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- Hari 133
- Rabu, 5 November 2025
- ⛅ 16 °C
- Altitud: Paras Laut
Korea SelatanIncheon37°25’27” N 126°36’20” E
Fortsetzung
5 November, Korea Selatan ⋅ ⛅ 16 °C
Wir sind wieder unterwegs und dachten, das hätten auch alle mitbekommen. Falls nich: Es gibt zwei neue Reisen. Teil 2 unserer Reise (https://findpenguins.com/0nbjbfkjcfwpc/trip/690…) ist eine Zusammenfassung, was wir in Korea so gemacht haben und Teil 3 (https://findpenguins.com/0nbjbfkjcfwpc/trip/690…) geht über die Reise nach Australien.
Viel Spaß!Baca lagi
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- Hari 73
- Sabtu, 6 September 2025
- 🌧 28 °C
- Altitud: Paras Laut
Korea SelatanIncheon37°25’26” N 126°36’19” E
Tag 73 - Ankunft Korea
6 September, Korea Selatan ⋅ 🌧 28 °C
Arnd:
Im Schiff hing eine Infotafel mit den Zeiten von Sonnenauf- und Untergang. Hea-Jee wollte gern den Sonnenaufgang sehen, ich eher nicht. Aber wir hatten das Fenster nicht verdunkelt und dann werden wir wach, sobald es hell wird. Also sind wir auf Deck gegangen. Die Sonne war zwar schon überm Horizont, aber das konnten wir nicht sehen, weil das hinter Wolken war. Nach kurzer Zeit war sie aber hoch genug, dass sie zusammen mit den Wolken ein schönes Farbspiel veranstaltet hat.
Ich bin dann bald nochmal ins Zimmer gegangen und wieder eingedöst. Nach kurzer Zeit weckte mich mein Telefon mit einem Bing, wie es nur dann kommt, wenn es neue Nachrichten gibt und neue Nachrichten gibt es nur mit Internetzugang. Das weckte mich und meine Neugier. Es war Aldi, unser deutscher Mobilfunkprovider, der mich in Korea willkommen hieß.
Das ist geradezu spektakulär, denn wir waren noch etwa 4 Stunden vom Hafen entfernt. Haben die Koreaner etwa das Meer mit Mobilfunkbojen bestückt, damit auch die vielen Fischer da draußen nicht unverbunden bleiben? Wahrscheinlich haben die sogar High Speed Internet.
Zwei Stunden vor Ankunft tauchten die ersten typisch koreanischen Inselchen auf. Die sehen aus wie Berggipfel von Unterwasserbergen. Sehr pittoresk!
Der Seehafen hier im Nordwesten von Korea heißt Incheon. Dort, auf einer Insel, liegt auch der große internationale Flughafen von Korea. Bei der Hafeneinfahrt fuhren wir unter der Brücke durch, die den Flughafen mit dem Festland verbindet. Die ist mit 14km auch ziemlich lang.
Ich hatte Incheon immer als Vorort von Seoul begriffen. Beim Anblick der gigantischen Hochhausfelder habe ich dann aber mal in der Wikipedia nachgeschaut; Incheon ist mit 2,9 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Südkoreas und damit etwa doppelt so groß wie München. Aber sie ist sehr eng mit Seoul verbunden, weil die beiden Städte nur etwa 30km entfernt sind und bei der Größe der beide Städte heißt das, dass sie miteinander verwachsen sind.
Das Fährterminal in Incheon ist auch ein stattlicher Bau. Von hier aus fahren alle Fähren ab, die nach China gehen. Trotzdem war die Zahl der Menschen hier sehr überschaubar.
Die Passformalitäten waren sehr erfreulich. Hea-Jee ging zuerst zu der Beamtin und hat ihr erklärt, dass ich zu ihr gehöre. Der ganze Vorgang hat bei mir unter einer Minute gedauert. Auch der Zoll hat uns nur freundlich gegrüßt.
Auch in Korea wird sehr vieles per Smartphone organisiert. Wie man dazu ein vollwertig ausgestattetes Smartphone bekommt, dazu hat Hea-Jee von etlichen Seiten Vorschläge bekommen und sie hatte den Eindruck, dass das durchaus kompliziert ist. Wir dachten, eine koreanische Telefonnummer ist ein wichtiger Bestandteil. Ein wiederkehrender Rat war, sich die SIM am Flughafen zu holen. Dort sitzen die Spezialisten und die haben Angebote für Reisende. Da der Flughafen nicht so weit vom Fährterminal entfernt ist, sind wir erstmal dahin gefahren, was aber doch eineinhalb Stunden gedauert hat.
Im Flughafen haben wir erstmal richtig koreanisch Mittag gegessen und sind dann zu den Mobilfunkanbiertern in der Ankunftshalle gelaufen. Das Ergebnis war ernüchternd. Man bekommt zwar eine SIM mit Telefonnummer, aber die „ist nur geliehen“ und nicht zum Anmelden bei irgendwelchen Diensten brauchbar. Außerdem hatten die quasi nur eine Sorte Vertrag im Angebot mit unbegrenzten Mobilfunkdaten.
Schön, aber das sollte pro Monat 30€ kosten. Da ich keine eigene Telefonnummer brauche, habe ich mir schon in China eine eSIM bei trip.com gekauft mit einem auf 20GByte limitierten Volumen für einen Monat und die hat zum Vergleich 7€50 gekostet und wird mir vollkommen ausreichen.
Ein Anwendungsfall für Smartphoneanwendungen ist der Kauf von Zugtickets, was wir öfters tun werden. Wir haben dann einfach mal probiert, ob das auch mit trip.com geht und siehe da, das geht.
Die SIM-Frage ist aktuell noch offen, schnelle Kommentare sind sehr willkommen.
Damit sind wir jetzt nach 72 Tagen in Korea angekommen. Noch vor einem halben Jahr schien uns das ein riesiges Unternehmen zu sein. Jetzt haben wir es geschafft. Es gab hin und wieder kleine Probleme unterwegs, aber nichts gravierendes und die Menschen vor Ort waren immer sehr hilfsbereit. Man kann so eine Reise also auch mit 65++ Jahren noch machen. Und unterwegs gibt es viel zu erleben und zu lernen.
Wir bleiben jetzt erstmal so etwa zwei Wochen in Seoul. Da wird es nicht viel zu berichten geben. Wahrscheinlich schreiben wir noch ein Resümee zum Abschnitt unserer Reise in China, der schon etwas besonders war.
Vielen Dank, dass ihr uns bis hierher mit so viel Interesse gefolgt seid. Wenn es weiter geht mit Teil 2 der Reise, werden wir das hier schreiben und diejenigen unter euch, von denen wir wissen, werden wir auch per Mail benachrichtigen.Baca lagi

Ganz dicke Grüße und eine erholsame Pause wünschen wir aus K'ruhe! [Verona und Gert]

Pengembara…. Ich bin einfach nur überwältigt und freue mich mit euch, dass ihr es geschafft habt!!!
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- Hari 72
- Jumaat, 5 September 2025
- ☁️ 29 °C
- Altitud: 11 m
China市北区36°5’9” N 120°18’39” E
Tag 72 - Abfahrt nach Korea
5 September, China ⋅ ☁️ 29 °C
Arnd:
Unser Schiff fuhr zwar erst um 17:30, aber man muss schon um 14:30 beim Terminal sein und der Checkout im Hotel ist vor 12:00. Wir haben uns deshalb morgens nur die Zeit vertrieben, Pinguine geschrieben, und sind um kurz vor 12:00 ein letztes Mal Didi gefahren zum Qingdao Cruise Terminal.
Das Beschaffen der Tickets ist für Nicht-Koreaner vermutlich nahezu unmöglich. Es gibt im Internet fast keine Informationen und schon gar keinen Ticketshop. Und das ist nicht nur für die Fähre so, die wir heute nehmen, sondern für alle anderen ebenso, die von anderen Städten in China aus nach Korea fahren. Hea-Jee hat nach einiger Suche einen K-Talk Kanal des Fährbetreibers gefunden. K-Talk ist das koreanische WhatsApp. Dort hat sie Kontakt zu einem Mitarbeiter bekommen, bei dem sie die Tickets bestellen konnte. Dann haben wir jemanden in Korea bemüht, die Fahrtkosten zu überweisen. Heute konnten wir dann am Schalter unser Ticket abholen.
Es wäre aber überhaupt kein Problem gewesen, einfach heute zum Schalter zu gehen und ein Ticket zu kaufen. Die Fähre ist mit Passagieren nämlich überhaupt nicht ausgelastet, vermutlich fahren hier heute nicht mehr als 100 Passagiere mit. Einzig ob unsere Royal Class noch verfügbar gewesen wäre, war mir nicht ganz sicher, deshalb haben wir die Tickets vorher besorgt. Es gibt schlicht kaum einen Grund, dieses Schiff zu nehmen, wenn man nicht wie wir das Fliegen vermeiden will. Ok, in der billigsten Klasse ist das Schiff vielleicht doch noch billiger, als fliegen, aber wir zahlen definitiv mehr. Aber vielleicht sollten wir unsere Royal Class auch eher mit der Business Class im Flieger vergleichen. Immerhin haben wir ein geräumiges Zweibettzimmer mit eigenem Bad, sogar mit Badewanne.
An unserem Terminal werden wohl auch Kreuzfahrtschiffe abgefertigt und deshalb ist das ziemlich groß. Der chinesische Grenzschutz war sehr pingelig. Die chinesischen Fahrgäste mussten einige Fragen beantworten, eine Frau musste sogar irgendwohin mitkommen. Bei uns hat es nur irgendwie sehr lange gedauert. Vermutlich sind wir in der ganzen Zeit in China gründlich überwacht worden und das mussten die erstmal alles auswerten. Eine Ausreise ist normalerweise eine Sache von unter einer Minute. Hier hat es gefühlt 5 Minuten gedauert.
Dann wurden wir mit einem Bus zum Schiff gefahren. Wir stiegen aus dem Gebäude direkt in den Bus, der Bus fuhr einmal auf die andere Straßenseite (die andere Seite der Pier) und wir standen vorm Eingang des Schiffs. Gehen wäre genauso schnell gewesen. Nachdem die meisten Passagiere im Schiff waren, ging aber auf der Pier die Arbeit los. Unser Schiff ist nämlich heutzutage in der Hauptsache ein Frachtschiff, das etwa 300 Container laden kann. Oben über den Frachträumen gibt es noch zwei Etagen für Passagiere. Es könnte 660 Passagiere mitnehmen, aber das war einmal. Das System hat sicher bessere Zeiten erlebt, das kann man an Fotos von Unterhaltungsveranstaltungen und Feuerwerk für die Passagiere sehen, die hier in den Gängen hängen.
Ab 17:00 gab es ein Buffet zum Abendessen, das schon sehr koreanisch war. Das war nicht im Preis enthalten und auf dem Schiff kann man nicht digital bezahlen, das würde außerhalb des Hafens schlicht nicht funktionieren. Also konnten wir endlich unsere chinesischen Bargeldbestände reduzieren, die wir tatsächlich fast nicht gebraucht haben. Die Betonung liegt aber auf fast. Gegen 18:00 war der letzte Container verladen und es ging los. Kurz danach war auch schon Sonnenuntergang und während es dunkel wurde sind wir aus der Bucht von Qingdao herausgefahren und haben zusammen mit den anderen Passagieren die Aussicht genossen. Es war wirklich sehr schön.Baca lagi
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- Hari 71
- Khamis, 4 September 2025
- ☀️ 29 °C
- Altitud: 24 m
China市北区36°4’26” N 120°18’54” E
Tag 71 - Qingdao
4 September, China ⋅ ☀️ 29 °C
Arnd:
Morgen geht unsere Fähre von Qingdao nach Incheon in Korea. Von Peking nach Qingdao sind es Luftlinie etwa 550km. Zur Stressvermeidung reisen wir einen Tag vorher an. Die Eisenbahnfahrt von Peking empfinden wir mittlerweile als unspektakulär. Peking hat etliche Bahnhöfe, deshalb ist der Südbahnhof, wo wir abfahren, gar nicht so gigantisch. Der Zug fährt mit knapp 700km einen leichten Umweg, um noch eine größere Stadt mit zu nehmen. Die Geschwindigkeit ist mal wieder 300km/h und die Fahrzeit 3,5 Stunden. Wir kommen wieder 3 Minuten zu früh an. Das scheint so geplant zu sein, damit der Zug selbst dann pünktlich ist, wenn er mal 3 Minuten verliert.
Qingdao, in Deutschland auch bekannt als Tsingtao, war wohl mal deutsche Kolonie. Davon sind ein paar Gebäude geblieben und die Kunst des Bierbrauens. Die Stadt liegt an einer großen Bucht und ähnelt damit Melbourne. Die Bucht hat etwa die Hälfte des Durchmessers der Melbourner Bucht. Quer über die Bucht führt eine 25km lange Brücke, von der man auf dem dritten Foto den Anfang sehen kann.
Unser Hotel hatte ich danach ausgesucht, dass wir es vom Bahnhof aus gut per U-Bahn erreichen können und dass das Fährterminal nicht weit ist. Zwischen Hotel und U-Bahnstation überraschte uns eine Fußgängeranlage, die wie ein kleiner Park wirkt und zwischen die zwei Ebenen des Autoverkehrs gebaut ist. Fürs Hotelzimmer hatte ich etwas mehr bezahlt, damit wir ein Zimmer mit Fenster bekommen. Das Fenster ging dann aber nicht nach draußen, sondern zu Hotellobby. Die 8€, die das gekostet hat, waren schlecht angelegt.
Auf der anderen Seite hatte meine Karten-App eine weitläufige Fußgängerzone angezeigt. Wie wir dann sahen, handelte es sich dabei um das alte deutsch geprägte Stadtzentrum, das heute vor allem abends als Vergnügungsmeile fungiert und Einheimische und Touristen anzieht.
Als wir abends unterwegs waren, hatten auch etliche Geschäfte geöffnet. Nirgends habe ich aber so viele Kunden gesehen, wie an diesen Zapfanlagen. Da man das Bier per App bezahlt und in China nichts anonym läuft, belegt man bei der Bezahlung nebenbei sein Alter. Für Jugendschutz ist also gesorgt. Ich könnte mir vorstellen, dass das in München auch sehr populär sein könnte.
An etlichen Stellen gab es Bierzapfanlagen mit Selbstbedienung. Man geht zu dem Zapfhahn mit der gewünschten Biersorte (Erdbeer und ähnliches ist auch dabei), wählt auf einem Bildschirm über dem Hahn, wieviel Bier man haben möchte und kann dann den Zapfhahn bedienen und seinen Plastikbecher bis zur bezahlten Menge füllen. Der Spaß dabei besteht wohl darin, sich so geschickt anzustellen, dass man nicht zu viel Schaum im Becher hat.
Die einfacheren alten Gebäude hat man mittlerweile abgerissen und durch ähnlich aussehende Neubauten ersetzt. Das wirkt allerdings ein bisschen wie Disneyland. Die ausländischen Touristen sind vermutlich überwiegend Koreaner, die wenn sie fliegen, sehr billig und schnell hierher kommen und hier günstig einkaufen und essen können. Perfekt für einen Kurzurlaub.
Die größte der Fußgängerstraßen führt bis zum Meer und dort auf einem Damm noch ein bisschen weiter bis zu einem Pavillon. Es war Ebbe und wir konnten im Wasser und am Meeresrand etliche Menschen mit Lichtern sehen, die wohl auf der Jagt nach Meeresfrüchten waren.Baca lagi

Pengembara
Gratulation! Ihr habt Eurasien durchquert!! Eine große Leistung mit so wenig Aufwand. Google lens hat die Kirche sogar erkannt: "Das abgebildete Gebäude ist die katholische Kathedrale St. Michael in Qingdao, China. Sie befindet sich in Qingdao, einer Hafenstadt in der Provinz Shandong im Osten Chinas. Die Kathedrale wurde ab 1932 erbaut und ist Sitz des Bischofs der römisch-katholischen Diözese Qingdao. Sie ist im neoromanischen Stil erbaut und ähnelt einer deutschen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Die Kathedrale steht auf einem Hügel im ältesten Teil von Qingdao, in der Zhejiang Lu 15, im Shinan District. "

PengembaraWir haben gestern in Triest Tsing Tao Bier getrunken 🍻. Und so schnell wie in China sind die Züge hier nicht. Wir brauchen 11,5 Stunden für ca. 750 km. Gute Weiterreise.
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- Hari 70
- Rabu, 3 September 2025
- ☀️ 32 °C
- Altitud: 36 m
ChinaPeking39°52’51” N 116°24’17” E
Tag 70 - Stadterkundung mit Behinderung
3 September, China ⋅ ☀️ 32 °C
Arnd:
An unserem letzten Tag in Peking hatten wir keine großen Pläne, wir wollten uns nur nochmal etwas umschauen. Hea-Jee wollte sowas wie die Innenstadt sehen und hat dann auch in Internetberichten einen Straßennamen gefunden, der sowas verspricht. Bei mir auf dem Plan stand noch der Himmelstempel und dann wollte ich auch mal was modernes sehen. Es gibt hier doch einige sogenannte Signature Buildings. Davon habe ich ein paar auf meiner Karte markiert.
Wir gingen dann los zur U-Bahn nicht weit von unserem Hotel und standen vor einem verschlossenen Eingang. Ach ja, heute ist ja der letzte Tag der Großveranstaltung hier. Ich fand auch, dass auf der Straße ziemlich wenig Verkehr war. Ich fing schon an, den Tag umzuplanen. Wir sind dann weitergelaufen, um zu sehen, ob auch die anderen Eingänge unserer U-Bahnstation verschlossen sind. Tatsächlich fanden wir einen, der geöffnet war.
Wir kamen rein und es fuhr auch eine U-Bahn. Die hielt an der nächsten Station und ich glaube auch an der übernächsten, aber dann hat sie 10 Stationen übersprungen und nicht gehalten. Dadurch brach unser Plan zusammen und wir mussten was neues improvisieren. Wir wollten dann noch zwei Stationen weiterfahren und von da aus Hea-Jees Innenstadtstraße erkunden. Ich hatte mittlerweile aber eine englischsprachige Webseite gefunden, wo alle Einschränkungen verzeichnet waren und dort sah ich, dass diese Straße auch für Fußgänger gesperrt war. Abends habe ich gelesen, dass es wohl eine Militärparade gegeben hat und die ist da in der Gegend wohl vorbei gekommen.
Also nochmal Planänderung. Unsere U-Bahnlinie war eine Ringlinie, die fährt immer im Kreis rum und wir waren schon zwei drittel des Kreises gefahren, als wir dann in eine andere Linie umgestiegen sind. Die hat uns etwas weiter stadtauswärts gebracht zu einem dieser Signature Buildings. Wir mussten noch etwas laufen und als wir das Gebäude schon vor uns hatten, hat Hea-Jee im Augenwinkel etwas koreanische Schrift gesehen. Es wurde ein koreanisches Gericht versprochen: Kalte Nudeln. Das ist eine eisgekühlte Nudelsuppe mit einer Grundlage aus Rinderbrühe, aber auch so interessanten Zutaten wie Wassermelone und ein hartgekochtes Ei. Es ist sehr lecker, sättigt und man hat den Körper etwas abgekühlt. Win win win! Und es war schon Mittagessenszeit! Es stellte sich raus, dass das ein koreanisches Restaurant war und die kalten Nudeln schmeckten auch wie koreanische kalte Nudeln. Der Tag war gerettet. Danach sahen wir, dass daneben noch mehrere andere koreanische Restaurants waren.
Ich hatte erst Sorge, dass man diese Signature Buildings nicht gut fotografieren kann, weil sie alle ziemlich hoch sind und man sie ohne Drohne oder Zugang zu hohen Stockwerken in benachbarten Gebäuden nur steil nach oben fotografieren kann, was nicht zu schönen Bildern führt. Das Gebäude, oder besser der Gebäudekomplex, vor dem wir jetzt standen heißt Wangjin SOHO und ist von der berühmten Iranisch-Britischen Architektin Zaha Hadid. Der Komplex war gut zugänglich, weil es in den unteren Stockwerken Geschäfte gibt und zwischen den Gebäuden ein öffentlicher Platz entstanden war. Zum Glück habe ich hier einige brauchbare Fotospots gefunden. Sehr schöne professionelle Fotos findet man unter: http://www.sohochina.com/project.aspx?projectid=9
Zur Vorbereitung hatte ich über diese Signature Buildings in China etwas gelesen. Es sind Gebäude, die von international berühmten Architekten entworfen sind und ein markantes einzigartiges Design haben. Sie kamen hier Anfang der 2000er Jahre langsam auf. Zur Olympiade in Peking gab es dann einen richtigen Boom und die Architekten der Welt waren erstmal alle in China beschäftigt. In 2016 hat dann aber der chinesische Staat die Notbremse gezogen. Seitdem wird sowas hier nicht mehr gebaut. Ich weiß nicht, was die eigentliche Motivation dazu war. Vielleicht wollte man, dass das Bild der Städte einen chinesischen Touch behält, oder vielleicht waren die Dinger auch schlicht zu teuer.
Aber was da ist, kann man natürlich anschauen und sich daran freuen.
Danach sind wir in Richtung Central Business District gefahren, wo noch ein paar dieser Gebäude stehen. Die waren leider etwas weniger zugänglich, aber ein paar Bilder gibt es doch. Da ist zum einen das Gebäude des staatlichen Fernsehens CCTV. Der Entwurf ist von Rem Kohlhaas. Zwei schräge Hochhäuser, die sich aneinander lehnen. Das ist wahrscheinlich das bekannteste dieser Gebäude. Aus der Nähe hatte ich den Eindruck, dass die seit dem Bau noch nie die Fenster geputzt haben. Daneben steht das höchste Gebäude in Peking und das siebthöchste in der Welt, der CITIC Tower, den man von überall in Peking sehen kann, nur nie in seiner Gesamtheit. Und aus der Nähe kann man ihn nur senkrecht nach oben fotografieren.
Von dort aus gab es eine Möglichkeit, doch noch zum Himmelstempel zu kommen, ohne der Innenstadt zu nah zu kommen. Das haben wir dann noch gemacht. Wir mussten eine längere Strecke laufen. Hea-Jee hatte schon nicht mehr viel Lust, aber hinterher war sie froh, dass wir das noch angeschaut haben. Es sind zwei unglaublich schöne kreisrunde Gebäude. Sie wurden ab 1406 errichtet und dienten nur einem Zweck: Im Frühjahr kam der Kaiser hierher und betete zum Himmel für ausreichend Regen und eine gute Ernte.
Er betete zum Himmel und nicht zu einem namentlich genannten Gott. Das hat mich irritiert und ich habe ein bisschen in der Wikipedia gelesen. Bei Ostasien und Religion denkt man meist an Buddhismus, Daoismus oder Konfuzianismus. Das sind aber eher philosophische Lehren, obwohl sich manche mit ihren Wünschen auch an Buddha wenden und es wohl auch eine religiöse Version des Konfuzianismus gibt. Es gibt in China, Korea und Japan aber auch reiche religiöse Traditionen für die es zumindest im chinesischen keinen Namen gibt. Es war einfach ein vollkommen selbstverständlicher integraler Bestandteil des Lebens und wird bis heute gepflegt.Baca lagi

Dieses Gebäude hat Zaha Hadid entworfen, das ist unser Projekt gerade im Kindergarten ;) zwinker; wir lernen mit den Kindern dies über wunderbare, tolle Biografien, die extra für Kinder geschrieben werden; megaaa und verknüpfen diese Buografien mit den Bildungsbereichen; gibt wohl so um die 100 Biografien über unterschiedlichste Berühmtheiten; sie heißen; Little people, big dreams gaaaaaanz Liebe Grüße Eva [Eva- münchen]
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- Hari 69
- Selasa, 2 September 2025
- ☀️ 25 °C
- Altitud: 850 m
China延庆区40°21’38” N 116°0’55” E
Tag 69 - Chinesische Mauer
2 September, China ⋅ ☀️ 25 °C
Arnd:
Pflichtprogramm Chinesische Mauer bei Peking. Da gibt es mehrere Teilstücke, die man besuchen kann. Wir haben uns wegen dem Hinkommen für Badaling entschieden, was leider die meistbesuchte Stelle ist. Leere Abschnitte fotografieren geht da nicht, aber Hea-Jee sagt immer, dass Fotos mit Menschen sowieso viel schöner sind.
