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Neuseeland 25/26

Ein 33-Tage Abenteuer von Lassunsirgendwohingehen & Simon Weiterlesen
  • Beginn der Reise
    23. Dezember 2025

    Entspannter Ferienstart

    25. Dezember 2025 in den USA ⋅ ☀️ 13 °C

    Anders als in den letzten gut 10 Jahren mussten wir dieses Jahr in der Weihnachtswoche auch noch 2 Arbeitstage hinter uns bringen. Das erste Mal seit zig Jahren wenigstens ohne viel Stress, sodass man verhältnismässig in Ruhe alles Wichtige erledigen konnte, bevor man in die Ferien geht. Eine völlig neue, positive Erfahrung.

    Nach der Arbeit fuhren wir kurz nach Hause, um zu duschen und unser Gepäck ins Auto zu laden und fuhren dann in Richtung Flughafen. Wir waren relativ früh da, sodaass wir Zeit hatten, durch die Geschäfte zu schlendern und uns wieder einmal neue Schlösser für die Koffer sowie einen neuen Stromadapter zu besorgen.

    Abends assen wir schon beinahe traditionell im Zoom und machten uns im Zimmer dann noch über die Schoko-Samichläuse her, bevor wir schlafen gingen.

    Am nächsten Morgen konnten wir uns Zeit lassen, um vor der langen Reise ein letztes Mal zu duschen und dann in Richtung Check In zu gehen. Aus irgendwelchen Gründen dauerte letzterer eine gefühlte Ewigkeit. Irgendwas mit Simis Ticket schien nicht zu stimmen, doch die Dame am Schalter konnte das Problem schlussendlich lösen. Mit dem Upgrade hatte es aber leider nicht geklappt. Schade, ich hätte mich sehr über einen erneuten Besuch in der tollsten Lounge, in der wir je waren, gefreut, aber egal..

    Wenig später sassen wir in der E-Lounge, stiessen auf unsere Ferien an und gönnten uns mehrere leckere Portionen Butter Chicken.

    Kurz vor der Einsteigezeit gingen wir zum Gate und Simi versuchte nochmals sein Glück und fragte wegen dem Upgrade. Die Dame vor Ort aber interessierte sich für keinen der Passagiere und sagte bei allen von vornherein *NEIN! Wir sind voll!“., noch ehe sie überhaupt wusste, wonach genau gefragt wurde.

    Irgendwann wurden wir beide ausgerufen und ich dachte schon „Yeah, unsere Gebete wurden erhört, wenn auch ohne die Lounge“, aber leider war nur ein Platz frei. Ich gab Simi den Vortritt und er durfte sich in die First Class setzen. Nun habe ich wenigstens Material, um ihm ab und zu mal ein schlechtes Gewissen zu machen oder ihn anderweitig zu foppen :-P Mein Essen war jedenfalls auch gut, schlafen konnte ich auch und in San Francisco kamen wir gleichzeitig an, auch wenn er 30s vor mir aussteigen durfte. Ich hatte wenigstens einen schönen Fensterplatz, wo ich mir regelmässig die Nase am Fenster plattdrückte. Es sah mehrmals einfach nur wunderschön aus. Die Landschaft unter uns strahlte eine unendliche Ruhe aus. Nichts als Schnee und Eis, gepaart mit einem dezenten lila Stimmungslicht. Wäre die Kälte da unten nicht, wäre es vermutlich traumhaft dort.

    Ach ja, unser Flug hatte schlussendlich um die 2h Verspätung,. Zuerst, weil irgendeine Batterie ersetzt und die neue erst aufgeladen werden musste, dann, weil es der Crew partout nicht gelang, die genaue Anzahl Passagiere zu zählen bzw. sie nicht mit ihren Dokumenten übereinstimmte. Wir vermuten, Simi ist daran schuld, weil er grundsätzlich zwei Tickets besass.

    Wenigstens würden wir in San Francisco mehr als genug Zeit haben, um umzusteigen, sodass die Verspätung mich nicht aus der Ruhe bringen konnte. Eine andere Passagierin hatte mir vor dem Einsteigen einen Buch in die Hand gedrückt und so hatte ich gute Unterhaltung. Vielen Dank nochmals :-)

    In San Francisco stellten wir beinahe einen neuen Rekord in Sachen Einreise auf, mussten jedoch dann ewig auf unser Gepäck warten. Unsere Koffer gehörten zu den letzten, die noch triefend nass ausgeliefert wurden. Ich bin echt froh, mich für meine North Face-Tasche entschieden zu haben, denn dadurch blieben meine Sachen hoffentlich trocken. Bei Simis Koffer bin ich mir nicht so sicher..

    Wenig später sassen wir in einem Restaurant, bestellten die obligatorischen Chicken Wings und Bier und hofften, dass die Wartezeit bis zum nächsten Flug möglichst rasch vorüberging.

    Nach dem Essen gingen wir in die Lounge, wo wir noch eine Stunde in den Sessel rumgammelten und versuchten, ein wenig zu dösen.

    Die Stunde verging sehr schnell und schon bald sassen wir im nächsten Flieger, welcher uns in etwas weniger als 14h nach Auckland bringen sollte.

    Fun Fact: United hat im Vergleich zu Swiss das wesentlich schlechtere Essen geliefert, auch wenn die Zitronen-Salatsauce echt gut und interessant schmeckte. Beim Fleisch hatten sie leider vollumfänglich versagt, das Schoko-Cheese-Cake hat mich am Ende noch etwas versöhnlich stimmen können.
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  • Geschafft, aber geschafft

    26. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ 🌧 21 °C

    Am späteren Vormittag trafen wir endlich in Auckland ein. Wir eilten in Richtung Passkontrolle, nur um dann haufenweise Zeit zu verlieren, indem wir einander anschnauzten, weil keiner vorn uns einen Kugelschreiber griffbereit hat und wir für die Einreise noch irgendein Formular ausfüllen mussten.

    Wir haben es schlussendlich online ausgefüllt, sehr viel Zeit dafür verplempert und unsere Poleposition bei der Passkontrolle verloren. Glücklicherweise ging es dennoch relativ schnell voran. Nach der Passkontrolle ging es in die nächste Schlange, wo man dann wiederum in die nächste Schlange verwiesen wurde, je nach dem, ob man irgendwelche Gegenstände dabei hatte, die Neuseeland in irgendeiner Art und Weise Schaden könnte (z.B. dreckige Wanderschuhe - wir hatten unsere vorsichtshalber gewaschen).

    Nachdem alles problemlos passiert war, holte ich mir eine Neuseeländische SIM und einen Kaffee, ehe wir uns auf den Weg zum Domestic Terminal machten. Nein, wir hatten gottseidank keinen Weiterflug mehr vor uns, wir wollten lediglich die Werbeplakate für ihre Wanderwege nochmals anschauen, um uns inspirieren zu lasen für die Ferien.

    Vom Domestic Terminal aus, liessen wir uns via Uber in die Innenstadt fahren, wo wir kurz ein anderes T-Shirt anzogen und unser Gepäck hinterlegten und dann hinunter zum Hafen spazierten.

    Es war schönes Wetter und relativ warm, da hat es uns in die nächste Brauerei verschlagen, wo wir uns ein schönes IPA gönnten und Simi einen Burger. Ich hatte im Flieger so viel gegessen, dass ich absolut keinen Hunger verspürte.

    Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig herum und kamen zum Schluss, dass Auckland gegen Christchurch keinen Stich hat. Mit der Zeit meldete sich unser Jetlag und wir wurden wir unendlich müde. Also spazierten wir zurück zum Hotel, wo wir eincheckten und gleich mal eine Weile aufs Ohr hauten.

    Abends hatten wir einen Tisch in einem Restaurant reserviert, wo wir schlussendlich nach einem Bier wieder weggingen. Ein DJ war vor Ort, es war dementsprechend unnötig laut und ziemlich voll. Wir entschieden uns am Ende für ein kleineres Restaurant, wo wir köstliche Poulet-Nuggets und dann eine riesige, leckere Pizza assen. Glücklicherweise haben wir vorgängig recherchiert und stellten fest, dass eine Pizza definitiv genug Essen für beide ist.

    Zurück im Hotel schauten wir noch ein wenig TV, um uns irgendwie bis ca. 21.30h wach halten zu können. Simi gelang es mit Müh und Not, mir fielen immer wieder die Augen zu. Ich war eeecht müde.
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  • Rainforests - here we come!

    27. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ ☁️ 17 °C

    Gegen 5 Uhr war ich hellwach. Ich beschloss, die Zeit zu nutzen, um nochmals einen Versuch zu starten, einen halbwegigen Plan für die Ferien auf die Beine zu stellen. Gegen 6 Uhr stiess Simi dazu.

    Um 8 Uhr liessen wir uns zur Vermietungsstation fahren, wo wir glücklicherweise direkt empfangen wurden. Es dauerte nicht lange und wir hielten bereits die Schlüssel zu unserem neuen Heim in den Händen. Wir inspizierten kurz die Schränke und zu guter Letzt die ominösen Becher im Fahrerbereich. Naja.. es wäre kein Mietcamper, wenn man nicht etwas echt dreckiges finden würde.. Ich lief mit den vor altem Kaffee triefenden Becher zurück zum Büro und fragte an, ob es evtl. auch eine saubere Version davon gäbe. Kurze Zeit später kam sie mit sauberen zurück. Ich weiss, ich weiss, alles andere wurde vermutlich auch lieblos von den letzten Mieter halbherzig gereinigt und ist wohl auch nicht besonders hygienisch, aber ein Kaffeebecher, in dem noch fast der letzte Schluck Kaffee vom Vorgänger drin ist, war mir echt etwas zu schmutzig.

    Unser erster Stop war Woolworth in der Nähe des Flughafens, wo wir uns eindeckten mit Essen, Getränken und, wie immer, mit einer neuen Bratpfanne. Da wir nicht gefrühstückt hatten, setzten wir uns anschliessend in einen kleinen China-Imbiss, wo wir je eine riesige Schale voller Nudeln und Fleisch assen. Ich hätte mich besser für Dumplings entscheiden sollen, aber ich sah leider erst später, wie lecker die aussahen. Unsere Schüssel war auch sehr gut, aber auch sehr viel.

    Nach dem Essen fuhren wir zurück zur Vermietungsstation, weil wir dachten, dass das Radio nicht funktioniert. Man wies uns dann darauf hin, dass es, versteckt neben dem Steuerrad, einen kleinen Knopf gibt, den man drücken muss. Stimmt.. da war ja was.

    Nun ging die Reise endlich los. Wir kämpften uns durch den Stau und kamen am frühen Nachmittag beim Campground an, wo wir letztes Mal bereits eine der ersten Nächte verbracht hatten. Online ergatterten wir den letzten Platz dafür. Oje, wir müssen wohl die künftigen Nächte frühzeitig planen und je nach Ort definitiv ein paar Tage vorher reservieren.

    Es regnete und so nutzten wir die Gelegenheit, unsere Koffer zu leeren und uns im Camper einzurichten, damit nicht alle Koffer im Weg stehen. Als der Regen nachliess, zogen wir unsere Regensachen an und wanderten los. Glücklicherweise hörte der Regen auf, als wir loszogen.

    Es gibt hier diverse Biketrails, die durch ein schönes Regenwaldgebiet führen. Wir liefen zuerst diese ab, dann gingen wir noch etwas die Strasse runter, wo wir einen weiteren Weg auf der Karte gesehen hatten, allerdings existierte dieser in Wirklichkeit gar nicht mehr. Inzwischen etwas müde, kehrten wir also um, nahmen noch einen kurzen Wanderweg mit, der sich letztes Jahr bei Starkregen sehr lange angefühlt hatte und kamen gegen 17.00h zurück zum Campingplatz, der inzwischen recht viele Besucher aufwies.

    Das Wetter war immer noch gut und so freuten wir uns über einen Apéro draussen, dann wurde es kühler und wir gingen für die Vorspeise in den Camper. Fürs Abendessen nahmen wir dann das erste Mal den Grill hervor und grillten ein paar Spiesse, die wir temperaturbedingt dann wieder drinnen assen.

    Während all dem Essen überlegten wir, wo wir als nächstes hinfahren sollten. Ein Blick auf die Wettervorhersage war jedoch ziemlich vernichtend. Am übernächsten Tag sollte es mindestens in Strömen regnen und es wurde vor Überschwemmungen und allem möglichem gewarnt. Oh Mann!

    Wir sahen, dass einzig beim südlichen Teil der Nordinsel etwas weniger Regen angekündigt wurde und nun hoffen wir, dass wir, dort unten unser Wanderglück finden werden. Rafting fällt diesmal definitiv weg und mein grosser Wunsch, endlich mal Kajak fahren zu können, steht noch auf der Kippe. Wenigstens wäre der Startpunkt für dieses Vorhaben ohnehin weiter unten. Wir sind gespannt auf die weitere Wetterentwicklung. Wenigstens waren wir die letzten Tage nicht auf der Südinsel, wo es echt starke Gewitter mit sehr grossem Hagel gab.
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  • Regenwald light

    28. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ ⛅ 18 °C

    Um 6 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen und ich verspürte den Drang, nach draussen zu gehen. Trotz der vielen Leute auf dem Campground war es einfach nur herrlich ruhig. Nichts als Vogelgezwitscher, das Plätschern eines kleinen Bachs und in der Luft lag der Duft von feuchter Erde und Regenwald. Gibt es etwas Besseres, als so in den Tag zu starten?

    Als Simi auch aufgewacht zu sein schien, machte ich uns Kaffee und wenig später Crêpes. Ein gutes Frühstück musste vor der langen Fahrt drinliegen. Nach dem Zmorge sind wir gleich losgefahren in Richtung Taranaki-Gegend. Die Fahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Unterwegs hielten wir nur einmal kurz zum noch ein paar Dinge besorgen und ein zweites Mal, um kurz ein Sandwich zu essen.

    Gegen 15.00h kamen wir am Ort an, den Google Maps als den richtigen hielt. Leider völlig falsch. Wir bogen in Richtung Strand ab, wo viiiele Einheimische den sonnigen Tag genossen, badeten und grillierten. Von einer Wanderung in Richtung Taranaki war nichts zu sehen.

    Ich stellte fest, dass Google Maps und ich uns wohl missverstanden hatten und unser Zielpunkt ein Dorf weiter lag. Wir nutzten die Pause, um kurz auszusteigen und zu entscheiden, wo wir denn jetzt genau hinwollten.

    Ich fand in einer der vielen Apps einen Freedom-Campingplatz irgendwo in einem Regenwald oder zumindest in einer solchen Gegend und so beschlossen wir, diesem eine Chance zu geben, zumal es aussah, als gäbe es auch da ein paar Wanderwege.

    Die Strasse dorthin wurde als sehr eng und kurvig beschrieben. Anfangs war alles ok, aber die letzten 3km sollten aus unserer Sicht eher als Einbahnstrasse deklariert werden. Ausweichmöglichkeiten bei Gegenverkehr? Fehlanzeige! Einmal rückwärts zurück bis zum nächsten Pullout..

    Wir hatten Glück und kreuzten im engsten Bereich nur ein Fahrzeug. Glücklicherweise mussten wir nicht allzu weit rückwärts zurückfahren. Wenig später parkten wir unseren Camper und wanderten los ins Ungewisse.

    Der Weg startete ziemlich langweilig, weil er praktisch bis zur Kinderwagentauglichkeit hergerichtet war. Wir fanden schlussendlich eine Abzweigung, die etwas abenteuerlicher aussah. Es handelte sich erneut um einen Mountainbike-Trail, der allerdings sehr rutschig und aus meiner Sicht schwierig zu befahren war.

