• Inge Hohmeier

Von Afrika nach Europa

365-päiväinen seikkaillu — Inge Lue lisää
  • Land und Leute

    19. elokuuta 2022, Lesotho ⋅ ⛅ 0 °C

    Neben der phantastischen Landschaft beeindrucken uns vor allem die Bewohner hier, die trotz der Schwierigkeiten in ihrem Alltag nahezu durchweg freundlich und fröhlich sind.
    Es ist zutiefst berührend, Menschen zu begegnen, die sich mit strahlenden Augen, über ein freundliches Zunicken noch von Herzen freuen können.
    Wo nehmen sie diese Kraft her?
    Man fühlt sich demütig und kleinlaut, wenn man an die Nichtigkeiten denkt, über die man sich zu Hause oft ärgert und aufregt.
    Am Wegesrand, meist in der Nähe von Schulen (die man erstaunlicherweise in den abgelegensten Gegenden findet), stehen Kinder und strecken ihre Hände aus. Sweets! - wahrscheinlich das einzige englische Wort, das sie kennen.
    Drei kleinen Mädchen drücke ich ein paar Pflaumen und eine Orange in die Hände. Andere bekommen Bonbons oder was wir sonst noch an Bord haben, das Kindern schmecken könnte.
    Sie springen vor lauter Freude herum und bedanken sich lachend. Es macht mich unglaublich traurig, dass wir nicht annähernd genug für alle haben.
    Auch Viktor will einem Kind einen Apfel schenken. Dazu kurbelt er sein Fenster herunter, um dem Mädchen die Frucht zu reichen. Die Kleine sieht ihn entsetzt an ........ und rennt schreiend davon. Ja, mit der Hanfkappe, der Sonnenbrille und heute noch einem Zahnstocher im Mund sieht er schon gewöhnungsbedürftig aus. Aber so schlimm, dass man schreiend vor ihm weglaufen muss, ist es wirklich nicht 🤣. Doch hier war die Angst vor dem Unbekannten eindeutig größer als der Hunger auf etwas Süßes.
    Die heutige Fahrt ( am 16.8.) stellt alles in den Schatten, was wir bisher erlebt und gefahren haben. Der Weg in einem Meer aus Geröll ist mehr oder weniger nur noch zu erahnen.
    Immer, wenn ich denke, das ist die Grenze des Fahrbaren, kommt eine noch extremere Steigung oder ein neues Monsterschlagloch hinzu.
    Der Camper kracht, ächzt, röhrt, knattert und heult erbarmungswürdig. Die Spurrillen werden immer tiefer ( geht das überhaupt noch ?), der Wagen hängt so schief, dass ich mich mit Händen und Füßen am Fenster ( nein, das kracht), am Sitz und an der Mittelkonsole festkralle.
    Nein, ich kann nicht mehr. Jetzt hebt das rechte Vorderrad ab, ich schleudere zur gegenüberliegenden Seite, kann mich gerade noch abfangen, bevor ich auf Viktors Schoß lande.
    Nee, das kann ich jetzt auf keinen Fall bringen.
    Hanfkappe, immer noch lächelnd, haut alles an Unterstützung rein, was wir haben. Fragt mich nicht, was das alles ist. Aber seine Hände arbeiten an den unterschiedlichen Schalthebeln oben, unten, Mitte, rechts und links - wieselschnell.
    Zwischen zwei erdbebenartigen Erschütterungen mit Blick in den Abgrund gleich neben mir presse ich hervor: " Ich kann nicht mehr. Ich hab solche 😱 Angst. "
    " Äffchen, ich hab alles im Griff. Dir wird nichts passieren."
    Dann hält er an, in einem gefühlt senkrechten Steilstück. Das kann nicht wahr sein. Er denkt in dieser Situation ans Fotografieren. " NEIN, lass mich nicht allein den Abhang runterstürzen. BLEIB BEI MIR!!! "
    Er bleibt. Ich muss fast heulen vor Erleichterung!
    Um 13.00 Uhr erreichen wir unser nächstes Ziel, den Katsedam, oh wie wunderbar!
    Die Katse-Talsperre am Malibamatšo, einem Nebenfluss des Oranje River in Lesotho, war mit 185 Metern Höhe bis zum Bau der Tekeze-Talsperre in Äthiopien im Jahr 2009 die höchste Talsperre in Afrika. Sie wurde gebaut, um Wasser nach Südafrika zu exportieren und elektrische Energie zu produzieren.
    40 % der Bevölkerung von Johannesburg wird mit dem Wasser des Dammes versorgt.
    Die Staumauer ist die drittgrößte der ganzen Welt, die aus Beton hergestellt wurde. 2,25 Millionen Kubikmeter Concrete wurden hier verbaut. Unvorstellbar!
    In den nächsten 2 Tagen bewegen wir uns ständig in einer Höhe zwischen 2500 und 3100 Metern. Der Weg wird nicht besser. So legen wir in 3 Tagen gerade mal 210 Kilometer zurück, wobei wir jeden Tag mindestens 5
    Stunden fahren.
    Jonas! Stell dir vor, du wärst mit so einer Geschwindigkeit von München nach Hause gefahren!🤣
    In den Bergen passieren wir die Kao Diamond Mine. Diese Diamantmine fördert aus 2 Vulkanschloten, in denen sich das seltene Kimberlitgestein befindet, pro Hundert Tonnen 6,25 Karat Diamanten. Das sind 260.000 Karat pro Jahr!
    Es wird vermutet, dass in den Schloten noch Diamanten von 9 Millionen Karat versteckt sind.
    Am späten Vormittag des 18. August erreichen wir unser nächstes Ziel. Die letzten 25 Kilometer fahren, nein GLEITEN wir über Asphalt, nachdem ich gestern Abend einen Tiefpunkt erreicht hatte.
    Das Auto stank nach Scheiße, da ich in einen Riesen Ziegenhaufen getreten war, die Dusche im Camper lief nicht ab und Viktor war bei dem Versuch zu baden, schimm auf den Rücken gefallen.
    Jetzt sind wir, wie gesagt, hier angekommen.
    Wir trauen unseren Augen nicht: AFRISKI!
    Gestern noch waren wir in der tiefsten Pampa im lesothischen Hochgebirge. Hier befinden wir uns plötzlich in einer komplett anderen Welt.
    So schnell können wir die Veränderung nicht realisieren und verarbeiten.
    Wir stehen und staunen mit offenem Mund und können es nicht glauben: Sind wir hier in St Moritz oder Chamonix?
    Wir schlafen erst einmal eine Nacht über den Kulturschock, und zwar in gemieteten, warmen Zimmern mit Heizdecken.
    Das haben sich unsere knackenden Nacken und krachenden Knochen verdient.
    Morgen wollen wir auf die Piste........just for fun.
    Skiheil🎿 von den Crazy Hohmeiers .😍
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  • Zurück in Südafrika

    19. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 7 °C

    19.8.22
    Wir verlassen Lesotho am Vormittag über den Motengpass, einem der landschaftlich schönsten und bekanntesten Pässe. Der Grenzübertritt zurück nach Südafrika gestaltet sich problemlos. Ein neuer Stempel im Pass, und schon ist die Sache erledigt.

    Im Golden Gate Highlands Nationalpark im Südosten des Freistaates finden wir unseren Platz für die kommenden zwei Tage. Spätestens am Abend wissen wir, woher der Park seinen Namen hat. Als die Sonne untergeht, taucht sie die gigantische Felslandschaft in ein orange golden gefärbtes Meer aus leuchtenden Sandsteinblöcken, die hoch über das bergige Grasland hinausragen.
    Es ist atemberaubend schön!
    Am Abend gibt es Pizza, die restlichen Stücke, die wir als " doggy bag" aus dem Restaurant im Skiresort mitgenommen haben. Wir machen uns ein Feuer, weil wir nicht jeden Abend im Auto sitzen wollen. Doch es ist eiskalt, das Holz scheint feucht zu sein und will nicht so richtig brennen. So frieren wir trotz Wärmeflaschen und dicken Decken, bis wir uns entscheiden, in unsere warmen Betten zu kriechen.
    Nach dem Frühstück am nächsten Morgen brechen wir zu einer Wanderung auf. Es gibt mehrere ein- und zweistündige Hikes, die Männer wählen den 4 bis 5 stündigen. Wen wundert's?🤣
    Der Wodehouse Trail im Golden Gate Highlands National Park ist mit fast 10 km die längste Wanderung des Parks, aber auch die landschaftlich abwechslungsreichste. Wir nehmen genug Wasser mit, ziehen gutes Schuhwerk an und schwindelfrei sind wir auch - das nämlich sind drei Voraussetzungen, um diesen Trail anzugehen.
    Einige Passagen der Wanderung haben eher den Charakter von Klettersteigen, sind aber im Gegensatz zu denen, die wir aus der Heimat kennen, kaum gesichert. Mit etwas Vorsicht lassen sich aber alle schwierigen Stellen gut überwinden.
    Zu Beginn schlängelt sich der Weg noch durch Büsche und kleinere Bäume, und die Steigung ist absolut moderat. Dann wird es zunehmend steiler, der Buschbewuchs hört auf, und erst jetzt realisieren wir bewusst, wie bissig kalt der Wind weht.
    Karola entscheidet sich, zurück zum Campingplatz zu gehen, da sie sich nicht warm genug angezogen hat.
    So marschieren wir zu dritt weiter.
    Die Sandsteinfelsen um uns herum zeigen, dass dieser Wind nicht selten bläst. Sturm und Wasser haben mitunter bizarre Formationen geschaffen.
    Der Weg indes wird immer anspruchsvoller. Teilweise sind besonders ausgesetzte Passagen mit Stahlseilen abgesichert. Doch frieren wir beim Anfassen der Steighilfen noch mehr an den Händen.
    Wir haben die Kälte hier oben absolut unterschätzt und leider keine Handschuhe eingepackt.
    Nach dieser Schlüsselstelle erreicht man eine Ebene, von der man einen unglaublichen Weitblick in alle Richtungen hat, und unser Ziel, der Wodehouse Gipfel rückt immer näher. Wir kämpfen uns weiter geradeaus auf den vor uns liegenden Berg zu, der schmale Pfad im Gras lässt sich dabei nur erahnen.
    Hier auf der Höhe pfeift der Wind, der inzwischen zu einem ordentlichen Sturm mutiert ist, ungehindert und erbarmungslos über uns hinweg.
    Teilweise bläst er so stark, dass ich mich auf allen Vieren fortbewege, um nicht weg geweht zu werden. So einen unglaublichen Sturm haben wir bisher nur einmal, und zwar in Patagonien, erlebt.
    Doch der grandiose Blick in die Lowlands von Südafrika mit den überall verstreuten Inselbergen und die Aussicht auf die spektakulären Drakensberge im Süden
    entschädigt uns für die Anstrengungen.
    Hier genießen wir für ein paar Augenblicke die Ruhe.
    In der Ferne erblicken wir eine Herde Antilopen, die ersten auf dieser Reise.
    Dreimal gönnen wir uns so eine kleine Pause, futtern ein paar Möhren, und Kai teilt sein letztes Biltong mit uns ( so macht man das unter anständigen Brüdern). Wir suchen uns jedes Mal ein einigermaßen windgeschütztes Plätzchen, auch wenn wir uns dafür mehr oder weniger platt auf den Boden legen müssen. Hauptsache, die kalten Knochen tauen wenigstens ein bisschen wieder auf.
    Nach fast 5 Stunden führt
    der Wanderweg in westlicher Richtung entlang des Kammes immer weiter und stetig bergab.
    Eine spektakuläre Wanderung mit 1100 bewältigten Höhenmetern liegt hinter uns!
    Am Campground erwartet uns Karola mit köstlichem frisch gebackenen Brot.
    Den Abend dieses tollen Tages lassen wir im Camper bei Kino mit Popcorn und einem lustigen Film ausklingen.
    Der Park
    Der 340 Quadratkilometer große Golden Gate Park wurde im Jahr 1963 zum Schutz der einmaligen Sandsteinfelsen, die früher die Heimat der Buschmänner darstellten, eröffnet.
    Noch immer kann man an einigen Stellen Felsmalereien der San bewundern.
    San ist eine Sammelbezeichnung für einige indigene Ethnien im südlichen Afrika, die ursprünglich als reine Jäger und Sammler lebten. Das Wort „San“ geht auf eine Bezeichnung der Nama Südafrikas zurück und bedeutet so viel wie „jene, die etwas vom Boden auflesen“.
    Die Buschmänner( jetzt „San“ )genannt, repräsentieren eine kleine Population, die einst große Teil des südlichen Afrikas bewohnten. Die ersten weißen Siedler fanden diese Jäger am südwestlichen Kap. Aufgrund ihrer relativ hellen Haut und der Augenfalten hatte man zuerst angenommen, sie seien ursprünglich aus Asien eingewandert. Aber Studien über Felszeichnungen, alte Knochen und die biologischen Strukturen der heutigen Buschmänner lassen darauf schließen, dass sie tatsächlich aus Ost- und Süd-Afrika stammen und schon vor über 20.000 Jahren hier lebten.
    Nur ganz wenige leben heute noch auf traditionelle Art. Der Großteil von ihnen ist mittlerweile auf Farmen als Arbeiter angestellt.
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  • Clarens und Royal Natal Nationalpark

    24. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 19 °C

    Am 21.8.22 statten wir auf dem Weg zum nächsten Nationalpark Clarens, einer bezaubernden Kleinstadt am Fuße der Maluti Berge in der südafrikanischen Provinz Freistaat einen Besuch ab.
    Bekannt ist das Örtchen heute vor allem als Wohnsitz zahlreicher Künstler.
    Außerdem ist Clarens ein beliebtes Ausflugsziel. Man kann durch die vielen Galerien und Geschäfte schlendern oder eins der zahlreichen
    Cafés oder Restaurants besuchen .
    2011 hatte Clarens gerade einmal 751 Einwohner.
    Heute sind es auch nicht viel mehr.
    Der Ort, der im Jahr 1912 gegründet wurde, wird häufig als " The Jewel of the Eastern Free State" bezeichnet.
    " It is rich in beauty, with an aura of peace and tranquility."
    Dieser Beschreibung aus einem südafrikanischen Reiseführer können wir nur hundertprozentig beipflichten.
    Seinen Namen erhielt der Ort in Anlehnung an die schweizerische Stadt Clarens, wo Paul Kruger seine letzten Tage im Exil verbrachte.
    Neben seiner Rolle als Politiker und Militärführer war Paul Kruger
    zeitlebens ein großer Naturliebhaber. Zum Schutze der einheimischen Tierwelt gründete er 1898 das Sabie-Naturschutzgebiet, aus dem sich später der Kruger-Nationalpark entwickelte.

