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Ruanda und Uganda - Die Perle Afrikas

Auf der Suche nach den Berggorillas Baca lagi
  • Ndali-Kasenda-Kraterseen

    8 Ogos, Uganda ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach dem Frühstück verlassen wir den Queen Elizabeth Nationalpark und fahren in nördlicher Richtung zu den Ndali-Kasenda-Kraterseen.
    Nach einigen Kilometern machen wir einen ganz großen Schritt. Wir verlassen die Südhalbkugel und wechseln zurück auf die Nordhalbkugel. So stehen wir mit je einem Fuß auf je einer Erdhälfte. Die eine darf im Sommer sein und der andere im Winter. Es ist doch immer wieder schön, den Äquator zu überqueren und zu schauen, wie er im jeweiligen Land markiert ist.
    Die landschaftlich reizvolle Route führt uns durch kleine Dörfer, Bananenplantagen und Teegebiete. Unterwegs hätten wir theoretisch immer wieder beeindruckende Ausblicke auf das Rwenzori-Gebirge. Da wir zu nah am der Regenzeit dran sind, verschwindet die Landschaft mal wieder im Nebel. Wüssten wir es nicht, kämen wir nie auf die Idee, dass es hier noch höhere Berge geben könnte.

    Schließlich erreichen wir die Kasenda-Kraterseen – eine malerische Region, die aus vulkanischen Aktivitäten entstanden ist. Imposante, kegelförmige Hügel umgeben die Calderas der bezaubernden Ndali-Kasenda-Kraterseen. Diese Krater, die vor etwa 8-10.000 Jahren durch vulkanische Aktivität entstanden sind, beherbergen heute eine Vielzahl von Seen. Insgesamt sind es 52 Seen. Einige haben klares, blaues Wasser, während andere smaragdgrün leuchten und aufgrund von Resten vulkanischer Gase einen schwefelhaltigen Geruch haben. Üppige Vegetation bedeckt die Kraterränder und bietet Ausblicke auf die nahe gelegenen Hügel, Teeplantagen und vor allen Dingen auf Bananen. Es ist das reinste grüne Paradies. Wie schon im Süden zur Grenze Rwandas ist die Erde extrem fruchtbar. Die Kraterseen ziehen sich entlang der Westgrenze zwischen Rwanda und Uganda.
    Die Menschen arbeite hier ausschließlich in der Landwirtschaft. Während unserer Fahrt bekommen wir einen kleinen Einblick in das ländliche Leben. Da heute Samstag und somit schulfrei ist, sind viele Kinder unterwegs. .
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  • Queen Elisabeth II

    8 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 21 °C

    Der Morgen erwacht und obwohl der Himmel klar ist, schafft es die Sonne nicht, sich durch einige Wolken hindurch zu kämpfen. Es hat heute Nacht nicht geregnet und dennoch sind einige Passagen extrem verschlammt. Wir fahren kreuz und quer durch den Park und er erscheint heute wie ausgestorben. Wo sind all die Gazellen, Waterbaks und Pumbas hin? Wir erreichen das Schwemmland und treffen auf viele Flusspferde, die im Wasser vor sich hindümpeln. Wir entdecken Störche und eine große Familie von Mungos. Wirklich erfolgreich sind wir aber eher nicht, wir fahren zurück und treffen auf ein Auto, das tief im Schlamm feststeckt. Es wartet offenbar schon eine ganze Weile auf Hilfe. Es gibt eine riesige Schlammschlacht, einen Kampf gegen die saugende Kraft des Matsches. Aber schließlich steht der Wagen wieder auf festem Grund. Nach dieser guten Tat entdecken wir eine größere Zahl an Autos. Autosichtung bedeutet Tiersichtung. So ist es auch. Zunächst erspähen wir nur zwei, es sind aber fünf: Löwen. Jawohl, jetzt kommt große Freude auf. Mit dieser Sichtung haben wir vier der Big Five entdeckt. Fehlt nur noch das Nashorn. Und ja, natürlich wünsche ich mir auch noch den Löwenmann. Die Damen liegen faul im Gras. Offenbar haben sie gut gefressen. Doch nach einiger Zeit erheben sie sich und verschwinden im tiefgrünen Gebüsch. Was für ein schöner Moment.
    Das Gras in der Savanne bietet ein unglaubliches Farbspiel. Da es sehr viel geregnet hat, ist es leuchtend grün und teilweise hoch. Dazwischen ragen verdorrte Halme einer anderen Grasart in die Luft. Diese Halme verleihen der Landschaft es leichtes, fast schwebendes. Die Gras wirkt silbrig leuchtend. Durch die Brechung des Sonnenlichts erscheint es Richtung Horizont silbrig und verschwindet im Nichts. Dazwischen ragen immer wieder graue Felsbrocken heraus, die sich bei näherer Betrachtung plötzlich bewegen und als Elefanten entpuppen. Die schwarzen kleinen Felsgruppen sind Büffelherden, die das Grün abgrasen oder verdauen. Dazwischen tummeln sich Gazellen und Waterbaks in großer Zahl.
    Uns zieht es jetzt zu der großen Euphorbie, in der wir gestern den Leopard entdeckt haben. Im Moment ist leider niemand hier. Doch wenig später entdecken wir zwei Leoparden auf einer Euphorbie. Man sieht sie schlecht. Sie sind gut versteckt. Jetzt heißt es abwarten und geduldig sein. Allzu lange müssen wir gar nicht warten, die Mutter verlässt den Baum und läuft ein Stück durch das goldgelbe Gras. Kurz darauf folgt ihr Junges. Was für ein Anblick. Leoparden sind Einzelgänger. Sie zu zwei zu sehen ist riesiges Glück. Und so streifen sie nun durch das hohe Gras, nebeneinander Mutter und Kind und entschwinden schließlich unseren Blicken.
    Unser nächstes Ziel ist der Salzsee. Eine dünne, salzhaltige Wasserschicht wird in Becken gesammelt. Auf dem Grund befindet sich schwarzer Lavaschlamm. Dieser erhitzt sich in der Sonne besonders stark und lässt innerhalb von zwei Tagen etwa 24kg Fleur de sel entstehen. Schönes rosafarbenes Fleur de Sel. Wenn das mal keine schlechte Einnahmequelle ist. Wir sehen die Becken in verschiedenen Stadien, was für tolle Muster die Natur doch formen kann. Die Salzkristalle leuchten Pink. Es gibt aber auch Becken mit weißen Mustern vom Salzschaum. In den Rändern der Becken haben Kingfischer ihre Nester gebaut. Sie brüten im weichen Sand. Und im Hintergrund staksen rosa Flamingos durch das salzige Wasser und werden mit jeder Nahrungsaufnahme ein bisschen pinker. Viele sind nicht mehr hier. Die meisten sind bereits nac Kenia und Tansania zurückgegekehrt, als wir damals allerdings dort waren, waren auch dort nicht viele zu sehen und es hieß, sie seien noch in Uganda, es war genau zur gleichen Jahreszeit, wo sind sie denn nun wirklich? Irgendwo dazwischen? Die Büffel haben das salzhaltige Wasser auch für sich entdcktnund kommen zum Baden, wenn sie eine Wunde haben. Der Ausblick über den Kratersalzsee mit seinen Becken ist toll. Er wirkt wie geometrische Muster.
    Auch Lake Katwe ist ein salzhaltiger Kratersee, in dem wir tolle Farbmuster entdecken. Entlang der Abrruchkante essen wir zu Mittwg und blicken auf den Kazinga Kanal. Auf der anderen Seite planschen unzählige Elefanten im Wasser, Büffelherden trinken, Flusspferde grunzen. Der Flussblick ist atemberaubend. Wie freue ich mich jetzt schon, gleich in ein Boot zu steigen und die Tierwelt vom Wasser aus zu beobachten.
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  • Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal

    7 Ogos, Uganda ⋅ 🌧 10 °C

    Der Kazinga-Kanal verbindet die Seen Edward und George. Wir wechseln von Land auf Wasser. Während wir lautlos über das Wasser gleiten, eröffnet sich ein faszinierendes Schauspiel der Natur. Bald 100 Elefanten tummeln sich am Ufer, um zu trinken, Flusspferde planschen dicht neben dem Boot und Krokodile liegen im Sand. Überall erklingen die Rufe zahlreicher Wasservögel – darunter der Pelikan, Schlangenhalsvogel, Kormoran und der eindrucksvolle Seeadler. Büffel stehen im seichten Wasser und lassen sich von ihren Putzervögeln die Nasenlöcher reinigen. Einige Flusspferde geraten in Streit und jagen einander durch das Wasser. Die Tiere sind angespannt. Das Wetter ändert sich. Plötzlich kommt starker Wind auf. Der Himmel ist pechschwarz. Die Elefanten verschwinden vom Ufer und ziehen sich in die Hügel zurück. Der Sturm wirbelt den Sand auf. Eine mystisch Stimmung entsteht. Die eher in die Wüste, als ans Wasser passt. Langsam fahren wir den Kanal hinauf. Der Regen peitscht uns um die Ohren. Den Pelikanen, Störchen und anderen Wasservögeln macht das nichts. Die Flusspferde kommen grunzend an Land um zu fressen. Und so stehen sie gemeinsam mit den Elefanten und Büffeln im Gras. Die Kormorane trocknen ihre Flügel und das obwohl es regnet. Unzählige Pelikane drängen sich aneinander. Ein großes Krokodil mit weit aufgerissenem Maul liegt entspannt unter ihnen. Einige Wasservögel sitzen wir aufgestellt in Reih und Glied am Strand. Schließlich fliegen sie los und tanzen in herrlichen Formationen durch die Luft. Gelangweilt sehen die Flusspferde zu und reißen ihre riesigen Mäuler auf, als wollten sie gähnen oder die gesamte Vogelwelt auf einmal verschlingen. Die Kingfischer fliegen ihr Nester in der sandigen Uferböschung an. Schließlich lässt der Regen nach. Alles trieft. Die Elefanten kehren vermehrt ans Ufer zurück. Die Gewitterstimmung ist unglaublich und zaubert wundervolle Wolken und Lichtspiele in den Himmel. Es ist ein grandioses Erlebnis, die Tiere auf diese Weise zu beobachten.

    Diese Bootsfahrt gilt zurecht als eines der schönsten Erlebnisse im Park. Momente purer Ruhe und Schönheit. Das Zusammenspiel von Wasser, Tieren, Himmel und Licht genießen wir in vollen Zügen.

