• Inge Hohmeier
  • Inge Hohmeier

Von Afrika nach Europa

365-päiväinen seikkaillu — Inge Lue lisää
  • Wüstenschiffe

    22. huhtikuuta 2023, Oman

    Was für die Omanis der alltäglichste Anblick der Welt ist, versezt mich immer wieder in absolute Euphorie – Kamele, die Schiffe der Wüste.
    Warum man sie so nennt? Weil sie beim Laufen wie ein Boot von einer Seite zur andern schaukeln, denn Kamele sind Passgänger: Sie schreiten abwechselnd mit beiden linken und beiden rechten Beinen voran. ( Das müsst ihr erst einmal probieren😉)
    Dieses gemächliche Hin und Her erlebt ein Reiter, der sich auf einem solchen Tier fortbewegt, wie Seegang auf einem Schiff.

    Die eigenartige Silhouette von Kamelen erscheint plump und elegant zugleich. Ihr Gesichtsausdruck variiert von gelangweilt über liebenswert zu ziemlich hochnäsig, um nicht sogar zu sagen arrogant.

    Fast nichts ist so tief in der arabischen Kultur verwurzelt wie diese selsamen Tiere.
    Sie wurden bereits vor rund 3.500 Jahren domestiziert und haben seitdem in allen Aspekten des täglichen Lebens eine wichtige Rolle gespielt.
    Erst die Zähmung des Kamels ermöglichte es dem Menschen, in der Wüste zu überleben und eine nomadische Lebensform zu entwickeln.

    Für die Beduinen war das Tier absolut unentbehrlich: Es wurde als Transportmittel, Milch- und Wolllieferant verwendet.
    Als Last- und Reittier ermöglichte es Mobilität für lange Wüstenwanderungen, Handelskarawanen und Raubzüge. Der Dung diente als Brennmaterial, und die Wolle wurde zu strapazierfähigen Stoffen verarbeitet. Als Fleischlieferant fungierte es nur zu ganz besonderen Anlässen. Ansonsten, im normalen Alltag, mussten dafür Ziegen herhalten.

    In der Kultur der Wüstenvölker wurde dem Kamel schon immer viel Beachtung und Zuneigung entgegengebracht. Es wurde quasi als Kamerad angesehen, das Wohl der Kamele hatte manchmal sogar Vorrang vor dem eigenen.
    Und trotz aller technischen Fortschritte haben die Beduinen ihre treuen Begleiter mit in die Gegenwart genommen.
    Wenn das keine Wertschätzung ist!
    Neben unendlich vielen Redensarten, Weisheiten und Gleichnissen, gibt es im Arabischen ganze 160!!! Bezeichnungen für das Kamel. „Al-jamal“, die gebräuchlichste, wird auch gleichzeitig als Begriff für Zuneigung, Bewunderung oder Verehrung verwendet.

    In mancher Hinsicht war das Kamel das Maß aller Dinge. Der Tag gliederte sich in Melkzeiten, als Gewichtseinheit diente die Kamellast, und Entfernungen wurden in Kamel - Reisetagen gemessen.

    Kamele übrigens sind mit ein paar optimalen Tricks ausgerüstet, um in der Hitze der Wüste zu überleben.
    Die Körpertemperatur kann schadlos auf bis zu 42 Grad ansteigen. Durch dieses kontrollierte Fieber schwitzen die Tiere weniger und sparen somit Wasser.
    Selbst bei Temperaturen von über 50 Grad benötigt ein Kamel, je nach Nahrungsangebot und körperlicher Anstrengung nur alle vier bis vierzehn Tage Wasser.
    Hat es schließlich die Gelegenheit, säuft es richtig viel: Bis zu 150 Liter Flüssigkeit passen dann auf einen Schlag in ein Kamel hinein! 🐫

    Seit Jahrhunderten finden im gesamten Oman Kamelrennen statt; sie sind bis heute ein wesentlicher Bestandteil der Tradition und des sozialen Gefüges des Landes.
    Die Tiere rennen dabei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 64 Stundenkilometern auf Strecken, die speziell für diese Art von Rennen gebaut wurden. Kamelrennen sind ein unglaubliches Ereignis und ziehen oft Menschenmengen aus dem gesamten Sultanat an.
    Leider bietet sich für uns keine Gelegenheit, einem solchen Spektakel beizuwohnen.
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  • Sugardunes

    25. huhtikuuta 2023, Oman ⋅ 🌬 31 °C

    Fragt man Leute, welches Bild in ihren Köpfen vom Oman existiert, ist die wahrscheinlichste Antwort: Sand. Nicht enden wollende Flächen und leuchtende, gekräuselte Dünen, die sich - so weit das Auge reicht - bis zum Horizont erstrecken.
    Teile des Oman entsprechen definitiv dem Klischee.
    An einem dieser Orte sind wir jetzt angekommen.
    Die Zuckerdünen entlang der zentralen Ostküste des Sultanats stellen eine besonders beeindruckende Kulisse dar.
    Sie sind schneeweiß und heben sich gegenüber dem tiefblauen Himmel beinahe kitschig schön ab.
    Der Sand sieht durch den permanent stark wehenden Wind immer unberührt aus, so dass jeder Besucher den Eindruck erhält, der erste und einzige Mensch an diesem wundervollen Platz zu sein.
    Als wir dann am Abend noch den arabischen Sonnenuntergang in dem endlos erscheinenden Sandmeer erleben dürfen und sich vor dem Horizont die Silhouette einer Kamelfamilie, die in dieser Ödnis gelassen nach Nahrung sucht, abzeichnet, ist das Klischee wirklich perfekt: Omanischer kann es nicht werden!

    Ehrfürchtig sitzen wir vor unseren Autos und werfen einen letzten Blick zum Himmel und seiner unglaublichen Fülle an Sternen.
    Wir sind nicht nur um Tausende Sandkörner bereichert worden.

    Jetzt sind wir auf dem Weg in die Wahiba Wüste.......Als wäre es nicht schon heiß genug. 🔥
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  • Wahiba-Wüste, Oman

    26. huhtikuuta 2023, Oman ⋅ 🌧 32 °C

    Irgendwann bei km XY biegen wir von der wunderschön ausgebauten Straße ab

    Viktor will unbedingt mitten durch die Wüste fahren, er lässt sich einfach nicht davon abbringen. Dabei könnte doch alles so einfach und komfortabel sein.
    Wir müssen die Luft aus den Reifen lassen und halten kurz an.
    In Sekundenschnelle krabbeln aus sämtlichen Verschlägen und Hütten massenweise kleine Beduinen Kinder.
    Sie hängen am Spiegel, klettern auf die Seitentrittbleche und hangeln sich sogar über die Motorhaube auf die Windschutzscheibe.
    Winzige, kleine, mittlere und welche im Grundschulalter mit der für diese Jahrgänge typischen Zahnlücke.
    Schließlich steigen sie sogar vom Gepäckträger auf Viktors Fahrrad und lassen die Luft aus seinen Reifen ab. Ein besonderes frecher Bengel klaut sogar die Ventile und macht sich damit aus dem Staub.
    Spätestens jetzt wird es mir zu bunt, und ich drücke die Hupe im Dauertonmodus. Ein älterer Beduinen Junge wird durch das penetrante Geräusch angelockt und vertreibt die wilde Meute.
    So etwas haben wir bisher im Oman noch nicht erlebt.
    Die Leute waren alle eher reserviert und zurückhaltend.

    Mit den weichen Reifen machen wir uns schnell aus dem Staub und brausen durch den roten Sand der Wahiba-Wüste ...... und ich hoffe inständig, dass wir hier auch irgendwann wieder heraus finden.
    Ein wenig fühle ich mich zurück versetzt, gute 40 Jahre, anno 1983, in dem ich mit Mani und Viktor quer durch die Sahara gefahren bin.
    Allerdings hatten wir damals kein GPS, kein Telefon, keinen Kühlschrank, kein Klo ......eigentlich gar nichts.
    So habe ich jetzt doch große Hoffnung, dass dieses kleine - von Viktor inszenierte - Abenteuer einen guten Ausklang findet.

    Hanfkappe auf jeden Fall ist wieder einmal in seinem Element.
    Je verwehter die Route wird desto mehr leuchten seine Augen.
    Wie immer aktiviert er seinen 360 Grad Rundblick, was heißt, ihm entgeht NICHTS, REIN GAR NICHTS von dem, was vor uns, rechts oder links von uns, selbst nicht das, was hinter uns liegt. Ein echtes Phänomen, das mich jedes Mal von Neuem ins Staunen versetzt.

    Verwundert entdecken wir mehr und mehr Grün, besonders in ein paar Senken, die wir durchfahren müssen.
    Es muss hier kürzlich stark geregnet haben.
    Und dann ziehen plötzlich in Windeseile zunächst ein paar kleine, dann immer mehr und größere Wolken am Himmel zusammen. Der Horizont färbt sich erst grau, dann rabenschwarz.
    Keine 10 Minuten später - Gott sei Dank hatten wir gerade einen Schlafplatz für die Nacht gefunden - bricht ein fürchterliches Gewitter über uns herein.
    Viktor freut sich gerade noch königlich darüber, dass wir in unserem Camper sicher und im Trockenen sitzen, da schlägt der Blitz ein - mit einer Gewalt und einem Donner und Doria, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.
    Ich werfe mich flach auf den Boden und bleibe dort erst einmal liege. Mindestens 5 Minuten brauche ich, um zu realisieren, dass wir noch am leben sind. So einen lauten Schlag habe ich noch nie gehört.
    Während ich mich für den Rest des Abends unter der Bettdecke verstecke - was natürlich gar nichts bringt - kontrolliert Viktor sämtliche elektronischen Geräte, die Solarzelle auf dem Dach, den Kühlschrank, die Pumpen und sämtliches Andere. Gott sei Dank ist alles heil geblieben, und wir sind buchstäblich mit dem bloßen Schrecken davon gekommen. ( Das sollte sich leider zwei Tage später als Irrtum herausstellen 😪)
    Viktors Fazit, ich traue meinen Ohren nicht, lautet: Das war aber mal ein toller Sandsturm.
    Am nächsten Morgen ist die Wüste von einem getüpfelt grünen Teppich überzogen.
    Über Nacht haben die verdorrten Grasbüschel Farbe angenommen, und an ihren Spitzen strecken winzige, neugierige, gelbe Blüten ihre zarten Köpfchen der Sonne entgegen.
    Und trotz der 200 Kilo Sand, die bis in den letzten Winkel des Campers gedrungen sind, freue ich mit den kleinen und großen Wüstenbewohnern über dieses Wunder, das da heute Nacht passiert ist.

    Die Wahiba-Wüste ist mit 15.000 Quadratkilometern nicht einmal die größte des Landes, das ist die Rub al-Khali.
    Von Norden bis Süden erstreckt sie sich über rund 250 Kilometer, von Osten nach Westen sind es 80 Kilometer. Im Westen und Nordosten verhindern die großen Wadis, häufig Wasser führende Täler mit ihrer Oasenvegetation, die weitere Ausdehnung der Wüste. Im Osten reichen die Dünen bis an den Indischen Ozean.

    Gerade weil sie überschaubar ist, wurde die Wahiba-Wüste interessant für Reiseveranstalter - und für Wissenschaftler. Sie erforschten fast 20 verschiedene Dünenformationen,
    200 Säugetiere, Vögel und Reptilien, 180 verschiedene Pflanzenarten und Zigtausende wirbellose Käfer, Schlangen und Skorpionarten. Deshalb wird auch dringend geraten, morgens gründlich in die Schuhe zu schauen, bevor man sie anzieht.😱🕷🦂

    Der feine Sand knirscht unter den Schuhen. Manchmal knackt es auch, wenn man auf Muschelreste tritt, die die Monsunwinde vom nahen Ozean herüberwehen. Im ständigen Wechsel bläst mal ein frischer Wind, mal ein heißer Fön.
    Und dann sehe ich sie, in den flirrenden Schlieren der Wüstenhitze: Eine Fata Morgana, zunächst verschwommen und dann plötzlich ganz klar.
    Je näher wir kommen desto präziser erscheinen die Details. Und dann wird uns klar, dass dies keine bloße Vorstellung unseres Gehirns ist, sondern eine wirklich reale prunkvolle Moschee.
    FÜR WEN????
    Mitten in der Wüste dieser prächtige Bau, und Ödnis aus Sand davor und danach. So, als wäre sie gar nicht real ..... vielleicht also doch eine Fata Morgana?

    Weiter geht es Richtung Horizont, buchstäblich immer der Nase nach.
    Die Sandpiste lässt sich gut befahren, ein wenig fühlt es sich an, als würden wir schwerelos über dieses endlose Meer hinweggleiten.
    Die Ruhe von außen, die im wahrsten Sinn des Wortes nach dem gestrigen Sturm herrscht, überträgt sich auch nach drinnen und auf uns.
    Und ganz allmählich fange ich sogar an, diese abenteuerliche Wüstendurchquerung zu genießen.
    Während der Fahrt spielt unser Spotify Musikkanal Musik der 70er und 80er Jahre, einer Zeit, in der wir schon viele gemeinsame Abenteuer bestritten haben. Jeder hängt seinen Gedanken und Erinnerungen nach, viele davon sind dieselben.
    Und dann spüre ich, wie mir ein paar Tränen die Wangen herunterlaufen.
    Was für ein Geschenk, so unendlich vieles mit dir geteilt zu haben und immer noch teilen zu können,
    DANKE dafür aus vollem Herzen ❤️ ❤️ ❤️ , mein bester Freund und größte Liebe meines Lebens. 💘
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  • Wadi Bani Khalid und Nizwa

    28. huhtikuuta 2023, Oman ⋅ ☀️ 32 °C

    Als wir am 27.4. aus der Wahiba-Wüste kommen, braut sich abends erneut ein Unwetter zusammen.
    Wieder verfärbt sich der Himmel tiefschwarz, und wenige Minuten später schüttet es wie aus Kübeln.
    Gott sei Dank erleben wir nicht ein weiteres Mal so ein schlimmes Gewitter wie gestern. Mir sitzt der Schrecken von dem gewaltigen Blitzeinschlag immer noch in den Gliedern.
    Der Regen ist so heftig, dass wir beschließen, erst einmal in der Fahrerkabine sitzen zu bleiben und abzuwarten.
    Auf meine Frage, ob die Dachluken im Camper geschlossen sind, kommt ein überzeugend klingendes " ja". Ich hätte es überprüfen sollen.
    Als wir knapp 20 Minuten später in den Wohnraum klettern, erwartet uns eine böse Überraschung: Keine der 3 Dachluken war verriegelt. Somit konnte der starke Wind sie mühelos anheben und das Regenwasser ungehindert hineinfließen. Was es auch zur Genüge tat: Im Badezimmer, im Küchenbereich und sogar oben im Alkoven im Bett ist Land unter angesagt.
    Meine Medikamententasche steht voll Wasser, Viktors Fotorucksack, unsere Handtücher und Jacken im Bad......alles ist durchnässt.
    Ich bin frustriert und total sauer, der Abend ist gelaufen. Ich hätte die große Liebe meines Lebens beinahe umgebracht😱.

    Am nächsten Vormittag scheint glücklicherweise die Sonne - so als wäre nichts geschehen - und wir hängen unsere Sachen auf die Leine. Es sieht chaotischer aus als bei Familie Flodder. 🫢
    Während die Klamotten trocknen, versucht Viktor den Regler von der Solarzelle wieder in Gang zu setzen. Er funktioniert leider seit dem heftigen Blitzeinschlag nicht mehr.

    Anschließend packen wir unsere sieben Sachen wieder zusammen und fahren zum Wadi Bani Khalid, dem angeblich schönsten und bekanntesten des Landes.
    Vor ein paar Tagen ist ein Tornado über Teile des Oman gefegt, Konsequenzen dieses Unwetters sind selbst hier noch zu bemerken.
    Die Straßen stehen komplett unter Wasser, man kann allenfalls noch mit einem Allradfahrzeug weiter fahren.
    Das Wadi, das normalerweise Besucher durch seine unglaubliche Schönheit anlockt, wird jetzt zum Touristenmagneten wegen des Hochwassers.
    Teilweise waten die Menschen knietief durch die Strömung.
    Auf ein erfrischendes Bad in den glasklaren Pools, auf das wir uns so gefreut hatten, müssen wir leider verzichten.
    Ein paar Wasserfälle, natürliche Gumpen und versteckte Höhlen können wir trotzdem auf einer kleinen Wanderung bestaunen.