    Nach dem Lunch in einer schönen Brauerei geht es weiter Richtung
    Royal Natal National Park.
    Dieser wurde 1916 in den südafrikanischen Drakensbergen gegründet und ist Teil des Ukhahlamba-Drakensberg Parks, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Aufgrund seiner atemberaubend schönen Natursehenswürdigkeiten
    zählt er zu den beliebtesten Parks in Afrika.
    Auf dem Mahai Campingplatz schlagen wir unser Lager für die nächsten Tage auf.
    Montag, den 22.8.22
    legen Karola und ich einen Chilltag ein, an dem wir Wäsche waschen, unsere Camper aufräumen und Vorräte sichten.
    Den ganzen Tag scheint die Sonne, es ist wunderbar warm, entspannend und erholsam. Derweil unternehmen die Männer, denen der Chilltag natürlich zu langweilig ist, eine Fahrradtour und erkunden die Gegend.
    Am 23.8. brechen wir zu viert zu einer tollen Wanderung auf.
    Noch beim Frühstück nähert sich uns ein Trupp von Leuten, Männer und Frauen. In einem größeren Abstand bleiben sie stehen und formieren einen Kreis. Viktor schließt von den Klamotten, die sie tragen, dass es sich um die Gartenbau Crew handelt.
    Es hat den Anschein, dass sie so eine Art Briefing abhalten, also den Tag planen, Aufgaben verteilen oder Ähnliches. Alle sehen wenig motiviert aus. Die einzige Bewegung, die man ausmachen kann, ist ein kurzes, kollektives Kopfnicken. Dann arbeitet sich die Gruppe langsam auf ein freies Stück in unserem Campingplatzareal zu. Hier bleiben sie stehen und formen erneut einen Kreis. Vielleicht sind bei dem Briefing wichtige Dinge vergessen worden?
    Plötzlich, wie auf ein Kommando, schmeißen alle Mitglieder des Gartentrupps ihre Spaten auf den Boden. Wieder kollektives Kopfnicken.
    Bestimmt ist das eine Art Ritual?!
    Dann heben alle ihren Spaten wieder hoch und EINER fängt an zu buddeln.
    Und dann sehe ich etwas, wovon ich weiß, dass es meinen sonst so besonnen Mann rasend macht: Der Rest der Gruppe schaut zu und STEHT DEN SPATEN KRUMM! " Schatz, du hast da nichts mit zu tun. Das sind nicht unsere Leute. Komm, lass uns zur Wanderung starten ", versuche ich ihn zu beschwichtigen. Damit kann ich ihn ködern, sonst wäre er wahrscheinlich eingeschritten und hätte das Loch notfalls selbst ausgehoben.
    Aber ein Sache ist klar: Wenn unsere Leute so arbeiten würden, gäbe es die Firma Hohmeier schon lange nicht mehr.
    Deshalb ein großes Dankeschön an unsere Leute daheim, die auch jetzt den Laden am Laufen halten: Ihr seid spitze!!!
    Übrigens ist am Ende des Tages das Werk vollbracht: EIN LOCH GEBUDDELT UND EIN SETZLING GEPFLANZT!!! 🤣
    Unser Ziel sind heute die Tigerfalls.
    Die vierstündige Bergtour erweist sich als eine besonders abwechslungsreiche Wanderung vorbei an spektakulären Ausblicken, den ersten blühenden Pflanzen ( ja, der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten) bis hin zu einem Wasserfall, der aufgrund der unterschiedlichsten Verfärbungen in seinem Gestein den Namen Tigerfalls trägt.
    In einem wirklich eiseiskalten Gumpen nimmt Viktor ein kurzes Bad, das wir anderen uns tunlichst verkneifen.
    Ich bin froh, dass er nach einem kurzen Tauchgang, bei dem er völlig verschwunden war, wieder lebendig ( laut prustend ) auftaucht.
    Den Abend des Tages lassen wir bei einem köstlichem Essen ausklingen. Allerdings ist es um 21.00 Uhr trotz mehrerer Schichten Skiunterwäsche, Fleecejacken, Wollmützen, Decken und was wir sonst noch so im Kleiderschrank finden, so erbärmlich kalt, dass wir uns dann alle in unsere warmen Betten zurückziehen.
    Ich habe mir seit einigen Nächten Viktors Expeditionsschlafsack ( tauglich bis minus 20 Grad) unter den Nagel gerissen. Er schläft mit unserem normalen Federbett, wie es sich für einen coolen, abgehärteten Weltenbummler gehört.
    Na dann, gute Nacht! 🌃
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  • Alltag eines Campers

    26. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ⛅ 19 °C

    Zunächst einmal muss morgens die Sonne aufgehen. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um in den Tag starten zu können.
    Im Augenblick geschieht das um ungefähr 6.00 Uhr. Meist ist es dann aber noch zu kalt, denn bisher lag unser Schlafplatz zu diesem Zeitpunkt immer noch im Schatten.
    So warten wir bis 8.00 Uhr, manchmal sogar noch länger, bis wir die erste Zehenspitze aus dem Camper strecken können.
    Danach hat jeder seine ihm eigene Aufgabe. Ich schlage die Bettdecken aus und lege sie ordentlich gefaltet in den Alkoven.
    Das Gleiche passiert mit den Schlafsäcken, die wir hoffentlich nicht mehr lange brauchen werden. Nachts ist nämlich die Temperatur seit ein paar Tagen nicht mehr unter Null Grad gefallen.
    Während ich noch oben im Bett sitze, wo ich besser an alles rankomme, reicht mir Viktor all die Dinge an, die auch noch nach hier gehören: Decken für draußen, gefühlte 20 Teile für abends am Feuer)( ohne Feuer sind es noch mehr Klamotten), mein Tagebuch, mein Tablet und mein Tolino.
    Viktors Laptop, mit dem er jeden Abend seine Bilder sichtet und sichert, kommt in den Technikrucksack, und der wird im Bad verstaut, damit er nicht im Weg herumsteht.
    Dann ist der Küchenbereich schon mal frei geräumt, und Viktor setzt das Wasser für unseren Frühstückskaffee auf.
    Bis auf wenige Male, wo es wirklich zu kalt war, decken Karola und ich den Tisch draußen. Bleiben wir länger als 1 Tag an einem Ort, stellen wir 2 Tische auf, ansonsten nur einen.
    Die Sonne war unterdessen auch nicht faul und hat die Temperaturen schon in angenehme Bereiche gepusht.
    Dann gibt's alles, was das Camperherz begehrt, immer mit frisch gebackenem Brot von Karola.
    🚿 Duschen tut jeder so, wie es ihm passt, vor oder nach dem Frühstück.
    Einer erledigt den Abwasch, anschließend wird alles weg geräumt. Wird das Prinzip: Jedes Teil hat seinen eigenen Platz nicht beachtet, bricht sehr schnell Chaos durch unnötige Suchaktionen aus.
    Inzwischen halten sich sogar die Männer hin und wieder an die Regel. 🤣
    Verlassen wir den Platz, gibt es folgende Aufgabenverteilung:
    Elektrizität: Viktor zieht die Stecker heraus und verstaut alles in einem der Außenschränke.
    Wasser: Viktor kontrolliert den Stand und füllt gegebenenfalls nach.
    Solarzellen: Viktor klettert aufs Dach ( das macht er am allerliebsten, weil es ein kleines bisschen gefährlich ist) und putzt sie schön sauber, damit sie arbeiten können.
    Ich kümmere mich darum, dass der Kühlschrank und alle Schränke verriegelt sind, schließe die Fenster und Dachluken.
    Dann wird der Fußboden gewischt: 5-4-3-2-1- FERTIG!!
    Keine 120 Quadratmeter wie zu Hause, sondern nur einer! 👍
    Dann stelle ich sicher, dass mein Handy und etwas Proviant in die Fahrerkabine kommen, während Viktor die Außentreppe hochfährt.
    Auf dem Sanipass hatten wir das einmal vergessen. Wenn uns nicht ein aufmerksamer Mensch darauf aufmerksam gemacht hätte, besäßen wir jetzt keine Treppe mehr.
    Diese Gefahr besteht bei allen Dingen, wenn man sie vergisst und nicht verschließt oder verzurrt.
    Vor vielen Jahren waren wir mit Jonas und einem Freund mit dem Camper unterwegs. Die Beiden hatten während der Fahrt oben im Bett gechillt und Karten gespielt. Irgendwann wollten sie frische Luft atmen und öffneten das Fenster. Es dauerte keine 3 Sekunden, da war die ganze Dachluke mit Rahmen herausgerissen und auf die Autobahn geschleudert worden. Gott sei Dank hat sie niemanden und nichts getroffen🙏.
    Da es in der Nacht heftig geregnet hatte, gab es zudem einen fetten Wasserschaden und eine dicke Reparaturrechnung.
    Für uns Vier geht's jetzt auf zur nächsten Station: Pietermaritzburg, Südafrika.
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  • Pietermaritzburg

    26. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 22 °C

    Donnerstag, den 25. August erreichen wir Pietermaritzburg.
    Der Ort liegt in der Lokalgemeinde Msunduzi und ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. 2011 hatte die Stadt 223.519, heute sind es rund 1 Million Einwohner.
    Unser Auto ist in nicht ganz einwandfreiem Zustand, als wir hier ankommen. Viktor wird das abstreiten und sogar ein bisschen sauer sein, aber ich empfinde das so.
    Gleich nachdem wir den Wagen vom Schiff in Empfang genommen haben, funktionierte die Klimaanlage schon nicht mehr.
    Das war in den letzten Wochen nicht weiter schlimm, weil es sowieso immer kalt war. In den beiden vergangenen Tagen kletterte die Temperatur spürbar höher, und die nicht funktionierende Air Condition machte sich wieder unangenehm bemerkbar.
    In Pietermaritzburg fahren wir deshalb eine Werkstatt an, die sich auf Klimaanlagen spezialisiert hat. Mit unserem Ungetüm an Auto sorgen wir natürlich für enormes Aufsehen. Es ist kein Denken daran, dass wir allein wegen unserer Höhe auch nur annähernd in die Werkstatt fahren können.
    Der Besitzer ist unglaublich freundlich und betont immer wieder, noch nie deutsche Kunden bedient zu haben.
    Er lässt alles andere stehen und liegen und widmet sich ganz unserem Problem.
    Alle Maschinen, Geräte und sämtliches Zubehör wird zu unserem Fahrzeug gebracht.
    Zusammen mit seinem Gehilfen hat der Boss schnell das Leck in der Leitung gefunden. Dann wird geschweißt, gesägt, gehämmert und angepasst.....und nach knapp 2 Stunden funktioniert unsere Klimaanlage wieder einwandfrei. Ich kann dem Chef gar nicht genug danken, denn die wirklich heißen Regionen stehen uns erst noch bevor.
    Im Camper haben wir schon keine Air Con, da will ich mich wenigstens hin und wieder in der Fahrerkabine runterkühlen können.
    Also, das hat dann schon mal geklappt. Check, wir machen einen Haken dran!!!
    Unser zweites Problem war, dass unser kleines Ungetüm von Tag zu Tag lauter wurde. Eine Unterhaltung im Cockpit ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich, es sei denn wir haben uns angeschrien wie die Wahnsinnigen.
    Allerdings brauchte Viktor nicht ein einziges Mal zu hupen, denn sowohl für Fußgänger als auch für andere Autofahrer war nicht zu überhören, dass wir im Anmarsch waren.

    Kurzer Einschub: Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, befinden wir uns auf dem Weg nach Durban.
    Der Highway ist dreispurig. Immer, wenn ich von dem Text, den ich gerade schreibe, nach oben auf die Fahrbahn schaue, gerate ich durcheinander und erschrecke furchtbar: Wieso fährt der riesige, lahme LKW im Schneckentempo auf der Überholspur? Und weshalb brettert Viktor an allen Autos auf dem rechten Streifen vorbei? Auch nach 4 Wochen bringt mich der Linksverkehr immer noch um den Verstand und bereitet mir Schwindel im Kopf. Gott sei Dank hat Hanfkappe selbst im dichtesten Verkehr alles im Griff 🙏✌️

    Doch zurück zu unserem Krachmacher. Mein Mann hatte immer von einem kleinen Loch im Auspuff geredet, aber inzwischen kam das selbst Kai spanisch vor.
    Auf unserem wunderschönen Campingplatz in Pietermaritzburg bocken wir den Camper ab .... und erleben eine üble Überraschung. Der Auspuff ist total im Eimer!!! Ein Wunder, dass der nicht längst abgefallen ist.
    Glücklicherweise kennt der Besitzer der Farm einen Mechaniker, der Auspuffanlagen repariert. Er schildert ihm unser Problem, und schon für den nächsten Morgen ( also heute früh) bekommen wir einen Termin.
    Noch zwei Stunden lagen unsere Männer gestern Abend unter dem Auto und trennten mit Kreis - und Eisensäge das total verrostete Teil aus seinen Befestigungen heraus.
    Das Corpus delicti wird auf die Pritsche geschnallt
    ..und ab in die Werkstatt.
    Nach etwas mehr als 2 Stunden kehren sie zurück. Weder Karola noch ich haben sie kommen hören. Das Auto ist leise wie ein Elektrofahrzeug und schnurrt wie ein Kätzchen.
    Eingebaut worden ist ein Auspuff aus stainless steel, in Deutschland nahezu unbezahlbar und auf jeden Fall unzerstörbar!
    Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass wir so ein Glück gehabt haben. Alles hat gepasst!
    Tausend Dank an Erol den Campingplatzbesitzer, der uns so geholfen hat. Diesen Platz werden wir zu 100 Prozent weiterempfehlen.
    Und wir hoffen, dass wir jetzt erstmal eine Zeit lang Ruhe haben ohne Pannen ind Reparaturen und dass nicht zutrifft, was Jonas schreibt: Mama, da geht ja nacheinander alles kaputt an Eurem Auto.
    Also, drückt uns die Daumen!!!
    .... oder wie man hier wünscht:
    Keep your fingers crossed for us!🤞
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  • Durban

    28. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ⛅ 22 °C

    Durban an der Ostküste Südafrikas ist eine Großstadt am Indischen Ozean.
    Mit über 3,9 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt der Provinz KwaZulu-Natal und nach Johannesburg und Kapstadt die drittgrößte Stadt Südafrikas.
    Durban ist eine bedeutende Industriestadt, besitzt den größten Hafen Afrikas und ist aufgrund der Strände und des subtropischen Klimas ein überaus beliebtes Urlaubsgebiet.
    Um 1860 brachten die Briten Tausende indische Landarbeiter über Durban nach Südafrika, die damals fast ausschließlich auf den Zuckerrohrfarmen arbeiteten.
    Nach und nach erlangten die Einwanderer einen deutlichen Einfluss auf die Stadt, und noch heute machen ihre Nachkommen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung aus.
    Viele Frauen tragen bis heute ihre traditionelle indische Kleidung, die indische Küche ist weit verbreitet und bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebt.
    Die Mischung aus unterschiedlichen Kulturen, indischen und kolonialen Einflüssen sowie eine vielfältige Architektur machen Durban einzigartig in Südafrika.
    Auch Mahatma Gandhi lebte von 1893 bis 1915 in Südafrika und arbeitete
    für längere Zeit als Anwalt in Durban.
    Nun sind WIR hier ankommen.
    Unser Campingplatz liegt direkt am Meer, und so genießen wir vom Frühstück bis zum Abendessen diesen einmaligen Ausblick auf den Indischen Ozean.
    Wie oft in seinem Leben hat man dazu die Gelegenheit?
    Viktor will die Zeit zwischen den Mahlzeiten " sinnvoll " verbringen und macht sich auf, in einem im Meer angelegten Gezeitenbecken 1000 Meter zu schwimmen.
    Nach 16 Minuten kommt er mit schmerzverzerrtem Gesicht zurückgehumpelt.
    " Irgendwas hat mich gestochen. Es tut saumäßig weh! " Das will was heißen, solche Sprüche kenne ich nicht von ihm. Als er sich hinsetzt und uns seinen verletzten Fuß entgegenstreckt, sehen wir die Bescherung: Er hat in einen Seeigel getreten, der mindestens 10 tiefe Einstichstellen, wahrscheinlich mitsamt Stacheln hinterlassen hat.
    Das sieht übel aus! Keine schönen roten oder rosa Löcher, sondern abartig schwarze!😭
    Nacheinander versuchen Karola und ich, die Splitter mit Nadeln, Nagelschere und Pinzette heraus zu operieren. Dann kommt Kai, der bis dahin an seinem Fahrrad rumgeschraubt hat und versucht sein Glück mit seinem Bike Werkzeug. Aber auch das funktioniert nicht.
    Nicht einen einzigen Stachel bekommen wir zu packen.
    Schließlich rückt der Bademeister an, den Karola herbeigerufen hat.
    Er hat diverse Desinfektionssprays, Wickel und Salben dabei.
    Viktor sitzt bedröppelt da und schlottert inzwischen am ganzen Körper. " He is shivering" stellt der Mann fest. " Yes " antworte ich " because he has so much pain."
    " No, he needs dry clothes and a jacket. And try with some alcohol ( ah, denke ich, zum Desinfizieren klar!). " He needs at least one beer, better two! "
    Kai und Viktor sind begeistert und entscheiden sich sofort für die afrikanische Variante der Wundbehandlung.
    Mal sehen, was sich da in den nächsten Tagen draus entwickelt. Ich bin da eher skeptisch 😬.
    Auf jeden Fall bin ich inzwischen um die Gesundheit meines Mannes ernsthaft besorgt, mehr noch als zu Hause:
    Einmal ist er vom Pferd geschleudert worden, mehrmals mit dem Fahrrad in Dornenbüschen gelandet, einmal im Fluss übel auf den Rücken gestürzt, beim letzten Bike Ausflug in einer engen Kurve einen steilen Abhang herunter gestürzt. Der war leider gerade vorher abgebrannt worden. So kehrte Viktor rabenschwarz mit ein paar blutenden Stellen zurück zum Campingplatz. Wir gaben ihn kaum wiedererkannt 😬
    Nicht nur unser Wagen leidet auf der Tour, sondern auch der Fahrer ist zunehmend lädiert.
    Jetzt muss ich auf Beide besser aufpassen, damit wir alle irgendwann heil wieder in der Heimat ankommen.
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  • Zuckerrohr und Cape Vidal