Für andere Abschnitte hätte man spezielle Busse gebraucht. Da war nicht klar, ob man das Ticket im Voraus kaufen muss und auch nicht, ob die wegen der großen Veranstaltung heute am gewohnten Ort abfahren. Nach Badaling fährt eine Eisenbahn, und zwar eine Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn. Eisenbahntickets kaufen machen wir per trip.com und da gab es noch welche. Vom Stadtzentrum aus sind es etwa 60km.
Die Bahn fuhr an einem Vorstadtbahnhof im Norden ab, dafür war der Bahnhof schon spektakulär.
In Badaling kann man entweder die familienfreundliche Südroute gehen, die geht gleichmäßig und nicht zu steil aufwärts, oder man kann die spektakulärere aber teilweise doch recht steile und auch wesentlich höhere Nordroute gehen. Das ist die beliebtere und deshalb vollere Route. Natürlich sind wir die Nordroute gelaufen. Dort gab es auch einige Kinder, die meist schneller unterwegs waren, als die Erwachsenen. Und eine Seniorin mit Rollator haben wir auch gesehen. Soviel zu familienfreundlich.
Der Weg gliedert sich nach Turmnummern. Man startet bei Turm 1. Turm 8 ist der höchstgelegene, ab da geht es wieder abwärts bis Turm 11. Dort kann man noch zum Turm 12 weiterlaufen, muss das aber wieder zurückkommen. Man kann eine Seilbahn vom Bahnhof aus nehmen, die einen gleich bis etwa zum Turm 7 bringt, deshalb ist es rund um Turm 8 am vollsten. Dahinter leert es sich dann immer weiter, weil man die Strecke an mehreren Stellen verlassen kann. Zum Schluss ist es dann ziemlich ruhig.
Schon bevor wir losgelaufen sind, hatte Hea-Jee an einem Restaurant ein Bild von einem Gericht gesehen, dass sie an Jajangmyeon (für Deutsche: gesprochen eher wie Zazangmyon) erinnerte. Für Nichtkoreaner: Denkt an Spaghetti Bolognese, aber mit schwarzer Soße. Gut, es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass es ähnliches in China gibt, weil das ein Gericht ist, dass die chinesische Minderheit in Korea populär gemacht hat. Es sah mal wieder nur ähnlich aus und war doch etwas anderes. Aber es schmeckte auch nicht schlecht, Hea-Jee war nicht enttäuscht.Baca lagi
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- Hari 68
- Isnin, 1 September 2025
- ☀️ 32 °C
- Altitud: 77 m
China海淀区39°59’51” N 116°16’6” E
Tag 68 - Sommerfrische in Peking
1 September, China ⋅ ☀️ 32 °C
Arnd:
In Peking findet genau an unseren Besuchstagen ein Treffen der wichtigsten Diktatoren des Planeten statt. Deshalb gerät hier einiges durcheinander. Wir machen daher Unternehmungen, wo wir dem Kaiserpalast und Tian’anmen-Platz nicht zu nah kommen. Heute sind wir zum Sommerpalast gefahren und waren anschließend noch im Botanischen Garten.
Hea-Jee fragt bei den Ticketschaltern immer erst nach dem Seniorenrabatt. Da wir schon über 60 sind, gibt es so manche Vergünstigung. Den Sommerpalast konnten wir umsonst besuchen. Darin gibt es eine Reihe von Museen, die aber leider alle geschlossen waren, vermutlich weil es ein Montag war. Also sind wir im Park gewandert und ein bisschen Boot gefahren.
Die Hauptachse zieht sich über einen Berg. Vom Nordeingang her sind wir durch eine Tibetische Tempelanlage den Berg raufgelaufen. Die spektakuläre Ansicht auf unserem Aufmacher ist die Südseite. Auf der Südseite runter ging aber nicht, da war alles geschlossen. Wir sind dann erst nach Westen zum See runter gelaufen. Dort lag dieses wunderbare Schiff aus Marmor.
Unten am Seeufer konnte man überdacht zur Ostseite rüberlaufen und unterwegs schöne Fotos machen. Wir sind dann zu Fuß weiter zu der kleinen Insel im See gelaufen, die über eine schöne gebogene Brücke erreichbar war. Von dort hat uns dann ein Schiff zum Westeingang des Parks gebracht. Diese Schiffe sind quasi Verkehrsmittel. Wir hatten das ganze Schiff für uns allein. Unterwegs mussten wir einmal aussteigen und in ein anderes Schiff wieder einsteigen, weil da ein Damm war. Dabei fuhren wir durch abgelegenere Ecken des Parks und zwischen großen Seerosenfeldern durch.
Hea-Jee wollte gern noch zum Botanischen Garten, den uns Curtinella empfohlen hatte. Der war zwar nicht gerade um die Ecke, aber es gab eine Bahnverbindung, die sich als Straßenbahn herausstellte. Die Straßenbahn fuhr ziemlich langsam. Bei jeder Straßenkreuzung fuhr sie in den Untergrund. Alles wirkte so, als ob die Chinesen bei diesem Verkehrsmittel große Gefahren vermuten. Aber auf der Rückfahrt war sie recht voll. Sie brachte uns dann zu einer U-Bahnstation.
Als Senior kommt man auch in den Botanischen Garten umsonst hinein. Im Botanischen Garten wurden wir von einem offenen Elektrokleinbus angelockt. Es sah ganz so aus, als ob der kostenlos ist. Der hat uns zum oberen Ende des Parks gebracht, von wo aus wir dann zu Fuß zurückgelaufen sind. Allerdings hat er unterwegs an einer Ticketstation gehalten, wo wir doch zahlen musste, und zwar nicht gerade wenig (nach chinesischen Maßstäben).
So in der Mitte gab es ein riesiges spektakulär modern aussehendes Gewächshaus. Das hatte leider auch wegen Montag geschlossen. Trotzdem war es ein schöner Tag mit einigen wunderbaren Ansichten.
Abends dann auf Hea-Jees speziellen Wunsch ein chinesischer Feuertopf. Eine junge Frau von der Bedienung konnte Englisch und hat uns beraten, was man dafür so alles braucht, denn man muss das alles einzeln bestellen. Ohne sie wären wir verloren gewesen.Baca lagi

PengembaraDa man alles einzeln bestellt, kann man das Verhältnis von Fleisch zu Gemüse selbst bestimmen. Die Dinge werden gekocht, was ja wohl auch gesünder ist, als gebraten oder fritiert. Die Kochflüssigkeit wissen wir nicht genau. Im Lauf der Mahlzeit wird immer wieder Wasser nachgegossen und es schwimmen ein paar aromagebende Dinge drin, wie Ingwerstücke, Pilze, getrocknete Früchte (dattelartig). Dazu konnte man noch eine Sauce bestellen, wir haben auf Empfehlung die hausgemachte Erdnussauce genommen.
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- Kongsi
- Hari 67
- Ahad, 31 Ogos 2025
- ☁️ 30 °C
- Altitud: 54 m
China西城区39°55’28” N 116°23’25” E
Tag 67 - Sonntagsausflug in Peking
31 Ogos, China ⋅ ☁️ 30 °C
Arnd:
Unser Reiseführer hat uns geraten, wir sollten unsere Zeit in Peking eher kleiner anfangen. Dafür ist der Bereich nördlich der verbotenen Stadt gut geeignet. Dort gibt es noch ganze Viertel mit den alten Hofhäusern, den Hutongs. Genau das richtige für Hea-Jee. Außerdem liegt da der bei den Pekingern sehr beliebte Beihai Park und schließlich sind wir noch auf den Kohlenhügel gestiegen. So nennen die Pekinger den kleinen Berg, der aus dem Aushub des Grabens rund um die verbotene Stadt entstanden ist. Er wird von den Pekingern Kohlehügel genannt, weil hier zur Mongolenzeit mal Kohle gelagert wurde, sagt jedenfalls unser Reiseführer.
Weil das unser Plan war, haben wir auch unser Hotel in dieser Gegend gesucht. Das liegt jetzt tatsächlich in einem Hutong. Zwei Straßen weiter gibt es wieder den Glocken- und den Trommelturm, ganz wie in Xi‘an. Dort haben wir unseren Ausflug begonnen und sind dann im Laufe des Tages ganz gemütlich weitergelaufen.
Die Hutongs wurden früher, vor der kommunistischen Zeit, von vielen spezialisierten Händlern versorgt. Da gab es welche zum leeren der Nachttöpfe, andere sammelten Schrott ein oder verkauften Wassermelonen. Damit man wusste, wer gerade vor dem Haus unterwegs war, hatten die alle spezifische Signale. Das konnte ein Ruf sein, oder eine Glocke oder ähnliches. Im Glockenturm gab es eine Installation mit einer Auswahl dieser Signale.
Der Tian‘anmenplatz, das Himmelstor, der Kaiserpalast (auch verbotene Stadt genannt), der Kohlenhügel und ein paar weitere Einrichtungen liegen alle auf einer Nord-Süd-Achse. Den nördlichen Abschluss davon bilden der Glocken- und der Trommelturm. Die gesamte Achse ist fast 5km lang.
Auf dem Weg waren wir mehrfach auf hochgelegenen Punkten und ich konnte in die Ferne fotografieren. Dabei kommen immer wieder die modernen Bauten in den Blick. Leider waren sie ziemlich im Dunst und ich musste die Fotos etwas bearbeiten, damit sie erkennbar sind.
Heute war Sonntag und wir konnten die Pekinger dabei beobachten, wie sie ihre Freizeit verbringen. Im Beihaipark gibt es eine Insel mit einem Berg drauf. Dort ist ein Kloster des tibetischen Buddhismus und oben auf dem Berg eine weiße tibetische Stupa. Wir wollten per Fähre über den See zu dieser Insel fahren, alternativ gäbe es auch zwei Brücken. Deshalb haben wir auf der gegenüberliegenden Seite den Fähranleger gesucht. Der erste Kandidat entpuppte sich als Tretbootvermietung, also sind wir weiter gelaufen. Beim nächsten Kandidaten hatte das Schiff schon eine passende Größe. Also haben wir ein Ticket gekauft und uns reingesetzt. Es fuhr auch erst in die richtige Richtung los, aber dann hat es nicht an unserem Ziel angelegt, sondern ist wieder an den Startpunkt zurückgefahren. Es war ein Ausflugsboot. Leider haben wir auch noch innen gesessen, wo es recht warm war und ich nicht durch die Scheiben fotografieren konnte. Verlorene Zeit und verlorenes Geld, dumm gelaufen.
Beim dritten Versuchott hat es dann geklappt. Wir sind dann durch das Kloster auf den Berg zur Stupa gestiegen und auf der anderen Seite in Richtung Kohlenhügel wieder abgestiegen. Der Kohlenhügel mit Pavilion oben drauf liegt auch auf der Achse und ist interessant, weil man von oben auf die verbotene Stadt schauen kann. Die können wir nämlich leider nicht besuchen, weil sie genau an den Tagen geschlossen ist, an denen wir in Peking sind. Vielleicht ist das aber auch gut so, wir hatten ja schon genug Menschenmassen. Oben am Aussichtspunkt war es ziemlich voll, aber wir kamen auch mal ans Geländer zum schauen und fotografieren.
Die Uhrzeit war schon fortgeschritten und man konnte ans Abendessen denken. Für den Rückweg zum Hotel haben wir die U-Bahn benutzt. Hea-Jee wollte unbedingt in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels Pekingente essen. Irgendwo hatten wir gelesen, dass man besser frühzeitig einen Platz reserviert. Tatsächlich war das Restaurant aber ganz leer. Es war wahrscheinlich noch zu früh. Wir haben also einen Platz bekommen und unsere Pekingente genossen.
Dabei wird ja etwas zartes Entenfleisch mit einer Soße und etwas Gemüse in einen wirklich dünnen Pfannkuchen eingerollt und mit der Hand gegessen. Also haben wir erstmal die Hände gewaschen. Aber dann kam ein Kellner und brachte uns ganz dünne riesengroße Einweg Plastikhandschuhe. Die haben wir dann freundlicherweise benutzt, aber das ist eine merkwürdige Veranstaltung.
Hea-Jee:
Arnd: Wir haben ein Problem. Für heute haben wir keinen Plan.
Hea-Jee: Oh, umso besser! Ich liebe es, ohne Plan herumzuschlendern.
Ich dachte, wir würden es heute gemütlich angehen, aber in Lichtgeschwindigkeit hatte Arnd schon alles durchgeplant und drängte zum Aufbruch. Ach ja. Sich Sorgen um die Zukunft zu machen und Pläne zu schmieden – das ist Arnds Spezialität und zugleich sein Hobby. Über die Hobbys anderer diskutiere ich nicht, also schließe ich mich einfach an.
Heute war das Programm voller Dinge, die mir sehr gefallen. Schon das gemächliche Erkunden der Hutongs rund um unser Hotel machte mir Freude. Hutongs (胡同, hùtòng) sind enge, traditionelle Gassen, die vor allem in Peking vorkommen. Hier lässt sich nicht nur alte Wohnkultur erleben und ein Blick in das einfache Alltagsleben vergangener Zeiten werfen, sondern diese Viertel sind noch immer bewohnt und stecken voller Leben.
Ich hatte solche traditionellen Wohngegenden in China bisher nicht gesehen, daher war ich besonders begeistert. Mein Forschungsthema in Baugeschichte ging um Wohnhäuser gewöhnlicher Leute, und so liebe ich es, auf Reisen fremde Wohnwelten zu erkunden. Oft stelle ich mir vor, selbst in solch einem Haus zu leben.
In den Hutongs sind die traditionellen Häuser einstöckig, mit grauen Backsteinwänden und grauen Ziegeldächern. Je nach Zustand der Gebäude wirkt diese Schlichtheit entweder elegant oder etwas heruntergekommen. Die abgerundeten Giebel sehen ungewöhnlich, aber gleichzeitig freundlich aus. Die Räume sind um einen Innenhof angeordnet, was eine geborgene Atmosphäre schafft. Zwar sind die meisten Gebäude nicht besonders gut erhalten, doch es wirkt lieblich, wenn vor dem Haus Blumen wachsen.
Rund um den Glocken- und Trommelturm – früher nutzte man sie, um die Zeit anzuzeigen oder Alarm zu schlagen – wurde ein Park angelegt, in dem die Menschen sich erholen oder spielen. Erwachsene Männer und Frauen standen im Kreis und spielten eine Art Hacky-Sack, bei dem sie einen Federball mit dem Fuß hochhalten. Als Kind war ich darin gar nicht so schlecht, aber hier könnte ich wohl nicht mithalten. Ich freue mich immer, wenn ich sehe, wie Menschen draußen gemeinsam spielen.
Am Abend sahen wir im Park am Kohlehügel unzählige ältere Menschen, die in Gruppen zusammen sangen. Einige hatten Instrumente und Lautsprecher und klangen fast wie Profis. Die Zuschauer standen im Kreis und sangen begeistert mit.
Ich war so gut gelaunt, dass ich zu Arnd sagte:
Hea-Jee: Wenn ich in China leben würde, würde ich auch mit ihnen singen.
Arnd: Weißt du denn überhaupt, worum es in den Liedern geht?
Hea-Jee: Keine Ahnung. Und du?
Arnd: Ich auch nicht. Aber du willst mitsingen, ohne zu wissen, ob sie vielleicht ein Loblied auf Mao singen?
Arrrr, Arnd schafft es immer, mir einen kleinen Dämpfer zu verpassen, wenn ich gerade so richtig in Stimmung bin.Baca lagi

PengembaraDiese Häuser sind wohl ziemlich teuer, wenn man eines neu kaufen will. Gentrifizierung.

Pengembara
Die Übersetzung auf dem Klingelton lautet: Verkauf von Wassermelonen. Klicken Sie hier, um den alten Pekinger Hausiererklang zu erleben
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- Hari 66
- Sabtu, 30 Ogos 2025
- ☁️ 29 °C
- Altitud: 54 m
ChinaPeking39°56’36” N 116°23’19” E
Tag 66 - Reise nach Peking
30 Ogos, China ⋅ ☁️ 29 °C
Arnd:
Heute ist wieder ein Reisetag, deshalb geht es hier vor allem um Verkehr. Wir fahren zu unserem letzten Zwischenziel auf diesem Abschnitt unserer Reise, Peking. Dort werden wir nochmal 4 Tage verbringen, bevor wir dann endlich nach Korea aufbrechen.
Die meisten chinesischen Züge fahren früh am Morgen, oder über Nacht. Die Morgenzüge sind auch die schnellsten. Aber da müssten wir unser Frühstück ausfallen lassen (das geht gar nicht!) und wir wären ziemlich früh am Ziel und könnten noch gar nicht im Hotel einchecken. Mit unserem Gepäck ist das auch unerfreulich. Also nehmen wir Züge etwas später am Vormittag und kommen dann nachmittags an. Damit ist zwar ein Tag verloren, aber so ist es bequem und wir haben ja Zeit. Mit Nachtzügen spart man zwar am meisten Zeit, aber wir sind dann nach der Ankunft doch ziemlich müde und nur sehr wenige Hotels erlauben einen Checkin am frühen Morgen.
In Xi‘an haben wir tatsächlich kein einziges Taxi benutzt. Die U-Bahn ist einfach zu benutzen und auch sehr schnell. Die Strecke zum Bahnhof in Xi‘an ist 14km, die U-Bahn braucht dafür etwa 30 Minuten. Da Xi‘an die weitaus größte Stadt auf unserer Reise bisher ist, haben wir einen besonders großen Bahnhof erwartet und sind extra etwas früher hingefahren. Wir müssen uns ja erstmal orientieren.
Wir standen schon am Gate, als wir, zusammen mit allen anderen, von einer Bahnmitabeiterin weggeschickt wurden. Es gab nochmal eine zusätzliche zweite Gepäckkontrolle, die auch sorgfältiger war. Z.B. wollte ein Beamter nach dem Röntgen sehen, was in meiner Kameratasche ist. Er war aber sofort zufrieden, als ich sie aufgemacht und ihm die Kamera gezeigt habe.
Wir fuhren pünktlich los und hatten etwa am Stadtrand unsere Reisegeschwindigkeit von 300km/h erreicht. Das ist der Zug dann durchgehend gefahren, natürlich mit Ausnahme der Städte, wo er gehalten hat. Unsere Strecke heute ist etwa 900km Luftlinie und 1100km tatsächlich gefahrene Strecke. Wir sind nicht den kürzesten Weg gefahren, das machen wohl nur die schnellsten Züge am frühen Morgen. Da gibt es zwei, die 4 Stunden 20 Minuten brauchen. Unsere Fahrzeit ist 5 Stunden und 40 Minuten.
Das ist aber noch nicht die schnellste Zugklasse hier. Dieses Jahr wollen sie einen Zug in den Regelbetrieb bringen, der 400km/h fährt. Bisher teilen sich weltweit noch ein paar Züge den Titel der höchsten Reisegeschwindigkeit mit 350km/h. Der ICE3 zwischen Köln und Frankfurt ist auch dabei. Die Chinesen arbeiten daran, alle Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern an das Hochgeschwindigkeitsnetz anzuschließen, wobei Hochgeschwindigkeit Tempo 200 oder mehr bedeutet. Das Netz wird dann eine Länge von über 60 000km haben.
In Deutschland haben wir ja Hochgeschwindigkeitszüge, aber kein Netz dafür. Wir haben ein paar Teilstrecken. Dazwischen fahren die Züge teilweise mit Nahverkehrsgeschwindigkeit, vor allem in Bayern. Alle 10 Jahre bauen wir eine neue Strecke, dazwischen haben die Firmen verlernt, wie das geht. Wir bauen unsere Züge in kleinen Stückzahlen, es gibt in Europa 4 oder 5 Unternehmen, die sowas bauen. Auf die Weise kommt man nicht in die Massenfertigung, die die Preise drücken würde. Na ja, ist ja nicht wichtig. Dafür haben wir 3 Tonnen schwere Riesenautos mit 1000km Reichweite, mit denen man zweimal im Jahr Fernstrecken fährt.
Was mir bei den Schienenstrecken auffällt, ist dass die selbst im Flachland häufig wie niedrige Brücken, also aufgeständert, gebaut sind. Das ist eigentlich besonders teuer, aber die Bauern kommen überall unten drunter durch.
Die Fotos zeigen ein paar Impressionen vom Zug. Alle Züge in China bisher hatten ebenerdiges Einsteigen, man muss keine Stufen hochsteigen. Das liegt nicht an den Zügen, sondern an den Bahnsteigen, die höher sind. Bei uns in Deutschland geht das nicht, wir haben ein heilloses Durcheinander an Bahnsteighöhen. Ein Problem bei uns ist auch, dass auf unseren Gleisen und durch unsere Bahnhöfe auch Güterzüge fahren. Die würden an höhere Bahnsteige anstoßen.
Ich hatte mich gewundert, wie sie es hinbekommen, dass alle Sitze in Fahrtrichtung schauen. Eine Möglichkeit wäre, die Wagen zu wenden, aber das ist extrem aufwändig. Diesmal habe ich unten am Sitz einen Fußtritt gesehen. Das kenne ich aus alten Zügen aus Korea. Man tritt den runter und kann dann den Sitz umdrehen. In Korea war das sogar so gemacht, dass man sich damit vierer Sitzinseln schaffen kann, wovon die Reisenden auch gern Gebrauch gemacht haben. Das geht hier wohl nicht, kein Fahrgast benutzt diesen Mechanismus. Schließlich gibt es Fensterbänke, wo man z.B. ein Getränk hinstellen kann. Und an der Klobrille ist ein wechselbarer Gummigriff, an dem man die Brille sauber hoch- und runterklappen kann. Genial!
Ach ja, wir hatten auch fast durchgehend Internet. Der Zug kam wieder 2 Minuten zu früh an.
Was ich hier aber nicht gesehen habe, ist ein Umsteigen in einen Zug „auf demselben Bahnsteig gegenüber“. Ich glaube, die Leute müssen erstmal in den Bahnhof, um dann wieder die Einsteigeprozedur durchzumachen. Einmal kam sogar ein Zug auf der anderen Seite des Bahnsteigs an, als wir dort schon standen. Wir sind dann aber losgefahren, bevor irgendjemand hätte einsteigen können.
In Peking haben wir dann wieder die U-Bahn genommen. Die in Xi‘an war wohl ziemlich neu, alles war modern und wirkte wohl durchdacht. Die Pekinger U-Bahn ist teilweise wohl deutlich älter und das sieht man ihr auch an. Wir mussten unser Gepäck manche Treppen rauf und runter tragen. Aber sie funktioniert gut. Wir können jetzt auch per Smartphone die Gates passieren, kein Fahrkartenkauf mehr nötig.
