Tal der Mücken
27 de agosto de 2023, Turquia ⋅ 🌙 25 °C
Um sieben Uhr stehen wir auf und frühstücken draußen vor unserem Zimmer. Etwa zwei Stunden später verabschieden wir uns vom Ehepaar Işık. Vorher gibt es noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto und wir bekommen selbstgemachte Hausschuhe geschenkt. Winkend rollen wir schließlich vom Hof, nachdem wir auf spezielle Bitte zugesagt haben, uns zu melden, wenn wir wieder heil in Kiel gelandet sind.
Unser Weg führt durch welliges Terrain, bisweilen bekommen wir es mit kurzen, aber äußerst biestigen Anstiegen zu tun. Im nächsten größeren Ort steuern wir erst einen Supermarkt und anschließend einen Obsthändler an. Der Kauf der Früchte muss allerdings etwas warten, denn vorher "müssen" wir mal wieder einer Einladung zum Tee nachkommen. Auch der Obstverkäufer möchte uns noch zu seinem just gebrutzelten Essen einladen. Dies lehnen wir aber dankend ab, irgendwann muss es ja auch mal weitergehen. Landschaftlich durchfahren wir mal wieder sehr trockene, wüstenähnliche Gebiete mit wenig Vegetation, dafür aber sehr viel Staub. Wir radeln noch eine Weile, bis wir am Ortseingang eines Dorfes einen kleinen Schattenplatz an einem Brunnen entdecken. Hier lassen wir uns zur üblichen Tee- und Kekspause nieder und wecken dabei das Interesse einiger spielender Kinder. Kaum wieder auf dem Rad werden noch im selben Dorf auch erwachsene Menschen auf uns aufmerksam, was eine Einladung auf dem Hof einer Familie zu Tee und köstlichem Ayran zur Folge hat. Auf der Weiterfahrt ist noch ein letzter kleiner Hügel zu bezwingen, bevor wir in einem Dorf unsere Wasservorräte auffüllen und im Anschluss mit der Schlafplatzsuche beginnen. Mal wieder fällt die Wahl auf ein Stoppelfeld, wo wir hinter ein paar Büschen ein ebenes und zumindest etwas sichtgeschütztes Fleckchen auswählen. Wir bekommen allerdings, wenn auch niedlichen, äußerst penetranten Besuch. Zwei kleine Katzen gesellen sich zu uns und klettern ohne Unterlass an uns, unseren Rädern und den Taschen hoch. Die beiden sind durch nichts aufzuhalten und wir scheinen ihnen auch nicht langweilig zu werden. Irgendwann beschließen wir, die Taschen wieder aufzuladen und ein Stück weiterzufahren. Schnell ist ein weiteres geeignetes Stoppelfeld gefunden und unser Lagerplatz vorbereitet. Diesmal sind es dann nicht zwei süße Kätzchen, sondern MILLIONEN von Mücken, die es auf uns abgesehen haben. Nachdem Heiko zunächst versucht, sich der Plagegeister dadurch zu erwehren, dass er sich in die Zeltunterlage einwickelt, geben wir irgendwann genervt auf und verziehen uns reichlich zerstochen ins Zelt.Leia mais
Ein Stück Berlin in der Türkei
26 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 28 °C
Ein letztes Mal frühstücken wir auf der Terrasse von Emre's Stone House Hotel, danach heißt es packen und Fahrräder beladen. Vor dem Etappenstart gilt es noch, einige Erledigungen im Ort zu tätigen. Im Supermarkt sowie beim Obst- und Gemüsehändler kaufen wir Proviant für den Tag, die Apotheke steuern wir für eine neue Tube Sonnencreme an. Außerdem besuchen wir einen kleinen, aber sehr gut ausgestatteten Camping- und Outdoorladen, wo wir an unserem ersten Kappadokien-Tag erfreulicherweise bereits unseren Vorrat an Gaskartuschen auffüllen konnten. Heiko kauft eine Ersatz-Trinkflasche, da seine inzwischen sehr in die Jahre gekommenen "Cyclassics"-Flaschen diverse Auflösungserscheinungen aufweisen. Der Radelspaß beginnt heute äußerst entspannt, wir dürfen die ersten 5 km begab rollen und dabei die letzten Blicke auf die einzigartige und faszinierende Landschaft Kappadokiens genießen. Im weiteren Verlauf wechseln sich Asphaltstraßen mit Sandwegen und Schotterpisten ab, es geht durch recht welliges Terrain. Eine Abfahrt führt uns bis zu einer Brücke über den längsten Fluss der Türkei, den Kızılırmak, im 7 km östlich von Avanos gelegenen Örtchen Sarıhıdır. Hier bietet sich uns ein herrlich idyllisches Bild, das Panorama ist kitschig schön, das Wasser glitzert in der Sonne, im Hintergrund dominieren majestätisch anmutende felsige Berge, Kinder baden im Fluss, ein Vater angelt mit seinen kleinen Söhnen. Prompt holt Heiko die Drohne aus dem Koffer und entlässt sie zu einem ersten Start nach der erfolgten Reparatur in die Luft. Der Flug verläuft ohne Probleme, Bilder dieses schönen Ortes sind eingefangen und so kann festgehalten werden: Die eintägige Reiseverzögerung mit dem Besuch in Kayseri hat sich gelohnt! Nach einer Abfahrt folgt zumeist ein Anstieg und so sollen wir auch jetzt 200 Höhenmeter aufwärts radeln. Und weil es so schön ist, wiederholen wir das nach der folgenden Abfahrt (und einer angemessenen Pause...) direkt noch einmal. Immerhin lässt es sich gut radeln, die Temperaturen sind angenehm, die Steigung mild und es weht ein leichter, frischer Wind. In dem etwas größeren Ort Kalaba wollen wir eine kurze Rast einlegen und uns ein kühles Getränk gönnen, finden uns aber plötzlich auf zwei Stühlen vor einem Chai-Evi (traditionelles Teehaus) wieder. Ein älterer Herr hat uns mit unseren Kaltgetränken an der Straße stehen sehen und prompt eingeladen. Wie so oft sind wir sofort "Dorfgespräch", die Kunde von den Deutschen mit den Fahrrädern scheint sich stets wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Hügelig geht es weiter durch verschiedene kleine Dörfer und bald wird es Zeit, die Augen nach einem geeigneten Platz für die Nacht offen zu halten. Eine Weile fahren wir aufmerksam Ausschau haltend, aber erfolglos weiter. Um uns herum ist alles offen einsehbar, rechts und links überwiegend Felder und Acker, kaum ein Busch oder Baum. Im kleinen Dorf Üçkuyu Köyu (Dreibrunnen-Ort) fragt Heiko eine Frau, die gerade in ihrem Garten arbeitet, ob wir wohl auf dem Feld gegenüber ihres Hauses unser Zelt aufschlagen dürfen. Sie stimmt zu und wir postieren uns mit unseren Rädern an einem ebenen Fleckchen und freuen uns auf den Feierabend. Wir haben noch gar nicht richtig mit dem Zeltaufbau begonnen, da steuert ein Herr auf uns zu. Er habe unsere Flaggen gesehen und zu seiner Frau gesagt: "Da fahren deutsch-türkische Freunde." Seine Frau habe ihm daraufhin aufgetragen, zu uns zu kommen und zu erfragen ob wir irgendetwas brauchen. Er spricht fast akzentfrei deutsch, ein uns bekannter Dialekt ist aber durchaus identifizierbar. Wir erfahren dann auch schnell, dass der Herr aus Berlin kommt, inzwischen Rentner ist und aktuell für längere Zeit in seinem Heimatdorf verweilt, weil er sich in Kayseri eine Zahnprothese anfertigen lässt. Dies koste ihn hier 5000 Euro, während der Berliner Zahnarzt 25000 Euro veranschlagt habe. Auch Kiel ist dem freundlichen Herrn bekannt. Nachdem er viele Jahre als Busfahrer bei der BVG gearbeitet hat, ist er für Flixbus gefahren und hat u.a. auch die Städte Flensburg und Kiel bedient. Als geklärt ist, dass wir alles Notwendige haben und gut versorgt sind, macht der Mann sich auf den Rückweg zu seinem Haus. Heiko beschleicht so ein Gefühl und merkt an: "Mal sehen, was noch passiert. Das war doch noch nicht alles." Es dauert nur wenige Minuten, bis dieses Gefühl sich bestätigt. Der Herr kommt und bietet uns ein leeres Zimmer mit separatem Eingang zum Übernachten an. Wir stimmen zu, laden unseren Krempel wieder auf und folgen ihm zu seinem Haus. Dort angekommen lernen wir dann auch seine Frau kennen, die uns kurz darauf mit Tomaten, Gurken, Äpfeln und Pflaumen aus dem Garten versorgt. Wenig später wird uns noch ein Tablett mit Kaffee serviert. Işık heißt das Ehepaar mit Nachnamen, was übersetzt Licht heißt, leider haben wir uns die Vornamen nicht merken können. Wir erhalten einen Schlüssel für den Nebeneingang und dürfen dort ein möbliertes Zimmer für uns sowie einen daran anschließenden Raum für unsere Fahrräder nutzen. Ein etwas größeres und in dieser Umgebung fast pompös wirkendes Haus gehört dem Neffen unseres Gastgebers. Wie wir erfahren, ist dieser selbstständiger Tiefbauunternehmer in Berlin. Heiko startet einen Drohnenflug über den Ort und macht einige Luftaufnahmen vom Dorf und den Häusern, welche er dem Ehepaar Işık später per WhatsApp zur Verfügung stellt. Ansonsten verbringen wir noch einen sehr angenehmen Restabend: Auf der kleinen Steinterrasse neben dem Berliner Renault Laguna vor unserem Zimmereingang gibt es leckere, von Heiko zubereitete Gemüsepfanne bestehend aus der Ernte der Işıks. Mit einigen Metern Entfernung leistet uns ein sehr nett aussehender Hund Gesellschaft und auch ein Igel schaut kurz vorbei. Bei Tee und Keksen beschließen wir den Abend an diesem kleinen und überaus gastfreundlichen Fleckchen Berlin mitten in der Türkei. Was für ein netter Zufall...Leia mais
Erste Hilfe...
