• Homebrew explorer
obecny
  • Homebrew explorer

Weltreise ab 2022

●Ikigai●
Ikigai kommt aus dem japanischen und beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und wofür es sich lohnt, morgens in den Tag zu starten. Nun folgen wir unserer Passion dem Reisen und haben dafür unseren Rucksack gepackt. Auf gehts.
Czytaj więcej
  • Von Ban Luang nach Mae Sariang

    9 grudnia 2025, Tajlandia ⋅ ⛅ 27 °C

    Am nächsten Morgen fuhren wir weiter durch den Op Luang Nationalpark. Der Park ist bekannt für seine tiefe Schlucht, die der Fluss Mae Chaem über viele Jahrtausende in den Fels geschnitten hat. 💧
    Die Strasse führte durch dichtes Grün, wechselte zwischen engen Kurven und offenen Abschnitten und war angenehm zu fahren.

    Unser nächster Halt war der Bo Kaeo Pine Tree Garden. 🌲
    Dort machten wir einen kleinen Spaziergang zwischen hohen Kiefern, die man in Thailand nicht oft sieht. Die Luft roch nach Holz und Harz und es fühlte sich an, als wären wir kurz in einem anderen Land. Ruhig, kühl und sehr angenehm.
    Danach fuhren wir weiter und kamen am Doi Bo Luang Forest Park vorbei. Dort standen ein paar Wohnwagen in einer schönen Waldlichtung.
    Es sah gemütlich aus, wie ein kleiner Campingplatz in den Bergen.

    Gegen Ende der Tagesetappe suchten wir noch einen Aussichtspunkt, den wir auf der Karte gesehen hatten. Gefunden haben wir ihn aber nicht. Der mögliche Eingang sah aus wie ein Trampelpfad mitten in einem Dorf. Wir waren uns unsicher und wurden so angestarrt, dass wir uns recht sicher waren, dass wir hier falsch waren. 😬
    Also folgten wir einer anderen Strasse und kamen schliesslich zu einer Aussicht, die sich gelohnt hat. 😊

    Unterwegs sahen wir immer wieder kleine Rauchsäulen über den Hügeln. 🔥
    Auf vielen Feldern wurden gerade die übergebliebenen Reisstoppeln und Pflanzenreste nach der Ernte verbrannt, eine hier noch immer übliche Methode, um die Flächen schnell für die nächste Saison vorzubereiten.
    So praktisch das für die Bauern ist, so problematisch ist es für die Umgebung.
    Durch das Abbrennen entstehen viel Feinstaub und Rauch, die sich in den Tälern sammeln und später im Jahr zur bekannten „Smoky Season" beitragen. 🌫
    Die Sicht wird schlechter, die Luftqualität sinkt und für viele Menschen bedeutet das gereizte Augen oder Atembeschwerden. 😶‍🌫️
    Trotzdem bleibt das Verbrennen für viele die einfachste und günstigste Lösung.

    Am Nachmittag erreichten wir Mae Sariang. Unsere Unterkunft war richtig gut. Wir hatten einen kleinen Balkon und fühlten uns sofort wohl. 🌴
    Wir blieben zwei Nächte, was sich schnell als gute Entscheidung herausstellte.

    Am nächsten Tag besuchten wir den Wat Phra That Chom Mon, einen Tempel auf einem Hügel oberhalb der Stadt.
    Der Tempel ist nicht besonders gross, aber die Aussicht ist schön. Man sieht über das ganze Tal, die Flüsse und die grünen Berge, die sich hintereinander auftürmen.
    Es war ruhig, kaum Leute waren da. Ein Mönch knurrte uns allerdings kurz an, obwohl wir ihn mit Achtung begrüsst hatten. 🤔
    Das machte die Szene eher merkwürdig als unangenehm.
    In den Nächten wurde es unerwartet kalt. 🧊Zum Glück hatten wir diesmal eine gute Decke. Nicht wie beim letzten Mal, als wir halb gefroren im Bett lagen.
    So war es gemütlich und wir konnten gut schlafen, bevor es weiter Richtung Norden ging.
    Czytaj więcej

  • Ban Luang und Doi Inthanon

    8 grudnia 2025, Tajlandia ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem wir eine gute Nacht in Ban Luang verbracht hatten, tranken wir am Morgen gemütlich einen Kaffee auf unserem kleinen Balkon und schauten Richtung Doi Inthanon. Falls es jemand nicht weiss, das ist der höchste Berg von Thailand mit 2565 Metern Höhe. ⛰️
    Wir fuhren ohne Gepäck weiter, denn heute wollten wir nur den Berg erkunden.

    Auf dem Weg lagen ein paar Wasserfälle und die beiden Königspagoden von König Bhumibol und Königin Sirikit. Sie stehen in der Nähe des Gipfels und sind ein Denkmal für das Königspaar. Unser erster Halt war bei den Pagoden. ☸️
    Wir sahen sie aber nur von aussen und entschieden uns stattdessen für einen Naturpfad rund um das Gebiet. 🥾
    Für diesen Trail musste man einen Führer mitnehmen. Direkt am Eingang trafen wir ein anderes Paar, das fit aussah und wir somit für würdig befunden haben. 😉
    Wir fragten, ob wir uns den Führer teilen wollen (der war obligatorisch) und sie sagten ja. So ergab sich eine lustige Gruppe. 🥳
    Der Trail führte durch einen moosigen Bergwald mit Farnen, knorrigen Ästen und kleinen Holzstegen über feuchte Stellen. Ab und zu plätscherte ein Bächlein unter uns durch. Der Wald war dicht und die Luft kühl (12°C) ganz anders als unten im Tal.
    Es ging mal hoch und mal runter. An einer Stelle öffnete sich der Blick und wir sahen über die Hügel und die Wälder bis weit ins Land hinein. Dann kam man wieder näher an die Pagoden und sah sie durch das Grün leuchten.
    Unser Führer hatte allerdings Mühe, mitzuhalten. Wenn es bergauf ging, hörten wir ihn leise keuchen. Wir fanden es etwas witzig.
    Leider konnte er kaum Englisch, also gab es keine grossen Erklärungen. Aber schön, dass er dabei war.
    Nach 2,8 Kilometern trennten sich unsere Wege wieder. Wir gingen etwas essen, denn es war schon Mittag.
    Danach fuhren wir zum höchsten Punkt Thailands. Dort gibt es ein Schild und ein Monument. Es ist zwar der höchste Punkt, aber ohne Aussicht, weil alles im Wald liegt. Wir machten kurz ein Foto und fuhren weiter.
    Wir wanderten noch einen zweiten Naturpfad, kostenlos und wunderschön. Er führte über Holzstege durch einen dichten Wolkenwald, wo Moos an jedem Zweig hing. ☁️🌳
    Danach fuhren wir die unzähligen Höhenmeter wieder runter und hielten bei mehreren Wasserfällen an.
    Der Wachirathan Wasserfall war der grösste und beeindruckendste. Das Wasser donnerte über die Felsen und die Gischt legte sich kühl auf die Haut.
    Weiter unten sahen wir noch den Sirithan Wasserfall, eingerahmt von viel Grün, ruhiger aber ebenfalls schön. Jeder Stopp tat gut, um die Beine kurz zu vertreten.
    Am späten Nachmittag kamen wir zurück in unsere Unterkunft in Ban Luang. Wir entspannten unsere Beine und gingen am Abend wieder auf den Nachtmarkt essen. Ein wirklich gelungener Ausflug. 💚
    Czytaj więcej

  • Start - Mae Hong Son Loop

    7 grudnia 2025, Tajlandia ⋅ ⛅ 26 °C

    Ganz gemütlich starteten wir in den Tag. Wir tranken noch einen Pulverkaffee im Zimmer, packten unsere Sachen zusammen und entschieden uns, nur eine Tasche mitzunehmen. 🎒
    Mit wenig Gepäck reist es sich einfach leichter. In diese Tasche kamen die Kleider für die nächsten Tage, während wir alles Unnötige beim Rollerverleih deponierten.
    Dazu hatten wir noch einen kleinen Rucksack für die Tageswanderungen dabei.