Peking ist eine Stadt mit fast 22 Millionen Einwohnern und ist entsprechend groß. Das U-Bahnnetz ist gigantisch. Wir mussten zweimal umsteigen, aber es ging trotzdem recht zügig. Beim Hotel hatten wir auch darauf geachtet, dass es zur U-Bahn nicht weit ist.
Unser Hotelzimmer ist sehr klein, mit 55€ pro Tag aber in der gehobenen Preisklasse. Es liegt aber schön, mitten in einer Hutongsiedlung. Dazu mehr demnächst.
Wir sind dann abends noch um die Ecke chinesisch essen gegangen mit gefüllten Nudeltaschen Signature Edition, einem Salat und saurem Pflaumensaft. War sehr schön.
Hea-Jee:
Über die Türkei, Georgien, Usbekistan und Kasachstan sind wir nach China eingereist, und dabei stellte sich uns eine Frage: Warum spricht in China niemand Englisch? In den anderen Ländern gab es überall zumindest jemanden, der ein paar Worte Englisch konnte. In China hingegen trafen wir fast nur Menschen, die selbst an der Grenze, im Bahnhof oder im Hotel kein Wort Englisch verstanden. Das überraschte uns, denn China wirkt im Vergleich zu den Ländern, die wir zuvor durchquert hatten, viel wohlhabender und scheint großen Wert auf Bildung zu legen. Nach meiner Recherche wird Englisch ab der 3. Klasse in der Grundschule gelehrt. In China haben wir viele aufgeweckte junge Menschen gesehen.
Zuerst dachten wir, dass die Städte, durch die wir in China gereist waren, vielleicht einfach zu abgelegen sind. Deshalb hatten wir große Erwartungen, als wir in die Metropole Xi’an kamen. Doch auch hier wurden wir enttäuscht. In unserem Hotel – einer französischen Marke, Ibis Styles – gab es genau eine Mitarbeiterin an der Rezeption, die Englisch konnte. Ohne Übersetzungs-App war es unmöglich, sich am Bahnhof, in Restaurants oder in Geschäften zu verständigen.
Da das Hotel-WLAN den Zugang zu Google und YouTube blockierte, nutzte ich ständig meine eSIM-Datenverbindung. Dabei kam mir ein Gedanke: Liegt es vielleicht daran, dass die gesamte Bevölkerung praktisch von der englischsprachigen Kultur abgeschottet ist? Wenn sie im Alltag nicht einmal passiv mit Englisch in Berührung kommen, können sie auch kein Gehör und kein Gefühl für die Sprache entwickeln.
In Usbekistan grüßten mich einige Leute sogar auf Koreanisch, weil sie koreanische Serien gesehen hatten. Man muss also nicht unbedingt ins Ausland reisen, um ein paar Wörter zu verstehen. Wenn man nur durch Serien, Musik oder Nachrichten ein wenig mit der englischsprachigen Kultur in Berührung kommt, prägen sich zumindest ein paar Wörter ein. Genau dieses geringe Sprachniveau hätte schon ausgereicht, um uns zu helfen, wie es in anderen Ländern der Fall war.
Nun sind wir in Peking, einer noch größeren und internationalen Stadt. Ich bin gespannt, wie es hier mit Englisch sein wird.Baca lagi

Pengembarahttps://www.ef.com/wwen/epi/ - In Peking sollen angeblich 15-20% einfaches Englisch sprechen können.

PengembaraDie beige Einheit mit den Polstern lässt sich um eine vertikale Achse in der Mitte rotieren und rastet nach 180 Grad wieder ein.
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- Hari 65
- Jumaat, 29 Ogos 2025
- ☁️ 20 °C
- Altitud: 415 m
China莲湖区34°15’48” N 108°56’11” E
Tag 65 - Moschee und Tempel
29 Ogos, China ⋅ ☁️ 20 °C
Arnd:
Heute haben wir zwei religiöse Zentren angeschaut, die noch auf unserem Programm standen. Morgens waren wir in der großen Moschee von Xi‘an und nachmittags im buddhistischen Dayan Tempel, in dem die große Wildganspagode steht.
Die Moschee war eine echte Überraschung. Sie wurde ab dem Jahr 685 errichtet, also nur 50 Jahre nach Mohammeds Tod. Sie ist ganz im chinesischen Baustil gehalten, ihre Funktion erkennt man nur an Details. Die Bausubstanz wirkte auf uns teilweise ziemlich alt. Das ganze Areal ist schon seit 1988 als besonderes chinesisches Kulturdenkmal klassifiziert und der Staat hilft bei der Erhaltung der Gebäude. Zumindest steht das da so.
Als wir da waren, war gerade eine Gebetszeremonie, das haben die Moslems ja fünf mal am Tag, jeden Tag zu anderen Uhrzeiten. Am Eingang steht eine elektronische Tafel mit den Uhrzeiten. Deshalb haben wir uns von der Gebetshalle etwas fern gehalten.
Es gab aber eine ganze Reihe von Vorhöfen, in denen es einiges zu sehen und zu fotografieren gab. U.a. gab es da auch einen eigenen Gebetsraum für Frauen und ich habe auch welche gesehen, die da hineingingen. Als die Zeremonie zu Ende war, strömte eine große Zahl von Männern aus dem Hauptgebetshaus heraus. Aber dann sah ich dort auch ein paar Frauen herauskommen.
Anschließend sind wir nochmal über den Markt rund um die Moschee spaziert und haben frische Kartoffelchips am Stiel und ein paar gefüllte Nudelteigtaschen gegessen.
Hea-Jee:
Über Nacht wurde es kalt, und ein Nieselregen setzte ein. Am Vormittag verbrachten wir die Zeit im Hotelzimmer, um die aufgeschobenen Reiseberichte zu schreiben. Ich fand es angenehm, endlich einmal zu entspannen, aber Arnd wollte gerne noch ausgehen. Also verließen wir das Hotel und machten uns zu Fuß auf den Weg zur Großen Moschee, einem wichtigen Kulturerbe Chinas.
Kaum hatten wir den lauten, überfüllten Basar hinter uns gelassen und betraten die Moschee, war es, als wären wir in eine andere Welt eingetreten – still und friedlich. Nicht nur die Geräusche verschwanden, auch der Anblick der alten Architektur und der grünen Bäume stand in starkem Kontrast zum bunten Trubel des Marktes und beruhigte unser Gemüt. Selbst die regennassen Steinplatten unter unseren Füßen passten perfekt zur Atmosphäre.
Wir durchquerten mehrere kleine Innenhöfe, die mit kunstvoll platzierten Steinen und Bäumen geschmückt waren, passierten jeweils ein Tor und gelangten so schließlich zum größten Hof, in dem sich die Gebetshalle befand. Trotz des Regens saßen dort Männer mit weißen Gebetskappen auf ausgebreiteten Matten und verrichteten ihr Gebet. Der Gesang vom Minarett war nicht so durchdringend wie in anderen muslimischen Ländern, sondern klang weich und sanft.
Wir blieben respektvoll in einiger Entfernung stehen und beobachteten sie. Einige chinesische Besucher liefen sogar durch den Hof, und Kinder mit weißen Kappen, spielten lärmend auf dem Hof. Doch die Männer ließen sich davon nicht stören und beteten unbeirrt weiter.
Als wir die Moschee verließen, fühlten wir uns selbst irgendwie andächtig und ruhig. Wir sprachen darüber, ob religiöse Toleranz vielleicht einen Zusammenhang mit dem hohen kulturellen Niveau hatte, das wir gestern und vorgestern in den Relikten der Tang-Dynastie bewundert hatten – einer Epoche, in der man bereitwillig fremde Religionen wie den Islam oder das Christentum aufnahm.
Auf dem Rückweg durch den Markt entdeckte ich allerlei Snacks, die ich probieren wollte. Arnd schien mich ein wenig davon abhalten zu wollen, weil er fürchtete, dass wir dann mittags keinen richtigen Appetit mehr hätten. Aber ich erzählte ihm, dass kleine Leckerbissen meinen Appetit eher anregen. Schließlich teilten wir uns die Snacks, und tatsächlich hatten wir danach beide keinen Hunger mehr auf ein großes Mittagessen. Es ist doch nicht schlimm?
Nach einer kurzen Pause im Hotel fuhren wir mit der U-Bahn zum buddhistischen Tempel Da’ensi. Arnd hatte sich inzwischen offenbar gut im U-Bahn-System von Xi’an zurechtgefunden. Obwohl er kein einziges chinesisches Schriftzeichen lesen kann, navigierte er uns sicher durch die verworrenen Linien.
Der Tempel wurde bereits im Jahr 652 während der Tang-Dynastie gegründet. Hier übersetzte der berühmte Mönch Xuanzang die Schriften, die er nach einer 17-jährigen Reise aus Indien mitgebracht hatte, und bewahrte sie sorgfältig auf. Im Hauptsaal verbeugte ich mich vor der Buddha-Statue und wir schlenderten anschließend durch die Anlage. Ich fand die grauen Dachziegel und die dezenten Farben der chinesischen Tempelarchitektur sehr elegant. Umso stärker wirkte der Kontrast zur goldglänzenden Buddha-Statue im Inneren, die hell erstrahlte.
Die Große Wildganspagode ist ein siebenstöckiger Turm, der nach dem Vorbild einer indischen Stupa aus Ziegeln errichtet wurde, um heilige Schriften sicher aufzubewahren. An den Wänden finden sich dezente Verzierungen, die Säulen andeuten und dem Bauwerk zusätzliche Eleganz verleihen. Wahrscheinlich hätten die Chinesen jener Zeit eine Pagode mit glatten, schmucklosen Wänden als zu schlicht empfunden und die Säulen vermisst. Traditionell bestanden chinesische Pagoden bis dahin aus Holzkonstruktionen, bei denen Säulen in regelmäßigen Abständen gesetzt wurden. Ästhetik ist eben auch eine Sache der Gewohnheit.
Auch der Da’ensi-Tempel vermittelte dieselbe ruhige Atmosphäre wie zuvor die Moschee – fast so, als befänden wir uns auf einem anderen Planeten. Es waren für chinesische Verhältnisse wenig Besucher dort, und alles war still.
Beim Hinausgehen genoss ich diesen Frieden, als plötzlich ein kleines Mädchen mit sehr leiser Stimme etwas zu mir sagte. Da ich sie nicht verstand, zeigte sie mir die Übersetzung auf ihrem Smartphone. Sie wollte offenbar ein Foto mit Arnd machen. Er legte freundlich den Arm um ihre Schulter, und der Moment wurde festgehalten. Dann wollte sie auch ein gemeinsames Foto von uns dreien und gab ihr Smartphone einem Jungen in der Nähe.
Nach den anstrengenden, lauten Touristentagen von gestern und vorgestern fühlte sich dieser Tag wie eine stille Belohnung an. Zwar waren wir neugierig auf die brennende Nachtatmosphäre dieser Straßen, doch wir wollten weder zu lange hier bleiben, noch die ruhige Stimmung zerstören, die uns Moschee und Tempel geschenkt hatten. Also kehrten wir ins Hotel zurück.Baca lagi
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- Kongsi
- Hari 64
- Khamis, 28 Ogos 2025
- ☁️ 23 °C
- Altitud: 423 m
China雁塔区34°13’34” N 108°57’2” E
Tag 64 - Shaanxi Geschichtsmuseum
28 Ogos, China ⋅ ☁️ 23 °C
Arnd:
Wir waren gewarnt und haben es trotzdem gemacht. Alle Reiseführer sagen, das das Geschichtsmuseum der hiesigen Provinz Shaanxi eines der sehenswerten Ziele hier ist. Deshalb wollen so viele Leute dahin, dass das Museum die Eintrittskarten auf 14000 am Tag begrenzt. Die waren leider schon weg, als ich mich darum bemüht habe. Aber dann habe ich bei trip.com gesehen, dass Ausländer ein eigenes Kontingent haben, und da war noch was zu haben. Für 37€ statt 0€. Aber wir haben es gemacht.
Die meisten Chinesen gehen da mit einer Führung hin. Sie haben dann alle einen Ohrhörer und der Guide hat ein Mikrophon. So stehen dann immer 15 Personen vor den Vitrinen und man hat keine Chance, auch was zu sehen. Bei den wichtigen Exponaten stehen auch mal drei Gruppen gleichzeitig da.
Irgendwie waren wir auch falsch gestartet und liefen dann falsch rum durch die Räume. Alle kamen uns entgegen und die Objekte wurden immer älter. Wir haben uns also irgendwie durchgedrängelt und bei freier Sicht habe ich sofort ein Foto gemacht. Hea-Jee war es bald zu viel und sie wollte ins Cafe. Sowas kann es natürlich unter diesen Bedingungen nicht geben, aber es gab Getränkeautomaten und man konnte sich draußen auf eine Mauer setzen.
Wir sind dann erstmal in Nebenräume auf der linken Seite des Gebäudes gegangen. Der Saal zur Bronzezeit war recht leer, das scheint die Chinesen nicht besonders zu interessieren, uns aber schon. Die Frühzeit der Zivilisationen haben wir entlang unserer Reise schon vielfach angeschaut. Die Technik der Bronzeherstellung kam wohl aus dem Westen nach China, wurde dort dann aber in eigener Weise weiterentwickelt. Die Objekte waren entweder rituelle Gefäße, oder Waffen. Bronze war also wohl recht kostbar. Das passierte natürlich lange vor dem regelmäßigen Handel auf der Seidenstraße, es gab also auch schon vorher einen Austausch.
Dann wollten wir die spiegelbildlich angeordneten Nebenräume auf der rechten Seite des Gebäudes besuchen. Die waren aber abgesperrt. Statt dessen gab es dort eine weitere Ticketkontrolle und man musste Wollüberschuhe anziehen und dann in den Keller hinabsteigen. Dort war eine Ausstellung über 1200 Jahre alte Wandmalereien in den Grabanlagen der Kaiserfamilie und anderer hochgestellter Leute. Diese Tickets musste man wohl extra kaufen, in unserem war das aber enthalten. Es war also ein besonderer Schatz zu sehen. Leider war fotografieren verboten. Die Bilder waren sehr schön.
Am Anfang gab es dazu eine Filmvorführung. Erfreulicherweise mit englischen Untertiteln, die aber so schnell durchrasten, dass ich mich fragte, ob die chinesische Sprache so effizient ist, das man damit wirklich so schnell sprechen kann Und ob ein menschliches Gehirn Gedanken so schnell hervorbringen oder verstehen kann?
Man hat über 1000 Wandmalereien inklusive einem Stück Wand aus den Gräbern herausgeholt und in dieses Museum gebracht, zur besseren Aufbewahrung. Eine gigantische Aufgabe. Die Malereien waren teilweise schon stark beschädigt und sind derzeit im Museum sicher besser untergebracht. Ob sie das aber für die nächsten 1200 Jahre garantieren können? Nun ja, Chinesen denken sicher langfristiger als wir.
Als wir durch diese Räume liefen, fiel mir irgendwann auf, dass wir die einzigen Menschen dort waren. Im Filmvorführungssaal saßen noch andere, aber die waren vor uns in die Ausstellung gegangen. Erstaunlich!
Zum Schluss sind wir dann nochmal durch die Räume vom Vormittag gegangen. Es war schon leerer und wir konnten doch ein paar Dinge besser verstehen.
Es war dann noch nicht so spät, als wir das Museum verließen. Deshalb sind wir noch zu Fuß zu der großen Wildganspagode gegangen, die nicht weit entfernt war. Sie wurde im Jahr 652 errichtet, um die umfangreichen buddhistischen Schriften, die ein Gesandter aus Indien zurückgebracht hat, vor Feuer zu schützen. Sie ist eingebettet in ein buddhistisches Kloster und das wiederum in eine riesige Anlage mit Attraktionen, Geschäften und einem Park. An unserem Eingang gab es Wasserspiele in einem gigantischen Ausmaß. Ich schätze das auf 300 x 50m. Das läuft allerdings nicht dauernd, sondern wohl nur zu bestimmten Zeiten. Als wir kamen, standen da schon ein paar hundert Menschen und warteten.
Hea-Jee hatte auf dem Weg dahin in einem Restaurant ein Bild von einem Gericht aus glasierten Süßkartoffeln gesehen, dass sie wieder an ein koreanisches Gericht erinnert hat. Also mussten wir auf dem Rückweg dort vorbei. Wir suchten uns draußen auf Bildern zwei Gerichte aus und haben die fotografiert, damit wir sie beim Bestellen einfach zeigen können. Das ging dann gründlich schief. Zum einen machte die Bedienung sofort eine Geste, dass die Süßkartoffeln ausgegangen sind. Also haben wir uns was anderes ausgesucht. Aber dann war sie schlicht überfordert. In diesem Restaurant bestellt der Kunde mithilfe einer App auf dem Smartphone. Das konnte sie auf unserem Smartphone noch starten. Wo dann aber die beiden von uns ausgewählten Gerichte zu finden sind, das hat sie einfach nicht gewusst. Wir sind dann gegangen und die Bedienung war wohl nicht ganz unglücklich darüber und Hea-Jee auch nicht, weil sie ja eigentlich diese Süßkartoffeln essen wollte.
Hea-Jee:
Gestern hatte ich mich über den Massen-Tourismus im Terrakotta-Armee-Museum beschwert, aber heute ging es noch heftiger zu. Schon von weitem sahen wir die lange Schlange auf dem Weg, und Arnd sagte mir, ich solle hier in der Schlange warten, während er sich umschaute. Ich war etwas besorgt, wie jemand ohne Sprachkenntnisse und zurückhaltendem Wesen in diesem weiten Gelände etwas herausfinden kann. Meinerseits konzentrierte ich mich darauf, meinen Platz vor den Dränglern zu verteidigen. Ich klebte dicht hinter der jungen Frau vor mir, aber sie ließ sich ständig vordrängeln.
Endlich bewegte sich die Schlange ein Stück vorwärts, und gerade als wir auf das Geländer zusteuerten, tauchte plötzlich neben uns eine neue Schlange auf, und sie stürmten einfach hinein. Ich wollte mich nicht zurückhalten und drängte ebenfalls nach vorne.
Während dieses kleinen Kampfes kam Arnd zurück. Er sagte mir, ich solle dort vorne zu der Mitarbeiterin auf dem rechten Schalter gehen und meinen Pass zeigen. Der Mitarbeiter würde auf mich warten und ich solle die Warteschlange ignorieren und einfach ganz nach vorne gehen. Nein, unglaublich. Wie sollte ich einfach die ganze Schlange übergehen und an die erste Stelle vordringen? Aber mit der Einstellung „Jetzt oder nie“ tat ich es einfach – und es war überraschend einfach. Die Leute machten bereitwillig Platz, die Mitarbeiterin fotografierte mich und überprüfte alles gegen meinen Pass, und ich erhielt schließlich mein Ticket.
Dann ging ich zu Arnd zurück, der inzwischen dafür sorgte, dass die Leute in der Warteschlange Stück für Stück vor ihm durchgelassen wurden, um nicht zurückzufallen. Heute konnten wir wirklich nur dank Arnds Tatkräftigkeit eintreten. Allein hätte ich mich gar nicht getraut und wäre wohl einfach umgekehrt.
Doch dieses Gefühl von Dankbarkeit und Vorfreude verschwand sofort, sobald wir das Gebäude betraten. Ein Meer von Menschen. Beim Herumgeschubse konnte ich nichts sehen, und ich spürte, dass meine Atmung flach und schwer wurde. Ich fragte mich, ob dies ein Vorgeschmack auf das Gefühl des Erstickens sei, und drängte Arnd, erst einmal den Ausstellungsraum zu verlassen. Draußen auf dem Hof, mit einem Getränk in der Hand, konnte ich endlich wieder richtig atmen.
Ich wollte eigentlich zurück zum Hotel, aber Arnd brachte die Idee ein, zuerst die weniger überfüllten Räume anzusehen, und so gewann ich wieder etwas Motivation. Einige Räume waren geradezu menschenleer. Besonders der Raum mit den Malereien aus Tangzeitlichen Grabstätten war schön und ruhig, einfach ein Traum. Ich war beeindruckt von den chinesischen Vorfahren, die bereits im 4. Jahrhundert nach Christus so meisterhafte Kunstwerke geschaffen hatten.
Da ich mich etwas schlapp fühlte, stichelte ich Arnd aus Gemeinheit: „Europa war zu dieser Zeit eine dunkle, primitive Epoche, und China war deutlich besser.“ Arnd konterte sofort, sichtlich verärgert: „Damals befand sich Europa nach dem Zusammenbruch Roms in einer schwierigen Phase – man kann die beiden Kulturen nicht einfach so vergleichen.“ Da ich wusste, dass ich die Provokation begonnen hatte, schwieg ich. Nach kurzer Zeit hatten wir beide das Ganze wieder vergessen.
Heute lief die Besichtigung einigermaßen gut, aber wir beschlossen, solche überfüllten Touren künftig zu vermeiden. Es gibt so viele schöne Orte auf der Welt, man muss nicht alles gesehen haben, bevor man stirbt.
Auf Arnds Vorschlag gingen wir zur Großen Wildganspagode. Dort stellte sich heraus, dass es der Platz mit dem nächtlichen Lichtermeer war, den ich unbedingt sehen wollte. Der Platz war lebendiger als erwartet. Wir schlenderten über die Straßen, probierten allerlei Snacks und genossen die Atmosphäre. Wir beschlossen, am Abend vor unserer Abreise noch einmal zu kommen.Baca lagi
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- Kongsi
- Hari 63
- Rabu, 27 Ogos 2025
- ☁️ 32 °C
- Altitud: 413 m
China莲湖区34°15’44” N 108°56’23” E
Tag 63 - Armee des ersten Kaisers
27 Ogos, China ⋅ ☁️ 32 °C
Arnd:
Wenn man nach Xi‘an kommt, muss man natürlich die Terrakottaarme des ersten Kaisers von China, Qin Shihuangdis, besuchen. Der hat im Jahr 221 BC die bis dahin existierenden rivalisierenden kleineren Reiche militärisch besiegt und damit zum ersten Mal ein Gesamtreich begründet, was aber noch wesentlich kleiner war als heute. Sein Name heißt übersetzt „Erster Gottkaiser von Qin“.
In der Wikipedia steht, dass seine Grabanlage „eine der größten der Welt“ sei. Der Bau hat 36 Jahre gedauert und wurde begonnen lange bevor er das Reich geeinigt hatte. Angeblich haben 700 000 Menschen daran gearbeitet.
Man glaubte seinerzeit wohl an an Leben nach dem Tod, was übrigens auch die Ägypter taten, deren Totenkult einem hier schnell in den Sinn kommt. Für einen guten Start in dieses neue Leben wollte man möglichst viel Dinge mitnehmen. Und da hat er nicht gekleckert. U.a. hat er eine ganze Armee mitgenommen. Die Methode, lebende Menschen mitzunehmen, und sie dafür vorher umzubringen, hatte man einige Zeit vorher schon aufgegeben. Also wurden die Soldaten seiner Armee aus Ton hergestellt.
Da die Armee auch im richtigen Leben nicht in unmittelbarer Nähe des Kaisers stationiert war, wurde auch diese Totenarmee in ein paar Kilometer Entfernung stationiert und dann …. vergessen. Erst 1974 wurde sie zufällig wiederentdeckt, als ein paar Bauern einen Brunnen graben wollten.