    Vom Wasser aus eröffnet sich eine faszinierende Kulisse: Flusspferde und Elefanten baden am Ufer, Büffel und Antilopen grasen in der Nähe, während unzählige Vogelarten – darunter Seeadler, Störche, Ibisse und farbenfrohe Eisvögel – das Bild abrunden. Selbst Krokodile liegen entspannt zwischen den Hippos. Denn ihre Hauptnahrungsquelle ist nicht das Großwild, sondern der Fisch – und davon gibt es hier reichlich.
    Der Kazinga Channel ist ein natürlicher Wasserweg, der den Lake Edward mit dem Lake George verbindet. Mit einer Länge von etwa 32 Kilometern ist er ein zentrales Element des Queen Elizabeth Nationalparks. Der Kanal sorgt für eine stetige Wasserzufuhr und ist damit eine essenzielle Lebensader für die Tiere des Parks. Besonders in der Trockenzeit zieht der Kanal eine große Anzahl von Wildtieren an – ideale Bedingungen für eine unvergessliche Safari vom Wasser aus.
    An den Ufern des Kazinga Channels befinden sich kleine Fischerdörfer. Die Szenerie ist beeindruckend: Während Fischer am Ufer ihre Netze ordnen, trabt im Hintergrund ein Nilpferd durch die Landschaft – ein Bild harmonischer Koexistenz zwischen Mensch und Tier. Trotz der Wildnis haben sich die Menschen an das Zusammenleben mit den imposanten Tieren angepasst.
    Nicht weit vom Kazinga Channel entfernt liegt die Demokratische Republik Kongo. Der Lake Edward, an den der Kanal grenzt, wird von Uganda und der DR Kongo geteilt. Diese Region ist nicht nur wegen ihrer Wildtiere bedeutsam, sondern auch aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt, die von den Savannen des Queen Elizabeth Nationalparks bis zu den üppigen Regenwäldern des Virunga-Nationalparks in der DR Kongo reicht.
    Trotz politischer Herausforderungen und ökologischer Bedrohungen bleibt die Region ein bedeutendes Naturschutzgebiet. Die Nähe des Kazinga Channels zur DR Kongo macht ihn zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen diesen beiden einzigartigen Naturlandschaften.
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  • The Bush Lodge

    6 Ogos, Uganda ⋅ ⛅ 29 °C

    Die Unterkunft liegt mitten im Queen Elizabeth Nationalpark. Für uns war die Queen Elizabeth Bush Lodge ein kleines Paradies, das wir nicht so schnell vergessen werden. Von unserem Bungalow aus konnten wir am anderen Ufer des Kanzinga-Kanals Elefanten beobachten. Nilpferde waren zu sehen und zu hören. Näher kann man nicht an der Natur sein. Unser Safarizelt war ein ziemliches einfaches Modell. Das gibt es auch in schöner als eine Zimmerkategorie höher. Das hätte man richtig wissen müssen. Die eigenen Duschen im Freien hinter dem Bungalow sind ein Traum. Und zwar überall. Das Essen ist sehr gut und liebevoll zubereitet. Wir sitzen im Freuen um ein großes Feuer herum in mitten der Natur. Zum Abendessen und Frühstück wird man bei Dunkelheit gebracht/geholt, damit man nicht Elefanten, Büffeln oder Flusspferden zum Opfer fällt. An beiden Abenden kam ein Flusspferd zum Fressen ans Ufer in den Lodgebereich und ist direkt hinter meinem Tisch entlanggelaufen.
    Nach einer Dusche unter Sternenhimmel liegt man im Bett und lauscht den Fröschen, Grillen und Nachtvögeln. Die Flusspferde grunzen im Wasser. Ein Büffel frisst direkt neben unserem Zelt. Leider schlafen wir zu gut und hören das Lachen der Hyänen nicht.
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  • Queen Elisabeth Nationalpark

    6 Ogos, Uganda ⋅ ⛅ 30 °C

    Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir zur Kyambura Gorge. Es scheint, als ob die Erdkruste aufgebrochen worden wäre und wir einen tiefen Anblick in ihr Inneres werfen dürfen. Was für ein grandioser Ort. Diesen Ort könnte ich mir als den Beginn jeglichen Lebens vorstellen. In kindlich vereinfachter Forme treten aus dieser Erdöffnung Tiere und Menschen heraus und bevölkern die Erde.
    In der Schlucht leben Schimpansen, die wir aber heute leider nicht zu Gesicht bekommen. Wir schauen aber auch nur von oben. Nur eine kurze Fahrstrecke weiter blicken wir in den Great Rift Valley, den ostafrikanischen Grabenbruch. Was für ein Ausblick. Wir überblicken die gesamte Savanne. Das ganze Grasmeer, in dem sich die Akazien als dunkle Schatten abheben. Je weiter man Richtung Horizont blickt, desto mehr verschwimmen die Farben. Das helle Grün erscheint silbrig und verschmilzt mit dem Horizont. Die Tiere, egal ob grau, weiß oder braun sind nicht mehr auszumachen. Es erscheint als unendliches Farbenmeer, das zusammen mit dem Sonnenlicht vermischt wird. Noch ein Stück weiter die Berge hinauf erreichen wir die Twin Kraterseen. Noch ein Naturhighlight der Extraklasse. Die beiden Vulkane sind nach ihrer Eruption fast eins geworden. Fast. Den ein besonders massives Stück Kaldera ist stehengeblieben. Dieses trennt heute die beiden Seen, Lake Katinda und Lake Mirambi, die auf unterschiedlicher Höhe liegen. Ein wunderschöner Ort. Von hier oben, sieht man über den Grabenbruch bis hin zur Kyambura Gorge. In der Ferne schimmert Lake George.
    Damit wir morgen zeitiger auf Safari gehen können, checken wir schon heute im Queen Elisabeth Nationalpark ein. Wie nett, dass wir sogar noch hineinfahren dürfen. Eigentlich bin ich auf der Suche nach Löwen.
    Der Tag geht dem Ende zu, als wir tatsächlich noch einen Leopard in einer riesigen Euphorbie entdecken. Es ist schwer ihn zu beobachten. Immer wieder wechselt er den Platz und im Vergleich zu gestern, sind wir hier nicht allein. Jetzt wird mir richtig bewusst, wie absolut außergewöhnlich die gestrige Leopardenbegegnung war. Nur wir und er. Heute stehen hier viele weitere Autos und er will gesehen werden. Wir warten. Er wechselt den Ort und irgendwann kann ich ihn zwischen den Zweigen der Euphorbie beobachten. Er such sich eine bessere Position, dreht sich hin und her und schließlich blickt er in unsere Richtung. Unsere Geduld hat sich ausgezahlt, was soll ich sagen, innerhalb von zwei Tagen zwei Leoparden auf dem Baum.

    In unserer Lodge erwartet uns dann auch noch eine Überraschung. Zunächst versperrt wieder ein Elefant die Zugangstraße. Es ist ein altes Männchen. Dann kreuzt ein Büffel unseren Weg und beim Abendessen, läuft ein Flusspferd hinter meinem Tisch entlang zu den Zelten der Lodge. Begleitet wird es sofort von einem Ranger, der im Zweifelsfall schießt (Warnschuss). Ein unglaublich beeindruckender Tag geht zu Ende. Nun stehe ich unter leuchtendem Sternenhimmel in meiner Außendusche und spüle den rotbraunen Safaristaub aus den Haaren.
    Kurz darauf schlafe ich beim hellen Gesang der Grillen, begleitet vom tiefen Forschkonzert ein und werde ab und an vom Grunzen der Flusspferde aus dem Schlaf zurück in die nächtliche Tierwelt geholt. Im Verlauf der Nacht ändert sich das Konzert. Die Frösche sind schlafen gegangen.
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  • Ishasha Plains

    6 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute stehen wir früh auf. Noch vor Sonnenaufgang starten wir zu einer frühmorgendlichen Pirschfahrt durch die Ishasha Plains. Da es gestern viel geregnet hat, liegt alles in tiefem Nebel. Die Akazienbäume zeichnen sich als schwarze Schatten im Nebel ab. Eine mystische Stimmung. Langsam wird es heller. Hinter den Nebelschwaden verfärbt sich der Himmel langsam rötlich. Herden von Wasserbaks und Gazellen durchstreifen die Savanne aufgereiht wie an einer Perlenschnur. Dann taucht die Sonnenscheibe über den Horizont. Kurz darauf steht sie als glühend rote Kugel über der Nebelwelt. Es ist unfassbar schön. Wenn das erste Licht des Tages über der Savanne aufleuchtet, erwacht die Tierwelt zum Leben. Pumbas rennen über den Weg und eine Herde Topis springt übermütig in den neuen Tag. Die Akazien erleuchten im warmen Morgenlicht und plötzlich kreuzt eine Hyäne unseren Weg. Leider hat sie es sehr eilig und wir können sie nur kurz beobachten. Kurze Zeit später steht völlig unerwartet ein stattlicher Elefant mit wunderschönen Stoßzähnen hinter einem Busch. Er frühstückt genüsslich und lässt sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Etwas weiter entfernt grast eine riesige Herde Büffel. Auf unserem weiteren Weg begegnen uns immer wieder Gazellen, Pumbas, Baboons und einzelne Elefanten. Die Piste sieht eigentlich ordentlich aus. Doch der Schein trügt. Plötzlich ist der Boden vollgesogen wie ein Schwamm und wir schlingern und tanzen kreuz und quer durch den Matsch, zum Glück Sicht sich das Auto seinen Weg, wenn man es lässt. Die Freude ist groß, als wir auf eine Elefantenfamilie mit zwei Kindern treffen. Die Vater ist äußerst wachsam als sie die Piste kreuzen. Keine 50m später treffen wir auf eine riesige Elefantenherde. Es gibt viele erwachsene Tier, mindestens vier Babys und viele größere Kinderelefanten. Insgesamt sind es bestimmt 40 Tiere. Sie fressen, streifen durch das hohe Gras und kreuzen schließlich die Piste. Am Pistenrand steht Wasser vom gestrigen Regen. Sie beginnen zu trinken und sich zu duschen. Es ist wunderschön ihnen zuzusehen. Doch dann verschwinden sie in den Büschen und sind sofort unsichtbar. Die Familie ist aber so groß, dass wir weiteren Tieren kurze Zeit später begegnen. Auch hier gibt es Babys, die streng beschützt werden. Nach diesem wunderschönen Erlebnis, treffen wir noch auf einen übergelaunten Einzelgänger. Hat er so schlechte Laube, weil er seinen Stoßzahn verloren hat. Er gibt uns unmissverständlich zu verstehen, dass wir unerwünscht sind. R einen kurzen Moment denke ich ,dass er angreift. Das Herz rutscht mir in die Hose. Doch dann läuft er Parallele zur Piste und wir können ihn während dieser Vertreibungsjagd wunderbar beobachten.
    Immer wieder begegnen uns einzelne Elefanten, bis ich in einem Baum viel Bewegung wahrnehme. Zu meiner großen Freude entdecke ich die schwarz-weißen Kolobos Affen. Die habe ich noch nie gesehen und bin begeistert, wie sie durch die Äste klettern. Doch auch im Nachbarsbaum ist Aktion angesagt. Die kleinen Red-tailed Monkeys frühstücken und pflücken die Blüten von den Bäumen. Wie wunderschön. Ich komme. Mir vor wie in einer Dokumentation, in der alles perfekt aufbereitet ist. Die Tiere scheinen gerade so auf uns zu warten. Ich nehme eine Bewegung war und entdecke wieder einige Elefanten und Büffel. Einer läuft plötzlich vor uns auf der Piste und neben ihm turnt eine Affe herum. Zuerst denke ich ein Baboon. Doch es ist ein Ververt Monkey. Er hat ein hübsches Gesicht und knallblaue Hoden. Na, wer das nicht attraktiv findet….
    Schließlich erreichen wir das Ende der Ishasha Section und erreichen unsere Lodge. Doch so einfach wird uns das nicht gemacht. Mitten auf Pad steht ein riesiger Elefant und frisst die Büsche kahl. Und das direkt an der Hauptverkehrsstraße. Wir müssen warten. Er erscheint friedlich und stört sich nicht an uns. Doch irgendwann ist es genug. Gas geben und hinten durchfahren. So erreichen wir am späten Mittag in Gedanken bei unseren Tiererlebnissen unsere neuen Bleibe.
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  • Ishasha Jungle Lodge

    5 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Ishasha Jungle Lodge hat eine wunderschöne Lage am Ntungwe-Fluss im Süden des Queen Elizabeth Nationalparks. Die Cottages sind rustikal und komfortabel. Besonders gut gefallen mir die Betten aus Wurzelwerk. Von unserer Veranda haben wir einen herrlichen Blick in den Busch. Unser Safarizelt ist wunderschön gestaltet. Leider verbringen wir hier nur einen Nacht. Da es heute viel geregnet hat, hat logischerweise wenig die Sonne geschienen. Die Konsequenz: die Solarpanels haben kaum Strom und die Dusche bleibt somit kalt. Und morgen früh ist sie natürlich erst recht kalt und keinesfalls wärmer. Da ist dann leider Katzenwäsche angesagt.
    Akkus können im Zimmer geladen werden. Ansonsten sind wir ohne Internet und können auch keine Geräte an den Start bringen, die mehr Strom benötigen.
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  • Ishasha Nationalpark

    5 Ogos, Uganda ⋅ 🌧 27 °C

    Gegen Mittag erreichen wir die weitläufigen Ishasha-Ebenen, die bekannt sind für ihre baumkletternden Löwen. Baumkletternde Löwen sind ein seltenes Naturphänomen, das nur an wenigen Orten Afrikas zu beobachten ist. Wir hatten schon einmal das große Glück, in Tansania baumkletternde Löwen zu sehen. Moritz hat sie damals entdeckt, als wir schon vorbei gefahren waren. Er hat heute somit wieder den Auftrag, die Löwen zu spotten.
    Dieses unberührte Gebiet mit Savannen und Flüssen, geschmückt mit Feigen-, Akazien- und Kaktusbäumen, ist ein wunderbarer Ort für Pirschfahrten. Wir erreichen die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und blicken über den Ishasha Fluss hinüber.

