• Rapha's Travels
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Alps to the Silk Road 2026

23-dniowa przygoda według Rapha's Travels Czytaj więcej
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    4 lipca 2026

    Zero Kilometres, Maximum Chaos

    4 lipca, Szwajcaria ⋅ ☀️ 24 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Heute um 8 Uhr geht es los - oder so wäre es, wenn wir nicht zwei Chaoten wären. Und dabei ist es diesmal grösstenteils nicht einmal unsere Schuld!
    Noch vor 8 Uhr ruft Andi Raphael an und überbringt die schlechte Nachricht: Das wichtigste Ding unserer Reise, unser Auto, will nicht anspringen. Doch auch Raphael hat schlechte Neuigkeiten: Turkish Airlines hat unseren geplanten Rückflug nach Hause kurzerhand um drei Tage vorverschoben. Während Andi versucht, das Auto zum Laufen zu bringen, telefoniert Raphael mit der Reiseversicherung, um zu klären, wer die Mehrkosten übernehmen soll, die die Fluggesellschaft dreist auf uns abzuwälzen versucht.
    Die Stunden vergehen und die Uhr für unser Zwischenziel Slowenien tickt. Nach sieben Stunden schaffen wir schliesslich beide den Durchbruch: Das Flugproblem scheint vorerst unter Kontrolle, und der TCS hat herausgefunden, dass das Problem ein nicht originaler Autoschlüssel ist.
    Und so geht es los: Der Fahrzeugschlüssel ist da, die Rucksäcke sind gepackt.
    Geplante Abfahrt: 08:00
    Tatsächliche Abfahrt: 15:00
    Stimmung: ungebrochen positiv

    ▪️ 🇬🇧
    We’re due to set off at 8 o’clock today - or at least we would be, if we weren’t such a pair of scatterbrains. And this time, it’s not even mostly our fault!
    Just before 8 o’clock, Andi rings Raphael and breaks the bad news: the most important thing on our trip, our car, won’t start. But Raphael has some bad news too: Turkish Airlines has, without further ado, brought forward our planned return flight home by three days. Whilst Andi tries to get the car running, Raphael phones the travel insurance company to sort out who should cover the extra costs that the airline is brazenly trying to pass on to us.
    The hours pass by and the clock is ticking on our stopover in Slovenia. After seven hours, we both finally reach a breakthrough: the flight issue seems to be under control for now, and the TCS has discovered that the problem is a non-original car key.
    And so we’re off: the car key is here, the backpacks are packed.
    Planned departure: 08:00
    Actual departure: 15:00
    Mood: unwaveringly positive
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  • Der Westen im Rückspiegel

    4 lipca, Niemcy ⋅ ☀️ 25 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Nun sind wir also wirklich auf dem Weg. Was vor Monaten mit einer nicht ganz ernst gemeinten Idee begann, setzen wir nun in die Tat um.
    Wir sind noch nicht einmal über die Grenze, als wir merken, dass unsere Luxuskarosse leider weder über eine funktionierende Klimaanlage noch über ein funktionierendes Radio verfügt. Ersteres kompensieren wir mit einem offenen Fenster – was auf der Autobahn für einen unglaublichen Lärm sorgt. Für Letzteres behelfen wir uns mit einem günstigen Musikböxli, das wir auf einer Raststätte kaufen.
    «Znacht» gibt es in einem Landgasthof irgendwo im Nirgendwo westlich von Salzburg, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Das Essen schmeckt jedoch wunderbar!

    ▪️ 🇬🇧
    So now we’re really on our way. What began months ago as an idea we didn’t take entirely seriously, we’re now putting into action.
    We haven’t even crossed the border yet when we realise that, unfortunately, our luxury car has neither a working air-con nor a working radio. We make up for the former by leaving a window open - which creates an incredible amount of noise on the motorway. For the latter, we make do with a cheap little music box we buy at a motorway service station.
    We have dinner at a country inn somewhere in the middle of nowhere west of Salzburg. The food tastes wonderful, though!
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  • A Tent in a Barn

    4–5 lip, Austria ⋅ 🌙 14 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Unsere heutige Übernachtung ist etwas abenteuerlich: Wir schlafen in einem Zelt, das in einer Scheune aufgebaut ist, welche wiederum am Ende einer kurvigen Bergstrasse steht, die wir bei totaler Finsternis und nur mit Stalllaternen, die sich als unsere Scheinwerfer ausgeben, hochkurven. Das Fazit: Das Bett ist bequem, die Toilette improvisiert und auf eine Dusche müssen wir verzichten.

    ▪️ 🇬🇧
    Our accommodation tonight is a bit of an adventure: we’re sleeping in a tent pitched inside a barn, which in turn stands at the end of a winding mountain road that we’re driving up in total darkness, with only our headlights which are more like stable lanterns. The verdict: the bed is comfortable, the toilet is makeshift, and we’ll have to do without a shower.
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  • Bled, Slovenia

    5 lipca, Słowenia ⋅ ⛅ 25 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Bled stand schon lange auf Raphaels Reiseliste. Entsprechend gross war die Vorfreude, und entsprechend ernüchternd der erste Eindruck: ein riesiger Touristenparkplatz, Reisebus an Reisebus und Menschenmassen, die sich im Gänsemarsch Richtung See bewegen. Das Städtchen wirkt stellenweise eher wie ein Resort als ein lebendiger Ort.
    Der See sieht doch ganz schön aus, also sind die Fotos geschossen, die Glace genossen und wieder Energie getankt. Nun ist es Zeit aus der überfüllten Stadt zu fliehen.