    Der Weg zum Scooterverleih war kurz, doch herrschte dort angkommen reines Chaos. 🚀
    Menschen, die Roller mieten wollten, mischten sich mit denen, die ihre Roller zurückbrachten. 🧯

    Pass kopieren lassen, Geld als Sicherheit hinterlegen und schon standen wir vor unserem Gefährt. Wir machten noch unzählige Fotos von den kleinen und grossen Kratzern, als Beweis, für allfällige Nachfragen. 😉
    Wir befestigten die Tasche hinten mit Gummizügen und los ging die Fahrt.
    Unser erstes Ziel war der Phachor im Mae Wang National Park. 🌳
    Der Weg führte durch einen kleinen Canyon, der über viele Jahre durch Erosion entstanden ist. Das Wasser hat den Boden ausgewaschen und dabei schmale Pfade zwischen hohen, rötlichen Wänden geformt. Am Ende standen wir vor eindrucksvollen Felsformationen, die wie versteinerte Wellen aussahen.
    Zur selben Zeit traf eine Reisegruppe ein. Laut, chaotisch, aber irgendwie auch ziemlich witzig. Sie posierten in allen möglichen Varianten für Fotos, und steckten uns mit ihrer guten Laune an. 😊

    Wir setzten uns auf eine Bank und beobachteten das Treiben, bis sie weiterzogen und es plötzlich wieder ganz still wurde. ☮️ Danach konnten wir den Ort in Ruhe geniessen.
    Anschliessend liefen wir noch zum Aussichtspunkt hinauf, von dem aus wir eine weite Sicht über die Ebene und das satte Grün hatten.
    Der Hunger meldete sich, also machten wir uns auf den Weg zum nächsten Restaurant. Dieses Restaurant war speziell.
    Alles bestand aus Kokosnüssen. 🥥 Teller aus Kokosnuss. 🥥 Gabel aus Kokosnuss. 🥥 Löffel natürlich auch Kokosnuss. 🥥 Sogar die Dekoration über uns war Kokosnuss. 🥥
    Wir lachten darüber und das Essen war gut.
    Später tranken wir noch einen Eis Cappuccino, bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren. Sie lag in der Nähe des Tempels Wat Phra That Si Chom Tong Woraviharn.☸️
    Wir checkten kurz ein und da es bereits Richtung Abendessen ging, machten wir uns wieder auf den Weg. Der Tempel wirkte ruhig und friedlich, mit seinen goldenen Elementen und der gepflegten Anlage.
    Danach schlenderten wir über den Nachtmarkt im selben Ort. Viele Stände, lebendige Stimmung und eine grosse Auswahl an Essen. Wir assen Pad Thai, paniertes Hühnchen mit Reis und dazu ein Omelette mit Reis.
    Satt und zufrieden gingen wir zurück zur Unterkunft und freuten uns auf die nächsten Tage unserer Rollertour.
    Czytaj więcej

  • Chiang Mai

    6 grudnia 2025, Tajlandia ⋅ ☀️ 27 °C

    Chiang Mai - Rückkehr

    Wir reisten mit dem Bus weiter nach Chiang Mai. Weil wir schon einmal dort gewesen waren, fühlte sich alles vertraut an und wir nahmen alles ganz entspannt. 😊
    Jeden Tag suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen, tranken kalten Kaffee und planten unsere Weiterreise.
    Unser nächstes Ziel war der Mae Hong Son Loop. Rund sechshundert Kilometer, bekannte Bergstrecken und viele Kurven. 🛵
    Damit wir ohne Eile unterwegs sein können, geben wir uns elf Tage Zeit. Was uns jedoch noch dafür fehlte, war ein guter Scooter.
    Also liefen wir einen ganzen Tag durch die Stadt und besuchten Vermieter, von denen es in Chiang Mai wirklich unzählige gibt.
    Zum Glück fanden wir schliesslich einen Anbieter direkt in unserer Nähe. Der Honda Click 160 gefiel uns sofort, und für achteinhalb Franken pro Tag reservierten wir ihn gleich. 👍

    Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach einer Coiffeurschere und einem Kamm. Fündig wurden wir in einem kleinen, unscheinbaren Laden.
    Dort lag eine Schere, die aussah wie ein kunstvolles Meisterstück, auch wenn sie ganz bestimmt aus einem günstigen Online Shop kam. ✂️
    Chantal hatte Lust auf eine Veränderung und vertraute Philipp, nach einem schnellen Blick auf die Google Maps Bewertungen der nächsten Friseure, mehr als einem echten Salon.
    Also schnitt er ihr kurzerhand die Haare und wir waren beide zufrieden. 💇‍♀️

    In den folgenden Tagen besuchten wir einige der vielen Tempel der Stadt. Chiang Mai hat über dreihundert davon, und alle zu sehen wäre völlig unrealistisch gewesen. Also konzentrierten wir uns auf ein paar bekannte und ein paar versteckte Schätze.

    Gegessen haben wir fast immer im kleinen Familienrestaurant unseres Vertrauens. Mit der Zeit kannten uns die Leute dort, begrüssten uns herzlich und schenkten uns einmal einen Teller Gemüse.
    Als wir erzählten, dass wir den Mae Hong Son Loop fahren wollen, gaben sie uns sofort Tipps für unterwegs. Wir schrieben alles auf und freuten uns schon darauf, bald wieder etwas Neues zu entdecken.
    Czytaj więcej

  • Sukhothai

    1 grudnia 2025, Tajlandia ⋅ ☀️ 29 °C

    Mit dem Bus ging es weiter nach Sukhothai. 🚌
    Der Name bedeutet Morgenröte des Glücks, und hier begann Thailands Geschichte.
    Vor etwa 750 Jahren entstand das erste grosse Königreich und mit ihm die erste thailändische Schrift.
    Am Anreisetag schauten wir uns den Historischen Park nur von aussen an, am zweiten Tag gingen wir dann richtig hinein. Wir liefen zwischen alten Mauern, stillen Teichen und grossen Buddha Figuren.
    Viele Besucher mieten sich ein Fahrrad und radeln durch die weitläufige Anlage, wir nahmen es ruhiger und schlenderten Schritt um Schritt durch den Park.
    Wir sassen an verschiedenen Orten, schauten in die friedliche Weite und liessen alles wirken. Kaum zu glauben, dass die ganze Anlage einmal komplett vom Urwald überwuchert war und erst vor gut hundert Jahren wieder freigelegt wurde.
    Eine Stadt, die lange unter Bäumen und Wurzeln geschlafen hatte.
    Abends streiften wir über den Nachtmarkt. Es gab viele Essensstände, vieles sah gut aus, aber fast alles war mit Fleisch.
    Wir fanden schon etwas Vegetarisches, aber nie genau das, worauf wir Lust hatten.
    Ganz glücklich wurden wir beim Essen in Sukhothai nicht, aber immerhin satt.

    Am dritten Tag mieteten wir uns einen Scooter und fuhren zum Ramkhamhaeng National Park. Dort wartete eine schöne, aber anstrengende Wanderung mit rund 1200 Höhenmetern auf 3.8 Kilometer.
    Somit war es schon sehr steil, doch die Überreste unserer GR10-Waden haben uns nicht im Stich gelassen. 😉
    Belohnt wurden wir mit drei Aussichtspunkte, jeder besser als der vorherige.
    Das schöne Panorama wurde einzig durch einen grauen Smogschleier (wortwörtlich) getrübt.
    Nach einer Gipfelpause machten wir uns auch schon wieder an den Abstieg.
    Czytaj więcej

  • Phitsanulok

    28 listopada 2025, Tajlandia ⋅ ☀️ 24 °C

    ​Knatternd setzte sich der Zug Richtung Norden in Bewegung und vier Stunden später erreichten wir die Stadt Phitsanulok mit ihren 80.000 Einwohnern.
    Wir haben uns vorgenommen, auch mal in kleineren, eher untouristischen Orten einen Stopp einzulegen, und so verbrachten wir zwei Tage in der eher vollen und lauten Stadt.
    Die Hotelwahl ähnelt bei unserem Budget einem Lotterielos: Vom Jackpot bis zu einer Niete kann alles dabei sein. Unser Zimmer war ganz in Ordnung, bis auf die Bar gegenüber. Da gerade Wochenende war, dröhnte die Musik extrem laut aus den Boxen.
    Wie üblich standen wir vor der Wahl:​

    a) Mitsaufen in der lauten Bar, Tinnitus inklusive
    ​b) Wütend und wach im Bett liegen
    ​c) Mit Kopfhörern und Noise-Cancelling friedlich Hörbuch hören und schlafen​
    d) Gamen oder Lesen, bis die Sonne aufgeht​

    Wir entschieden uns in allen drei Nächten für Option c, was wunderbar funktioniert hat.​

    Tagsüber erkundeten wir die Stadt, die wir als sehr authentisch erlebt haben. Wir besuchten verschiedene Tempelanlagen, wobei häufig noch gebaut oder schon restauriert wurde. Dabei ist besonders Philipp immer wieder von der Art und Weise fasziniert, wie in Thailand gebaut wird. Unser Highlight war jedoch der Nachtmarkt mit seinem breiten Angebot an Kleidern, Kosmetika, Haustieren und Lebensmitteln. Ein Grossteil der Gerichte wird schon vorgekocht verkauft und von den Thais in Plastikbeuteln Take-away mitgenommen und erst zu Hause gegessen. Für zwei Touris ohne Teller im Gepäck folglich nicht ganz so interessant. 😉
    Leider haben wir es versäumt, Fotos zu machen, in Erinnerung wird er uns (hoffentlich) bleiben.