    Der Weg wurde immer enger und wir mussten uns durch die grossen Farne kämpfen. In etwa so musste sich Indiana Jones gefühlt haben, als er durch den Jungle lief :-P Ich fand es toll, ich mag Regenwälder mit all ihren Düften und Geräuschen weiterhin sehr, Simi war gespaltener Meinung.

    Da das Ende ziemlich früh kam, entschieden wir uns, noch zum Summit eines Hügels hochzuwandern. Leider stellte sich schlussendlich heraus, dass man keinerlei Aussicht hatte. Früher hätte man einen wunderbaren Blick aufs Meer gehabt, inzwischen haben sie die Tafeln, welche einst vermutlich ein Panorama gezeigt hätten, jedoch entfernt. Ohne auf den Bank vor Ort zu klettern, sah man nichts als Pflanzen.

    Den Rückweg schafften wir relativ schnell, wodurch wir bei unserem Campingplatz noch jede Menge Sonne geniessen konnten. Wir hatten unseren Camper extra umgeparkt, an eine erhöhte Stelle, damit wir von allen Leuten vor Ort am längsten Sonne abbekommen würden und erst noch etwas abgelegen waren. Unsere Berechnung ging auf und wir stellten fest, dass wir weise entschieden hatten. Alle anderen Camper haben wirklich laute Schiebetüren und das hätte nachts echt genervt.

    Wir machten es uns vor dem Camper gemütlich, assen einen Apéro und tranken leckeres Feijoa-Cider, welches beinahe schmeckt, als würde man in eine frische Frucht beissen. Wirklich, wirklich gut..

    Nun sitze ich noch draussen, die Sonne ist zwar inzwischen hinter den Bäumen verschwunden, aber es ist immer noch angenehm warm. Simi ist drinnen am Kochen.

    Was bringen nur die nächsten Tage? Für morgen ist Regen pur gemeldet.. Ich hoffe, wir finden dennoch einen schönen Platz, bzw. Regenwald, den wir erkunden können.
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  • Das wohl süsseste Gezwitscher der Welt

    29. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ ☁️ 14 °C

    Erneut war ich früh wach, aber es machte mir nichts aus. So hat man wenigstens was vom Tag. Für heute war strömender Regen vorausgesagt, als ich aufwachte, waren wir davon jedoch weit entfernt. Es gab einige schön gefärbte Wolken, gepaart mit blauem Himmel - nett!

    Ich nutzte die frühen Morgenstunden, um gemütlich einige Wege durch den Regenwald zu spazieren, solange Simi schlief. Es war wunderbar. Die Wälder strahlen eine solche Ruhe aus. Auch heute Vogelgezwitscher und ein plätscherndes, kleines Bächlein. Unbeschreibliche Düfte nach Erde, exotischen Blüten und Regenwald. Das Ganze hatte beinahe einen meditativen Charakter. Wäre ich ein Yoga-Shanti hätte ich die Gelegenheit genutzt und mich zu ein paar Übungen hinreissen lassen.

    Nach einer Weile entschied ich mich, dass es Zeit war, zurück zum Camper zu gehen, da ich keinerlei Empfang hatte und Simi nicht mitteilen konnte, dass ich irgendwo in den schönen Wäldern herumschlendere. Ich hätte noch viel Zeit da verbringen können.

    Inzwischen war Simi wach und so bereitete ich nochmals Crêpes und Kaffee zu, bevor wir aufbrachen in Richtung New Plymouth. Unser geliebtes Wacaco (Espresso-Macher für unterwegs) hatte heute nach etwa 10 Jahren Betrieb seinen Dienst verweigert und wir hofften, einen neuen Aufsatz zu finden.

    Da der Taranaki-Vulkan einen seiner seltenen „Heute-lass-ich-mich-mal-blicken-Momente* hatte, entschieden wir, doch nicht in die Stadt zu fahren, wodurch wir nun einen supergrossen Umweg machen mussten, um zu unserem geplanten Punkt zu kommen. Es schlug etwas auf die Laune, insbesondere, als wir irgendwo hinkamen, wo es offenbar doch keinen Weg gab.

    Wir wollten erst unser Vorhaben mit der Stadt nochmals in die Tat umsetzen, aber der Vulkan war immer noch zu sehen und so fuhren wir stattdessen zu den Dawson Falls. Der Parkplatz war supervoll, aber wir fanden irgendwann doch noch ein Plätzchen. Inzwischen war Regen aufgezogen und der Vulkan hüllte sich in seine übliche, dicke Wolkendecke.

    Da wir schon mal da waren, zogen wir unsere Regensachen an und machten eine kleine „Wanderung“ auf einem Weg durch den Regenwald, der zu einem Wasserfall führte. Wir schossen ein, zwei Fotos und wanderten dann auf einem anderen Weg zurück zum Camper, wo wir zur Unterstützung unserer weiteren Überlegungen zum Tagesablauf eine Portion China-Nudeln kochten.

    Das Wetter wurde immer schlechter bzw. vom Vulkan war wirklich gar nichts mehr zu sehen und so fuhren wir am Ende doch noch in die Stadt und klapperten alle Sport- und Outdoorläden ab. Im MacPac wurden wir fündig und sind nun stolze Besitzer eines neuen Wacacos,; einem Mikrofasertuch, damit wir morgens die Scheibe vorne freibekommen von Kondenswasser; einem neuen Pullöverchen für mich und sogar ein paar Goretex-Schuhe (HA - Regen du kannst mir nichts mehr anhaben!).

    Nach dem erfolgreichen Einkauf fuhren wir zu einem Platz, wo man campen darf und wo wir uns erhofften, zum Fluss mit Blick auf den Vulkan zu gelangen. Es war ein derart stürmischer Tag, dass der Wind selbst die wirklich unglaublich dicke Wolkenschicht, die sich über die Region gelegt hatte, wegfegen konnte. Man konnte den Vulkan zumindest erahnen und die kleinen Berge nebenan wurden ebenfalls sichtbar und erstrahlten dank örtlichem Regenfall in einem tollen Licht mit ganz vielen „Layers“.

    Als wir am Campingplatz ankamen, stellten wir fest, dass ein Weg nicht mehr vorhanden war, da ein Bauer alles für seine Kühe umzäunt hatte. Also machten wir uns auf den längeren Weg, wo man grundsätzlich ebenfalls zum Fluss gelangen sollte. Er führte uns wiederum durch einen sehr, sehr tollen Regenwald. Er war irgendwie etwas anders, als die bisherigen. Es gab viele Lianen, die alles umschlungen und einfach überall waren, das hatten wir bisher noch nicht gesehen. Unglücklicherweise waren wir etwas in Eile und konnten die Umgebung viel zu wenig geniessen. Man hörte wieder die lustigen Vogelgesänge und irgendwo hörte man plötzlich das lieblichste Gezwitscher, das ich je gehört hatte. Eine schier unaufhörliche Melodie. Genau als ich es zur Erinnerung aufnehmen wollte, hörte der Vogel jedoch auf. Echt schade, sowas habe ich mein ganzes Leben lang noch nicht gehört. Es gibt hier viele schöne Vogelgesänge, aber dieser war einzigartig!

    Irgendwann kam die Abzweigung zum Fluss, die wir auf der Karte gesehen hatten. Leider stand da ein grosses Schild, welches besagte, dass der Weg geschlossen sei. Wir ignorierten es zunächst, kehrten jedoch nach wenigen Metern freiwillig um. Es ging steil hinunter und wir wollten nichts riskieren. Im Weiteren stürmte es immer mehr. Auf dem Rückweg ächzten die Bäume im starken Wind, die Blätter rauschten nur so und es klang ziemlich bedrohlich. Kein Wunder passierten wir auf dem Weg dutzende, riesige alte Bäume, welche in der horizontalen Lagen..

    Wir marschierten zurück zum Camper, wo wir versuchten, einen Weg durch die Weide zu finden. Die Kühe konnten da gar nicht hingelangen. Es gab nämlich extra eine Hilfe, um über Zaun 1 zu kommen, was wir als „da darf man also immer noch durch“ werteten. Zaun 2 stand unter Strom und wir konnten keinen Ort finden, wo man diesen öffnen konnte. Dann passierte etwas Witziges. Eine Kuh im eingezäunten Bereich machte ein kurzes „Muh“, was definitiv als „Kommt alle her! Schaut euch das an!“ interpretiert werden muss.

    Vis à vis von unserem Camper befand sich eine weitere Kuhweide. Immer mehr Kühe standen direkt am Zaun und begutachteten uns. Hinter ihnen sah man immer mehr Kühe rennen, um sich noch einen guten Platz ganz vorne zu ergattern. Es sah wirklich, wirklich lustig aus. Am Ende standen wirklich alle Kühe da und glotzten uns fragend an.

    Wir machten nochmals einen Ausflug zu einer anderen Stelle, wo man zum Fluss gelangen konnte. Es gab gemäss Karte eine Strasse dorthin. Nach 10m kam eine Bachüberquerung, welche zwar wirklich nicht tief, aber so geschnitten war, dass wir es dem Camper nicht zutrauen konnten. Wir wollten nicht schon wieder unnötige Schäden zahlen müssen. Also stellten wir den Camper an den Strassenrand und liefen die 2.5km zu Fuss nach hinten. Ich war langsam hungrig und meinen Blick während der Wanderung, die natürlich erneut unter Zeitdruck zurückgelegt werden musste, kann man sich ja vorstellen.

    Irgendwann kamen wir endlich hinten an. Die Szenerie wäre ok gewesen, aber der Vulkan war, entgegen allen anderen Hügeln nach wie vor umhüllt von Wolken. Wir warteten eine Weile, aber es wurde nicht besser, sodass wir umdrehten.

    Ich war erleichtert, als wir endlich zurück waren. Mit der vorherigen Wanderung waren wir schliesslich vor dem Abendessen noch schnell, schnell 10km gewandert und dies mit schwerem Rucksack..

    Es gab ein sehr spätes Abendessen… Nach dem Essen, also gegen Mitternacht fiel ich umgehend in einen unruhigen Schlaf.
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  • Flucht in den Süden

    30. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ 🌧 13 °C

    Als wir heute Morgen aufwachten, prasselte der Regen auf unser Dach. Zuerst wenig, dann immer mehr. Eine Besserung war nicht in Sicht. Wir liessen uns daher Zeit.

    Freudig packten wir unser neues Wacaco aus, um es auszuprobieren, nur um frustriert festzustellen, dass die neue Version noch schlechter mit unseren Kapseln zurecht kommt, als das alte.. Sehr ärgerlich!

    Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, holten wir das alte heraus und kamen endlich zu einem trinkbaren Kaffee. Zum Frühstück assen wir die Spaghetti-Reste vom Abend. Wir hätten eh keinen Platz dafür im Kühlschrank gehabt.

    Nach wie vor waren wir uns über den weiteren Verlauf unserer Reise uneinig. Die Wettervorhersage für die Nordinsel war relativ vernichtend. Wir bzw. ich rang mit mir. Ich hätte auf der Nordinsel noch tolle Sachen machen und sehen wollen, aber bei diesen Wettervorhersagen?

    Irgendwann fuhren wir los in Richtung Süden. Erst wollten wir noch einen Regenwald anschauen, doch als ich sah, dass für diesen eine Wetterwarnung aktiv war, gab selbst ich auf. Wir hielten irgendwo an, holten einen Kaffee, kämpften uns zurück auf die andere Strassenseite, was 15min in Anspruch nahm, weil plötzlich so viel Verkehraufkommen war und buchten dann unsere Fährüberfahrt um: auf HEUTE ABEND

    Ich gehe fest davon aus, dass ich die Entscheidung noch bereuen werde, aber es ist nun so..

    Simi war müde und auch sonst nicht sonderlich fit und so übernahm ich das Steuer. Mir war nicht ganz geheuer, zumal wir ja auf der falschen Seite fahren müssen und zudem das Fahrzeug, vor allem durch die weit hinausragenden Spiegel ziemlich breit ist. Irgendwie schafften wir es dennoch heil bis Wellington zu gelangen.

    Es regnete in Strömen. Wir zogen unsere Regenkleidung an, gingen in den New World über die Strasse und waren bereits klitschnass. Im New World holten wir uns einen Ingwer-Kombucha, welcher letztes Mal gute Dienste geleistet hatte.

    Was noch zu erwähnen sei. In Australien tobt aktuell irgendein Cyclon. Ich weiss nicht, ob es möglich ist, dass dieser in Richtung Neuseeland zieht, aber wenn doch, wäre eine Fährüberfahrt zu einem späteren Zeitpunkt wohl entweder nicht mehr möglich oder würde enden wie 2014, als ich mir schwor, mein restliches Leben lang keinen Fuss mehr auf ein Schiff zu setzen, weil mir dermassen übel war und ich dachte, ich müsse sterben..

    Als nächster Stopp stand das Restaurant vom vergangenen Jahr auf dem Plan. Die Fähre würde erst um Mitternacht in Picton ankommen, d.h. Abendessen gibt es erst sehr, sehr spät. Nach ca. 20min Regenspaziergang kamen wir nochmals eine Stufe nasser an. Meine Regenjacke hatte leider etwas versagt. Glücklicherweise nur beim Reissverschlussbereich. Ich hoffe, dass ich das in den nächsten Tagen noch beheben kann, falls es weiterhin regnen sollte. Die neuen Regenhosen und meine neuen Schuhe haben den Test auf jeden Fall erfolgreich bestanden.

    Das späte Mittagessen war lecker. Bruschetta und dann Pizza Margaritha bzw. Salami für Simi. Und das Ganze für CHF 30.00 - Schnäppchen

    Unsere Parkzeit war beinahe um und so beeilten wir uns umso mehr auf dem Rückweg zum Camper. Wir hatten nichts mehr zu tun und so fuhren wir bereits in Richtung Fähre. Dort hiess es WARTEN..

    Ich nutzte die Zeit, um mich seelisch auf die Fährüberfahrt vorzubereiten, indem ich mir mit Google-Recherchen schon mal schon etwas Panik verschaffte. Sturmwarnung, 3m Wellen - toll..

    Zur Ablenkung versuchten wir, uns unsere Heimflüge von Shanghai in die Schweiz zu versüssen. Der Witz ist, unsere Buchung wurde durch Simis Hinflug-Upgrade irgendwie getrennt. Will heissen, ich habe schon mal das Gut zum Upgrade (YEEEEAH), Simi steht ein weiteres Mal auf der Warteliste. Die Dame am Telefon lachte mit mir mit, als ich losprustete, als wir dies erfuhren.

    Simi war enttäuscht, aber hey.. 1. hatte er schon einen königlichen Hinflug UND er bekommt nun 3 Wochen Südinsel, was er eigentlich schon die ganze Zeit wollte.

    Irgendwann durften wir endlich auf die Fähre fahren. Bevor wir aus dem Camper stiegen, warfen wir uns beide noch 3 Ingwerpillen ein. Bitte lieber Gott, mach, dass diese nützen!

    Um sicherlich einen guten Sitzplatz zu haben, haben wir uns bei der Umbuchung der Fähre gleich noch ein Upgrade für eine Lounge besorgt. Kinder verboten ;-)

    Die Fähre fuhr los und kaum waren wir auf offener See, wurden die Wellen höher und mein Magen wurde leicht unzufrieden. Beide blickten wir starr auf den Horizont und beteten wohl um Gnade, dass wir von Seekrankheit verschont bleiben.

