Erbil
6 Jun 2023, Iraq ⋅ ☀️ 34 °C
Erbil ist die Hauptstadt und zugleich auch der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Die Stadt gilt als eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Siedlungen der Welt. Ihr Alter wird auf mehr als 8000 Jahre geschätzt.
Der wunderschönen Zitadelle in Erbil wurde im Juni 2014 von der UNESCO der Status eines Weltkulturerbes verliehen.
Im August 2014 kam es zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und den Milizen des Islamischen Staats (IS) zu einer ersten Konfrontation. Als die Terroristen des IS mit einer Blitzoffensive 40 km vor Erbil versuchten vorzurücken, schalteten sich die Vereinigten Staaten ein. Durch Luftangriffe seitens der USA konnte der Vormarsch auf die Stadt zeitnah und effektiv gestoppt werden.
Im weiteren Verlauf schlossen sich mehrere Staaten unter der Führung der USA zu einer Anti-IS-Allianz zusammen, um den Kurden weitere Unterstützung aus der Luft geben zu können.
Kurdistan kämpft nach wie vor - bisher leider vergeblich- darum, ein autonomer Staat zu werden.
Mit Dolkhaz und seiner Familie erkunden wir ein paar Sehenswürdigkeiten der Region, wie zum Beispiel den Wasserfall Gali Ali Bag.
Geologisch gesehen ist er eine der faszinierendsten und meistbesuchten Naturtouristenstätten in der Region Kurdistan und im Irak.
Mit über 12 Metern Fallhöhe ist Gali Ali Bag nicht nur der höchste Wasserfall in der Region Kurdistan, sondern im gesamten Irak.
Er befindet sich neben dem Berg Korek, der selbst 2.076 Meter über dem Meeresspiegel liegt.
Diese Region ist eine der gebirgigsten Gegenden in ganz Kurdistan. Hier gibt es die berühmten Schluchten von Soran mit glasklaren, schnell fließenden Bächen und kleinen Wasserfällen.
Das geologische Alter der Felsformation von Gali Ali Bag, bestehend aus Dolomit, Mergelstein und Kalkstein, wird der Jurazeit vor etwa 165 Millionen Jahren zugeordnet und ist durch eine Konvergenz der arabischen und iranischen Platte des Zagros-Gebirges entstanden.
Die ersten Tage im Irak gehen wir ganz ruhig an und versuchen, uns von den Strapazen der Reise zu erholen.
Dann spricht sich plötzlich wie ein Lauffeuer herum, dass ein verlorener Sohn der Stadt zurück gekehrt ist.
Eine Einladung folgt der anderen. Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und herzlich.
Eine Familie, die damals zu Dolkhaz ' Nachbarn gehörte, nimmt sich 2 Tage Zeit, um uns besondere Sehenswürdigkeiten ihres schönen Landes zu zeigen.
Wir werden von ihnen verpflegt wie Könige. Ein Mahl ist köstlicher als das andere.
Die Menschen kennen uns nicht, aber ihre Herzlichkeit ist überwältigend.
Heute werden wir unsere Reise fortsetzen, es wird der letzte Abschnitt unseres Abenteuers sein.
In weniger als 2 Monaten sind wir wieder zu Hause..... ich freue mich riesig und kann es kaum erwarten.Baca lagi
Es gibt immer noch eine Steigerung
6 Jun 2023, Iraq ⋅ ⛅ 36 °C
7. Juni
9.00 Uhr
Wir fahren unsere ersten Kilometer in der Türkei.
Gestern hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt.
Nach dem Frühstück verlassen wir am Morgen des 6. Juni unser Hotel in Erbil.
Dolkhaz mit Frau und Tochter begleiten uns, denn er will uns unbedingt noch bei den Grenzformalitäten auf irakischer Seite helfen.
Die ca 300 Kilometer bis zur Grenze verlaufen problemlos, nicht zuletzt deshalb, weil Viktor sich inzwischen an die katastrophale Fahrweise des Orients gewöhnt und auch ein wenig angepasst hat.
Jeder brettert wie es ihm in den Kram passt, der Dreisteste gewinnt. Es gibt keine Fahrschulen und keinen Unterricht, und das merkt man auf jedem Meter.
Als wir an der Grenze ankommen, ist es 12.00 Uhr, und die Mittagshitze schlägt uns mit aller Macht entgegen. Das Thermometer zeigt 45 Grad, man kann kaum atmen, Schatten gibt es nirgendwo.
Der riesige Parkplatz ist voller Müll, bedeckt von staubigem Schotter gemischt mit ausgelaufenen, stinkenden, undefinierbaren Flüssigkeiten.
Das Gelände ist so voll, dass wir kaum einen Platz für unseren Camper ergattern können.
Doch irgendetwas stimmt hier nicht. Ich registriere keinerlei Bewegung, es herrscht ein Angst einflößender Stillstand.
Was ist hier los?
Warum erkennen wir nicht auch nur einen Millimeter an Vorwärtsbewegung?
Es dauert eine gewisse Zeit, bis wir herausfinden, dass auf türkischer Seite nicht gearbeitet wird.😱😱😱
Den Grund kann oder will uns niemand nennen.
Doch wird der Ansturm auf die Grenze dadurch nicht geringer.......von Minute zu Minute wächst die Schlange der Wartenden auf der Zufahrtstraße.
Die beiden einzigen uniformierten, total genervten Grenzbeamten sind völlig überfordert und scheuchen uns fragende Wartende weg wie räudige Hunde.
Ein Toilettengang wird wieder einmal zum unvergesslichen Erlebnis. Bis zu den Knöcheln wate ich durch braunen Urin und mag mir nicht vorstellen, woher die Flüssigkeit ihre Farbe bekommen hat.
In derselben Baracke gibt es einen Gebetsraum, in dem ein paar Frauen knien und beten bzw sich unterhalten.
Sie hocken in der braunen Suppe, die unter der Tür vom Klo aus in den Raum fließt.
Würgend und um Fassung ringend verlasse ich das Pissoir ( keine andere Bezeichnung könnte den Zustand des Ortes treffender beschreiben), da ruft jemand hinter mir her.
Ich muss für diese Kloake auch noch Geld bezahlen, was Dolkhaz dann für mich erledigt, denn wir besitzen keine irakischen Dinar mehr.
Die kontaminierten Schuhe schmeiße ich in die nächste Mülltonne 😱.
Als wir realisieren, dass an dieser Grenze zur Zeit gar nichts mehr passiert, schicken wir Dolkhaz, Sawsan und Nada zurück zum Hotel.
Sie können leider nichts mehr für uns tun.
Die nächsten 5 Stunden verbringen wir wartend in der unerbittlichen Hitze. Niemand spricht englisch, wir erfahren nichts, erhalten nicht die kleinste Auskunft.
Der einzige Trost ist unser Camper, in dem wir notfalls die nächste Nacht auf diesem dreckigen, stinkenden Platz verbringen können.
Dann, nach endlosen Stunden, kommt Bewegung in die Masse von Menschen und Autos.
Die ersten 10 Wagen werden durch eine Absperrung gewunken, die gleich danach wieder verschlossen wird.
Aber immerhin: 10 von mehreren Hundert sind schon mal weg.
So geht es dann in den nächsten Stunden weiter, in winzig kleinen Schritten, bis schließlich um 19.00 Uhr auch wir an der Reihe sind.
Am Zoll werden Viktor und ich getrennt. Ich muss mit Tausenden von anderen Leuten ( kein Europäer außer uns, so gut wie keine anderen Frauen) durch die Personenkontrolle. Wir können uns nicht mehr verständigen, jeder ist jetzt für sich allein.
Ein paar junge Männer bedrängen mich. Sie halten schwarze Plastiktüten unter dem Arm, die sie mir in die Hand drücken wollen. Ich wehre mich mit Gesten und mit mehr als einem lauten No. Keiner der Wartenden interessiert sich für das, was hier abläuft.
Als wir zur Leibesvisitation kommen, schiebt mir einer der Männer blitzschnell ein Paket in den Gurt meines Rucksackes. Der Zöllner sieht es, reißt es mir weg, nimmt ein Messer und schlitzt das schwarze Paket auf: Zigaretten sehe ich, aber ich weiß nicht, was sonst noch in dem Paket versteckt ist.
Vor mir befindet sich ein Eisendrehkreuz und ich ahne instinktiv, dass ich dahinter in Sicherheit bin.
Den Vogel, der mir die Zigaretten zugestellt hat, haben sie inzwischen in einen Raum gezerrt.
Das blüht mir jetzt wahrscheinlich auch.
Im selben Moment packt mich ein älterer Mann am Arm und zieht mich durch das eiserne Drehkreuz: Come Come!!! Und in Windeseile quetsche ich mich mit ihm zusammen durch das Tor......und wir verschwinden in einem langen Gang.
Das unheimliche Szenario scheint keinen Menschen zu interessieren. Es ist so, als sei nie etwas passiert.
Später erfahren wir, dass an dieser Grenze wie an fast keiner anderen geschmuggelt wird, was das Zeug hält.
In der Warteschlange hatten wir schon beobachtet, dass die Leute überall Zigaretten verstecken: hinter der Innenverkleidung, im Motorraum, in den Radkästen, hinter der Stoßstange ihres Autos.
Endlich erspähe ich Viktor in der Menschemenge, zumindest eine Hürde ist wieder geschafft.
Ich bedanke mich bei dem älteren Herrn, der mich nicht aus den Augen gelassen hat, für seine Hilfe. Wir sprechen nicht die gleiche Sprache, aber einer versteht den anderen. Mit der rechten Hand auf dem Herzen verneige ich mich vor ihm und er versteht ohne Worte, dass ich mich aus vollem Herzen bei ihm für seine Hilfe bedanken möchte.
Danach wird unser Wagen durchsucht, inspiziert und gescannt, weitere 2 Stunden Zeitverlust.
Zum Schluss brauchen wir nur noch den Stempel in unserem Carnet. Doch keiner weiß über diesen Vorgang Bescheid.
Wir jagen von Schalter zu Schalter, ohne Ergebnis.
Schließlich kommt einer, der mit Hilfe von Google Übersetzer versteht, was wir wollen. Weitere zwei Stunden später haben wir endlich den Stempel.
Da signalisiert uns der Typ, dass er für seine Hilfe 300 US Dollar haben will. Bakschich!!!
In dem Moment raste ich aus: ich brülle den Typen in einer Lautstärke an, die mich selbst in Erstaunen und Angst und Schrecken versetzt.
Dann renne ich zurück zur Scanstelle, dieser Beamte hatte mir einen verlässlichen Eindruck gemacht.
Ein paar Männer, die gleich kapieren, wie aufgebracht ich bin, rufen ihn aus seinem Scan LKW heraus.
Er bricht seine Arbeit ab und versucht, aus dem , was ich ihm mitteilen will, einen Sinn zu entnehmen.
Zwei Wörter versteht er ohne weitere Erklärung: Money und Bakschich.
Innerhalb von weniger als 10 Minuten hat er 4 weitere Leute herbei telefoniert und wir fahren ( ich war eine ziemlich weite Strecke gerannt) zurück zu unserem Auto, wo Viktor wartet. Diese Schande wollen sie nicht auf sich und ihrem Land sitzen lassen.
Der Typ ist inzwischen wie vom Erdboden verschluckt.
Wir fahren noch eine Zeitlang das Terrain ab, aber vergeblich. Er ist verschwunden, spurlos, so als wäre er nie da gewesen.
Die Beamten machen sich noch ein paar Notizen, entschuldigen sich mit unzähligen Sorrys bei uns.
Und dann...... nach mehr als 11 Stunden ( das ist der bisherige Negativrekord) sind wir in die Türkei eingereist.
Wir beide haben wieder einen Meilenstein gemeinsam geschafft.
20 Minuten hinter der Grenze finden wir eine Tankstelle, auf deren Gelände wir sicher übernachten können.
Meine letzten Gedanken sind, dass wir es wieder einmal geschafft haben uns dass wir bald in unsere Heimat zurückkehren, in ein Land, in dem wir in Sicherheit, in Frieden und ohne eine solche Willkür leben können.
Aus tiefstem Herzen DANKE DAFÜR🙏❤️Baca lagi

Et es för ze freäcke ever et hätt noch imer jot jejange . Öcher und Kölsches Grundgesetz. Ihr Lieben weiterhin alles Gute in den letzten 2 Monaten. LbGr Marga [Marga]
Hoş geldiniz Türkiye'ye
8 Jun 2023, Turki ⋅ ⛅ 18 °C
Willkommen in der Türkei!
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie glücklich ich bin, diese Worte schreiben zu können.
Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, auch wenn die Länder und Begegnungen teilweise überwältigend waren, blieb während der ganzen Zeit im Iran und Irak das Gefühl, nicht wirklich ungefährdet zu sein.
Sicher, wir hatten die Begleitung von Mohammad und Dolkhaz. Doch die Kultur und Lebensweise im Orient ist so unterschiedlich und anders als alles, was wir kennen.
Man ist ständig auf der Hut, will keine Fehler machen, will niemanden verärgern oder beleidigen. Ich empfand das trotz aller Freude und Dankbarkeit darüber, wie uns zumTeil völlig fremde Menschen willkommen geheißen haben, als anstrengend.
Die Erfahrungen an den beiden letzten Grenzen waren so schlimm, dass ich sie kaum in Worte fassen konnte. Dabei bin ich mir völlig im Klaren darüber, dass es tausendmal schlimmere Dinge gibt, die Menschen aushalten müssen.
Und dann frage ich mich, wie es sein kann, dass Menschen einander so viel Leid antun.......in kleineren Dingen wie Schikanen an der Grenze bis zu grausamen Folterungen, Demütigungen, Quälerei und sogar Töten von jemandem, der eigentlich nicht anders ist als du selbst.
Viele von euch lieben und treuen Weggefährten haben mit uns gebangt und gelitten.
Und wie immer seit 10 Monaten haben mir eure herzlichen Worte gut getan, mir neuen Mut gegeben und wirklich sehr geholfen.
Ich danke euch allen aus tiefstem Herzen.
Willkommen in der Türkei!
Das Gros aller Urlauber kennt nur einen kleinen Teil der über 8000 Kilometer langen Küste, kennt manchmal nur die gebuchte Clubanlage und das künstliche Shoppingdorf dahinter.
Doch wer wirklich durch das Land reist, lernt die unglaubliche Vielfalt des Landes kennen: Sandstrände werden zu zerfransten Steilküsten, fruchtbare Felder zu schroffen Berglandschaften, öde Steppen zu subtropischer Üppigkeit und armselige Lehmdörfer zu modernen Metropolen.
Türkei, ein Land zwischen Orient und Okzident, das vielseitiger, aufregender und widersprüchlicher kaum sein kann.
Wir machen uns bereit für den Spagat zwischen Ost und West .... für das Land und die Leute unter dem Halbmond 🌙 .
Ein paar Eurer wunderbaren Nachrichten, an denen ich Euch teilhaben lassen möchte:
Liebes Ingelein, ich bin sehr froh, dass ihr bald wieder in Europa sein werdet. Hoffentlich kannst du jetzt den Rest eurer Reise genießen und den Horror der letzten Tage einigermaßen vergessen ❤️❤️❤️
Es ist unfassbar, was auf dieser Welt alles passieren kann. Wie ihr das alles meistert ist schon sehr beeindruckend. Wir leiden mit euch und freuen uns auf ein Wiedersehen. Hoffentlich heil und gesund.
