nichts außergewöhnliches als ich als Teil einer kleinen Gruppe auf Cusco Besichtigungs Tour ging. Ein Pärchen aus England, ein weiteres Pärchen (sie=Peruanerin, er=Philipino >> Interessante Mischung und ein weiterer Beweis, dass die Welt ein Dorf ist) und meine Wenigkeit. Führerin durch Cusco war Clara. Ihr Englisch war so gut, dass ich gut folgen konnte.
    Als wir die Basilika betraten und Clara uns in die Geschichte einführte, blieb uns allen die Münder offen stehen. Was für eine Pracht! Die Engländer und ich schüttelten immer wieder ungläubig die Köpfe über diese unglaublichen Kunstwerke, über diese unglaublichen Gemälde, über diese unglaublichen Altäre. Wirklich, ich war ja in Rom, aber diese Basilika von Cusco ist mit Rom in einem Atemzug zu nennen. Wirklich, wirklich ein Reise wert!
    Und wiederum für mich erstaunlich, was alles im Namen des Glaubens geschaffen und erschaffen wurde. Ohne Religion und den Glauben würden viele dieser Weltwunder gar nicht existieren. Man kann somit zum Glauben (konkret: Der Religion und deren Organisation) stehen wie man will (z.B. ich=kritisch), anerkennen muss man (ich), das die Kunstschätze dieser Welt größtenteils aus dem tiefen Glauben der Menschen an ihre Religion entstanden sind.
    Nach der Basilika ging's weiter zu den Resten der Inka Tempel. Zu sehen sind überall die Mauern der Inkas und die Kanäle. Die Kunstfertigkeit der Inkas große (Basalt) Steine zu bearbeiten ist phänomenal. So exakt behauen, so glatt, das kann eigentlich von Hand nicht funktionieren. Hat es aber!
    Und wieder schleicht sich die Frage ein: Woher wussten die Inkas das alles? Woher hatten sie das Material? Woher hatten sie die Technik solche Monumentalbauten zu errichten? Woher kam dieses Wissen über Gestirne, Edelmetalle etc.?
    Menschen der Erde sind Wunder! Der menschliche Körper ist ein Wunder. Der menschliche Geist ist ein Wunder!
    Gab's da jemand, der diesem Wunder nachgeholfen hat. Nirgendwo sonst ist Hollywood mit den Ausserirdischen und die Geschichten um Besucher aus dem Weltall so präsent wie in Peru (für mich jedenfalls).
    Was uns Clara alles zeigte ist auf den Fotos gut zu sehen. Wir alle waren geplättet ob dem was wir von der Inka Welt erfahren und sehen durften.

    Im Teil 2 von Cusco schreib ich noch ein bisschen über die Inkas und deren Wanderwege und über die Cusco der Neuzeit.
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  • Machu Picchu. Teil 1 v. 3

    5 grudnia 2025, Peru ⋅ ☁️ 8 °C

    Immer noch Nikolaustag. Immer noch der 06.12.2025. Jetzt 15.30 Uhr und ich sitze im Vistadome Zug von Agua Caliente (Machu Picchu) zurück nach Cusco.
    Wieder 90 Kilometer und wieder rund 3.30 Stunden Zugfahrt. Genug Zeit um die Eindrücke von zwei Tagen Machu Picchu textlich zu verarbeiten.
    Fangen wir von vorne an.
    Gestern 5.20 Uhr holte mich Eimy mit einem strahlenden "Guten Morgen Meinrad" vom Hotel in Cusco ab. Es stand die Zugfahrt ab Poroy nach Agua Caliente auf dem Programm. Agua Caliente ist die Basis für die "Eroberung" Machu Picchus.