25 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 29 °C
Nach dem heutigen Frühstück auf der Hotelterrasse steht nicht wie ursprünglich geplant unsere Weiterreise und auch keine Wanderung auf dem Programm. Der Drohnen-Crash hat uns gestern zu der Recherche veranlasst, ob es irgendwie möglich sein könnte, den Flieger noch während der Reise wieder nutzbar zu machen. Heiko ist dabei tatsächlich auf ein kleines Geschäft in der Stadt Kayseri gestoßen, welchen Drohnen der Firma DJI verkauft und auch einen Reparaturservice anbietet. Ein knapper E-Mail-Kontakt wurde gestern bereits hergestellt, heute werden wir uns auf den Weg nach Kayseri machen. An dem in unmittelbarer Nähe zum Hotel liegenden Busbahnhof müssen wir leider feststellen, dass der früheste Bus erst mittags um halb zwei abfährt. Um die größtmögliche Chance auf eine Reparatur zu wahren, wollen wir aber zumindest ausreichend Zeit mitbringen und nehmen kurzerhand ein Taxi. Nach einer Dreiviertelstunde ist die etwa 70km entfernte Stadt erreicht. Wir lassen uns am eher dezentral liegenden Busbahnhof absetzen und nutzen für die Fahrt in das Zentrum die öffentlichen Verkehrsmittel sowie unsere Füße. Das Geschäft, in welches wir große Hoffnungen setzen, ist schnell gefunden und man nimmt sich auch direkt dem Absturzopfer an. Während uns vom jungen Mitarbeiter (oder Sohn?) zwei Stühle, etwas zu trinken und ein kleiner Kuchen angeboten werden, setzt der mutmaßliche Chef sich unverzüglich an seinen Arbeitsplatz und beginnt mit der Zerlegung der Drohne. Wir sehen gespannt dabei zu, wie er sich in souveräner Manier den winzigen Einzelteilen annimmt, schraubt, poliert, testet...! Leider ist die Kommunikation etwas erschwert, da beide Mitarbeiter kein Englisch sprechen. Über den Google-Übersetzer erfahren wir, dass ein Kamerakabel nicht mehr ganz in Ordnung ist und ausgetauscht werden möchte, zudem ist ein "Arm" der Drohne etwas in Mitleidenschaft gezogen. Der Chef telefoniert wegen des erforderlichen Kabels, leider muss dieses aber aus Istanbul geschickt werden und das würde fünf Tage dauern. Zu lange für uns, so dass die Drohne ohne Kabeltausch wieder zusammengeschraubt wird. Wir sind zunächst etwas niedergeschlagen, aber ein Testflug vor der Ladentür ergibt: Drohne fliegt, Gimbal funktioniert, Kamera filmt, juhuu!!! Der Experte erklärt, dass es zwar trotz seiner "ersten Hilfe" kein Problem sei, die Drohne weiterhin zu nutzen, in Deutschland aber unbedingt die notwendige Reparatur nachgeholt werden sollte. Nicht ohne ein Schmunzeln im Gesicht lässt er Google noch für uns übersetzen, dass wir immer schön vorsichtig fliegen sollen, um einen weiteren Absturz zu vermeiden. Schließlich bittet er uns noch um ein gemeinsames Foto, welches kurz darauf auf seiner Instagram-Seite zu sehen ist. Dankbar verabschieden wir uns und treten mit dem Bus die Rückreise nach Göreme an. Zu einer weiteren Wanderung oder sonstiger Aktivität können wir uns nicht mehr aufraffen, stattdessen sitzen wir um 18 Uhr in einem Restaurant und essen sehr gut. Für den Nachtisch, selbstverständlich Baklava, zieht es uns schließlich in ein anderes kleines Geschäft. Serviert wird uns die köstliche Süßspeise hier von einer jungen Frau, die uns erzählt, dass sie aus Afghanistan stammt. Sie berichtet von dem schweren Leben in ihrem Heimatland und von ihrem Wunsch, nach Kanada zu gehen, wo bereits ein großer Teil ihrer Familie lebt. Abschließend werden wir noch Teil ihrer Sammlung, die aus Fotos von Menschen aus unterschiedlichen Ländern besteht. Das Bild schickt sie uns einige Tage später über Instagram, wo sie seit unserer Begegnung zu den "Followern" unserer Reise gehört. Auf der Terrasse unseres Hotels lassen wir den Abend ausklingen, morgen soll wieder geradelt werden!Leia mais
Happy Birthday im Love Valley
24 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 30 °C
Heute ist Heikos Geburtstag und dieser startet sehr früh. Ein weiteres Mal stehen wir um halb fünf auf, da wir uns den Tanz der Heißluftballons nochmal aus einer anderen Perspektive anschauen wollen. Es ist noch dunkel, als wir mit unseren Stühlen im Rucksack in die Richtung des wahrscheinlich größten Startplatzes der Ballons marschieren. Auf der Straße herrscht bereits reges Treiben, Transporter um Transporter rollt an uns vorbei, um Ballons und Passgiere zum Ort des Geschehens zu transportieren. Auf der riesigen, plattgewalzten Fläche angekommen stellen wir fest, dass auch die Vermieter von Quads, Geländewagen und Pferden zu dieser frühen Stunde bereits ihren Betrieb aufgenommen haben. Wir platzieren unsere Stühle auf einem kleinen Hügel inmitten des emsigen Treibens. Schon bald formen sich die ersten leeren Stoffhüllen zu großen Ballons, überall um uns herum und zwischen den Felsen leuchten sie und wachsen unermüdlich weiter. Es dauert nicht lang, bis die ersten menschengefüllten Körbe sich vom Boden abheben und in die Lüfte schweben. Im Nu sind die bunten Ballons überall, vor, neben, hinter und über uns. Man weiß gar nicht so recht, wo man hinschauen soll. Wenn der Blick einmal nicht auf das Spektakel in der Luft gerichtet ist, sind auch am Boden wunderliche Dinge zu beobachten. So lassen sich z.B. mindestens zehn Hochzeitspaare, vor allem die Bräute, in dieser Kulisse vor, in und auf verschiedenen Oldtimer-Cabriolets fotografieren.
Wir sitzen auf unseren kleinen Campingstühlen inmitten dieses verrückten Treibens bis die Sonne aufgegangen ist. Dann löst der Spuk sich so schnell auf wie er zwei Stunden zuvor begonnen hat und auch wir trotten müde zum Hotel zurück. Ein Stündchen Schlaf gönnen wir uns noch, bevor wir uns gegen 9 Uhr zum Frühstück auf der Hotelterrasse einfinden. Plötzlich kommen unsere Gastgeberin und ihr kleiner Sohn an unseren Tisch, singen "Happy Birthday" und überreichen Heiko einen kleinen Kuchen mit Kerze sowie eine persönlich beschriebene und bemalte Karte. Wie nett! Nach dem Frühstück packen wir unsere Rucksäcke für eine Wanderung in das Love Valley. Nachdem wir es gestern bereits von oben bestaunt haben, wollen wir heute hinabsteigen und das etwa 2 km lange Tal zu Fuß erkunden. Mit Worten lässt sich kaum beschreiben, durch welch fantastische Szenerie wir uns bewegen. Geologen mögen Fachbegriffe für die
bizarren Felstürme und Kegel und logische Erklärungen für dieses Naturphänomen haben. Es macht aber viel mehr Spaß, diese Vulkanlandschaft zu durchqueren, sich zwischen riesigen Pilzen und Zipfelmützen oder auch Kaminen aus Stein, in denen der Legende nach Feen hausten, wie in einer anderen Welt zu fühlen. Nicht ganz so märchenhaft mutet der Name "giant penises" für eine Gruppe von Felsen an, optisch ist eine gewisse Ähnlichkeit jedoch nicht abzusprechen. Wir genießen die Wanderung sehr, neben der grandiosen Gegend vor allem auch deshalb, weil wir hier fast allein unterwegs sind. Die allermeisten Menschen zieht es scheinbar in die Touristen-Meile von Göreme sowie an den Ort, wo Action geboten wird. Auf den Wanderwegen treffen wir hingegen nur sehr vereinzelt Gleichgesinnte, was uns nach dem gestrigen Eindruck wieder etwas mit diesem Ort versöhnt. Zurück in Göreme decken wir uns mit reichlich frischem Obst und Joghurt ein, was wir uns auf der Terrasse unseres Hotels schmecken lassen. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang spazieren wir zu einer Aussichtsplattform auf einem Hügel. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick über Göreme und Umgebung im Abendlicht. Ein in einen "Tuffsteinkegel" gebautes Restaurant etwas abgelegen vom Stadtzentrum bildet schließlich das letzte Ziel des heutigen Tages. In traumhafter Atmosphäre lassen wir uns im Garten vor dem Restaurant Heikos Geburtstagsdinner schmecken. Und nicht nur, dass das Essen schmeckt, die Kellner sehr freundlich sind und der Ort wunderschön ist - es gibt zum Nachtisch sogar Baklava!Leia mais

ViajanteHallo ihr beiden zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Claudia deine Fotos und Berichte sind einzigartig. Vielen vielen lieben Dank das wir eurer Reise folgen dürfen und weiterhin tolle und schöne Erlebnisse.

ClaudiaDanke für die Glückwünsche und das Kompliment! Wir freuen uns, wenn ihr Spaß am "Folgen" habt.
Emre's Stone House Hotel
23 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 26 °C
Um 4:30 stecken wir das erste Mal die Köpfe aus dem Zelt, wollen wir doch die aufsteigenden Heißluftballons nicht verpassen. Noch ist nichts zu sehen, aber um kurz nach fünf ist es dann soweit. Wir stellen unsere Campingstühle auf und beobachten, wie im Morgengrauen ca. 200 Ballons vom Boden abheben und durch die Lüfte gleiten. Es ist eine besondere Atmosphäre, die wir auf uns wirken lassen, bis sich das Treiben am Himmel nach dem Sonnenaufgang langsam wieder auflöst. Wir frühstücken, räumen unser Nachtlager und radeln dann entlang des Valleys in Richtung Göreme. Hier wollen wir uns für zwei Nächte ein Zimmer nehmen, um Wäsche zu waschen, Elektronik aufzuladen und uns selbst die eine oder andere Dusche zu gönnen. Der sehr kurze Weg nach Göreme zieht sich ordentlich in die Länge, da sich uns fantastische Aussichten bieten und wir immer wieder Foto-, Film- und Staun-Stopps einlegen. Die Einfahrt nach Göreme wird begleitet von viel Verkehr, lauter Musik und stark zunehmendem touristisch anmutenden Ambiente. Wir entscheiden uns für das kleine "Emre's Stone House Hotel" in einer ruhigen Seitenstraße, wo wir gegen 11 Uhr einchecken. Nach etwas Pause und ausgiebiger Dusche begeben wir uns auf die erste Kappadokien-Wanderung. Auf unserem Weg liegt das "Göreme Open Air Museum", auf dessen Besuch wir jedoch angesichts der vielen Menschen verzichten. Ein bisschen Kultur gönnen wir uns aber trotzdem und besichtigen die ebenfalls auf dem Weg liegende Aynalı Kilise (symmetrische Kirche), die im 11. Jahrhundert erbaut wurde und als eine der bezauberndsten Felsenkirchen Kappadokiens gilt. Ihren Namen trägt sie wegen ihrer geometrischen Ornamente, die sich an den gegenüberliegenden Wänden spiegeln. Der Eingang zur Kirche erfolgt durch einen kleinen Nebenraum. Im Inneren sind die Wände mit einfachen geometrischen Mustern in Rot und Weiß dekoriert. Zum nächsten Raum führt eine Öffnung, die in der Antike durch einen Mühlstein verschlossen war. Dieses System ist auch aus vielen unterirdischen Städten Kappadokiens bekannt. Von hier führt eine schmale und dunkle, in den Fels gehauene Treppe, in eine höhere Etage. Für den Weg sind wir vorab extra mit einer Taschenlampe ausgestattet worden. Die darüber liegende Halle diente seinerzeit als Taubenschlag, wovon zahlreiche Nischen in ihren Wänden zeugen. Ein weiterer Gang durch einen engen Tunnel führt in einen weiteren Raum. Die Erkundung der in den kappadokischen Felsen gehauenen Kirche gefällt uns sehr gut, zumal wir nahezu allein vor Ort sind.