Oje schon wieder ein totaler Horror 😂
Wir sind sehr froh, dass es euch gut geht 😘
Wir wünschen euch Glück von ganzem Herzen 🍀🍀🙋♀️🙋♀️
Oh wie schrecklich!!!! Das tut mir so leid😢
Gott sei Dank habt ihr das hinter euch und ich hoffe ganz inständig dass das die letzte schlechte Erfahrung war❣️❣️❣️
Ich glaube, es wird höchste Zeit, dass du wieder in die Zivilisation zurück kehrst. Hoffe, in der Türkei seid ihr gut aufgehoben und dann seid ihr ja bald wieder zu Hause 😍❤️🥰🤗
🫣🫣🫣 oh gott Inge, ich bin so froh dass es euch gut geht! Das ist ja wirklich unschön was ihr da erlebt habt :( Wie geht es jetzt weiter für euch? ❤️🩹
Liebe Inge, ich weiss nicht, ob ich so viel Geduld und Nerven hätte wie du😳 aber jetzt kommt ihr näher und näher eurem Zuhause, kann dir nachfühlen, dass du dich sehr freust! Wobei vom Iran hast du sensationelle Bilder und Geschichten geschickt! Wir geniessen die Zeit in der Schweiz mit unseren Freunden und sind viel mit dem Bike unterwegs.
Es wäre schön, wenn wir uns mal treffen würden, aber jetzt kommt mal sicher nach Deutschland🙏
Gute Fahrt und passt gut auf euch auf glg Ursula und Urs🙋♀️🥰
Bin froh zu hören, dass es euch soweit aber gut geht! Freue mich auch, dass ihr jetzt wieder ein Stück näher bei uns seid 🤍
Hallo ihr Lieben, da kann man wirklich froh sein, dass ihr wahnsinnigen Grenzübertritte gemeistert habt. Da ist einem ja alleine vom Lesen Angst und Bange geworden. Hoffentlich könnt ihr die verbleibende Zeit etwas lockerer und entspannter genießen. Das wünschen wir euch. LG 🙋🏻♀️🙋🏼♂️🥰❤️😘
Geschafft 🥴. Jetzt wird's ganz bestimmt einfacher 🥰
Hallo Inge,
wie geht es euch? Ist alles ok 🤔
Liebe Inge, Danke für die Info 😘. Alles Liebe weiterhin!!! Ich drücke ganz fest die Daumen, dass es ab jetzt wirklich besser wird. Liebe Grüße 💕
Liebe Inge, ich bin sehr froh, dass der gefährlichste Teil eures Abenteuers nun hinter euch liegt😊 Ich wünsche euch noch tolle Erlebnisse in der Türkei und weiterhin eine gute Reise! Ganz liebe Grüße 😘🍀
Ihr Lieben, wie gut dass ihr den Irak lebend überstanden habt. Erholt euch jetzt!
LG Tina
Das sind ja gute Pläne. Ich bin froh, wenn ihr wieder heile da raus kommt.
Wünsche euch viel Glück 🍀 und gute Reise 👋🏼
Liebe Inge, Erleichterung pur!!! Kommt gut weiter und ich freue mich schon jetzt auf eure Rückkehr !! Ganz liebe Grüsse 😘
Viel viel Glück und dann eine ruhige gemeinsame Weiterfahrt mit einem Schutzengel für euch alle 🥰
Sehr gut Endlich Türkei 😊 jetzt wird’s leichter
👍🏻🥰 vielen lieben Dank für die gute Nachricht,ich bin mir sicher dass es jetzt einfacher wird und ihr die nächsten Wochen auf dem Weg nach Hause bestimmt noch schöne und entspannte Eindrücke sammeln könnt 🤞🍀🫶😘
Diese Info ist sehr beruhigend Inge!!🙏🏻🙋♀️
LG Tamy
Liebe Inge, ich bin echt erleichtert, dass du in der Türkei gelandet bist! Alles liebe
Liebe Inge, ich lese so gerne deine tollen Berichte und kann richtig mitfühlen. Ich freue mich immer, wenn wieder eine neue Nachricht von dir/euch kommt. Ich bewundere euren Mut und auch die Tatsache, dass ihr so tolle Dinge und Abenteuer erlebt. Liebe Grüße und weiterhin alles Gute für euch Carmen 🍀🙋♀️😘
Hallöle ihr Lieben, schön von euch zu hören. Da bin ich wieder beruhigt, wenn es euch gut geht.
Liebe Grüße von Tina 💕🙋♀️😘
Liebe Inge,
nach den ganzen Irrungen und Wirrungen wünsche ich euch eine schöne Zeit.
Es sind ja soviele Erlebnisse,die ihr verkraften müsst und man kommt sicher erst wenn ihr wieder zu Hause seit dazu all das Erlebte zu verarbeiten.Gut,dass du soviel aufschreibst- Ganz liebe und herzliche Grüße Christiane
Gut von euch zu hören.
Aber ich mach mir keine großen Sorgen; ihr schafft das alles.
Du hast doch deinen Yeti dabei.
Ganz liebe Grüße aus Oldenburg 😘
Hallo Inge und viktor
Es ist Sonntag und wir haben nichts mehr gehört. Wir hoffen dass es euch gut geht.
D und g🤞
Freue mich sehr, dass ihr es geschafft habt.
Euch weiterhin viel Spaß u. von nun an ohne Schikanen u.Hürden🍀
Bald sehen wir uns endlich wieder🙏👩❤️👩👯♀️❤️
Aber für diesen Anblick lohnt es sich doch! Ich beneide Euch sehr... aber freue mich auch, dass ihr das schwierigst hinter Euch habt und Euch Europa nähert! Gute Heimreise!
Et es för ze freäcke ever et hätt noch imer jot jejange . Öcher und Kölsches Grundgesetz. Ihr Lieben weiterhin alles Gute in den letzten 2 Monaten. LbGr Marga
Gott sei Dank seid ihr in Sicherheit!!
Liebe Inge lieber Viktor, ihr und eure Art mit Menschen und mit dem Leben das uns allen gegeben ist umzugehen ist so bewundernswert😍,ich freue mich so immer eure Erfahrungen mit zu erlesen und noch mehr euch wieder gefunden zu haben !🤝🫶😘 [Kerstin & Chris 🙅]
So könnte ich endlos weitermachen.
Ich bin wirklich zu Tränen gerührt.
Ihr seid unglaublich und ich freue mich auf jeden einzelnen von euch.
BIS GANZ BALD 🙏❤️Baca lagi

PengembaraIhr Beiden, ich bin ja erst spät in eure tolle Reise eingestigen. Viktor war ja schon immer auch ein Abenteurer und du Inge mit deinen tollen Reisebeschreibungen - einfach gewaltig und ich bewundere euren Mut. Ich hoffe ihr habt das Ärgste hinter euch und für Inge fängt das zu Hause jetzt schon langsam an. Ich bin begeistert von euch. PS.: ich habe euch lange nicht mehr im Pinocio gesehen. Weiter gute Fahrt!
Durchs wilde Kurdistan
9 Jun 2023, Turki ⋅ ☁️ 24 °C
Rauh ist die östliche Bergregion Anatoliens, in der wir nach unserer Ausreise aus dem Irak ankommen.
Viele Jahrhunderte lang lebten die Kurden hier als Nomaden in einer archaischen Stammesgesellschaft, unabhängig und unbeachtet von fremden Mächten.
Die Ursprünge ihrer Problematik gehen auf den Untergang und Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem 1.Weltkrieg zurück.
Nach dem 2. Weltkrieg veränderte sich die Lage in Kleinasien und im Nahen Osten drastisch. Erdölfunde im Nordirak machten das Gebiet zum Zankapfel der umliegenden Großreiche.
Staaten wurden geschaffen und neue, oft willkürliche Barrieren errichtet. Die Grenzziehung zwischen den Nachfolgestaaten des Osmanischen Reichs richtete sich primär nach den Machtinteressen der damaligen Groß- und Kolonialmächte.
Die großen Verlierer waren die Kurden.
Ihre Siedlungsgebiete wurden unter mehreren, neu geschaffenen Staaten aufgeteilt, die sie fortan anfeindeten, unterdrückten und verfolgten.
Wirtschaftliche Beziehungen zerbrachen, und bestehende familiäre Bindungen wurden zerstört.
Die ca. 27 - 30 Millionen Kurden, die sich als "größtes Volk ohne Land" bezeichnen, sind heute in fünf Ländern beheimatet (Türkei ca. 13 Mio., Irak ca. 4 Mio., Iran ca. 5,7 Mio., Syrien ca. 1 Mio. und Armenien ca. 400.000).
Unter ihnen gibt es drei verschiedene Sprachen und unterschiedliche Religionszugehörigkeiten: Sunniten, Schiiten, Jesiden, Aleviten und assyrische Christen.
Die Aufstände dieses Volkes für mehr Unabhängigkeit begannen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Schon damals strebten die Kurden einen eigenen Nationalstaat an, der die Gebiete Südostanatoliens (Türkei), den Nord-Irak, Teile des westlichen Iran und Gebiete im Norden Syriens umfassen sollte:
ein Staat namens "Groß-Kurdistan".
Doch hat es niemals ein kurdisches Reich, erst recht keinen kurdischen Staat im modernen Sinne gegeben. Auch dies mag jene Erbitterung und jenen oft brutalen Fanatismus ein wenig erklären, mit denen manche Kurden heute für einen eigenen Staat eintreten. Sie fühlen sich als von der Geschichte übergangene Opfer, und sie haben auch jetzt nicht den Eindruck, dass sich die Welt um ihr Schicksal besonders schert.
Die Vision von einem eigenen Land wird wohl keine Realität werden, zu stark sind die nationalen Interessen in der Türkei sowie in Syrien und im Irak.
Nichtsdestotrotz lebt bei vielen kurdischen Menschen dieser Traum ungebrochen weiter.
Unsere Fahrt nach dem Grenzübertritt vom Irak führt durch die süd-ostanatolische Steppe. Das wilde Kurdistan ist eine herrliche, weite und einsame Landschaft, über die der Wind phantastische Wolkenformationen jagt. Aber es ist eine arme Gegend, wie man unschwer erkennen kann. Kleine Dörfer mit einfachen Häusern liegen aufgereiht an der Hauptstraße.
Außer Kuh - und Schafherden, die auf den sonnenverbrannten Hügeln grasen, und einigen Feldern gibt es nichts.
Im Sommer soll es in der Gegend glühend heiß ( bis zu 45 Grad ) werden, im Winter können die Temperaturen schon einmal auf eiskalte -40 Grad sinken.
In der Nähe von
Diyarbakir, der informellen Hauptstadt der Kurden in der Türkei, patrouillieren am Nachmittag Soldaten auf den Straßen. Die Wände der Häuser sind mit Graffitis bemalt: "Nieder mit Erdogan!" "Freiheit für Kurdistan!"
Überall am Wegesrand stehen Kameras, auf allen Hügeln entdecken wir Wach- und Aussichtstürme.
Das ganze Gebiet ist streng bewacht und unter konstanter Beobachtung. Wir passieren etliche Militärposten. Die Kasernen sind mit Panzerwagen und Sandsackbarrieren zusätzlich geschützt.
Auffallend ist die starke Präsenz der Polizei vor allem an größeren Orten.
Immer wieder gibt es Straßensperren, an denen Pässe und ggf. Fahrzeuge begutachtet werden.
Doch trotz der vielen Kontrollen durch schwer bewaffnete Soldaten fühlen wir uns nicht bedroht oder in Gefahr.
Wir werden stets mit einem freundlichen “welcome“ oder “I love Germany“ begrüßt oder verabschiedet.
Ganz gespannt warten wir nun auf das, was vor uns liegt.
Unser Reiseführer bezeichnet diesen Landstrich der Türkei als einen biblischen Traum.
Wir sind hochmotiviert und schon auf dem Weg, diesen Traum zu erkunden.Baca lagi

PengembaraI’m looking forward to visiting Turkey, Paul travelled throughout Turkey about 37 years ago and absolutely loved it. Will be following your trip with interest, as usual 😊
Die ersten Tage in der Türkei
11 Jun 2023, Turki ⋅ ⛅ 26 °C
Trotz der ärmlichen Gegend fühlen wir uns auf den türkischen Straßen wie in einer anderen Welt – die Wege sind gut ausgebaut, keine Bodenwellen oder Schlaglöcher mehr, und viele Autos sehen hier längst nicht mehr so ramponiert aus.
Am Vansee treffen wir Kai und Karola wieder und können nun unsere Tour gemeinsam fortsetzen. 👍
Die Landschaft wird zunehmend gebirgiger und schroffer. In den nächsten Tagen erwarten uns immer höhere Pässe, die aber nicht mit denen unserer Alpen vergleichbar sind.
Das ostanatolische Hochland ist halt keine Gebirgskette, sondern ein Hochplateau mit bis zu 4000 m hohen Bergen, auf denen es beständig mehr oder weniger sanft bergauf und bergab geht.
Immer wieder begegnet uns der Euphrat, dieser legendäre Fluss, an den ich allenfalls noch blasse Erinnerungen aus dem Erdkunde- und Religionsunterricht habe.
Nach dem alten Testament waren Euphrat und Tigris zwei der vier Flüsse, die das Paradies bewässerten.
Beide Ströme zusammen bilden Mesopotamien oder das „Zweistromland” .
Im 4. Jahrtausend vor Christus entstand in Mesopotamien eine der ersten Hochkulturen der Menschheit – möglicherweise sogar DIE erste Hochkultur überhaupt.
Das Gebiet ist deshalb unglaublich reich an historischen Spuren und niemand weiß genau, welche Schätze der Boden noch birgt.
In den letzten Jahren ist jedoch das Interesse des türkischen Staates an der Kraft des Euphrat gestiegen. Mit gigantischen Talsperren wurde sein Wasser aufgefangen, in Rohre gepresst und in Megawatt verwandelt.
Als Konsequenz werden immer mehr bedeutende Monumente, viele noch weitgehend unerforschte archäologische Stätten, ganze Dörfer und sogar Kleinstädte nach und nach in riesigen Stauseen vom Wasser verschlungen.
Angesichts der Rückständigkeit der Region und der ungeheuren Armut ist der Bau von Kraftwerken, Staustufen und - dämmen durchaus verständlich.
Der Südosten der Türkei hat auf diese Weise in kurzer Zeit bereits einen unglaublichen Fortschritt erfahren, unter anderem die Landwirtschaft gefördert und die extrem hohe Arbeitslosigkeit von 40 bis 60 % reduziert.
Die Verlierer jedoch sind auch die Staaten im alten Zweistromland Mesopotamien, denen durch die Stauseen im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben wird.
Tunceli, eine kleine und beschauliche kurdische Provinz im Osten der Türkei, ist eine schwer zugängliche Bergregion, etwa 800 Kilometer östlich von Ankara.
Gerade einmal 86.000 Menschen leben hier auf einer Fläche, die halb so groß ist wie Thüringen.
Keine andere Provinz ist so vom Alevitentum geprägt.
Doch der türkische Staat erkennt diese Glaubenssrichtung nicht als eigenständige Religion an. Kulturelle und religiöse Vielfalt passen nicht in die Vorstellung der türkischen Nationalisten.
So sticht Dersim, (so der alte Name der Region) in der langen Geschichte der Verfolgung, Unterdrückung, Vertreibung und Vernichtung des kurdischen Volkes besonders hervor.
Wirtschaftlich ist die Region unbedeutend, Tourismus spielt keine Rolle, denn viele Jahre war das gesamte Tal touristisches Sperrgebiet. Eine Art Ausnahmezustand machte den Zugang für Ausländer praktisch unmöglich.
Und doch umgibt ein Mythos die Region und ihre Kultur: Sie gilt als ein Ort des politischen Widerstandes, aber auch als Heimat einer alten Religion voller Mystik und Naturglauben.
In den letzten Jahren trieben touristische, zumeist auf persönliches Engagement Einzelner gegründete Initiativen zarte Blüten.
Das blaue Wasser des Munzur ist dabei das größte Kapital der Region.
Ich kann ruhigen Gewissens behaupten, selten ein solch wunderschönes, klares Blau in einem Fluss gesehen zu haben.
Der nach diesem Fluss benannte Munzur-Vadisi-Nationalpark ist einer der größten und schönsten der Türkei mit einer Fläche von 420 km².