Bei unserem Besuch wurden wir wieder von einer Frau angesprochen, die uns eine Führung anbot, was wir dann auch gemacht haben. Ich habe sie gefragt, wieviele Besucher hier täglich durchlaufen. 50 000 im Durchschnitt ist wohl richtig, der meistbesuchte Tag überhaupt waren wohl 150 000. Damit hätte man in sechseinhalb Tagen die Jahresbesucherzahl von Neuschwanstein erreicht. Für die Nichtbayern hier, Neuschwanstein ist die deutsche touristische Hauptattraktion und es ist sehr sehr voll dort. Gut, das Gelände der Terrakottaarmee ist viel Größer, als Neuschwanstein.
Es gibt natürlich ganz viele Details zu diesem Thema, aber die kann man alle gut in der Wikipedia nachlesen. Daher will ich nur ein paar erwähnen:
Die Figuren, man schätzt, dass es knapp 8000 sind, wurden in Einzelteilen hergestellt. Zunächst zwar in einer Form, dann aber wurden sie per Hand weiter modelliert und haben alle individuelle Gesichtszüge. Am Ende wurden sie gebrannt und schließlich nach dem Brand bemalt. Die Farben waren zwar teilweise erhalten, sind aber nach dem ausgraben sehr schnell verblasst. Viele Figuren sind noch nicht ausgegraben und man arbeitet jetzt an Verfahren, die Farbe zu erhalten.
Sie waren eingestellt in unterirdische Gänge, die als Gruben ausgehoben waren und dann mit Baumstämmen, darüber Matten und darüber Erde abgedeckt waren. Die sind alle eingestürzt, teilweise wohl auch das Holz verbrannt. Dadurch sind die meisten Figuren zerbrochen und werden jetzt zusammengepuzzelt. Ein paar unzerbrochene sind in Vitrinen extra ausgestellt.
Als wir zurück in Xi‘an waren, war es schon Abendessenszeit. Hea-Jee hatte auf Youtube von einem chinesischen Hamburger gehört, der sehr lecker sei und den es auf einem Markt bei uns um die Ecke gäbe.
Also sind wir gar nicht erst ins Hotel gegangen, sondern gleich auf diesen Markt. Den Hamburger haben wir nicht gefunden, aber Hea-Jee hat andere Dinge entdeckt, die wir dann gegessen haben. Dabei wird sie oft erinnert an koreanische Gerichte und ist dann jedesmal enttäuscht, dass es ganz anders schmeckt. Z.B. ist in Korea getrockneter Tintenfisch sehr beliebt. Hier gab es viele viele Stände, die etwas ähnlich aussehendes anboten. Es war am Ende gebratener frischer Tintenfisch und es war auch Szechuanpfeffer drauf.
Hea-Jee:
Es war wohl das erste Mal, dass ich so einen Massen-Tourismus mitgemacht habe. Ohne die Führerin hätten wir nur in der Menge gestanden, kurz rübergeschaut und wären wieder gegangen. Sie hat uns aber gezeigt, wie man sich nach vorne kämpft, sodass wir doch noch ein bisschen näher ran konnten, richtig sehen und Fotos machen konnten. Ehrlich gesagt, hat mich aber die Doku über die Terrakotta-Armee, die ich früher gesehen hatte, viel mehr beeindruckt als dieses gehetzte Hin-und-Her-Schieben hier.
Ich musste die Technik und das Können der damaligen Chinesen sehr bewundern. Trotzdem fragte ich mich: Musste man so ein Erbe der Menschheit wirklich nur dafür nutzen, das Grab eines Kaisers zu schmücken? Mir kommt ein schiefer Gedanke. Aber eigentlich war das doch überall so – egal welche Zivilisation, Schösser, Tempel und Kathedralen wurden meist für Herrscher gebaut. Vielleicht wurden Fortschritt und Erfindungsgeist gerade durch solche Riesenprojekte vorangetrieben – und deshalb haben wir heute solche Meisterwerke. Das denke ich jedes Mal, wenn ich so ein Weltkulturerbe sehe.
Dank der Führerin haben wir sogar einen übertriebenen Tourismus mitgemacht und noch eine zusätzliche Erfahrung gemacht. Sie meinte, es gehe um die Struktur des Mausoleums, und wir kauften spontan ein ziemlich teures Ticket zusätzlich, ohne genau zu wissen, worum es ging. Am Ende war es ein Virtual-Reality-Erlebnis: Helm auf den Kopf, zurück in die Zeit von Qin Shihuang. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir’s wahrscheinlich nicht gemacht. Aber na ja, im Nachhinein war’s gar nicht so schlecht. War meine erste Erfahrung mit so was – für junge Leute, denen die Zukunft gehören, wird das ganz normal sein.
Die ganze Anlage ist riesig, man muss mehrmals Shuttle-Busse wechseln. Dabei konnten wir gut beobachten, wie flink die Chinesen beim Vordrängeln sind – wir mussten oft lachen. Einmal endete die Schlange direkt vor uns, wir waren also Erste für den nächsten Bus. Dachten wir. Als er kam, stürmte plötzlich eine ganze Gruppe vor, und wir stiegen fast als Letzte ein. Immerhin, wir sind noch reingekommen – das musste man schon als Glück sehen.Baca lagi
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- Kongsi
- Hari 62
- Selasa, 26 Ogos 2025
- ☁️ 37 °C
- Altitud: 413 m
China碑林区34°15’20” N 108°56’53” E
Tag 62 - Xi‘an Stadtspaziergang
26 Ogos, China ⋅ ☁️ 37 °C
Hea-Jee:
Beim Frühstück war ich genauso gespannt wie Arnd, ob es wohl Kaffee geben würde. In einer Thermoskanne befand sich tatsächlich Kaffee, ähnlich wie koreanischer Instant-Kaffeemix, mit etwas Milchpulver und Zucker. Daneben gab es Toast, Marmelade in kleinen Tütchen und kleine Kuchen. Außerdem lagen rote gegrillte Würstchen, die wie Kügelchen aussehen. Sie sahen aus wie Wiener Würstchen, die ich aus Deutschland kenne, schmeckten aber süßlich. Arnd probierte es früher einmal in China und ließ es diesmal bleiben. Ich ließ mich vom Aussehen täuschen, griff noch einmal zu und aß es widerwillig auf.
Das chinesische Frühstück war wirklich großartig. Verschiedene Gerichte standen in Warmhaltern bereit, nur wenig Fleisch, dafür hauptsächlich Gemüse – perfekt für den Morgen. Es gab zwei Sorten Getreidebrei und sogar frische Nudeln. Bestellte man beim Koch, kochte er die Nudeln sofort und servierte sie in einer Schüssel. Vier verschiedene Brühen standen bereit, ebenso zahlreiche Garnituren und Gemüse, sodass man sich alles nach Belieben zusammenstellen konnte. Ich nahm mir vor, es unbedingt vor meiner Abreise aus diesem Hotel zu probieren, auch wenn die Portionen für meinen Magen recht groß waren. Vielleicht kann ich Arnd überreden, mit mir zusammen eine Portion zu teilen.
Unsere erste Besichtigung führte uns auf die Stadtmauer. Ausgerechnet an einem sehr heißen Tag! Ich schlug vor, ein Museum zu besuchen, aber dafür hätte man im Voraus reservieren müssen und es war schon ausgebucht. Also beschlossen wir, zunächst die Innenstadt zu erkunden.
Unser Hotel lag im absoluten Zentrum von Xi’an, sodass wir zu Fuß zum Südtor gehen konnten. Die Innenstadt wirkte sehr westlich, aber viele moderne Gebäude trugen traditionelle Dächer – ein interessanter Anblick. Ich fragte mich, ob wir in der Altstadt vielleicht noch echte historische Wohnviertel finden würden, wie wir sie aus Deutschland oder Korea kannten.
Am Südtor zahlten wir den Eintritt und bestiegen die 12 m hohe Stadtmauer, die im 14. Jahrhundert erbaut worden war. Der 12–14 m breite Weg diente damals auch Reitern und Wagen. Wir hatten gehofft, dort Fahrräder mieten zu können, aber alle Verleihstationen waren geschlossen. Einerseits schade, andererseits bei der Hitze auch eine Erleichterung. Eine Umrundung der rechteckigen Stadtmauer mit dem Fahrrad hätte wohl etwa eine Stunde gedauert.
Was mir in China auffiel: Selbst in historischen Städten verlaufen Straßen und Mauern oft gerade und bilden Rechtecke. In Europa oder Korea entstanden Städte früher entsprechend der Topographie, daher wirken die Linien dort runder und natürlicher. War Xi’an einst auf offenem, ebenem Land erbaut worden? China hat so viel ebenen Platz, dass man schon damals schnurgerade Straßen und Stadtpläne anlegen konnte? Oder war es möglich, durch große Arbeitskraft die Landschaft zu formen? In Peking werde ich darauf besonders achten.
Hier, im Gegensatz zu den westlichen Regionen, war die Luftfeuchtigkeit höher, sodass wir uns trotz gleicher Temperaturen schneller erschöpften. Gegen Mittag stiegen wir von der Mauer hinab und beschlossen, vor dem Besuch des Steelenwaldes-Museums in ein Café zu gehen. Am Straßenrand lagen hübsche Teehäuser und Cafés. Da es so heiß war, entschieden wir uns für das Café und bestellten einen Eiskaffee und Kuchen. Die Preise entsprachen eher dem Zentrum Münchens – für China ziemlich teuer –, aber die Qualität war ausgezeichnet.
Das Steelenwald-Museum lag direkt an der Stadtmauer. Von oben sah man die alten grauen Ziegeldächer wie ein kleines Meer. Über 4000 historische Steinstelen und Grabsteine, gesammelt über einen Zeitraum von tausend Jahren, füllten die Anlage – ein wahrer „Wald“ aus Stein. Die Idee, bedeutende Schriften, die Grundlage der Zivilisation, in riesige Steine zu meißeln, um sie vor Brand und Zerstörung zu schützen, war beeindruckend und großformatig gedacht – möglich nur in einem mächtigen Staat mit genug Arbeitskraft.
Besonders interessierte mich der Raum mit den Stelen, die die Analekten des Konfuzius enthalten. Dieses Werk hatte ich als Teenager in Deutschland voller Begeisterung gelesen, während ich nach einer eigenen Lebensphilosophie suchte. Viele sehen im Konfuzianismus nur eine patriarchalische Moral, die den Mächtigen dient. Doch wenn man die Analekten auf sich selbst anwendet, sind sie eine Sammlung von Regeln, die sowohl den Frieden der Welt als auch den eigenen inneren Frieden fördern – so habe ich es zumindest in Erinnerung (es ist aber schon lange her).
Außerdem suchte ich mit großem Aufwand nach der Nestorianischen Stele (Da-Qin-Jingjiao-Liu-xing-Zhongguo-Be). Mit Übersetzer-App fragte ich mich durch, bis ich sie schließlich im zweiten Untergeschoss des neuen Gebäudes fand. Diese historische Stele berichtet, dass das Christentum bereits im 7. Jahrhundert durch syrische Missionare während der Tang-Dynastie nach China gelangte und Kirchen sich in der ganzen Stadt befanden. Sie erklärt auch die zentralen Lehren des Christentums. Das Kreuzsymbol oben war auf der Stele kaum noch erkennbar, aber auf der Abreibung klar zu sehen. Unter dem chinesischen Text befand sich auch syrische Schrift. Diese Stele wurde im 8. Jahrhundert mit Befürwortung von Kaiser Taizong angefertigt, während der Verfolgung fremder Religionen im 9. Jahrhundert vergraben und erst im 17. Jahrhundert wiederentdeckt.
Froh darüber, dass wir die wohl solideste Bibliothek der Welt besucht hatten, verließen wir das Steelenwald-Museum und gingen zum verspäteten Mittag- bzw. frühen Abendessen. Da es kaum Lokale mit englischsprachiger Speisekarte gibt und fast kein Personal auch nur ein wenig Englisch spricht, bleibt das Essenbestellen weiterhin eine Herausforderung. Zum Glück fanden wir ein etwas ruhigeres Restaurant, in dem Bilder der Gerichte ausgehängt waren. Mit Hilfe des Übersetzungsapps und ein wenig Raten gaben wir unsere Bestellung auf. Wir waren hungrig, aber das Essen entsprach unseren Erwartungen – und wir aßen beide mit großem Genuss.
Arnd:
Es gibt hier tatsächlich Radfahrer! Aber nur wenige und die fahren alle auf gemieteten Rädern, die hier in Massen am Straßenrand stehen. Diese Räder sehen aus, als wären sie aus Plastik, sie haben keine Gangschaltung und schwergängige Vollgummireifen. Das Ganze ist also eine Veranstaltung, die dazu dient, den Menschen klar zu machen, dass man zur Fortbewegung unbedingt einen Motor braucht.Baca lagi
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- Isnin, 25 Ogos 2025
- ☁️ 29 °C
- Altitud: 409 m
China莲湖区34°15’40” N 108°56’33” E
Tag 61 - Reise nach Xi‘an
25 Ogos, China ⋅ ☁️ 29 °C
Arnd:
Heute wieder Reisetag. Es geht nach Xi‘an, der alten Kaiserstadt im Zentrum von China. Das war über 1000 Jahre die Hauptstadt, bis Dschingis Khan die Hauptstadt ganz nach Norden an die mongolische Grenze verlegt hat, nach Peking.
Mittlerweile sind wir eingespielt, was Bahn fahren angeht. Das ist perfekt durchorganisiert, man kann eigentlich nichts falsch machen. Der große Unterschied ist eben, dass die Fahrkartenkontrolle in die Bahnhöfe verlegt ist. Das Gate wird erst 15 - 30 Minuten vor der Abfahrt für den jeweiligen Zug geöffnet und bis zum Bahnsteig wird man beaufsichtigt, man kann also gar nicht in den falschen Zug steigen. Für Touristen ist das ganz praktisch.
Auf den Bahnsteigen gibt es Aufpasser(-innen), die wohl per Lautsprecher zur Ordnung rufen. Die Orte der Zugtüren sind auf dem Boden markiert mit Wagennummer und die Chinesen stellten sich in einer Schlange auf - erstaunlich!
Der andere Unterschied ist die sehr gründliche Sicherheitskontrolle am Eingang. Da sie noch keine Bodyscanner wie in den Flughäfen haben, wird das manuell gemacht, ausschließlich von Frauen. Eine Warteschlange haben wir aber noch nicht erlebt.
Heute haben wir wieder ein Ticket zweiter Klasse, allerdings in einem schnelleren Zug. Die Sitzanordnung ist zwar wieder 3+2, aber ohne Tische, an denen man sich gegenüber sitzt. Auf sämtlichen Sitzen schaut man in Fahrtrichtung. So ist das ok mit der zweiten Klasse. Wir fahren durchgehend 200km/h. Sonst würden wir die 1100km Luftline nicht in 8 Stunden schaffen. In Deutschland kann man so weit gar nicht fahren. Das kostet uns pro Nase umgerechnet 55€, für Chinesen wahrscheinlich schon ein stattlicher Preis.
Unser Zug entstammt offensichtlich einer Kooperation mit Siemens, es ist quasi ein ICE 3. Der könnte sogar schneller fahren und deshalb ist es bei Tempo 200 sehr angenehm ruhig und man kann gut Pinguintexte schreiben.
Da wir ja die Chinesische Mauer durchquert haben und quasi endgültig in China angekommen sind, hört die Wüste jetzt auch langsam auf. Anfangs gab es noch vereinzelte Wüstenabschnitte, nach zwei Stunden war es draußen aber durchgehend grün, wenn auch noch nicht überall landwirtschaftlich genutzt. Rund um die Städte gibt es Ackerbau, weiter weg ist es eher Weideland, Tiere sieht man aber nur vereinzelt.
Nach zweieinhalb Stunden haben wir auch die flache Ebene verlassen und fahren jetzt erstmal durch sehr viele Tunnel und über Brücken, ganz wie auf ICE-Stecken im Süden von Deutschland. Damit haben wir wohl eine Gebirgskette durchstochen.
Es wäre interessant zu wissen, ob diese Tunnel alle mit Bohrmaschinen von der Firma Herrenknecht aus dem Schwarzwald gebaut wurden, dem Weltmarktführer in diesem Bereich. Und es wäre auch interessant zu wissen, wieviele Tunnel es in China gibt. Meine topografische Karte sagt mir nämlich, dass dieses Land ziemlich bergig ist.
Nach vier Stunden sind wir in einer Region mit Bergen und Tälern. Die Täler sind überall besiedelt, die Berge wenig bewachsen. Als wir noch weiter kommen, sind die Berge an vielen Stellen terassiert. Es wird auch immer dichter besiedelt die Hochhäuser in den Städten werden immer höher und es werden immer mehr. Irgendwann fiel mir auf, dass wir mittlerweile 250km/h fahren.
In Xi‘an sind wir am Ende der Eisenbahnlinie nach Xinjiang angekommen. Eine einzelne Linie für alles, was wir bisher gefahren sind. Diese Resource ist begrenzt und die Züge voll und wohl auch deshalb hatte ich manchmal etwas Schwierigkeiten, Tickets zu bekommen. In Zentralchina ist das Eisenbahnnetz ein Netz und keine Linie. Da kann man verschiedene Wege fahren, wenn mal was knapp ist. Mit diesem Netzcharakter ähnelt es übrigens dem deutschen Eisenbahnnetz, während z.B. das französische eher ein Stern ist und das japanische Hochgeschwindigkeitsnetz im wesentlichen eine einzelne Linie. Ein Netz ist deutlich schwerer zu koordinieren. Das muss man fairerweise auch zum derzeit schlechten Image der deutschen Bahn wissen.
Der Zug kam 3 Minuten zu früh an.
Xi‘an hat 13 Millionen Einwohner und ist damit noch ein Stück größer als Seoul. Es gibt ein dichtes U-Bahnnetz und damit konnten wir direkt vom Bahnhof zu unserem Hotel fahren, dass am zentralen Platz der Stadt liegt. Die Fahrt hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert. Auf dem Bahnsteigboden sind am Ort der Zugtüren Markierungen, wo man stehen soll. In der Mitte können die aussteigenden Fahrgäste schnell durchgehen, die außen wartenden neuen Fahrgäste stellen sich links und rechts der Tür. So standen die Leute auch tatsächlich, … bis zu dem Moment, wo die Türen aufgingen. Da standen sie plötzlich mitten vor der Tür. Nur die ersten bekommen am Bahnhof noch einen Sitzplatz.
Als wir im Hotel waren, war es schon 20:00 und wir hatten seit dem Frühstück nur Kekse gegessen. Also haben wir im chinesischen Äquivalent von Google Maps nach Restaurants in unserer Gegend geschaut. Dabei haben wir Preise gesehen, die uns bisher in China unbekannt waren, über 10 Euro pro Person. Die Suche führte nicht sofort zu einem Erfolg (nicht wegen der Kosten) und irgendwann wurde Hea-Jee ungeduldig. Sie hat sich dann für ein Nudelrestaurant entschieden.
Dazu mussten wir erst beim Glockenturm auf die andere Straßenseite. Der Glockenturm ist unser heutiges Coverbild (Farben made by Apple) und steht auf dem zentralen Platz. Die U-Bahn Haltestelle heißt auch Glockenturm und das konnte Hea-Jee aus den chinesischen Schriftzeichen lesen. Hier ist viel los, die Leute kommen zum Vergnügen hierher. Es scheint hier einen Trend unter jungen Mädchen zu geben, sich altmodisch chinesisch zu kleiden. Wir haben auch Fotografen gesehen, bei denen sich die Mädchen fotografieren lassen.
Auf der anderen Straßenseite mussten wir dann in einen Häuserblock hinein. Dort wurde es etwas finster und wir waren in einer Wohnsiedlung mit nicht sehr vornehmen Häusern - an diesem Ort! Das Nudelrestaurant war alles andere als vornehm. Da saßen vor allem junge Leute. Das Essen war einfach, aber gut und hat für zwei Portionen zusammen 4,50€ gekostet. Hea-Jee hat es trotz etwas Szechuanpfeffer gern gegessen.Baca lagi
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- Ahad, 24 Ogos 2025 12:00 PTG
- ☁️ 26 °C
- Altitud: 1,739 m
ChinaJiayuguan39°48’5” N 98°12’58” E
Tag 60 - Festung Jiayuguan
24 Ogos, China ⋅ ☁️ 26 °C
Arnd:
Für unser heutiges Hotel zeigte trip.com wieder „westliches“ Frühstück, und es gab tatsächlich Kaffee und der war sogar ganz ok. Ansonsten dasselbe wie im letzten Hotel, also kleine Törtchen und Toast. Das einzige, was man auf den Toast drauf tun konnte war ein Spiegelei. Trotzdem war ich glücklich. Als zweiten Gang habe ich dann aber das chinesische Gemüse gewählt. Eigentlich schmeckt das ganz gut und ist ja auch gesund. Ich glaube, der Kaffee ist das Entscheidende, Tee wäre auch gut.
Unser heutiges Ziel ist die Festung am Ende der großen Mauer der Ming-Dynastie. Ich hatte nur wenig praktische Informationen dazu. Wir hatten keine Tickets vorab gekauft und ich wusste auch nicht, wo der Eingang ist. Denn bei den Mogao-Grotten haben wir ja gesehen, dass der Eingang auch mal 10km von der Attraktion entfernt sein kann.
Eine Hoffnung, nicht am falschen Ort zu landen ruhte auf Didi oder der Weisheit des Taxifahrers. Bei Didi tippt man z.B. Jiayuguan castle und dann macht er Vorschläge. Einer davon ist häufig „Entrance“ und dann stimmt das auch. Aber das hat nicht funktioniert. Deshalb habe ich unser Ziel auf der Karte gewählt und der Taxifahrer hat uns genau dahin gebracht. Tatsächlich war das nicht der Eingang. Wir sahen bald diese Elektro-Kleinbusse, mit denen die anderen Touristen angekarrt wurden. Wir mussten noch ein Stück laufen und ich war nervös, ob wir überhaupt reinkommen.
Am Gate gab es Ticketautomaten, aber da wäre ich gescheitert. Hea-Jee hat dann eine junge Frau angesprochen, die da aufpasst und die hat uns geholfen, das Ticket online zu kaufen. Wir wären wieder an der notwendigen chinesischen Telefonnummer gescheitert, aber da hat sie einfach ihre eigene eingetippt. Alles gut!
Es gab viele Touristen, aber es war ganz ok und nicht zu voll. Ziemlich am Eingang wurde ein elektronischer Audio Guide angeboten. Den wollten wir erst haben, sind aber wieder an der Bezahlung gescheitert, die mal wieder eine Spezial-App brauchte. Das war aber ganz gut, wir kamen prima ohne zurecht. Es gab einen Weg vom westlichen Eingang, also quasi aus China kommend, durch den großen Vorhof, in den Innenhof, auf die Festungsmauer, einmal im Quadrat über die Krone der Festungsmauer bis zum letzten Tor, über das die Karavanen früher China verlassen haben hinaus in die Wüste. Dort wurde Kamelreiten angeboten, aber da haben wir nur zugeschaut. Unterwegs konnte ich viele Fotos machen. Sehr schön war, dass man im Dunst die Berge des Tian Shan Gebirges sehen konnte, auf denen jetzt im August noch Schnee lag. Auf den Fotos habe ich ein bisschen nachgeholfen, damit man das auch sehen kann.
Dieser Besuch der Festung zog sich mal wieder über Mittag hin und es stellt sich dann immer die Frage nach einem Mittagessen. Irgendwann will Hea-Jee was zu essen haben. Glücklicherweise haben wir einen Stand gefunden, wo Maiskolben angeboten wurden und dann ist Hea-Jee immer glücklich. Da spielen Kindheitserinnerungen eine Rolle.