    Auf unserer Fahrt nach Poroy lernte Eimy sogar ein neues deutsches Wort. Nachdem sie mir berichtete, dass sie Jura studiert hätte, nun ein Tourismus Studium dranhänge und nebenbei Sängerin sei und sie nicht wisse in welche Richtung ihr Leben gehen solle, meinte ich zur ihr: "Eimy, in Deutschland würde man sagen, Du hast ein Luxusproblem."
    "Luxusproblem, was ist das. Dieses Wort kenne ich nicht“.
    "Na ja" meinte ich, "Du hast ein abgeschlossenes Studium in Jura, bist auf dem besten Weg Dein Tourismusstudium abzuschließen und zusätzlich dazu singst Du noch. Eimy, Dir stehen alle Welten zur Auswahl. Und zwar die guten Welten. Und Du weisst nicht mit welcher Welt zu leben willst? Klarer Fall eines Luxusproblemes!"
    Eimy lachte laut auf und meinte dann, dass sie mir sehr dankbar sei, so ein wichtiges Wort gelernt zu haben.
    Luxusproblem! Wer hat das nicht alles? Bewusst oder unbewußt?
    Hab ich eines? Hmmh, ich sag' m' mal so, wer so eine Reise macht, der hat zwar Probleme, die unterscheiden sich aber deutlich von dem Problem der täglichen Nahrungssuche oder dem lösen von gordischen Knoten im Beruf.
    Ergo: Wenn überhaupt ein Problem, dann ein Luxusproblem.
    Ich sag's mal so, auch mit einem Luxusproblem kann man überleben. Grad so, aber Leben ist möglich.
    Nach solchen philosophischen Gesprächen am frühen Morgen ging's in Poroy auf den Vistadom. Der Vistadom ist ein Zug wie etwa der Glacier Express oder der Bernina Express in der Schweiz. Panoramafenster und Bewirtung. Sehr schön!
    Der Zug fährt mehr oder weniger entlang der Flüsse. Er bietet Einblick in die landwirtschaftlichen Gebiete dieser Region. Nett und kurzweilig.
    Gegen 10 Uhr kamen wir in Agua Caliente an. Zwei Personen erwarteten mich. Bryann, mein Guide und der Kofferträger vom Hotel. Kofferträger, tatsächlich? Nachher sollte ich verstehen weshalb. Nett war Bryanns' Namenschild: "Kunde Steger". Wie sich herausstellte dachte er mein Vorname sei "Kunde". Er kann ja kein Deutsch und so war der Name "Kunde" ein so guter Vorname wie Hans, Albert oder Meinrad.
    Es ging gleich los mit Machu Picchu. Nicht erst Hotel, ankommen und bereit machen, nein, gleich aufi zu meinem 6. Weltwunder.
    Bryann meinte, dass täglich ca. 5.000 Touristen geregelt Machu Picchu besuchen dürfen. Und geregelt ist wirklich alles perfekt. Hoch geht's in einer 20 minütigen Busfahrt auf engen Serpentinen. Es gäbe auch die Möglichkeit senkrecht zur Höhenlinie in ca. 2 Stunden zu Fuß hoch zu wandern. Das war allerdings nicht unser Plan. Es ist nämlich heiß in Agua Caliente. Sehr heiß. Nix Cusco Temperaturen. Sondern tropisch heiß und tropisch feucht.
    Also auf ging's mit dem 11 Uhr Bus. Mit dem Ticket bucht man eine Uhrzeit und eine Route. Wir hatten Route 2. Was beinhaltete, dass wir in die hohen Ebenen von Machu Picchu steigen durften. Route 1 weiß ich nicht. Route 3 hatte ich heute. Das ist die Route in den unteren Ebenen Machu Picchus.
    Bryann, der arme Kerl, war krank. Er entschuldige sich zu Beginn mehrfach. Er sei erkältet und falls er etwas langsam sei, solle ich ihm das verzeihen. Ich meinte, er solle doch Zuhause bleiben wenn er krank sei. Nein, er brauche das Geld und Zuhause bleiben hieß kein Geld zu verdienen.
    -Da heben wir doch mal den Kaffeebecher und danken der bundesdeutschen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall!-
    Dieser gestrige Tag war ein perfekter Tag. Perfektes Wetter Perfekte Bedingungen. Hoch lebe die Nebensaison! Es sind zwar Menschen/Touris da, aber Bryann versicherte mir, dass es in der Hochsaison deutlich, deutlich mehr seien.
    Wunderbar!
    Dann hielt der Bus. Wir stiegen aus. Stiegen bei Route 2 ein und da dann lag es vor mir: Machu Picchu.

    Mehr im Teil 2 der Machu Picchu Trilogie
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  • Machu Picchu. Teil 2 v. 3

    5 grudnia 2025, Peru ⋅ ☁️ 22 °C

    Machu Picchu heisst übersetzt "Alter Berg".
    Namensgeber der Siedlung ist der Berg im Hintergrund mit Namen Machu Picchu.
    Was macht Machu Picchu so besonders? Klaro, die Lage!
    Oben auf einem Felsplateau in 2.430 m Höhe. Umgeben von den Bergen der Anden.
    Gleich mal was geschichtliches. Gemäß der letzten Datierung wurde Machu Picchu ungefähr 1430 gebaut. Und nun das spannende: Die Spanier waren nie da und kannten Machu Picchu nicht! Das heisst, im Jahr 1533 als Pizarro in Cusco eintraf und die Eroberung des Inka Reiches begann, war Machu Picchu bereits verlassen bzw. in Auflösung begriffen. Berücksichtigend, dass die Bauzeit von Machu Picchu ca. 80 Jahre war, bedeutet das, dass Machu Picchu maximal 30-50 Jahre bewohnt war.
    Häh?! Dieser ganze Aufwand für die läppische Zeitspanne von 30-50 Jahre?
    Die Antwort darauf folgt später.

    Die Inkas haben Machu Picchu aus mehren Gründen ausgesucht. Zum einen gab es -anscheinend- schon so eine Art Plateau. Dieses Plateau war aufgrund der umliegenden Berge und des umfließenden Flusses relativ sicher und gut zu verteidigen. Zum anderen war es den Inkas wichtig das Plateau in Richtung Osten ausrichten zu können. Osten = aufgehende Sonne. Der oberste Gott war der Sonnengott und die Inkas die Söhne der Sonne. Die ersten Sonnenstrahlen waren die heiligsten. Und jetzt kommt's: Das gesamte Plateau Machu Picchus wurde von den Inkas so angelegt, dass es sich leicht in Richtung Osten neigt. Die Morgensonne sollte das gesamte Plateau erfassen. Deshalb ist die Westseite auch ziemlich vernachlässigt, da keine Bedeutung. Die Straßen in Machu Picchu sind alles Nord-Süd ausgerichtet. Der höchste Punkt auf dem Plateau liegt auf der westlichen Seite und ist als Pyramide gebaut. Auf ihr thront die Sonnenuhr der Inkas. Anhand dem Sonnenstein und dem Lichteinfall konnten die Inkas die Jahreszeiten bestimmen. Es gibt dort einen Stein, der die geometrische Form eines Drachen hat. Es ist die exakte Nachbildung des Sternenbildes "Stern des Südens" und genau so ausgerichtet. Phänomenal!
    Hinter dem Plateau, geht es nochmals steil, sehr steil, nach oben zu Wayna Picchu (= junger Berg). Ganz dort oben, in schwindelerregender Höhe hatten die Inkas ebenfalls Gebäude errichtet. Es führt eine super Wanderung entlang des Grates dort hoch. Von dort muss man einen spektakulären Blick auf Machu Picchu und die umliegenden Berge haben. Ich kann's nur vermuten, da der Wanderweg um 12 Uhr mittags geschlossen wird. Geschlossen deshalb, damit vermieden wird, dass Menschen in der Dunkelheit runter kommen müssen. Bryann war schon mehrfach oben und meinte, dass man teilweise auf allen Vieren hochklettern müsste.
    Gut genug für tolle Fotos war Wayna Picchu auf alle Fälle.
    Bryann nannte Wayna Picchu das "Oberservatorium". Der Name ist fiktiv, da niemand weiss weshalb da oben gebaut wurde und für welchen Zweck. Da aber -so Bryann- der Sternenhimmel dort oben so klar und so nah sei, bestünde durchaus die Möglichkeit, dass dort das Observatorium war.
    Unklar ist auch, weshalb Machu Picchu überhaupt gebaut wurde. Weshalb nahmen die Inkas diesen Wahnwitz auf sich dort oben eine Siedlung zu bauen? Keiner weiß es! Von den Spaniern ist nichts zu Machu Picchu bekannt, da es den Spaniern nicht bekannt war. Es war kein Königs- oder Kaisersitz. Man geht davon aus, dass der Inka aus Cusco durchaus Machu Picchu besuchte. Ob als Sommerresidenz oder für rituelle, spirituelle Feiern. Keiner weiß es und wir werden es voraussichtlich auch nie erfahren.
    Zwischenbericht: Ich sitze ja im Zug und tippe. Neben mir geht der Punk ab. Es wird soeben eine Alpaka Modeschau vom Zugpersonal durchgeführt. Begleitet von Anden Musik werden verschieden Pullover, Schals und Jacken präsentiert. Sehr schön! Ich mach mal eine Tipppause!
    Hach war das herzig. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der Sinn von Machu Picchu. Wie gesagt, nix genaues weiss man nicht.
    Als der Amerikaner Hiram Bingham 1911 Machu Picchu (wieder)entdeckte was es vom Dschungel verschluckt. Es lies sich nur mit viel Vorstellungskraft erahnen was sich unter dem grünen Geflecht verbarg. Die späteren Ausgrabungen ergaben keinen Hinweis auf Sinn oder Unsinn von Machu Picchu.