    Wir haben in Phisanulok in zwei Jay-Restaurants gegessen.
    Jay ist der thailändische Begriff für eine strikt vegane Ernährung, die dem buddhistischen Reinheitsgebot folgt. Dabei wird nicht nur auf alle tierischen Produkte verzichtet, sondern traditionell auch auf scharfe Gewürze wie Knoblauch und Zwiebeln.
    In diesen winzigen Restaurants kann man sich einen Teller zusammenstellen lassen und für einen Franken sehr lecker essen.
    ​Wenn wir im ganzen Lärm etwas Ruhe brauchten, machten wir einen Spaziergang am Fluss entlang, zusammen mit vielen anderen Einheimischen, die oft am Joggen waren. Wir nahmen es deutlich gemütlicher und sahen uns jeden Abend den wunderschönen Sonnenuntergang an. 🌅
    Czytaj więcej

  • Ayutthaya

    24 listopada 2025, Tajlandia ⋅ ☁️ 31 °C

    Für die Anreise nach Ayutthaya nahmen wir uns zwei Tage Zeit.
    Erst fuhren wir mit dem Zug zurück nach Kanchanaburi.
    Chantal sass am offenen Fenster, genoss die frische Luft und wurde dabei von Sand, Staub und feinem Eisenabrieb eingepudert. Nach zwei Stunden sah sie aus wie Schmutzli und roch wie frisch aus der Eisenmine. 😆
    Nach ganz viel Seife für Chantal, gutem Essen, und einer erholsamen Nacht liefen wir zur Bushaltestelle.
    Der Bus um 8 Uhr 30 fiel aus, aber zwei Stunden später fuhr der nächste und wir kamen problemlos weiter.
    In Ayutthaya bezogen wir unser Spar High Five Zimmer.
    Die fünf Fenster hatten kein Glas, nur Mückennetze und Fensterläden, was wir angenehm fanden, weil es nicht so heiss wurde.
    Die Decke war allerdings sehr dünn, eher eine Tischdecke als eine richtige Bettdecke.
    In der Nacht wurde es so kühl, dass wir unsere schönste Embriostellung einnahmen. 🥶
    Auf Nachfrage bekamen wir eine zweite Decke und ab dann waren die Nächte deutlich erholsamer.
    Wir waren zum zweiten Mal in Ayutthaya und wussten schon, was uns erwartet.
    Die Stadt war im 14. Jahrhundert die Hauptstadt des siamesischen Reichs und damals eine der grössten Metropolen der Welt. Heute stehen nur noch die Ruinen, aber sie wirken immer noch gewaltig, vor allem die vielen Prang Türmchen und riesigen Buddhafiguren, die oft schief, gebrochen oder halb im Boden verschwunden sind, weil die Stadt im 18. Jahrhundert vom birmanischen Heer zerlegt wurde.
    Dieses Mal besuchten wir die grossen Anlagen nicht erneut. Wir liefen um sie herum, hielten hier und dort an, schauten uns kleinere Tempel und versteckte Plätze an und liessen uns treiben. Immer mit einem offenen Auge für die Bindenwarane.
    Diese Echsen sehen aus wie Mini Komododrachen, können über zwei Meter lang werden und leben am liebsten in der Nähe von Wasser. In Ayutthaya hat man gute Chancen, einen zu sehen, wie er gemütlich durchs Gebüsch stapft oder am Ufer liegt.
    Gegessen haben wir aus nostalgischen Gründen an dem Ort, an dem wir schon vor sieben Jahren gegessen hatten.
    Das fühlte sich an wie ein kleines Zeitfenster in die alte Reise. Später zogen wir über den Nachtmarkt, probierten ein paar Snacks und tranken ein eher mittelmässiges Bier in kleinen Campingstühlen.
    Czytaj więcej

  • Erawan Nationalpark

    21 listopada 2025, Tajlandia ⋅ ⛅ 26 °C

    Mit der lauten Bahn fuhren wir weiter nach Wang Pho, diesmal wirklich auf dem offiziellen Thailand-Burma Railway, auf Deutsch oft Todesbahn genannt.
    Die Strecke ist etwa 130 km lang und verläuft von Kanchanaburi nach Nam Tok.
    Sie schlängelt sich durch Dschungel, Sandstein- und Kalksteinfelsen und überquert rund 600 Brücken, manche aus Holz, manche aus Beton, mitten im Urwald. 🌳🌴🚂
    Die Spurbreite beträgt 1 Meter, was die Fahrt besonders ruckelig macht.
    Viele Brücken und Tunnel sind direkt in die Felsen gehauen, und einige Abschnitte liegen hoch über Flüssen und Tälern, was die Aussicht spektakulär macht. 😍
    Das Dorf Wang Pho wirkte ein wenig verschlafen. Chantal hatte wohl eine Vorahnung und darum gleich bei der Buchung der Unterkunft ein Motorrad mitorganisiert. Zum Glück 😀
    Geliefert wurde uns eine Halbautomatik, die schon unzählige Kilometer auf dem Buckel hatte. Genau wissen wir es nicht, der Tacho war ausser Betrieb. 😉
    Weil Philipp bisher nur vollautomatisch oder ganz normal geschaltet gefahren ist, hat uns YouTube ein wenig auf die Sprünge geholfen.😅

    Mit dem Gefährt fuhren wir zum Hellfire Pass, einem bekannten Abschnitt der Thailand Burma Railway. Die Strecke wurde hier direkt durch harte Felsen gesprengt. Nachts leuchteten Fackeln die Schlucht wie die Hölle aus, daher der Name. 🔥
    Insgesamt starben beim Bau der Bahn über 100 000 Menschen, der Hellfire Pass gilt als besonders schwieriger Abschnitt.

    Heute ist es ein Gedenk- und Wanderweg, auf dem man die engen Felswände und die alten Bahngleise sehen kann. Wir nahmen uns Zeit für die Wanderung und spürten die ruhige Umgebung und die friedliche Atmosphäre.

    Am nächsten Tag fuhren wir zum Erawan National Park, bekannt für seine kristallklaren Wasserfälle und den dichten Urwald. Wir wanderten einige Kilometer durch tropische Vegetation, es war warm, der Weg zu den Wasserfällen lang, aber wunderschön.
    Die Wasserfälle bestehen aus kalkhaltigem Gestein, das über Jahrtausende Terrassen und kleine Becken geformt hat, in denen das Wasser glitzert.
    Es waren viele andere Menschen unterwegs, es war also nicht ganz so ruhig, aber trotzdem beeindruckend. Nach einer Stunde Rollerfahren zurück nach Wang Pho spürten wir dann deutlich, wie pickelhart der Sattel ist. 🙈
    Czytaj więcej

  • Kanchanaburi

    16 listopada 2025, Tajlandia ⋅ 🌙 26 °C

    Ein lautes Pfeifen, gefolgt von einem Klick und einem Ruck, die Diesellokomotive setzte sich langsam in Bewegung Richtung Kanchanaburi.
    Die Schienen schlängelten sich an kleinen Hütten vorbei, die direkt an den Gleisen stehen, bis wir schliesslich Bangkok hinter uns liessen.

    Nach und nach machten die Hütten Platz für Bananen- und Reisfelder und der Zug nahm langsam Fahrt auf. Die alten Holzwagen knatterten überall, dafür wehte uns der Fahrtwind durch die geöffneten Fenster direkt ins Gesicht, ab und zu flogen ein paar Blätter herein und knallten uns ins Gesicht.

    Wir wohnten bei einer netten Dame, die uns mit Tipps, Kaffee und einem Roller versorgte. Am Abend verwandelte sich ein grosser Parkplatz in einen Nachtmarkt, wir liebten ihn sofort: nur Essen, kein Schnickschnack, alles auf Thai angeschrieben. So war es jedes Mal spannend herauszufinden, was wir bekamen. 😂

    Zwischen den Regenschauern besuchten wir mit dem Roller verschiedene Tempelanlagen. Der Aufstieg zur Heavenly Dragon Cave war durch den Regen und die warmen Temperaturen sehr schweisstreibend, aber belohnt wurden wir mit einer fantastischen Aussicht.

    In Kanchanaburi beginnt die bewegende Geschichte des Bahnbaus während des Zweiten Weltkriegs von Thailand ins damalige Burma.
    Ein Projekt, das unter japanischer Besatzung entstand und tausenden Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern das Leben kostete.
    Um mehr darüber zu erfahren, besuchten wir das Death Railway Museum, das uns betroffen zurückliess.
    Zuletzt besuchten wir die berühmte River Kwai Bridge, die uns durch ihre Geschichte und ihre massive Stahlkonstruktion beeindruckt hat.
    Czytaj więcej

  • Bangkok ❤️

    13 listopada 2025, Tajlandia ⋅ ☁️ 30 °C

    Wieder in Bangkok zu sein fühlte sich an wie Heimkommen. Nicht wie Heimkommen in die Schweiz, sondern wie Heimkommen ins Backpackerleben, ins Schlemmen an Garküchen, zu kaltem Flaschenbier im Grossformat, zu Musik rund um die Uhr, zu T-Shirts, klebriger Sonnencreme-Haut, Jetlag und den vertrauten Gerüchen von Frangipani, Fleischspiessen, heissem Asphalt und Kanalisation.
    Wir genossen die Zeit sehr, auch wenn uns die Zeitverschiebung und eine Erkältung zwischendurch etwas aus der Bahn geworfen haben.

    Die eher regnerischen Tage nutzten wir für einen Ausflug nach Chinatown, das wir gemütlich mit einem Boot erreichten. Dort schlenderten wir durch kleine Gassen und liessen uns eine Weile durch einen wimmelnden Essensmarkt treiben, bis es uns irgendwann schlicht zu voll wurde.