Zum Schluss gab es dann noch ein Museum über die große Mauer und da kam mir ein Gedanke. Der Grund, dass die Chinesen so eifrig diese Mauern gebaut haben, waren die ewigen Übergriffe der nördlichen benachbarten nomadischen Reitervölker. Die haben immer wieder kurze Attacken ins chinesische Reich gemacht und geplündert und zerstört. Nordeuropäer können dabei vielleicht an die Vikinger denken.
Eine Reaktion darauf waren die Mauern, eine andere war die Entwicklung von Militärtechnik. Da das über Jahrhunderte ging, war die chinesische Militärtechnik bald sehr hoch entwickelt. Als dann im 13. Jhdt. das Reitervolk der Mongolen unter Dschingis Khan kam, hat das aber nicht geholfen und die nördliche Hälfte Chinas ist an die Mongolen gefallen. Mitsamt der modernen Militärtechnik.
Erst damit waren die Mongolen so erfolgreich. Sie (die nördlichen Reitervölker) haben die Entwicklung dieser Militärtechnik gesäht und am Ende haben sie sie auch geerntet.
Abends sind wir dann zu Fuß zum „Bulgogi-Restaurant“ losgezogen. An einer Stelle mussten wir auf den tiefer liegenden Radweg ausweichen, weil auf dem Fussgängerweg ein Zelt stand, in dem eine Gruppe von Männern Karten spielte.
Bulgogi gab es nicht im Bulgogi-Restaurant, aber LA-Galbi wurde angeboten. Für die Nichtkoreaner hier: Galbi ist Fleisch von der Rinderrippe, das noch am Knochen hängt. Bei uns gibt es das gar nicht, weil man das für minderwertig hält, aber in Korea wird das hoch geschätzt und ich fand es auch jedes Mal sehr gut.
Weil wir schon mehrfach teurere Dinge in Restaurants bestellt hatten und dann jedes Mal eine gigantische Portion geliefert wurde, war Hea-Jee vorsichtig und wollte nur eine Portion bestellen und etwas kleineres dazu. Der Chef, der zum Bestellen vorbei kam, sah aber ganz unglücklich aus und deshalb haben wir zwei Portionen bestellt. Das war von der Menge her dann auch gut, aber das Essen war irgendwie enttäuschend. Es war immer noch wenig Fleisch und das war etwas zäh. Kein Vergleich zu dem, was ich früher in Korea erlebt habe.
Auf dem Tisch gab es einen Grill und zunächst kam auch eine Bedienung vorbei und legte alles drauf. Zum Wenden kam sie auch noch mal. In Korea kommen sie dann aber nochmal vorbei, wenn es fertig ist und zerlegen die Stücke kunstvoll mit einer Schere. Das mussten wir hier leider selbst machen, und weil wir darauf gewartet hatten, war das Fleisch vielleicht auch etwas zu lange auf dem Grill.
Hea-Jee:
Heute Morgen konnte Arnd endlich den lang ersehnten Kaffee trinken. Auf seinem Teller lagen nur ein Stück Toast und ein Spiegelei, aber schon allein wegen des Kaffees lächelte er wie ein Vollmond. Ich bekam eine Idee durch einen Teller eines vorbeigehenden Kindes und brachte Arnd etwas Salat, Gurken und Tomaten. Nachdem er seinen Toast aufgegessen hatte, holte er sich noch einen Teller chinesisches Essen. So zufrieden ist er also, wenn es Kaffee gibt.
Für die heutige Besichtigung nahmen wir ein Taxi zur Festung, dem Endpunkt der Chinesischen Mauer. Arnd hatte große Sorge, dass wir heute vielleicht keine Eintrittskarten bekommen könnten. Ich hingegen war überzeugt, dass wir – solange es hier nur einen einzigen Chinesen gibt – mit dessen Hilfe sicher Karten kaufen könnten. In China, oder auch auf dieser ganzen Reise, war es bisher immer so. In einem Land wie Deutschland, das Land der Bürokratie, hätte ich einen solchen Glauben nicht gehabt. Und tatsächlich konnten wir dank der beherzten Hilfe einer jungen Mitarbeiterin problemlos hineingehen.
Die Sonne brannte, und es ging ständig bergauf und bergab, doch der frische Wind machte alles angenehm. Wir befanden uns hier auf 1600 Metern Höhe.
Die Toranlagen waren stattlich. Ich betrachtete, wie die riesige Mauer der Anlage unten sechs Meter und oben zwei Meter dick aufgeschichtet war. Zuerst wurde eine dünne Wand errichtet, dann wurde Schicht um Schicht eine weitere hinzugefügt, bis die gewünschte Dicke erreicht war. Von hier konnte ich gut sehen, wie eine Mauer sich über steile Berge windet und scheinbar endlos fortsetzt. Ich glaube, solche Bergfestungen habe ich im Westen kaum gesehen.
Hier fühlte es sich tatsächlich wie das Ende der Welt an. Der sattgrüne Boden verwandelte sich plötzlich in eine gelbliche Wüste, und entlang dieser Grenze zog sich die Lehmmauer weit dahin. Wie mag sich wohl die Karawane gefühlt haben, die auf ihrer Seidenstraßenreise hier durch das Osttor zum ersten Mal die Wüste betrat?
Vielleicht soll genau dieses Gefühl durch das angebotene Kamelreiten vermittelt werden. Ich habe zum ersten Mal ein Kamel aus nächster Nähe gesehen – es ist wirklich niedlich und hübsch. Stark, ausdauernd und zudem sanftmütig – ein wahrer Schatz für die Karawanen jener Zeit.
Nach zwei Uhr am Nachmittag wollte ich am liebsten die Besichtigung beenden, doch wir entdeckten noch einen Stand mit Maiskolben. Wir kauften einen riesigen, prallen Maiskolben und teilten ihn uns. Es war eine andere Sorte als der, den man in Deutschland bekommt. Dort nennt man ihn „Gemüsemais“, was ziemlich passend ist, da er mehr Wasser und Ballaststoffe enthält und süßer ist. Der chinesische Mais war weniger süß, aber sehr klebrig und stärkehaltig, fast wie Reis oder Weizen. Beim Kauen klebt er zwischen den Zähnen wie Klebreis. Es muss dieselbe Sorte sein, die ich als Kind in Korea gegessen habe.
Während wir abwechselnd an den Maiskolben nagten, brachte ich Arnd endlich bei, wie man einen Maiskolben richtig sauber isst. Er hatte zuvor mit den Schneidezähnen die Körner einfach abgebissen, sodass viel Reste noch am Kolben hing. Ich zeigte ihm, wie man die Körner Reihe für Reihe mit den Zähnen umklappt und bis zur Wurzel sauber herauslöst. Während wir aßen, sahen die Leute hinter uns zu und kauften sich selbst einen Maiskolben, um ihn zu teilen. Arnd meinte, die hätten uns wohl gesehen und daraufhin Lust bekommen. Kein Wunder – wir aßen wirklich mit Genuss. Satt und zufrieden hatten wir nun sogar Lust, noch das Museum zu besuchen, das ich eigentlich auslassen wollte.
Am Abend gingen wir koreanisches Bulgogi essen. Meine Freunde, die uns auf der Reise über diese Pinguin App begleiten, schickten mir gestern Nachrichten, dass wir heute unbedingt Bulgogi essen gehen sollten. Doch auch im Bulgogi-Restaurant hatte ich Probleme zu bestellen. Auf dem Menü war mir nicht klar, was eigentlich Bulgogi ist. Über die Papago App kann man sich nur mit besonders hilfsbereiten und geduldigen Einheimischen unterhalten – das Personal hier war jedoch sehr kurzangebunden. Also bestellten wir LA-Galbi und eine Portion Pilze dazu, das schien sicherer. Trotz des hohen Preises nach hiesigen Maßstäben war die Portion klein und das Fleisch zäh. Auch das als Beilage gereichte Kimchi war süß und weich – nicht einmal ein Vetter des echten Kimchis. Wir beschlossen, in Korea leckeres Bulgogi zu essen. Als ich sagte, dass Rindfleisch in Korea wohl teuer sei, meinte Arnd, dass Bulgogi in einem Spezialrestaurant so gut sei, dass er dafür gerne viel Geld zahlen will.Baca lagi
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- Hari 60
- Ahad, 24 Ogos 2025 11:00 PG
- ☁️ 26 °C
- Altitud: 1,686 m
ChinaJiayuguan39°47’31” N 98°16’10” E
Tag 60 - Bemerkungen von Hea-Jee
24 Ogos, China ⋅ ☁️ 26 °C
Hea-Jee:
Da Arnd in letzter Zeit zuverlässig Reiseberichte veröffentlicht, möchte ich heute einige Gedanken aufschreiben.
Ruinenstadt Jiaohe bei Turpan:
Arnd bezeichnete die Rekonstruktion des alten Dorfs abwertend als „Disneyland“, doch ich fand die Rekonstruktionsarbeiten sehr nützlich. Ich bin dankbar, dass zahlreiche Archäologen, Bauforscher und Anthropologen ihre Erkenntnisse nicht nur in Fachartikeln unter ihresgleichen austauschen, sondern sie für die breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht haben.
Es fasziniert mich zu sehen, wie Menschen in einer Oase der Wüste mit Lehm – dem einzigen verfügbaren Baumaterial – Häuser errichteten, wie sie ihre Innenräume gestalteten und darin lebten. An der Bauweise der Häuser erkennt man, wie eng sie mit ihren Nachbarn verbunden waren. Und die Lage der Gräber gibt Einblicke in ihre Vorstellungen vom Leben und Tod.
Arnd war unzufrieden, dass man zuerst die Nachbauten und nicht gleich die echten Ruinen sieht. Ich hingegen finde es wichtig, solche Vorinformationen zu bekommen, um später im Anblick der echten Lehmruinen überhaupt etwas zu verstehen.
Ehrlich gesagt habe ich selbst dort nicht allzu viel „mitgenommen“. Es war zwar beeindruckend, dass die verwitterten Lehmmauern überhaupt noch standen. Doch ohne die kleinen Hinweisschilder hätte ich nicht erkannt, ob es sich um einen Tempel, ein Herrenhaus oder etwas anderes handelte.
Immerhin konnte ich sehen, wie die Menschen die Lehmwände errichtet hatten. Meistens sieht man Lehmblöcke, die gestapelt werden. In Jiaohe aber entdeckte ich Spuren davon, dass lange Lehmstränge – wie Tonwürste – übereinandergeschichtet wurden, so wie man als Kind Gefäße oder Vasen aus Ton formt. Die Ziegelwände, die Arnd erwähnte, stammen wohl von späteren Reparaturen.
Trotz der großen Hitze besichtigten wir jede einzelne Stelle der Ruinen, selbst wenn wir kaum unterscheiden konnten, was wir da sahen. Wahrscheinlich liegt das an unserem „Wir-machen-alles-bis-zum-Ende“-Charakter. Manchmal nützlich, manchmal überflüssig.
Mogao-Grotten in Dunhuang:
Trotz der Menschenmassen war der Besuch lohnenswert. Die Schönheit dieses Kulturerbes rechtfertigte jede Mühe. Im Museum waren Teile der Zehntausenden von Handschriften aus der „Bibliothekshöhle“ ausgestellt – ein erstaunlicher Anblick.
Die Schriften, die auf das 4.–6. Jahrhundert datiert werden, zeigten äußerst detaillierte Sternenkarten. Die sauber in verschiedenen Sprachen abgefassten Texte bezeugen, dass mehrere Hochkulturen über die Seidenstraße intensiv miteinander vernetzt waren. Auch der Holzschnitt war bereits entwickelt. Ich stellte mir vor, wie diese Kultur heute aussehen könnte, wäre ihre Geschichte ungebrochener verlaufen.
Doch man kann nicht über die Mogao-Grotten sprechen, ohne die Plünderungsgeschichte anzusprechen. Anfang des 20. Jahrhunderts nutzten westliche Großmächte das Chaos jener Zeit, um Zehntausende Handschriften, Textilstücke, Wandbilder und Skulpturen außer Landes zu bringen. Heute werden diese geraubten Kulturgüter in Museen in England, Frankreich, den USA, Deutschland und Russland stolz präsentiert. Auch Japan und Korea besitzen einige Stücke, die später auf anderen Wegen herausgeschafft wurden. Ich wünsche mir sehr, dass die öffentliche Zurschaustellung solcher Raubkunst weltweit einmal restlos geächtet und verurteilt wird.
Eindrücke von Chinas Kleinstädten
China ist ganz anders, als Arnd und ich es uns in Deutschland vorgestellt hatten. Das China, das wir nun sehen, ist modern und ordentlich. Die Städte sind so geplant und gepflegt, dass das Leben angenehm ist. Es gibt Parks für Freizeitaktivitäten, Kinder spielen draußen mit Freunden, Familien kommen zusammen, um Badminton oder Tischtennis zu spielen. Die Menschen wirken entspannt. Kinder sind fröhlich und selbstbewusst, Erwachsene freundlich und sanft – außer wenn es ums Vordrängeln geht. Wirklich arme Menschen habe ich kaum gesehen.
Es fällt uns besonders schwer, uns in China zurechtzufinden, wahrscheinlich weil so wenige Menschen Englisch sprechen. Von der Türkei bis nach Kasachstan gab es immer irgendwo jemanden, der wenigstens ein paar Worte Englisch konnte und uns spontan half. Wenn er selbst kein Englisch konnte, holte er jemanden, der es konnte. Und an Fahrkartenschaltern oder Hotelrezeptionen konnte man sich zumindest immer mit einfachem Englisch verständigen. Doch in China war es anders.
Selbst an den Rezeptionen der gehobenen Hotels fand sich kaum ein Mitarbeiter, der auch nur ein paar Worte Englisch sprach. Auch junge Leute, die auf der Straße ordentlich gekleidet und selbstbewusst wirkten, konnten kaum Englisch verstehen. Dabei müssen sie es doch in der Schule lernen. In Turpan sprach uns einmal ein kleiner Junge auf dem Spazierweg durch die Weinlaube an. Zuerst sagte er schüchtern „Hello“, dann aber fragte er, aus welchem Land wir kämen, sagte, dass Deutschland ein schönes Land sei usw. – alles wie aus dem Lehrbuch. Ich war so erstaunt, dass ich nach seinem Alter fragte. Er sagte, er sei zwölf Jahre alt. Vermutlich also ein Schüler der fünften oder sechsten Klasse.
Arnd meinte, die chinesischen Schüler lernten zwar Englisch in der Schule, hätten aber keine Gelegenheit, es praktisch anzuwenden, weshalb sie sich nicht trauten zu sprechen. Ich selbst habe dafür keine Erklärung.
Übermorgen werden wir die großen Städte Xi’an und Peking besuchen. Vorher wollte ich meine Eindrücke aus den Kleinstädten festhalten.
Mein Schreiben unterwegs:
In letzter Zeit war es schwierig, auf meinen koreanischen Blog zuzugreifen, da die Internetverbindung schlecht war. Ich übersetze Arnds Beiträge aus „Penguin“ mithilfe von ChatGPT ins Koreanische, überarbeite sie und veröffentliche sie dann. Meine Beiträge schreibe ich je nach Inhalt auf Koreanisch oder auf Deutsch. Für deren Übersetzung lasse ich immer eine Rohfassung von ChatGPT erstellen, die ich dann redigiere. Da Reiseberichte schnell zwischendurch entstehen müssen, ist ChatGPT eine große Hilfe – fast wie ein Babelturm des 21. Jahrhunderts.
Doch in China war das Problem: Hotel-WLAN funktionierte nicht, weder für den Blog noch für ChatGPT, also brauchten ich mobiles Datenvolumen. Die eSIM von Trip.com verlangte, dass man nicht ein Gesamtvolumen kauft, sondern eine Tagesrate. Wir entschieden uns für 1 GB pro Tag, weil das bisher ausgereicht hatte.
Im Hotel von Ürümqi jedoch konnte man ohne chinesische Telefonnummer kein WLAN nutzen, sodass wir unser gesamtes Datenvolumen des Tages verbrauchten. Wir konnten nicht sehen, wie viel wir aufbrauchten. Irgendwann begannen Apps wie Alipay oder WeChatPay zu streiken, und wir hielten erst die Apps für schlecht programmiert. Doch Arnd fand heraus, dass die Daten nach 1 GB extrem gedrosselt wurden. Ein wirklich kundenunfreundliches Produkt!
Arnd entdeckte, dass dieselbe Firma auch Pakete mit Gesamtvolumen anbietet. Doch wir hatten bereits für zwei Wochen bezahlt, also beschlossen wir, sparsam zu sein – auch der Umwelt zuliebe. Dennoch verlor ich allmählich die Lust am Schreiben. Der langsame Zugang machte das Bloggen und Übersetzen so mühsam, dass ich schließlich Arnd anschnauzte: „Mit diesem Internet übersetze ich nicht mehr. Schreib deine Penguin-Beiträge allein! Ich schreibe nur noch für meinen Blog!“
An diesem Abend kaufte Arnd mir ein neues großes Datenpaket. Er sagte, dass er es vor drei Tagen angeboten hatte. Er selbst blieb beim alten 1-GB-Tarif. Nun kann ich wieder schreiben.Baca lagi
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- Hari 59
- Sabtu, 23 Ogos 2025
- ☀️ 26 °C
- Altitud: 1,683 m
ChinaJiayuguan39°47’31” N 98°16’9” E
Tag 59 - Fahrt nach Jiayuguan
23 Ogos, China ⋅ ☀️ 26 °C
Arnd:
Heute ist wieder Bahnfahren angesagt. Diesmal nur 360km, dafür in einem langsamen Zug, es hat fast fünf Stunden gedauert. Unser Ziel ist die Stadt Jiayuguan. Dort endet die Chinesische Mauer aus der Ming-Dynastie und es gibt ein stattliches Tor zu besichtigen. Aber dort war für normale Chinesen auch das Ende der Welt, dahinter war Wüste. Es gibt übrigens nicht „die chinesische Mauer“, sondern viele Mauern, die im Verlauf von 2500 Jahren errichtet worden sind. Schaut mal in die Wikipedia.
Hatten wir schon gesagt, das Chinesen drängeln? Wir waren in der linken Schlange im Bahnhof und links daneben ist natürlich Platz. Also kann man da ja noch eine Parallelschlange aufmachen und steht sofort ganz vorn. Irgendwann kamen dann Bahnmitarbeiter, vielleicht waren es auch Polizisten, und versuchten Ordnung zu schaffen. Der eine, der auch noch die Handkontrolle machen musste, tat mir richtig Leid - welch ein Stress! Tickets kontrollieren und gleichzeitig Leute zurechtweisen, die das gar nicht einsehen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Spiel schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten so läuft. Ohne jeden Erfolg.
Die Tickets werden von der Chinesischen Bahn genau 14 Tage vor der Fahrt zum Kauf angeboten. Die Züge sind alle randvoll und dementsprechend sind die Tickets sehr schnell ausverkauft. Man kann sie aber auch leicht stornieren und deshalb kaufen viele Leute Tickets auf Verdacht. Wenn man keins bekommen hat, setzt man sich auf die Warteliste und hat wohl durchaus Chancen, noch was zu bekommen.
Man kann Tickets am Schalter kaufen, aber dann müsste man dafür ja extra zum Bahnhof, und der ist nicht um die Ecke. Man kann sie auch online kaufen mit einer App der Chinesischen Bahn. Da muss man sich aber registrieren, und daran bin ich gescheitert. Und schließlich kann man sie auch bei trip.com kaufen, wobei die eine Vermittlungsgebühr nehmen.
Als wir in China ankamen, habe ich dort nach Tickets geschaut und war erstmal total frustriert, weil alles was ich gesucht habe ausverkauft war. Was nützt einem ein gutes Eisenbahnsystem, wenn man keine Tickets bekommt? Auf die Sache mit der Warteliste wollte ich mich nicht einlassen. Wenn man dann keines bekommt, ist der ganze Reiseplan durcheinander.
Ich hatte aber wohl lange Strecken gesucht. Für die kleineren Teilstrecken, die wir jetzt fahren, gab es dann doch noch Plätze. Zweimal aber nur in der ersten Klasse, das hatten wir schon. Heute nun „Harter Sitz“ in der zweiten Klasse eines langsamen, also alten Zuges.
Gepolstert war der Sitz schon, aber es war trotzdem hart. Die Anordnung ist 3+2, d.h. auf der einen Seite des Zuges sind drei Plätze nebeneinander und auf der anderen Seite 2. In Querrichtung sind hier also schonmal 25% mehr Leute reingequetscht, als in Europa üblich. Die Plätze sind immer mit Tisch, man sitzt also jemandem gegenüber. Das heißt aber auch, man sitzt Rücken an Rücken und da reicht ja eine gemeinsame Rückenlehne und die ist fast senkrecht. Der Abstand über den Tisch ist nicht wie in Usbekistan 2m, sondern man kann seine Beine nicht ausstrecken und wenn man sein Essen auf den Tisch legt, dann kann das Gegenüber das nicht auch noch tun. So beengt haben wir noch nie gesessen, und das für fünf Stunden.
Ich verwende hier mehrere Smartphone Landkarten. Eine ist meine geliebte Wanderkarte mit Open Street Map Daten. Die ist hier in China leider wenig nützlich, weil nicht gut gepflegt. Trotzdem benutze ich die zur Orientierung. Und da habe ich neben unserem Hotel eine Bushaltestelle gesehen, die einen aufwändigen Namen hatte: „Bus 10 to Highspeed Train Station“. Ich habe in China noch keinen Bus mit einer Liniennummer gesehen, aber als wir aus dem Bahnhof herauskamen, stand da ein Bus Linie 10. Hea-Jee war wagemutig und wollte ihn nehmen.
Dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Bezahlen. Es gab ein Gedränge am Einstieg und da hat uns ein junger Chinese auf unserem Smartphone geholfen. Hat aber so schnell nicht funktioniert. Er ist dann eingestiegen und hat wohl beim Fahrer für uns bezahlt. Gleichzeitig sah ich, wie jemand anderes einfach mit Bargeld bezahlt hat. Preis: 1 Yuan: 0,12€. Man muss es aber passend haben und das haben wir.
Wir sind also zum ersten Mal Bus gefahren in China!
Als wir im Hotel waren, war es noch recht früh. Ich habe auf der Karte nicht allzu weit von unserem Hotel einen großen Park gesehen und mir gedacht, dass das bestimmt ganz schön ist, War es auch. Am Eingang wurden wir von zwei Vögeln aus Pflanzen begrüßt. Als ich mich umdrehte sah ich auf eine massive Wand aus Wohnhochhäusern.
Nach dem Park das Abendessen und da haben wir ein Problem. Eigentlich hatte ich mich auf die chinesische Küche gefreut. Wir sind aber noch nicht wirklich in China, jedenfalls nicht essensmäßig. Hier gibt es fast nur Uigurisches und „Muslim“-Essen. Da ist Fleisch der zentrale Bestandteil und das sind meist Fleischteile, die uns nicht wirklich anmachen, wie z.B. Hammel, Esel haben wir auch schon gesehen, irgendwelche Sehnen, Innereien usw. Und da wir die Speisekarte auch nicht wirklich lesen können, trauen wir uns nicht, einfach irgendwas zu bestellen.
Heute morgen gab es beim Frühstück u.a. was mit Hühnerfleisch. Für mich sah das so aus, als ob da jemand abgenagte Knochen reingeworfen hat, jedenfalls lagen da fast fleischlose Knochen drin. Hea-Jee meinte, da ist beim Kochen das Fleisch abgefallen.