    Bleibt das Leben und der Untergang von Machu Picchu ein Rätsel?
    Nein! Die Beantwortung dieser Fragen lauert in Teil 3
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  • Machu Picchu. Teil 3 v. 3

    6 grudnia 2025, Peru ⋅ ☁️ 13 °C

    Machu Picchu Teil 3!
    Finaler Text und Abschied von meinem 6. Weltwunder.

    Bei Ausgrabungen in Machu Picchu wurden menschliche Skelette gefunden. Nur Skelette von erwachsenen Menschen. Wo aber waren die Kinder? Gab es keine Kinder in Machu Picchu?
    Nun ein paar Antworten, die ich gemäß Bryann wiedergebe.
    Machu Picchu war eine Inka Siedlung die hauptsächlich zur Erforschung von Sonne, Mond und Sterne diente. Sozusagen eine Wissenschaftsstadt. Die maximal Bevölkerung dürfte bei 500 Menschen gelegen haben. Machu Picchu war im hohen Maß von Lieferungen an Lebensmitteln, Werkzeugen, Textilien und täglichen Produkten aller Art angewiesen. Aufgrund seiner abgelegenen Lage und limitiertem Zugang war eine funktionierende Logistik unerlässlich.
    Diese unerlässliche Versorgung mit Produkten aller Art kam ins Stocken, als die Spanier anfingen die Inkas zu bekriegen. Die Lieferketten brachen zusammen. Machu Picchu wurde langsam aber sicher von der Außenwelt abgeschnitten. Die Menschen mussten Machu Picchu aufgeben, da schlichtweg zu wenig zum Leben da war. Ergo, Schuld waren die Spanier mit ihrer Liebe zu Gold und ihrem dringenden Wunsch "Zur Ehre des Königs und zum Heil unseres Herrn Jesus Christus" die Inkas aus zu plündern und das Land zu erobern. Frage eins ist somit geklärt.
    Dass keine Kinderskelette in Machu Picchu gefunden wurde erklärt sich wahrscheinlich daraus, dass zuerst die Frauen mit Kindern die Stadt verließen. Davon ausgehend, dass Machu Picchu eine Wissenschaftsstadt war, gab es evtl. auch keine Sozialgemeinschaft wie in einem üblichen Dorf. Auch kann sein, dass Frauen aufgrund der besseren medizinischen Versorgung in andere Inka Städte wie z.B. Cusco gingen. Die echte Wahrheit werden wir nie erfahren, aber eine Erklärung die der Wahrheit nahe kommt ist es allemal.

    Was bleibt noch zu Machu Picchu zu sagen. Es ist DER Touristenmagnet in Peru. Der Touristenstrom ist sehr gut organisiert. Die Ruinenstadt ist gepflegt und in Schuß.

    Die Welt in Machu Picchu ist im Griff von Facebook, Instagram und WhatsApp. Während wir uns fragen wie die Inkas das alles machen konnten, steht als Krone der Technik ein Funkmast auf einem Gipfel, so dass via 4G nun auch die Welt auf Machu Picchu Zuhause ist. Und die Welt kommt nach Machu Picchu. Die gesamte uns bekannte Welt! Wobei ich feststelle, dass die deutsche Reisefraktion (ich schließ hier A und CH ein) kaum vertreten war. Die Masse der Menschen mit Handys und unbedingtem Posing-Willen entstammen dem amerikanischen Kontinent, in Mehrheit Spanisch sprechend. Fehlen dürfen selbstverständlich nicht die VertreterInnen des asiatischen Kulturkreises. Keine Ahnung ob Koreaner, Japaner oder Chinesen. Menschen aus diesen Regionen waren jedenfalls ausreichend vertreten.

    Das war: Machu Picchu! Absolut eine Reise wert!
    Mein Weltwunder Nummer 6 ist nun Teil meiner Erinnerung.
    Auf geht's zum Grande Finale und Nummer 7 auf der Liste.

    Ab jetzt bin ich fast zwei Tage im Transit. Heute Abend übernachte ich nochmal in Cusco. Morgen früh besteige ich den Anden Condor mit Namen Airbus 300 und fliege von Cusco nach Santiago de Chile und von dort nach Rio de Janeiro.
    Die Copa Cabana ruft!