    Dafür genossen wir danach umso mehr die ruhigeren Momente: Tempelbesuche, Sonnenuntergang schauen, unsere neue Jassvariante für zwei, die uns ein bisschen süchtig gemacht hat, und natürlich die Fruchtshakes, von denen wir kaum genug bekommen konnten.
    Czytaj więcej

  • Viele Wege führen nach Bangkok

    10 listopada 2025, Szwajcaria ⋅ ☁️ 7 °C

    Für Philipp begann der Tag schon um 03:30 Uhr. 🌛
    „Ich kann nicht mehr schlafen, jetzt bin ich schon umgestellt, juuuhuuu, schlaf du noch ein bisschen.“
    So schlich er sich hüpfend aus dem Zimmer und freute sich alleine weiter, während Chantal weiterschlief.

    Am Vormittag erhielten wir eine E-Mail, dass unser erster Flug eine Stunde Verspätung hat und wir somit unseren Anschlussflug verpassen würden.
    Also kontaktierten wir Air India und suchten nach einer Lösung. Das akzentreiche Telefonat liess uns etwas ratlos zurück, und so freuten wir uns über die nächste E-Mail.
    Unser Anschlussflug wurde umgebucht, alles tipitopi. 👍
    Doch dann flatterte schon E-Mail Nummer drei ins Postfach.
    Wir wurden erneut umgebucht, denn unser erster Flug wurde komplett gestrichen.
    Zum Glück sprang unsere Buchungsplattform Booking ein und buchte uns kurzerhand auf Emirates um, über Dubai nach Bangkok.

    Dank unseres Sparbillets waren wir viel zu früh am Flughafen Zürich, hatten dafür aber genügend Zeit für ein grosses Bier mit Blick auf die startenden Flugzeuge, was wir sehr genossen haben. 🛫
    Schade zwar um das verpasste indische Essen, aber die Flüge in den Boeing 777 300ER waren sehr angenehm, worüber sich Philipp besonders freute.
    Leider konnten wir während des zweiten Flugs nicht nebeneinandersitzen, doch Chantal bekam ein unwiderstehliches Angebot.
    Eine Dame aus Südafrika bot ihr den Fensterplatz an und nahm für die folgenden sechs Stunden freiwillig den Mittelsitz. 🤯
    So hatte Chantal eine grandiose Sicht auf die pompöse Skyline, endlose Wüsten und ein unerwartetes Gebirge.

    Um 18:00 Uhr Ortszeit landeten wir glücklich in Bangkok und waren froh, uns endlich die Beine vertreten zu können. Wir sind nun nur noch mit Handgepäck unterwegs (der GR10 hat uns einiges gelehrt 😉) und konnten so nach der Immigration blitzschnell aus dem Flughafen rauschen, wo uns Bangkok mit einem feuchtheissen Ganzkörperkuss begrüsste.

    Unser Grab-Fahrer hatte einen sportlichen Fahrstil, aber dadurch kamen wir schneller an als gedacht: Zehn Minuten mehr Bangkok-Zeit für uns. 😉
    Nach dem Einchecken in unserem Lieblingshotel in der Altstadt schlüpften wir in die Flipflops und machten uns müde aber glücklich auf ins Nachtleben von Bangkok.
    Czytaj więcej

  • Adieu Frankreich!

    8 listopada 2025, Szwajcaria ⋅ ⛅ 8 °C

    Nach 98 Nächten im Zelt erreichte auch uns der Herbst. Nicht die goldene Version mit wärmenden Sonnenstrahlen, raschelndem Laub und freundlichen Herbstfarben, sondern der böse Zwilling mit Regen und dichtem Nebel, der uns bis ins Zelt gekrochen ist.
    So rauschten wir im Flixbus zurück nach Bern, wo wir eine wunderbare Zeit mit unseren Liebsten verbrachten. ❤️
    Wie es schon George R. R. Martin 1996 in A Game of Thrones geschrieben hat: „Winter is coming.“
    Am Montag gehts weiter!
    Czytaj więcej

  • Trampen, Bekanntschaften, Krankenhaus

    17 września 2025, Francja ⋅ ☁️ 20 °C

    Am 1. September entschieden wir uns, mit dem Bus durch die Tarn-Schlucht zu fahren. Ein Blick auf den Busfahrplan verriet uns jedoch, dass die Busse nur im Juli und August fahren. Plan B musste her, und so stellten wir uns mit unserem schönsten Lächeln und gerecktem Daumen an den Strassenrand. 👍😊
    Einige schenkten uns ein entschuldigendes Lächeln oder zeigten betroffen auf ihre bereits besetzten Rücksitze. Wir wanderten die Strasse entlang, und Chantal versicherte dem bereits etwas niedergeschlagenen Philipp, dass das Karma schon noch zuschlagen werde. Wenn wir jeden Tramper mitnehmen, sollte uns das Universum doch auch jemanden schicken?
    Das tat es auch, in Form eines Citroën Saxo. 🚗
    Mutter und Sohn aus Frankreich hielten für uns an, die Mama quetschte sich (trotz Protest unsererseits) sogar auf den Rücksitz. Während etwa 30 Minuten fuhren wir gemeinsam durch die wunderschöne Schlucht und tauschten uns in einem Mix aus Französisch und Englisch aus.
    Bei einem sehr süssen Dorf (Saint-Chély-du-Tarn) endete ihre Reise, wir revanchierten uns mit einem Kaffee und folgten nach einem Dorfrundgang weiter der Strasse.
    Während die Sonne auf uns knallte, hoben wir erneut die Daumen, versuchten einen sympathischen Eindruck zu machen und uns von den vorbeibrausenden Autos nicht zu sehr abgelehnt zu fühlen. 😉
    Da schickte uns das Universum einen Fiat Panda, der uns sehr bekannt vorkam. Und siehe da: Vater und Sohn aus Deutschland, die wir bereits vom Campingplatz kannten, hielten für uns an. „Na, können wir euch mitnehmen?“
    So fuhren wir mit dem sympathischen Duo bis nach Mende und legten so an einem Tag 60 Kilometer nordwärts zurück.

    In Mende landeten wir auf einem Campingplatz neben zwei sehr herzlichen Damen aus Biglen, welche mit einem Campervan durch Frankreich unterwegs sind. Wir freundeten uns schnell an und führten sehr interessante Gespräche.
    Sie haben uns zum Abendessen eingeladen und uns morgens mit heissem Kaffee versorgt. ☕️
    Das hat uns gutgetan, denn die Nächte waren nach einem Kälteeinbruch nur noch bis zu 4 °C warm.⛄️
    In Mende sahen wir uns die Stadt und das Museum an, und nachdem wir Nummern ausgetauscht hatten, verabschiedeten wir uns nach drei Tagen von unseren neuen Freundinnen. ❤️
    Wir nahmen uns ihre Frankreich-Empfehlungen zu Herzen und besuchten anschliessend Le Puy-en-Velay.
    Die Stadt ist geprägt von engen Gassen, bunten Häusern und markanten Basaltfelsen mit Kirchen und Statuen. Als Pilgerstadt ist sie ein wichtiger Ausgangspunkt des französischen Jakobswegs, was uns auch anhand der vielen wandernden Pilger auf dem Zeltplatz aufgefallen ist. 🐚
    Unsere Aufmerksamkeit wurde ausserdem von Philipps linkem Oberschenkel in Beschlag genommen. Was drei Wochen zuvor mit einem kleinen roten Fleck begonnen hatte, hatte sich mittlerweile zu einem handtellergrossen roten Fleck mit einem weissen Kreis ausgeweitet. Eine Zecke haben wir dort nie gesehen, doch würden die Symptome zu Borreliose passen. Damit ist nicht zu spassen, und so suchten wir eine Gemeinschaftspraxis in der Stadt auf.
    Leider war bereits alles ausgebucht, und sie verwiesen uns auf den Notfall des Krankenhauses. 🏥
    Wegen eines roten Flecks auf den Notfall zu gehen, erschien uns etwas übertrieben – aber was sollten wir sonst tun?
    Nach der Registration und Begutachtung durch drei verschiedene Damen (Funktion unbekannt, da unangeschrieben und nicht vorgestellt) verliessen wir nach einigen Stunden das Krankenhaus mit einem Antibiotikarezept für zwei Wochen und der Diagnose „Verdacht auf Borreliose“. 💊📄
    Spoiler: Nach mittlerweile zehn Tagen ist die Wanderröte verblasst, und Philipp geht’s blendend.