    Am Nachmittag brechen wir auf zu unserem nächsten Ziel.
    Nizwa, die ehemalige Königsstadt, ist zweifellos einer der Orte, den man während einer Rundreise durch den Oman nicht verpassen darf. Ein Hauch von altem Morgenland umgibt die Stadt, und die Souks bieten eine hervorragende Gelegenheit, sich mit Lebensmitteln und Essgewohnheiten der Omanis vertraut zu machen. Frisches Obst und Gemüse, Kräuter und Gewürze, riesige Stapel von Datteln, Fleisch und frischem Fisch werden hier feilgeboten. Man findet aber auch herrliche Töpfereien, Schmuck und Silberwaren bis hin zu den traditionellen Khanjars, aufwendig ziselierten Krummdolchen, die erwachsene Männer als Teil ihrer Tracht tragen. Sie werden nach jahrhundertealter Methode in mühevoller Handarbeit hergestellt und gelten als eine Art nationales Symbol.
    Hochwertige Seidentücher, Kaschmirschals, Schmuck, orientalische Deko-Gegenstände, Weihrauch und Gewürze gelten als beliebte Mitbringsel von der Reise.
    Doch der Chef schüttelt streng mit dem Kopf, der Platz im Camper ist begrenzt. Absoluter Kaufstopp ist angesagt.😔
    Gleich neben den großen Bazarhallen liegt das Fort von Nizwa, eine monumentale Festungsanlage des 17. Jahrhunderts.
    Die Oasenstadt Nizwa war bis ins 12. Jahrhundert nicht nur Landeshauptstadt, sondern zu allen Zeiten eines der spirituellen und kulturellen Zentren des Oman.
    Schon von weitem sichtbar ragen der mächtige Rundturm der Festungsanlage und die Kuppel der Sultan-Qaboos-Moschee über den anderen Lehmbauten empor.

    Ein Höhepunkt in Nizwa ist laut Reiseführer der Viehmarkt am Fort. Wenn man das Glück hat, an einem Freitagmorgen in der Stadt zu sein, ist ein Besuch eigentlich ein Muss. Von 6 bis etwa 9 Uhr morgens verkaufen Händler aus der gesamten Region Ziegen, Kühe und Hühner.
    Heute ist Freitag, doch an diesem Morgen findet wegen des gestrigen Unwetters kein großer Viehmarkt statt. Nur vereinzelt wechseln ein paar Ziegen und ein Kalb ihre Besitzer - und dafür haben wir uns so früh aus den Betten gequält!

    Nach einem Einkauf in einem riesigen Schlaraffenland - Supermarkt machen wir uns auf den Weg ins Gebirge.
    Wir sind gespannt, was uns dort erwartet!
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  • Shebel Shams und Balcony Walk

    1. toukokuuta 2023, Oman ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Jebel Shams ist mit spektakulären 3009 Metern der höchste Berg im Oman.
    Doch weil sich hier oben im Gebirge eine Radarstation des omanischen Militärs befindet, ist nicht der eigentliche Gipfel das Highlight, sondern der sich darunter befindende Canyon, durch dessen Tiefen das Wadi Ghul fließt.
    Nicht nur Einheimische bezeichnen die grandiose Schlucht gerne als den Grand Canyon des Oman. Die Klamm ist zwar nicht so breit und so gewaltig wie ihr amerikanisches Pendant, dafür aber um einige hundert Meter tiefer
    als der große Bruder in Arizona.
    Wir sind umgeben von gewaltigen Steinwänden, die hunderte Meter steil nach oben zeigen.
    Es heißt, wer auf seiner Reise durch den Oman einen Kick sucht, ist hier richtig, denn die Gegend bietet einige Möglichkeiten für aufregende Unternehmungen. Zu den bekanntesten Touren gehört der Balcony Walk, der als eine der schönsten Wanderungen im Oman gilt.
    Klar, dass dieser Trail ganz oben auf unserer Agenda steht.

    Im Gegensatz zu anderen berühmten Bergketten wie den Alpen oder Anden, die mit Wäldern, Dschungel oder Schnee bedeckt sind, ist das Hajar Gebirge mit Ausnahme von ein paar Sträuchern frei von jeglicher Vegetation. Dies lässt die Landschaft deutlich dramatischer erscheinen, da jeder Felsen und jeder Abhang exponiert ist, und so die Zerklüftungen offen zu Tage treten. Man fühlt sich winzig klein inmitten dieser gigantischen Naturlandschaft, die sich wie ein riesiges natürliches Amphitheater vor uns ausbreitet.
    Auf dem Weg abwärts tauchen wir immer tiefer in den Wadi Ghul Canyon ein. Der Weg ist schmal und führt an senkrecht abfallenden Felswänden vorbei. Die Aussicht in die gewaltige Schlucht ist grandios und immer wieder anders.
    Schließlich erreichen wir über den alten Eselsweg ein verlassenes Dorf ( As Sab ), welches komplett in eine Welt aus Felsen und Stein integriert wurde.
    Bis in die 70er Jahre hinein lebten in As Sab noch 15 Familien in der Isolation der Berge - kaum vorstellbar!
    As Sab lag optimal geschützt und bot eine für damalige Verhältnisse erstaunlich gute Wasserversorgung.
    Mit Hilfe von Gesteinsresten und Schutt legten die Dorfbewohner auf den Klippen Terrassen an, wo sie dann ihre Ernte anbauen konnten.
    Aus den Getreideerträgen stellten sie mit einer Mehlmühle Nahrung für alle her.
    Zudem hielten die Menschen Vieh und bauten Wassermelonen, Chilischoten, Zwiebeln und andere Feldfrüchte auf dem fruchtbaren Land an, auf dem auch Akazien -, Wacholder- und Olivenbäume wuchsen.

    Ich finde es unfassbar, wie Menschen jahrelang in der Isolation dieser Berge überleben konnten
    und bekomme schon beim bloßen Anblick der verlassenen Häuser ein beklemmende Gefühl.

    Klar, dass der Balcony Walk allein unsere Männer nicht aus der Reserve locken kann. Da muss schon noch was anderes kommen.
    Auf unserer Wanderung halten wir ( also eigentlich Viktor) immer wieder Ausschau nach der Einstiegsstelle zu einem Klettersteig, der sich dort befinden soll.
    Doch wir entdecken ihn trotz intensiver Suche nicht, denn diese Stellen sind oft sehr schwer auszumachen.
    Wer aber von euch meint, damit sei das Unternehmen vom Tisch, der kennt meinen Mann nicht.
    Am Abend schaut er sich ein paar Filme im Internet an, prüft ein weiteres Mal sein Kartenmaterial .......und am nächsten Tag erfolgt Operation Klettersteig Nummer Zwei.
    Aus irgendeinem mir nicht erklärlichen Grund hat er nur eines von unseren beiden Klettergeschirren ( zur Sicherung) dabei.
    Nachdem wir stundenlang mit Engelszungen auf die Beiden eingeredet haben, entscheiden sie, dass sie zwar zu Zweit bis zur Einstiegsstelle gehen, dann aber nur Viktor alleine die Via Ferrata begeht.
    So viel Vernunft und Einsicht ist eigentlich ungewöhnlich für die Brüder, aber wir haben auch nicht locker gelassen. Zu groß ist die Gefahr, dass hier " in the middle of nowhere" etwas passiert und im schlimmsten Fall unsere Reise damit zu Ende wäre. Kai hat keinerlei bergsteigerische Erfahrung.... meiner Meinung nach wäre das einem Himmelfahrtskommando gleich gekommen.
    So läuft Gott sei Dank alles glatt .....Viktor bezwingt den Klettersteig und ist glücklich und zufrieden. Er hat wieder einmal seine überlebenswichtige Adrenalindosis bekommen, ohne die er auf Dauer schwer erträglich wird 😉

    Im Jebel Shams Resort haben wir jetzt 4 Nächte verbracht. Es war bisher unser erster und einziger offizieller Campsite im Oman, was aber nun auch
    dringend notwendig war nach 14 Tagen wildem Campen: endlich noch einmal den gesamten Wagen von Unmengen Salz und Sand reinigen und Wäsche von 14 Tagen abarbeiten können .....und endlich einmal wieder eine heiße Dusche!!!

    Morgen brechen wir zu unserem nächsten Ziel im Oman auf.
    In 9 Tagen läuft unser Visum für dieses wunderschöne Land ab, alle Punkte unserer Bucketliste werden wir nicht mehr schaffen.
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  • Noch ein Wadi

    3. toukokuuta 2023, Oman ⋅ ☀️ 31 °C

    Wadi Damm liegt ca eine Autostunde von unserem Camp Jebel Shams Resort entfernt.
    Henriette, die Motorradfahrerin, die wir in Kenia kennen gelernt und auf unserer Reise mehrfach wieder getroffen haben, hatte uns diesen wunderschönen Ort empfohlen.
    Klar, dass wir dahin wollen!
    Das Wadi beginnt ziemlich genau hinter einem kleinen Damm mit vielen großen glatten Felsen, die man auf irgendeine Art und Weise überwinden muss: springend, rutschend, kletternd oder auf allen Vieren kriechend.
    Der Weg ist eigentlich nicht besonders schwierig, aber durch den ständigen Fluss des Wassers sind die Steine stellenweise gefährlich rutschig.
    Nach ca. 10 Minuten Gehzeit erreichen wir eine Stelle, an der ein ziemlich dünnes Seilchen vom Felsen herab baumelt. Nicht gerade zuverlässig erscheinend. 🫢
    Dem sollen wir unser ganzes Gewicht, quasi unser Leben anvertrauen???
    Doch es gibt keine Alternative: Wenn wir im Wadi baden wollen, müssen wir da jetzt hoch.
    Aus früher Jugend kennen wir alle noch den Trick mit der Räuberleiter, mit deren Hilfe man manch unpassierbare Stelle gemeistert hat.
    Um eine Räuberleiter zu
    " bauen ", verschränkt ein Helfer seine Finger vor dem Körper auf Bauchhöhe, so dass der Kletternde mit einem Fuß darauf treten kann. Der Partner nutzt die Hände quasi als Stufe und drückt sich hoch. Für diese Turnübung muss man nicht besonders stark sein, denn man hebt den anderen nicht wirklich, sondern hält ihn nur.
    Viktor fungiert beim Heraufklettern als unser Helfer, das heißt er ist die Räuberleiter für Karola und mich.
    Ein klein wenig Ächtzen und Stöhnen von oben und von unten, und schon befinden wir uns alle eine Etage höher. Super gemacht👍!
    Die Aussicht hier ist atemberaubend und entschädigt für die ganze Pein.
    Die Felsformationen sind einzigartig und gewaltig.
    In den dunklen Steinen befinden sich interessante Löcher ganz unterschiedlicher Größe sowie weiße Linien, die aussehen, als seien sie mit einem dünnen Pinsel auf die Felsen gezeichnet worden.
    Nicht nur unser Geologenveteran ist überwältigt von der Szenerie!
    Immer wieder finden wir kleinere und größere Wasserbecken, teilweise durch natürliche Rutschen miteinander verbunden.
    Kein Aqualand könnte schöner sein!
    Am Eingang des Wadi hatten wir ein französisches Pärchen getroffen, das vor der Wanderung noch etwas beim Auto essen wollte.
    Als die Beiden uns eine Stunde später auf dem höchsten Felsen thronen sehen, sind ihre Augen groß wie Suppenschüsseln. Das muss eine Fata Morgana sein. Diese Tarzans und Janes auf den Felsen können unmöglich wir sein.
    Nein, wirklich! Das hätten sie den
    " älteren Herrschaften " im Leben nicht mehr zugetraut. Sie sind voller Hochachtung - insbesondere vor der Leistung von uns Frauen!!!!
    Karola und ich sind begeistert und natürlich auch ein wenig stolz👍💪.
    Eine Zeitlang erkunden wir noch das tolle Terrain, schwimmen in den unterschiedlichen Pools oder liegen einfach nur faul zum Sonnen auf den Felsen.
    Dann kommt unweigerlich der Rückweg!
    Natürlich müssen wir auch hier die Schlüsselstelle wieder überwinden.
    Dieses Mal soll Kai herhalten. Der Arme!!!! Die umgekehrte Räuberleiter gleicht weit mehr einem Lastenaufzug als einer Leiter und verlangt das Äußerste von meinem tapferen Schwager.
    Doch auch diese Herausforderung meistern wir gemeinsam.
    Zu guter Letzt kommen wir alle wieder heil bei unseren Autos an und blicken auf einen ebenso wunderschönen wie lustigen Tag zurück.
    Auch die Heimfahrt zum Camp ist ebenso wie der Weg hierhin unangenehm holprig - ihr kennt das ja schon aus früheren Erzählungen.
    Doch das nehmen wir gerne für dieses tolle Erlebnis in Kauf.
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  • Horrorfahrt durch die Berge

    5. toukokuuta 2023, Oman ⋅ ⛅ 30 °C

    Seit Tagen schon kämpfen wir uns durch die Bergwelt des Oman.
    Was für meinen Mann das pure Glück ist, bereitet mir Qualen, die ich bisweilen sogar körperlich spüre.
    Die Wege sind natürlich nicht asphaltiert, sondern übersät und blockiert durch Geröll und abgebrochene Felsen.
    Die Steigungen, die unser armer Wagen bewältigen muss, sind mitunter fast senkrecht.
    Er schnauft, ächzt, kracht, schaukelt, schnaubt und schreit - ja wirklich er schreit...... wofür ich volles Verständnis habe. Oder bin das etwa ich, der schreit???😩
    Links von uns gähnt der Abgrund aus mindestens 500 Metern Tiefe. In den Kurven neigt der Camper sich gefährlich zur Seite. Ich habe normalerweise keinerlei Höhenangst, aber das ist jetzt wirklich der Horror!
    Plötzlich, wir hängen in der Vertikalen, die Vorderräder heben ab und wir befinden uns kurz vor einem Rückwärtsüberschlag, verschaltet sich Viktor und würgt den Motor ab.
    Wir rollen zurück die Räder finden keinen Halt, wir rutschen Richtung Abhang.
    Ich öffne den Mund, aber der Schrei bleibt mir im Hals stecken. Das ist das Ende: wir werden rücklings, uns überschlagend die Steilwand herabstürzen.
    Viktor haut mit voller Kraft den ersten Gang rein, wir rutschen und rollen noch ein Stück nach unten, dann endlich packt das Getriebe. Ich wage nicht zu schauen, wie dicht am Abgrund wir zum Stehen gekommen sind, ich spüre nur, dass mir die Tränen an den Wangen herunterlaufen. Sprechen kann ich nicht mehr.
    Der Spaßfaktor für mich ist unter Null gerutscht.
    Doch es gibt keine Zeit zum Durchatmen und Entspannen. Wir müssen erneut eine senkrechte Passage bewältigen.....dieses Mal abwärts. Es ist so steil, dass wir den Weg vor uns nicht mehr sehen können. Viktor fährt nur nach Gehör.
    Ich verkeile mich im Innenraum so gut ich kann. Den linken Fuß stemme ich gegen die Scheibe, das rechte Knie wird zwischen Tür- und Fenstergriff geklemmt. Ein Arm krallt sich an der Autodecke, der andere irgendwo unter dem Sitz fest.
    Als der Alptraum nach 2 Stunden zu Ende ist, habe ich noch nicht einmal mehr Kraft zum Schimpfen.
    Mein ganzer Körper vom kleinen Zeh hinauf bis zum Kiefer ist verspannt und hart wie Beton.
    Die Landschaft in den Bergen muss spektakulär gewesen sein. Ich habe nichts davon mitbekommen. Das einzige, woran ich mich erinnern kann ist, dass ich Viktor an einer besonders fürchterlichen Stelle, an der er wieder seinen 360 Grad Rundblick einschalten wollte, beinahe massakriert hätte.
    Jetzt stehen wir bei brütender Hitze an einer Werkstatt in einem kleineren Ort, denn anscheinend hat der arme Wagen doch einen Schaden davon getragen. Wundert euch das? Mich nicht!
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  • Misfat Al Abriyeen

    6. toukokuuta 2023, Oman ⋅ ⛅ 30 °C

    Ihr Lieben! Wir haben die Fahrt durch das Gebirge heil überstanden. Nur in der darauf folgenden Nacht bin ich mehrmals im Traum in den Abgrund gestürzt, in der Wirklichkeit ist es uns Gottlob erspart geblieben.
    Ich hatte euch schon von der Werkstatt berichtet, in der wir nach dem Höllenritt gelandet sind.
    Dort haben die Mechaniker festgestellt, dass ein Sicherungsring von der Steckachse an der falschen Stelle saß, die Bremsen dringend nachgestellt werden mussten und ein Radlager zu viel Spiel hatte. Wahrscheinlich wäre das Rad auf den nächsten Metern abgefallen ( denke ich).
    Natürlich behaupten mein Mann und sein Bruder, das alles war nicht so tragisch.
    Warum aber habe ich das Gefühl, dass es im schlimmsten Falle vielleicht unsere letzte Fahrt hätte sein können????
    Jetzt scheint auf jeden Fall alles wieder repariert zu sein, und wir brausen mit neuem Mut - ohne beängstigende Geräusche - Richtung Küste.
    Inshallah und Gott sei Dank, dass alles ein gutes Ende gefunden hat!!!