    Als es eindunkelte, schlief ich irgendwann kurz ein. Ich war froh darum, sehr wohl war mir nicht. Nun schaukeln wir wohl noch eine Stunde vor uns hin und hoffen, nach der Ankunft auch wirklich einen Platz auf dem DOC-Campingplatz zu haben, den wir reserviert haben. Wir sind gespannt.
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  • Update: nächtliche Irrfahrt

    31. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ ☁️ 13 °C

    Um ca. 00:20h fuhren wir von der Fähre weg. Google Maps meinte, in ca. 30min erreichen wir unseren Zielort.

    Wir fuhren los in die dunkle Nacht. Trotz später Stunde hatte es relativ viel Verkehr, was nicht wirklich angenehm war, da man kaum mal mit Fernlicht fahren konnte. Klar, wenigstens regnete es nicht. Irgendwann kamen wir zu einer Abzweigung, dann nochmals zu einer und die nächtliche Tortur begann.

    Es war eine enge, kurvenreiche Strasse. Überall lagen grosse Steine, welche wohl wetterbedingt aus den Hängen heruntergefallen waren und die man tunlichst vermeiden wollte. Nach einer schier endlosen Kurvenfahrt kamen wir beim Campground an. Wir fuhren die Einfahrt hinunter und BARRIERE! „Zur Sicherheit unserer Gäste ist die Barriere zwischen 9 Uhr abends und 7 Uhr morgens geschlossen“. Absolut kein Durchkommen und kein Platz, um den Camper anderweitig hinzustellen. Ok, da habe ich bei der Buchung wohl etwas übersehen..

    Wir fuhren die Rallyroute zurück und schauten beim nächsten Campingplatz. Voll.. Wir fuhren noch weiter und fanden schlussendlich gegen 01:45 Uhr einen Platz irgendwo, wo es kostenlos war und wohin sich vermutlich bereits andere arme Seelen verirrt hatten.

    Es gab ein Schild „ab hier Campingzone“. Kurz danach bogen wir in ein Strässchen ab. Hier gab es einen tollen, flachen Platz, wo bereits ein grösserer Camper abgestellt war. Ich erspähte jedoch ein weiteres Schild „Ab hier Campingzone“ und bat Simi, irgendwo NACH dieser Tafel zu parken, da ich gelesen hatte, dass es anderfalls eine deftige Busse geben könnte. Hier fände ich es völlig unangebracht, weil Diskussionsmaterial. Oben steht 5m vorne, aber hier ok, weshalb sollte dies unten nicht gelten? Wer sagt, wie weit gegen links und rechts das Schild gilt?

    Wir quetschten unseren Camper irgendwo zwischen zwei andere Hippie-Busse, welche sich morgens sich über die neue, sehr nah geparkte Nachbarschaft freuen wird, aber es machte auch keinen Sinn, unnötig lange weiter nach einem besseren Platz zu suchen, wenn man absolut nichts sieht.

    Simi bereitete spätnachts Hamburger zu, ich suchte nach dem Hinweis für den vorigen Campground, den ich übersehen hatte. Auf der Camping-App sah man es leider recht schnell, da ich jedoch direkt bei DOC gebucht hatte, war es eine andere Geschichte. Im Bild vom Campingplatz hatte es ein kleines „I“, auf welches man klicken konnte, dann musste man weit nach unten scrollen und DA stand es dann „Labour day bis Ostern, Gate von 9pm bis 7am geschlossen“. Wie konnte ich das nur übersehen (Ironie aus).

    Kurz nach 2 Uhr waren die Hamburger fertig und wir durften endlich nochmals einen Happen essen. Was für ein Tag..
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  • Happy Moo-Year

    31. Dezember 2025 in Neuseeland ⋅ ⛅ 15 °C

    Trotz der späten, gestrigen Ankunft, waren wir relativ früh wach. Nun waren wir also auf der Südinsel, aber hatten dennoch keinen Plan, wohin es weitergehen soll. Es bedurfte einer längeren Wetteranalyse, bis wir entschieden, dass wir gen Südosten fahren sollten, um das Neujahr nicht im Vollschiff oder bei Sturmwind verbringen zu müssen.

    Irgendwo rund um Christchurch wurde das Wetter besser und wir würden die Regenwolken hinter uns lassen. Wir fuhren, fuhren und fuhren. Durch Felder, Dörfer und dem wunderbar blau schimmernden Meer entlang. Vorbei an hunderten Seehunden, die am Strand rumlagen oder sich über das wilde Meer freuten.

    Leider auch vorbei an einer Unfallstelle, die uns ein bisschen zurück in die Realität holte. Es ist ja schon tragisch an sich, wenn jemand abends nicht mehr heimkommt, aber einen Feiertag stelle ich mir wirklich schlimm vor, wenn man Jahr für Jahr umso mehr an DIESEN Tag erinnert wird.

    Unterwegs hielten wir immer mal wieder an. Probierten endlich auch hier mal einen ihrer bekannten Pies und ich wurde auch wieder ans Steuer verdonnert, nachdem ich mich zu lange nicht entscheiden konnte, wo wir übernachten sollen.

    Simi brachte zunächst noch den Arthurs Pass ins Spiel, aber in meinem Köpfchen sah ich nichts anderes mehr, als uns und unseren Camper an einem Strand.

    Irgendwann legten wir doch. noch einen Zielort fest und beschlossen, uns fürs Abendessen irgendwo indisches Essen zu besorgen. Kurz vor Christchurch hielten wir also an, stapften ins einzige, indische Restaurant, welches gemäss Google bereits um 16.00h eöffnet hatte und bestellten uns eine schöne Varietät an Speisen. Gemäss Türbeschriftung wäre erst ab 16.30h offen gewesen, aber der Koch hatte uns draussen gesehen und das „Closed“-Schild blitzschnell umgedreht. Er freute sich sichtlich über unsere Bestellung und wir uns schon aufs Abendessen. Wir staunten mal wieder über die günstigen Preise in Neuseeland. Rund 130 NZD bezahlten wir für 4 Curries mit 4x Reis, Mixed-Vorspeisen-Platter for 2 und 2x Naan, das sind etwa CHF 65.00. Dafür bekommt man bei uns kaum zwei Curries ohne Reis.

    Nachdem wir das lecker und stark duftende Essen ins Auto verfrachtet hatten, mussten wir nochmals eine Stunde fahren, bis wir ans Ziel gelangten.

    Ich konnte nicht glauben, dass dieser schöne Platz auf Erden kostenloses Camping erlaubt. Es hat einen schönen Steinstrand, wo man zwar wegen spezieller örtlicher Gegebenheiten nicht baden darf, aber dennoch sehr schön anzusehen ist.

    Der Strand zieht sich über mindestens 2km und man hat massig Platz, um sein Fahrzeug zwischen Meer und Kuhwiese abzustellen. Ich freute mich riesig über den Anblick und ich glaube, Simi befand die Auswahl auch für gut.

    Wir setzten uns ans Meer, genossen eine Weile den Anblick und machten uns eine Weile später über die Vorspeise her, solange die Sonne noch nicht hinter den Wolken verschwunden war. Es hatte schon ein wenig abgekühlt, aber ich musste natürlich dennoch eine Weile draussen bleiben. Im Camper zu sitzen und durchs Fenster zu schauen, ist einfach nicht dasselbe.

    Gegen 20.00h gab es dann auch noch das restliche Essen oder zumindest einen Teil davon. Es war lecker, aber nicht herausragend. Ich glaube, das Silvester-Indisch im vergangenen Jahr, hatte etwas besser geschmeckt.

    Nach dem Essen spazierten wir noch eine Weile den Strand entlang. Dann holten wir im Camper Simis Gitarre, da er nun endlich mal die Gelegenheit hatte, diese ungestört zu nutzen und setzten uns irgendwo am Strand hin und hofften, dass die Zeit bis Mitternacht schnell rumgeht, weil wir ziemlich müde waren.

    Wir schafften es schlussendlich tatsächlich, bis Mitternacht wachzubleiben und draussen am Meer unter einem teilweise sichtbaren Sternenhimmel kurz aufs neue Jahr anzustossen.

    2026 - wir kommen und ich hoffe, du bringst uns viele schöne Momente

    Happy New Year!

    Ach ja, wir haben angefangen, schlechte Kuhwitze bzw. -Sprüche zu machen. In dem Sinne „cow are you?“ and „Happy Moo-Year“
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  • Nette Neuseeländer

    2. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 14 °C

    Gegen 08.30h wachte ich auf, was für meine Verhältnisse ziemlich spät ist. Ich war hundemüde, weil wir uns noch bis Mitternacht wachgehalten hatten. Ich schnappte mit Stuhl und Laptop und verzog mich nach draussen in die (halbwegs) Sonne und setzte mich ans Meer, um meinen nächsten Eintrag zu schreiben. Das Meer war wesentlich ruhiger als am Vortag, sah jedoch immer noch wunderbar aus.

    Nach einer Weile holte ich drinnen Kaffee und ging wieder nach draussen, wo ich zuerst einen, dann drei Delfine erblickte. Sie blieben leider nicht allzu lange. Ich hatte gehofft, meine Cornflakes mit Blick auf die Delfine essen zu können, aber da waren sie leider schon weg.

    Irgendwann fuhren wir los. Wir wussten noch nicht genau, in welche Richtung genau es uns verschlagen würde. Zuerst wollten wir in Richtung Wanaka fahren, aber da war schlechtes Wetter vorausgesagt. Dann dachten wir an eine Übernachtung auf einem Pass, schlugen jedoch auch diese Idee irgendwann in den Wind, weil es auch dort nicht besonders angenehm ist, wenn es regnet und windet.

    Wir entschieden, stattdessen weiterhin dem Meer entlang zu fahren und uns da irgendwo einen Platz zum Schlafen zu suchen. Am frühen Nachmittag machten wir in Oamaru kurz Halt, um ein Sandwich zu essen. Endlich konnte ich meinen Lachs ausprobieren und wurde nicht enttäuscht. FANTASTISCH! Ich hätte tonnenweise davon essen können, wirklich gut!

    Da wir uns in der Nähe vom weltbekannten Moeraki Beach befanden, entschieden wir, irgendwo in dieser Gegend zu campen. Ich buchte einen Campingplatz, was irgendwie nicht richtig klappte und lediglich meine Kreditkarte belastete. Wir fuhren dennoch dorthin. Die Dame bei der Reception wollte uns zuerst abweisen, sie seien voll und hätten irgendein Wasserproblem, aber als ich sagte, dass ich ja schon bezahlt hätte, gab sie uns doch noch einen Platz.

    Unsere erste Handlung war, das Abwasser zu leeren. Da machten wir erste Bekanntschaft mit den Campingbewohnern hier. Mensch bin ich froh, hatte es keine mehr mit Strom. Hier hatte es zwar keine Kühe, aber die Blicke von allen Seiten waren mindestens gleich eindringlich.. Die Dumping-Stelle war ziemlich ungünstig gelegen und wir versuchten, so zu parken, dass keiner der starrenden Personen rund um uns aus irgendeinem Grund was zu meckern haben. Natürlich war dennoch alles falsch und ein Herr kam auf uns zu und dirigierte, was denn jetzt wie zu tun sei. Wo um alles in der Welt sind wir nur gelandet?!?

    Eine weitere Dame kam, um ihre Klo-Kassette zu leeren, nun musste sie leider warten. Ein echt ekliger Anblick. Aussen an ihrer Kassette sah man eine braune Suppe schwimmen. Igitt! Sie unterhielt sich mit mir und ich kam mir vor, als würde sie auf Umwege versuchen, herauszufinden, ob wir überhaupt da sein dürfen. Wir waren heilfroh, als der Tank geleert war und wir uns im anderen Bereich ein Plätzchen suchen konnten.

    Wir fanden einen der letzten ebenen Flächen und parkten da. Dann zogen wir los und suchten den Moeraki-Strand. Vorne beim Campingplatz gab es zwar einen Strandzugang, jedoch war die Flut noch zu weit am Ufer, als dass man dem Meer entlang hätte hinspazieren können. Wir gingen zunächst der Strasse entlang, dann fanden wir einen Abzweigung, die wieder ans Meer führte. Es gab eine Bank, auf welcher wir eine Weile sassen, bis die Flut das Weitergehen am Strand erlaubte, was uns enorm viel Zeit sparte.

    Mir gefiel der Spaziergang. Es gab viel zu sehen und ich freute mich wie ein kleines Kind über jede neue Entdeckung. Gigantische Seepflanzen, Pflanzen, die aussahen wie eine Kette, Quallen, Muscheln.. es gab viel zu sehen.

    Irgendwann kamen wir bei den Moeraki-Steinen an, wo es von Touristen wimmelte. Wir waren vor vielen, vielen Jahren schon mal da, aber da waren wir die einzigen. Wir dachten auch, dass es damals mehr von diesen Steinkugeln hatte. Wir gingen rauf zum Café, drehten aber gleich wieder um, weil hier irgendein Hinweis-Schild, da irgendein zahle für dieses und jenes Schild hing..

    Der Weg zurück zum Camping war wesentlich schneller als der Hinweg, weil man nun den ganzen Weg am Strand entlang spazieren konnte. Als wir zurück bei unserem Platz waren, hatten wir neue Nachbarn bekommen. Sie haben es sich sehr wohnlich gemacht und sogar ihre Rattan-Garten-Lounge mitgenommen. Das habe ich ja noch nie gesehen.

    Wir setzten uns in die Sonne, assen was Kleines und legten dann unsere Vorspeise auf den Grill. Es wurde etwas dunkler, als wir vorhatten.. Von nebenan roch es köstlich nach Knoblauch und Kräutern, weshalb wir immer wieder in Richtung Nachbarsgrill blickten. Natürlich wurden wir beim Starren erwischt und ich entschuldigte mich mit „Sorry, aber es riecht so gut und wir versuchen rauszufinden, was das wohl ist“.

    Ich ging wenig später in den Camper, weil ich den Knöpfli-Teig vorbereiten wollte. Plötzlich kamen unseren Nachbarn mit einem wunderbar angerichteten Teller voller Essen . Es war mindestens so gut, wie es roch und aussah. Oje, wir hatten wohl hungrig ausgesehen. Währenddem wir das leckere Essen verspeisten, brachte uns einer der Söhne noch zwei dicke Scheiben mit Butter bestrichenem Brot. „Heute frisch gebacken, wollt ihr?“ Natürlich konnten wir nicht nein sagen. Es war lecker, aber irgendwie auch unangenehm, weil wir uns etwas blöd vorkamen.

    Unser Nachbar kam etwas später nach drüben und stellte sich als Matt aus Neuseeland vor, der noch nie in den Fiordlands war. Netter Kerl.

    Wir waren nach dem geschenkten Essen bereits satt, aber ich wollte die Knöpfli dennoch vorbereiten, wenn wir schon eine Küche beim Camping zur Verfügung hatten. Schlussendlich kochten wir doch noch im Camper, weil wir uns nicht trauten, mit den Küchenutensilien neben unseren Nachbarn durchzugehen, weil wir fürchteten, dass sie uns noch mehr Essen schenken, weil sie denken, wir seien immer noch hungrig.

    Abends spazierten wir nochmals zu den Moeraki-Steinen, weil wir hofften, Seehunde oder Pinguine zu sehen, sobald es eindunkelte. Leider liessen sie sich nicht blicken. Der abendliche Spaziergang am Meer entlang war aber dennoch schön.
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  • Budget Te Anau

    2. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich war wie immer früher wach als Simi und so spazierte ich zunächst ans Meer und ein paar Meter hin und her, schrieb dann meinen Bericht zum gestrigen Tag und weil der Herr immer noch am Schlafen war, genehmigte ich mir sogar noch eine Dusche. Als ich zurückkam, wachte er endlich auf. Er hatte von all meinem Krach, den ich veranstaltet hatte, absolut nichts mitbekommen.. Erstaunlich..