Deshalb haben wir es uns heute mal einfach gemacht und sind zum KFC gegangen, Kentucky fried Chicken. Aber auch das erwies sich als gar nicht so einfach. Zum Bestellen hätte man eine App gebraucht und wahrscheinlich hätte man sich mit chinesischer Telefonnummer erstmal anmelden müssen. Wir wollten schon wieder raus gehen, als sich eine junge Mitarbeiterin erbarmte und uns auf ihrem Gerät bestellen ließ.
Wir haben dann irgendwas bestellt und Hea-Jee war am Ende nicht zufrieden und hat leider wieder wenig gegessen. Ein Teil war ein Hamburger mit frittierter Hühnerfrikadelle drin. Und das schmeckte beim dritten Biss plötzlich nach Szechuanpfeffer.
Mir war dieses Gewürz bis zu dieser Chinareise unbekannt, bei Chinesen ist das sehr beliebt. Das hat mit Pfeffer nichts zu tun. Er ist etwas scharf, aber nicht zu sehr, aber er hinterlässt auf der Zunge ein Taubheitsgefühl - sehr merkwürdig. Er hat auch einen charakteristischen Eigengeschmack, man erkennt ihn also. Hea-Jee mag das gar nicht, ich könnte mich wohl dran gewöhnen.
Danach noch durch eine Mall gelaufen und im Supermarkt etwas Obst eingekauft. Auf dem Heimweg sprang Hea-Jee auf der gegenüberliegenden Straßenseite koreanische Schrift entgegen. Ein Bulgogi-Restaurant. Vielleicht gehen wir da morgen hin, es wird schon nicht aus Hammel gemacht sein.Baca lagi

PengembaraGeorg sagt: KFC = Kids Fattening Center, ich kenne nur Kan't find chicken.
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- Hari 58
- Jumaat, 22 Ogos 2025
- ☁️ 28 °C
- Altitud: 1,337 m
ChinaDunhuang40°2’17” N 94°48’17” E
Tag 58 - Mogao Caves
22 Ogos, China ⋅ ☁️ 28 °C
Arnd:
Das Wort Massentourismus hat für mich seit heute eine neue Bedeutung. Aber der Reihe nach.
Auf das Frühstück hatten wir gewisse Hoffnung gesetzt, da in trip.com stand, daß das Frühstück westlich sei. Im Aufzug hing auch ein großes Bild, das das suggerierte - lecker aussehende Brötchen. Leider war davon im Frühstückssaal nichts zu sehen, ganz normales chinesisches Frühstück. Während ich das Angebot entlang lief, hatte ich wenigstens noch die Hoffnung, dass es am Ende ein Getränk geben würde, Kaffee oder wenigstens Tee, das vermisse ich am meisten. Nichts dergleichen. Später sahen wir, dass ganz am Anfang und ziemlich klein ein paar Kuchen angeboten wurden und Toast, es gab sogar einen Toaster. Das hat mich aber so wenig angemacht, dass ich beim chinesischen Frühstück geblieben bin und nur einen kleinen Kuchen zum Nachtisch gegessen habe.
Unser Ziel heute sind die Mogao Höhlen, das sind über 1000 in eine Felswand bei einer Oase geschlagene Höhlen. Anfangs dienten die Buddhisten als Meditationsräume, später wurden sie auch zu Pilgerzielen und reiche Buddhisten haben weitere Höhlen finanziert, wahrscheinlich für einen besseren Start ins nächste Leben.
Knapp 500 der Höhlen sind mehr oder weniger gut erhalten. Sie waren im Grunde lange Zeit vergessen, nur wenige Menschen waren da und das hiesige Wüstenklima konserviert ganz gut.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entdeckte ein Mönch eine vermauerte Tür und fand dahinter in einem kleinen Raum eine riesige Sammlung an Schriften. Das hat er den Behörden gemeldet, aber die waren noch nicht für archäologische Dinge sensibilisiert. Schließlich erfuhr ein Brite davon und witterte ein gutes Geschäft. Nach und nach hat er dem Mönch große Teile dieser Schriften abgeschwatzt. Diese Dinge sind jetzt im British Museum. Später kam auch noch ein Franzose dazu, andere Teile sind in Berlin und Russland gelandet. Aber die Höhlen und ihre Bemalung sind noch da.
Die ältesten Höhlen stammen aus der Mitte des 4 Jhdt. Bis ins 14 Jhdt. wurden Höhlen errichtet.
In unserem Reiseführer stand, dass man keine Rucksäcke und auch keine Kameras zu unserer heutigen Attraktion mitbringen darf. Vorgestern bin ich auch wegen meiner Kamera nicht in ein Museum hineingekommen, ich hätte sie in ein Schließfach tun müssen und an dem elektronischen Verschluss bin ich gescheitert. Deshalb haben wir vorsorglich alles im Hotel gelassen.
Das Einlösen des Tickets war kein Problem. Am Automaten ging es nicht, dazu hätte man einen chinesischen Ausweis gebraucht, aber am Schalter ging es ganz schnell. Wieder wurde unser Pass elektronisch ausgelesen und das Ticket gedruckt. Der Pass und bei den Chinesen der Personalausweis dient hier überall als Eintrittskarte.
Nach der Ticketkontrolle kamen wir in einen breiten Gang und standen am Ende einer Schlange. Dann kam eine Mitarbeiterin vorbei und brachte uns je einen Kopfhörer und ein kleines Gerät. Damit konnten wir später Dinge in Englisch und Hea-Jee sogar in Nord-Koreanisch hören.
Nach einiger Zeit ging es dann in einen großen Kinosaal. Wir waren ein paar hundert Menschen. Dort gab es einen Film, der die geschichtliche Situation zur Zeit der Errichtung der ersten Höhlen beschrieb. Das dauerte etwa 10 Minuten.
Wir verließen den Saal nach oben und kamen in einen zweiten Kinosaal mit einer Spezialprojektion. Wir saßen quasi im Inneren eines riesigen Eies. Man konnte nach vorn schauen, noch oben und rechts und links bis zur Höhe der Stuhlreihen. Dort wurde in einem Film das Innere der Höhlen gezeigt und erklärt. Sehr eindrucksvoll.
Anschließend wurden wir zu Bussen geleitet, die uns zu der eigentlich Höhlenanlage bringen sollten. Das war in etwa 10km Entfernung. Die Busse wurden komplett gefüllt, erst dann fuhr der nächste Bus vor. Auf der Straße konnte ich vor uns zwei weitere Busse sehen. Dieser ganze Ablauf läuft kontinuierlich, wie am Fließband.
Aus den zwei Bussen vor uns und den 50 Personen in unserem Bus kann man berechnen, wie viele Menschen an diesem Tag die Höhlen besichtigen. Ich komme auf etwa 25000. Bei Google habe ich jetzt gefunden, dass es in den ersten 7 Monaten im Schnitt knapp 20000 pro Tag sind. Neuschwanstein ist klein dagegen. Hier im Pinguin habe ich einen anderen Bericht gesehen vom November letzten Jahres. Da konnten sie an dem zentralen Platz ein Foto schießen, auf dem keine Menschenmassen zu sehen sind. Winter ist also eine gute Besuchszeit. Es war aber perfekt durchorganisiert und lief ganz gut und es ist auch deutlich größer, als Neuschwanstein.
Wir wurden schließlich mit ein paar anderen Westlern zu einer Gruppe mit englischsprachigem Guide zusammengefasst. Wir waren etwa 10 Leute, die Chinesen haben eher 30 Leute in einer Gruppe.
Der Guide führte uns nacheinander zu 8 Höhlen, öffnete sie (die sind immer abgeschlossen), ließ uns hinein und gab ein paar Erklärungen. Dann ging es schon weiter. Es war dicht getaktet. Die Höhlen sind innen unbeleuchtet, es fällt nur wenig Licht von der Tür her hinein. Deshalb hat der Guide eine Taschenlampe und beleuchtet immer den Teil, den er gerade erklärt. Fotografieren ist hier streng verboten und würde ohne Licht auch nicht gehen.
Ein besonderes Highlight war der größte eingehauste Buddha der Welt. Es gibt ja so viele größte Buddhas der Welt! Er war zum Teil aus dem Fels herausgehauen, dann mit Lehm aufmodelliert und schließlich bemalt. In 2m Abstand vor ihm war eine Pagodenwand gebaut. Dies ist auch von außen quasi das Gesicht der Anlage. Wir standen unten und mussten fast senkrecht nach oben schauen. Da dies eine der Hauptattraktionen ist, kommen hier alle Besucher lang und es bleibt jedem vielleicht eine Minute zur Betrachtung.
Danach gab es noch ein Museum mit vielen Informationen, aber wir waren schon ziemlich erfüllt und sind nur durchgeschlendert. Dort haben sie 8 Höhlen sehr detailiert nachgebaut. Daher sind die Fotos.
Ursprünglich hatten wir gedacht, dass wir abends noch was anderes unternehmen, aber es hat uns gereicht. Zum Abendessen gab es Spagetti mit Tomatensoße, aber die Spaghetti waren handgezogen.
Ich muss aber noch eine Bemerkung zum Ort und zum Verkehr hier loswerden. Der Ort scheint wohlhabender zu sein, als unsere bisherigen Orte. Es sah alles besser und schöner aus. Vor unserem Hotel verlief eine vierspurige Straße mit nicht sehr breiten Fahrspuren, und auch nicht mit sehr viel Verkehr. Es ist keine Ausfallstraße, dort wird schneller gefahren und die Spuren sind breiter.
Neben der Straße verlief ein etwa 10m breiter Fußgängerstreifen. Hier fühlte man sich überhaupt nicht eingeengt und dann fiel mir etwas auf: Es war so ruhig - neben einer vierspurigen Straße! Man konnte die anderen Menschen hören, wie sie sich unterhielten, obwohl sie 10m entfernt waren.
Die Autos fahren hier höchstens Tempo 30, meist wohl langsamer. Sie fahren auch sehr entspannt, man merkt wenig Aggressivität. Bei der Geschwindigkeit sind sogar moderne Verbrennerautos sehr leise (die auch hier noch die Mehrheit stellen). Es sind die Rollgeräusche, die die Autos so laut machen. Die vielen vielen Kleinmotorräder sind alle elektrisch und sowieso fast unhörbar. Die E-Autos werden unsere Städte in Deutschland nicht leiser und freundlicher machen, es geht nur mit einer deutlichen Geschwindigkeitsreduktion.Baca lagi
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- Hari 57
- Khamis, 21 Ogos 2025
- ☀️ 28 °C
- Altitud: 1,150 m
ChinaDunhuang40°8’4” N 94°39’39” E
Tag 57 - Fahrt nach Dunhuang
21 Ogos, China ⋅ ☀️ 28 °C
Arnd:
Korrekturen:
- Der dünne Kaffee war wohl ein Fehler der Maschine, vielleicht war das Kaffeepulver ausgegangen, ohne dass die Maschine das bemerkt hat. Jedenfalls war der Kaffee heute etwas stärker. Aber immer noch dünn, mit etwas Milch o.ä. und gesüßt. Hea-Jee hatte aber auch einen Trick gefunden. Die Maschine spült wohl vor und nach jedem Bezug Wasser durch die Düsen und wenn man dabei noch seine Tasse drunter stehen hat, dann wird der Kaffe halt dünner. Und bei dem rosa Tee hatte ich die chinesische Beschriftung nicht ganz gelesen, sie hieß Milchtee.
- Außerdem gab es an den Sitzplätzen im Zug doch Tische. Die waren nur nicht am Vordersitz festgemacht, sondern steckten in der Armlehne. Und das lag wohl an der ersten Klasse, denn da sind die Abstände zu den Vordersitzen zu groß.
Heute stand die Fahrt zu unserem nächsten Ziel an, Dunhuang. Der Weg dahin hat etwa 900km, davon 150km per Kleinbus. Luftlinie sind es vielleicht 600 - 700km, die wir dadurch näher an unser Ziel kommen. Wir fahren mit demselben Zug weiter, mit dem wir nach Turpan gekommen sind, auch diesmal erste Klasse. Fahrtzeit knapp 5 Std. Es gab nur zwei Zwischenhalte und der Zug fuhr praktisch durchgehend seine Höchstgeschwindigkeit von 195km/h.
Der Weg führte die meiste Zeit durch eine sandige Wüstenlandschaft. Oben auf dem Sand lagen dunkelgraue Steine, so dass der Boden ziemlich dunkel aussah. Wir kamen vorbei an riesigen Solaranlagen und absolut gigantischen Windkraftfeldern. Neben unserer Bahnstrecke verlief mit Abstand eine zweite Bahnstrecke, auf der vor allem Güterzüge zu sehen waren. Das hier ist die neue Seidenstraße. Manchmal sah man aber nichts, weil endlose Schutzwände neben der Strecke waren. Keine Ahnung, wofür die da sind, denn manchmal konnte man erahnen, was dahinter war und das war allzuoft nur Wüste. Zwischendurch wurde es auch mal grün und wir dachten schon, die Wüste sei jetzt zu Ende und wir kommen langsam nach Zentralchina. Aber kurz darauf war es wieder Wüste.
Dunhuang hat zwar einen Bahnhof, aber aus unserer Richtung ist der nur umständlich zu erreichen. Wir sind deshalb in Liuyuan ausgestiegen, das ist quasi Dunhuang Nord und nur etwa 180km von der Stadtmitte entfernt. Unsere Hochgeschwindigkeits Eisenbahnlinie ist recht neu und konnte deshalb nicht durch die jeweiligen Städte hindurchgelegt werden. Die Bahnhöfe sind immer mehr oder weniger am Stadtrand. Gestern waren es 25km zur Stadtmitte.
Die große Entfernung war uns aber nicht ganz geheuer, was wenn wir keinen Transport finden? Übers Internet was buchen ging hier nicht. Ich hatte aber glaubhafte Aussagen gefunden, dass es einen Bus gibt und zur Not kann man auch Taxi fahren.
Wir kommen also aus dem Bahnhof und sehen alle Leute nach rechts laufen. Vor uns standen zwei Polizisten ins Gespräch vertieft. Die hat Hea-Jee einfach nach dem Bus gefragt. Einer von beiden strahlte und nahm uns gleich mit in die Richtung, die auch die anderen Leute gegangen waren. Er konnte ein paar Worte Englisch. Die Fahrt kostet 40 Yuan, etwa 4,50€. An der Sperre angelangt, wo man auf den Vorplatz kommt wurde man quasi mitgerissen zu den verschiedenen Kleinbus- und Taxifahrern. Unser Polizist blockte das alles ab und übergab uns einem bestimmten Anbieter. Keine Ahnung, warum der. Leider fuhr er als letztes los, erst als sein Bus komplett voll war und er war wohl der am wenigsten erfolgreiche Einsammler. Aber wir haben ja Zeit.
Unser Fahrer, nein, es war sein Gehilfe, sammelte weitere Leute ein. Eine junge Chinesin mit orangefarbenen Haaren stieg erst ein, dann aber schimpfend wieder aus. Später kam sie doch wieder rein und saß hinter uns. Mit uns kam noch ein einzelreisender junger Mann aus Polen, mit dem wir uns über Reisethemen austauschten. Zum Glück! Von ihm erfuhren wir, dass man unser Ziel für morgen vorab buchen muss. Am selben Tag bekommt man keine Tickets. Das hatte ich schon für den Kaiserlichen Palast in Peking so gehört, aber Dunhuang?
Ok, ich habe gleich mein trip.com gezückt und danach gesucht und es auch gefunden. 30€ pro Kopf! Uns bringt das nicht um, aber für hiesige Verhältnisse ist das astronomisch teuer. Damit habe ich jetzt einen Anspruch auf ein Ticket gekauft und das muss ich morgen noch in ein Papierticket umwechseln, angeblich an einem Automaten. Hoffentlich klappt das.
Nach einiger Zeit meldete sich die orangehaarige Chinesin mit gutem Englisch und bat ihre Hilfe an. Sie konnte uns auch einiges erzählen. Vor allem hat sie sich aber mit dem Polen über Reiseziele in China ausgetauscht. In ihrem Herkunfstort gibt es auch so eine top Sehenswürdigkeit, die größte Buddhastatue der Welt. Sie meinte, die Leute, die da leben, gehen nie zu diesem Buddha, es ist ihnen viel zu teuer.
Wir wurden beim Nachtmarkt rausgelassen. Das war etwas über einen Kilometer von unserem Hotel entfernt. Ich zücke mein Smartphone und bitte Didi um ein Taxi, und dann passierte … nichts. Sonst dauert es immer nur Sekunden und man hat einen Fahrer. Wir haben dann noch eine teurere Option zugelassen, aber auch das hat nicht geholfen. Mein Vertrauen in Didi ist gebrochen. Wir sind dann zu Fuß gelaufen, zum Glück war es von der Temperatur her angenehm.Baca lagi
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- Hari 56
- Rabu, 20 Ogos 2025
- ☀️ 36 °C
- Altitud: 62 m
ChinaTurpan42°57’9” N 89°3’43” E
Tag 56 - Turpan
20 Ogos, China ⋅ ☀️ 36 °C
Arnd:
Wir sind von einer für Touristen ungewöhnlichen Seite her nach China eingereist und haben jetzt die Möglichkeit, ein paar Dinge zu sehen, die nur wenige westliche Touristen zu sehen bekommen. Wir haben aber bemerkt, das wir uns doch etwas beschränken müssen. Zum einen wollen wir ja irgendwann in Korea ankommen, und sind so langsam auch müde, und zum anderen sind wir in unserem Alter auch nicht mehr so fit, dass wir bei 36°C ein längeres Tagesprogramm abspulen wollen.
Wir hatten ja erst die Idee, eine zehntägige geführte Reise durch Xinjiang zu machen und hatten die auch schon gebucht. Leider kamen wohl nicht genügend Teilnehmer zusammen, so dass der Veranstalter das abgesagt hat. Jetzt bekommen wir einiges weniger zu sehen, dafür aber in unserem Tempo.
Heute also Turpan. Man könnte hier durchaus mehrere Tage bleiben, aber da wir ja irgendwann ankommen wollen und da es hier derzeit doch sehr heiß ist, haben wir uns auf einen Tag beschränkt. Und wegen der Hitze haben wir uns auf eine Sehenswürdigkeit beschränkt, die Ruinenstadt Jiaohe.
Der Tag begann aber erstmal mit einem chinesischen Frühstück im Hotel. Bei einem neuen Hotel gehen wir erstmal an der langen Reihe an Angeboten entlang und suchen uns was aus. Mit Freude sah ich am Ende einen Getränkeautomaten, auf dem was von Kaffee stand. Das Ergebnis kann man auf dem Foto sehen, es war eher ein leicht gesüßter dünner Tee mit dezentem Kaffeegeschmack. Ich vermute, dass das den chinesischen Frühstücksgeschmack gut trifft. Hea-Jee hatte noch mehr Glück, ihr rosa Gebräu kam aus dem Automaten, wenn man auf „heißen Tee“ gedrückt hat.
Das gar nicht chinesisch aussehende Stück Fladenbrot musste ich natürlich probieren, weil wir am Abend vorher einen jungen Mann beobachtet hatten, der solche Brote in einem Tandir-artigen Ofen gebacken hat. Ansonsten sieht das Frühstück auf dem Foto durchaus ansprechend und vor allem auch gesund aus. Aber irgendwie empfinde ich das morgens als ein bisschen freudlos.
Anschließend haben wir uns auf den Weg zu unserer Tagesattraktion gemacht, ein Didi hat uns hingebracht. Dort haben zwei kleine parallele Flüsschen je eine tiefe Schlucht mit 30m hohen Steilwänden in den Boden gegraben und sich dann vereinigt. So entstand ein Hochplateau von 300m Breite und 1,7km Länge, ideal zu verteidigen. 108 BC war sie schon Hauptstadt eines Reiches hier. Wie lange das vorher schon bestand, ist nirgends angegeben. Ungefähr um die Zeit begann auch der Fernhandel mit China und die Seidenstraße führte durch diese Gegend. Die Gebäude waren aus Lehm gebaut. Für lange Zeit nicht aus Ziegeln, sondern aus rohem in dünnen Schichten aufgeschichteten Lehm. Es gab aber auch ein paar Gebäude mit Ziegelwänden. Die Stadt bestand bis ins 13. Jhdt., wo sie von den Mongolen unter Dschingis Khan zerstört worden ist und von den Bewohnern aufgegeben wurde. Normalerweise wären die Lehmgebäude wohl bald völlig zerfallen, aber in dem trockenen Wüstenklima hier haben sie sich einigermaßen erhalten.
Lange Zeit war die vorherrschende Religion hier der Buddhismus. Entsprechende Gebäude gab es. In einem Nebental gab es aber auch noch buddhistische Höhlen in einer Steilwand. Solche Höhlen sind in China weit verbreitet.
Das Tourist Office lag etwas entfernt von dem Felsplateau, wir wurden von dort mit offenen Elektrokleinbussen zu den verschiedenen Attraktionen gefahren. Die erste empfand ich als eine Art Disneyland, in dem in einer Lehmbaukulisse verschiedene Aspekte des Lebens der Menschen in der Geschichte Xinjiangs dargestellt wurden. Als dann aber auf einer Tafel stand, dass hier unter anderem traditionell auch Mais angebaut wurde und das die Uigurische Küche traditionell viel Tomaten verwendet, war mein Interesse weg. Beide stammen aus Südamerika und kamen in der Folge von Kolumbus erst nach Europa und mussten dann noch ihren Weg hierher finden. Das mag für die letzten zweihundert Jahre stimmen, ich war aber hier wegen einer zweitausend Jahre alten Stadt. Eines der Fotos zeigt aus dieser Ausstellung einen Nudelmacher.
Draußen wurde es immer wärmer und wir sind dann so schnell wie möglich zum Haupthema, der Ruinenstadt, weitergefahren. Dort waren wir weitgehend ohne Schatten unterwegs, haben es aber bis zum Ende geschafft. Herausragendes zu zeigen gab es aber nicht. An einer Stelle konnte man auf der anderen Seite der Schlucht gut belüftete Quader stehen sehen. Wir vermuten, das darin Rosinen getrocknet werden.
Anschließend schnell wieder ins Hotel, wo wir uns mit den letzten Resten von auf dem Markt in Almaty gekauften Nüssen gestärkt haben. Darunter ein paar Macadamia. Die Schale war vom Händler schon angesägt. Beim Kauf bekam Hea-Jee dann dieses Metallteil, mit dem man die Schale spalten kann. Wir kannten Macadamia bisher nur als gesalzenen Snack. Roh schmecken sie auch sehr angenehm.Baca lagi
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- Hari 55
- Selasa, 19 Ogos 2025
- ☁️ 34 °C
- Altitud: 18 m
ChinaTurpan42°56’19” N 89°10’35” E
Tag 55 - Fahrt nach Turpan
19 Ogos, China ⋅ ☁️ 34 °C
Nur Arnd:
Wir fahren heute in die Turpansenke. Das ist ist ein kleineres rundes Tal mit einer Wüste und es ist einer der heißesten Orte in China. Seine Höhe ist unterhalb des Meeresspiegels. Bei der Abfahrt in Urumqi hatten wir 17°C und hatten uns tatsächlich etwas wärmer angezogen. In Turpan werden es 31°C sein, gestern waren es dort 41°C und morgen 36°. Da es in China aber eine einheitliche Zeit gibt, ist unsere Zeit hier etwa 2-3 Stunden verschoben. Wenn wir morgens um 8:00 aufstehen ist es astronomisch eigentlich erst 5:30. Für die Hitze am Tag bedeutet das, dass die heißeste Zeit in den frühen Abendstunden ist.