    Viele von Euch treuen Freunden haben mit uns gelitten. Hier nur ein paar von Euren aufmunternden Worten:

    Liebe Inge das kann ich mir so richtig vorstellen. Du am Rande des Nervenzusammenbruch und Viktor mit einem Grinsen im Gesicht. Chapeau für eure bisherige Leistung. Weiter so. LbGr Marga

    Thats too much, Horror pur! Tamy

    Liebe Inge, war vor 2 Jahren im Oman. Haben auch so eine Horrortur gemacht. Dieses Gebirge hat es in sich. Es war eine geführte Tour, und trotzdem hatte ich Riesenangst. Alles Gute für euch! Monika

    Puhhh das braucht keiner, Respekt!! Bärbel

    Ich weiß nicht, wie du diesen Stress aushälst?!? Claudia

    🫣😱ohne Worte... Gerli

    Ohh mein Gott,🥴😱🫣ich wünsche dir, dass sich die senkrechten Wege endlich in waagrechte🤞 verwandeln und du eine gute erholsame Massage von Viktor bekommst! Kerstin & Chris

    Wirklich was für ein Horror. Ich habe die Luft angehalten 😥

    Oh je Inge!!!!!! Diesmal beneide ich dich wirklich nicht🥹 Ich wünsche euch weiter viel Glück auf eurem Weg ❣️🙏🏼😘

    Ich möchte nicht mit dir tauschen! Du Arme😞

    Liebes Ingelein, ich hoffe sehr, dass euer Auto nicht wirklich stark zu Schaden gekommen ist. Ich wäre nach dieser Tour, die ich wahrscheinlich nervlich nicht überstanden hätte, so gut wie tot. Wie schaffst du das? Schade dass du ein Kaufverbot hast 😔, wie kommen wir denn jetzt zu unserer Wunderlampe? 🤔. Egal wie faszinierend ich schon immer die orientalische Welt fand, für so eine Tour wäre ich zu sehr eine "Sissi". Pass weiterhin gut auf euch auf, denke jeden Tag an euch ❤ ❤ ❤

    Du arme Mama 😘

    Aber jetzt möchte ich euch den Blog über die kleine Stadt Misfat nicht vorenthalten.
    Zeitlich fand der Besuch vor dem Ritt durch das Gebirge statt:

    Von dunklen Klippen und Felsen getarnt, in der Nähe des Gipfels von Jebel Shams, auf dem wir vor ein paar Tagen noch gestanden haben, finden wir
    Misfat Al Abriyeen, Omans berühmtestes Lehmdorf.
    Der Ort ist etwa 500 Jahre alt und liegt auf 1000 Metern Höhe inmitten einer absolut kargen Umgebung.
    Die ersten Siedler, die das Land bewirtschafteten, gehörten zum Stamm der omanischen Al Abri. Für ihre Häuser benutzten sie eine Lehmarchitektur, die den Ort auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat.

    Als Fundament dienen die Bergklippen, auf denen dann aus kleineren Felsen und Steinen der Umgebung die Wände erbaut und mit Lehm befestigt werden.
    Für die Dächer verwendet man Palmenblätter.
    Die Architektur wirkt wie eine harmonische Fortsetzung der Natur. Fast scheint es so, als sei das Dorf auf natürliche Weise aus der rauen, unberührten Landschaft herausgewachsen.
    Die Lehmhäuser sind das eine typische Beispiel alter omanischer Tradition im Dorf. Ein weiteres ist das Falaj
    Bewässerungssystem. Künstliche Kanäle, die mit einer Quelle verbunden sind, sorgen dafür, dass sogar ein so abgelegenes und trockenes Gebiet wie Misfat Al Abriyeen mit Wasser versorgt wird. Kleinere Abzweigungen können nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden und garantieren so eine gleichmäßige Bewässerung. Es sind erstaunlicherweise keinerlei Pumpen erforderlich, allein ein genau austariertes Gefälle sorgt für einen steten Wasserfluss.
    Diese einzigartigen Systeme zählen zu den beeindruckendsten Leistungen alter Ingenieurskunst – manche von ihnen sind bis zu 2.700 Jahre alt.

    Man betreibt hier in Misfat Etagen-Landwirtschaft:
    Im Schatten der großen Dattelpalmen gedeihen Bananen, und ganz unten am Boden wird zusätzlich Gemüse angebaut. Nur damit wird es vielen Einheimischen in dieser kleinen Oase ermöglicht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
    Überall im Oman stößt man auf Beispiele dieses UNESCO-geschützten Bewässerungs-Systems. Doch in Misfat Al Abriyeen muss der Bau besonders aufwendig gewesen sein, denn alle Kanäle wurden per Hand in die Bergfelsen geschlagen. Was für eine Knochenarbeit!

    Ein Spaziergang auf den ausgetretenen Treppen des kleinen, in den Bergen verlorenen Dorfes beeindruckt durch seine ruhige Atmosphäre nicht nur Einheimische, die auf der Flucht vor der Hitze im Tiefland sind.

    Es ist auch ein Ziel für Touristen aus aller Welt geworden, denn Misfat gilt als eines der schönsten Örtchen Omans.
    Die Stimmung ist überall zwischen den langsam zerfallenden Lehmhäusern und in den schattigen, alten Gassen spürbar. Irgendwie fühlen wir uns um Jahrhunderte zurückversetzt, und auch uns bezaubert der kleine Ort mit seinem ganz besonderen Charme.
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  • Ende Oman

    9. toukokuuta 2023, Oman

    Wir sitzen in unserem Camper beim Frühstück. Es ist erst 9 Uhr, aber die Temperaturen liegen schon bei 39 Grad. ( Ein paar Stunden später knacken wir die 45 Grad Marke).
    Im Auto läuft unser kleiner
    Ventilator auf Hochtouren. Er gibt alles, so als wüsste er, wie überlebenswichtig er im Moment für mich ist.
    Viktor trägt ihn ständig von einem Ort im Wagen zum anderen, so dass ich immer im Wind sitze vor dem winzigen Gebläse.
    Die Hitze ist unbeschreiblich, jeder Schritt kostet Überwindung und lässt den Schweiß aus allen Poren herausfließen. Duschen wird zu einem Sisyphusakt.
    Aber leider ist daran nichts zu ändern, wir sind in der heißesten Jahreszeit auf der arabischen Halbinsel gelandet.
    Deshalb bin ich heilfroh, dass wir in Dubai, wo wir morgen ankommen werden, ein Quartier mit Klimaanlage gebucht haben. Darauf freue ich mich riesig!!!

    Aber nun alles der Reihe nach.
    Ich hatte euch noch nicht von unserem Canyoning Abenteuer erzählt:
    Dazu fahren wir ins Gebirge zum Snake Canyon.
    Der Nervenkitzel, diese Klamm zu erkunden, besteht aus einer Kombination aus Trekking, Abseilen von hohen Klippen, Schwimmen und ein paar Sprüngen in tiefe Pools. Schluchtenwandern, so die deutsche Bezeichnung, gehört zu einem der spannensten Erlebnisse, das allen Abenteurern und Outdoor-Liebhabern, die den Oman besuchen, wärmstens ans Herz gelegt wird.
    Die Tour beginnt harmlos, wir stapfen zunächst im Trockenen über Geröll und Kieselsteine, wobei diese allmählich an Größe zunehmen.
    Dann kommt der erste große Klippensprung in ein Wasserbecken (ca. fünf bis sechs Meter tief), der schon eine richtige Mutprobe darstellt.
    Ab hier gibt es kein Zurück mehr, es geht nur noch nach vorne.
    Je weiter wir in den Canyon dringen, desto schmaler wird der Pfad. Einige Stellen sind so eng, dass man beide Seiten der Schlucht gleichzeitig mit ausgestreckten Armen berühren kann.
    Auf halbem Weg erreichen wir eine wirklich große Höhle unter den Felsen.
    Bizarre Kalksteinformationen hängen an der Seite und von der Gewölbedecke herunter. Nur an einer kleinen Stelle dringt ein wenig Tageslicht hinein.
    Die Stimmung wirkt ein wenig unheimlich.

    Leider hat sich der Wasserstand im Snake Canyon in den letzten Jahren auf ein Niveau reduziert, bei dem viele Pools wesentlich flacher sind und weniger Wasser enthalten als früher.
    So sind längst nicht mehr so viele Sprünge erforderlich wie noch vor ein paar Jahren, und einige Rutschen liegen regelrecht auf dem Trockenen.
    In manchen Pools ist keine Strömung mehr vorhanden, sie sind mit trübem, stehendem Wasser gefüllt.
    Teilweise kostet es mich eine Riesenüberwindung, da hinein zu springen und sie zu durchschwimmen, aber das ist leider Teil des Abenteuers.
    An einer Stelle hat sich besonders viel Treibgut bestehend aus Palmenblättern und -stämmen, Holz und leider auch ein paar Plastikflaschen angesammelt.
    Mit aller Kraft presse ich die Lippen zusammen, damit auch nicht ein einziger Tropfen von der Brühe in meinen Mund gelangt.
    Doch das gelingt mir leider nicht, weil ich in diesem Augenblick einen ausgewachsenen Grizzly leblos vor mir im Wasser treiben sehe. Ein gellender Schrei... leider blitzschnell und ohne mein Gehirn vorher einschalten zu können- kommt aus meinem Mund.
    Hier gibt es natürlich gar keine Grizzlys, also muss der braune Körper zu etwas Anderem gehören! Oh Gott, ein totes Kamel!!!
    Als ich den vermeintlichen Kadaver fast berühre, sehe ich, dass es nur ein fetter Palmenstamm ist. Die braunen Fasern, mit denen er umschlossen ist, lassen ihn aussehen wie einen aufgedunsenen Tierkörper.
    😱😱😱

    Insgesamt schwimmen, kraxeln, springen und planschen wir gute 3 Stunden in dem Canyon herum und haben alles in allem einen Riesenspaß.

    Anschließend lädt uns unser Guide Sultan bei sich zu Hause zu einem typischen omanischen Lunch ein.
    Das darauf folgende Ritual des Kaffee Trinkens kennen wir schon:
    Da der Kaffee ungezuckert ist, nimmt man vor dem Trinken noch eine süße Dattel – mit der rechten (reinen) Hand.
    Für unseren Geschmack ist das Getränk eher schwach, keinesfalls mit einem Espresso zu vergleichen. Durch die Zutaten schmeckt es etwas verfremdet: Kardamom, Safran, Rosenwasser, manchmal noch etwas Zimt und Nelken sollen das Gebräu veredeln.
    Serviert wird es in kleinen, henkellosen Tassen, ( inzwischen manchmal auch in Pappbechern) - ausgeschenkt aus einer oft besonders verzierten silbernen Kaffeekanne.
    Will man nichts mehr nachgeschenkt haben, wackelt man dreimal mit der Tasse … das haben wir auch schon gelernt.
    Als Sultan uns das Essen serviert, ist er kaum wiederzuerkennen.
    Raus aus den Outdoor Klamotten und rein in die Dishdasha.
    Ja, er erscheint wirklich in dem knöchellangen, weißen Gewand, das traditionell in den Wüstenregionen der Arabischen Halbinsel von Männern getragen wird.
    Dazu zieht man entweder eine runde Kappe, Kummah genannt, oder ein Tuch, oft aus Kaschmir, den Mussar an, der kunstvoll als Turban drapiert wird.
    Den trägt Sultan jetzt nicht, aber er sieht vollkommen verwandelt aus - ein unglaublicher Wechsel vom Modernen zum Traditionellen.

    Zurück zum heutigen Tag und letzten Abend im Oman.
    Dieses Land und seine Menschen haben uns in den letzten 4 Wochen wirklich beeindruckt. Wir haben einen für uns unbekannten Kulturraum kennengelernt und sind positiv überrascht. Irgendwo habe ich während der Vorbereitung gelesen, der Oman sei Arabien für Anfänger.
    Wir sind gespannt, was uns in den anderen Ländern erwartet!
    Die zahllosen Bilder, die vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen müssen unser Verstand und unsere Seele erst einmal sortieren.
    Und, wer weiß.... vielleicht kommen wir ja irgendwann noch einmal hierher!
    Danke und Auf Wiedersehen – šukran mai alslama.
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  • Dubai - Stadt der Superlative

    10. toukokuuta 2023, Yhdistyneet Arabiemiirikunnat ⋅ ☀️ 34 °C

    Wir verlassen den Oman am Vormittag des 10. Mai und reisen ohne weitere Probleme in die Vereinigten Arabischen Emirate ein.
    Eine angenehme Erfahrung - verglichen mit den Horrorszenarien, die wir schon an diversen Grenzübergängen auf unserer Tour erlebt haben.
    Als wir uns Dubai, unserem nächsten Ziel nähern, geraten wir kurz vor den Toren der Stadt in einen üblen Sandsturm, so dass wir kaum die Straße vor uns ausmachen können.
    Dann reißt der Himmel auf, und uns präsentiert sich eine Skyline, wie wir sie alle noch nie gesehen haben.
    Vor Staunen bleibt mir der Mund offen stehen, und ich fühle mich wie Klein Erna, die zum ersten Mal verwundert die große weite Welt erkundet.
    Das ist jetzt wirklich ein absoluter Kulturschock - in umgekehrter Richtung.

    Solche Bilder haben wir seit 10 Monaten, nein eigentlich noch nie gesehen, obwohl wir schon einige Orte auf diesem Globus bereist haben.
    Unsere Gefühle und Eindrücke sind kaum mit Worten zu beschreiben.

    Von ein paar Öl - Scheichs aus dem sandigen Boden der arabischen Wüste gestampft ist Dubai eine der jüngsten Städte der Welt.
    Sie ist die Hauptstadt des Emirats Dubai und die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf, zu deren bekanntesten Abu Dhabi, Dubai und Sharjah gehören.
    Manchmal gibt es Verwirrung, ob es sich bei Dubai um eine Stadt oder ein Land handelt.
    Die Antwort ist ganz simpel: Dubai ist sowohl Stadt als auch Land bzw. Emirat.

    Die Metropole hat über 2 Millionen Einwohner und mehr als 90 verschiedene Nationen treffen hier aufeinander.
    Diese Mischung aus vielen Kulturen an einem Ort ist es unter anderem, was die Faszination Dubais ausmacht.
    Auch wenn die traditionellen Emiratis immer noch den Kern der Gesellschaft bilden, so stellen sie zahlenmäßig eine Minderheit dar.
    Über 80 Prozent der Bevölkerung kommen aus fremden Ländern, wie Indien, Pakistan oder dem Nahen Osten. Alle nur vorstellbaren Lebensstile finden sich in der Metropole wieder. So sitzt man gerade noch zwischen Shisha rauchenden, arabisch sprechenden Emiratis – und im nächsten Moment lockt einen der Duft eines Currys in eines der authentischen indischen Restaurants.