    Wir tranken Kaffee und ich muss meinen Eintrag zum neuen Wacaco revidieren, der Kaffee wurde diesmal super. Wir haben inzwischen andere Kapseln besorgt (Starbucks Nespresso), um auszuprobieren, ob es an der Kapsel oder am Wacaco liegt. Es liegt offenbar an den Kapseln..

    Kurz vor 10.00h ging ich zur Reception und gab den Badge zurück. Hildy, wie wir die Dame nennen, meinte nach etwas Diskussion bezüglich Campingzahlung (welche halt noch immer auf reserviert stand), dass sie mir die Nacht schlimmstenfalls schenken würde. Merry Christmas.

    Wir fuhren los, als Ziel war vorerst Te Anau bestimmt. Wir hofften, unterwegs noch einen Campingplatz in den Fiordlands buchen zu können, aber leider verpassten wir die einzige Chance auf einen Platz für heute Nacht, weil wir genau zu dem Zeitpunkt, als der einzige Platz frei wurde, an einen Ort fuhren, wo man keinen Empfang hatte. Wir aktualisierten die Seite alle paar Minuten, aber kein Platz wurde mehr frei.

    Eine Weile durfte ich Passenger Princess sein und schrieb mit meinem Schwesterchen ein paar SMS hin und her. Sie klärte mich auf, dass das schwarze Irgendwas, was ich gestern am Strand gesehen hatte, ein Ei von einem Geisterhai ist. Eine Google-Anfrage später war ich begeistert. Diese Dinger sehen eeecht speziell aus und wohnen irgendwo in den tiefsten Tiefen des Meeres. WOW :-)

    Irgendwann hielten wir an, um zu Mittag zu essen und ich musste mich anschliessend ans Steuer setzen. Wir fuhren irgendwo durchs Nirgendwo, bis wir am späteren Nachmittag endlich Te Anau erreichten.

    Wir kauften kurz ein paar Mittagessen für die nächsten Tage ein, tankten und fuhren dann in Richtung Fiordlands. Wir hofften, dass es immer noch gleich ist, wie im vergangenen Jahr, wo man bei fehlender Reservation vor Ort buchen konnte. Beim ersten Campground hielten wir an und wurden leider eines besseren belehrt. Tja.. letztes Jahr hatte ich mich noch über diese fragwürdige Reservations-Politik geärgert, nun hätten wir gut und gerne davon Gebrauch gemacht.

    Wir drehten wieder um und befürchteten schon, dass wir nun auf einem engen Campingplatz für CHF 70.00/Nacht übernachten müssen. Glücklicherweise fand ich einen privaten Platz, der lediglich eine kleine Spende für die Übernachtungsmöglichkeit verlangte. Auf den Fotos sah es etwas merkwürdig aus und auch als wir ankamen, waren wir unsicher, ob wir wirklich da parken dürfen. Ich rief kurzerhand die Nummer in der App an und eine ältere Dame teilte mir mit, dass es ok sei, sie jedoch dankbar für eine kleine Spende wäre. Sie käme gegen 20.00h vorbei, um das Tor zu schliessen und einen kurzen Schwatz zu halten (HILFE!).

    Wir parkten dennoch, legten 15 NZD in die Box (in der App hat jeder 10NZD empfohlen) und gingen dann ins Dorf etwas Trinken. Gegen 20.00h kamen wir zurück und die Dame kam tatsächlich kurz vorbei. Sie merkte zum Glück, dass ich keine sonderlich tolle Gesprächspartnerin bin und ging dann zum Camper neben an, dessen Besitzer sie offenbar schon länger kannte.

    Ab morgen haben wir für mehrere Tage Reservationen für die Plätze im Fiordland. Ich bin gespannt, was wir alles sehen werden. Momentan sind wir einfach nur froh, dass wir einen Schnäppchen-Parkplatz in einem überteuerten und überloffenen Touri-Ort gefunden haben. DANKE liebe Neuseeländer für eure Gastfreundschaft!

    Schlechter Witz des Tages, weil hier überall Pony-Poo verkauft wird:

    Wenn demnach jemand viel Scheisse verkauft, macht er dann das grosse Geschäft?

    Es war gestern irgendwie situationsbedingt witziger.. 😂
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  • Viele Menschen und Sandflies

    4. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 12 °C

    Vor der Abfahrt in die Fiordlands gönnten wir uns eine Portion Crêpes, bevor wir im Dorf noch kurz unser WC leerten. Die Schlange dort war riesig, da es für gefühlte 3 Millionen Camper genau eine Dumping-Station gibt. Ich war diesmal jedoch so frech, nahm unsere Kassette mit, sagte kurz und ohne Widerrede zu akzeptieren „Machts was aus, wenn ich mich schnell reindränge und innert. 10s meine Kassette leere?“. 30s später waren wir wieder unterwegs.

    Die Strasse in Richtung Milford Sound glich einer Autobahn. Sooo viel Verkehr! Bei einigen Punkten hatte man keinerlei Chance zu parken, es war alles so zuparkiert, dass man das Auto nicht mal mehr hochkant hätte hinstellen können. Wir hielten kurz bei einem Parkplatz, wo glücklicherweise kein Mensch war, um ein paar Wasserfallfotos zu schiessen, dann verzogen wir uns so rasch als möglich auf die wesentlich ruhigere Seitenstrasse, die wir letztes Jahr entdeckt hatten.

    Inzwischen war es bereits Mittag und so stoppten wir irgendwo in der Sonne, um Sandwiches zu essen und die Gegend etwas zu erkunden. Am Nachmittag fuhren wir dann bis ganz nach unten zu Strasse, wo wir einen Powernap machten und uns, bzw. vor allem Simi, dabei einmal rundum von Sandflies stechen liessen. Die Stiche werden jeweils riesig und jucken wirklich übel, also keine gute Sache so ein Stich..

    Nach dem Powernap fühlten wir uns wieder wesentlich fitter. Wir machten einen Abstecher zu den Humboldt-Falls, die jedoch nicht wirklich fotogen sind und wanderten wieder zurück zum Auto.

    Bei der Weiterfahrt entdeckten wir dann ein wunderschönes Bächlein mit kristallklarem Wasser. Meine Beschreibung der Szenerie: Als hätte man irgendwo in einer Art Zoo versucht, einen möglichst schönen Ort zu erschaffen.
    Es sah wirklich toll aus. Das Bächlein, moosbewachsene Bäume, Palmen, Farne.. Ein kleines Paradies auf Erden.

    Etwas später wanderten wir eine Weile dem Deadmen Track entlang. Es war sehr abschüssig und ausnahmsweise war ich diejenige, die es für besser hielt, nicht mehr weiterzugehen, weil ich dachte, wir müssen hier auch wieder runter. Der Wald an sich wäre auch sehr schön gewesen. Tolle Belichtungssituation, schöne Pflanzen, irgendwo sahen wir unseren ersten Kea, der von einem Baum herunterkrähte.. schön.

    Auf der Fahrt in Richtung Camping hielten wir noch hier und dort, fanden jedoch nichts. Der Parkplatz beim Lake Marian Trail war nun beinahe menschenleer, weshalb wir da noch unser Glück versuchten. Der Weg führte uns bis zu einem Aussichtspunkt beim Marian Creek. Es sah schön aus. Ein relativ wilder Bach, der nach unten donnerte, rundherum Urwald und moosbewachsene Steine.

    Es war schon etwas spät, weshalb wir nach dem Aussichtspunkt umdrehten und weiterfuhren. Beim Mirror Lake machten wir erneut Halt. Tagsüber keine Chance, jemals einen Parkplatz zu bekommen, weil die Leute mit Bussen dorthin geschafft werden.

    Die kleinen Seen spiegelten ihre Umgebung wirklich perfekt. Das Wasser war so klar, dass man den ganzen Tauchgang der kleinen Ente, die dort badete, bis an den Grund verfolgen konnte. Das war mal eine spezielle Beobachtung. Es sah süss aus, wie sie mit ihren Flossen-Füsschen paddelte, um den Grund zu erreichen und wie sie wenig später galant wieder nach oben schoss. Auch sonst war es am See zu dieser Tageszeit sehr friedlich. Einfach ein stilles Bild, mit Vogelgezwitscher und ab und zu ein Plätschern, wenn die Kormorane sich erschreckten und sich von den Bäumen ins Wasser fallen liessen, was ebenfalls lustig mitanzusehen war.

    Gegen 21.30h fuhren wir dann doch noch zum Campingplatz, welcher bereits wesentlich mehr Autos als die eigentlich zugelassenen 20 Stück beherbergte. D.h. wir waren gestern eigentlich wieder mal die beschissenen, weil wir uns an Regeln halten. Dabei haben wir uns sogar einen Pass gekauft, damit man unlimitiert campen kann ohne jedes Mal einzeln zahlen zu müssen, was man vermutlich von einigen anderen überzähligen Fahrzeugen hier nicht behaupten kann. Ganz abgesehen von den vielen illegalen Freedom-Campern überall in den Fiordlands verteilt.. Wir mussten uns schlussendlich mit dem letzten Platz, direkt neben dem stinkigen Plumpsklo, bei welchem die Türe bei jedem Toilettenbesucher 2x laut zuknallte, begnügen. Naja.. wir machten es uns sowieso einfach drinnen gemütlich und wollten nicht mehr nach draussen. Die bestehenden Sandflystiche sind vorerst genug.

    Wir kochten uns ein regelrechtes Festmahl aus den indisch-Resten. Jeder Inder hätte uns wohl verwunschen, weil wir 4 verschiedene Saucen zusammengemischt hatten, um Gas zu sparen. Wir waren uns jedoch einig, die Kombination der Saucen war sogar noch besser, als jede einzeln.

    Pappsatt musste ich dann den riesigen Berg an Geschirr und Behältern in unserer grossen Luxusküche von 1m2 abwaschen. Es war echt nicht leicht, aber irgendwann hatte ich es tatsächlich geschafft.
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  • gross und dick - klein und rund

    4. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 11 °C

    Unser beider heutiger Tag startete mit einer sehr tiefen Body Batterie. Ich dachte eigentlich, ich hätte ok geschlafen, aber meine Uhr meinte „Nö!“. Simi schlief noch eine gute Stunde länger als ich, aber hatte eine ähnliche Meldung auf der Uhr.. Das kann ja heiter werden heute..

    Als Simi seine Sandfly-Stiche abcheckte, nachdem ich mich über juckende Stiche beschwert hatte, traf uns fast der Schlag! Einer seiner Stiche hatte einen Durchmesser von ca. 10cm, der andere vielleicht 5cm, aber ragte gross und dick aus seinem Arm heraus, wie irgendein Geschwür.. Ein bisschen erschreckend. Es sah echt fies aus.

    Leider kann man gegen die Mistviecher kaum was tun. Inzwischen nützt nicht mehr Doctan dagegen und mit diesen Fliegen meinte es die Evolution gut. Sie wurden so entwickelt, dass sie durch die kleinen Löchere von unserem Mückennetz passen…

    Nach dem gestrigen Festmahl waren wir noch nicht allzu hungrig und so bereitete ich uns lediglich Spiegeleier und Kaffee vor.

    Nachdem alles wieder an Ort und Stelle war, fuhren wir los in Richtung Milford Sound. Unterwegs hielten wir bei einigen Bächlein, wo wir ein paar Fotos schossen, assen unsere Sandwiches, dann ging es ab durch den Tunnel an einen der touristischsten Orten Neuseelands: Milford Sound

    Der Ort wäre grundsätzlich schön, aber das finden leider auch Millionen anderer Menschen und so strömen Tag für Tag zig tausende Leute an diesen kleinen Ort. Wir parkten für einen Stunde und liefen ein wenig herum. Beim Mitre Peak, das ist der Berg dort unten, regnete es rundherum, wodurch es ein interessantes Bild abgab, wir entschieden uns jedoch nur für ein Handyfoto.

    Nachdem unsere teure Parkzeit abgelaufen war, nutzten wir die Gelegenheit und tankten unser Fahrzeug auf. Ich erwartete horrende Preise, aber wurde eines besseren belehrt. Trotz abgelegenem Ort, kostet Diesel in etwa gleich viel wie in den touristischen Orten, die wesentlich zugänglicher sind. Das Gute an diesem Tankvorgang ist, dass wir uns morgen einen unnötigen Ausflug nach Te Anau sparen können, welcher uns, ausser Verlust von Zeit und (Tank-)Geld nicht viel gebracht hätte.

    Nach unserem Besuch in Milford Sound entschieden wir, den Grave Talbot Trail zu machen. Bei diesem Wanderweg steht nie ein Auto und offensichtlich wird er auch nicht oft begangen.

    Der Weg führt durch einen wunderschönen Regenwald, leider mit vielen schlammigen Stellen. Ähnlich wie der Tutoko Trail, nur leider ohne Bächlein. Kurz vor Trailende erwartete mich eine supertolle Überraschung. Zu diesem Zeitpunkt lief ich vor Simi, als ich etwas sah. Ich dachte, es sei ein Wiesel, weil es dunkelgrau und irgendwie fellig aussah. Als ich etwas weiterging, sah ich es nochmals. Ich bin der Meinung, das war ein Kiwi, obwohl die eigentlich nachtaktiv sind. Jedenfalls sah es kuschelig weich aus, wie ein kleiner, Baby-Kaiserpinguin mit der Figur eines Schokobons (klein und rund).

    Simi sah das Vögelchen leider nicht mehr. Wir haben nebenan an „nur“ einen wenig scheuen, braunen Vogel gesehen, welcher eher wie ein Huhn aussah.

    Wir wanderten noch etwas weiter, aber irgendwann gaben wir auf, da vermutlich eine Überschwemmung die Markierungen hat verschwinden lassen. Unser letzter Punkt war dafür umso toller. Es sah erneut, wie eine von Menschenhand gemachte Kulisse aus. Das Wasser schimmerte blau, war jedoch völlig klar, es hatte Steine, die aussahen, als hätte man sie extra so angefertigt. Sie hatten eine wirklich eigenartige Form und Struktur. Für mich sah es nach einem weiteren paradiesischen Ort aus.

    Es hatte leider ziemlich viele Sandflies und so blieben wir nicht lange. Den Rückweg schafften wir wesentlich zügiger, da wir inzwischen geübter waren, im Schlamm-Ausweichen, aber wir waren bei der Ankunft beim Auto komplett fertig. Das viele Klettern und schauen, wohin man tritt und hohe Schritte machen, hatte uns ausgelaugt, dabei waren es nur etwas mehr als 6km.. Peinlich..

    Nachdem wir uns wieder etwas erholt hatten, fuhren wir in Richtung Campingplatz, hielten jedoch an einem Punkt an, wo es einige Bächlein hatte, welche fotogen aussahen. Ich schoss einzelne Fotos, Simi liess sich Zeit. Offenbar hat die F.O.M.O. ihn bereits fest im Griff. Recht hat er. Mit seinen Watstiefeln kam er an gute Orte, das muss man hier echt ausnützen. Während seiner Fotosession stand er unter der Beobachtung eines neugierigen Keas, der uns schon auf unserem Spaziergang zum Auskundschaften längere Zeit gefolgt war.

    Abends beim Campingplatz war es erwartungsgemäss sehr voll. Bereits bei unserer Ankunft hatte es wesentlich mehr Autos, als die 120 buchbaren Sites. Wir mussten uns erneut mit irgendeinem Platz begnügen, der noch übrig blieb, fanden jedoch einen ziemlich ebenen. Wir waren sowieso erledigt und wollten nicht mehr raus, zudem windete es und es war recht frisch draussen.