    ▪️ 🇬🇧
    Bled had been on Raphael’s travel wish list for a long time. His anticipation was correspondingly high, and his first impression correspondingly sobering: a huge tourist car park, coach after coach, and crowds of people moving in single file towards the lake. In places, the little town feels more like a resort than a lively place.
    The lake does look quite lovely, though, so we took some photos, enjoyed an ice cream and recharged our batteries. Now it’s time to escape the overcrowded town.
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  • Grenzenlose Fahrt - bis Serbien

    5 lipca, Chorwacja ⋅ ⛅ 28 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Kroatien durchqueren wir im Schnelldurchlauf - Andi will generell vor allem fahren, und ausnahmsweise hält ihn Raphael auch nicht mit Sightseeing-Wünschen davon ab. So erreichen wir schon die erste "echte" Grenze.
    Wir können uns wirklich glücklich schätzen, in einer Zeit zu leben, in der wir fünf Länder ohne jegliche Grenzkontrollen einfach so durchfahren können. Doch auch die Kontrolle an der kroatisch-serbischen Grenze dauert nicht allzu lange.

    ▪️ 🇬🇧
    We race through Croatia - Andi generally just wants to drive, and for once Raphael isn’t holding him back with requests to stop and sightsee. So we soon reach the first "proper" border.
    We can really count ourselves lucky to live in an age when we can simply drive through five countries without any border checks at all. Even the check at the Croatian-Serbian border doesn’t take too long, though.
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  • Novi Sad, Serbia

    5–6 lip, Serbia ⋅ ☀️ 28 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Novi Sad. Nachdem wir die Unterkunft bezogen und das Auto auf einem etwas dubiosen Parkplatz parkiert haben, suchen und finden wir ein schönes serbisches Restaurant, das uns mit einer riesigen Menge grillierten Fleischs unterschiedlicher Art und natürlich lokalem Bier versorgt.
    Die Stadt ist heute voll: Trotz des seltsamen Zeitpunkts – Sonntagabend um 22:00 Uhr – finden Strassenkonzerte statt.
    Das Vormittagsprogramm am folgenden Morgen gestalten wir «bedürfnisorientiert»: Raphael verlässt das Haus um 8 Uhr, um die Stadt zu erkunden, Andi stellt sich den Wecker kurz vor die Check-out-Zeit. Raphael geniesst einen feinen Cappuccino in einem lokalen Kaffee und sieht sich die Kirche und Synagoge des Ortes an. Die Erinnerung an den Holocaust scheint hier bis heute sehr präsent zu sein.
    Als Andi dann aus seinem Winterschlaf erwacht, trinken wir gemeinsam einen Kaffee in der alten Festung und geniessen den Ausblick über die Stadt.
    Ach ja: Heute bekommt unser Auto ein Upgrade. In einer mehr oder weniger dubiosen Hinterhofwerkstatt wird unsere Klimaanlage repariert. Alles Cash auf die Hand, versteht sich.

    ▪️ 🇬🇧
    We arrive in Novi Sad shortly before sunset. After checking into our accommodation and parking the car in a rather dodgy car park, we search for and find a lovely Serbian restaurant, which serves us a huge selection of different types of grilled meat and, of course, local beer.
    The city is bustling tonight: despite the odd time – 10.00 pm on a Sunday evening – there are street concerts taking place.
    We organise the morning’s programme the following day "as we feel like it": Raphael leaves the house at 8 am to explore the city, whilst Andi sets his alarm for just before check-out time. Raphael enjoys a lovely cappuccino in a local café and takes a look at the town’s church and synagogue. The memory of the Holocaust still seems very much alive here today.
    When Andi finally wakes up from his hibernation, we have a coffee together in the old fortress and enjoy the view over the town.
    Oh yes: today our car is getting an upgrade. Our air-con is being repaired in a more or less dodgy backstreet garage. All cash in hand, of course.
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  • The Forgotten Capital of Rome

    6 lipca, Serbia ⋅ ⛅ 26 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Wenn es irgendwo in der Umgebung eine antike Ruine zu sehen gibt, kann man sicher sein, dass Raphael sie finden wird. Und so ist es auch heute: Wir besuchen den Kaiserpalast von Sirmium.
    Sirmium war eine der bedeutendsten Städte des späten Römischen Reiches und gehörte im 3. und 4. Jahrhundert zu den wichtigsten Residenzstädten der römischen Kaiser. Hier wurden mehrere römische Kaiser geboren oder regierten zeitweise von diesem Ort aus. Die freigelegten Reste des Kaiserpalastes erinnern daran, dass das heutige Sremska Mitrovica einst zu den wichtigsten Machtzentren Europas gehörte.
    Somit: Bildungsauftrag erfüllt. 😉📚

    ▪️ 🇬🇧
    If there are any ancient ruins to be seen anywhere in the area, you can be sure that Raphael will find them. And that’s exactly what’s happening today: we’re visiting the Imperial Palace of Sirmium.
    Sirmium was one of the most significant cities of the late Roman Empire and, in the 3rd and 4th centuries, was one of the most important residential cities of the Roman emperors. Several Roman emperors were born here or ruled from this location for a time. The excavated remains of the Imperial Palace serve as a reminder that today’s Sremska Mitrovica was once one of Europe’s most important centres of power.
    So: educational mission accomplished. 😉📚
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  • Bač, Serbia

    6 lipca, Serbia ⋅ ☀️ 27 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Zwei Stunden Umweg für eine halbruinenhafte ungarische Festung im serbischen Flachland? Für normale Menschen: fragwürdig. Für Raphael: ein völlig offensichtlicher nächster Programmpunkt.
    Bač war einst ein bedeutender Handelsort, und seine Festung lag in einer Grenzregion, in der über Jahrhunderte Ungarn, Osmanen und später die Habsburger um Macht und Einfluss rangen. Heute ist von dieser einstigen Bedeutung nicht mehr allzu viel sichtbar, sehenswert ist der Ort trotzdem.