    Der nächste Bericht wird deshalb unter brasilianischer Sonne verfasst.
    "Até mais!"
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  • Rio 1! Cristo breite Deine Arme aus!

    7 grudnia 2025, Brazylia ⋅ ⛅ 25 °C

    Montagabend, kurz nach 22 Uhr, im Hotel direkt an der Copacobana. Ich lieg auf dem Bett, völlig voll mit Eindrücken und Essen. Tatsächlich musste ich mich aus munteren Gesprächen an einer Strandbar losreissen. Zum Einen weil ich nicht noch mehr Alkohol wollte, zum Anderen weil ich noch tippen wollte und morgen früh raus muss.
    Nun also Bett und Tippen. Neben dran, über der Straße, am Strand, ist noch Vollbetrieb. Es gibt Strandkneipen, die haben 24 Stunden offen. Also falls es mich dürstet... ...der Weg ist nicht weit.

    Weit war allerdings der Weg nach Rio de Janeiro. Gestern morgen um 7 Uhr war ich noch auf rd. 3.400 m Höhe in Cusco. Eimys' Vater holte mich ab. Wir hatten ein nettes Gespräch über Eimy und deren Luxusproblem und dem Leben von Gustavo, ihrem Vater. Gustavo, Eimys' Vater ist hoch in den Fünfzig und der erste Peruaner, der oben eine Platte hatte. Alle Peruaner bzw. Latinos, die ich bis dato getroffen hatte, waren mit vollem Haar bis ins hohe Alter gesegnet.
    Die Geschichte von Gustavo ist spannend. Aufgewachsen in Peru auf dem Dorf. Neun Geschwister. Auf einem Bauernhof. Alles war rudimentär. Kein Strom, fließend Wasser musste aus dem Brunnen geholt werden, alles händische Arbeit. Das Haus bestand im Prinzip aus zwei Räumen. In dem einen lebten die Großeltern, in dem anderen alle Kinder und die Eltern. Küche, wohnen, schlafen alles zusammen in einem Raum. Gustavo war intelligent und fleißig. So bekam er über ein Stipendium die Möglichkeit Abitur zu machen und über eine Uni-Partnerschaft landete er in Köln und studierte dort Germanistik. Vom Anden-Bauer zum Germanistik Studenten in Deutschland. Nicht schlecht. Es gibt sie, diese Bildungschancen. Auch ohne dicken Geldbeutel. Um den Geldbeutel für ein Leiben in Köln zu füllen machte Gustavo alles. Vom Plakate kleben, Kellnern, Tanzlehrer, Umzugshelfer, einfach alles.
    Er kam zurück nach Peru und begann als Reiseleiter für deutschsprachige Touristen. Seit 25 Jahren hat er seine eigene Reiseagentur. Da hat jemand den Spruch "Du bist Deines eigenen Glückes Schmied" in die Tat umgesetzt. Hut ab!

    Ein ähnlich interessanter Mensch begrüßte mich nach langem Flug und Transit in Rio de Janeiro. Ja, Brasilien. Meine letzte Station auf der Reise zu den 7 Weltwundern der Neuzeit. Destination: Rio de Janeiro! Auch so eine Sehnsuchtsstadt, die in tausenden Liedern besungen und auf tausenden Fotos abgelichtet ist.
    Empfangen wurde ich mit schnödem "Mr. Steger" Schild. Die Dame, die mich abends um 23.30 h am Flughafen in Empfang nahm war/ist Silvia.
    Silvia K. Ihres Zeichens 78 Jahre alt. In Rio geboren, verheiratet, zwei Söhne, vier Enkelkinder. Ich erzähl das, weil Silvia so einen Lebensentwurf , einen Lebenslauf hat ,der spannende und interessant ist. Silvia ist Vollblut Brasilianerin mit Vorfahren aus Spanien. Mit zwanzig Jahren lernte sie einen Mann kennen, den Herrn Kelber (Vornamen weiss ich tatsächlich nicht). Dieser junge Mann war ebenfalls in Brasilien geboren, seine Eltern stammten aus Thüringen (Suhl). Silvia verliebte sich in den jungen Deutsch-Brasilianer, heiratet und wurde "Siemens-Frau". Ihr Mann arbeitete in leitender Stellung bei Siemens. In Brasilien, dann Deutschland (Erlangen) und dann wieder Brasilien. 30 Jahre lang. Silvia bekam zwei Söhne, wovon der eine in Deutschland geboren wurde. Sie arbeitete nie. Bis sie sechzig wurde und ihr Mann in Vorruhestand ging. Dann wurd's zu eng Zuhause und auch die Rente war nicht so hoch, als dass sie ein sorgloses Leben führen konnten. Was machte Silvia dann? Sie wurde freiberufliche Reiseleiterin. Mit jungendlichen 60 Jahren. Heute ist sie 78! 78 Jahre alt und voller Energie. Also wenn ich mal 78 bin und noch soviel Energie in mir trage wie Silvia, dann muss ich ein extra Danke sagen und ein extra Kerzchen anzünden.
    Silvia und ihre Mann leben direkt hier an der Copacabana. Ein Sehnsuchtsort, an den viele Menschen hin wollen. Und ihre Söhne? Alle in Deutschland! Einer ist Konzertmusiker und Dirigent (zur Zeit leitet er eine Musikschule), wohnt bei Berlin, und der andere ist Ingenieur bei einem Traktorenhersteller und arbeitet im Allgäu. Vier Enkelkinder hat Silvia, alle in Deutschland. Da wohnen Silvia und ihr Mann an einem der begehrtesten Orte der Welt, im fünftgrößten Land der Erde, an einem der bekanntesten Strände der Erde, aber ihre Söhne haben der wirtschaftlichen Perspektiven wegen ein Leben in Deutschland vorgezogen. So sieht sie ihre Söhne und Enkelkinder so gut wie nie. So kann's gehen mit den Kindern. Sie meinte, sie (und ihre Mann) hätten alles geregelt. Begräbnis, Friedhof, Erbschaft alles. Es ist nicht so, dass das Verhältnis schlecht ist zu den Kindern, nein (so sagt Silvia), das Leben hat es so gewollt.
    Und diese Silvia war bzw. ist meine Reiseleiterin für die Zeit in Rio.
    Rio! Klaro! Was sonst! Tatsächlich der perfekte Ort für den Abschluß meiner Reise zu den 7 Weltwundern der Neuzeit. Rio ist "Cristo Redentor". Christus der Erlöser. So heisst die monumentale Statue hoch über Stadt. Neben dem Zuckerhut das Wahrzeichen von Rio. Und eben ein Weltwunder! Mein 7tes und damit finales Weltwunder meiner Reise.