    Die Stadt ist ein Publikumsmagnet und zählt mit jährlich bis zu 18 Millionen ausländischer Touristen zu den meistbesuchten Orten der Welt.
    Aber das ist nicht der einzige Superlativ dieser Metropole.
    Dank eines jahrzehntelang anhaltenden Baubooms kann Dubai mit der weltweit größten Anzahl an Wolkenkratzern von über 300 Metern Höhe aufwarten.
    Burj Khalifa ist mit unvorstellbaren 828 Metern das höchste Gebäude der ganzen Welt. Die Dubai Mall erhebt den Anspruch,
    " the biggest shopping mall in the world " zu sein und der Dubai Fountain vor der Mall ist der gewaltigste Springbrunnen auf dem Globus.
    Die Stadt will mit allem beeindrucken und das gelingt ihr auch mit Erfolg.
    Man merkt schnell: hier gilt überall das Prinzip: höher, schneller, weiter, teurer.

    Nun wollen wir diese Stadt mit ihrer fremden Kultur und all ihren Sehenswürdigkeiten, den Märkten, den unzähligen Souks, den wahnsinnigen Skyscrapers und super modernen Architekturwundern entdecken.
    Also, machen wir uns auf den Weg und tauchen ein in das Flair einer wohl einzigartigen Stadt.

    Heute ist der 13. Mai......
    Gerade haben wir die Nachricht erhalten, dass unsere Fähre in den Iran wegen schlechten Wetters um einen Tag vorverlegt wurde.
    Jetzt müssen wir das tolle Appartement morgen früh um 5 Uhr fluchtartig verlassen. Dabei hatten wir geplant, endlich einen Chilltag einzulegen.
    Wir sind extrem traurig und haben Stress ohne Ende.
    😪😩
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  • SightseeingTour Dubai

    11. toukokuuta 2023, Yhdistyneet Arabiemiirikunnat ⋅ ☀️ 33 °C

    In Bur Dubai am südlichen Ende des Creeks, der Lebensader Dubais, beginnt Ende des 18. Jahrhunderts die Geschichte des Emirats, als sich ein Beduinenstamm aus Abu Dhabi hier niederlässt und von Oasenwirtschaft und vom Fischfang lebt.
    An diesem Ort finden wir das ursprüngliche Dubai
    mit seiner antiken
    arabischen Architektur wie im Märchen aus
    1001 Nacht.

    Nach den ersten Erdölfunden im Jahre 1966 entwickelte und veränderte sich die Stadt wie im Zeitraffer.
    Und immer noch wächst Dubai ohne jede Beschränkung stetig schneller, höher und größer.
    Das berühmteste Beispiel für die Devise: " Stillstand ist Rückstand " ist der Burj Khalifa.
    Neben ihm sehen Hochhäuser, ja selbst Wolkenkratzer lächerlich klein aus.
    Das Gebäude protzt nicht nur vom Boden aus mit seiner mächtigen Höhe. Von der Aussichtsplattform auf über 800 Metern Höhe erstreckt sich die Wunderwelt Dubais bis in die Wüste am Horizont. Der Blick von hier oben ist einfach phänomenal und das Gefühl unglaublich, einmal auf dem höchsten Gebäude der Welt gestanden zu haben.
    Ganz Dubai liegt uns zu Füßen.
    Der Tower ist nicht einfach viereckig, sondern verjüngt sich nach oben hin mehrfach.
    Das sieht zunächst einmal unglaublich interessant und ausgefallen aus und bietet zudem dem Wind weniger Angriffsfläche.

    An jeder Ecke und mit jedem Blick nach oben entdecken wir bei unserer gebuchten Stadtrundfahrt etwas Neues.
    Allein das Shopping in den größten Malls der Welt, die mit Aquarium und Skiarena punkten, wird ein unvergleichliches Erlebnis bleiben.
    Auf dem Weg zum Einkaufszentrum XXL hören wir den Muezzin zum Gebet rufen.
    Der Islam ist der prägendste Pfeiler der Kultur in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Koran bestimmt nicht nur den Alltag der Muslime hier, auch im Bild der Stadt ist die islamische Kultur allgegenwärtig. Und er fügt sich hervorragend ein in das moderne Dubai.
    Auf der einen Seite die Art der Bewohner, ihre Religion zu würdigen, in ihrer traditionellen Weise, Handel zu betreiben auf der anderen Seite ihre Weltoffenheit. Das alles wird ewig Dubai bleiben.

    Bei Jumeira bewundern wir den Public Beach.
    Das glasklare Wasser ist ganz ruhig und schimmert von hell türkis
    bis tiefblau.
    Gegenüber vom Beach hat man in den letzten Jahren ein wahres Wunderwerk von Menschenhand erschaffen.
    Da, wo sich vorher das Meer befand, entstand eine künstliche Insel in Form einer Palme, die aus einem 2 Kilometer langen
    " Stamm" , 17
    " Palmenwedeln" und einer das Ganze umgebenden Einfassung, Wellenbrecher genannt, besteht.
    Reist man mit dem Flugzeug an und sieht beim Landemanöver die Palme, weiß man sofort, wo man sich befindet. Das heißt, auch aus der Luft ist Dubai unverwechselbar.
    Am Stamm der Palme befindet sich ein gewaltiger Hafen mit 600 Liegeplätzen für Luxusyachten.
    Auf den Palmenwedeln reihen sich Millionen teure Villen aneinander, die meisten mit privatem Strand.
    Die Straße auf der Palme führt - ohne das Bild zu stören - durch einen Tunnel und kommt erst am Ende wieder ans Tageslicht.
    Hier liegt das Atlantis, ein für 1 Milliarde Dollar errichtetes Hotel
    in Form eines rosafarbenen Prachtschlosses.....so kitschig, dass es schon wieder beeindruckt.
    Die Türgriffe sollen in Form von Seepferdchen und Delfinen gefertigt sein.
    Uns als normalem Fußvolk ist es nicht gestattet, ins Innere, also sozusagen hinter die Kulissen zu blicken. Das ist ausschließlich der High Society vorbehalten.
    Zum Hotel gehören 20 verschiedene Restaurants und auch Aquaventure, einer der größten und schönsten Wasserparks weltweit. Versteht sich selbstredend, oder?
    Alle Rutschen sind ästhetisch gestylte Kunstwerke, die auf einer 30 Meter hohen Pyramide beginnen und für Thrill und Action sorgen. Eine von ihnen führt in einer Glasröhre durch ein Haifischbecken.
    Den Menschen scheinen die Ideen für Verrücktheiten nicht auszugehen.

    Ein anderes unglaubliches Highlight sicherte Dubai im Jahre 1999 durch seine Eröffnung Aufmerksamkeit.
    Das selbst ernannte 7 Sterne Hotel Burj Al Arab( eigentlich gibt es ja nur 5 😉) für 1.2 Milliarden Dollar wurde auf einer künstlichen Insel vor dem Strand ins Meer gesetzt.
    Das architektonische Wahrzeichen des Emirats hat die Form eines vom Wind geblähten Dhau Segels. Auf die kreisrunde riesige Plattform im 28. Stock können sich Gäste, die den großen Auftritt lieben, vom Helikopter bringen lassen.
    Manchmal kreisen hier auch ein paar sündhaft teure Rennwagen herum.
    Nein, ihr habt recht. So etwas kann man einfach nicht glauben. Das liegt außerhalb unseres Vorstellungsvermögens.

    Auch für die Architektur scheint es keine Limits zu geben.
    Wir bestaunen an den Gebäuden unglaubliche Kaleidoskope aus Glas, Sand und Beton. Dem
    Spiel mit Formen, Farben und Materialien sind keinerlei Grenzen gesetzt.
    Filigrane Ornamente und Kalligrafien prägen die Architektur modernster Hochhäuser und auch vieler Hotels in Dubai.

    Natürlich sind die hoch aufragenden Wolkenkratzer der Stadt keine Leuchtfeuer der Geschichte oder Tradition. Dennoch machen sie diese Metropole zu einem unverwechselbaren Ort.
    Elemente der östlichen und westlichen Kultur werden auf eine bewundernswerte Art vereint,
    und der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt, ohne den traditionellen Charakter des Landes zu verlieren.

    Doch an Dubai scheiden sich auch die Geister.
    Nicht alle berauschen und begeistern sich an dieser Anhäufung der Superlative.
    Viele empfinden Überdruss und Abneigung angesichts von Luxus und Megakonsum, der hier zur Tagesordnung gehört.
    Betrachtet man den Rest der Welt, ist das Leben hier teilweise oberflächlich, mitunter vielleicht sogar auch ein wenig dekadent.

    Wir hatten drei interessante Tage in Dubai, freuen uns aber, wieder in unser normales Leben zurückzukehren. Das ist mehr unsere Welt.
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  • Willkommen im Iran

    15. toukokuuta 2023, Iran ⋅ 🌬 35 °C

    Am späten Abend des 13. Mai erhalten wir die Hiobsbotschaft, dass unsere Fähre vom 15. Mai wegen schlechten Wetters gecancelt und auf den 14. Mai vorverlegt wurde.
    Jetzt heißt es, in Windeseile alles packen und den Aufenthalt in Dubai einen Tag früher als geplant abbrechen.
    Karola und ich heulen erstmal eine Runde, dann werden die Ärmel hoch gekrempelt.
    Bis fast Mitternacht benötigen wir, um alles - nicht nur unsere Klamotten, sondern auch den Inhalt aus dem Kühlschrank - zu verstauen.
    Wir waren ja in keiner Weise auf so einen Hals über Kopf Aufbruch vorbereitet.
    Doch, dass unsere gebuchte Fähre wegen schlechten Wetters vorverlegt werden muss, ist höhere Gewalt, da müssen wir uns fügen.
    Aber es will noch mehr organisiert werden:
    Für morgen früh brauchen wir ein Taxi um halb 6. Hierbei kann uns wegen der fortgeschritten Uhrzeit niemand mehr helfen. Also lade ich mir nach einigen verzweifelten Minuten intensiver Überlegungen eine App herunter. Uber, irgendwo hatte ich mal was davon gehört.
    Und, oh Wunder und Gott sei Dank.
    Das klappt: Bezahlung mit PayPal und ich erhalte die Bestätigung für den nächsten Morgen.
    Wenigstens das ist schon mal abgehakt!!!
    Als wir schließlich völlig erschöpft im Bett liegen, um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, trifft mich der Schlag mit voller Wucht:
    Unsere Visa für den Iran liegen im Camper! Nein, nein und nochmal nein. Das darf nicht wahr! So was kann doch nicht uns passieren.
    Wir haben kein VISUM !!!!!

    Trotz der unmöglichen Uhrzeit schicke ich Mohamed, unserem iranischen Guide die schlechte Nachricht per WhatsApp.
    Es dauert eine Weile bis er antwortet; wahrscheinlich hatte er schon geschlafen. Wen wundert's?
    Natürlich ist auch er völlig entsetzt und beinahe vor Schreck aus dem Bett gefallen.
    Wir versuchen, die Agentur zu kontaktieren, die unseren Camper verschifft. Dorthin könnten wir fahren und die Dokumente aus dem Wagen holen. Aber morgens früh um 1 Uhr ist natürlich niemand erreichbar.
    Die Kommunikation mit Mohamed läuft zu Hochtouren auf.
    Gegen 3 Uhr verschicken wir die letzte WhatsApp in der Hoffnung, alles in unserer Macht mögliche getan zu haben.
    Eineinhalb Stunden später klingelt der ⏰️ Wecker.
    Wir fühlen uns wie gerädert, doch jetzt ist nicht der geeignete Augenblick, um Schwäche zu zeigen.
    Das Taxi kommt pünktlich. Wir sind erleichtert, wenigstens das hat reibungslos geklappt.
    Ich frage den Fahrer, wo ich ein Dokument ausdrucken kann. Das hatte ich mit Mohamed so vereinbart.
    Um ein Visum für den Iran zu beantragen, ist ein zweischrittiges Prozedere erforderlich. Zunächst bewirbt man sich für einen Visumsantrag. Wenn der genehmigt wird, kann man mit diesem Dokument zu einer iranischen Botschaft gehen und sich dort das eigentliche Visum ausstellen lassen.
    Die Bewerbung für den Visumsantrag hatten wir schon vor Monaten gestellt und auch die Genehmigung erhalten.
    Das Visum hatten wir dann in Muskat, Oman, bei der iranischen Botschaft persönlich abgeholt.
    Dieses immens wichtige Papier liegt nun leider im Camper 🫢
    Was wir haben, ist nur die Genehmigung des Antrags in Form einer E Mail.
    Leider sind alle Copy Shops um diese Uhrzeit noch geschlossen, der Drucker beim Pförtner unserer Appartment - Anlage ist out of order. 😱 Jetzt läuft alles schief!
    Mit unserem netten Uber Taxi Driver fahren wir zur angegebenen Adresse des Fährhafens. Eigentlich ist es klar, dass auch hier der Wurm drin sitzt: Die Adresse ist falsch!!!
    Leider können wir niemandem fragen oder anrufen, da ja noch Nacht ist und alle anderen schlafen.
    Zusammen mit dem Taxifahrer - dieser nette Mensch hat eine Engelsgeduld mit uns - schaffen wir es nach etlichen Anläufen, endlich den richtigen Pier zu finden.
    Einen Security Officer, der ebenfalls äußerst hilfsbereit ist, frage ich, wo ich den Antrag auszudrucken darf. Wir warten eine halbe Stunde, dann kommt ein weiterer Officer, dem ich das Dokument auf sein Handy weiterleite.......und er druckt es für uns auf Papier. 🙏
    Was für ein Glück, auf solch hilfsbereite und freundliche Menschen zu treffen, insbesondere in unserer verzweifelten Situation.
    Die Ausreise aus den Emiraten klappt problemlos, obwohl wir insgesamt mindestens 4 Kontrollstellen durchlaufen müssen.
    Dann folgt eine 5 stündige Fährfahrt über den Persischen Golf ( Straße von Hormus) bis in den Iran.
    Schon auf dem Schiff überrascht uns die Freundlichkeit der iranischen Menschen. Jeder heißt uns herzlich willkommen in seinem Land. Die meisten sprechen kein Englisch, doch die Verständigung klappt irgendwie mit Händen und Füßen.
    Dann betreten wir zum ersten Mal iranischen Boden.
    Die Polizei ist von Mohamed über unsere Ankunft informiert, ein Freund von ihm erwartet uns schon.
    Und dann.....ich kann es kaum glauben:
    Mohamed hat es wirklich geschafft, dass wir mit unseren nicht vollständigen Papieren einreisen dürfen - ein kleines Wunder.
    Mit der Auflage, am nächsten Tag ( das ist nun heute) die Visa, die hoffentlich mit dem Camper am Nachmittag ankommen, noch vorzuzeigen, dürfen wir passieren.
    Was für ein Krimi, welche Aufregung!
    Hoffentlich kein schkechtes Omen für unseren Start in ein weiteres neues, uns unbekanntes Land!!!
    Inshallah 🙏

    Meine WhatsApp Nachrichten an Euch:
    Vom 14. Mai

    Hallo Ihr Lieben!
    Wir hatten uns so auf einen weiteren chilligen Tag in Dubai gefreut.
    Am Abend des 13. Mai erhielten wir jedoch die Hiobsbotschaft, dass unsere Fähre am 15. Mai wegen schlechten Wetters gecancelt bzw vorverlegt wurde auf den 14. Mai.
    Bis spät in die Nacht müssen wir in totaler Hektik alles zusammen packen und am Morgen um 5.30 Uhr unser schönes komfortables Apartment verlassen. Jetzt sitzen wir am Fährhafen. Unser Schiff in den Iran verlässt Dubai um 9 Uhr.
    Unsere Autos aber kommen erst morgen im Iran an - mit einer anderen Fähre.
    Wir haben noch keine Ahnung, wie es weitergeht : wo wir heute Nacht schlafen und wann wir unseren Guide treffen, der uns durch den Iran eskortiert.
    Ich bin jetzt an einem Punkt angekommen, wo kaum noch bis keine Kraftreserven mehr sind.
    Drückt uns bitte noch einmal fest die Daumen, dass alles gut geht.
    Wir melden uns aus dem Iran.
    Liebe Grüße Inge ❤️

    Ihr Lieben! Danke fürs Daumen halten und für's mit uns gemeinsam zittern!!!!! Es hat geholfen, wir sind heil im Iran angekommen 🙏🙏🙏🙏
    Es war tatsächlich äußerst knapp, weil Viktor und ich nämlich unsere Visa im Camper haben liegen lassen.( sehr blöd!!!) Und da kamen wir nicht mehr dran.
    Der Guide, der uns durch den Iran begleiten wird, hat sich stundenlang beim Zoll und der iranischen Polizei eingesetzt.....und wir durften wirklich und wahrhaftig einreisen.🙏🙏🙏
    Mit der Auflage, morgen, wenn der Camper da ist, unsere Visa nachzureichen.
    Und dann könnten wir die eskortierte Fahrt durch den Iran starten.
    Liebe Grüße von allen Hohmeiers❤️❤️❤️
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  • Iran Der Anfang

    16. toukokuuta 2023, Iran ⋅ 🌬 35 °C

    Der Iran wurde 550 v. Chr. durch König Kyros gegründet. Damals hieß das Reich noch Persien.
    Seit 1934 ist sein Name Iran.
    Bis 1979 war das Land eine Monarchie unter der Führung eines Kaisers, der im Iran „Schah“ genannt wurde. Nach der Absetzung des letztes Kaisers übernahmen islamische Führer die Macht im Land und seitdem ist der Iran eine Islamische Republik. Der Islam ist Staatsreligion, das heißt, alle Regeln und Gesetze des Landes richten sich nach ihm.
    Mit der Scharia gilt ein strenges islamisches Rechtssystem, das bei Nicht - Einhaltung religiöser Regeln mit harten Strafen droht.