    Wir beginnen unsere erste Safari in Uganda. Und ja - es gibt so einige Dinge, auf meiner Wunschliste. Wir sind noch keine 10 Minuten unterwegs, als wir einen Leopard auf dem Baum entdecken. Was für ein Safaribeginn. Der absolute Traum. Zunächst liegt er da, majestätisch auf den Ästen eines alten Feigenbaums. Dann wendet er den Kopf und wird aktiv. Er steigt den Baum hinunter, streckt sich, gähnt, klettert weiter, wartet ein weiteres Mal und guckt sich um, bevor er im hohen Gras verschwindet. Doch kurz darauf tau hat er wieder auf. Wir folgen ihm, verlieren ihm kurz aus den Augen und entdecken ihn wieder, als er auf einen Baumstamm klettert. Dort sitzt er einige Zeit. Vielleicht um richtig wach zu werden. Schließlich verschwindet er endgültig ihm tiefen Gras. Was für ein Safaribeginn. Ein Leopard auf dem Baum ist ein absolutes Highlight und ein Traum eines jeden Afrikareisenden.
    Wir durchqueren Ishasha kreuz und quer und begegnen Seeadlern, Elefanten, Geiern, Büffeln, Gazellen, Waterbaks, Uganda Kobs und Topis. Natürlich darf auch Pumba, das Warzenschwein, nicht fehlen. Es ist in Wirklichkeit so dumm, wie auch im König der Löwen. Anstatt gleich wegzulaufen, bleibt es erst stehen, schaut, bekommt dann Angst vor nichts und rennt mit hocherhobenem Schwanz davon. Von einer Abbruchkante blicken wir weit über die Savanne. Akazienbäume erheben sich gegen den schwarzen Gewitterhimmel in der Ferne. Das viele frische Gras leuchtet hingegen dunkelgrün.
    Am späten Nachmittag, wenn die goldenen Strahlen der tiefstehenden Sonne die Savanne in warmes Licht tauchen, zeigt sich die Wildnis von ihrer schönsten Seite. Wir genießen den Blick über die endlosen Ebenen und lauschen den Geräuschen der Natur. Doch leider verschwindet die Sonne rasch, der Himmel wird tiefschwarz und ein weiteres Gewitter bricht über uns herein. Genau zu diesem Zeitpunkt wollen wir unseren Sundowner genießen. Aus ihm wird nun ein Regendowner. Tapfer sitzen wir ihn aus und trinken unseren ugandischen Gin Tonic. Vor uns grast eine Büffelherde, hinter uns Zucken Blitze über den Himmel. Der perfekte Abschluss eines erlebnisreichen Tages. Der Regen hätte noch ein klein wenig warten können.
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  • Abenteuerfahrt nach Ishasha

    5 Ogos, Uganda ⋅ ⛅ 17 °C

    Nachdem es gestern Nachmittag mal wieder kräftig geregnet hat, hatte ich Zeit die Schlammhosen vom Gorillatrekking zu waschen. Doch leider sind sie heute früh noch nicht getrocknet. Es ist hier so feucht, dass die Wäsche sehr lange braucht, um zu trocknen.
    Nach diese intensiven Tagen in Kisoro und fahren nordwärts in Richtung Ishasha, dem südlichen Teil des berühmten Queen Elizabeth Nationalparks. Die Strecke führt durch sanfte Hügel, fruchtbare Täler und vorbei an kleinen Dörfern. Die herrlichen Ausblicke auf die üppige Vegetation des Albertine Rift Valley sind traumhaft. Zunächst ist es stark nebelig und die Landschaft erscheint mystisch und geheimnisvoll.
    Wir biegen von der Hauptstraße ab und schlängeln uns über hohe Gebirgspässe auf über 2000m Höhe. Langsam verlässt uns der Morgennebel und wir blicken auf die herrliche Bergwelt. Sie sind extrem steil und fallen direkt neben der Piste meist senkrecht ab. Alles ist mit Seidenkiefern bewachsen und erinnert mich an die Alpen. Allerdings krass steile Alpen. Wir erreichen ein wunderschönes Dorf, das von Banenenstauden, Bächen und Bergen umgeben ist. Plötzlich wird die Piste matschig. Auch hier hat es gestern offenbar stark geregnet. Und dann passiert es. Es geht nicht mehr weiter. Zwei LKW stecken im Matsch. Wir können sie umfahren und tanzen nun nach links und rechts völlig unrhythmisch durch den tiefen Matsch hin und her. Immer wieder darf das Auto seinen eigenen Weg suchen, in dem wir dem Lenkrad seine Freiheit geben. Die Montrolle über das Lenkrad haben wir längst verloren. Dann endet das Schlammbad glücklicherweise und ich atme schon auf. Doch zu früh gefreut. Die Matschparty geht in die zweite Runde. Ein PKW steckt fest und wird mit vereinten Kräften den Hang hinauf geschoben. Wie durch ein Wunder fährt er sich frei. Auch für uns geht es weiter.
    Um uns herum wächst nun Tee und zieht sich die Berge links und rechts der Piste hinauf. Die Ausblicke sind weiterhin spektakulär. Was für eine steile Landschaft. Dabei haben wir den tollsten Teil, nämlich die Virunga Vulkane nie gesehen, da sie immer in den Wolken versteckt lagen. Durch den ständigen Regen bilden sich die Nebelwolken natürlich auch immer neu und verdecken die Berge. Sehr schade.
    Leider haben wir das Schlammbad immer noch nicht hinter uns gebracht. Nach trockenen Passage schlingern und schlittern wir wieder den Berg hinauf und hinunter. Was für eine abenteuerliche und landschaftlich absolut spektakuläre Fahrt zum Ishasha Nationalpark.
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  • Batwa-Pygmäen im Enchuya Wald

    4 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute müssen wir nicht weit fahren, um den Enchuya Wald zu erreichen. Tief im Wald leben noch einige Pygmäenvölker. Eines davon ist unser Ziel. Ein Batwa erwartet uns am Waldrand. Mit ihm wandern wir durch den Dschungel und das lichte Bambusgehölz. Die Batwa gehören zu den letzten Eingeborenenvölkern Ugandas, die abseits der restlichen Zivilisation im Wald leben. Sie waren über Jahrhunderte die traditionellen Bewohner des Enchuya Waldes. Die Batwa leben im Einklang mit der Natur – sammeln Heilpflanzen, jagen mit Pfeil und Bogen, bauen ihre Hütten aus Gras und Bambus und kennen jeden Baum und jeden Pfad des Waldes. Von ihnen erfahren wir, wie medizinische Pflanzen zur Heilung eingesetzt werden, essen Lichy, wilden Spinat, Brombeeren und Papayas. Einige Pflanzen werden verwendet, um Seife herzustellen und andere werden als Creme verwendet und duften wie unser Zitronella. Aus großen Blättern werden Teller und Toilettenpapier.
    Die Batwa beerdigen ihre Toten in kleinen Waldhütten. Sie werden dort mit dem Gesicht nach oben hineingelegt. Sie blicken in den Himmel und in die Bäume und sollen nach Früchten und Honig Ausschau halten. Keinesfalls darf der Blick nach unten zu den Menschen gerichtet werden. Gejagt wird mit Pfeil und Bogen und das Feuer wird durch Reibung verschiedener Hölzer entzündet. Es gibt verschiedene Arten von Häusern. Babys werden zum Schutz vor wilden Tieren in Baumhäusern untergebracht. Heiratet man, verbringt man die erste Nacht in einem speziellen Hochzeitshaus. Es gibt große Häuser, in denen sich alle zu Feste versammeln und natürlich die normalen Wohnhäuser.
    Unter einem sehr großen, schutzspendenden Baum befindet sich die "Kirche". Dort wird noch immer Kontakt zu den Ahnen aufgenommen und Opfer gebracht.
    Die Batwa gelten als sehr gesundes Volk. In der Natur gibt es deutlich stärkere Medikamente als in den Krankenhäusern. Solange sie sich nur aus der Natur ernährt haben, gab es auch keine Probleme mit Karies. Mittlerweile ist es fast allen Batwa verboten in den Wäldern zu leben. Seit sie Teil unserer Zivilisation sein müssen, sind viele krank, weil die schwachen Medikamente nicht helfen und haben massive Probleme mit Karies. Außerdem sind sie in der ugandischen Gesellschaft noch immer nicht überall als Menschen anerkannt. Es heißt, sie seien zu klein und würden stinken/riechen.
    Ein besonders schöner Abschluss ist es, den Gesängen der Batwa zu lauschen, dem Tanz zuzusehen und vor allen Dingen, die Begeisterung der kleinen Kinder zu beobachten, wie sie mittanzen.

    Wir sind sehr froh, diesen intensiven Tag erlebt haben zu dürfen und für kurze Zeit Teil dieser uralten Kultur zu sein. Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit, die uns zeigt, wie eng Leben und Natur miteinander verbunden sind. Es ist für mich faszinierend, dass Menschen heute noch auf diese einfache Art leben können, die wohl mit dem Leben während der Steinzeit verglichen werden kann.
    Leider verlieren die Batwa-Pygmäen ihren ursprünglichen Lebensraum mehr und mehr und müssen neue Wege in die Zukunft gehen. Viele arbeiten heute in Steinbrüchen, stellen Kohle aus Eucalyptusholz her und brennen Ziegel. Das wenige Geld, das sie verdienen, wird oftmals abends direkt vertrunken. Sie sehen auch keinen Sinn darin, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Somit ergeben sich für sie keine wirklichen Zukunftschancen.
    Auch am Spielzeug sieht man, dass unsere Welt Einzug gehalten hat. Man nehme eine PET Flasche, stecke einen Stecken in den Flaschenhals und schon hat man ein Spielzeugauto.
    Was ich sehr erschütternd fand… auf unserem Auto ist die Entwicklung von Affe zu Mensch abgebildet. Das haben sie heute entdeckt. Somit hat sich ihnen die Evolution erschlossen. Es gab Diskussionen… sie hatten davon noch nie gehört. Einige Gesichter haben große Ähnlichkeit mit denen unserer Vorfahren oder schlicht gesagt, den Gorillas. Auch das wurde heute entdeckt und erkannt. Mir fehlen die Worte.