    Soweit zum ersten Teil meiner Rio Berichte. Im nächsten schreibe ich über die Eindrücke der Stadt. Wer was zur Cristo Statue wissen will, bitte googlen.

    Dann Rio!
    ...nur so viel: der Sprung von, bis zu den Augenschlitzen verhüllten Frauen in Jordanien und Ägypten, zu den sich kaum verhüllenden Damen hier in Rio ist schon ein gewaltiger... ...das ist unsere Welt... ...das sind ihre Kulturen.
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  • Rio 2! Copacabana! Doce Vida bei Marius!

    8 grudnia 2025, Brazylia ⋅ ⛅ 26 °C

    Es ist immer noch der gleiche Abend und das gleiche Bett wie in meinem ersten Bericht über Rio. Das war sozusagen der Tagesbericht.

    Nun mein Bericht zu Spätnachmittag und Abend an der Copacabana.
    Italien, Jordanien, Ägypten, Indien, China, Mexiko, Peru. Das waren meine bisherigen Stationen. Nun Brasilien. Nun Hochsommer. Nun brasilianisches Lebensgefühl.

    Mein bisheriger Eindruck. Alles entspannt. Alles organisiert. Alle freundlich. Sommer, Sonne, Strand, String Tanga.
    Ehrlich, das mag jetzt sexistisch klingen und mir Ärger einbringen, aber was mir sehr auffällt ist der kulturelle Sprung von der Vollkörper Verhüllung der Frauen in Jordanien und Ägypten (selbstverständlich nicht alle), hin zur offensiv zur Schau gestellten Weiblichkeit mit relativ wenig Stoff am Laib und/oder der Betonung der Weiblichkeit durch elegant geschnittene Körper betonende Kleidung, hier in Rio.
    Die Frauen sind der Hauptunterschied. Die Männer sind auch anders. Selbstverständlich! Man(n)/frau möge mir jedoch nachsehen, dass ich diese Veränderung zwar wahrnehme, aber für mich nicht so ins Auge stechen.

    Rio, so wie ich es erlebe (weil ich hier am Strand wohne) ist Strandleben. Wie schon geschrieben liegt mein Hotel an der Copacabana, nur durch eine Straße getrennt.
    Brasilianisches Strandleben. Viel Körperkultur, viel Bar, viel Musik, viel "leichtes" Leben und extrem viel Sport. Gott sind die -sportlich- gut drauf.
    Futevôlei (Fussvolley) ist der Trensport hier. Wie Volleyball, nur dass alle Körperteile benutzt werden dürfen, mit Ausnahme der Arme. Das sieht hochgradig akrobatisch aus was die Herrn und Damen da im Sand fabrizieren. Von denen braucht niemand ins Fitness zu gehen, die haben Fitness am Strand.

    In Rio liegen Favellas und Normalbürger-Wohngegenden dicht beieinander. Ein Sheraton Hotel gebaut am Strand ist umringt von einer Favella. Auf der einen Straßenseite teure Appartementhäuser auf der anderen Seite einfache Häuser einer Favella. Favellas sind keine Townships wie in Afrika, aus Wellbelch bestehend, sondern sind Häuser im einfachsten Baustiel. Gemauert mit Dach.
    Silvia meinte, dass man (ich) nicht in Favellas rein gehen solle. Es müsse nichts passieren, aber wenn ich verschwinden würde, würde kein Hahn nach mir krähen.
    Also bleib ich brav im touristischen Teil der Stadt.

    Für's Abendessen gab mir Silvia den Tip mit "Marius Degustation". Sie meinte, dass es ein tolles Restaurant sei und gleich bei mir um die Ecke liegen würde. Na gut, dachte ich, dann mal los zu Marius. Und ich kann sagen, es hat sich gelohnt.
    Auf den Fotos ist die Einrichtung zu erkennen und auch das System wie Marius arbeitet. Es gibt im Prinzip keine Speisekarte. Es gibt ein riesiges, sehr leckeres Buffett von Salaten (vom Wurstsalat, über grünen Salat zu Meeresfrüchte Salat) und warmen Essen (Paella, Muscheln, Braten, Nudel u.v.m). Von diesem Buffett bedient man sich, so oft und so viel wie man will. Der Gag ist jedoch die "Degustation" von allen Arten an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Die Kellner kommen laufend mit Platten vorbei, auf denen alle Arten Fleisch, Fisch in gegrillter Form angeboten wird. Fleisch in allen Arten. Fisch aus allen Meeren. Bis zum Abwinken!
    Ich hatte meinen Tisch für 18.30 reserviert. Viel zu früh, ich weiß. Ich war auch relativ alleine in dem Essbereich. Ausser mir waren noch zwei andere Tische belegt. Gleich zu Anfang wurde ich gefragt, woher ich den komme. Alemanha! Da wurde mir dann ein Deutschland Fähnchen auf den Tisch gestellt. Das fand ich eine lustige Geste. Es sprach mich zwar kein Kellner auf Deutsch an, aber ich fand/finde die Idee zu sehen welche Nationalität am Tisch sitzt ganz nett. Mein Nachbartisch hatte beispielsweise eine russische Flagge auf dem Tisch. Ein großer Tisch, der später kam, hatte vier Flaggen auf dem Tisch (USA, Brasilien, Mexiko, Kanada). Wurde bezahlt und Trinkgeld gegeben, wurde eine große Schiffsglocke geschlagen. Während die Schiffsglocke ihr "Ding-Dong" durch den Raum hämmerte, wurden die Trinkgeld-Scheine in eine Arte von Skulptur gesteckt, die von der Decke herunterhing (Hände). Das war ganz lustig. Allerdings bei genauerer, kritischer Betrachtung, zeigen zum einen die Fahnen, ob viel Trinkgeld zu erwarten ist (die Russen haben viele Scheine dagelassen und es gab eine sehr langes Ding-Dong), zum Anderen baut es natürlich Druck auf für alle anderen "Nationen". Klar, die Amis geben immer viel Trinkgeld, da es bei denen das Gehalt der Kellner bedeutet. Wir Deutschen sind ja eher die "Aufrunder". Also von 16,80 auf 17,00, oder wenn man großzügig ist auf 20,00 Euro. Die Russen haben die Bündel auf den Tisch geschmissen, damit man sie liebt -und die Kellner liebten sie lauthals-. Wieviel ich dann letztendlich gegen habe, wird mit dem Mantel des Schweigens verhüllt.