    Die folgenden Tage verbrachten wir in Clermont-Ferrand und Lyon. Besonders Lyon hat uns mit seinen imposanten Bauten und den verschiedenen Quartieren sehr gut gefallen. Chantal hatte ein Rendezvous im Haarsalon – und anscheinend hat es mit dem Google-Übersetzer kein Problem gegeben. 😉
    Czytaj więcej

  • Frankreich – Dies, Das, Ananas

    30 sierpnia 2025, Francja ⋅ ☀️ 24 °C

    Während wir am See rumgeflätzt haben, wüteten in Ostfrankreich heftige Waldbrände. Da die Wanderwege gesperrt waren, stiegen wir kurzerhand in den Zug und fuhren direkt nach Carcassonne.
    Nachdem wir uns wochenlang nur im Schritttempo bewegt hatten, fühlte sich die Zugfahrt irre schnell und ein bisschen verboten an. 😅
    Nach ein paar ausgiebigen Sightseeingtagen ging es für uns wieder auf den Hexatrek. Die Tage vergingen, bis wir merkten: Mittlerweile ist nicht mehr der Weg das Ziel, sondern das Ziel das Ziel. Unsere Gedanken am Morgen: „ojeh“. Unsere Gedanken am Ziel: „endlich da“.
    Die Lust am Wandern ist ein wenig verpufft, die Euphorie am Schwinden. Liegt es an der unspektakulären Landschaft oder daran, dass der GR10 abgeschlossen ist? Keine Ahnung.

    Also planen wir um: Wir lassen den Gedanken los, alles zu Fuss machen zu müssen, und gönnen uns nun Busse, Züge, Mitfahrgelegenheiten (👫👍), Campingplätze und grosse Supermärkte. Nieder mit den Instantnudeln – ein Hoch auf den Salat!
    Jetzt freuen wir uns auf kleine Städte, Museen und ein bisschen Kultur.
    So machten wir einen Abstecher in die Kleinstadt Millau, wo wir lieben Besuch von Philipps Eltern hatten. Sie legten auf dem Weg ans Meer einen Stopp bei uns ein. Zusammen erkundeten wir die Stadt, assen köstliches Raclette und spielten Jass. 🥳

    Schön, dass ihr da gewesen seid! ❤️
    Czytaj więcej

  • Frankreich – Schritt um Schritt

    6 sierpnia 2025, Francja ⋅ ☁️ 31 °C

    Am Ziel angekommen, entschieden wir uns, einfach weiterzuwandern.
    So liefen wir unter der brennenden Sonne an der Küste entlang, wobei ein kurzes Bad im Meer zwischendurch für etwas Abkühlung sorgte. 🔥
    Am Nachmittag klapperten wir die unzähligen Campingplätze ab und ernteten überall nur Kopfschütteln: alles ausgebucht.
    Am Abend hatten wir dann doch Glück und ergatterten einen winzigen, sandigen Zeltplatz ohne Strom – für stolze 50 €. 💸Danach suchten wir einen Supermarkt auf und staunten über die Preise. Die ohnehin schon hohen Lebensmittelpreise in Frankreich scheinen am Mittelmeer nochmals in die Höhe zu schnellen.

    Während wir auf dem Campingplatz in der Kinderspielecke zu gefühlt fünf verschiedenen Animationsmusiken der umliegenden Plätze zu Abend gegessen haben, trafen wir eine einstimmige Entscheidung: Wir wollen weg vom Rummel und vom Mittelmeer.

    Nach einer kurzen Nacht neben saufenden und grölenden Nachbarn machten wir uns auf ins Landesinnere.
    Zu Fuss legten wir viele Kilometer auf eintönigen Asphaltstrassen zurück und besuchten Perpignan, wo sich Chantal neue Schuhe kaufte. 👡
    Nach vier Tagen Asphalt hatten wir endgültig die Nase voll und liessen uns am Lac de Vinça nieder.
    Eine Hitzewelle mit Temperaturen über 40 °C erwischte auch uns, doch am See liess sie sich auf den Liegestühlen des Campingplatzes erstaunlich gut aushalten.
    So verbrachten wir über eine Woche in der Horizontalen und liessen Beine und Seele baumeln. ☀️🏖
    Czytaj więcej

  • GR10 - der Endspurt

    4 sierpnia 2025, Francja ⋅ ☁️ 25 °C

    Nachdem wir einen Blick auf das Mittelmeer erhascht hatten, stieg unsere Euphorie ins Unermessliche. Die Motivation war hoch, die Gelenke jedoch am Rosten. Um nicht lädiert am Ziel anzukommen, machten wir in Arles-sur-Tech einen Tag Pause, um zu regenerieren.
    Wie ein innerer Zwang sog es uns dann zum Mittelmeer, und so knackten wir tags darauf zum ersten Mal die 40-Kilometer-Marke. Was am ersten Tag unvorstellbar gewesen wäre, meisterten wir dank dem täglichen Training und der Aussicht auf einen kuhfreien Schlafplatz in der Grenzstadt Le Perthus.
    Dort schliefen wir erst einmal aus und plauderten mit unserer Mitwanderin Sophie, die wir unterwegs kennengelernt hatten.
    So starteten wir unseren zweitletzten Tag auf dem GR10 sehr friedlich und gemächlich, bis Sophie auf dem Campingplatz in Banyuls anrief und uns erklärte, dass sie uns einen Platz für heute reservieren könnte.
    Denn tags darauf, an unserem geplanten Zieleinlauf in Banyuls, sei schon alles ausgebucht. 35 Kilometer an einem Tag wären machbar, doch so hatten wir uns den grossen Tag nicht vorgestellt.
    So trennten sich unsere Wege, und wir wanderten gemütlich alleine weiter.

    Unterwegs trafen wir auf den Welschschweizer Pascal, einen Psycholinguisten, der sich auf inklusive Sprache spezialisiert hatte. Mit ihm waren wir schon einige Tage unterwegs und hatten interessante Gespräche über Sprache, das Wandern und die Welt.
    Nach einem gemeinsamen Mittagessen trennten sich unsere Wege wieder, denn wir alle wollten den GR10 beenden, wie wir ihn begonnen hatten – allein, respektive zu zweit.

    Am Abend suchten wir uns einen windgeschützten Ort, kurz vor dem allerletzten Gipfel. Wind bis zu 70 km/h war angesagt, und so spannten wir das Zelt so gut wie möglich ab. Der Wind panierte uns und jeden Winkel des Zelts mit feinem Sand, doch am letzten Abend war das nebensächlich.
    Im stürmischen Wind kochten wir ein letztes Mal Polenta, und bei einem Resümee über die vergangenen Wochen trieb uns nicht nur der Wind Tränen in die Augen.
    Während Chantal ganz gut schlafen konnte, lag Philipp die halbe Nacht wach und liess die vergangene Zeit und die Erlebnisse Revue passieren.

    So war er auch schon aufgeregt vor dem Wecker wach, und wir packten unsere Sachen während der Dämmerung. Nach dem morgendlichen Abklatschritual wanderten wir los – das war der Start für die letzten 15 Kilometer.
    Nach einer Stunde erreichten wir den letzten Gipfel fast pünktlich zum Sonnenaufgang, schauten auf das Meer und stürzten in ein pures Gefühlschaos.
    Wir verweilten eine ganze Weile oben, genossen den Moment und atmeten tief durch.
    Beim finalen Abstieg überholte uns Pascal jubelnd, und dank der Serpentinen hatten wir immer wieder Gelegenheit, einander zuzujubeln. 🥳
    Am Dorfeingang machten wir einen Abstecher zum Campingplatz. Wir hatten ein riesiges Glück – es war doch noch ein Platz frei geworden!
    Hand in Hand spazierten wir zur Strandpromenade, mit vier lachenden und weinenden Augen.
    Wir steuerten auf den offiziellen Endpunkt des GR10 zu und klatschten an der schönen Wand ab. Nach einem kurzen Fotoshooting gingen wir zum Strand und legten auf den Steinen so gut es ging einen Sprint ins Meer hin.
    Das nächste Highlight liess nicht lange auf sich warten: ein Bier. Am Atlantik hatten wir während eines Biers einen Deal abgeschlossen – das nächste gibt es erst am Mittelmeer. Zum einen gesund, zum anderen ein kleiner Ansporn. 😉
    So trafen wir uns mit Pascal an der Strandpromenade und stiessen auf uns an. Komischerweise war das Bier gar nicht so lecker, wie wir es uns ausgemalt hatten. 😂
    So sassen wir zu dritt vor unserem Bier, mitten im Mittelmeerchaos – vor uns die sich bräunenden Urlauber, hinter uns der hupende Verkehrsstau und viel Lärm.
    Ganz schön verrückt, wie laut sich alles angehört hat.
    Ausserdem hatten wir alle drei grosse Lust, der ganzen Welt zuzuschreien, dass wir endlich an unserem Ziel angekommen sind! Das hätte dort wohl kaum jemanden interessiert, weshalb wir es einander ganz oft ungläubig erzählten und zur Feier des Tages eine kleine Kneippenwanderung machten.
    Diese endete mit einem Dosenbier am Strand, wo hinter uns langsam die Sonne unterging.
    Trotz Philipps grösstem Wunsch, dass dieser Tag nie enden sollte, neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu, und so verabschiedeten wir uns von Pascal.