    Ich hoffe sehr, dass die Batwa auch in Zukunft einen Weg finden, ihre Kultur zu bewahren und dennoch einen Platz in unserer modernen Welt finden. Es ist unübersehbar, dass sie zu den ärmsten Völkern Afrikas gehören.
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  • Bei den Berggorillas

    3 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute ist der Tag, auf den wir uns schon so lange freuen und an dem hoffentlich ein Traum in Erfüllung geht. Das Permit für das Gorilla Trekking ist seit Monaten beantragt und wartet auf uns. Noch vor Sonnenaufgang stehen wir auf, frühstücken kräftig und fahren zum Besucherzentrum des Parks. Wir werden von einer Gruppe Tänzerinnen begrüßt. Das ist jetzt nicht so meins. Ein Ranger erklärt uns alles Wichtige zum Verhalten im Wald und zur Begegnung mit den Gorillas.
    An der Ranger-Station treffen wir auf unser Team: Erfahrene Ranger mit AK-47-Gewehren, die uns vor plötzlichen Begegnungen mit Elefanten schützen sollen, und Träger, die unser Fotoequipment durch das Dickicht transportieren. Begleitet von erfahrenen Guides und Fährtenlesern fahren wir noch ein gutes Stück, und dann beginnt unsere Wanderung durch den dichten, geheimnisvollen Bwindi-Regenwald, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Der Weg führt über bewachsene Hänge, entlang Lianen und durch Bambuswälder, während wir den Spuren der Tiere folgen. Zunächst ist es unendlich steil und ich frage mich, ob ich überhaupt jemals bei den Gorillas ankomme. Die Hänge neben dem Weg fallen fast senkrecht ab. Unter uns liegen entlang der Steilhänge Felder. Zum Glück scheint keine Sonne. Schließlich erreichen wir die schmalen Pfade durch den dichten Dschungel. Wir kraxeln über Wurzeln, klettern über umgefallene Baumstämme, bleiben in Pflanzen hängen und stolpern durch die Gegend. Es geht tief in den Dschungel hinein, und dann beginnt der steile Aufstieg durch den undurchdringlichen Regenwald. Schließlich erreichen wir eine Gruppe Ranger, die uns vollends zu den Gorillas bringen. Mit der Machete bahnen wir uns einen Weg durch dichtestes Gestrüpp. Es geht steil bergab. Ich verfange mich in Lianen und stolpere. Überall ist tiefer Matsch. Es sind zerbrochene Äste, frische Nester oder angeknabberte Bambusschößlinge, die uns ihre Nähe verraten. Es ist ein unglaubliches Gefühl durch einen der ältesten und artenreichsten Wälder der Welt zu wandern. Es erinnert an den Dschungel Borneos. Da es gestern stark geregnet hat, ist der Untergrund schlammig. Es ist eine Schlammschlacht.

    Und dann….. Plötzlich bleibt unser Ranger stehen. Ein Zeichen! Wir haben sie gefunden. Nur zwei Stunden nach unserem Aufbruch stehen wir vor einer der seltensten und beeindruckendsten Kreaturen unserer Erde: Den letzten Berggorillas Ugandas.
    Vor uns, inmitten des Unterholzes, sitzt eine Gorilla-Familie. Die Mutter kümmert sich liebevoll um ihr Junges, das verspielt an den Pflanzen zerrt. Ein etwas älterer Junge beobachtet uns neugierig. Liebevoll betreiben sie Fellpflege und werden mit der Zeit immer aktiver. Die Kleinen klettern auf niedrigen Baumstämmen herum und haben großen Spaß. Das Gelände ist extrem steil und die Kleinen purzeln immer wieder den Hang hinunter. Weiter unten sitzt regungslos der massige Silberrücken. Der Chef des Clans. Seine beeindruckende Statur, das dichte schwarze Fell und der durchdringende Blick lassen uns für einen Moment den Atem anhalten. Doch anstatt sich bedroht zu fühlen, bleibt er seelenruhig sitzen, kratzt sich nachdenklich am Kopf und beginnt ein Nickerchen zu machen. Ein sanfter Riese. Die Kleinen turnen um ihn herum, was ihn allerdings überhaupt nicht beeindruckt. Ein kleiner Kletterkünstler erklimmt einen jungen Baum und knickt ihn dabei um. Keine Ahnung wie er das geschafft hat. Jedenfalls kracht mir der Baum auf den Kopf. Danke. Den Kleinen interessiert es nicht.
    In diese tiefen dunklen Augen zu sehen. Die spielenden Kinder zu beobachten. Die liebevolle Mutter, die ihr Kleines in den Arm nimmt und es schützt, als es anfängt zu schütten. Sie sind um uns herum. Ganz nah. Wir müssen immer wieder zurückweichen, weil sie anstatt der vorgeschriebenen 10m nicht einmal mehr 1m Abstand halten. Als der Regen zu stark wird, senken alle die Köpfe. Mama umarmt ihr Kind. Nachdem der Regen etwas nachlässt, wird die Gruppe wieder aktiv. Die Frisur wird gerichtet, das Haar getrocknet. Von Ästen das Wasser mit der Zunge abgeleckt. Zwischendurch ausgiebig gegähnt, bevor man das Geschwisterchen liebevoll umarmt und küsst. Papa Silberrücken sitzt immer noch unbeeindruckt unter seinem Blatt, während die Kleinen wieder spielen. Doch dann kommt Bewegung in ihn. In einem Schwung erhebt er sich. Unglaubliche Muskelmassen bewegen sich in unglaublichem Tempo direkt auf uns zu und an uns vorbei. Silberrücken nennt man sie, wegen der charakteristischen Färbung auf dem Rücken der männlichen Tiere, die sich ab einem Lebensalter von etwa 12 Jahren abzeichnet. Während er also dem nachgeht, was er nun den ganzen Tag machen wird, nämlich fressen, eilen die neugierigen Gorillababys hinter ihm her und tummeln sich um ihn herum. Ein Silberrücken muss täglich 30kg Pflanzen und Früchte zu sich nehmen. Da wird er noch eine Weile beschäftigt sein.
    Entspannt werden wir in ihrem Kreis geduldet. Ich sitze also wenige Meter bis weniger als ein Meter von diesem eindrucksvollen Wesen entfernt, während sein Nachwuchs unaufhaltsam mit meiner Kamera flirtet. Eine meiner schönsten Tierbegegnungen! Die Nähe zu diesen Tieren ist überwältigend. Wir teilen über 98% unserer DNA mit ihnen. Um sie vor möglichen Krankheiten zu schützen, tragen wir Masken. Die Gefahr einer Zoonose ist real – sowohl für uns als auch für die Gorillas.
    Die Gruppe zieht weiter, aber die kleinen Gorillas finden uns nackte Menschenaffen viel zu interessant. Immer wieder bleiben sie stehen und blicken auf uns zurück, während wir den Silberrücken überholen und ihn von oben nochmals beim Fressen beobachten können.

    Die Stunde mit den Gorillas vergeht wie im Flug. Den ganzen Tag könnte ich noch hier verbringen und diese wunderbaren Geschöpfe beobachten. Wie sie sich gegenseitig pflegen, ihre Jungen tragen, fressen und spielen. Wir bestaunen die friedliche Harmonie innerhalb der Gruppe. Mit einem letzten Blick verabschieden wir uns und treten den Rückzug an. Den ganzen Tag kann ich an nichts anderes mehr denken und bin noch heute von dieser Begegnung verzaubert.
    Der direkte Blickkontakt mit einem Gorilla ist ein unbeschreiblich emotionaler Moment – ​​intensiv, still und zutiefst bewegend. Kaum ein Erlebnis in Afrika ist so eindrucksvoll und bewegend wie der Moment, in dem man den sanften Riesen des Regenwaldes gegenübersteht.

    Der Abstieg ist nicht weniger herausfordernd. Noch einmal anderthalb Stunden durch den dichten Dschungel, diesmal mit müden Beinen und voller Eindrücke. Nach 6 Stunden, 8 km und 600 überwundenen Höhenmetern erreichen wir wieder das Auto.
    Am Ende sind wir erschöpft – aber glücklich. Dieses Erlebnis hat sich tief in unser Gedächtnis eingebrannt. Die letzten Berggorillas Ugandas – eine Begegnung, die uns für immer begleiten wird.
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  • Lake Mulehe Safari Lodge

    2 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach unserer herrlichen Anreise erreichen wir die Lake Mulehe Safari Lodge. Sie hat eine atemberaubende Lage am See mit Blick auf die Virunga-Vulkane. Die Lodge ist rustikal und naturnah, was den Charme ausmacht und wunderbar ins Landschaftsbild passt.
    Es ist Mittagszeit als wir ankommen. Das bedeutet Mittagessen und ich stelle zufrieden fest, dass ich heute zum ersten mal Hunger habe. Ich scheine mich doch noch mit den Malariatabletten zu arrangieren. Vielleicht hilft auch die eine oder andere Pille, die ich zusätzlich noch eingeworfen habe. Hauptsache mir geht es gut. Auch hier ist das Drei-Gänge Menü am Mittag sehr fein. Da Kochen in Afrika offenbar mehr Zeit in Anspruch nimmt als anderswo, wird uns gleich mitgeteilt, dass das Essen erst in einer knappen Stunde fertig sein wird. Gut zu wissen. Wir beziehen unser Zimmer, genießen den Ausblick vom Balkon über den See und drehen natürlich sofort eine Runde über das Gelände. Kaum stehen wir am Ufer tummeln sich zwei Otterfamilien um uns herum und fressen Fisch. Es dürften gut 10-15 Tiere sein, die immer wieder auftauchen, fressen, miteinander spielen und unter der Wasseroberfläche verschwinden. Wir entdecken viele größere und kleinere Vögel. Somit ist klar, dass wir nach dem Mittagessen Birdwatching machen werden. Eigentlich sind wir recht erfolgreich und so in die Vogeljagd vertieft, dass uns überhaupt nicht auffällt, was um uns herum vorgeht. Ein lauter Donner holt uns aus der Welt der Vögel zurück. Der Himmel ist schon pechschwarz.
    Moritz macht sich sofort auf den Rückweg, während ich noch etwas trödle. Als die ersten schweren Tropfen fallen, bin ich noch am Ufer. Jetzt aber Tempo. Ich muss noch viele Treppen nach oben. Der Regen nimmt schon deutlich zu. Auf den letzten 3-4 Metern fängt es an zu schütten und mit einem Riesensprung erreiche ich gerade noch so den Balkon. Danach geht die Welt unter. Der See wird unsichtbar und verschwindet hinter der Regenwand. Das war richtiges Glück. Auf diese kalte Dusche hätte ich definitiv keine Lust gehabt. Und so habe ich plötzlich ganz unverhofft Zeit für die Pinguine. Wenn mir die App heute nicht wieder einen Streich spielt, sollte es auch mal mit Hochladen klappen. Lake Mulehe bietet spektakuläre Aussicht und theatralischen Wolkenauftritt. Große Gesten nicht nur bei den Tieren, auch am Himmel. Nicht nur die Blitze bescheren uns nun ein Naturspektakel. Kurzschlüsse und Stromausfälle gaben sich den Staffettenstab in die Hand wie bei einem 4×100-Meter-Finale.
    Frieren müssen wir jedenfalls heute Nacht nicht. Eben wurden eine Kanne heißes Teewasser und Wärmflaschen für die Betten gebracht.
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  • Fahrt nach Kisoro