Die Gegend ist atemberaubend schön, doch meine Bilder können nur einen Bruchteil von dem abbilden, was wir hier erleben dürfen.
Die Menschen Anatoliens sind überwältigend freundlich, hilfsbereit und warmherzig. Ganz egal woher man kommt, wer man ist, woran man glaubt - man ist zuerst einmal Mensch und Gast.
So liest man es in allen Reiseberichten.
Wie schon beschrieben sind wir an diversen Straßensperren und - Kontrollen freundlich empfangen und behandelt worden. Doch haben wir darüber hinaus noch wenig Berührungspunkte mit der Bevölkerung gehabt.
Am Abend des 10. Juni 2023 landen wir auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Santosun.
Außer uns gibt es keine anderen Gäste, und noch ahnen wir nicht, dass sich das in den nächsten zwei Stunden radikal ändern wird.
Zunächst fahren nur ein paar PKW mit einer überschaubaren Anzahl an Leuten vor. Kein Problem.
Leider hat es inzwischen angefangen, in Strömen zu regnen, und der Rasenplatz verwandelt sich zunehmend in eine sumpfige Fläche.
Da hören wir Donnergrollen - aber nicht vom Himmel, sondern von der Straße kommend.
Ein riesiger Bus wälzt sich den Abhang zum Campsite hinunter. Der wird doch jetzt nicht weiter in den Schlamm und Modder fahren?😱
Doch, leider wird er das!
Aber nur einige wenige Meter, dann hängt er fest. Der Busfahrer aber gibt so schnell nicht auf, tritt aufs Gaspedal, bis der Motor qualvoll aufheult.
Jetzt sitzt der Koloss richtig fest.
Eine mindestens 40 köpfige Gruppe ( wir erfahren später, es sind alles junge, türkische Lehrer) springt heraus und schaut sich das Desaster fassungslos an. Niemand, auch nicht der Busfahrer, hat einen Plan.
Indes prasselt der Regen weiter ohne Pause vom Himmel.
Ich liege oben im Alkoven, trocken und relaxed und schreibe an meinem Reiseblog.
Da plötzlich gibt es einen solchen Schlag, dass ich fast aus dem Bett katapultiert werde. Hat uns wieder der Blitz getroffen? Bebt etwa die Erde?
Ein Blick aus dem Fenster und ich ahne das drohende Unheil. Viktor hat den Camper vor dem Bus positioniert und unsere Winde an dessen Stoßstange oder wo auch immer angebracht.
Schon der Anblick lässt mich erschaudern. Das kann nicht gut gehen.....das wird ein Kampf zwischen David und Goliath!!!
Doch mein hilfsbereiter Mann und sein Bruder wollen wieder eine gute Tat vollbringen und geben nicht auf. Der Motor schreit und heult gequält, die Winde strafft sich bis zum Anschlag, unser Wagen hebt vorne vom schlammigen Boden ab, der Bus bewegt sich einen halben Millimeter und.............dann reißt das Stahlseil.
Wir haben Glück im Unglück, dass die Enden nicht unkontrolliert durch die Gegend fliegen und sämtliche türkische Lehrer verletzt oder gar geköpft werden.
Viktor packt unser kaputtes Seil wieder ein😪 und gibt auf mein äußerst vehementes Drängen das Unternehmen "Rettet den Bus" auf.
Später rückt ein großer Traktor an 🚜 ( den hatte der Typ vom Campingplatz geordert) und schleppt den Bus
mühsam aus dem Schlammloch heraus.
Zur Dusche müssen wir nun durch den übelst aufgepflügten Acker knöcheltief im Modder waten. Am Ende kommt man schmutziger wieder beim Auto an als man los gegangen ist.
Ziemlich erschöpft legen wir uns schließlich ins Bett. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Da haben wir die Rechnung ohne die feierwütigen, türkischen Junglehrer gemacht.
Zunächst singen und klatschen sie nur zu ihrer extrem lauten Musik. Dann holen sie Trommeln und Tröten heraus und trompeten, singen und tanzen sich regelrecht in Ekstase.
Dank meiner Ohrenstöpsel höre ich relativ wenig von diesem Spektakel ( man kann kaum glauben, dass 40 Leute so einen ohrenbetäubenden Radau verursachen können), doch Viktor, Karola und Kai machen bis um 4 Uhr morgens kein Auge zu.
Wir sind froh, als wir am nächsten Tag den wenig beschaulichen Platz und die (2!!!!) zugeschissenen Toiletten verlassen können.
Solche Zusammenkünfte brauchen wir jetzt nicht jeden Tag!Baca lagi
Dark Canyon bei Kemaliye
12 Jun 2023, Turki ⋅ ☁️ 23 °C
Die berüchtigte Steinstraße von Kemaliye - Kemaliye Taş Yolu - auch bekannt als The Dark Canyon - gilt als eine der spektakulärsten Straßen der Welt.... nur für Fahrer mit starken Nerven gedacht.
Klar, dass die auf unserer Bucketliste steht! Habt ihr vielleicht etwas anderes erwartet?
Es handelt sich dabei um eine Strecke von schmalen, unbefestigten 10 Kilometern, die das Dorf Divrigi in der Region Erzincan mit der malerischen osmanischen Stadt Kemaliye verbindet.
Bis dahin führte das kleine Städtchen ein Leben am Ende einer Sackgasse, ein Weiterkommen in Richtung Norden war nicht möglich.
Die unbefestigte Schotterpiste ist laut Internetbeschreibungen keinesfalls für größere Gefährte geeignet, denn die Durchquerung ist auf 170 cm Breite und 220 cm Höhe begrenzt. Also bocken wir kurz entschlossen die Aufbauten ab und brechen mit den verkleinerten Fahrzeugen auf.
Schon im Jahr 1870 begann die Planung des gewaltigen Projektes; fertig gestellt wurde es jedoch erst im Jahre 2002.
Nach Angaben von Einheimischen lehnten die Behörden den Bau einer Straße zunächst aufgrund der hohen Kosten und wegen der extremen Topographie ab.
Später wurde das Projekt dann doch bewilligt und
die Straße von Einheimischen in mühevoller Knochenarbeit gebaut. Die Arbeiten zogen sich über lange 130 Jahre lang hin.
38 Tunnel reihen sich aneinander, von denen jeder einzelne Meter für Meter aus dem Berg geschlagen wurde.
An der ersten Brücke befindet sich ein Denkmal mit einer Liste der Menschen, die beim Bau der Straße und der Brücke ihr Leben lassen mussten.
Die Liste scheint traurigerweise kein Ende nehmen zu wollen.
In Jahrtausenden hat sich der Euphrat in eine kolossale Schlucht gefressen.
An manchen Stellen hat der Canyon eine Tiefe von bis zu 600 Metern und soll nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt sein. 🤔
Die felsige Schlucht ist mitunter so gewaltig hoch, dass die Sonne nicht ihren Grund erreichen kann.
Die Fahrt am Rande des Abgrunds ist spektakulär und sorgt für Hochspannung pur. Auf einer Seite hat man ständig den Blick auf den tosenden Euphrat, der Hunderte Meter unter uns fließt. Auf der anderen Seite ragen die schroffen Felsen des Gebirges bedrohlich steil empor.
Irgendwie fühlt man sich dazwischen schon ein wenig eingeengt.
An manchen Stellen geht es von der Straße aus senkrecht nach unten. Doch selbst die engen Haarnadelkurven sind nicht durch Leitplanken geschützt. Die Strecke ist also perfekt für diejenigen, die ein Abenteuer auf 2 oder 4 Rädern suchen. Unsere Männer sind dabei!
Eine eingestürzte und vom Hochwasser mitgerissene Brücke macht die komplette Durchfahrung nach 5 Kilometern unmöglich.....also wenden wir auf dem engen Weg und fahren wieder zurück.
Aber es war wieder einmal ein kleines Abenteuer und hat gereicht, um uns selbst einen Eindruck vom Dark Canyon zu verschaffen.
Am Nachmittag schauen wir uns die ganze Sache noch einmal aus einer anderen Perspektive an. Wir brausen mit einem Motorboot auf den kleineren und größeren Schwällen des Euphrat.
An einer Stelle ist in fast 300 Metern Höhe ein Stahlseil über den Fluss gespannt, von dem aus man Bungee Sprünge in die Tiefe wagen kann.
Doch unser Bedarf an Nervenkitzel ist für heute gedeckt, statt dessen besuchen wir die kleine Stadt Kemaliye.
Wegen der vielen Holzgebäude und malerischen Hügelstraßen, umgeben von den Munzur-Bergen, haben wir das Gefühl, in einem kleinen Dorf in der Schweiz gelandet zu sein.
Später erfahren wir,
dass die Gestaltung der Stadt typisch für die armenisch-anatolische Stadtlandschaft war.
Bis zu Beginn des Völkermords an den Armeniern 1915 wohnte hier eine armenisch-apostolische Gemeinde und besaß zwei Kirchen und zwei Klöster.
Bei einem Bummel durch das Städtchen werden wir plötzlich von einem älteren Herrn auf Deutsch angesprochen. Damit haben wir keinesfalls gerechnet und sind völlig überrascht.
Es stellt sich heraus, dass der Mann keine 25 Kilometer von Jülich entfernt in Würselen bei Aachen wohnt und seit den 70er Jahren beim EBV ( Eschweiler Bergwerks Verein) angestellt war.
Nach hier, in seine Geburtsstadt Kemaliye, kehrt er allerdings seit über 50 Jahren mindestens einmal pro Jahr zurück.
Wie klein die Welt doch ist und was es für Zufälle gibt!
Er und seine Frau, die über 40 Jahre in der weltbekannten Schokoladenfabrik Lindt in Aachen gearbeitet hat, laden uns zu einem leckeren türkischen Kaffee ein.
Mit den Beiden lassen wir den ereignisreichen Tag ausklingen.Baca lagi
Märchenland Kappadokien
14 Jun 2023, Turki ⋅ 🌧 19 °C
Kappadokien im Herzen Anatoliens,etwa 750 km südöstlich von Istanbul, ist unser nächstes Ziel.
Was wir hier vorfinden übersteigt jegliche Erwartung, die wir gehabt haben.
Vor Millionen von Jahren durch Vulkanausbrüche in die Wege geleitet, kommt diese Tuffsteinlandschaft heute einer einzigartigen Märchenwelt gleich.
In immer wiederkehrenden Eruptionen schleuderten Vulkane ihre Asche in das umliegende Gebiet, wo sie sich dann in verschiedenen Schichten und Farben absetzte.
Wind und Wetter griffen das Gestein unentwegt an, Höhlen, Gänge und tiefe Schluchten wurden ausgewaschen.
So kreierte der Erosionsprozess wie ein Künstler eine unglaublich schöne, sagenhafte Landschaft aus surrealen Felsformation. An jenen Stellen, wo über der Tuffschicht härteres und somit erosionsbeständigeres Gestein abgelagert wurde, blieb der darunter liegende Stein teilweise von witterungsbedingten Abtragungen verschont.
Auf diese Weise bildeten sich im Laufe der Zeit die in Kappadokien das Landschaftsbild prägenden Feenkamine heraus.
Diese turmähnlichen Formationen, überwiegend mit einem aufliegenden und schützenden Deckstein aus Basalt versehen, können eine Höhe von 30 Metern und mehr aufweisen und erinnern optisch an überdimenstionale Spargelstangen.
Seit mehreren tausend Jahren wurden die Türme ausgehöhlt und als frühchristliche Kirchen oder zu Wohnzwecken genutzt.
Sie besitzen den Vorteil, dass sie einen guten Schutz vor Wettereinflüssen bieten: In den Sommermonaten wird das Innere vor zu starker Hitzeeinstrahlung geschützt und in den oftmals kalten Wintern verhindert das Tuffgestein eine starke Auskühlung der Wohnbereiche.
Der Erosionsprozess ist heute immer noch im Gange, und so lassen sich unterschiedliche Stadien beobachten, solche, die sich eben erst aus der Tufflandschaft herausschälen sowie solche, die bald in sich zusammenfallen werden oder schon eingestürzt sind.
Göreme in Kappadokien.
Hat dieser kleine Ort nur knapp über 2000 Einwohner, ist er trotzdem von Touristen aus aller Welt ziemlich bevölkert- allerdings, ohne dabei seinen Charme zu verlieren. Im wuseligen Kern reihen sich Restaurants, nette Cafés und Bars an die Geschäfte der Souvenir- und Teppichhändler.
Die Umgebung Göremes lädt zu ausgiebigen Wanderungen durch die zahlreichen Täler in der Region ein, jedes davon ganz individuell und einzigartig.
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Göreme ist das Open Air Museum. Es ist ein Terrain mit zahlreichen Kapellen und Kirchen, aber auch Wohn - sowie Lagerräumen, welche von den ersten christlichen Siedlern, bereits ab dem 2.- 3. Jahrhundert nach Christus, in die Felsen geschlagen wurden. Die raffiniert angelegten Höhlensysteme boten später vor allem den Christen einen geschützten Lebensraum. Viele Kirchen, Fresken und ein großer Teil der farbigen Wandmalereien im Inneren der Höhlen sind heute noch gut erhalten und können bestaunt werden.
Die geologischen Formationen Kappadokiens, gehören zu den bedeutendsten Naturwundern der Welt und stehen heute unter dem Schutz der UNESCO.
Kappodokien erleben, bedeutet, sich auf das Abenteuer einzulassen, in die bizarr entzückende Welt der Feenkamine und Tuffsteinhöhlen einzutauchen und den Zauber dieser Märchenwelt mit allen Sinnen zu genießen.
Und genau das machen wir und genießen es 3 ganze Tage lang.Baca lagi

Was für beeindruckende Fotos. Mega!!! Inge du solltest einen Reiseführer schreiben. Deine Texte einfach wunderbar. Weiter so. LbGr Marga [Marga]
Wohin der Wind uns trägt
15 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 23 °C
Fliegen wurde schon immer als ein Attribut und Privileg der Götter angese8hen.
Der Mensch aber wollte es den Göttern gleich tun und träumte daher seit Anbeginn vom schwerelosen Gleiten.
Der Traum vom Fliegen ist demnach so alt wie die Menschheit.
Eine Ballonfahrt, eine besondere Art des Fliegens, ist noch heute - wie schon zu Zeiten der Gebrüder Montgolfier - ein großes Abenteuer, das wir unter keinen Umständen verpassen wollen.
Der Wecker klingelt.
Gequält öffne ich die Augen. Nein, erst einmal nur eins.
Draußen ist es noch stockdunkel, es ist 5 Minuten nach drei Uhr morgens.
Wir steigen ohne Frühstück und Dusche in die schon am Vorabend zurecht gelegten Klamotten und torkeln noch ganz benommen zum Eingangstor des Campingplatzes.
Pünktlich um 3.30 Uhr werden wir von einem kleinen Minibus abgeholt.
Das inkludierte Frühstück beteht aus einem Becher Wasser, einem Schokocroissant sowie einem Päckchen Salzstangen.
Mit ungefähr 10 weiteren Touristen rumpeln wir gemeinsam über einen schlecht ausgebauten Feldweg durch die Dunkelheit. Da ich kein wirklicher Frühaufsteher bin, zweifle ich in solchen Momenten oft an der Sinnhaftigkeit dererlei Aktionen.
Doch sobald sich das Auto die steile Straße von Göreme zum Plateau hochgequält hat, sehen wir ganz in der Ferne blinkende Lichter: die ersten Ballons werden angefeuert.
Aufgeregt rutschen wir auf unseren Sitzen hin und her und können es kaum abwarten, endlich auszusteigen.
Immer noch ist es ganz dunkel, und nur vage deutet sich der Beginn eines neuen Tages an.
Kleine Leuchtfeuer zeigen uns den Weg hinauf zu den Heißluftballons, die wie an einer Perlenkette aufgereiht in der kappadokischen Steppe liegen.
Die Crew hat in Windeseile einen kleinen Tisch aufgestellt, und so bekommen wir alle sogar noch einen heißen Cay oder Kaffee.