    Nun müssen wir uns auch vom GR10 verabschieden – einer unglaublichen Reise und einer grossen Herausforderung.
    Wir sind superstolz und dankbar, dass wir 970 Kilometer und 53'000 Höhenmeter gesund in 40 Wandertagen beschreiten konnten.
    Wir haben unterwegs sehr inspirierende und lustige Menschen getroffen, haben ein neues Bild von den Pyrenäen gewonnen und viel über uns gelernt.
    Wir sind dankbar und glücklich über all die wundervollen Momente und Erinnerungen, die wir gemeinsam geschaffen haben.
    Czytaj więcej

  • GR10 - wandern, wandern, wandern

    30 lipca 2025, Francja ⋅ ☁️ 17 °C

    Immer weiter wanderten wir durch die Berge, den Wetterbericht stets im Blick. Wobei auf diesen kaum Verlass ist, sodass wir in starkem Regen und Wind unsere Regenponchos einweihen konnten.
    Neuigkeiten gibt's soweit nicht viele. Chantal läuft neu im Sunhoodie rum und den Couscous haben wir gegen Instantpolenta getauscht.

    Spannende Momente bereiten uns die verschiedenen Tiere, besonders die Alpkühe.
    An einem verregneten Tag wollte eine riesige Kuhherde mit Kälbern nicht von dem schmalen Wanderpfad weichen. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Herde zu umgehen. Gezwungenermassen mussten wir dazu durch den sehr steilen Waldhang und uns durchs Unterholz kämpfen. Chantal hat dabei das Gleichgewicht verloren und ist mit einem Rückwärtspurzelbaum den Hang runtergerollt.
    Der Rucksack diente dabei als Rückenprotektor, was ganz toll war.
    So schafften wir in 45 Minuten etwa 100 Meter. 🙉
    Als wir an einem anderen Tag unser Frühstück ausgepackt haben, hat uns zielstrebig eine Kuh besucht, sabbernd und schnaubend. Mit dem Frühstück in der Hand haben wir uns davongemacht, die Kuh im Schlepptau, die dann irgendwann aufgegeben hat.
    An einem anderen Tag hatten wir mehr Pech, da hat uns ein streunender Hund in einem unachtsamen Moment unseren Cake weggefuttert.
    Gut meinen es hingegen die Pyrenäenschutzhunde mit uns. Die sitzen (weiss getarnt) in den Schafherden und bellen bei Sichtkontakt.
    Dank der Warnschilder auf den Wanderwegen umrunden wir die Schafherden jeweils grosszügig.

    Die Wanderungen und die Natur gefallen uns immer wieder aufs Neue. Die Landschaft hat sich erneut gewandelt und so passieren wir immer wieder Geröllfelder und klettern über steile Felsstufen. Die Nächte sind oft sehr kalt und so sind wir froh, dass wir uns dazu entschieden haben, die Daunenjacken einzupacken.
    Die Tage sind lang und unglaublich anstrengend, doch merken wir, dass wir deutlich fitter geworden sind.
    Das ist gut so, denn mittlerweile sind die Einkaufsmöglichkeiten eher rar geworden und so schleppen wir ganz viel Essen mit uns rum.

    Vor zwei Tagen war es so weit: Wir konnten das Meer in der Ferne sehen! Obwohl wir schon lange darauf zulaufen, war es doch surreal, unser Ziel in der Ferne zu sehen.
    Mittelmeer, wir kommen!
    Czytaj więcej

  • GR10 – über Kälte, Schnee und Seen

    10 lipca 2025, Francja ⋅ ☀️ 20 °C

    Frisch, munter, motiviert und gut genährt wanderten wir mit schweren Rucksäcken los.
    Der Vormittag stand ganz im Zeichen des Wassers, und das laute Rauschen der Flüsse und Wasserfälle begleitete uns lange Zeit.

    Dann verschwand das Rauschen, und wir fanden uns zwischen grossen Felsblöcken wieder, über die wir steile Höhenmeter zurücklegten. Die Landschaft und die Seen waren malerisch, und früher als gedacht erreichten wir unser Ziel: das Refuge des Oulettes de Gaube.
    Dort tranken wir Kaffee und sahen den Wolken beim Wachsen zu. Sie schossen wie Türme in die Höhe, der Wind blies uns um die Ohren, und der Nebel nahm uns immer wieder die Sicht.
    Nach langem Hin und Her entschieden wir uns zu bleiben, obwohl der Wandertag noch lange nicht zu Ende gewesen wäre. Da man sein Zelt im Nationalpark erst ab 19:00 Uhr aufstellen darf, verbrachten wir den Nachmittag in der kalten Herberge, tranken Kaffee, spielten Schach und setzten ein Puzzle zusammen, bei dem 14 Teile fehlten.

    Als es endlich Abend wurde, irrten wir durch den Nebel bis zum Fuss des kleinen Gletschers, stellten unser Zelt auf und kuschelten uns so schnell wie möglich ins Bett.

    Am Morgen besuchten uns die Schafe, und nach ein wenig Überwindung standen wir bei knappen 3 Grad auf. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt – die morgendliche Stimmung war wunderschön, und wir machten uns zügig an den Aufstieg zum höchsten Punkt des GR10.
    Der Abstieg führte uns durch ein kleines, unspektakuläres Schneefeld, wohl der letzte Schnee, den wir auf dieser Reise aus der Nähe sehen würden.
    Am Ende des Tages klagte Philipp über Schmerzen in der Achillessehne. Nach einigen schmerzvollen Kilometern fanden wir einen Schlafplatz. Nach einer eiskalten Nacht wanderten (Chantal) und humpelten (Philipp) wir los.
    Schon nach wenigen Minuten war klar: So wird das nichts. Philipps Schmerzen waren zu gross.
    Zurück zum Schlafplatz? Zu kalt. Den ganzen Tag in Zeitlupe humpeln? Keine Option. Einen Bus suchen? Für Philipp ausgeschlossen.

    Das Ende der Geschichte: Wir legten diese Etappe auf der Hauptstrasse zurück, um wenigstens einen festen Untergrund unter dem humpelnden Bein zu haben.

    Am nächsten Morgen fühlte sich Philipp wieder top, und so machten wir uns auf zu einer wunderschönen Etappe im Naturreservat Neouvielle – durch duftende Wälder und glasklare Seen. Für Chantal eine der schönsten Etappen bisher.
    Im Naturreservat darf nur an einem Ort biwakiert werden, und so trafen wir auf einer Lichtung hinter einer Staumauer auf etliche andere Zelte, die mehr oder weniger vorschriftsgemäss ab 19:00 Uhr aufgebaut wurden.
    Auch hier kamen wir wie fast täglich mit anderen Wanderern ins Gespräch, was immer sehr interessant ist.

    Am nächsten Tag führte uns der Weg durch ein Skigebiet hinunter ins Tal. Unterwegs sahen wir viele Fahrradfahrer, die die über 2000 Höhenmeter ins Tal deutlich leichter hinter sich brachten als wir. 😅
    Da wir am Folgetag nicht in ein Gewitter geraten wollten, lag nur eine kleine Wanderung vor uns.
    Im beschaulichen Loudenvielle warteten wir das Unwetter ab. Als wir im Trockenen sassen und es wie aus Kübeln schüttete, Blitze vom Himmel schossen und der Donner über das Tal rollte, wussten wir: Wir haben alles richtig gemacht.
    Czytaj więcej

  • GR10 - Cauterets

    3 lipca 2025, Francja ⋅ ☁️ 20 °C

    Auf müden Beinen trafen wir nachmittags im touristischen Dorf Cauterets ein und machten erstmals eine Pause, bevor wir uns auf einen Campingplatz schleppten.
    Unsere nächste Wanderung soll uns auf den höchsten Punkt des GR10 bringen (Hourquette d'Ossoue), und ein Blick auf den Wetterbericht, welcher Gewitter und Regen ankündigte, besiegelte unsere Entscheidung: Wir machen Pause.
    Dafür eignet sich Cauterets wunderbar – ein grösseres Dorf mit guter Infrastruktur, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Sportgeschäften.
    Gemütlich sassen wir während dem Regen im Aufenthaltsbereich und gingen in den trockenen Stunden shoppen und Kaffee trinken.
    Philipp kaufte sich neue Schuhe, da sich sein Schuhprofil unterwegs komplett verabschiedet hat. Zudem kauften wir neue Zeltheringe, da die alten bereits ihre Köpfe verloren haben. 🫣
    Ausserdem genossen wir das Beinehochlegen und assen eine beeindruckende Menge an nicht-couscous-haltigen Lebensmitteln. 😉
    Leider hatten wir ziemlichen Ärger mit den Nacktschnecken, welche ihre Orgien auf unserem Zelt, Rucksäcken und Schuhen trieben.
    Zwei Nachtschnecken schafften es sogar durch einen winzig kleinen Spalt, wo die beiden Zipper des Reissverschlusses aufeinandertreffen.
    Chantal hatte das Vergnügen, direkt nach dem Augenaufschlagen am Morgen in die Stielaugen der 30 cm entfernten Nacktschnecke zu gucken.
    Mittlerweile lustig – morgens um sechs eher eklig.
    Wir hatten eine schöne Zeit, freuen uns jedoch riesig, morgen wieder ausgeruht und bei hoffentlich gutem Wetter loszulegen.
    Czytaj więcej