In Turpan werden Trauben angebaut und überwiegend zu Rosinen verarbeitet. In der Stadt gibt es eine Fußgängerstraße, wo auf über einem Kilometer Länge über der Straße eine Pergola mit Trauben angebracht ist. Daneben gibt es Angebote für Sport im Freien, wo etliche Menschen Tischtennis oder Federball spielten. Schön zum bummeln. An einer Stelle gab es kleine Verkaufsstände und dort haben wir von einer alten Frau Trauben gekauft. Interessant war die Form der Trauben, sie sahen eher wie eine kurze Wurst aus, schmeckten aber ganz normal.
Eisenbahn
Am Eingang des Bahnhofs in Urumqi begrüßte uns eine aufwändige Sicherheitskontrolle. Danach eine gigantische Bahnhofshalle mit tausenden von Menschen auf riesigen Flächen von Sitzplätzen. In einer Ecke haben sogar einige auf dem Boden geschlafen. Jeder Bahnsteig hat ein Gate, wie im Flughafen. An unserem Gate gab es bereits eine Stunde vor Abfahrt des Zuges eine Schlange. Dort gibt es eine „Fahrkartenkontrolle“, tatsächlich wird der Pass kontrolliert. Beim Fahrkartenkauf muss man seine Passdaten angeben.
Chinesen drängeln äußerst unverschämt, sogar Hea-Jee hat sich geärgert und dezent gemeckert - äußerst ungewöhnlich. Spielt aber keine Rolle, wir hatten ja Platzkarten.
Wenn das Gate geöffnet ist können die meisten Chinesen die Schranke am Gate mit ihrem Personalausweis passieren. Für uns und andere Spezialfälle gibt es eine Aufsichtsperson, die eine Handkontrolle macht. Aber auch da wird unser Pass elektronisch ausgelesen und eine grüne Lampe geht an. Vorher gab sie aber eine 5 minütige Ansage über Lautsprecher an die Menge. Hea-Jee hat versucht, das mit ihrem Übersetzungsprogramm zu verstehen, das übersetzt in Echtzeit. Leider kam dabei wohl überwiegend ein ziemlicher Quatsch raus. Aber diese lange Ansage ist vermutlich ein Standardtext und also nicht wichtig.
Nach der Kontrolle geht man die Treppe bzw. Rolltreppe zum Bahnsteig runter und sucht sich seinen Platz. Wir hatten diesmal erste Klasse, weil die zweite Klasse schon ausverkauft war, als wir die Fahrkarte gekauft haben.
Man fragt sich, warum in der Bahnhofshalle so unglaublich viele Menschen sind. Dieses ganze Prozedere verursacht natürlich einen massiven Rückstau. Bei uns kommen die Zuggäste kurz vor Abfahrt des Zuges, hier müssen sie mindestens eine halbe Stunde vorher da sein, die meisten kommen deutlich früher. Wenn der Zug noch nicht da ist, warten bei uns die Menschen im Stehen auf dem Bahnsteig und da ist genug Platz. Hier müssen sie in der Bahnhofshalle warten.
Unser Zug war ein Hochgeschwindigkeitszug. Die chinesischen Hochgeschwindigkeitszüge waren lange Lizenzbauten von japanischen und europäischen Zügen. Unserer hatte wohl eher eine europäische Abstammung, denn so manches kam mir allzu vertraut vor, z.B. der Ton beim Schließen der Tür, oder die Form des Waschbeckens in der Toilette. Seltsamerweise gibt es keine Klapptische an den Sitzen, ich musste meinen Rechner auf die Oberschenkel legen. Aber es gibt heißes Wasser! Wir hatten nur keine Cupnudeln dabei.
Leider hatten wir einen Fensterpfeiler an unserer Sitzstelle und der Fahrgast hinter uns hat auch sofort die Fensterverdunkelung runtergezogen. Wir konnten deshalb draußen nichts sehen. Was wir durch das Fenster beim Vordersitz sehen konnten war aber sowieso eine endlose Abfolge von Lärmschutzwänden.
Verkehr
In Turpan war eine Sache auffälliger, als in der Millionenstadt Urumqi: Sehr viele Menschen hier bewegen sich mit Minimotorädern umher. Die haben das Fahrrad ersetzt. Die Straßen hier sind auch wieder sehr breit und deshalb sind die Entfernungen auch oft wieder zu groß zum zu Fuß gehen. Man braucht ein etwas schnelleres Verkehrsmittel und da haben sich diese kleinen nicht sehr schnellen elektrischen Motorräder durchgesetzt. Ich vermute, die darf man schon mit 14 oder 15 fahren, auch Omas sieht man damit und sehr oft sitzen auch zwei Leute drauf. Der Beifahrer ist meist ganz entspannt und streckt die Beine irgendwo hin. Bei dem geringen Tempo ist das nicht gefährlich, ich vermute, die sind auf 20km/h limitiert.
An größeren Straßen gibt es oft einen „Fahrradweg“, jedenfalls steht da das entsprechende Verkehrszeichen. Aber es fahren nur diese Roller. Wenn es keinen Fahrradweg gibt, dann fahren sie oft auf dem Fußweg, was wohl nicht nur erlaubt ist, sondern so vorgesehen. Hea-Jee und ich finden das leicht bedrohlich. Auf die Straße und die Autos stören sollen sie wohl nicht.
In Turpan schätze ich, dass diese Motorräder deutlich mehr Menschen transportieren, als die Autos, die aber natürlich den größeren Teil der Straße bekommen haben.
Als wir an einem Laden vorbeikamen, wo sie verkauft wurden, hat Hea-Jee mal nach dem Preis gefragt. Die größeren, die schon wie kleine Vespas aussahen, lagen so um die 500€. Da sie alle ausnahmslos elektrisch sind, ist es auf den Straßen hier nicht laut - sehr angenehm.
Abendessen
Zum Abendessen sind wir eine Straße mit vielen Restaurants rauf und runter gelaufen und haben was gesucht, worauf wir Lust haben. Die Bevölkerung hier ist überwiegend Uigurisch und das Essen ist eine Mischung aus chinesisch und zentralasiatisch. Fleisch dominiert und es ist auch scharf.
Wir waren auf der Suche nach etwas milderen Dingen und sind schließlich in einem Restaurant mit Laufband gelandet. Wir kennen sowas von Running Sushi Restaurants. Hier bekam man ein Topf mit einer Brühe, wobei es da eine Auswahl gab, die wir nicht verstanden. Dieser Topf wurde auf eine Heizplatte gestellt und nach kurzer Zeit hat es darin gebrodelt. Vom Laufband konnte man sich dann Spießchen mit den verschiedensten Speisen nehmen und in dem Topf garen.
Darunter waren doch etliche, die wir nicht so schätzen, wie z.B. Rindersehnen. Aber hier kann man das ja einfach an sich vorbeifahren lassen und sich was anderes nehmen. Ach ja, Google Translate war im Dauereinsatz, denn die Beschriftung, um was es sich da jeweils handelt, war natürlich nur chinesisch. Nur aufs Aussehen wollten wir uns dann doch nicht verlassen. Am Ende waren wir gut gesättigt und sehr erfreut über unser Essen. Endlich war es mal wieder gemüsedominiert.Baca lagi
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- Kongsi
- Hari 54
- Isnin, 18 Ogos 2025
- ☁️ 25 °C
- Altitud: 969 m
ChinaUrumtschi43°47’7” N 87°35’24” E
Tag 54 - Siteseeing Urumqi
18 Ogos, China ⋅ ☁️ 25 °C
Arnd:
Hea-Jee hatte gestern eine Bäckerei gesehen und hat vorgeschlagen, dort zu frühstücken. Ich hatte da einen Tisch mit zwei Stühlen gesehen. Außerdem stand auf einem Schild was von Kaffee. Als wir kurz nach der Ladenöffnung um 9:30 da waren, stellte sich heraus, dass es keinen Kaffee gab und der Tisch stand direkt vor einer Theke, dort konnten wir nicht sitzen. Doch im Hotel frühstücken ging nicht mehr, dafür war es zu spät. Also kauften wir ein paar Dinge und zwei kleine Flaschen Saft und gingen damit zurück ins Hotel zum frühstücken.
Danach wollten wir in das Xinjiangmuseum. Wir hatten zwar etwas Bedenken, weil das natürlich staatlich kontrolliert ist und vermutlich die Geschichte etwas einseitig darstellt. Aber die Geschichte ist lang und es sollte doch interessante Objekte geben.
Leider war das Museum geschlossen - etwa wegen Montag? Da sind in Deutschland die meisten Museen geschlossen.
Die zwei anderen wichtigen Sehenswürdigkeiten hier sind ein roter Berg mit einem Park und einer Pagode oben drauf und der große Basar.
Wir sind zuerst zum roten Berg gefahren und waren länger dort, weil es schön und angenehm war. Auf den Berg kam man über eine längere breite gerade Treppe. Das habe ich immer wieder in Filmen über Asien gesehen. Wahrscheinlich soll es einem die eigene Unwichtigkeit zeigen.
Die Pagode oben hatte mehrere Stockwerke und man konnte innen hochsteigen. Im ersten Stock gab es ein Stadtmodell aus dem Jahr 1947 und war deshalb wohl eine Hinterlassenschaft der Russen, die seit 1876 bis 1949 einen größeren Einfluss in der Region hatten. Die Gebäude waren einstöckige Baracken, die zu keinen Gruppen gruppiert waren.
Im zweiten Stock gab es ein Stadtmodell aus neuerer Zeit. Alle Hochhäuser waren liebevoll nachgebildet. Wir hatten schon zweistöckige Straßen gesehen. Auf diesem Modell sah man, dass das quasi ein große Ringstraße mit ein paar Abzweigungen ist. Es ist nicht schön, aber die Stadt als Ganzes ist sowieso nicht schön. Nur aus der Ferne, oben von der Pagode, hat es eine Großstadt-Hochhausästhetik.
An den Wänden hingen sehr schöne Fotos aus der Stadt und der Landschaft in der weiteren Gegend. Von oben hatte man eine schöne Aussicht über die Stadt und ich konnte etliche Fotos schießen.
Danach sind wir zum Basar gefahren, und zwar zuerst zum Food Court. Dort gab es viele Stände mit Speisen aus Xinjiang, fast alles Fleisch. Unter einem großen Dach daneben gab es viele Tische. Man holt sich was von den Ständen und setzt sich irgendwo hin.
Wir haben erst Nudeln mit Soße gegessen. Nudeln sind auch eine Spezialität hier. Die ältesten archäologischen Funde weltweit, die auf Nudeln hindeuten, stammen aus dieser Gegend!
Neben uns war ein Stand, der gegrillten Fisch anbot. Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um Süßwasserfische handelt, denn in dieser Gegend hier liegt der Eurasische Pol der Unzugänglichkeit, was heißt, dass wir weiter vom Meer entfernt sind, als irgendein anderer Ort der Erde.
Jedenfalls hat meine Frau, die aus dem Land kommt, wo man weltweit mit am meisten Fisch isst, Lust auf Fisch bekommen und hat uns eine Portion geholt. Die fehlende Salzigkeit deutete stark auf die Theorie mit den Süßwasserfischen.
Danach sind wir noch etwas über den Basar geschlendert. Der hatte aber nichts mehr von den Basaren im Orient. Es war eine Ansammlung von Shops, die uninteressantes Zeug verkaufen.
Trotzdem, mal wieder ein Tag wo wir was zu sehen hatten.
Hea-Jee:
Der Park am Roten Berg war sehr erfrischend. Er ist liebevoll angelegt. Wir sind viel gelaufen, haben uns vieles angeschaut und dabei auch eine ausgiebige Pause bei einem Latte genossen.
Da wir im Moment die gleichen Anregungen von der Reise haben – und zwar in großer Fülle –, hatten wir uns viel zu erzählen. Wir haben uns intensiv unterhalten, unsere Gedanken gegenseitig geprüft, bestätigt oder auch korrigieren lassen. Während der Reise entdecke ich mehr Gemeinsamkeiten mit Arnd als Unterschiede.
Das war in letzter Zeit anders: Wir haben sehr unterschiedliche Interessen, und jeder ging seinen eigenen Beschäftigungen nach. Beim Essen trafen wir uns und unterhielten uns – oft eher wie in einem gegenseitigen Vortrag: Einer erzählte, der andere bemühte sich zuzuhören, obwohl es ihn eigentlich gar nicht interessierte.
Als wir noch gearbeitet haben, brachten wir zumindest Anregungen aus der Arbeitswelt mit, und unsere Gespräche waren dadurch interessanter. Jetzt, wo wir beide im Ruhestand sind, sehnte ich mich nach einem wirklichen Gesprächspartner. Ganz bestimmt ging es Arnd auch so. Diese Reise tut uns bestimmt sehr gut.
Das Areal um den Großen Basar ist verkehrsberuhigt. Es ist voller Leben und Menschen. Viele junge Leute in Tracht übten dort Tanzschritte – wahrscheinlich, um am Abend eine Straßentanz-Aufführung zu geben. Ich habe gehört, dass die Stimmung hier in der Fußgängerzone nachts sehr ausgelassen und lebensfroh ist. Leider hatte ich Bauchschmerzen, und so gingen wir schon ins Hotel zurück, kurz bevor die Sonne unterging.Baca lagi

PengembaraSchön, dass ihr in China angekommen seid. Ich lese gerade ein Buch, The longest way. Der Auto läuft von Beijing bis Ürümqi, 4646km. Ich war froh, dass ich den gleichen Ortsname gelesen habe. Wünsche euch weiter gute Reise ~
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- Hari 53
- Ahad, 17 Ogos 2025
- ☁️ 24 °C
- Altitud: 969 m
ChinaUrumtschi43°47’7” N 87°35’24” E
Tag 53 - Ankunft Urumqi
17 Ogos, China ⋅ ☁️ 24 °C
Hea-Jee:
Um sechs Uhr früh kamen wir in Urumqi an. Zum Glück hatte Arnd ein Hotel gebucht, in dem man 24-Stunden-Check-in hat. So konnten wir direkt ein Taxi nehmen, einchecken und sogar noch das Frühstück bekommen. Ich war Arnd in diesem Moment sehr dankbar – so vorausschauend und umsichtig!
Unser Hotel war in mancher Hinsicht seltsam. Erstens gab es kein WLAN für Gäste ohne chinesische Telefonnummer. Also hatten wir kein WLAN. Zweitens standen im Zimmer zwei Doppelbetten. Also machten wir es uns richtig breit.
Den ganzen Tag verbrachten wir im Zimmer: ein bisschen schlafen, ein bisschen Reisepläne schmieden. Am Abend gingen wir in die Stadt, schauten uns Einkaufszentren, Supermärkte und die Menschen an. Irgendwie fühlte ich mich ihnen nah. Die Atmosphäre wirkte lebendig und freundlich. Und die Preise waren unglaublich niedrig: Eine Schüssel handgezogener Nudeln, die in München im Uiguren-Restaurant am Isartor sicher 17 Euro kosten würde, aßen wir hier für nur 1,70 Euro.
Arnd:
Ein paar allgemeine Bemerkungen zu unserem Start ins Chinaabenteuer:
Wie Hea-Jee schon geschrieben hat, hatte und habe ich immer noch ziemlichen Respekt vor der Reise durch China. Natürlich auch große Neugier. Nun sind wir also endlich da und das Abenteuer kann losgehen.
Es begann schon mal mit einem Problem. Ich hatte noch in Almaty eine eSIM für China gekauft und wollte die in der Grenzstadt Dostyk aktivieren. Dort war aber das Netzwerk so schlecht, dass das nicht geklappt hat. Wir sind also ohne Internetverbindung nach China eingereist.
Zum Aktivieren brauchte ich jetzt ein WLAN. Der Busbahnhof in der chinesischen Grenzstadt Alashankou war zwar ein stattlicher Bau, aber vollkommen tote Hose. Zum Glück war das Hotel nur 1,4km entfernt, so dass wir das zu Fuß laufen konnten, wobei ich leider erstmal in die falsche Richtung losgelaufen bin, so daß es noch etwas länger wurde.
Ab dem Hotel hat das Internet dann aber geklappt. Der nächste große Schritt ist das Bezahlen. Wir hätten eigentlich auch gern irgendwo Bargeld eingetauscht, aber an dieser Grenze gab es nirgendwo eine Geldwechselstube. Das ist verständlich, denn sehr viel Verkehr ist an dieser Grenze nicht und zum anderen ist China ein weitgehend bargeldloses Land. Bargeld ist fast immer nur eine Notlösung. Und deshalb wird ein Bargeldwechsel auch nicht wirklich gebraucht.
Statt dessen braucht man als Ausländer zwei Apps auf dem Smartphone, mit denen man überall bezahlen kann und die das Geld dann von einer Kreditkarte abbuchen. Die eine heißt Alipay, die andere WeChat Pay. Alle Leute, die schonmal hier waren, berichten, dass das ganz gut funktioniert. Das Problem liegt aber beim Anmelden. Das beinhaltet eine Reihe von Schritten und man bekommt nicht am Ende eine Nachricht, dass jetzt alles ok ist und das Bezahlen funktionieren wird. Beim ersten Mal bezahlen weiß man einfach nicht, ob es klappen wird. Und man weiß auch nicht, wie man das macht. Ok, da hätte ich vorher mehr Youtube schauen sollen.
Wir hatten also kein Bargeld als Notlösung und mussten herausfinden, ob das Bezahlen wirklich funktioniert. Das sollte man dann besser nicht mit einer Dienstleistung ausprobieren, wo man im Nachhinein bezahlt, wie z.B. Taxi fahren oder im Restaurant essen. Wenn es dann nicht klappt, hat man ein Problem. Auch deshalb sind wir zu Fuß vom Busbahnhof zum Hotel gelaufen. Zum Glück gab es in unserem Hotel einen Laden, wo man was kaufen konnte. Wenn das Bezahlen dann nicht klappt, kann man die Ware wieder ins Regal zurückstellen. Aber es hat geklappt.
Der nächste Schritt war Taxi fahren. Dafür gibt es in China einen ähnlichen Dienst wie Yandex in Zentralasien, über den wir schon geschrieben haben, oder auch Uber aus den USA. Der chinesische Dienst heißt Didi. Die Didi App gibt es auch innerhalb von Alipay und da Alipay jetzt ja schon erprobt war, sollte bezahlen im Taxi auch klappen. Wir haben das aber erst in Urumqi ausprobiert, wo wir eine längere Strecke vom Bahnhof zum Hotel hatten. Auch das hat geklappt. Didi funktioniert sehr ähnlich wie Yandex, wir fühlten uns also gleich sicher. Den Fahrer bewerten und ihm ein Trinkgeld geben gibt es bei Didi aber nicht. Trinkgelder sind hier nicht so üblich, was mich sehr froh macht, weil Trinkgelder für Touristen eine weitere komplizierte Sache sind.
Der Bezahlvorgang im Taxi ist aber durchaus bemerkenswert. In China gibt es keine langen Schlangen von wartenden Taxis am Straßenrand, wie in Deutschland. Die haben meist schon ihren nächsten Kunden, wenn man noch gar nicht richtig ausgestiegen ist. Deshalb wollen die gar nicht warten, bis der Bezahlvorgang abgeschlossen ist, sie schmeißen einen einfach raus. Ich stehe dann im Nachgang am Straßenrand und muss noch ein paar Handgriffe am Smartphone machen, bis ich die Bestätigung bekomme, dass das Bezahlen geklappt hat. Ich vermute, dass mir Alypay Ärger machen wird, wenn das Bezahlen mal nicht klappt. Das war bei Yandex einfacher. Die haben einfach selbstständig abgebucht, da musste man nichts mehr machen.
Im nächsten Hotel in Urumqi gab es dann aber ein Problem. Das Hotel selbst buche ich über trip.com, ein chinesisches Unternehmen. Das ist noch eine notwendige App für China, wobei die international unterwegs sind. Bei trip.com kann man Hotels buchen, Flug- und Zugtickets kaufen und noch einiges mehr. Die wickeln die Bezahlung auch über die Kreditkarte ab. Das Hotel bezahle ich vorab, so das es da kein Problem mehr geben kann.
Aber beim Hotel in Urumqi war das Frühstück nicht im Preis inbegriffen und wir mussten es vorab an der Rezeption bezahlen. Und das hat nicht geklappt. Alypay meldete Sicherheitsbedenken. Das ließ sich dann zwar mit Hilfe von Bargeld auflösen, dass wir mittlerweile auch haben, aber es hat mich ziemlich schockiert. Da gibt es also eine Firma, die diese Zahlungen vermittelt und die einfach entscheiden kann, dass das jetzt nicht geht. Du hast zwar Geld, kannst aber jetzt nicht zahlen. Und dann stehst du doof da. Zuhause wäre das nicht so furchteinflößend und es passiert auch schon mal mit der EC-Karte, aber hier kannst du die Sprache nicht. Auch deshalb braucht man wohl zwingend die zweite App WeChat. Aber nicht alle Händler nehmen beide Zahlungsmethoden an. Soviel zum Thema bargeldlose Gesellschaft.
In den Hotels hier gab es am Eingang auch einen Röntgen Gepäckscanner und einen Metalldetektor, ebenso in dem Einkaufszentrum hier und auch in jedem Bahnhof. In dem Museum in das wir heute nicht rein konnten, weil es geschlossen war, hatten sie das auch. Wahrscheinlich ist das dem Xinjiangkonflikt geschuldet. Mal schauen, ob es das in Zentralchina auch gibt.
Das nächste große Problem in China ist die Sprachbarriere. Die Schrift konnten wir auch schon in Georgien (die haben eine eigene Schrift) und Kasachstan (Kyrillisch) nicht lesen. Aber es stand dort doch recht viel auch in Englisch da und meist fand man auch Leute, die etwas Englisch konnten. Das ist hier beides nicht so. Heutzutage gibt es Apps, die Texte übersetzen; die auch mit der Kamera im Smartphone Texte zum Übersetzen erstmal lesen (z.B. eine Speisekarte) und in die man sogar hineinquatschen kann und die das dann übersetzen. Das haben wir vor China schon erprobt gehabt. Es ist sehr umständlich und funktioniert so mäßig. Aber man steht nicht vollkommen hilflos da.
Für diese eher menschlichen Probleme habe ich zum Glück meine Hea-Jee, die da ganz entspannt mit umgeht und die auch verborgene Fähigkeiten besitzt. In der Türkei war sie sehr souverän, weil sie etwas Türkisch kann. Die Türken mochten sie daher sofort und alles andere ließ sich lösen.
Sie hatte mir immer erzählt, dass sie zu einer Generation von Koreanern gehört, die nur sehr wenig Chinesisch in der Schule gelernt hat. Hier nun stellt sich raus, dass da doch etwas hängen geblieben ist. Bei so manchen Schriftzeichen kann sie erraten, was es wohl zu bedeuten hat. Das ist besonders eindrucksvoll, weil die koreanische Version der chinesischen Schriftzeichen komplexer ist, als die hiesigen vereinfachten Zeichen. Wir sind also nicht ganz hilflos, aber einfach ist es trotzdem nicht.
Nach China reisen ist wie auf einem anderen Planeten ankommen. Ich hatte in dem Statusbericht vor ein paar Tagen geschrieben, dass wir durch das Ende der Welt gereist sind. Das passt ganz gut. Wir sind danach in einer anderen Welt angekommen. Zumindest fühlt sich das für mich so an.
Einerseits ist hier vieles ganz ähnlich wie zuhause. Das ist nicht verwunderlich, weil die Chinesen bei ihrer Industrialisierung ja nicht alles neu erfunden haben, sondern das genommen haben, was schon da war und wir haben ihnen ja auch dabei geholfen. Andererseits ist doch alles irgendwie chinesisch.