    31. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ⛅ 19 °C

    Montag, den 29.8.22 verlassen wir Salt Rock bei Durban in Richtung Norden.
    Das Wetter ist heute äußerst trüb, regnerisch und überhaupt nicht freundlich. Aber es kann ja auch nicht jeden Tag die Sonne scheinen. 🌞
    Als wir an der Rezeption vorbeikommen, lässt es sich der Manager und Bademeister nicht nehmen, nach Viktors Befinden zu fragen.
    Er erzählt uns, dass er gestern morgen um 8 Uhr ein Special Model Foto Shooting arrangiert hatte, um meinen Mann von seinen Schmerzen abzulenken und so eventuell den Genesungsprozess ein wenig zu beschleunigen.
    Leider lagen wir zu der Zeit noch im Camper, und Viktor hat die Show leider komplett verschlafen. Was für eine Enttäuschung!
    Zum Abschied wünscht der Manager/ Bademeister uns alles Gute für die Reise und gibt Viktor noch den Ratschlag von Mann zu Mann mit auf den Weg: " Always be aware of the two leg dolphins" - was immer er auch damit gemeint haben mag. 🤣
    Die Landschaft, durch die wir fahren, ist wunderbar grün und weit, und es gibt Zuckerrohrfelder so weit das Auge reicht.
    Im Juli, dem kältesten Monat des Jahres, beginnt hier die Zeit der brennenden Zuckerrohr-Felder. Was aussieht wie verheerende Waldbrände, ist in Wahrheit die ganz normale Ernte: 90 Prozent der Felder in der Gegend werden früher oder später abgefackelt, um möglichst schnell die unnützen Teile der Pflanze loszuwerden und die süßen Stiele besser schneiden zu können. Deshalb hängen oft riesige, graue Rauchschwaden über der Landschaft.
    Wir beobachten Männer am Straßenrand, die stundenlang auf den süßen Rohren kauen.
    Oft bildet cane cutting die einzige Grundlage, um ganze Familien zu ernähren.
    Die großen Farmen sind meist in weißer Hand, und die gesetzlich festgelegten Mindestlöhne für Farmarbeiter (ca. 185 US Dollar pro Monat) werden längst nicht überall bezahlt.
    Die Hauptverwendungszwecke von Zuckerrohr sind
    Zuckergewinnung und Alkoholherstellung.
    Der Großteil der Pflanze wird noch vor Ort zu Zucker verarbeitet. Hierfür zerkleinert oder mahlt man die Stangen und presst sie aus, um ihnen die zuckerhaltige Flüssigkeit zu entziehen. Dieser süße Saft wird mehrfach ausgekocht, bis sich der Zucker herauskristallisiert.
    Der zweite Verwendungszweck ist die Herstellung von Rum aus Melasse. Zuckerrohr
    ist für den Rum als einziger zugelassener Rohstoff unverzichtbar.
    Für seine Erzeugung sind vor allem die Halme vom Zuckerrohr von Bedeutung, bei denen
    Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht werden.
    Ohne Zuckerrohr gäbe es keinen Rum, so einfach ist das!
    Um 16.00 Uhr erreichen wir den ISimangaliso Wetland Park, wo wir uns am Eingang ein Permit für 2 Tage ausstellen lassen.
    Obwohl der Park ziemlich zugewachsen ist, erblicken wir auf dem Weg zu unserem Camp Cape Vidal ein paar Zebras, Warzenschweine, Büffel und 2 Nashörner, die unserem Wagen gefährlich nahe kommen.
    Leider verschlechtert sich das Wetter zusehends, und so hat unsere allabendliche Friererei immer noch kein Ende.
    Karola und ich haben uns durch die ständigen extremen Wetterschwankungen eine fiese Erkältung zugezogen, der wir mit Inhalieren, Globulis, Hustensaft und Tabletten versuchen, zu Leibe zu rücken.
    Deshalb wollen wir auch am nächsten Tag nicht mit den Männern zum Schnorcheln am Campingplatzeigenen Riff losziehen. Doch wir verpassen nicht viel, nach einer Stunde kehren sie enttäuscht und durchgefroren zurück. Der starke Wind hat das Meer so aufgewühlt, dass sie überhaupt nichts erkennen konnten.
    Am Abend sitzen wir am Lagerfeuer, das mehr stinkenden Qualm als Hitze verbreitet. Aber wir sind froh, nicht erneut einen Abend im Camper verbringen zu müssen.
    Immer wieder besuchen uns kleine und größere Affen. Karola erklärt uns, dass es sich um Samango Äffchen handelt.
    Auch Rehe streunen um unsere Autos herum, immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Eine Horde kleiner Zebramangusten spielt in der Nähe unseres Platzes und wartet ebenfalls darauf, etwas von unseren Leckereien abzustauben.
    In der Dunkelheit hören wir plötzlich das laute Scheppern einer Mülltonne. Diese sind mit extra schweren Deckeln und Karabinerhakenverschlüssen ausgestattet, damit die Tiere sie nicht hochheben und alles verwüsten können. Zunächst haben wir die Südafrikaner in Verdacht, die ein paar Plätze weiter ihr Lager aufgeschlagen haben, zu randalieren. Dann aber hören wir sie rufen und schreien, und im Schein dutzender Taschenlampen ergreift eine hässliche Tüpfelhyäne die Flucht. Mit ihrem meckernden Lachen, ihrem schräg nach hinten äugenden Blick und dem eigenartigen Körper, der vorne doppelt so hoch ist wie hinten, schleicht sie sich kichernd vom Platz.
    Mir ist danach am Feuer nicht mehr so wohl in meiner Haut, und ich bin heilfroh, dass wir wenig später alle schlafen gehen.
    Das abendliche Duschen verkneifen wir uns noch aus einem weiteren Grund, nämlich weil aus den Wasserhähnen und Duschköpfen dunkles, rostiges Wasser läuft. Anscheinend enthält das Bohrloch, durch das die Wasserversorgung gewährleistet wird, ganz viel Eisen. Die braune Brühe will ich nicht in meinen Haaren haben. Viktor und Kai sind da schmerzfrei und reden sogar von glasklarem Wasser. Na ja, ich hatte schon länger den Verdacht, dass mein Mann eine Brille braucht. 🤓
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  • ISimangaliso Wetland Park

    31. elokuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 20 °C

    Am Abend vor unserer Abreise von Cape Vidal besucht uns die Hyäne erneut, zum Fotografieren ist es aber leider wieder zu dunkel. Auch ein fettes Warzenschwein macht grunzend die Gegend unsicher, weshalb ich es vorziehe, mich wieder im Camper in Sicherheit zu bringen.
    Am 31.8. verlassen wir unseren Platz in Cape Vidal.
    Beim Frühstück lauern wieder überall die Affen 🐵 in den Bäumen, ganz erpicht darauf, bei uns Beute abzustauben. Karola warnt uns alle 5 Minuten, aufzupassen und die Türen verschlossen zu halten.
    Das ist anscheinend leider nicht genug gewarnt, denn innerhalb von wenigen Sekunden hat ein besonders dreister Affe 2 Tüten Nicnacs, eine angebrochene Packung Gummibärchen und eine Flasche Bremsflüssigkeit ( was er wohl damit will? 🤔) aus Kais Autos geklaut.
    Noch während Kai am Frühstückstisch sitzt und - mit seiner Schleuder im Anschlag - Wache schiebt, schießt ein anderer Affe aus den Baumwipfeln, setzt zu einer kurzen Zwischenlandung auf unserem Tisch an und klaut Viktors Banane, die er sich für sein Müsli zurecht gelegt hat. Das war es dann für heute mit der Obsteinlage.
    Ich hole schnell meine Kaffeetasse aus dem Camper und will die Türe zuschlagen, da taucht wie aus dem Nichts noch so ein unverschämtes Kerlchen auf und springt geradewegs in unseren Camper. Er hat noch nicht einmal die Treppe benutzt, sondern ist ohne Zwischenstopp sofort vom Baum aus ins Auto geflogen. NEIIIIIN, das geht entschieden zu weit. Ich schreie wie vom Teufel besessen, der Affe reißt seine Augen auf, guckt mich entsetzt an und sucht das Weite.
    Wir können nicht glauben, wie dreist diese Tiere sind!
    Bevor wir den Park heute endgültig verlassen, drehen wir noch einmal eine größere Schleife durch das Gebiet in der Hoffnung, auch heute wieder ein paar Tiere zu entdecken.
    The Greater St. Lucia Wetlands Park - heute als iSimangaliso Wetland Park bekannt - ist eines der größten und bemerkenswertesten Wasserschutzgebiete Afrikas. In den 64 Kilometer langen See im Zentrum des Parks, nach dem er urspünglich benannt wurde, münden etliche kleinere und größere Flüsse. Tropische Wälder, Mangrovensümpfe und bis zu 200 Meter hohe Sanddünen (die zweithöchsten bewaldeten Sanddünen der
    Welt) umgeben das kaum erforschte Biotop. Das seichte Wasser bietet etwa 700 Nilpferden und 2.000 Krokodilen Lebensraum. Am östlichen Ufer findet man Wasserbüffel, Antilopen, Hyänen und seltene Geparden.
    Wegen seiner einzigartigen Landschaft und seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt ist der iSimangaliso Park zur Jahrtausendwende von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden.
    In der Sprache der Zulu bedeutet das Wort iSimangaliso „Wunder“ -
    und wir sind der Meinung, der Park trägt seinen Namen zu Recht. Er ist wirklich ein Naturwunder.

    Auch heute haben wir wieder Glück: Wir erspähen in den Sumpfgebieten etliche Hippos, Zebras, Büffel und sogar ein paar große Krokodile.
    Nur Elefanten bekommen wir leider nicht zu Gesicht, obwohl jede Menge fetter Haufen auf ihre Anwesenheit hindeuten.
    Unser nächstes Camp ist die Bushbaby Lodge, wo wir unser Lager für die nächste Nacht aufschlagen.
    Ihrem Namen entsprechend gibt es auf der Farm Buschbabys, also wieder Affen 😬 , die jeden Abend um 19.00 Uhr gefüttert werden. Es sind kleine, nachtaktive Primaten, die sich vorwiegend auf Bäumen aufhalten.
    Ihr Abendessen wollen wir natürlich nicht verpassen. Also machen wir uns um 5 vor sieben auf den Weg zu dem Baum, wo das Spektakel stattfinden soll.
    Eigentlich hatten wir uns nach dem Untergang der Sonne schon in die Autos zurückgezogen, weil es immer noch fürchterlich kalt ist abends. Inzwischen ist auch Kai krank geworden, und wir drei husten und schnupfen um die Wette. Nur unser Senior Chief schlägt sich wacker und zeigt noch keinerlei Anzeichen einer Krankheit.(toi, toi, toi, dass es so bleibt , obwohl sein Vitaminbooster geklaut wurde 🙏🤞)
    Also packen wir uns richtig dick ein. Jonas hatte vor unserer Reise seine Klamotten radikal ausgemistet und mir einige Kleidungsstücke " für Papa" mitgegeben. Viktor hatte bis auf ein paar T Shirts alles abgelehnt, ich aber hatte die Sachen heimlich ins Autos geschmuggelt. Und genau das erweist sich jetzt als beinahe
    lebensrettend: Jeder von uns Vieren trägt seit Wochen abends eine der warmen, gefütterten, abgelegten Jogginghosen von Jonas.
    Sie sind schön weit geschnitten, so dass noch ein paar Lagen darunter passen. Also erhöhe ich auf 3 Schichten: Skiunterhose, meine Jeans, Jonas Jogginghose. Oben: Unterhemd, Langarmshirt, Fleecejacke, Sweatshirtjacke Jonas, Daunenjacke, Hoodie Jonas. Ich kann mich kaum bewegen, sehe aus wie ein aufgeblasenes Michelinmännchen. Egal, Hauptsache warm.
    Viktor hat ausnahmsweise seine kurze Hose gegen eine von den geerbten Jogginghosen getauscht. Das war's.
    Aber heute Abend trägt er zum ersten Mal Strümpfe! Allerdings nicht mit normalen Schuhen, sondern in Flip Flops gequetscht. Das Bild müsst ihr euch unbedingt anschauen, ich hätte mir beinahe in die Hose gemacht vor Lachen 🤣🤣🤣
    Die Affenfütterung ist ganz putzig, aber nach einer Viertelstunde ziehen wir uns alle in unsere warmen Betten zurück. Ja, hier ist der Tag ein wenig früher zu Ende als zu Hause, wenn nan nicht erfrieren will.
    Also, schlaft gut, Ihr Lieben ❤️
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  • Kosibay

    3. syyskuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ 🌙 19 °C

    Der äußerste Nordosten von KwaZulu-Natal - vor der Grenze zu Mozambique - zählt zu wildesten und ursprünglichsten Regionen Südafrikas. Dies gilt auch für den tropischen Küstenabschnitt, dessen Highlight ohne Frage Kosi Bay ist.
    Dieses Reservat umfasst ein Geflecht von mehreren Seen, die über eine Reihe von natürlichen Kanälen miteinander verbunden sind. Über ein sandiges Mündungsbecken gibt es einen schmalen Zugang zum Indischen Ozean haben. Bei Flut wird Salzwasser in diese Mündung gespült, das sich dann unterschiedlich stark in den Flussarmen verteilt.
    Der variierende Salzgehalt sowie das tropische Klima haben zu einer unglaublich vielfältigen Vegetation geführt, so dass man hier seltene Arten von Palmenwäldern, verschiedene Mangroven-Typen, Papyrus, Farnbäume, Feigen und zahlreiche Orchideen-Arten findet.
    Nicht minder groß ist der Artenreichtum an Meerestieren, weshalb Kosi Bay auch "das Aquarium" genannt wird.
    Allerdings ist das Schnorcheln nicht ganz ungefährlich, da in den Seen auch Zambesi-Haie sowie Flusspferde und Krokodile in großer Zahl heimisch sind.
    Da ich immer noch nicht wieder gesund bin, beschließe ich, nicht ins Wasser zu gehen. ( Das ist der offizielle Grund, der inoffizielle ist, dass ich Schiss habe)😉
    Viktor, oh Wunder, bleibt bei mir, damit ich nicht so alleine am Strand herumliege.
    Das ist mir mehr als lieb, denn ich habe keine Lust, im nächsten Blog über einen Haiunfall zu berichten. 😬
    Kai und Karola bleiben heute am Campingplatz, sie wollen ihre Krankheit endlich mal auskurieren.
    So bocken wir die Kabine ab und machen uns alleine auf den Weg.
    Dieser ist abenteuerlich, holprig, und teilweise führt er durch dicke Sandfelder oder kleinere Flussabschnitte, ganz nach Viktors Geschmack. Ich bin heilfroh, dass wir die Kabine dem Platz haben stehen lassen. So wird sie wenigstens heute mal geschont.
    Wir verbringen den Nachmittag an dem atemberaubend schönen Platz, an dem man das Gefühl hat, das Paradies gefunden zu haben.
    Und auch, wenn ich manchmal ein wenig wehmütig an die Heimat, die Kinder oder euch Freunde denke, sind wir in diesem Augenblick wunschlos glücklich.
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  • Tembe Elephant Park