  • GR10 - auf in die Hochpyrenäen

    1 lipca 2025, Francja ⋅ ⛅ 21 °C

    Der Wecker klingelte wie gewohnt um halb sechs, damit wir um Punkt sechs loskonnten und die kühlen Morgenstunden voll ausnutzen konnten.
    Schon nach ein paar Kilometern erreichten wir den Nationalpark Pyrenäen und spazierten durch den Chemin de la Mâture – ein spektakulärer Weg, der 1772 direkt in den Fels gehauen wurde.
    Über diese enge Passage wurden einst Holzstämme transportiert, bestimmt für die Schiffsmasten der französischen Marine.
    Nach einigen Stunden durch dichte Wälder und eindrucksvolle Felsformationen erreichten wir einen Pass mit sagenhafter Aussicht. Ein See, Berge und ein dampfender Topf voller Instantnudeln – was will man mehr?
    Mit vollem Bauch machten wir uns an den Abstieg, und Philipp sprang direkt in den See. Bald darauf tauchten die ersten Tagestouristen auf, die in Massen den Berg hinaufkrochen.
    Wir versuchten, den Abstieg möglichst knieschonend zu gestalten, und freuten uns, als wir unten im Tal wieder auf Bene und Jonas trafen.
    Sie gönnten sich ein Bier, wir eine Magnum, welche nach einem Wandertag besonders gut schmeckt.
    Frohen Mutes liefen wir weiter dem GR10 entlang, auf der Suche nach einem Zeltplatz.
    Etwa eine Stunde (und ein aufgeschrecktes Reh) später fanden wir ein kleines Plätzchen im Wald.
    Wir stellten das Zelt auf – und fanden darin eine Nacktschnecke, die wir wohl beim morgendlichen Zusammenpacken übersehen hatten. Nicht schön.
    Die Mücken stachen wie verrückt, und auch die ersten Zecken hatten bereits angebissen.
    Ansonsten war es im Wald aber herrlich idyllisch – und das Instantschokomousse (angerührt mit gefiltertem Bachwasser) köstlich.

    Am nächsten Morgen warteten wieder viele Höhenmeter auf uns.
    Wir waren froh, dass wir am Vortag schon eine Extra-Stunde drangehängt hatten.
    Vorbei an Kühen, Schafen und Pferden wanderten wir einen steilen, felsigen Pfad hinauf zum Hourquette d’Arrê – 2.465 Meter über dem Meer.
    Wie so oft auf dem GR10 ging es danach direkt wieder runter. Aber mit diesem Blick auf die Berge verflogen die Kilometer fast von allein. Im Tal stillten wir unseren Hunger mit Sandwiches und Eis (unser Zuckerkonsum ist enorm😬) und machten uns erneut auf die Suche nach einem Biwakplatz.
    Nach einem langen Tag und weiteren 500 Höhenmetern ging Chantal die Energie aus.
    Eine Stunde lang biss sie die Zähne zusammen, sang Lieder im Kopf – und dann, endlich um acht, fanden wir eine Wiese am Bach direkt am Wegesrand.
    Wir kochten Couscous, wuschen uns im Bach, rissen die Zecken aus (🙁) und legten uns müde ins Zelt.
    Doch kaum lagen wir, hörten wir es läuten – Glocken, viele Glocken. Ein Blick nach draussen bestätigte unsere Sorge: Eine Herde von 30 bis 35 Kühen mit beeindruckenden Hörnern stand auf einmal auf unserer Wiese.
    Die meisten ignorierten uns, ein paar beäugten uns neugierig. Wir legten uns hin, hatten ein sehr mulmiges Gefühl, beratschlagten uns und standen wieder auf, um uns nochmal umzusehen.
    Als eine Kuh zielstrebig auf uns zugeschlendert kam, war klar: Das war unser Zeichen zu gehen.
    Wir packten in Windeseile zusammen und bahnten uns vorsichtig einen Weg durch die Herde.
    Im letzten Licht des Tages, nach weiteren 120 Höhenmetern, fanden wir schließlich eine kleine, ebene Fläche. Diesmal ohne Kühe.
    Am Tag danach schliefen wir eine Stunde länger und starteten entspannt in eine angenehm kurze Etappe – dank unserer Aktion vom Vorabend.
    Die letzten Kilometer rannten wir fast im Stechschritt, um dem herannahenden Gewitter zuvorzukommen.
    Auf dem Campingplatz angekommen, genossen wir eine lauwarme Dusche, Eis, Crêpes – und einen kuhfreien Schlafplatz.

    Am nächsten Morgen ging es früh und flott los, sodass wir schon in aller Frühe auf dem nächsten Gipfel standen.
    Unterwegs begegneten wir einer Eselfamilie, neugierigen Kühen und flinken Hirten.
    Unsere vorerst letzte Etappe endete in Courette – und nach diesen erreignisreichen Tagen und mittlerweile zurückgelegten 344 Kilometer, 18'850 ⬆️und 18'236 ⬇️auf dem GR10, gönnen wir uns hier eine Pause.
    Czytaj więcej

  • GR10 - weiter geht's

    28 czerwca 2025, Francja ⋅ ☀️ 25 °C

    Um sieben Uhr morgens trafen wir uns mit Benedikt (auch Bene genannt) vor seiner Herberge. Gemeinsam starteten wir in die neue Etappe. Bene legte mit seinen langen, trainierten Beinen und seinem leichten Rucksack die vielen Höhenmeter zügig zurück und brachte uns ordentlich ins Schwitzen.

    Wir überquerten das Tal auf einer langen Hängebrücke mit grandiosem Blick auf einen reissenden Fluss. Mit jedem Kilometer änderte sich die Landschaft ein kleines bisschen, und langsam konnten wir die Hochpyrenäen erahnen.
    Leider führten uns die Wege immerwieder durch das mittlerweile verhasste schulterhohe Farn, inklusive den dazugehörenden Bremsen, die uns pausenlos pieksten.

    Die Landschaft war trotzdem grandios und die Zeit verflog wie im Nu.
    Bene ist ein sehr angenehmer Wanderpartner, mit dem wir interessante Gespräche führten oder auch einvernehmlich schweigen konnten.

    Dank dem flotten Tempo erreichten wir am frühen Nachmittag unser Ziel: ein kleines Bistro an einem See, bei dem man auch biwakieren darf. Dort trafen wir schon Keiran und Kate, und nach einem Baguette schlugen wir unsere Zelte auf einer kleinen Rasenfläche auf.

    Bene wanderte noch ein wenig weiter zu seiner Herberge, Philipp badete im See, Chantal wurde es auf kniehöhe bereits zu kalt und Kate konnte nicht mehr ins Wasser, nachdem sie eine Schlange im See gesehen hat. Seeschlangen (Sea Snakes) sind in Australien hochgiftig. Eines der vielen Dinge, die wir an diesem Abend über Australien gelernt haben.

    Am späten Nachmittag trudelten noch viele andere Wanderer mit hochroten Köpfen ein und aus zwei Zelten auf der kleinen Wiese wurden schliesslich neun. So herrschte schon fast Openair-Atmosphäre, nur dass alle um neun Uhr schlafen gingen. 😉

    Uns stand ein langer Wandertag bevor, also zogen wir, nun wieder zu zweit, schon um sechs Uhr los. Wir legten viele Höhenmeter zurück, inklusive einer steilen Kletterpassage. Der schmale Weg führte über Felsen und Geröllfelder. Statt Farn wuchsen jetzt vereinzelt Nadelbäume und die hohen Berge kommen nun deutlich näher.
    Am Himmel zeigte sich eine Regenbogenwolke, deren Schönheit wir auf der Kamera nicht ganz einfangen konnten.

    Der bisher längste Wandertag unserer Karriere, endete vor einem Supermarkt, wo wir auch wieder auf Keiran und Kate trafen. Gemeinsam schleppten wir uns zu einem nahen Campingplatz und liessen den Tag mit Baguette und Oliven ausklingen.

    Der nächste Tag starteten wir ganz gemächlich, schliesslich mussten wir nur die halbe Strecke des Vortags zurücklegen und so freuten wir uns auf einen gemütlichen Tag.
    Das war definitiv eine doofe Einstellung, die Wanderung zog sich, war anstrengend und sauheiss. Wir waren froh, als wir endlich am Ziel ankamen: Eine Wiese an einem Fluss bei einem kleinen Dorf.