    2 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir fahren Richtung Kisoro, dem Tor zu den legendären Nationalparks Bwindi Impenetrable Forest und Mgahinga Gorilla Nationalpark – den Heimatorten der majestätischen Berggorillas.
    Die Strecke führt uns durch wunderschöne Landschaften Ugandas: sanfte Hügel, terrassierte Felder, kleine Dörfer und leuchtend grüne Täler prägen das Bild. Wäre es nicht nebelig, würden sich unterwegs immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Virunga-Vulkane, die sich an der Grenze zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) majestätisch erheben, eröffnen. Leider sehen wir sie zumindest heute nicht. Es handelt sich um eine Gruppe von 8 Vulkanen, die zwischen dem Eduardsee und dem Kiwusee liegen, zum Ostafrikanischen Grabenbruch gehören und zwischen 3000 und 4500m hoch sind. Drei der Vulkane liegen in der DRK. Im Jahr 2002 sind sie das letzte Mal ausgebrochen. Die anderen Vulkane liegen hälftig zwischen Ruanda und der DRK und zwischen Uganda und Ruanda. Der älteste der Virunga-Vulkane befindet sich im Dreiländereck zwischen Ruanda, Uganda und der DRK. Die Virunga-Vulkane sind mit tropischem Bergregenwald bedeckt und die Heimat der seltenen Berggorillas. Insbesondere zum Schutz der Berggorillas, die sonst nur noch im Bwindi-Nationalpark in Uganda vorkommen, gründete Prinz Albert 1925 den ersten afrikanischen Nationalpark. Dieser liegt heute in Ruanda und der DRK. Maßgebend für die Erforschung und den Schutz der Gorillas in den 60/70er-Jahren war die US-amerikanische Zoologin Dian Fossey. Ihr Leben wurde in „Gorillas im Nebel“ verfilmt. Der Dian-Fossey-Fund ist bis heute mit dem Schutz der Gorillas und dem Erhalt ihrer Lebensräume beauftragt. Heute leben immerhin wieder über 1000 Berggorillas in freier Wildbahn, etwa 400 davon in Uganda. Die Bestände wachsen und haben sich seit den 1980er Jahren fast wieder verdoppelt. Die zunehmende Zerstörung des Lebensraumes durch reiche Ölvorkommen im Virunga Gebiet, anhaltende Bürgerkriege im Kongo und Wilderei bedrohen die Bestände der Gorillas jedoch weiterhin.

    Die Menschen leben von der Landwirtschaft und dem Abbruch von Steinen. Die Landschaft wurde dadurch bereits dramatisch verändert. Für je 3 Kubikmeter klein geschlagenes Gestein erhält eine Familie 100$. Man benötigt dafür zu siebt etwas eine Woche. Damit die Eltern weiterer Arbeit nachgehen können, schlagen die Kinder das grobe Gestein in etwa 5x5 cm große Stücke. Obwohl heute Sonntag ist und viele Familien schön gerichtet in die Kirche gehen oder wenigstens gemeinsam vor ihren Häusern sitzen, gibt es dennoch genügend Leute, die auch heute arbeiten. Auch die Kinder.
    Je näher wir Kisoro kommen, desto dramatischer wird die Landschaft – tiefe Täler, dichter Nebelwald und der Duft tropischer Vegetation begleiten uns auf den letzten Kilometern. Trucks kämpfen sich mit maximal 5km/h in schwarze Abgaswolken gehüllt die steilen Berge hinauf Richtung kongolesische Grenze. Leider ist die Sicht sehr eingeschränkt. Man mekrt deutlich, dass es bereist August ist und die Regenzeit näher kommt. Im Juli war die Luft noch völlig klar und die Aussicht auf das Umland grandios, während bereits jetzt nichts mehr von der Bergwelt zu sehen ist. Durch El Nino ist der Beginn der Entstehung der nebligen Luft dieses Jahr besonders zeitig. August ist für Uganda nicht mehr unbedingt der geeignetste Reisemonat.
    Und plötzlich sind sie da - die Golden Monkeys. Nicht nur einer. Nein, eine ganze Gruppe und wir können sie richtig lange und schön beobachten. Sie sind sehr scheu. Ganz langsam nähere ich mich ihnen. Das Männchen wirft sich in Pose und zeigt wer der Chef ist. Die Weibchen fressen genüsslich Blüten. Aber alle sind sehr wachsam. Ich bin begeistert. Golden Monkeys sind selten und scheu. Es war meine große Hoffnung sie zu finden. Und jetzt scheinen sie geradezu auf uns gewartet zu haben. Was für eine wunderschöne Begegnung.
    Wir fahren noch weiter bis zum Lake Mulehe, wo wir in der Lake Mulehe Safari Lodge, die idyllisch direkt am Seeufer liegt, unterkommen.
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  • Markt in Kabale

    1 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute ist Samstag und es finden viele Feste und Hochzeiten statt. Einige Pisten sind gesperrt und so muss ein neuer Weg her, der immer wieder tolle Ausblicke bietet, aber extrem steil ist. Die Bremsen leisten super Arbeit. Ab und an hilft der 4x4 mit. Schließlich erreichen wir die quirlige Stadt Kabale. Unser Ziel ist der Markt. Aber vorher benötige ich dringend Geld. Der ATM ist schnell gefunden. Doch er will kein Geld ausspucken. Leider gibt er mir auch zunächst meine Karte nicht zurück. Doch schließlich hat er Erbarmen. Gott sei Dank. Ich liebe Bargeld. Und somit packe ich meine Euros aus, gehe in die Wechselstube und bin nach kurzer Zeit endlich mal wieder Millionärin. Herrlich.

    Der Markt ist sauber, perfekt sortiert mit riesiger farbenfroher Auswahl an Obst und Gemüse. Die Menschen freuen sich über uns. Eine ältere Dame flippt beinahe aus und bedankt sich mehrfach, dass wir Uganda bereisen. Viele erklären uns, um welches Obst/Gemüse es sich handelt. Die Menschen sind extrem freundlich und fröhlich. Und klar - es gibt hier unendlich viele Kinder, die während des Tages auf dem Markt unterwegs sind und darauf warten, dass die Mutter mit Verkaufen fertig ist. Alle winken und strahlen, müssen ebenfalls testen, ob wir aus Fleisch und Blut sind und lassen sich zu meiner großen Freude liebend gerne fotografieren. Inmitten von Obst und Gemüse entdecke ich ein Baby, das zufrieden schläft. Auch einige Verkäufer halten ein Nickerchen. Besonders lecker sind die vielen unterschiedlichen Bananenarten, durch die wir uns durchprobieren. Besonders fein sind die Baumtomaten. Sie wachsen nur in Uganda. Ich entdecke eine kleine Schneiderei, in der die Nähte liebevoll mit einem uralten Kohlebügeleisen glattgebügelt werden. Natürlich weiß ich, wie das funktioniert, gesehen habe ich es aber noch nie.

    Das Bier fehlt noch. Es sitzen nur Männer in der hmmm was ist das? Kneipe kann man es kaum nennen. Alle sitzen im Kreis und haben einen 2 Liter Humpen Ubushera vor sich. Alle teilen alles. Es wird aufgefüllt, herumgereicht, getrunken. Wir erhalten unser Gebräu in einem traditionellen Holzkrug. Ein Riesenpott. Zum Glück teilt Afrika alles. Moritz findet neue Freunde und teilt die Handynummer, während ich einen zweiten Pott Bier namens Enturire bestelle. Er enthält mehr Alkohol, weil ihm Honig hinzugefügt worden ist und es dadurch anders fermentiert. Der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig. Ubushera erinnert geschmacklich sehr an Airag (vergorene Stutenmilch) aus der Mongolei. Das Honiggebräu verschreckt mich im ersten Moment, weil ich das Gefühl habe, jede Menge Sand im Mund zu haben. Also schnell schlucken, umrühren und weiter probieren. Dann schmeckt es mir. Nachdem einiges getrunken ist, übergeben wir die Krüge an die Gemeinschaft. Es wird nicht lange dauern, bis sie leer sind.

    Nach einem spannenden Tag geht es zurück zur Lodge. Zum Abendessen gibt es für mich heute Hühnerbrühe. Ich komme diesen Urlaub leider überhaupt nicht mit der Malariaprophylaxe klar. Bisher hatte ich nie Probleme. An Nebenwirkungen nehme ich im Moment alles mit, was geht. Ich hoffe, das ändert sich noch. Sonst muss ich das Zeug absetzen und mir etwas Neues überlegen. So geht es nicht.
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  • Dorfleben

    1 Ogos, Uganda ⋅ ☁️ 20 °C

    Unser wunderschönes Hotelzimmer lässt uns auf zwei Bereiche des Sees blicken. Am frühen Morgen sind Fischer unterwegs und leichter Nebel wabert über dem Wasser. Eine wunderschön mystische Stimmung. Als wir am Ufer entlanglaufen ist es abgesehen vom Gesang der Vögel und den lauten penetranten Rufen des Ibis absolut still.
    Über rotbraune Sandpisten stauben wir uns wieder den Berg hinauf und fahren durch einige kleine Dörfer. Am Tand der Piste laufen jedes Mal, wenn sich unser Auto bemerkbar macht Kinder zusammen, winken, lachen, rufen hello, how are you oder Hello muzungu (Weiße). Wenn wir zurücksinken, strahlen die Gesichter. Es wird immer steiler und teilweise ist die Piste vom starken Regen extrem ausgewaschen. Tiefe Brüche müssen umfahren werden. Zum Glück hat das Auto viel Bodenfreiheit. Schließlich erreichen wir unser Ziel, ein kleines Dorf, in dem der Schmid auf uns wartet. Sofort sind wir von Dutzenden Kindern umringt. Ich weiß kurz überhaupt nicht, wohin mit mir. Der Schmid führt uns zu seiner Werkstatt und zeigt uns wie man seit Generationen Messer, Webnadeln und Sicheln herstellt. Im Moment gibt er die Kunst an seine Tochter weiter. Sie zeigt uns, wie man den Blasebalg bedient. Das Kohlefeuer brennt in einem kleinen Erdloch. Dorthin führt eine tönerne Röhre und auch die Blasvorrixjtungen sind aus Ton gemacht. Alles andere würde der Hitze nicht standhalten. Oberhalb der beiden Rohre ist alles mit Leder abgedeckt und zwei Stecken angebracht. Diese bewegt man rhythmisch auf und ab und bläst sehr zielgerichtet Sauerstoff in die Kohle. Es brennt perfekt. Das Eisen glüht. Während wir abwechselnd das Feuer in Gang setzen, Babys auf dem Arm haben und von unzähligen Kindern beobachtet werden, entstehen Messer, Sichel und Webnadel. Die Sicheln haben alle die absolut identische Form. Handarbeit Absolut gekonnt. Natürlich müssen die Kinder testen, ob wir genauso Mensch sind wie sie. In diese abgelegenen Dörfer verirren sich keine muzungus. Ständig spüre ich warme oder auch kalte Kinderhände irgendwo an mir. Sie sind begeistert, wenn ich ihnen ein Foto von ihnen zeige. Genauso groß ist die Begeisterung, als wir das Feuer perfekt in Gang halten. Ein tolles Erlebnis so Teil einer Dorfgemeinschaft zu sein und an der Ausübung eines Jahrhunderte alten Handwerks teilzuhaben. Es macht riesig Spaß. Viel zu schnell müssen wir uns von den vielen Kindern verabschieden.