    4. syyskuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Tembe Elephant Park ist ein im Nordosten Südafrikas gelegenes Wildreservat, dessen Fläche ca 300 Quadratkilometer umfasst.
    Das Schutzgebiet wurde 1983 vom König der Tembe, gegründet, weshalb die hier lebenden Elefanten als „Königselefanten“ bezeichnet werden. Aktuell wird der Park vom heutigen Chief der Tembe-Gemeinschaft gemeinsam mit der staatlichen Naturschutzbehörde verwaltet.
    Vor rund 30 Jahren gab es im Grenzgebiet zwischen Mozambique und dem nördlichen Teil von KwaZulu-Natal - damals "Maputaland" genannt - riesige Herden freilebender Elefanten. Sie wurden jedoch stark gewildert und insbesondere während des Bürgerkriegs in Mozambique als Nahrungsquelle benutzt. Restbestände flohen in die dichten Wälder des heutigen Reservats.
    Da die Elefanten anfangs äußerst aggressiv auf Menschen reagierten, konnte der Park erst 1992 für Besucher geöffnet werden.
    Heute leben rund 180 Elefanten in dem Wildreservat, das in der Übergangszone zwischen Subtropen und Tropen liegt.
    Insgesamt seien die Möglichkeiten, Wildtiere im Park zu beobachten, sehr gut, wurde uns gesagt.
    Außer den "Big Five" - Elefanten, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard - gäbe es Zebras, Giraffen, Hyänen, Flusspferde und zahlreiche Antilopenarten, vom Kudu bis hin zum Suni, einer der kleinsten Antilopen.
    Am Eingang der Parks erhalten wir eine Karte, auf der wir uns die möglichen Routen ansehen. Dann geht es los.
    Wir dürfen den Park im eigenen Fahrzeug erkunden, doch dies ist nur Allrad betriebenen Geländewagen gestattet, da alle Wege sehr weich und sandig sind.
    Morastige Flächen wechseln sich mit offenem Buschland, dichter bewaldeten Arealen und
    den für Afrika typischen, einzeln stehenden Akazienarten mit ihren weiten Baumkronen ab.
    Der Bewuchs ist zeitweise sehr üppig, das Dickicht äußerst zugewachsen. Hier passt kein Elefant hindurch. Der ist zu dick und groß und kann hier nicht entlang laufen.
    DOCH, ER KANN! Da steht das Monstrum vor uns,
    mit Ausmaßen eines steinzeitlichen Mammuts!
    Ohne Vorwarnung!
    Mit Mühe kann ich einen Schrei unterdrücken. Er wackelt schon jetzt mit den Ohren, ich darf ihn auf keinen Fall noch zusätzlich verärgern.
    Oh Gott, dahinter steht ein zweiter. Das Grau der Savannenbüsche scheint die Tiere regelrecht zu verschlucken, bis sie unmittelbar vor einem stehen. Spätestens in dem Augenblick sind sie nicht mehr zu übersehen.
    Und dann sind sie verschwunden, genauso plötzlich wie sie gekommen sind. Und nichts, wirklich nichts deutet darauf hin, dass hier gerade ein Koloss von Elefant vor uns gestanden hat. Es ist unfassbar!
    Viktor und Kai fahren mit einem gehörigen Abstand hintereinander. Falls so ein Tier mal nervös werden sollte, braucht man einen guten Fluchtweg, und den wollen wir uns nicht gegenseitig versperren.
    Besonders am Mahlasela Hide - einem geschützten Unterstand an einem Wasserloch - haben wir richtig Glück. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von mindestens 10 Elefanten. Über eine Stunde sitzen wir auf dem Hochstand und beobachten das Trinken, Waschen und Fressen der gewaltigen Tiere. Wir haben das jetzt schon einige Male gesehen und Kai und Karola noch viel häufiger, doch immer wieder faszinieren uns die riesigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Keine Gitter, keine Zäune, keine Käfige. Nur sie und wir.
    Später bekommen wir auch noch eine Giraffenfamilie zu Gesicht. Ich bin restlos begeistert, sind es doch meine absoluten Lieblingstiere. 🙏
    Ohne Scheu zupfen die fünf neben unseren Autos grüne Blätter von den Büschen. Die Anwesenheit von neugierigen Zweibeinern scheint sie in keiner Weise zu beeindrucken, geschweige denn zu stören.
    Die anderen großen Tiere bleiben heute - nicht sichtbar für uns - in ihren Verstecken, aber für unseren ersten game drive haben wir genug gesehen und sind mehr als zufrieden.
    Leider hat sich Karolas Zustand nicht merklich verändert, ihr Husten hört sich ziemlich übel an.
    So entscheidet sie sich nach unser Rückkehr zum Platz, in dieser Nacht in ein Chalet zu ziehen und nicht im Dachzelt zu schlafen.
    Wir können nur hoffen, dass die Medikamente endlich Wirkung zeigen. 🙏🙏🙏
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  • Neuer Versuch

    8. syyskuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute, am 8. September 22 starten wir einen neuen Versuch und brechen Richtung Mozambique auf.
    Es ist schon spät, beinahe 12 Uhr, und ich bin mir nicht sicher, ob wir es heute noch über die Grenze schaffen.
    Karola haben wir gestern an meinem Geburtstag aus dem Krankenhaus geholt, sie ist verständlicherweise noch sehr angeschlagen und schwach. Deshalb müssen wir behutsam und vorsichtig vorgehen, damit sie keinen Rückfall erleidet.
    Im Krankenhaus wollte sie nicht länger bleiben, da sie dort weder nachts noch über Tag die Ruhe fand, ein wenig zu Kräften zu kommen oder sich zu erholen.
    Die Tage in Richardsbay auf dem Campingplatz haben wir restlichen Drei ganz relaxed angehen lassen, denn auch Kai hat und ich haben unsere Erkältung noch nicht ganz überwunden.
    Deshalb haben wir die Zeit und auch den Ort genutzt, die gesamte Wäsche zu reinigen und die Autos mit allem Drum und Dran noch einmal zu kontrollieren.
    Die Männer haben zudem viel Zeit am Strand verbracht. Dort war am Nachmittag unserer Anreise ein toter Wal angespült worden. Niemand konnte erklären, warum das Tier dort gestrandet war.
    Die Nachricht über das seltene Ereignis hatte sich verbreitet wie ein Lauffeuer. Von überall strömten Leute zu dem vorher stillen Fleckchen, bewaffnet mit Sägen, Macheten, Messern und Beilen. Damit rückten sie dem vorher intakt scheinenden Tier auf den Leib. Es war ein fürchterliches Gemetzel, stellenweise war das Meer blutgetränkt. Nein, das konnte ich mir nicht ansehen.
    Die Leute trugen ihre erbeuteten Teile davon, einige waren für den Eigenbedarf vorgesehen, andere sollten an Medizinmänner verkauft werden. Selbst die Rippen wurden abgesägt und mitgenommen.
    Kai meinte, dass von dem Wal nichts übrig bleiben würde. Und er behielt recht: am übernächsten Tag war alles verschwunden, so als ob es nie einen toten Wal gegeben hätte.
    Ich wüsste gerne, woran der kleine Wal ( er war nach Aussage der Männer ein noch junges Tier) gestorben ist.
    War er von einer Schiffsschraube verletzt worden oder hatte er sich einfach nur verirrt und nicht wieder in den Ozean hinaus gefunden?
    Dieses Rätsel werden wir nie lösen können, es wusste keiner einen Grund.
    😪
    Noch ein paar andere Tiere beschäftigten uns unentwegt, Gott sei Dank noch quicklebendig!
    Ich hatte den Frühstückstisch sorgfältig abgeräumt, die Männer waren noch einmal zum Meer spaziert, um die Lage zu checken.
    Es stand nichts mehr draußen, was für kleine Langfinger interessant sein könnte. Wir hatten ja schließlich gelernt und wussten inzwischen, dass man die Blau Apies nicht unterschätzen darf.
    Ein paar Sekunden nur wende ich mich vom Auto ab, um ein paar Essensreste in die gut verriegelte Mülltonne zu werfen. Dann drehe ich mich zurück zum Auto. Wann ist Viktor denn vom Meer zurück gekommen? Ich habe ihn gar nicht bemerkt. Er wirkt so zusammengesunken hinter dem Lenkrad, ganz unvertraut. Neben ihm sitzt noch einer, so klein, dass er kaum aus dem Fenster gucken kann. Kai???? Nee, das kann nicht sein. Ich komme näher und traue meinen Augen nicht. Auf den beiden Sitzen thront jeweils - wie selbstverständlich- ein Blau Apie, so als sei es ihr Auto.
    Die Türen hatte ich sorgsam geschlossen, sie sind auch nach wie vor zu.
    Jedoch hatte ich das Fahrerfenster einen guten Spalt offen gelassen. Da müssen sie sich innerhalb von Sekunden hindurch gewunden haben. Und nun sitzen sie da, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt wäre.
    Wieder ist mein Schrei filmreif. Fast gleichzeitig quetschen sie sich durch das Fenster, genauso schnell und und unspektakulär wie sie gekommen waren. Minutenlang stehe ich mit offenem Mund da und starre auf die Stelle, wo sie im Wald verschwunden sind.
    Nein, wir unterschätzen sie immer noch. Wir sind noch lange nicht auf 👀 Augenhöhe. 🤣
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  • Vergeigt bzw dumm gelaufen

    8. syyskuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ 🌙 21 °C

    Um 16.45 erreichen wir die Grenze nach Mozambique. Mit folgenden Worten verabschiede ich mich über WhatsApp von Euch: Wir sind gleich an der Grenze zu Mozambique und werden bestimmt eine Zeit lang kein Internet haben.
    Alles Liebe ❤️❤️❤️
    Da ahnte ich noch nicht, was kommen würde.
    Uns wird die Ausreise aus Südafrika verwehrt, da Kai und Karolas Visa abgelaufen sind. Dieses Datum in ihrem Pass hatten wir komplett übersehen.
    Um 17.00 Uhr ist Zapfenstreich, der Bleistift fällt und der Grenzübergang wird geschlossen. Morgen sollen wir wiederkommen.
    Jetzt heißt es, auf die Schnelle einen Platz für die Nacht zu finden. ✊🙏
    Das gelingt uns Gott sei Dank auf den letzten Drücker. Gleich geht die Sonne unter, dann wird es bekanntermaßen schwer mit der Suche.
    Unser Platz für heute Nacht befindet sich auf dem Gelände vor einem Motel.
    Hier dürfen wir uns für eine Nacht hinstellen.
    In den 100 Rand pro Person ist die Benutzung des " Badezimmers" 🤣🤣🤣 vom Motel inbegriffen.
    Ich werde darauf verzichten.
    So, und dann hat Kai zu allem Überfluss gerade festgestellt , dass wir unser hinteres Nummernschild verloren haben. Die deutschen Schrauben haben den Belastungen der afrikanischen Straßen nicht Stand gehalten.
    Wie gut und vorausschauend, dass wir vor der Reise ein Ersatzschild haben anfertigen lassen.
    Sonst hätten wir jetzt noch ein weiteres Riesenproblem.
    Hoffentlich geht die Pechsträhne morgen nicht weiter, und die lassen uns ausreisen aus Südafrika.🙏
    Es war die Rede von einem Einreiseverbot ins Land für ein Jahr als Strafe. Damit könnten Kai und Karola leben. So lange sind wir ja auf jeden Fall unterwegs.
    Unser Visum gilt bis Ende Oktober, wir haben keine Schwierigkeiten.
    Allerdings musste die Zöllnerin meinen Ausreisestempel, den ich schon bekommen hatte, ungültig machen, da ich ja jetzt doch nicht ausgereist bin. 🥺
    Ich nehme gleich mal ein paar Bachblüten Rescue Tropfen 😱🙈🙉🙊, sonst halte ich das alles nicht mehr aus. Am besten eine halbe Flasche.🤣
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  • Alptraum an der Grenze

    8. syyskuuta 2022, Etelä-Afrikka ⋅ 🌙 21 °C

    Mit einem mulmigen Gefühl treten wir am nächsten Morgen (9.9.22) um halb 9 wieder an der Grenze an und starten einen zweiten Versuch.
    Die 3 Stunden, die jetzt vor uns liegen, sind ein Horror oder eine Komödie - je nachdem wie man die Sache betrachtet.
    Kai und Karola bekommen die angedrohte Strafe von einem einjährigen Einreiseverbot nach Südafrika. Zusätzlich müssen wir in Maputo ( der Hauptstadt) noch einmal zur Botschaft, um dort die Papiere, die wir jetzt bekommen haben, abstempeln zu lassen.
    Ok, das wäre geschafft, hat allerdings auch schon eine gute Stunde gedauert.
    Nun noch schnell die Einreise nach Mozambique hinter uns bringen und dann vorwärts.
    Aber weit gefehlt!!!!! Schnell , oh, dass ich nicht lache! Zunächst einmal benötigen wir ein Visum, 50 US Dollar each.
    Dafür werden unsere Daten in den Computer getippt. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen, dass sie den Namen Hohmeier wieder einmal total verunstalten. Bei Ingeborg ist der Typ dann komplett überfordert. Ich bekomme Angst, dass er sich gleich an seiner Zunge verschluckt oder vielleicht am Ende einen Knoten darin hat: Ängrebrohrd....oder so was ähnliches brabbelt er vor sich hin.
    " No problem, you can call me Eva ", schlage ich ihm vor. Das ist mein zweiter Name. Er nimmt das Angebot dankbar an und wiederholt den Namen wie eine Schallplatte.
    Mit 2 verschiedenen Kameras werden im nächsten Schritt Bilder von uns gemacht. Und irgendwann, Stunden später, ist das erste Visum fertig. Den Prozess müssen wir aber jetzt noch 3 mal durchlaufen.
    Als letztes ist mein Visum dran. Der erste Beamte ist nicht mehr da. Wahrscheinlich inzwischen überarbeitet, ist er von einem jüngeren, besonders coolen Mitarbeiter abgelöst worden.
    Der sitzt nicht, sondern hängt vor mir in seinem Schreibtischstuhl wie Lule Lässig. So was hat mich bei meinen Schülern immer schon rasend gemacht.
    Doch das darf ich mir jetzt nicht anmerken lassen, schließlich bin ich ihm ausgeliefert, was er mich auch deutlich spüren lässt.
    Er führt mindestens 5 Telefonate, während ich brav da sitze und warte.
    Seine Kollegin schmettert unterdessen mit Karacho die Stempel auf irgendwelche Papiere, so dass mein linkes Ohr schon schmerzt und ich mit jedem Schlag tiefer in meinen Stuhl hineinsacke.
    Ein Schelm, der denkt, wir hätten es danach geschafft:
    Jetzt fehlt uns noch ein Buchungsnachweis einer Unterkunft in Mozambique, den wir angeblich für die Einreise brauchen. Haben wir natürlich nicht. Da hat bisher noch nie einer nach gefragt. Der Zollbeamte führt sich auf, als wäre etwas Furchtbares passiert, als hätten wir etwas Lebenswichtiges vergessen. Jetzt geht Kai an den Start. Er verschwindet mit dem Typ im dessen Baracke und wir warten draußen. Irgendwann kommt er wieder heraus, mit dem euch bekannten, typischen Hohmeier Grinsen im Gesicht und teilt uns mit, dass alles geregelt sei. Für 400 Rand haben wir eine gefakte Buchung erhalten. That' s Africa😉
    Wieder draußen stehen wir Vier ehrfürchtig nebeneinander, die Köpfe ein wenig zur Seite geneigt und warten auf die nächste Anordnung. Nur nicht hochnäsig wirken, dann haben wir verloren!
    Die Merkel Raute hat sich für die Handhaltung bewährt. Sie sieht nicht zu devot, aber auch nicht zu überheblich aus.
    Als auch das erledigt ist, müssen wir zur letzten Baracke gegenüber. Hier wird unser Carnet de Passage abgestempelt. Check, das ging ja schnell!
    Der Typ verrät uns allerdings nicht, dass wir für den Schlagbaum noch ein anderes Papier brauchen, was er uns eigentlich gleich mitgeben könnte. Das darf/ kann oder will er aber nicht.
    Also fahren wir nichts ahnend zum Schlagbaum, wo der nächste Wichtigtuer sitzt und fast aus der Hose springt. Er will ein DOCUMENT sehen. HÄH? Was denn noch?
    Er schickt uns zurück in die Baracke, aus der wir gerade gekommen sind.
    " Sir, one document is missing" . Der Beamte zückt seinen Stift und malt in großen Krickel Krackel Buchstaben unser Autokennzeichen auf ein Stück Schmierpapier. Und siehe da: genau das ist das so wichtige fehlende Dokument! Ich fühle mich ein wenig verarscht 🥺......
    Nach mehr als 3 Stunden sind wir aus Südafrika aus- und nach Mozambique eingereist!
    HURRAH!!!! INSHALLAH UND HIGH FIVE!❤️
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  • Erste Tage in Mozambique