    Wir waren so müde, dass wir weder Interesse am wunderschönen Lupinenfeld neben uns noch am glühenden Abendhimmel zeigen konnten. Wir kochten unser Essen, machten den Abwasch und gingen schlafen.
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  • Erschöpft

    5. Januar in Neuseeland ⋅ ☀️ 13 °C

    Ich muss gestern echt erschöpft gewesen sein, denn als ich aufwachte, zeigte die Uhr bereits 08.30h, was ungewöhnlich spät ist für mich. Simi war merkwürdigerweise auch bereits wach und so bereitete ich Kaffee und später Crêpes zu.

    Unsere Uhren rieten uns, es heute langsam angehen zu lassen, damit wir uns erholen können. Liebe Uhr, wir sind in den Ferien und haben doch gar keine Zeit für Erholung ;-)

    Zwischen dem 2. und 3. Kaffee erspähten wir draussen eine gefiederte Familie, die in Richtung unseres Campers watschelte. Meine gestrigen Träume von der Kiwi-Sichtung platzten wie letztes Jahr erneut. Eine braungefiederte Mama watschelte hier nämlich mit wuscheligen, dunkelgrauen Küken umher, die leider erneut aussahen, wie Baby-Pinguine in klein und rund.. Ich glaube, letztes Jahr hat mich genau dieselbe Vogelart arglistig täuschen wollen. Dreamstealer 2.0!

    Nach dem Frühstück fuhren wir zu einer Wanderung, bei der wir wussten, dass sie 4h dauern würde. Wir wussten nicht, wohin sie führt, wir wussten nicht, ob sie steil oder gemütlich war und wir hatten keine Ahnung, was man unterwegs sehen würde.

    Wir bewaffneten uns, neben der Fotoausrüstung, mit Getränken und Sandwiches und zogen los. Es war ANSTRENGEND. Unsere Uhren zeigten nach lächerlich kurzer Distanz bereits Kalorienverbräuche von 300 und mehr.. Das ist zwar ganz nett für die Figur, aber wir wurden echt gefordert.

    Es ging immer weiter nach oben und der Weg war, wie bis jetzt bei fast jeder Wanderung, eine echte Herausforderung. Wurzeln, extrem rutschige Steine, Schlamm, Baumstämme, hochklettern, runterklettern, sich durch dutzende Spinnennetze durchkämpfen, und und und.. Wenige Meter können sich bei solchen Konditionen anfühlen wie Kilometer.

    Irgendwann schienen wir auf den letztern Metern vor dem Umdrehziel (ein See) zu sein. Freudig ging ich die letztern Meter „YEEEEAH, der See!!!“. Von rechts schaute mich ein Mann entgeistert an und dachte wohl, ich hätte sie nicht mehr alle.. Einen Schritt neben ihm entdeckte ich eine Tafel, die einen anderen Wanderweg anzeigte, der zu einem der supervollen Parkplätze führte und von welchem her der Weg weeesentlich kürzer war. Ein Blick nach links verschlug mir jedoch die Sprache. Es gab einen grossen Pavillon, wo man sitzen und piqueniquen/picnicen (wie schreibt man dieses blöde Wort?!?) konnte und der einfach nur voller Menschen war… Was für ein Glück, dass wir einen anderen Weg an diesen Ort gewählt hatten.

    Wir setzten uns an den See, liessen unsere völlig durchnässten Oberteile trocknen und assen unsere Sandwiches. Neben uns schwammen mehrere Entenfamilien mit ihren Jungen durch, Highlight der Wanderung.

    Eine Weile später machten wir uns wieder auf den Weg. Wir waren sichtlich erschöpft, stolperten alle paar Meter, fielen immer wieder um, weil wir uns irgendwo verfangen hatten oder ausrutschten. Es war kein grosser Spass. Die wenigen Kilometer wollten und wollten nicht aufhören.

    Als wir beim Auto ankamen und unsere Wanderung auf den Uhren beendeten, empfahlen uns diese, nun WIRKLICH etwas Erholung in Erwägung zu ziehen. Wir fuhren wieder an unseren Powernap-Platz des Vertrauens und legten uns kurz aufs Ohr.

    Diesmal nützte es leider weniger als beim letzten Mal. Dies kam vermutlich auch daher, dass eine Familie auf dem Parkplatz 45min brauchte, um ihr Auto zu packen und ununterbrochen und laut quatschte.

    Wir fuhren seeehr langsam die Strasse zurück. Suchten unterwegs nach schönen Bächlein, aber fanden keine neuen mehr. So kam es, dass wir bereits gegen 18.30h auf dem Campingplatz eintrafen, der sich nach und nach immer mehr füllte.

    Wir parkten irgendwo, spazierten kurz durch die Lupinen, die meines Erachtens wesentlich weniger vorhanden waren, als letztes Mal und parkten den Camper dann nochmals um, weil es vorne zu viele Leute hatte. Man muss wissen, es liegt hier nicht nur daran, dass wir möglichst für uns sein wollen, sondern auch, weil die kleineren Camper alle laute Schiebetüren haben, die vor allem nachts echt nervtötend laut sind. Hatten wir ja auch schon und wir wissen, wie mühsam das für beide Seiten ist..

    Der Abend war zwar windig, aber dennoch warm. Wir konnten uns endlich mal wieder nach draussen in die Sonne setzen und den Tag Revue passieren lassen. Vor uns eine Tüte Chips und ein wohlverdientes, kühles IPA. Neben uns der Grill, auf welchem bereits das Knoblauchbrot vor sich hin grillte. Nach dem Apéro legten wir die Mini-Burger auf den Grill und assen sie mit unseren letzten beiden Brötchen auf. Lecker!

    Irgendwann ging die Sonne langsam hinter den Bergen unter und es wurde kühler, sodass wir uns nach drinnen verzogen. Wir machten es uns auf dem „Sofa“ gemütlich und schauten unsere Fotos an: Meine 212 und Simis 2’200 Stück.

    Ich glaube, es hat einzelne brauchbare Bilder darunter. Ob sie schlussendlich wirklich gut sind, wird sich erst zeigen, wenn wir sie bearbeiten.

    Nach dem Bilder anschauen machten wir noch eine kleine Portion Chicken Nuggets und schauten nach dem Essen noch eine Weile „Two and a half men“.
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  • Milford Sound

    7. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 11 °C

    Wir liessen den Morgen langsam angehen, weil wir keinen wirklichen Plan hatten, was wir heute tun wollten.

    Nachdem wir etwas gegessen hatten, fuhren wir los in Richtung unserer Nebenstrasse, um dort nochmals unsere zwei Lieblingsplätze zu besuchen. Leider habe ich mich auch heute nicht getraut, den grossen, rutschigen Stein hinaufzuklettern, um den einen versteckten Wasserfall, den wir entdeckt hatten, genauer anzuschauen.

    Etwas später als Mittag hielten wir an einer Stelle, wo man Empfang hat, damit wir ein paar Nachrichten beantworten und ich meine Berichte uploaden konnte. Wir genehmigten uns auch ein weiteres gesundes (🥹😅😂) Chinanudel-Mittagessen.

    Gegen 15.30h kamen wir beim Campingplatz bei Milford Sound an. Wir bekamen einen Platz direkt neben WC, Dusche, Küche, was wir super fanden. Wir genossen eine ausgiebige Dusche und wollten eigentlich danach nur kurz über den Campingplatz schlendern, um alles anzuschauen.

    Schlussendlich wanderten wir bis ganz nach vorne nach Milford Sound. Ich war alles andere als dem windigen Wetter entsprechend angezogen, aber wir liefen so zackig, dass mir dennoch halbwegs warm war in meinen kurzen Höschen. Der Wind war echt stark und ich musste mir Papier in die Ohren stecken, weil sie durch den starken, kühlen Wind schmerzten. Meine feuchten Haare zogen freudig all den Staub und Schmutz in der Luft an und sahen vermutlich nach wenigen Minuten aus, als hätte ich sie seit Wochen nicht mehr gewaschen.. Teilweise konnte man kaum atmen. Die Rundflug-Flieger und -Helis flogen dennoch munter weiter und weiter.

    Wir versuchten, für den Abend irgendeinen Ort zu finden, wo wir den Sonnenuntergang fotografieren können, wurden jedoch nicht richtig fündig. Irgendwann gaben wir auf und liefen wieder zurück. Diesmal mit Stoppuhr, damit wir abends in etwa abschätzen konnten, wann wir nochmals losziehen müssen.

    Zurück beim Camper machten wir es uns draussen in der Sonne gemütlich. Unser Platz war ziemlich gut vor dem Wind geschützt, wodurch es angenehm warm war. Nach einiger Zeit mussten wir leider dennoch nach drinnen flüchten, weil die Sandflies uns erneut als Galadiner auserkoren hatten. Noch mehr Stiche wollten wir eigentlich nicht so einfach in Kauf nehmen.

    Im Camper setzten wir uns auf die Vordersitze, von welchen wir weiterhin gemütlich den Leuten zuschauen konnten, die alle ununterbrochen hin und her liefen.

    Kurz vor Sonnenuntergang marschierten wir wieder in den Hafen hinunter, wo wir ein paar Fotos schossen. Leider war der Sonnenuntergang alles andere als spektakulär, aber wir gaben uns trotzdem nicht so schnell geschlagen.

    Als es langsam eindunkelte, machten wir uns auf den Rückweg. Kaum eine Menschenseele war zu dieser Zeit noch unterwegs. Unser Weg führte der Strasse entlang, durch den Wald. Von allen Seiten her hörte man die verschiedensten Vogelgesänge und das Rascheln der Blätter. Echt schön.

    Zurück beim Camper entschieden wir, jetzt noch eine Wäsche zu machen, da wir zufälligerweise genügend Münzen gesammelt hatten. Zu solch später Stunde hatte man freie Bahn, nachmittags musste man sich hintenanstellen..

    Währenddem unsere Wäsche sich ein 40-minütiges Bad gönnte, kochten wir unser Essen. Simi kümmerte sich um Fleisch und Sauce, ich verzog mich in die Küche vor Ort und versuchte, das Wasser für die Spaghetti zum Kochen zu bringen. Leider hatte ich mich für die falsche Gasplatte entschieden, wodurch es wirklich eeewig dauerte, bis es soweit war. Irgendwann realisierte ich, dass es nebenan bessere Möglichkeiten gab und endlich sprudelte das Wasser und die Spaghetti konnten vor sich hin kochen.

    In der Zwischenzeit mussten wir noch die Wäsche von der Waschmaschine in den Tumbler werfen. Ich hatte Geld für 40min tumblern, am Gerät stand 70min. Toll, die Wäsche würde vermutlich noch feucht sein, wenn unsere bezahlte Zeit durch war.

    Im Camper quetschten wir uns für das Essen auf die Sitzbank, rundherum hing die Wäsche, welche wir nicht tumblern wollte. Kein sehr einfaches Unterfangen, aber es ging trotzdem irgendwie.

    Nach dem Essen erledigten wir den Abwasch und kaum waren wir fertig, klingelte mein Timer und wir konnten unsere Wäsche holen. Der Tumbler war immer noch fleissig am Trocknen, aber die Wäsche war längst trocken und glühte fast. Ich hoffe, unsere Wäsche hat die superheisse Trocknung gut überstanden!
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  • Lazy day

    7. Januar in Neuseeland ⋅ ☀️ 18 °C

    Am Morgen prasselte der Regen auf unser Dach. Perfekter Tag, um diesen Ort zu verlassen. Die letzten Tage hatten wir super Glück mit dem Wetter. Man muss hierzu den Fakt beachten, dass Milford Sound gemäss eigenen Angaben, einer der nässesten Orte der Welt ist. Offenbar soll es hier an ganzen 200 Tagen pro Jahr regnen😱

    Die Fahrt nach Wanaka dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Bis zurück nach Te Anau hatten wir bereits um die 2h. Eigentlich wollten wir da eine Pizza zu Mittag essen, aber leider öffnen sämtliche Italiener erst am Nachmittag. Wir liessen uns von einem vielversprechenden Schild mit „Miles better pies“ locken und kauften uns je einen Pie. Leider gab es auch hier keine mit Spinat, wie ich es mir schon länger wünsche und so bestellte ich für mich einen Steak-Pie und Simi bestellte einen mit Hackfleisch. Letzterer wurde leider falsch rausgegeben und Simi bekam einen mit Wild und Pflaumen, den er so furchtbar fand, dass er ihn wegwerfen wollte. Schlussendlich haben wir unsere Pies getauscht, da ich ihn als essbar befand.

    Nach dem Essen fuhren wir weiter und weiter und weiter. Irgendwann musste ich mich ans Steuer setzen und fuhr den restlichen, kurvigen Weg bis nach Wanaka. Schade, dass ich Simis angstverzerrtes Gesicht auf der Fahrt nicht fotografieren konnte. Die Strasse war auf seiner Seite ziemlich abschüssig und er hatte ständig Angst, dass wir hinunterpurzeln, obwohl ich meines Erachtens nicht wirklich halsbrecherisch fuhr..

    Das übernächste Auto vor uns war jedoch ziemlich ablenkend auf der Fahrt. Der Fahrer hatte zwei Velos irgendwie am Auto befestigt und je ein Rad drohte bei jeder Bodenwelle den Boden unter sich zu berühren. Ich sage nur „Final Destination“..

    Irgendwann kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in Wanaka an. Wir suchten unseren Campingplatz, der wortwörtlich am Ende des Dorfs gelegen ist. Vor dem Platz kam ein anderer Campground und bei diesem war ein Schild, der nochmals 1km weg vom Dorfkern zeigte: unser Campground.

    Wir checkten ein und bekamen einen echt merkwürdigen Platz. Ich meine, wir fahren nicht irgendeinen Toyota Landcruiser, sondern einen Camper.. Wir mussten den Hügel hochfahren, dann rückwärts auf einem recht schmalen Bereich in die Mitte von zwei anderen Campsites fahren, die glücklicherweise beide noch frei waren. Falls aber jemand neben uns parken sollte, wäre das Rausfahren kaum mehr möglich.

    Auf unserem Platz tummelten sich drei Häschen, ein weiteres hatte offenbar das zeitliche gesegnet und lag tot neben unserem Platz. Armes Ding.

    Wir parkten unseren Camper und gingen duschen. Hier ging es weiter mit dem merkwürdigen Campground. Wir mussten irgendwo quer zwischen anderen Plätzen und ein paar Cabins durchgehen, bis ein Häuschen kam, das seine besten Tage auch schon hinter sich hat. Es gab ein Zeichen mit „Unisex Shower / WC“. Nennt mich verklemmt, aber spätestens bei der Dusche hört dieses Unisex-Zeug auch bei mir langsam auf. Die WCs gehen ja noch, aber Duschen.. Wenigstens gab es Kabinen, aber sie hatten unten sicher 20cm Bodenfreiheit und gegen oben waren sie auch offen. Naja..

    Nach dem Duschen schmierten wir uns im Camper erstmal eine fette Schicht Desinfektionsmittel an die Füsse. Der Boden in der Dusche war uns nicht so geheuer..

    Am späteren Nachmittag spazierten wir die 3km ins Dorf, wo wir im Speights Alehouse unsere Pläne für die nächsten Tage über den Haufen warfen, weil das Wetter echt schlecht vorausgesagt war. Nicht nur ein bisschen Regen, sondern so um die 100mm pro Tag waren an unserem eigentlichen Zielort für den nächsten und übernächsten Tag angesagt. Nein danke.. Wir entschieden uns, am Tag darauf nach Queenstown zu fahren, sofern wir einen Campingplatz reservieren können. Die „guten“ waren leider alle schon komplett ausgebucht, ich fand schlussendlich noch einen freien Platz auf einem, der nicht allzu gute Bewertungen hatte.