Wenn ich dies schreibe, sind wir schon den dritten Tag hier und so langsam löst sich die Spannung auf und ich werde wieder sicherer, dass ich das Leben im Griff habe. In den öffentlichen Verkehr haben wir uns aber noch nicht getraut, sondern sind heute viermal Taxi gefahren. Wir wissen einfach noch nicht, wie das geht.
Taxi fahren ist auch hier unglaublich billig. Gut, das Preisniveau ist allgemein sehr niedrig, aber die Taxipreise kann ich mir wieder nicht erklären. Eine Taxifahrt von 5km und etwa 15 Minuten Dauer, die den Fahrer vielleicht 20 Minuten beschäftigt, kostet 1,50€. Und davon bekommt der Fahrer ja nur einen Teil. Nun könnte man denken, dass hier eben alles günstig ist, aber einige Bestandteile der Kosten vor allem des Autos, müssen zu Weltmarktpreisen bezahlt werden.
Das Frühstück ist so eine Sache, wo man als Mensch am wenigsten radikale Änderungen mag. Ich bin zwar was Essen angeht einigermaßen aufgeschlossen, aber beim Frühstück kann das schwer fallen. Das kenne ich schon von Korea und hier ist es auch so. Im ersten Hotel in Alashankou gab es wenigstens noch Kaffee zu trinken, wenn auch dünn und stark vorab gesüßt. Im Hotel in Urumqi gibt es das aber nicht. Wir dachten, die Chinesen trinken dann wenigstens Tee, der kommt ja immerhin von hier. Aber nein, das Getränk zum Frühstück scheint irgendwie nicht wichtig zu sein. Auf Nachfrage konnten sie uns aber eine Kanne Tee machen. Das Essen sieht wesentlich gesünder aus, als unser westliches Frühstück, trotzdem kommt nicht wirklich Freude auf. Hea-Jee hat sich Sorge um mich gemacht, weil ich deutlich weniger gegessen habe, als üblich und hat für den nächsten Tag ein Frühstück in einer nahen „Bäckerei“ vorgeschlagen.
Was die Präsentation des Essens in diesem Hotel angeht, sah das wirklich schön aus. Und noch was: In der Türkei hatte ich ja eine Woche mit Darmproblemen zu tun und habe da geschrieben, dass man als Hoteltourist ziemlich aufgeschmissen ist, weil man die Ernährungsempfehlungen für solche Fälle nicht umsetzen kann. Hier geht das, es gibt immer ein oder zwei Getreidebreie. Dünn, ungesüßt und ungesalzen.
Es gibt Hotels, die auch westliches Frühstück anbieten. Darauf werde ich jetzt wohl achten, aber das macht die Auswahl wieder komplizierter.
Ach ja, da ist ja auch noch das Internet. Wir sind in dem Land mit der großen Firewall. Die Chinesen haben mit Mauern, die fremde Kulturen abwehren, ja ein lange Erfahrung. Im chinesischen Internet sind viele Webseiten nicht erreichbar, unter anderem alle Dienste von Google, an die man so gewöhnt ist. Aber auch andere Seiten, es wirkt etwas zufällig. Der deutsche Computerzeitungsverlag Heise ist geblockt, das Redaktionsnetzwerk Deutschland nicht.
Die chinesische Regierung hat wohl eingesehen, dass man Touristen besser davon ausnehmen sollte. Wir haben für unser Smartphone eSIMs von trip.com gekauft, also von einer chinesischen Firma. Und die haben eine Lösung mit der diese Firewall umgangen wird. Für Technikfans: Man bekommt eine IP-Adresse aus Hongkong und dann lässt die Firewall wohl alles durch. Ausgiebig Youtube schauen will man damit aber nicht, es sei denn, man kauft eine eSIM mit riesigen Datenmengen.
Wenn man aber im Hotel das WLAN benutzt, dann ist man diesen Einschränkungen unterworfen. Man kann sie dann umgehen mit Hilfe einer sogenannten VPN-Software, die man sich tunlichst schon außerhalb von China installiert, weil man sie hier wohl nicht mehr herunterladen kann. Die macht das Netz aber nicht gerade schneller. Und dann fängt man an und schaltet die VPN an, weil sonst was nicht geht und dann schaltet man sie wieder aus, weil anderes geht aber mit VPN zu langsam ist usw. Ein echtes Ärgernis.
Weil aber die Chinesen nicht diese Möglichkeit haben, ist z.B. Google Maps hier ungepflegt und damit wertlos. Dagegen ist Apple Maps hier ganz gut (und englisch), weil die ihre Daten von einer guten chinesischen App bekommen. Als Übersetzungs-App hat Hea-Jee eine koreanische Software gefunden, die recht gut funktioniert.Baca lagi
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- Hari 51
- Jumaat, 15 Ogos 2025
- ☁️ 27 °C
- Altitud: 335 m
ChinaAlashankou45°10’17” N 82°33’32” E
Tag 51 & 52 - Alashankou
15 Ogos, China ⋅ ☁️ 27 °C
Hea-Jee:
Am Morgen kletterte ich wie ein Akrobat vom hohen Bett herunter – dabei knackte es plötzlich in meiner verletzten Schulter. Aber es tat nicht weh, im Gegenteil: es fühlte sich sogar erleichternd an. War sie dank der Akrobatik etwa geheilt? Hätte ich also doch damals am See einen Ausritt wagen können? Dass ich in Kasachstan, dem Land der Pferde, aus Vorsicht nicht geritten bin, kam mir nun plötzlich richtig schade vor.
Zum Frühstück machten wir uns mit Instantkaffee, Tee, dem gestern gekauften Brot, Keksen, Nüssen und Obst ein kleines Festmahl. Erstaunlich, wie reich und bequem das Leben wird, wenn man einfach nur heißes Wasser zur Verfügung hat. Dazu gab es – wie ein Gratis-Service – wieder wechselnde Landschaftsbilder draußen: sattes Grün mit Bäumen und Wiesen. Als wir über die gelblich staubigen Ebenen fuhren, fühlte es sich an, als wären wir am Ende der Welt angekommen, wo keine menschliche Hand je hingelangt war – und doch verwandelte sich die Landschaft plötzlich in ein grünes Land, in dem Menschen leben könnten.
Nach so vielen Tagen durch wüstenartige Steppen und gelbbraune Ebenen freute ich mich über jeden Baum und jedes bisschen Wasser. Vielleicht, weil ich an die koreanischen Deportierten aus der Stalinzeit denken musste. Viele von ihnen waren Freiheitskämpfer gegen die japanische Besatzungsmacht oder hatten ihr Land verloren und mussten Korea verlassen. Kaum hatten sie sich in der Fremde Häuser gebaut und Felder bestellt, wurden sie erneut verschleppt – diesmal hierher, in die kargen Steppen. Auf den Transporten und in den ersten Jahren des Überlebenskampfes starben viele. Doch manche hielten durch, bearbeiteten mit bloßen Händen die trockene Erde und hinterließen Nachkommen. Vielleicht fühle ich mit ihnen – jedes bisschen Grün in dieser Landschaft erfüllt mich mit Dankbarkeit.
Schließlich erreichten wir Dostyk, die Grenzstadt und Endstation des Zuges. Wir dachten, einfach der Menge folgen zu können, um zum Grenzbus zu gelangen – aber Fehlanzeige. Niemand war da, dem wir nachlaufen konnten. Der Bahnhof war eine riesige Baustelle, alles aufgerissen, mit Zäunen abgesperrt. Kein Hinweis, kein Weg. Dank Arnds Orientierungssinn kämpften wir uns über das Baugelände und fanden irgendwann ein kleines Containergebäude mit wartendem Bus. Nach langem Warten konnten wir Tickets kaufen. Die Frau am Schalter brüllte uns wie eine strenge Aufseherin an, weil wir nichts verstanden. Schon vor der Grenze fühlten wir uns eingeschüchtert.
Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten wir die kasachische Grenzkontrolle. Alles Gepäck musste ausgeladen und gründlich überprüft werden. Die Soldaten gaben sich streng, gaben Befehle: hier aufstellen, dort anstellen. Da wir die Sprache nicht verstanden, waren wir nervös.
Endlich war alles erledigt, und wir stiegen wieder in den Bus, der auf einer von Stacheldraht umzäunten Straße bis zur chinesischen Grenze fuhr. Auch hier gab es keinen einzigen Mitarbeiter, der Englisch sprach. Wir verstanden kein Wort, und doch wurden wir mit Fragen überhäuft: In welche Stadt wir fahren wollten, und was danach? Noch mehr und mehr Fragen. Da wir gehört hatten, dass Touristen ohne Rückflugticket zurückgeschickt werden könnten, war ich in Sorge, mich womöglich falsch zu äußern. Die Soldaten hielten die Pässe hoch und schüttelten sie, während sie Seite für Seite prüften.
Auch die Gepäckkontrolle war extrem genau. Sie wollten Arnds Kamera sehen und wälzten lange durch die Fotos. Das archäologische Buch aus der Türkei wurde besonders genau Seite für Seite inspiziert. Unsere Taschen wurden bis ins Kleinste durchsucht, jede kleine Börse geöffnet, sogar die Umschläge mit Restdevisen. Sie fragten nach jeder Währung und zählten die Scheine.
Und doch – trotz aller Strenge wirkten die Chinesen mir gegenüber irgendwie hilfsbereit. Weil ich eine Anweisung nicht verstand, führte mich eine sogar persönlich herum, bis ich alles erledigt hatte. Als wir endlich fertig waren, saßen die anderen längst wieder im Bus und warteten.
Obwohl wir nichts verbrochen hatten, fragte ich mich, warum man uns an der Grenze derart einschüchtern musste. Ich fühlte mich ungerecht behandelt. Keiner war richtig bösartig, sondern machten ihre Arbeit, aber die ganze lange Prozedere machte mich mürbe.
Die erste chinesische Stadt hinter der Grenze, Alashankou, wirkte wie eine frisch gebaute Retortenstadt: breite Straßen, blitzsauber, viele Neubauten oder noch im Bau. Kaum Autos. Gepflegte Alleen, Parks und in etwa 100-Meter-Abständen sauber aufgereihte Mülltrennungstonnen – ein Bild von Ordnung.
Bisher konnte man an den Grenzstationen Geld wechseln und die neue eSIM aktivieren, doch an dieser Grenze war das nicht möglich. So standen wir ausgerechnet in diesem neuen Land, in dem alles anderes sein soll, ohne Internetdaten und ohne Bargeld da. Wir konnten weder ein Taxi bestellen noch bezahlen und gingen deshalb zu Fuß zum Hotel. Zum Glück war der Fußweg sauber und breit, sodass es angenehm war, das Gepäck zu ziehen, und die Strecke war auch nicht besonders lang.
Im Hotel schafften wir es endlich, mit dem WLAN die eSIM zu aktivieren und Alipay einzurichten. Wir waren so müde, dass wir nicht mehr auswärts essen wollten. Also kauften wir im angeschlossenen Supermarkt chinesische Cup-Nudeln und aßen sie im Zimmer. So lange hatte ich mir Cup-Nudeln gewünscht – und jetzt gab es sie gleich dreimal hintereinander! Doch diese Sorte war so komisch scharf, dass mir die Zunge ungewohnt brannten. Ich konnte nicht einmal die Hälfte aufessen. Am nächsten Morgen meldete sich mein Magen mit unruhigem Grummeln.
Am nächsten Morgen merkte ich beim Hotelfrühstück sofort: Wir sind in einer ganz anderen Welt angekommen. Es gab ausschließlich warme Gerichte – fast wie ein Mittagsbuffet. Bisher hatte ich morgens spärlich gegessen, aber heute probierte ich neugierig vieles aus und aß viel. Die Mitarbeiter – wahrscheinlich Uiguren – waren sehr freundlich, halfen uns und boten immer wieder Speisen an. Wir konnten kein Wort miteinander sprechen, aber mit Gesten, Blicken und einem Lächeln verstanden wir uns bestens.
In China läuft zwar fast alles über Alipay, doch unterwegs merkt man schnell: Bargeld braucht man trotzdem ab und zu. Wir wollten unsere kasachischen Tenge in Yuan wechseln, aber es war Samstag – alle Banken geschlossen. In der Hitze gingen wir in einen Laden, um einen erfrischenden Mango-Joghurt-Drink zu kaufen. Mithilfe der Papago-Übersetzer-App fragte ich die junge Verkäuferin nach einer Wechselstube. Sie erklärte uns, dass es in einem nahegelegenen Geschäft Wechselservice gäbe. Endlich mit Bargeld in der Tasche hatten wir das Gefühl: Jetzt sind wir wirklich vorbereitet für die China-Reise.
Um 20 Uhr nahmen wir den Nachtzug nach Urumqi, der Hauptstadt Xinjiangs. Auch dieses Mal hatten wir ein Vierer-Abteil und lagen oben. Ein Mann, der wie Dschingis Khan aussah, stieg um drei Uhr nachts zu und schnarchte so heftig, dass der junge Mann unter mir keinen Schlaf fand. Er entschuldigte sich sogar bei uns, obwohl es nicht seine Schuld war. Als ich nachts aufstand, um zur Toilette zu gehen, trat ich auf den jungen Mann. Sofort schaltete er die Taschenlampe seines Handys ein und leuchtete mir den Weg aus – so aufmerksam und flink! Ich hatte das Gefühl, dass er einen unglaublich hohen EQ haben müsste. Ich wurde neugierig auf die Zukunft Chinas, wenn es unzählige junge Menschen wie ihn gibt.Baca lagi
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- Hari 50
- Jumaat, 15 Ogos 2025
- ⛅ 33 °C
- Altitud: 394 m
Kazakhstan45°15’30” N 82°28’52” E
Tag 50 - Nachtzug nach China
14 Ogos, Kazakhstan ⋅ ⛅ 33 °C
Hea-Jee:
Endlich auf dem Weg nach China! Für Arnd ist China das unbekannteste und gleichzeitig beunruhigendste Land unserer Reise. Dort funktionieren all die nützlichen Apps, die wir bisher so selbstverständlich genutzt haben, überhaupt nicht. Also hat Arnd schon im Voraus WeChat, Alipay, Trip.com und die offizielle chinesische Bahn-App heruntergeladen und fleißig ausprobiert.
Ursprünglich wollten wir den neuen Schnellbus nehmen – 17 Stunden von Almaty direkt nach Urumqi. Verlockend, weil er uns in einem Rutsch tief nach China gebracht hätte. Aber ich erinnerte mich an meine schlimme Erfahrung mit einem 17-Stunden-Bus von der Türkei nach Georgien: Weil wir durch die Verspätung Zeit aufholen mussten, ließ der Fahrer die Toilettenpausen immer öfter ausfallen. Ich musste stundenlang aushalten und schwitzte vor Anstrengung.
So entschieden wir uns: Warum die Eile? Lieber einen Umweg und bequemer mit dem Zug. Also nahmen wir einen langsamen Nachtzug, 24 Stunden bis in die Grenzstadt Dostyk, von wo aus man per Bus die Grenze überquert. Danach ein Tag Aufenthalt in der Provinzgrenzstadt Alashankou und schließlich noch ein Nachtzug nach Urumqi. Ob es im Zug ein Restaurant gab, wussten wir nicht – deshalb stiegen wir gut ausgerüstet mit Vorräten in ein Vierbett-Abteil ein. Das war übrigens die teuerste Klasse.
Der Zug selbst: ein sowjetisches Modell, solide Mechanik. Genau mein Ding! Ich liebe alte Maschinen. Während meiner Studienzeit habe ich mir eine gebrauchte Nähmaschine aus Schweden gekauft: alles aus Metall, beim Nähen ratterte sie wie ein Traktor. Unkaputtbar, und falls doch, immer reparierbar. Sie konnte nur Vorwärts, Rückwärts und Zickzack – aber mehr konnte ich ja selbst auch nicht. Darum fühlte ich mich in diesem Zug, der genauso rumpelte wie meine Nähmaschine, sofort geborgen.
In unserem Abteil saßen zwei Einheimische - ein Mann im mittleren Alter und eine junge Frau - die hervorragend Englisch sprachen. Wir kamen schnell ins Gespräch und bekamen auch viel Hilfe. Sie arbeiteten offenbar in leitenden Positionen in einem Kupferbergwerk in Aktogay. Ihr Arbeitsrhythmus: drei Wochen ohne Pause im Schichtbetrieb, dann drei Wochen zuhause. Ein System, das perfekt auf den Abbau von Rohstoffen in abgelegenen Regionen zugeschnitten ist – ähnlich wie in Ölfeldern oder Kohleminen. Wir teilten unsere Snacks und fragten sie alles, was wir schon immer über dieses Land wissen wollten.
Draußen zog erst eine fruchtbare grüne Landschaft vorbei, dann plötzlich endlose gelbbraune Steppe, bis zum Horizont. Nur ab und zu sah man Pferde- oder Rinderherden. Wildtiere? fragten wir. Sie überlegten kurz, schüttelten dann aber den Kopf: Wilde Pferde oder Rinder gäbe es hier wohl schon lange nicht mehr – alles unter menschlicher Obhut.
Obwohl es erst früher Nachmittag war, breiteten die beiden schon ihr Bettzeug aus. Mussten sie direkt nach der Ankunft zur Nachtschicht? Dachten wir. Also machten auch wir uns bettfertig. Unsere Plätze waren oben – extrem hoch, ohne richtige Leiter, nur mit einem faltbaren Tritt. Ich war skeptisch: mit meinen kurzen Beinen und schmerzender Schulter? Der Mann bot mir sofort seinen Platz an. Ich lehnte ab – mit etwas Mühe würde ich es schon schaffen. Er half uns noch fürsorglich beim Bettenmachen und legte sich dann ebenfalls hin.
Oben, eingekuschelt in sauberes Laken und weiches Kissen, spürte ich das beruhigende Rumpeln des Zuges – wie bei meiner alten Nähmaschine. Eine reine, körperlich empfundene Präsenz, frei von jedem Gedanken. So kostbar erschien mir dieser Augenblick, dass ich ihn länger auskosten wollte, doch schon bald sank ich unaufhaltsam in den Schlaf.
Als ich gegen Abend erwachte, wollte ich die beiden noch schlafenden nicht wecken und kletterte leise hinunter. Auf dem Gang traf ich Arnd, der schon Fotos machte. Draußen: ein unendlich langes, farbig schimmerndes Abendrot über der Steppe – ein Fest der Töne und Nuancen.
Langsam knurrte der Magen. Es gab zwar ein Bordcafé, aber zehn Wagen entfernt. Vor allem aber wollte ich unbedingt eines: endlich mal an dem Samowar am Gang heißes Wasser zapfen und koreanische Cup-Nudeln essen. Die gibt es hier in jedem Supermarkt! Nirgendwo ist die Infrastruktur für Instantnudeln so perfekt wie in Kasachstan.
Also standen wir im schmalen Gang, schlürften unsere Nudeln und blickten hinaus. Wenn jemand vorbeimusste, drückten wir uns platt an die Wand. Genau unsere Abteiltür sprang oft klappernd auf, wenn man sie nicht von innen verriegelte. Also hielten wir sie mit dem Rücken oder den Fersen geschlossen, um die Schlafenden nicht zu stören.
Nach einer Weile kam auch der Mann heraus – mit einem weißen Handtuch um den Hals, das eigentlich zum Händetrocknen nach der Toilette gedacht war. Wir wollten ihm Nudeln anbieten, doch gerade kam der Bordverkauf vorbei. Er kaufte sich selbst welche – in seiner Packung lag sogar eine Plastikgabel bei. Also standen wir zu dritt nebeneinander, teilten Obst als Dessert und redeten über Gott und die Welt, während ständig Leute mit Kannen und Tassen voll heißem Wasser an uns vorbeidrängten.
Das Abendrot schien endlos, bis es plötzlich tiefschwarz wurde. Wir blieben noch ein wenig draußen, dann kehrten wir ins Abteil zurück. Die Frau war inzwischen aufgestanden, hatte alles ordentlich zusammengelegt und war abreisefertig. Wir tauschten Dankesworte und gaben ihnen die Adresse unserer Pinguin-Webseite. Wir sagten: Wenn sie nach München kommen, bevor wir sterben, können sie bei uns wohnen. Der Mann scherzte: „Bis meine Kinder alle studiert und verheiratet sind, dauert es mindestens zehn Jahre. Ihr müsst also so lange durchhalten!“
Um 23 Uhr stiegen die beiden – zusammen mit vielen Kollegen – in Aktogay aus. Unser Schlafwagen blieb dort ganze fünf Stunden stehen, wurde vom restlichen Zug abgekoppelt und wartete auf einen anderen Zug, der uns nach Dostyk, zur Grenze, bringen würde. Während dieser Zeit: Toilettenverbot.
Wir verzichteten aufs Zähneputzen, ließen auch die Sonnencreme auf Haut und Gesicht und krochen einfach wieder in unsere hohen Betten. Trotz des lauten Rangierens, beim Abkuppeln und Wiederankuppeln, schlief ich sofort wieder ein. Der Zug wirkte ebenso zuverlässig und solide wie meine treue Nähmaschine.
Arnd:
Diese endlose Weite mit nicht sehr häufigen menschlichen Spuren durch die wiFerganatal/h dahinglitten war für mich sehr beeindruckend. Man verliert etwas sein Gefühl für die Zeit und macht dann schonmal einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf.
Der Zug war einer der längsten, die ich je gesehen habe. Er passte nicht ganz in den Bahnhof, wir mussten am Ende des Bahnsteigs noch etwas durch den Schotter laufen. Die Zugfenster konnte man nicht öffnen, aber sie waren recht sauber, so dass man hindurch fotografieren konnte. Die Bilder sind dadurch etwas flauer und es gibt vereinzelte Spiegelungen.
Die Strecke verlief durch die Dsungarische Pforte. Das ist der flachste Übergang von China in die Kasachische Steppe. Im englischen Wikipediaeintrag zum Dzungarian Gate steht, dass diese Strecke bei den Karavanen der alten Seidenstraße nicht so beliebt war. Hier lebten zu viele Menschen und das erhöhte das Risiko von Überfällen. Die Karavanen zogen weiter südlich erst durch ein dünn bevölkertes Wüstenradgebiet nach Kashgar und dann durchs Hochgebirge des Tian Shan. Wenig Menschen, wenig Gefahr. Ein weiterer Vorteil war, dass man nach den Bergen durchs heute Usbekische Ferganatal und dann recht schnell in Persien war.Baca lagi

Pengembara
앗, 컵라면이다 ^^ 벨린은 훅 더웠다 선선했다 Hochsommer 랍니다. 문득 생각나서 트래킹 해봅니다. 즐거운 여정 되시기를… ^^




































































































































































































































































































































































