    Auf dem Rückweg kommen wir an einem Haus vorbei, in dessen Vorgarten Sorghum Samen getrocknet werden. Nach der Trocknung werden sie in Wasser eingelegt und mehrere Tage gerührt. Das Ergebnis ist Buschera. Ein traditionelles nur in Süduganda angebautes Bier. In Kabale möchte ich dieses unbedingt probieren. Heute ist Samstag und es finden viele Feste und Hochzeiten statt. Einige Pisten sind gesperrt und so muss ein neuer Weg her, der immer wieder tolle Ausblicke biete, aber extrem steil ist. Die Bremsen leisten super Arbeit. Ab und an hilft der 4x4 mit. Schließlich erreichen wir die quirliger Stadt Kabale. Unser Sheila ist der Markt. Aber vorher benötige ich dringend Geld. Der TM ist schnell gefunden. Doch er will kein Geld ausspucken. Leider gibt er mir auch zunächst meine Karte nicht zurück. Doch schließlich hat er Erbarmen. Gott sei Dank. Ich liebe Bargeld. Und somit packe ich meine Euros aus, gehe in die Wechselstube und bin nach kurzer Zeit endlich mal wieder Millionärin. Herrlich.

    Der Markt ist sauber, perfekt sortiert mit riesiger farbenfroher Auswahl an Obst und Gemüse. Die Menschen freuen sich über uns. Eine ältere Dame flippt beinahe aus und bedankt sich mehrfach, dass wir Uganda bereisen. Viele erklären uns, um welches Obst/Gemüse es sich handelt. Die Menschen sind extrem freundlich und fröhlich. Und klar - es gibt hier unendlich viele Kinder, die während des Tages auf dem Markt unterwegs sind und darauf warten, dass die Mutter mit Verkaufen fertig ist. Alle winken und strahlen, müssen ebenfalls testen ob wir aus Fleisch und Blut sind und lassen sich zu meiner großen Freude liebend gerne fotografieren. Inmitten von Obst und Gemüse entdecke ich ein Baby, das zufrieden schläft. Auch einige Verkäufer halten ein Nickerchen. Besonders lecker sind die vielen unterschiedlichen Bananenarten, durch die wir uns durchprobieren. Besonders fein si d die Baumtomaten. Sie wachsen nur in Uganda. Ich entdecke eine kleine Schneiderei, in der die Nähte liebevoll mit einem uralten Kohlebügeleisen glattgebügelt werden. Natürlich weiß ich, wie das funktioniert, gesehen habe ich es aber noch nie.

    Das Bier fehlt noch. Es sitzen nur Männer in der hmmm was ist das? Kneipe kann man es kaum nennen. Alle sitzen im Kreis und haben einen 2 Liter Humpen Buschera vor sich. Alle teilen alles. Es wird aufgefüllt, herumgereicht, getrunken. Wir erhalten unser Gebräu in einem traditionellen Holzkrug. Ein Riesenpott. Zum Glück teilt Afrika alles. Moritz findet neue Freunde und teilt die Handynummer, während ich einen zweiten Pott Bier namens Enturire bestelle. Er enthält mehr Alkohol, weil ihm Honig hinzugefügt worden ist und es dadurch anders fermentiert. Der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig. Buschera erinnert geschmacklich sehr an Airag (vergorene Stutenmilch) aus der Mongolei. Das Honiggebräu verschreckt mich im ersten Moment, weil ich das Gefühl habe jede Menge Sand im Mund zu haben. Also schnell schlucken, umrühren und weiter probieren. Dann schmeckt es mir. Nachdem einiges getrunken ist, übergeben wir die Krüge an die Gemeinschaft. Es wird nicht lange dauern, bis sie leer sind.

    Nach einem spannenden Tag geht es zurück zur Lodge. Zum Abendessen gibt es für mich heute Hühnerbrühe. Ich komme diesen Urlaub leider überhaupt nicht mit der Malariaprophylaxe klar. Bisher hatte ich nie Probleme. An Nebenwirkungen nehme ich im Moment alles mit, was geht. Ich hoffe, das ändert sich noch. Sonst muss ich das Zeug absetzen und mir etwas Neues überlegen. So geht es nicht.
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  • Lake Bunyonyi

    31 Julai, Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Der See ist übersät mit 29 kleinen Inseln, jede mit ihrer eigenen Geschichte – darunter die bekannte „Punishment Island“ (Akampene Island), auf der früher junge Frauen verbannt wurden, sowie die Inseln Kyahugye, Bushara und Bwama, die heute Rückzugsorte für Vögel und Naturliebhaber sind.

    Am Nachmittag setzen wir uns in ein Boot und machen eine idyllische Bootsfahrt auf dem See. Wir gleiten wir über das klare Wasser, begleitet vom Gesang der über 200 Vogelarten, die hier heimisch sind. Es ist ein Ort, der Ruhe, Natur und Stille auf besondere Weise vereint. Neben Eisvogel, Ibis und Kranich entdecken wir aber auch Zebras und Impalas. Auf einigen der unbewohnten Inseln leben viele Vogelkolonien. Wir fahren ins Schilf hinein, um die Vögel besser zu beobachten. Doch nach einiger Zeit, scheinen sie uns mitteilen zu wollen, dass unser Besuch nun beendet ist. Links und rechts von mir klatscht flüssig weiße Vogelkacke ins Wasser. Nachdem ich den Abzug gerade verlassen habe, landet ein großer Haufen genau an der Stelle, an der ich eben noch gestanden bin. Glück gehabt. Die Abendsonne taucht die Inseln und das Wasser in wunderschönes Licht. In vielen Einbaumkanus fahren die Kinder von der Schulinsel nach Hause. Nein, nicht Mamataxi. Hier wird selbst gepaddelt. Zurück in unserer Unterkunft wird diese ihrem Namen „Birdnest“ mehr als gerecht, wir entdecken viele kleine Vögel. Auch in ihren Nestern. Wir genießen den Sonnenuntergang in absoluter Stille. Naja, abgesehen vom plätschern des Wassers und den Vogelrufen. Am Feuer genießen wir unser Abendessen, bevor wir uns im kühlen Zimmer unter die dicke Zudecke im Bett verkriechen.
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  • Birdnest @ Lake Buniyoni Resort

    31 Julai, Uganda ⋅ 🌙 20 °C

    Das Birdnest Resort am Lake Bunyonyi in Uganda empfängt uns mit einer atemberaubenden Lage direkt am Wasser. Von unseren Betten blicken wir direkt auf den See und die umgebenden Hügel. Die Atmospähre ist entspannt.
    Von der Terrasse mit den vielen Sitzgelegenheiten überblickt man den See. In den Bäumen sitzen Kormorane und bauen ihre Nester. Im seichten Wasser in Ufernähe suchen Kraniche und Ibisse nach Futter. Am Abend überprüfen die Fischer in ihren Einbaumkanus die Netze.
    Es gibt einen wunderschönen Pool, der direkt in den See überzugehen scheint und ein wunderschönes, riesiges Weinfass, in dem sich eine Sauna verbirgt. Während man gemütlich schwitzt, geht der Blick über das Wasser zu den Inseln. Für einen Moment genieße ich die Hitze der Sauna, denn warm ist es hier wirklich nicht. Während ich gestern in Kigali noch dachte, völlig falsch gepackt zu haben, bin ich heute über meine warme Jacke und den dicken Wollpulli richtig froh.
    Leider will man uns hier mästen. Mittags und abends drei Gänge…. Das geht nicht. Daher kann ich auch nicht schlafen. Ich fühle mich wie die Sauna - das Weinfass. Da wir nun wissen, wie alles abläuft, machen wir das ab morgen besser.
    Wir genießen unseren wunderschönen Aufenthalt. Einziger Wermutstropfen: obwohl man schon beim Frühstück das Mittagessen ordern muss…. Man wartet jedes Mal wirklich ewig. Das Zeitmanagement in der Küche funktioniert überhaupt nicht.
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  • Uganda - die Perle Afrikas

    31 Julai, Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Uganda, ein Binnenstaat in Ostafrika, grenzt im Westen an die Demokratische Republik Kongo und somit an das von tropischen Regenwäldern bedeckte Kongobecken. Uganda liegt auf Höhe des Äquators, der durch den Südteil des Landes verläuft, was ein tropisch-äquatoriales Klima entstehen lässt. Hier kommt aber ein weiterer, entscheidender Faktor ins Spiel: Uganda liegt insgesamt relativ hoch, der höchste Punkt ist der Margherita Peak (Mount Stanley) mit 5.110m, der tiefste Punkt ist der Albertsee auf immerhin noch 621m. Ein Großteil des Landes liegt auf dem Ostafrikanischen Plateau auf einer durchschnittlichen Höhe von 1.100m über dem Meeresspiegel. In der Tat bewirkt die Lage Ugandas ein sehr gemäßigtes äquatoriales Klima mit zwei Trockenzeiten, das beinahe „europäisch“ anmuten kann und seit jeher ein Grund für Reisen nach Uganda gewesen ist. Uganda hat von allem das beste: der Äquator sorgt für ausgeglichene Temperaturen, fast ohne Jahreszeitliche Schwankungen. In den Höhenlagen werden Tagestemperaturen von 25 bis 30°C selten überschritten. Die Nächte sind mit durchschnittlich 17°C angenehm warm, aber selten schwül. Je höher man kommt, desto niedriger sind natürlich die durchschnittlichen Temperaturen.
    Im Süden des Landes erheben sich Berge, deren höchste sich im Südwesten an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo befinden. Das schneebedeckte Ruwenzori-Gebirge mit bis zu 5.110m Höhe ist das dritthöchste Gebirge Afrikas, das als eines von nur drei Gebirgen des Kontinents das Phänomen der Vergletscherung aufweist. Der Name des Gebirges, der mit „Regenmacher“ oder „Wolkenkönig“ übersetzt werden kann, sagt bereits alles: während es am Fuße der Berge auf etwa 1.000m Höhe mit etwa 1.500mm Niederschlag/Jahr bereits leicht überdurchschnittlich regnet, steigt die Regenmenge mit steigender Höhe immer weiter an. Das Klima im Gebirge zeichnet sich durch eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit und 300 Regentage/Jahr aus. Aufgrund der hohen Verdunstungsrate sind die Berge meist von dichten Wolken bedeckt. Das Klima reicht von heiß und feucht in den niedrigeren Regionen bis zu eisig-feucht in den Gipfelregionen.
    Während auch in der Gegend des Victoria Sees hohe Niederschläge fallen, ist es im Norden Ugandas extrem trocken und wüstenähnlich. Im Landesinneren hingegen herrscht tropisches Klima in Reinform.

    Unsere Route führt uns im äußersten Südwesten Ugandas durch malerisches Vulkanland bis an den faszinierenden Lake Bunyonyi, dessen Name „Ort der kleinen Vögel“ bedeutet. Zunächst ändert sich nichts am Straßenbild im Vergleich zu Rwanda. Doch dann treffe ich auf etwas, das ich überhaupt nicht mag. Bodenwellen. Da waren mir die Radarkontrollen doch deutlich lieber, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Außerdem sind die Fahrräder verschwunden. Hier fährt man wieder Motorrad. Aber warum nur zu zweit, wenn auch 4 Personen Platz haben. Ohne die Helme, deren schützende Funktion ohnehin völlig überbewertet ist, passen sogar 5 Personen drauf. Um riesige Lasten zu transportieren bedarf es auch keinen LKW. Der kleine Kombi schafft das auch. Bodenfreiheit hat er dafür keine mehr und auch der Abstand zum Himmel hat deutlich abgenommen.
    Beim Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass wir, wie schon in Äthiopien, eine Stunde verloren haben. Also muss ich die Uhr schon wieder umstellen. Das hätte ich mir gestern sparen können. Außerdem fährt man hier links und nicht rechts wie in Rwanda oder Deutschland. Sehr schön. Da kommt Freude auf.
    Nachdem wir die äußerst wuselige Stadt Kabale durchquert haben, ist Schluss mit Luxus. Der Asphalt verwandelt sich in leuchtend rote Erde, die mächtig staubt und uns rötlich einfärbt. Bei Regen will ich hier nicht fahren müssen. Tiefe Auswaschungen gibt es und die Strecke würde zu Schmierseife werden. Langsam kämpfen wir uns nach oben und blicken in das grüne Tal. Entlang der Strecke werden Steine abgebaut. Die Männer brechen das Gestein aus der Felswand, während Frauen und Kinder kleine Steine daraus machen. Kinder - auch kleine Kinder. Sind sie zu klein, sitzen sie neben der arbeitenden Mutter in Staub und Dreck. Ein erschütternder Anblick. Während wir vorbeifahren blicken viele auf, lachen und winken uns hinterher. Dieses Bild bekomme ich in meinem Kopf nicht zusammen. Aber offenbar gehen Schwerstarbeit und Freude miteinander.