    Nach dem Ale House spazierten wir noch ein wenig in Wanaka herum. Wir hatten festgestellt, dass das Indische Restaurant Spice Room in Queenstown offenbar nicht mehr existierte und wollten nachschauen, ob das Restaurant in Wanaka noch da ist. Offenbar muss es kurz vor Weihnachten geschlossen worden sein, denn es stand nur noch „permanently closed - but the spirit lives on“. Obwohl ich mich die letzten Male jedes Mal geärgert hatte über das Restaurant… Es hat mir trotzdem einen kleinen Stich ins Herz gegeben. 2014 waren wir das erste Mal da, als wir auf Weltreise waren. Damals war es das leckerste Indisch-Restaurant überhaupt und wir waren mehrmals dort. Die letzten Male war es leider immer etwas mühsam, weil es immer eiskalt war dort oder die Bedienung dort nicht die beste war (30min warten, bis man etwas zu trinken bekommt ist schon grenzwertig..). Trotzdem.. wir haben irgendwie eine gemeinsame Vergangenheit.

    Es wurde langsam Zeit, dass wir ins Steakhouse gingen. Auch dieses Restaurant kannten wir von früher bzw. das Vorgänger-Exemplar.

    Wir liessen es uns gutgehen. Tintenfischringe und Shrimps zur Vorspeise, 300g butterzartes Rindsfilet auf dem heissen Stein mit Pommes und einem guten Wein zur Hauptspeise.. Sehr lecker!

    Nach dem Essen wanderten wir glückselig zurück zum Camper, wo wir uns noch über den Cheesecake im Kühlschrank hermachten. Moment mal?!? Das schmeckt doch wie Joghurt! Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Hätten wir uns nicht vom wunderbar aussehenden Bild auf der Verpackung blenden lassen, hätten wir vielleicht gelesen, dass da steht „inspiriert von Cheesecake“. Im Endeffekt war es einfach ein etwas fester, griechischer Joghurt mit Beerenmus. Hätte schlimmer sein können, aber war enttäuschend, weil wir uns auf Cheesecake gefreut hatten.
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  • Lazy, rainy day

    8. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 15 °C

    Auch heute war wieder ein gemütlicher Tag. Morgens hatten wir noch grosse Pläne, wollten auf den Roys Peak wandern, sobald wir irgendwo etwas Essbares gefunden haben.

    Wir fuhren zum nächsten New World und holten uns Material für Sandwiches, Getränke und ein paar Riegel für die Wanderung. Nachdem wir bezahlt und zurück zum Auto gelaufen waren, checkten wir nochmals kurz das Wetter ab, weil die Wolken rund um uns herum immer dunkler wurden. —> Voraussage: Regen!

    Im Regen will man nicht unbedingt auf den Roys Peak und wieder runter… Wir beschlossen, direkt nach Queenstown zu fahren und dort mittags eine Pizza zu essen. Wir fanden einen der letzten freien Plätze für Wohnmobile und spazierten in die Stadt.

    Unser Auto hatte uns 20 Grad versprochen, aber uns war ziemlich kalt draussen. Wir schlenderten in der Stadt herum und suchten einen Ort, wo man Pizza essen konnte. Es war inzwischen schon weit nach Mittag und so überlegten wir nicht lange und gingen einfach ins nächstbeste Restaurant, wo wir etwas von Pizza gelesen hatten.

    Hmm.. die Pizzen auf dem Menü waren nicht so unseres. Wir konnten uns jedoch auch nicht auf gemeinsame Zutaten für eine grosse Pizza entscheiden. Schlussendlich nahmen wir beide eine normale Pizza. Simi mit allem möglichen drauf, ich ohne Käse, dafür mit Spinat und Tomaten. Die Dame am Tresen schaute mich wundernd an und meinte, die Pizza würde ohne Käse aber trocken werden, ob ich dies in Kauf nehmen würde? Ich konnte ihre Bedenken. nicht wirklich nachvollziehen und sagte zu.

    Meine Pizza kam als erste an und sah zwar ziemlich „öko“, aber trotzdem lecker aus. Von Trockenheit keine Spur. Bei Simis Pizza war offenbar etwas schiefgegangen und er musste nochmals 10min warten. Als sie kam, roch es zwar sehr lecker, aber es war eeecht viel Käse drauf. Genau, was ich befürchtet hatte. Ich war froh, dass ich mich gegen den Käse entschieden hatte.

    Nach dem Essen liefen wir noch eine Weile rum, aber gingen kurz darauf, nach einem Zwischenstop bei einem Espressostand, zurück zum Camper, um mit diesem schon mal auf den Campground zu fahren.

    Okay… nun kann ich nachvollziehen, weshalb die Bewertungen nicht sonderlich gut sind. Es fängt damit an, dass bei der Zufahrt zum Campground eine Gulliabdeckung ca. 10cm vom Boden absteht, weil runderhum alle Erde weggefahren ist. Wir hatten Bedenken, ob unser Camper dies schadlos überstehen oder ob der Gullideckel uns die Unterseite zerstören würde. Entgegen unseren Befürchtungen kamen wir ohne Kratzer darüber hinweg.

    Weiter oben lag dann eine recht scharfkantig aussehende Metallabdeckung.. Dieser konnte man zum Glück einigermassen ausweichen. Der uns zugewiesene Platz war dann nochmals eine Herausforderung, weil er recht schmal war und man ziemlich viel Gas geben musste, um rückwärts die steile Schwelle hinauffahren zu können. Simi erledigte das Parkieren zum Glück mit Bravour.

    Simi legte sich eine Weile aufs Ohr, währenddem ich meinen Bericht zum gestrigen Tag verfasste.

    Als der Regen irgendwann nachliess, machten wir uns auf den Weg in Richtung Städtchen, wo wir nochmals umherschlenderten und dann an einem altbekannten Ort etwas trinken gingen. Nach dem Bier liefen wir weiter umher und suchten die Orte, wo wir das letzte Mal gegessen hatten. Den Inder gibt es auch in Queenstown nicht mehr, das Steakhouse von damals ist immer noch am selben Ort.

    Irgendwann war es endlich Zeit fürs Abendessen. Ich hatte schon längst wieder Hunger, Simi noch nicht wirklich. Im Restaurant angekommen, waren wir heilfroh, dass wir reserviert hatten. Es war komplett ausgebucht. Selbst wir mussten noch wenige Minuten warten, bis unser Tisch frei war.

    Die Speisekarte war leider voller guter Menüs und wir konnten uns beide fast nicht entscheiden. Für die Vorspeise wählte Simi Shrimps in „Rattlesnake Sauce“, ich Calamari. Simis Shrimps waren göttlich gut. Die Sauce ein Traum, aber schmeckte sehr böse. Meine Calamari? Sensationell. Wir waren gottseidank klug genug und assen die Calamari nicht fertig. Wir dachten, wir können sie noch zur Hauptspeise essen.

    Diese kam und sie sah aus wie der grösste Traum eines Karnivoren. Simi hatte Steak bestellt mit Kartoffelstock und einem Viertel Ribs. Ich hatte eine Mixed Grill-Platte mit Pommes bestellt mit Wurst, Poulet, Steak und Ribs. Hätte ich gewusst., wie viel Fleisch sie auf die Platte legen, dann hätte ich vielleicht anders gewählt.

    Meine Augen leuchteten und staunten, als diese riesige Platte für EINE Person vor mir hingestellt wurde. Alles, ausser vielleicht das Chimichurri, war einfach nur ausgezeichnet! Ich habe nicht gewusst, dass ein Brathähnchen so butterzart sein kann. Ich hatte mir ein trockenes Stück Poulet vorgestellt, aber was ich da vor mir hatte war einfach nur LECKER!!!

    Simis Ribs „zum Probieren“ waren grundsätzlich eine vollständige Speise für eine Person.. Und das für gerade Mal CHF 7.00!

    Das Essen war echt super, super lecker! Sollten wir jemals wieder in Queenstown landen —> Flame Bar and Grill - wir kommen! DEFINITIV!

    Die grösste Überraschung kam beim Zahlen, was leider etwas länger dauerte, als man sich wünschen würde. Ich winkte dem einen Kellner mehrmals, aber es schien, als hätte er mein Winken missinterpretiert und als hätte ich ihm ein flirtendes Winken geschenkt, welches er beschämt ignorierte. Junge, ich wollte nur die Rechnung haben!

    Zurück zur. Überraschung. Wir hatten je eine sehr grosszügige Vorspeise und ein Bier, zur Hauptspeise vermutlich je fast 1kg Fleisch UUUND wir hatten eine Flasche Malbec. Was das kostete? Ca. CHF 150! Ein absolutes Schnäppchen, insbesondere wenn man bedenkt, wie lecker alles war!!

    Ach ja, die restlichen Calamari und eine echt grosse Portion Ribs haben wir eingepackt, damit wir sie morgen essen können. Wir haben entschieden, uns nicht unnötig vollzufressen und das restliche Essen lieber am nächsten Tag mit gutem Hunger nochmals in Angriff zu nehmen.
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  • Wunder dieser Erde

    9. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 11 °C

    Vergangene Nacht haben wir beide alles andere als gut geschlafen. Unser Platz befand sich erneut direkt neben den Toiletten und Duschen, bei welchen 24/7 die Lüftung läuft, welche einen nervtötenden Dauerton von sich gibt. Anfangs dachten wir, wir hätten bei unserem Camper irgendwas nicht ausgeschaltet, aber nachdem wir die Türe geöffnet und das Geräusch auch draussen vernommen hatten, wussten wir, dass es irgendwo sonst her kam.

    Zu diesem elenden Geräusch kamen nachts noch andere aufweckende Töne: laute Schiebetüren, die erst den Schienen entlang schliffen und dann mit einem lauten Krach geschlossen bzw. geöffnet wurden; lauter Regen; Autos, die mitten in der Nacht rumfahren (vermutlich, um aufs Klo zu gehen, damit man nicht nass wird..) und auch andere nicht zuweisbare Klänge. Wir vermissten die Natur…

    Am Morgen nahmen wir beide noch eine Dusche, bevor wir vor dem wirklichen Losfahren Wasser, Gas und Ad Blue nachfüllen mussten. Natürlich alles jeweils an einem anderen Ort.. Der Spass dauerte eine ganze Stunde. Gleichzeitig versuchten wir, mit unserer Vermietungsstation Kontakt aufzunehmen, weil unser Kühlschrank bereits zwei Tage lang seinen Dienst verweigerte.. Leider mit wenig Erfolg.

    Irgendwann konnten wir endlich losfahren. Die Fahrt führte uns an wunderschön, blau schimmernden Seen entlang. Das Wetter war herrlich und die Temperatur stieg teilweise auf ganze 30 Grad. Schade, dass wir es gar nicht wirklich geniessen konnten.

    Im Nebendorf von Wanaka kauften wir kurz ein und führten unsere Fahrt dann fort. Das Tagesziel war der Haast Pass, wo wir im vergangenen Jahr schöne Fotos von kleinen Bächen schiessen konnten, zudem wollten wir bei diesem schönen Wetter auch einen „Geheimtipp“ besuchen, der vermutlich voller Touristen sein würde.

    Irgendwann am Nachmittag kamen wir bei letzterem an. Zum Glück hatte ich meine alten Five Finger Schuhe mitgenommen, denn der Weg in den Canyon führte ausnahmslos durchs Wasser, wo sie perfekt genutzt werden konnten.

    Wir wateten durchs Wasser und kamen kurz darauf bereits am Ziel an. WOW! Einer der Orte, bei welchen man kaum glauben kann, dass die Bilder im Internet der Wahrheit entsprechen und keine schöngefärbten Photoshop-Produkte sind.

    Das Sonnenlicht schien in den engen Canyon, von oben her kam ein schöner Wasserfall. Es sah einfach nur wundervoll aus! Mit der Fotokamera war es durch das viele Wasser kaum möglich, ein Foto zu schiessen, aber mit dem Handy und meiner Filmkamera ging es zum Glück einigermassen. Ich war auf jeden Fall mit den Resultaten zufrieden.

    Nach einer Weile hatten wir genug und wir fuhren weiter die Strasse entlang. Leider hatten wir meistens andere Autos hinter uns, wodurch wir uns nicht wirklich Zeit nehmen konnten, um alles genauer anzuschauen. Es war schade, dass wir dadurch die Strasse entlang gehetzt wurden. Dennoch hielten wir ab und zu an und an einer Stelle blieben wir eine Weile und stiegen das Bächlein hinauf. Es war ziemlich rutschig, aber es sah echt schön aus.

    Gegen 18.00h fuhren wir zum Campingplatz und waren wieder einmal überrascht, wie voll es war. Wir hatten natürlich auch hier pflichtbewusst vorgängig reserviert, trotzdem fanden wir kaum noch einen Platz; um 18.00h!! Leute, habt ihr nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag auf dem Campingplatz zu sitzen?!?

    Wir machten es uns draussen so gemütlich, wie es eben ging. Die Sandflies kamen scharenweise und ergänzten die vom Nachmittag noch nicht malträtrierten Hautstellen mit weiteren Stichen. Wir grillten ein Knoblauchbrot und legten darauf die restlichen Calamari. Es wurde unerwartet gut.

    Später machten wir einen kurzen Spaziergang und wärmten dann unsere Spare-Ribs-Reste im Camper auf. Auch die waren nach wie vor lecker.

    Leider hatten auch zig Sandflies den Weg in unseren Camper gefunden und genossen uns als Abendessen. Ich hoffe, dass wenigstens ich mir etwas Respekt bei diesen Dingern verschafft habe, weil ich (unabsichtlich) eine von ihnen gegessen habe während dem Abendessen. Hoffen wir das beste.

    Es war alles in allem ein guter Tag ☺️
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  • Weg vom Regen

    10. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute Morgen wurden wir von den Geräuschen des strömenden Regens geweckt. Ausnahmsweise waren wir auf dem Campground nicht die letzten, die aus den Federn krochen.

    Ich machte gemütlich Kaffee und endlich mal wieder Crêpes, bevor es spassig wurde und ich im Starkregen nach draussen gehen und das Gas abdrehen musste. Ein kleiner Moment draussen, aber eine grosse Herausforderung für meine Regenjacke. Ich werde mir Imprägnierungsspray oder eine neue Jacke besorgen müssen, andernfalls werde ich wohl noch ein paar Mal klitschnass.

    Wenigstens hatten wir gute Voraussetzungen, nicht ganz so nass zu werden, wie unsere etwas merkwürdigen Campnachbarn. Sie hatten bei unserer Ankunft mindestens 45min damit verbracht, ihr Tipi mit einer Art Traumfänger-Kronleuchter aufzustellen, Matratzen, Kühlboxen, Boxen mit Deko, Tischen, und, und, und vom Auto zum ca. 50m entfernten Wäldchen und in ihr Zelt zu schleppen. Ich rate mal.. Instagrammers.. Viel Spass beim Zusammenräumen bei dem Regen..

    Die Wettervorhersage für die Westküste war weiterhin grauenvoll mit Ankündigung ca. 7x mehr Regen, als es aktuell der Fall war. Nein, danke. Wir entschieden, stattdessen in Richtung Mount Cook zu fahren, wo die Wettervorhersage wenigstens ein wenig rosiger aussah.

    In Wanaka kauften wir nochmals in unserem neuen New World des Vertrauens ein, anschliessend wollte Simi unbedingt eine Pizza essen. Also fuhren wir noch ins Städtchen und setzten uns ins erste Italienische Restaurant, welches Google Maps uns vorgeschlagen hatte.