Doch irgendetwas scheint die Mannschaft zu beunruhigen.
Unglücklicherweise hat es begonnen zu regnen. Ist es das, was die Nervosität aufkommen lässt?
Mittlerweile ist der Riesenballon - also die Hülle des Ungetüms - ordentlich auf dem Boden ausgelegt worden.
Lautstark erfolgt das Aufpusten mit Hilfe von gigantischen Gebläsen, denn die Haut der Heißluftballons werden noch liegend zunächst mit kalter Luft ein wenig in Form gebracht.
Zwei Helfer halten die Öffnung, während der Pilot anschließend mit kurzen Feuerstößen die Luft erhitzt, um den Ballon allmählich aufzurichten.
Wie von Geisterhand bewegt sich die riesige Hülle.
Das monotone Rauschen verbindet sich mit einer einmaligen Szenerie: Sachte und ganz allmählich richtet sich unser mit über hundert weiteren Ballons vor der Kulisse der wunderlichen Felsformationen im warmen Licht des frühen Morgens vor uns auf. Schon dieser besonderer Augenblick erzeugt bei uns am ganzen Körper Gänsehaut.
Dann plötzlich die Hiobsbotschaft: Die Luftfahrtzentrale in Kappadokien hat den Start aller Ballons gestoppt.
Bei zu starken Böen, Gewitter oder Starkregen wird den Fahrten keine Genehmigung erteilt.
Stress, Hektik, Ratlosigkeit und Enttäuschung.
Ein Kaleidoskop von Gefühlen lässt sich auf den Gesichtern aller Betroffenen ablesen.
Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit kommt die erlösende Botschaft: LEINEN LOS!!!!
Auf Kommando steigen wir alle ein, das Sicherheitsseil wird gelöst ..... und der Korb hebt ganz sanft vom Boden ab. Auf geht’s in den Himmel - wohin der Wind uns trägt.
Überall um uns herum leuchten kleine Feuer am morgendlichen Firmament und schwerelos schweben wir ganz langsam nach oben – höher und immer höher.
Mich überkommt ein unglaubliches Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit.
Hat der Ballon einmal die Windgeschwindigkeit übernommen, herrscht an Bord Windstille.
Aktiv kann die Fahrtrichtung des Ballons nicht gesteuert werden,
allein der Wind bestimmt die Richtung und die Geschwindigkeit, die man einschlägt.
Variiert werden kann vom Fahrer allerdings die Flughöhe durch eine mehr oder weniger intensive Nutzung des Gasbrenners. Da in verschiedenen Höhen unterschiedliche Windrichtungen herrschen, kann so ein wenig Einfluss auf die Flugbahn genommen werden.
Eine frühmorgendliche Ballonfahrt über diese einzigartige Märchenwelt gilt für viele Besucher als DAS absolute Highlight einer Reise nach Kappadokien und bietet eine beispiellose Gelegenheit, die bizarre Landschaft aus der Vogelperspektive zu bestaunen.
Unser Ballonpilot zeigt uns, was er kann: Mal lässt er den Ballon so tief sinken, dass wir in den Tälern unterhalb der Felsformationen ganz knapp über dem Boden schweben, dann wiederum steigt er wie ein Falke senkrecht hinauf, und ermöglicht uns einen perfekten Panoramablick über die gesamte Gegend bis hin zum markanten Festungsberg von Ushisar.
Mit der aufgehenden Sonne ändert sich die Kulisse von Pastellblau über Zartrosa bis hin zu Goldfarben. Immer wieder muss ich mich zwingen, meine Kamera weg zu legen und den Flug einfach so zu genießen.
Nach einer guten Stunde in der Luft mit Hunderttausend Eindrücken landet Ahmet den Ballon ganz sanft und punktgenau
direkt neben dem Trailer, den die Rückholmannschaft, die sogenannten Follower, für uns bereitgestellt hat.
Die Erde hat uns wieder.
Sektkorken knallen und wir trinken den süßen kappadokischen Wein zum Abschluss unseres Abenteuers.
Die Ballonfahrt in Kappadokien war eines der schönsten Erlebnisse, die wir auf unseren Reisen durch die weite Welt erlebt haben. Erstaunlich, faszinierend und einmalig.
Ein herzliches Dankeschön an Vural und unsere tolle Crew für diesen Tag, den wir nie wieder vergessen werden.Baca lagi
Kaymakli und Ihlara-Tal
16 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 25 °C
Kaymakli ist eine der größten und am besten erhaltenen unterirdischen Städte, die in Kappadokien entdeckt worden sind. Nur ein kleiner Teil von ihnen wurde für Besichtigungen aufbereitet, die anderen sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das weiche und dadurch leicht zu bearbeitende Tuffgestein der kappadokischen Landschaft bietet beste Voraussetzungen für derartige Anlagen.
Die Bewohner höhlten es aus und so entstanden Wohnungen und Kirchen, die entweder in die Felsen geschlagen oder unterirdisch bis zu zehn Stockwerken tief errichtet wurden.
Es wird angenommen, dass die ursprüngliche Anlage in Kaymakli schon aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. von den Hethitern stammt. Zur Zeit der Christenverfolgungen durch die Römer und bei den Araberüberfällen im 7. Jh. wurde sie ausgebaut und diente kappadokischen Christen als Fluchtstätte.
Später verwendeten türkische Bewohner die oberen, am leichtesten zugänglichen Räume als Ställe und Lagerräume, da dort eine konstante Temperatur von sechs bis acht Grad Celsius herrscht.
Kaymaklı wurde erst Anfang der 1960er Jahre für Besucher geöffnet.
Die Anlage besteht aus acht Stockwerken, von denen nur fünf begehbar sind.
Ein komplexes, labyrinthartiges System von Tunneln, Kammern und Galerien führt abwärts von einer Etage zur nächsten. Vor den Gängen liegen runde, meterhohe und zentnerschwere Mühlsteine, mit denen die Gänge bei Bedrohung oder Angriffen versperrt wurden.
Die Höhlenstädte der Türkei offenbaren eine bauliche sowie strategische und logistische Meisterleistung. Ausgeklügelte Lüftungs- und Bewässerungschächte sorgten dafür, dass einst bis zu 10.000 Menschen zusammen mit ihren Tieren hier Zuflucht fanden und darin leben konnten.
Vorräte, Wein, Öl und Wasser wurden eingelagert, und die Menschen blieben bis zu 6 Monaten im Untergrund.
Doch das Leben unter der Erde war nicht einfach:
Kein Tageslicht über lange Zeit, dazu kleine Schlafhöhlen, enge Wohnbereiche und schmale, niedrige Gänge, Löcher und Durchbrüche, die sich durch die unterirdische Stadt ziehen.
Diese Höhlenstädte, die größtenteils zufällig entdeckt wurden, zählen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Region.
Für die Besichtigung nehmen wir uns eine Führung, die uns souverän durch die Tausend kleinen Gänge leitet und die umfangreiche und interessante Geschichte der Anlage kurzweilig erklärt.
Am Nachmittag durchwandern wir die Ihlara Schlucht.
Das gleichnamige Tal an der Grenze zwischen Güzelyurt und Aksaray sowie auch die umliegende Landschaft ist durch diverse Vulkanausbrüche des Berges Hasan entstanden.
Der Melendiz-Fluss fließt durch die 14 km lange und 150 Meter tiefe Ihlara Schlucht und hat das Tal geformt.
Die Felsen in der Ihlara-Schlucht bestehen zum größten Teil aus hartem Basalt, so dass hier weniger sanfte Auswaschungen, als vielmehr grobe Steilabbrüche zu sehen sind.
Trotzdem sind auch in diesem Tal zahlreiche Felsenkirchen und Höhlenbauten entstanden.
Mit unglaublichem Aufwand müssen die etwa 50 Klöster und Kirchen zu jener Zeit in den Fels geschlagen worden sein.
In Zeiten der Verfolgung diente der Canyon, weil er schwer zugänglich war, als
Rückzugsort byzantinischer Mönche.
Das üppig grüne Tal bietet mit seiner vielfältigen Pflanzen- und auch der Tierwelt (Krebse, Fische, Vögel, Eidechsen, Geckos) einen reizvollen Kontrast zu der baumlosen Hochebene.
Wie ein buntes Band zieht sich die Vegetation rechts und links des kleinen Flusses durch die Schlucht.
Wir wandern circa 4 Kilometer zu einem idyllischen Picknickplatz, um uns gleich nach einem Glas Cay wieder auf den Rückweg zu machen.
Denn für die Nacht müssen wir noch einen Platz zum Schlafen finden.
Unser nächstes Ziel ist die türkische Mittelmeerküste.
Schon Anfang Juli wollen wir das Land verlassen und nach Griechenland einreisen ......
Ich verfolge noch fast täglich die Beiträge in den Reiseblogs und Foren der Overlander von Afrika, Oman, Iran und Irak und bin froh und dankbar, dass wir diese ganzen Schwierigkeiten überwunden und hinter uns gebracht haben.
Manche Reisende, die wir getroffen haben, sind schon 2 oder mehr Jahre unterwegs.
Aber mir geht allmählich ein wenig die Puste und Kraft aus.
Ende Juli wollen wir zu Hause sein ( das gilt für mich, für Viktor weniger).
Viele Verwandte und Freunde warten sehnsüchtig auf uns. Und auch ich möchte ein Wiedersehen nicht weiter aufschieben.
Also müssen wir hierher noch einmal zurückkehren; es gibt noch unglaublich viel Schönes zu entdecken.Baca lagi
Club Alibey
18 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 27 °C
Es muss so ungefähr im Jahr 1992 gewesen sein. Viktor hatte gut 2 Jahre vorher seine eigene Firma eröffnet, ich befand mich seit der Geburt von Jonas im Erziehungsurlaub.
Bisher waren wir mit den Kindern nur mit unserem VW Bus gereist, jetzt wollten wir zur Abwechslung einmal fliegen.
Also buchten wir im Frühsommer eine Pauschalreise nach Manavgat an die türkische Riviera.
Alles läuft prima: Der Flug, die Abholung und der Transfer.
Doch dann stehen wir plötzlich am Rande von Manavgat auf einer riesigen, dreckigen, lauten Baustelle.
Unser gebuchtes Hotel ist noch gar nicht komplett bezugsfertig, es befindet sich zum größten Teil noch im Rohbau. 😱
Uns wird angeboten, in einem der wenigen, schon fertig gestellten Zimmer zu schlafen. Essen und Poolbenutzung soll dann in einem Nachbarhotel möglich sein.
Da stehen wir nun mit 2 kleinen Kindern, etlichen Koffern und Taschen mitten zwischen Baggern und fahrenden LKW.
Das ist der Moment, in dem ich ausraste. Ich beschwere und wehre mich mit Händen und Füßen.
Keine Ahnung, was mit den anderen Touristen passiert ist.
Wir auf jeden Fall werden mit einem Taxi an einen anderen Ort gebracht.....
.... und bekommen ein Upgrade! Und was für eins!!!
Der Club Alibey ist gerade erst eröffnet worden und ein einziger Traum.
Eine saubere, großflächig angelegte Anlage mit viel Lirbe zum Detail.
Der Besitzer des Komplexes ist auch gleichzeitig Inhaber von diversen Keramikfabriken in der Türkei, und sämtliche Fliesenarbeiten im Pool, im Badezimmer, am Brunnen ...eigentlich überall sind einmalig bunt und wunderschön gestaltet.
So eine schöne Anlage hatte ich bis dahin noch nie gesehen.
Wir fühlen ins wie die Könige 👑 !
Einzigartig im Club Alibey ist auch die großzügige Poollandschaft.
Es gibt überall versteckt kleinere und größere Wasserbecken, tiefe, flache, runde, eckige.......einfach unzählige!
Nun muss mann wissen, und unsere Freunde tun das, Jonas liebte Wasser vom 1. Augenblick seines Lebens.
Er konnte förmlich jede noch so kleine Quelle riechen und wurde magisch davon angezogen, was schon mehrfach zu gefährlichen Situationen in seinem Leben geführt hatte.
Zurück zum Club Ali Bey.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg, die wunderschöne Anlage zu erkunden.
Eine kleine Unachtsamkeit, vielleicht ein Foto - ich weiß es nicht mehr - und Jonas ist verschwunden.
Zunächst ganz entspannt, dann immer hektischer und zum Schluss völlig panisch rennen wir durch den Riesengarten.
Er ist bestimmt an ODER GAR IN 😩einem der Pools.......aber an welchem von den gefühlt hundert?
Lars sucht zusammen mit Papa, der noch relativ ruhig, das heißt auf jeden Fall Herr seiner Sinne ist.
Ich laufe kopflos, inzwischen weinend durch die Gegend und sehe im Geiste Jonas irgendwo im Wasser treiben.
Innerhalb von wenigen Augenblicken ist der gesamte Club Alibey aktiviert: Gäste und Personal. Alle rufen und suchen nach dem kleinen deutschen Jungen mit dem blauen Käppchen. Lars, der große Bruder, ist ebenfalls völlig fertig.
Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, kommt die Entwarnung. Ein Kellner hat Jonas gefunden.
Er hatte sich unter einer 🌴 Palme verkrochen und nicht mehr aus seinem Versteck heraus getraut.
Nach diesem Vorfall sind wir im Club Ali Bey bekannt wie bunte Hunde.
Überall, wo wir hinkommen, erkennt uns irgendjemand wieder. Die Daumen gehen hoch, ein fröhliches : The boys are ok? klingt uns mehr als einmal täglich entgegen.
Den Rest des wunderschönen Urlaubs lassen wir die Kinder, insbesondere Jonas nicht mehr aus den Augen und genießen die tolle Zeit.
Als wir nun, 30 Jahre später, an einen Schild Club Alibey vorbeifahren, möchte ich unbedingt einen kleinen nostalgischen Abstecher dorthin machen.
Am großen Eingangstor frage ich, ob ich ein Foto von dem Gelände knipsen darf und versuche, den Grund unseres Besuches zu erklären.
Die junge Dame versteht kein Deutsch, signalisiert mir aber, dass wir kurz warten sollen.
5 Minuten später erscheint ein junger Mann und begrüßt uns freundlich.
Als ich ihm unsere Urlaubsgeschichte erzähle, ist er sichtlich gerührt. So was hat er noch nie gehört!!
Und dann führt er uns eine Stunde lang durch die gesamte Anlage, die noch genau so schön ist wie ich sie in Erinnerung behalten habe.
Am Pool lädt er uns noch zu einer Cola ein..... und ich meine sogar die Palme wieder erkannt zu haben, unter der Klein Jonas sich damals verkrochen hatte.
Wie freundlich, uns dieses wunderschöne und
emotionale Erlebnis zu ermöglichen.
Heute sind die Zwei 36 und 33 Jahre alt ... ..und können sich Beide nicht mehr an den Urlaub im Club Alibey erinnern. 😊😉💕Baca lagi
Köprülü Canyon
20 Jun 2023, Turki ⋅ ⛅ 31 °C
Rafting - diesen abenteuerlichen Outdoor Sport lieben wir..... wie ihr ja inzwischen wisst.
Die Alanya Rafting Tour, die wir für unseren nächsten Ritt ausgesucht haben, findet am Köprücay Fluss statt.
Wir werden etwa 14 km durch den Canyon schießen, gleiten, schwimmen und paddeln.
Das Niveau liegt bei Level 3 – Medium nach internationalen Rafting-Standards.
Die Temperatur des Wassers beträgt 12 Grad, der Fluss ist 12 Meter breit und zwischen 1 und 3 Metern tief.
Der Köprüçay entspringt hoch im Taurusgebirge, fließt durch die wunderschöne Region des Köprülü Canyon National Parks und mündet schließlich im Süden ins Mittelmeer.
Der unterirdische Zufluss und die hohen Wände der Schlucht auf beiden Seiten machen die Fahrt zu einem wahren Naturspektakel.