    Dort trafen wir wieder auf Bene- diesmal mit Jonas, seinem Kumpel, der ihn eine Woche lang begleitet.
    Die GR10-Welt ist wirklich sehr klein.
    Nach dem Wellnessprogramm (Mensch und Kleidung wurden gründlich im Fluss durchgespült) machten wir Inventur. Unsere Vorräte: Couscous, Tütensuppe, Instantnudeln, Müsliriegel und Erdnussbutter. Zwar kein kulinarisches Highlight, aber Hauptsache sättigend und leicht.
    Czytaj więcej

  • GR10 – Der Pausentag

    25 czerwca 2025, Francja ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach den anstrengenden Tagen der ersten Woche gönnten wir uns eine wohlverdiente Pause auf einem idyllischen Campingplatz.
    Wir assen eine viel zu kleine Pizza, genossen die heisse Dusche und lernten eine Bernerin kennen, die mit dem Fahrrad durch Frankreich unterwegs war.
    Die regnerischen Stunden verbrachten wir im gemütlichen Aufenthaltsraum, wo wir uns in die Sofas kuschelten.
    Am sonnigen Vormittag spazierten wir zu einer kleinen Herberge, wo wir zufällig Benedikt beim Kreuzworträtseln antrafen.
    Den deutschen Alleinwanderer hatten wir einige Tage zuvor auf dem GR10 kennengelernt, und nach dem traurigsten Baguette-Sandwich der Welt verabredeten wir uns für den nächsten Tag, um gemeinsam weiterzuwandern.
    Zurück auf dem Campingplatz deckten wir uns noch mit Vorräten für die kommenden Etappen ein.
    Leider war die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten in den letzten Tagen begrenzt und der Einkauf entsprechend teuer.
    Zum Trost assen wir 500 g Minihörnchen mit Pesto und lernten beim Abwasch das australische Pärchen Keiran und Kate kennen. Die beiden wandern den Hexatrail, der sich oft mit dem GR10 kreuzt.
    Während wir plauderten, packten sie ihren französischen Käse aus und befragten uns mit sehr ernster Miene zur Käserinde.
    Wieviel muss man da abschneiden? So viel? Oder mehr? Ist die giftig?
    Und was ist das eigentlich für eine Flüssigkeit, die da rausläuft, wenn der Käse warm wird?
    Während Philipp die Fragen gewissenhaft beantwortete, wäre Chantal vor unterdrücktem Grinsen beinahe das Gesicht geplatzt.
    Sie erklärten uns dann, dass Käse in Australien meist ohne Rinde oder mit Wachs ummantelt verkauft wird.
    Und so lernten wir auf einem französischen Campingplatz plötzlich auch noch etwas über die kulinarischen Eigenheiten Australiens.
    Czytaj więcej

  • GR10 - die erste Woche

    25 czerwca 2025, Francja ⋅ ☀️ 23 °C

    Am 18. Juni starteten wir aufgeregt in unser neues Abenteuer. Dabei durfte natürlich auch ein Foto vor der offiziellen Tafel des Weitwanderwegs in Hendaye nicht fehlen, wo wir nach einem kräftigen High-Five unsere ersten Schritte auf dem GR10 zurücklegten.

    Nachdem wir die ersten grünen Hügel überquert hatten, bot sich uns bereits eine grandiose Aussicht auf den Atlantik und das Baskenland.
    Bald trafen wir auch auf Pferde, wilde Ponys und dicke Kühe, die uns gelangweilt beim Schwitzen zuschauten.
    Die folgenden Tage waren unglaublich heiss und schweisstreibend. Während wir über Schotterstrassen, Trampelpfade und Geröll wanderten, knallte die Sonne auf uns nieder, sodass wir bei jeder Möglichkeit den Regenschirm als Schattenspender am Rucksack befestigten.
    So schenkten uns unsere Mitwandernden ein besonders breites Lächeln und den ein oder anderen Kommentar über unsere Schirme. 😉
    In den folgenden Tagen trafen wir immer wieder dieselben Leute, mit denen wir uns austauschen konnten.
    Darunter zwei Einzelwandernde, die jeweils bereits am dritten Tag ans Aufhören dachten, da sie die Anforderungen unterschätzt hatten.
    Auch für uns gestalteten sich die Strecken als herausfordernd, was bestimmt auch an dem Mix aus der knallenden Sonne, dem schweren Rucksack, zugewachsenen Pfaden, schmerzhaften Bremsen, Brennesseln und den vielen Höhenmetern liegt.
    Trotz der Unannehmlichkeiten geniessen wir die Zeit in der Natur sehr.

    Während die Abendsonne in unser dünnes Zelt scheint, schlafen wir bereits um 21:00 Uhr wie Babys.
    Wir erfreuen uns an den vielen Tieren, der grandiosen Aussicht und dem Blick auf das Wolkenmeer.
    Vor jedem Supermarkt machen wir einen Halt und schlagen uns die Bäuche voll.
    Wir haben auch gelernt, dass es sich durchaus lohnt, bereits um sieben Uhr loszuwandern, eine längere Mittagspause einzulegen und früh genug nach einem geeigneten Schlafplatz zu suchen.

    Wir sind immer noch topmotiviert, und auch physisch geht es uns ganz gut. Der gefürchtete Muskelkater ist ausgeblieben, nur der Rucksack macht sich zwischen Chantals Schulterblättern bemerkbar, und am Abend sind wir doch ganz schön müde. 😅

    Nach sieben Wandertagen legen wir einen Pausentag auf einem gemütlichen Campingplatz ein, erholen uns und sitzen das angekündigte Gewitter aus.
    Die ersten 176 Kilometer, 8730 ⬆ und 8240 ⬇ sind geschafft. Wir freuen uns auf das Kommende und sind gespannt, wie es uns ergehen wird.
    Czytaj więcej

  • Ein neuer Anfang

    17 czerwca 2025, Francja ⋅ ☀️ 24 °C

    Wir packten wieder einmal unsere Rucksäcke, diesmal ein bisschen anders. Mit Schlafsack, Zelt und Kochtopf ging es mit dem Flixbus über Lyon und Toulouse nach Hendaye. Nach über 22 Stunden Busfahrt waren wir froh, endlich auszusteigen und uns die Füsse zu vertreten. In der sommerlichen Mittagswärme liefen wir zum Decathlon, um uns noch mit Gas einzudecken. Danach schlenderten wir gemütlich am Strand entlang, schauten aufs Meer und freuten uns schon darauf, bald die Füsse hineinzuhalten. Doch vorher ging es noch auf den Campingplatz, um das Gepäck loszuwerden. Wir assen Pizza und freuten uns riesig auf morgen und auf unser neues Projekt: den GR10 von West nach Ost zu laufen. Czytaj więcej

  • Beim Finanzvogel in Madeira

    26 maja 2025, Portugalia ⋅ ☀️ 20 °C

    Eigentlich hatten wir noch ein paar Tage Schwarenbach vor uns. Doch dank Überzeit und ein paar wohlverdienter Ferientage zogen wir früher als geplant die Reissleine. Der Berg rief nicht mehr, dafür rief Madeira! 🥳✈️

    Unser Kumpel Vögi, unabhängiger Finanzflüsterer und Teilzeit-Sonnenanbeter, lebt während des Winters auf dieser grünen Vulkaninsel mitten im Atlantik – und so entschieden wir uns, ihn Anfang Mai zu besuchen.

    Er holte uns am Flughafen ab, breit grinsend wie immer, und fuhr uns direkt in sein Reich: eine moderne Wohnung am Hang, mit Blick über Bananenplantagen, Atlantik und Sonnenuntergang. 😍
    Wir verstanden sofort, warum er genau hier gelandet ist.

    Während Vögi von Montag bis Donnerstag seine Kund:innen berät, machten wir, was wir am besten können: nichts – oder besser gesagt, genussvolles Wandern, Zelten und Entdecken. 🥾⛺️⛰️

    Zelten auf Madeira? Klingt einfach – war's aber nicht.
    Man muss sich vorher online auf den erlaubten Plätzen anmelden, die oft monatelang im Voraus ausgebucht sind. Häufig war das Kontingent von 30 oder weniger Plätzen bereits vergeben. Vor Ort standen dann nur drei Zelte.
    Bürokratie 1 – Realität 0.

    Dafür entschädigte uns die Natur: Madeira ist super grün, durchzogen von Blumen, Nebelwäldern und diesen steilen, gnadenlosen Pfaden, die dir die Oberschenkel brennen lassen. 🔥
    Geradeaus gehen? Geht nur entlang der Levadas – den kleinen Bewässerungskanälen, die wie schmale Wander-Autobahnen um die Insel führen.

    Am Wochenende war dann endlich wieder Vögi-Zeit!
    Gemeinsam stürzten wir uns ins Inselleben: Wir gingen Bachata tanzen – versteckten uns in einer Ecke, weil wir keine Ahnung hatten, wie der Tanz ging. Aber Spass gemacht hat's trotzdem.
    Und am Samstagmorgen stand Sport mit der Community auf dem Plan:
    Expats, Digital Nomads – und wir mittendrin. Ein bunter, schwitzender Haufen auf einem Sportplatz mitten in Funchal. Dazu ein DJ, der alle motiviert hat.

    Madeira hat uns überrascht. Es ist rau, herzlich, steil, lebendig und grün wie ein botanischer Garten.
    Wir schwitzten an heissen Tagen an der Küste und zitterten in eiskalten Nächten in den Bergen im Zelt.

    Danke, Vögi, für deine Gastfreundschaft und die geile Zeit, die wir mit dir verbringen durften! ❤️

    Wer Freiheit mit Geld verbinden will, kommt am Finanzvogel kaum vorbei. Unsere Empfehlung für alle, die mehr wollen als nur sparen – und vergesst nicht zu sagen, von wo ihr den Tipp habt. 😉
    Czytaj więcej