    Simi gönnte sich eine fette Pizza Diavola, ich eine Vegi-Pizza, weil ich warme Salami einfach nicht mag und keine Lust auf Schinken oder Speck hatte. Es war lecker. Wer hätte gedacht, dass ich mir mal regelmässig Pizza mit Oliven und Artischocken bestellen würde? Ich werde wohl älter..

    Nach dem Essen genehmigten wir uns einen Espresso und fanden ihn echt gut. Ich sagte zu Simi „Wow, die haben ihre Kaffeemaschine perfekt eingestellt. Der Kaffee ist richtig schön dickflüssig und null bitter“. Einen Blick in Richtung Küche verriet uns: der Kaffee kam doch tatsächlich aus einer Nespresso-Kapsel-Maschine….

    Frisch gesättigt und nicht ganz so aufgeweckt, wie durch einen richtigen Kaffee, fuhren wir weiter. Die Fahrt führte uns über den Lindis Pass, vorbei an Omarama, wo die Icebreaker-Schafe wohnen und dann dem Lake Pukaki entlang nach Aoraki. Den letzten Teil übernahm ich, weil Simi Kopfschmerzen hatte. Was für ein Fehler! Ich hatte vergessen, dass die Strasse mühsame, enge Brücken beinhaltet. Zudem gab es auf der heutigen Fahrt echt sehr starke Böen, die unser 3m hohes Gefährt natürlich gefährlich hin und her schaukeln liess und verlangten, dass man das Steuer zu jeder Zeit fest im Griff hat, um nicht von der Strasse abzukommen, wenn die nächste Böe kommt.

    Wir fuhren zunächst zum Tasman Glacier Lake, wo wir die kurze „Wanderung“ zum See machten. Mir gefällt dieser Ort nicht wirklich, aus meiner Sicht ist es einfach ein grosser Tümpel, aber Simi wollte unbedingt den Mount Cook mit dem See und Fluss dort fotografieren (und er ängstigte sich vor den Hängebrücken beim anderen Parkplatz).

    Wir blieben nicht allzu lange, weil der superstarke Wind Regen in unsere Richtung brachte. Zuerst machten wir noch einen Abstecher zum Campingplatz, um die aktuelle Reservations-Situation dort abzuchecken. Welch eine Überraschung: Neu muss man bereits zum Parken bezahlen UND es dürfen wirklich ausschliesslich Personen dort campen, die eine Reservation haben, andernfalls wird man mit NZD 200 gebüsst. Ok, das ist neu..

    Wir fuhren zurück in Richtung Twizel, nur um in den Autospiegeln zu sehen, dass sich die dicke Wolkenschicht rund um den Mount Cook mehr oder weniger verzogen hatte und man tatsächlich etwas sah.

    Wir drehten nochmals um. Irgendwo parkten wir kurz, weil der Berg in dem Moment gut sichtbar aus den Wolken ragte. Simi stieg aus, ich wollte mitgehen, aber es windete in dem Moment so dermassen stark, dass ich mich nicht traute, die Autotüre aufzumachen. Ich hatte Angst, dass das Auto kippen würden. Es schaukelte echt bedrohlich stark, eine offene Autotüre hätte noch mehr Angriffsfläche geboten.

    Als Simi zurück ins Auto kam, fuhren wir nochmals bis ganz nach hinten zum Tümpel, weil wir für die andere Seite zu spät dran waren. Es hatte zwar einige echt tolle, vom stürmischen Wind geformte Wolken, aber ansonsten gab es aus meiner Sicht nicht viel zu fotografieren. Ich schaute stattdessen eine Weile einem Vogel zu und versuchte von diesem ein Foto zu schiessen. Der kleine, gelbe Kerl öffnete zum Pfeifen seinen Schnabel so weit es ging, plusterte sich auf und streckte sein gelbes Brüstchen raus. Es sah witzig aus.

    Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir schlussendlich zurück nach Twizel und parkten da, wo wir letztes Jahr vom Abschleppwagen hingebracht worden sind. Selbstverständlich kochten wir noch gemütlich ein Abendessen.
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  • Stürmische Nacht

    11. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 16 °C

    Nach dem Abendessen schliefen wir rasch ein. Es war, trotz wenig Bewegung, irgendwie ein anstrengender Tag.

    Mitten in der Nacht schreckten wir beide auf. Ich glaube, unser Camper wäre beinahe gekippt! Alles schaukelte, der Wind rauschte lautstark um uns herum. Man hörte erst das starke Rauschen von den Bäumen und dann BÄÄÄÄÄÄNG, Klatsche ans Auto, einmal gut durchschütteln, Räder in die Höhe..

    Es war echt ein mulmiges Gefühl. Draussen war es stockdunkel und man sah in der Ferne Blitzlichter oder Wetterleuchten. Wenn man genauer schaute, sah man, wie draussen die Bäume rundherum tief nach unten gebogen wurden.

    Viele benachbarte Camper waren inzwischen auch vom starken Windgeschaukel wach geworden und fühlten sich vermutlich gleich unwohl wie wir. Man sah Licht in ihren Autos, jemand parkte um.

    Wie viel Wind braucht es, um einen Camper zu kippen?!? Sollen wir uns gegen die andere Seite hinstellen oder sind wir dann dem Wind noch mehr ausgesetzt?

    Irgendwann versuchten wir, trotz den unguten Gefühlen, wieder zu schlafen. Es dauerte lange, doch irgendwann gelang es uns doch.

    BÄÄÄÄÄÄÄÄNG!!!!! Simi und Thesi sind erneut hellwach. Ein Blitz muss in nächster eingeschlagen sein. Es donnerte in einer echt grossen Lautstärke, der ganze Boden vibrierte sekundenlang, dann begann wie aus dem Nichts ein Starkregen, der donnernd auf unser Autodach schlug.

    Wir schauten nach draussen, wo der Himmel hinter uns zu brennen schien. Man sah nichts, als eine riesige, orangene Wand, die hinter uns auftauchte. Es sah echt merkwürdig aus..
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  • Downpour...

    11. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 7 °C

    Nach der stürmischen Nacht erwachten wir beide erst spät, aber wir hatten sowieso keine Eile, um wieder nach Aoraki zu fahren. Es regnete in Strömen und man hatte nullkomanull Sicht nach irgendwo.

    Wir tranken gemütlich Kaffee, assen zu mittag und fuhren gegen 13.00h los. Man sah kaum was von der Umgebung, alles war in ein nasses Weiss gehüllt. Die herzigen Bächlein vom Vortag hatten sich in unschöne, braune Ungetümer verwandelt und kleine Pfützen in Seen, die teilweise die halbe Strasse überschwemmten.

    Als wir beim Campingplatz parkieren wollten, wurde der Weg mit Pilonen versperrt. Der Grund war ein nicht mehr ganz so kleines Flüsschen, durch welches man hätte durchfahren müssen, um zum Platz zu kommen.

    Wir stellten unseren Camper auf den danebenliegenden Parkplatz und machten es uns wieder gemütlich. Ich kochte Knöpfli für den Abend, Simi sah sich seine Fotos durch und bearbeitete das eine oder andere.

    Nicht ganz der Tag, den man sich wünschen würde, aber gemäss „Windy“ sollte es am Abend plötzlich besser werden. Man darf ja noch hoffen..

    Es regenete uuund regnete.. Irgendwann fingen wir einen „Two and a half men“-Marathon an, bis es Zeit wurde, das Abendessen zu kochen. Es schien keinerlei Besserung in Sicht zu sein.

    Wir hatten gerade das Essen in die Teller geschöpft, als es aufhörte zu regnen und wir einen winzigen Hoffnungsschimmer auf einen guten Sonnenuntergang hatten. Wir schaufelten das Essen direkt zurück in die Pfanne, zogen unsere Regenkleidung an, packten unsere Rucksäcke und marschierten im Eilzugstempo los.

    Der Boden war überall völlig durchtränkt und der Weg an einigen Stellen ziemlich überschwemmt. Der Weg über die Hängebrücke war nicht wirklich angenehm. Unter uns tobte eine riesige Wassermasse, die Brücke schaukelte, der Holzboden war rutschig.. Nein, nicht angenehm.

    Wir wären innert kürzester Zeit beinahe bei der zweiten Brücke angekommen, wäre da nicht plötzlich eine Absperrung gewesen, die den Weg abrupt beendete. Ich wusste, dass eine Brücke geschlossen war, war jedoch der festen Überzeugung, dass es erst die dritte ist. Tja, schlecht recherchiert! Der Weg war doch tatsächlich ab der Stelle geschlossen, wo es langsam spannend und schön geworden wäre.

    Ich stiess innerlich einen lauten Schrei aus und musste gleichzeitig lachen. Das war ja mal wieder typisch. Wir warten den GANZEN Tag im Vollschiff auf besseres Wetter, ziehen dann um 21.15h und mit grosser Hoffnung und Motivation los und dann sowas!

    Geknickt liefen wir zurück zum Auto, währenddem der Himmel sich vielversprechend färbte und formte. Was für ein Reinfall!

    Wenigstens konnte ich meinen Schritte-Stand von 349 Schritten, bis um 21.15h noch auf fast 7’000 bringen. Man muss sich auch an den kleinen Dingen erfreuen.
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  • Wo selbst die Kühe määähckern

    12. Januar in Neuseeland ⋅ ☀️ 14 °C

    Ausnahmsweise klingelte am Morgen der Wecker, weil wir eine lange Fahrt vor uns hatten. Wir genehmigten uns nur einen Kaffee und fuhren dann schon los.

    Der Himmel war nun strahlend blau, Mount Cook ragte in seiner vollen Pracht aus dem Boden, das viele Wasser von gestern war verschwunden. Wir fuhren los, die Bäche hatten alle wieder zu ihrem normalen Stand zurückgefunden.

    Nach einer Stunde erreichten wir Twizel, wo wir Tanken und unser WC leeren wollten. Da wir die Ausfahrt zur Dumpingstation verpasst hatten, nutzten wir die Gelegenheit, um kurz im Dorfladen ein paar Dinge zu besorgen.

    Simi war alles andere als gut gelaunt und ich schob es auf Hunger, weshalb wir in der Bäckerei ein Gipfeli holen wollten. Leider handelte es sich wohl um eine spezielle Bäckerei, die sich mehr oder weniger nur auf Salzige Snacks wie Pies und Sandwiches konzentrierte. Es hatte ein paar Süssgebäcke und so assen wir beide mit schlechtem Gewissen einen Nutella-Berliner bzw. einen Apfel-Rhabarber-Küchlein.

    Nachdem sich die Laune ein klein wenig verbessert hatte, fuhren wir zurück zur Dumpingstation, wo bereits anderere grosse Camper waren. Ich nahm dennoch schon mal das WC raus, weil ich dachte, dass es evtl. ein zweites „Loch“ hatte, wo ich das schnell erledigen konnte. „Camping-Karen“ belehrte mich, dass ich nun warten müsse.

    Ja… Camping-Karen, dann mach mal schön. Camping war wohl keine regelmässige Tätigkeit von den beiden. Sie konnten kaum ihren Tank leeren und schütteten die Hälfte daneben, probierten immer andere Varianten aus.. Als sie endlich fertig waren und in einer Seelenruhe ihren Kram zusammenpackten, rief ich dem Camper hinter ihnen zu, der sowieso nichts unternehmen konnte, solange Karen da stand, ob er mir kurz 20s geben würde, um das Klo zu leeren. Er stimmte zu und 15s später war ich wieder weg und er konnte noch gar nicht erst bis zum „Loch“ fahren. Fuck you Karen!

    Nun ging die lange Fahrt los. Wir fuhren erneut bei Omarama vorbei, über den Lindis Pass, der übrigens von dieser Seite herkommend viel besser aussieht. Irgendwann erreichten wir den Haast-Pass, wo wir kurz ein Sandwich assen und dann nochmals ewig weiterfuhren.

    Irgendwann erreichten wir endlich Fox Glacier, wo es ein Verbot nach dem anderen gab. Wir liefen schnell einmal um den Lake Matheson, der leider bei dieser Tageszeit nicht so schön still war, als dass sich etwas gespiegelt hätte. Zudem waren neue Wolken aufgezogen, die den Blick auf die umliegenden Berge versperrten.

    Mein Highlight war, als zwei Asiatinnen vor einer Kuhwiese standen, die Kühe filmten und freudestrahlend ein paar „määähää..“ in die Kamera riefen 🤭😅😂

    Eigentlich hatten wir einen Platz auf einem Camping in der Nähe des Meers gebucht. Da waren wir vor langen 12 Jahren schon mal mit unserem Juicy-Camper, als Neuseeland noch etwas weniger Regeln festlegen musste, als heutzutage.
    Wir fuhren bis zu einem Ort, wo man den schwindenden Gletscher von sehr weit weg anschauen konnte und warfen dann den heutigen Übernachtungsplan über den Haufen.

    Stattdessen fuhren wir weiter in Richtung Franz Josef, wo wir hofften, irgenwo ein schönes Bächlein oder sonst was zu finden und dann auf dem Platz von letztem Jahr zu übernachten.

    Leider fanden wir nichts und gaben irgendwann frustriert auf. Wir setzten uns in die Sonne und versuchten, irgendeinen Plan für die nächsten Tage zu schmieden, doch der sehr schwache Internetempfang verunmöglichte es weitgehendst. Das einzige, was wir sahen, war eine neue, riesige Regenmasse, die sich in Richtung nördlicher Südinsel drängte und auch unseren Plan B vernichtete.

    Aktuell ist der Plan, alles wieder zurück in den Süden zu fahren, um dort unser Glück zu versuchen. Im Fiordland kann man auch bei Regen Fotos schiessen und vielleicht liegt ja mal noch ein Haifisch-Tauchen drin. Wir sind gespannt auf die Pläne D-Z..

    Ich bin echt ein bisschen frustriert. So viel gefahren - für nichts! Nun alles wieder zurück und dies, wenn es halbwegs schönes Wetter wäre.. Aber hier gibt es leider wirklich nicht so viel zu tun. Zu viele Hängebrücken für Simi, sodass die schönen Wanderungen wegfallen, zu wenig Aussicht auf Gletscher, dafür zu viele Touristen.
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  • Campylight-Dinner am Strand

    13. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 16 °C

    Der gestrige Tag war eine schier endlose Fahrt vom Westen in den Osten. Am Morgen suchten wir uns vor der effektiven Losfahrt einen Ort, wo man Internetempfang hatte, um nochmals genauer die Wettervorhersage anzuschauen.

    Wir kamen zum Schluss, dass der Norden immer noch keine Option war und entschieden uns für eine Fahrt in Richtung Mount Sunday. Nach ca. 2h kamen wir in Greymouth an, wo wir uns mit Essen für die nächsten Tage eindeckten und assen dann vor Ort eine Pizza.

    Dominos Pizza hatte schon fast unverschämt günstige Preise. Simi bestellte eine Pizza mit Hackfleisch, Speck und ich glaube Salami; Ich mehr oder weniger eine Margarita mit Indischen Gewürzen und erneut ohne Käse. Das Ganze hat uns 13 NZD, also etwa CHF 6.50 gekostet - für 2 Pizzen! Ich hatte beinahe ein schlechtes Gewissen.. Lecker war es auch noch!

    Nach dem Einkaufen und Essen fuhren wir noch zum Moutikieki Beach, wo gerade Ebbe war. Wir wollten dort nach Seesternen suchen und sie mit merkwürdigen Felsformationen im Hintergrund fotografieren. Die Uhrzeit war fotografisch gesehen natürlich nicht ideal, aber man muss die Ebbe nehmen, wenn sie da ist, sonst ist kein Foto möglich oder man wird vom Meer gefressen.