Nicht umsonst gilt Rafting auf diesem unberührten Fluss als eine der schönsten Freizeitaktivitäten, die die Türkei zu bieten hat.
Viktor und Kai finden Level 3 natürlich zu langweilig, deshalb wollen sie den Wildbach mit dem Kayak bezwingen.
Doch statt eines schnittigen Bootes, wie wir sie von zu Hause kennen, befördert die Rafting Company ein Ducky, ein etwas unförmiges Zweimann - Schlauchboot ohne Spritzdecke oder Fußstütze - zur Einsatzstelle.
Viktor is not amused, aber jedes Transportmittel ist besser als ein langweiliges Raft.
5 Rafts unserer Company werden zu Wasser gelassen. Vom Oberguide bekommen Viktor und Kai die Anweisung, immer in der Mitte der Gruppe zu fahren, nicht zu überholen, aber auch nicht als letzter der Truppe zu fahren.
Ich bin von vorne herein skeptisch, ob der Plan funktionieren wird. Nicht mit unseren Männern, die NIE darauf hören, was man ihnen sagt und immer ihren eigenen Kopf haben.
Es geht schon gleich beim ersten Schwall los, wo der Führer eine moderate Route mit dem Floß vorgibt, Viktor aber eine komplett andere Strecke fährt. Eine, wo es lustiger sprudelt und wo mehr weißes Wasser ( Gischt) spritzt.
Nach dem Katarakt kriegen sie erst einmal eine Strafpredigt, die aber rein gar nichts bewirkt.
Denn in der nächsten Stromschnelle passiert genau das Gleiche wieder.
Der Guide wird langsam schon ein bisschen sauer, was die Beiden aber total kalt lässt. Sie haben einen Heidenspaß an ihrer persönlichen, ganz individuellen Fahrweise.
Es war ausgemacht worden, dass, wenn der Führer auf seiner um den Hals baumelnden Trillerpfeife flötet, die Beiden ohne großen Abstand unmittelbar seiner Fährte folgen müssen. Ohne wenn und aber.
Ha, er kennt sie nicht, unsere Männer. Damit bringen sie uns jeden Tag um den Verstand, nicht das zu machen, was man von ihnen verlangt.
Der Typ flötet sich die Backen dick..... aber vergeblich.
Die Männer kümmert das wenig, sie paddeln, wie sie wollen. Ohne Rücksicht auf Verluste!
In der Mittagspause ist der eine Guide so genervt, dass er sich von seinem Kumpel ablösen lässt. Er kann und will nicht mehr.
Doch auch sein Nachfolger kriegt die Zwei nicht gezähmt.
War eigentlich klar. Das haben nämlich schon andere versucht, aber bisher noch keiner geschafft. 😱
Auch in der letzten Stromschnelle suchen die Brüder ihren eigenen Weg.....wieder einen komplett anderen als den vorgegebenen.
Dann aber kommt eine Riesenwalze.....quer über die gesamte Breite des Flusses. Die hält das Gummiboot eisern fest, spielt eine Weile mit ihm herum und spuckt es dann im hohen Bogen aus - mitsamt Inhalt......und das sind unsere ungehorsamen Männern.
Ich sehe förmlich das schadenfrohe Lachen des Guides, der natürlich der Meinung ist, dass es den Beiden ganz recht geschehen ist.
Die Hohmi Bros aber hatten ihren Spaß!!!
Nach einer kleinen Zip Line Einlage folgt noch eine Fahrt mit Trucks und Buggys durch tiefen Schlamm, Dreck und Speck ( muss man nicht unbedingt noch einmal machen- aber die Rafting Tour gab es nur im Kombi Paket).
Am späten Nachmittag landen wir wieder am Campingplatz und lassen den lustigen Tag am Ufer des Flusses ausklingen.
Ich denke mal, dass ab jetzt keine Duckys mehr erlaubt werden. 😉Baca lagi
Zauberhafte Lykische Küste
22 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 31 °C
Duftende Pinien- und Kiefernwälder säumen die lykische Küste, gleich dahinter erheben sich die schroffen Gipfel des Taurusgebirges. Ein unbeschreiblicher Anblick!
Schon Homer schwärmte einst von dieser Region und bezeichnete die zerklüftete Landschaft gar als die schönste der Türkei.
Man mag kaum glauben, dass genau dieser Landstrich wegen seiner Abgeschiedenheit lange als Verbannungsort diente, wohin unliebsame Regimekritiker zwangsweise abgeschoben wurden.
Fetiye ist einer der Zaubernamen an der türkischen Mittelmeerküste. Doch ist es nicht die Stadt selbst, die dazu beiträgt, denn sie ist weit weniger attraktiv als wir erwartet hätten.
Vielmehr sorgen die bilderbuchartigen Strände für die große Beliebtheit und den enormen Zulauf.
Die berühmte Strandlagune Ölüdeniz, die fast jeder schon einmal als Postkartenmotiv gesehen hat, präsentiert sich uns als überfülltes Paradies.
Und dabei haben die Sommerferien in Deutschland noch nicht einmal begonnen.......es wird also in den nächsten Wochen noch deutlich schlimmer werden.
Die traumhaften Strände erstrecken sich fast überwiegend auf dem Privatgelände von unzähligen Hotels, reserviert für Pauschaltouristen mit allem, was dazu gehört.
Die Zeiten des Alleinseins mit sich und der Natur gehören hier auf jeden Fall längst der Vergangenheit an. Im Sommer steigt die Einwohnerzahl um das Dreifache an.
Trotz allem ..... alleine die Ausblicke auf die malerische Küste und das tiefblaue bis türkise Wasser des Mittelmeers lohnen die Fahrt.
Bilder in Reiseprospekten und Kalendern können nicht schöner sein.
Unsere Reise führt uns durch den Olympus Nationalpark, dessen geografischer Mittelpunkt das mächtige Massiv des Tahtali Dagi (2365 m ) bildet.
Mit der Olympos Teleferik Seilbahn lassen wir uns auf den Gipfel bringen.
Wir blicken auf ausgedehnte Pinienwälder und malerische Buchten vor einem türkisfarbenen Meer.
Anfang der 1999er Jahre entdeckten Gleitschirmfreaks den Berg für ihren Sport.
Mittlerweile hat sich der Ort zu einem Mekka der Paraglider mit mehr als 70.000 Flügen pro Jahr entwickelt.
Kurz überlegen wir, zusammen mit einem Piloten den Sprung und Flug in die Tiefe zu wagen. Doch die 200 Euro pro Person schrecken uns letztendlich von dem Vorhaben ab.
An zwei verschiedenen Plätzen der türkischen Küste machen wir halt.
Der erste ist ein Glampingplatz: setzt sich zusammen aus Glamour und Camping.
Wir übernachten auf dem Parkplatz des Arreals, dürfen aber alle Annehmlichkeiten der Anlage mit benutzen.
Am Ende eines äußerst steilen Weges soll sich eine traumhafte Bucht befinden, so erzählt uns der Besitzer.
Die 500 Höhenmeter auf steinigen Pfaden schrecken uns jedoch bei den hohen Temperaturen ab, und wir entscheiden uns weiter zu fahren und ein neues Quartier zu suchen.
In der Nähe von Koyu stoßen wir durch den Tipp von Karolas Bekannten auf eine kleine Bucht, in der wir 2 Tage zusammen mit kommenden und gehenden Einheimischen verbringen.Baca lagi
Taurusgebirge
25 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 29 °C
Am Morgen des 25. Juni verlassen wir unsere kleine idyllische Bucht mit dem traumhaft glasklaren Wasser.
Am Abend vorher waren zwei Polizisten erschienen und hatten uns aufgefordert, den Platz umgehend zu räumen. 😱
Mit der Hilfe eines einheimischen Campers konnten wir die Abreise zumindest auf den nächsten Tag, also heute verschieben.
Genau verstanden haben wir den Grund des Campingverbotes nicht, denn ungefähr eine Woche vorher hatten Freunde von Kai und Karola noch 6 Nächte an demselben Ort ihr Lager aufgeschlagen........kein Mensch hatte sich daran gestört.
Doch unsere Verärgerung nutzt uns nichts, wir müssen uns fügen.
Also machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Pamukkale.
Viktor wählt dafür eine traumhafte Strecke mitten durch das lykische Taurusgebirge.
Dieses Massiv, oft nur kurz Taurus genannt, erstreckt sich über 1500 Kilometer bis zur östlichen Landesgrenze mit mächtigen Dreitausendern im Hinterland der Türkischen Riviera.
Die Abwechslung zwischen der märchenhaften Küste und Ausflügen in die faszinierende Bergwelt machen den Reiz dieser Gegend aus.
Heute fahren wir nun also durch das wilde ungezähmte Taurusgebirge, das uns nach jeder Kurve mit einem neuen, faszinierenden Ausblick bezaubert. Die verschlungenen Straßen und Pisten führen durch Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Die Landschaft ist spektakulär: senkrechte, zerklüftete Felsformationen und riesige Waldflächen in zum größten Teil noch unberührter Natur.
Allein in dieser Region könnte man schon Wochen verbringen, ohne Langeweile zu bekommen.
Doch all die Schönheit des Landes, die wir wirklich aus vollem Herzen genießen, kann mich nicht zu einer Verlängerung der Reise bewegen.
Nicht nur ich, sondern auch unsere Kinder und Schwiegerkinder ❤️, meine Brüder mit Familie und unsere Freunde zählen schon ungeduldig die Tage bis zu unserer Heimkehr.
1 Jahr ist genug. Da muss sich sogar Viktor fügen.
Es wird ja auch gewiss nicht unsere letzte Reise sein.
Und so fahren wir durch den wunderbaren türkischen Sommer bei strahlend blauem Himmel und faszinierenden Panoramen und genießen unsere Reise und das Leben, das wir führen können. 🙏🙏🙏
Am Nachmittag erreichen wir Pamukkale. Wir finden einen netten Campingplatz an einem Hotel mit Swimmingpool, wo es sich bei Temperaturen von 36 Grad ganz gut aushalten lässt.Baca lagi

PengembaraFreut uns das euch unser Tip mit dem Campingplatz auch so gut gefällt. Wir haben den tollen Pool, ebenfalls sehr genossen.
Pamukkale
26 Jun 2023, Turki ⋅ ☀️ 32 °C
Das türkische Wort „Pamukkale“ bedeutet „Watte - “ oder „Baumwollburg“. Tatsächlich wirken die Kalkterrassen von Weitem wie flauschige Wolle oder Wolken, die sich auf der Erde niedergelassen haben.
Seit Jahrtausenden liegen die weißen Sinterstufen von Pamukkale an einer Felskante, über die heißes Wasser aus Thermalquellen den Hügel hinunterplätschert.
Verdunstet dieses Wasser, bildet sich Travertin, das strahlend weiße Kalkgestein, welches sich über den ganzen Hang in Form von Riesenstufen und gestaffelten Bassins ablagert.
An manchen Stellen schimmert der Travertin auch rötlich, gelb oder in Braunschattierungen.
Und so ist im Laufe der Zeit jene märchenhafte Landschaft gewachsen, die seit 1988 zum UNESCO-Welterbe zählt.
Pamukkale ist ein magischer Ort, der bereits seit einer Ewigkeit Besucher in seinen Bann zieht und
schon kilometerweit mit dem atemberaubenden Anblick der leuchtenden Terrassen beeindruckt.
Doch dann setzte die Zerstörung ein.
Zahllose Hotels wurden vor Jahrzehnten um Pamukkale errichtet, die begannen, das kalkhaltige Wasser zuerst in ihre Pools zu leiten.
Hier kühlte es ab, der Kalk fiel heraus und das Schmutzwasser wurde zu den Terrassen zurück geführt. Doch darauf bildete sich kein neuer Travertin mehr.
Des Weiteren wurden die Sinterablagerungen durch den enormen Ansturm von Touristen in Bikini und Badehose über Jahre verunreinigt.
Besucher durften sich ohne Beschränkungen auf der weißen Pracht völlig frei bewegen und in allen Becken baden – mit fatalen Folgen.
Die Terrassen verloren beinahe für immer ihre Schönheit.
Vom leuchtenden Pamukkale-Weiß war kaum noch etwas zu sehen, der Hang lag so grau und unansehnlich da, dass Umweltorganisationen Alarm schlugen.
Die Regierung geriet unter Druck und ließ die Hotels innerhalb der historischen Anlage schließen, im Jahr 2000 wurde das letzte abgerissen
In geradezu letzter Minute wurde der Zerstörung Einhalt geboten.
Baden in den natürlichen Kalkbecken von Pamukkale ist seit mehr als 20 Jahren nicht mehr möglich.
Statt dessen wurden Zäune errichtet, Besucherzahlen limitiert und ein Verbot für fliegende Händler erteilt.
Heute wird das Wasser wieder direkt auf die Terrassen geleitet, um sie so gezielt wieder aufzubauen.
Nur noch ein begrenzter Bereich des Terrains ist für Touristen zugänglich. Holzstege führen in festgelegter Strecke über den begehbaren Teil der Anlage, um die Terrassen nicht zu beschädigen.
Zudem darf man das Gelände allenfalls noch barfuß betreten, um Schmutz sowie stärkeren Abrieb auf den Kalkformationen zu vermeiden.
Mittlerweile haben solche Schutzmaßnahmen den weißen Kalkterrassen zu buchstäblich neuem Glanz verholfen.
Nach einer langen Erholungszeit erlangen sie ihre alte Schönheit zurück und bieten heute wieder ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Übrigens versprachen sich bereits die Römer vor knapp 2.000 Jahren vom warmen Wasser der Quellen heilende Wirkung und ließen an der Spitze des Hügels Hierapolis ,
"die Heilige Stadt“, errichten.
Noch heute sind die Reste von Bädern und Gebäuden dieser antiken Stätte bei Pamukkale zu bewundern.Baca lagi
Leinen los
29 Jun 2023, Turki ⋅ 🌬 31 °C
Segeltörn mit Captain Piet.
Was, bitte, soll das denn werden?
Warum Segeltörn?🤔
Das will ich euch erzählen.
Vor 50 Jahren absolvierten 4 junge, rebellische Burschen, nachdem sie jahrelang diverse Lehrer traktiert und in den Wahnsinn getrieben hatten, ihr Abitur. Ort des Geschehens war das alt ehrwürdige Gymnasium Haus Overbach in Barmen bei Jülich.
Seit damals, inzwischen mehr als 50 Jahre, verbindet die 4 eine herzliche Freundschaft, der auch die Ehefrauen schon lange angehören.
Es ist inzwischen ein von allen geliebtes Ritual geworden, dass wir uns regelmäßig zum Wandern, Boot- und Skifahren oder sonstigen Aktivitäten oder Anlässen treffen. Die gemeinsamen Tage und Stunden sind stets lustig, gesellig, harmonisch und wunderschön!
Leider ist einer des vierblättrigen Kleeblatts bereits von uns gegangen. Aber in Gedanken, lieber Bernd, bist du bei uns und wirst für IMMER ein Teil von uns sein. ❤️❤️❤️
Vor 10 Tagen, bei einem Telefonat mit Noppi, erkundigte sich dieser nach unserem augenblicklichen Aufenthaltsort.
Fetiye, an der lykischen Küste.
5 Minuten nach Ende des Gespräches ruft er nochmal an:
Pit ist momentan mit seinem Schiff in Griechenland. Sollen wir uns nicht irgendwo treffen?
Gesagt, getan.
Pit macht sich auf den Weg, sticht in die ägäische See und segelt von Milos zur kleinen Insel Kos.
Noppi bucht kurzerhand einen Flug von München dorthin.
Und wir brausen mit Zwischenstopp am Meer nach Bodrum.
Von hier nehmen wir die Fähre nach Kos, wo wir uns dann alle heute Abend im Hafen, also der Marina des kleinen griechischen Eilands treffen wollen.
Wir sind ganz gespannt und freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen nach so einer langen Zeit.
Ein Abenteuer im Abenteuer kann beginnen!