    ▪️ 🇬🇧
    A two-hour detour for a half-ruined Hungarian fortress in the Serbian lowlands? For ordinary people: a bit of a stretch. For Raphael: the next item on the itinerary, plain and simple.
    Bač was once an important trading centre, and its fortress was situated in a border region where, for centuries, the Hungarians, the Ottomans and, later, the Habsburgs vied for power and influence. Today, not much remains of its former importance, yet the place is still well worth a visit.
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  • Andi's Daily Fortress Tour

    7–8 lip, Serbia ⋅ ☀️ 26 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Kaum sind wir aus dem Bett gepurzelt, darf sich Andi freuen: Er kann Raphael erneut auf eine Festungsbesichtigung begleiten. Diesmal ist sie weniger zerfallen, dafür mit Sportplatz in der Mitte. Auch hier sind Touristen rar, die Mauern eindrücklich und Raphaels Begeisterung natürlich völlig angemessen.

    ▪️ 🇬🇧
    No sooner have we rolled out of bed than Andi has something to look forward to: he gets to accompany Raphael on another tour of a fortress. This time, it’s less dilapidated, but has a sports pitch right in the middle. Here, too, tourists are few and far between, the walls are impressive, and Raphael’s enthusiasm is, of course, entirely justified.
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  • Fortress or Monastery? Yes.

    7 lipca, Serbia ⋅ ☀️ 25 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Die Verhandlungen waren zäh: Andi forderte endlich einmal keine Festung. Raphael lenkte überraschend ein. Also gibt es heute zur Abwechslung ein Kloster. Dass dieses von Festungsmauern, Wehrtürmen und Zinnen umgeben ist, war natürlich Teil eines grosszügigen Kompromisses. Kompromisse können so schön sein.

    ▪️ 🇬🇧
    The negotiations were tough: for once, Andi didn’t ask for a fortress. Raphael, surprisingly, gave in. So, for a change, today we’re visiting a monastery. The fact that it’s surrounded by fortress walls, defensive towers and battlements was, of course, part of a generous compromise. Compromises can be so lovely.
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  • Niš, Serbia

    7 lipca, Serbia ⋅ ☀️ 28 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Die Geschichte von Niš ist schnell erzählt. Nach unserer Ankunft schlendern wir durch die Stadt, doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Zwischen alten Häusern, neueren Gebäuden und zahlreichen Plattenbauten wirkt das Stadtbild etwas zusammengewürfelt, und vieles hat seine besten Tage leider bereits hinter sich.
    Die römischen Ausgrabungen der Geburtsstadt von Kaiser Konstantin dem Grossen sind ausgerechnet heute geschlossen. Und der berühmte Schädelturm? Historisch sicher bedeutend - aber irgendwie ist die Frage berechtigt, weshalb man sich freiwillig eingemauerte Schädel ansehen sollte.
    Also heisst es für uns: Abschied von Serbien. Nächster Halt: Bulgarien.

    ▪️ 🇬🇧
    The history of Niš is a short one. After arriving, we stroll through the town, but it doesn’t really capture our imagination. With its mix of old houses, newer buildings and numerous prefabricated blocks, the townscape seems a bit of a hodgepodge, and much of it has, sadly, seen better days.
    The Roman excavations in the birthplace of Emperor Constantine the Great are closed today, of all days. And the famous Skull Tower? Certainly significant historically - but one can’t help but wonder why anyone would want to look at skulls that have been walled up of their own free will.
    So it’s time for us to say goodbye to Serbia. Next stop: Bulgaria.
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  • Sofia, Bulgaria

    7–8 lip, Bułgaria ⋅ ☀️ 25 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Der Abend in Sofia gestaltet sich angenehm, wenn auch überraschend. Unsere Unterkunft wirbt mit Aussicht, während gleichzeitig klar vermerkt ist, dass das Zimmer zum Innenhof zeigt. Wie das zusammenpasst, finden wir vor Ort heraus: An der Wand des Mini-Innenhofs hängt ein etwas lieblos befestigtes Plakat mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aussicht vorhanden.
    Das Essen und das Bier sind dafür sehr gut - Sofia rehabilitiert sich also kulinarisch problemlos.
    Den Vormittag verbringen wir mit Sightseeing und erleben bei der Rückkehr zum Auto die nächste Überraschung: Eine Kralle wurde am Rad befestigt. Offenbar hatten wir die Parkzeit überschritten. Aber auch hier hilft die Polizei gerne weiter - natürlich erst, nachdem die Busse bezahlt ist.

    ▪️ 🇬🇧
    The evening in Sofia turns out to be pleasant, if somewhat surprising. Our accommodation advertises a view, whilst at the same time clearly stating that the room faces the inner courtyard. We find out how this fits together once we arrive: on the wall of the tiny inner courtyard hangs a poster, rather haphazardly attached, featuring the city’s sights. View secured.
    The food and beer, on the other hand, are very good - so Sofia easily redeems itself on the culinary front.
    We spend the morning sightseeing and, on returning to the car, encounter the next surprise: a wheel clamp has been fitted to the wheel. Apparently, we’d exceeded the parking time. But here too, the police are happy to help - once the fine has been paid, of course.
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  • Troyan Monastery