Unsere anschließende Wanderung verläuft hingegen bisweilen etwas holprig. Der Einstieg in das Red Valley präsentiert sich ziemlich steil und unwegsam, was vor allem Claudia nicht ganz geheuer ist und zu allem Überfluss zu einem Sturz mit schmerzendem Handgelenk führt. Wir brechen unser Vorhaben an dieser Stelle ab, stellen aber fest, dass es noch einen weiteren, deutlich weniger steilen Abstieg in das Valley gibt. Wir freuen uns, die Wanderung fortsetzen zu können und sind begeistert von der Szenerie. Leider wird die Freude bald erneut getrübt, da Heiko bei einem Rundflug seine Drohne gegen einen Felsen fliegt. Er kann sie zwar glücklicherweise bergen und nach erstem Eindruck wirkt sie auch intakt, beim Einschalten macht dann aber eine böse Fehlermeldung die weitere Nutzung unmöglich. So ein Mist! Ändern können wir es nicht und so setzen wir unsere Wanderung durch das Red Valley und das sich daran anschließende Rose Valley fort. Unser Plan ist es, am Ende des Weges einen schönen Ort zum Verweilen während des Sonnenuntergangs zu finden. Irgendwie scheint das Glück aber heute nicht auf unserer Seite zu sein. Auf dem auserkorenen und als "Sunset-Point" beschriebenen Hügel angekommen bietet sich uns ein alles andere als ein romantisches Bild. Eingehüllt in einer riesigen Staubwolke, die keine klare Sicht mehr zulässt, herrscht hier Massentourismus pur. Unzählige Quads und Geländewagen donnern durch die Landschaft, diverse Touristengruppen auf Pferden sind unterwegs, aus allen Richtungen dröhnt Musik. Uns lässt das Ganze eher kopfschüttelnd und nachdenklich zurück. Muss das sein? Ausgerechnet hier, mitten in dieser einzigartigen Natur? Mit diesen eher unschönen Eindrücken treten wir den Rückweg zum Hotel an. Wir duschen uns die Staubschicht vom Körper, bevor wir bei etwas zu lauter Musik in einem kleinen Restaurant lecker essen gehen. Unser Baklava-Konsum in diesem Urlaub bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau. Heute steht die von uns so geliebte Nachspeise zwar auf der Karte, ist aber nicht verfügbar. So müssen wir also ohne zuckersüßen Sirup-Schock die Nacht überleben.Leia mais

HALKE ZEPFWir haben schon sehnsüchtig auf den Bericht gewartet. Wir sind froh, dass wir den Massentourismus nicht erleben mussten

Werner und SigridFür diesen tollen Ballon-Anblick wären wir auch früh aufgestanden, wir sind etwas neidisch.
Kappadokien
22 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 29 °C
Es dauert unsere üblichen zwei Stunden, bis wir am Morgen die bepackten Fahrräder besteigen. Gegen acht Uhr nehmen wir die heutigen 50 km in Angriff, die uns nach Kappadokien führen werden. Es geht zunächst über einige Kilometer auf unbefestigter Nebenstraße bei sanfter Steigung bergauf. Bei Erreichen der Hauptstraße nutzen wir einen Supermarkt mit schattigem Vorplatz für eine Pause. Mit kalten Getränken und ebenso kaltem Joghurt lassen wir uns vor dem Laden nieder, der Betreiber stellt uns extra einen kleinen Tisch auf und bietet uns zwei Stühle an. Der folgende Abschnitt entlang der stark befahrenen Hauptstraße ist ziemlich nervig, aber erstens nicht vermeidbar und zweitens nicht allzu lang. Als wir den Ort Nevşehir erreichen, zweigen wir wieder auf eine etwas ruhigere Straße ab. Inzwischen mehren sich auch die Anzeichen dafür, dass wir uns dem Zielgebiet Kappadokien nähern.
Im Ort Uçhisar mit seinem 60m hohen Burgfelsen können wir dann erstmals die bizarren Felsformationen dieser Gegend bestaunen. Am Fuße eines Felsens pausieren wir und lassen bei Genuss von kurz zuvor auf einem Markt erworbenem frischem Obst mit Joghurt die ersten Eindrücke auf uns wirken. In der Region Kappadokien lagerte sich vor Millionen von Jahren
Tuffasche ab, die durch Vulkanausbrüche in die Luft gestoßen wurde. In unterschiedlichen Farben und Härtegraden entstanden mehrere neue Schichten, bis Wind und Wetter das weiche Material ausspülten und das Härtere übrigblieb. Dieser natürliche Erosionsvorgang hat einst die atemberaubenden Täler, Kegel, Türme und Obelisken geformt. Im Anschluss an unsere Pause verlassen wir nach kurzer Wegstrecke die Straße und begeben und auf eine Sandpiste mitten hinein in diese faszinierende und einzigartige Landschaft. Ziel ist es, einen schönen Platz zu finden, wo wir von unserem Zelt aus den Untergang der Sonne am heutigen Abend und ihren von Heißluftballons begleiteten Aufgang morgen in aller Frühe bestaunen können. Wir folgen der Beschilderung zum "Love-Valley" und treffen unterwegs Mohammad, einen netten und seeehr kommunikativen Chemiker aus Pakistan. Er plaudert munter ohne Punkt und Komma mit uns, erzählt u.a. von der Historie seines Berufes und seinen Plänen für die Tage in Kappadokien. Er bittet noch darum, uns mit unseren Rädern fotografieren zu dürfen, sowas habe er nämlich noch nie gesehen, dann verabschieden wir uns. Nach kurzer Suche finden wir am ungenutzten Rand eines Kürbisackers (es sind keine Melonen...) oberhalb des Love-Valley mit wunderbarem Blick ins Tal sowie auf den beleuchteten Burgfelsen von Uçhisar einen geeigneten Platz für unser Zelt. Vor dem Aufbau und der üblichen Abendroutine sitzen wir noch eine ganze Weile in unseren Campingstühlen, genießen die Aussicht und freuen uns darüber, wie gut es uns geht.Leia mais
Stoppelfeld 3.0
21 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 31 °C
Wie jeden Morgen klingelt der Wecker in aller Frühe, bis zur Abfahrt wird es heute jedoch etwas länger dauern. Nach dem Frühstück checkt Heiko noch die Fahrräder durch, Claudia näht indes eine kaputte Hose. 10 Uhr ist es, als wir unsere fahrbaren Untersätze besteigen und uns auf den Weg machen. Die Morgenstunden genießen wir immer ganz besonders, sie haben so etwas herrlich Frisches, ja, fast Unverbrauchtes. Die Landschaft um uns herum zeigt sich weiterhin so schön wir schon am gestrigen Tag, euphorisch gestimmt radeln wir unseres Weges. Uns fällt auf, dass vermehrt Felsen, welche uns an skandinavische Schärenküsten erinnern, die Gegend prägen. Ein sehr großer Felsen mit begehbaren Höhlen und Gängen befindet sich genau gegenüber unseres auserkorenen Pausenplatzes. Im Schatten eines Baumes wollen wir uns eine Melone vom gegenüberliegenden Feld gönnen. Während unserer gestrigen Pause hatten wir erfahren, dass es im Gegensatz zu Deutschland in der Türkei überhaupt kein Problem sei und nichts mit Diebstahl zu tun hätte, sich auf dem Feld für eine Mahlzeit zu bedienen. Etwas peinlich ist dann allerdings, dass wir beim Aufschneiden der Frucht feststellen, dass es sich um einen Kürbis und nicht um eine Melone handelt. Zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass eine verblüffende Ähnlichkeit zu den an den Obstständen erhältlichen Melonen besteht. Tja, was tun, wo die Ernte schon halbiert ist? Kurzerhand landet sie mit unserer letzten Stange Lauch von İsmail im Topf und wird zu einer sehr leckeren Kürbissuppe verarbeitet. Gut gesättigt treten wir die Weiterreise an. Heiko radelt seit gestern mit einem an seinen hinteren Packtaschen festgezurrten "Fahnenmast", an welchem die türkische und die deutsche Flagge wehen. Es scheint, als würde uns seitdem noch etwas mehr freundliche Aufmerksamkeit als vorher ohnehin schon zuteil, nicht selten wehen uns laute "Hallooo"-Rufe hinterher. Die Temperaturen am Nachmittag sind hoch und dazu hält der Weg im stetigen Wechsel kurze, aber steile Anstiege und Abfahrten für uns bereit. Gerade als wir im Rahmen einer kurzen Rast auf einer schattigen Bank laut aussprechen, dass wir inständig hoffen, noch irgendwo Wasser bekommen zu können, taucht ein älterer Herr auf und bietet uns selbiges an. Er schließt ein kleines Tor auf und ermöglicht uns den Zugang zu einem Wasserhahn mit Trinkwasser. Diese kleinen Begegnungen und die aufrichtige Freundlichkeit der Menschen begeistern uns jeden Tag aufs Neue. Eine weitere nette Begegnung ist abermals die mit einer Gruppe von Störchen, welche plötzlich unseren Weg kreuzt und schließlich abhebt und wunderschön durch die Lüfte segelt. Ein Stündchen fahren wir noch, bevor das dritte Mal in diesem Urlaub ein Stoppelfeld den Zuschlag erhält, von uns als Nachtlager okkupiert zu werden. Es ist noch recht früh, so dass wir noch Zeit haben, den einen oder anderen Tee zu trinken, zu lesen, zu dösen, faul zu sein. Wie immer erfolgt der Aufbau des Zeltes mit Eintreten der Dunkelheit und dann ist es auch recht bald Zeit, "Gute Nacht" zu sagen.Leia mais

Werner und SigridWir freuen 🙂 uns auf jeden neuen Bericht und radeln in Gedanken ein wenig mit LG
Ein Bett im Kornfeld
20 de agosto de 2023, Turquia ⋅ 🌙 28 °C
Wir lassen es heute ruhig angehen, lassen uns Zeit beim Frühstück im Hotel und checken erst gehen 10 Uhr aus. Nach einem Einkauf starten wir schließlich um halb elf in die heutige Etappe. Nach den ersten 10km machen wir eine kurze Pause an einer Tankstelle, um uns mit einem kühlen Getränk zu erfrischen - natürlich wie so oft nicht ohne einen Smalltalk mit interessierten Leuten vor Ort. Täglich aufs Neue sind Heikos Kenntnisse der türkischen Sprache extrem wertvoll und hilfreich, ohne diese wären wir das eine oder andere Mal sogar recht aufgeschmissen gewesen. Kurz radeln wir nach unserer Rast entlang der Hauptstraße, dann folgen wir einem Abzweig in Richtung des ersten zu bezwingenden Berges. Nach einigen Tagen des Fahrens durch wüsten- und steppenartige Gegenden verändert sich die Landschaft nun merklich. Es wird wieder abwechslungsreicher, die Vegetation nimmt etwas zu, hier und da mischt sich etwas grün in die Wüstenfarben und auch vereinzelte Bäume schmücken die Natur.