LEINEN LOS!!!Baca lagi
Segeltörn Tag 1
30 Jun 2023, Greece ⋅ 🌬 26 °C
Wer noch nie in Griechenland zum Segeln war, verliert bei 3.054 Inseln, Inselchen und Felsen irgendwann den
Überblick.
Kein Revier gleicht dem anderen, jedes hat seine eigene Besonderheit:
Lage, Ausdehnung, Wetter, Entfernungen sowie die Segelbedingungen können von Insel zu Insel abweichen.
Pit hat für uns eine Route ausgesucht, bei der wir die Insel Kos einmal komplett umrunden und dabei Abstecher machen zu den kleinen Inselchen: Nicyros Kalimnos und Pserimos.
Hier in der Ägäis gibt es vorwiegend in den Sommermonaten eine Besonderheit:
Den Meltemi, eine sehr verlässliche Brise, die schnell
auch einmal zu einem dauerhaften Starkwind heranwachsen kann.
Damit wird das Terrain zu einer echten Herausforderung, die wirklich guter Segelerfahrung bedarf. Genau das Richtige für unseren Skipper und seine beiden Schiffsjungen.
11 Uhr am nächsten Morgen stechen wir erstmalig in See!
Mit laufendem Motor tuckern wir aus den Hafengewässern raus ...... da draußen wartet das offene Meer auf uns.
Der Wind frischt immer mehr auf, die See wird rauher und aufgewühlter. Nach kurzer Zeit stehen die Segel voll im Wind.
Losgelöst vom Festland, unabhängig vom Motor, nur den Naturgesetzen gehorchend, gleitet der Bug der Credo
durch das tiefe Blau der Ägäis.
Ja, das muss die berühmte Freiheit sein, die man beim Segeln spüren soll, diese Brise in der Nase und die Gischt in den Haaren.
Doch dann wird es plötzlich wilder.
Ein paar Mal legt sich das Boot gefährlich schräg auf die Seite. Wir werden doch jetzt nicht wie bei der Rafting Tour umkippen?
Prüfend schaue ich in die Gesichter der anderen.
Sie sehen noch völlig entspannt aus, also atme ich erst einmal tief durch und versuche, ebenfalls zu relaxen.
Es sollte - besonders an unserem 1. Segeltag - nicht zu stürmisch und rauh werden.
Stunden des Schaukelns und Schauens - zum Teil bei Windstärke 5 bis 6 und Böen bis zu 27 Knoten😱 bringen uns schließlich an die Westseite von Nicyros.
Die kleine Insel taucht zunächst schemenhaft vor uns auf und wird dann zunehmend größer.
Schließlich verwandelt sich die Silhouette immer mehr in Details des Hafens, in den wir hineintuckern.
Das Boot dreht, der Anker fällt und Captain Piet und seine Crew legen an.
Dann haben wir unseren Platz für die Nacht.
Wir liegen quasi in erster Reihe an der Hafenpromenade, beinahe direkt vor den Tischen und Stühlen einer Taverne, wo wir wieder köstlich zu Abend speisen.
Zufällig findet an diesem Tag ein riesengroßes Fest im Hafen von Nicyros statt mit freiem Essen für alle und typisch griechischen Tänzen.
Jeder - ob jung oder alt, ob Männlein oder Weiblein, ob dick oder dünn - feiert mit.
Die Stimmung ist unglaublich und wir sind uns einig:
Schöner könnte ein Abend in einem griechischen Hafenörtchen nicht sein.Baca lagi
Segeltörn Tag 2
1 Julai 2023, Greece ⋅ 🌬 26 °C
Der neue Tag beginnt so wie die anderen auch:
Allmählich, nur zögerlich regt sich das Leben an Bord.
Irgendwie findet alles aber seinen Rhythmus: nach und nach krabbelt jeder aus seiner Kajüte.
Irgendwer hat schon Kaffee gekocht, Semmeln geholt oder Eier gebraten.
Und dann, nach einem leckeren Frühstück springen wir alle zusammen in das glasklare Meer – auch das wird in den folgenden Tagen so bleiben.
Mit Griechenland verbindet man nicht nur eine Fülle von märchenhaften Inseln, die bloß einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, sondern auch unzählige Buchten mit kristallklarem Wasser, wo sich ein Tag in kompletter Abgeschiedenheit genießen lässt.
Jeden Tag entdecken wir weiß getünchte Häuser, die an steil abfallende Klippen zu kleben scheinen. Oleander und Bougainvilleas sorgen für die perfekte Fotokulisse.
So sehen sie aus, die typisch griechischen Inseldörfchen.
Was haben wir für ein Glück, dass wir diese malerische Idylle schon an unseren ersten Segeltagen kennenlernen und erleben dürfen.
Dann plötzlich am Nachmittag erwacht Poseidon, der Gott des Meeres, aus seinem Schlaf und wirft uns wieder seine Wellen entgegen.
Für einen Skipper wie Pit ist das natürlich keine Herausforderung - da hat er schon andere Abenteuer bestanden.
Doch jetzt steht Viktor, alias Captain Ahap, am Ruder.
Das Schiff zum Umfallen schief geneigt, hart am Wind Fahrt aufnehmend und zischend gegen die See kämpfend machen diesen Segeltörn zu einem echten Segel Abenteuer.
Ein sorgloses Umhergehen an Bord - ohne sich festzuhalten - ist zur Unmöglichkeit geworden. Die Segel gehisst sticht unser Boot durch Täler und Berge aus Wasser, die klatschend gegen den Kiel toben.
Pits Seglerherz schlägt höher, und wenn ich mir Captain Ahap anschaue, hat er sein bekanntes zufriedenes Lächeln - das von den Horrorstrecken mit dem Camper - aufgesetzt.
Natürlich darf die Hanfkappe auch jetzt nicht fehlen.
Er ist - wie eigentlich immer- mit sich und der Welt zufrieden.
Mir wird das Geschaukel beinahe schon etwas zu wild.
Doch so lange ich ruhig irgendwo sitzen kann, warte ich einfach, froh nicht steuern oder aktiv sein zu müssen, aufs Ankommen.
Abends beginnt
in den Promenaden der Häfen das Leben und eine herzliche Gastfreundschaft.
Kleine, urige Tavernen laden zum Verweilen ein und servieren die leckersten Gerichte ....
weit weg von Touristen und dem Rest der Welt - so zumindest kommt es uns vor.
Irgendwann ist genug flaniert, genug getrunken und genug gegessen.
Wir kehren zum Boot zurück.
Pit wählt die Schwimmvariante, während Noppi, Viktor und ich das kleine Beiboot, genannt Dinghy wählen.
Und dann bin ich erstaunt 😲, wie ein erfahrener Wildwasserkajaker den Kampf gegen das schwer zu manövrierende Schlauchboot verliert.
Für die kurze Distanz vom Strand zur Credo brauchen wir eine Ewigkeit. Wir fahren rückwärts, rutschen seitwärts und - das ist die schlimmste Variante - drehen uns planlos im Kreis.
Während Noppi zusehends genervt ist, weil wir nämlich auch ganz schön nass werden von den Paddelschlägen, mache ich mir bei dem Manöver fast vor Lachen in die Hose.
Man hätte ein Slapstick Video davon drehen können.
Irgendwann sind wir schließlich alle wieder an Bord vereint.
Als krönender Abschluss des wunderbaren Tages findet über dem Meer ein spektakulärer Sonnenuntergang statt und wir sind uns einig: Segeln in Griechenland kann wirklich traumhaft sein!Baca lagi

Inge HohmeierDas Auto hatten wir in Bodrum, Türkei, geparkt und sind dann mit der Fähre von dort auf die griechische Insel Kos gefahren
Segeltörn Tag 3 und 4
3 Julai 2023, Greece ⋅ ☀️ 27 °C
Tag 3:
Das Meer hat sich beruhigt, es ist warm, und die Credo gleitet schwerelos durchs Wasser: kein Kampf mit oder gegen die Wellen so wie gestern.
Der Ozean liegt ganz ruhig da und zeigt sich in einem perfekten Blauton.
Eigentlich genau der richtige Augenblick für mich, um auch einmal das Ruder zu halten.
Zunächst fahre ich ein wenig im Zickzack Kurs. Mir fehlt noch das Gefühl und die Wahrnehmung, wie das Schiff auf meine Steuerung reagiert.
Aber mit ein paar Tipps von den erfahreneren Seglern klappt es bald schon ganz gut und .... es fängt sogar an, richtig Spaß zu machen.
Wie werde ich das Blau des Wassers, die weißen Schaumkronen der Wellen und das Glitzern des Sonnenlichts auf der Oberfläche vermissen!
Und einmal mehr zeigt sich, dass
eine Segeltour zum Baden einfach perfekt ist: Wir müssen nur das Boot anhalten, ankern und abtauchen.
Da bemerken wir, dass sich die Schnur von der Angel, die wir beim Segeln immer ausgeworfen haben, verheddert hat. Unglücklicherweise hat sie sich unzählige Male
um die Schiffsschraube gewickelt. Das ist jetzt richtig blöd!
Der Captain und ein Matrose nach dem anderen springt - mit Schnorchel und Tauchermaske ausstaffiert- über Bord und versucht sein Glück.
Doch die Schnur ist zu fest gezogen, dafür reicht selbst bei äußerster Anstrengung die Luft nicht aus. Schließlich ist keiner der Männer Apnoe Taucher.
Aber ein erfahrener Skipper hat für jeden Notfall etwas an Bord. Pit schnallt sich seine Scuba Diving Ausrüstung auf den Buckel und stürzt sich rückwärts von der Reling ins Wasser ....nahezu filmreif.
Keine 10 Minuten später ist das Problem behoben, die Schiffsschraube kann sich wieder ungehindert drehen und wir holen den Anker ein.
Nun will Viktor auch einmal versuchen, mit der Sauerstoffflasche zu tauchen.
Es spielt keine Rolle, dass andere Leute dafür eine mehrtägige theoretische und praktische Einweisung durchlaufen müssen.
Pit und Noppi wählen für ihn den Schnellkurs, geben ein paar kurze Kommandos, schnallen ihm das Geschirr um und hinein geht 's in die Tiefen des Ozeans.
Gerade im letzten Augenblick kann Noppi Viktor noch einmal aus dem Wasser fischen, um ihm zu erklären, wie er Luft aus der Tauchweste ablassen ( zum Untertauchen) und hineinpumpen ( zum wieder Auftauchen) kann.
Oh, das wäre übel ausgegangen, wenn sie das vergessen hätten. Dann würde Viktor wahrscheinlich immer noch auf dem Meeresboden herumkreisen. 🤣
Bald darauf nähern wir uns schon den Fischern, die auf der Kaimauer unserer nächsten Insel, Pserimos, stehen und angeln. Langsam gleitet unser Boot an ihnen vorbei.
Wie wandelbar das Meer in dieser Gegend doch ist!
Ungläubig starre ich auf das kristallklare Wasser:
Jetzt, am Abend wird die leuchtend smaragdgrün bis türkis schimmernde Farbpalette vom Tag durch ein dunkles, sattes Blau ersetzt.
Eine Schattierung ist schöner als die andere.
Was mir besser gefällt? Ich kann es beim besten Willen nicht sagen.
Auch heute kehren wir am Abend wieder in einer der urigen Tavernen ein und genießen das köstliche, griechische Essen.
Und anschließend werden wir - wie an jedem Abend - sanft von den Wellen in den Schlaf gewiegt.
Am letzten Morgen gehen
nach und nach die Klappen auf und die Crew wird wach.
Der Meeresgott lädt zu einem letzten Bad in der Bucht ein.
Doch dann kommt wie
bei jeder Reise: Das Ende.
Mit der Abfahrt liegt eine gefühlte Ewigkeit vor dir. Plötzlich merkst du, dass die Hälfte des Abenteuers schon vorbei ist und ehe du es wirklich begreifen kannst, fährt das Boot zurück in den Starthafen.
Für uns bedeutet es nun Abschied nehmen von den griechischen Inseln und unseren Freunden.
Ich beobachte, wie das Boot durch das Wasser gleitet und werde wehmütig.
Pit wirft ein letztes Mal die Leine zum Anlegen.
Das war's.
Aber wir lindern unseren Abschiedsschmerz durch das Versprechen, dass es bestimmt eines Tages noch einmal eine Segelreise geben wird.
Mit dem bekannten Segler - und Seefahrergruß, mit dem man seinem Gegenüber viel Glück wünscht, nämlich "Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel" verabschieden wir uns von unserem Captain und der Crew.
Danke Pit und Noppi für unser erstes und mit Sicherheit unvergessliches Segelerlebnis in der Ägäis.
Es hat uns super gefallen und war wunderschön!!!Baca lagi
Ephesos ( Ephesus)
5 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 33 °C
Bereits im 11. Jahrhundert vor Christus legten ionische Siedler den Grundstein für die Stadt Ephesus, nachdem sie vorher das Orakel von Delphi befragt hatten. Dieses hatte den Standort und die Lage für gut befunden.
Dank ihres Hafens und der sehr günstigen Lage entwickelte sich die Siedlung schnell zu einem ansehnlichen Ort.
So war Ephesus schon eine Weltstadt, als Athen noch tiefste Provinz und Rom noch nicht einmal gegründet war.
In ihren belebtesten Zeiten zählte die antike Metropole eine viertel Million Einwohner, für damalige Verhältnisse eine schier unvorstellbare Zahl.
Ephesus war die reichste Stadt Kleinasiens, stellte sie doch das Tor zu den Schätzen Anatoliens und Persiens dar.
Doch Ruhm und Reichtum sind vergänglich.
Im Laufe der Jahre versandete der Hafen, andere Handelsplätze liefen Ephesus den Rang ab. Die Einwohner wurden immer ärmer und verließen nach und nach ihre Heimat. Die Stadt geriet in Vergessenheit und wurde schließlich aufgegeben.
Erst Ausgrabungen zwischen 1866 und 1922 brachten die versunkene Stadt wieder ans Tageslicht.
Auch wenn vieles in Trümmern liegt, eines ist sicher: An nur wenigen Orten der Welt konnte eine derart intakte komplette Stadtanlage ausgegraben werden.
Die Funde spiegeln die Geschichte vergangener Jahrhunderte wider – vom alten Griechenland über das Römische Reich, als die Stadt das wichtigste Handelszentrum des Mittelmeers war, bis zur Ausbreitung des Christentums.
Bei über 40 Grad bestaunen wir das riesige Theater und die alte Prunkstraße, die von dort zum Hafen führte.
Effektvoll in den Hang gebaut bot das Theater sage und schreibe 24.000 Zuschauern auf 66 Sitzreihen in drei Rängen Platz.
Auf der "Bühne" wurden Tragödien und Komödien aufgeführt sowie heilige Zeremonien abgehalten.
Heute noch ist die Akustik in den Ruinen beeindruckend, und so werden in den Sommermonaten regelmäßig Opern und Theatersstücke dargeboten.
Ephesos, diese archäologische Stätte, die auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht, beherbergt unter anderem den Tempel der Artemis, eines der sieben Weltwunder.
Der Bau des Tempels zu Ehren der Göttin Artemis Ephesia, einer Sonderform der griechischen Göttin Artemis, dauerte über 100 Jahre.
Doch schon kurz nach seiner Fertigstellung wurde das Bauwerk 356 v. Chr. durch einen Brand zerstört.
Ebenfalls erwähnenswert in der Antiken Stadt sind die
Fassaden der alten Bibliothek von Ephesus, die Celsus-Bibliothek.
Sie enthielt in jenen Tagen etwa 12.000 Papyrusrollen, die damalige Form des Buches, und
hatte eine Fläche von etwa 23 x 17 Metern.
Im Inneren soll es bis zu drei Stockwerke gegeben haben.
Auch einige Überreste des Hadrian-Tempels sind noch erhalten.
Hadrian war ein römischer Kaiser, der die griechische Kultur schätzte und, im Gegensatz zu vielen Herrschern vor ihm, wenig Kriege führte.