    8 lipca, Bułgaria ⋅ ☀️ 26 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Wir scheinen wieder einmal unser Spezialtalent genutzt zu haben: Orte zu finden, die laut Internet und Reiseführer bedeutend, beliebt und absolut sehenswert sind - vor Ort aber wirken, als hätte jemand die Touristen versehentlich im Nachbardorf abgeladen.
    Das Kloster von Troyan liegt tief im bulgarischen Hinterland und ist bekannt für seine Wandmalereien, seine abgeschiedene Lage und die besondere Atmosphäre. Tatsächlich ist es beeindruckend: ruhig, schön gelegen und mit Fresken ausgestattet.
    An der Kasse folgt dann die schönste Erkenntnis des Tages: Wer die Sprache nicht spricht, wird offenbar einfach durchgewunken. Zum ersten Mal zahlt sich unsere völlige Ahnungslosigkeit also finanziell aus.
    Die stundenlange Fahrt durch Wälder und Dörfer lässt uns allerdings weiterhin rätseln, wo genau sich dieses angebliche Touristenaufkommen versteckt. Vielleicht kommen sie alle an einem anderen Wochentag. Vielleicht gibt es einen geheimen Busparkplatz. Oder vielleicht sind wir einfach wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    ▪️ 🇬🇧
    It seems we’ve once again put our special talent to good use: finding places that, according to the internet and travel guides, are significant, popular and absolutely worth seeing - but which, once you’re there, seem as though someone has accidentally dumped the tourists in the neighbouring village.
    Troyan Monastery lies deep in the Bulgarian countryside and is renowned for its murals, its secluded location and its special atmosphere. It really is impressive: peaceful, beautifully situated and adorned with frescoes.
    At the ticket office, we then have the best realisation of the day: if you don’t speak the language, you’re apparently just waved through. So, for the first time, our complete cluelessness pays off financially.
    However, the hour-long drive through woods and villages leaves us still wondering where exactly all these supposed tourists are hiding. Perhaps they all come on a different day of the week. Perhaps there’s a secret bus park. Or perhaps we’ve simply found ourselves in the right place at the right time once again.
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  • The UFO That Never Took Off

    8 lipca, Bułgaria ⋅ 🌧 16 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Mitten auf einem windgepeitschten Berg thront ein Gebäude, das eher wie ein abgestürztes UFO als wie ein Denkmal aussieht. Tatsächlich handelt es sich um das Buzludzha-Monument - einst das Prestigeprojekt des kommunistischen Regimes Bulgariens. Von hier aus sollte die glorreiche Zukunft des Sozialismus gefeiert werden. Heute pfeift der Wind durch zerbrochene Fenster, der Beton bröckelt, und von der grossen Vision ist nicht mehr viel übrig.
    Das Wetter scheint die Szenerie perfekt inszenieren zu wollen: eisiger Wind, Regen und Temperaturen, bei denen selbst der Sommer kurz Pause macht. Beeindruckt davon zeigen sich höchstens die Pferde, die den Gipfel zu ihrem Zuhause erklärt haben - und deren Hinterlassenschaften inzwischen mindestens genauso flächendeckend vertreten sind wie einst die kommunistische Propaganda.
    Der Rückweg führt über eine Strasse, auf der vor Schlaglöchern gewarnt wird. Nach den letzten Tagen unseres Roadtrips können wir darüber allerdings nur schmunzeln. Das hier? Fast schon Luxus.

    ▪️ 🇬🇧
    Perched on top of a windswept mountain stands a structure that looks more like a crashed UFO than a monument. It is, in fact, the Buzludzha Monument - once the flagship project of Bulgaria’s communist regime. It was intended to be a place from which to celebrate the glorious future of socialism. Today, the wind whistles through broken windows, the concrete is crumbling, and little remains of that grand vision.
    The weather seems intent on setting the scene perfectly: an icy wind, rain and temperatures that would make even summer take a brief break. The only ones seemingly impressed by this are the horses that have made the summit their home - and whose droppings are now just as widespread as the communist propaganda once was.
    The return journey takes us along a road with warnings about potholes. After the last few days of our road trip, however, we can only smile at this. This? It’s almost a luxury.
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  • One Last Push to Edirne

    8–9 lip, Turcja ⋅ ☁️ 26 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Andi beschliesst, das günstige Luxushotel in Bulgarien gegen einen letzten langen Push bis über die türkische Grenze einzutauschen. Eine Entscheidung, die auf Google Maps vermutlich sehr vernünftig aussah - und auf bulgarischen Landstrassen bei Dunkelheit dann etwas weniger.
    Die Strassenbedingungen werden zunehmend kreativ, weshalb es längst dunkel ist, während wir noch immer irgendwo Richtung Türkei tuckern. Umgeben von weissem Bodennebel fühlen wir uns kurz wie in einem schlechten Horrorfilm.
    Dann taucht im Lichtkegel plötzlich ein Dreckhaufen auf der Strasse auf. Für einen Moment sind wir überzeugt, dass Google Maps uns endgültig in die Irre geführt hat. Zum Glück lässt sich der Erdrutsch entspannt rechts über die Wiese umfahren, und wenig später erreichen wir problemlos Edirne.
    Am nächsten Morgen gibt es dann noch einen Bummel durch den Basar und die Besichtigung zweier beeindruckender Moscheen.
    Somit ist erste Türkei-Kapitel eröffnet und klar: keine Fahrten in der Nacht mehr.