    Der Iran liegt im Westen von Vorderasien. Seine sieben Nachbarländer sind: Irak, Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Aserbaidschan, Armenien und die Türkei. Im Norden grenzt das Land ans Kaspische Meer, im Süden an den Persischen Golf. Nur in diesen Regionen findet man häufig Niederschläge, ansonsten ist es im Iran sehr trocken. Viele Gebirgsketten, - einige Berge sind über 4000 Meter hoch - Wüsten und fruchtbare Täler prägen die Landschaft.

    Die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Muslimen und Muslimas, und die meisten Menschen sind sehr religiös. Das prägt auch den Alltag im Iran. Frauen und Mädchen müssen fast ihren ganzen Körper verhüllen. Sehen darf man nicht mehr als Hände, Füße und das Gesicht. Diese Regeln gelten auch für Touristinnen. Sie sind strikt einzuhalten und werden bei Nicht Befolgung bestraft.
    Im Alltag sind Frauen und Männer vielerorts strikt getrennt, zum Beispiel beim Sport, in der Moschee oder in der Schule.

    Nach unserer erfolgreichen Einreise in den Iran bringt uns Vahid, der Freund von Mohamed, zu unserem Hotel.
    Wir bekommen ein Vierbettzimmer und fühlen uns ein wenig wie auf einer Berghütte im Matratzenlager.
    Ziemlich erschöpft von der ganzen Aufregung gehen wir alle früh schlafen.
    Am nächsten Morgen gibt es Frühstück im Hotel.....danach heißt es warten.
    Die Autos sollen am Nachmittag abholbereit sein, Mohamed wird voraussichtlich am frühen Abend in Bandar Lengeh ankommen. Er muss von seinem Heimatort bei Isfahan ca 1000 Kilometer anreisen.
    Vahid hat alles super vorbereitet, und so können die Männer unsere Autos wie geplant mit allen gestempelten Papieren entgegen nehmen.
    Wir essen in einem kleinen Kiosk, der auch zum Hotel gehört, einen leckeren Hamburger - danach heißt es wieder warten.
    Gegen 19 Uhr kommt schließlich Mohamed und wir lernen den Mann kennen, mit dem wir seit vielen Wochen über WhatsApp kommunizieren, damit er uns ab morgen sicher sicher durch sein Land geleiten wird.

    An dieser Stelle noch einmal tausend Dank an Mohamed! Ohne ihn hätten wir - zumindest nicht am 14. Mai - in den Iran einreisen dürfen.🙏
    Am Abend besprechen wir noch einige organisatorische Dinge ......und dann brechen wir am Morgen des 16. Mai pünktlich um 8 Uhr auf zu unserer Reise durch den Iran in der Hoffnung, dass alles gut verlaufen wird.
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  • Wunderschönes Shiraz

    17. toukokuuta 2023, Iran

    Am 16. Mai starten wir mit 3 Fahrzeugen im Konvoi Richtung Norden.
    Mohamed und sein Freund Hassan, der ihn auf der Tour begleitet, fahren vor. Dann folgen Viktor und ich in der Mitte, da wir das langsamste Auto haben; Kai und Karola bilden das Schlusslicht.
    Mohamed schlägt vor, an diesem Tag so viele Kilometer wie möglich zu schaffen. Erstens ist es unendlich heiß und schwül in der Gegend um Bandar Lengeh und außerdem wollen wir nicht zu viel Zeit in dieser- verglichen mit anderen Teilen Irans - eintönigen Region verschwenden.
    Unser Ziel ist zunächst Lar, als Mohamed aber sieht, wie zügig wir unterwegs sind, verlängern wir die Tagesetappe und brettern an diesem Tag beinahe 580 Kilometer.
    Vor Shiraz, unserer ersten großen Stadt im Iran, finden wir einen schönen Übernachtungsplatz am Maharlo Lake, trinken noch einen Tee zusammen auf der Ladefläche von Mohameds Pickup und verbringen die erste gemeinsame Nacht.
    Erst am nächsten Morgen bei Tageslicht erkennen wir, an welch außergewöhnlichem Platz wir unser Lager aufgeschlagen haben. Jedes Jahr im Sommer ereignet sich hier am Maharlo - Lake eine Attraktion der besonderen Art.
    Weil in der Wüstenregion die Verdunstung weitaus größer ist als die jährliche Niederschlagsmenge, trocknet das Gewässer im Laufe der Zeit aus, und der Grund des Sees wird nach und nach mit einer Salzkruste überzogen.
    Der hohe Salzgehalt überträgt sich auf das Wasser, was wiederum bewirkt, dass in dem See bestimmte angepasste Algenarten hervorragend gedeihen und die Oberfläche immer mehr bedecken. Sie sind für die Farbgebung verantwortlich, die von Rosa über Orange bis hin zu tiefem Rot reicht und so intensiv leuchtet, dass sie sogar noch aus dem All auszumachen ist.

    Shiraz, die Hauptstadt der Provinz Fars, und eine der schönsten und ältesten Städte im Iran wollen wir heute erkunden.
    Zahlreiche Sehenswürdigkeiten - historischer und natürlicher Art - haben diesen Ort zu einem der beliebtesten Reiseziele für in - und ausländische Touristen gemacht.
    Wundervoll duftende Blumen, Orchideen und Orangenbäume, aber auch prächtige historische Bauten, reich verzierte Paläste und Moscheen, betriebsame Basare mit üppigen Farben und Gerüchen - das alles soll man in der Stadt der Liebe, der Gärten und der Poesie finden.
    Mohamed will uns einen Teil dieser Kostbarkeiten zeigen.

    Stopp 1:
    Das Mausoleum des Shah e Cheragh ist sicher das bedeutendste religiöse Bauwerk der Stadt.
    Hier befinden sich die Schreine von einem Bruder und zwei Söhnen des Imam Reza, einem Nachfahren des Propheten Mohammed.
    Im Inneren des Mausoleums bekleidet ein endloses Spiegelmosaik das ganze Gewölbe und verwandelt die heiligen Hallen in einen Ort von endlosem Licht.
    Ohne es selbst erlebt zu haben, kann man sich diese Pracht nicht vorstellen. Und auch unsere Bilder lassen nur ansatzweise erahnen, welcher Glanz von dem Gebäude ausgeht.
    Das Mausoleum gilt nicht umsonst als eine der bedeutendsten Pilgerstätten im Iran.

    Stopp 2:
    Nasir-ol-Molk, besser bekannt als die Pinke Moschee, sieht von außen recht schlicht aus, doch die Innenarchitektur ist magisch. Die farbig gestalteten Fenster führen das Licht auf besondere Weise in das Innere der Moschee und schaffen mit den pinken Fliesen eine einzigartige Atmosphäre.
    Für mich als Pink Fan- aber auch sicher für andere Besucher - ein wunderbarer Anblick und ein wahrer Augenschmaus. Man will gar nicht aufhören, dieses Farbenspektakel von allen Seiten zu fotografieren.

    Stopp 3
    Auf den Basaren - wir erkunden den berühmten Bazar e Vakil im Herzen der Stadt - werden wertvolle Stoffe, Gewänder, Schmuck aus purem Gold, feinste Messingarbeten, edle Teppiche und duftende Gewürze und Tees gehandelt. Ich würde zu gerne von allem etwas mitnehmen. Aber alleine das Betrachten der Kostbarkeiten ist schon einzigartig. Man fühlt sich wie im Märchen von 1001 Nacht.

    Stopp 4:
    Nur als Oase der Ruhe und Poesie konnte die Stadt die berühmten Dichter Hafez und Saadi hervorbringen.
    Wir besichtigen ihre Grabstätten, die täglich Tausende Besucher aus der ganzen Welt anziehen.
    Ein verträumtes Mausoleum in einer wunderschönen Gartenanlage ehrt Hafez, der als Shakespeare des Iran und als einer der größten persischen Dichter aller Zeiten angesehen wird.
    Hafez' gesammelte Werke gelten als Höhepunkt der persischen Literatur und fast jeder Haushalt des Landes besitzt dieses Buch. Es wird regelmäßig gelesen und zur Orientierung und Inspiration herangezogen. Bis heute wird der Dichter von Iranern wie ein Volksheld verehrt.
    Saadi ist ein weiterer prominenter persischer Poet, der 1210 in Shiraz geboren wurde. Auch sein Grab wird wie eine Pilgerstätte besucht. Seine Motive wie Toleranz und Gerechtigkeit sowie sein kunstfertiger Umgang mit der Sprache, seiner Fülle an bildhaften Umschreibungen und sein reicher Wortschatz haben ihn unsterblich gemacht.
    Manche meinen, er habe der neupersischen Sprache zu ihrer Vollendung verholfen.
    Ach, es gäbe noch so viel zu sehen in dieser wunderschönen Stadt .....Doch, wie Ihr wisst haben wir unseren geführten Aufenthalt im Iran auf 2 Wochen begrenzt.
    Aus Gründen der Sicherheit wollen wir nach dieser Zeit ausreisen.
    Viktor und ich treffen uns mit guten Freunden im Irak, Kai und Karola wollen auf direktem Weg in die Türkei.
    Nach einem leckeren Essen in einem der vielen wunderschönen Straßencafes, die wir so sehr lieben, brechen wir auf zu einem wirklich einmaligen Erlebnis, von dem ich Euch im nächsten Blog berichten werde.
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  • Unser Besuch bei iranischen Nomaden

    17. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir verlassen Shiraz am frühen Nachmittag. Es geht heraus aus der Stadt, durch ein paar kleinere Dörfer
    in Richtung Berge.
    Mit jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen, wird es kühler! Wie angenehm!!!
    Nach eineinhalb Stunden haben wir schließlich die 2800 Meter Marke erreicht.
    Auf den Gipfeln des Zagrosgebirges liegt noch Schnee.
    Unglaublich! Vor ein paar Stunden haben wir noch in der heißen Mittagshitze geschmort.
    Von hier oben genießen wir einen fantastischen Fernblick in die rauhe Bergwelt, die sich vor uns ausbreitet.
    Gewundene Straßen zeichnen Linien in Täler und Hänge dieses Panoramas.
    Es sind uralte Fußwege und Nomadenpfade, abseits des ausgebauten Straßennetzes, in Jahrtausenden ausgetreten von Füßen und Hufen auf den immer gleichen Wanderungen.
    Nach zwei Stunden treffen wir auf ein authentisches Nomadenlager und erhalten einen kleinen Eindruck von dem Hirtenleben der dortigen Qaschqai - Nomaden.

    Die Qaschqai sind eine von drei großen Nomadengruppen im zentraliranischen Zagrosgebirge, die alle in etwa dieselbe Lebensweise teilen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie ihre lokalen Sprachen weitgehend beibehalten haben und das Persische oft nur als Zweitsprache beherrschen. Es ist nicht klar, wann genau sie in die Region einwanderten und ihre heutige, an die Landschaft angepasste Lebensweise entwickelt haben – die meisten der heutigen iranischen Nomaden gehen auf altpersische Hirtenverbände zurück.
    Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass noch immer ungefähr eine Million Menschen im Iran innerhalb nomadischer Strukturen leben. Ihre Zahl ist hier, wie auch überall sonst auf der Welt, stark zurückgegangen, weil das sesshafte Leben allerorts gesichertere und reizvollere Lebensumstände verspricht, und die nomadische Lebensweise immer schwerer mit den Bedürfnissen moderner Staaten zu vereinbaren ist.

    Die Nomadenstämme haben im Laufe der Jahrhunderte eine an die landschaftlichen und klimatischen Bedingungen angepasste Lebens- und Wirtschaftsweise entwickelt, bei der halbjährig zwischen dem Winterlager am persischen Golf und dem Sommerlager im Gebirge gewechselt wird.
    Sobald der Frühling einsetzt, beginnt im Südwesten des Iran die große Wanderung: Drei Millionen Qaschqai– Männer, Frauen, Kinder und Greise – brechen dann mit Sack und Pack – und Millionen von Ziegen, Schafen, Pferden, Eseln und Maultieren auf zu einer langen Reise. Ziel ihrer Wanderung ist das Zagros-Gebirge. Hier gehören 60 000 Quadratkilometer Land den Qashqai – mit den reichsten Wasservorkommen des Iran. Auf den kühlen Weiden finden die Schaf- und Ziegenherden reichlich frisches und saftiges Gras.
    Der wochenlange Treck zu diesen Sommerweiden dauert 4 Wochen und ist voller Strapazen. Immer wieder müssen zu Fuß steile Hänge und mitunter reißende Flüsse überwunden werden. Nicht jeder schafft es bis zum Ziel.
    Unterwegs geht das Leben erbarmungslos weiter: Es werden Kinder geboren, Hochzeiten gefeiert und Familienangehörige begraben. Seit Tausenden von Jahren hat sich daran nichts geändert.
    Alle Versuche, die großen Nomadenstämme sesshaft zu machen, sind bisher fehlgeschlagen.

    Ihr Leben ist sehr hart, erzählt Zahra, 61, die Mutter der Familie, die wir kennen lernen dürfen.
    Sie steht im Morgengrauen auf und holt Wasser aus einem kleinen Bach unterhalb des Lagers. Dann backt sie Brot und bereitet das Frühstück vor. Oft hilft sie ihrem Mann mit den Schafen, melkt sie, macht Joghurt und Käse. Ihre Hände und ihr Gesicht sind von der Sonne dunkel gefärbt.
    Wenn Zeit übrg ist, arbeitet sie an einem Kelim, einem kleinen Teppich.
    Alle Decken und Unterlagen in dem Lager hat sie selbst gewebt. Und die brauchen sie dringend, denn in der Nacht wird es bitter kalt.
    Gekocht wird auf einem kleinen Feuer. Einer wacht, damit die Flamme nicht erlischt.
    Zum Schlafen begibt sich die ganze Familie in ein größeres Zelt; Fenster und Türen gibt es nicht.
    Gegessen wird in demselben Raum auf dem Fusboden sitzend.
    Am Abend sowie am folgenden Morgen zaubert Zahra uns ein köstliches Mahl, und wir genießen das Zusammensein und die Gespräche mit diesen Menschen, wobei Mohammad dabei als unser Übersetzer fungiert.

    Die schwere Arbeit, der Mangel an Rechten und die Gewissheit, dass das Leben für andere iranische Frauen einfacher ist – all das hat zur Folge, dass sich viele Frauen und Mädchen von dem harten nomadischen Leben abwenden.
    Zahra berichtet von früher, als noch Dutzende Verwandte dabei waren. Jetzt steht hier neben ihren nur noch das Zelt eines entfernten Cousins.
    Womöglich geht mit ihrer Generation die Geschichte eine der größten noch existierenden nomadischen Gemeinschaften der Welt zu Ende.
    Wir auf jeden Fall sagen Danke aus vollem Herzen für die Gastfreundschaft, mit der uns diese Menschen aufgenommen und uns einen Einblick in einen Teil ihres Lebens gewährt haben.
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  • Persepolis - Zarathustra

    18. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ⛅ 29 °C

    Auf dem Weg nach Yazd steht heute ein Abstecher nach Persepolis, einer weiteren Unesco-Weltkulturerbe -
    Stätte auf dem Programm.
    Der Name „Persepolis“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser".
    Die kunstvollen Gebäude und Paläste der legendären
    Repräsentationsstadt des ersten persischen Weltreichs waren zum Schutz von einer hohen Backsteinmauer umgeben.
    Selbst die Ruinen mit ihren hohen Säulen und den Reliefs aus dem 5. Jahrhundert vor Christus veranschaulichen noch die einstige Pracht.
    330 v. Christus wurde die Palaststadt durch Alexander den Großen zerstört, aber ihre zum größten Teil wieder aufgebauten Reste können heute noch besichtigt werden.
    Jahrtausende waren die Gebäude weitgehend vom Wüstensand bedeckt und wurden dadurch bis heute konserviert.
    Wir sind zutiefst beeindruckt .