Statt dessen studierte er Philosophie und Mathematik und hatte Interesse an den musischen und kreativen Künsten wie Poesie, Malerei sowie Bildhauerei.
Viele Rätsel der Geschichte ließen sich lösen, wenn Steine reden könnten.
Lauscht man ihnen ganz andächtig, so berichten sie Geheimes und Verborgenes von Herrschern und Untertanen, Dichtern und Denkern. Doch, schade, dazu bleibt uns keine Muße.
Inzwischen wälzen sich nämlich Horden von Touristengruppen nebeneinander die kleinen Steigungen hinauf und hinab, es wird immer enger und stickiger. Regenschirme und Selfie-Stangen recken sich ab und zu aus der Masse. Pro Tag kommen manchmal 7000 Menschen nach Ephesos, die meisten sind Passagiere von Kreuzfahrtschiffen.
Für uns wird es nun Zeit, Ephesus zu verlassen. Wir haben alles, was wir wollten, gesehen und nehmen viele Eindrücke mit nach Hause.Baca lagi
Tor nach Europa
8 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 28 °C
Südlich von Istanbul steht ein gigantisches Bauwerk, das man beim besten Willen nicht übersehen kann. Es ist die über 5 Kilometer lange Çanakkale -1915 - Brücke, die über die Dardanellen-Meerenge führt und damit die europäische mit der asiatischen Küste der Türkei verknüpft.
Trotz der schmalen Durchfahrt gehört sie zu den verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt.
An ihrer engsten Stelle misst sie nur 1, 2 Kilometer und verbindet das Ägäische und das Marmarameer miteinander.
Bisher konnte die Passage nur per Fähre überquert werden, Autos mussten einen Umweg nehmen, der hunderte Kilometer weit über eine Autobahn führte.
Aber nun schafft die
Brücke Abhilfe und spart viel Zeit.
Für eine Strecke, für die man früher bis zu sechs Stunden einkalkulieren musste, benötigt man jetzt nur noch unglaubliche sechs Minuten!!!!
Da die Meerenge der Dardanellen intensiv von Containerschiffen befahren wird und zudem starke seismische Aktivität aufweist, war die Brücke besonders schwer zu designen.
Immerhin weist sie eine beachtliche Länge von 5,2 Kilometern und eine Spannweite von 2.023 Metern auf.
Weithin sichtbare, leuchtend rote Pylonen von über 318 Metern Höhe halten die gewaltige Struktur zusammen.
Damit ist die Canakkale-Brücke
nicht nur die längste, sondern auch die höchste Hängebrücke der Welt.
Im März 2022 weihte der türkische Präsident Erdogan
das gigantische Bauwerk von circa 2,5 Milliarden Euro ein.
Der Name der Brücke erinnert an den Sieg der Osmanen über die Alliierten in der Gallipoli-Schlacht am 18. März 1915 und ist nach den Märtyrern von Canakkale benannt. Genau am 107. Jahrestag des Siegs wurde sie frei gegeben.
Für uns bedeutet die Brücke das Tor zur Heimat.
Wir sind auf der europäischen Seite der Türkei angekommen.
Europa.....dem dritten und letzten Kontinent unserer großen Reise.
Die berühmte und besonders grausame Schlacht von Gallipoli wurde während des Ersten Weltkriegs vor und auf der gleichnamigen türkischen Halbinsel ausgetragen.
In einer gemeinsamen Operation Anfang 1915 planten die Entente - Mächte (Frankreich, England und Russland) die Dardanellen zu durchdringen, um die strategisch günstig gelegene Halbinsel Gallipoli zu besetzen und sie als Ausgangsbasis für die Eroberung Konstantinopels, der Hauptstadt des Osmanischen Reiches zu nutzen.
Am 25. April 1915 landeten deshalb britische, australische und neuseeländische Truppen auf der Halbinsel, französische Truppen folgten. Ein Sommer mit heftigsten Gefechten nahm seinen Lauf.
Der erbitterte Kampf forderte auf beiden Seiten insgesamt 200.000 Tote und 250.000 Verwundete und wurde in der Türkei - genau wie in Australien und Neuseeland - zu einem Mythos.
Der Ort der Schlacht ist nicht nur in Australien, Neuseeland und Großbritannien, sondern vor allem im offiziellen türkischen Gedenken einer der wichtigsten nationalen Besinnungssorte.
Noch heute wird der 25. April in diesen Ländern als nationaler Erinnerungsstag begangen. Dazu reisen jedes Jahr Tausende Enkel und Urenkel zu den zahlreichen Soldatenfriedhöfen auf der Halbinsel und gedenken dort ihrer gefallenen Landsleute.
Auch wir besuchen einige der zahllosen Gräber teilweise blutjunger Männer, deren Leben noch nicht einmal richtig angefangen hatte.
Wenn man heute durch den Tunnel der medialen Bilder nach draußen schaut bekommt man den Eindruck, es ändert sich trotz aller Toten und allen Leids nicht viel.
Krieg, Terror, Krisen.
Wann hört das endlich auf?Baca lagi
Bemerkenswerte Begegnung
9 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 29 °C
Auf dem Weg zu unserem letzten Campingplatz in der Türkei fahren wir gemütlich und an nichts Böses denkend auf der Landstraße entlang.
Plötzlich überholt uns ein kleiner PKW, der Fahrer darin hupt und winkt wie ein Besessener. 😱
Zunächst vermuten wir, dass er uns nur grüßen will oder ihm unser Auto gefällt. Solche Reaktionen haben wir ja schon oft auf dieser Reise erlebt.
Hier aber ist es irgendwie anders. Er fährt neben uns und gestikuliert mit Armen und Beinen, bis wir schließlich auf dem Seitenstreifen stoppen. Wir sind jetzt doch verunsichert.
Der Mann hält gleich hinter uns.
Natürlich spricht auch er- wie die meisten türkischen Leute - kein Englisch.
Aber so viel verstehen wir: Irgendwas an unserem Auto scheint nicht in Ordnung zu sein. Er ist ganz aufgeregt und weist uns an, ihm zu folgen. Also fahren wir hinter ihm her und biegen ab auf einen kleinen Feldweg.
Etwas mysteriös erscheint uns die Sache schon, aber wir sind jetzt auch neugierig geworden, was hinter dem ganzen Manöver steckt.
Verstehen tun wir aber immer noch nichts.
Dann spricht er plötzlich von seinem Baby, das im Auto sitzt. Oh Gott, das arme Kind - das kann diese Hitze unmöglich überlebt haben.
Das Baby aber entpuppt sich als Teenager, zweieinhalb Köpfe größer als ich: der Enkelsohn des Mannes.
Mit seiner und der Hilfe von Google Übersetzer gibt uns der Großvater zu verstehen, dass unser rechtes Hinterrad nicht rund läuft und es gefährlich werden könnte, sollten wir einfach weiterfahren.
Ich kann kaum glauben, dass ein Mensch so etwas zufälligerweise - einfach so im Vorbeifahren - entdecken kann. Zumal der arme Mann offensichtlich ein Glasauge hat. Das heißt, er hat den Schaden mit nur EINEM EINZIGEN AUGE erspäht. Unglaublich!
Um die Geschichte etwas abzukürzen: Der ältere Herr hat jede Menge Werkzeug an Bord, bockt unseren Wagen kurzerhand auf und holt das Hinterrad herunter.
Ihr werdet es genauso wenig glauben wie ich: Das Radlager war komplett lose, und es war schon jede Menge Öl ausgetreten.
Fachmännisch - der weiß genau, was er tut- baut er das Teil aus, schmirgelt es ab und verschwindet dann für eine knappe Stunde mit dem Radlager.
Das Baby bleibt derweil bei uns und wir warten zusammen auf die Rückkehr des Opas.
Als er wieder auftaucht, erneuert er die Schrauben und setzt alles wieder fein säuberlich zusammen.
Nach ca drei Stunden ist der Schaden komplett repariert und der Camper wieder fahrbereit.
Wir bedanken uns tausendmal bei unserem Retter, der uns mit Sicherheit vor einem schlimmen Unfall bewahrt hat.
Was gibt es doch für unglaubliche Menschen!
Er hätte das Gesehene doch auch einfach ignorieren können!
Am nächsten Tag, als Viktor den Wagen erneut aufbockt, um alles noch einmal zu kontrollieren, sind sofort wieder zwei Männer zur Stelle, die ihm ebenfalls ihre Hilfe anbieten.
Als sie gemeinsam zu dem Schluss kommen, dass alles in Ordnung ist, packen wir unsere sieben Sachen und brechen auf nach Griechenland.
Auf türkischer Seite an der Grenze werden wir noch kontrolliert und unser Auto gescannt.
In Griechenland werden wir mit einem herzlichen Welcome to Europe begrüßt.
Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Hause. 🫶🙏👍Baca lagi

Wie schön es ist dass es solche Menschen gibt und ihr diese unglaublichen Erfahrungen machen dürft!! Für den letzten Katzensprung 😉eurer Reise wünschen wir euch viele schöne Momente,Tage und Stunden! Genießt den Weg denn es geht so schnell wieder hier in Europa 🫶🙅🙋 [Kerstin & Chris]

PengembaraMan muss auch mal Schwein habe, schön, dass es noch solche Leute gibt
Eine Welt, die nicht von dieser ist
11 Julai 2023, Greece ⋅ ☀️ 30 °C
Ouranoupoli auf der Halbinsel Chalkidiki im Nordwesten Griechenlands ist eine ganz besondere, eigene Welt.
Wenn die Kinder von Ouranoupoli in der Schule ein Schiff zeichnen sollen, dann wird es fast immer ein kleines Boot mit lauter schwarzen Passagieren mit langen, dunklen Bärten.
Der schwarze Mann ist für die hiesigen Kinder Alltag, denn in Ouranoupoli gibt es so viele Mönche wie sonst nirgends.
Ouranoupoli (auf deutsch „Himmelsstadt“) ist die letzte Bastion weltlicher Lebensweise, 500 Meter südlich des Ortes endet sie an einer mit Stacheldraht bewehrten Grenze. Dahinter beginnt die autonome Mönchsrepublik um den heiligen Berg Athos, die seit dem Jahr 1923 unter staatlichem Schutz steht.
Die südöstlich von Thessaloniki gelegene Halbinsel Chalkidiki, auf der sich der Ort Ouranoupoli befindet, wird durch ihre einzigartige Form geprägt. Die berühmten, so genannten „drei Finger Griechenlands“, die Hellenen selbst nennen sie gerne auch Füße, tragen die Namen Kassandra, Sithonia und Athos.
Der Berg Athos mit über 2.033 Metern liegt auf der östlichsten der drei Landzungen, die sich weit ins Ägäische Meer ausstrecken.
Noch ist die Zivilisation nicht auf den Heiligen Berg vorgedrungen.
Seit über tausend Jahren ist der Athos nämlich ausschließlich die Heimat von Mönchen, die ihr Leben der Verehrung Gottes und der Heiligen Jungfrau gewidmet haben.
Bereits damals begannen orthodoxe Mönche die Region um den Berg zu besiedeln und Klöster zu errichten.
Im Jahre 885 n. Chr. erklärte der byzantinische Kaiser Basileios den Heiligen Berg zu ihrer Enklave.
963 n. Chr. wurde das erste Kloster gegründet. Viele andere folgten.
In der Blütezeit der Mönchsrepublik im 15. Jahrhundert beheimateten rund 40 Athos-Klöster bis zu 40.000 Mönche.
Heute gibt es nur noch 20 bewohnte Klöster- je ein serbisches, russisches und bulgarisches - sowie 17 griechische, die heute Teil des UNESCO-Welterbes sind.
Die 20 unterschiedlich alten Klöster der Athos-Halbinsel bilden religiöse Kommunen.
Umgeben von einem unermeßlichen Reichtum an Kirchenschätzen führen die verbliebenen 2.000 Mönche hier ein einfaches Leben in einer eigenen Welt mit Regeln wie aus einer anderen Zeit -
von allen modernen Einflüssen unberührt.
Sie leben inmitten der Natur und halten sich an ein strenges Reglement.
" Ora et labora" - neben dem Gebet widmen sie sich der Landwirtschaft und beschäftigen sich mit Holzschnitzereien, der Herstellung von Kerzen, dem Weben, der Malerei und der Kalligraphie.
Jahrhunderte der Abgeschiedenheit und völlige Hingabe an die orthodoxe Religion haben dem Heiligen Berg und seinen Bewohnern eine einzigartige mystische Aura verliehen.
Eine archaische Insel der Orthodoxie, ohne Zeitung, Fernsehen und Radio und ohne Frauen.
Obwohl die Region der Jungfrau Maria gewidmet ist, erging im 11. Jahrhundert ein Dekret, dass keine
" weichgesichtige Person " die Heiligkeit des Athos stören dürfe.
Das Vebot ist noch heute wirksam und schließt Frauen rigoros vom Betreten des Athos aus.
Selbst weibliche Tiere – Katzen ausgenommen – haben keinen Zutritt.
Männer, die den Heiligen Berg besuchen möchten, müssen eine spezielle Einreisegenehmigung, das sogenannte Diamonitrion, einholen. Das Dokument muss man lange im Vorfeld beantragen und im Pilgerbüro in Ouranoupoli abholen.
Für Touristen wie uns besteht leider nur die Möglichkeit, bis Ouranoupolis, der ''Himmelsstadt'', zu fahren und von dort aus eine Bootsfahrt entlang der ungefähr 40 Kilometer langen Athosküste zu buchen.
Vom Wasser aus kann man tolle Blicke auf die einzigartige und irgendwie auch geheimnisvolle Halbinsel werfen. Wie Festungen thronen die gewaltigen Anlagen auf den Felsen.
Das Kloster Megisti Lavra ist das größte und älteste auf Athos. Es wurde im Jahr 962 n. Chr. von dem Mönch Athanasios, dem Athoniten an der Spitze der Halbinsel gegründet.
In der Bibliothek lagert die drittgrößte Sammlung der Welt an byzantinischen Manuskripten.
Skiten werden die Mönchsdörfer genannt; Nea Skiti ist eines der größeren unter ihnen:
Eine Ansammlung von Häusern am Hang, in denen mehrere orthodoxe Ordensbrüder ( bis zu 40) zusammenwohnen. In jedem Wohngebäude gibt es eine eigene Hauskapelle mit Ikonen, eine Küche und Übernachtungsplätze für die Pilger.
Auf 336 Quadratkilometern wurde hier eine Natur konserviert, die im restlichen Griechenland so schon längst nicht mehr existiert.
Man findet auf der Halbinsel keine asphaltierten Straßen, stattdessen ein ausgedehntes Netzwerk aus Waldwegen und Wanderpfaden, die die Klöster miteinander verbinden.
Pilgeren, die damals wie heute von Athos magisch angezogen werden, präsentiert sich ein schier unvorstellbarer Reichtum an seltener Flora und Fauna der makedonischen Natur und eine unwegsame Bergwelt, die bis heute nur mühsam zugänglich ist.
Es gibt Routen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades durch die üppigen Wälder aus Eichen, Kastanien, Buchen, Linden und Lorbeer.
Bäche plätschern an Steilhängen hinunter, eingegraben in malerische Schluchten.
Es duftet nach Feigen, Ginster, Oleander und Zitrusfrüchten. Zikaden zirpen, und Katzen schnurren auf den von Steineichen und wunderlichen Erdbeerbäumen, umgebenen Terrassen.
Von der Kapelle am Gipfel des Athos soll der Ausblick über die nördliche Ägäis und Makedonien atemberaubend sein.
Nach Jerusalem stellt der Berg Athos den zweitwichtigsten Pilgerort für weltweit über 300 Millionen Orthodoxen Christen dar.
Es ist ein Paradies....ein kleiner Garten Eden am Rande der griechischen Halbinsel Chalkidiki.