    Nach dem Essen über die Straße und rauf auf den Strand. Das war so gegen 20 Uhr. Es war/ist wunderbar warm. Strand und Sommerfeeling eben. Es wurde immer noch gesportelt und aus den Kneipen drang Musik. In den Kneipen an denen ich vorbei ging war immer eine Liveband bzw. ein DJ. Ein Absacker durfte es noch sein. Und so gab es noch ein kühles Bierchen mit nettem Gespräch (normaler small talk: wo man herkommt, was mann macht, wie man es hier findet etc.). Kurz vor 22 Uhr war dann gut und der Bub schlurfte über die Straße in sein Hotel.

    In dem ist er immer noch und tippt mal wieder was die Synapsen so hergeben.
    Aber nun ist gut. Es ist kurz nach 23 Uhr. Morgen stehen 6 Stunden Stadtrundfahrt und Stadtbesichtigung mit Silvia auf dem Programm. Da will der Bub ausgeschlafen sein (s' geht um 8 Uhr los).

    In diesem Sinnen: Ä guet's Nächtle!
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  • Rio 2 - Zuckerhut - Kirche ohne Hut

    9 grudnia 2025, Brazylia ⋅ ☁️ 27 °C

    Anleitung zum Lesen dieses Textes:

    1. Spotify > Suche > "Am Zuckerhut" v. Willi Schneider, Danielle Marc und Rene Carol

    alternativ:
    2. Youtube > Suche > "Am Zuckerhut " v. Willi Schneider, Danielle Marc und Rene Carol

    Und auf geht's mit maximaler Lautstärke:
    "Am Zuckerhut, am Zuckerhut, da geht's den Señioritas gut...."

    Mitsingen absolut erwünscht. Fremdsprachenkenntnisse nicht erforderlich!

    So beschwingt und in der Hüfte bewegt geht's nun zum offiziellen Tag 2 meines Rio Aufenthaltes.
    Tag 2! Sechs Stunden Stadtbesichtigung! Au Backe!
    Ziel Nr. 1 des heutigen Tages: Der Zuckerhut!
    Silvia nebst Fahrer holten mich pünktlich um 8 Uhr am Hotel ab. Wie bereits gewohnt war Silvia hervorragend vorbereitet. Sie hatte ihrem Mann aufgetragen dem Internet etwas über den Baum, der Namensgeber des Landes Brasilien ist, Informationen zu entlocken. Bin ja schließlich Holzhändler und da ist es quasi Berufsethos zu mindest ein bisschen über den Baum zu erfahren, der Namenspatron für dieses Land ist.
    Caesalpina echinata >> kennt keiner unter diesem Namen. Bekannt ist es auch als Brasilholz, Fernambuk oder Pernambukholz. Ich gestehe, keiner dieser Namen ist mir auch nur ansatzweise untergekommen. Aber, bin ja hier auch wegen der Bildung von Bildung.
    Also eben jener Baum hat ein leuchtend Rotes Holz was an glühende Kohnen erinnert (Brasas). Eingesetzt wird das Holz beispielsweise für Geigenbögen. Das Kernholz enthält einen roten Farbstoff, welcher vor Erfindung der synthetischen Farbstoffe eine wertvolle Handelsware (da Färbemittel) war.
    Da dieser Baum nun eben aus jener Region kam, die die Portugiesen kolonialisierten und so wertvoll war, wurde das Land nach dem Baum = Brasilien benannt.

    Dieser Bildungsteil am frühen Morgen überbrückte die Zeit im Stau bis wir an der Basisstation der Zuckerhut Gondel angekommen waren.

    Ein weiteres nettes Detail an Rio: Ab 60 Jahren -quasi eben aus der Pubertät kommend- genießt man in Rio diverse Vorteile. So darf sich jemand, der 60 Lenze aufwärts zählt, in die VIP-Reihe (Fast Lane, Prioridade etc.) an allen öffentlichen Einrichtungen stellen. Perfekt! Ausserdem bekommen AutofaherInnen ab 60 eine Plakette, mit der sie kostenlos (!!) im gesamten Stadtgebiet parken dürfen. Hinzu kommen Ermäßigungen für Museen, Theater u.v.m..
    Fazit: Volltreffer! Bin voll in der Zielgruppe!
    Ergo: Nie mehr in der Masse anstehen. Yippiiieee!