    Die Wüstenstadt Yazd, unser nächstes Ziel, ist ein guter Beweis des friedlichen Zusammenlebens dreier unterschiedlicher Religionen: Neben dem Islam findet man eine kleine jüdische sowie eine größere zoroastrische Gemeinde hier.
    " Also sprach Zarathustra" - viele von euch kennen diese drei Worte noch aus der Schule. Mit ihnen werden in der Heiligen Schrift Awesta zentrale Weisheiten des Propheten Zarathustra eingeleitet.
    Der Zoroastrismus ist aus Irans Geschichte nicht mehr wegzudenken, auch wenn heute nur noch ein verschwindend kleiner Anteil der gesamten Bevölkerung diesen Glauben praktiziert. Er entstand irgendwann zwischen 1800 und 600 vor Christus und gelangte in dieser Zeit durch den Priester Zarathustra ins antike Persien, weshalb dieser auch als Stifter jener Religion gilt. Genauso wenig wie bei der Datierung seiner Lebenszeit herrscht Einigkeit, was die Herkunft Zarathustras angeht. Manche Experten wähnen ihn aus dem Nordosten Irans, andere gar aus Aserbaidschan.
    Die monotheistische Religion mit der Idee von nur einem Gott war schon zu Zarathustras Lebzeiten nicht mehr neu.
    Ein Dualismus prägt den Glauben, nach dem jedes Lebewesen Gutes wie Böses in sich trägt. Der Mensch kann sich hiernach als einziges Lebewesen entscheiden, welchen Lebensweg - gut oder böse - er einschlägt.
    Laut Zarathustra sind allein die Glaubensgrundsätze gute Gedanken, gute Worte und gute Taten die Grundlage, um ein rechtschaffenes Leben zu führen. Ein jeder selbst trifft die Wahl und wird im Jenseits mit deren Folgen konfrontiert.
    Wie viel Wahrheit steckt doch in diesen simplen Glaubensgrundsätzen, die aus allen großen monotheistischen Weltreligionen nicht mehr wegzudenken sind.

    Einen wichtigen Bestandteil des Zororastrismus stellen die Türme des Schweigens dar, von denen wir auch einen ein wenig außerhalb von Yazd finden.
    Die Towers of Silence dienten dem besonderen Begräbniszeremoniell der Zoroastier. Hier wurden die Verstorbenen kreisförmig nackt auf die Plattformen der Türme gesetzt, wo dann Geier und Raben ihre Leichen verspeisen konnten. Für die Anhänger der Religion spielen die 4 Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde eine
    wichtige Rolle. Sie sollte man ehren und rein halten. Deshalb darf das Element Erde nicht von den Resten Verstorbener verunreinigt werden. Diese für uns unvorstellbare Art der Bestattung ist allerdings seit den 1960er Jahren aus hygienischen Gründen verboten. Heute werden die Verstorbenen - in Beton eingemauert - unter der Erde vergraben.
    Zeichen und Zeugen dieser Religion sind bis heute neben den Türmen des Schweigens die vielen Feuertempel in der Gegend.
    Im Zuge unserer Stadtbesichtigung mit Mohammad besuchen wir
    den zoroastrischen Feuertempel Ateshkadé. In seinem Inneren steht - gut geschützt - eine traditionelle Flamme, die von zoroastrischen Priestern vor über tausend Jahre lang entzündet wurde und seitdem ununterbrochen brennt.
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  • Yazd - Perle der Wüste

    20. toukokuuta 2023, Iran

    Yazd: Eine irdene Stadt aus dem dritten Jahrtausend vor Christus inmitten der Wüste.
    Als "außergewöhnliches Beispiel traditioneller Siedlungsformen unter herausfordernden klimatischen Bedingungen" ist dieser historische Ort 2017 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO eingeschrieben worden. Die im Zentrum des Iranischen Hochlands gelegene Stätte, an einer Oase gegründet, ist ein hervorragendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit des Menschen an seine natürliche Umgebung - selbst wenn sie karg und eine von Trockenheit geprägte Einöde in der Wüste ist.
    Angesichts der Knappheit an Holz und anderen Baumaterialien wurden Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Tempel und Moscheen in traditioneller Weise ausschließlich mit Erdmaterialien gebaut.
    Vor allem in der Altstadt findet man deshalb die für Yazd so typischen Häuser aus braunem und weißem Lehm. Die meisten von ihnen sind eher klein.
    Dazwischen schlängeln sich Tausende von engen und schattenspendenden Gassen, in denen die unerbittliche Hitze halbwegs erträglich wird.
    Mit Mohammad zusammen erkunden wir 2 Tage die Stadt, die auch gerne und unserer Meinung nach völlig zu Recht Wüstenperle genannt wird.
    Es ist unvorstellbar, wie
    trotz der widrigen klimatischen Gegebenheiten die Menschen überall im Iran Orte von so außerordentlicher Schönheit schaffen konnten.

    Jedes Jahrhundert und jedes Herrschaftshaus hat seine Spuren hinterlassen, so dass im ganzen Land - so auch hier in Yazd - unterschiedliche Baustile mit einem unglaublichen Formen- und Farbenreichtum anzutreffen sind. Wir können uns nicht satt sehen an den bunten Moscheen, Mausoleen und unzähligen alten islamischen Gebäuden und prunkvollen Gartenanlagen.
    Mehr als einmal bleiben wir mit offenem Mund staunend vor der nächsten Attraktion stehen.
    So viele Eindrücke, so Unmengen an geballter Information können wir gar nicht aufnehmen wie dieses Land zu bieten hat. Für eine kleine Ruhepause zwischen den unzähligen Impressionen begeben wir uns eine Etage höher, sozusagen auf die Dächer von Yazd. Im Reiseführer heißt es, dass man von hier oben besonders eindrucksvoll die Schönheit der Stadt erfassen kann.
    Und es ist wahr: Dieses Panorama ist so einzigartig, dass wir nur ehrfürchtig und sprachlos den Ausblick genießen. Am ersten Abend nehmen wir noch an einem Tisch mit 4 Stühlen Platz. Am zweiten wählen wir eine der typisch iranischen Sitzgelegenheiten, auf denen man
    - gepolstert durch einen Teppich - am Boden sitzt und die Speisen und Getränke neben oder vor einem serviert werden.
    Dazu die warmen Lichter der Stadt über den Dächern, und einmal mehr fühlen wir uns wie im Märchen aus 1000 und einer Nacht.
    Die berühmten Badgir, Windtürme aus Ziegeln, auf die wir jetzt schauen, sind ein bemerkenswertes Beispiel iranischer Wüstenarchitektur, die zur Ventilation verwendet wird, um die Luft zirkulieren lassen und so das Innere der Häuser abzukühlen.
    Die vielen Türmchen in unterschiedlichen Höhen sowie die mit Bögen überdachten Altstadtgassen machen den Ausblick von hier oben wirklich einzigartig.

    Es gibt noch ein weiteres iranisches Phänomen in Yazd zu bestaunen:
    Für die Wasserversorgung werden bis heute teilweise schon in der Antike angelegte Wasserkanäle und - röhren eingesetzt. Diese vom Menschen gegrabenen und gepflegten Qanats laufen unterirdisch über weite Entfernungen, manchmal bis zu mehreren Kilometern, um private oder kollektive Zisternen für die Häuser der Familien zu versorgen.
    Ihr Wasser beziehen sie aus Quellen in der bergigen Wüste.
    Mohammad verschafft uns an diesem Abend außerdem noch einen Einblick in einen traditionellen iranischen Kampfsport. Auch hier wäre es schwierig für uns Touristen geworden, Zugang zu bekommen. Beim sogenannten Zurkaneh wird ein auf die Antike zurückgehendes Kulturgut gepflegt.
    Zu einer festgelegten Abfolge rhythmischer Bewegungen kombiniert mit Kampfsportelementen werden die Athleten von einem sogenannten Morshed angefeuert, der sie mit Gesang, Bechertrommel (tombak) und Glocke (zang-e zurchaneh) begleitet und zwischendurch religiöse Verse und mystische Geschichten vorträgt.
    Zurkhaneh verbindet Kampfsport- und Gymnastikelemente mit Krafttraining und Musik und soll der körperlichen und geistigen Ertüchtigung dienen.
    Nur vom Zuschauen bekomme ich Muskelkrämpfe und Schweißausbrüche. Nach spätestens fünf Minuten des Trainings läge ich halbtot - nach Luft schnappend - auf dem Steinfußboden.
    Die Kondition der Männer muss unglaublich sein.
    Am Ende eines wieder einmal tollen und ereignisreichen Tages übernachten wir in Yazd bei einem Hotel, in dem wir die Duschen und Toiletten benutzen dürfen und unsere Autos sicher geparkt sind.
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  • Dies und Das im Iran

    21. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☁️ 23 °C

    Diesel tanken im Iran ist eher schwierig für Touristen. Die Ursache für die ganze Misere ist der äußerst niedrige Preis für Treibstoff, weshalb ein Schmuggel in die teureren Nachbarländer- wie zum Beispiel die Türkei- äußerst lukrativ ist.

    Aus diesem Grund benötigt man, um tanken zu können, eine besondere Karte, mit der man eine bestimmte Menge an Sprit beziehen kann.
    Touristen bekommen eine solche Karte nicht und sind deshalb auf die Hilfe von Tankstellen und LKW-Fahrern angewiesen.
    Die nämlich besitzen das wertvolle Stück und, wenn man Glück hat, geben sie einem von ihrem Guthaben ein paar Liter ab.
    LKW-Fahrer können einen Liter Diesel hier für 3’000 Rial ( ungefähr unglaubliche 6 - 7 Cent) kaufen. Der Preis ist vom Staat geregelt und an jeder Tankstelle gleich.

    Bei unserer ersten Tankaktion fahren wir lange von einer Tankstelle zur anderen - leider vergeblich.
    Keiner kann oder will uns mit seiner Karte tanken lassen. Wir sind schon ein wenig frustriert, als Mohammad schließlich mit einem Telefonat Erfolg hat.
    Der Fahrer befindet sich gerade zu Hause, will aber sofort zu uns an die Tankstelle kommen.
    Wir sind mehr als verwundert, als statt eines großen Trucks ein normaler PKW neben uns stoppt.
    Er öffnet seinen Kofferraum, und dieser ist bis zum Anschlag mit Kanistern gefüllt.
    Wir bekommen 60, Kai 40 Liter.
    Die Kommunikation ist nicht ganz einfach, sprechen wir doch kein Farsi und der LKW Fahrer kein Englisch. Er deutet auf eine Stelle, wo wir parken sollen. Dort wird mit Hilfe einer PET-Flasche - zu einem Trichter umfunktioniert - unser Tank gefüllt. Dabei landet mindestens ein Liter Diesel auf dem Boden und auf dem Chassis.
    Auf dem Grund des Kanisters, also in den letzten Litern, schwimmt jede Menge Schlamm. Obwohl Viktor mit Argusaugen darüber wacht, dass möglichst wenig von diesem Dreck in unseren Tank gelangt, passiert es trotzdem. Sollte das der Grund sein, warum wir eine gute Woche später Probleme mit unserem Toyota bekommen werden?
    Dazu mehr in einem der nächsten Blogs.

    Beim zweiten Tankmanöver haben wir deutlich mehr Glück. Gleich der erste LKW Fahrer, den wir ansprechen, stellt uns seine Karte zur Verfügung. Wir füllen beide Tanks( dieses Mal aus der Tapfsäule) bis zum Anschlag und bezahlen für 140 Liter ZWANZIG EURO!!!! Unglaublich - So billig habe ich in meinem ganzen Leben noch nie getankt!!!!

    Irgendwie ist das Ganze schon noch ein wenig speziell, wo doch der Iran auf großen Gas- und Ölvorkommen sitzt.
    Diesel tanken im Iran ist bei weitem nicht so relaxt wie an anderen Orten auf der Welt, dafür aber auch nirgends so billig.

    Auf der Autobahn kurbelt ein Mann sein Fenster herunter und ruft uns etwas zu. Wir sind ganz verwirrt und vermuten, dass er uns anhalten will. Er sitzt in einem blauen Pickup der Marke Zamyad, die hier in großer Anzahl herumfahren. Sie werden im Iran produziert und für kommerzielle Zwecke eingesetzt.
    Der Fahrer steigt aus und schnell gesellt sich noch ein weiterer Pickup dazu. Sie fragen, woher wir kommen und ob wir gemeinsam mit ihnen ein Foto machen können.
    Es ist unglaublich: Sie wollen uns nur begrüßen und in ihrem schönen Land willkommen heißen.
    Dass diese „Fotoshootings“ ab jetzt zu unserem alltäglichen Leben gehören werden, wissen wir zu dem Augenblick noch nicht.
    Irgendwie scheinen wir hier so etwas wie eine
    Sensation zu sein. ‚Hello‘, ‚How are you?‘ ‚Welcome to Iran‘. Jeder packt sein bisschen an Englisch hervor, um mit uns in Kontakt zu kommen. Und wenn es mit der Sprache nicht weiter reicht, werden Hände und Füße eingesetzt. Oft gibt es obendrein noch eine Frucht oder was auch immer sie gerade dabei haben, um uns in ihrem Land willkommen zu heißen.
    Auf einem großen Platz sind wir plötzlich umgeben von schwarzen Tschadors, in die sich viele Frauen hüllen – ein Zeichen dafür, dass sie religiös sind. Was auf den ersten Blick abweisend wirkt, ändert sich, sobald Frauen unter sich sind. Der Tschador öffnet sich und ein herzliches Lächeln strahlt uns entgegen: „Welcome to Iran"
    Bei den Gesprächen spüren wir, wie willkommen westliche Touristen im Iran sind, und das nicht primär wegen der Devisen, sondern weil sich die Einheimischen über unser Interesse an ihnen und ihrem Land ehrlich freuen.
    Sie sind wirklich dankbar für unseren Besuch, denn die meisten Touristen wagen sich zur Zeit noch nicht wieder in dieses Land.
    Bestimmt erinnert ihr euch noch an meine Blogs von vor etlichen Monaten, wo wir noch den festen Vorsatz hatten, unter keinen Umständen durch den Iran zu fahren.
    Aber mit Mohammad an unserer Seite fühlen wir uns sicher und beschützt.
    Ob es darum geht, Geld zu tauschen, Einkäufe zu erledigen, uns bei der Wahl angemessener Kleidung zu beraten oder zu tanken - Mohammad hilft uns in allen Situationen.
    Ganz neu für uns auf dieser Reise ist, dass wir uns zum ersten Mal keinerlei Gedanken machen müssen, welche Route wir wählen und wo wir abends unser Lager aufschlagen.
    Unser Guide kümmert und sorgt sich wunderbar um alles, so dass wir nichts anderes tun müssen als ihm zu folgen und sein tolles Land in vollen Zügen zu genießen.
    Durch ihn erhalten wir Einblicke in das Leben der Menschen hier und besuchen Orte, die wir alleine nicht gefunden hätten.
    Er ist inzwischen mehr als unser Tour Guide; er ist für uns ein richtiger Freund geworden.
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  • Isfahan oder Die Hälfte der Welt

    23. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☀️ 30 °C

    Isfahan ist eine Stadt im Zentraliran, die für ihre einzigartige persische Architektur bekannt ist.
    Weit über alle Grenzen hinaus erzählt man von der schier unfassbaren Schönheit dieses Ortes. Kaum eine andere Stadt kann an den Glanz und Prunk der Bauten Esfahans heranreichen.
    Man muss wirklich kein Experte sein, um zu sehen, welch architektonische Meisterleistungen hier vollbracht wurden.
    Ich persönlich muss sagen: So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen.
    Der Iman-Platz oder Meidān-e Emām (früher Schah-Platz) in Isfahan ist (nach dem Tiananmen Platz in Peking) der zweitgrößte komplett umbaute Platz der Welt und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Vorderen Orient.
    Er bildet das Zentrum von Isfahan und wird von historischen doppelstöckigen Arkaden eingefasst. In der Mitte jeder Seite befinden sich prächtige Monumentalbauten: die Imam- oder Königsmoschee im Süden, der Palast die Hohe Pforte im Westen, die Scheich-Lotfollāh-Moschee im Osten und der Eingang zum Königlichen Basar Qaiṣariye an der Nordseite.
    " Isfahan ist die Hälfte der Welt“, dieser stolze Satz entstand vor 400 Jahren unter Shah Abbas I. als Isfahan die wichtigste Handelsstadt Persiens war - und in Anbetracht des riesigen, neun Hektar großen Platzes scheint das nicht übertrieben.
    Das gesamte Areal ist für Autos gesperrt und stellt einen beliebten Treffpunkt für Picknicks und Sport Events dar.
    Seit 2012 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Die Imam-Moschee aus dem 17. Jahrhundert ist besonders prunkvoll. Ihre Kuppel und Minarette sind mit Mosaikfliesen und Kalligrafien bedeckt.
    Der Ālī-Qāpū-Palast wurde ursprünglich für Schah Abbas erbaut und im späten 16. Jahrhundert fertiggestellt. Er hat ein Musikzimmer und eine Veranda mit Blick auf die Brunnen des Imam-Platzes.
    Die Scheich-Lotfollāh-Moschee ist weltbekannt für ihre aufwendig gestalteten Fliesenmuster. Jede Stadt oder Gegend hat ihre eigenen Muster und Farben, und hier in Esfahan sind es schillernde Blau- und Türkistöne in höchster Vollendung.
    Nein, ich kann es nicht in Worte fassen, was wir hier sehen. Es ist schier unmöglich, Euch diese Schönheit zu beschreiben. Mehr als einmal bin ich so tief berührt, dass ich Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen habe.