    ▪️ 🇬🇧
    Andi decides to swap the affordable luxury hotel in Bulgaria for one last long push across the Turkish border. A decision that probably looked very sensible on Google Maps - but a little less so on Bulgarian country roads after dark.
    The road conditions are getting increasingly tricky, which is why it’s long since gone dark whilst we’re still chugging along somewhere towards Turkey. Surrounded by white ground fog, we briefly feel as though we’re in a bad horror film.
    Then, suddenly, a pile of mud appears on the road in the beam of our headlights. For a moment, we’re convinced that Google Maps has finally led us astray. Fortunately, we can easily drive round the landslide to the right across the meadow, and a little later we reach Edirne without any problems.
    The next morning, we take a stroll through the bazaar and visit two impressive mosques.
    And so the first chapter of our Turkey adventure begins, and one thing is clear: no more night-time driving.
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  • Scrubbed in Safranbolu

    9–10 lip, Turcja ⋅ ☀️ 25 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Am späten Nachmittag erreichen wir Safranbolu. Das kleine Städtchen mit seinen verwinkelten Gassen und den gut erhaltenen osmanischen Holzhäusern gehört nicht ohne Grund zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seinen Wohlstand verdankte es einst dem Handel entlang der Karawanenrouten zwischen Europa und Anatolien, und genau diesen Charme hat es bis heute bewahrt.
    Der eigentliche Programmpunkt des Abends ist aber der Hamam. Während Raphael die jahrhundertealte Badekultur geniesst, ist Andi weniger begeistert. Nach einer ausgiebigen Massage ist er überzeugt, nicht in einem Badehaus, sondern in einem Ringkampf gelandet zu sein. Den restlichen Abend erklärt er jedem, der es hören will, dass er "verprügelt" worden sei. Wer schon einmal in einem traditionellen Hamam war, weiss allerdings: Genau so soll das sein.
    Immerhin überlebt er. Und am nächsten Morgen verlassen wir Safranbolu mit sauberer Haut, tiefenentspanntem Raphael und einem leicht traumatisierten Andi.

    ▪️ 🇬🇧
    We arrive in Safranbolu in the late afternoon. This little town, with its winding alleyways and well-preserved Ottoman wooden houses, is a UNESCO World Heritage Site for good reason. It once owed its prosperity to trade along the caravan routes between Europe and Anatolia, and it has retained precisely this charm to this day.
    The main event of the evening, however, is the hamam. Whilst Raphael enjoys the centuries-old bathing culture, Andi is less than enthusiastic. After a thorough massage, he is convinced he has ended up not in a bathhouse but in a wrestling match. For the rest of the evening, he explains to anyone who will listen that he has been "beaten up". Anyone who’s ever been to a traditional hamam knows, though: that’s exactly how it’s meant to be.
    At least he survives. And the next morning, we leave Safranbolu with clean skin, a deeply relaxed Raphael and a slightly traumatised Andi.
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  • A Quick Stop in Amasra

    10 lipca, Turcja ⋅ ⛅ 22 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Amasra ist zwar klein, blickt aber auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Die Hafenstadt wechselte im Lauf der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer - von den Römern über Byzanz bis zu den Genuesen, die der Burg ihre heutige Form gaben. Was genau Menschen aus Westitalien hier am Schwarzen Meer verloren hatten, klären wir ein anderes Mal. Später übernahmen die Osmanen die Stadt.
    Nach dem kurzen Spaziergang folgt der obligatorische Kaffeehalt. Andi bestellt einen türkischen Kaffee und bekommt ein kleines Kunstwerk serviert - stilvoll, aromatisch und genau so, wie man es sich in der Türkei vorstellt.
    Raphael entscheidet sich für einen Iced Coffee. Die Erwartungen sind hoch, serviert wird eine lieblos auf den Tisch geklatschte Getränkedose aus dem Supermarkt. Offenbar gibt es selbst in der türkischen Kaffeekultur Grenzen.
    Immerhin war die Aussicht hervorragend.

    ▪️ 🇬🇧
    Amasra may be small, but it has an astonishingly long history. Over the centuries, the port town changed hands several times - from the Romans to the Byzantines and on to the Genoese, who gave the castle its present form. We’ll have to leave it for another time to explain exactly what people from western Italy were doing here on the Black Sea. Later, the Ottomans took over the town.
    After a short walk, it’s time for the obligatory coffee break. Andi orders a Turkish coffee and is served a little work of art - stylish, aromatic and exactly as you’d imagine it to be in Turkey.
    Raphael opts for an iced coffee. Expectations are high, but what’s served is a supermarket drink can carelessly plonked on the table. Apparently, even Turkish coffee culture has its limits.
    At least the view was superb.
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  • Wo der Döner seinen Anfang nahm

    10 lipca, Turcja ⋅ ⛅ 23 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Kastamonu liegt ohnehin auf unserer Route - also der perfekte Ort für eine Essenspause. Und wenn man schon hier ist, kommt man an einer Spezialität nicht vorbei: Der Döner Kebab soll hier erfunden worden sein. Ob das wirklich stimmt, darüber mögen sich Historiker streiten. Uns reicht, dass er hervorragend schmeckt.
    Ganz nebenbei entdecken wir auch noch die eindrucksvolle Festung oberhalb der Stadt. Auf den steilen Strassen hinauf sorgt Andi noch für etwas Unterhaltung. Mitten auf der Fahrbahn spaziert seelenruhig ein ganzer Schwarm Hühner umher. Für einen kurzen Moment sieht es so aus, als würde unser Abendessen gleich auf der Motorhaube mitfahren. Die Hühner bleiben allerdings völlig unbeeindruckt.
    Deshalb:
    - Döner: mit ohne alles
    - Huhn: lieber lebend