    11. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach dem schwierigen Grenzübertritt steuern wir unsere erste Stadt in Mozambique an: Ponta D' Ouro.
    Hier essen wir erst einmal eine Kleinigkeit, da wir am Morgen ohne Frühstück zur Grenze gefahren waren.
    Die Suche nach einem Campingplatz gestaltet sich schwieriger als erwartet. Es ist nicht nur schwer, einen zu finden, sondern auch dahin zu gelangen.
    Die Wege führen durch tief ausgefahrene Sandpisten, was ja durchaus noch zu bewältigen ist. Da haben wir uns inzwischen ja schon dran gewöhnt. Jedoch hängen die Äste teilweise so niedrig, dass wir nicht mit unserem Auto darunter passen. Also muss Viktor zweimal mit seiner japanischen Baumsäge in Aktion treten und uns den Weg passierbar machen. Wenn man dabei das Grinsen in seinem Gesicht beobachtet, darf man vermuten, dass ihm seine Arbeit doch irgendwie fehlt und er glücklich ist, sich ein bisschen im Busch austoben zu können.
    Das alles kostet aber viel Zeit und Nerven, und ich bin heilfroh, dass wir irgendwann am Nachmittag einen Platz für die Nacht finden.
    Der ist leider ziemlich herunter gekommen und dreckig, aber wir können jetzt nicht wählerisch sein.
    Der Abend an unserem Lagerfeuer mit gegrillten Marshmallows gestaltet sich dann auch ganz nett. Aber am nächsten Morgen kommt der Hammer, als ich nichts ahnend zur Toilette gehen will und einen Frosch im Ablauf des Klos entdecke. Er sieht fürchterlich aus, hat ganz lange Beine und schwimmt wie selbstverständlich in einem Terrain herum, wo er meiner Meinung nach nicht hin gehört.
    Danach benutze ich nur noch unser Klo, wo ich sicher bin, dass da kein ungebetener Gast herumtaucht.
    Von hier aus geht es Richtung Norden, zum Maputo Nationalpark.
    Auch hier fahren wir nur tiefe Sandpiste, sind also entsprechend langsam.
    Am späten Nachmittag finden wir ein tolles Camp, mitten im dichten, tropischen Busch, fast wie im Dschungel gelegen. Die eigene Küche und der Sanitärbereich sind ziemlich neu und entsprechend noch gut in Schuss👍
    Den nächsten Tag verbringen wir ganz allein an einem traumhaft tropischen Strand am Indischen Ozean, der uns einigermaßen für die Strapazen der letzten Tage entschädigt.
    Plötzlich entdeckt Viktor ein riesengroßes, dunkles Etwas, das ganz vorne im Wasser treibt und von der Brandung wie ein Spielball hin- und hergeworfen wird. Wir laufen alle ein paar Schritte in die Wellen und entdecken fast gleichzeitig eine Riesen - Meeresschildkröte, die vergeblich versucht, aus der Strömung herauszuschwimmen. Sie hat keine Chance: Mal wird sie auf den Strand geschleudert, mal auf den Rücken gedreht, so dass sie nur noch hilflos mit ihren Schwimmflossen in der Luft rudern kann. Es ist ganz furchtbar, diesen Kampf mitanzusehen.
    Kai und Viktor schauen sich nur eine Sekunde an, dann stapfen sie ins Wasser, packen die Schildkröte von beiden Seiten und schieben sie behutsam ins tiefe Wasser zurück. Mehrere Versuche scheitern, dann endlich klappt der Plan! Ein Stück schwimmen die Beiden noch neben ihr, und dann lassen sie sie alleine.
    Es scheint so, als habe das Tier es geschafft, wir haben es später nicht mehr gesehen.
    Statt dessen erblicken wir am Nachmittag ganz weit draußen im Meer ein paar Wale 🐳 , die dort ihre ausgelassenen Sprünge vollziehen. Ganz hoch steigen sie senkrecht aus dem Wasser empor, um dann mit einer Riesenwasserfontäne zurück ins Meer zu stürzen. Vielleicht ist unsere Schildkröte bei ihnen angekommen?!
    Wir hoffen es und wünschen ihr auf jeden Fall eine Gute Reise!🐢
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  • Park und Piste

    12. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ⛅ 22 °C

    Der Rückweg aus dem Park am 12.9.22 wir müssen auf derselben Route zurückfahren, gestaltet sich nicht minder anstrengend als die Hinreise.
    Der Sand ist unglaublich tief, die Spurrillen extrem ausgefahren. Ein Wunder, dass wir uns nicht schon Teile von der Bodenplatte abgerissen haben.
    Wir schleudern, wir sliden,wir rutschen, wir fauchen und fluchen, wir ächzen und stöhnen und ich bete, dass uns keiner in einer Kurve entgegenkommt. Das wäre das Ende.
    Doch mehrmals haben wir, man sollte es auf so einer Piste kaum für möglich halten, Gegenverkehr von vorne. Meist sind es Arbeiter, die im Park irgendetwas reparieren oder aufbauen müssen.
    Entweder wollen oder können die nicht Auto fahren. Immer sind wir gezwungen, von dem schmalen Pfad abzuweichen und den Weg frei zu machen. Ich kann nicht beschreiben, was das für eine grauenhafte Aktion ist. Wir mit unserer nicht endenden Höhe, dem Gewicht von bald 4 Tonnen und dem Aufbau, der bedrohlich schwankt wie ein Ozeansdampfer auf hoher See. Mehrmals befürchte ich, dass wir beim Ausweichen auf die steilen Böschungen links und rechts umkippen. Auch das wäre das Ende, zumindest für mich. Danach wäre ich raus.😱
    Von 33 km liegen immer noch fast 15 vor uns, obwohl wir uns schon seit mehr als 2 Stunden durch die Wildnis voran arbeiten, beschwerlichen Meter für Meter.
    Auf dem Foto vom Inneren des Autos seht ihr, welchen Tribut wir dem Weg zollen müssen. Die Gewürze sind aus dem Regal geschleudert worden, der gesamte Boden ist mit Kräutern der Provence bedeckt. Was für eine Schande!
    Aber das Schlimmste ist, dass die Rubbelei auf der Piste beinahe die kompletten Eintragungen in meinem Tagebuch wegradiert hat. Unlesbar und deshalb für immer ausgelöscht und zerstört! So etwas hätte ich nicht für möglich gehalten 🥺
    Der Paradiesstrand war zwar unglaublich, hat mir aber leider noch nicht die gewünschte und dringend nötige Erholung gebracht.
    Allerdings entschädigen uns die wunderbaren Ausblicke in die tolle Landschaft des Parks und die Anblicke von ein paar für uns außergewöhnlichen Tieren für die anstrengende Fahrerei.
    Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, haben wir es geschafft. Ich bin erleichtert und glücklich, das Gefühl währt jedoch nur kurz. An Karolas Mine sehe ich, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
    Die Beiden haben bemerkt, dass Kais Solarpaneel nicht mehr an Bord ist. Entweder liegt es auf dem Platz, wo wir gerade herkommen oder auf dem Campsite mit dem ekligen Frosch.
    Am Eingang versucht der Posten per Funkgerät, Kontakt zu unserem letzten Camp aufzunehmen. Das gelingt aber wegen der schlechten Wetterlage nicht, und so entscheiden Kai und Karola, den beschwerlichen Weg noch einmal zurück zu fahren. Sie sind weitaus geländegängiger und schneller als wir, deshalb begleiten wir sie nicht.
    Als neuen Treffpunkt
    vereinbaren wir einen Campingplatz hinter Maputo. Dahin wollen Viktor und ich schon einmal vorausfahren und hoffen, dass wir Vier uns dort morgen wiedersehen.
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  • Mozambique

    13. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ☁️ 23 °C

    In Europa lösten im 16. Jahrhundert die Entdeckungsreisen der Afrikaforscher einen regelrechten Wettlauf um den schwarzen Kontinent aus.
    Mit unglaublicher Raffgier und Brutalität machten sich mehrere Nationen auf, riesige Gebiete, die sie zum Teil noch nicht einmal von der Landkarte kannten, zu beschlagnahmen.
    Die Portugiesen machten sich Mozambique zu eigen.
    Doch trotz seiner kolonialen Vergangenheit findet man heute hier fast ausschließlich schwarze Afrikaner.
    Von den Portugiesen sind nur noch schätzungsweise 30.000 geblieben, die heute vor allem in Maputo und Beira leben.
    Aus der jahrhundertelangen Vermischung der Portugiesen mit den schwarzen Afrikanern entstanden die Mulatten ( Mischlinge), die auch einen erheblichen Anteil der Bevölkerung ausmachen.
    Die meisten Mozambikaner wohnen entweder entlang der Küsten, wo die Fischgründe des Indischen Ozeans ihr Überleben sichern, oder in den wenigen großen Städten. Das Hinterland dagegen ist zum Teil extrem dünn besiedelt.
    Die Amtssprache ist immer noch Portugiesisch, nur wenige beherrschen ein paar Brocken Englisch.
    Mozambique besitzt eine rund 2.800 km lange Küste entlang des Indischen Ozeans.
    Endlose weiße Strände, türkisblaues, klares Wasser und die vorgelagerten Archipele gehören zu den Höhepunkten des Landes.
    Maputo, das auch Perle des Indischen Ozeans genannt wird, ist die Hauptstadt Mozambiques. Mit 1,1 Mio. Einwohnern ist sie die größte Stadt des Landes. Wir lesen im Reiseführer: Am Tag besticht der Ort durch seine spektakuläre Architektur – bei Nacht durch die pulsierenden Bars. Somit ist sein Ruf, das „Rio Afrikas“ zu sein, durchaus gerechtfertigt: beeindruckend schön und übelgefährlich zugleich.
    Uns zeigt sich beim Durchfahren leider nur die hässliche Seite von Maputo.
    Der Trip durch die Stadt ist alles andere als angenehm.
    Es herrscht unglaublich dichter Verkehr, es ist dreckig, und überall am Straßenrand liegen Tonnen von Müll. Dazwischen liegen oder stehen Leute, die die seltsamsten Dinge zum Verkauf anbieten: von Autoreifen und Besen über Pflastersteine bis hin zu lebendigen Hasen Fröschen und Affen.😬
    Wir atmen auf, als wir die Stadt hinter uns gebracht haben.
    Schließlich erreichen wir unser heutiges Ziel, einen Campingplatz in Meeresnähe. Der Strand ist allerdings nahezu ebenso dreckig wie der Straßenrand, und so verkneifen wir uns ein Bad im Ozean.
    Als wir nach einem leckeren Fischessen im Restaurant beim Camp zu unserem Auto zurückwollen, sehe ich irgendwo zwischen den Büschen einen weißen Camper. "Das gibt's doch nicht! Da steht ein Bimobil!", rufe ich begeistert. Viktor schaut mich an, als spräche ich portugiesisch. Ich bin so glücklich darüber, andere Deutsche mit einem Auto wie dem unseren zu treffen und will mich gleich mit ihnen austauschen. Blitzschnell holt mich Viktor auf den Boden der Tatsachen zurück. Immer noch ein wenig fassungslos antwortet er:
    " Äffchen, das ist doch unser Camper! "
    Das hatte ich nicht kapiert, ich hatte nach ein paar mal hin- und herlaufen auf dem Platz vollkommen die Orientierung ( die bei mit bekanntermaßen nicht die beste ist ) verloren.
    Außerdem lag ein sehr harter Tag hinter mir, da kann so was schon mal passieren . 🤣
    Wider Erwarten schaffen es Kai und Karola noch am selben Abend zu uns zu stoßen, und wir sind glücklich, wieder zusammen zu sein.
    Das Solarpaneel haben sie leider nicht wieder gefunden, wahrscheinlich ist es geklaut worden.😭
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  • Wie im Paradies

    14. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir fahren weiter Richtung Inhambane. Überall am Straßenrand wuselt es von Gemüse - , Obst und jede Menge Allerlei Händlern. Immer wieder passieren wir Menschentrauben, Minibusse, Motorroller und Tausend verschiedene Arten von Ständen.
    Alles bewegt sich in einem für uns unkontrollierten, hektischen Chaos. Den Einheimischen scheint das nichts auszumachen, sie haben trotz des Durcheinanders komplett den Überblick.
    Wenn ich hier gerade von Straßenrand spreche, meine ich keinen Bürgersteig. So etwas existiert nämlich nicht – das ganze Treiben findet auf der befahrenen Straße statt.
    Doch je weiter wir uns aus den Orten herausbewegen, desto ruhiger und entspannter wird die Reise, und die afrikanische Landschaft gestaltet sich von Kilometer zu Kilometer spektakulärer.
    Die Sonne, die freundlichen Einheimischen, und die unglaublichen Farben um uns herum machen die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis.
    Nahezu atemberaubend ist der Anblick des azurfarbenen indischen Ozeans.
    Wir beobachten Schattierungen von tiefblau bis helltürkis, die mit weißen Sandbänken durchwachsen zu scheinen, der Küstenrand ist mit Palmen gesäumt. Kein Bild könnte schöner gemalt sein.
    Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unser Ziel, das Paindane Beach Resort. Für die letzten 500 Meter bis zum Eingang benötigen wir 2 Anläufe, so tief ist der weiche Sand auf der steilen Auffahrt.
    Als wir schließlich bis auf 1.5 bar die Luft aus den Reifen ablassen, bringt uns " The mighty Landcruiser " schwimmend und schaukelnd sicher ans Ziel.
    Und dann haben wir ein Paradies gefunden, ganz für uns allein. Auf dem riesigen Terrain sind wir die einzigen Gäste. Unfassbar!
    Den heutigen Tag lassen wir an unserem campeigenen Bilderbuchstrand ausklingen und stapfen durch den weißen warmen Sand, der beim Laufen unter den Füßen quietscht.
    Das Wasser ist kristallklar und badewannenwarm.
    Hier wollen wir uns jetzt erst einmal wenig entspannen.