    Wir erreichen den höchsten Abschnitt des Bergpasses und es eröffnet sich der Blick auf das Tal mit Lake Bunyonyi.
    Lake Bunyonyi gilt als einer der schönsten Seen Ostafrikas und ist mit über 900m Tiefe der zweittiefste See nach dem Tanganjikasee. Ob er wirklich so tief ist? Erwiesen sind die 900m nicht. Umgeben von terrassierten Hügeln und dichtem Grün wirkt die Landschaft märchenhaft.
    Nach kurzer Afrikamassage ins Tal erreichen wir unser Domizil direkt am See.
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  • Weg zur Grenze

    31 Julai, Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach unserem ersten Frühstück in Afrika machen wir uns auf den Weg zur Grenze nach Uganda.
    Wir verlassen das saubere, geordnete Kigali. Uns begleiten zunächst noch die unendlich vielen Motorradtaxis. Man fährt zu zweit und trägt Helm. Alle sind gegen 9:00 Uhr unterwegs, da jetzt die Arbeitszeit beginnt. In Rwanda ist dies genau geregelt. Zwischen 8 und 9 Uhr beginnt das Leben und um 22 Uhr ist der Tag zu Ende. Alle paar Kilometer steht ein Blitzer und kontrolliert die Fahrweise der Autos. An vielen Zebrastreifen steht ein Polizist und überwacht, dass angehalten und den Fußgängern der Übergang gewährt wird. 90% der Straßen sind in perfektem Zustand. Hier gibt es nicht ansatzweise ein Schlagloch. Der Müll wird sauber sortiert und in Eimer geworfen. Ich frage mich, ob ich in das falsche Flugzeug gestiegen bin. Das ist nicht Afrika. Das ist die Schweiz.
    Nachdem wir Kigali verlassen haben, verwandeln sich die Motorradtaxis in Fahrradtaxis. Ansonsten bleibt alles unverändert. Auf einer perfekt asphaltierten Straßen fahren wir Richtung ugandische Grenze.
    Die Landschaft - ein Traum. Tiefrote Erde, Bananen und Palmen. Überall wird Landwirtschaft betrieben, Bananenstauden, riesige Milchkannen, Holz und Kohle werden auf dem Fahrrad transportiert. Wir fahren entlang herrlich grün leuchtender Reisfelder, durch die Ibisse und Graukronenkraniche auf der Suche nach Futter staksen. Kinder und Frauen mit gelben Wasserkanistern treffen sich an Flüssen und Quellen, um Wasser zu holen. Entlang der Strecke wachsen Bambus und Eucalyptus. Die Wäsche wird gewaschen und aufgehängt. Überall wird uns hinterher gewunken und wir winken fleißig zurück. Nach und nach verlassen wir die Reisgegend und fahren auf über 2000m Höhe in die Berge. Die Fahrradfahrer müssen kämpfen, um diese Höhen zu überwinden. Viele von ihnen halten sich an LKWs fest und lassen sich nach oben ziehen. Wir sehen sehr viele dieser blinden Passagiere, Kalt ist es hier. Und wer mag es kalt, um prächtig zu gedeihen? Der Tee. Riesige Teefelder erstrecken sich in den Tälern zwischen den hohen Bergen. Im Moment werden die Teepflanzen geschnitten und für das Frühjahrswachstum vorbereitet. Es herrscht geschäftiges Treiben. Alles geordnet. Nach und nach gelangen wir wieder in tiefere Lagen, wo Süßkartoffeln, Kohl und anderes Gemüse angebaut wird. Terrassierte Felder ziehen sich entlang der Berghänge nach oben. Einzelne Häuser überblicken die Täler. Immer wieder fahren wir durch kleine Dörfer. Vor den bunten Häusern sitzen Frauen an Nähmaschinen, es wird an Mopeds geschraubt oder in einem winzigen, kaum erkennbaren „Supermarkt“ eingekauft, in dem es nur Bananen gibt. Leider arbeiten viele Kinder auf den Feldern. Das heißt, sie besuchen keine Schule, da es sich die Eltern nicht einmal leisten können, sie auf die kostenlose, öffentliche Schule zu schicken. Die Arbeitskraft zählt mehr, Und plötzlich stehen wir am Schlagbaum zur Grenze Ugandas in Katuna. Wir kontaktieren unseren Fixer und geben ihm die Papiere für das Auto.
    Wir haben Glück: An der Grenze ist kaum etwas los. Die Prozedur - erstaunlich unkompliziert: Koffer kurz aus dem Auto holen, einmal durch den Scanner schieben, an zwei kleinen Buden vorbei. Bei der einen reisen wir aus Rwanda aus, um 2m weiter rechts in Uganda einzureisen. Fingerabdrücke werden genommen, zwei Stempel in den Pass – und schon stehen wir in Uganda. Wir benötigen eine knappe Stunde und das auch nur, weil leider ein Reisebus vor uns in der Schlange steht.

    Nach der Einreise ist das wichtigste das Geld. Nachdem ich ihn China lernen musste, alles per App zu zahlen, ist hier wieder nur Bares Wahres. Der Uganda Schilling liebt Nullen. 1 EUR entspricht beinahe 4000UGX. Ich werde hier also bereits beim Tausch von 250 Euro zum Millionär und stopfe dicke Geldbündel in meine Hosentaschen. Moritz freut sich und will wie in Argentinien Donald Duck spielen. Darf er gerne, sofern er das viele Papier wieder sortiert und aufräumt. Kreditkartenzahlung ist in Uganda außerhalb der Städte unüblich. Tja, doch leider finde ich hier zunächst schlicht und ergreifend keinen ATM. Für heute passt es ohne Geld. Doch morgen muss ich in die nächste Stadt und definitiv Bares besorgen.
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  • Hotel des Mille Collines

    30 Julai, Rwanda ⋅ ☁️ 28 °C

    Ich bin ja lernfähig... Da ich während unserer letzten Reise immer wieder nach Unterkünften gefragt worden bin, werde ich dieses Mal von den Interessanten berichten.

    Unsere erste Nacht auf afrikanischem Boden verbringen wir in Ruandas Hauptstadt Kigali. Das Hotel des Mille Collines wurde 1973 als erstes Grand Hotel des Landes eröffnet und galt als luxuriösestes Hotel Kigalis. Es ist vor allem als Zufluchtsort während des Völkermords 1994 bekannt. Unter der Leitung von Paul Rusesabagina fanden über 1.200 Menschen Schutz. Somit wurde das Hotel später Vorlage für den Film „Hotel Ruanda“.
    Wer Ruanda besucht, muss sich auch mit der schrecklichen Geschichte des Völkermordes auseinandersetzen. Somit sind wir der Geschichte ganz nah.

    Das Hotel des Mille Collines ist eine zentral gelegene Hotelanlage mit einem Pool in schöner Gartenanlage, Restaurant und einer stilvollen Rezeption. Dazu kommt die Historie des Hotels, also fast ein Muss hier zu übernachten. Die etwas älteren Zimmer versprühen den Charme der alten Zeit und lassen uns die Geschichte spüren. Die Aussicht von der Bar mit Panoramablick ist wunderschön. Doch zunächst müssen wir es überhaupt einmal betreten. Das Auto wird innen abgesucht und darunter Oden mit dem Spiegel gescannt. Nachdem das Auto Safe ist, rollt das Gepäck durch den Scanner. Natürlich werden auch wir gecheckt. Das Prozedere jedes Mal aufs Neue, wenn man wieder kommt. Auch an besonderen Orten, wie der Genozid Gedenkstätte, wird alles gescannt.

    Das Abendessen ist ausgesprochen fein und mit einem Cocktail des Hauses stoßen wir auf den Beginn unserer Afrikareise an. Wir sind angekommen.
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  • Kigali - Rwandas Hauptstadt

    30 Julai, Rwanda ⋅ ⛅ 27 °C

    Rwandas Hauptstadt ist die größte Stadt des Landes und wurde auf Hügeln, umgeben von Bergen, erbaut. Der höchste Berg ist der Mount Kigali mit 1850m. Kigali ist das finanzielle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier befinden sich der internationale Flughafen und eine große Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten – inklusive dem Kigali Genozid Zentrum.

    Die Gedenkstätte Kigali erinnert an den Völkermord an den Tutsi in Rwanda 1994. Dort sind die sterblichen Überreste von über 250.000 Menschen beigesetzt. Das Zentrum ist eine dauerhafte Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords und dient den Hinterbliebenen als Ort, an dem sie ihre Angehörigen und Freunde bestatten können.
    Im April 1994 drangen Berichte über systematische Massenmorde in Rwanda in die Welt hinaus. Vorausgegangen war der Absturz des Flugzeugs des damaligen Präsidenten Juvénal Habyarimana. Er kam ums Leben, als sein Flugzeug am 6. April 1994 abgeschossen wurde. Das Attentat war Auslöser für den Völkermord an den Tutsi, in dem innerhalb von drei Monaten zwischen 800.000 und einer Million Menschen getötet wurden. Es wurde kaum etwas unternommen, um den Völkermord zu stoppen. Außenstehende stellten ihn als ethnisch motivierte Gewalt zwischen Stämmen dar, wobei die Tutsi die Opfer und die Hutu die Täter waren. Die genaue Zahl der tatsächlich Ermordeten wird möglicherweise nie bekannt sein. Schätzungen liegen bei über einer Million. Menschliche Überreste wurden aus der ganzen Hauptstadt herbeigeschafft, nachdem sie auf der Straße gefunden oder in den Fluss geworfen worden waren. Sie werden in Gruppen von 100.000 zusammen bestattet. Im April 2004, zum zehnten Jahrestag des Völkermords, wurde die Gedenkstätte eingeweiht.
    Sie dokumentiert den Völkermord, beschreibt aber auch die Geschichte Rwandas, die diesem Ereignis vorausging. Es werden zudem Vergleiche mit ähnlichen Stätten in Deutschland, Japan und Kambodscha angestellt. Anders als in den ehemaligen Konzentrationslagern von Auschwitz-Birkenau befinden sich in der Gedenkstätte in Ruanda menschliche Überreste sowie die Werkzeuge und Waffen, die bei ihrer Vernichtung verwendet wurden.
    Die Texte bieten Hintergrundinformationen zur spaltenden Kolonialgeschichte Rwandas. Im Verlauf des Besuchs gewinnen die Ausstellungsstücke zunehmend an Eindringlichkeit, da die Besucher mit den hier begangenen Verbrechen und bewegenden Videozeugnissen von Überlebenden konfrontiert werden.
    Hier werden auch andere Orte auf unserer Welt angesprochen, in denen Völkermord begangen wurde. Sei es an den Herero oder während des 2. Weltkriegs, unter Pol Pott in Kambodscha oder im Kosovo. Ich kenne sowohl Auschwitz als auch S21 bzw. Toul Slang in Kambodscha. Beide Orte sind schlimme historische Orte, die schweigsam und sehr betroffen machen. Aber das Kigali Genozid Zentrum übertrifft alles, was ich bisher gesehen habe. Es macht sprachlos, erschüttert zutiefst, macht fassungslos. Ich war noch nie an solch einem grauenhaften, traurigen Ort. Es fehlen die Worte. Es wäre anmaßend, hiervon zu berichten zu versuchen. Die Überlebenden versuchen es und finden keine Worte. Zeitzeugen und Fotografien zeigen eine Grausamkeit und menschliche Kälte, für die es keine Worte gibt. Damit schweige ich nun.