    ▪️ 🇬🇧
    Kastamonu is on our route anyway - so it’s the perfect place for a stop for lunch. And once you’re here, there’s one speciality you simply can’t miss: the döner kebab is said to have been invented here. Whether that’s really true is a matter for historians to debate. All that matters to us is that it tastes absolutely delicious.
    Incidentally, we also discover the impressive fortress overlooking the town. On the steep roads leading up, Andi provides a bit of entertainment. Right in the middle of the road, a whole flock of chickens is strolling about, completely unfazed. For a brief moment, it looks as though our dinner is about to hitch a ride on the bonnet. The chickens, however, remain completely unimpressed.
    So:
    - Döner: with or without anything
    - Chicken: preferably alive
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  • Ride into the Sunset 🌅

    10–11 lip, Turcja ⋅ ☀️ 23 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Von Kastamonu geht es zurück an die Schwarzmeerküste in die Region von Sinop. Pünktlich zum Abend werden wir mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt - kein schlechter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
    Die Nacht verbringen wir in einem kleinen Camper direkt am Meer. Endlich ergibt sich auch die passende Gelegenheit, die in dieser Region allgegenwärtigen Sonnenblumenkerne stilecht vor dem Camper zu knabbern. Gemütlich ist es auf jeden Fall. Dass die Betten für grössere Menschen etwas knapp ausfallen, merken wir allerdings spätestens beim Schlafengehen.
    Am nächsten Morgen geht es bereits weiter. Die nächste grosse Etappe wartet: einmal quer entlang der Schwarzmeerküste bis in die Region Trabzon.

    ▪️ 🇬🇧
    From Kastamonu, we head back to the Black Sea coast, to the Sinop region. Just in time for the evening, we're treated to a spectacular sunset - not a bad place to end the day.
    We spend the night in a small campervan right by the sea. At last, we get the perfect opportunity to snack on sunflower seeds, which are everywhere in this region, while sitting outside the campervan like the locals do. It's certainly cosy. We do realise, however, that the beds are a little too short for taller people.
    The next morning, we're already back on the road. The next major leg of the journey awaits: following the Black Sea coast all the way to the Trabzon region.
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  • A Foggy Day at Sümela Monastery

    12 lipca, Turcja ⋅ 🌫 17 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Die Kleider frisch gewaschenen geht es zum Barbier. Zu unserer Überraschung spricht dieser zwar kein Englisch, dafür aber Französisch. Nach den Monaten in Genf zahlt sich das tatsächlich einmal aus. Zumindest kurz - denn schon nach wenigen Sätzen stellen wir fest, dass sein Französisch ungefähr so gut ist wie unser Türkisch.
    Noch besser wird es mit seinem lernenden Kollegen, der sämtliche Smalltalk-Regeln ignoriert und direkt loslegt: "Where are you from?", "Are you Muslim?", "Who is your president? Our president is Erdoğan!" Da weiss man schnell woran man ist.
    Nach einer Übernachtung in den Bergen geht es zum Sümela-Kloster, das spektakulär an einer steilen Felswand klebt. Der Überlieferung nach wurde es im 4. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten orthodoxen Klöster der Region. Mit dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei im Jahr 1923 verliessen die Mönche das Kloster, das danach jahrzehntelang leer stand.
    Vom berühmten Ausblick bekommen wir wegen Nebel und Regen zwar nur eine ungefähre Vorstellung. Dafür erleben wir Sümela gemeinsam mit gefühlt halb Türkei - Massentourismus scheint selbst schlechtes Wetter nicht aufzuhalten.

    ▪️ 🇬🇧
    With our freshly laundered clothes, we head to the barber’s. To our surprise, he doesn’t speak English, but he does speak French. After all those months in Geneva, it actually pays off for once. At least for a moment - because after just a few sentences, we realise that his French is about as good as our Turkish.
    Things go even better with his trainee colleague, who ignores all the rules of small talk and gets straight to the point: “Where are you from?”, “Are you Muslim?”, “Who is your president? Our president is Erdoğan!” You soon know where you stand.
    After spending the night in the mountains, we head to Sümela Monastery, which clings spectacularly to a steep rock face. According to tradition, it was founded in the 4th century and, over the centuries, developed into one of the region’s most important Orthodox monasteries. Following the population exchange between Greece and Turkey in 1923, the monks left the monastery, which subsequently stood empty for decades.
    Although the fog and rain mean we can only get a rough idea of the famous view, we do get to experience Sümela alongside what feels like half of Turkey - it seems that even bad weather cannot stop mass tourism.
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  • Santa Harabeleri: The End of a Mountain World

    12 lipca, Turcja ⋅ ☁️ 18 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Nach Sümela verlassen wir die Hauptstrassen und folgen einer schmalen Bergstrasse über die Hochebenen Richtung Santa Harabeleri. Je weiter wir fahren, desto unwirklicher wird die Landschaft. Über eine Stunde lang schlängelt sich die Strasse durch abgelegene Bergtäler, vorbei an kleinen Dörfern und Almen. Unterwegs begegnen wir kaum einem anderen Auto - Touristen scheinen sich hierher nur selten zu verirren.
    Über Jahrhunderte war dieses Hochland Heimat griechischsprachiger christlicher Gemeinden. Klöster wie Sümela bildeten das religiöse und kulturelle Herz der Region, während in den verstreuten Bergdörfern Generation um Generation lebte, arbeitete und Familien gründete. Diese jahrhundertealte Kontinuität endete Anfang der 1920er-Jahre mit dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei. Im Rahmen dieses staatlich vereinbarten Austauschs mussten rund 1,5 Millionen orthodoxe Christen Anatolien verlassen, während etwa eine halbe Million Muslime Griechenland verlassen musste. Santa ist heute eines der eindrücklichsten Zeugnisse dieser Vergangenheit.
    Zwischen den verlassenen Häusern herrscht eine fast surreale Ruhe. Kaum vorstellbar, dass diese abgelegene Berglandschaft über viele Jahrhunderte Heimat einer lebendigen Gemeinschaft war.