    Und so verbringen wir die nächsten 2 Tage schnorchelnd im Korallengarten und können und nicht satt sehen an der Unterwasserwelt aus Muscheln, bunten Fischen, Seesternen, Igeln, und Riesenschnecken.
    Es ist einfach unbeschreiblich, doch
    ich finde, das haben wir nach den Strapazen der letzten Tage verdient.
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  • Die Folgen der Armut

    20. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ☀️ 25 °C

    Mozambique ist ein unglaublich armes Land, vielleicht eines der ärmsten Afrikas.
    Die Folgen und Zeichen dieser Armut lassen sich trotz all der Schönheiten, die Mozambique zu bieten hat, nicht übersehen.
    Es ist deshalb verständlich, dass jeder probiert, auf irgendeine Art und Weise zu Geld zu kommen.
    Bei diesem Vorhaben gehen auch die Beach Händler teilweise sehr penetrant vor, wenn sie mit allen Kräften versuchen, ihre Ware: Schmuck, Hüte, Körbe, Kokosnüsse etc. am Strand loszuwerden. So manches Mal haben wir ihre Hartnäckigkeit als äußerst nervig empfunden. Freundlich, aber bestimmt muss man immer wieder deutlich machen, dass man nicht von jedem etwas und manchmal auch gar nichts erstehen möchte oder kann.
    Doch das, was ich gebrauchen kann und was einigermaßen Sinn ergibt, kaufe ich dem ein oder anderen ab.
    Deshalb bin ich sehr erbost, nein, viel schlimmer, ich bin total enttäuscht, als ich einem von ihnen aus Mitleid mit seiner hungernden Familie eine Tasche abkaufe und ein paar Tage später in einem Geschäft feststelle, dass er mich übers Ohr gehauen hat. Ich bin echt sauer, und das wird dazu führen, dass ich vielen anderen ab jetzt misstrauen werde, auch wenn ich gerade ihnen damit Unrecht tue.
    Die Unsauberkeit und Verwahrlosung mancher Campingplätze ist ein weiteres Problem des Landes. Die Camps sind teilweise schon arg in die Jahre gekommen, aber müssen sie deshalb zwangsläufig so dreckig sein? Selbst eine ältere Anlage kann man sauber halten. Die Eigentümer erwarten, dass man bei ihnen übernachtet und teilweise überteuerte Preise bezahlt, tragen aber auf der anderen Seite mit nichts dazu bei, dass man sich hier auch wohl fühlen kann.
    Die Toiletten, Duschen und Küchenbereiche befinden sich manchmal in einem Zustand, der allenfalls das Zertifikat: " unter aller Kritik " verdient. Klospülungen funktionieren nicht, Abflüsse in Duschen und Spülbecken sind verstopft und verdreckt.
    Die elektrischen Anschlüsse sind manchmal so defekt, dass sie unter den Typus " suicide style" fallen.
    Mitunter liegt der Owner trotz dieser desolaten Zustände auf einem Stuhl in der Bar herum und lässt den Tag faulenzend verstreichen. Es ist wirklich eine Schande, denn die Plätze könnten mit ein bisschen Mühe und wenig investiertem Geld traumhaft sein.
    Aber das gilt, Gott sei Dank, nicht für alle Anlagen.
    Wir haben, wie schon beschrieben, wunderschön gepflegte Camps und Resorts erlebt und in vollen Zügen genossen.
    Daneben gibt es dann noch die LuxusLodges für die Europäer, die wirklich 5 Sterne - mäßig daherkommen, aber auch entsprechend teuer sind.
    Eine weitere, besonders miese Art an Geld zu kommen, ohne irgendetwas dafür zu tun, haben mir die Polizisten des Landes vorgeführt.
    In Tofu, einem kleinen Dorf am Ozean, befahren wir eine Straße, die sich an ihrem Ende teilt.
    Unser Navi deutet auf die rechte Spur, was ja auch zu Hause unsere Straßenseite ist, und schon sind wir darauf herein gefallen.
    Etwa 20 Meter fahren wir verkehrt herum in die Einbahnstraße, dann merken wir es.
    Leider sind wir nicht die Einzigen, die den Fauxpas registrieren.
    Genau auf der linken Seite befindet sich eine Polizeiwache. Der Typ am Eingang reißt sofort die Schranke hoch, winkt uns auf den kleinen Parkplatz und schließt unmittelbar hinter uns den Schlagbaum wieder. Wir sind eingesperrt.
    Wichtigtuerisch bewegt er sich auf mein Fenster zu, das ich schleunigst herunter kurbele. Ich entschuldige mich höflich für den Fahrfehler und erkläre ihm, dass wir dummerweise dem falschen Vorschlag unseres Navis auf den Leim gegangen sind.
    "OUT", ist das Einzige, was er herausschreit. Ok, anscheinend möchte er, dass ich das Auto verlasse.
    Weil ich so klein bin und unser Wagen so hoch, gelingt mir das Aussteigen nur, indem ich mit beiden Füßen in einem Sprung vor ihm lande. Ein Anflug von Kichern bleibt mir beim Blick in sein Gesicht im Hals stecken.
    Das kann doch nicht wahr sein! Da fahren Autos durch die Gegend in völlig desolatem Zustand mit über 20 Leuten - inklusive Babys - auf der Pritsche, eingepfercht wie Schlachtvieh. Keiner ist gesichert, geschweige denn angeschnallt.
    Die lässt man fahren, doch uns will er aus Gründen, die sich mir nicht erschließen, schlicht und ergreifend drangsalieren.
    Er fragt nach den Papieren. Pässe und Führerschein will er sehen, was ja durchaus gerechtfertigt ist.
    " Go there" befiehlt er und zeigt mit dem Kopf auf eine kleine Baracke, das Büro.
    Gehorsam dackle ich da hinein.
    Im Raum sitzen 3 dicke Frauen, zwei davon in Uniform, die sich schütteln vor Lachen.
    Eine deutet auf einen ekligen, verschmierten Stuhl, auf dem ich Platz nehmen soll. Weiter beachten sie mich nicht, ich bin schlichtweg Luft für sie.
    Dann kommt der Oberschikaneur herein und spuckt mir förmlich entgegen: " Go out! Go in car ". Ich steige wieder ins Auto. Viktor kommentiert leise: " Die sind uns voll am Verarschen ".
    " What did he say? ", schreit der Typ. " He says, he feels sorry. He didnt 't realize the one way sign. "
    Ich muss noch dreimal rein und wieder raus aus dem Büro. Entweder zeigt er mir das mit Befehlen durch knappe, zackige Kopfbewegungen oder Einwortanweisungen.
    Plötzlich ändert er seine Masche. " I am hungry and thirsty " und klopft auf seinen fetten Bauch. Jetzt tut er mir beinahe leid. Vielleicht benimmt er sich ja wie ein A ...loch, weil er solchen Hunger hat.
    Sofort greife ich nach etwas Brot und einer Flasche Wasser, um ihm Beides zu schenken. Keine gute Idee, wie ich sogleich feststelle. Wenn er gekonnt hätte, hätte er mich mit Sicherheit auf der Stelle getötet.
    Er schlägt mir die Sachen beinahe aus der Hand und faucht ein giftiges: NO. Quero dinheiro. ( Ich will Geld!)
    Jetzt kapiere auch ich, wo der Hase lang läuft.
    Mein Entsetzen und meine Abscheu lassen sich wohl ohne Schwierigkeiten von meinem Gesicht ablesen. Ich bin kurz davor, die Fassung zu verlieren.
    Im selben Augenblick erscheint von der Straße ein anderer Mann in Zivil. Er kommt zu unserem Auto und fragt, ob alles in Ordnung sei.
    Nein, überhaupt nicht, antworte ich, den Tränen nah, und erzähle ihm, wie der Typ uns schikaniert hat. Ich erkläre, dass so etwas in Deutschland nicht passieren würde. Die Freundin meines Sohnes und 2 gute Freunde von uns seien auch Polizisten. Doch wenn die solch ein Verhalten an den Tag legen würden, wären sie ihren Job los. Bei einem Vergehen muss man eine festgelegte Strafe bezahlen, was ok ist. Aber nicht einem übel gelaunten Cop etwas in die Tasche stecken, das der willkürlich festlegt.
    Der Mann in Zivil sieht mich an, hört mir zu und wendet sich dann dem korrupten Kollegen zu. Ich kann nicht verstehen, was er sagt. Aber ich kapiere ohne Erklärung, dass er stinksauer ist.
    Auf der Stelle gibt der andere mir unsere Papiere zurück, der Schlagbaum fährt hoch und wir sind frei.
    Ich weiß nicht, wie die Geschichte ohne unseren Retter geendet hätte, höchst wahrscheinlich nicht so gut.
    Wir bedanken uns herzlich bei ihm. Dem anderen werfe ich im Hinausfahren einen ebenso vernichtenden Blick zu wie er mir vorher.
    Das Gefühl der Machtlosigkeit und solcher Willkür hilflos ausgeliefert zu sein, liegt mir noch am
    nächsten Tag schwer auf dem Magen. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.
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  • Bazaruto Archipel

    22. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ⛅ 28 °C

    Unser heutiges Ziel ist etwas ganz Besonderes: Ein Tagesausflug mit dem Motorboot zum Bazaruta Archipel.
    Ein Archipel ist eine Region, die aus einer Inselgruppe und den sich dazwischen befindenden Gewässern besteht.
    Dieser Archipel wurde 1971 zum Nationalpark und Schutzgebiet erklärt und besteht aus fünf Inseln
    nahe der Festlandstadt Vilankulo.
    Zwischen 1976 und 1992
    versank Mozambique
    - wie schon beschrieben- im Sumpf eines brutalen Bürgerkrieges, der vor den Schutzgebieten auf dem Festland keinen Halt machte – Elefanten, Löwen und Nashörner wurden gewildert oder fielen den Landminen zum Opfer. Die abgeschiedene Lage im Meer hat die Kämpfe am Bazaruto-Archipel anscheinend vorbeiziehen lassen.
    Es gilt als DAS Juwel im Indischen Ozean .
    Insgesamt leben rund 3500 Menschen auf den fünf Inseln. Die bekanntesten sind Bazaruto, Benguerra und Magaruque, die beiden ersten werden wir heute kennen lernen.
    Auch wenn die Bewohner augenscheinlich im Paradies wohnen, zählen sie zu den Ärmsten im Land. Einzige Einkünfte sind die paar Meticals, die sie mit ihrer Fischerei erwirtschaften.
    Das Meer um die Inselgruppe beherbergt eine Megafauna, die ihresgleichen sucht.
    Man findet Fächerfische, Mantarochen, Delfine, Wale, Haie und nistende Meeresschildkröten sowie die letzte lebensfähige Population von Gabelschwanzseekühen (Dugong) in der Region.
    Es ist windstill am heutigen Morgen, und so geht es per Motorkraft dem offenen Ozean entgegen. Plötzlich wird unser Skipper laut und aufgeregt:
    Direkt vor uns springt eine Gruppe von Delfinen immer wieder hoch aus dem Wasser empor, um dann wieder in die Tiefen des Ozeans einzutauchen. Wir können uns gar nicht satt sehen an den Tieren, die offensichtlich selbst eine immense Freude an ihren übermütigen Sprüngen zu haben scheinen.
    Dann erreichen wir die erste Insel.
    Eine Riesen Sanddüne mitten im Meer definiert Vataruto, die Hauptinsel . Der Fluss Sabi River, der hier einst ins Meer mündete, hinterließ nicht nur aufgetürmte Sandberge, sondern auch Süßwasser-Seen und grünes Hinterland.
    Hier lädt unsere Crew jede Menge Kisten ab, aus deren Inhalt sie später ein wunderbares Seafood Buffet zaubern wird.
    Während des Ausladens erleben wir das nächste höchst seltene Spektakel. Noch nie vorher in meinem Leben habe ich ein Dugong gesehen. Kai beschreibt ihn treffend: Das Vieh sieht aus, als wäre es vierhundert Mal gegen das Riff geschwommen. In der Tat ist die eigentlich lange Nase platt nach unten gedrückt. Dugongs sehen so blöd aus, dass sie schon wieder schön sind. Wir sind völlig aus dem Häuschen, da man sie so gut wie nie und nur mit viel Glück zu Gesicht bekommt.
    Diese seltenen Seekühe verbringen den ganzen Tag mit Futtersuche in den Seegrasteppichen des Archipels und treiben trotz ihrer Behäbigkeit scheinbar schwerelos an uns vorbei.
    Anschließend steuern wir das legendäre Two Mile Reef an, das sich hinter der Meerenge zwischen Bazaruto und der zweiten Insel, Benguerra Island erstreckt. Vom Boot aus kann man es kaum erkennen. Lediglich der plötzlich unruhige, sich kräuselnde Ozean lässt auf einen Widerstand unter Wasser schließen. Von den stürmischen Gezeiten jenseits des Riffs bekommen wir hier überhaupt nichts mit. Geschützt zwischen den Inseln des Archipels ist das Wasser ruhig und glasklar. Bis zu 40 Meter Sicht sind möglich, was das Revier auch bei Tauchern auf der ganzen Welt zum absoluten Geheimtipp macht.
    Außer uns haben lediglich zwei andere Dhows ( das ist eine Art Segelschiff, welches man nur im Indischen Ozean findet) neben uns ihren Anker geworfen. Ansonsten gehört das riesige Meer uns ganz alleine.
    Mit Schnorchel, Brille und Taucherflossen ausgerüstet springen wir ins Wasser.
    Keine drei Atemzüge vom Boot entfernt, beginnt die schillernde Unterwasserwelt, für die der Archipel bis über die Landesgrenzen bekannt ist. Riesige Korallengebilde erheben sich in verschiedensten Farben vom Meeresgrund, einige sehen aus wie überdimensionale Pilze, andere wie verwunschene Wälder.
    Dazwischen flitzen kleine Fische in Regenbogenfarben, und eifrige Krebse räumen den Meeresboden auf. Wir gleiten über all dem geschäftigen Unterwassertreiben an der Wassoberfläche hinweg und hören nichts als unseren eigenen Atem und das Knistern, das die an den Korallen knabbernden Fische hervorrufen.
    Richtige Taucher mit Flaschen schwimmen zu der Stelle, an der das Riff dem offenen Meer einen Weg in die Meerenge gewährt. Hier haben sie die Chance, Riff-Haien, Barrakudas oder Schwertfischen zu begegnen. Wir aber bevorzugen den Schutz des Riffes mit allem, was es zu bieten hat.
    Unser Skipper zeigt uns eine gemächlich schwimmende Schildkröte 🐢, riesengroße Seesterne, einen Stachelrochen und unzählige kleine Fische in den schillernsten Farben.
    Welch unfassbar schönes Erlebnis!
    Nach dem Schnorchelgang steuern wir wir erneut auf die große Düne der Insel Bazaruto zu. Sie ist mit einer Länge von 35 Kilometern und einer Breite von rund sieben Kilometern die größte und gleichzeitig Hauptinsel des Archipels.
    Wir laufen über die Dünen, klettern hinauf und rennen und rutschen hinunter durch den weißen, quietschenden Sand ....... und staunen über die Schönheit dieses Paradieses.
    Auf der anderen Seite der Düne erwartet uns unsere Crew mit einem tollen Buffet, was durch die Umgebung und die Aussicht auf das Meer noch einmal mehr einzigartig wird.
    Dann geht es weiter.
    Aufmerksam beobachtet unser guide die Wasseroberfläche. Nichts bewegt sich. Alle auf unserem Boot sind angespannt und voller Erwartung.
    Es vergehen weitere Minuten, in denen für uns scheinbar nichts passiert. Plötzlich ein Schrei: "Dort sind sie!"
    Tatsächlich - drei riesig große Schatten ziehen in nur wenigen Hundert Metern Entfernung vorbei. Auf dem Boot bricht Hektik aus. Jeder versucht, so schnell wie irgend möglich seine Kamera in Position zu bringen. Dann springen sie: Man erkennt deutlich die
    dunklen Rücken, die hellen Bäuche, die Plisseefalten am Hals und den kleinen Buckel vor der Rückenflosse, der zu ihrer Namensgebung führt.
    Buckelwale sind kräftige Schwimmer, und sie benutzen ihre massive Schwanzflosse, die man Fluke nennt, um sich durch das Wasser zu treiben und manchmal auch ganz weit aus dem Wasser heraus zu springen. Das machen sie jetzt, und wir haben den Eindruck, sie vollführen es nur für uns.
    Nach dem steilen Aufsteigen landen sie mit einem gewaltigen Platschen und Klatschen auf dem Wasser. Wissenschaftler, die ihr Verhalten untersuchen, sind sich nicht sicher, ob dieser Sprung einem bestimmten Zweck dient, z.B. um Schädlinge von der Haut zu entfernen, oder ob die Wale dies nur aus Spaß tun. Ich glaube, diese haben einfach Freude an ihrem Tun, an den
    Wasserfontänen, an ihren übermütigen Sprüngen oder daran, mit ihrer Schwanzflosse oder den Flippern (Brustflossen) spritzend auf das Wasser zu klopfen.
    Ausgewachsene Buckelwale sind ungefähr 12-16 Meter gross und wiegen zwischen 25 und 30 Tonnen, wobei die Weibchen leicht grösser als ihre männlichen Artgenossen werden.
    Die Gruppe, die wir sehen, ist eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und Kind. Unser Skipper vermutet, dass sich Haie in der Nähe befinden und der Walvater sie mit seinen imposanten Sprüngen verjagen und von seiner Familie fernhalten will.
    Unsere Mannschaft schießt gefühlt tausend Fotos, und die Stimmung wechselt minütlich zwischen stummem, ehrfürchtigen Staunen und begeisterten Ah und Oh Rufen von uns.
    Was für ein unbeschreibliches Erlebnis, das wir nie mehr vergessen werden.
    Als die Sonne untergeht und sich der klare afrikanische Sternenhimmel über uns entfaltet, leuchtet die Milchstraße und das Kreuz des Südens ist klar zu erkennen. Der Mond erhebt sich in einem feurigen Orange am Horizont. Für einen Moment sagt niemand etwas, lediglich das Rascheln der Palmenblätter und das Meeresrauschen ist zu hören. Es ist der perfekte Ausklang eines perfekten Tages im Paradies.
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  • Inhassoro