Eine Anhöhe mit Wasserstelle bewerten wir als idealen Pausenplatz und bauen unsere Stühle auf. Wir freuen uns über dieses herrliche Fleckchen und auch darüber, dass es heute nicht mehr ganz so heiß ist wie noch in den letzten Tagen. Etwas überraschend ist das Animationsprogramm, welches uns hier geboten wird. Kaum köchelt auf dem Gaskocher das Wasser für unseren Tee, kommen laut bellend und knurrend vier große Hunde auf uns zu gerannt. Nachdem sich kurzzeitig unser Puls dezent erhöht hat, entspannt sich die Lage wieder. Die Tiere machen vor allem Lärm, halten aber stets etwas Abstand zu uns. Und nach einigen Minuten sind wir ihnen scheinbar auch zu langweilig geworden, denn sie stellen das Bellen ein und dösen stattdessen in der Sonne oder begeben sich für ein kühles Bad in die Wasserstelle. Der nächste Programmpunkt ist eine Familie mit zwei Kindern, die im Auto vorbeikommt und bei uns anhält und etwas verweilt. Die Frau hat fünf Jahre in Deutschland gelebt, was die Konversation vereinfacht. Kaum hat sich die Familie verabschiedet, steht plötzlich eine Kuhherde mit einem reitenden Hirten aus Afghanistan hinter uns, die wenige Minuten später von einer großen Schaf- und Ziegenherde abgelöst wird. Über Langeweile können wir uns nicht beklagen. Ganz nebenbei läuft noch der Live-Ticker der 2. Bundesliga, das Ergebnis passt allerdings leider nicht zur herrlichen Pause, 2:4 verliert Holstein Kiel gegen Magdeburg. Wir rollen schließlich weiter auf teilweise unbefestigten, schotterigen und sandigen Wegen durch eine tolle Gegend. Kein Verkehr, eine leichte Brise, wunderschöne Natur, eine erneute Begegnung mit einem Fuchs - eine wahre Freude! Wir radeln am Ende weiter als gedacht, wozu sicher die kühleren Temperaturen beitragen, bei denen es sich deutlich leichter fahren lässt. Nach einem letzten Anstieg auf eine Höhe von 1358m machen wir schließlich Feierabend. Das Zelt stellen wir auf einem Stoppelfeld hinter einem Gebüsch auf, bei einer Tüte Chips bestaunen wir zuerst den Sonnenuntergang und dann die schmale Sichel des Mondes und den Sternenhimmel.Leia mais

Viajanteeure Tour bietet so ein facettenreiches breites Spektrum an das geprägt ist von Hitze, Anstrengung aber auch tollen Eindrücken des Landes + der Gastfreundschaft der Menschen dort. Danke für die tollen Berichte + Bilder.
Hotel Yildirim
19 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 36 °C
Um halb sechs kriechen wir aus den Schlafsäcken, frühstücken, bauen das Zelt ab und machen uns gegen 7:15 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker. Und wie sollte es anders sein - die Navigationsgeräte führen uns weiterhin immer geradeaus und eine andere Möglichkeit lässt die Straßenführung auch kaum zu. In einem kleinen und scheinbar (noch) menschenleeren Ort treffen wir auf eine Gruppe von Eseln, die allein die Straße entlangspaziert. Bald geht es etwas bergauf und als wir über die Kuppe des erklommenen "Bergchens" schauen können, eröffnet sich der erste Blick auf den von uns planmäßig angesteuerten großen Salzsee, den Tuz Gölü. Auf schotteriger Piste rumpeln wir dem See entgegen, passieren währenddessen ein sehr ärmlich wirkendes Zeltlager. Die zwei Kinder, die zu uns an den Wegrand laufen und uns bettelnd ihre Hände entgegenstrecken, lassen uns vermuten, dass es sich um ein Flüchtlingslager handelt. Kurz vor Erreichen des Damms, der mit einer Länge von etwa 10km den Salzsee quert, kreuzt vor uns eine riesige und sehr gemischte Schaf- und Ziegenherde staubumhüllt den Weg. Die meisten Tiere nutzen ein kleines Wasserloch zum Stillen ihres Durstes, begleitet werden sie von einem Hirten auf einem Esel. Die Herde zieht weiter und auch wir setzen unseren Weg Richtung Damm fort. Der Tuz Gölü ist der zweitgrößte See der Türkei und gehört mit einem Salzgehalt von bis zu 37 Prozent zu den salzhaltigsten Seen der Welt. Jetzt im Sommer zeigt er sich weniger als See, sondern vielmehr als eine große weiße Fläche aus verkrustetem Salz, welches die Sonne wie Schnee glitzern lässt. Wir sind fasziniert von dieser surreal anmutenden Szenerie dieser weißen Wüste und beschließen, an diesem besonderen Ort eine Pause einzulegen. Ja, und wenn das Gewürz uns schon zu Füßen liegt, schneiden wir doch einen Salat dazu. Am Rand des Salzsees stellen wir unsere Stühle auf und streuen frisch "gepflücktes" Salz über unsere Gurken und Tomaten. Herrlich! Satt und mit reichlich Fotos im Gepäck radeln wir weiter den Damm entlang und lassen schließlich den Tuz Gölü hinter uns. Nach wenigen Kilometern erreichen wir unseren heutigen Zielort Şereflikoçhisar, wo wir nach inzwischen fünf heißen Tagen und Nächten ohne Dusche in einem Hotel einchecken wollen. Bei der Einfahrt in die Stadt hören wir laute Musik aus einer Seitenstraße, was Heiko zu dem folgenreichen Satz veranlasst: "Lass uns da mal reinfahren und gucken, was da los ist." Ja, und dann geht alles ganz schnell. Begleitet von einem Trommler und einem Flötisten werden wir willkommen geheißen im Rahmen der Festgesellschaft zu einer kurdischen Hochzeit. Bevor wir ernsthaft widersprechen können, sind uns schon zwei Plätze zugewiesen und wir werden mit verschiedenen Getränken versorgt. Zwei müffelnde, staubige, schwitzende Radler zwischen unzähligen herausgeputzten Hochzeitsgästen, na super. Wenige Minuten später steht eine leckere warme Mahlzeit vor uns auf dem Tisch, die wir uns schmecken lassen, parallel trudeln immer mehr Gäste ein. Immer wieder werden wir zwischendurch von verschiedenen Menschen, einschließlich der in ein rotes Glitzerkleid aus sehr viel Tüll gekleideten Braut Fatma gefragt, ob wir noch etwas wünschen. Wir haben uns bereits gefragt, wie aus der Nummer elegant wieder rauskommen, aber spätestens mit den ersten Aufforderungen zur Teilnahme an den traditionellen Tänzen wird unser Fluchttrieb sehr akut. Heiko schreibt ein paar nette Worte und Wünsche auf ein Foto von uns, welches wir mehrfach für Begegnungen wir diese in der Tasche haben. Wir steuern die Braut an und deuten an, dass wir weiterreisen müssen, übergeben das Bild und danken für die Gastfreundschaft. Auf Wunsch der Braut nehmen wir noch neben ihr auf dem roten "Thron" Platz, um uns von einer Gästemeute fotografieren zu lassen. Ob Fatma diesen Wunsch angesichts unseres Geruchs bereut hat? Wir wissen es nicht...! Nachdem wir den geordneten Rückzug angetreten haben, rollen wir die letzten Kilometer zum Hotel Yildirim. Wir checken ein und gönnen uns sowie unserer Kleidung ausgiebige Dusche/ Wäsche. Nun wären wir sich auch hochzeitstauglicher gewesen...! Den Abend verbringen wir in einem Restaurant und genießen zu guter Letzt das erste Baklava dieser Reise.Leia mais

Werner und SigridVielen Dank für deine Urlaubsberichte, wir freuen uns schon sehr auf weitere und lesen gerne weiter LG Mama

ViajanteWow, ihr seid schon fast zwei Wochen unterwegs und das ist euer erstes Baklava? Wie ist das passiert? Wir stalken euch auch und freuen uns über die trotz Hitze und Anstrengung leichtfüßig geschriebenen Berichte.

ClaudiaVon Freiwilligkeit kann keine Rede sein..., das Baklava versteckt sich in diesem Urlaub gerne vor uns 😉
Fieser Stachelacker
18 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 33 °C
Heute stehen wir bereits um halb sechs auf, frühstücken mit Aufgang der Sonne und schwingen uns gegen viertel nach sieben auf den Radsattel. Die Straße, die am Horizont kein Ende zu nehmen scheint, ist auch heute wieder unsere. Aber gerade diese unendliche Weite ist irgendwie auch faszinierend und vermittelt uns spürbar ein Gefühl für die Größe dieser Gegend, dieses riesigen "Nichts". Die Trockenheit wird unter anderem sichtbar, wenn Schaf- und Ziegenherden in großen Staubwolken durch die "Prärie" getrieben werden. Wir folgen Stunde um Stunde dem langen Pfad durch die sand- und erdfarbene Landschaft. Als wir an einem der eher seltenen Büsche vorbeikommen, springt ein Fuchs aus selbigem und tritt die Flucht vor uns über den trockenen Acker an. Immer mal wieder ziehen rechts und links von uns in Staubwolken eingehüllte Schaf- oder Ziegenherden vorbei. Ein Hirte, der eine sehr gemischte Herde sowie einen Esel vor sich hertreibt, bleibt auf ein paar Sätze bei uns stehen und posiert noch für ein Foto. Im weiteren Verlauf unserer Fahrt entdecken wir plötzlich zu unserer linken Seite auf einem Feld eine riesige Gruppe Weißstörche. Wir beobachten, fotografieren und filmen sie eine Weile, bevor wir weiterradeln.