    ▪️ 🇬🇧
    After Sümela, we leave the main roads and follow a narrow mountain road across the high plateaus towards Santa Harabeleri. The further we drive, the more surreal the landscape becomes. For over an hour, the road winds its way through remote mountain valleys, past small villages and alpine pastures. We hardly encounter any other cars along the way - tourists seem to stray this far only rarely.
    For centuries, this highland region was home to Greek-speaking Christian communities. Monasteries such as Sümela formed the religious and cultural heart of the region, whilst in the scattered mountain villages, generation after generation lived, worked and raised families. This centuries-old continuity came to an end in the early 1920s with the population exchange between Greece and Turkey. As part of this state-sanctioned exchange, around 1.5 million Orthodox Christians were forced to leave Anatolia, whilst some half a million Muslims were forced to leave Greece. Today, Santa stands as one of the most striking reminders of this past.
    An almost surreal tranquillity reigns amongst the abandoned houses. It is hard to imagine that this remote mountain landscape was home to a vibrant community for many centuries.
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  • Batumi: Mediterranean Vibes

    12–13 lip, Gruzja ⋅ ⛅ 24 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Nach erfolgreichem, wenn auch etwas kompliziertem Grenzübertritt nach Georgien lassen wir den Abend an der Promenade von Batumi ausklingen. Palmen, das Meer und die entspannte Atmosphäre verleihen der Stadt fast schon mediterrane Vibes. Die erste Nacht im Hostel sorgt bei Andi zwar noch für einen kleinen Kulturschock, der erste Eindruck von Georgien könnte aber kaum besser sein.
    Am nächsten Morgen erkunden wir Batumi etwas genauer. Andi ist so begeistert, dass er kurzerhand den Plan fasst, hierher auszuwandern. Raphael nutzt die Gelegenheit und schleppt den frischgebackenen Georgien-Fan erst zur Festung Gonio und gleich danach auch noch zur Festung Petra. Die Auswanderungspläne werden daraufhin vorsichtshalber noch einmal überdacht.

    ▪️ 🇬🇧
    After successfully, albeit somewhat complicatedly, crossing the border into Georgia, we round off the evening on the Batumi promenade. Palm trees, the sea and the relaxed atmosphere give the city an almost Mediterranean feel. Although the first night in the hostel comes as a bit of a culture shock for Andi, our first impression of Georgia could hardly be better.
    The next morning, we explore Batumi in a bit more detail. Andi is so enthusiastic that he spontaneously decides to emigrate here. Raphael seizes the opportunity and drags the newly minted Georgia fan first to Gonio Fortress and then straight on to Petra Fortress. As a precaution, the emigration plans are subsequently reconsidered.
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  • Ushguli: The Towers of Svaneti

    13–14 lip, Gruzja ⋅ ☀️ 18 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Der Weg nach Swanetien ist ein kleines Abenteuer für sich. Kühe, Schweine und Hunde scheinen die Strassen als ihr persönliches Wohnzimmer zu betrachten - Verkehrsregeln gelten hier offenbar nur für Menschen. Dazu kommen unzählige Schlaglöcher, die unserem Mitsubishi so zusetzen, dass wir unterwegs sogar die hintere Autonummer verlieren. (Sie ward nicht mehr gesehen)
    Als dann auch noch Benzingeruch aufkommt, legen wir vorsichtshalber einen Zwischenstopp ein. Die Ursache ist zum Glück schnell gefunden: Ohne Tankdeckel schwappt auf den holprigen Strassen immer wieder etwas Benzin über. Beruhigend - zumindest im Vergleich zu den Alternativen.
    Die Strasse selbst gleicht einer Dauerbaustelle. Kaum ist ein Abschnitt frisch asphaltiert, zerstören Starkregen und Erdrutsche andernorts bereits den nächsten. Entsprechend wechseln sich perfekter Asphalt und Schlaglochpisten im Minutentakt ab.
    Über den Pass erreichen wir schliesslich als Erstes Ushguli. Das ist eine der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlungen Europas. Wie in ganz Swanetien prägen die berühmten Wehrtürme das Ortsbild. Die Swanen lebten über Jahrhunderte in einer Welt, die vom Rest Georgiens fast abgeschnitten war. Lange Winter, hohe Berge und schwierige Wege machten jedes Dorf zu einer kleinen Welt für sich. Viehzucht, Landwirtschaft und starke Familienverbände bestimmten den Alltag. In Zeiten von Fehden oder Überfällen zog man sich in die steinernen Wehrtürme zurück, die bis heute das Wahrzeichen der Region sind.
    Am Abend fahren wir weiter nach Mestia. Am nächsten Morgen besichtigen wir eines dieser traditionellen Wohnhäuser mit Wehrturm von innen und können uns so gut vorstellen, wie die Familien hier einst lebten.