    26. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach der tollen Zeit in Vilankulo planen wir einen kurzen Aufenthalt in Inhassoro, weiter im Norden von Mozambique. Im Vergleich zu Vilankulo wirkt dieser Ort wie ein kleines, unscheinbares und von vielen verlassenen Lodges geprägtes Dorf. Nach einer kurzen Fahrt über die einzig asphaltiere Straße führt uns eine Sandpiste zum Campingplatz “Goody Villas”. Bereits bei der Ankunft vermittelt uns der Mann an der Rezeption ein entspanntes Gefühl. Bezahlen dürfen wir auch morgen und überhaupt könnten wir ja noch überlegen, wie lange wir bleiben möchten.
    Am nächsten Tag legen wir einen Wasch -, Putz - Reparatur - , Wartungs -und Aufräumtag ein, was wieder einmal dringend nötig ist.
    Ein kleines Abenteuerhighlight folgt am 25.9. , die Fahrt zur Spitze einer wunderschönen Halbinsel. Diese kann man nicht auf normalen Wegen, sondern nur über einen ca 30 km langen Strandabschnitt erreichen. Das Permit, was man dafür benötigt, besorgen wir uns.....und dann kann es losgehen.
    Dem Tidenhub entsprechend angepasst brechen wir morgens auf, damit wir zurück sind, bevor die Flut den Strand eingenommen und uns den Rückweg abgeschnitten hat.
    Wir bocken die Kabinen ab, um nicht die zenterschwere Last auf dem Buckel tragen zu müssen ..... und auf geht's!
    12 Kilometer liegen vir uns bis zur Einfahrt zum Strand, das klingt nach lächerlich wenig. Einmal von Jülich nach Düren....auf einer Ar.....backe, kein Problem.
    Aber - jetzt kommt das große Aber:
    Für den heutigen Ausflug ist die Kabine - wie gesagt- abgebockt, und wir fahren mit einer aufs Minimalistischste abgespeckten Version unseres Toyota Landcruiser.
    Ohne die 700 kg, die jetzt am Campingplatz auf uns warten, sind wir nun federleicht. Klingt gut, ist es aber nicht.
    Die normale Blattfederung sowie die zusätzlich eingebaute Luftfederung sind nicht annähernd beansprucht oder gefordert. Entsprechend hart und wenig nachgiebig ist das Ganze.
    Trotz der wunderbaren Sitze, die Viktor uns extra für die Reise spendiert hat, fühlen wir uns wie auf Brettern.
    ( Viele von euch werden sich erinnern, dass ich in Südamerika kilometwerweise weinend neben dem Auto hergelaufen bin, weil mein Rücken völlig am Ende war.....3 Wirbel waren am Ende der Reise nicht mehr da, wo sie ursprünglich hingehörten)
    So schlimm ist es jetzt bei weitem nicht, aber selbst von Minimalkomfort sind wir Lichtjahre entfernt.
    Ihr müsst euch vorstellen, jemand schnallt ein nacktes, hartes Holzbrett auf ein paar Vollgummiräder und packt euch ( ohne Kissen oder sonstige Polsterung) darauf.
    Und dann stocht er durch einen unserer Tagebaue, aber nicht auf Wegen, sondern in ausgewaschenen Spurrillen verbaut mit Steinen und sonstigen Hindernissen.
    Man ist ausgeliefert und wartet nur auf den Punkt, an dem man es endlich überstanden hat.
    Es gibt verschiedene Arten, die Tortur auszuhalten:
    Bauch waschbrettartig anspannen (ist auch als Training nicht schlecht), Luft anhalten bis zu einem Punkt, an dem man fast ohnmächtig wird oder Pobacken fest zusammenkneifen. Dazu Musik abspielen, bei der man mitsingen und sich somit ein wenig ablenken kann. Ich favorisiere eine Kombination von allem.
    70 - er Jahre Beats sind ideal. Vielleicht, weil man sich dabei fühlt als wäre man nochmal 20 und entsprechend die Qualen so wegsteckt wie mit 20. 🤔
    Mein Lieblingslied ist von den Seekers ( nur die älteren Semester unter euch werden die Gruppe kennen, vielleicht noch nicht einmal die) Es heißt:
    " I will never find another you" . Ich singe das so inbrünstig und voller Emotionen, dass es Viktor sogar einmal die Tränen in die Augen 🙈 treibt. Ich weiß nicht, ob aus Rührung oder aus lauter Verzweiflung. Ist auch egal, Hauptsache es hilft.
    Langer Rede kurzer Sinn: selbst auf den schlimmsten Pisten herrscht bei uns meist eine gute Stimmung im Cockpit.
    Dann endlich sind wir angekommen und abermals präsentiert sich die atemberaubend schöne Küste Mosambiks vor unseren Augen.
    Zu Beginn der Strecke passieren wir ein paar Fischer, die ihre riesigen Netze für den nächsten Fang ausbreiten.
    Mit ihren kleinen, bunt angemalten Booten wirken sie ein wenig wie Relikte aus vergangenen Zeiten.
    Die letzten Kilometer aber sehen wir niemanden mehr. Die Sandpiste ist völlig menschenleer. Es gibt nur noch das Meer, den Strand und die Dünen.
    Und all das gehört scheinbar uns allein.
    Rechtzeitig vor der Flut erreichen wir die Straße, rütteln und rappeln zurück zum Campingplatz und blicken wieder einmal zurück auf einen unvergesslichen Tag in unserem Leben.
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  • Goodbye Mozambique

    27. syyskuuta 2022, Mosambik ⋅ ⛅ 33 °C

    Unsere Zeit in Mozambique neigt sich dem Ende.
    Sie ist viel zu schnell vergangen.
    Aber vielleicht kommen wir wieder!!!! Irgendwann!
    Ate breve - adeus Mocambique❣️👋

    Doch bevor wir endgültig Abschied nehmen können, liegt noch ein beschwerlicher Weg vor uns. Andere Reisende hatten uns erzählt, dass der Zustand der Straße hoch nach Simbabwe mehr als miserabel sei.
    Nun also befinden wir uns auf dieser Pad. Trotz aller Warnungen haben wir sie
    schlichtweg unterschätzt und uns anders vorgestellt: Irgendwie... schöner asphaltiert, nicht so staubig......und vor allem: nicht so viele Löcher😬!
    Es reicht hier nicht aus, zu wissen, wo man fährt. Der Driver muss besondere Fähigkeiten entwickeln, um durch die Schlaglöcher, Buckel, Unebenheiten und an den Gruben vorbei navigieren.
    Viktor läuft zu Hochformen auf. Mit frisch gewaschener Hanfkappe, Zehenlatschen und dem gefürchteten diabolischen Lächeln im Gesicht meistert er die Herausforderungen bravourös. ( Allerdings muss ich hier vorgreifen und erwähnen, dass er am Ende des Tages auch die Nase gestrichen voll hatte. )
    Nach 6 Stunden haben wir nur noch den Wunsch, endlich einmal da zu sein. Wie lange, um Himmels willen, kann man denn für 320 Kilometer schon brauchen? Wir sind gebeutelt von den Schlaglöchern, alle Knochen tun weh, die Fahrt wird mehr und mehr zur Tortur.
    Wir sehnen uns nach einer gnädigen Unwissenheit, in die wir eintauchen und davon träumen können, in den nächsten Minuten endlich anzukommen
    Um 17.30 , nach 8 Stunden Horrorfahrt, reicht es uns.
    An einer Tankstelle finden wir glücklicherweise einen sicheren Stellplatz für die Nacht.
    Am nächsten Morgen geht's wieder auf die Strecke, ausgeschlafen, mit neuer Motivation und neuem Mut.
    Und endlich, nach weiteren 30 Kilometern Pothole Alptraum, geschieht das unmöglich Geglaubte: die Dirtroad geht über in eine asphaltierte Straße! Wir sind überglücklich, wir haben es wirklich geschafft!
    Im letzten Ort vor Simbabwe vertanken wir die restlichen Meticals......und dann geht's zur Grenze.
    Was uns da erwartet erfahrt ihr im nächsten Blog 🙈.
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  • Grenzerfahrung oder Déjà Vue

    28. syyskuuta 2022, Zimbabwe ⋅ ⛅ 23 °C

    Grenzübertritt: Mozambique - Simbabwe

    Nach all den Erfahrungen bei der Einreiseprozedur nach Mozambique sowie diversen Polizeikontrollen in den letzten Wochen sind wir immer noch nicht mental gerüstet für das, was uns jetzt an der Grenze erwartet:
    Nachdem sich die Ausreise aus Mozambique erstaunlich problemlos gestaltet, kommt der Hammer bei der Einreise nach Simbabwe.
    Kaum haben wir einen Fuß auf den Boden gesetzt, stehen unzählige, extrem aufdringliche Leute neben uns, angeblich um uns beim Grenzübertritt behilflich zu sein, in Wahrheit aber wollen sie nur die Hände aufhalten.
    Zunächst geht es zur "Health Station ", einem klapprigen Tisch vor der Zollbaracke, wo drei Typen sitzen, von denen aber bloß einer arbeitet.
    Karola zeigt ihre Impfzertifikate vor, von uns will er gar nichts sehen. Als einziger der Gruppe erhält Kai erhält einen kleinen Schmierzettel, auf den nur das heutige Datum aufgekritzelt ist.
    Dann geht es zur Passkontrolle. Eigentlich haben wir von den vielen Straßenkontrollen gelernt, unsere Papiere nicht aus der Hand zu geben. Denn den Trick kennen wir inzwischen:
    Wenn der Polizist die Dokumente einmal in der Hand hat, kriegt man sie nur gegen eine Lösegeldzahlung in willkürlich festgesetzter
    Höhe zurück.
    Auf der Straße kann man unter Umständen entgegnen: " Gar kein Problem, wir kommen sehr gern mit dir zur Polizeistation und zeigen sie dir dort "
    HA, er weiß, dass er dann das zu Unrecht einkassierte Geld mit den lieben Kollegen teilen muss und entscheidet, dass die ganze Sache diesen Aufwand nicht wert ist. Meistens hat man dann gewonnen und kann weiterfahren.
    Hier aber gibt es kein Entrinnen: Wir müssen die Pässe zum Stempeln abgeben und sehen sie in den nächsten dreieinhalb Stunden nicht wieder.
    Sie wandern hinter der Scheibe von Platz zu Platz..... drei Mal.
    Jeder Officer nimmt die Papiere in die Hand und malt Buchstaben für Buchstaben unsere Namen ab. Dabei sorgt es immer wieder für Irritationen, dass wir alle Hohmeier heißen. Wie kann das sein? 25 Fragezeichen in seinen Augen 🤔.
    Die Prozedur dauert lange, und wir fragen uns, warum das dreimal hintereinander passieren muss? Jeder von ihnen arbeitet sich neu, sozusagen von Null, in den schwierigen Vorgang des Abschreibens ein.
    Kann nicht der eine vom anderen eine Kopie bekommen, denn immerhin werden bei jedem Schritt drei Durchschläge erstellt.
    Ein Blick in den hintersten Teil der Baracke beantwortet uns die Frage, was mit dem Zeug passiert: Da liegt ein riesiger Berg an Papiermüll, der aus all den Durchschlägen besteht und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in diesem Leben nie wieder angeschaut wird.

    An einem vierten Schalter werden unsere Autopapiere kontrolliert. Wieder beschäftigen sich drei Leute gleichzeitig mit dem Fall,
    effektiv arbeiten tut dabei aber keiner.
    Der Helfer, oder Schleuser? kommt und will 50 US Dollar. Unser Auto sei angeblich geschäftlich genutzt. Gott sei Dank können wir anhand unserer Papiere beweisen, dass das nicht stimmt. Ok, erstmal gibt er Ruhe.
    Dann will der arbeitende Officer 50 USD für ein temporäres Carnet de Passage haben. Nein, wir haben dieses Ding aus Deutschland mitgebracht, es ist bereits bezahlt und soll nun in jedem Land einfach nur abgestempelt und nicht jedes Mal neu käuflich erworben werden. Ok, er verzichtet nach einigem Hin und Her.
    Aber versuchen kann man es ja mal bei den blöden Touristen.
    Besonders ich muss mir die reflexartig in den Sinn kommenden Beleidigungen verkneifen und bringe mühsam ein hoffentlich dankbar klingendes : " Thank you" heraus. Alles Andere wäre kontraproduktiv und würde uns im Augenblick nur schaden.
    Meine Selbstbeherrschung wird allerdings auf eine äußerst harte Probe gestellt, als nun auch noch einer von denen nach einer Cola fragt, die er abstauben will. Ich kann es kaum glauben.
    Dann müssen wir wieder zurück zum letzten Schalter des Passkontrolldreischrittes: Der Typ hat inzwischen eine geschlagene Dreiviertelstunde unsere Daten und Namen abgemalt. Und was ist dabei heraus gekommen? Wieder einmal wird Hohmeier total verhunzt. Ich heiße Hommier, den drei anderen hat er den Namen Hommeir verpasst. Wie ist das möglich? Die Vorlage hält er doch in der Hand.🙈
    Den ersten Platz im Wettbewerb um die am schlimmsten versaubeutelte Version unseres Namens hält übrigens nach wie vor Lars. In Japan haben sie einen Rasu Homaiya aus ihm gemacht. 🤣
    Plötzlich fragt der Typ aus heiterem Himmel nach Health Certificates. Wo bitte sollen wir die bekommen haben? Es stellt sich heraus, dass es sich um die kleinen Schmierzettel handelt, von denen Kai einen erhalten hat.
    Viktor und Karola hatten, während wir am Schalter warten mussten, drei zerknüddelte Zettel vom Boden aufgehoben. In welch weiser Voraussicht: Die holen wir jetzt aus der Tasche und jubeln sie dem Typ unter. Er nimmt sie, ohne mit der Wimper zu zucken.
    Was für eine Farce!
    15.30 Uhr: Endlich stehen wir am Schlagbaum und warten darauf, dass er Finally geöffnet wird.
    NEIN, ZU FRÜH GEFREUT!!SIE WOLLEN ALLES, WIRKLICH ALLES NOCH EINMAL SEHEN.
    Meine mühsam nach jedem Einzelschritt wieder geordneten Unterlagen bringen sie zum xten Mal komplett durcheinander, wurschteln hier und blättern da.
    Jedes Blatt wird noch einmal kontrolliert, obwohl sie wahrscheinlich nichts von alledem wirklich kapieren.
    15:29 Kai muss seinen Wagen aufmachen.
    Oh, mein Gott.
    Sie werden alles abstauben wollen😱
    15:33 Inzwischen sind wir umringt, nein umzingelt von gefühlt 20 Leuten. Jeder will etwas haben vom großen Kuchen 🎂 😬
    Eine Grenzbeamtin stellt sich direkt neben unser Auto. " What is this?"
    HÄ?!?! " A car, Madam."
    " No, this is not a car". Ich kapiere, dass sie verwirrt 😕 ist und erkläre dann :
    " It is our home, a mobile home for one year."
    Ungläubiges Staunen😳
    " You live one year in this??????"
    Ja, antworte ich, und dann muss ich zurück zu meinen Kindern, die in Deutschland auf uns warten.
    Das mit den Kindern hat gezogen. Da war in Sekundenschnelle eine Verbindung von Mama zu Mama hergestellt.
    Sie zieht ihren Kopf aus dem Camper heraus, schaut mich verständnisvoll, ja fast liebevoll an und wünscht uns: A good and safe journey.
    Und dann ist es vollbracht. Wir sind erfolgreich in Simbabwe eingereist.
    Es fühlt sich an wie ein Traum. 🙏
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  • Simbabwe