Wie schon in den letzten Tagen wollen wir uns auch heute nicht der Mittagshitze aussetzen und so beschließen wir, im nächsten Ort, den wir durchqueren, eine längere Pause einzulegen. Im Ort Yeniceoba steuern wir um halb zwei einen Supermarkt an und frequentieren anschließend eine überdachte Sitzgruppe auf einem Platz im Ortskern. Es dauert nicht lange, da stellt uns ein freundlicher Imbissbetreiber zwei Flaschen Wasser auf den Tisch. Kurze Zeit später kommt er erneut und überreicht und zwei frisch zubereitete belegte und noch warme Toasts. Wir genießen den leckeren Snack und bekommen schon bald wieder Gesellschaft. Zwei ältere Herren setzen sich an unseren Nachbartisch und beginnen, uns die üblichen Fragen zu stellen. Sie selbst seien die meiste Zeit des Jahres zum Arbeiten in Dänemark und aktuell auch nur zu Besuch hier. Dem Telefonat von einem der beiden Herren ist zu entnehmen, dass er über uns Deutsche spricht und dies hat möglicherweise zu Folge, dass sich nach und nach fünf weitere Männer zu uns gesellen. Wir werden zum Tee eingeladen und erfahren, dass ein Mann in Österreich arbeitet, ein weiterer viele Jahre in der Schweiz gearbeitet hat und auch Beziehungen nach Deutschland bestehen. Um halb fünf verlassen wir die internationale Runde und ziehen weiter. Was den weiteren Weg angeht, kann sich die Schilderung wiederholen: In der Hitze ohne jeglichen Schatten durch wüstenartige Landschaft immer geradeaus..., bis es Zeit ist, nach einem Nachtlager Ausschau zu halten. Wir wählen erneut die Variante, uns einfach ein paar hundert Meter von der Straße weg auf den Acker zu schlagen, sichtbar sind wir in dieser äußerst vegetationsarmen Gegen ohnehin überall. Was zunächst wie ein gut geeigneter Platz schien, entpuppt sich allerdings leider als biestiger Endgegner. Der Boden ist übersät mit kleinen, fies stacheligen Pflanzen, die alles andere als zuträglich für unseren Zeltboden sind. Es verlangt Heiko einiges an Kraft, Zeit und vor allem Nerven ab, eine einigermaßen taugliche Fläche zu "ebnen". Claudias Sorge gilt indes dem Traktor, der in monotoner Gleichmäßigkeit auf einem benachbarten Acker seine Bahnen zieht und möglicherweise über die Fahrspur neben unserem Zelt dem Heimweg antreten wird. Und wenn er uns nun in der Dunkelheit übersieht und plattfährt? Natürlich passiert nichts dergleichen und wir können unter herrlichem Sternenhimmel, welcher auch die eine oder andere Sternschnuppe auf die Reise schickt, unsere Nachtruhe antreten.Leia mais
Wüsten-Feeling
17 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 36 °C
Als um sieben Uhr unser Wecker klingelt, herrscht noch Ruhe im Haus. Möglichst leise packen wir schon unsere Sachen zusammen und bringen die Schlafcouch wieder in ihren Urzustand. So können wir uns zeitnah verabschieden und noch etwas am kühlen Morgen radeln. Dachten wir...! Diese Rechnung haben wir jedoch ohne unsere Gastgeber gemacht, die uns nicht ohne ein gemeinsames, opulentes Frühstück aus ihrem Haus entlassen. Um neun Uhr machen wir schließlich noch ein paar Erinnerungsfotos vor dem Haus, bedanken uns für die Gastfreundschaft und rollen winkend vom Hof. Mit rohen Eiern und Gemüse im faltbaren "Fahrradkorb", der in diesem Jahr erstmals dabei ist, machen wir so weiter, wie wir gestern geendet haben: Wir fahren geradeaus, immer geradeaus! Mal geht es etwas rauf, dann wieder etwas runter, um uns herum dominiert ein Farbspektrum von strohgelb über sandbeige bis ackerbraun. Nach wie vor sucht man vergeblich nach kleinen Schattenfleckchen, ist vielmehr ständig der staubigen Hitze ausgesetzt. Nach einer kurzen Abwechslung in Form eines Einkaufs während einer Ortsdurchquerung hat uns die lange Gerade wieder. Unsere heutige Siesta oder auch dreistündige Sonnenflucht verbringen wir am Straßenrand unter einer Eisenbahnbrücke. Die Aussicht besteht aus grauer Betonmauer, die Geräuschkulisse aus vorbeidonnernden LKW - wir hatten durchaus schon idyllischere Pausenplätze. Aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen: Heiko kocht die Eier von İsmails Hühnern und aus einem Teil der Gartenernte wird ein Salat gezaubert. So geht es uns zumindest kulinarisch sehr gut. Gut gestärkt und etwas von der Hitze erholt geht es hinter der Brücke genauso weiter wie vor der Brücke. Die Straße führt scheinbar endlos geradeaus, um uns herum endlose staubige Weite, die Gegend hat fast wüstenartigen Charakter. Sichtgeschützt zelten ist entsprechend auch schier unmöglich, so dass wir uns zu gegebener Zeit einfach ca. 300m von der Straße weg auf ein Feld begeben und dort unser Nachtlager aufschlagen. Vielleicht dürfen wir ja morgen mal wieder eine Kurve fahren...Leia mais
İsmail & Hatice
16 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 36 °C
Bereits um 6 Uhr in der Frühe verabschieden wir uns vom benachbarten Ziegenhirtenpaar und begeben uns auf die Straße. Nach etwa drei Kilometern lassen wir uns an einer Wasserstelle zum Frühstück nieder. Vorbeikommende Menschen grüßen wie immer freundlich, teilweise verweilen sie kurz bei uns und stellen die typischen Fragen nach unserer Herkunft, dem Ziel unserer Reise und so weiter. Zwei junge Männer auf einem Moped kommen sogar ein zweites Mal bei uns vorbei, um uns eine große Portion frisch gepflückter Brom- und Erdbeeren zu schenken. Den zahlenmäßig meisten Besuch während unseres heutigen Frühstücks erhalten wird dann aber von einer Schafherde. Während wir ein Foto mit den Hirten machen, stillen viele der Wolltiere um uns und unser Frühstück herum ihren Durst an der Wasserstelle.
Die weitere Fahrt führt uns durch leicht welliges Terrain, dabei geht es überwiegend bergab und radelt sich entsprechend leicht. Der Tag schreitet voran und die Temperaturen steigen wieder merklich. In einem Ort, den wir passieren, füllen wir unsere Wasservorräte auf, um für die heißen Stunden gewappnet zu sein. Während der Ortsausfahrt werden wir von zwei kleinen Jungs auf Fahrrädern begleitet, die sehr interessiert an uns und unseren Rädern zu sein scheinen und uns munter von rechts und links auf türkisch Fragen stellen. Bald sind wir wieder allein und folgen der Vorgabe unserer Navigationsgeräte. Besondere Konzentration ist dafür nicht vonnöten, geht es doch quasi schnurgeradeaus. Kilometer um Kilometer fahren wir bei sengender Hitze und entsprechend warmem Gegenwind in eine Richtung, teilweise auf schotterigem Untergrund, teilweise auf schlechtem Asphalt, so gut wie immer ohne jeden Schatten.
Unser Plan sieht vor, noch bis ins nächste Dorf zu radeln, um dort irgendwo einzukehren und im Schatten bei dem einen oder anderen Kaltgetränk die größte Hitze abzuwarten. Es sollte jedoch anders kommen...! Im Dorf angekommen müssen wir feststellen, dass es weder ein Restaurant oder Lokal noch eine Einkaufsmöglichkeit gibt. Müde und reichlich kaputt lassen wir uns stattdessen auf einer überdachten Bank vor der Moschee des Ortes nieder. Kaum dass wir sitzen, verlässt eine größere Gruppe von Männern die Moschee und im Nu haben wir auf unserer Bank reichlich Gesellschaft. Später erfahren wir, dass ihr Interesse dadurch geweckt wurde, dass wir nicht türkisch aussehen, unser Gruß ("Merhaba") jedoch von der Aussprache her sehr türkisch klang. Wiederum trägt Claudia aber kein Kopftuch, was die Herren vermuten lässt, dass es sich bei uns um Tscherkessen handelt. Nach den üblichen Fragen ist das Rätsel schnell gelöst und gleich zwei der Männer bekunden, dass sie uns deutsche Touristen gerne in ihr Haus einladen möchten. Obwohl uns eigentlich eher danach ist, einfach nur rumzuliegen und zu dösen, kommen wir aus der Nummer nicht raus. Nach anfänglichem Zögern begleiten wir İsmail nach Hause. Er ist der İmam des Ortes und erzählt, dass seine Ehefrau aus Köln kommt. Am Haus angekommen lernen wir Hatice, ihr 30 Tage altes Baby und ihre Mutter kennen, die gerade aus Deutschland zu Besuch ist. Man bewirtet uns mit Tee und verschiedenen Keksen, während über Familie, Berufe, unsere Reise etc. geplaudert wird. Zwischendurch wird Heiko plötzlich ein Telefon ans Ohr gehalten, am anderen Ende ist der Vater von Hatice in Köln. İsmail hatte seinen Schwiegervater angrufen und von seinen ungewöhnlichen Gästen berichtet. Dass er die Geschichte seines Schwiegersohnes kaum glauben konnte, bekommt Heiko in waschechtem Kölner Dialekt zu hören: "Ich dachte, der will mich verarschen!" Hatice ist inzwischen zwei Jahren in der Türkei, vorher hat sie in Köln als Kinderpflegerin in einem Kindergarten gearbeitet. Sie berichtet uns, dass ihre in Deutschland abgeschlossene Ausbildung in der Türkei leider nicht anerkannt ist. İsmail studiert Jura mit dem Ziel, Staatsanwalt zu werden. Hatices Mutter erkundigt sich indes, ob sie uns etwas Proviant für den weiteren Weg zubereiten darf, was wir dankend annehmen. Der Nachmittag plätschert dahin, İsmail verabschiedet sich zwischendurch kurz, um in seinem Amt als İmam vom benachbarten Minarett auf arabisch zum Gebet zu rufen. Als wir uns am späten Nachmittag langsam verabschieden wollen, eröffnet Hatice uns, dass ihre Mutter sich "umentschieden" habe. Sie sei bereits dabei, statt einer Wegzehrung Lahmacun (türkische Pizza) für ein gemeinsames Abendessen zuzubereiten. Die Zwischenzeit nutzt İsmail dafür, uns seinen Garten und seine geliebten Hühner zu zeigen. Am Ende der Besichtigung sind wir Besitzer von drei Eiern sowie frisch geernteten Gurken, Lauchzwiebeln und Pepperoni. Nach dem überaus köstlichen Abendessen, welches uns von Hatice und ihrer Mutter serviert wird, bricht draußen bereits die Dunkelheit ein. Unsere heutige Etappe findet schließlich auf der ausgezogenen Couch von Hatice und İsmail ihr Ende...Leia mais
Zickige Nachbarschaft
15 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☁️ 32 °C
Erneut wollen wir die angenehmen Temperaturen der frühen Morgenstunden zum Radeln nutzen. Der Wecker holt uns um 6 Uhr aus den Schlafsäcken, nach Frühstück und Zeltabbau sind wir um acht Uhr unterwegs. Auf unbefestigter, aber gut fahrbarer Straße nehmen wir den ersten Anstieg des Tages in Angriff. Wie erwartet herrschen noch angenehme Temperaturen und eine frische Brise weht uns um die Nase. Quasi allein und vor allem ohne Autoverkehr führt unser Weg durch eine traumhaft schöne Landschaft. Der Genuss dieses Panoramas der Bergwelt beim Radeln führt einem vor Augen, wofür die Anstrengung des gestrigen Tages gut war und sie sich definitiv gelohnt hat. So wird auch unser Vorhaben des flotten Vorankommens vor der Mittagshitze dadurch etwas ausgebremst, dass Kameras und Drohne zum Einsatz kommen. Es folgt eine herrliche Abfahrt, die sich über 10km erstreckt und ein angenehmes Gefälle aufweist.