    Natürlich wollte ich dieses Privileg sofort ausspielen und an den Schlangen an der Seilbahn zum Zuckerhut ganz lässig vorbei schlendern. Schlendern konnte ich, allerdings deshalb, weil wir viel zu früh dran waren. Wir waren so zeitig, dass die Bahn noch geschlossen hatte. Deshalb zwar schlendern, aber nur um so langsam als möglich zum Einlass zu kommen.
    Wir waren tatsächlich mit die Ersten, die an diesem Morgen die Gondel in Richtung Zuckerhut betraten.
    Silvia hat diese Tour schon hunderte Male gemacht. Sie weiss genau wo und wie hin stehen, damit man schnell dran kommt. Durch ihr Knieproblem nimmt sie ausserdem immer den bequemsten Weg. Bequem heisst in diesem Fall, Aufzüge, Rolltreppen, Seitentüren, Schleichwege etc.. Mit ihr kommt ganz fix an allem vorbei was irgendwie Zeitraubend ist.
    So stand ich dann ruck-zuck oben auf dem Zuckerhut. Dem zweiten Wahrzeichen von Rio.

    Einfach toll! Wie viele Fotos hat man (ich) im Laufe des Lebens schon von diesem zuckersüßen Berg gesehen?! Und jetzt steh ich dort und kann nicht anders: grinsen!
    Ich lief hierhin und dorthin machte ein Bildchen hier, ein Erklärbär Video da, bis alles geknipst war und die Menschenmassen kamen.

    Wir waren schon unten, als am Eingang Busladung nach Busladung an Touris ausgekippt wurden.
    Silvia beförderte mich zum Junior-Assistenten der Reiseleitung mit der Verantwortung für das ordentliche Falten (das können wir Deutschen ja gut) von Eintrittskarten. Am kommenden Sonntag hat sie eine Gruppe von 24 Deutschen. Damit das mit dem Eintrittskarten holen kein Tagesprojekt wird, hatte sie die vorab bestellt und jetzt druckten wir sie aus. 24 Touris in einem Paket?! Puuhh, ich kann mir schöneres vorstellen.
    Vom Zuckerhut ging's in die Stadt. Alles historisch interessante wurde mir gezeigt, beschrieben und erklärt. Ich lass hier vieles weg, denn das wäre zu Zeilen füllend und Zeit raubend. In den Fotos sind einige der wichtigen Orte enthalten.

    Lustig war/ist die Selaron Treppe.
    Der chilenischer Señor Selaron, seines Zeichens Künstler, lebte in Rio. Auf dem Nachausweg von einer seiner Geliebten oder von der geliebten Kneipe musste er immer eine Treppe hochgehen. Diese Treppe war ihm in ihrer Schlichtheit (in seine Augen Hässlichkeit) zu wider und tat seinen nach Ästhetik sehnenden Augen weh.
    Er war ein Mann der Tat. So tat er was, indem er anfing die Treppe mit Kacheln (Fliesen) zu dekorieren.
    Dies wiederum führte zu Nachahmern und beförderte eine regelrechten Boom. Heute ist die Selaron Treppe eine fester Bestandteil jeder Stadtführung und ein gern dokumentierter "Ich war hier" Punkt in entsprechendem Instagram Profil.
    Erstaunlich war, wer dann da schon alles hingekachelt hatte. Also was mein persönliches Umfeld/Leben betrifft ist alles vorhanden, was Meinrad ausmacht.

    Ein "Schwoobe" Kächeli mit dem Motiv "Stuttgart" ist auch vorhanden. Hier war Silvia höchstpersönlich dabei. Sie war Reiseleiterin einer Kleingruppe mit dem Namen "Kretschmann". Herkunft Baden-Württemberg. Es stellte sich heraus, dass Herr und Frau Kretschmann niemand anderes waren als der Herr Minischderpräsident und seine Firschd Lady des badisch-schwäbischen Paradieses auf Erden.
    Frau Kretschmann kachelte die Stuttgart Fliese. Schöne Geschichte, oder?

    Nach profanem Fliesen anschauen ging's in höhere geistliche Gefilde mit der Kathedrale als finaler Punkt. Die Kathedrale ist ein moderner Bau, der von aussen dahingehend auffällt, dass da was fehlt. Nämlich der Spitze, der Turm, der Topf auf den Deckel. Schön sind die vier bunten Glasfenstern mit den Säulen der katholischen Lehre. Der restliche Bau ist architektonische Geschmackssache.

    So langsam ging mir die Puste aus. Es reichte mit Stadtbesichtigung.
    "Ein Juwel noch" meinte Silvia. "Ein Juwel noch!"

    Dieses Juwel kommt im nachfolgenden Bericht ans Licht.
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  • Rio 3 - Cobacabana, Adeus!

    9 grudnia 2025, Brazylia ⋅ ☁️ 30 °C

    Das Juwel war die Benediktiner Kirche in Kloster des Heiligen Benedikt. Tatsächlich war die kleine Kirche ein wunderschöner Gottesraum mit vielen, vielen handwerklich hervorragend und opulent gestalteten Altären und Gemälden.
    Wieder ein Beweis zu welchen Meisterwerken Menschen im Namen bzw. im Auftrag Gottes fähig sind. Toll

    Aber dann war gut! Alles besichtigt!
    Pflicht erfüllt!

    Nach Pflichterfüllung ruft bekanntlich die Freude. In meinem Fall stand am Ende der Stadtbesichtigung der Besuch des Café Colombo an. Das Café Colombo ist für Rio wie das Café Sacher für Wien. Wenn Rio, dann Colombo.
    Silvia kannte sich aus, wusste mit wem zu Reden war und zack-zack hatten wir ein Tisch in der Galerie obere Etage. Wunderbarer Blick in die Tiefe (siehe Foto). Im Kuchenangebot fand sich -wie soll's anders sein- eine Schwarzwälder Kirschtorte.