    Heute sieht sich die Bevölkerung Rwandas als ein Volk. Es gibt keine ethnischen Unterscheidungen mehr. Dennoch wird die Erinnerung intensiv gelebt. Es ist ja leider auch noch nicht lange her. Erst in der dritten Generation wird das Trauma verschwinden. So zeigt sich Kigali auch von seiner lebensfrohen Seite. Eine extrem grüne Stadt zwischen und auf vielen Hügeln. Die Schweiz Rwandas präsentiert sich mit gepflegten Fußgängerzonen mit schönen Restaurants, Cafes und Geschäften. In den Straßen erleben wir quirligsten Markt. Bunt, laut - typisch afrikanisch. Dazwischen unzählige Motorradtaxis, die ihre Kundschaft schlängelnd zu ihrem Ziel befördern. Eine reiche, moderne Stadt, die von e-Autos, Motorrädern und Bussen dominiert wird. Es wird sehr auf Umwelt und Klima geachtet. Alles ist sauber und geordnet.
    Dann holt uns doch nochmals die Vergangenheit ein. Während des Genozids versuchen 10 belgische UN-Soldaten die Premierministerin zu beschützen. Alle sterben.
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  • Vorreisechaos

    30 Julai, Rwanda ⋅ ☀️ 24 °C

    Reisen könnte so schön sein, wenn nicht……
    Bereits Monate bevor es überhaupt los geht, wird es chaotisch. Aufgrund der weltpolitischen Lage werden viele Flugverbindungen gestrichen. So auch unser Zubringerflug Frankfurt-Brüssel. Der Alternativvorschlag hat eine Umstiegszeit von gerade Mal 50 Minuten. Da wir in Deutschland leben, ist davon auszugehen, dass wir nicht pünktlich starten werden und den Anschlussflug verpassen. Plan B muss her und ist auch schnell gefunden. Wir fliegen am Vorabend und übernachten in Brüssel. Die Buchungsbestätigung wird zugeschickt, ich buche ein Flughafenhotel und ändere meine Parkplatzbuchung am Flughafen. Doch am nächsten Morgen habe ich immer noch keine Buchungsbestätigung für den Flug. Ich rufe nochmals an und erfahre, dass die gewünschte Verbindung überhaupt nicht verfügbar ist. Also muss Plan C her. Wir sollen über Amsterdam fliegen. Das ist mir ja nun völlig egal. Hauptsache wir fliegen. Als der Herr an der Hotline nochmals zusammenfasst, merke ich, dass er das Abflugdatum verändert hat. Das geht nicht. Da ist noch Schule. Einen Tag später ist jedoch auch der Amsterdam Flug nicht verfügbar. Also zurück auf Los. Alles von Vorne. Zum Glück hat der Herr noch ein Ass im Ärmel. Wir fliegen mit Ethiopian Airlines über Addis Abeba. Genau das wollte ich nicht. Genau diese Verbindung habe ich vor acht Monaten gezielt nicht gebucht. Eine Alternative gibt es aber nicht und nach wenigen Minuten habe ich die Buchungsbestätigung im E-Mail Postfach. Immerhin landen wir nun morgens statt abends und gewinnen ein Tag. Man muss es ja positiv sehen. Ich storniere mein Hotel in Brüssel und ebenso den Flughafenparkplatz, um ihn zwei Minuten später erneut zu buchen, nur mit anderer Uhrzeit. Wie oft ich ihn wohl noch umbuchen muss?
    Als ich den Flug einige Wochen später überprüfen will, kann ich ihn weder bei e-dreams noch bei Brussel Airways finden. Die Buchung existiert nicht mehr. Es folgen endlose Stunden in Warteschleifen mit immer dem gleichen Musikgedudel. Doch schließlich versichert man mir von beiden Seiten, dass die Buchung besteht, aber nirgends eingesehen werden kann. Es sei aber alles in bester Ordnung. Ahhh. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als zu glauben - und zu hoffen.

    Und dann kommt zu allem Überfluss und weltpolitischem Chaos auch noch Ebola. Was bereitet mir nun mehr Sorge? Kerosinmangel oder eben Ebola? Es ist definitiv der Kerosinmangel. Dennoch schleichen Gedanken durch meinen Kopf. Nicht, dass ich Angst hätte mich anzustecken. Bestimmt nicht. Aber was passiert, wenn es plötzlich Quarantänregelungen bezüglich des Heimflugs gibt? Dann ist das wohl so. In die Zukunft blicken kann ich nicht. Wenn es also keine Regelungen gibt, brauche ich auch keine zu beachten. So beruhige ich nun die penetranten Gedankenstiche, die immer wieder meinen, durch meinen Kopf geistern zu müssen.
    Die Wochen vor dem Reisebeginn erinnern ein wenig an Reisen während Corona. Da hatte ich auch ständig die Sorge vor neuen Regelungen, Quarantäne, Ernennung zu Variantengebieten…. Mit der Forderung der USA nach Quarantäneregelungen in Europa für Kongo/Ugandareisende wegen der Fußball WM werden diese Erinnerungen wieder wach.
    Dennoch sorgt Uganda vor. Eine Gesundheitserklärung muss abgegeben werden, in der ich versichere, mich die letzten 21 Tage nicht in Ebola-Gebieten aufgehalten zu haben. Es ist ja kein Problem, diese auszufüllen. Das interessante dabei ist aber mein Gefühl. Es handelt sich vom Prinzip um dieselbe Erklärung, die man während Corona vor der Einreise abgeben musste. Jetzt empfinde ich sie als in Ordnung und während Corona habe ich sie als Gängelei, als Überwachung, fast ein wenig als Freiheitsberaubung empfunden.
    Ach ja, seit gestern gilt Uganda offiziell als ebolafrei.

    Als ob es noch nicht genug wäre... Alle guten Dinge sind drei. El Nino meint, dass er dieses Jahr mal wieder seine volle Kraft entfalten müsse. Für Uganda bedeutet das extreme Regenfälle und Überflutungen im gesamten Land. Eigentlich dürfte er erst loslegen, wenn wir das Land verlassen. Wir werden sehen. So langsam macht sich ein Gefühl breit, als ob diese Reise unter keinem guten Stern steht.

    Unsere Anreise ist sehr entspannt. Wir fliegen in einem neuen A350-900 mit Ethiopian Airlines nach Addis Abeba und haben einen kurzen Aufenthalt zum Füßevertreten auf dem schönen Flughafen. Wir hatten selten eine Airline mit einem so guten Service und richtig gutem Essen.
    Mit uns an Bord war die ruandische Basketballnationalmannschaft. Die Fotografen standen schon Schlange, um die Sieger mit dem Pokal zu begrüßen.

    Nach der Landung holen wir unser Visum on arrival. Anscheinend bekommt man auf dem Landweg nach Uganda kein Visum. Ob das stimmt, sehen wir morgen? Jedenfalls nehmen wir das East Africa Visum für je 100$. Gewünscht ist Bezahlung mit Kreditkarte. Jetzt haben wir die Visumangelegenheit erledigt. Sollte es morgen an der Grenze zu Uganda Stromausfall oder Computerprobleme geben, haben wir unser Visum bereits.

    Wir sind angekommen und rollen durch die Straßen von Kigali, der pulsierenden Hauptstadt Ruandas. Eine sehr grüne Stadt, die sich über unzählige Hügel erstreckt. Das Moped ist bevorzugtes Verkehrsmittel. Sehr gerne wird gehupt, aber sehr gesittet auf der linken Seite gefahren. Es ist zwar irgendwie ein Gewühle, aber es fügt sich immer alles wie ein Puzzle ineinander. Einfach mitschwimmen. Die Straßen sind tipptopp in Schuss.
    Vor uns liegt ein ganzer Monat voller Abenteuer in Ostafrika. Wir freuen uns auf beeindruckende Landschaften, spannende Begegnungen mit Land und Leuten – und natürlich auf die vielen Tiere.
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  • Auf der Suche nach den Berggorillas

    29 Julai, Jerman ⋅ ☀️ 35 °C

    Mit Ruanda und Uganda folgt nun die 3. Reise im „Jahr der verschobenen Reisen“. Es sollte ursprünglich nach Bolivien gehen. Aber nachdem unklar war, wie sich das Land nach den Wahlen 2025 entwickeln würde, was aus der anhaltenden Benzinknappheit und den ständigen Straßenblockaden werden würde, haben wir diese Reise ebenfalls verschoben. Im Unterschied zu Saudi-Arabien und China/Tibet habe ich Ruanda und Uganda aber schon lange als Reiseziel im Kopf. Die Länder hätten nur noch ein bisschen warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Dieses Mal ist es absolut meine Wahl und Moritz muss sich fügen, was er mit Begeisterung tut.

    Es wird die erste Reise seit 15 Jahren sein, die ich völlig entspannt antrete. Moritz ist 18 und wir können endlich überall hinreisen. Bisher folgte nach der Länderwahl gezwungenermaßen immer der Blick auf die Seite des Auswärtigen Amtes. Die Preisfrage: Wie erfolgt die Ein- und Ausreise von Minderjährigen, die mit nur einem Elternteil verreisen? Oftmals landete des Wunschland auf direktem Weg am unteren Ende der Bucketlist. So auch Bolivien, Chile und außer Marokko und Ägypten sämtliche Länder Afrikas. Unterschriften, notarielle Beglaubigungen …. waren für mich nicht zu bekommen. Zum Glück kann man viele andere Länder problemlos bereisen. So wie die einen auf der Bucketlist nach unten rutschten, rutschten andere plötzlich nach oben.
    Dennoch gab es bei jeder Grenzkontrolle am Flughafen Schweißausbrüche plus Herzrasen, da meine „Einverständniserklärung, dass Moritz mit mir reisen darf“ für den Fall, dass jemand fragt, immer von mir gebastelt war. Auch die Kopie des Reisepasses konnte ich nicht mehr vorzeigen, da längst abgelaufen. Das alles ist nun Geschichte. Stellt sich die Frage, wie oft wir noch zusammen verreisen werden. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

    Eigentlich liebe ich das trockene, sonnenausgedörrte Afrika. Doch Ruanda und Uganda liegen am Äquator und so werden wir im feuchten, grünen Bergregenwald nach Schimpansen und Berggorillas suchen. Letztere leben nur hier im Dreiländereck Ruandas, Ugandas und der Demokratischen Republik Kongo. Das massive Riwenzori-Gebirge (5109m) erstreckt sich entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Und an dessen Fuße? Unendlich weite Urwälder. Wir reisen durch das einst von Winston Churchill als „Die Perle Afrikas“ bezeichnete Uganda. Riesige Teeplantagen, Bananenpalmen, satte grüne Regenwälder, die Überquerung des Äquators machen neben tierreichen Nationalparks diese Reise zu etwas ganz Besonderem. Im August herrscht Trockenzeit. So hoffen wir auf viel Sonne und möglichst wenig stechende Tierbegegnungen. Dennoch ist heute der erste Tag, an dem wir in den Genuss der Malariatabletten kommen.
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    Permulaan perjalanan
    29 Julai 2026