Nach einem Einkauf in der nächsten Stadt, die wir durchqueren, geht es dann tendenziell wieder bergauf und gleichzeitig wird auch die Hitze immer brütender. Oberhalb eines Stausees lassen wir uns in unmittelbarer Nähe zu einer Trinkwasserstelle im Schatten einiger Bäume zur Pause nieder. Obwohl der Ort zunächst perfekt scheint, ist doch irgendwie der Wurm drin: Auch im Schatten ist es noch sehr heiß, penetrante Fliegen nerven uns, die Stühle stehen nicht gut auf dem abschüssigen Schattenplatz. Vollständig adynam sitzen wir in der Hoffnung auf Abkühlung die Zeit ab, nicht mal zum Lesen reicht die Energie. Gegen halb fünf schieben sich tatsächlich ein paar Wolken vor die Sonne, was wir als Startschuss für die Weiterfahrt verstehen. Auf schotterigem Untergrund geht es fortan durch eine seltsam anmutende Gegend. Man kann es kaum in Worte fassen, aber es geht uns beiden so, dass wir hier ungern die Nacht verbringen würden. Im weiteren Verlauf wird der Untergrund schwieriger, grober Schotter und weiche, sandige Abschnitte machen das Radeln sehr anstrengend. Gleichzeitig wird dann auch noch der Anstieg steiler, bis recht bald an Fahren nicht mehr zu denken ist. Schieben, zu zweit schieben, Gepäck abladen und Rad und Taschen einzeln nacheinander den Berg hochbugsieren..., so bewegen wir uns langsam und keuchend gipfelwärts. Wunderschön lilafarben blühende Disteln und eine ebenfalls bergauf schleichende Schildkröte schaffen es aber dennoch, uns ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Irgendwann ist auch der fieseste Anstieg gemeistert und wir freuen uns, dass es nicht auf ebenso unwegsamem Boden wieder abwärts geht. Flott verlieren wir wieder an Höhenmetern, halten dabei rechts und links des Weges Ausschau nach einem geeigneten Plätzchen für die Nacht. Dabei handelt es sich heute jedoch um ein schwieriges Unterfangen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fragen wir eine alte Dame, die im Eingang ihres sehr kleinen Hauses sitzt, ob wir unser Zelt auf der Wiese gegenüber aufstellen dürfen. Wir wissen zwar nicht, ob sie uns verstandene hat, beschließen aber, dass wir eine Erlaubnis haben. Kurz nachdem wir unser Zelt aufgestellt haben, kommt ein Pärchen auf einem Moped angeknattert. Die beiden haben nichts dagegen, dass wir hier nächtigen, sondern bieten uns noch Tee und Zigaretten an, was wir dankend ablehnen. Wir erfahren aber auch, dass sie gerade die Rückkehr ihrer Ziegenherde erwarten, welche sich bereits durch lauter werdende Glocken und Hundegebell ankündigt.
Die Nacht werden die Ziegen nebst Hunden und Hirten wenige Meter neben unserem Zelt verbringen. Auf gute Nachbarschaft...Leia mais
Plattgefahren...
14 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 33 °C
Wie am gestrigen Tag bereits mit unserer Gastgeberin verabredet begeben wir uns um 8 Uhr am Morgen an einen schattigen Tisch vor der Pension, wo uns ein reichhaltiges und leckeres Frühstück serviert wird. Unsere sieben Sachen hatten wir bereits vorab gepackt, so dass es nach einer herzlichen Verabschiedung einschließlich Fotos zügig losgehen kann. Die Insel liegt noch sehr ruhig und verschlafen da, als wir sie über den Damm verlassen. Auch den Ort Eğirdir lassen wir bald hinter uns und erarbeiten direkt die ersten Höhenmeter. Nachdem der Frühsport-Hügel bezwungen ist, führt unser Weg leicht wellig am Eğirdir-See entlang. Es dauert nicht lang, bis sich der Blick öffnet auf die gegenüberliegende Uferseite und die Insel Yeşil Ada, wo wir gerade noch Tee, Brot, Käse, Oliven, Sigara-Böreği etc. genossen haben. Bis zum Mittag ist ein großer Teil der für heute geplanten Tageskilometer bereits geschafft, lediglich unterbrochen von einem Obsteinkauf bei einer Straßenhändlerin und einer Eistee-Gönnung. Für eine längere Siesta lassen wir uns im Schatten einer Obstplantage nieder. Prompt steuert ein Mann auf uns zu, erkundigt sich, was wir für Landsleute sind und schenkt uns etwas Obst und zwei Gurken. Die folgenden 5km haben wir noch flaches Terrain unter den Reifen, dafür brennt die Sonne uns von oben unerbittlich auf den Pelz. Im nächsten Dorf, welches wir durchqueren, füllen wir unsere Wasservorräte auf, denn fortan sollen wir uns unter den Bedingungen der brütenden Temperatur von 38 Grad im Schatten auch noch von etwa 1000m auf 1327m hinaufbewegen. Seeehr langsam geht es voran, vor allem Heiko muss das eine oder andere Mal auf seine Reisebegleitung warten. Trotz aller Anstrengung soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, in welch eindrucksvoll schöner Gegend wir uns hier befinden und was für ein herrlicher 360° Panoramablick den mühsamen Anstieg begleitet. Irgendwann erreichen wir dann doch tatsächlich den höchsten Punkt, bevor wir nach kurzer, aber recht steiler Abfahrt das Dorf Balcı erreichen. Es herrscht viel Treiben in diesem Ort, am Platz vor der Moschee scheinen sich alle männlichen Dorfbewohner teetrinkend versammelt zu haben. Entsprechend viele Augen sind auf uns komische Touristen gerichtet, auch die herumtobenden Kinder haben großes Interesse an uns und den Fahrrädern. Nachdem Heiko sich mit einer freundlichen Türkin auf französisch unterhalten hat, ist einigen Gesprächen der Menschen im Vorbeifahren zu entnehmen, dass man uns für Franzosen hält. Wir füllen noch unsere Wasserflaschen auf und steuern auf den Ortsausgang zu. Dummerweise führt die Straße direkt wieder bergauf, was sich nicht sonderlich gut mit Claudias Befinden in Einklang bringen lässt. Dieses lässt sich nämlich in einem Wort zusammenfassen: Plattgefahren! Auch die fortgeschrittene Zeit spricht für einen baldigen Lagerplatz. Und so fragt Heiko kurzerhand einen Bauern, der just in diesem Moment mit seinem Traktor auf das gegenüberliegende Feld fährt, ob wir auf selbigem nächtigen dürfen. Der Bauer willigt ein und schnell ist unser Heim für diese Nacht errichtet. Im Laufe des Abends bekommen wir mehrfach Besuch: Hirten mit einer Kuhherde nebst einem Esel kommen vorbei und plaudern kurz, eine "Nachbarin" kommt zum Zelt und schenkt uns Birnen, weitere Menschen wollen einfach nur wissen, wer wir sind. Es scheint aber für niemanden ein Problem darzustellen, dass wir hier auf dem Feld am Straßenrand die Nacht verbringen. Es ist schon stockfinster, als immer noch reges Treiben zu hören ist. Traktoren knattern vorbei, Hundegebell aus allen Richtungen, Stimmengewirr...Leia mais
ALI'S PANSİYON
13 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 29 °C
Heute erwartet uns eine entspannte Etappe, entsprechend frühstücken wir noch in Ruhe an unserem Lagerplatz. Neun Uhr ist es, als Gepäck und Fahrräder wieder über den Geröllabhang nach unten auf die Straße verfrachtet werden. Es ist ein
herrlicher Morgen: Eine leichte Brise weht, die Berge strahlen im schönen Morgenlicht, die Straße weist ein leichtes und perfekt fahrbares Gefälle auf, rechts und links des Weges beginnen Schaf- und Ziegenherden ihre Tageswanderung durch die karge Natur. Lediglich einige kurze Anstiege unterbrechen unsere Abfahrt und schließlich rollen wir hinab in den Ort
Eğirdir. Den gleichnamigen Eğirdir-Gölü (Eğirdir-See) konnten wir bereits in der Ferne ausmachen, es handelt sich bei ihm um den viertgrößten See der Türkei. Wir erledigen einen Einkauf und lassen uns dann für eine Kuchen-Pause auf einer Bank mit Seeblick nieder. Es ist erst elf Uhr, als wir anschließend unseren heutigen Zielort ansteuern.
Es geht auf die ehemalige Insel Yeşil Ada (türkisch für „Grüne Insel“), die heute über eine befestigte Straße mit der Stadt Eğirdir verbunden ist. Hier angekommen checken wir in Ali's Pansiyon ein. Unsere Gastgeberin ist ausgesprochen nett und überrascht uns zudem damit, dass sie neben englisch auch ziemlich gut deutsch spricht. Nach Bezug unseres Zimmers stehen zunächst Dinge wie Wäsche waschen und elektronische Geräte mit Strom versorgen auf dem Programm. Uns selbst versorgen wir mit einer ausgiebigen Dusche, bevor wir uns aufmachen zu einem Erkundungsspaziergang um die kleine Insel sowie durch den Ort Eğirdir. Alles in allem verbringen wir einen sehr entspannten Nachmittag in dieser recht beschaulich und kaum touristisch anmutenden Gegend. Am Abend bleibt der Gaskocher kalt, wir lassen den Tag mit Restaurantbesuch und Sonnenuntergang ausklingen. Auch mal schön!Leia mais
Gipfel-Camping
12 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 26 °C
Bereits um sieben Uhr sitzen wir am heutigen Morgen auf den Rädern. Angesichts der heißen Temperaturen am Tage und der bevorstehenden Höhenmeter, die von uns bezwungen werden sollen, sieht unser Plan das Ausnutzen der etwas kühleren Morgenstunden zum Fahren vor. 360 Höhenmeter sind geschafft, als wir zwei Stunden später unsere Picknickstühle im Schatten einiger Bäume aufstellen und uns über den Genuss von Tee und Kaffee sowie ein stärkendes Frühstück freuen.
Zurück im Sattel geht es weiter wie vor der Pause: Meter für Meter arbeiten wir uns bergauf, einzig die Wegführung sieht eine Änderung vor. Erfreulicherweise verlassen wir die Hauptstraße und bezwingen die 5-6%ige Steigung fortan auf einer kaum befahrenen Nebenstrecke.