    >Anmerkung: Seit ich feststellte, dass die Schwarzwälder Kirschtorte (=Black Forest Cake) tatsächlich global bekannt und verdaut wird (siehe Agua Caliente Machu Picchu) sag ich auf die Frage wo ich denn herkomme "I come from the area where the famous Black Forest Cake comes from." Bis dato bei allen hellten sich die Gesichtszüge auf und eine erstauntes "Really? That's great." war die Antwort. Also nix Freiburg oder "Home of the famous Schwarzwald Klinik" sondern "Home of the Black Forest Cake". Das wirkt! Das passt.
    Diese Version übersetzte jedenfalls Silvia dem Kellner, bei dem wir (ich) die Schwarzwälder bestellte. Ich muss ja testen, wie denn son ne Schwarzwälder Kirschtorte im Exil schmeckt. Klaro, schon von der Außenansicht unterschied sie sich sehr von der Originalversion. Aber das war/ist ja zu erwarten.
    Der Kellner meinte, ich solle ihm doch bitte nachher sagen wie sie denn geschmeckt habe.
    Und, wie hat sie geschmeckt? Besser wie gedacht! Ich hatte so eine heftig, deftig fette, Creme durchsetztes Stück Kuchen erwartet. Aber, die zwei hellen Schichten waren Vanillepudding. Hatte ich noch nie, machten die Sache aber etwas "lockerer". Der Rest war wie gedacht eine Tagesration an Kalorien. Intern (rechte Gehirnhälfte an linke Gehirnhälfte) gab ich der Torte eine 5 von 10 Punkten. Im Rahmen der brasilianisch-deutschen Völkerverständigung gab ich dem Kellner gegenüber eine offizielle 7 ab. Sie war/ist tatsächlich besser wie z.B. die bundesdeutsche Vertreter von Coppenrath&Wiese.
    Silvia übersetzte dem Kellner meine "7", woraufhin der mich anschaute und über Silvia übersetzen lies, dass er hoffe, dass diese keine Anspielung auf das "7:1" aus dem Weltmeisterschaftsspiel Deutschland:Brasilien sein.
    Ach gucke da, wie tief doch dieser Stachel im brasilianischen Fleisch sitzt.
    Nein, nein meinte ich, die Brasilianer waren damals einfach schlecht drauf und ohne Neymar nicht spielfähig. Es ging noch ein bisschen um Fussball und dann war die transatlantische Freundschaft gefestigt.

    Im Hotel angekommen ging's erstmal in die Horizontale.
    Was nach dem Erwachen und dem Bewegen in die Vertikale war es Zeit für‘s „Letzte Abendmahl“.

    Das letzte Abendmahl in Rio und das letzte Abendmahl meiner Reise zu den 7 Weltwundern der Neuzeit.
    Silvia empfahl mir "Shirley". Ein kleines Restaurant wenige Meter von meinem Hotel entfernt. Suchte ich, fand ich.
    Shirley war wirklich klein. Ich schätze 5-6 Meter breit und ca. 20 Meter tief. Platz für ca. 25 Gäste (hab die Tische/Stühle gezählt). Zur Betreuung der Gäste standen vier in weißen Jackets mit Krawatte gekleidete Kellner. Ein relativ hohe Kellnerdichte bezogen auf die Anzahl der Sitzplätze. Ich war mal wieder früh dran, so dass ausser meiner Wenigkeit sechs weiter Personen Shirleys ihre Aufwartung machten.
    Neben den vier Kellnern waren noch zwei-drei Barmänner da. Personell gut ausgestattet. Ich rechne ja immer bzw. überschlage so etwas immer kaufmännisch. Zum Einen, kann ein Kellner von einem Kellnergehalt in Rio ein Familie ernähren und eine Wohnung mieten? Was mag so ein Kellner verdienen, dass er genau das kann? Zum Anderen, sind die Jungs nie wirklich ausgelastet. Selbst wenn die Bude voll besetzt ist, dann stehen sich mindestens zwei der vier immer wieder die Beine im Bauch. Kann sich das kaufmännisch Rechnen?
    Das teutonische Buchhalterdenken kollidiert hier eindeutig mit der über 70jährigen Tradition und Bestehen von Shirleys. Es funktioniert kaufmännsich, sonst wären schon längst die Lichter aus. .
    ...oder, bin ich einer Geldwäscheinstitution gelandet? Neeeh, ich gucke zu viele Gangsterfilme.
    Das Essen war gut, die Bedienung zuvorkommend, die Rechnung auf Glottertal Niveau. Sozusagen Essen wie daheim!

    Zum Abschluss noch ein abendlicher Spaziergang an der Copacabana entlang, mit ein paar Gedanken an die Reise, an die Zukunft und and die Schufa.

    Das war Rio. Das war mein finaler Abend auf meiner Reise zu den 7 Weltwundern der Neuzeit.

    Während ich diese Zeilen tippe sitze ich in Rio am Flughafen. Ich werde die Lounges vermissen. Essen, Trinken, Toilette, Strom für lau! Und Ruhe! Ruhe, um die Finger über die Tastatur fliegen zu lassen.
    Morgen um die Zeit (es ist 19.50) werde ich schon wieder bundesdeutschen Boden geküsst haben und mich fragen "Warum isch's denn so kalt hier?".

    War dies mein letzter Footprint/Bericht?
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  • 7Weltwunder- 16Gesichter-1001Geschichten

    11 grudnia 2025, Niemcy ⋅ 🌙 7 °C

    Touchdown Frankfurt!

    Alles gut! Alles heil! Alles wunderbar!

    Fertig! G‘schafft! Done! Terminado!

    1 x um die Welt
    1 x Weltwunder der Antike
    7 x Weltwunder der Neuzeit
    100 x kleine und große Wunder bestaunt
    1001 x Geschichten erlebt/gehört

    Wie war‘s?
    Resümee?

    Folgt!

    …jetzt erst mal ne Davidoff Gran Cru No. 2 und Leipziger Großstadtluft
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