    Wir liefen eine Weile dem Strand entlang und fanden wenigstens 2 orange Seesterne, die leider am falschen Ort waren, aber hey, wir haben sie gesehen und waren glücklich darüber. Bis ganz nach hinten zu den Felsen trauten wir uns nicht zu spazieren, weil wir wir nach dem Tiefpunkt der Ebbe angekommen waren und sie merklich zurückkam.

    Wir schossen ein paar Handyfotos, wobei das Meer mir meines 2x fast verschluckte. Nach einer Weile gingen wir zurück zum Camper und fuhren weiter.

    Der Weg führte über den Arthurs Pass und zwei darauffolgende Pässe. Landschaftlich sah es echt schön aus, aber es war erst früher Nachmittag. Es hatte schöne Täler, Flüsse, ab und zu Regenwälder, von allem ein bisschen was.

    Irgendwann hatten wir all die Pässe durch und waren naja.. auf der Zielgeraden kann man nicht grade sagen, aber zumindest nicht mehr soo weit weg vom Ziel. Ich schaute auf die Tankanzeige und suchte dann auf Google Maps nach Tankstellen… Fehlanzeige!

    Wir machten extra einen Umweg, um zu tanken, dann ging die Zapfsäule nicht. Also fuhren wir weiter ins nächste Dorf. Dort roch es nach Essen, was bei 2 ohnehin schon hungrigen Kätzchen nicht hilfreich ist. Wir tankten, bezahlten, setzten in Google Maps wieder unseren Zielort ein, sahen, dass es IMMER NOCH 1.5h dauern würde und brachen die Übung dann ab. Das Wetter schien immer schlechter zu werden und für eine 1.5km Wanderung nochmals so viel Zeit auf uns zu nehmen schien uns unsinnig.

    Wir waren ganz in der Nähe vom schönen Strand, wo Silvester verbracht hatten. Es war keine schwere Entscheidung, sich das nächste Indische Restaurant rauszusuchen und im GPS den Strand als Ziel einzugeben, was alles in allem 30min in Anspruch nahm.

    In Ashburton holten wir das vorbestellte Essen ab und fuhren hinunter zum Strand. Dort angekommen stürzten wir uns aufs Essen und genossen dabei den schönen Blick aufs Meer. Herrlich! Die lange Fahrt war echt mühsam, aber das Essen war einfach nur mjaaammmi und ich wurde mit meiner geliebten Meersicht entschädigt.
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  • Uuund zurück in den Westen

    14. Januar in Neuseeland ⋅ 🌫 10 °C

    Ich war relativ früh wach und setzte mich mit meinem Laptop an den Strand. Eine solche Kulisse hat man schliesslich nicht jeden Tag. Vor mir lag das rauschende Meer, der Himmel war bedeckt, aber farblich stimmig zum Wasser, fast wie ein Gemälde.

    Ich schrieb meinen gestrigen Bericht, bis Simi irgendwann auch aufwachte. Da wir nicht recht wussten, wie es nun weitergehen soll, gab es zur geistigen Stärkung erstmal Kaffee und Apfelomeletten. Der Zucker spornte unsere Hirnzellen zu einer Entscheidung an und sie lautete: Ziel —> Milford Sound Region
    Was sind schon weitere 9h Fahrt..

    Nach dem Frühstück fuhren wir ins Dorf, leerten und füllten nochmals Abwasser und Wasser (das Recylingmaterial stapelt sich leider immer noch..), damit wir für die nächsten Tage vorbereitet sind.

    Dann ging die Fahrt los. Inzwischen kennen wir die Strecke beinahe auswendig, aber anstrengend ist sie nach wie vor. Irgendwann wurden wir, obwohl selbst wir ein klitzekleines Bisschen zu schnell waren, von jemandem überholt und Simi ärgerte sich massloss und rief „Hoffentlich wirst du geblitzt!!“.

    Plötzlich kam uns ein Polizeiauto entgegen, wendete in Drifting-Manier direkt hinter uns und fuhr mit Blaulicht hinter uns her. Oh-oh, jetzt werden wir doch noch rausgenommen😱😱
    Wir blinkten und fuhren zur Seite, doch das Polizeiauto düste neben uns vorbei und dem Fahrer von vorhin hinterher. Dieser düste frischfröhlich weiter, bis die Polizei neben ihm herfuhr und zu verstehen gab, er solle doch bitte anhalten.

    Irgendwann gab es als spätes und hastiges Mittagessen Instant-Noodles und wir wechselten daraufhin die Sitzplätze. Meine Fahrt begann mühselig mit sehr vielen, engen Kurven. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir in Te Anau an, wo wir tanken und noch kurz einkaufen mussten. Wir schafften es in einer Rekordzeit von 20min. Wir waren etwas in Eile wegen dem Sonnenuntergang.

    Auf der Milford Route tuckerte ein Chinesen-Camper vor sich hin und trieb uns schier in den Wahnsinn, weil wir nicht überholen konnten und die Zeit knapp war. Glücklicherweise ergab sich doch noch eine Möglichkeit und wir schafften es doch noch rechtzeitig zu unserem Spot.

    Glücklich, endlich mal wieder auf den Auslöser gedrückt zu haben, fuhren wir zurück zum Campground, wo wir einen Teil der Indisch-Reste mit Knöpfli kombinierten und uns zum Dessert mit einem Cheesecake vollassen.

    Die Fahrt war ewig, aber hey, wir konnten endlich mal wieder ein Foto schiessen 😁
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  • Drahtseil-Akt

    15. Januar in Neuseeland ⋅ 🌧 14 °C

    Als wir am Morgen aufwachten, hätten wir vermutlich nicht gedacht, dass wir heute etwas mehr Bewegung bekommen, als gedacht.

    Ein Blick nach draussen zeigte wolkenverhangene Hügel, aber glücklicherweise kein Regen. Wir beschlossen, ausnahmsweise bei unserem Plan zu bleiben und entweder die Hut Creek oder die Mistake Creek Wanderung zu machen.

    Zum Frühstück gab es zur Stärkung eine grosszügige Portion Cornflakes, dann fuhren wir den kurzen Weg zum Trail. Dort angekommen, packten wir unsere Rucksäcke mit etwas Extrakleidung, Fotoausrüstung, Sandwiches und Getränk. Bevor wir losliefen, schmierten wir uns noch eine dicke Schicht von einem sehr öl-lastigen Anti-Mückenmittel auf alle unbedeckten Körperstellen.

    Der Weg fing mühselig an. Nach gerade mal 60m versank Simi das erste Mal knietief im Schlamm. Ich schaffte es glücklicherweise, einen Weg zu finden, wo man nicht derartig tief einsank.

    Kaum hatten wir das schlammige Gebiet gemeistert, kamen wir zur nächsten Prüfung: Wirebridge!
    Sie wurde ca. 10min bevor sie kam angekündigt und ich glaube, uns beiden war etwas mulmig. Wir hatten Fotos gesehen und sie verhiessen nichts Gutes.

    Simi ging als erster. Er meisterte die wackelige Situation mit Bravour. Und ich meine, er HASST schon Hängebrücken, aber das Ungetüm hier besteht aus lediglich 3 Drähten, die alle paar Meter mit irgendwelchen V-förmigen Metallgestellen ergänzt sind. Unter der Brücke fliesst ein Fluss durch, der vermutlich seeehr kalt ist.

    Als er drüben war, hätte ich am liebsten gesagt. .Gut gemacht, nun komm mal brav wieder rüber, denn ich mache den Scheiss nicht! Selbstverständlich sagte ich das nicht, sondern liess mich von meinem Stolz verleiten, selbst über diesen Draht zu balancieren. Mit klopfendem Herzen und unendlich langsam gelang es mir und ich war sehr dankbar, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füssen hatte.

    Nach der Brücke folgte erst einmal ein wuuunderschöner Wald. Also so von der Sorte „Nicht von dieser Welt“ schön. Alles war moosbewachsen. Verschiedene Moose stritten sich um das schönste Aussehen, dazu kamen überall Pilze, die einfach nur toll aussahen. Echt, ich HASSE Pilze, bitte füttert mir sowas nicht, aber zum Anschauen waren die Dinger echt toll. Bei einem umgestürzten Baum musste ich sogar ein Foto mit der Kamera schiessen. Die Pilze waren so wunderbar eingerahmt von diesem alten Holz. Es sah einzigartig aus!

    Irgendwann konnte ich mich von den Pilzen losreissen und wir liefen weiter. Es folgten weitere supertolle Waldbilder, die aber leider fotografisch kaum festhaltbar sind. Die Farben kann irgendwie keine Kamera richtig einfangen.

    Nach einer Weile kamen wir zu einer Lichtung, wo wir mit einem Warnschild begrüsst wurden „Falcon attacks!“. Oje.. wir sahen keinen Vogel und dachten, es sei vermutlich ein älteres Schild oder der Vogel hätte aktuell frei. Wir kamen zur nächsten Lichtung, da sass er und starrte uns böse an. Er fing an zu schreien, aber wir ignorierten ihn und liefen, mit dem Stativ in der Hand bewaffnet, weiter. Und dann flog er uns vermutlich hinterher, denn seine Schreie wurden lauter und klangen wesentlich böser und näher als bisher. Ich rief Simi zu „Renn in den Wald!!“. Was für ein bösartiger Vogel! Wir kamen ihm nicht mal nahe, der Kerl ist wohl einfach nur ein unzufriedener, merkwürdiger Vogel…!

    Wir wanderten weiter, jedoch wurde die Wanderung nach einer Weile jäh unterbrochen. Vor uns war ein ziemlich reissender Fluss und am anderen Ufer war ein Pfeil, auf welchem Stand „Track“. Nope, Wanderung fertig. Kein Seil, kein gar nichts und ein reissender Fluss? Zu gefährlich.

    Wir assen gemütlich unsere Sandwiches und wanderten dann zurück. Kurz bevor der Falke kam, bewaffneten wir uns wieder mit dem Stativ. Wir hatten Glück und er war ausgeflogen oder hatte uns nicht so früh oder an der Stelle erwartet. Der Falke war nirgendwo zu sehen. Die Drahtseil-Brücke schafften wir auch beide problemlos und auch die schlammigen Stellen konnten uns nicht in ihre Tiefen ziehen.

    Nach dieser Wanderung hatten wir noch etwas Energie übrig und so entschlossen wir uns, um 16.00h noch eine zweite Wanderung zu machen. Der Parkplatz vor Ort ist immer so voll, so schlimm kann es ja nicht werden.

    Spoiler, wir waren um 21.00h zurück beim Camper.

    Der Weg führte zwar durch einen wunderbar aussehenden Wald, aber ging einfach nur bergauf. Wenn dies nun die erste Wanderung am heutigen Tag gewesen wäre, wäre es vermutlich etwas lockerer geklappt. Es war reine Tortur.

    Iiirgendwann kamen wir ENDLICH beim See an. Dieser sah echt schön aus. Er hatte eine tolle blaue Farbe, rundherum hatte es Berge, von welchen Wasserfälle runterkamen. Grundsätzlich ein echt schöner Ort. Leider waren meine Kräfte am Ende und es gab keinen Weg rund um den See und auch von weiter oben sah man nicht den ganzen See. Frustrierend, dass hier keine Drohnen erlaubt sind! Habe ich schon erzählt? Die Park-Ranger fahren hier mit Antennen herum, um illegalle Drohnenflieger zu fassen und mit 800 NZD Busse zu belasten!

    Simi stieg noch etwas weiter nach oben als ich. Ich wollte meine Kraftreserven schonen, weil ich wirklich kaputt war und mein sonst demolierter Fuss seit der ersten heutigen Wanderung schmerzte. Wie um alles in der Welt soll ich bloss wieder da runter kommen? Ich glaube, mein armer Fuss hätte mir längst die Scheidungspapiere überreicht und gesagt, er suche sich eine Neue, die nicht so viel wandern will, wenn er bloss könnte.

    Simi war irgendwann fertig. Ich kam kaum den ersten kleinen Hügel runter… Unten beim See schoss er nochmals ein paar Fotos. Ich schaute mir mit 2 Amerikanern eine Vogelmama an, die ihre Jungen mit frischem Fisch versorgte. Ich weiss immer noch nicht, wie dieser braune Dreamstealer-Vogel heisst. Ich schätze, Kaka, bin jedoch nicht sicher. Auf keinen Fall ist das ein Kea, wie die Amerikanerin mir weismachen wollte. Keas fliegen und sehen aus, wie urwaldgrüne Papageien mit Orangen Flügeln.

    Nachdem die Amerikaner noch ein Foto von uns gemacht hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Er wollte und wollte nicht enden. Mein Fuss schmerzte, meine Knien taten mir weh.. Es war eine elendige Angelegenheit! Ich kam nur im Schneckentempo vorwärts und Simi musste ständig wieder auf mich warten. Ok, einige Wartepausen waren auch der Schönheit des Waldes geschuldet, welche im sanften Licht der untergehenden Sonne in einem satten Grün erstrahlte. Es gab wirklich schöne Szenarien, für die ich mir immer wieder mal kurz Zeit nehmen musste, um sie in mich aufzunehmen. Ich weiss, klingt irgendwie poetisch, aber es war wirklich schön!

    Um 21.00h kamen wir eeendlich beim Camper an. Ich war sooo froh, als ich endlich im Auto sass.
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  • Erholungstag

    16. Januar in Neuseeland ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute schliefen wir aus bis ca. 9.30h. Man hörte, wie der Regen aufs Dach prasselte. Nicht heftig, aber hörbar. Also kein Verlangen, so rasch als möglich aufzustehen. Unsere Uhren zeigten bei beiden so gut wie dieselbe vernichtende Meldung: Trainingsbereitschaft 1; Bodybatterie 36/37; Schlaf schlecht; Erholungstag! Wir fühlten uns dementsprechend..

    Wir sind beide nachts immer wieder aufgewacht und konnten kaum mehr einschlafen. Vermutlich ist es für den Körper ein Stress, sich zu regenerieren..

    Zum Frühstück assen wir ein Spiegelei, währenddem wir überlegten, wo wir heute hinfahren können. Wir kamen zu keinem wirklichen Schluss. Beide waren immer noch erledigt von den gestrigen Wanderungen. Ich konnte kaum mehr auf meinen Fuss stehen und humpelte mal wieder wie ein Pirat. Das war leider vorauszusehen. Ich dachte mir gestern schon „das wird erst morgen wehtun..!“

    Irgendwann fuhren wir los nach Irgendwo. Wir wollten noch ein paar Bächlein fotografieren, fanden aber nicht wirklich etwas Passendes. Am Mittag hielten wir auf einem Parkplatz und assen wieder einmal Instant-Noodles.

    Am Nachmittag hielten wir immer wieder mal an, schauten uns Bächlein an und fuhren weiter, weil es uns irgendwie zu wenig Potenzial hatte. Dazu kam, dass ich elend langsam unterwegs war und gleichzeitig überall ausrutschte, wo es nur ging. Irgendwie schienen meine Schuhsohlen neuerdings ultimativ rutschig zu sein.

    Abends fanden wir einen Ort, wo wir während dem Sonnenuntergang fotografierten. Ein schöner, blauschimmernder Fluss, eingebettet zwischen Regenwäldern; im Hintergrund ein Berg.

    Highlight heute: Sonnenuntergangsort; Dreamstealer-Vogel-Mama mit ihren Jungen und interessant fand ich noch eine merkwürdige Spinne oder etwas Ähnliches wie eine Spinne. Es sah nicht sonderlich nett aus…
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