Die Landschaft wird merklich karger, je mehr wir an Höhe gewinnen, statt Verkehrslärm bilden nun die Glocken von Ziegenherden die Geräuschkulisse. Die Sonne brennt inzwischen unerbittlich, was uns zur Taktik des "Schattenplatz-Hoppings" veranlasst. In sehr regelmäßigen Abständen entfliehen wir der Hitze und lassen unsere Köpfe etwas abkühlen, zur Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts vernichten wir währenddessen auch gerne Kaltgetränke und eine Tüte Chips pro Person. Als am Nachmittag die letzten 4km mit einer fiesen Steigung von 10% gemeistert sind und unsere Beine insgesamt mehr als 1000hm erstrampelt haben, stehen wir auf dem Gipfel in 1328m Höhe im Wind und erklären die heutige Etappe für beendet. Mit dem Aufbau unseres Zeltes wollen wir wegen des sehr offenen Terrains noch warten bis die Dämmerung einbricht, die Zeit bis dahin nutzen wir für unser Abendessen. Unter etwas erschwerten Bedingungen kocht Heiko auf einem Geröllabhang an der Straße mit etwas Windschutz einen leckeren Nudel-Gemüse-Topf. Schließlich werden Räder und Gepäck einzeln über die Geröllkante nach oben auf die Ebene verfrachtet, wo dann auch unser Zelt zum Stehen kommt. Wir schlürfen noch einen Tee, genießen das traumhafte Abendlicht, lesen, erkunden das Areal aus Drohnenperspektive und lauschen dem Glockengeläut der Ziegenherden, bevor die sternenklare Nacht anbricht. Stimmen, die wir um 3 Uhr in unmittelbarer Nähe wahrnehmen, verunsichern uns kurz, scheinen aber nicht uns zu gelten und so schlafen wir weiter...Leia mais
ZZZZ: Zelten zwischen zirpenden Zikaden
11 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 27 °C
War es am gestrigen Abend noch sehr warm im Zelt, hat es sich in der Nacht erfreulicherweise schlaftauglich abgekühlt. Wir sind früh wach und machen uns direkt ans Abbauen unseres Lagers und rüsten uns für die heutige Etappe. Es fehlt noch etwas an unserer "Reise-Routine", so haben wir doch beim gestrigen Einkauf nicht unser heutiges Frühstück eingeplant. Wir radeln folglich mit leeren Mägen los, zunächst führt unser Weg durch einen Tunnel, der glücklicherweise für Radfahrer erlaubt und auch gut fahrbar ist. Anschließend dürfen wir eine Abfahrt mit herrlicher Bergsicht genießen. Am ersten Stand am Straßenrand kaufen wir einige Birnen und Feigen, wenige Kilometer weiter lassen wir uns im Schatten eines noch nicht geöffneten Straßenstandes zum Frühstück nieder. Als wenig später der Standbetreiber zum Aufbau kommt, begrüßt er uns freundlich und schenkt uns Gurken und Tomaten. Die Freundlichkeit der Menschen in diesem Land begeistert uns immer wieder. Weiter geht die Fahrt an einem See entlang, mit fortschreitender Stunde nimmt auch die Hitze an Fahrt auf. Da ist eine frische Brise aus dem erstmals mitfahrenden Ventilator am Lenker sehr willkommen, speziell im Bergauf-Modus. Regelmäßig nutzen wir zudem schattige Plätze, um der brutzelnden Sonne zu entfliehen, gerne auch mit Verzehr- oder Kaltgetränkoption. So kaufen wir z.B. an einem sehr netten Stand an einer Straßengabelung Gözleme mit Kartoffel- und Käsefüllung, die vor Ort zubereitet und uns noch bis zum Abend satt machen werden. Nachdem wir heute bereits einen Berg bezwungen haben, geht es zum Ende der Etappe noch ein weiteres Mal hinauf auf ca. 450m. Einhellig der Meinung, dass wir für heute genug Sonne abbekommen haben, halten wir auf der folgenden Abfahrt Ausschau nach einem Lagerplatz. Dieser findet sich in einem Wald abseits der Straße. Umringt von laut zirpenden Zikaden kommt hier das Zelt zum Stehen. Wir genießen eine Weile einfach das Sitzen im Schatten, dann gibt es die Reste der Gözleme, Tee und Kekse. Ja, und zack, da ist es auch schon wieder zappenduster...Leia mais
Endlich auf dem Rad und im Zelt
10 de agosto de 2023, Turquia ⋅ ☀️ 29 °C
Mit Eröffnung des Buffets finden wir uns am Morgen im Frühstückssaal ein, damit wir zeitig unser Hotelzimmer verlassen und uns nach der unglücklichen Verzögerung auf die geplante Reise begeben können. Letzte Einstellungen an den Rädern werden vorgenommen, bevor sie in altbekannter Manier beladen werden. Gegen neun rollen wir schließlich vom Hotelvorplatz, um Antalya in Richtung Norden zu verlassen. Die ersten Kilometer führen und durch ein weißes Meer aus Gewächshäusern, die meisten scheinen aber nicht bewirtschaftet zu sein. Das Radeln mit voller Zuladung ist zunächst noch ungewohnt, dieser Eindruck ist jedoch nur von kurzer Dauer und schnell fühlen wir uns wieder wohl auf unseren fahrbaren Untersätzen. Über unseren Köpfen schweben unzählige Flugzeuge hinweg, die aus allen möglichen Richtungen Urlauber an den sonnigen Mittelmeerstrand bringen. Wir strampeln indes in die andere Richtung, verlassen recht bald die Stadt und es eröffnen sich die ersten Blicke auf die in den kommenden Tagen zu bezwingenden Berge. An einem kleinen Stand am Straßenrand decken wir uns mit Gemüse für das Abendessen ein, außerdem wird jede Gelegenheit zum Erwerb und Verzehr einen Kaltgetränks genutzt. Unsere Tachos zeigen 34°C im Schatten, so dass vor allem das Radeln bergauf zu einer schweißtreibenden Angelegenheit wird. Nach einem letzten Anstieg auf etwa 320m findet sich etwas abseits der Straße am späten Nachmittag ein Lagerplatz. Wir lassen uns im Schatten nieder, genießen den Blick auf die Berge und manchmal schaffen es die Zikaden in den Bäumen sogar, vom Lärm des Verkehrs abzulenken. Es gibt leckeres Gemüse mit Nudeln vom Gaskocher, die Drohne wird von Heiko das erste Mal in die Luft geschickt und ein spannender Krimi von Claudia verschlungen. So soll es sein, herrlich! Mit Einbruch der Dämmerung erfolgt der Zeltaufbau, bis zum Einbruch der Dunkelheit dauert es in diesen Gefilden erfahrungsgemäß nicht lange.Leia mais
Aller guten Flüge sind drei
9 de agosto de 2023, Turquia ⋅ 🌙 28 °C
Früh am Morgen gilt unser Interesse natürlich als erstes unseren Fahrrädern und deren Standort, die umgehende Ortung ergibt: HAMBURG. Immerhin können wir nach dem Frühstück unsere Taschen in Empfang nehmen, die am Morgen ins Hotel geliefert wurden. Ohne Transportmittel nützt uns das aber genau genommen rein gar nix. So gehen die Bemühungen weiter, Menschen von Airlines oder Flughäfen ans Telefon zu bekommen, die sich dafür zuständig fühlen könnten, unsere Räder in einen Flieger nach Antalya zu verfrachten bzw. verfrachten zu lassen. Während der Status der Verlustmeldung online nach wie vor "Gepäck wird gesucht" lautet, wissen wir schließlich dank der Ortungstags, dass sie in Hamburg rumstehen. So verzweifeln wir weiter und sind zunehmend frustriert, ("Schwieger"-) Papa verdient sich indes in Deutschland die "goldende Warteschleife". Wir verlängern unser nicht gerade günstiges Hotelzimmer um eine weitere Nacht, inständig hoffend, dass es die letzte sein möge. Im Laufe des Tages erreicht und dann endlich die erlösende SMS: Die Fahrräder sind gefunden und werden heute per Direktflug nach Antalya geschickt. Vorsichtig optimistisch schalten wir in den Urlaubsmodus. Nach einer Routenplanung für die ersten Tage steuern wir einen Supermarkt an und decken uns mit etwas Proviant ein. Um unsere Räder schnellstmöglich zu bekommen, verzichten wir auf eine Lieferung und machen uns mit der Bahn auf den Weg zum Flughafen. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin führt uns zu den ersehnten Kartons, in welchem sich unsere unversehrten Fahrräder befinden. Nach drei Tagen und drei Flügen sind nun also tatsächlich Radler, Räder und Gepäck in Antalya vereint, was für eine Odyssee. Es ist schon dunkel, als wir auf einer stark befahrenen Straße zum Hotel radeln. Wir freuen uns darauf, dass es morgen nun endlich in ruhigere Gefilde geht...Leia mais

ViajanteDNke das ihr mich visuell auf eure seeehr lange Tour mitnehmt, der nervig angespannte Start tut mir wirklich leid,für die kommende Zeit alles Gute, bleibt gesund .
Warten, warten, warten...
8 de agosto de 2023, Turquia ⋅ 🌙 27 °C
Eine Mischung aus Lärm der Hauptstraße vor unserem Hotel und lauter Fernsehmucke bildet die Beschallung, die wir während des Frühstücks genießen dürfen. Für die ohnehin schon vorhandenen dezenten Kopfschmerzen sind das nicht die allerbesten Bedingungen. Immerhin erhalten wir aber die Nachricht, dass unser Gepäck gefunden wurde und via Frankfurt nach Antalya geschickt wird. Einigermaßen guter Hoffnung machen wir uns auf den Weg, um notwendige Dinge für die bevorstehenden Wochen zu erledigen: Wir statten uns mit Bargeld aus, kaufen eine türkische SIM-Karte für unseren mobilen WLAN-Router und bekommen sogar einigermaßen problemlos, anders als im letzten Jahr, passende Gaskartuschen für unseren Kocher. Unsere anfängliche Freude und Erleichterung über die Info des Gepäckfundes währt schließlich leider nur so lange, bis wir die Taschen zwar in Frankfurt, unsere Räder aber dummerweise weiterhin in Hamburg orten können. Auch die abendliche Bestätigung der Landung unserer Taschen in Antalya macht die Situation nicht besser. Während wir unsere Verlustmeldung online um Nachrichten ergänzen, werden Fluggesellschaft sowie Flughäfen von Deutschland aus mit Anrufen bombardiert (Danke Papa!).