    Der Basar mit den vielen Shops bietet wieder einmal ein Fest für alle Sinne!
    Von Süßigkeiten über Schmuck, Keramik, Stoffe bis hin zu wunderbaren Gewürzen findet man alles, was das Herz begehrt.

    Ein Kontrapunkt zu den prächtigen islamischen Moscheen und zugleich ein Beleg für das tolerante Nebeneinander der Religionen ist die von oben bis unten ausgemalte armenische christliche Kirche aus dem 17. Jahrhundert.
    Die Kathedrale vereint christliche Architektur mit persisch-islamischen Gestaltungsformen und ist auch heute noch das religiöse und geistige Zentrum der christlichen Armenier Isfahans.

    Neben den imposanten Moscheen ist Isfahan auch für seine vielen aufwendig gestalteten Brücken bekannt, die beliebte Treff - und Anziehungspunkte für viele Iraner darstellen.
    Zu den bekanntesten gehören die 33-Bogen-Brücke und die Chadschu-Brücke, eines der Wahrzeichen von Isfahan.
    Man trifft sich im Schutz der Brücke für etwas Zweisamkeit, zum Musizieren oder für ein kurzes Nickerchen in der Mittagszeit.
    Hier lassen wir mit Hassan, Mohammads Freund und unserem zweiten Begleiter, den Tag ausklingen, während Viktor, Kai und Mohammad versuchen, in der Werkstatt seines Onkels unseren Wagen wieder auf Vordermann zu bringen.
    Irgendetwas stimmt mit den Ventilen nicht. Ein lautes Klackern treibt uns in den Wahnsinn. Wir müssen auf jeden Fall bis in den Irak kommen, denn dort gibt es viele und gute Werkstätten für unseren Landcruiser.
    Also ist wieder einmal kollektives Daumen Drücken angesagt.
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  • Seidenstraße und Karawansereien

    25. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☁️ 26 °C

    Karawansereien gibt es viele entlang der Seidenstraße, so auch im Iran.
    Seidenstraße - so bezeichnet man ein altes Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband.
    Auf diesem Weg, der tausende Kilometer von China nach Rom und Venedig führte, wurde schon in der Antike mit Kostbarkeiten wie Seide, Porzellan, Gewürzen, Tee und Früchten gehandelt.
    Dabei wurden die Handelsgüter zum größten Teil auf Kamelen transportiert, was natürlich viel Zeit in Anspruch nahm.
    So benötigten Karawanen mitunter zwei Jahre, um ädie beschwerliche Strecke von 6400 Kilometern zu bewältigen.
    Aus diesem Grund waren Karawansereien immens wichtig für Reisende mit ihren Tieren und Waren.
    Die Karawanen hatten nämlich nicht nur mit harschen klimatischen Bedingungen, sondern auch mit Raubüberfällen und anderen Gefahren zu kämpfen.
    Eine Karawanserei war eine ummauerte Herberge, in der Mensch und Tier sicher nächtigen und sich mit Lebensmitteln versorgen konnten.
    Der Safawidenkönig Schah Abbas ließ im 17. Jahrhundert im Abstand einer Tagesetappe, also alle 30 bis 40 Kilometer, je eine dieser historischen Raststätten entlang der Seidenstrasse erbauen -
    999 an der Zahl.
    Viele dieser alten Herbergen sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen.
    Doch einige werden aufwendig wieder aufbereitet und auch in der Moderne weiterhin als Hotel im Stile der alten Seidenstraße genutzt. Besser kann man in der Wüste sicher nicht übernachten und sich wie in 1001 Nacht fühlen.
    So dachten wir zumindest, als wir uns während unseres Iranaufenthaltes drei von ihnen exemplarisch aussuchten.
    In der ersten halten wir eine gemütliche Tee- und Lunchpause ab.
    In der zweiten haben sich Händler kleine Einkaufsnischen zurecht gemacht, in denen sie ihre Ware verkaufen. Wir schauen uns die unterschiedlichen Stände an und genießen anschließend in der großen, ebenfalls renovierten Halle, ein typisch persisches Essen.
    Die dritte Karawanserei erreichen wir nach einer beschwerlichen Fahrt durch die Maranjab Wüste nach mehr als 3 Stunden.
    Mohammad hatte mit dem Manager ausgemacht, dass wir für einen kleinen Obolus auf dem Gelände übernachten könnten. Im Restaurant wollen wir dann lecker essen.
    Doch am Tor werden wir äußerst rüde von einem Angestellten abgewiesen. Schließlich haben wir ja kein nobles Zimmer in der Anlage gebucht.
    Der Manager, der selbst nicht da ist, beantwortet Mohammads Anrufe und voice messages nicht - also er verleugnet sich mit anderen Worten.
    Nein, das ist bestimmt nicht der Stil der alten Karawansereien und nicht im Sinne von Schah Abbas.
    Schade, wenn Geldgier die alten Traditionen und Rituale zerstört.
    Draußen suchen wir uns ein einigermaßen schattiges Plätzchen- es ist mehr als 42 Grad heiß- und versuchen, uns die Stimmung trotz allem nicht verderben zu lassen.
    Wir schmeißen unser essbares Hab und Gut zusammen und genießen bei einem tollen Sonnenuntergang ein leckeres Dinner vor den Toren des Hotels, das die Bezeichnung Karawanserei unserer Meinung nach nicht verdient.
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  • Kashan

    27. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☀️ 33 °C

    Kashan bleibt uns in Erinnerung aufgrund der hübschen, stillen, kleinen, lehmverputzten Altstadt. Kashan bleibt uns in Erinnerung wegen eindrucksvoller Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem historischen Hamam.
    Kashan bleibt uns in Erinnerung wegen des netten Lavash-Bäckers, der uns Brot in Konsistenz und Geschmack einer Küchenrolle (sorry, aber so schmeckt es…) verkauft, an das wir uns immer noch nicht so richtig gewöhnt haben, aber bestimmt noch lange erinnern werden.
    Kashan bleibt uns in Erinnerung wegen des wunderschönen persischen Gartens Bāgh-e Fin, der unserer Meinung nach zu Recht " Eden on Earth " genannt wird.
    Leider artet ein auf Entspannung ausgelegter Besuch dieser berühmten Gartenanlage beinahe zum Spießrutenlauf mit selfiewütigen Iranern aus, die uns am Ende sogar fast in die Flucht schlagen.
    Kashan bleibt uns zu guter Letzt in Erinnerung wegen des bunten Bazars. Die Ursprünge des Gebäudes sind beinahe 1000 Jahre alt und im Laufe der Jahrhunderte unentwegt erweitert worden. Somit handelt es sich hier um einen der ältesten durchgehend genutzten Großmärkte der Welt!
    Besonders faszinierend finden
    wir die Konstruktion der Decken im Bazar. Diese sind gewölbt und haben in der Kuppe eine Öffnung.
    Dadurch dringt nicht nur Licht in die dunklen Hallen. Der entstehende Kamineffekt sorgt dafür, dass die warme Luft durch die Löcher nach außen abgegeben wird. Gleichzeitig wird frische Luft durch die Eingänge des Bazars angesaugt. Auf diese Weise entsteht eine angenehme, ständig zirkulierende kühle Brise.

    Alle Moscheen und wunderschön gestaltete und gepflegte Gärten
    in diesem Land haben einen sehr markanten, jedoch stets individualisierten Stil.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie feingegliedert die Mosaiken, wie filigran die Wandtäfelungen und wie akkurat die Malereien sind. Man bekommt unweigerlich das Gefühl, dass viel Wert darauf gelegt wurde, gemütliche Oasen zu erschaffen, in denen sich die Menschen auch außerhalb der Gebetszeiten aufhalten, staunen und sich entspannen können.
    Und das tun wir sehr gerne mit ihnen zusammen.
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  • Abyaneh

    27. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☀️ 24 °C

    Nur etwas mehr als eine Autostunde südlich von Kashan liegt abseits der Hauptstraße das historische Dörfchen Abyaneh. Aufgrund der durchgängig aus roten Ziegeln, Lehm und Stroh erbauten Häuser wird es auch „rotes Dorf“ genannt.
    Manche Gebäude am Fuße einer Bergkette sind liebevoll restauriert, während andere ihrem lehmhaften Schicksal überlassen werden und in sich zerfließen.

    Die Straßen sind ohne erkennbares System verwinkelt, und das Beste, was man hier machen kann, ist sich einfach ziellos umher treiben lassen. Und während wir in den schmalen Gassen herum flanieren, finden wir uns - aufgrund der stufenförmigen Bauweise am Hang entlang - mehr als einmal auch auf den Dächern einiger Wohnhäuser wieder.
    Später spuckt uns ein kleiner Seitenpfad aus einer der vielen Gassen wieder aus.
    Nur noch wenige Menschen leben in Abyaneh. Die meisten – vor allem jüngere – Einwohner hat es nicht nur aufgrund der Zukunftsaussichten und besseren beruflichen Chancen in die umliegenden Städte Kashan oder auch Isfahan verschlagen. Denn auch zuverlässiger Zugang zu Strom oder fließendem Wasser ist in dem kleinen Ort nach wie vor kaum zu haben.

    Die wenigen verbliebenen Einwohner schmücken die abenteuerlichen Straßen mit ihren traditionellen lokalen Trachten. Die Kopftücher sind hier durchweg mit blumigen Mustern bestickt, was die kleine Stadt noch freundlicher und einladender wirken lässt.
    Bevor wir überhaupt eine erste Idee von dem Dorf erhalten, machen wir die Bekanntschaft mit einer älteren Dame. Sie bietet
    uns „Lavashak“ an, eine Art säuerlicher, flach getrockneter Fruchtbrei aus Pflaumen. Probieren tun wir alle, doch richtig schmecken will es keinem von uns.
    Später lädt uns Mohammad zu einer Schüssel Kash, einer typisch persischen Suppe und dem obligatorischen Tee ein.

    Nachdem wir uns in dem kleinen Ort ein wenig die Füße platt gelaufen haben, kehren wir - wieder einmal voller Eindrücke - zu unseren Autos zurück.
    Die bunten Trachten der Frauen,
    die kleinen verwinkelten Gassen mit dem schimmernden Rot der Fassaden und im Hintergrund die Berge; all das verschmilzt zu einem nahezu perfekten Gesamtkunstwerk in Abyaneh.
    Danke für ein wieder mal unvergessliches Erlebnis, Mohammad!
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  • Ein Stück vom Paradies - Das Alamut-Tal

    28. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ⛅ 28 °C

    Darf es auch mal etwas exotischer sein? Vielleicht etwas für Outdoor-Fans? Neben zauberhaften Städten bietet das Land im Mittleren Osten nämlich auch eine Menge Berge und Täler, die darauf warten erkundet zu werden – zum Beispiel das Alamut-Tal.

    Die sagenumwobenen Assassinen haben in diesem kargen Landstrich im Nordwesten des Irans ihren Ursprung und terrorisierten zu Beginn des zweiten Jahrtausends ganz Kleinasien und Europa. Geschichts- und Archäologiefreaks können auf den Bergspitzen des Tals über 50 Burgruinen bestaunen. Die Festung Alamut (von der das Tal seinen Namen hat) ist von ihnen noch am besten erhalten und thront auf einem steilen Felsen in 2100 Metern Höhe über dem weiten Tal – wer hier oben steht, weiß, warum so viele Herrscher ihre Burgen am liebsten auf Berggipfeln errichtet haben. Nicht nur sind diese Festungen schwerer einzunehmen, sondern der Blick lässt einen glauben, man beherrsche die Welt.

    Das Alamut-Tal hat neben seiner berühmten Festung vor allem eines zu bieten: Natur: wild, atemberaubend schön und völlig unverbaut. Wir genießen das Gefühl, an einem der letzten wirklich unberührten Orte der Welt zu sein.
    Vollgestopft mit Kultur, Geschichte und Lebensfreude sehnen wir uns nach etwas Ruhe in den Bergen.
    Das Elburs-Gebirge. Nördlich von Teheran erstreckt es sich entlang des Kaspischen Meeres und steigt bis auf 5610 Meter an.
    Nein, diese Seite des Iran kannten wir bisher noch nicht.
    Die Straße hier herauf wird zunehmend steiler, und wir schrauben uns in
    sich ewig windenden Serpentinen immer weiter nach oben.
    Viktor behält die Landschaft vor, hinter, links und rechts von uns im Blick. Aber hat er auch ein Auge auf die kurvenreiche Straße, die vor uns immer wieder unerwartete Kapriolen schlägt?
    Ein kleiner Fahrfehler ...und das war's.
    Doch wenn ihr glaubt, es gibt keine Steigerung mehr, dann kennt ihr meinen Mann nicht.
    Plötzlich, ich traue meinen Augen nicht, hat er von Jonas die kleine Go Pro Kamera in der Hand.
    Er knipst, was das Zeug hält ... in alle Richtungen.
    Ein besonderes akrobatischer Akt wird vollführt, als er - mit der linken Hand steuernd - eine 180 oder vielleicht fast schon 360 Grad Serpentine fährt und den rechten Arm an seinem Körper und am Lenkrad vorbei aus dem Fenster streckt, um irgendwas zu filmen, was HINTER uns liegt.
    " Mensch, Viktor, ich steig gleich aus", starte ich einen verzweifelten Versuch vom Beifahrersitz. Emotionslose Antwort vom Pilotenstuhl: " Das würde ich dir nicht raten".
    Letztendlich geht Gott sei Dank alles gut, und wir verlassen dieses iranische Paradies mit einem Riesensack voller Bilder im Kopf ( und auf der Go Pro).
    Länger können wir hier leider nicht bleiben.
    Uns läuft die Zeit davon, denn bis Ende Mai wollen wir aus dem Iran ausgereist sein.
    Es gibt noch so unendlich Vieles zu entdecken in diesem wundervollen Land.
    Wer weiß, vielleicht kommen wir ja irgendwann noch einmal hierher hierher zurück?
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  • Das unschöne Ende eines Märchens

    30. toukokuuta 2023, Iran ⋅ ☀️ 25 °C

    Iran - ein Land, das vor der Islamischen Revolution 1979 sehr gut besucht war und danach fast komplett von der touristischen Landkarte verschwand.
    Iran - das Land im Mittleren Osten, das heute vorwiegend Gefühle heraufbeschwört, die nur mit Befürchtungen, wenn nicht sogar Ängsten einhergehen.
    Zu konkret sind noch die Erinnerungen an die Regierungszeit von Ahmadinedschad, der der Welt drohte. Zu erdrückend wirken Bilder nach, die Frauen unter dem Tschador zeigen.