    29. syyskuuta 2022, Zimbabwe ⋅ ⛅ 21 °C

    Nun sind wir also in Simbabwe angekommen.
    Ein weiteres, noch sehr ursprüngliches Land im südlichen Afrika will von uns entdeckt und bereist werden.
    Unter Afrika - Kennern gilt Simbabwe als eines der schönsten Länder des Kontinents.
    Das ehemalige Rhodesien, genauer gesagt Südrhodesien, ist ein Binnenstaat und zählt heute ca. 16 Millionen Einwohner bei einer Fläche, die vergleichbar mit der Deutschlands ist.
    Ursprünglich war Rhodesien eine britische Kolonie, die erst 1980 von der britischen Krone in die Unabhängigkeit entlassen wurde.
    Robert Mugabe war am Anfang nur Regierungschef, später auch Präsident des Landes. Seine Politik führte Simbabwe zunächst mit verschiedenen Regierungsprogrammen zu überschaubarem Wohlstand. Im Laufe seiner Amtszeit entwickelte sich jedoch eine Diktatur, in der Mugabe sein Land beraubte und nur seinen politischen und familiären Freunden zu Wohlstand verhalf.
    Im November 2017 wurde seine Präsidentschaft durch einen Militärputsch beendet.
    Simbabwe war einst als die „Kornkammer Afrikas“ gefeiert worden, durch die fast 40 Jahre dauernde Langzeitherrschaft Mugabes steht das Land heute am Abgrund und muss sich wirtschaftlich und politisch ein neues Fundament erkämpfen.
    Von den schwelenden Konflikten, die insbesondere in der Hauptstadt Harare immer noch und immer wieder zu Protesten führen, spürt man in den touristischen Epizentren des Landes im Alltag nicht so viel.
    Als offizielles Zahlungsmittel wird durch die anhaltende Inflation im Land nur der US Dollar akzeptiert.
    In Mutare, der Grenzstadt herrscht reges Treiben.
    Wir besorgen noch ein paar nötige Kleinigkeiten, unter anderem eine Sim Karte für unser Handy.
    Auch hier ist wieder einmal ein Angestellter irritiert, dass Karola und ich denselben Namen haben. Unsere Männer können doch keine Brüder sein, wenn der
    eine in Deutschland und der andere in Namibia wohnt.
    Uns bleibt keine Zeit, die lange und komplizierte Familiengeschichte der Hohmeiers zu erklären, wir wollen weiter.
    Für die nächste Verwirrung sorgt, dass in meinem Pass nirgendwo das Wort Germany steht, sondern Bundesrepublik Deutschland. Ich hätte doch gesagt, ich bin aus Germany, das Wort findet er aber nicht.
    Der Arme ist schlichtweg überfordert.
    Gott sei Dank habe ich meinen Personalausweis dabei, in dem die Übersetzung schwarz auf weiß zu lesen ist: Federal Republic of Germany. Jetzt ist er zufrieden und ich bekomme meine Sim Karte.
    Als er erwähnt, dass zuvor
    noch niemals jemand aus Deutschland in seinem Laden war, glaube ich ihm das aufs Wort .
    Wir verlassen sein Geschäft mit je 10 Gigabites, das sollte erst einmal reichen.
    Schon auf den ersten Kilometern, nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, bin ich überrascht, wie schön die umliegende Gegend ist. Überall grüne, üppige Natur, obwohl noch lange nicht alle Bäume 🌳 ihr Blattwerk angelegt haben.
    Es ist eine vielfältige, wilde Landschaft, die sich vor uns aufblättert, während wir den hügeligen und nach der Stadt Mutare wieder holpriger werdenden Straßen folgen.
    Die vielen Menschen - Junge wie Alte - am Wegesrand winken, wenn wir mit unseren fremden Autos vorbeifahren.
    Trotz aller Armut und der großen Probleme wirken die Leute hier freundlich und versprühen eine ansteckende positive Stimmung.
    Manchmal schauen sie uns zunächst skeptisch an,
    andere starren, als seien wir Außerirdische.
    Dann plötzlich,
    als wäre ein Bann gebrochen, springen sie aufgeregt neben unseren Autos umher.
    Dabei lachen sie von einem Ohr zum anderen, so dass ihre schneeweißen Zähne nur so blitzen.
    Was mag wohl in ihren Köpfen vorgehen? Ich werde es wahrscheinlich nie erfahren.
    Manchmal ist der Blickkontakt unglaublich intensiv. Es ist nur ein Sekundenbruchteil ihres und meines Lebens, aber ein Moment, den wir für immer teilen werden.
    Es berührt mich zutiefst.
    Am Nachmittag erreichen wir einen wunderschönen Platz am Fluss Pungwe, in dem glasklares Wasser über und an riesigen Felsblöcken vorbei fließt.
    Wieder einmal sind wir die einzigen Gäste und haben das riesige Areal ganz für uns allein.
    Hinter dem Camp liegt eine Hydropowerstation, die die umliegende Gegend mit Strom versorgt.
    Am folgenden Tag, dem 30. September, unternehmen wir eine Flusswanderung.
    Wir klettern über riesige Felsblöcke, springen von Stein zu Stein, hangeln uns an den seitlichen Felswänden entlang, und wenn das Wasser im Fluss zu tief wird, schwimmen wir einfach weiter.
    Abends feuert der Angestellte den Donkey an, und wir können sogar warm duschen.
    Gestern hatten wir nur kaltes Wasser, da haben wir uns, bis auf Kai, das Waschen verkniffen.
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  • Eastern Highlands

    3. lokakuuta 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Grenze zwischen Simbabwes Osten und Mozambique wird durch den Höhenzug der Eastern Highlands gebildet.
    Geographisch unterscheidet man drei Regionen der Highlands, von denen jede ihren eigenen und ganz einzigartigen Reiz hat.
    Laut Reiseführer gehören sie zu den
    abwechslungsreichsten Landschaften in Simbabwe.
    Der Chimanimani Nationalpark im Süden,
    Bvumba, östlich der Stadt Mutare und der Nyanga Nationalpark im Norden.

    In den Nyanga Mountains, wo wir uns jetzt befinden, reiht sich ein Berg an den anderen.
    Für Naturliebhaber und Aktivreisende ist dies eine Region, in der sich
    unzählige Möglichkeiten für Wanderungen jedes Schwierigkeitsgrades auftun.
    Die Gegend hier ist malerisch schön: Leuchtend rote Erde, üppige Bananenplantagen und darüber, hoch oben in den Bergen, überziehen tiefgrüne Teeplantagen die Hänge. Gesprenkelt wird die Landschaft von kleinen Dörfern, die fast ausschließlich aus Lehmhütten bestehen.
    Ein absolutes Highlight der Nyanga Mountains sind die Mutarazi Falls, mit 800 Metern die zweithöchsten Wasserfälle Afrikas. Über drei Plateaus stürzt der Mutarazi River fast senkrecht nach unten. Welch gewaltiges Schauspiel!
    Zwei Hängebrücken „ Skywalks" , die nebeneinander angeordnet sind, überspannen die breite Schlucht.
    Auf der kürzeren, näher zu den Fällen liegenden Brücke geht es zunächst hoch über dem Abgrund auf die andere Seite, danach führt die längere Brücke zurück zum Ausganspunkt. Man ist mit Klettergeschirr und Karabinerhaken gut gesichert. Doch um über die schwankenden Planken zu gehen und senkrecht in die Tiefe zu schauen, wollen uns die Typen 40 US Dollar pro Kopf abknöpfen. Nein, das ist uns der Spaß nicht wert.
    Wir schauen dem Treiben auf den Skywalks und der daneben verlaufenden Zipline ( ein Ritt 80 US Dollar pro Person 😳) eine Zeitlang zu und marschieren dann zurück zum Campingplatz, wo wir ( ihr habt es schon erraten) wieder die einzigen Gäste sind.
    Kai und Viktor waschen noch kurz ihre Fahrräder ab.
    So wunderschön die rote Erde auch aussieht, sie bedeckt inzwischen alles auf dem Auto und unter dem Auto. Sogar die Solarzellen auf dem Dach sind von einer tiefroten Schicht überzogen.
    Ein wenig von dem feinen, roten Dreck ist inzwischen schon ins Innere des Wagens eingedrungen, aber Gott sei Dank hat noch kein Staubkörnchen den Weg in die Schränke hinein gefunden.
    Kommt das Zeug auch mit nur einem Tropfen Wasser in Kontakt, entsteht eine cremige Paste, die an Henna erinnert und auch ebenso deckend alles färbt, was damit in Berührung kommt.
    Ein wenig wischen, waschen und fegen wir aus den Fahrzeugen heraus, was eigentlich vollkommen sinnlos ist, da wir in den nächsten Tagen erneut auf den roten Pisten unterwegs sein werden.
    Aber zumindest haben wir für ein paar Stunden das Gefühl, ein wenig Ordnung geschaffen zu haben.
    Heute, am 3. Oktober verlassen wir den Norden der Eastern Highlands, um zum Chimanimani Nationalpark in deren Süden weiter zu reisen.
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  • Chimanimani-Nationalpark

    4. lokakuuta 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Chimanimani Nationalpark
    liegt im östlichen Hochland von Simbabwe, nahe der
    der Grenze zu Mosambik. Es handelt sich um einen Gebirgspark, der
    ein wahres Paradies für Wanderer darstellt.
    Es gibt hier keine Straßen, und die Tatsache, dass der Park nur zu Fuß erkundet werden kann, trägt zu seinem unberührten Charakter bei.
    Seine Anziehungskraft liegt nicht in der Fauna, denn typische Safari-Tiere findet man hier keine, jedoch ist die abwechslungsreiche Landschaft eine Attraktion für jeden Naturliebhaber.
    Obwohl der Park von schroffen Bergmassiven beherrscht wird, muten die Täler, Wasserfälle, Bäche und Berge an wie im Märchen.
    Er ist die Heimat einer atemberaubenden Vielfalt an Flora, darunter wilde Orchideen und Feldblumen.
    Das gewaltige Bergmassiv Chimanimani ( bis zu 2436 m hoch)
    überragt den Ort gleichen Namens und präsentiert sich zu jeder Tageszeit und in jedem Licht anders. Manchmal, wenn sich dunkle Wolken darüber schieben,
    wirken die Berge bedrohlich, manchmal, bei Sonnenschein sind sie einfach nur imposant.
    Die Bridal Veil Falls
    ( Brautschleier Wasserfälle) , wo wir inzwischen unser Lager aufgeschlagen haben, gehören zu den beliebtesten Besuchszielen in Chimanimani.
    Kristallklares Wasser stürzt über verschiedene Ebenen 50 m tief an der Felswand herab in einen kleinen See am Fuß des Abhangs.
    Die Umgebung hat beinahe tropische Züge: riesige Bäume, Lianen und Farne wachsen in der Nähe des Wassers.
    Der dichte, feuchte und immergrüne Wald mit einigen seltenen Akazienbäumen, die hier zu finden sind, macht die wilde, unberührte Landschaft spektakulär.
    Ein kleiner Wanderpfad, sehr steil und rutschig, führt neben dem Wasserfall hinauf zu einer Zwischenstufe auf halber Höhe.
    Hier befindet sich ein schöner Pool, der von unten völlig unsichtbar ist.
    Dort hinauf kraxeln wir und belohnen uns oben mit einem Bad im kalten Gumpen.

    Die Fledermaus 🦇
    und ich 😳😫 🥺

    Tiere von weitem anzuschauen ist höchst interessant und macht eine Riesenfreude. Doch je größer sie werden und je näher sie kommen desto geringer wird der Spaßfaktor für mich.
    Es ging los auf der Toilette vom letzten Campingplatz, wo ein kleiner, dünner Ast mit vielen zarten Zweiglein herumlag. Dachte ich zumindest. Keine Ahnung, warum ich ihn aufheben wollte. BLÖDE IDEE. Der vermeintliche Zweig fängt an, sich zu bewegen und zu laufen. Ich brülle wie am Spieß, bis Karola herbeeilt. Cool, lässig und ohne jede Angst nimmt sie das Tier, wirft es zur Tür heraus und rettet mich heldenhaft vor einer Stabheuschrecke. ( Wer, bitte, kennt denn so ein Vieh?)🤔
    Ich weiß, dass ich mich mit meinem Auftritt nicht mit Ruhm bekleckert habe, aber ich empfinde eine furchtbare Abneigung gegen kleine Kriech- und Flugtiere.
    Heute, beim nächsten Platz versucht eine Hunderschaft Haarraupen, sich unserem Lager zu nähern. Schreien tue ich dieses Mal nicht, aber ich ekel mich entsetzlich. 🐛
    Gegen Mittag 🔥 feuert Kai den Donkey an, damit wir mit warmem Wasser duschen können.
    Gestern Abend war Viktor mit mir zu den Waschhäusern gegangen, da ich mich im Dunkeln gefürchtet habe. Die Toiletten sind alles andere als sauber, voller Blätter, Staub und Köttelkacke, und obendrein gibt es kein Licht.
    Heute, im Hellen, will ich es alleine wagen, schließlich möchte ich mich nicht gänzlich zum Gespött der Gruppe machen.
    Nochmal schnell vorher aufs Klo....und dann unter die warme Dusche.
    Die Toiletten sind eng, wie gesagt dreckig, und man möchte vermeiden, mit irgendetwas in Berührung zu kommen. In dieser Beengtheit ist der Blickwinkel stark eingeschränkt. Da höre ich ein Klatschen gegen das fast ganz geschlossene Fenster. Ziemlich erschrocken atme ich dennoch auf in dem Glauben, der Schlag kam von außen.
    In dem Moment fliegt ein dunkler Schatten an meinem Kopf vorbei und donnert wieder gegen die Scheibe. Von dem Aufprall zurückgeschleudert berührt das schwarze Etwas kurz den Boden, rappelt sich auf und knallt erneut gegen das Fenster.
    Und da realisiere ich, dass ich mit einer Riesenfledermaus auf dem Klo eingeschlossen bin. 🦇
    Das Tier wird immer wilder und panischer und fliegt um meinen Kopf herum. In einem Moment stehen wir uns genau Auge in Auge gegenüber, und das hässliche, verknitterte Gesicht ist nur wenige Zentimeter von meinem entfernt.
    Ich schreie wie ein Besessener und versuche zu entkommen. Doch ich kann die Türe nicht aufmachen, da sie nach innen öffnet und ich mir selber im Weg stehe.
    Ich bin gefangen, aufgeschmissen, verloren!!!
    Schließlich, inzwischen halb wahnsinnig, gelingt mir die Flucht, und ich renne - immer noch hysterisch schreiend, aber noch nicht wieder fertig angezogen - aus dem Klo heraus. Da kommt Viktor mir als mein Retter entgegen und fängt mich auf. Ich zittere am ganzen Körper und habe überall Gänsehaut vor Abscheu.
    Er hält mich fest und redet beruhigend auf mich ein: "
    Es ist alles gut, Äffchen "🐵
    Nein, ist es nicht. Er soll mich nicht wieder loslassen und vor allem Dingen nie mehr allein zum Klo schicken.
    Nein, wirklich. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas Ekliges jemals vorher erlebt zu haben.
    Unsere Freunde wissen, dass ich immer schon große Angst und eine tiefe Abneigung gegen Fledermäuse gehabt habe.
    Mit diesem Erlebnis hat sich das jetzt zu einer Phobie gesteigert.
    Dass Viktor dann nach dem Baden in einer seichten Stelle des Flusses Hunderte von Blutegeln am Rücken und an ( bitte hoffentlich nicht IN der Badehose ) kleben hat, gibt mir für heute den Rest.
    Ich entscheide, mich ins Bett zu verkriechen. Es ist zwar gerade erst halb sieben, aber ich habe heute keine Lust mehr auf irgendwelche Tierbegegnungen.
    Gute Nacht!
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