Aber anstatt verlässlicher Aussagen heißt es vielmehr: Warten, warten, warten... und hoffen!Leia mais
Holpriger Start
7 de agosto de 2023, Turquia ⋅ 🌙 28 °C
Fast ein Jahr ist seit unserer Abreise aus der Türkei vergangen, am heutigen Tag steht nun endlich die Fortsetzung der Tour an. Die Reisevorbereitungen sind abgeschlossen und uns stehen sagenhafte acht Wochen Radeln bevor. Leider gestaltet sich der Start mehr als holprig. Die erste Nachricht, dass der Anhänger, welcher zum Transport unserer Fahrräder zum Flughafen dienen sollte, keine neue TÜV-Plakette erhalten hat, sollte sich als das allerkleinste Problem herausstellen. Mit einem Ersatzhänger (Danke Reimer!) geht es auf die Autobahn, in gut vier Stunden sollen wir in Hamburg gen Süden abheben. Nicht eingeplant war die Vollsperrung der Autobahn nach einem LKW-Unfall, welche sowohl Stau als auch Umleitung nach sich zieht. So erreichen wir schließlich erst 45 Minuten vor geplantem Abflug den Flughafen und stehen etwa 15 Minuten später mit unserem Sperrgepäck am Check-In-Schalter. Dort nimmt man uns zunächst jeder Hoffnung: "Der Flug ist dicht, keine Chance mehr." Kurz darauf will man doch noch unsere Pässe sehen und dann geht alles ganz schnell. Sperrgepäckschalter, Sicherheitskontrolle, Gate..., alles rennend. Schweißgebadet, aber (noch) froh sitzen wir im Flieger, der auch umgehend startet. In Antalya gelandet müssen wir dann aber leider zur Kenntnis nehmen, dass unser Gepäck einschließlich der Fahrräder nicht vor Ort ist. Wir geben also eine Verlustmeldung auf, nehmen uns ein Taxi zum nahegelegenen Hotel. Unsere Gepäckstücke sind mit Ortungstags bestückt und so können wir feststellen: Sie stehen nach wie vor in Hamburg. In der Hoffnung auf zügige Lieferung beschließen wir diesen ersten "Urlaubstag".Leia mais
Flughafen Antalya
2 de outubro de 2022, Turquia ⋅ ⛅ 33 °C
Nach dem gestrigen Abendessen war eigentlich kaum vorstellbar, dass wir am heutigen Morgen schon wieder an Essen denken können, glücklicherweise geht es aber doch. Und tatsächlich steht das Frühstücksbuffet dem abendlichen in nichts nach. Ein letztes Mal in diesem Urlaub erfreuen wir uns an den vielen Köstlichkeiten und lassen es uns gut gehen, dann heißt es so langsam wirklich Abschied nehmen. Die einzelnen Fahrradtaschen werden zu zwei "Bündeln" verschnürt, bevor wir uns schließlich vom Shuttle-Service des Hotels zum etwa vier Kilometer entfernten Flughafen bringen lassen. Wir checken ein, geben die Fahrräder auf, passieren die Sicherheitskontrolle und heben ab. Güle güle, Türkiye! Hoşça kal!Leia mais
Die Abreise naht...
1 de outubro de 2022, Turquia ⋅ ☀️ 37 °C
Der heute Tag steht ganz im Zeichen der Abreisevorbereitungen. Wir bedienen uns noch einmal ausgiebig am Frühstücksbuffet, bevor wir uns das erste Mal auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft, dem nahe des Flughafens gelegenen IC-Hotel, machen. Bei hochsommerlichen Temperaturen radeln wir die Strecke von etwa 15 Kilometern, wobei sich heute andere Hindernisse als die Berge der letzten drei Wochen in den Weg stellen. Eine Fußgängerbrücke, die über eine große Schnellstraße führt ist Teil unseres Weges. Leider sind auf beiden Seiten der Brücke die Fahrstühle defekt, so dass Heiko eine ungewollte Fitnesseinheit absolviert und die (fast) vollständig beladenen Räder die Treppen auf die Brücke hinauf und auch wieder hinunter trägt. Kaum auf der anderen Seite angekommen, müssen wir uns dann noch durch den Trubel einer groß angelegten Wahlkampfveranstaltung kämpfen. Gegen Mittag erreichen wir dann aber das pompöse Hotel und checken ein, sofort wird uns das Gepäck abgenommen und auf einem goldenen Wagen zum gebuchten Zimmer gefahren. Das haben unsere staubigen Fahrradtaschen bisher auch noch nicht erlebt...! Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers, der den großzügigen Außenbereich des Restaurants sowie den Pool und die Sonnenliegen zeigt. Wir halten uns aber zunächst nicht lang auf, sondern machen uns per Bus und Tram auf den Rückweg nach Antalya, um die vorab besorgten und noch im letzten Hotel lagernden Kartons zum Verpacken der Räder abzuholen. Am Hotel angekommen entscheiden wir uns, auf eine erneute Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten, da sowohl der Fußweg zur Haltestelle als auch die Fahrt mit den sperrigen Kartons sicher alles andere als spaßig wäre. Für umgerechnet ca. 10 Euro gönnen wir uns den Luxus eines Taxis, welches uns samt Kartons wieder zum IC-Hotel bringt. Heiko fackelt nicht lang und beginnt sofort mit dem Verpacken der Fahrräder. Leider sind unsere ergatterten Kartons ziemlich klein, so dass anders als in den letzten Jahren ein komplettes Zerlegen der Fahrräder notwendig ist, was am Ende fast vier Stunden in Anspruch nimmt. Für ein versöhnliches Ende des Tages sorgt dann das grandiose Buffet im Hotel, welches keine Wünsche offen lässt. Speziell die Dessert-Auswahl ist paradiesisch, so dass wir an diesem warmen Abend noch recht lange draußen sitzen und eine eine Leckerei nach der nächsten genießen.Leia mais
Sightseeing Antalya
30 de setembro de 2022, Turquia ⋅ ☀️ 31 °C
Zum Frühstück erwartet uns im Hotel ein sehr leckeres und reichhaltiges Buffet, welches wir uns in aller Ruhe schmecken lassen. Nachdem wir einige Überlegungen angestellt haben, wir wir unseren heutigen Pausentag in Antalya verbringen, steuern wir als ersten Programmpunkt das Hadrianstor an. Es handelt sich bei dem Tor um eine der ältesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, früher war es Teil der Stadtmauer und noch heute ist es der „Eingang“ zur Altstadt. Wir halten uns nicht lange auf, sondern begnügen und damit, einmal hindurch spaziert zu sein. Bekannt ist Antalya auch für die Wasserfälle des Düden. Der 30 Kilometer lange Fluss besteht aus dem Zusammenfluss von den beiden im Taurusgebirge entspringenden Flüsschen Kirkgozler und Pinarbası. Nachdem der Düden zunächst eine Weile unterirdisch fließt, kommt er wieder an die Oberfläche und stürzt etwa 12 km nordöstlich von Antalya in einem kleinen Wald im Düden Park in den Düdenbasi. Bei dem Park handelt es sich um ein kleines Naturschutzgebiet mit typisch türkischen Freiluftrestaurants im Park. Gerade angesichts der heutigen heißen Temperaturen ist es besonders angenehm, die Zeit hier im Schatten der Bäume oder der kühlen Höhle hinter dem Wasserfall, in die man über eine Wendeltreppe gelangt, zu verbringen. Wir bewundern den rund 10m hohen Wasserfall aus allen Perspektiven, spazieren über das Gelände und freuen uns, hierher gekommen zu sein. Zum Abschluss bestellen wir uns noch je ein Spinat-Gözleme im Park-Restaurant und trinkten einen Ayran, dann verlassen wir den schönen Park und nehmen den Bus zurück in die Stadt. Wir steuern den Hafen an, da wir für den weiteren Tagesverlauf noch einen Bootsausflug in Betracht ziehen, um ein weiteres Mal in den Genuss eines Wasserfalls zu kommen. Der Düden stürzt auf seinem Weg aus dem Taurusgebirge nämlich zweimal einen Wasserfall hinab. Neben dem besichtigten oberen gibt es an der Küste von Antalya noch den unteren Wasserfall, wo das Wasser 40 Meter ins Meer hinabfällt. Am Hafen angekommen müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass die nächste zweistündige Fahrt mit einem Boot zum Wasserfall erst morgen wieder startet. Wir entscheiden uns stattdessen für eine kürzere Fahrt, die uns zwar nicht zum Wasserfall bringt, aber trotzdem ein schönes Erlebnis ist. Langsam schaukeln wir bei einer leichten Brise über das Meer, schauen uns Antalyas Küste und die Berge vom Wasser aus an und amüsieren uns etwas über die durchgehend für Selfies posierenden Mitreisenden. Den Rest des Abends wird vorwiegend geschlemmt, wir pilgern von Lokal zu Lokal und freuen uns über Cheesecake mit Tee, Mantı und Çiğköfte-Börek mit Ayran und schließlich Baklava erneut mit dem einen oder anderen Gläschen Tee. Ja, und irgendwann nimmt dann leider auch der schönste Pausentag sein Ende.Leia mais
Mission completed - Antalya erreicht
29 de setembro de 2022, Turquia ⋅ ⛅ 29 °C
Lange liegt Schatten auf unserem feuchten Zelt, bis die Sonne endlich die ersten wärmenden und trocknenden Strahlen über die Berge schickt. Es ist bereits zehn Uhr, als wir auf der Straße sind, um heute die Bergwelt zu verlassen und das Mittelmeer zu begrüßen. Von Beginn an geht es bergab, nach ca. 3 km führt unser Weg entlang einer Schnellstraße. Wir haben schon reichlich an Höhe verloren, als wir diese irgendwann wieder verlassen und wähnen uns plötzlich fast in einer anderen Welt. Es riecht auf einmal anders und fühlt sich irgendwie sogar anders an. Wir sehen die imposanten Berge nun von unten und schauen nicht mehr von ihnen herunter, anders als vor wenigen Minuten prägen jetzt Oliven- und Granatapfelbäume, Kakteen mit reifen Kaktusfeigen und Palmen das Bild. Kurz vor der Einfahrt nach Antalya machen wir noch eine kurze Rast und essen unsere letzten Obst- und Keksvorräte. Es folgt eine recht entspannte Fahrt in die 2,6 Millionenstadt, die uns schließlich, nachdem wir vor drei Wochen am Bosporus gestartet sind, an den Strand des Mittelmeeres führt. Eine Weile radeln wir an der belebten Promenade entlang, bevor diese in eine Steilküste übergeht. Ein letztes Mal schalten wir in den kleinsten Gang, um diesen kleinen Anstieg zu bewältigen, dann ist auch schon das Hotel erreicht. Kaum eingecheckt begeben wir uns unter die Dusche, was nach einer knappen Woche in der "Wildnis" extrem wohltuend und ohne Frage auch nötig ist. Als wir wieder zivilisationstauglich sind, machen wir uns als erstes auf den Weg zum nächstgelegenen Fahrradgeschäft. Zu unserer Freude gelingt es uns hier direkt, geeignete Kartons zum Verpacken unserer Räder zu ergattern. Nachdem wir selbige zum Hotel geschleppt haben, kann zum entspannten Teil des Tages übergegangen werden. Wir schlendern durch die Gassen, sammeln erste Eindrücke, lassen uns durch die Altstadt und den Basar treiben. In einem Restaurant mit Meerblick genießen wir ein leckeres Abendessen sowie eine herrliche Aussicht auf die eindrucksvollen Berge im Sonnenuntergang. Auf dem Rückweg zum Hotel kehren wir noch auf einen Tee und eine Portion Baklava in einem kleinen Lokal ein, dann ist Schluss für heute.Leia mais






























































































































































































































