Wie schön, dass wir einen winzigen Eindruck davon bekommen durften.Baca lagi
Albanien
13 Julai 2023, Macedonia Utara ⋅ ☀️ 30 °C
Albanien ist ein kleines Land am Rande des westlichen Balkan.
Das Staatsgebiet grenzt im Norden an Montenegro und den Kosovo, im Osten an Nordmazedonien und im Süden an Griechenland.
Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten des Adriatischen sowie des Ionischen Meeres gebildet.
Die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt des Landes ist Tirana.
Mit 28.000 Quadratkilometern Landesfläche ist Albanien etwas kleiner als Belgien.
Derzeit leben rund 3 Mio. Menschen in dem Land. Nach der politischen Wende 1990/91 kam
es zu einer Abwanderung in die Ballungsräume an den Küsten sowie zu einer verstärkten
Auslandsmigration.
Fast 5 Jahrzehnte kommunistischer Diktatur in totaler Isolation von Europa endeten Anfang der 90er Jahre in einem großen Umwälzungsprozess.
Seitdem öffnet sich das Balkanland der Welt, das heißt mit der Abschottung ist es vorbei.
Kaum ein Staat in Europa hat in so kurzer Zeit Jahrhunderte übersprungen, ein Straßennetz aufgebaut, sich mobilisiert, modernisiert und technisiert wie Albanien.
Auf die Spuren der ehemaligen kommunistischen Diktatur trifft man jedoch immer noch im ganzen Land.
Überall aus dem Boden, vorwiegend in der Nähe der Grenzen, ragen kleine Bunker - übergroßen
grau-bemoosten Schildkrötenpanzern gleich.
Sie entstanden vor allem zwischen 1972 und 1984 unter der Herrschaft von Enver Hoxha.
Der damalige Diktator ließ zum Schutze seines
unterdrückten Volkes beinahe für jede Familie einen Bunker bauen, um sich so vor einer
Invasion und Großangriff ausländischer Truppen zu wappnen.
Die ganze Welt betrachtete er als seinen Feind; und von seinem Ziel
700.000 Bunker zu errichten, war er nicht mehr weit entfernt.
Nun aber werden die Albaner die Betonufos nicht mehr los.
Manche Kreative unter ihnen haben die ungeliebten Hinterlassenschaften zu Wein - und Pilzzuchtkellern, zu Minihotels oder auch zu Discos umzufunktionieren versucht.
Inzwischen vermarkten manche die Bunker auch als Markenzeichen: An gut sortierten Souvenirständen lassen sich Aschenbecher im Minibunker - Outfit erstehen. 🤣
Unbemerkt von der großen Öffentlichkeit ist Albanien dabei, sich als eines der letzten Geheimnisse Europas zu einem spannenden Reiseland zu entwickeln.
Nicht nur landschaftlich sondern auch kulturell zeigt der kleine Staat zahllose Facetten: Die
verschiedensten Völker haben im Laufe der Jahrtausende ihre Spuren
hinterlassen. Hier blühten die Hochkulturen der Griechen, Illyrer und Römer. Steinzeitliche Höhlenmalereien,
zahlreiche antike griechische, römische und illyrische Stätten, orthodoxe Klöster und Kirchen, osmanische Wohnhäuser sowie mittelalterliche Burganlagen
zeugen von dieser bewegten Vergangenheit.
Doch das Land ist nicht nur reich an Geschichte und Kultur, sondern auch an atemberaubenden Naturorten.
Die Albanischen Alpen im Norden des Landes sind ein wahres Paradies. Sie stehen
für unberührte Natur und traumhaft schöne Berg - und Flusslandschaften.
Für seine Größe hat das Land eine erstaunliche Fülle unterschiedlichster Naturräume aufzuweisen, die darauf warten, von Outdoor Liebhabern entdeckt zu werden.
So viel frei zugängliche Natur findet man kaum noch in Mittel- und Südeuropa.
Genau das Richtige für uns!👍
Die Straßen in den Bergen sind teilweise noch ziemlich rumpelig.
Gerade auf dem Land muss man jederzeit mit Eselskarren, Kühen oder Ziegen auf der Fahrbahn rechnen.
Aber das kennen wir ja schon aus etlichen anderen Ländern, das ist für uns nichts Neues.
Teilweise herrscht erstaunlich reger Verkehr, sogar auf Straßen, die eigentlich viel zu schmal dafür sind.
Kreuze im Abstand von wenigen Kilometern erinnern daran, dass wieder ein Fahrer - meist junge Leute - eine der engen Kurven nicht geschafft hat.
Der Sturz in den mehrere hundert Meter tiefen Abgrund bietet Null Überlebenschance.
Bei jedem Kreuz werde ich schweigsamer.
Das stört meinen Mann jedoch in keiner Weise.
Er saust durch die Kurven als säße er auf seinem Motorrad.
Wie schon oft auf dieser Reise habe ich auch jetzt wieder durch Viktors
” 360 Grad Panorama Blick" den Schweiß auf der Stirn stehen. ” Bitte, kannst Du Dich endlich mal auf die Fahrbahn konzentrieren und nach vorne schauen?”
” Tu ich doch.” Im selben
Moment streckt er – giraffengleich – den Hals weit nach vorne, um an unserem weit überstehenden Alkoven vorbei nach oben blicken zu können. ” Hast du die
tolle Burg da oben bemerkt?”
” Nein, natürlich nicht. Einer von uns muss ja schließlich aufpassen.”
Dann setzt er noch einen drauf:
” Hast du das gesehen? Der Mann hatte Riesenforellen in dem Bottich!” Das kann jetzt wirklich nicht wahr sein. Der Typ stand weit entfernt vom Straßenrand ………… und zwar rechts, also auf meiner Seite. ” So, jetzt ist Schluss. Ich steige hier aus!” ” Und dann?” Ja, das weiß ich leider auch nicht.
Aber Marty Feldmann ( oder das Chamäleon ) reißt sich jetzt zusammen. Er hat gemerkt, dass ich echt sauer bin und wirklich Angst habe.
Wir bräuchten noch Wochen, um dieses tolle Land intensiver kennenzulernen. Aber unsere Zeit wird knapp.
So beschließen wir, dass es nicht unsere letzte Reise nach Albanien sein wird.Baca lagi
Albaniens Meisterstück
16 Julai 2023, Albania ⋅ ☀️ 30 °C
Die albanischen Alpen werden auf Kroatisch Prokletije und auf Albanisch Bjeshkët e Nemuna genannt - beide Namen bedeuten grob übersetzt " Verfluchte Berge".
Die Legende, die dahinter steckt, will ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Gott brauchte bekanntermaßen sechs Tage, um die Erde, das Meer und den Himmel zu erschaffen.
Laut einer lokalen Legende benötigte der Teufel für die "Verfluchten Berge" jedoch nur 24 Stunden.
Das war nicht mehr als ein einziger Arbeitstag.
Der Volksmund erzählt, er habe mit seinem Schwanz wie besessen tiefe Schluchten geschlagen und mit seinen scharfen Krallen Respekt einflößende Felsvorsprünge geformt. Dass ein Fluch über dem Gebirge liegt, blieb noch geraume Zeit in den Köpfen der Menschen verankert.
So wurde die unwirtliche Gegend lange gleich gesetzt mit grausamen Banditenüberfällen, Blutfehden und den unterschiedlichsten Unglücksfällen, um die sich über Jahrhunderte hinweg Sagen und Legenden rankten.
Unter kommunistischer Regierung dienten die tückischen Pässe als eine Art gigantische und unüberwindliche geologische Berliner Mauer des Diktators Hoxha.
Sie wurden zur Hürde für jeden, der aus Albanien fliehen wollte, mit der Absicht, Montenegro zu erreichen, das damals noch Teil Jugoslawiens war.
Inzwischen sind die Albanischen Alpen ohne Zweifel eines der schönsten Reiseziele des Landes geworden.
Während sie im Winter unter einem dicken Schneeteppich schlummern und weitgehend verlassen sind, lockt die Wärme des Sommers eine Welle von neugierigen Abenteurern herbei - bereit und neugierig, sie zu erkunden.
Sobald die weiße Decke des Winters verschwindet, treten aus dem geschmolzenen Schnee kristallklare Flüsse hervor, die sich durch duftende Kiefernwälder schlängeln.
Mächtige Kalksteinberge, teilweise in von Wind gebeutelte Geröllfelder zerfallen, ragen aus der Landschaft empor.
Dazwischen, wie eingestreut, unzählige Hirtenhütten aus Stein, deren bröckelige Schornsteine umgestürzt oder einfach in sich zusammengefallen sind.
Das Valbona Tal ist eine wahre Schatztruhe, die noch nicht von solchen Touristenmassen wie anderswo in Europa entdeckt wurde.
Die Abgeschiedenheit des Valbona Tal Nationalparks und die relativ kleine Bevölkerung sowie die große Variationsbreite der Ökosysteme und klimatischen Bedingungen sorgen für die Existenz einer unbeschreiblichen Vielfalt an Flora und Fauna.
In den versteckten, felsigen Abschnitten sollen noch Wölfe und Braunbären leben. Sogar die vom Aussterben bedrohten Balkanluchse, von denen kaum noch ein paar Dutzend existieren, durchstreifen die kargen Hochebenen.
Die Wanderstrecke von Valbona nach Theth gilt als eine der beliebtesten Albaniens. Mancher Reiseblog bezeichnet sie gar als eine der schönsten Europas.
Auch wir wollen ein Stück dieses Weges erkunden.
Er ist sehr gut ausgeschildert und führt abwechslungsreich durch offene Berghänge oder dichten Buchenwald, dann wieder über eine Hochebene mit Wiesenlandschaft sowie über steile Karsthänge.
Schutz vor der Sonne, die um 11 Uhr gnadenlos vom Himmel brennt, finden wir nur auf den Passagen, die durch den Wald führen.
Es sind die heißesten Tage des Jahres, die sogar die Einheimischen nur noch stöhnen lassen.
Doch trotzdem ist die Wanderung unbeschreiblich.
Aus dem Tal hinauf hören wir das Meckern der Ziegen und Läuten der Kuhglocken. In der Ferne plätschert ein Mühlenrad.
Ansonsten ist es friedlich und still.
Der urwüchsige Pfad verlangt uns einiges ab: Wir steigen fast stetig bergauf über Wurzeln und Felsen.
Kreuz und quer liegen Bäume und Gehölz, dazwischen türmen sich tonnenschwere, bemooste Felsbrocken vor uns auf.
Manchmal ist der Trampelpfad kaum zu erkennen, die roten Markierungen, meist an Felsen gepinselt, sieht man jedoch sehr gut.
Halb verfallene Steinhäuser mit ihren mit großen Holzschindeln gedeckten Dächern liegen verstreut im Tal und scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen.
Sehr gerne würden wir in diesem Augenblick einmal einen kurzen Blick in die Zukunft werfen: wie wird es wohl in zehn oder zwanzig Jahren hier aussehen? Alles voller Hotels????
Was wird noch übrig sein von der Ursprünglichkeit eines der abgeschiedensten Täler in den nordalbanischen Alpen?
Und spätestens in diesem Moment wird uns bewusst, was für ein Glück wir haben, gerade JETZT an diesem Ort sein zu dürfen.Baca lagi
Der Skutarisee
18 Julai 2023, Albania ⋅ ☀️ 37 °C
Der Skutarisee (auch Shkodra- oder Skadarsee genannt) ist der größte See der Balkanhalbinsel und neben dem Lago di Garda der größte Südeuropas.
Im Herbst umfasst er eine Fläche von mehr als 300 Quadratkilometern, im Frühjahr schwillt er durch die Schneeschmelze sogar auf über 500 Quadratkilometer an. Dadurch, dass der See von unterirdischen Quellen gespeist wird, behält er das ganze Jahr über fast die gleiche Temperatur, und es besteht keine Gefahr, dass das relativ flache Gewässer im Sommer "umkippt”.
Der See entstand während der letzten großen Eiszeit vor etwa 18.000 Jahren und ist eigentlich
nichts anderes als eine große Bodensenke, die sich beim Abschmelzen der Gletschergebiete mit Wasser füllte.
Kaum vorstellbarar Fischreichtum und eine Vogelvielfalt wie sonst nirgendwo in Europa
machen den Skadarsee zu einem Paradies für Fans von Flora und Fauna. Allein 40 Fischarten
findet man darin, ein deutliches Indiz für seine makellose Trinkwasserqualität.
Mitten durch das Gewässer läuft die montenegrinisch – albanische Grenze. Der größere Teil, der zu Montenegro gehört, wurde zum Nationalerbe erklärt. Seit 2005 steht auch der albanische Teil unter Naturschutz.
Für uns ist es unvorstellbar, dass diese Wasserfläche von der Größe des Bodensees ein
beinahe noch unentdecktes Paradies ist. Die Kontinentalregion ist von der Küste Montenegros
eigentlich nicht weit entfernt, doch bilden ein paar Gebirgszüge wirksame Riegel zwischen Adria und Hinterland.
Vom Rummel der quirligen Küstenstädte spürt man deshalb hier fast gar nichts.
Eine Reihe von Klöstern wurde im Mittelalter am Ufer des Sees errichtet, doch nur wenige
von ihnen sind erhalten geblieben. Zu oft lag der See auf der Hauptkampflinie im
Dauerkonflikt mit der Türkei.
Am Abend finden wir ein Plätzchen am Ufer des Sees mit eigenem Strand, super sauberen sanitären Anlagen und einem tollen Restaurant.
Es stellt sich heraus ( also Viktor erkennt den Platz wieder), dass wir vor 7 Jahren schon einmal hier waren. Allerdings gab es damals nichts außer dem Strand am See und einer großen Wiese.
Kaum zu glauben, was für eine tolle, gut organisierte Anlage daraus entstanden ist.
Hier bleiben wir 2 Nächte.
Danach verabschieden wir uns von Albanien machen uns auf den Weg zur Grenze nach Montenegro.
Schon die Straße durch die Berge ist ein kleines Abenteuer für sich:
Sie ist nicht breiter als ein
Auto und auf beiden Seiten fehlt die Bankette.
Eine zusätzliche Herausforderung stellt der rege Gegenverkehr an den Fahrer. Leider besteht dieser nicht nur aus PKW - das wäre ja langweilig- nein, auch LKW und Riesenreisebusse schieben sich den Berg hinauf und hinunter, so dass wir ständig
ausweichen und mehrmals sogar zurücksetzen müssen. 😱
Viktor ist im Gegensatz zu mir sehr entspannt. Trotz der schmalen Straße und unzähliger
Serpentinen prüft er während der Fahrt den Höhenmesser, den Kilometerstand und sogar den Benzinverbrauch –
gleichzeitig behält er während der ganzen Zeit den 360 Grad Panoramaüberblick und sieht alles. Ja, ihr ratet richtig. Er trägt
wieder die Hanfkappe – und im Mund kaut er auf einem Streichholz………. oder hat er etwa Reste von Kokablättern aus Südamerika irgendwo im Auto gefunden?Baca lagi









































































































































































































































































PengembaraGrüße und Frieden, aber danach bedauern wir, dass wir Sie aufgrund der begrenzten Zeit nicht vollständig bedienen konnten, und wir hoffen, dass Sie uns auf einer zukünftigen Reise besuchen und die Zeit für mehr Vergnügen erweitern ... und vielen Dank