    ▪️ 🇬🇧
    The journey to Svaneti is a little adventure in itself. Cows, pigs and dogs seem to regard the roads as their own personal living room - traffic rules apparently only apply to people here. On top of that, there are countless potholes that take such a toll on our Mitsubishi that we even lose the rear number plate along the way. (It was never seen again)
    When we then start to smell petrol, we decide to make a stop just to be on the safe side. Fortunately, the cause is quickly found: without a fuel cap, a bit of petrol keeps spilling over on the bumpy roads. Reassuring - at least compared to the alternatives.
    The road itself resembles a perpetual building site. No sooner has one section been freshly tarmacked than heavy rain and landslides elsewhere are already destroying the next. Consequently, perfect tarmac and potholed tracks alternate every minute.
    Crossing the pass, we finally reach Ushguli first. This is one of the highest permanently inhabited settlements in Europe. As throughout Svaneti, the famous defence towers characterise the townscape. For centuries, the Svans lived in a world that was almost cut off from the rest of Georgia. Long winters, high mountains and difficult paths made every village a small world of its own. Livestock farming, agriculture and strong family ties shaped everyday life. In times of feuds or raids, people would retreat to the stone defence towers, which remain the region’s landmark to this day.
    In the evening, we carry on to Mestia. The next morning, we explore the interior of one of these traditional houses with a defence tower, which gives us a good idea of how families once lived here.
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  • Georgia's Least Wanted

    14–15 lip, Gruzja ⋅ 🌧 23 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Heute machen wir uns auf den langen Weg von den Bergen zurück ins Flachland. Kaum gibt es wieder ähnlich viele Menschen wie Kühe, werden wir auch schon zum ersten Mal seit dem Verlust unseres Nummernschilds von der Polizei kontrolliert. Offenbar wirken wir etwas suspekt. Die Kontrolle verläuft allerdings freundlich und nach wenigen Minuten dürfen wir weiterfahren.
    Auf dem Programm stehen heute die Festung Nokalakevi und die Prometheus-Höhle. Auf den ersten Blick könnten die beiden Orte kaum unterschiedlicher sein. Auf den zweiten haben sie überraschend viel gemeinsam: jede Menge Steine und ungefähr die Informationstiefe einer Wikipedia-Einleitung. Schade - zu beiden Orten gäbe es bestimmt deutlich mehr spannende Geschichten zu erzählen.
    Am Abend geht es noch ein Stück weiter Richtung Osten. Tiflis, unser Etappenziel, rückt langsam, aber sicher näher.

    ▪️ 🇬🇧
    Today we’re setting off on the long journey from the mountains back to the lowlands. No sooner are there as many people as there are cows again than we’re stopped by the police for the first time since losing our number plate. Apparently, we look a bit suspicious. The stop is, however, friendly and after a few minutes we're allowed to carry on.
    On the agenda today are Nokalakevi Fortress and Prometheus Cave. At first glance, the two places could hardly be more different. On closer inspection, however, they have a surprising amount in common: plenty of rocks and about as much depth of information as a Wikipedia introduction. It’s a shame - there are surely far more fascinating stories to tell about both places.
    In the evening, we head a little further east. Tbilisi, our first major destination, is slowly but surely drawing nearer.
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  • Gori: Between History and Propaganda

    15 lipca, Gruzja ⋅ ⛅ 21 °C

    ▪️ 🇩🇪
    Gori ist vor allem als Geburtsstadt Josef Stalins bekannt. Für uns steht jedoch zunächst Uplistsikhe im Mittelpunkt - eine nur wenige Kilometer entfernte, antike Felsenstadt. Bereits vor über 2500 Jahren entstand hier eines der wichtigsten Zentren des vorchristlichen Georgiens. Tempel, Wohnhäuser, Lagerräume und Strassen wurden direkt aus dem Fels gehauen. Heute kann man noch immer durch die Gänge dieser einst blühenden Stadt spazieren.
    Natürlich kann es Raphael trotzdem nicht lassen, anschliessend auch noch das durchaus kontroverse Stalin-Museum zu besuchen. Andis Geschichtswissen wird vorher vorsorglich noch einmal aufgefrischt: «Wer war Stalin? War der gut oder böse?»
    Die Ausstellung lässt sich kaum anders als pro-stalinistische Propaganda beschreiben. Die obere Galerie wirkt wie ein Schrein. Stalin wird auf seinem Werdegang gezeigt - mal als genialer Feldherr, mal als gütiger Vater der Nation, stets jedoch in einem auffallend positiven Licht.
    Eine kritische Einordnung von Stalin, dem Diktator, der den Tod von Millionen Menschen zu verantworten hatte, sucht man vergebens. Erst wenn man beim Hinausgehen nach links in einen kleinen, beinahe wie eine Besenkammer wirkenden Raum blickt, findet man einige wenige kritische Zitate. Das wirkt weniger wie historische Aufarbeitung als wie eine Pflichtübung.
    Es ist erstaunlich und zugleich befremdlich, welchen Eindruck dieses Museum hinterlässt: Der berühmteste Sohn der Stadt scheint hier noch immer in erster Linie verehrt und nicht kritisch aufgearbeitet zu werden.

    ▪️ 🇬🇧
    Gori is best known as the birthplace of Joseph Stalin. For us, however, the focus is initially on Uplistsikhe - an ancient rock-hewn city just a few kilometres away. Over 2,500 years ago, one of the most important centres of pre-Christian Georgia emerged here. Temples, dwellings, storage rooms and streets were hewn directly out of the rock. Today, you can still stroll through the passageways of this once-thriving city.
    Naturally, Raphael can’t resist visiting the rather controversial Stalin Museum afterwards. As a precaution, Andi’s knowledge of history is refreshed once more beforehand: ‘Who was Stalin? Was he good or evil?’
    The exhibition can hardly be described as anything other than pro-Stalinist propaganda. The upper gallery resembles a shrine. Stalin is portrayed throughout his career - sometimes as a brilliant military commander, sometimes as the benevolent father of the nation, but always in a strikingly positive light.
    One searches in vain for a critical assessment of Stalin, the dictator responsible for the deaths of millions of people. It is only when, on the way out, one looks to the left into a small room that looks almost like a broom cupboard that one finds a few critical quotes. This feels less like a historical reckoning and more like a compulsory exercise.
    It is astonishing and, at the same time, disconcerting what impression this museum leaves: the city’s most famous son still seems, first and foremost, to be revered here rather than subjected to critical scrutiny.
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