    Politik und gesellschaftliches Leben werden der Religion untergeordnet. Entscheidungen unterstehen der Scharia und der Zustimmung des religiösen Führers.
    Die Sittenpolizei wacht streng über die Einhaltung der Regeln.
    Wir westlichen Besucher werden mit einer vollkommen anderen, uns fremden Kultur konfrontiert, und es besteht die absolute Notwendigkeit, sich dieser direkt anzupassen.
    Bei Vergehen drohen drakonische Strafen wie Gefängnis und Peitschenhiebe.

    Generell müssen in der Öffentlichkeit alle Körperteile außer die Hände, die Füße und das Gesicht bedeckt werden. Dazu gehört auch das
    Tragen der Hijab, eines Kopftuches für Frauen.
    Traditionell wird zudem der gesamte Körper mit dem Tschador, einem halbmondförmigen Tuch, bedeckt. Diesen brauchen wir als Touristinnen allerdings nicht, um rechtmäßig und angemessen gekleidet zu sein.
    Karola und ich tragen ein schönes Tuch, was den größten Teil unserer Haare verdeckt, dazu weite Tunikas und luftige Hosen.
    Das wird akzeptiert.

    Aufgrund von Sanktionen funktionieren im Iran weder Kredit- noch EC-Karten, weshalb das Abheben von Geld für Touristen unmöglich ist. Man muss also sein komplettes Reisebudget im voraus kalkulieren und in Form von Bargeld (Dollar oder Euro) mitnehmen.

    Nichtsdestotrotz haben wir uns entschieden, den Schritt ins Unbekannte zu wagen, wenn auch mit einem mulmigen Gefühl, ja man kann sogar sagen Angst vor diesem Land, dessen Image in den letzten Jahren so unglaublich gelitten hat.

    Aber dieses Risiko wollten wir nicht alleine eingehen und haben deshalb beschlossen, uns durch das Land von Grenze zu Grenze begleiten zu lassen.
    Diese Entscheidung haben wir, obwohl sie wirklich teuer war, keine Minute bereut.
    Mohammad hat den Besuch in seinem Land zu etwas ganz Besonderem werden lassen.

    Am 30. Mai, dem letzten Tag unserer gemeinsamen Zeit, geleitet er uns bis zur irakischen Grenze.
    Da der Übertritt in die Türkei um ein Vielfaches einfacher ist, sollen Kai und Karola nun alleine weiterfahren.
    In Urmiyeh trennen sich nach 10 monatiger gemeinsamer
    Reise unsere Wege.
    Im Internet hatte ich gelesen, dass der Grenzübergang vom Iran zum Irak zu einem der schlimmsten überhaupt gehört.
    Man muss sich auf willkürliche Drangsalierungen einstellen, gegen die man sich nicht wehren kann.
    Da Mohammad bei uns ist, bin ich äußerlich relativ entspannt. Doch tief in meinem Inneren habe ich ein ungutes Gefühl, was sich leider später als richtig bewahrheiten sollte.
    Fast 4 Stunden hocke ich vor einer Absperrung in unserem Auto, während Viktor und Mohammad planlos von A über B nach C, D, E und F geschickt werden.
    Zwischendurch geben sie mir stichwortartige Auskunft , ansonsten bin ich alleine, ohne jegliche Information, was hier abläuft.
    Bei jeder kurzen Konversation teilen sie mir neue Geldsummen mit, die wir für irgendwelche Dinge bezahlen sollen.
    Ich verstehe nichts, sie aber offensichtlich auch nicht.
    Auch Mohammad, der anfangs noch ruhig war, wird zunehmend gestresster; das Unverständnis und der Ärger über das, was hier abgeht, ist deutlich in seinem Gesicht zu lesen.
    Aber wir sind machtlos und ausgeliefert.
    Zum ersten Mal in meinem Leben höre ich von meinem Mann die Worte: "Ich kann nicht mehr.
    Wir haben keine Chance; die wollen uns fertig machen."
    Spätestens jetzt kapiere ich, dass das, was hier abläuft, bitterer Ernst ist.

    Verschlimmert wird die Lage dadurch, dass wir überhaupt nichts von dem verstehen, was besprochen, verhandelt und worüber gestritten wird. Wir merken nur, dass die Situation gefährlich eskaliert.
    Ein Deutscher, den wir irgendwo im Iran getroffen haben, hatte uns erzählt, dass man ihn nach einer anfänglich harmlosen Verkehrskontrolle für mehr als 2 Stunden in einem fensterlosen Container eingesperrt und verhört hatte, ihn und seine sämtlichen Habseligkeiten untersucht und alle seine Medien, Fotos, WhatsApp Nachrichten, Kamera, Laptop bis ins Kleinste duurchwühlt habe.
    Ich verstecke mein Handy unter dem Autositz. Allmählich bekomme ich Panik. Es sind inzwischen einige Nachrichten drauf, die uns in ernsthafte Schwierigkeiten bringen könnten.
    Dolkhaz, unser Freund sitzt mit Frau und der kleinen Tochter seit mehr als 4 Stunden auf der anderen Seite der Grenze im Irak. Keine 500 Meter Luftlinie von uns entfernt - außer ein paar SMS von mir nicht wissend, was uns gerade widerfährt.
    Dann, nach fast 5 Stunden, kommen Viktor und Mohammad zum Auto: " It is finished. We are allowed to cross."
    Ich kann es nicht glauben. Warum jetzt so schnell?
    Doch weshalb habe ich trotzdem immer noch ein schlechtes Gefühl?
    Ich schicke Dolkhaz noch eine letzte SMS, dass wir die iranische Grenze passiert haben und in kürzester Zeit im Irak sein werden.
    Dann nehme ich fatalerweise meine Sim Karte aus dem Handy, da Mohamed meint, dass ich die jetzt sowieso nicht mehr gebrauchen kann. Verabschiedung.....und
    wir stehen vor der letzten Schranke.
    Der zuständige Typ guckt uns nur blöd an, macht aber keine Anstalten, das Tor zu öffnen.
    " We can pass , your colleague said", teile ich ihm mit.
    Und dann passiert das , was ich tief im Inneren befürchtet hatte.
    "Turn off the engine of your car immediately and show me your papers!" , blafft er uns an und lässt sich nicht darauf ein, als ich ihm sage, dass wir in den letzten 5 Stunden mehr als 10 mal geprüft worden sind.
    Er ignoriert mich komplett, Viktor befiehlt er, ihm zu folgen.
    Ich stehe neben unserem Auto, ratlos, hilflos vor irgendeiner Schranke um letzten Winkel vom Iran.
    Ich kann weder Dolkhaz Bescheid sagen noch Mohammad anrufen, dass er bitte zurück kommen soll.
    Ich bin total verzweifelt.
    Da ich seit Stunden dringend zur Toilette muss, frage ich einen LKW Fahrer, den einzigen Menschen, den ich weit und breit sehe.
    Er zeigt mir an, ihm zu folgen. Wir marschieren über einen Platz, vermüllt, stinkend und dreckig. Ganz am Ende ist ein Häuschen, ohne abschließbare Tür.
    Der Urin steht knöchelhoch, alles ist übel beschissen. Ich muss würgen und kämpfe gegen das Übergeben.
    Als ich zum Auto zurück komme, fließen meine Tränen hemmungslos.
    Warum läuft hier jetzt alles schief? Und Viktor ist immer noch nicht zurück. Was haben die mit ihm gemacht.
    " Äffchen, da bist du ja!
    Ich falle in seine Arme. Ach, wenn wir doch hier abhauen könnten.
    " Hier kommen wir nicht mehr weg - zumindest nicht heute" reißt mein Mann mich aus meinen Gedanken.
    Irgendein Papier fehlt. Ohne das kommen wir nicht weiter.
    Das kann doch nicht sein! Eigentlich waren wir doch fertig!

    Wir rennen zurück in die Halle, aus der Viktor gerade gekommen ist.
    Als ich den Officer frage, was nicht in Ordnung sei, dreht er sich um und lässt mich eiskalt stehen.
    Da fange ich an zu schreien: " We need help. Something is going wrong here. Please, can't anybody help us?
    Alle Blicke sind auf uns gerichtet, ich registriere das fast nicht mehr.
    Die Männer schubsen uns in einen Raum, in dem uns die anderen Leute nicht mehr sehen können. Aber ich weine weiter, laut und ununterbrochen. Irgendwie merke ich instinktiv, dass das unsere einzige Rettung ist.
    Die Männer sind entsetzt hilflos, verärgert, überfordert. Aber es kommt Bewegung in die Sache.
    Eine Viertelstunde später sitzen wir im Auto, die Schranke geht hoch.....und wir sind frei. Ich hatte bald nicht mehr daran geglaubt.

    Auf irakischer Seite wollen 4 Offiziere erneut unser Auto von innen prüfen und durchleuchten. Die ersten zwei sind schon im Camper mit Spingerstiefeln und schweren Gewehren. Ich habe keine Kraft mehr, irgendetwas zu sagen.
    Da sehe ich am Ende eines dunklen Ganges einen Iraker mit Turban, der ununterbrochen winkt.
    Außer uns ist niemand hier, der muss uns meinen. Ich habe keine Ahnung, was er will.
    Plötzlich erscheint neben ihm ein kleines Mädchen mit einem roten Hut ....und sie winkt auch. In dem Moment erkenne ich die Kleine: Es ist Nada, und neben ihr steht Dolkhaz. DER MANN MIT DEM TURBAN IST DOLKHAZ!
    Im selben Moment laufen wir aufeinander zu.
    Als er mich auffängt, weiß ich, dass jetzt alles gut wird.
    Endlich, wir sind in Sicherheit. Uns wird nichts mehr passieren.
    Dolkhaz erzählt später, dass selbst die hart gesottenen Officers Tränen vor Rührung in den Augen hatten, als Dolkhaz ihnen erzählt, dass wir etwas wie seine Ersatzeltern sind und er extra aus Deutschland in den Irak geflogen ist, um uns hier zu treffen.
    Er hält mich fest und sagt immer wieder: Mama, weine nicht mehr. Ihr seid in Sicherheit. Jetzt ist alles gut.
    Mit Dolkhaz Hilfe erledigen wir die Grenzformalitäten auf irakischer Seite, die noch einmal drei Stunden dauern.
    Es ist längst nicht so schlimm wie im Iran, aber auch hier haben wir das Gefühl, dass es fatale Folgen haben kann, den falschen Menschen zu viel Macht zu geben.
    Um 1 Uhr kommen wir in Erbil an. Selten in meinem Leben habe ich mich so kaputt, gedemütigt und hilflos ausgeliefert gefühlt.

    Und so schön diese Länder, und hier meine ich insbesondere den Iran, auch sein mögen.
    Ich werde wahrscheinlich nicht wieder zurückkehren.
    Diesen Alptraum werde ich meinen Lebtag nicht mehr vergessen.
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  • DolkhazOder warum fahren wir in den Irak

    2. kesäkuuta 2023, Irak ⋅ ☀️ 33 °C

    Dolkhaz.... ich möchte euch erzählen, welche unglaubliche Geschichte hinter diesem Namen steckt.
    Im Jahr 2018, gegen Ende des Jahres, lernt Viktor auf einer Großbaustelle einen jungen Syrer kennen, der dort als Fliesenleger aushilft.
    Der junge Mann ist so alt wie unsere Kinder und hat eine Lebensgeschichte hinter sich, die einen zu Tränen rühren kann.
    Die Familie stammt aus Syrien, wo Dolkhaz sich nach einer harten, entbehrungsreichen Kindheit ein gutes Leben erarbeitet. Der Krieg zerstört alles, ihr Hab und Gut und all ihre Träume.
    Sie fliehen in den Norden vom Irak nach Erbil, wo wir jetzt sind.
    Auch hier schuftet Dolkhaz Tag und Nacht. Er scheut keine Mühe, keinen Dreck, nicht die Anfeindungen, die ihnen vielfach das Leben noch beschwerlicher machen.
    Sie lernen eine komplett neue Sprache und fangen bei weniger als Null an. Aber sie verlieren nicht ihre Hoffnung und den Glauben, dass sie auch das schaffen und irgendwann alles gut wird.
    Doch dann dringt in 2014 die IS in das Land und nimmt ihnen alles. 2015 flüchten sie erneut mit nichts als ihren Kleidern am Leib.
    Ihr Ziel und Traum ist Deutschland, wo sie nach 3 Wochen ankommen:
    Dolkhaz mit seiner Frau Sawsan und einem kleinen Baby. Auf der Flucht erfahren sie, dass Sawsan wieder schwanger ist.
    Ihr erstes Stopp ist ein Flüchtlingslager in Wesel am Niederrhein.
    Hier wird die Familie getrennt. Die Eltern schickt man nach Niedersachsen; Dolkhaz landet in Jülich.
    1 Jahr darf er nicht arbeiten, lernt allerdings freiwillig in einem kleinen Stadtteil von Jülich das Alphabet und ein paar Grundlagen unserer Sprache.
    Anschließend besucht er die
    Volkshochschule und belegt Sprach- und Integrationskurse.
    Überall, wo sich die Gelegenheit bietet, arbeitet Dolkhaz oder hilft aus.
    Und genauso lernt er Viktor kennen. Nach ein paar Wochen spricht er ihn das erste Mal an, ob er in unserer Firma arbeiten kann. Viktor hat inzwischen beobachtet, wie fleißig Dolkhaz ist und rät ihm dazu, in Deutschland eine Lehre zu absolvieren, um nicht ewig Hilfsarbeiter zu bleiben.
    Ab da bittet ihn Dolkhaz täglich, ihn doch in unserer Firma auszubilden.
    Er lässt nicht locker und schließlich entscheidet Viktor, ihm diese Chance zu geben.
    3 Jahre ist Dolkhaz sein Lehrling. Die Arbeit auf der Baustelle fällt ihm leicht, er ist geschickt und hat jahrelang als Fliesenleger gearbeitet.
    In der Schule dagegen ist es unendlich schwer für ihn als Ausländer.
    Aber auch hier beißt er sich durch. Viele Wochenenden und Abende verbringt er bei uns, und Viktor paukt mit ihm Pfanzenkunde, Mathe, Baustoffkunde und was sonst noch auf dem Lehrplan steht.
    2022 besteht Dolkhaz die Prüfung, bei der 5 deutsche Lehrlinge durchfallen und ist GESELLE.
    Genauso stolz wie er selbst sind wir auf ihn. Was für eine Leistung!!!
    Nach der Prüfung kommt er nach Kirchberg und ich erfahre als erste die wunderbare Nachricht.
    Ein Meilenstein, für den er hart gearbeitet hat und wo er unendlich stolz darauf sein kann, ist geschafft.
    Dolkhaz hat nie vergessen, was Viktor für ihn gemacht hat und nennt ihn liebevoll Papa ( was Viktor natürlich nicht will).
    Und mich nennt er Mama.
    Lange Geschichte und lange Einleitung, aber wichtig, damit ihr versteht, was hinter unserem Treffen hier in Erbil steckt.
    Als unsere Route einigermaßen feststeht, beschließt Dolkhaz, uns im Irak zu treffen und bei der Reise durch das Land zu helfen.
    Und so sind wir jetzt zusammen in Kurdistan, und er zeigt uns die Orte, die für ein paar Jahre seine Heimat waren.
    An der Iranischen Grenze hat er fat 8 Stunden auf uns gewartet und uns auf irakischer Seite geholfen, die gesamten Formalitäten und Hürden zu bewältigen.
    Nun verleben wir zusammen eine tolle Zeit und erhalten einen kleinen Eindruck von einem Leben, was in jeder Hinsicht anders ist als das Unsere zu Hause.
    Aber wir alle sind uns einig, dass wir gerne ( Dolkhaz in 1 Woche; wir in 2 Monaten) wieder nach Deutschland zurückkommen, wo ein Leben in Wohlstand und vor allem in Sicherheit für uns alle möglich ist.
    Denn wir haben erkannt, dass dieses Privileg keine Selbstverständlichkeit ist.
    Danke Dolkhaz und Sawsan für die unvergessliche Zeit mit Euch.
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